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Museumsinfoblatt     Verbund Oberösterreichischer Museen                                                       02|03 | 201...
Editorial  Sehr geehrte Museumsverantwortliche,  liebe Kolleginnen und Kollegen!  D            ieses Mal erscheint die Som...
Aus dem InhaltEröffnung des neuen Museumsstadels                       04Neugestaltung des Strindbergmuseums              ...
Eröffnung des neuen Museumsstadelsim Osternacher Bauernmuseum ReinthalerI    nnerhalb einer Bauzeit von eineinhalb Jahren ...
Neugestaltung des Strindbergmuseumsoder Strindberg reloadedD           er 100. Todestag des bedeutenden schwe-          De...
Diese Bilder gelten als Zeugnisse moderner Kunst und sind u. a. in einigen Nationalmuseen (Stockholm, Paris)ausgestellt. D...
400 Jahre alte Mühle als KulturzentrumDie Sturmmühle in SaxenN           eben dem Klambach, der die natürliche            ...
Raum für Schriftsteller und JournalistenIn dem gemütlichen Literaturkabinett eine Etage höher haben Schriftsteller, Autore...
Neueröffnung des Zahnmuseums Linzim Alten RathausD          er Zweck des Zahnmuseums Linz ist das             Zahnmuseums ...
die Transparenz dieser „Mundhöhlen“ wird das Kontinuierliche in all der technischen Progressivität darge-stellt, gleichzei...
Erhebung von historischen Musikalienin den Regionalmuseen OberösterreichsD          as Anton Bruckner Institut Linz (ABIL)...
Die Mineraliensammlung Götzendorferin der Abteilung Geowissenschaften der OÖ. LandesmuseenD          ie Geschichte der geo...
Auch in diesem Land gibt es eine unglaubliche Fülle an farbschönen, gut kristallisierten Mineralen aus Pegma-titen und Vul...
Kunst/Gut bewahrenDie Fortbildung Kirchenpflege der Diözese LinzD           ie größte „Kunstsammlung“ Oberöster-          ...
forderungen gewachsen zu sein, bietet das Kunstreferat der Diözese Linz dieFortbildung Kirchenpflege.In vier Wochenendmodu...
Mit einer feierlichen Zertifikatsverleihung, die zugleich als Jahrestreffen der Kirchepflegerinnen und –pflegereine Möglic...
Wanderausstellung                     verbindet Pramtaler und Rottaler MuseenD          er Verein Pramtal Museumsstraße wu...
Jedes Museum ist anders: wandelbare Vitrinen                       Ausstellung derzeit von 8. August bis 6. SeptemberUm de...
Von 9. September bis 10. Oktober 2012 bleibt die Schau im Pramtal: im Bräustüberlmuseum in Raab. Im Okto-ber schließlich i...
Museen in der DreiländerregionNeuer Museumsführer erschienenD           ie Initiative, für diesen länderübergreifenden Mus...
Aus– und Weiterbildung neuAusbildungslehrgänge Museumskustode/-in und HeimatforschungA          lle, die im Museumsbereich...
Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in                                                                    Lehrgangsleitung...
Exkursion in die Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes, WienSamstag, 17. Mai 2013, ganztägigModul im Rahmen der For...
WahlmoduleAus den neu angebotenen Modulen müssen zwei nach freier Wahl absolviert werden.Der Umgang mit dem ObjektFreitag,...
QualifizierungsseminarMuseum und TourismusM           useen sind immer mehr gefordert, unter dem Schlagwort Besucherorient...
Veranstaltungsorte: Johannes Kepler Universität Linz und verschiedene Museen in OberösterreichGesamtkosten für das Seminar...
Die Anzenaumühle                                Der älteste Gewerbehof ÖsterreichsA          ls ich vor mehr als zwölf Jah...
Vermutlich war zwar der Betrieb ertragreich, aber die Lage an einer Stra-ßenbiegung mit den erschwerten Manipulationsbedin...
Man betritt das Erdgeschoß über eine Laube (Vorhäusl) mit Ecksitzbank undTisch und kommt in das Vorhaus, von dem man aus l...
Im Untergeschoß liegt die Mahlstube, erreichbar über die Innentreppe, aber auchvon außen über eine steinerne Stiege und ei...
Museumsinfoblatt 02/03 2012
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  1. 1. Museumsinfoblatt Verbund Oberösterreichischer Museen 02|03 | 2012Modellillustration: Kascha Beyer (Foto: Jan Bölsche) www.kascha-beyer.com Museumsneugestaltungen in Oberösterreich Neue Weiterbildungsangebote | Kunst/Gut bewahren Museum und Internet | Sonderausstellungen 2012
  2. 2. Editorial Sehr geehrte Museumsverantwortliche, liebe Kolleginnen und Kollegen! D ieses Mal erscheint die Sommerausgabe des Museumsinfoblatts als Doppelnummer, können wir doch über eine ganze Reihe an Neuigkeiten aus der oberösterreichischen Museumslandschaft berichten. Eröffnet wurde der neue Museumsstadel beim Bauernmuseum Reinthaler in Osternach, das Zahnmuseum Linz lädt Besucherinnen und Besucher in neuem Kleid ein und anlässlich des 100. Todestages von August Strindberg wurde in Saxen das Strindbergmuseum behutsam neu gestaltet. Ebenfalls in Saxen öffnet eine 400 Jahre alte Mühle als Kulturzentrum ihre Pforten. In Zukunft soll eine vermehrte Zusammenarbeit zwischen dem Verbund Oberösterreichischer Museen und dem Kunstreferat der Diözese Linz ent- stehen. Der neue Kooperationspartner stellt sich und seine Aktivitäten im vorliegenden Museumsinfoblatt vor. Die Ausbildungsschienen für Museumsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter wurden inhaltlich weiterentwickelt. Detaillierte Informationen zu diesen Kursformaten erhalten Sie ebenfalls in dieser Ausgabe. Weiters finden Sie im aktuellen Museumsinfoblatt eine Nachlese zur MAI- Tagung, die heuer in Leipzig stattgefunden hat. Eine Nachlese zu einigen Beiträgen dieser Tagung, die Anregungen zur Integration neuer Medien in die Museumsarbeit geben, erwartet Sie auf den folgenden Seiten. Im Bereich der Forschung stellen wir das Projekt zur Erfassung historischer Notenmaterialien in den musealen Sammlungen Oberösterreichs vor, das wir vom Verbund Oberösterreichischer Museen gerne unterstützen. Und neben einer Präsentation des neuen Drei-Länder-Museumsführers, der eben erschienen ist, finden Sie schließlich Tipps für sommerliche Ausstel- lungsbesuche zwischen Braunau und Hirschbach. Wir wünschen Ihnen einen erholsamen Sommer und eine anregende Lektü- re mit der aktuellen Ausgabe des Museumsinfoblatts. Ihr Team des Verbundes Oberösterreichischer MuseenImpressumHerausgeber: Verbund Oberösterreichischer MuseenZVR: 115130337Redaktionsteam: Mag. Christian Hemmers | Mag.a Elisabeth Kreuzwieser |Mag. Dr. Klaus LandaWelser Straße 20, A-4060 LeondingTel.: +43 (0)732/68 26 16E-Mail: info@ooemuseumsverbund.athttp://www.ooemuseumsverbund.athttp://www.ooegeschichte.atDas Museumsinfoblatt ist keine Druckschrift im Sinne des Gesetzes und ergeht an einenim Titel genannten Personenkreis.Titelfoto: Modellillustration: Kascha Beyer (Foto: Jan Bölsche) www.kascha-beyer.comrechte Spalte, mittleres Bild: Aloys Wach (1892—1940): Ohne Titel (Foto: Gunther Bock,Frankfurt am Main) 2
  3. 3. Aus dem InhaltEröffnung des neuen Museumsstadels 04Neugestaltung des Strindbergmuseums 05400 Jahre alte Mühle als Kulturzentrum 07Neueröffnung des Zahnmuseums Linz 09Erhebung von historischen Musikalien 11Die Mineraliensammlung Götzendorfer 12Kunst/Gut bewahren 14Pramtal Museumsstraße: WanderausstellungMei liabstes Stück 17insmuseum.com 19Museen in der Dreiländerregion 20Aus– und Weiterbildung neu 21Qualifizierungsseminar Museum und Tourismus 25Kultur-Ferialjobs 26Verband OÖ. Freilichtmuseen: Die Anzenaumühle 27Über den Tellerrand geblickt 32Museumsshop auf der Website www.ooemueumsverbund.at 35Tagungen und Veranstaltungen 36Tag der OÖ. Regional– und Heimatforschung 3720 Jahre Bauernmöbelmuseum Hirschbach 38Von Napoleon bis heute 39Vorankündigung Ausstellungsrundgang Folter — Schande —Hinrichtung im forum oö geschichte 42Adel, Burg und Herrschaft 43Ballett der Steine 44Neue Highlights im Welterbemuseum Hallstatt 46Oberösterreichische Volkskulturpreise 2012 47Schulpädagogisches Programm 48Kurz notiert. Neuigkeiten aus Oberösterreichs Museen 49 3
  4. 4. Eröffnung des neuen Museumsstadelsim Osternacher Bauernmuseum ReinthalerI nnerhalb einer Bauzeit von eineinhalb Jahren wurde der vormals lediglich als Depot genutzte Stadel des Osternacher Bauernmuseums Reinthaler in Ort im Innkreis renoviert und umgestaltet. Am 28. April 2012 feierte der Museumsverein mit zahlreichen Besucherinnen und Besuchern und Ehrengästen, allen voran Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer, die Eröffnung.Das Konzept für das schon in die Jahre gekommene Gebäude wurde noch gemeinsam mit Thomas Jerger vomVerbund Oberösterreichischer Museen erstellt und das Resultat kann sich sehen lassen: Es entstand eine helleansprechende Ausstellungsfläche mit Kojen, die den unterschiedlichen Handwerkszweigen gewidmet sind.Zudem sind Exponate rund um die Entstehung der Antriebskraft Teil der neuen Dauerausstellung.Dem Museumsverein, der heuer auch sein 25-jähriges Bestehen feiert, ist es ein Anliegen, das ihm anvertrau-te Kulturgut nachhaltig für künftige Generationen zu sichern. Mit den aktuellen Renovierungsmaßnahmen desStadls und der Neugestaltung der Räumlichkeiten konnte ein großer Schritt in diese Richtung gesetzt werden.Das Osternacher Bauernmuseum Reinthaler mit dem neuen Museumsstadl kann von Mai bis Oktober jedenSamstag und Sonntag besichtigt werden. |Susanne Jansko, Bauernmuseum Reinthaler Osternach Kustodin Theresia Gottfried führt Landeshauptmann Dr. Josef Pühringer durch den neuen Museumsstadel. Fotos: Bauernmuseum Reinthaler Blick in den neuen Museumsstadel 4
  5. 5. Neugestaltung des Strindbergmuseumsoder Strindberg reloadedD er 100. Todestag des bedeutenden schwe- Der anschließende große Schauraum thematisiert die dischen Dichters am 14. Mai 2012 war der Oberösterreichaufenthalte des schwedischen Dich- Anlass, über eine Neugestaltung des seit ters eingehender. Die wertvolle Sammlung an Auto- 1996 bestehenden Strindbergmuseums in graphen und Originalen bildet weiterhin das Kern-Saxen nachzudenken. Der Kulturverein Strindbergmu- stück der Ausstellung. Wissenschaftlich fundiert undseum ― gegründet mit dem erklärten Ziel, das Muse- chronologisch angeordnet folgen die Besucherinnenum zu verwalten und das lokale Kulturgeschehen und Besucher den Spuren August Strindbergs und Fri-mitzugestalten ― beschloss daher im Rahmen des da Uhls. Neu eingefügte farbige Fahnen mit prägnan-Leader-Projekts Strindberg im Strudengau eine be- ten Texten ermöglichen es, problemlos in die Thema-hutsame Adaptierung der bestehenden Dauerausstel- tik einzusteigen und die Dramatik der Ereignisse imlung. Ziel war und ist es, das Museum attraktiver und eigenen Rhythmus zu entdecken. Korrespondierendzeitgemäßer zu gestalten. Vor allem für junge Besu- zu den Farben der Textfahnen wurden auch diecherinnen und Besucher wurde nun ein unbefangene- Schauflächen der Vitrinen farblich aufgefrischt, wo-rer Zugang zum Leben und Werk August Strindbergs mit mehr Leben in die Präsentation kommt.einerseits sowie zur Literatur– und Kunstgeschichteder vorletzten Jahrhundertwende andererseits ge- Wechselnde Verhältnisseschaffen. Der Nebenraum geht auf die trügerische Idylle des Aufenthaltes in Dornach ein. Hier lebte StrindbergDas Konzept zu dieser Neugestaltung wurde in inten- mit seiner zweiten Ehefrau Frida Uhl, hier wurdesiver Zusammenarbeit mit Dr. Friedrich Buchmayr, auch deren Tochter Kerstin geboren. Doch die an-dem Initiator des Strindbergmuseums, und Klaus Lan- fängliche Harmonie wich schnell der Ernüchterung,da vom Verbund Oberösterreichischer Museen entwi- welche die konfliktbeladene Beziehung der Eheleuteckelt. Ein großer Dank gilt außerdem den Unterstüt- mit sich brachte und schließlich zu einem schnellenzern und freiwilligen Helfern, welche uns bei der Ende der Partnerschaft führte. Die neu installiertenUmsetzung zur Seite standen. dezent wechselnden Lichtverhältnisse im Raum neh- men Bezug auf die wechselhaften und unbeständi-Mehr Farbe ins Haus gen Stimmungen des jungen Ehepaars.Geschaffen wurde eine räumliche Differenzierungder Ausstellungsfläche, der große Museumsraum Die in diesem Raum ausgestellten Objekte verweisenwurde stärker strukturiert. Die im Eingangsbereich auf die Hauptbeschäftigungen Strindbergs währendbestehende Inszenierung der Klamschlucht wurde seiner beiden Oberösterreichaufenthalte. Das Klavierdurch stimmungsvolle Lichteffekte neu belebt; diese ist ein Hinweis auf die Leidenschaft des Dichters, dielassen den Besucherinnen und Besuchern die Entste- er für die Musik hegte. Das Faksimile des Okkultenhungsgeschichte des autobiographisch geprägten Tagebuchs steht für Strindbergs ausgeprägtes Inte-Romans Inferno nun besser nachempfinden, wurde resse für übersinnliche Vorgänge und BeobachtungenStrindberg doch bei seinen Wanderungen durch die in seiner Umgebung, die er minutiös festhielt. Darun-nahe Schlucht zu diesem literarischen Werk inspi- ter befindet sich u. a. der Eingang zur Klamschlucht,riert. Die neu auf Zwischenvorhänge gebannten der ihn an Dantes Beschreibungen der Hölle erinner-überdimensionalen Zitate aus dem Roman Inferno te.sind u. a. ein indirekter Verweis auf die weltweite In Oberösterreich malte Strindberg aber auch siebenBedeutung dieses Strindberg’schen Opus. Bilder, fünf davon sind als Faksimile ausgestellt. 5
  6. 6. Diese Bilder gelten als Zeugnisse moderner Kunst und sind u. a. in einigen Nationalmuseen (Stockholm, Paris)ausgestellt. Die neu eingefügten Zitatfahnen beziehen sich auf die Zeit in Dornach vor der Geburt der gemein-samen Tochter Kerstin. Interessant sind neben den unterschiedlichen Positionen, die beide Eheleute dabei ein-nehmen, vor allem auch deren verschiedene Schreibstile.Neue VermittlungsprogrammeAls weitere Ziele nach der Neugestaltung hat sich der Kulturverein Strindbergmuseum Saxen die Ausarbeitungmuseumspädagogischer Konzepte für Volksschulen ― ein spielerischer Museumsbesuch als Teil der Heimatkun-de ― sowie für die Höheren Schulen im Rahmen des Literaturunterrichts vorgenommen. Zudem sollen in Koope-ration mit anderen Kulturträgern interessante Programmangebote für Ganz- oder Halbtagsbesuche im Stru-dengau ausgearbeitet werden.Das einzige Strindbergmuseum außerhalb von Schweden, Herzstück des Leader-Projektes Strindberg im Stru-dengau, ist nunmehr ein modernes Schmuckstück der regionalen Museumsszene und in Folge ein wertvollerKulturbaustein für die Region: Es zieht ein frischer Hauch der Weltliteratur über Saxen. |Mag.a Veronika Kirchner, Kulturverein Strindbergmuseum Saxen www.strindbergmuseum.atDas Herz steht für die erste zerbrochene Ehezwischen August Strindberg und Siri von Essen.Fotos: Reinhold Ginterstofer 6
  7. 7. 400 Jahre alte Mühle als KulturzentrumDie Sturmmühle in SaxenN eben dem Klambach, der die natürliche tauriert. Schautafeln, Beschilderungen und ein klei- Grenze der Gemeinden Saxen und Baum- ner Mühlenführer sowie didaktisch aufbereitete Kurz- gartenberg im Bezirk Perg bildet, steht ein filme vermitteln einen lebendigen Einblick in die Ge- Gebäude, dessen Schicksal jahrelang im treidemüllerei vergangener Jahrzehnte.Ungewissen lag. Eine alte, hölzerne Getreidemühle,deren erste urkundliche Erwähnungen in das 16. Themenpark zum LandlebenJahrhundert zurückreichen, bildet das Herzstück die- Ergänzt werden soll das Mühlenmuseum hinter demses Gebäudekomplexes. Darum herum gruppieren Gebäude durch einen Themenpark zum Thema Land-sich vier weitere Bauteile, die nachträglich angefügt leben Strudengau. In Zusammenarbeit mit der Land-wurden und seit Jahren leer standen. jugend Oberösterreich entstehen auf diesem Gelände verschiedene Themenhütten, die einen spannenden2010 entschloss sich endlich der Unternehmer Kom- Überblick über traditionelle bäuerliche Arbeits- undmerzialrat Ernst Grillenberger mit seiner Privatstif- Lebensweisen vermitteln. Geplant sind u. a. Statio-tung zum Kauf des gesamten Komplexes mit dem An- nen zu den Themen: Vom Korn zum Brot, Vom Obstliegen, die kostbare Mühle auch nachfolgenden Ge- zum Most und Von der Bauernstube zum Wohnzim-nerationen zu erhalten und zugänglich zu machen. mer. Ein kleines Getreidefeld mit alten Getreidesor-Aus diesem Grundgedanken entwickelte sich in Zu- ten sowie ein traditioneller Bauerngarten runden dassammenarbeit mit der Kunsthistorikerin Mag.a Birgit Projekt ab.Leupold schließlich die Idee ein Kulturzentrum zuerschaffen, das neben dem historischen Mühlenmuse- Galerie für zeitgenössische Kunstum eine Galerie für zeitgenössische Kunst und ein Bereits fertiggestellt ist der Ausstellungstrakt desLiteraturkabinett unter einem Dache vereint. zukünftigen Kulturzentrums. In der Galerie für zeit- genössische Kunst werden in erster Linie österreichi-Harte Arbeit, Disziplin und eine Portion Enthusiasmus sche Künstler ausgestellt, wobei auch die Zusammen-waren ebenso notwendig wie die Liebe zum Detail, arbeit bzw. Projekte mit internationalen Künstlernum dieses wunderbare Projekt in die Tat umzuset- geplant sind. Ein wichtiger Schwerpunkt liegt aufzen. Die Verbindung von Tradition und Moderne und gegenständlicher Kunst. Die Galerie möchte eindie Bewahrung von Brauchtum und Geschichte bilde- deutliches Signal in der Kunstszene setzen. Das Mottoten die wichtigsten Anliegen bei der Realisierung. lautet: Weg vom „Einheitsbrei“ und hin zu einer ei- genen Identität, wobei das handwerkliche KönnenEinblick in die Getreidemüllerei der Künstler eindeutig im Mittelpunkt steht.Die mehr als 400 Jahre alte Getreidemühle, die bisvor wenigen Jahren noch in Betrieb war, ist theore- Renommierte und anerkannte Künstler aus den Spar-tisch voll funktionstüchtig. Angetrieben wurde sie bis ten Malerei, Grafik, Bildhauerei und Fotografie wer-Anfang der 1940er Jahre mittels eines unterschläch- den hier ebenso gezeigt wie talentierte, junge undtigen Wasserrades, das dann durch eine Francis- aufstrebende Kunstschaffende. Bis Herbst präsentiertSchachtturbine ersetzt wurde. hier die oberösterreichische Künstlergruppe Taurus 3Das hölzerne Wasserrad ist leider nicht mehr erhal- ihre Werke, abgelöst werden diese im September vonten, allerdings laufen derzeit Bemühungen, es durch dem in Niederösterreich lebenden Künstler Bernhardeinen Nachbau ersetzen zu lassen. Die vier Mühlbö- Hollemann. Zudem ist im Herbst eine Ausstellung mitden mit ihren hölzernen Funktionsteilen wurden res- Illustrationen von Alfred Kubin vorgesehen. 7
  8. 8. Raum für Schriftsteller und JournalistenIn dem gemütlichen Literaturkabinett eine Etage höher haben Schriftsteller, Autoren und Journalisten dasWort und die Möglichkeit, ihre Werke, Gedanken und Projekte vorzustellen und mit den Gästen zu diskutieren.Kritische Themen aus den Bereichen Umwelt, Natur, Technik, Arbeitswelt und Mensch sind ebenso willkom-men und wichtig wie kulturelle und literarische Themen, Vorträge und Lesungen. Den Auftakt bildet der öster-reichische Autor Dietmar Grieser, der hier im Oktober eine Lesung halten wird. Auch kleinere Konzerte sind imLiteraturkabinett vorgesehen.Bis zur offiziellen Eröffnung gibt es die Möglichkeit, das Kulturzentrum Sturmmühle nach Voranmeldung unter+43 (0)664/13 01 730 oder leupold@stummuehle.at zu besichtigen.|Mag.a Sandra Leupold, Kulturzentrum Sturmmühle Fotos: Kulturzentrum Sturmmühle Die Geschichte Oberösterreichs im Internet Eine Website des Verbundes Oberösterreichischer Museen 8
  9. 9. Neueröffnung des Zahnmuseums Linzim Alten RathausD er Zweck des Zahnmuseums Linz ist das Zahnmuseums in Oberösterreich im AKH Linz. Die Sammeln und Bewahren historisch interes- erste Vereinspräsidentin des privaten Trägervereins santer Einrichtungsgegenstände und Instru- war Medizinalrätin Dr.in Margarete Osvaldik. mente sowie von Materialien der Zahnheil- Am 3. Juli 2003 war mit der Eröffnung von neuenkunde und Zahntechnik und der Betrieb eines Muse- Museumsräumlichkeiten im Alten Rathaus ein großesums für diese Objekte. Träger des Museums ist ein Ziel der Museumsbetreiber erreicht. Seither befindetprivater gemeinnütziger Verein mit etwa 100 Mitglie- sich das Zahnmuseum im gotischen Bau des Altendern. Bei den Vereinsmitgliedern handelt es sich um Rathauses am Linzer Hauptplatz in direkter Nachbar-Zahnärzte, Kieferchirurgen, Dentisten und Zahntech- schaft zum Museum LinzGenesis.niker sowie um Damen und Herren aus der Dentalin- Die nach wie vor ehrenamtlich tätigen Verantwortli-dustrie und dem Zahnwarenhandel. Diese erhalten chen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Trä-das Museum durch Mitgliedsbeiträge und Sponsoring. gervereins wechselten später zum Teil. Zurzeit hat Dr. Rudolf Matheis jun. MSc. die Funktion des Ver-Zurzeit sind in der Dauerausstellung auf einer Fläche einspräsidenten innen. Mit Vizepräsident Gottfriedvon ca. 180 m² etwa 1600 Objekte zu sehen. Nicht Bachner haben wir einen unermüdlich für das Muse-nur die klassische konservierende Zahnheilkunde, um arbeitenden „Mann für alle Fälle“.auch die Kieferchirurgie, die Regulierungsbehand-lung, die Parodontologie und die technische Versor- Das neue Zahnmuseum 2012gung des Kauorgans mit festsitzendem und abnehm- Am 22. März 2012 konnte das Museum nun neue,barem Zahnersatz werden gewürdigt. Zudem werden barrierefrei zugängliche Räumlichkeiten im Altendie Ausbildung und Tätigkeit sowie die Zeit– und Le- Rathaus mit einer weiteren Zugangsmöglichkeit überbensumstände von oberösterreichischen Zahnbehand- die Pfarrgasse 9 beziehen. Diese zu einem wesentli-lerinnen und –behandlern dokumentiert und entspre- chen Teil in Eigenleistung adaptierten Räume bietenchend aufbereitet präsentiert. dreimal so viel Platz wie die bisherige Ausstellungs- fläche. Sie wurden von namhaften Ausstellungsarchi-Wie das Museum entstand tekten der Gruppe mia2, MagArch. Sandra GinglerIm Jahr 1998 formierte sich in Linz eine Interessen- und MagArch. Gunar Wilhelm, in Verwirklichung ei-gemeinschaft, deren Anliegen es war, historisch inte- nes modernen architektonischen Raumkonzepts alsressante und wichtige zahnmedizinische Apparaturen Kontrapunkt zu den gotischen Räumen angelegt.und Geräte aus der Patientenbehandlung und derZahntechnik im Labor zu erhalten und in geeigneten Die AusstellungsräumeRäumlichkeiten zu präsentieren. Die luftig wirkenden Inseln oder „Mundhöhlen“, dieBereits ein Jahr später konnte, auch aufgrund der durch transparente Vorhänge getrennt sind und ins-regen Sammlertätigkeit der Vereinsmitglieder schon gesamt acht chronologisch angeordnete Behand-in den Jahren zuvor, im Foyer des Allgemeinen Kran- lungsplätze beherbergen ― von der frühen Ritter–kenhauses der Stadt Linz eine zeitlich befristete Einheit aus Rochester (USA), einem Säulengerät vonAusstellung mit dem Titel Zahnmedizin im Wandel 1925, bis hin zum legendären luftgesteuerten Chase–der Zeit gezeigt werden. Gerät aus Mississauga Ontario (USA), dem erstenDurch den Erfolg dieser Ausstellung bekam die Inte- Gerät zur liegenden Behandlungsweise in Österreichressengemeinschaft permanenten Charakter. Im Jahr von 1968 ―, nutzen die vorgegebenen Fensterni-2000 erfolgte schließlich die Eröffnung des ersten schen und gliedern somit die Museumsräume. Durch 9
  10. 10. die Transparenz dieser „Mundhöhlen“ wird das Kontinuierliche in all der technischen Progressivität darge-stellt, gleichzeitig gewinnen die bis zu 500 kg schweren Großgeräte durch die durchscheinenden Vorhänge ei-ne gewisse Leichtigkeit. Dazu wurden der historischen Epoche entsprechende Praxismöbel, Kleingeräte undHandinstrumente ausgestellt, damit lebensnahes Einfühlen im Sinne eines szenografischen Museumskonzepteserreicht wird, also Inhalte durch gestalterische Mittel deutlicher und prägnanter in ihrer Wirkung werden.Die Vitrinen im Zahnmuseum …… sind von den Architekten in Form von Backenzähnen entworfen und individuell gefertigt. Zudem konnten dieVitrinen mit effektvoller Beleuchtung von innen ausgerüstet werden. In diesen können historische und auchganz moderne Ausstellungsobjekte stilvoll gezeigt werden. Die Vitrinen wurden in verschiedenen Größen ent-sprechend dem erforderlichen Platzbedarf der Objekte gefertigt. Die Anordnung und Anzahl der Vitrinen kannverändert werden. Auch Tische mit dazugehörigen Hockern sind im selben Design der symbolisierten Mahlzäh-ne gehalten und haben schon viel positive Aufmerksamkeit erregt.Die Vitrinen sind nach Teilgebieten der Zahnheilkunde und –technik geordnet und enthalten, chronologischsortiert, u. a. besondere Arbeitsgeräte und –materialien. An weiteren herausragenden Objekten sind etwa einaus Hartholz gefertigter Baderstuhl aus 1720, der drehbar und kippbar ist und über eine gepolsterte Kopfstüt-ze verfügt, ein Techniker–Arbeitsplatz mit dazugehörigen Instrumenten von ca. 1900 sowie eine „Alt WienerNobelpraxis“ zu nennen. Starken regionalen Bezug bringt jene Vitrine ins Museum, die der Linzer Zahnwaren-fabrik Leopold Egger und Söhne gewidmet ist. In ihr werden Zähne gezeigt, die in der Linzer Badgasse in derAltstadt ― also unweit des Zahnmuseums ― und in Ohio bis in die 1950er Jahre produziert wurden. Dazu kom-men Röntgengeräte, Lehrbehelfe und Ausbildungsarbeiten von Dentisten, Pflegemittel oder historische undaktuelle Zahnbürsten, aber auch heute noch in Afrika gebräuchliche Zahnputzhölzer. Zudem ist eine originaleWerbepostkarte für die erste Zahnpaste der Welt im heutigen Sinn, nämlich mit verschließbaren Tuben, zusehen ― eine österreichische Erfindung.|Dr. Wilfried Wolkerstorfer, Verein Linzer Museum für Geschichte der Zahnheilkunde und Zahntechnik www.zahnmuseum.at Der Arbeitsplatz Die Kartons eines Zahntechnikers für den um 1900 Umzug in die neuen Räume stehen Fotos: bereit. Wilfried Wolkerstorfer 10
  11. 11. Erhebung von historischen Musikalienin den Regionalmuseen OberösterreichsD as Anton Bruckner Institut Linz (ABIL) und das Oberösterreichische Volksliedwerk setzten die Initiative zu einem Katalogi- sierungsprojekt für Musikalien in den Mu-seen Oberösterreichs. Das Projekt wird durch eineFörderung des Landes Oberösterreich ermöglicht.Der Verbund Oberösterreichischer Museen unter-stützt dieses Vorhaben als beratender und vermit- Volksliedwerk können neue musikhistorisch bedeu-telnder Projektpartner. tende Quellen ausheben und in der Folge der wis- senschaftlichen Forschung zugänglich machen, wasGeplant ist, alle musikalischen Bestände aus der Zeit im Kontext der Musikgeschichte Oberösterreichs einbis etwa 1900 in den Museen und musealen Samm- wichtiges Moment darstellt. Die meist ehrenamtlichlungen Oberösterreichs zu erheben und nach den geführten Museen in Oberösterreich, denen finanzi-international gültigen Kriterien von RISM (Répertoire elle, personelle und fachliche Ressourcen zur Autop-Interationale des Sources Musicales) zu katalogisie- sie und wissenschaftlichen Auswertung der musikali-ren. Darüber hinaus soll die Entstehung der jeweili- schen Quellen in der Regel fehlen, erhalten einengen Sammlung ebenso dokumentiert werden wie de- entsprechend fundierten Katalog der Musikalien inren Schreiber bzw. Komponisten sowie deren Biogra- ihren Sammlungen, was einen wichtigen Schritt hinphien zu recherchieren sind. Die Ergebnisse sollen ― zu einer wissenschaftlichen Gesamterhebung derdementsprechend aufbereitet ― als Studie und Kata- musealen Bestände in Oberösterreich darstellt.log vorgelegt werden, um dadurch weiterführendenwissenschaftlichen Arbeiten als kompetente Grundla- Dr. Klaus Petermayr, ABILge zu dienen. Zusätzlich werden alle erhobenen Be-stände über RISM Frankfurt online gestellt (http://opac.rism.info) Projektpartner des Verbundes Oberösterreichischer MuseenDie Projektpartner bitten alle oberösterreichischenRegionalmuseen, ihre Bestände nach Musikalien zu Anton Bruckner Institut Linzdurchsuchen und mögliche Funde dem Verbund Pfarrplatz 10, 4020 LinzOberösterreichischer Museen bekanntzugeben. Da- Tel./Fax: +43 (0)732/78 22 25nach werden Sie von Mitarbeiterinnen und Mitarbei- E-Mail: klaus.petermayr@utanet.attern des Bruckner Institutes kontaktiert werden und www.abil.atum einen Termin gebeten, damit diese eine ersteSichtung der Materialien durchführen zu können. Mit Oberösterreichisches Volksliedwerkder Katalogisierung der Bestände des Museums Inn- Promenade 37, 4020 Linzviertler Volkskundehaus in Ried im Innkreis wurde www.ooe-volksliedwerk.atbereits begonnen. Im Sinne einer umfassenden Erhe- Tel.: + 43 (0)732/77 20-140 82bung ist es das Ziel, alsbald auch andere Samm- Fax: +43 (0)732/77 20-140 83lungsbestände katalogisieren zu können. E-Mail: buero@ooe-volksliedwerk.atDas Projekt selbst bringt Vorteile für alle beteiligten www.ooe-volksliedwerk.atPartner: Das ABIL und das Oberösterreichische 11
  12. 12. Die Mineraliensammlung Götzendorferin der Abteilung Geowissenschaften der OÖ. LandesmuseenD ie Geschichte der geowissenschaftlichen Sammlung der Oberösterreichischen Landesmuseen wurde bereits mehrfach dargestellt. Aufschlussreiche historische Details, insbesondere aus dem 19. Jahr- hundert, wurden im Jubiläumsjahr 1933 publiziert (Gründung des Musealvereins im Jahre 1833). Vom damaligen Direktor Dr. Theodor Kerschner und vom Abteilungsleiter für die GeowissenschaftenDr. Josef Schadler wurde neben vielen anderen wertvollen Details auch über die bedeutendsten Erwerbungenin der Gründungszeit des Museums berichtet.Der bis vor kurzem verzeichnete Bestand an Mineralien umfasst etwa 11.000 Stück, darunter etliche historischbedeutsame Stücke aus den Sammlungen des seinerzeitigen naturhistorischen Hofmuseums in Wien sowie fürdie Landeskunde wichtige Aufsammlungen von Dr. Josef Schadler, vornehmlich aus den Kristallingebieten desLinzer und Eferdinger Raumes.Dipl.-Ing. Karl Götzendorfer aus Leonding betreute im Rahmen eines Werkvertrages von 1992 bis 2010 die mi-neralogischen Sammlungen. In erster Linie ging es darum, die Bestände, nach der zweimaligen Übersiedlung(vom Francisco-Carolinum nach Wegscheid und schlussendlich in die neue und zweckmäßige Außenstelle Wel-ser Straße) aus den Transportkisten in Laden umzuräumen, zu sichten und gröbere Verschmutzungen zu besei-tigen; auch wurden die alten, historisch wertvollen Etiketten gereinigt und allenfalls den richtigen Stückenzugeordnet. Nicht zuletzt aufgrund seiner reichen Erfahrungen als Privatsammler war Kollege Götzendorfer fürdiese Aufgabe bestens geeignet. Zudem nannte er eine umfangreiche Mineraliensammlung sein Eigen.Sein plötzlicher Tod im August 2010 riss unerwartet eine Lücke. Der Verfasser dieser Zeilen wurde im Februarletzten Jahres mit der Weiterführung der mineralogisch-landeskundlichen Arbeiten betraut. Die ausgezeichne-ten Kontakte zur langjährigen Lebensgefährtin von Dipl.-Ing. Götzendorfer, Christa Zechner, ermöglichtenrelativ rasch den Erwerb der aus Oberösterreich stammenden Stücke aus der Sammlung Götzendorfer (etwa300 Exemplare) sowie in weiterer Folge den Ankauf der gesamten Sammlung. Diese umfasst etwa 6000 Stücke― damit gelang den Oberösterreichischen Landesmuseen gleichsam ein „Quantensprung“, denn nie zuvorkonnte en bloc eine derart umfangreiche Kollektion an die bisherigen Bestände angegliedert werden. Damitbeläuft sich die Gesamtzahl der in unserem Besitz befindlichen Stufen auf etwa 17.000; dies ist ― nicht nurnational gesehen ― eine beachtliche Größe.Die Sammlung Götzendorfer war in seinem Hause großteils nach dem international gebräuchlichen System derMineralsystematik nach Strunz aufgestellt, und so wird sie auch in die bestehenden Sammlungen digitalisiertund eingegliedert. Die entsprechenden Räumlichkeiten wurden dank des großen Engagements unseres neuenerdwissenschaftlichen Präparators Roland Mittermayr freigemacht, die weitere Logistik (Kompaktanlage) ist„in statu nascendi“.Dipl.-Ing. Götzendorfer war als Bergbauingenieur der Voest-Alpine mehrere Monate in Brasilien dienstver-pflichtet; hier ist der Tisch für Mineralogen unglaublich reich gedeckt, aus diesen Aufsammlungen und Ankäu-fen vor Ort stammen prachtvolle Kristalle von Turmalin, Beryll (Aquamarin), Topas u. a. Weiters sammelteKarl Götzendorfer, oft gemeinsamen mit gleichgesinnten Freunden ― den „Südwestern“ (wie sie sich gernenannten) ― in Namibia. 12
  13. 13. Auch in diesem Land gibt es eine unglaubliche Fülle an farbschönen, gut kristallisierten Mineralen aus Pegma-titen und Vulkaniten, weiters Erzminerale (polymetallische Lagerstätte Tsumeb). Und schlussendlich warFreund Götzendorfer infiziert ― vom Virus anatolicus, wie er es selbst scherzhaft formulierte. Zahlreichemehrwöchige, oftmals recht abenteuerlich verlaufende Sammelfahrten führten ihn vom heimatlichen Leondingüber Serbien und Griechenland in die Türkei, quer durch das anatolische Hochland, zuweilen bis zur iranischenGrenze. Ausgezeichnete Kontakte zu hiesigen Bergbaubetrieben, zu Sammlern und lieb gewordenen türkischenFreunden erbrachte auch hier vielfältiges und interessantes Sammelmaterial.Es liegt nun an uns, verantwortungsvoll und behutsam diesen in Jahrzehnten mit viel Gespür, Interesse undLeidenschaft zusammengetragenen Mineralienschatz zu pflegen und für künftige Generationen weiterhin zubewahren. |Mag. Erich Reiter | Dr. Björn Berning, Oberösterreichische Landesmuseen Ein typisches „österreichisches“ Mineral, die so genannte Eisen- blüte vom Steirischen Erzberg, ist in der Sammlung Götzendorfer durch exquisite Stufen vertreten. Dabei handelt es sich um ko- rallenförmig verästelte Mineralbildungen des Aragonits. Beson- ders gesucht sind durch Spuren von Kupfer grünlich verfärbte Eisenblüten (obere Reihe). Ein Blick in die „Namibia-Vitrine“ ― farbschöne und gut kristallierte Mineralstufen aus unterschiedlichen Fundgebieten. links: Der Großteil der Sammlung war in Ladenschränken untergebracht; jede Stufe ist exakt bestimmt, auf Etiketten sind peni- bel Fundort, Datum, Herkunft (eigene Aufsammlung, Tausch, Ankauf) vermerkt. 13
  14. 14. Kunst/Gut bewahrenDie Fortbildung Kirchenpflege der Diözese LinzD ie größte „Kunstsammlung“ Oberöster- der zu Ostern aufgestellt wird, oder das Fastenbild, reichs befindet sich nicht an einem Ort, das gerade restauriert wird, um wieder Verwendung sondern ist über das ganze Land verstreut zu finden — wie z. B. jenes der Pfarre Ternberg — anzutreffen: Es handelt sich um das kirch- geben Zeugnis davon. Diese Stücke sind nicht „nur“liche Kulturgut in den Pfarren und Klöstern. Dazu Kunstwerk, sondern sie transportieren eine Bot-sind nicht nur die großartigen Ausstattungen aller schaft, sie sind Zeichen der Verkündigung.Epochen zu zählen, sondern darüber hinaus befinden Darin liegt die besondere Qualität und Würde diesersich in Pfarrhöfen, Sakristeien und Depots noch zahl- Objekte, dass sie noch Teil unseres Lebens sind,reiche weitere Objekte von künstlerischem oder gleichzeitig ist darin aber auch die große Herausfor-historischem Wert. Die Gattungen sind dabei breit derung zu sehen: Von optimierten Bedingungen wiegefächert und umfassen künstlerische Ausstattungen im musealen Umfeld kann keine Rede sein. Ver-wie sakrale Textilien, Reliquiare, Leuchter, Prozes- schmutzung, Abnützung, Klimaschwankungen undsionsfahnen, Heilige Gräber und vieles mehr, aber Sicherheitsrisiken sind mitunter Begleiterscheinun-genauso auch Artefakte aus dem Bereich Volkskunst gen dieser speziellen Situation. Resultat sind oftund religiöses Brauchtum sowie technische Objekte unterschiedlichste Schadensbilder oder auch wohlwie z. B. historische Uhrwerke. gemeinte, aber häufig kontraproduktive Reparatu-Rund 70 % der Kulturgüter sind in kirchlicher Hand, ren. Restauratorische Ansprüche und die weiterhinca. 130.000 Objekte verzeichnet das Gesamtinven- gegebene Benutzbarkeit müssen aufeinander abge-tar der Diözese Linz in den 490 Pfarren des Landes. stimmt werden, was immer wieder denkmalpflegeri-Nirgendwo sonst ist der von der Denkmalpflege so sche Kompromisse unabdingbar macht.genannte „gewachsene Zustand“ so deutlich ables- Jeder einzelne dieser Gegenstände hat seine eigenebar wie in den über Jahrhunderte gepflegten und Geschichte, zu der auch die Erhaltungs- oder Res-immer wieder adaptierten Kirchenräumen. Die tauriergeschichte gehört. Die Objekte unterscheidenkirchlichen Kunstgüter sind Zeugnisse der Frömmig- sich zudem in ihren Bedürfnissen, ihrer Empfindlich-keit unserer Vorfahren, sie sind aber auch Ausdruck keit, an die sich Handhabung und Lagerung anpassenvon wechselndem Zeitgeschmack oder geänderter müssen. Ein fachgerechter Umgang im liturgischentheologischer Auffassung. So ist die zeitgenössische Alltag ist daher notwendig, um Schäden und letzt-Altarraumgestaltung von 2012 genauso integraler endlich hohe Folgekosten zu vermeiden.Bestandteil dieses Konglomerats wie die gotischeMonstranz. Unseren Respekt haben alle Objekte ver- Verantwortung übernehmendient ― sie sind das kulturelle Erbe, das uns über- Die Bewahrung des kirchlichen Kunstguts stellt alsoantwortet wurde, um es auch für künftige Generati- eine äußerst umfangreiche Aufgabe dar. Administra-onen zu bewahren. tion und Erhaltung dieser dezentralen „Sammlung“ fallen in die Zuständigkeit des Kunstreferats derSchwierige Erhaltung Diözese Linz, welches das Gesamtinventar verwaltetViele der Objekte haben Museumsqualität, sie sind und Restaurierungsarbeiten zusammen mit dem Bau-allerdings nicht in Vitrinen verbannt. Zwar werden referat der Diözese Linz und dem Bundesdenkmal-manche nicht mehr verwendeten Gegenstände in amt koordiniert. Die täglichen Handgriffe müssenDepots gelagert, der größte Teil des kirchlichen jedoch von den Menschen vor Ort geleistet werden.Kunstguts ist jedoch immer noch zumindest tempo- Dieser Umgang mit Kunstgütern erfordert viel Ver-rär in liturgischem Gebrauch. Der Auferstandene, antwortung. Um all den damit verbundenen Heraus- 14
  15. 15. forderungen gewachsen zu sein, bietet das Kunstreferat der Diözese Linz dieFortbildung Kirchenpflege.In vier Wochenendmodulen werden fachspezifische Kenntnisse vermitteltund Kontakte zu zahlreichen Fachleuten ermöglicht. Dabei wird großer Wertdarauf gelegt, das Gelernte auf Exkursionen bzw. mit anschaulichen Beispie-len erleb- und begreifbar zu machen.Der Kurs wendet sich nicht nur an Mesner und Mesnerinnen sowie Pfarrmit-arbeiterinnen und –mitarbeiter, sondern genauso an private Sammlerinnenund Sammler oder einfach interessierte Laien, denen die Erhaltung des kul-turellen Erbes ein Anliegen ist. Vorkenntnisse sind nicht erforderlich, einzi-ge Voraussetzung ist Begeisterung ...Fortbildung KirchenpflegeIm ersten Kursmodul sind Kunstgeschichte und Denkmalpflege, rechtlicheFragen und Verwaltung die Themen für einen ersten Überblick über die Ma-terie. Auch dem Problemfeld Sicherheit und Diebstahlschutz wird Aufmerk-samkeit gewidmet. Optisch und akustisch eindrucksvoll wird der Themen-kreis um Orgeln und Glocken behandelt. Einblicke in das Diözesanarchiv, dieStudiensammlung der Diözese Linz und in die Lagerräume des KunstmuseumsLentos stellen oft den ersten Kontakt der Teilnehmerinnen und Teilnehmermit einer professionellen Depotführung dar.Zeitgenössische Kunst und Baumanagement stehen im Zentrum des zweitenSeminarblocks. Exkursionen zu zeitgenössischen Altarraumgestaltungen derletzten Jahre ermöglichen hierbei die Begegnung mit Pfarrverantwortlichensowie Künstlerinnen und Künstlern, die aus erster Hand vom Prozess derEntscheidungsfindung und der Intention der Neugestaltungen berichten kön-nen. Jährlich wird hier eine andere Schwerpunktregion Oberösterreichs inden Blick gerückt. Neben Erfahrungsberichten aus der Praxis werden auchFragen der Liturgie thematisiert.Das dritte Modul führt die Teilnehmerinnen und Teilnehmer im Rahmen ei-ner eintägigen Fahrt nach Wien, wo der Besuch der Restaurierwerkstättendes Bundesdenkmalamtes ein Fixpunkt ist. Hier werden auf höchstem Ni-veau die Leistungen der Restaurierung anschaulich gemacht. Gerade ange-sichts von scheinbar rettungslos ruinösen Stücken und den höchst speziellenMethoden, die zu ihrer Erhaltung angewendet werden, wird der unwieder-bringliche Wert eines Originals offenbar. Im Anschluss werden mit wechseln-dem Programm Orte besichtigt, die mit einer Spezialführung erschlossenwerden und ansonsten oft nicht öffentlich zugänglich sind (z. B. KartauseMauerbach, Reliquienschatzkammer im Stephansdom, Schaudepot der Mit-telaltersammlung im Belvedere etc.).Das letzte Kursmodul schließlich widmet sich ausführlich dem Thema Res-taurierung. Fachleute aus den Bereichen Glas, Metall, Skulptur, Stein, Textilund Wand berichten von ihrer Arbeit. Tipps für eine richtige Handhabungund Pflege sowie Richtlinien für eine korrekte Lagerung im Depot bietenganz konkrete Hilfestellungen im täglichen Umgang mit Kunstgut. In derSakristei des Stiftes Kremsmünster wird anschließend im Rahmen einer Spe-zialführung das zuvor Gehörte in der Praxis begutachtet. 15
  16. 16. Mit einer feierlichen Zertifikatsverleihung, die zugleich als Jahrestreffen der Kirchepflegerinnen und –pflegereine Möglichkeit zum Gedankenaustausch bietet, findet die Fortbildung Kirchenpflege ihren Abschluss.Zusätzlich zu den vier Modulen der Fortbildung Kirchenpflege gibt es fakultative Praxistage, die ein speziellesThema in den Mittelpunkt stellen und dieses mit Fachleuten und anhand von Übungen vertiefend behandeln.Dabei können die Teilnehmenden den Expertinnen und Experten bei ihrer Tätigkeit über die Schulter schauenund mitunter selbst Hand anlegen. Von den wechselnden Inhalten seien z. B. Paramentik, Holz, Friedhof, In-schriften oder Gold und Eisen erwähnt.Eine vorläufige BilanzSeit 1997 existiert die Fortbildung Kirchenpflege der Diözese Linz. Bisher konnten 222 Absolventinnen und Ab-solventen den Kurs mit einem Zertifikat abschließen, darunter auch Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus an-deren Bundesländern bzw. Diözesen. Auch wenn der Bedarf nach derartigen Schulungen sicher groß wäre, sosteht diese Ausbildung doch einzigartig in Europa da. Zwar existiert in Deutschland der Begriff des Kirchenpfle-gers, allerdings ist dort damit die Funktion der Sakristanin bzw. des Sakristans gemeint. Kirchenpflegerinnenund Kirchenpfleger können durch ihren geschulten Blick und ein geschärftes Bewusstsein frühzeitig Problemeerkennen und z. B. andere Pfarrmitarbeiterinnen und –mitarbeiter im Umgang mit Kunstgegenständen sensibili-sieren. Sie verfügen über die nötigen Kontakte, um rechtzeitig Hilfe holen zu können und ein Fortschreiten vonSchäden zu verhindern. Mit ihrer Tätigkeit heben sie nicht nur die Wertschätzung für Kunstgut in ihrer Umge-bung, sondern sie leisten letztendlich auch einen wichtigen Beitrag zur Vermögenssicherung. |Fortbildung KirchenpflegeGesamtpaket: € 350,-- (exkl. Nächtigung und Mittagessen). Jedes Wochenende kann auch einzeln gebuchtwerden (€ 95,--). Termine für den Kurs 2013: 15./16. März, 12./13. April, 17. Mai, 21./22. Juni, 12. OktoberAnmeldung, Detailprogramm und Auskünfte:Kunstreferat der Diözese Linz — Petrinumstraße 12, 4040 LinzTel: + 43 (0)732/73 65 81-4440, Fax: + 43 (0)732/70 04 05, E-Mail: kunst@dioezese-linz.atBildbeschreibungen: Seite 15: Neues und Altes — Frank und Margarete Geffke (re.) vor ihrer Altarraumgestaltung in derPfarrkirche Grünbach; Dame mit Patina — in der Restaurierwerkstätte des Lentos Kunstmuseums, Restaurator AndreasStrohhammer (li.) und Kunstreferent Hubert Nitsch; Kostbare Seiten — Dr. Johannes Ebner im Diözesanarchiv Linz; GuteGenesung — Fastenbild der Linzer Ignatiuskirche in den Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes in Wien, Res-taurator Michael Vigl (2. v. li.); Handgreiflichkeiten — Teilnehmerinnen beim Modul Restaurierung in Kremsmünster;Gut gefüllte Laden — Restauratorin Traute Rupp (6. v. re.) in der Sakristei des Stiftes Kremsmünster; Seite 16: Handha-bung mit Handschuhen — Hubert Nitsch übergibt eine Monstranz; Geduldsfaden — Praxistag Paramentik in Wien im Ate-lier von Hilde Neugebauer; Guter Durchblick — Robert Geyer-Kubista, Leiter der Glasmalerei Schlierbach, erläutertSchäden an historischer Glasmalerei; Geschafft — Zertifikatsverleihung durch den Ersten Landtagspräsidenten FriedrichBernhofer an Kirchenpflegerin Hermine Nestelberger, 2011, weiters am Bild: Finanzdirektor der Diözese Linz ReinholdPrinz, Eva Voglhuber und Hubert Nitsch vom Kunstreferat — Alle Fotos: Kunstreferat der Diözese Linz Der Verbund Oberösterreichischer Museen plant eine langfristige Zusammenarbeit mit dem Kunstreferat der Diözese Linz, u. a. auch im Bereich der Aus– und Weiterbildung. Einige Akzente in diese Richtung sind bereits beim aktuellen Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in bei der Akademie der Volkskultur ersichtlich. Näheres dazu entnehmen Sie bitte dem vorliegenden Museumsinfoblatt ab Seite 21. 16
  17. 17. Wanderausstellung verbindet Pramtaler und Rottaler MuseenD er Verein Pramtal Museumsstraße wurde 1996 gegründet. Derzeit vereinigt er 17 Museen. Im Rahmen eines dreijährigen Lea- der-Projektes Qualitätsoffensive PramtalMuseumsstraße (2010―2012) wird ein Maßnahmenpa-ket zur Qualitätssteigerung ― auch mit Hilfe einerhalbtags angestellten Koordinatorin ― umgesetzt.Bereits seit 2005 gab es Gespräche mit Vertreternder Politik und der Museen im NiederbayerischenRottal. Die ca. 109 km lange Rott entspringt im Land-kreis Landshut und mündet gegenüber von Schärdingin den Inn. Diese Mündung stellt die Verbindung zumPramtal dar, mündet doch auch die Pram ― auf der Titelsujet der Wanderausstellung Mei liabstes Stück.anderen Seite ― bei Schärding in den Inn. Die Handhaltung zeigt die Liebe der Besitzerin zu2008 wurde die Rottaler Museumsstraße gegründet, ihrem Stück. Bewusst wurde keines der Exponate alseine Zusammenarbeit mit der Pramtal Museumsstra- Titelobjekt gewählt, um keinem Museum eineße war von Anfang an von beiden Seiten ausdrücklich Vorrangstellung einzuräumen.gewünscht. Mehrere Treffen boten die Möglichkeit zueinem ersten Kennenlernen, mithilfe einer EUREGIO- Projekt mussten erledigt werden, was der ObmannFörderung konnten erste Projekte verwirklicht wer- der Rottaler Museumsstraße e. V., Bgm. Wernerden. 2010 wurde der Verein Rottaler Museumsstraße Schießl, besorgte. Vitrinen mussten angefertigt,e. V. gegründet. Gegenseitige Mitgliedschaft sichert Texte für die Ausstellung und den Katalog geschrie-die Verknüpfung über den Inn hinweg. ben werden: nicht immer leicht bei 20 beteiligten Museen. Doch durch´s Reden kemman d´LeutVon der Idee zur Schau: knapp ein Jahr oder Durchs z‘amm. Im Rahmen der arbeitsreichen Sitzungen derReden kemman d‘Leut z‘amm Museumskuratoren wurden Bekanntschaften vertieftDie Treffen fanden jeweils abwechselnd im einem und kleine regionale Unterschiede entdeckt.Rottaler oder Pramtaler Museum statt ― auch um Doch in erster Linie ließ sich feststellen, dass sichdie Museumslandschaft der Nachbarn kennenzuler- die Museumsarbeit imnen. Im Juni letzten Jahres führte Dr. Martin Ort- Rott- und Pramtalmeier, Leiter des Freilichtmuseums Massing, durch nicht wesentlich un-„sein“ Museum. Im anschließenden Plausch wurde terscheidet und essie geboren, die Idee, aus „liabsten Stücken“ je- mehr Gemeinsamesweils eines Museums eine Schau zusammenzustellen, als Trennendes gibt.die im Wechsel im Rottal und im Pramtal in den Mu- Ein „geistiger Vater“,seen gezeigt werden sollte. der sein Kind auch tat-Nun folgten unzählige Treffen, in denen die kräftig großzieht:„liabsten Stücke“ ausgewählt und vorgestellt, De- Dr. Martin Ortmeier beimtails und Vorgehensweisen besprochen wurden. For- ersten Aufbaumalitäten wie der Förderantrag zu einem EUREGIO- der Ausstellung. 17
  18. 18. Jedes Museum ist anders: wandelbare Vitrinen Ausstellung derzeit von 8. August bis 6. SeptemberUm den jeweils unterschiedlichen räumlichen Gege- 2012 im Freilichtmuseum Furthmühle und auf Schlossbenheiten entsprechen zu können, wurde ein intelli- Feldegg, beide in Pram. Eine der Geschichten dergentes Vitrinensystem ausgetüftelt: Die erklärenden „liabsten Stücke“ soll hier verraten werden. JeneInfotafeln können mit vorspringenden Formteilen in Geschichte, die erst im Freilichtmuseum FurthmühleAusnehmungen der Vitrinen eingeklinkt werden. So ganz zu Ende erzählt wird:sind unterschiedlichste Aufstellvariationen möglichund es können sogar kleine Sub-Ausstellungsräumegebildet werden. Zwei SteineDie Wanderausstellung: 20 „liabste Stücke“ erzählen vonGrundidee war es, nicht die wertvollsten Stücke der ihremMuseen zusammenzutragen, sondern jene, die beson- wirkungsvollenders typisch für das leihgebende Museum sind und Verschwindeneine ganz eigene Geschichte zu erzählen haben, Das „liabste Stück“ der Furthmühle sieht un-möglichst begleitet von Namen, Daten und histori- scheinbar aus und erzählt doch eine große Ge-schen Bildzeugnissen: „liabste Stücke“ eben. schichte. Zwei ungleich große, grobe Steine,Ganz ohne Planung und Aufteilung von Themengebie- teilweise glatt und blankgerieben, liegen auften entstand einzig aus der Vielfalt der beteiligten ihrem Sockel. Wie gehören die beiden zusam-Museen heraus eine abwechslungsreiche Schau, die men und was erzählen sie? Die Geschichte istGeschichten vom Leben früher in all seinen Aspekten spektakulär: Die beiden Steine sind Lagerplatteerzählt. Geschichten von der Volksfrömmigkeit, vom und handgerechter Reibstein einer „urzeitlichentragischen Schicksal der Heimatvertriebenen und Steinhandmühle“, mit dem Jahrtausende langihrer Liebe zur Musik, von der Kunst des Bauhauses das Brotgetreide ― vorwiegend von Frauen ―und altem Bauschmuck, von altem Handwerk und mühsam von Hand fein gemahlen wurde. DieKöstlichkeiten, vom künstlerischen Erfolg einer Non- blanken Stellen erzählen von unendlich vielenne, von den ersten Schultagen und lange vergange- Arbeitsstunden, der Sesshaftwerdung des Men-nen Herrschaften. schen und der Kultivierung des Getreides. Die Entwicklung der wassergetriebenen Mahlmühlen (ab etwa 1250 voll etabliert) setzte Arbeitskraft der Frauen frei. Diese wurde genutzt zur Pro- duktion von zusätzlichen Nahrungsmitteln, auch für den Handel. Die Zunahme der Bevölkerung bis ins 14. Jahrhundert, die Binnenerschließung neuer Landesteile und das Anwachsen der Städ- te wäre ohne die Neuerung der Mahlmühlen (und Nutzung der Wasserkraft) nicht möglich gewesen. Die Entwicklung des Mühlenwesens Im Rahmen der Sitzungen wurde auch der Zweck der und somit das Ende der Geschichte der Steine, Ausstellungsexponate erkundet. Hier: Fasten– und wird in der Furthmühle anschaulich dargestellt. Osterspeisen wie Rahmsuppe und Oarkas, für den das Museum in der Schule einen Model auf Wanderschaft schickt. Verbindendes Element: Vor nicht allzu langer Zeit Mysteriös und vielleicht war Oarkas im gesamten Pram– und Rottal bekannt, sogar gefährlich: heute nur noch im unteren Pramtal. Konsulent Norbert Leitner, Kustos des Stadtmuseums Schärding,Auf Wanderschaft präsentiert ein Verkeilholz.Eröffnet wurde die Ausstellung am 19. Mai 2012 am Angeblich schließt es dasgemeinsamen Knotenpunkt in Schärding. Danach ging Böse ein.die Reise in die Schlossökonomie Gern nach Eggenfel- Die Geschichte dazu erzähltden (Rottal). Wieder zurück im Pramtal gastiert die die Ausstellung. 18
  19. 19. Von 9. September bis 10. Oktober 2012 bleibt die Schau im Pramtal: im Bräustüberlmuseum in Raab. Im Okto-ber schließlich ist Mei liabstes Stück im Kirchenmuseum Kößlarn (Rottal) zu sehen.Nach einer kleinen Winterpause wird die Wanderschaft im Februar 2013 im Holz- und Werkzeugmuseum Ligno-rama in Riedau (Pramtal) fortgesetzt. Es folgen das Schulmuseum Neumarkt–St. Veit (Rottal), der Brunnbauer-hof in Andorf (Pramtal), das Haager Heimatmuseum Schloss Starhemberg (Pramtal), das Heimatmuseum He-bertsfelden und das Freilichtmuseum und Berta-Hummel-Museum in Massing (Rottal). Gastaufenthalte derSchau sind in Planung.Zur Ausstellung ist ein Katalog mit den Geschichten zu den Stücken erschienen, der um € 2,50 bei allen teil-nehmenden Museen erhältlich ist.|Mag.a Cornelia Schlosser, Geschäftsführerin der Pramtal Museumsstraße www.pramtal-museumsstrasse.at Fest der Volkskultur Beim Fest der Volkskultur in Kopfing im Innkreis wird von 21. bis 23. September 2012 ein buntes Programm geboten, das die Vielfalt der Volkskultur in Oberösterreich zeigt. Der Verbund Oberösterreichischer Museen präsentiert sich bei diesem Fest gemeinsam mit der Pramtal Museumsstraße. Bei einem Infostand in der Hauptschule Kopfing können Sie mehr über die vielfältige oberösterreichische Museumslandschaft, die Arbeit des Verbundes Oberösterreichischer Museen und die 17 Mu- seen der Pramtal Museumsstraße erfahren. Spielen Sie mit bei einem Quiz: Es gibt tolle Preise zu gewinnen! Und die Pramtal Museumsstraße hat sich eine ganz besondere Art einfallen lassen, um ihre Museen vorzustellen: Speed dating heißt das Mot- to, das im Untertitel auf gut Innviertlerisch erklärt, was gemeint ist: Museen schnö kenna lerna ― die Möglichkeit, ein Museum schnell kennen zu lernen. So werden die Kustoden einer Auswahl an Pramtaler Museen anwesend sein und Interessierten prägnant ihr Museum vorstellen: Samstag, 22. September 2012 von 15:00 bis 16:00 Uhr. Besuchen Sie uns also beim Fest der Volkskultur in Kopfing am Samstag, 22. September von 14:00 bis 19:00 Uhr und am Sonntag, 23. September von 10:00 bis 13:00 Uhr! www.ooe-volkskultur.at insMuseum.com 100 Tage ― 100 Objekte ― 100 Museen insMuseum.com ist eine breit angelegte Werbekampagne des Museumsbundes Österreich für Österreichs Museen im Jahr 2012. Von Anfang Mai bis Mitte August wird jeden Tag ein Objekt aus einem mit dem Öster- reichischen Museumsgütesiegel ausgezeichneten Museum vorgestellt. Die ausgewählten Objekte spiegeln den Facettenreichtum der österreichischen Museumslandschaft wider und zeigen gleichzeitig das umfas- sende Aufgabenspektrum der Institution Museum im 21. Jahrhundert. Aus Oberösterreich beteiligen sich 26 Museen an der Aktion ― aus keinem Bundesland kommen mehr Teilnehmer. Auf der Website des Verbundes Oberösterreichischer Museen finden Sie auch eine eigene Rubrik, in der die Museen aus Oberösterreich, die sich mit ihrem ausgewählten Objekt präsentieren, gesammelt aufscheinen. 19
  20. 20. Museen in der DreiländerregionNeuer Museumsführer erschienenD ie Initiative, für diesen länderübergreifenden Museumsführer Südböh- men — Oberösterreich — Niederbayern geht auf den Bayerischen Staatsminister für Ernährung, Landwirtschaft und Forste Helmut Brun- ner zurück, der dieses Projekt gemeinsam mit Dr. Michael Henker undDr. Albrecht Gribl von der Bayerischen Landesstelle für die nichtstaatlichen Mu-seen angestoßen hat. Unter Federführung der EUREGIO Bayerischer Wald — Böh-merwald — Unterer Inn und unter Beteiligung des Bezirks Niederbayern, des Am-tes für ländliche Entwicklung Niederbayern, der Landesstelle für die nichtstaatli-chen Museen in Bayern, des Prachiner Museums in Písek, des Bezirkes Südböhmenund des Verbundes Oberösterreichischer Museen konnte der Museumsführer nachinsgesamt dreijähriger Projektzeit verwirklicht werden. Ermöglicht wurde dieRealisierung u. a. mit Mitteln des Fonds zur regionalen Entwicklung der Europäi-schen Union.Allen Beteiligten war es ein Anliegen, die kulturellen Gemeinsamkeiten der Regionen Niederbayern, Südböh-men und Oberösterreich, aber auch die jeweiligen Besonderheiten zu präsentieren und die Bekanntheit derzahlreichen Museen und Sammlungen, die als kulturelle Spiegelbilder fungieren, zu erhöhen. Die ausgewähl-ten Museen repräsentieren die jeweiligen Regionen in ihrer kulturellen Dichte und Vielfalt. Die Spanne reichtvon archäologischen, naturkundlichen oder kulturgeschichtlichen Spezialmuseen über Freilichtmuseen mitihren jahrhundertealten Bauten bis hin zu den breit gestreuten und hochwertigen Sammlungen der Stadt-,Bezirks- und Landesmuseen.Der Museumsführer bietet nicht nur kurze informative Beschreibungen der Museen, sondern zeigt auf einenBlick die Serviceangebote der einzelnen Häuser. Die Landkarte im Umschlag bietet einen geografischen Über-blick zu den präsentierten Museen.Die Auswahl der Museen erfolgte nach festgelegten Kriterien wie Öffnungszeiten, Qualität der Präsentationoder Alleinstellungsmerkmale. Ein wichtiges Anliegen war auch, all jene Museen aus Oberösterreich in denMuseumsführer aufzunehmen, die Träger des Österreichischen Museumsgütesiegels sind. Zudem wurde fürjede Region auf eine inhaltliche und geografische Streuung der Museen geachtet.Als Ergänzung und zusätzliches Serviceinstrument für Besucherinnen und Besucher ist für den Museumsführerunter http://muzea-tri-regionu.prachenskemuzeum.cz/de/ eine eigene Webseite eingerichtet worden.Sowohl mit den alten als auch mit den neuen Medien ist somit eine ansprechende, praktische und informativePräsentation der Region Südböhmen ― Oberösterreich ― Niederbayern gelungen und die herzliche Einladungzum Besuch dieser Museumslandschaft ausgesprochen.Die Drei-Länder-Museumsführer werden sowohl in den ausgewählten Museen als auch in den Tourismusregio-nen und –büros aufliegen und stehen kostenlos zur Verfügung.Christian Hemmers 20
  21. 21. Aus– und Weiterbildung neuAusbildungslehrgänge Museumskustode/-in und HeimatforschungA lle, die im Museumsbereich tätig sind, wissen, wie umfassend und vielseitig ihr Arbeitsbereich ist und wie viel Wissen und Fertigkeiten für eine qualitätvolle Museumsarbeit erforderlich sind. Doch dieses Wissen muss man sich nicht nur im Selbststudium aneignen, vielmehr wird dieses in speziellen Weiterbildungsschienen in anschaulicher Form weitergegeben. So will der Ausbildungslehrgang Mu-seumskustode/-in bei der Akademie der Volkskultur auch vor allem ehrenamtlich Tätige in den Museen an-sprechen und ihnen eine fundierte und umfassende Ausbildung in den unterschiedlichsten Arbeitsbereichen,die es im Museum abzudecken gibt, bieten. Aber auch für Neu– und Quereinsteiger, die sich für die Arbeit imMuseen interessieren, bietet sich das Kursformat als idealer Einstieg in die Materie an. Zahlreiche Interessier-te haben den Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in bereits erfolgreich absolviert und viel praxisrelevanteTipps für ihre Arbeit erhalten.Der Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in, aber auch jener zur Heimatforschung wurden nun in Kooperati-on zwischen der Akademie der Volkskultur und dem Verbund Oberösterreichischer Museen inhaltlich weiter-entwickelt. Dabei wurden auch einige Aspekte neu einbezogen, etwa das Modul 2 zum Bereich Sammlungs-konzept und Museumsleitbild im Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in oder das Thema Feldforschung imAusbildungslehrgang Heimatforschung. Ebenfalls zum ersten Mal angeboten werden vertiefende Workshops fürdie Heimatforscherinnen und –forscher.Sie haben die Wahl!Neu ist ab dem Arbeitsjahr 2012/13 vor allem das System von Wahlmodulen, das es ermöglicht, Kurse nachpersönlichen Interessen und den Erfordernissen im eigenen Museum entsprechend zu absolvieren und so be-stimmte Inhalte zu vertiefen. Deshalb wurde etwa auch das bis dato eher kurz behandelte Thema Presse– undÖffentlichkeitsarbeit aus dem regulären Kursprogramm genommen. Dieses findet nun in Form eines ganztägi-gen Wahlmoduls mehr Beachtung — als Angebot all für jene, die in ihrem Museum für die Pressearbeit verant-wortlich sind.Wichtig sind — als Bindeglied zwischen den beiden Kursen ― einige gemeinsame Wahlmodule. Auf diese Weiselernen die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der beiden Kursformate Museumskustode/-in und Heimatfor-schung nicht nur einander näher kennen, vielmehr soll dadurch die durchaus enge Verbindung von Museums-arbeit sowie Regionalforschung wieder stärker betont werden. In den Wahlmodulen zur Kunst-, Diözesan– undZeitgeschichte erhalten die Kursbesucherinnen und –besucher Wissen über verschiedene Aspekte der oberös-terreichischen Geschichte: Faktenwissen, historische Entwicklungen, historiographische Forschungsansätze.Gemeinsam statt einsam!Das Motto lautet also Näher zusammenrücken. So sind nicht nur wiederum Referentinnen und Referenten derOberösterreichischen Landesmuseen, des Oberösterreichischen Landesarchivs und der OberösterreichischenLandesbibliothek in den beiden Ausbildungslehrgängen vertreten, sondern erstmals auch Experten aus demAdalbert-Stifter-Institut des Landes Oberösterreich und dem Oberösterreichischen Volksliedwerk. Zudem wer-den Angebote des Kunstreferats der Diözese Linz im Rahmen der Fortbildung Kirchenpflege als anrechenbareWahlmodule im Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in der Akademie der Volkskultur eingebunden.Und so viel sei an dieser Stelle verraten: Die Aus– und Weiterbildungsangebote für die Mitarbeiterinnen undMitarbeiter in den Museen sollen in Zukunft weiter ausgebaut und vielseitiger werden. 21
  22. 22. Ausbildungslehrgang Museumskustode/-in Lehrgangsleitung: Mag.a Susanne HawlikModul 1: StartseminarFreitag, 23. November 2012, 16:00―21:00 Uhr, Mühlviertler Schlossmuseum FreistadtMag.a Susanne Hawlik / Mag. Franz PötscherModul 2: Sammlungskonzept und MuseumsleitbildSamstag, 19. Jänner 2013, 9:00―17:00 Uhr, Verbund Oberösterreicher Museen, LeondingDr. Christian Hemmers / Dr. Klaus LandaModul 3: Der Umgang mit dem ObjektFreitag, 15. / Samstag, 16. Februar 2013, 9:00―17:00 Uhr, Stadtmuseum Leonding ― Turm 9Dr.in Andrea Euler / Dr.in Thekla WeissengruberModul 4: Gestaltung — Texte — MedienFreitag, 1. / Samstag, 2. März 2013, 16:00―21:00 Uhr / 9:00—17:00 Uhr, Stefan-Fadinger-Museum St. AgathaMag.a Susanne Hawlik / Mag. Franz PötscherModul 5: Personale VermittlungSamstag, 6. April 2013, 9:00—17:00 Uhr, Stadtmuseum Wels — BurgDr.in Doris PrennModul 6: Projektmanagement — Kooperationen — Mitarbeitergewinnung — FörderungenSamstag, 25. Mai 2013, 9:00—17:00 Uhr, Verbund Oberösterreichischer Museen, LeondingDr. Gerhard Gaigg / Dr. Klaus LandaModul 7: Exkursion zu Museen in OberösterreichSamstag, 22. Juni 2012, 9:00—17:00 Uhr, Genaueres wird kursintern vereinbartMag.a Susanne HawlikModul 8: AbschlussseminarSamstag, 28. September 2013, 9:00―16:00 Uhr, Evangelisches Museum Oberösterreich, Rutzenmoos aMag. Susanne Hawlik / Mag. Franz PötscherWahlmoduleAus den neu angebotenen Modulen müssen zwei nach freier Wahl absolviert werden.Die Bibliothek — Suchen, Finden, Lesen — online und in RegalenSamstag, 12. Jänner 2013, 9:00―17:00 Uhr, Oberösterreichische LandesbibliothekDr. Christian Enichlmayr / Dr. Klaus LandaModul aus dem Ausbildungslehrgang HeimatforschungOberösterreichische KunstgeschichteFreitag, 15. März 2013, 15:00―18:00 Uhr, der Ort wird noch bekanntgebenModul im Rahmen der Fortbildung Kirchenpflege beim Kunstreferat der Diözese LinzGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang HeimatforschungOberösterreichische DiözesangeschichteTermin und Ort werden noch bekanntgegebenDr.in Monika WürthingerGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang HeimatforschungOberösterreichische ZeitgeschichteTermin und Ort werden noch bekanntgegebenDr.in Cornelia Sulzbacher / Dr. Josef Goldberger, Oberösterreichisches LandesarchivGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang Heimatforschung 22
  23. 23. Exkursion in die Restaurierwerkstätten des Bundesdenkmalamtes, WienSamstag, 17. Mai 2013, ganztägigModul im Rahmen der Fortbildung Kirchenpflege beim Kunstreferat der Diözese LinzPresse– und ÖffentlichkeitsarbeitTermin und Ort werden noch bekanntgegebenBarbara RohrhoferKeine Angst vor Facebook & Co.Dienstag, 21. / Donnerstag, 24. Jänner 2013 / 18:00―20:00 Uhr / 18:00—21:00 Uhr, LandwirtschaftlichesFortbildungsinstitutKonsulent Thomas G. E. E. ScheuringerHinweis: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus jenen Museen, die Mitglied beim Verbund Oberösterreichi-scher Museen sind, erhalten nach erfolgreicher Absolvierung des Ausbildungslehrgangs Museumskustode/-ingegen Vorlage der Kursbesuchsbestätigung € 100,-- refundiert!Ausbildungslehrgang Heimatforschung Lehrgangsleitung: Mag. Siegfried KristöflModul 1: Auftakt — Willkommen in der Welt der HeimatforschungFreitag, 23. November 2012, 14:00—17:00 Uhr, Haus der Volkskultur, LinzMag. Siegfried Kristöfl / Konsulent Hans PrammerModul 2: Die Bibliothek — Suchen, Finden, Lesen — online und in RegalenSamstag, 12. Jänner 2013, 9:00―17:00 Uhr, Oberösterreichische LandesbibliothekDr. Christian Enichlmayr / Dr. Klaus LandaModul 3: Das Archiv: Oberösterreichisches Landesarchiv — das Gedächtnis des LandesFreitag, 25. Jänner 2013, 14:00―17:00 Uhr, Oberösterreichisches LandesarchivKonsulent Josef Weichenberger / Begleitung: Mag. Siegfried KristöflModul 4: Kurrent — die Schrift der AhnenforscherFreitag, 8. oder Freitag, 22. Februar 2013, 14:00―17:00 Uhr, Diözesanarchiv LinzDr.in Monika WürthingerModul 5: Immer tiefer graben — das Einmaleins der HeimatforschungFreitag, 15. / Samstag, 16. März 2013, 14:00―18:00 Uhr / 9:00—17:00 Uhr, LandesbildungszentrumSchloss WeinbergKonsulent Thomas G. E. E. ScheuringerModul 6: Steine und Erinnerung — Einführung in die KleindenkmalforschungFreitag, 3. Mai 2013, 14:00―19:00 Uhr, Haus der Volkskultur, LinzKonsulentin Brigitte HeilingbrunnerModul 7: Musik, Sprache, Erzählung — vom Zuhören, Fragen und VerstehenFreitag, 24. Mai 2013, 9:00―18:00 Uhr, Adalbert-Stifter-Institut Linz / Volkslied Archiv /Haus der VolkskulturMag. Stephan Gaisbauer / Dr. Klaus Petermayr / Dr.in Adelheid Schrutka-RechtenstammModul 8: Meine Ordnung, mein Speicher — Privatarchiv & EDV-EinsatzFreitag, 7. Juni 2013, 14:00―17:00 Uhr, Haus der Volkskultur, LinzKonsulent Thomas G. E. E. ScheuringerModul 9: Zum Ende kommen — Tipps für die AbschlussarbeitFreitag, 21. Juni 2013, 14:00―17:00 Uhr, Haus der Volkskultur, LinzMag.a Dr.in Elisabeth Mayr-Kern MBA / Mag. Siegfried KristöflModul 10: Das Werk — Präsentation der AbschlussarbeitenHerbst 2013, Termin wird noch bekanntgegeben, Haus der Volkskultur, LinzMag. Siegfried Kristöfl 23
  24. 24. WahlmoduleAus den neu angebotenen Modulen müssen zwei nach freier Wahl absolviert werden.Der Umgang mit dem ObjektFreitag, 15. / Samstag, 16. Februar 2013, 9:00―17:00 Uhr, Stadtmuseum Leonding ― Turm 9Dr.in Andrea Euler / Dr.in Thekla WeissengruberModul aus dem Ausbildungslehrgang Museumskustode/-inOberösterreichische KunstgeschichteFreitag, 15. März 2013, 15:00―18:00 Uhr, der Ort wird noch bekanntgegebenModul im Rahmen der Fortbildung Kirchenpflege beim Kunstreferat der Diözese LinzGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang Museumskustode/-inOberösterreichische DiözesangeschichteTermin und Ort werden noch bekanntgegebenDr.in Monika WürthingerGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang Museumskustode/-inOberösterreichische ZeitgeschichteTermin und Ort werden noch bekanntgegebenDr.in Cornelia Sulzbacher / Dr. Josef Goldberger, Oberösterreichisches LandesarchivGilt auch als Wahlmodul für den Ausbildungslehrgang Museumskustode/-inWorkshopsDie Workshops bieten einen vertiefenden Zugang zu speziellen Themen der oberösterreichischen Heimatge-schichte. Profunde Kenntnisse werden vermittelt, neue Forschungsperspektiven für die eigene Arbeit könnensich eröffnen. Durch den Besuch der Forschungseinrichtungen und den Austausch mit interessierten Kollegin-nen und Kollegen wird das Netzwerk der Heimatforschung in Oberösterreich weiter gesponnen.Im Kursjahr 2012/13 stehen zwei Workshops auf dem Programm: Zum einen präsentiert das regionalge-schichtlich sehr aufschlussreiche Lambacher Stiftsarchiv seine Quellenschätze, zum anderen versuchen dieExperten des Biologiezentrums Linz allen Heimatforscherinnen und –forschern sowie den an HeimatbüchernArbeitenden die Chancen und Möglichkeiten naturwissenschaftlichen Forschens zu vermitteln.Lambacher ArchivgeschichteFreitag, 23. März 2013, 15:00—19:00 Uhr, Stiftsarchiv LambachDr. Christoph StöttingerNatur und Heimat — die Möglichkeit ihrer Beschreibunghalbtägig (Termin wird noch bekanntgegeben), Biologiezentrum LinzDr. Gerhard Aubrecht Anmeldungen für beide Lehrgänge sind bis eine Woche vor Kursbeginn möglich bei: Akademie der Volkskultur Promenade 33/203 4020 Linz Hinweis: Informationen zu den beiden AusbildungslehrgängenE-Mail: avk@ooevbw.org erhalten Sie auch beim Verbund Oberösterreichischer Museen.Telefon: +43 (0)732/77 31 90-12 Hier ist auch eine Anmeldung zum Lehrgang Museumskustode/Fax: 0732/776409 -in möglich.Internet: www.akademiedervolkskultur.at 24
  25. 25. QualifizierungsseminarMuseum und TourismusM useen sind immer mehr gefordert, unter dem Schlagwort Besucherorientierung touristische Anlie- gen und Strategien in die Museumsarbeit einfließen zu lassen, um neue Besucherschichten zu er- schließen und als lebendige Orte das Wissen unserer Vorfahren zeitgemäß zu vermitteln. Das Qualifizierungsseminar Museum und Tourismus bietet Museums– und Ausstellungsmitarbeiterinnenund –mitarbeitern maßgeschneiderte Inhalte für den erfolgreichen Umgang mit touristischen Themen undAspekten im Museum. Zudem zeigt es Wege zur Attraktivitätsverbesserung von Museen und Ausstellungendurch gezieltes Maßnahmenmanagement in den Bereichen Strategie/Positionierung und Profilierung, Insze-nierung, Marketing und Finanzierung.Zielgruppen: Museums– und Ausstellungsmitarbeiterinnen und –mitarbeiter, Neu– bzw. Quereinsteigerinnenund –einsteiger im Kunst-, Kultur– und Kreativbereich, in Kulturarbeit involvierte und interessierte PersonenSeminarinhalte: Das Seminar gliedert sich in vier Vortragsblöcke mit insgesamt 70 Einheiten. Skripten für dieVor– und Nachbereitung und aktuelle Unterlagen werden jeweils zu Beginn der Blöcke zur Verfügung gestellt.Vortragsblock I: Vortragsblock III:Donnerstag, 8. November 2012, 16:00―20:00 Uhr: Donnerstag, 10. Jänner 2013, 16:00― 20:00 Uhr:Allgemeine Seminareinführung Kultur- und Marktforschung ― Umgang mit Beschwerden;Museumstourismus; anschließend Kamingespräch mit anschließend Kamingespräch mit Experte/ExpertinExperte/Expertin Freitag 11. Jänner 2013, 8:00―17:00 Uhr:Freitag, 9. November 2012, 8:00―17:00 Uhr: Presse- und Öffentlichkeitsarbeit ― Umgang mitKultur- und Freizeittourismus, Qualitätsstandards im Medien einschließlich Social MediaMuseums-, Ausstellungs- und Veranstaltungswesen Samstag, 12. Jänner 2013, 8:00―17:00 Uhr:Samstag, 10. November 2012, 8:00―17:00 Uhr: Verkaufsförderung und Direct MarketingTouristische Qualitätsstandards im Museums- ,Ausstellungs- und Veranstaltungswesen; Vortragsblock IV:Strategieentwicklung: Positionierung ― Profilierung Donnerstag, 24. Jänner 2013, 16:00―20:00 Uhr:― Marke ― USP Event- und Veranstaltungsmanagement im Museums- und Ausstellungsbereich; anschließendVortragsblock II: Kamingespräch mit Experte/ExpertinDonnerstag, 29. November 2012, 16:00―20:00 Uhr: Freitag, 25. Jänner 2013, 8:00―17:00 Uhr:Strategieentwicklung: Positionierung ― Profilierung Event- und Veranstaltungsmanagement imMarke ― USP; anschließend Kamingespräch mit Museums- und Ausstellungsbereich; am NachmittagExperte/Expertin Präsentation und Beurteilung der ProjekteFreitag, 30. November 2012, 8:00―17:00 Uhr: Samstag, 26. Jänner 2013, 8:00―17:00 Uhr:Inszenierungsformen und –strategien (story line, Shop) Finanzierung, Förderung, SponsoringSamstag, 1. Dezember 2012, 8:00―17:00 Uhr: Freitag, 15. März 2013, 14:00 Uhr: AbschlussfeierKulturvermittlung (Gästeführung und –motivation) mit feierlicher Zeugnisübereichung 25
  26. 26. Veranstaltungsorte: Johannes Kepler Universität Linz und verschiedene Museen in OberösterreichGesamtkosten für das Seminar: € 600,-- für das gesamte Seminar, Verpflegungs- und ev. Übernachtungskostensind nicht inkludiert.Kosten für die tageweise Teilnahme: Der Besuch von Tagesseminaren ist nach Maßgabe der freien Plätze mög-lich. Eine Kursbestätigung dazu wird jeweils ausgestellt. Prüfungen für Tagesbesucher sind nicht vorgesehen.Der Besuch von Einzelseminaren ist zu einem Preis von € 70,-- Tagessatz für jeweils einen Freitag bzw. Sams-tag möglich, für Donnerstage inkl. der Teilnahme am Kamingespräch werden € 40,-- verrechnet.Verpflegungs- und Übernachtungskosten sind nicht eingeschlossen.Mindestteilnehmerzahl: 15 PersonenFörderungen: Unter Maßgabe der Voraussetzungskriterien ist eine Förderung aus dem speziellen Bildungskontodes Landes OÖ. möglich sowie die Aufnahme der Gesamtausgaben für das Seminar im Rahmen der Arbeitneh-merveranlagung im Punkt Werbungskosten. Informationen dazu finden Sie unter:www.land-oberoesterreich.gv.at/cps/rde/xchg/ooe/hs.xsl/24636_DEU_HTML.htmDas Seminar entsteht in Kooperation von Johannes Kepler Universität — Universitätslehrgang Tourismusma-nagement, den Oberösterreichischen Landesmuseen und dem Verbund Oberösterreichischer Museen.Bewerbungen sind bis 15. September 2012 möglich bei:Johannes Kepler Universität Verbund Oberösterreichischer MuseenUniversitätslehrgang Tourismusmanagement Mag. Dr. Klaus LandaMag. Dr. Herta Neiß Welser Straße 20Altenberger Straße 69 4060 Leonding4040 Linz E-Mail: landa@ooemuseumsverbund.atE-Mail: herta.neiss@jku.at Telefon: +43 (0)732/68 26 16Telefon: +43 (0)732/24 68-88 63 Kultur-Ferialjobs Bereits zum fünften Mal unterstützt das Land Oberösterreich heimische Kulturvereine dabei, qualifi- zierte Ferialjobs für oberösterreichische Schülerinnen und Schüler sowie Studentinnen und Studenten zwischen 15 und 25 Jahren zu schaffen. Im Vorjahr wurden auf diese Weise landesweit 47 Ferialjobs ermöglicht. Gefördert wird die Mitarbeit bei Planung und Realisierung von Kulturprojekten sowie bei der Durchfüh- rung von Veranstaltungen und damit verbundenen administrativen Arbeiten im Zeitraum von Juni bis Oktober 2012. Diese Aktion gilt auch für Museen. Pro Kulturverein können zwei Arbeitsplätze gefördert werden. Das Land übernimmt maximal 70 % der Bruttolohnkosten für vier Wochen, höchstens aber € 700,-- pro Arbeitsplatz. Letzter Einreichtermin ist der 10. November 2012. Nähere Informationen sowie das Antragsformular finden Sie auf der Homepage des Verbundes Oberös- terreichischer Museen unter der Rubrik Aktuelles 26
  27. 27. Die Anzenaumühle Der älteste Gewerbehof ÖsterreichsA ls ich vor mehr als zwölf Jahren das Amt Die Anzenaumühle liegt am südlichen Ortsende von eines Geschäftsführers des Verbandes der Lauffen, einer ehemaligen Marktgemeinde an der OÖ. Freilichtmuseen übertragen bekam, Traun. Lauffen wurde im 19. Jahrhundert Bad Ischl war mir zunächst nicht bekannt, dass da- eingemeindet und verlor so die Marktrechte an diemit auch die ungeteilte Verantwortung für eines der neue Großgemeinde.ältesten Freilichtmuseen Österreichs verbundenwar. Die Realität holte mich jedoch sehr bald ein Auf einem Merian-Stich von 1646 mit der Darstellungund es stand zur Diskussion, entweder eine umfas- von Lauffen ist am rechten Bildrand die An-sende Revitalisierung dieser denkmalgeschützten zenaumühle deutlich erkennbar. Diese gehört zurObjektgruppe in die Wege zu leiten oder die auf- Marktgemeinde Bad Goisern. Da sie die Konskripti-grund der durch die Neulage der B 145 stark beein- onsnummer 1 der Ortschaft Anzenau trägt, darf an-trächtigten Objekte aus dem Bestand der oberöster- genommen werden, dass sie der Tradition entspre-reichischen Freilichtmuseen zu verlieren. Die Be- chend das älteste Objekt der Ortschaft Anzenau ist.standsaufnahme brachte zwar erstmals genaue Plä- Die Siedlung Anzenau wird 1325 erstmals imne aller Objekte, machte aber auch alle Schäden Traunkirchner Urbar erwähnt. Da ab 1584 fortlau-und damit den Umfang der erforderlichen Arbeiten fend Aufzeichnungen vorliegen, darf durch Verglei-sichtbar. Mit der Sicherstellung der notwendigen che auch angenommen werden, dass die Mühle wohlfinanziellen Mittel konnte die Suche nach fachlich schon im 15. Jahrhundert bestanden hatte.geeigneten Firmen und Personen für diese Arbeiten Verbürgt ist jedenfalls ab dem 16. Jahrhundert einbeginnen. Nach ersten erfolgreichen Schritten ereil- Bauernhaus mit Mühle und Bäckerei, im 18. Jahrhun-te die Anzenaumühle aber die Hochwasserkatastro- dert sind laut Grundbuch ein Sägewerk und einephe von 2002 ― die Schäden waren so groß, dass ein Gipsstampfe dazugekommen. Auch eine BadstubeWeiterbestand ernsthaft in Zweifel gezogen wurde. wird erwähnt.Der Verband hätte aus Eigenem niemals den jetztnoch größeren finanziellen Bedarf leisten können. Fünf Gebäude umfasste die Anzenaumühle undDas Land Oberösterreich, das Bundesdenkmalamt ebenso viele Gewerbe: die Landwirtschaft, die Mül-und die Raiffeisenlandesbank Oberösterreich haben lerei, die Sägerei, die Schwarzbäckerei und diedankenswerterweise die Rettung gesichert. Gipsaufbereitung. Die Bäckerei ist dem Museum er-Drei Jahre später konnte die Anzenaumühle wieder halten geblieben, der Backofen wurde restauriertfür Interessierte geöffnet werden. Mit der erfolgrei- und wenn heute zu besonderen Veranstaltungenchen denkmalpflegerischen Sanierung und Revitali- wieder Brot gebacken wird, dann ist dessen Qualitätsierung konnte auch ein neuer Eigentümer und Trä- so gut, dass viele Besucherinnen und Besucher alleingerverein gefunden werde, dem das Museum über- deswegen von weit her kommen.tragen wurde und der seither mit Umsicht und En-gagement dieses architektur- und wirtschaftshistori- Ab 1584 sind folgende Besitzerfamilien in den Auf-sche Kleinod betreut. zeichnungen genannt:Ein Sohn des letzten Pächters, Paul Rainer, küm- Eißl, Kößler, Effer, Winderauer, Aichmüllner, Lüer-mert sich persönlich um die Objekte seiner Kindheit zer, Pließeysen, Edlinger, Rettenbacher über meh-und erzählt den Besucherinnen und Besuchern gerne rere Generationen, die Moser und Rainer. Die Ursa-Ernstes und Heiteres aus dem Alltag der An- chen für den häufigen Besitzerwechsel sind aller-zenaumühle in den 1950er und 1960er Jahren. dings nicht geklärt. 27
  28. 28. Vermutlich war zwar der Betrieb ertragreich, aber die Lage an einer Stra-ßenbiegung mit den erschwerten Manipulationsbedingungen und die überden Jahreslauf auffallend geringe Besonnung des Wohnhauses in Verbin-dung mit der Lage am Wasser dürfen wohl nicht gesundheitsförderlich ge-wesen sein. Im Jahr 1902 wurde das Anwesen an das k.u.k. Ärar verkauft,1920 ging es damit in den Besitz der Republik Österreich über und wurdeden Österreichischen Salinen zur Verwaltung zugewiesen. Seither wurde esan die Familie Rainer verpachtet, die es bis 31. Dezember 1960 bewohnteund bewirtschaftete. 1962 wurde der Stadel wegen der Trassenplanung fürdie B 145 abgebrochen; die nur 3,5 m breite Durchfahrt zwischen Mühlen-haus und Stall-Stadel verlangte ein Schleifen des Stadels. 1964 wurde dasSägewerk abgetragen. Da inzwischen aber die Umfahrung Lauffen deutlichvon der Anzenaumühle abgesetzt errichtet wurde, konnte das Hauptgebäu-de erhalten werden, wenn auch im Inneren fast vollständig leergeräumt.Im Jahr 1965 wurde das Objekt vom neu gegründeten Verband der OÖ.Freilichtmuseen soweit wieder hergestellt, dass es als Museum zugänglichwurde. 1968 erfolgte der Eigentümerwechsel von der Republik Österreich ―Finanzministerium an den Verband der OÖ. Freilichtmuseen. Das Wirt-schaftsgebäude wurde 1973/1974 originalgetreu fast am gleichen Standortwieder aufgebaut, 1983 konnte auch ein aus dem Jahr 1814 stammendesVenetianer-Gatter von der Sattelmühle in Lungendorf wieder errichtet wer-den. Das Gebäude wurde sachkundig zerlegt und neben der Anzenaumühlewieder feinsäuberlich zusammengesetzt. Für das Museum können nun beideArten eines Wasserrades im Betrieb gezeigt werden, ein oberschlächtigesbei der Säge und ein unterschlächtiges bei der Mühle.Die Anzenaumühle ist im Kern ein inneralpiner Paarhof (Zwiehof), dasWohnhaus gehört zur Gruppe der Rauchküchenhäuser. Die zwischen Wohn-haus und Stall-Stadel durchführende Straße von Bad Ischl über den Pöt-schen nach Bad Aussee war gleichzeitig Betriebsfläche, Quelle ständigenÄrgernisses sowohl für die Inwohner als auch für die Durchreisenden. DieserPaarhof ist auch deshalb interessant, weil er nach Aussage von Prof. FranzC. Lipp der nördlichste seiner Art ist, von Gmunden bis Ischl bestimmenEinhöfe und Kleinhäuser das Landschaftsbild.Das WohnhausDas Wohnhaus, die eigentliche Anzenaumühle, besitzt drei Nutzungsebe-nen: im Untergeschoß die Mühle, im Erdgeschoß Stube, Küche, Bäckereiund im Dachgeschoß die Schlafräume. In seiner Struktur stammt das Objektaus dem 16. Jahrhundert, das äußere Erscheinungsbild repräsentiert denBaubestand seit dem frühen 18. Jahrhundert. Besondere Kennzeichen sinddas Schopfwalmdach und die ovalen Lüftungsfenster unter dem Ortgang(Ochsenaugen genannt). Der nordseitige Zubau stammt ebenfalls aus dem16. Jahrhundert. Im Verlauf der Restaurierungsarbeiten 2003 wurden ander Südseite unter den Putzschichten Sgraffitti entdeckt, die vorsichtigfreigelegt, gereinigt und an kleinen Fehlstellen unter Aufsicht des Denk-malamtes ergänzt wurden. Der kreuzförmige Grundriss zeigt den Typus ei-nes Eckflurhauses, wie er im inneren Salzkammergut bei den traditionellenWohnhäusern häufig nachzuweisen ist. Heute gibt es aber kaum noch Bau-ten im originalen Raumgefüge. 28
  29. 29. Man betritt das Erdgeschoß über eine Laube (Vorhäusl) mit Ecksitzbank undTisch und kommt in das Vorhaus, von dem man aus links in die Stube, gera-deaus in die Küche (Schwarze Kuchl) sowie zum Backofen und über eineHolztreppe ins Dachgeschoß (Omauf) gelangt. Vom Vorhaus führt eine stei-le Massivstiege ins Untergeschoß zur Mühle. Von dieser Stiege aus ist auchein kleiner niedriger Kellerraum erreichbar.In der tonnengewölbten Küche ist an der linken Wand die schmale Herd-stelle, wo über offenem Feuer gekocht wurde, für den Kessel wurde einschwenkbarer Kesselhaken (Reidn) angebracht. Im Backofen konnten aufeinen Schuss 30 große oder 50 kleine Brotlaibe gebacken werden. Durcheine Öffnung von der Backstube wurde der vorbereitete Teig in eigenenKörben (Backsimperln) in die Küche und zum Backofen gereicht.Die große Stube wird von einem großen Kachelofen beheizt. Über der Ofen-bank ist ein Holzgerüst (Gstäng und Anzn) zum Trocknen von Bekleidungangeordnet. Die Einrichtung wurde nach alten Bildern wiederhergestellt;bemerkenswert ist ein großer Vogelkäfig, in dem während des Winters dieim Salzkammergut traditionell gefangenen Singvögel gehalten wurden. Hin-ter dem Stubentisch mit dem Herrgottswinkel hängt auch das Herbergszei-chen des Müller-, Bäcker- und Sägewerksbetriebes. Die Holzbalkendeckestammt von 1600. Hinter dem Kachelofen befindet sich ein kleiner Raum-teil (Höll) mit dem Bett für den Bäcker oder Müller.Ein bemerkenswertes Detail: Im Untergeschoß wurde ein Seil am Mahlwerkder Mühle befestigt und über dieses Seil eine kleine Glocke im Erdgeschoßangeläutet, damit der Müller sofort Bescheid wusste, wenn ein Mahlgangnicht ordnungsgemäß funktionierte. Sowohl das Mahlen als auch das Brot-backen war durch viele Vorschriften streng geregelt, während der Zeit desGetreidemahlens waren alle Mahlgänge praktisch rund um die Uhr in Be-trieb. Daher war eine (nach heutigem Sprachgebrauch) Eigenkontrollezwingend geboten.An die große Stube anschließend, durch eine Bretterwand getrennt, befin-den sich die Backstube, in der der Brotteig zubereitet wurde. Von hier auswurde der fertige Teig über die erwähnte Öffnung in die Rauchküche zumBackofen gereicht.Von der Backstube gelangt man in die zwei Stufen tiefer liegende Müllner-stube (Bäckerstübl, Stübl). Dieser Raum liegt im Anbau am Ende des großenBackofens, wird von diesem mitbeheizt, besitzt aber auch einen eigenenKachelofen mit kleinem Herd. Der Raum diente vor allem zum Reifen desBackteiges, weshalb eine gleichmäßige Wärme erforderlich war. Auch dieweißen Simperltücher wurden hier getrocknet. Von der Müllnerstube auskonnte zudem der Abort erreicht werden, der im Zuge der Sanierungsarbei-ten von 1965 jedoch abgebaut wurde.Im Obergeschoß liegen das ehemalige Schlafzimmer der Müllersleute(Überzimmer) mit einer einfachen Stuckdecke, heute als Stube und Aus-stellungsraum eingerichtet, sowie zwei weitere ehemalige Schlafräume,seitlich neben an den Giebelwänden liegenden Schlafzimmern sind Raum-zwickel, die früher teilweise als Kinderzimmer verwendet wurden. 29
  30. 30. Im Untergeschoß liegt die Mahlstube, erreichbar über die Innentreppe, aber auchvon außen über eine steinerne Stiege und einen kleinen Steg über den Fluder. Die-ser Fluder zweigt einige hundert Meter südlich der Anzenaumühle von der Traunab und hat die ursprünglich drei unterschlächtigen Räder der Mühle (System deut-sche Wassermühle römischen Typs) sowie die Räder des Sägewerkes angetrieben.Durch den hoch aufgeschütteten Damm der neuen Bundesstraße wurde dieser Flu-der fast vollständig von der Traun getrennt, aber bei starken Regenfällen oder garHochwasser drückt das Grundwasser so intensiv nach, dass das gesamte Unterge-schoß überflutet werden kann, weil der Fluder die anfallenden Wassermengennicht mehr ausreichend abtransportieren kann.Die Mahlstube erstreckt sich über die gesamte Fläche des Untergeschoßes und istdurch eine Säule mit Bögen in zwei Raumabschnitte der Länge nach geteilt. Jedesder drei Mühlräder trieb einen Mahlgang an, heute ist nur mehr ein vollständigerMahlgang mit einem Mühlrad erhalten, ein zweiter ist ohne Mühlrad vorhanden.Für einen Schaubetrieb reicht die geringe Wassermenge des Fluders aber aus.Nach den Schäden des Hochwassers 2002 wurden Antriebe, Mahlwerk und Mahl-bühne sorgsam restauriert und sind wieder voll betriebsfähig. Glücklicherweisekonnte mit dem Seniorchef der Firma Gassner aus Mitterweißenbach ein erfahre-ner Mühlenbauer und Tischlermeister für diese Tätigkeit gefunden werden, in Ver-bindung mit der ausgezeichnet arbeitenden Zimmerei Brandl aus Bad Ischl. Auchder neue Kustos Paul Rainer gab wertvolle Hinweise.Die Mahlwerke sind zweistöckig ausgeführt, im unteren Teil ― also unmittelbaroberhalb der Fundamente ― liegen die Antriebsstränge mit Mühlrad und der An-triebswelle sowie dem Großzahnrad, oberhalb auf einer Art Brücke (Mahlbühne)die eigentlichen Mahlwerke. Die Beschickung mit Getreide erfolgte über ver-schließbare Öffnungen in der Decke über dem Untergeschoß vom Erdgeschoß aus.Für das Auswechseln der Mühlsteine besaß jedes Mahlwerk einen kleinen hölzer-nen Kran mit Zange. In der Mahlstube sind weitere Mühlen ausgestellt, um dieunterschiedlichen Mahlwerke zeigen zu können. Eine kleine Sitzgruppe ermöglichtheute die Durchführung kleiner Feiern oder Seminare.Das WirtschaftsgebäudeAn der Straße gelegen, hat es zwei Ebenen, im gemauerten Untergeschoß denMilchkeller und die Stallungen, die auch heute noch Pferde beherbergen, undoberhalb die von einem steilen Schindeldach bedeckte Scheune in Holzblockbau-weise, die über eine Rampe von Süden aus erreicht wird. Zum Berghang hin wurdedas Dach weitergezogen, darunter finden landwirtschaftliche Fahrzeuge Platz. Derteils felsige Berghang wurde bei den Sanierungsarbeiten ab 2002 gereinigt und eswurde eine sichere Entwässerung geschaffen.Im Zuge der Sanierungsarbeiten nach dem Hochwasser 2002 wurde auch das um-liegende Gelände soweit gesäubert, dass wieder ein brauchbares Ambiente ent-standen ist. Nach wie vor kritisch anzumerken sind allerdings das den Maßstab deshistorischen Ensembles verletzende Objekt des Gasthauses zur Anzenaumühle ausden frühen 1960er Jahren und die nicht immer ordentlich gepflegten Außenstal-lungen des nachbarlichen Pferdewirtes. 30

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