E Crm In Der Bankenindustrie

Loading...

Flash Player 9 (or above) is needed to view presentations.
We have detected that you do not have it on your computer. To install it, go here.

0 comments

Post a comment

    Post a comment
    Embed Video
    Edit your comment Cancel

    Favorites, Groups & Events

    E Crm In Der Bankenindustrie - Presentation Transcript

    1. Grundlagen und Trends eines erfolgreichen E-Banking (entnommen aus: Decker, A. (2001): Grundlagen und Trends eines erfolgreichen E-Banking, in: Schögel, M./Schmidt, I. (Hrsg.): Electronic Customer Relationship Management (E-CRM) – Eine neue Dimension der Kundenbeziehung Erfolgreiches E-Banking basiert auf personalisierten Angeboten und einer Verbesserung des Kundenservices durch ein individuelles und langfristiges Customer Relationship Management Konzept. Dies ist das Ergebnis einer Studie von BroadVision und der CRM Group. Die Studie belegt die Bedeutung von Software-Applikationen für das Beziehungsmanagement. E- Business wird somit zum Erfolgsfaktor für Management von Geschäftsbeziehungen. Dr. Alexander Decker 1. Hintergrund und Ausgangssituation Das Internet und die damit verbundenen Applikationen wie E-Commerce, E-Business oder E- Service sind auf einem ständig wachsenden Pfad. Es gibt fast kein Unternehmen mehr, das nicht zumindest darüber nachdenkt, die neuen Technologien für ihre Geschäftsgebaren zu nutzen. Die Branche der Finanzdienstleister sieht für sich dabei einen besonders großen Bedeutungszuwachs. E-Banking wird als besonders wichtig erachtet. Der Markt des E-Banking ist charakterisiert durch ein starkes dynamisches Wachstum. Laut Datamonitor [3] werden bis 2004 ca. 29,5 Mio. Nutzer in Europa ihre Einkäufe via elektronischer Kanäle wie Internet, interaktives Fernsehen sowie Handys per Bankbelastung abwickeln. Die Ausgaben für Informations-Technologien im Bereich E-Banking werden sich von 360 Mio. US $ in 1999 auf ca. 1,4 Milliarden US $ in 2004 nahezu vervierfachen. Aufgrund der schnellen Entwicklung im Bereich der Informationstechnik befinden sich Banken derzeit in einem Umbruch. Der Markt des E-Banking wächst enorm. Immer mehr Konkurrenten werben um immer mehr und immer anspruchsvollere Online-Kunden. Dies schlägt sich vor allem auf den elektronischen Vertrieb (E-Business) nieder. Für Banken stellt dies eine immense Herausforderung dar und erfordert große Investitionen in professionelle E- Commerce-Strategien und dadurch in neue, lukrative Vertriebskanäle.
    2. Wie aber können neue Kunden gewonnen und langfristig gehalten werden? Was müssen diese Kanäle nun leisten, welchen Anforderungen – aus Sicht des Kunden, aber auch aus Sicht des Anbieters – müssen sie standhalten? Welche Vorteile entstehen den Unternehmen und ihren Kunden durch E-Banking? Welchen Gefahren begegnen sie? Die CRM Group - führendes Beratungsunternehmen im Bereich Customer Relationship Management - und BroadVision - einer der führenden Anbieter von One-to-One Softwarelösungen - haben vor dem Hintergrund dieser Fragestellungen eine Studie [6] durchgeführt, um die Erfolgsfaktoren von E-Banking in Europa zu untersuchen. Dazu haben sie von 35 europäischen Finanzdienstleistern, die ihre Produkte auch im Internet anbieten, diejenigen ausgewählt, die sich durch herausragende State-of-the-Art-Implementierungen im Internet hervortaten und eine erfolgreiche Entwicklung dieses Geschäftszweiges vorweisen konnten. Im Rahmen von Workshops wurde zusammen mit den Verantwortlichen aus den Bereichen Marketing, Vertrieb und IT über die Erfahrungen und Vorgehensweisen der einzelnen Unternehmen gesprochen. Gleichzeitig wurden den Kunden die neuesten CRM- Strategien, neue Web-Applikationen sowie die neuesten Erkenntnisse in Sachen Personalisierung vermittelt. Im folgenden soll auf die wesentlichen Erkenntnisse der Studie detaillierter eingegangen werden. Ein Hauptaugenmerk liegt dabei auch auf der ausführlichen Darstellung von zwei herausragenden Lösungsansätzen: die Tatra Bank in Bratislava, Slowakei, und die Bank of Aland in Mariehamn, Finnland. 2. Marktsituation und Trends im Überblick Die Studie zeigt deutlich auf, dass Internet-Banking zur „Pflicht“ für die Retailbanken in Europa wird. Um sich von der Konkurrenz zu unterscheiden, ist es aber nötig, personalisiertes E-Banking, das heißt maßgeschneiderte Dienstleistungen, die auf die individuellen Wünsche und Bedürfnisse des Kunden abgestimmt sind, anzubieten. Unternehmen benötigen neue Strategien, ein neues Geschäftsmodell, um neue Produkte und Märkte zu erschließen, um wettbewerbsfähig zu bleiben, aber vor allem um Kunden langfristig binden zu können. Folgende Trends sprechen für diese Notwendigkeit:
    3. - 2004 werden 29,5 Millionen Kunden in Europa ihr Retail Banking über elektronische Vertriebskanäle abwickeln. - Die Ausgaben für geeignete IT-Lösungen im E-Banking-Bereich werden sich in den nächsten Jahren nahezu vervierfachen, von 360 Millionen US$ im Jahr 1999 auf etwa 1,4 Milliarden US$ im Jahr 2004. - 20 Prozent des Discountgeschäftes werden bereits elektronisch abgewickelt (z.B. von Direktbanken). - Weitere 10 Prozent werden von Kunden über mehrstufige Vertriebskanäle online abgewickelt. - 30-40 Prozent des Kreditgeschäftes wird in Zukunft auf elektronische Weise vollzogen. - In Skandinavien wickeln bereits 10-20 Prozent der Kunden ihre gesamten Bankgeschäfte über das Internet ab. - Die Anzahl und die Bedeutung der Geschäftsstellen ist bereits deutlich gesunken (z.B. Merita Nordbanken um 62 Prozent im Vergleich zu 1995). Viele Banken haben den Bedarf ihrer Kunden, über elektronische Kanäle bedient zu werden, erkannt. Vorreiter sind hier insbesondere die skandinavischen Institute. So kommt die Bank, mit der größten Anzahl von E-Banking-Kunden aus diesem Teil Europas: es ist Nordea mit über 2,7 Millionen aktive Kunden. Zu den in der Studie untersuchten Internet-Anbietern gehörten auch deutsche Internet- Angebote. Im Vergleich jedoch zu kleineren ausländischen Unternehmen war festzustellen, dass die deutschen Bankinstitute die vielfältigen Möglichkeiten der One-To-One Kommunikation nicht ausreichend nutzen. Dies lässt den Schluss zu, dass deutsche Finanzdienstleister zwar das Internet als Transaktionsplattform für sich entdeckt haben, den Entwicklungen im Bereich E-CRM aber noch hinterherhinken. Häufig werden die Potenziale des E-Banking von den Banken auch falsch eingesetzt. So zeigte die Studie ebenso wie eine Untersuchung von Forrester [4], dass die E-Banking- Strategien von Banken oft an den Bedürfnissen und den Prozessen der Kunden vorbei gehen. Speziell geht es häufig den Banken nur darum, weniger attraktive und wertige Kunden in kostengünstigere Kanäle, wie eben das Internet, zu pushen. Damit wird allerdings oftmals genau das Gegenteil erreicht. Denn gerade weniger wertige Kunden suchen die sehr kostspieligen Kanäle zur Bank: sie nutzen das Telefon und gehen häufig in die Filiale.
    4. Vor diesem Hintergrund wird eines deutlich: Das Internet stellt eine große Chance für Unternehmen und speziell Banken und noch viel mehr für Kundenbeziehungen dar. Gleichzeitig – wenn nicht systematisch und fokussiert durchgeführt – ist es aber auch eine große Bedrohung! Denn: Neue Technologien ermöglichen nahezu allen Marktteilnehmern, neue Produkte und Services anzubieten. Demnach liegt der Wettbewerbsvorteil nicht in der Technologie selbst, sondern in ihrer richtigen, personalisierten Anwendung. Unternehmen müssen ihre Internetstrategie vom reinen Marketingansatz zum kundenorientierten Management weiterentwickeln, um sich von Mitbewerbern zu unterscheiden und um wettbewerbsfähig zu sein. Der kontinuierliche Erfolgsfaktor auf dem Weg zum kundenorientierten Management ist das Lernen und Verstehen von Kundenbeziehungen mittels Personalisierung. Die Entwicklung der elektronischen Vertriebskanäle verlief bisher in drei Phasen: Unter dem Motto „Mehr Information“ verlief die erste Phase der elektronischen Vertriebskanäle (1995 bis 1997), die vor allem durch das Marketing vorangetrieben wurde. In erster Linie ging es darum, Informationen auf den Webseiten, z.B. über das Unternehmen oder die Produkte, bereitzustellen. Die zweite Phase (1997 bis 1999) wurde von den Process Managern bestimmt. Sie bauten die für die Geschäftsprozesse notwendige Infrastruktur auf. Produkte und Services konnten nun online zur Verfügung gestellt werden. Zur Zeit befindet sich der Markt im Übergang von der 2. in die 3. Phase, die vom Top- Management bestimmt wird. Diese Phase ist gekennzeichnet durch grundlegende Veränderungen hin zum kundenorientierten Management. 3. Kundenbeziehungsmanagement mit E-CRM Wie das o.a. Beispiel der deutschen Banken in unserer Studie zeigt, ist für das Potenzial des E-Finance-Sektors daher nicht nur die Errichtung von neuen, kosteneffizienten Vertriebskanälen wichtig, sondern insbesondere die Verbesserung des Kundenservices auf der Basis von Customer Relationship Management Tools (CRM) und vor allem die Anwendung
    5. der gesamten E-Business-Wertschöpfungskette. Um dies zu verwirklichen, müssen die E- Banking-Plattformen und Applikationen der Zukunft ein personalisiertes Angebot und den richtigen Content gewährleisten. E-CRM ist somit nicht ein alleinstehender Ansatz, sondern ein Teil eines umfassenden CRM Konzeptes, das ein bislang von produktorientiertem Denken bestimmtes Geschäft ändert. Das Essentielle an E-CRM ist die Abkehr vom Management der Wertschöpfungskette hin zum Management von Beziehungen (siehe Abb. 1). Eine E-CRM-Strategie muss die Beziehung zwischen Kunden und Unternehmen unterstützen und vor allem Mehrwert für den Kunden bieten. 2. Kundenzentrierte Denkweise 1. Produktzentrierte Denkweise Kunden Produkte und Leistungen Produkte Kom- Services muni - kation Kundengruppe A Kundengruppe B Kundengruppe C Kundenbeziehung Filiale – Telefon -Internet Kundenprozess Kundenwertschöpfungs- prozess Kunden Angebotsprozess Kundentypenspezifische Angebote Bankprodukte und -services Kundentypen werden auf der Basis s s werden auf den Markt ”geworfen”. ihrer Kundenprozesse definiert. Kern des Geschäfts sind die Angebotslösungen werden auf den s s Produkte. Die Kunden werden mit Kunden und seinen verschiedenen Nachrichten Wertschöpfungsprozess gleichzeitig ”bombadiert”. abgestimmt . Es gibt keine einzelnen Kundenbeziehungen werden s s Kundentypen, die Kundenbasis ist umfassend gesteuert. grob nach Umsätzen segmentiert. 1 Abb.1: Vom Produkt- zum Kundenfokus (Quelle: CRM Group Research) Da E-Banking ein Teil eines umfassenden CRM ist, funktioniert E-CRM auch alleine nicht. Es genügt nicht, die bereits vorhandenen Angebote auf elektronische Kanäle zu übertragen und sie durch die Möglichkeiten der Elektronik effektvoll zu gestalten. Vielmehr müssen drei Voraussetzungen erfüllt werden: 1) Der Kunde möchte über alle Kanäle kommunizieren und Finanzdienstleistungen abfragen. Ein Multi-Channel-Anschluss ist somit ebenso unabdingbar wie eine übergreifende Strategie:
    6. Viele Institute beginnen bei ihren Bemühungen um E-CRM mit umfangreichen Investitionen in die IT. Oft ist aber nicht klar, in welchen Zusammenhang diese Investitionen mit anderen kunden-bezogenen Aktivitäten stehen sollen [1, S. 45]. Vielmehr werden die IT-gerichteten Maßnahmen vollkommen isoliert von den anderen Abteilungen erarbeitet. Meistens bleibt dann einer auf der Strecke: der Kunde. Organisationen sollten sich daher vorrangig mit der Integration der verschiedenen Kanäle beschäftigen und schnell erste Tests starten, statt auf den großen Auftritt zu warten. Eine erfolgreiche Implementierung eines personifizierten Geschäftsansatzes fördert gleichzeitig auch die Profitabilität von Anfang an. 2) Eine Konzentration auf bestimmte lukrative Zielgruppen ist unumgänglich. Nicht jedes Angebot kann für jeden Kunden gelten: Eines muss ganz klar sein: Nicht alle Kunden sind gleich! Ein einheitliches Angebot für alle reicht vor dem Hintergrund eines gewandelten Kundenbildes – der Kunde ist anspruchsvoller, besser informiert und möchte den Wert seines Geldes durch echte Zusatz- bzw. Mehrwerte über das Produkt hinaus steigern – heute nicht mehr aus. Insofern muss das Verständnis der Kundenprozesse unterschiedlicher Kundentypen der Beginn einer kundenzentrierten Organisation - auch im Internet – sein. Es gilt Lösungen und Angebote mit Fokus auf die Kundentypen zu entwickeln, die den Wertschöpfungsprozess unterstützen (siehe dazu auch Abb. 1). Kunden besitzen aber keinesfalls stets dieselbe Attraktivität. Unternehmen erwirtschaften in der Regel mit zwanzig Prozent der hochprofitablen Kunden einen enormen Anteil ihrer Gewinne [5]. Vor diesem Hintergrund unterscheidet CRM die Kunden gemäß ihrer Profitabilität, eben dem individuellen Gewinn, den sie für ein Unternehmen leisten können. Und entsprechend selektiv erfolgt die Behandlung der Kunden nach ihrer Wertigkeit. Es lohnt sich kaum, in einen ‚Schnäppchenjäger‘ zu investieren, der von Unternehmen zu Unternehmen wandert. Ein solcher Kundentypus belastet das Unternehmen, ohne kalkulierbare Gewinnsituationen hervorzurufen. Um diese Zielsetzungen im Internet erzielen zu können, ist eine anspruchsvolle und verlässliche Software-Lösung unabdingbar. Sie muss in der Lage sein, horizontale wie vertikale Beziehungen zu personalisieren (siehe dazu Abb. 2). Dies bedeutet, die Software muss ebenso auf die verschiedenen Kundentypen und deren Wertigkeiten abzielen können
    7. (horizontale Ebene), wie die verschiedenen Kanäle und Partner integrieren (vertikale Ebene). Auf dieser Plattform gilt es dann einen ganzheitlichen CRM-Ansatz zu entwickeln und mittels IT sowie der Kombination aus Portalanbieter- und Kundenpflege-Konzept umzusetzen. Kundenbeziehung Kundentyp Kundentyp Kundentyp Kundentyp Finanz Internet Partner P K A Service A R Partner Personali- SMS N T sierung A N Loyalitäts Partner L E R Email Telco Partner Lieferprozess Marketing Sales Services 2 Abb.2: Anforderung an eine Software zur Personalisierung von Kundenbeziehungen (Quelle: CRM Group Research) 3) Unternehmen müssen aus ihren Kundendaten lernen. Hierzu sind Spezialisten nötig, die sich auf die Analyse dieser Daten verstehen. Es bedarf spezieller Software und Tools sowie DataWarehouses, um die ermittelten Daten aktuell aufzubereiten. Ein wichtiges Element, um Beziehungen im Internet mit den angeführten Zielen zu managen, ist – wie gezeigt - die Personalisierung. Angebote werden individuell auf einen Nutzer zugeschnitten. Die Personalisierung kann von zwei Seiten erfolgen: Zum einen durch die Aktivitäten des Nutzers und zum anderen durch den Service-Anbieter, der im Hintergrund agiert. Alles, was Mehrwert für den Nutzer schafft, kann personalisiert werden, z.B. Werbung, Produkte, Produkteigenschaften, Zeitungsartikel, Layout des Bildschirms etc. Personalisierung ist aber nur dann erfolgreich, wenn beide Seiten, also Nutzer und Service- Anbieter, davon profitieren. Dieser Prozess muss kontinuierlich überwacht werden. Dies bedeutet, dass man aus den Erfahrungen der Aktivitäten lernen und die Systeme weiterentwickeln bzw. anpassen muss. Es gilt eine „Learning Relationship“ aufzubauen. Dies
    8. ist wiederum ein sehr schwieriger Prozess. Denn es kommt hier im entscheidenden Maße auf die Kombination aus „Mensch“ und „Technologie“ an. Ohne die passenden Tools zur Personalisierung kann der beste Analyst heute nichts anfangen. Er wird in der Regel der Fülle an Informationen nicht mehr Herr. Gleichzeitig nützen aber auch hervorragende Software und Tools nichts, wenn man damit nicht umzugehen weiß. Hier werden Anforderungen an Analysten gestellt, die somit weit über die Kenntnis der reinen technologischen Aspekte hinausgehen. Wissen um die Kundenstruktur und die Kundenbeziehungen sind unabdingbar, um die Informationen auch richtig interpretieren zu können. Dies schließt auch ein, sich in Kundenbeziehungen hinein denken zu können. Nur wenn die o.a. Aspekte richtig geplant und umgesetzt werden, können Vorteile wie Wettbewerbsfähigkeit, Kundenloyalität oder die Neugewinnung von Kunden systematisch erzielt werden. Mittel- bis langfristig ergeben sich zudem Vorteile wie die Integration eines Mehrkanal-Systems, verfeinerte Kundensegmentierungen, ein konsolidiertes Kundenbild, die Zuordnung der Kunden zum passenden Vertriebskanal genauso wie Kostenreduktion (niedrigere Transaktionskosten), Cross-Selling Effekte und Umsatzsteigerung. Vorteile von geeigneten Personalisierungstechniken für Anbieter und Kunde Für den Service-Anbieter können sich folgende Vorteile ergeben: - Steigerung des Shareholder values - exakte Kundeninformation und dadurch bessere Ansprache des Kunden - gezielte Angebote und somit die Steigerung der Kundenprofitabilität - ein besseres Verständnis für Kundenbeziehungen - mehr Kosteneffizienz durch das Kennenlernen neuer Wege im Vertrieb und Marketing - zusätzliche Cross-und Upselling Möglichkeiten. Für den Online-Kunden sehen die Vorteile wie folgt aus: - schneller Zugriff auf maßgeschneiderte Angebote (individuelle Informationen/Content und Produkte) - hervorragender Service und dadurch eine bessere Beziehung zum Service-Anbieter - Dialogmöglichkeit mit dem Anbieter (Interaktivität) - direkte Ansprache des Kunden.
    9. 4. Anwendungsbeispiele erfolgreicher Unternehmen Innerhalb der Untersuchung zählten die Bank of Aland (Finnland) sowie die Tatra-Bank (Slowakei), die AGF France und die Merita Bank (Finnland) zu den Banken mit den erfolgreichsten Internet-Strategien. Im Folgenden sollen die Tatra-Bank und die Bank of Aland exemplarisch hervorgehoben werden. 4.1 Tatra Bank-Eliot 4.1.1 Das Unternehmen und die Herausforderung Die Tatra Bank wurde 1990 gegründet und beschäftigt heute 1.450 Mitarbeiter. Sie ist die drittgrößte kommerzielle Bank und die größte Privatbank. Sie hat 50 Filialen in der ganzen Slowakei. Die Höhe der Geldeinlagen lag per 31. Dezember 1999 bei 39,1 Milliarden SKK (ca. 1,64 Milliarden DM). Darüber hinaus zeichnete sich die Tatra Bank durch einen hohen Service Level und eine solide finanzielle Basis aus. Durch eine restriktive makroökonomische Ausgangssituation in der Slowakei befand sich die Tatra Bank in einer schwierigen, wirtschaftlichen Lage. Dies erhöhte den Druck auf Gewinnspannen und verschärfte den Wettbewerb in allen Bereichen der Finanzdienstleistungen, z.B. durch den Eintritt von starken Investoren in den Markt. Vor diesem Hintergrund suchte die Tatra Bank nach zusätzlichen, kosteneffektiven Vertriebskanälen, um mehr Kunden zu erreichen, die Kundenanzahl zu erhöhen und die Kapitalbasis weiter zu stärken. 4.1.2 Der Lösungsansatz und die Ergebnisse Die spezifische Situation des slowakischen Finanzmarktes veranlasste die Tatra Bank, verstärkt auf Internet-Technologien zu setzen und ihr Angebotsspektrum um elektronische Dienstleistungsangebote zu erweitern. Personalisierte, auf den individuellen Kunden zugeschnittene Dienstleistungen waren der Schlüssel für ein erfolgreiches Online-Banking. Die aktuelle Internetadresse www.tatrabank.sk wurde im Dezember 1999 nach einer Implementierungsphase von vier Monaten online geschaltet. Im Mai 2000 folgte - nach einer sehr kurzen Implementierungszeit von nur einem Monat - der neue Markenname
    10. www.eliot.sk. Diese neue \"direct-banking\" - Web-Adresse ist speziell auf eine jüngere Klientel zugeschnitten und strategisch als Eingangsportal für junge Leute angelegt. Die Tatra Bank taucht als solche unter www.eliot.sk lediglich unter „powered by Tatra Banka“ auf. Neben seinen Finanzdienstleistungen kooperiert Eliot mit 30 Internet-Shops, die für die jungen Zielgruppen von hohem Interesse sind. Diese Auswahl von Partnern für das Angebot hat den großen Vorteil, dass ein direkter Bezug zu der Zielgruppe vorhanden ist. Eine Unterstützung der Kundenprozesse war dadurch gewährleistet. Dies mag als Lösungsschritt banal klingen – Fakt ist aber, dass die meisten Unternehmen bei der Auswahl von Partnern zur Anreicherung ihres eigenen Auftritts nur selten auf die Kompatibilität der kooperierenden Unternehmen achten [2]. Heute bieten www.tatrabank.sk und www.eliot.sk die gesamte Palette an E-Banking-Services, wie Internet-Banking, SMS-Banking, E-Mail-Banking und Tele-Banking an. 50 Prozent der täglichen Finanztransaktionen laufen bei der Tatra Bank heute über E-Banking- Anwendungen. Nachdem die Tatra Bank ihre neue Direct-Banking-Marke www.eliot.sk lanciert hatte, gewann sie 8.000 neue Kunden hinzu. Jeden Tag nutzen etwa 7.000 Kunden die neuen E-Banking Anwendungen. Eliot erhält täglich an die 12.000 „short messages“ (SMS) und E-Mail-Nachrichten bezüglich Finanztransaktionen. Der Kunde kann seine Zahlungen elektronisch anweisen und auch seine Kontenbewegungen über das Internet, E-Mail, Telefon oder GSM Handys überprüfen. Absicht dabei ist, sowohl Firmen- wie auch Privatkunden individuelle Portfolios anzubieten. Dazu zählen spezielle Finanzierungsangebote oder Anlagemöglichkeiten, die auf die Bedürfnisse und die finanzielle Situation des jeweiligen Kunden zugeschnitten sind. Mehr Transaktionen bei geringeren Kosten: Die frühe Präsenz im Internet eröffnete der Tatra Bank viele neue und unterschiedliche Geschäftsmöglichkeiten. Das Online-Schaufenster ermöglichte ein viel breiteres Spektrum an Angeboten als Geschäfte vor Ort. Die Bank senkte ihre Kosten per Transaktion signifikant. Da sie einen weit günstigeren Vertriebskanal nutzte, konnte die Bank ihre Servicekosten niedrig halten, was wiederum wichtig war, um Finanzprodukte wie Darlehen oder Hypotheken günstiger anbieten zu können. Die Transaktionskosten via Internet lagen bei weniger als 10 Prozent im Vergleich zu den Kosten einer Transaktion am Bankschalter. Hinzu kamen ein 24-Stunden-Service an 7 Tagen in der
    11. Woche und das Angebot maßgeschneiderter Lösungen. Dies machte die Tatra Bank unschlagbar im Wettbewerb. Noch im Oktober 2000 wurde ein weiterer Schritt des neuen E-Banking-Konzepts der Bank realisiert, nämlich das Angebot von individuellen Web-Seiten für jeden einzelnen Kunden, ganz im Sinne der One-to-One Marketing-Strategie der Bank für ausgewählte Kundensegmente. Weiterhin plant die Bank, das traditionelle Schaltergeschäft ihrer Filialen in Beratungs- und Trainingszentren für E-Banking umzuwandeln und damit Schulungszentren für den Kunden zu etablieren, in denen er den Umgang mit den Online-Dienstleistungen erlernt und erprobt. 4.1.3 Fazit zum Anwendungsbeispiel Die Tatra Bank war durch eine schwierige ökonomische Situation dazu gezwungen, mit zusätzlichen und vor allem kosteneffizienten Vertriebswegen neue Kunden zu erreichen und ihren Marktanteil zu erhöhen. Ziele dabei waren langfristig die stärkste Bank in der Slowakei zu werden und bis Ende 2000 zumindest die zweitstärkste nationale Bank. Die Tatra Bank nutzte zugeschnittene Softwarelösungen von BroadVision (One-to-One Financial Service / One-to-One Enterprise Plattform) und war damit die erste Bank in der Slowakei, die personalisierte Softwarelösungen einsetzte. Heute bietet die Tatra Bank zusammen mit ihrer Direktbank Eliot die gesamte Produktpalette im E-Banking an. Die Tatra Bank hat mit der frühen Internet-Präsenz den „first movers‘ advantage“ genutzt. Es entstand eine deutliche Kostenreduzierung pro Transaktion. Geringere Service-Kosten durch den Einsatz der neuen Vertriebskanäle ermöglichten es der Tatra Bank, ihre Produkte wie z.B. Darlehen und Hypotheken, günstiger anzubieten, dabei aber den Kundenfokus – sprich die Unterstützung der Kundenprozesse – nicht außer Acht zu lassen. Heute besitzt die Bank einen Marktanteil von 18 Prozent in der Slowakei und ist damit drittgrößte Geschäftsbank. Sie ist dabei diese Position weiter auszubauen. 4.2 Bank of Aland 4.2.1 Das Unternehmen und die Herausforderung
    12. Die Bank of Aland wurde 1913 gegründet, beschäftigt 350 Mitarbeiter und bedient 55.000 Kunden. Sie ist die fünftgrößte Handelsbank Finnlands mit Hauptsitz in Mariehamn auf den Aland-Inseln. Sie hat acht Filialen auf dem finnischen Festland, so in Helsinki, Tampere und Turku. Die Bank of Aland hatte von jeher eine starke Position auf den Aland Inseln, jedoch einen relativ geringen Marktanteil auf dem finnischen Festland, nämlich nur knapp zwei Prozent. Marktanteilssteigerungen konnten nur durch die gezielte Abwerbung von Kunden der Konkurrenz erreicht werden. Ziel der Bank war es, Ihren Marktanteil auf dem Festland jedes Jahr um 100 Prozent zu erhöhen, ohne jedoch dort Niederlassungen zu eröffnen oder ihr bestehendes Netzwerk auszuweiten. Das primäre Ziel jedoch war es, bis 2001 die führende Internet Bank Finnlands zu werden. 4.2.2 Der Lösungsansatz und die Ergebnisse Im Dezember 1999 entschied die Bank of Aland, neue Wege zu gehen, um sich zu einer \"digital relationship bank with branch offices\" zu entwickeln. Überzeugt hatte das enorme Potenzial einer virtuellen Bank und die daraus resultierenden Wettbewerbsvorteile. Etabliert werden sollte eine Full-Service Internet-Bank, die mit dem vorhandenen Netzwerk an Außenstellen ihre Geschäftstätigkeit unterstützt. Zu diesem Zweck setzte auch die Bank of Aland die One-to-one Finance Applikationen auf Basis der One-to-One Enterprise Plattform von BroadVision ein. Im einzelnen entwickelte die Bank of Aland eine komplett neue CRM Strategie als Ausgangspunkt ihrer Aktivitäten. Auf der Basis einer umfassenden Kundensegmentierung erfolgte dann die Auswahl neuer attraktiver Kundengruppen, die näher zu bearbeiten waren. Für diese Kundengruppen wurden spezielle neue Produkt- und Servicepakete zur Unterstützung der jeweiligen Kundenprozesse entwickelt. Die One-to-one Finance Applikationen dienten der Umsetzung der Ansätze. Die Steuerung der verschiedenen Kundengruppen erfolgte über ein umfassendes Kunden-Portfolio-Management. Seit der Einführung der Full-Service E-Banking-Plattform verzeichnete die Bank of Aland einen enormen Zugewinn an Neukunden. Betrug die Kundenbasis in 1999 noch 30.000, so werden heute 55.000 Kunden bedient. Die Bank hat also sowohl ihren Marktanteil auf dem
    13. finnischen Festland verdoppelt als auch ihre Vorrangstellung auf den Aland-Inseln gefestigt. Tatsache ist, dass die Bank alle neuen Kunden über das Internet gewinnen konnte. Das waren etwa 400 bis 500 pro Woche. Jetzt war die Bank auch in der Lage, die Transaktionskosten für ihre Kunden zu senken. So konnte die Kundenbasis wachsen, ohne dass neue, kostenintensive Filialen auf dem Festland eröffnet werden mussten. Jetzt will die Bank of Aland durch weitere Personalisierung und individuelle Kundenangebote für ausgewählte Kundensegmente ihre Dienstleistungspalette weiter ausbauen und die E- Banking-Services via Internet perfektionieren. Auf Basis des aktuellen Kundenstamms wurden bisher an die 10.000 unterschiedliche Kundenprofile generiert. Die Höhe der Geldeinlagen konnte per 30. Juni 2000 im Vergleich zum Vorjahr um 38 Prozent auf 1,342 Milliarden FIM (ca. 441 Mio DM) gesteigert werden. Der Nettogewinn im gleichen Zeitraum stieg auf 7,8 Mio. FIM (ca. 2,6 Mio DM). Das ist eine Steigerung von 76,4 Prozent. Etwa 25 Prozent der täglichen Finanz-Transaktionen werden zur Zeit via Internet getätigt. 4.2.3 Fazit zum Anwendungsbeispiel Das Ziel, die führende Internet Bank Finnlands zu werden, hat die Bank of Aland Schritt für Schritt erreicht. Die Bank konnte ihren Marktanteil auf dem finnischen Festland tatsächlich verdoppeln. Alle Neukunden wurden über das Internet generiert, etwa 400-500 pro Woche. Aufgrund des Eintritts in das digitale Bankgeschäft war das Wachstum so enorm, dass die Bank den Kundenansturm kaum noch bewältigen konnte. Grund dafür waren insbesondere ihre herausragenden Kreditangebote. Heute ist die Bank of Aland die führende Bankenadressse auf dem finnischen Bankenmarkt. 5. Der neue Realismus: E-CRM ist ohne wirklichen Kundennutzen sinnlos Die Studie belegt, dass erfolgreiches E-Banking auf personalisierten Angeboten und einer Verbesserung des Kundenservices durch ein individuelles und langfristiges Customer Relationship Management Konzept basiert. Damit muss eine kundennutzen-orientierte Denk- und Vorgehensweise Einzug halten und ein neues, pragmatisches Verständnis des elektronischen Kanals aufgebaut werden.
    14. Die meisten bisherigen Ansätze im Finanzdienstleistungssektor - insbesondere in Deutschland - sind noch zu sehr von den technischen Möglichkeiten geprägt sowie dem Wunschdenken und dem Kommunikationsverhalten der Anbieter. So existiert immer noch eine bestimmte Vorstellung von dem typischen E-Banking-Kunden, der unabhängig und klug seine Angebote wahlweise in der Airport-Lounge oder auf dem Golfplatz per Laptop prüft und die entscheidenden Transaktionen zwischen Loch 9 und 10 tätigt. Als semi-professioneller „Day Trader“ prüft er, bevor er mit den Kindern auf einen Segeltörn geht, die gerade erworbenen Papiere per Mouse-Click und stößt sie mit enormem Gewinn wieder ab. Wo aber sind all diese wunderbaren Menschen? Bislang hat man sie noch kaum gesehen. Und außerdem kaufen sie nicht im Internet! Es muss vielmehr eine Rückbesinnung auf die wirklichen Kundengruppen, die praktisch veranlagten Käufer, die sicherheitsbewussten Vermögensbildner oder die mittel-jungen Familien mit Entwicklungsperspektiven erfolgen. Sie erwarten Problemlösungen, die Erläuterung ihres Kontoauszugs, eine aus Kundensicht schnelle Erreichbarkeit (dies ist nicht um Mitternacht oder sonntags morgens!) und eine kompetente Beratung in einer off- und online-Beziehung. Dies ist die wirkliche Bedeutung von Beziehungsmanagement: konkreten Kundennutzen für spezielle Zielgruppen liefern. Die Beispiele der Tatra Bank und der Bank of Aland haben die Bedeutung von Software-Applikationen für das Beziehungsmanagement im Internet gezeigt. Auf der Basis einer solchen Vorgehensweise wird E-CRM auch zum Erfolgsfaktor für Management von Geschäftsbeziehungen.
    15. Literaturverzeichnis [1] Decker, A. (2000a): State-of-the-Art Report: “Dos and Don’ts” im Customer Relationship Management – Typische Erfahrungen aus der Beratungspraxis, in: BIT – Banking and Information Technology, 2000, 1. Jg., Nr. 4, S. 42-53. [2] Decker, A. (2000b): Loyalty Programmes: Lessons (to be) Learned, in: CRM-Relations, 2000, o. Jg., Nr.2, S. 4. [3] Datamonitor (1999): The Future of e-Banking in Europe 1999 – 2004, Studie. [4] Forrester Research (2001): Consumer Technographics, Q2 2001, Europe Benchmark Study. [5] Rapp, R./Decker, A. (2000): Kundenprofitabilitätssteigerungen: Der entscheidende Faktor bei CRM-Projekten, in: Insight, Ausgabe Nr. 2, September 2000. [6] Rapp, R./Gessner, T. (2001): e-Banking in Europe, eBanker, 03/2001, S. 42-45
    SlideShare Zeitgeist 2009

    + Christian SchlatterChristian Schlatter Nominate

    custom

    59 views, 0 favs, 0 embeds more stats

    More info about this document

    © All Rights Reserved

    Go to text version

    • Total Views 59
      • 59 on SlideShare
      • 0 from embeds
    • Comments 0
    • Favorites 0
    • Downloads 2
    Most viewed embeds

    more

    All embeds

    less

    Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
    Flag as inappropriate

    Select your reason for flagging this presentation as inappropriate. If needed, use the feedback form to let us know more details.

    Cancel
    File a copyright complaint
    Having problems? Go to our helpdesk?