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  • 1. 11 Abschließend hier nun noch einmal eine weitere detaillierte Tabelle mit Klimadaten der Wetterstation in Tingo Maria. Diese Daten geben einige weitere klimatischen Bedingungen wieder, die in den meisten anderen Datenerfassungen der Anbieter von Wetterdate n nicht so explizit erfasst und wiedergegeben werden. Monat mittl. mittl. mittl. abs. rel. mittl. Tage > mittl. abs. Max. in tägl. tägl. tägl. Min. Feuchte Nieder- 1.0 mm tägl. °C schlag Max. in Min. in in Nieder- Sonnen- In mm schlag schein in in °C °C In °C °C % Std. Januar 34,0 29,8 24,3 20,3 16,0 80 425 24 3,6 Februar 34,1 29,1 24,2 20,1 17,5 80 436 20 3,6 März 34,9 29,7 24,3 20,3 17,8 81 373 21 3,7 April 34,0 29,9 24,8 20,3 17,5 79 314 18 4,3 Mai 32,5 30,1 24,8 19,8 16,0 78 234 15 5,2 Juni 32,3 29,7 24,4 19,0 16,2 79 133 11 5,3 Juli 32,2 29,9 24,3 19,0 16,0 77 133 11 5,8 August 33,6 30,5 24,6 18,8 14,7 77 113 11 6,7 September 36,4 30,9 24,7 19,4 16,4 78 158 12 5,6 Oktober 35,0 30,7 24,8 19,9 15,2 78 284 17 5,3 November 35,1 30,1 25,0 20,0 16,0 78 369 20 4,6 Dezember 34,1 30,2 24,5 20,4 17,0 80 360 21 3,9 Jahr 36,4 30,1 24,6 19,8 14,7 79 3332 201 4,8 Anhand der in den vorherigen Tabellen dargestellten Daten lassen sich relativ leicht Rückschlüsse auf die Anforderungen und optimalen Temperatur- und Feuchtigkeitsbedingungen von Ranitomeya vanzolinii unter Terrarienbedingungen ableiten. Mit durchschnittlichen Tagestemperaturen die zwischen 24 und 28°C liegen und einer Nachtabsenkung auf Werte zwischen 21 bis 18°C ist Ranitomeya vanzolinii gut zu halten und auch zur Vermehrung zu bringen. Diese Temperaturparameter sind nach unseren Erfahrungen in der Regel von jedem Froschpfleger und –liebhaber ohne größere Probleme zu realisieren. Selbst in den heißen Sommertagen, mit Außentemperaturen von über 30°C, die wir ja i n unseren Breiten auch immer wiederkehrend haben, konnten wir an unseren Tieren noch keinerlei Probleme mit der Temperaturadaption an solche seltenen Maximalwerte erkennen. Unsere Tiere haben problemlos Terrarientemperaturen von bis zu 32°C gut und unbeschadet überstanden. Hierbei ist aber auch die Luftfeuchtigkeit in den Pflegebehältern ein weiterer wichtiger Aspekt, der Berücksichtigung finden muss. Im natürlichen Verbreitungsgebiet liegt die durchschnittliche jährliche Luftfeuchtigkeit bei 79%. Eine solche gleichbleibend nahezu konstante Feuchtigkeit ist nur daher zu erklären, dass es sich bei den Habitaten dieser Art um sehr dicht bewachsene Regenwaldgebiete handelt. Hierdurch kann von den Pflanzen viel Feuchtigkeit unter und zwischen den schattenspendenden Blättern gespeichert und kontinuierlich abgegeben werden. Aus diesem Grund ist es unter Terrarienbedingungen, wie wir eingangs des Kapitels bereits erwähnt haben, unabdingbar auch hier für einen dichten und üppigen Pflanzenbewuchs zu sorgen, der in der Lage ist, genügend Feuchtigkeit zu binden und über den Tagesverlauf abzugeben. Die regelmäßige Beregnung und optionale Vernebelung des Terrariums trägt dann dazu bei, gerade in den Morgen- und Abendstunden die Luftfeuchtigkeitswerte zusätzlich zu erhöhen und auf Werte von nahezu 90 bis 100% zu bringen. Auch in den Biotopen sind in den Morgen- und Abendstunden solche Feuchtigkeitsmaximale durch die auftretenden Nebel an der Tagesordnung.
  • 2. 12 Über die Betrachtung dieser Faktoren, die bei der Haltung und Nachzucht von Ranitomeya vanzolinii im Terrarium eine nicht unerhebliche Rolle spielen, gelangen wir somit automatisch zu einem weiteren Aspekt – der Terrarienbeleuchtung. In einer der vorhergehenden Tabellen haben wir Ihnen die durchschnittlichen täglichen Sonnenstunden im Biotop dieser Art vorgestellt. Ganz allgemein, lässt sich sagen, dass eine tägliche Beleuchtungsdauer von 11 bis 12 Stunden am Tag, den natürlichen Gegebenheiten im Biotop recht nahekommt. Da der Themenbereich der Beleuchtung recht umfassend und komplex ist und eine ausführliche Erläuterung und Differenzierung der vielen verschiedenen Möglichkeiten den Umfang dieses Journals überschreiten würde, werden wir uns ausschließlich auf unsere eigenen Erfahrungen und die verwendete Lichttechnik beschränken. Wie viele andere Froschliebhaber und Terrarianer auch, haben wir in unseren Anfangszeiten überwiegend mit Leuchtstoffröhren der T8-Generation gearbeitet. Da mittlerweile die T5-Röhren in die Aquaristik und Terraristik ihren Einzug gehalten haben und in den letzten Jahren auch immer erschwinglicher geworden sind, haben wir uns dann vor einigen Jahren auch dazu entschlossen die Beleuchtungsanlage auf T5 umzustellen. Gegenüber den T8-Röhren, die einen recht großen Durchmesser haben und deren Vorschaltgeräte sich stark erhitzen, beeindrucken die T5-Röhren durch einen geringen Querschnitt, der auch einen platzsparenden Einbau in schmale Regalstellagen ermöglicht. Hierdurch kann der Abstand der einzelnen Regalreihen reduziert werden, was der Höhe der Terrarien zugute kommt. Weiterhin ist die Lichtausbeute, sofern geeignete Reflektoren ihre Verwendung finden um einiges Höher im Vergleich zu den T-8 Leuchtmitteln; dies sogar bei einer insgesamt gesehenen Energieersparnis. Letztlich produzieren auch die EVG’s bei weitem nicht so viel Wärme, die die der T8-Leuchtstoffröhren. Durch den Einsatz von zwei 28 Watt Leuchtstoffröhren in T5-Baureihe können wir zwei Terrarien mit den Abmessungen von 60 x 40 x 50 cm (B x T x H) sehr gut be- und ausleuchten. Durch die hohe Lichtausbeute wird ein prächtiger und rascher Pflanzenwuchs gefördert. Hierdurch wird eine periphere Hintergrundbepflanzung der Seiten- und Rückwände in relativ kurzer Zeit möglich, sofern gleichzeitig für eine ausreichende Feuchtigkeit des Terrariums gesorgt wird. Im Laufe der Zeit sind die Seiten- und Rückwände so dicht bewachsen, dass im Bodenbereich des Terrariums relativ schattige Abschnitte entstehen, in die nur wenig bis mäßig Lichteinfall durch die Beleuchtung vordringt und so dem Sicherheitsgefühl von Ranitomeya vanzolinii entgegenkommt. Durch gerade schon erwähnte hohe Lichtausbeute der Leuchtmittel, wachsen auch die eingebrachten Bromelien sehr schnell an und bilden nach wenigen Wochen auch Blütenstände und kräftig rot leuchtende Blätter aus. Feuchtigkeitszufuhr durch Beregungstechnik und Vernebelung Um die Luftfeuchtigkeitswerte entsprechend den Bedingungen im natürlichen Habitat annähernd zu erreichen, reicht es in der Regel nicht aus, das Terrarium nur ein- bis zweimal täglich mit einem Handsprühgerät zu überbrausen. Die hierbei in das Terrarium eingebrachte Flüssigkeitsmenge ist so gering, dass spätestens nach 1 bis 2 Stunden alles Wasser aufgesogen oder verdunstet is t. Die Luftfeuchtigkeit pendelt sich dann in kurzer Zeit wieder auf dem Niveau des Raumes, in welchem sich das Terrarium befindet ein. Gerade in dieser Hinsicht sind ebenfalls einige wichtige Überlegungen vorab zu bedenken. Die Erhöhung und Schaffung einer möglichst dauerhaft erhöhten Luftfeuchtigkeit im Terrarium soll nicht nur den natürlichen Gegebenheiten nahekommen, sondern auch weiterhin den Sinn und Zweck erfüllen, die im Terrarium lebenden Frösche – in unserem Fall Ranitomeya vanzolinii, dazu anzuregen, in Laichbereitschaft zu gelangen und sich fortzupflanzen. Um dies zu erreichen benötigt es nicht nur einer regelmäßigen und konsequenten sowie ausreichenden Beregnung, sondern einer Kombination aus unterschiedlichen Faktoren, die im Ganzen gesehen, eine solche Erhöhung der Luftfeuchtigkeit erst dauerhaft ermöglichen. Erst durch die Kombination einer gezielten Flüssigkeitszufuhr, dem richtigen und feuchtigkeitsspeichernden Beschichtungsmaterial, dem eingebrachtem Pflanzenbestand, der Dekorationsmittel in Form von Hölzern, Wurzeln und Steinen, der Größe der Lüftungsöffnungen sowie die Temperatur im Terrarium machen die eigentlichen klimatischen Bedingungen im Terrarium in bezug zur relativen Luftfeuchtigkeit aus.
  • 3. 13 Mit diesen unterschiedlichen Faktoren kann man die Werte der Luftfeuchtigkeit im Bezug zu den Temperaturgegebenheiten im Terrarium notwendigen Tag-/Nachtschwankungen unterwerfen und realisieren. Hierdurch lässt sich sogar gezielt der Aktivitätsradius der Tiere beeinflussen, wie z.B. das Balz- und Laichverhalten. Mit Hilfe einer automatischen Beregnungsanlage, die bequem über eine digitale Wochenzeitschaltuhr eingestellt und betrieben werden kann, wird in den Vormittags- und frühen Abendstunden regelmäßig das Terrarium beregnet. Die Beregnungsintervalle sollten je nach verwendetem Beschichtungsmaterial zwischen ungefähr 1 bis 2 Minuten liegen. Unser verwendetes Beschichtungsmaterial ist so saugfähig und feuchtigkeitsspeichernd, dass es große Wassermengen aufnehmen und über den Tag verteilt, kontinuierlich wieder an das Terrarium und die darin befindlichen Pflanzen abgeben kann. Mit Hilfe der Beleuchtung schaffen wir Temperaturbereiche, die dafür Sorge tragen, dass in den oberen Etagen des Beckens, das Wasser schneller verdunstet und in unteren und abgeschatteten Lagen im Bodenbereich über den gesamten Tag hinweg immer noch Feuchtigkeitsreservoirs vorhanden sind. Unter Zuhilfenahme eines Ultraschallverneblers können wir die trockeneren Intervalle zwischen den Beregnungszeiten überbrücken und durch vermehrtes vernebeln in den frühen Morgen- und Abendstunden die Frösche zu einer natürlichen, erhöhten Aktivitätsbereitschaft anregen. Hierbei ist darauf zu achten, dass bei Ausschalten der Terrarienbeleuchtung ein groß er Teil der Einrichtung und der Pflanzenblätter bereits wieder abgetrocknet ist. Der Grund hierfür liegt darin, dass beim Absinken der Temperaturen durch das Verlöschen der Beleuchtung, in der Nacht weiterhin noch ausreichend Feuchtigkeit an die Luft im Terrarium, durch das Beschichtungsmaterial abgegeben wird. So können wir während der Nachtruhe der Tiere dafür Sorge tragen, dass bis zum erneuten Einschalten der Beleuchtung am nächsten Morgen, die durchschnittliche Luftfeuchtigkeit bei nahezu 90% eingependelt ist – erkennbar ist dies sehr gut daran, dass kurz vor und etwa eine Stunde nach einschalten der Beleuchtung die Scheiben zu etwa ¾ ihrer Fläche beschlagen sind. Einen weiteren wichtigen Aspekt stellen auch die Lüftungsflächen des Terrariums dar. Sie sollten, wie es bei den meisten Terrarien mittlerweile die Regel ist, vorne unten und im Deckelbereich möglichst im hinteren Drittel des Behältersdeckels angebracht sein. Von der Rückwand gesehen sollte die obere Lüftungsgaze etwa 5 bis 8 Zentimeter entfernt beginnen und lieber etwas großzügige r ausfallen als es normalerweise nötig ist. Bei unseren Terrarien haben wir die obere Lüftungsgaze 15 cm breit einbauen lassen. Hintergrund hierfür ist, dass so ein problemloses Abdecken und verkleinern der Lüftung als auch ein späteres Vergrößern derselben leicht und ohne Schwierigkeiten möglich wird. Besonders bei erhöhten Außentemperaturen in den Sommermonaten, können wir mit Hilfe der großen Lüftungsfläche im Terrariendeckel bedingt durch verstärkte Beregnung und Vernebelung und der hierdurch entstehenden Verdunstungskälte die Temperatur und Luftfeuchtigkeit im Terrarium steuern. Hierzu haben wir uns verschieden breite Glasstreifen zugeschnitten, die wir je nach Jahreszeit und Raum- sowie Außentemperaturen auf die Lüftungsfläche auflegen bzw. wieder abnehmen. Gerade auch in den Wintermonaten und die in der Wohnung eher trockenen Luft durch die Heizung, sind wir auch noch einmal dazu geneigt, die Lüftungsflächen noch einmal zu verkleinern um einer zu schnellen Austrocknung der Becken entgegenzuwirken. Die Beregnungszeiten sollten so gezielt eingestellt werden, dass beim Einschalten der Beleuchtung, keine direkte Beregnung stattfindet, da noch ausreichend Luftfeuchtigkeit im Terrarium vorhanden ist. Erst nach einem längeren Verdunstungsvorgang; erkennbar am Abtrocknen der Pflanzen und Terrarienscheiben, sollte das erste Beregnungsintervall stattfinden. Bei uns ist dies etwa 2 Stunden nach einschalten der Beleuchtung, gegen 9 Uhr morgens, der Fall. Anschließend erfolgt bis ca. gegen 13 Uhr eine drei- bis viermalige 15minütige Vernebelung. Hierbei sind die Tiere sehr aktiv – gehen auf Nahrungssuche, bzw. zeigen Revier- und Balzverhalten. Im weiteren Tagesverlauf lassen wir bis etwa 16 Uhr ein trockenes Intervall vergehen, dass für eine Reduktion der Luftfeuchtigkeit und Steigerung der Temperatur sorgt, während der sich die Tiere dann wieder in schattigere und feuchtere Bereiche im Pflanzenbewuchs zurückziehen und zur Ruhe gelangen können. Erst ab 16 Uhr erfolgt das zweite Beregnungsintervall – ebenfalls 1 bis 2 Minuten und eine anschließende wiederkehrende 4malige Vernebelung von jeweils 15 Minuten Dauer bis 20 Uhr. Durch die hierdurch wieder ansteigende Luftfeuchtigkeit und die beginnende Temperaturreduzierung zeigen die Frösche eine erhöhte Balz- und Laichbereitschaft. Wenn man nun alle diese Aspekte berücksichtigt und versucht sie umzusetzen, schafft man im Terrarium dieser Art leicht immer feuchte Bereiche, aber auch Bezirke, die Schwankungen unterworfen sind und kommt somit den natürlichen Bedingungen im Habitat der Tiere entsprechend nahe.
  • 4. 14 Gerade bei der Verwendung von Beregnungsanlagen und Ultraschallverneblern, sollten jedoch auch einige wichtige Punkte in Bezug auf mögliche hygienische Fehlerquellen und Gefahren dringend berücksichtigt werden, die vielen von Ihnen sicherlich nicht neu sind. Wasser und höhere Temperaturen bergen schon seit jeher gewisse Risiken. Gerade in einem Regenwaldterrarium, in welchem ein ständig feuchtwarmes Milieu vorherrscht, besteht bei unsachgemäßer Pflege der Vorratsbehälter für die Flüssigkeiten, die Gefahr der Verkeimung. Schon innerhalb einer kurzen Zeit bilden sich in diesen Behältern als auch in den Schlauchleitungen sehr stark Keimbelastungen aus, die durchaus als bedenklich eingestuft werden können. Aus diesem Grunde sollten die Wasserbehälter so bemessen werden, dass ihr Bevorratungsvolumen nicht zu hoch ausfällt. So sollte z.B. der Tank der Beregnungsanlage so bemessen sein, dass er ein- bis zweimal in der Woche nachgefüllt werden muss. Bei jeder neuen Befüllung des Tanks sollte dieser vorher mehrfach gründlich mit möglichst heißem Wasser durchgespült und mit einer Bürste ausgeschrubbt werden um die Schmierfilme und Beläge, die sich an den Innenwänden gebildet haben, zu entfernen. Auch angesammelte Schwebepartikel und makroskopische Verunreinigungen im Behälterinneren sollten entfernt werden. Nach der gründlichen Reinigung kann der Behälter dann wieder mit frischer Beregnungsflüssigkeit befüllt werden. Hier bietet es sich an, möglichst nur destilliertes Wasser oder Wasser das mit einer Umkehrosmoseanlage gewonnen wurde, zu verwenden. Es ist zu einem hohen Grad frei von Schad-, Gift- und Schwebstoffen und hinterlässt auf den Terrarienscheiben und Pflanzen keine Kalkrückstände, die sich beim Einsatz von normalem Trinkwasser aus der Leitung, nach einiger Zeit bilden. Auch liegt ein weiterer Vorteil von kalkfreiem Wasser darin, dass die Lebenszyklen der kleinlumigen Sprühdüsen beachtlich verlängert werden können, d a sie sich nicht so schnell zusetzen können und verstopfen. Für den sicheren und hygienisch einwandfreien Einsatz und Betrieb von Beregnungsanlagen und Ultraschallverneblern sind nur einige wenige wichtige und regelmäßige Pflegetätigkeiten notwendig... Die Schlauchleitungen der Beregnungsanlage sind nach Möglichkeit auch so zu verlegen, dass nach jedem Beregnungszyklus möglichst wenig Wasser in den Schläuchen stehenbleiben kann – also immer mit etwas Gefälle arbeiten, sodass noch in den Leitungen befindliches Wasser in die Becken nachtropfen kann. Je weniger Wasser in den Schlauchleitungen steht, desto geringer ist auch hier die Gefahr der Kontamination und Verkeimung. Zu guter letzt empfehlen wir immer, an den Ansaugschläuchen der Beregnungsanlage einen Feinfilter, z.B. Benzinfilter die günstig und einfach in fast jedem Fachgeschäft für Autozubehör erhältlich sind, vorzuschalten. Hierdurch werden schon viele Schwebstoffe, die sonst schnell die Leitungen und Düsen verstopfen könnten, zurückgehalten. Diese Filter sind rasch und einfach durch Aufstecken auf den Ansaugschlauch montiert und ebenso schnell wieder ausgetauscht. Auch bei den Ultraschallverneblern sollten die gerade für die Beregnungsanlage besprochenen Aspekte genauso berücksichtigt werden. Hier ist es zusätzlich noch wichtig, neben der gründlichen Hygiene und Reinigung der Vorratsbehälter auch die Bodenwannen, in denen die Membranen verbaut sind, bei jeder erneuten Befüllung des Vorratstanks zu reinigen um auch hier durch entfernen von Schmutz und Belägen für eine größtmögliche Sauberkeit und einwandfreie Funktionalität der Gerätschaften zu sorgen. Werden diese einfachen Pflegemaßnahmen regelmäßig und konsequent durchgeführt, lässt sich das Risiko, verkeimte Flüssigkeiten und Flüssigkeitsnebel in die Terrarien einzubringen und die Terrarienbewohner hierdurch in ihrer Gesundheit zu belasten, deutlich reduzieren. Wir selbst haben bereits seit vielen Jahren die verschiedensten Ultraschallvernebler in unsere n Terrarien im Einsatz und konnten bislang noch keine nachteiligen Auswirkungen auf den Gesundheitszustand unserer Frösche bemerken und feststellen. Entgegen der immer wieder aufkommenden Diskussionen in den verschiedenen Internetforen und Fachpublikationen können wir aus unseren persönlichen Erfahrungen nur berichten, dass die Agilität und Bereitschaft zur Nachzucht bei vielen Froscharten, die wir erfolgreich pflegen und vermehren eher positiv angeregt wird, da die Tiere in den Terrarien genau so wie in der freien Natur auch nun immer wieder regelmäßig aufkommende Nebelperioden, die mit einer zyklischen Erhöhung der Luftfeuchtigkeit einhergehen, vorfinden.
  • 5. 15 Die Anschaffung der Frösche Sind nun alle auf den vorherigen Seiten beschriebenen Aspekte hinsichtlich der Terrarieneinrichtung, - gestaltung, der Pflanzenauswahl und der notwendigen Beleuchtungs- und Beregnungstechniken sorgfältig überlegt und umgesetzt worden, so kann nun – nach entsprechend langer und ungeduldiger Wartezeit der nächste Schritt angegangen werden. Die Anschaffung der Tiere! Hier sollte sich jeder, der diese Art in sein Terrarium einziehen lassen möchte vorab überlegen, ob er nur eine paarweise oder gar eine Gruppenhaltung von Ranitomeya vanzolinii realisieren will. Bei diesem Entschluss spielt natürlich auch der finanzielle Aspekt eine nicht ganz unbedeutende Rolle. Auch wenn Tiere dieser Art mittlerweile immer häufiger in unseren Terrarienanlagen gepflegt und nachgezogen werden, so sind sie vom Anschaffungspreis immer noch in den höheren Gefilden angesiedelt und werden wohl auch in den nächsten Jahren ihre Preise auch dort halten. Möchte man nun eine Gruppenhaltung realisieren, so ist anzuraten, sich hierfür bevorzugt Jungtiere im Alter von 5 bis 6 Monaten zuzulegen. Hier liegt der Vorteil darin, dass die Jungtiere in diesem Alter schon eine gute körperliche Konstitution aufweisen, die ein umsetzen in ein neues und fremdes Terrarium recht gut tolerieren. Weiterhin sind sie bereits so futterfest, dass sie ohne Probleme neben Springschwänzen auch kleine Drosophila zu sich nehmen. In diesem Alter, spätestens jedoch mit 7 Monaten, kann man dann auch schon die ersten Rufäußerungen der männlichen Tiere vernehmen. Zu diesem Zeitpunkt hat der Pfleger, die Möglichkeit und Aufgabe, überzählige Männchen aus der Jungtiergruppe zu separieren, da es ansonsten zu aggressivem Verhalten und somit zu Ausfällen anderer weiblicher und männlicher Tiere kommt. Eine optimale Gruppenbeschaffenheit liegt vor, wenn nur ein Männchen mit bis zu drei bis 4 Weibchen kombiniert wird. Nach unseren bisherigen Erfahrungen laicht das Männchen einer solchen Gruppe mit dem Weibchen, welches laichbereit ist, ab. Entfernt man die Gelege regelmäßig, kommt es auch zu weiteren Paarungen mit anderen laichbereiten Weibchen. Belässt man jedoch ein Gelege im Terrarium und überlässt die weitere Betreuung und Pflege des Geleges, sowie die weitere Aufzucht und Versorgung der heranwachsenden Quappen den Elterntieren, lässt sich eine interessante Beobachtung feststellen. Während dieser weitestgehend natürlichen Quappenaufzucht und –betreuung festigt sich eine deutlich ausgeprägte Paarbindung von Ranitomeya vanzolinii. Es kommt nun nicht mehr zu weiteren Eiablagen mit dem gleichen Weibchen und auch zu den anderen gegebenenfalls laichbereiten Weibchen im Terrarium werden keine Balz- und Paarungsaktivitäten mehr durch das Männchen aufgenommen. Erst wenn die von den Elterntieren versorgten Quappen sich zu Jungfröschen entwickelt haben und die Bromelientrichter verlassen, kommt es zu erneuten Balz- und Paarungsaktivitäten mit laichbereiten Weibchen. Das Männchen konzentriert sich während der Aufzucht der Quappen ganz und gar darauf, sein Weibchen regelmäßig zur Versorgung der Quappen zu rufen. Wichtig ist es, zu beachten, dass bei einem Verlust eines Weibchens in einer solchen Gruppe nicht der Versuch unternommen werden sollte, ein neues, gruppenfremdes Weibchen zu dieser bestehenden Gruppe hinzuzufügen. Die weiblichen Tiere von Ranitomeya vanzolinii zeigen in einer solchen gefestigten Gruppe ein deutliches Aggressions- und Sozialverhalten untereinander, so dass gruppenfremde Tiere die Hierarchie empfindlich störend beeinflussen und es so unvermeidbar zu Verlusten kommen kann. Verstirbt jedoch das Männchen dieser Gruppe, ist eine Eingliederung eines neuen männlichen Tieres ohne weiteres durchführbar. Werden in dieser Gemeinschaft nun Jungtiere durch die Elterntiere aufgezogen, so können diese bis zu einem Alter von etwa 3 Monaten ohne Bedenken im Terrarium mit den Eltern belassen werden. Dann jedoch ist anzuraten, die Jungtiere herauszufangen und in ein eigenes Terrarium umzusetzen. Hintergrund hierfür ist, dass durch das feste Revierverhalten der adulten Tiere für die Jungtiere keinerlei Möglichkeiten bestehen, sich ein eigenes, noch freies und nicht beanspruchtes Revier zu suchen. Sind doch in den Terrarien die räumlichen Verhältnisse in der Regel zu gering ausgeprägt als in der freien Natur, wo genügend Ausweichterritorien zur Verfügung stehen. Die Jungtiere halten sich zu Beginn überwiegend in den Bromelien und Blattachseln a uf und werden dort etwa zwei Monate lang von den Elterntieren toleriert. In der nachfolgenden Zeit wandern die Jungfrösche hinab auf den Terrarienboden, wo sie sich unter herabgefallenem Laub und Holzstücken aufhalten – hier finden sie neben Deckungsmöglichkeiten auch entsprechend hohe Nahrungsdichte bei regelmäßiger Zufütterung von Springschwänzen. Beabsichtigt man lediglich eine paarweise Haltung von Ranitomeya vanzolinii, geht man den gerade beschriebenen Problematiken aus dem Weg, da stets nur ein gegengeschlechtliches Tier für die Balz und den Laichakt zur Verfügung steht. Die Anzahl der Nachzuchten ist hierbei natürlich deutlich geringer und die Elterntiere legen von Zeit zu Zeit Laichpausen ein, da der Stimulus weiterer laichbereiter Weibchen fehlt.
  • 6. 16 16 Das Einsetzen der Frösche in das neue Domizil... Vor dem Einsetzen der Tiere sollte man sich immer darüber bewusst sein, dass es sich bei Ranitomeya vanzolinii um sehr stessempfindliche und schreckhafte Frösche handelt, auch wenn sie nach erfolgreicher Eingewöhnungszeit und entsprechend optimal gestaltetem Terrarium später den ganzen Tag überaus präsent zu bewundern sind. Dementsprechend ruhig, wohlüberlegt und gut vorbereitet sollte das Einsetzen der neuerworbenen Tiere angegangen werden. Einige wichtige Utensilien sind unbedingt vorab in greifbarer Nähe bereitzustellen (siehe Seite 3 „Für den Fall der Fälle“). Die Frösche sollten optimaler Weise direkt aus der Transportverpackung heraus in das Terrarium springen oder klettern können. Lethargische Tiere oder Frösche, die nicht von selbst aus der Dose herauskommen sollten stets eine besondere Beachtung durch den Pfleger erfahren – unserer Erfahrung nach handelt es sich bei solchen Tieren meistens um geschwächte oder kränkelnde Tiere die auch im weiteren Verlauf nicht aktiv nach Beute jagen. Diese Individuen sind umgehend in ein Quarantäneterrarium umzusetzen, in dem sie möglichst allein und ohne andere störende Frösche um sich herum mit sparsamer aber regelmäßiger Gabe von Springschwänzen wieder zu Kräften kommen können. Für ausreichend Deckung und Rückzugsmöglichkeiten ist natürlich auch in solch einem Terrarium zu sorgen, damit nicht auch durch die Quarantäne zusätzlicher Stress entsteht. Mitunter kommt es während des Einsetzens der Neuzugänge dazu, dass das ein oder andere Tier ohne erkennbare Gründe in eine Akinese (durch plötzliche oder fortdauernde Störreize verursachte Bewegungslosigkeit) verfällt. Dieser Zustand sollte nur wenige Sekunden andauern – dann sollte sich die Schockstarre wieder lösen und das Tier sich wieder normal bewegen. Wiederholen sich diese Symptome jedoch mehrfach kann es an unzureichenden, nicht artgerechten Terrarienbedingungen liegen (Temperatur, Luftfeuchtigkeit, Beleuchtungsfaktoren, etc.) oder pathogene Faktoren zugrundeliegen, die eine umgehende Separierung und Überbringung in ein Quarantänebecken zur weiteren Beobachtung der Symptomatiken erfordern. Gesunde und agile Frösche zeigen bereits kurze Zeit nach dem Einsetzen in das Terrarium ein reges Verhalten. Sie erkunden aufgeregt das neue Domizil. Wir konnten mehrfach beobachten, dass männliche Tiere kurz nach dem Einsetzen anfangen Rufäußerungen von sich zu geben. Deswegen sind auch die ersten Minuten bis Stunden optimal dazu geeignet, bei entsprechend adulten Tieren herauszufinden, um welche Geschlechtsverteilung es sich bei den eingesetzten Tieren handelt. Denn im weiteren Verlauf der Eingewöhnungsphase in das neue „Habitat“ verstummen die Rufe der unterlegeneren Männchen recht schnell und sind diese dann auch deutlich zurückgezogener. Hat man die anfängliche Gelegenheit der Sichtung der Geschlechter verpasst, verringert sich nun zusehend die Chance, weitere Männchen erfolgreich aus der Gruppe herauszunehmen – die Folge ist oftmals, dass diese unterdrückten und versteckt lebenden Tiere früher oder später, vom Pfleger meist unbemerkt eingehen und nicht mehr aufgefunden werden.
  • 7. 17 Hilfreiches beim Einsetzen der Frösche... Vor dem Einsetzen der Tiere in das neue Terrarium sollte der Pfleger einige Sozialverhalten und natürliche Aufzucht von Vorbereitungen hierfür treffen. Ranitomeya vanzolinii im Terrarium - Im hinteren Terrarienbereich durch Bananenstücke oder Der nächste Abschnitt den wir nun näher Betrachten und Erläutern möchten befasst anderes, feste Futterplätze sich mit dem vielschichtigen Sozialverhalten von Ranitomeya vanzolinii. Hierbei werden einrichten. wir im Einzelnen auf das Revierverhalten, die unterschiedlichen Rufäußerungen und ihre Bedeutungen als auch auf das Balz- und Brutverhalten eingehen. - Vor dem Einsetzen bereits Beginnen wir mit dem Revierverhalten. In den ersten Tagen nach dem einsetzen der sparsam einige kleine Frösche, kann man die Tiere beobachten, wie sie aufgeregt durch das Terrarium Drosophila oder streifen und es bei Kontakten der verschiedenen Tiere zu Aggressionsverhalten kommt. Springschwänze in das Dies begründet sich dadurch, dass vorerst noch keine festen Reviergrenzen innerhalb Terrarium bringen. Die der Gruppe gefestigt sind. Erst nach etwa ein bis zwei Wochen beruhigt sich die Futtertiere befinden sich dann Situation, wobei besonders die Weibchen feste Reviere beanspruchen, in denen sie sich bereits beim Einzug der Frösche auch zur Nacht zurückziehen. Dies sind überwiegend Bromelien in erhöhten Positionen. Das Männchen der Gruppe hat kein festes Revier – es kann sich innerhalb des gesamten an den Futterplätzen. Terrariums unbehelligt bewegen und aufhalten, da ja optimaler weise kein weiteres - Erfolgt das Einsetzen der neuen rivalisierendes Männchen mehr in der Gruppe ist. Aber auch hier ist erkennbar, dass das Männchen regelmäßig für die Nachtruhe zu einem festen, stets gleichem Frösche in den Abendstunden, Schlafplatz zurückkehrt. Die Schlafplätze, sind innerhalb der Gruppe fest zugewiesen sollte die Terrarienbeleuchtung und werden nur äußerst selten gewechselt. Dieses Verhalten der Tiere sollte manuell verlängert geschaltet Berücksichtigung finden, wenn es einmal nötig werden sollte, dass neue Pflanzen ins werden, damit die Tiere Terrarium eingebracht werden, weil z.B. eine Bromelie eingegangen ist. Denn hierdurch während der ersten Stunden in kann es zu erneuten Revierkämpfen unter den weiblichen Gruppenmitgliedern Ruhe das Terrarium erkunden kommen, die die neuen Strukturen als Revier für sich beanspruchen möchten. Der und Schlafplätze finden Pfleger sollte durch gezielte Beobachtung sicherstellen, dass die einzelnen Tiere sich können. untereinander nicht allzu sehr bekämpfen und hierdurch die Gefahr von Verlusten reduziert wird. Die fest zugewiesenen Schlafplätze der einzelnen Gruppenindividuen werden zwar für Balzaktivitäten genutzt, jedoch finden in ihnen nach unseren Beobachtungen keine Eiablagen statt – hierfür wählt das Männchen der Gruppe oder des Paares in der Regel einen anderen bevorzugten Ort.
  • 8. 18 Bei den Balzhandlungen eines Paares von Ranitomeya Gelege- bzw. Quappenruf: Der vierte von uns ermittelte vanzolinii kommt es häufig vor, dass das Weibchen Ruf von Ranitomeya vanzolinii ist eine kurze und laute durch angrenzende Reviere laufen muss wobei es auch Trill-Ruffolge, die bis zu einer Stunde vom Männchen hier zu erneuten Angriffen durch andere Weibchen aus abgegeben wird. Das Männchen signalisiert durch diese der Gruppe kommen kann. Diese sind aber meist von Rufsequenz, dass sich ein Gelege oder Quappen in harmloser Natur und nur von kurzer Dauer. Ist das seiner unmittelbaren Umgebung befinden und es Weibchen zum Eiablageplatz gelangt, der durch das beabsichtigt damit, dem Weibchen zu signalisieren, dass Männchen ausgesucht wurde, kommt es zu keinen es das Gelege betreuen oder die abgesetzten Quappen weiteren Attacken der restlichen Weibchen mehr, so mit Nähreiern versorgen soll. dass die Eiablage nun ungestört vonstatten gehen kann. Während des Quappentransportes durch das Um solchen Revierüberschreitungen vorzubeugen bzw. Männchen, kommt es nach unseren ausführlichen sie etwas einzuschränken, ist es empfehlenswert in Beobachtungen zu keinerlei Rufäußerungen. verschiedenen, den Revieren angepassten Bereichen Eine weitere von uns gemachte, aber noch nicht näher des Terrariums, Futterplätze einzurichten. und mit anderen Vergleichsgruppen kontrollierte Beobachtung ist, eine Rufäußerung in den späten Abend- bis frühen Nachtstunden. Es handelt sich hierbei Die Männchen von Ranitomeya vanzolinii zeigen um den Zeitraum in welchem die eigentliche unterschiedliche Rufäußerungen auf. Wir selbst sind Terrarienbeleuchtung bereits erloschen ist und nur noch mittlerweile in der Lage, anhand der Rufe der sekundärer Lichteinfall aus anderen, noch beleuchteten Männchen, zu erkennen um welchen Ruf es sich handelt Terrarien oder Tageslicht in das Terrarium der Tiere und mit welcher Intention er von ihm abgegeben wird. gelangt. Zu dieser Zeit kann man einen relativ lauten Wir haben im Laufe der Zeit, in der wir diese Art pflegen und kurzen, harschen Rufton hören, der zwar über einen und nachziehen insgesamt vier verschiedene längeren Zeitraum, jedoch nicht in einer festen und Rufäußerungen unterscheiden und feststellen können, regelmäßigen Sequenzabfolge abgegeben wird. denen wir auch definierte Bedeutungen und Aktivitäten zuordnen können. Revierruf: Es handelt sich bei dem Revierruf um einen langanhaltenden, lauten und harschen Trill-Ruf. Dieser Wenden wir uns nun dem artspezifischen Balzverhalten wird meist in den Morgen- und Abendstunden geäußert. von Ranitomeya vanzolinii zu. Im Alter von etwa 12 Andere Männchen in benachbarten Terrarien als auch Monaten kommt es bei dieser Art zu den ersten z.B. Ranitomeya imitator und Ranitomeya lamasi ernsthaften Balzhandlungen, die zu Eiablagen führen stimmen in diese Rufäußerungen mit ein. Dieser Ruf können. dient der akustischen Abgrenzung des Territoriums des Befinden sich laichbereite Weibchen im Terrarium, beginnt Männchens und soll die eventuellen Rivalen davon das Männchen mit erlangen der Geschlechtsreife, durch abhalten sich diesem seinem Revier zu nähern. Balzrufe seine laichbereitschaft gegenüber den weiblichen Balzruf: Befinden sich laichbereite Weibchen im Tieren zu signalisieren. Dabei begibt sich das Männchen Terrarium bzw. im Revier des Männchens, wird ein immer in die Nähe eines laichbereiten Weibchens. Ist das spezifischer Balzruf abgegeben. Dieser definiert sich in Weibchen zur Paarung bereit, kommt es zur Abgabe des einer kurzen harschen, lauten Trill-Ruffolge. Dieser Ruf typischen Lock- bzw. Führungsrufes während das Weibchen ist besonders in den frühen Nachmittagsstunden zu durch das männliche Tier zum ausgesuchten Eiablageplatz hören und lässt nach unseren Erkenntnissen bald geführt wird. Dieses Verhalten kann sich über mehrere einsetzende Laichaktivitäten erwarten. Tage hinweg hinziehen und immer wieder beobachtet werden. Zwischen diesen Balzphasen konnten wir Lockruf: Bei der dritten Rufäußerung handelt es sich um beobachten, dass das Männchen den jeweiligen Eiablageort den sogenannten Lockruf. Er äußert sich durch eine kurz (meist Filmdosen) immer wieder aufsuchte und und leise abfolgende Trill-Ruf-Sequenz. Er wird als anschließend seine Balzhandlungen fortführte, solange es Führungsruf des Männchens eingesetzt, mit welchem er noch zu keiner erfolgreichen Eiablage gekommen war. dem Weibchen den Weg zum ausgesuchten Während des Lock- bzw. Führungsrufes durch das Eiablageplatz signalisiert. Am Eiablageplatz Männchen bewegt sich selbiges unter staksenden angekommen, stellt das Männchen diese Rufäußerung Bewegungen vor dem Weibchen her. Das Weibchen folgt ein, sobald das Weibchen ihm dorthin gefolgt ist. Dieser ihm in unmittelbarem Abstand und streichelt es mit ihren Ruf wird bevorzugt in den späteren Nachmittagsstunden nach dem Balzruf abgesetzt und signalisiert die baldige Eiablage.
  • 9. 19 Vorderbeinen am Rücken bzw. den Hinterbeinen. Hierbei kommt es zum wiederholten verharren beider Tiere. Unter leisen und kurzen, kaum hörbaren Rufen des Männchens zuckt dieses mit seinen Hinterbeinen. Dieses Verhalten reproduziert sich bis beide Tiere am Eiablageort angekommen sind. In der weiteren Abfolge der Balzhandlungen berühren sich beide Partner unter gegenseitigem Umkreisen mit den Vorderbeinen und führen mit den Hinterbeinen zuckend, wischende Bewegungen aus. Dieses Verhalten lässt bis zu einer Zeitspanne von 45 Minuten beobachten. In dieser Phase lassen sich die beiden Tiere kaum durch äußere Einflüsse stören – sie erscheinen wie in einem traceähnlichem Zustand. Diesem Umstand verdanken wir das Zustandekommen zahlreicher Videosequenzen über das Verhalten dieser Art in unseren Terrarien, aus denen auch unsere Filmdokumentation über den Balz- und Laichakt von Ranitomeya vanzolinii entstanden ist. Steht die Eiablage unmittelbar bevor, verharrt das Weibchen in sich duckender Stellung, während das Männchen auf den Rücken des Weibchens steigt. Hie gibt es mit deutlich sichtbaren, pressenden Bewegungen nun die Spermien ab. Dieser Vorgang dauert nur wenige Sekunden und das Männchen verlässt daraufhin den Rücken des Weibchens und auch den Eiablageplatz. Jetzt erfolgt die eigentliche Eiablage durch das Weibchen, welches sich nun allein am Eiablageort befindet. Unter kreisenden und wischenden Bewegungen verharrt das Weibchen stets nur kurze Zeit um die Eier abzulegen. Anschließend dreht sie sich mehrfach um die eigene Körperachse und gibt Flüssigkeit ab, die zur Ausbildung der schützenden und feuchtigkeitsspendenden Gallerte führt. Dieser Vorgang kann bis zu einer halben Stunde andauern, ehe sie dann ebenfalls den Ort der Eiablage verlässt. In den folgenden Stunden, begibt sich das Weibchen dann erneut zurück zum Gelege um es nochmals zu bewässern. Am gleichen Tag kehrt auch das Männchen zurück, inspiziert das Gelege, bewässert es ebenfalls – dieses Vorgehen wiederholt sich in den nächsten 14 Tagen bis zum Schlupf der Quappen. Die Gelege von Ranitomeya vanzolinii bestehen in der Regel aus zwei bis drei, in seltenen Fällen auch vier Eiern. Bei jungen Weibchen ist der Durchmesser der Eier geringer ausgeprägt und die Eier zeigen eine helle, beige bis hellgraue Färbung auf. Ältere Weibchen legen dann im Durchmesser größere Eier deren Farbe dunkelgrau bis schwarz ist. Bei der Wahl der natürlichen Quappenaufzucht durch die Elterntiere im Terrarium ist stets dafür Sorge zu tragen, dass die Bromelientrichter und Blattachseln stets mit ausreichend Flüssigkeit gefüllt sind... Ein spannender Augenblick beginnt dann, wenn das Männchen kurze, laute und harsche Trill-Rufe von sich gibt um dem Weibchen zu signalisieren, dass die Quappen sich kurz vor dem Schlupf befinden. Dieses Verhalten setzt etwa zwei bis drei Tage vor dem Schlupftermin der Quappen ein. Wir vermuten, dass mit diesen Rufäußerungen das Weibchen dazu veranlasst werden soll sich auf die bevorstehende Brutpflege der Quappen vorzubereiten, damit sie diese dann nach dem Transport durch das Männchen und dem Absetzen in die Wasseransammlungen mit Nähreiern versorgt. Die natürliche Aufzucht gelingt bei Ranitomeya vanzolinii, in ausreichend bemessenen und mit reichlich Bromelien besetzten Terrarien in der Regel gut und problemlos. Das Männchen transportiert die Quappen einzeln in wassergefüllte Bromelientrichter oder Blattachseln. Bis zum Absetzen der Quappen kann ein Zeitraum von ein bis zwei Tagen vergehen, in denen das Männchen die Quappen auf dem Rücken mit sich trägt. Nun wiederholt sich ein faszinierender Vorgang, mit welchem das Männchen dem Weibchen, besonders in den Nachmittags- und Abendstunden signalisiert wo genau im Terrarium sich die Quappen befinden. Das Männchen begibt sich direkt in die unmittelbare Nähe der abgesetzten Quappe und versucht durch langanhaltendes Rufen das Weibchen zu sich zu locken. Beim Männchen angelangt beginnt sie nun, die Wasseransammlungen genau zu untersuchen. Dies zeigt sich in der Beobachtung, dass sie mit dem Kopf voran die Wasseransammlungen inspiziert – es wirkt so, als würde sie daran riechen um festzustellen ob sich dort eine Quappe von ihr befindet. Während dieses Vorgehens bleibt das Männchen unter fortwährendem rufen weiterhin in ihrer unmittelbaren Nähe. Durch die von den Elterntieren ausgelösten Bewegungen an der Wasseroberfläche, beginnt die Quappe, sich zu bewegen und den typischen Bettelreflex zu zeigen. Dieser Bettelreflex äußert sich durch aufsteigen an die Wasseroberfläche und das ausführen von kreisenden und zitternden Bewegungen der Quappe. Animiert durch diese Bewegungen der Quappe dreht sich das Weibchen nun so, dass das Hinterteil in die Wasseransammlung eintaucht und legt mehrere Nähreier ab. Diese Nähreier sind unbefruchtet, von einer hellen Färbung, sind im Vergleich zu befruchteten Eiern deutlich kleiner und von ihrer Konsistenz her eher weicher beschaffen, sodass die Quappen diese besser fressen können. Dieses Verhalten des Weibchens wiederholt sich in den nächsten 60 bis 90 Tagen (die Entwicklungsdauer der Quappen ist abhängig von der im Terrarium vorherrschenden Temperatur und der Anzahl der bei der jeweiligen Fütterung abgegebenen Nähreier) etwa zweimal in der Woche. In dieser Zeit sollten die Elterntiere eine regelmäßige, qualitativ hochwertige und abwechslungsreiche Fütterung erfahren.
  • 10. 20 Tipps zur Aufzucht... - Jungtiere bis zu einem Alter von mindestens 3 Monaten im Terrarium belassen, da vorher Nach ungefähr 60 bis 90 Tagen, wie auf der vorherigen Seite bereits erwähnt, ist die entnommene Tiere zu instabil Metamorphose der herangewachsenen Quappe soweit fortgeschritten, dass sie nun sind. beginnt den Restschwanz zu resorbieren. Der Jungfrosch verbleibt in den folgenden Wochen noch in seiner Aufzuchtstätte um bei Gefahr sofort wieder in die - Zum Zeitpunkt des Landganges Wasseransammlung abzutauchen und dort Schutz zu suchen. Zu diesem Zeitpunkt der Jungfrösche bereits damit endet die weitere Brutfürsorge durch die Elterntiere. Der Schutzmechanismus der beginnen, Springschwänze an Jungfrösche ist so stark ausgeprägt, dass sie auch wenn sich neben den Eltern noch den Wasseransammlungen zu weitere artgleiche Tiere im Terrarium befinden, von diesen nicht behelligt werden. verfüttern. Im weiteren Verlauf ihres Wachstums verlassen die Jungfrösche von Ranitomeya - Im Bodenbereich des vanzolinii nach einem Zeitraum von ungefähr zwei Monaten nach Beendigung der Metamorphose und dem Landgang die Stätte des bisherigen Aufenthaltes und Terrariums ausreichend orientieren sich in Richtung des Bodenbereiches. Hier bedarf es nun einer besonderen Versteck- und Rückzugs- Beobachtung durch den Pfleger, dass die heranwachsenden Jungtiere eine möglichkeiten durch einbringen ausreichende Fütterung mit Springschwänzen und anderen vergleichbar kleinen von Korkstücken und dunklen Futtertieren erfahren. Damit die Jungtiere ungestört von den anderen adulten Tieren Filmdosen einrichten. im weiteren Wachstum nicht behelligt werden und heranwachsen können, sollte der Bodenbereich des Terrariums, wie im Abschnitt über die Terrariengestaltung und – - Möglichst keine oder wenn, nur einrichtung bereits erwähnt, mit ausreichend Rückzugs- und Versteckmöglichkeiten spärliche Bepflanzung des versehen sein unter denen sich auch stets genügend kleine Futtertiere befinden, die Bodenbereiches, weil durch von den juvenilen Fröschen dort gejagt und erbeutet werden können. einen dort dichten Bewuchs die Das einbringen einer Wasserschale im Terrarium ist zur Flüssigkeitsaufnahme der Jungtiere nur sehr schlecht aus Jungtiere ein weiterer nicht außer acht zu lassender Punkt, da sich im Bodenbereich des dem Terrarium gefangen Terrariums ja keine Bromelien befinden, die als Wasserspeicher zur Verfügung stehen. werden können. Im Alter von 4 bis 5 Monaten sollten die bis jetzt herangewachsenen Jungtiere dann aus dem Terrarium entnommen werden, da sie nun auch vermehrt in die höheren Regionen - Im Vorfeld bereits ein kleines des Beckens emporsteigen und dort in die Reviere der adulten Tiere eindringen. Dies und dicht bewachse Terrarium führt dann zu Aggressionen durch die Alttiere und somit zwangsläufig zu Verlusten der zur weiteren Aufzucht der Nachzuchten. Jungtiere vorbereiten Das Fangen der Jungtiere ist in diesem Altersstadium noch recht einfach - Quappen können mit einer durchzuführen, da sie noch nicht so springgewaltig wie die ausgewachsenen Tiere sind. Pipette aus den Trichtern entnommen und künstlich weiter gezeitigt werden.
  • 11. 21 Die künstliche Zeitigung von Gelegen und Aufzucht der Quappen... Haben wir im vorherigen Abschnitt die natürliche Aufzucht behandelt, so wenden wir uns jetzt der künstlichen Zeitigung der Gelege sowie der Aufzucht der Kaulquappen zu. Mit Hilfe dieser Methode gelangt der Pfleger dieser Art zu mehr Jungtieren von Ranitomeya vanzolinii im Verlaufe eines Jahres als wenn er die natürliche Aufzucht der Jungtiere den Elterntieren überlässt. Mann kann, sobald von den Tieren ein Gelege abgesetzt wurde, noch am gleichen oder in den folgenden Tagen – auch wenn sich aus den Eiern bereits die ersten Larven entwickelt haben, diese problemlos aus dem Terrarium entnehmen und in der kommenden Zeit künstlich zeitigen und aufziehen. Da wir mit Doseneinschüben arbeiten (siehe auch www.poisonfrogs.de – Tipps & Tricks) lassen sich die Gelege oder Larven sehr gut entnehmen, ohne das es hierbei zu Lageveränderungen oder Beschädigungen kommt. Die Gelege ode r Larven werden in einen hierfür vorbereiteten Doseninkubator (siehe ebenfalls www.poisonfrogs.de – Tipps & Tricks) überführt. Alle zwei Tage werden die Gelege bzw. Larven mit Hilfe einer Handsprühflasche befeuchtet; dadurch werden der Gallerte anheftende Schmutzpartikel weggespült und diese dann unter Zuhilfenahme einer Pipette entfernt. Die Zeitigung erfolgt bei einer Temperatur von etwa 23°C. Während dieser Entwicklungszeit der Eier ist darauf zu achten, dass der Wasserstand nur äußerst gering ist; maximal 1 bis 2 mm, da ansonsten die weitere Entwicklung nicht mehr voranschreitet. Nach ungefähr 14 Tagen, wenn die Kiemenäste zurückgebildet sind, signalisiert die Quappe durch deutliche zappelnde Bewegungen innerhalb der Eihülle, dass sie zum Schlupf bereit ist. Zu diesem Zeitpunkt sollte der Wasserstand auf etwa 4 bis 5 mm erhöht werden. Die meisten Larven sprengen die Eihülle in den nächsten zwei bis drei Tagen aus eigener Kraft und schwimmen frei. Doch kommt es auch immer wieder vor, dass die eine oder andere Larve dieses nicht aus eigener Kraft schafft. Hier kann man nun, mit Hilfe einer Pipette, deren vordere Spitze man vorher etwas abgeschnitten und das Lumen somit ein wenig vergrößert hat, die zum Schlupf bereite Larve wiederholt ansaugen und somit auf schonende Art und Weise die Eihülle sprengen. Gelingt dies nicht, da die Eihülle noch zu fest ist, kann man nun noch zwei Skalpelle zuhilfe nehmen und die Eihülle vorsichtig, ohne die Larve zu beschädigen, aufschneiden. Die Larven werden dann mit der großlumigen Pipette entnommen und in den ersten drei Tagen bei einem Wasserstand von maximal 3 Zentimetern in einen Quappenbehälter überführt. Als Quappenwasser verwenden wir eine Mischung aus Osmosewasser, Leitungswasser und Aquarienwasser aus einem eingefahrenen Aquarium im Verhältnis von etwa 60:30:10% je Liter. Diesem Wasser fügen wir zusätzlich noch einen Wasseraufbereiter zu, der eventuelle noch im Wasser verbliebene Schadstoffe bindet und dem Wasser weiterhin einige Mineralstoffe und Vitamine zufügt. A lle zwei Tage wird ein erneuter, vollständiger Wasserwechsel durchgeführt. Ab dem vierten Tag kann der Wasserstand im Quappenbehälter dann auf 4 cm erhöht werden. Die Fütterung der Quappen erfolgt nach jedem Wasserwechsel, alle zwei Tage. Hierzu verwenden wir herkömmliches Zierfischflockenfutter und gefriergetrocknete Insektenlarven, sowie Spirulinaalgen. Diese einzelnen Futterbestandteile pulverisieren wir mit Hilfe einer Kaffeemühle sehr f ein. Dieses Staubfutter bietet den Vorteil, dass die Größe der einzelnen Futterpartikel so bemessen ist, dass sie von den Quappen ohne Probleme aufgenommen werden können – bei größeren Futterpartikeln besteht die hohe Gefahr, dass sie am Maul der Kaulquappe haften bleibt und dort verdirbt, was zu einem verpilzen des Futters und dem verhungern der Quappe führt, da sie durch die mit den Pilzfäden festsitzende Futterflocke keine andere Nahrung mehr zu sich nehmen kann und auch nicht mehr in der Lage ist, zur Sauerstoffaufnahme an die Wasseroberfläche zu gelangen. Bei der Wahl der Futtermenge gilt der Grundsatz, stets nur soviel sparsam zu füttern, wie nur innerhalb von zwei Tagen vertilgt werden kann, damit die Wasserbelastung möglichst gering gehalten wird. Nach einem Zeitraum von etwa 60 bis 90 Tagen ist die Quappe bereits so weit entwickelt, dass die Hinter- und Vorderbeine entwickelt sind und der verbliebene Restschwanz von ihr resorbiert wird und täglich schrumpft. Auch in diesem Zeitraum füttern wir weite rhin sparsam unsere Futtermischung, da wir beobachtet haben, dass die metamorphosierenden Frösche bis zur fast vollständigen Resorption des Schwanzes noch kleine Mengen an Nahrung zu sich nehmen. Jetzt ist der Zeitpunkt erreicht, an welchem die fast vollständig entwickelten Jungfrösche in ein spezielles Aufzuchtterrarium überführt werden können. Das Aufzuchtterrarium für Jungfrösche von Ranitomeya vanzolinii sollte in seinen Abmessungen so ausgewählt werden, dass zu jeder Zeit für eine optimale Futterdichte der juvenilen Tiere gesorgt werden kann – demzufolge scheiden Terrarien mit einer Schenkellänge von mehr als 40 cm und einer Tiefe von über 30 cm von vornherein aus. Der Aufbau es Terrariums erfolgt bei uns wie folgt: Die Boden-, Rück- und Seitenwände bleiben komplett aus Glas und werden nicht mit irgendwelchen Beschichtungsmaterialien versehen. Hierdurch kann möglichst viel indirektes Licht in das Becken gelangen und die Seitenscheiben veralgen im Laufe der Zeit und bieten so einen natürlichen Sichtschutz, der dem Pfleger trotzdem noch ein beobachten des Terrarieninneren ermöglicht. Aus hygienischen Gründen verwenden wir für den Bodenbereich feinporigen Filterschwamm aus dem Aquaristikbereich der eine maximale Höhe von 5 cm nicht überschreiten sollte. Auf diesen Schwamm können bodendeckende Pflanzen, wie z.B. Peperoniaarten aufgesetzt werden und gut anwachsen. Das Aufzuchtterrarium hat keine Abflußbohrung. Hierdurch ist gewährleistet, dass sich in der Bodenwanne stets Flüssigkeit befindet, die für eine gleichmäßige Feuchtigkeit im Terrarium sorgt, aber auch jederzeit ohne weiteren Aufwand in regelmäßigen Abständen abgesaugt und erneuert werden kann.
  • 12. 22 Abbildung 4: Landgänger von Ranitomeya vanzolinii Abbildung 5: Aufzuchtbecken mit Quappenbechern für Landgänger Auf das Einbringen von Bromelien oder anderen breitblättrigen Pflanzen verzichten wir, damit wir die Jungtiere im Aufzuchtterrarium besser beobachten, kontrollieren und heraus fangen können. Um dem Sicherheitbedürfniss der Jungtiere genüge zu tragen, werden verschiedene Korkstücke im Bodenbereich, sowie mehrere ganze und halbierte Filmdosen in dieses Becken eingebracht, unter die sich die juvenilen Frösche zurückziehen und verstecken können. Um einen sicheren Landgang zu gewährleisten, haben wir im vorderen Bereich des Terrariums mehrere Quappenbecher, die mit Javamoos versehen und bis zur Hälfte ihres Volumens mit Wasser gefüllt sind aufgestellt. Darin überführen wir die künstlich gezeitigten und kurz vor dem Landgang stehenden Jungtiere. In diesen Behältern können sie nun während der restlichen Tage des Landganges bis zur vollständigen Resorption des Schwanzes verbleiben. Wir beobachten regelmäßig, wie die fast vollständig entwickelten Jungtiere in dieser Phase den Wasserbereich verlassen, an den Behälterwänden und dem emers wuchernden Javamoos in dem Behälter hochklettern und die nähere Umgebung betrachten. Wie bei der natürlichen Aufzucht im Terrarium auch, kehren sie noch eine gewisse Zeit immer wieder regelmäßig ins Wasser zurück. Auch werden hier bereits die Springschwänze, die wir regelmäßig und gezielt dort anreichen, begierig gefressen. Durch das regelmäßige Absaugen und Austauschen des Wassers in der Bodenwanne des Aufzuchtterrariums wird eine kontinuierliche Luftfeuchtigkeit gewährleistet und für ausgeglichene hygienische Verhältnisse gesorgt... Bei dieser Vorgehensweise haben wir bereits seit Jahren verschiedene Jungtiere in unterschiedlichen Altersstadien gemeinsam in diesem Aufzuchtterrarium aufziehen können. So befinden sich neben den frisch an Land gehenden Jungtieren auch immer wieder Jungfrösche mit einem Alter von knapp 5 Monaten noch gemeinsam in diesem Terrarium, ohne dass sie sich gegenseitig stressen oder unterdrücken. Mit Erreichen eines Alters von spätestens 5 Monaten ist es zu empfehlen, diese bereits größeren Jungfrösche aus dem Aufzuchtterrarium herauszufangen und in Gruppen von maximal 5 Tieren in entsprechend größere und wie bei den adulten Tieren eingerichtete und strukturierte Terrarien umzusetzen. Nach unseren langjährigen Erfahrungen können wir die Empfehlung aussprechen, dass es ratsam ist, Jungtiere von Ranitomeya vanzolinii frühestens mit Erreichen eines Alters von 4 bis 5 Monaten zur Abgabe anzubieten. Erst mit diesem Alter sind nach unseren Beobachtungen die Tiere soweit hinsichtlich ihrer Körpergröße und auch Konstitution so stabil und gefestigt, dass sie bereits größere Futtertiere wie z.B. kleine Obstfliegen jagen und erbeuten können und auch dem Stress des Fangens und des Transportes als auch der Eingewöhnung in eine neue Umgebung gewachsen sind.
  • 13. 23 Abschließend bleibt uns nunmehr nur noch zu sagen, dass die Ausführungen, welche wir Ihnen hier in diesem Online-Journal vorstellen nur eine der wenigen Methoden ist um Ranitomeya vanzolinii erfolgreich zu halten und zu züchten. Dieses Konzept, welches wir bei unseren Tieren verfolgen, lässt sich nicht nur für diese hier beschriebene Art, sondern auch für weitere, diesem Komplex zugeordneten Arten und Varianten, wie z.B. Ranitomeya imitator und Ranitomeya lamasi anwenden und übertragen. Abbildung 4: Larve eines jungen Weibchens von Ranitomeya vanzolinii – deutlich ist die hierbei beschriebene helle Färbung der Larven zu erkennen. Diese Detailaufnahme zeigt auch sehr anschaulich die noch sehr stark ausgeprägten Kiemenäste der sich entwickelnden Larve. Wir wünschen uns für die Zukunft dieser so interessanten und farbenprächtigen Froschart, dass sie noch auf viele Jahre durch die Bemühungen der anderen, die unser Hobby mit uns teilen, in unseren Terrarien verbreitet bleiben und beständig in stabilen Populationen weitervermehrt werden. Gerade hinsichtlich der fortschreitenden Biotopzerstörung und Veränderung der klimatischen Bedingungen in den natürlichen Verbreitungsgebieten lässt sich die Befürchtung nicht von der Hand weisen, dass dieser eindrucksvolle Frosch bereits in naher Zukunft nur noch in reduzierter Individuendichte und – population in der freien Natur vorzufinden ist. Auch würden wir uns freuen, wenn Sie von Abbildung 5: Aufnahme des Dotters einer Quappe von Ranitomeya vanzolinii unseren Beobachtungen dahingehend profitieren, als dass Sie nach dieser Lektüre ein ausgeprägteres Verständnis über diese Art und ihre Verhaltensweisen bekommen – lassen sich doch viele der von uns gemachten Erfahrungen die hier aufgezeigt wurden in der freien Natur kaum in dieser Detailfülle feststellen. Auch viele andere Froschbegeisterte von Ihnen werden nicht immer die Ausdauer, Geduld und Zeit aufbringen können um solche intensiven Beobachtungen der Terrarienpfleglinge selbst durchzuführen und im Anschluss daran diese zu sichten, zu reflektieren, aus ihnen Rückschlüsse zu ziehen und diese dann noch der interessierten Öffentlichkeit in geeigneter Form zur Verfügung zu stellen. Abbildung 6: Aufnahme eines Geleges von einem bereits älterem Weibchen – hier ist gut zu erkennen, dass die sich aus den Eiern entwickelnden Larven bereits dunkel gefärbt sind.