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Spezifische Wahrnehmungsleistungen: Bewegung, Raum, Größe und Tiefe
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Spezifische Wahrnehmungsleistungen: Bewegung, Raum, Größe und Tiefe

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Dieser Vortrag wurde im Begleitseminar zum Modul Allgemeine Psychologie 1 gehalten. Neben mir waren noch zwei Kommilitoninnen beteiligt. Mein Anteil des Vortrags war der mittlere zum Thema …

Dieser Vortrag wurde im Begleitseminar zum Modul Allgemeine Psychologie 1 gehalten. Neben mir waren noch zwei Kommilitoninnen beteiligt. Mein Anteil des Vortrags war der mittlere zum Thema Tiefenwahrnehmung.

Nach dem thematischen Abschnitt zur Bewegungswahnehmung, an dem ich nicht weiter beteiligt war, habe ich Tiefenwahrnehmung in ihren Grundzügen erklärt und nacheinander mehrere Arten von Tiefenreizen vorgestellt: okulomotorische (das Spüren der eigenen Augenmuskulatur), monokulare (mit einem Auge wahrnehmbare Reize wie Verdeckung, relative Größe) und binokulare (Tiefenwahrnehmung auf Basis von Querdisparität der Abbilder auf den Retinas). Mit einem kurzen Blick auf die neuronale Verarbeitung von Tiefenreizen habe ich meinen Teil des Vortrags beendet und mit dem Ames-Raum als Beispiel für Täuschungen der Tiefenwahrnehmung zum letzten Drittel übergeleitet, welches sich mit Größenwahrnehmung befasste.

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  • 1. Spezifische Wahrnehmungsleistungen: Bewegung, Raum, Größe und Tiefe Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Begleitseminar Allgemeine Psychologie 1 22. November 2010Foto von Magda Sobkowiak (via flickr)
  • 2. Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora KolmÜbersichtBewegungswahrnehmung Grundaussagen Ursachen und Mechanismen Physiologischer Erklärungsansatz VorerfahrungTiefen- und Raumwahrnehmung Okulomotorische Tiefenreize Monokulare Tiefenreize Binokulare Tiefenreize Tiefenwahrnehmung im Gehirn Täuschung der TiefenwahrnehmungGrößenwahrnehmung Einstieg – Ames-Raum Sehwinkel Größen-Distanz-Skalierung 2 / 50
  • 3. Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora KolmOrganisatorisches vorweg Diese Folien sind unter CC-BY-SA 3.0 freigegeben. Folien-Download und Feedback-Möglichkeit: http://www.julian-fietkau.de/wahrnehmungsleistungen3 / 50
  • 4. Bewegungswahrnehmung: Grundaussagen Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Funktion von Bewegungswahrnehmung Wahrnehmungsfokus liegt auf biologischen Bewegungen von Menschen und Tieren und diente der Überlebenssicherung Bewegungswahrnehmung ist unabhängig von der Qualität der Farb- und Tiefenwahrnehmung Bewegung hilft, die Genauigkeit der Wahrnehmung zu verbessern, führt zu Wahrnehmung einer organisierteren Struktur (z.B. kinetischer Tiefeneffekt) 4 / 50
  • 5. Bewegungswahrnehmung: Ursachen und Mechanismen Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Augenbewegungstypen Wir vollziehen Blicksprünge, sog. „Sakkaden“: 3 Mal/Sekunde für ca. 30-50 Millisekunden Das Auge ist nie bewegungslos, selbst in Ruhe (bei „Fixation“) werden „Mikrosakkaden“ vollzogen Weitere Augenbewegungstypen: Glatte Augenfolgebewegung optokinetische Augenbewegung vestibulo-okulärer Reflex 5 / 50
  • 6. Bewegungswahrnehmung: Ursachen und Mechanismen Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Reale Bewegung im Kontext des verhaltensbezogenen Ansatzes von J.J. Gibson Objekt bewegt sich durch das Gesichtsfeld des Betrachters Betrachter still −→ Bewegung erzeugt Abbild, das sich über Retina bewegt Nach J.J. Gibson: „lokale Bewegung im optischen Feld“ Hintergrund wird zu- und aufgedeckt Objekt bewegt sich durch den Raum Betrachter verfolgt es mit den Augen −→ da Fovea auf Objekt verweilt, bleibt Abbild auf Retina stationär Nach J.J. Gibson: „lokale Bewegung im optischen Feld“ durch Zu- und Aufdecken des Hintergrundes 6 / 50
  • 7. Bewegungswahrnehmung: Ursachen und Mechanismen Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Reale Bewegung im Kontext des verhaltensbezogenen Ansatzes von J.J. Gibson Objekt in der Umgebung stationär Betrachter bewegt sich −→ Abbild der Umwelt bewegt sich über Retina Nach J.J. Gibson: „globaler optischer Fluss“ 7 / 50
  • 8. Bewegungswahrnehmung: Ursachen und Mechanismen Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Ursachen und Mechanismen Scheinbewegung (stroboskopische Bewegung) http://www.michaelbach.de/ot/mot_sam/index-de.html induzierte Bewegung Regel des Verdecken/Aufdeckens Regel des kürzesten Weges Bewegungsnacheffekt Stimulus wird über 30-60 Sek. betrachtet, anschließende Betrachtung eines stationären Objektes führt zur Wahrnehmung von Bewegung in entgegengesetzte Richtung http://www.michaelbach.de/ot/mot_adaptSpiral/index-de.html 8 / 50
  • 9. Bewegungswahrnehmung: Physiologischer Erklärungsansatz Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Physiologischer Erklärungsansatz Reafferenzprinzip Aperturproblem MT Kortex 9 / 50
  • 10. Bewegungswahrnehmung: Physiologischer Erklärungsansatz Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Reafferenzprinzip Holst/Mittelstaedt 1950 Klärung des Zusammenhangs zwischen dem Feuern von Neuronen und der Wahrnehmung Bewegungswahrnehmung hängt von 3 Signalarten ab: motorisches Signal (Augenmuskel bei Bewegung) Efferenzkopie (Kopie des motorischen Stimulus) afferentes Signal (Stimulation von Rezeptoren durch sich über Retina bewegendes Abbild) Bewegung wird wahrgenommen, wenn im Komparator entweder Efferenzkopie oder afferentes Signal überwiegt 10 / 50
  • 11. Bewegungswahrnehmung: Physiologischer Erklärungsansatz Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Aperturproblem Apertur = Öffnung/Ausschnitt Problem tritt auf, wenn Beobachtung eines größeren Stimulus durch kleinen Ausschnitt irreführende Information über die Bewegungsrichtung des Stimulus liefert Apertur entspricht dem neuronalen rezeptiven Feld Aktivität einzelner Neuronen liefert unzureichende Information, in welche Richtung Bewegung erfolgt Visuelles System löst Problem durch Zusammenfassung von Infos mehrerer kortikaler Neuronen bzw. rezeptiver Felder Annahme: Signale werden in den mediotemporalen Kortex, in dem sich richtungssensitive Neuronen aufhalten, konvergiert 11 / 50
  • 12. Bewegungswahrnehmung: Physiologischer Erklärungsansatz Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm MT (mediotemporaler) Kortex „Modul“ für Bewegungswahrnehmung Bewegungsinformation ist für Ausführung von Augenbewegung zu bewegten Objekten zuständig In Säulen organisiert, Stimulation einer Säule aktiviert Gruppe von Neuronen Benachbart mit MST im oberen Bereich des temporalen Kortex, der besonders auf Bewegungsmuster reagiert, die sich bei optischem Fluss durch Eigenbewegung ergeben 12 / 50
  • 13. Bewegungswahrnehmung: Vorerfahrung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Vorerfahrung Biologische Bewegung Lichtpunktläufer- Stimulus (Johansson 1975) Erkennen der Form aus der Bewegung Antwort wird spezialisiertem Areal zu geordnet (STS – sulcus temporalis superior) der Signale sowohl aus ventralem als auch dorsalem Strom erhält 13 / 50
  • 14. Tiefen- und Raumwahrnehmung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Das Grundproblem Die Welt ist dreidimensional. Die Retina in unserem Auge ist jedoch flach, zweidimensional. Jedem Bild auf der Retina können also theoretisch beliebig viele verschiedene Reale Situationen zugrunde liegen. Trotz dieser Einschränkung ha- ben wir einen dreidimensiona- len Eindruck von der Welt. Das gelingt uns (von nicht- visuellen Wahrnehmungen ab- gesehen) dank der verschiede- basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) nen Tiefenreize. vgl. Goldstein Abb. 8.1 14 / 50
  • 15. Tiefen- und Raumwahrnehmung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Arten von Tiefenreizen 1 okulomotorische Tiefenreize „Spüren“ der Augenmuskeln und Augenposition 2 monokulare Tiefenreize Dinge, die mit einem Auge wahrgenommen werden (können) 3 binokulare Tiefenreize Reize, für deren Wahrnehmung beide Augen benötigt werden 15 / 50
  • 16. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Okulomotorische Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Okulomotorische Tiefenreize Wenn ein Objekt nahe vor unseren Augen liegt, dann spüren wir: die Konvergenz der Augen auf einen nahen Punkt die Akkomodation der Linse für den geringen Abstand basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. 8.2 16 / 50
  • 17. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Okulomotorische Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Okulomotorische Tiefenreize Selbstversuch: Die eigenen Augen spüren Halte deinen Zeigefinger am ausgestreckten Arm vor dich und fokussiere ihn. Bewege dann deinen Zeigefinger langsam auf deine Nase zu und halte ihn im Fokus. Achte dabei auf die zunehmende Muskelanspannung in deinen Augen. 17 / 50
  • 18. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Verdeckung Wenn Objekt A Objekt B teilweise verdeckt, dann liegt Objekt A vor Objekt B. Hinweis auf relative Entfernung der Objekte Foto von Pat Durkin (via flickr) 18 / 50
  • 19. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Relative Höhe Je näher ein Objekt am Horizont liegt, desto weiter ist es entfernt. Objekte im unteren Gesichtsfeld, Objekt A liegt weiter oben → Objekt A ist weiter entfernt. Objekte im oberen Gesichtsfeld, Objekt X liegt weiter unten → Objekt X ist weiter entfernt. Foto von Lynn deLearie (via flickr) 19 / 50
  • 20. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Relative Größe Je kleiner ein Objekt im Vergleich zu gleich großen Objekten ist, desto weiter ist es entfernt. Foto von Lynn deLearie (via flickr) 20 / 50
  • 21. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Perspektivische Konvergenz Parallele Linien, die scheinbar auf einen Fluchtpunkt zulaufen, führen in die Tiefe. Foto von Davide Restivo (via flickr) 21 / 50
  • 22. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Vertraute Größe Sehen wir ein Objekt, dessen Größe wir kennen, so können wir dadurch seine Tiefe abschätzen. Foto von Priwo (via Wikimedia Commons) 22 / 50
  • 23. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Atmosphärische Perspektive Sehr weit entfernte Objekte erscheinen verschwommen und bläulich. Foto von Forest Wander (via flickr) 23 / 50
  • 24. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Texturgradient Gleichförmig angeordnete Objekte erscheinen mit zunehmender Entfernung dichter gepackt. Foto von Ajay Panachickal (via flickr) 24 / 50
  • 25. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bildbezogene Tiefenreize: Schatten Schattenwurf erlaubt Schlüsse auf Objektanordnung vgl. Goldstein Abb. 8.7 25 / 50
  • 26. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bewegungsinduzierte Tiefenreize: Bewegungsparallaxe Wenn wir uns bewegen, scheinen nahe Objekte schneller an uns vorbei zu ziehen als ferne. basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) 26 / 50 vgl. Goldstein Abb. 8.8
  • 27. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bewegungsinduzierte Tiefenreize: Bewegungsparallaxe „Weiterhin wird Bewegungsparallaxe in großem Umfang eingesetzt, um in Trickfilmen und Videospielen den Eindruck räumlicher Tiefe zu erzeugen.“ (Goldstein, S.190) Super Mario Bros. (NES, 1985) http://www.youtube.com/watch?v=PsC0zIhWNww#t=0m06s vs. Shadow of the Beast (Amiga, 1989) http://www.youtube.com/watch?v=uiAUZe_kL_Y#t=11m40s 27 / 50
  • 28. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Bewegungsinduzierte Tiefenreize: Zu-/Aufdecken Wenn wir uns bewegen, verändert sich die Verdeckung von unterschiedlich weit entfernten Objekten. vgl. Goldstein Abb. 8.9 28 / 50
  • 29. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Monokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Übersicht: Monokulare Tiefenreize Tiefeninformation 0 – 2 Meter 2 – 20 Meter über 30 Meter Akkomodation und Konvergenz Bewegung Verdeckung relative Größe relative Höhe Atmosphärische Perspektive vgl. Goldstein Tab. 8.1 29 / 50
  • 30. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Binokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Querdisparität fokussiertes Die Bilder auf der Objekt Retina des linken Horopter und rechten Auges sind ein wenig verschieden. basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. ge - 8.12, 8.13, 8.14, 8.15 pon kr eu rres de ko ren zte die kte Querdisparität Pun 30 / 50
  • 31. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Binokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Stereopsis Die Wahrnehmung von Tiefe, die durch Querdisparität erzeugt wird, nennt man Stereopsis. Merke: Querdisparität = physikalisches Verhalten; Stereopsis = wahrgenommener Tiefeneindruck Foto von Fresswolf (via Wikimedia Commons) 31 / 50
  • 32. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Binokulare Tiefenreize Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Zufallsmusterstereogramme Reicht Querdisparität allein zur Erzeugung von Tiefenwirkung? Ja, Zufallsmusterstereogramme beweisen es. (Julesz, 1971) Grafik von Julio M. Otuyama (via Wikimedia Commons) Die Aufgabe, in einem stereoskopischen Bild zueinander „passende“ Punkte einander zuzuordnen, nennt man Korrespondenzproblem. Wie genau das passiert, gilt als ungeklärt. 32 / 50
  • 33. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Tiefenwahrnehmung im Gehirn Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Tiefenwahrnehmung und Neuronen Es gibt Neuronen, die bei (bestimmter) Tiefenwahrnehmung feuern. Das kann ein Neuron sein, das sowohl bei monokularen Tiefenreizen als auch bei Querdisparität feuert. Neuronen, die genau für Querdisparität empfindlich sind (auf einen bestimmten Winkel abgestimmt), gibt es allerdings auch. Diese Querdisparitätsneuronen sind anteilig für die Tiefenwahrnehmung verantwortlich. 33 / 50
  • 34. Tiefen- und Raumwahrnehmung: Täuschung der Tiefenwahrnehmung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Ein Beispiel für Täuschung: Der Ames-Raum basierend auf einem Werk von MKFI (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. 8.40, 8.41 34 / 50
  • 35. Größenwahrnehmung: Einstieg – Ames-Raum Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Ames-Raum Erklärungsmöglichkeiten für die falsche Größeneinschätzung im Ames’schen Raum: 1 relative Größeneinschätzung 2 kleinerer Sehwinkel einer Person in der linken Ecke Zu (2): Sehwinkel entspricht Winkel eines Objekts in Relation zum Auge des Betrachters, abhängig von Größe des Stimulus und Entfernung zum Betrachter 35 / 50
  • 36. Größenwahrnehmung: Sehwinkel Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. 8.25 36 / 50
  • 37. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Größen-Distanz-Skalierung G(W ) = K · G(R) · D G(W ) = wahrgenommene Größe des Stimulus K = Konstante G(R) = Größe des retinalen Abbildes des Stimulus D = wahrgenommene Distanz des Stimulus 37 / 50
  • 38. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Größen-Distanz-Skalierung erklärt Größenkonstanz Größenkonstanz bezeichnet die Tendenz die Größe von Objekten relativ konstant wahr zu nehmen, unabhängig von ihrer Entfernung (und damit ihrem Sehwinkel) −→ gute Tiefenwahrnehmung ist Voraussetzung für korrekte Größenwahrnehmung! 38 / 50
  • 39. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Fehlen von Tiefenreizen Fehlen Tiefenreize für Entfernungseinschätzung, wird die Größe von Objekten falsch eingeschätzt (vgl. Experiment von Holway und Boring). Bei fehlenden Tiefenreizen orientiert sich die Größeneinschätzung an der Größe des retinalen Abbildes. 39 / 50
  • 40. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Größe der Vergleichsscheibe (cm) 75 1 physikalische Größe F 2 50 N 3 25 4 Sehwinkel 0 0 15 30 Entfernung der Testscheibe (m) vgl. Goldstein Abb. 8.28 40 / 50
  • 41. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm basierend auf einem Werk von Talos (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. 8.31 41 / 50
  • 42. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Emmert’sches Gesetz Bei Adaption der Retina bleibt adaptierter Bereich der Retina gleich groß, unabhängig davon, wie weit das Nachbild entfernt zu sein scheint −→ bei größerer Entfernung des Nachbildes wirkt dieses größer. (Erklärung: G(W ) = K · G(R) · D) 42 / 50
  • 43. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Weitere Informationen für Größeneinschätzung relative Größe (Vergleich mit vertrauten Objekten) Beziehung zwischen Objekt und Texturinformation des Bodens (Abb. 8.33) 43 / 50
  • 44. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm basierend auf einem Werk von Fibonacci (via Wikimedia Commons) vgl. Goldstein Abb. 8.34 44 / 50
  • 45. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Müller-Lyer-Täuschung 2 Erklärungsmöglichkeiten: 1. Fälschlich angewandte Größen-Distanz-Skalierung (Vgl. Abb. 8.35) 45 / 50
  • 46. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm vgl. Goldstein Abb. 8.36 46 / 50
  • 47. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Müller-Lyer-Täuschung 2. Theorie der Wahrnehmungskompromisse nach R. H. Day Wahrnehmung von Linien hängt von 2 Hinweisreizen ab: tatsächliche Länge der Linien Gesamtlänge der Konfiguration 47 / 50
  • 48. Größenwahrnehmung: Größen-Distanz-Skalierung Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Mondtäuschung: Erklärungsmöglichkeiten wahrgenommene Entfernung des Mondes (Abb. 8.43) Sehwinkelgrößenvergleiche atmosphärische Effekte Farbeffekte okulometrische Faktoren −→ Vielzahl von Ursachen für Mondtäuschung (und evtl. auch für andere Täuschungen) verantwortlich 48 / 50
  • 49. Gruppenarbeit Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Gruppenarbeit Das war der Vortragsteil. Bitte bildet nun drei Gruppen. 49 / 50
  • 50. Gruppenarbeit Carolin Eichner, Julian Fietkau, Nora Kolm Aufgaben für die Gruppen 1 Wieso ist eine gute Tiefenwahrnehmung Voraussetzung für die richtige Größeneinschätzung? 2 Wann wird das Prinzip der Größenkonstanz gestört? 3 Welche Erklärung für die Müller-Lyer-Täuschung haltet ihr für plausibler? Die fälschlich angewandte Größen-Distanz-Skalierung oder die Theorie der Wahrnehmungskompromisse? Warum? 50 / 50

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