Artikulation und "Gouvernementalität": Identität im Social Web
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×
 

Artikulation und "Gouvernementalität": Identität im Social Web

on

  • 1,545 views

Vortrag an der Evangelischen Akademie Arnoldshain im Rahmen der Veranstaltung “Projekt Ich – Jugendliche zwischen 
Autonomie und Selbstmanagement”. 
16. November 2011. ...

Vortrag an der Evangelischen Akademie Arnoldshain im Rahmen der Veranstaltung “Projekt Ich – Jugendliche zwischen 
Autonomie und Selbstmanagement”. 
16. November 2011.

"Einpassung" ist als vereinfachte Andeutung auf den Begriff der "Gouvernementalität" zu verstehen.

Statistics

Views

Total Views
1,545
Views on SlideShare
1,441
Embed Views
104

Actions

Likes
0
Downloads
10
Comments
0

3 Embeds 104

http://joerissen.name 52
http://learni.st 50
http://strukturale-medienbildung.de 2

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Adobe PDF

Usage Rights

CC Attribution-NonCommercial LicenseCC Attribution-NonCommercial License

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment
  • \n\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • 7 Jahre Arbeit, Kerncrew ca. 15, insgesamt 300 Freiwillige. Vertrieb: Internet (Creative Commons) und DVD.\n
  • ca. 700 Filmprojekte auf der Plattform\n
  • ca. 700 Filmprojekte auf der Plattform\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • „Jeden Tag werden in der fotocommunity mehr als 9.300 neue Fotos hochgeladen, ca. 60.000 Bildkritiken verfasst und 450 Hobbyfotografen zu neuen Mitgliedern.\nSeit Bestehen der fotocommunity wurden 170 Millionen Bildkritiken verfasst und 20 Millionen Fotos hochgeladen. Derzeit sind in der fotocommunity rund 1.000.000 Mitglieder angemeldet, jeden Monat werden über 200 Millionen Seiten abgerufen.“ (http://www.fotocommunity.net/presse/facts.html, 12.11.2011)\n
  • „Jeden Tag werden in der fotocommunity mehr als 9.300 neue Fotos hochgeladen, ca. 60.000 Bildkritiken verfasst und 450 Hobbyfotografen zu neuen Mitgliedern.\nSeit Bestehen der fotocommunity wurden 170 Millionen Bildkritiken verfasst und 20 Millionen Fotos hochgeladen. Derzeit sind in der fotocommunity rund 1.000.000 Mitglieder angemeldet, jeden Monat werden über 200 Millionen Seiten abgerufen.“ (http://www.fotocommunity.net/presse/facts.html, 12.11.2011)\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • 77.000 B/W-Gruppen. Seit Ende 2010: +7000 B/W-Gruppen, also ca. 20 neue Gruppen/Tag.\n
  • 77.000 B/W-Gruppen. Seit Ende 2010: +7000 B/W-Gruppen, also ca. 20 neue Gruppen/Tag.\n
  • 77.000 B/W-Gruppen. Seit Ende 2010: +7000 B/W-Gruppen, also ca. 20 neue Gruppen/Tag.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Klassisches Schema der Identität, etwa im Pragmatismus (G.H. Mead): die Bedeutung des Handelns (das als kommunikatives Handeln verstanden wird) ergibt sich aus der sozialen Anerkennung. „Wer“ ich bin, erfahre ich in der handelnden Auseinandersetzung mit anderen. „Identität“ ist nicht statisch, sondern ergibt sich jeweils (neu) aus diesem Prozess.\n
  • Artikulation als Modus (u.a.) der medialisierten Kommunikation.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Doppelnatur Produkt/Prozess\n Doppelte Positionierung (Selbst/sozial)\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Artikulation als Modus (u.a.) der medialisierten Kommunikation.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Wie bewerten?\n\nErster Reflex: Kritik der Massenmedien, Kritik der Oberflächlichkeit, der Kritik der Fixierung auf Schönheitsnormen etc.\n\nWeg des geringsten Widerstandes, Körper als Spektakel, Doing Gender, \n\nKalifornischer Körper- und Selbstverwirklichungskult\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Das Verborgene Sichtbarmachen – nicht das Produkt der plastischen Chiurgie ist primär, sondern der Prozess (OP) wird inszeniert.\n\nDieser Prozess ist ein Prozess der Transformation und der Transition.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Anonymer Beobachter. Die Kamera ist das Äquivalent des Beobachtungsraumes\n- Imaginäre Beziehung zum Beobachter → „Hypothesen“ über das, was angemessen ist (Regeln, das „Normale“)\n
  • Unterwerfung unter einen anonymen öffentlichen Blick ist die Voraussetzung zur Partizipation an medialen Kulturen (Compliance).\n\nBei Twitter gilt durch die asymmetrische Followerstruktur insbesondere dieses Moment der Sich-zu-sehen-Gebens. Dies ist zwar auch bei offenen Web-Publikationen der Fall; bei Twitter ist jedoch durch die gegebene Zahl eigener Follower garantiert, dass die eigenen Artikulationen von anderen gesehen werden. Man weiß also, dass eine Zahl X von Personen, die man selbst nicht beobachtet (im Fall einer entsprechenden Follower/Followee-Ratio), die eigenen Tweets lesen.\n\nMan exponiert sich mit jedem Tweet.\n\nDaher kann schon ein Ausbleiben von Rückmeldungen (Favs) als Ausdruck der Ablehnung gewertet werden (wenn also etwa bei 1000 Followern niemand einen bestimmten Tweet „favt“, von dem der Autor annahm, dass der originell war – nicht selten gibt es dann entsprechende Nachfragen oder sogar Beschwerden in Verbindung mit entsprechenden Aufforderungen).\n
  • Praktiken der Freiheit vs. Praxis der Befreiung\n\nMacht vs. Herrschaft\n\n„dass es Machtbeziehungen nur in dem Maße geben kann, in dem die Subjekte frei sind. .… Das heißt, dass es in Machtbeziehungen notwendigerweise Möglichkeiten des Widerstands gibt .…“ (Foucault 2005, 288).\n
  • Praktiken der Freiheit vs. Praxis der Befreiung\n\nMacht vs. Herrschaft\n\n„dass es Machtbeziehungen nur in dem Maße geben kann, in dem die Subjekte frei sind. .… Das heißt, dass es in Machtbeziehungen notwendigerweise Möglichkeiten des Widerstands gibt .…“ (Foucault 2005, 288).\n
  • Praktiken der Freiheit vs. Praxis der Befreiung\n\nMacht vs. Herrschaft\n\n„dass es Machtbeziehungen nur in dem Maße geben kann, in dem die Subjekte frei sind. .… Das heißt, dass es in Machtbeziehungen notwendigerweise Möglichkeiten des Widerstands gibt .…“ (Foucault 2005, 288).\n
  • \n
  • Orlan beherrscht die Situation: visuell, medial, ökononimisch, künslerisch im Gegensatz zu den Kandidaten der sog. „Schönheits-Shows“.\n\nIch möchte hingegen die Frage stellen, wie die panoptische Struktur im Hinblick auf Selbstinszenierungen, also (weitgehend) selbstkontrolierte Darstellungen der eigenen Person in den Neuen Medien funktioniert, wo also Bildungspotenziale auf dieser Ebene zu verorten wären.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Praktiken der Selbstsorge finden in einem Feld der Selbstführung statt.\n
  • Artikulation als Modus (u.a.) der medialisierten Kommunikation.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Praktiken der Selbstsorge finden in einem Feld der Selbstführung statt.\n
  • \n
  • \n
  • \n
  • Kultivierung von „Praktiken der Freiheit“: Subversion des Zugriffs auf Subjektivität, der ständigen „Anrufung“ der Person im Schnittfeld von Ökonomie und sozialer Norm:\nKultivierung einer Haltung einer kritischen Reflexion, die Reflexivität kritisch einbezieht: unter Aspekten der Diskurszwänge, der Subjektivationsmechanismen, des Ausschlusses von Körpern, des „Stellvertretens“ von Praktiken\nKultivierung einer Haltung einer kritischen Praxis(versus auf den Einzelnen beschränkte kognitive Medienkritik - und erst recht vs. Bewahrpädagogik)\n(Frage, inwiefern das vernetzte Subjekt als neue Form nicht auch „gouvernemental“ gedacht wird, nämlich wenn Netzwerke als soziales Kapital und Flexibilitätsressourcen betrachtet werden)\n-> Spiel mit den vorgegebenen Formen (subversives Handlungsspiel, a-normatives Wahrnehmungsspiel)\nBsp: cultural hacking\nBsp. Modding (ggf., wird auch wieder normierend kommerzialisiert)\nBsp. kommerziell nicht verwertbare, aber „netz-wertige“ kollaborative Formen von Kreativität\nBsp. tentative Grenzgänge, ästhetische Transgressionen\nBsp Hug/Friesen: Zwischen-Sinne\n\nProblem der „Vermittlung von Medienbildung“: Formale Bildungsinstitutionen sind selbst Institutionen der Gouvernementalisierung. Neue Medien sind möglicherweise weniger Gegenstand als Konkurrenz in puncto „Verfertigung nützlicher, sich marktförmig selbst führender Individuen“.\n
  • \n

Artikulation und "Gouvernementalität": Identität im Social Web Artikulation und "Gouvernementalität": Identität im Social Web Presentation Transcript

  • Dr. Benjamin Jörissen http://joerissen.name benjamin@joerissen.name Zwischen Artikulation und „Gouvernementalität“: Identität im Social Web “Projekt Ich – Jugendliche zwischen Autonomie und Selbstmanagement”.Evangelische Akademie Arnoldshain, 16. November 2011.
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung4. Konsequenzen für Medienbildung und pädagogische Praxis
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung4. Konsequenzen für Medienbildung und pädagogische Praxis
  • h"p://www.starwreck.com/faq.php
  • täglich: 9300  neue  Fotos60.000  neue  Bildkri9ken seit  2001: 20  Millionen  Fotos170  Millionen  Bildkri9ken
  • 51  Millionen  Mitglieder 6  Milliarden  Fotos
  • ©  Ethority      h"p://www.social-­‐media-­‐prisma.ethority.de
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung4. Konsequenzen für Medienbildung und pädagogische Praxis
  • Ich HandelnAnerkennung Identität
  • IchArtikulationAnerkennung Identität
  • „Wer  sich  ar+kuliert,  deutet  seine   qualita+ve  Erfahrung,  indem  er  sie  (...)   zur  Sprache,  zum  Bild,  zur  Musik  oder   wozu  auch  immer  bringt.“ Jung,  MaDhias  (2005):  „Making  us  explicit“:  Ar9kula9on  als  Organisa9onsprinzip  von  Erfahrung.  In:  SchleDe/Jung  (2005),  S.  126.
  • „…  Symbolmedien  haben  sich  von  der  […]   Bindung  an  das  Hier  und  Jetzt  der   Erfahrung  gelöst  und  werden  dafür  genutzt,   den  Sinn  den  Erlebten  durch  Bezug  auf   intersubjek+v  geltende  Systeme  der   Bedeutungsbes+mmung  zu  explizieren.“ Jung,  MaDhias  (2005):  „Making  us  explicit“:  Ar9kula9on  als  Organisa9onsprinzip  von  Erfahrung.  In:  SchleDe/Jung  (2005),  S.  126.
  • PRODUKTPROZESS
  • Ar-kula-onReflexion        Anerkennung
  • Ar9kula9on Im  Social  Web  sind  Ar+kula+onen  nicht  unbedingt  an  individuelle  Schöpfung   und  Krea+vität  gebunden.   Remix  Culture te  Krea +vität vernetz kollabora+ve  Wissensarbeit
  • Ar9kula9on Dies impliziert eine mögliche Transformation des Status von „Subjektivität“: Das „Subjekt“ erscheint in seinen Artikulationen vernetzt und hybridisiert.vernetzte  Praxen verteil tes  Wissen digitale  kollabora+ve  AutorschaS
  • Formen der Artikulation im Social Web• Klick-Aktionen • offene Beiträge – Freundschaftseinladungen – Text-, Audio- Bild-, – Weiterleitung Videobeiträge in Weblogs, Netzwerken u.a. – „Like“-Buttons, „Favsterne“ – Kommentare – etc. …• Standard-Elemente – Avatare, Profilbilder • Vernetzte Kollaborationen – Nicknames Film-, Foto-, Musik-, – Profilinformationen Musikproduktions-, – Hintergrundbilder Programmier-, ..., Wissens- – Gruppenmitglied- Communities und -Netzwerke schaften – etc. …
  • Netzwerk-Profile in der Jugendmedienkultur “By looking at others’ profiles, teens get a sense of what types of presentations are socially appropriate; others’ profiles provide critical cues about what to present on their own profile. … At a basic level, the choice of photos and the personalized answers to generic questions allow individuals to signal meaningful cues about themselves. “ Boyd,  Danah    (2007):  Why  Youth  (Heart)  Social  Network  Sites.  hNp://www.danah.org
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung Exkurs:4. Konsequenzen für Medienbildung und Selbstentblößung oder pädagogische Praxis „Selbstsorge“?
  • IchArtikulationAnerkennung Identität
  • Ich ArtikulationPraktiken der Selbstsorge Anerkennung Identität
  • „Die  Sorge  um  sich   im  Hyperrealen“ Mark  Poster Prof.  of  History Univ.  of  California  in  IrvineBild:  orlan.net Poster,  Mark  (2008):  Die  Sorge  um  sich  im  Hyperrealen.   In:  Paragrana  17  (2008)  1,  S.  201-­‐227.
  • Quelle:  mtv.comh"p://www.mtv.com/shows/i_want_a_famous_face-­‐2/series.jhtml
  • JenneDe Kate  Winslet h"p://www.mtv.com/onair/i_want_a_famous_face/meet_the_paGents/index.jhtml?
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • Quelle:  mtv.com
  • blinde  Unterwerfung  unter   Schönheitsnormen ? „Weg  des  Körper  wird  zum   geringsten   Spektakel   Widerstandes“ degradiert Doing  Gender Selbst  als  Kopie „Kalifornische  Ideologie“  einer   „Instant“-­‐Vervollkommnung
  • hNp://orlan.net
  • „Carnal  (Body)  Art“ Quelle:  orlan.net
  • Quelle:  orlan.net A  ques9on  of  mirrors  :  Sight  of  an  eye,  1993   G.E.U  Emergency  :  Camera  view  prior  to  anesthesia,  1979  Nineth  surgery-­‐performance:New  York    1993
  • „The  Reincarna-on  of  St.  Orlan“ „Die  Reinkarna-on  der  Hl.  Orlan“  –  Orlan  und  BoYcellis  „Venus“ Quelle:  Mark  Poster  (2008)
  • „Ihre  Opera9onen  waren  als  grenzüberschreitende  poli-sche  Statements  intendiert,  und  auch  als  Kunstwerke.  […]  ihre  Performances  sind  auch  Proteste  gegen  den  maskulinen  Blick  heterosexueller  Norma9vität  und  allgemeiner  die  Warenkultur  mit  ihren  repressiven  Zumutungen  für  alle  Geschlechter.“    (Poster  2008,  205) „Die  Reinkarna-on  der  Hl.  Orlan“  –  Orlan  und  BoYcellis  „Venus“ Quelle:  Mark  Poster  (2008)
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  ParisZwei  Erklärungsmodelle
  • Disziplinierung versus Selbstsorge
  • Disziplinierung versus Selbstsorge Modus: Modus: Normierende Ästhetik derSelbstkontrolle Existenz
  • Disziplinierung versus SelbstsorgeSelbstverhältnis Selbstverhältnisals Machteffekt aus Freiheit
  • Jeremy  Bentham  (1748-­‐1832)Jurist,  Philosoph,  Sozialreformer Foucault,  Michel  (1977):   Überwachen  und  Strafen.   Die  Geburt  des  Gefängnisses.  Frankfurt/M.:  Suhrkamp  (Abb.  17)
  • Das  Panop9con  ist  eine          architektonische  Maschine,  die  einen                          einsei-gen  Kontrollblick   installiert.
  • Das  Panop9con  ist  eine          architektonische  Maschine,  die  einen                          einsei-gen  Kontrollblick   installiert. ! ? ?
  • „Derjenige,  welcher  der  Sichtbarkeit  unterworfen  ist  [.…]  wird  zum  Prinzip  seiner  eigenen  Unterwerfung.“  (Foucault  1977,  260;  Herv.  B.J.)
  • Internalisierung  des  Disziplinarblicks: Selbstbeobachtung  →  Selbstreflexivität  →                                                      Selbstkontrolle  →  Selbstnormierung  →Selbstbeobachtung  →  ...
  • Wirkungsweise  der  Disziplinarmacht: „normend,  normierend,  normalisierend“                            (Foucault  1977,  236)
  • Wirkungsweise  der  Disziplinarmacht:„normend,  normierend,  normalisierend“(Foucault  1977,  236) Quelle:  mtv.com
  • Inver-ertes  Panop-kon:Sich  im  medialen  Raum  einer  nicht  sichtbaren,  also  nicht  kontrollierbaren  Öffentlichkeit  „zu  sehen  geben“. Quelle:  mtv.com
  • Logik  der  „Sorge  um  sich“ Michel  Foucault:   Analy9k  der  Macht.   Ff/M.:  Suhrkamp  2005
  • Logik  der  „Sorge  um  sich“ Macht  impliziert  Freiheit: „...  es  [kann]  Machtbeziehungen  nur   in  dem  Maße  geben  ...,  in  dem  die   Subjekte  frei  sind.  ...  Das  heißt,  dass   es  in  Machtbeziehungen   notwendigerweise  Möglichkeiten   des  Widerstands  gibt  …  .“   Michel  Foucault:  Analy-k  der  Macht.  Ff/M.:  Suhrkamp  2005,  S.  288.
  • Logik  der  „Sorge  um  sich“                                          Es  geht  um   Prak-ken  der  Freiheit   als  „Einwirkung  des  Subjekts  auf                    sich  selbst,                                    durch  die  man  versucht, sich  selbst  zu  bearbeiten,                    sich  selbst  zu  transformieren  ….“   Michel  Foucault:  Analy-k  der  Macht.  Ff/M.:  Suhrkamp  2005,  S.  275.
  • „Dies  ist  die  entscheidende  Wende  […]:  Indem  sie  sich  selbst  in  den  öffentlichen  Blick  einbringen  […],  bringen  sie  auch  den  Modus  der  Sorge  um  sich  direkt  in  die  medienvermi[elte  Situa+on  der  gegenwär+gen  Kultur.“  (Poster  2008,  224)
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  Paris2+1  Erklärungsmodelle
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  Paris „Gouvernementalität“(Mentalität  des  Regierens/Regiertwerdens)
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  Paris „Gouvernementalität“(Mentalität  der  Regierung  durch  Selbs,ührung)
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  Paris„Selbslührung“  als  krea-ve,  produk-ve   Einpassung  in  Marktlogiken
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung4. Konsequenzen für Medienbildung und pädagogische Praxis
  • IchArtikulationAnerkennung Identität
  • Ich ArtikulationPraktiken der Praktiken der Selbstsorge Selbstführung Anerkennung Identität
  • Ich ArtikulationPraktiken der Praktiken der Selbstsorge Selbstführung Ökonomien der Anerkennung Identität
  • Ökonomien der Anerkennung private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Neue Medien/Öffentlichkeiten private soziale öffentliche institutionelle Feld Räume Räume Räume Modus Kommunikation Präsentation Produktion „Münze“ Authentizität Originalität Leistung Beziehungs- Identitäts- „Preis“ Disziplin arbeit managementInklusions- Anerkennung/ Sichtbarkeit/ Status/ gewinn Netzwerke Partizipazion ZugangschancenExklusions- öffentliche Randständigkeit Optionsverlust verlust Nichtexistenz
  • Das Individuum als seine eigene „creative industry“ Produktion Produktion ver-von Individualität wertbarer Leistungen Produktion von Content
  • 1. Alleine oder vernetzt? Das Internet als Ort kollaborativer Artikulation2. Das Individuum im öffentlichen Blick3. Ökonomien der Anerkennung4. Konsequenzen für Medienbildung und pädagogische Praxis
  • Artikulationen im Social Web stehenin einem dreifachen Spannungsfeld:1. des Blicks einer unkontrollierten Öffentlichkeit (Artikulation als Gegenstand normierender Urteile)2. des bildsamen Selbstverhältnisses (Artikulation als Form der Selbstorge)3. der ökonomischen Verwertungslogik (Artikulation als „medial enteignetes“ Produkt: „Content“)
  • Michel  Foucault  (1926-­‐1984) Professor  für  „Geschichte  der   Denksysteme“  am Collège  de  France,  Paris„Wie  ist  es  möglich,  daß  man  nicht  derar-g,  im  Namen  dieser  Prinzipien  da,  zu  solchen  Zwecken   und  mit  solchen  Verfahren  regiert  wird  –   daß  man  nicht  so  und  nicht  dafür   und  nicht  von  denen  da  regiert  wird?“
  • Kultivierung von „Praktiken der Freiheit“ Haltung einer kritischen Reflexion, die zugleich Reflexivität kritisch einbeziehtHaltung einer kritischen Praxis,die Effekte der „Gouvernementalität“ unterläuft Kultivierung alternativer Perspektiven und ÄsthetikenSubversion der „Anrufung“von & des Zugriffs auf Subjektivität tentative Grenzgänge und spielerische Transgressionencultural hacking, exploratives modding
  • Dr. Benjamin Jörissen http://joerissen.name benjamin@joerissen.nameVielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! Folien dieser Präsentation und weitere Materialien: www.joerissen.namewww.strukturale-medienbildung.de