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Bente Knoll: Vermittlung von „gender“
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Bente Knoll: Vermittlung von „gender“

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Vermittlung von „gender“ im ingenieurwissenschaftlich-technischen Feld ...

Vermittlung von „gender“ im ingenieurwissenschaftlich-technischen Feld
Feministische Wissenschaften und Genderforschung gehen ganz allgemein gesehen davon aus, dass es keine so genannten geschlechterneutralen Bereiche gibt. Geschlecht/er und auch Geschlechterverhältnisse sind keine „natürlichen“ Gegebenheiten oder biologischen Determinierungen, sondern sie sind vielmehr als soziale Konstrukte und konstruierte Kategorien zu verstehen. Gender ist in die kognitiven, sozialen und technischen Strukturen der Gesellschaft eingeschrieben und beeinflusst damit wissenschaftliche Denkansätze und Methoden wie auch das konkrete Handeln.

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Bente Knoll: Vermittlung von „gender“ Bente Knoll: Vermittlung von „gender“ Presentation Transcript

  • KNOLL & SZALAI OEG Technisches Büro für Landschaftsplanung und Unternehmensberatung Zieglergasse 28, A-1070 Wien FON/FAX ++43 1 990 89 96 E-MAIL [email_address] WEB www.knollszalai.at
  • Mein Hintergrund
    • Landschaftsplanerin und Verkehrsplanerin
    • Seit 2004: Knoll & Szalai oeg www.knollszalai.at
    • Technisches Büro für Landschaftsplanung und Unternehmensberatung
    • Seit 2001: Lehraufträge an verschiedenen Universitäten in Österreich
    • Mitherausgeberin von „Koryphäe. Medium für feministische Naturwissenschaft und Technik“ www.koryphaee.at
  • Vortrag heute
    • Vermittlung von ‚gender’ im ingenieurwissenschaftlich-technischen Feld
    • Ausgangslage
    • Zahlen, Daten und Fakten
    • Ein Praxisbeispiel: Anwendung einer „gendersensiblen Methode der Erwachsenenbildung“: Erfahrungen
    • Grundsätzliche Überlegungen zur Genderkompetenz in den Ingenieurwissenschaften
  • Ausgangslage
    • „ sex“: biologisch definierte Aspekte des Geschlechts
    • „ gender“: sozial, kulturell, ökonomisch und politisch definierte Aspekte des Geschlechts
    • Gender in vielen Bereichen des Lebens relevant
  • Gender im technischen Feld / 1
    • Frauen erkämpften sich das Recht auf Hochschulbildung
    • Verordnung vom 7. April 1919 wonach die „Inskription weiblicher Hörer an den technischen Hochschulen und der Hochschule für Bodenkultur gestattet wurde“
  • Gender im technischen Feld / 2
    • Auch heute noch zahlenmäßiges Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern in den naturwissenschaftlichen und technischen Studienrichtungen
    • Nicht einmal 5% der Studienanfängerinnen wählen eine technische Studienrichtung
  • StudentInnen an der TU Wien / 1
  • StudentInnen an der TU Wien / 2
  • AbsolventInnen der TU Wien / 1
  • AbsolventInnen der TU Wien / 2
  • Quanitative Analysen
    • Bedeutung von Gender für AkteurInnen aus dem technisch-ingenieurwissenschaftlichen Feld meist über Zahlen, Daten, Fakten – also über quantitative Analysen – gut vermittelbar
    • Wichtig: neben Geschlecht auch andere gesellschaftsbildende Kategorien thematisieren um bestehende Geschlechterstereotype nicht zu verfestigen
  • Maturaformen Elektrotechniker
  • Maturaformen Elektrotechnikerinnen
  • … qualitative Aspekte
    • Quantitative Verhältnisse sind Folge von qualitativen Aspekten
    • Technik ist nicht geschlechtsneutral, sondern ihre Nutzung ist eingelassen in ein gesellschaftliches System historisch gewachsener, geschlechterspezifischer Zuschreibungen und Klischeevorstellungen in Bezug auf Technikkompetenz
    • AkteurInnen handeln im Alltag nach (Teil-)Theorien, die sie im Laufe ihres Lebens aufgebaut haben
  • AkteurInnen / Studierende
    • Die absolute Mehrheit der Studierenden der TU Wien absolvieren bislang ihr Studium ohne jemals explizit mit geschlechtsspezifischen Fragestellungen konfrontiert worden zu sein.
    • In den meisten technischen und naturwissenschaftlichen Fachdisziplinen fehlt die Gender-Dimension vollständig.
  • Andere Methoden der Vermittlung
    • Gendersensible Methoden der Erwachsenenbildung
    • bearbeiten Fragen nach eigenen Einstellungen / Annahmen
    • können zur (eigenen) Genderkompetenz beitragen
    •  Praxisbeispiel
  • „ Die wollen das!“ / 1
    • „ Eine Gruppe von Eltern organisieren eine Krankenhausbesichtigung für zwanzig Kinder: zehn Jungen und zehn Mädchen. Am Ende der Besichtigung schenkten Angestellte des Krankenhauses jedem Kind eine Mütze: Doktormützen für die Jungen, Schwesternhäubchen für die Mädchen. Aufgebracht über diese Art von Sexismus, gingen die Eltern zur Krankenhausverwaltung. Sie bekamen zugesagt, dass in Zukunft anderes verfahren werden sollte. …
  • „ Die wollen das!“ / 2
    • … Im Jahr darauf wurde eine ähnliche Besichtigung arrangiert, und am Ende kamen die Eltern, um ihre Kinder abzuholen. Doch was mussten sie sehen? Genau dasselbe Bild – alle Jungen hatten Doktormützen auf, alle Mädchen Schwesternhäubchen. Schnaubend vor Wut stürmten sie das Büro des Direktors und verlangten eine Erklärung. Doch der Direktor erklärte ihnen sanft: „Aber wir haben es dieses Jahr ganz anders gemacht. Wir haben allen angeboten, sich die Mütze auszusuchen, die sie wollten.“
  • Arbeitsauftrag
    • Überlege: Welche Möglichkeiten haben der Direktor/die Eltern/die Kinder?
    • Notiere die Antworten auf verschiedenfarbige Kärtchen
  • Handlungsmöglichkeiten des Direktors
    • Geschenkverteilung
    • Mützenwahl
    • Geschenkwahl generell
    • Sprache
    • Organisation der Führung
    • An andere
    • An sich
  • Handlungsmöglichkeiten der Eltern
    • An sich / Kommunikation mit Kindern
    • Erziehung
    • Die anderen
    • Eigene Vorbildwirkung
    • Besuch vor- und nachbereiten
    • Mützenwahl
    • Besuchswahl
    • An Krankenhaus
    • An LehrerInnen
  • Handlungsmöglichkeiten der Kinder
    • Generell: „Einflussfaktoren“
    • An sich / Mützenwahl
    • An sich / generell
  • Genderkompetenz als Voraussetzung / 1
    • Wissen um gesellschaftliche Konstruktionen von Ungleichheitsverhältnissen in Bezug auf die Kategorien Geschlecht, Herkunft, Alter, Behinderung, Religion, sexuelle Orientierung, ... (Fakten, Zahlen, Studien, …)
    • Erkennen von Diskriminierungsstrukturen und welche Rolle die eigenen Werte, Normen und Einstellungen dabei spielen
    • Eigene Geschlechterkonstruktionen bzw. eigene und gesellschaftliche Alltagstheorien zum eigenen Fachgebiet sollten reflektiert werde, um „gender“ als Kategorie in der eigene Arbeit adäquat zu thematisieren
    • Analyse der eigenen (ingenieurwissenschaftlichen) Arbeit (Methoden, Praxis, Wissenstransfer) aus Genderperspektiven
    Genderkompetenz als Voraussetzung / 2
  • Fazit
    • Vermittlung von „gender“ im ingenieurwissenschaftlich-technischen Feld
    • mit Zahlen, Daten und Fakten
    • mit gendersensiblen Methoden der Erwachsenen-bildung
    • Kritische (Selbst-) Reflexion / Reflexion des (eigenen) Fachs, Methoden, Arbeitsweisen etc.
    • Zeit – Geduld – Engagement – Verbündete – Ressourcen
    • Danke für Ihre Aufmerksamkeit!