Identität vs. Bildung?
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Vortrag im Rahmen der 1. Arbeitstagung des Promotionskollegs "Gestalten und Erkennen".

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Der komplette Vortragstext wurde als Folienkommentare eingefügt.

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  • 0. Einleitung\n\nLeitfrage: Womit haben wir es zu tun beim Identitätsbegriff, und wie gestaltet sich das Spannungsfeld zwischen Identität und Bildung? \n\nEher historisch-pädagogisch argumentiert zur selben Fragestellung Zirfas in Zirfas/Jörissen: Phänomenologien der Identität, der diese Problematik im Ausgang von bildungstheoretischen Klassikern - Rousseau vs. Humboldt - entfaltet und aufzeigt, wie hier die Bruchlinie von Identitätslogik versus Differenzlogik eine tragende Rolle spielt. Diese Bruchlinie motiviert auch meinen Vortrag, wobei ich jedoch in der Gegenwart, und bei gegenwärtigen Bildungskonzeptionen, ansetzen möchte.\n\nIm folgenden Vortrag wird eine eher metatheoretische stark gemacht Perspektive, also eine Reflexion auf das, was wir (wissenschaftlich, oder auch: diskurspolitisch) tun, wenn wir im Kontext von Bildung von "Identität", oder etwa sogar in einem ähnlichen Sinne von "Identitätsbildung" sprechen.\n\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nWas bedeutet die Annahme oder Behauptung, jemand habe eine Identität?\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand ein einheitliches "Ich" besitzt oder vielmehr: ist? (Ich -> . , oder ?, der Punkt unter dem Fragezeichen)\n\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass ein solches formal bestimmtes Ich in der Zeit mit ich identisch bleibt?\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand diese Einheit von Eigenschaften, und nicht anderer, ist? (A=A)\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand in diesem Sinne immer derselbe ist? (A (t1) = A (t2) = A (t3) = … = A)\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand in einer Entwicklungslinie oder -logik derselbe bleibt? (Hier angedeutet durch die „1. Ableitung“, also die Konstanz in der Veränderung)\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand nicht „entfremdet“ ist, sondern sich mit etwas oder jemandem identifizieren kann? Dass jemand einen festen Platz in der Welt innehat und mit sich "eins" ist? A (innen) = A (außen)\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass derjenige weiß, wer er ist? (Und was bedeutet dieses "Wissen", wer ruft es hervor, auf welche Frage genau ist es eine Antwort?) . -> A !!\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand eine (durch äußere Beobachter) identifizierbare Person ist (etwa im forensichen Sinn)? . <- B, C, D, E\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand eine von anderen anerkannte - also mit einem bestimmten Status, dem eine soziale Rang- oder Wertordnung entspricht, anerkannte - Person ist? A <- B, C, D, E\n\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass jemand eine Meta-Position zu seinen sozialen Rollen einnehmen kann, und in dieser Meta-Position sich immer gleich bleibt? (Wer bleibt gleich, worin besteht diese Gleichheit, wenn nicht ein bloß formal gedachtes Ich?)\n\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nDass es jemandem "gelungen" ist, eigene Vorstellungen (von sich) mit gesellschaftlichen Vorstellung auszubalancieren? (Und wäre das nicht eher eine prozessuale und auch prekäre Form von Integration, Äquilibration oder Systembildung als eine, die als Selbstgleichheit, gelten kann?\n\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nOder aber ist Identität das Ergebnis einer Krise, die uns erlaubte, uns im Rahmen einer Geschichte des Sich-verlierens und Wieder-gewinnens zu "finden"? Was aber wäre die Identität gewesen, die ich vor einer Krise hatte, in welchem Sinne genau bin ich nach der Krise noch derselbe? \n\n— Und wie könnte man dies bzw. eines davon, empirisch feststellen? —\n
  • „Problemwolke mit Nebelbildung“\n\nOder wir nehmen an, Identität (in einem reichhaltigeren Sinn als der bloßen zeitlichen Gleichheit eines Ichs oder der raumzeitlichen Selbigkeit eines Körpers, der von einem fiktionalen Beobachter als Person beobachtet wird) sei gar keine empirisch-deskriptive Kategorie, sondern ein eher oder sogar rein normativer Begriff, der einen möglicherweise idealen, wenn auch wahrscheinlich unerreichbaren Zustand beschreibt. Normative Bestimmungen bedürfen - als Grundlage sozialen, insbesondere institutionellen Handelns - besonderer Rechtfertigung: man darf erwarten, dass die involvierten Modelle und die an ihrer Durchsetzung beteiligten Institutionen genau wissen, worauf sie abzielen. Ist Identität also etwas, das "gebildet" werden kann und soll? Oder eher "konstruiert"? Oder "entwickelt"? Muss sie aus einem "Selbst", um einen nicht minder schillernden Begriff einzuführen, - aus einem irgendwie eingefalteten, eingekapselten Selbst irgendwie herausentwickelt oder ausgewickelt werden (und nach welchen Maßstäben, und was hätte es mit "Identität" im Wortsinn zu tun, diese von außen gesetzte Entwicklung zu Normen hin? Muss dieses merkwürdige Innere nach Maßgabe der je spezifischen Deutungsmuster einer jeweiligen kulturell-historischen Situation verstanden und geformt werden - und wenn ja, wieso ausgerechnet dieser Kultur und nicht einer anderen?\nWäre "Identität" also eine normative Kategorie, so stellt sich die Frage: Was wollen wir denn eigentlich genau von denen, die Identität herausbilden sollen, und wie können wir dies rechtfertigen?\n— Wer über Identität spricht, scheint viele Entscheidungen treffen zu müssen. \n\n
  • Ein dreidimensionales analytisches Schema als Ordnungsangebot\n\n1. Dimension: subjektive vs. objektive Identität. Differenzieren zwischen subjektiver, im individuellen Bewußtsein ‘lokalisierter’ Identität und objektiver, gesellschaftlicher, qua sozialer Position oder Lebenslage verorteter Identität. An zentraler Stelle (der Individualisierungsdebatte) wurde diese Unterscheidung von U. Beck geltend gemacht.\n Erstere erschließt sich allein aus dem Handeln des Individuums; letztere besteht im wesentlichen in Form ‚institutionalisierter‘ Informationen über ein Individuum, die man zwar aus seinem Handeln abzuleiten bestrebt sein mag, jedoch damit nicht verifizieren kann, weil es sich um objektive (oder intersubjektive) gesellschaftliche Tatsachen handelt. Als subjektive Identitätsbegriffe in unserem Sinn können beispielweise sozialpsychologische (‘Selbstkonzept’) betrachtet werden. Historischer Bezug:\n Bereits Locke hatte implizit zwischen inneren Aspekten (Selbstbewußtsein und Person i.S.v. ‘Individualität’) und äußeren Aspekten (Identität des Körpers) unterschieden; auch Leibniz‘ Monadenlehre sah die Individualität der Monade (innere, subjektive Identität) als Reflex ihrer Stellung im Kosmos (äußere, objektive Identität).\n\n
  • 2. Dimension: numerische vs. qualitative Identität. Die Einheit des Selbstbewußtseins, das sich im Ich ausspricht, weist keine Qualitäten auf, sondern ist eine rein formale. Sie ist quantitativ-numerisch, insofern sie darauf abstellt, etwas als Eines (Descartes’ res cogitans, Lockes Self, Leibniz’ Monade; bzw. im Falle des Ausbleibens der Einheit eben als Diffuses, in die Vielheit zerstreutes wie Kants ‘vielfärbiges Selbst’) zu charakterisieren. Hingegen sind Eigenschaften, die Individuen zugesprochen werden (die ‚denominations intrensiques‘ bei Leibniz, die eigene individuelle ‘Natur’ bei Rousseau) oder die es sich selbst zusprechen kann, per se qualitativer Natur. Dieses wie von Tugendhat verwendete Kriterium geht auf Strawsons Diskussion von qualitativer vs. numerischer Identität zurück.\n\n
  • 3. Dimension: synchrone vs. diachrone Identität. Identität wird sehr häufig als synchron (also primär unzeitlich) gedachter Begriff angetroffen; am diachronen Pol entspricht diese Dimension der oben vorgestellten ‘Selbigkeit’ i.S. Angehrns (1985).\n
  • Die acht Kombinationen (welche also elementare Identitätskategorien definieren) lauten im einzelnen:\n1) subjektive numerische synchrone Identität\n2) subjektive numerische diachrone Identität\n3) subjektive qualitative synchrone Identität\n4) subjektive qualitative diachrone Identität\n5) objektive numerische synchrone Identität\n6) objektive numerische diachrone Identität\n7) objektive qualitative synchrone Identität\n8) objektive qualitative diachrone Identität\n\n\n‘Subjektive numerische Identität‘ ist das (formale, inhaltslose) Selbstbewußtsein, wie etwa das Ich bei Leibniz, Kant oder Fichte, welches sich durch zwei formende Prinzipien, nämlich innere Einheit bzw. Synthesis und Abgrenzung nach außen, auszeichnet, so daß eine numerisch einheitliche Struktur resultiert, die sich überdies durch Selbstbezüglichkeit und Widerspruchsfreiheit auszeichnet. Dieser Identitätsbegriff versteht sich als diametraler Gegensatz zu subjektiver Diffusion, Grenzverwischung und Vielheit. \nIn den zeitgenössischen Identitätsbegriffen findet sich diese elementare Identitätskategorie sehr häufig, zumindest als Moment. Dies gilt offensichtlich für die in der Tradition der klassischen Bewußtseinsphilosophie stehenden Philosophen (etwa D. Henrich 1970, U. Pothast 1971, M. Frank 1991) sowie in Teilaspekten für die psychoanalytischen oder nachfolgenden Begriffe der ‘Ich-Identität’ (beispielsweise E.H. Erikson 1973 und Habermas 1976).\n\nAls exemplarische historische Variante dieser Kategorie mag wiederum Kants transzendentales Ich genannt werden, diesmal in seiner Eigenschaft als diachron synthetisierendes, selber invariables Prinzip.\n Könnte man bei der synchronen Variante vielleicht von subjektiver Kohärenz sprechen, so ließe sich die diachrone Variante als subjektive Konstanz oder Kontinuität umschreiben.\n Hierunter kann demnach auch der zeitlich-biographische ‚psychodynamische‘ Kohärenzaspekt verstanden werden, so dass der Eriksonsche Begriff der persönlichen bzw. Ich-Identität v.a. auch hier verortet werden sollte. Der Ausdruck ‘personale Identität’ wird auch von G. Böhme (1996) im Sinne der zeitlichen Kohärenz verwendet, was in (kategorialer) Übereinstimmung stünde mit den gleichermaßen hier einzuordnenden diversen psychopathologischen, psychophysiologischen und biologischen Theorien über Selbstbewußtsein und ‘Ich’ (Pöppel 1993, Kuhlmann 1996, Hildt 1996).\n\n‚Subjektive qualitative synchrone Identität‘ bezeichnet die subjektiv erfahrbare ‚Innenwelt‘. Vergleichbar den dénominations intrensiques bei Leibniz, kann man hier ein Eigenschaftsbündel im Sinne eines subjektiven Begriffs von Individualität ansetzen. Sozialpsychologische Identitätstheorien werden, wo sie nicht formalen Kohärenzaspekten den Vorzug geben, vorrangig diese Inhalte unter dem Titel ‚Identität‘ ansprechen, wie z. B. G.H. Meads Konzept der verschiedenen ‚me’s, die die Identität (‚Self‘) einer Person inhaltlich ausmachen. Die Einheit des ‚Self‘ besteht aus den vom ‚Self‘ umfaßten Qualitäten (‘mes’). Als Nachfolger des ‚me‘ bzw. ‚Self‘ ist hier auch der Begriff der ‘Rollenidentität’ zu nennen (z. B. Habermas 1976). Von soziologischer Seite wäre hier außerdem der Titel ‘personale’ oder ‘persönliche’ Identität’ zu verorten (z. B. Dreitzel 1968, Habermas 1973, Döbert/Nunner-Winkler 1975, Geulen 1989, zuerst 1977) – man achte auf die völlig andere Bedeutung des Begriffs bei G. Böhme (Kategorie 2) – sowie die kategorial sehr ähnliche Verwendung des Wortes ‘Individualität’ bei Habermas (1992) oder auch bei Schimank (1985). Eine ebenso qualitative Dimension bieten schließlich der psychoanalytische Begriff des ‘Selbst’ und die psychologische Kategorie des ‘Selbstkonzepts’ (vgl. Filipp (Hrsg.) 1979).\n\nDie Thematisierung der qualitativen zeitlichen Dimension folgt häufig dem Motiv der ‘Einheit in der Veränderung’, oftmals in Verbindung mit Identitätskonzepten der Kategorie 2). Identitätsbildung hat also, wie Erikson bereits anmerkte, einen zeitlichen subjektiv-synthetischen (insofern formalen) ‘Ich’-Aspekt als auch einen zeitlichen objektiv-inhaltlichen ‘Selbst’-Aspekt. \nEine begrifflich klare Formulierung qualitativ konstituierter temporaler Identität findet sich bei Geulen (1989): \n„[...] ein Subjekt ist mit sich in der Zeit identisch, wenn es im Ziel [der intentionalen Handlung, B.J.] einen zukünftigen und für es selbst relevanten Zustand als zukünftigen und für es selbst relevanten intendiert bzw. wenn es in einem erreichten Zustand noch das Ziel wiedererkennt, das es früher intendiert hatte.“\nIn dieser Perspektive kann eine kognitive zeitliche Ich-Identität (Kategorie 2) allenfalls als notwendige, aber nicht mehr als hinreichende Identitäts-Bedingung verstanden werden. Man könnte diese Kategorie mit dem Leibnizschen Titel der ‘moralischen Identität’ kennzeichnen.\n\nDie ‚objektive numerische Identität‘ bezeichnet den Einheitsaspekt der topischen (qualitativ verorteten) Identitäten, z. B. die Einheit (räumlich) und den Fortbestand (temporal) als derselbe Körper oder die (synthetisierte) Einheit der sozialen Position. Wie beim Begriff der subjektiven numerischen Identität stellt sein objektives Pendant Kohärenz nach innen und Abgrenzung nach außen sicher. Habermas (1992) grenzt diese objektiv-numerische Kategorie unter dem Titel der ‘Singularität’ gegen seinen (qualitativen) Begriff der Individualität ab, um dem Mißverständnis der Verwechslung mit dem – in der Tat in diese Kategorie 5) gehörenden – Individualitätsbegriffs der analytischen Philosophie (Strawson 1972, Tugendhat 1979) abzuhelfen.\nEbenfalls fallen hierunter die Identitätsbegriffe mit deiktisch-identifikativer Funktion. Bei Goffman ist beispielsweise ein numerisch verstandener Individualitätsbegriff zu finden, der nicht mit den qualitativen verwechselt werden darf. Irritierenderweise betitelt Goffman diesen als „persönliche Identität“, was Assoziationen an ‘Persönlichkeitsfindung’ i.S.v. Selbstverwirklichung auslösen mag. Jedoch zielt Goffman mit diesem Begriff lediglich auf die feststellbare Einmaligkeit i.S. der exakten (forensischen) Identifizierbarkeit, etwa durch Fingerabdrücke: „Persönliche Identität hat folglich mit der Annahme zu tun, daß das Individuum von allen anderen differenziert werden kann und daß rings um dies Mittel der Differenzierung eine einzige kontinuierliche Liste sozialer Fakten festgemacht werden kann [...]“ (ebd.).\n\nDie diachrone Variante dieses Identitätsbegriffs spielt v.a. in der analytisch-philosophischen Diskussion von Identität eine Rolle, nämlich dem von Strawson entfalteten und Tugenhat aufgenommenen Gedanken, daß die (numerische) Identität eines Individuums bzw. irgendeines Gegenstandes allein durch Sicherung der raumzeitlichen Kontinuität desselben festzustellen sei – dieser Identitätsbegriff entspricht der klassischen Fassung bei Locke.\n Möglicherweise ist hierunter auch Habermas’ (1976) Verständnis von ‘natürlicher Identität’ einzuordnen.\n\n‘Objektive qualitative synchrone Identität‘ bezeichnet die Position innerhalb eines objektiven (üblicherweise sozialen, kulturellen oder ökonomischen) Bezugssystems, weswegen man diese Kategorie als soziale Identität betiteln könnte. Hierunter fällt der sich von Durkheim herleitende Gedanke einer objektiven Individualisierung qua Teilname an verschiedenen Gesellschaftsbereichen, der ganz ähnlich auch bei Simmel (1983) auftaucht. Der Begriff der ‚sozialen Identität‘ findet sich zunächst bei Goffman wieder und in der Folge bei Habermas (1973) und Geulen (1989, zuerst 1977).\nDer Individualitätsbegriff, mit U. Beck als „historisch-soziologische, als gesellschaftsgeschichtliche Kategorie verstanden, als Kategorie, die in der Tradition der Lebenslagen- und Lebenslaufsforschung steht“, ist in Abgrenzung zum subjektiven Identitätsbegriff (ebd.) hier zu verorten.\n\n‘Objektive qualitative diachrone Identität’ kann als objektive Variante der ‘moralischen Identität’ (Kategorie 4) verstanden werden. Hier konstituiert sich nicht ein Subjekt als Kontinuierliches, indem es seine zukünftigen bzw. vergangenen Handlungsintentionen als seine identifiziert, sondern es konstituiert sich die Identität einer Person des öffentlichen Austauschs (z. B. des Handels), die ihre geäußerten Willensbekundungen und Vereinbarungen (Verträge) durch die Zeit hindurch aufrecht erhält. Dabei ist der Aspekt bewußtseinsmäßiger, persönlicher oder moralisch-intentionaler Identität unerheblich; es handelt sich somit um den zeitlichen Aspekt der Identität der Person im juristischen (vertragsrechtlichen) Sinn.\n\nAuf der Basis der hier vorgenommenen exemplarischen Zuordnungen (und nur im Rahmen der hier getroffenen Auswahl) lassen sich die abstrakten Kategorien gebräuchlicheren Topoi zuordnen (quasi ‘rückübersetzen’). Diese könnten wie folgt gekennzeichnet werden:\n\nIch-Identität i.S. der Einheit des Ichs\nIch-Identität i.S. der zeitlichen Selbigkeit des Ichs\npersonale Identität i.S.v. subjektiver Individualität\n‘moralische’ Identität\n‘forensische’ Identität (Produkt objektiver Identifizierung)\nraumzeitliche Identität\nsoziale Identität\n‘juristische’ Identität\n\n
  • 2. Normativität\n\nDiese enorme Vielfalt von Vorstellungen über das Individuum hat ist natürlich kein "Unfall der Geistesgeschichte", sondern hat seine guten Gründe. Wissenschaftliche Modelle über die "Form von" Individuen sind als Diskursphänomen nichts Beliebiges; in ihnen kommt ein Doppeltes zum Ausdruck. Sie verweisen einerseits auf ihre diskursiven Möglichkeitsbedingungen – also die anerkannten Erklärungsmuster über das, was ein Individuum ist, derer sie sich bedienen und die sie wiederum weitergeben und dabei auch transformieren. Die klassischen Konzepte zur Beschreibung von Identitätsentwicklung sind aus – jeweils unterschiedlichen – historischen und sozialen Kontexten hervorgegangen. Sie antworten, wie Hermann Veith in seiner historisch und zugleich metatheoretisch angelegten Studie über das „Selbstverständnis des modernen Menschen“ des 20. Jahrhunderts im Detail dargelegt hat, in je spezifischer Weise auf die Problemlagen, Bedürfnisse und Erkenntnisinteressen ihrer Zeit (Veith 2001). \n—— ggf. Übersicht Veith —— \nAndererseits kondensieren sich in ihnen die individuellen und zeitgeschichtlich typischen Entwicklungsgeschichten, in welchen sich Selbstverhältnisse jeweils ausprägen, zu Modellen und Typiken.\n\nTheorien der Persönlichkeit und der Identität unterliegen somit einer doppelten Historizität, die sich einerseits der soziohistorischen Lage und andererseits den jeweiligen kulturellen Entwürfen von Kindheit, Entwicklung etc. verdankt. Je „adäquater“ solche Modelle die sie interessierenden Phänomene beschreiben, desto mehr können sie im Rückblick einen dokumentarischen Charakter gewinnen, der die jeweiligen Geschichten im Kontext ihrer soziohistorischen Bedingungen rekonstruierbar werden lässt. Freuds These der infantilen Sexualität lässt sich auf diese Weise vor dem Hintergrund der viktorianischen Gesellschaft lesen; G. H. Meads universalistisches Identitätsmodell entstand im Kontext der sozialen Problemlagen der multikulturellen Einwandererstadt Chicago im späten 19. Jahrhundert; E. H. Eriksons gestuftes Krisenmodell lässt sich in seiner Normativität vor dem Hintergrund eines nachkriegsbedingten Stabilisierungs- und Konsolidierungsdrucks, der sich in einem „Verlangen nach Normalität“ (ebd., S. 207) niederschlug, betrachten.\n\nIch will mit dieser Feststellung nicht etwa auf eine rigide historisierende Relativierung von Identitätskonzeptionen hinaus. Sicherlich sind Rückgriffe auf klassische Theoriemodelle legitim, zumal sie die Chance der Neuinterpretation und Revision, also gleichsam um die Bearbeitung der (historischen) Differenz zur Vorlage und mithin der Selbstverortung, bieten. Jedoch bestand zumindest lange Zeit eine vorherrschende Praxis, klassische Modelle jenseits ihres Zeitkerns als „gültige“ Beschreibungsmodelle von Identität bzw. Identitätskonstitutionsprozessen zu sehen. Wir würden demgegenüber dafür plädieren, klassische Identitätstheorien zunächst einmal im Sinne Veiths als Ausdruck gesellschaftlicher Praxen der Selbstbeobachtung und Selbstthematisierung zu betrachten und sie in diesem Sinne „einzuklammern“. Löst man sie aus diesem Kontext, so läuft man Gefahr, ihre normativen Grundlagen als Hypothek zu übernehmen. \n\nGeht man noch einen Schritt weiter und verwendet solche Theorien lediglich aufgrund ihrer Erklärungsmacht dazu, ein dekontextualisiertes positives Wissen, ein pädagogisch oder politisch umsetzbares Handlungswissen über Individuen zu erzeugen, besteht eine potenzierte Gefahr normativer oder sogar sozialtechnologisch orientierter Theoriebildung – einer „großen (psychosozialen) Erzählung“ mit normierenden Folgen. Denn solche Erzählungen entfalten ihre gesellschaftliche Wirkung über das ihnen implizite Versprechen der Erreichbarkeit von Identität: Entwicklungsgeschichten sind Narrationen über das Gelingen oder Misslingen von Identität, und ihre impliziten Anthropologien legen die Bedingungen, die Kriterien oder Regeln dafür fest, was als Gelingen oder als Scheitern gelten kann. Auf diese Weise wird die Identitätstheorie selbst – über den Weg gesellschaftlicher Diskurse und (pädagogischer und anderer) Institutionen – ein wichtiger Faktor von Prozessen der Identitätskonstitution.\n
  • Bildungstheoretisch ergiebig sind unter den genannten nur solche Identitätskonzeptionen, die ein Subjekt mit einbeziehen - weder ist die juristische Personalität, noch die philosophische Frage der zeitlichen Gleichheit von Individuen, noch etwa die Frage nach der Identität Verstorbener sonderlich anschlussfähig. Gerade diese aus der Subjektperspektive argumentierenden Modelle sind jedoch empirisch nicht beobachtbar (sondern allenfalls rekonstruktiv erfassbar, wobei sowohl Vorstellungen einer Kohärenz und Kontinuität in einem strengen Sinne in qualitativ-empirischer Forschung kaum "nachweisbar" sein dürften. Eher würde man unterschiedliche Grade von Fragmentierung und Diskontinuitäten finden, die mit verschiedenen, heterogenen Strategien in einen Zusammenhang gebracht werden - oder auch nicht).\n
  • Wenn aber Identität in diesem Sinne empirisch nicht aufweisbar ist, so Klaus Mollenhauer, so kann es sie nur als Fiktion geben (1983, S. 158). Allerdings handelt es sich nicht um "bloße" Fiktion, sondern sozusagen um eine funktionale. Mollenhauer schreibt ihr zwei bildungstheoretisch bedeutsame Eigenschaften zu:\n\nErstens sei die Fiktion der Identität eine notwendige Bedingung des Bildungsprozesses, „denn nur durch sie bleibt er in Gang. Identität ist eine Fiktion, weil mein Verhältnis zu meinem Selbstbild in die Zukunft hinein offen, weil das Selbstbild ein riskanter Entwurf meiner Selbst ist“ (ebd.). Aus der Sicht des Individuums bezeichne Identität das Verhältnis zum eigenen Selbstbild und als solches etwas, an dem „Zweifel immer angebracht“ seien (ebd., S. 159). Solchermaßen ist Identität eine notwendige Fiktion, weil sie in Form ihrer Infragestellung – in Form von Identitätsproblemen – bildungswirksam ist. \n\nAls zweiten fiktionalen Aspekt an der Identität hebt Mollenhauer die Konstrukthaftigkeit von Identität als wissenschaftlichem Beobachtungsmodell hervor. Tatsächlich, so Mollenhauer, lasse sich das Selbstverhältnis von Kindern ja nicht unmittelbar beobachten; „es kann nur aus den Spuren, die es hinterläßt, erschlossen werden. Und die Regeln, denen wir dabei folgen, können wir nirgend andersher gewinnen, als aus uns selbst und den Analogien. Deshalb ist hier das Irrtumsrisiko außerordentlich groß“ (ebd., S. 160). Die Frage ist allerdings, ob sich tatsächlich „Irrtümer“, also wissenschaftliche Unfälle, in die Beobachtungen einschreiben, oder nicht vielmehr blinde Flecke mit systematischem Stellenwert: kulturelle Imaginationen über Entwicklung und Entfaltung, gesellschaftliche Diskurse, Ideologien und Weltsichten.\n\n
  • Annette Stroß (1991; 1992) hat dieser Argumentation noch einen wichtigen Aspekt hinzugefügt, indem sie Identität ebenfalls als fiktionale Kategorie ansieht, deren Relevanz allerdings nicht zuletzt aus ihrer Wirkungsmächtigkeit als (etwa pädagogische) Leitkategorie resultiert: Identität ist mithin nicht eine dem Individuum immanente, bildungswirksame Fiktion und nicht nur ein theoretisches Konstrukt akademischer Diskurse. Sie ist ein Konstrukt, das (erst) durch gesellschaftliche und pädagogische Praxen seine Relevanz für Individuen erhält. Identität wird aus solcher Perspektive als Zumutung erkennbar (Böhme 1996), als etwas an uns Herangetragenes, zu dem wir uns so oder so verhalten müssen (Treuhänder-Identität, Marquard 1979). Identitätsdiskurs und Identitätspolitik erweisen sich als untrennbar miteinander verflochten. Der (nunmehr erkannte) real wirkungsmächtige, jedoch fiktive Status der Identität und weiterer pädagogischer Begriffe müsste auf seine Konsequenzen hin untersucht werden (Analyse der Diskurse und pädagogischen Praxen um Identität).\n
  • Wie man sieht, stellt das Konzept der Identität nicht nur ein Erklärungsschema dar, also eine „neutrale“ Reflexionsgrundlage zur Analyse von Entwicklungsprozessen. Als kulturelle in Sozialisations-, Erziehungs- und Bildungsprozessen wirksame Leitidee erfährt das Individuum insofern Identität nicht (oder zumindest nicht nur) als eine irgendwie „innere“ Entwicklungsnotwendigkeit, sondern nicht zuletzt als Entwicklungs- oder Bildungsaufgabe. Die Ausblendung dieses konstruktiven Charakters bewirkt, dass Identitätsbegrifflichkeiten der theoretischen Ebene implizit normativ, und auf der praktischen bzw. identitätspolitischen Ebene normierend und normalisierend wirkt.\nDies lässt sich am Beispiel des Konzepts ausbalancierter Identität, das in den 1970 Jahren zu den avanciertesten Modellen gehörte, nachzeichnen. Den Kern des Balance-Modells bildet der Gedanke, dass das Individuum im Idealfall seine eigene (kognitive, emotionale etc.) Perspektive im sozialen Raum kommunikativ geltend macht. Die damit gegebenen Geltungsansprüche müssen argumentativ validiert werden, und dazu müssen sie universalen Charakter aufweisen (der "zwanglose Zwang des besseres Arguments"). Anders gesprochen: sie müssen sich "allgemein machen". Dieses Allgemein-machen geschieht in einem doppelten Prozess: Erstens wird die subjektive Perspektive auf intersubjektive Begriffe gebracht und dabei entsprechend zu etwas anderem, als sie vorher war. Zweitens wird das somit auf einen universalen Nenner gebrachte Eigene sozial anschlussfähig und somit potenzieller Gegenstand sozialer Anerkennung, also der externenen Validierung und Regulation, die das Individuum wiederum aus seiner Perspektive interpretiert und zu dem es sich wiederum im Interaktionsprozess verhält.\n\n\n
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  • \nMan könnte Theorien der Balance-Identität als Kompositmodelle bezeichnen, weil ihr hervorstechendes Charakteristikum die Integration von Theorien unterschiedlichster Provenienz und Ausrichtung in ein, wie man sagen könnte, sozial-anthropologisches Hybridmodell darstellt – das zugleich insgesamt als anthropologisches „Normalmodell“ fungiert. Das Individuum wird darin als 1. sozial-kommunikatives, 2. rational-kognitives und 3. emotional-voluntatives Gebilde verstanden. Die auf diese Weise analytisch sauber voneinander getrennten Bereiche lassen sich dann auf der Basis von Theorien getrennt behandeln, die in ihrem eigenen Bereich (allerdings nur dort) ausgesprochen mächtig sind. Für die soziale Komponente der Identität etwa rekurriert man auf George Herbert Mead und Erving Goffman; für den voluntativen Teil auf (Sigmund oder Anna) Freud und für den kognitiven Part auf die kognitive Entwicklungstheorie Jean Piagets und die moralkognitive Theorie Lawrence Kohlbergs. \n\nDiese Bezugstheorien wurden nun primär unter dem Blickwinkel ihrer emanzipatorischen Potentiale rezipiert und dabei, so der Bildungsphilosoph Alfred Schäfer, zu „moralisch aufgeladene[n] und daher anstrebenswerten[n] Prinzipien des Sich-Verhaltens“ umgeformt (Schäfer 1999, S. 109): „Aus der Rollendistanz, die Goffman als eine praktische Notwendigkeit jenseits einer Prinzipienreflexion einführte […], wurde sehr schnell die gesellschaftskritische Distanz des souveränen Individuums. Aus dem analytischen Modell der Rollenübernahme Meads wurde so die normativ gewendete Empathie des sozialen Subjekts romantischer Provenienz. Und aus der Differenz zwischen Erwartung und Interpretation, die als solche nicht aufhebbar scheint, wurde die Notwendigkeit der Ambiguitätstoleranz […].“ Entsprechend wurde aus dem zwischen den Triebansprüchen des ES und den Gesetzen der ÜBER-ICH eingekeilten, stets prekären ICH der Freudschen Psychoanalyse das prinzipiell zur Kompetenz entwickelbare starke, quasi emanzipationstaugliche ICH der Ich-Psychologie Anna Freuds.\n\nDie analytische Aufteilung der Bezugstheorien im Modell gestatten somit eine Regulation nicht nur innerhalb der nun als getrennt konzipierten Sphären, sondern auch der Bereiche untereinander. Diese lassen sich durch Gewichtung einer Komponente bestimmten Theorieinteressen anpassen (Habermas vs. Geulen).\n
  • 3. Identitätslogik vs. Differenzlogik\n\nKlassische Identitätsmodelle, von denen das Balance-Identität eines der Fortgeschrittensten und Differenziertesten darstellt, folgen, wie man sagen könnte, einer Identitätslogik. Sie zielen auf ein Feld familienähnlicher Vorstellungen wie Konstanz, Kontinuität, Kohärenz, Substrathaftigkeit (das allen Veränderungen Zugrundeliegende), Selbigkeit und Unverwechselbarkeit.\n\n
  • In der Geschichte der Erziehungswissenschaft sind Bildung und Identität lange Zeit konkurrente Begrifflichkeiten gewesen: im Rahmen der "realistischen Wende" (Roth) löste der Identitätsbegriff den als elitär und demokratietheoretisch nicht unbelastet empfundenen Bildungsbegriff faktisch ab; die Wiederentdeckung des BIldungsbegriffs Ende der 1980er Jahre wies den Identitätsbegriff in sozialisationstheoretische Schranken.\nDabei bestanden durchaus Strukturähnlichkeiten. Vielleicht konnte der Identitätsbegriff gerade deswegen beanspruchen, die als überkommen wahrgenommenen Bildungsbegriffe der geisteswissenschaftlichen Pädagogik zu ersetzen (oder zu beerben), weil er beanspruchen konnte, einige ihrer zentralen Versprechen in eine zeitgemäße Form zu bringen: \nBildung -> Identität:\nMenschwerdung -> Mündigkeit, Kommunikationskompetenz, Sozialkompetenz, Partizipationsfähigkeit\nVerschränkung von Individualität + Teilhabe am Allgemeinen -> Gesellschaftliche Integration durch Balance von Ich und Gesellschaft im Individuum\ngelingende Kultivierung -> gelingende Sozialisation (eines aktiv gedachten Subjekts in "Auseinandersetzung mit seiner sozialen, kulturellen und materiellen Umwelt")\n\nWas beide damals konkurrenten Modelle damit - bei aller Verschiedenheit - in formaler Hinsicht gemeinsam hatten, ist \na) Ein weltorientierter Entwicklungsgedanke (der als Grundlage dient)\nb) Ein dynamisches Gleichgewicht zwischen Einzelnem und Welt, an deren Herstellung das Individuum wesentlich beteiligt ist,\nc) Stabilität und zugleich Fortschritt der subjektiven und objektiven Verhältnisse (Kontinuitätsmodell).\n\nDas bürgerliche Programm der Aufklärung scheint, sei es in den frühen, noch nicht zum kanonisierten Distinktionsinstrument heruntergekommenen Bildungskonzepten oder in der antielitären Form der emanzipativen Identitätsmodelle, die Möglichkeit von Identität voraussetzen zu müssen (oder dies jedenfalls zu glauben). Kaum ein Zufall, dass die unterschiedlichen Identitätskritiken sämtlich zugleich Aufklärungskritiken sind.\n\nIch betone vor diesem Hintergrund deshalb das Gemeinsame, nämlich die dominante Identitätslogik sowohl des aufklärischen Bildungsgedankens als auch des emanzipativen Identitätsgedankens, weil m.E. beide Begriffe in seit den 1990er Jahren eine bis heute anhaltende differenztheoretische Wende durchlaufen haben, die sie zugleich in ein erheblich dynamischeres und fruchtbares Verhältnis zueinander setzt.\n
  • Wie sehr die Identitätskonzeptionen der 70er und der 80er Jahre - mit Auswirkungen bis heute - eigentlich bereits entwickelte differenztheoretische Gedanken ausblendeten, wird am Modell der Balance-Identität gut sichtbar.\n\nZunächst muss man sehen, dass auch identitätslogische Modelle vom Individuum - wie das Modell der Balanceidentität - Aspekte der Differenz nicht ignorieren (können). Im Gegenteil fungiert in ihnen Differenz als Movens einer Bewegung hin zur Identität; der Differenzgedanke wird jedoch letztlich unter den Einheitsgedanken subsumiert (in empirisch fragwürdiger Weise, wie Mollenhauer aufzeigte): Identität wird quasi als Identität von Differenzen verstanden.\n\nDas Balance-Identitätsmodell fokussiert beispielsweise - als kritisch-gesellschaftsorientiertes Theorieprojekt - primär auf (kommunikative, soziale, partizipative …) Kompetenzen: die Zielbestimmung ist dabei ein in gewisser Hinsicht "fertiges", mit allem Notwendigen ausgestattetes, reflexives, kritisches, ambiguitätstolerantes und insofern stabiles Individuum. \n\nDifferenzaspekte werden in dieser Subsumption unter Kohärenzaspekte erheblich geglättet: \n\n\n
  • Was etwa bei Freud noch als unstillbarer Triebanspruch, im Instanzenmodell als das Es einen wesentlichen Aspekt des Persönlichkeitsmodells ausmachte, wird nun zum bloßen Gegenstand kommunikativer, genauer: expressiver Sprechakte im Rahmen einer universalistischen Verständigungstheorie abgeflacht (vgl. Habermas 1983). Das Freudsche ICH, eingekeilt zwischen den ungezügelten Impulsen des ES, den rigiden Gesetzen der ÜBER-ICH und den Anforderungen der Außenwelt, weicht dem starken, entwickelbaren, kompetenten Ich der Ich-Psychologie Anna Freuds.\n\nWo bei Mead die Einheit des self unmittelbar von der Einheit des gesellschaflichen Ganzen abhängig war - mit der Folge, dass gesellschaftliche Widersprüche und Antagonismen aus Meadscher Sicht ein einheitliches self unmöglich machten, wurde diese bei Mead explizit de facto differente Figur als Norm gelesen, die sich jenseits aller Widersprüche über die Einheit des intersubjektiven sprachlichen Symbols und die synthetisierende Kraft eines entwickelten Ichs herstellen lasse.\n\nDie ausgreifende Kritik der älteren Frankfurter Schule an der Kategorie der Identität - von Horkheimer/Adorno in der Dialektik der Aufklärung auf das moderne Individuum bezogen, in Adornos Negativer Dialektik zu einer fundamentalen Erkenntniskritik ausgeweitet - spielt in den emanzipatorischen Modelle der neueren Frankfurter Schule praktisch keine Rolle. \n\nGleichfalls findet zunächst keine Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen differenztheoretischen Ansätzen der französischen Postmoderne, insbesondere Foucault und Derrida, statt; die spätere Diskussion zwischen Habermas und Foucault hinterlässt identitätstheoretisch keine Spuren in der Theorie des kommunikativen Handelns.\n\nSomit ergibt sich hierzulande die Situation, dass der Identitätsbegriff zumindest im wissenschaftlichen Mainstream bis in die 1980er Jahre keine tiefergehende differenztheoretische Weiterentwicklung erfuhr, so wie dies in der französischen Postmoderne und im angelsächsischen Raum in den Gender- und später den Postcolonial-Studies der Fall war.\n\nErst im Zuge der modernisierungstheoretischen Zeitdiagnosen der 80er und 90er Jahre (Beck; Giddens) wurde Identität zunehmend als paradoxales lebensweltliches Problem erkannt. Die Überlastung der Einzelnen in den enttraditionalisierten und unübersichtlichen Verhältnissen hochkomplexer Gesellschaften, so deren Diagnose, führe zu Fragmentierungen, als deren Gegenmittel narrative und andere Strategien der Wiederherstellung von Kohärenz und Kontinuität in den Mittelpunkt gestellt wurden. Identität wurde zu einer reaktiven Kategorie, die deutliche Spuren ihrer Bruchlinien aufweist: Bastelexistenzen (Hitzler/Honer) und Patchwork-Identitäten (Keupp). \n\nDie verloren gegangene Einheit der Identität wird dabei nicht unbedingt begrifflich-theoretisch ratifiziert, sondern eher empirisch festgestellt. Die Feststellung, dass Identität unter Bedingungen der Moderne nicht mehr konsistent herstellbar sei, ist jedenfalls etwas anderes als eine grundlagentheoretische Dekonstruktion von Identität selbst, wie sie "off-mainstream" (avant la lettre) von Nietzsche und Freud, explizit von Heidegger, Adorno, Derrida, Foucault, Butler und vielen anderen AutorInnen betrieben wurde.\n
  • 4. Bildung und Identität\n\nDieses paradigmatische Spannungsverhältnis zwischen identitäts- und differenzorientiertem Denken lässt sich nun auch in der neueren Bildungstheorie verfolgen; so etwa anhand des Themas der biographisch-narrativen Identität; der Identität also als reflexives Projekt unter Bedingungen in Modernisierungsdynamiken.\n\n
  • 4. Bildung und Identität\n\nDer moderne, formale Bildungsbegriff der Hamburger Biographieforschung um Rainer Kokemohr (zu dessen Schülern Winfried Marotzki und Hans-Christoph Koller zählen), beobachtet Bildung gerade in solchen Transformationsprozessen, in denen es Individuen gelingt, den überkomplexen objektiven Lebensverhältnissen komplexere (flexiblere, angemessenere, viablere) Wahrnehmungsmuster entgegenzusetzen. In biographischen Narrationen spielen Identitätsvorstellungen zwar immer noch eine Rolle - so etwa als Kohärenz der biographischen Erzählung -, jedoch werden diese immerhin stark verzeitlicht, prozessorientiert und vor allem als hochgradig individuell gedacht. Dennoch bleibt eine normative Identitätslogik bestehen, insofern Bildung im Gelingen der Transformationen der Welt- und Selbstwahrnehmung erkannt wird, also wiederum in einem, wenn auch individualisierten und risikotheoretisch gewendeten, Balance-Modell. \n\nErst Ende der 1990er Jahre legt Koller eine (ebenfalls vor dem Hintergrund der empirischen Biographieforschung begründete) Bildungstheorie vor, die im Anschluss an J-F Lyotard nicht mehr auf Kohärenz und Konsistenz, sondern auf subversive Differenzstrategien in der biographischen Erzählung schaut. Koller kritisiert einen - wenn nicht den - zentralen methodischen Grundsatz der "alten" Biographieforschung der 1980er Jahre, namentlich die Annahme eines repräsentativen Verhältnisses von (objektivem) Lebenlauf und (narrativ konstruierter) Biographie, die Fritz Schütze als "Erzählzwänge" bezeichnet hatte. Koller hingegen geht es nicht um den authentischen, wahren, unverschleierten Lebenslauf, sondern um ein zugleich wahrhaftiges und transformatives Verhältnis - um Strategien eines "anderen Erzählens", in dessen Zentrum die komplexen Differenzen stehen, die in der biographischen Narration durch rhetorische Figuren wie Metapher, Metonymie, Synekdoche, Ironie etc. werden. Damit liegt in der hier beobachteten (und theoretisierten) Erzählhaltung eine grundsätzliche Offenheit, die sich nicht auf die Fest-Stellung einer authentischen, "wahren" und am Lebenslauf "objektiv überprüfbaren" Identität verpflichten lässt, und die im Übrigen auch nicht der Identitäts-Zumutung einer vom Individuum herzustellenden Balance folgt. Dem subjektivierenden Machtaspekt des biographischen Sprechens in seinem Bekenntnischarakter (Hahn/Kapp 1987) wird damit eine narrative Öffnungsstrategie entgegengehalten, die entsprechend mit einer Form von Identität einhergeht, die ebenso unabgeschlossen ist.\n\nDas biographische Selbstverhältnis wird mithin auf der Basis offenerer Formen von Identität konzipiert, auf Formen der "Repräsentation im Zeichen des Analogen" (wie Koller im Anschluss an Ricoeur formuliert). Es geht dabei eher um Selbst-Analogien als um Verpflichtungen zur Selbst-Gleichheit; mithin um Formen von Identität, die im Zeichen des Tentativen, Subversiven, Experimentellen und Ästhetischen stehen.\n
  • Kollers biographietheoretischer Ansatz steht exemplarisch für die Art und Weise, in der differenztheoretische Modelle von Bildung und Identität fruchtbar aufeinander bezogen werden können. \nDie identitätstheoretischen Beiträge der letzten 10, 20 Jahre haben eine enorme, und durchaus heterogene Vielfalt an Phänomenen aufgezeigt und diskutiert, die durchweg aus bildungstheoretischer Sicht hochgradig relevant sind. Identität wird zur multiplen Chiffre der Thematisierung lebensweltlicher Differenzerfahrungen, die begrifflich zwar nicht auf einheitliche Prinzipien reduziert werden können, die jedoch untereinander Familienähnlichkeiten aufweisen. \n\n
  • Damit ist Identität de facto zu einem Begriff geworden, der es erlaubt, die Heterogenität lebendiger Erfahrung im Bezug auf die sie vollziehenden Individuen unter Bedingungen der globalisierten Moderne zu bündeln. Identität selbst ist dabei nicht mehr (fruchtbar) als begrifflich identisch, zu fassen, sondern auch begrifflich zu einem selbstähnlichen Phänomen geworden, so wie sie das Selbstverhältnis von Menschen eher als Kontagion mit sich denn als Kohärenz und Kontinuität fasst. Und vielleicht liegt gerade hierin ein Bildungsprogramm, das mein Kollege Jörg Zirfas wie folgt zum Ausdruck bringt: \n"Identität als Ähnlichkeit zu verstehen, heißt das Selbst als Metapher zu begreifen: Identität ist mehr ein Bild, denn ein Begriff. Im: 'Das sieht mir ähnlich' klingt auch das Ähnlichwerden, das Anähneln an. Traditionell verstanden als göttliche Anähnlichung, als imago dei, sollte der Mensch zu dem werden, was er immer schon war: Ebenbild Gottes. Modern ist man ein imago sui, ein individuelles Bild, dem man versucht, mehr oder weniger gerecht zu werden. Während Gleichheit streng über Ein- und Ausschlüsse geregelt wird, ist die Ähnlichkeit stärker an Anschlüssen und Zusammenhängen interessiert." (250)\n
  • \n

Identität vs. Bildung? Identität vs. Bildung? Presentation Transcript

  • Dr. Benjamin Jörissen http://joerissen.name benjamin@joerissen.name Identität vs. Bildung? Tagung des Promotionskollegs „Gestalten und Erkennen“ Bildungszentrum Wildbad-Kreuth, 13. Juli 2011 Vortragsskript unter:http://www.slideshare.net/joerissen/jrissen-identitt-vs-bildung
  • Identitätslogik vs. DifferenzlogikIdentität als Einheit Identität als DifferenzBildung als Ganzheit Bildung als Transformation
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  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Hermann Veith (2001): Bsp: Balance-Identität Das Selbstverständnis des modernen Menschen.Identitätslogik vs.Differenzlogik Theorien des vergesellschafteten Individuum im 20. Jahrhundert. Bildung und Identität - Frankfurt/M.: Campus. identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
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  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Klaus Mollenhauer (1983): Bsp: Balance-Identität Vergessene Zusammenhänge.Identitätslogik vs.Differenzlogik Über Kultur und Erziehung. Bildung und Identität - Weinheim: Juventa. identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Annette Stroß(1991): Bsp: Balance-Identität Ich-Identität.Identitätslogik vs.Differenzlogik Zwischen Fiktion und Konstruktion. Bildung und Identität - Berlin: Reimer. identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
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  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität „Balance-Identität“ Historizität Fiktionalität Bsp: Balance-Identität Jürgen Habermas (1968): Stichworte zur Theorie der Sozialisation. In: ders., Kultur und Kritik. Verstreute Aufsätze. Frankfurt/M.: Suhrkamp 21977Identitätslogik vs.Differenzlogik Lothar Krappmann (1969): Soziologische Dimensionen der Identität. Strukturelle Bildung und Identität - Bedingungen für die Teilnahme an Interaktionsprozessen. Stuttgart: Klett-Cotta 112010 identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en) Dieter Geulen (1977): Das vergesellschaftete Subjekt. Zur Grundlegung der Sozialisationstheorie. Frankfurt/M.: Suhrkamp 1977/1989Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen ,,Will der Einzelne dennoch Identität gegen den Unterschiede Erwartungsdruck aus den verschiedenenVerdeckte Interaktionssystemen behaupten, so muß er in der LageNormativität sein, deutlich zu machen, daß er je nach Interaktion Historizität verschieden auftreten kann und daß seine Identität Fiktionalität Bsp: Balance-Identität widersprüchliche, logisch oft nicht miteinander zu vereinbarende Elemente enthält. Diese Leistung, die dieIdentitätslogik vs. Struktur des Systems sozialer Beziehungen demDifferenzlogik Bildung und Identität - Individuum aufbürdet, bedeutet gleichzeitig die Chance, identitätslogisch mit Hilfe der Diskrepanz zwischen Anforderungen und Differenztheoretische Identitätskritik(en) Selbstinterpretationen die Einmaligkeit und Unwiederholbarkeit seiner Identität zu manifestieren."Bildung und Identität Krappmann 1969, S. 48 Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen Unterschiede ,,Die Mitwirkung in Interaktionen verlangt, daßVerdeckte Identität in dieser komplexen, innereNormativität Historizität Widersprüche tolerierenden Weise dargeboten Fiktionalität wird. Ein Individuum, daß seine eigene Bsp: Balance-Identität Perspektive nicht in Interaktionen einbringenIdentitätslogik vs. kann und sich nur an den Erwartungen derDifferenzlogik Bildung und Identität - anderen orientiert, fällt als Partner für seine identitätslogisch Differenztheoretische Gegenüber aus. [...] Das Individuum ist als Identitätskritik(en) Interaktionspartner [...] nicht attraktiv"Bildung und Identität Krappmann 1969, S. 57 Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Bsp: Balance-Identität sozial-kommunikativ rational-kognitivIdentitätslogik vs.Differenzlogik emotional-voluntativ Bildung und Identität - identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ [ ] Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Konstanz Fiktionalität Bsp: Balance-Identität Kontinuität KohärenzIdentitätslogik vs. SubstratDifferenzlogik Bildung und Identität - Selbstigkeit identitätslogisch Differenztheoretische Unverwechselbarkeit Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Bildung ✢ Identität Bsp: Balance-Identität Menschwerdung ✢ MündigkeitIdentitätslogik vs.Differenzlogik Individualität × Allgemeinheit ✢ Balance Bildung und Identität - identitätslogisch Kultivierung ✢ Sozialisation Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Bsp: Balance-Identität Identität vs.Identitätslogik vs.Differenzlogik Differenz Bildung und Identität - identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
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  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Identitätslogische vs. differenzlogische Bsp: Balance-Identität BildungsforschungIdentitätslogik vs.Differenzlogik Bildung und Identität - Bsp.: Biographieforschung identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Hans-Christoph Koller (1999): Bsp: Balance-Identität Bildung und Widerstreit.Identitätslogik vs.Differenzlogik Zur Struktur biographischer Prozesse in der (Post-) Moderne. Bildung und Identität - München: Fink. identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
  • „Problemwolke mitNebelbildung“ Fragen UnterschiedeVerdeckteNormativität Historizität Fiktionalität Bsp: Balance-Identität „Phänomenologien der Identität“Identitätslogik vs.Differenzlogik Bildung und Identität - identitätslogisch Differenztheoretische Identitätskritik(en)Bildung und Identität Bsp: Biographieforschung Phänemenologien der Idenitität
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  • Dr. Benjamin Jörissen http://joerissen.name benjamin@joerissen.nameVielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit!