Die Satanische Bibel

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Die Satanische Bibel

  1. 1. 2
  2. 2. Anton Szandor LaVey – Die satanische Bibel© 1999 SECOND SIGHT BOOKS, Berlinalle Rechte VorbehaltenVervielfältigung oder jedwelche andere graphischeoder digitale Erfassung nur mit schriftlicher Genehmigungdes VerlagsBerlin, 19993000043438 3
  3. 3. Für Diane 4
  4. 4. INHALTVORBEMERKUNG .............................................................. 8PROLOG .......................................................................... 10DIE NEUN SATANISCHEN GRUNDSÄTZE .......................... 12(FEUER ) .......................................................................... 14DAS BUCH SATAN .......................................................... 14 Die höllische Streitschrift ...................................... 14EINFÜHRUNG................................................................... 15DAS BUCH SATAN........................................................... 17(LUFT)............................................................................. 26DAS BUCH LUZIFER ....................................................... 26 Die Erleuchtung ..................................................... 26EINFÜHRUNG................................................................... 27-GESUCHT ! GOTT TOT ODER LEBENDIG.......................... 29 DER GOTT, DEN DU RETTEST, KÖNNTEST DU SELBST SEIN........................................................................................ 35 DIE HÖLLE, DER TEUFEL UND WIE MAN SEINE S EELEVERKAUFT ....................................................................... 38 DIE VIER KRONPRINZEN DER HÖLLE............. 41 DIE HÖLLISCHEN NAMEN ................................. 42 EINIGE ANHALTSPUNKTE FÜR EIN NEUES SATANISCHESZEITALTER ...................................................................... 52LIEBE UND HASS ............................................................. 66SATANISCHER S EX .......................................................... 68NICHT ALLE VAMPIRE SAUGEN BLUT! ............................ 81SINNESFREUDE DURCH HINGABE – NICHT ZWANG!......... 89ÜBER DAS MENSCHENOPFER ........................................... 99LEBEN NACH DEM TOD DURCH S ELBSTERFÜLLUNG ...... 105RELIGÖSE FEIERTAGE ................................................... 112DIE SCHWARZE MESSE ................................................. 116(ERDE) .......................................................................... 126DAS BUCH B ELIAL ....................................................... 126 5
  5. 5. Die Herrschaft über die Erde............................... 126EINFÜHRUNG................................................................. 127THEORIE UND PRAXIS DER SATANISCHEN MAGIE ......... 129 (Definition und Zweck)......................................... 129DIE DREI ARTEN DES RITUALS ...................................... 135 DER RITUALRAUM ODER DIE „INTELLEKTUELLEUNTERDRUCKKAMMER“ ............................................... 141DIE BESTANDTEILE DER SATANISCHEN MAGIE............ 144 A. Begehren .......................................................... 144 B. Zeitpunkt.......................................................... 145 C. Imagination ..................................................... 149 D. Zielrichtung ..................................................... 151 E. Verhältnismäßigkeit......................................... 153DAS SATANISCHE RITUAL............................................. 155 I: Was vor Beginn eines satanischen Rituals beachtet werden muß ........................................... 155 II. Die Dreizehn Schritte...................................... 157 (A) Wie du jemanden zu lustvollen Dingen veranlasst oder eine sexuell befriedigende Situation herbeiführst.......................................................... 158 (B) Wie du Hilfe oder Erfolg für jemanden erreichst, der deine Sympathie oder dein Mitgefühl hat (einschließlich dir selbst). .................................... 159 (C) Wie du die Vernichtung eines Feindes hervorrufst............................................................ 160 III. Gegenstände, die bei einem Ritual verwendet werden.................................................................. 162 Kleidung ............................................................... 162 Altar ..................................................................... 163 Symbol des Baphomet .......................................... 164 Kerzen .................................................................. 166 Glocken ................................................................ 166 Kelch .................................................................... 167 6
  6. 6. Elixier................................................................... 167 Schwert................................................................. 168 Phallus ................................................................. 169 Gong..................................................................... 169 Pergament ............................................................ 170(WASSER) ..................................................................... 171DAS BUCH LEVIATHAN ................................................ 171 Die tosende See .................................................... 171DIE ANRUFUNG SATANS ............................................... 172 Die höllischen Namen .......................................... 172BESCHWÖRUNG DER LUST ............................................ 176BESCHWÖRUNG DER VERNICHTUNG ............................. 178BESCHWÖRUNG DES MITLEIDS ...................................... 180 ÜBER DIE HENOCHISCHE SPRACHE UND DIEHENOCHISCHEN SCHLÜSSEL .......................................... 182 DER ERSTE SCHLÜSSEL................................... 184 DER ZWEITE SCHLÜSSEL ................................ 186 DER DRITTE SCHLÜSSEL................................. 188 DER VIERTE SCHLÜSSEL ................................. 190 DER FÜNFTE SCHLÜSSEL ............................... 192 DER SECHSTE SCHLÜSSEL.............................. 194 DER SIEBTE SCHLÜSSEL.................................. 195 DER ACHTE SCHLÜSSEL.................................. 197 DER NEUNTE SCHLÜSSEL............................... 199 DER ZEHNTE SCHLÜSSEL................................ 201 DER ELFTE SCHLÜSSEL................................... 203 DER ZWÖLFTE SCHLÜSSEL............................. 204 DER DREIZEHNTE SCHLÜSSEL ...................... 205 DER VIERZEHNTE SCHLÜSSEL....................... 206 DER FÜNFZEHNTE SCHLÜSSEL..................... 207 DER SECHZEHNTE SCHLÜSSEL...................... 208 DER SIEBZEHNTE SCHLÜSSEL ....................... 209 DER NEUNZEHNTE SCHLÜSSEL..................... 211 7
  7. 7. V ORBEMERKUNGDieses Buch wurde geschrieben ,da bis auf wenigeAusnahmen jedes Traktat und jedes Papier ,jedes„geheime“ Grimoire, die ganzen „großen Werke“ zumThema Magie nichts anderes als frömmelndeFälschungen sind - von schlechtem Gewissen getriebenesGeschwafel und esoterisches Geschwätz von Chronisten,die von magischen Überlieferungen berichten undentweder keinen objektiven Standpunkt dazu einnehmenkönnen oder wollen. Einer nach dem andern von diesenSchreibern hat es bei seinen Versuchen ,die Grundsätze„Weißer und Schwarzer Magie“ darzulegen ,lediglichgeschafft ,das Thema dermaßen zu vernebeln, dass deram Hexentum interessierte Schüler letztlich stumpfsinnigeine Planchette über ein Ouija-Brett schiebt ,in einemPentagramm steht und auf das Erscheinen eines Dämonswartet ,ungeschickt I-Ching Stäbchen aus Schafgarbeumherschiebt wie überalterte Brezeln, Karten mischt, umdie Zukunft vorauszusagen, mit völlig sinnlosemErgebnis, und Seminare besucht, die mit Sicherheit nurseinem Ego - und seiner Geldbörse - schaden. Und ermacht sich ganz allgemein zum Narren in den Augenderjenigen, die wissen!Der wahre Magus weiß, dass die okkulten Bücherregaleüberquellen mit verstaubten Relikten ängstlicherGemüter und steriler Körper, mit metaphysischen Reisender Selbstverachtung und Regelbüchern, vollgestopft mitVorschriften aus dem östlichen Mystizismus. Viel zulange schon wurde über das Thema Satanische Magieund Philosophie von sensationslüsternen Journalisten desPfades zur Rechten geschrieben. 8
  8. 8. Die alte Literatur ist das Abfallprodukt aus Hirnen, dievon Furcht und Niederlage zerfressen sind und dieunwissentlich damit diejenigen unterstützen, die wirklichdie Welt regieren, und die von ihrem Höllenthron vorVerachtung schallend herunterlachen.Die Flammen der Hölle brennen heller durch dasZündmaterial, das diese Bände mit ihren vergilbtenFehlinformationen und falschen Prophezeiungen liefern.Diese Buch enthält Wahrheit - und Phantasie. Eines kannohne das Andere nicht existieren; jedoch muss beides alsdas erkannt werden was es ist. Was du erfährst, mag dirvielleicht nicht immer gefallen, aber du wirst es erfahren!Dies ist satanisches Gedankengut aus wahrhaftsatanischer Sicht.The Church of SatanSan Francisco, Walpurgisnacht 1968 9
  9. 9. P ROLOGDie Götter des Pfades zur Rechten haben sich ein ganzesWeltzeitalter lang gezankt und zerstritten. Alle dieseGottheiten und ihre Priester und Geistlichen habenversucht, Weisheit in ihren eigenen Lügen zu finden. DieEiszeit religiöser Gedanken kann jedoch im großen Plander menschlichen Existenz nur eine begrenzte Zeitandauern. Die von ihren Weisheiten besudelten Götterhaben ihre Zeit gehabt und ihr Jahrtausend ist vorbei.Jeder vo n ihnen hatte seinen eigenen „göttlichen“ Pfadzum Paradies und beschuldigte den Anderen der Ketzereiund geistiger Indiskretion. Auf dem Ring der Nibelungenlastet tatsächlich ein immerwährender Fluch, aber nurweil diejenigen, die ihn suchen, in Kategorien von „gut“und „böse“ denken - wobei sie selbst natürlich die„Guten“ sind. Um zu überleben, sind die Götter derVergangenheit zu ihren eigenen Teufeln geworden. IhreGeistlichen spielen kläglich das Teufelsspiel, um ihreTabernakel zu füllen und die Mie te für ihre Tempelbezahlen zu können. Aber sie haben sich viel zu langeschon in „Rechtschaffenheit“ geübt und sind dabei zuarmen inkompetenten Teufeln geworden. Und so reichensie sich alle die Hände in „brüderlicher“ Einheit, undtreffen sich in ihrer Verzweiflung in der Walhalla zuihrem letzten großen ökumenischen Rat. „In derDüsternis zieht die Götterdämmerung auf“. Die Rabender Nacht sind davongeflogen, um Loki anzurufen, derdie Walhalla in Flammen aufgehen hat lassen mit dembrennenden Dreizack des Infernos. Die Dämmerung istvorbei. Ein Glanz neuen Lichtes wurde aus der Nachtgeboren und Luzifer ist auferstanden, um erneut zuverkünden: „Dies ist das Zeitalter Satans! Satan regiert 10
  10. 10. die Welt!“ Die Götter der ungerechten sind tot. Dies istder Morgen der magischen, unverfälschten Weisheit. DasFleisch herrscht, und eine großartige Kirche soll errichtetund in seinem Namen geweiht werden. Die Errettung derMenschen soll nicht länger von seiner Selbstverleugnungabhängig gemacht werden. Und es wird sich zeigen, dassdie Welt des Fleisches und des Lebens die besteVorbereitung auf jegliche Freuden der Ewigkeit ist! REGIE SATANAS! AVE SATANAS! HEIL SATAN! 11
  11. 11. DIE N EUN S ATANISCHEN GRUNDSÄTZE1. Satan bedeutet Sinnesfreude anstatt Abstinenz!2. Satan bedeutet Lebenskraft anstatt Hirngespinste!3. Satan bedeutet unverfälschte Weisheit anstattheuchlerischen Selbstbetrug!4. Satan bedeutet Güte gegenüber denjenigen, die sieverdienen, anstatt Verschwendung von Liebe anUndankbare!5. Satan bedeutet Rache anstatt hinhalten der anderenWange!6. Satan bedeutet Verantwortung für dieVerantwortungsbedürftigen anstatt Fürsorge fürpsychische Vampire!7. Satan bedeutet, dass der Mensch lediglich ein Tierunter anderen Tieren ist ,manchmal besser, häufig jedochschlechter als die Vierbeiner, da er aufgrund seiner„göttlichen, geistigen und intellektuellen Entwicklung“zum bösartigsten aller Tiere geworden ist! 12
  12. 12. 8. Satan bedeutet alle sogenannten Sünden, denn sie alleführen zu physischer, geistiger oder emotionalerErfüllung!9. Satan ist der beste Freund, den die Kirche jemalsgehabt hat, denn er hat sie all die ganzen Jahre über amLeben erhalten! 13
  13. 13. (F EUER)DAS B UCH SATANDie höllische Streitschrift 14
  14. 14. EINFÜHRUNGDas erste Buch der Satanischen Bibel ist nicht derVersuch einer Gotteslästerung sondern eineMeinungsäußerung, die man als „diabolische Empörung“bezeichnen könnte. Der Teufel wurde immer von denGottesmännern gnadenlos und ohne Hemmungenangegriffen. Niemals hatte der Prinz der Dunkelheitwirklich Gelege nheit, auf die gleiche Weise wie dieRedner des Herrn der Rechtschaffenen zu Wort zukommen. Die Kanzelprediger der Vergangenheit konnten„gut“ und „böse“ nach ihrem Gutdünken festlegen undhaben nur zu gern diejenigen, die ihren Lügenwidersprachen, in der Versenkung verschwinden lassen -sowohl verbal als auch manchmal auch physisch. IhrGerede von „Barmherzigkeit“ verkommt imZusammenhang mit seiner Höllischen Majestät zur leerenWorthülse und ist ausgesprochen unfair, wenn manbedenkt, dass ohne ihren satanischen Gegner ihreReligion ganz einfach zusammenbrechen würde. Wiebedauerlich, dass die allegorische Persönlichkeit, der diegeistigen Religionen ihren Erfolg am meisten zuverdanken haben, am wenigsten Barmherzigkeit erfährtund ständig missbraucht wird - und das ausgerechnet vondenjenigen ,die immer salbungsvoll die Regeln derFairness verkünden! In all den Jahrhunderten, in denender Teufel niedergebrüllt wurde, hat er sich nie gegenseine Verleumder zur Wehr gesetzt. Er ist immer einGentleman geblieben, während diejenigen, die erunterstützt, lärmen und toben. Er war ein Musterbeispielguten Benehmens, aber jetzt ist seiner Meinung nach dieZeit zum Widerspruch gekommen. Er hat beschlossen,endlich zu seinem Recht zu kommen. Die dickbäuchigen 15
  15. 15. Regelbücher mit heuchlerischen Vorschriften habenausgedient. Um das Gesetz des Dschungels neu zuerlernen, reicht eine kleine, dünne Streitschrift aus. JederVers ist ein Inferno. Jedes Wort ist eine Feuerzunge. DieFlammen der Hölle brennen gewaltig... und reinigen!Lies weiter und lerne das Gesetz. 16
  16. 16. D AS B UCH SATAN I1. In dieser kargen Wildnis aus Stahl und Stein erhebeich meine Stimme, auf das ihr mich höret. Nach Ostenund Westen rufe ich. Nach Norden und Süden gebe ichein Zeichen, welches verkündet: Tod den schwächlichen,Reichtum den Starken!2. Öffnet eure Augen, auf das ihr sehet, oh Menschen mitvermoderten Hirnen und hört mir zu, ihr verwirrtenMillionen!3. Denn ich bin angetreten, um die Weisheit der Weltherauszufordern und die „Gesetze“ der Menschheit und„Gottes“ in Frage zu stellen!4. Ich verlange Begründungen für eure Goldene Regelund frage nach dem Warum und Weshalb eurer ZehnGebote.5. Ich verneige mich vor keinem eure papierenen Idole inAnerkennung, und wer zu mir sagt, „Du sollst“ ist meinTodfeind!6. Ich tauche meinen Zeigefinger in das wässerige Bluteures impotenten, wahnsinnigen Erlösers und schreibeauf seine von Dornen entstellte Stirn: Der wahre Prinzdes Bösen - der König der Sklaven! 17
  17. 17. 7. Ich akzeptiere keine abgedroschenen Unwahrheiten alsWahrheit; kein einengendes Dogma wird meine Feder amschreiben hindern!8. Ich breche mit allen Konventionen, die nicht zumeinem irdischen Erfolg und Glück beitragen!9. Ich setze in einer unerbittlichen Invasion den Maßstabder Starken!10. Ich starre in die glasigen Augen eures furchtsamenJehovas und ziehe ihn am Bart; ich erhebe eine Streitaxtund spalte seinen von Würmern zerfressenen Schädel!11. Ich zerstöre die abscheulichen Inhalte derphilosophisch schöngefärbten Gräber und lache insardonischem Zorn! II1. Sehet das Kreuz; was symbolisiert es? BleicheInkompetenz, die an einem Baum hängt.2. Ich hinterfrage alle Dinge. Während ich vor denfauligen und gelackten Fassaden eurer überheblichenmoralischen Dogmen stehe, schreibe ich darauf mitBuchstaben aus flammender Verachtung: Seht her, alldies ist Schwindel!3. Komm her zu mir, du Todesverächter, und die Erdewird dir gehören! 18
  18. 18. 4. Viel zu lange war es der toten Hand erlaubt,lebendiges Gedankengut abzutöten!5. Viel zu lange haben falsche Propheten Richtig undFalsch, Gut und Böse verdreht!6. Kein Glaubensbekenntnis muss aufgrund seiner„göttlichen“ Beschaffenheit akzeptiert werden.Religionen sollen angezweifelt werden. Kein moralischesDogma darf als selbstverständlich hingenommen, keinMaßstab als göttlich angesehen werden. KeineMoralvorstellungen sind von Natur aus heilig. Wie diehölzernen Idole vergangener Zeiten sind auch sie dasWerk von Menschenhand, und was der Menscherschaffen hat, das kann der Mensch auch vernichten!7. Derjenige, der zögert, alles und jedem zu glauben, istsehr weise, denn der Glaube an ein einziges falschesPrinzip ist der Beginn allen Unverstands!8. Die wichtigste Aufgabe jedes neuen Zeitalters ist es,Menschen hervorzubringen, die seine Freiheiten neudefinieren, es zu materiellem Reichtum zu führen und dieverrosteten Schlösser und Ketten ve ralteter Traditionenzu sprengen, die einem gesunden Wachstumentgegenstehen. Theorien und Ideen, die einmal Leben,Hoffnung und Freiheit für unsere Ahnen bedeutet haben,können heute zu Zerstörung und Sklaverei führen unduns entwürdigen!9. Mit der Veränderung der Umwelt verändern sich auchdie menschlichen Ideale! 19
  19. 19. 10. Wann immer eine Lüge sich selbst auf den Thronerhoben hat, soll sie ohne Mitleid und Bedauernangezweifelt werden, denn unter dem Einfluss einerUnwahrheit kann niemand gedeihen!11. Die überkommenen Scheinargumente sollen vomThron gestoßen, ausgemerzt, verbrannt und zerstörtwerden, denn sie sind eine ständige Bedrohung derwahren Würde von Gedanken und Handlungen!12. Jede angebliche „Wahrheit“, die sich als reineErfindung herausstellt, soll ohne weitere Umstände in dieäußere Finsternis geschleudert werden, hin zu den totenGöttern, toten Weltreichen, toten Philosophien und alldem anderen bedeutungslosen Plunder!13. Die gefährlichste aller herrschenden Lügen ist dieheilige, abgesegnete, die privilegierte Lüge - die Lüge,von der jeder glaubt, dass sie ein Musterbeispiel anWahrheit ist. Sie ist die fruchtbare Mutter aller anderenverbreiteten Irrtümer und Selbsttäuschungen. Sie ist einhydraköpfiger Baum der Unvernunft mit tausendWurzeln. Sie ist ein gesellschaftliches Krebsgeschwür!14. Die Lüge ,die als solche enttarnt wird, ist schon halbausgerottet, aber die Lüge, die auch von intelligentenMenschen als Tatsache akzeptiert wird - die Lüge, dieschon dem Kleinkind auf den Knien einer Muttereingetrichtert wird, ist gefährlicher zu bekämpfen als dieschleichende Pest!15. Eingängige Lügen waren schon immer die stärkstenFeinde persönlicher Freiheit. Es gibt nur einen Weg, mit 20
  20. 20. ihnen umzugehen: Radikal herausschneiden wieKrebsgeschwüre. Mit Stumpf und Stiefel ausrotten.Vernichtet sie, sonst vernichten sie uns! III1. „Liebet einander“, so heißt es, soll das oberste Gesetzsein, aber welche Macht hat das bestimmt? Auf welchergeistigen Autorität beruht dieses Evangelium der Liebe?Warum soll ich meine Feinde nicht hassen - wenn ich sie„liebe“, liefere ich mich damit nicht ihrer Gnade aus?2. Ist es natürlich, dass Feinde einander Gutes tun - UNDWAS IST GUT?3. Kann das zerfetzte und blutige Opfer dasblutverschmierte Maul „lieben“, das ihm Stück für Stückseine Gliedmaßen abreißt?4. Haben wir nicht alle den Instinkt räuberischer Tiere?Könnten die Menschen weiter existieren, wenn sie völligdamit aufhörten, einander zur Beute zu machen?5. Sind nicht „Lust und körperliches Begehren“ dieaufrichtigeren Begriffe, um „Liebe“ im Zusammenhangmit der Arterhaltung zu beschreiben? Ist nicht die„Liebe“ der kriecherischen Heiligen Schrift einfach nureine beschönigende Umschreibung sexueller Aktivitäten,oder war der „große Lehrer“ ein Verehrer von Eunuchen? 21
  21. 21. 6. Liebe deine Feinde und tue denen Gutes, die dichhassen und ausnutzen - ist das nicht die verachtenswertePhilosophie eines Spaniels, der sich auf den Rücken rollt,wenn man ihn tritt?7. Hasse deine Feinde von ganzem Herzen ,und wennjemand dir auf die eine Wange schlägt ,schlage ihn aufdie Andere! Schlage ihn, wo immer du ihn triffst, dennSelbsterhaltung ist das oberste Gebot!8. Wer die andere Wange hinhält ist ein feiger Hund!9. Vergelte Schläge mit Schlägen, Verachtung mitVerachtung, Verurteilung mit Verurteilung - mit Zinsund Zinseszins! Auge um Auge, Zahn um Zahn, nicht nurvierfach sondern hundertfach! Werde zum Alptraum fü rdeinen Gegner, und wenn er von dir geht, wird er jedeMenge zusätzlicher Weisheiten erworben haben, über dieer nachgrübeln kann. So verschaffst du dir Respekt inallen Lebenslagen, und dein Geist - dein unsterblicherGeist - wird weiterleben, nicht in einem vagen Paradiessondern in den Gedanken und Körpern derjenigen, derenRespekt du dir erworben hast. 22
  22. 22. IV1. Leben ist die große Sinnesfreude - Tod die großeAbstinenz. Deshalb mache das bestmögliche aus demLeben - HIER UND JETZT!2. Es gibt kein himmlisches Paradies und keine Hölle, inder Sünder geröstet werden. Hier und jetzt ist der Tagunserer Pein! Hier und jetzt ist der Tag unserer Freude!Hier und jetzt ist unsere Chance! Nutze diesen Tag, dieseStunde, denn es existiert kein Erlöser!3. Sage deinem Herzen „Ich bin mein eigener Erlöser“.4. Gebiete denjenigen Einhalt ,die dich verfolgen.Schleudere diejenigen, die dein Verderben planen,zurück in ihre Verwirrtheit und Niederträchtigkeit. Lassesie wie ein Blatt im Wirbelwind sein, und wenn siegefallen sind, erfreue dich an deiner eigenen Errettung.5. Dann werden alle deine Knochen voller Stolz sagen:„Wer gleicht mir? War ich nicht zu stark für meineGegner? Habe ich mich nicht selbst errettet, durchmeinen eigenen Geist und Körper? V1. Gesegnet sind die Starken, denn sie werden die Erdebesitzen - Verflucht sind die Schwachen, denn sie werdenunter das Joch kommen! 23
  23. 23. 2. Gesegnet sind die Mächtigen, denn sie werden von unsMenschen verehrt werden - Verflucht sind dieSchwachen, denn sie werden ausgelöscht werden!3. Gesegnet sind die Mutigen, denn sie werden dieHerren der Welt sein - Verflucht sind die selbstgerechtenDemütigen, denn sie werden von gespaltenen Hufenzertrampelt!4. Gesegnet sind die Siegreichen, denn der Sieg ist dieGrundlage des Rechts - Verflucht sind die Besiegten,denn sie werden für immer Vasallen bleiben!5. Gesegnet sind die mit den eisernen Fäusten, denn dieUntauglichen werden vor ihnen fliehen - Verflucht sinddie geistig Armen, denn man wird auf sie spucken!6. Gesegnet sind diejenigen, die den Tod verachten ,dennsie werden ein langes Leben auf Erden haben - Verfluchtsind diejenigen, deren Blick auf ein besseres Leben nachdem Tod gerichtet ist, denn sie werden inmitten desÜberflusses umkommen!7. Gesegnet sind die Z erstörer falscher Hoffnung, dennsie sind der wahre Messias - Verflucht sind dieGottesanbeter, denn sie werden wie geschorene Schafesein!8. Gesegnet sind die Tapferen, denn sie werden großeReichtümer erwerben - Verflucht sind diejenigen, die anGut und Böse glauben, denn sie ängstigen sich vorSchatten. 24
  24. 24. 9. Gesegnet sind diejenigen, die an das gla uben, was fürsie am besten ist, denn niemals wird sich ihr Geisteinschüchtern lassen - Verflucht sind die „LämmerGottes“, denn sie werden ausbluten, bis sie weißer sindals Schnee!10. Gesegnet ist der Mann, der zahlreiche Feinde hat,denn sie werden ihn zum Helden machen - Verflucht istderjenige, der anderen Gutes tut, die ihn dafür verspotten,denn man wird ihn verachten!11. Gesegnet sind die geistig Mächt igen, denn sie werdenvom Wirbelwind getragen - Verflucht sind diejenigen,die Lügen zu Wahrheiten und Wahrheiten zu Lügenerklären, denn sie sind ein Greuel!12. Dreimal verflucht sind die Schwachen, derenUnsicherheit sie niederträchtig macht, denn sie werdendienen und leiden!13. Der Engel des Selbstbetrugs hat sich in den Seelender „Rechtschaffenen“ eingenistet - Die ewige Flammeder Kraft durch Freude lebt im Körper des Satanisten! 25
  25. 25. (LUFT)DAS B UCH L UZIFER Die Erleuchtung 26
  26. 26. EINFÜHRUNGDer römische Gott Luzifer war der Träger des Lichtes,der Geist der Luft, die Personifizierung der Erleuchtung.In der christlichen Mythologie wurde er zum Synonymfür das Böse, was auch nicht anders zu erwarten war voneiner Religion ,deren Fortbestand auf verschwo mmenenDefinitionen und Scheinwerten beruht. Es ist an der Zeit,dies einmal klarzustellen. Falsche Moralismen undverborgene Ungenauigkeiten müssen korrigiert werden.So unterhaltsam sie auch sein mögen, die meistenGeschichten und Stücke über Teufelsanbetung müssenals das angesehen werden, was sie sind ,nämlichüberflüssige Absurditäten. Es heißt „Die Wahrheit machtden Menschen frei“. Die Wahrheit allein hat noch niejemanden befreit. Erst der Zweifel bringt geistigeEmanzipation. Ohne das wunderbare Element desZweifels wäre das Tor zur Wahrheit fest verschlossenund undurchdringlich selbst bei dem heftigstenDagegenhämmern von tausend Luzifern. Wieverständlich ist es doch, dass die heilige Schrift denHerrscher der Hölle als „Vater der Lügen“ bezeichnet -ein ausgezeichnetes Beispiel für die Verdrehung einesCharakters. Wenn man der theologischen Anschuldigungglauben soll, dass der Teufel die Unwahrheitrepräsentiert, so muss man auch einräumen, dass ER ESWAR, NICHT GOTT, DER ALLE GEISTIGENRELIGIONEN GESCHAFFEN UND ALLE HEILIGENBIBELN GESCHRIEBEN HAT! Wenn immer mehrZweifel aufkommen, droht die große, aus langeangesammelten Irrtümern bestehende Seifenblase zuzerplatzen. Für diejenigen, die jetzt schon dieangeblichen Wahrheiten anzweifeln, ist dieses Buch eine 27
  27. 27. Offenbarung. Dann ist Luzifer auferstanden. Jetzt ist dieZeit für Zweifel! Die Seifenblase der Unwahrheitzerplatzt, und ihr Klang ist der Aufschrei der Welt! 28
  28. 28. -G ESUCHT!- G OTT TOT ODER L EBENDIGE s ist eine weitverbreitete falsche Annahme, das der Satanist nicht an Gott glaubt. Die Vorstellung des Menschen von „Gott“ hat sich im Lauf derZeit so oft verändert, dass sich der Satanist einfach dieDefinition aussucht, die für ihn am geeignetsten ist. DerMensch hat sich immer seine Götter geschaffen und nichtseine Götter ihn. Für manche ist Gott gütig, für anderefurchteinflößend. Für den Satanisten ist „Gott“ - mitwelchem Namen, wenn überhaupt, er auch benanntwerden mag - der ausgleichende Faktor in der Natur undkein Lebewesen, das für das Leid zuständig ist. Diesemächtige Kraft, die das Universum durchdringt und imGleichgewicht hält, ist viel zu unpersönlich, um sich umdas Glück oder Unglück von Lebewesen aus Fleisch undBlut zu sorgen, die auf diesem kleinen schmutzigenErdball leben.Wer glaubt, dass Satan böse ist, sollte einmal an all dieMänner, Frauen, Kinder und Tiere denken, die gestorbensind, weil es „Gottes Wille“ war. Jeder Mensch, der denplötzlichen Tod geliebter Angehöriger betrauert, würdediese wohl lieber bei sich als in der Hand Gottes wissen!Statt dessen werden sie salbungsvoll von ihremGeistlichen getröstet, der sagt „Es war Gottes Wille,meine Liebe“; oder „Er ist jetzt bei Gott, mein Sohn.“Derartige Phrasen waren schon immer ein bequemer Weg 29
  29. 29. der Frommen, die Erbarmungslosigkeit Gottes zu duldenoder zu rechtfertigen. Wenn jedoch Gott alles so völligunter Kontrolle hat und so gütig ist, wie behauptet wird,warum lässt er dann zu, dass derartige Dinge passieren?Viel zu lange schon haben sich religiöse Eiferer auf ihreBibeln und Gesetzbücher zurückgezogen, um zubeweisen, zu wiederlegen, zu rechtfertigen, zu verurteilenoder zu interpretieren.Dem Satanisten ist bewusst, dass der Mensch sowie dieAktion und Reaktion des Universums für allesverantwortlich ist, und er gibt sich nicht der Illusion hin,dass jemand anderes für ihn sorgt. Wir werden uns nichtlänger zurücklehnen und das „Schicksal“ passivhinnehmen, nur weil es im Kapitel soundso, Psalmsoundso geschrieben steht - ein für allemal! Der Satanistweiß, dass Beten überhaupt nichts bewirkt - imGegenteil, es verringert die Erfolgschancen, da sich diefrommen Eiferer oft einfach nur andächtig zurücklehnenund eine Situation herbeibeten, die sie selbst vielschneller erreichen könnten, wenn sie sich nur selbstdarum kümmern würden!Der Satanist vermeidet Ausdrücke wie „Hoffen“ und„Beten“, da sie ein Anzeichen für eine bestimmteGeisteshaltung sind. Wenn wir hoffen und beten, damitetwas eintritt, handeln wir nicht im positiven Sinne,damit es wirklich eintritt. Der Satanist weiß, dass er alles,was er erreicht, sich selbst zu verdanken hat, und erübernimmt das Kommando anstatt Gott darum zu bitten.Positives Denken und positives Handeln führenzusammen zu Ergebnissen. 30
  30. 30. Ebenso wenig wie der Satanist Gott um Hilfe bittet, bitteter ihn auch um Vergebung für seine Vergehen. Wennjemand Missetaten begeht, so bittet er in anderenReligionen Gott um Vergebung oder beichtet sie einemZwischenträger, damit dieser für ihn Gott um Vergebungfür seine Sünden bittet. Der Satanist weiß, wenn betenschon nichts nützt, dann nützt es noch weniger, jemandanderem, der auch nur ein Mensch wie er ist, zu beichten- und außerdem ist es entwürdigend.Wenn ein Satanist etwas verkehrtes tut, weiß er, dass esganz natürlich ist, Fehler zu machen - und wenn ihm seinVergehen wirklich leid tut, wird er daraus lernen unddafür sorgen, dass es nicht noch einmal vorkommt. Wenner seine Tat jedoch nicht aufrichtig bedauert und weiß,dass er das Gleiche immer wieder machen wird, ist essowieso unnötig, zu beichten und um Vergebung zubitten. Aber genau dies geschieht. Die Menschenbeichten ihre Sünden, um ihr Gewissen zu erleichternund unbelastet neue Sünden zu begehen, meistensdieselben.Es gibt so viele unterschiedliche Interpretationen vonGott im üblichen Wortsinn wie es unterschiedlicheMenschen gibt. Die Vorstellungen reichen vom Glaubenan einen vagen „universellen kosmischen Geist“ bis zudem antropomorphen Gott mit langem weißen Bart undSandalen, der die Handlungen eines jeden einzelnenüberwacht.Sogar in den Grenzen einer vorgegebenen Religion gibtes sehr unterschiedliche Interpretationen von Gott. EinigeReligionen gehen sogar so weit, jeden, der einer anderenreligiösen Sekte als sie selbst angehört, als Ketzer zu 31
  31. 31. bezeichnen, obwohl die allgemeinen Doktrinen undVorstellungen von Göttlichkeit fast dieselben sind. ZumBeispiel: Die Katholiken glauben, dass die Protestantenin der Hölle enden werden, und zwar aus dem einfachenGrund, dass sie nicht der katholischen Kirche angehören.Außerdem sind viele Splittergruppen des christlichenGlaubens, wie die Kirche der Evangelisten oder derErweckungsbewegung, der Überzeugung, dass dieKatholiken Heiden sind, die Götzenbilder anbeten. (DasBild von Christus ähnelt in der Vorstellung jeweilsphysiologisch stark demjenigen, der ihn anbetet, undtrotzdem kritisieren Christen „Heiden“ wegenGötzenanbetung.) Und die Juden wurden schon immerals Teufel bezeichnet.Obwohl der Gott in all diesen Religionen grundsätzlichderselbe ist, betrachtet jede den Weg der anderen alsverwerflich, und obendrein beten diese religiösen Eiferernoch füreinander! Sie verachten ihre Brüder des Pfadeszur Rechten, weil ihre Religionen einen anderen Namentragen, und irgendwie muss diese Feindseligkeitherausgelassen werden. Wie ginge dies besser als durchein „Gebet“! Was für eine gekünstelte höffliche Art zusagen: „Ich hasse dich wie die Pest“, ist doch dieserschlecht getarnte Akt, den man als beten für seinen Feindbezeichnet! Beten für den eigenen Feind ist nicht sanderes als wie der Zorn aus der Billigwarenabteilungeines Kaufhauses, schäbig und von minderer Qualität.Wenn es so viele krasse Meinungsverschiedenheitendarüber gibt, welcher Weg der Gottesanbetung derrichtige ist, wie viele verschiedene Interpretationen vonGott selbst mag es wohl geben - und wer hat recht? 32
  32. 32. All diese hingebungsvollen „Weißlichter“ sind damitbeschäftigt, Gott zu gefallen, damit sich die „Tore zumParadies“ für sie öffnen, wenn sie sterben. Und trotzdem,wenn ein Mensch sein Leben nicht in Übereinstimmungmit den Vorschriften seines Glaubens geführt hat, kann erimmer noch in letzter Minute einen Geistlichen an seinSterbebett rufen, um die endgültige Absolution zuerhalten. Der Priester oder Pfarre kommt angerannt, umalles mit Gott „ins Lot zu bringen“ und dafür zu sorgen,das die Fahrkarte ins Himmelreich korrekt ausgestellt ist.(Die Yezidis, eine Sekte von Teufelsanbetern, habenhierzu eine ganz andere Ansicht. Sie glauben, dass Gottallmächtig, aber auch alles vergebend ist, und dass esdeshalb der Teufel ist, den sie zufrieden stellen müssen,da er ihr Leben hier auf Erden bestimmt. Sie sinddermaßen fest davon überzeugt, dass Gott ihnen all ihreSünden vergibt, wenn sie ihre letzte Ölung erhaltenhaben, dass sie es nicht für nötig halten, sich um dieMeinung Gottes zu ihrem Erdenleben zu kümmern).Bei all den Wiedersprüchen in den christlichen Schriftengibt es heutzutage viele Menschen, die vom Verstand herdas Christentum nicht mehr in der form akzeptierenkönnen, wie es in der Vergangenheit praktiziert wurde.Viele Menschen beginnen an der Existenz Gottes imherkömmlichen christlichen Wortsinn zu zweifeln.Deshalb nennen sie sich „christliche Atheisten“. Zwar istdie christliche Bibel eine Ansammlung vonWidersprüchen, aber was könnte widersprüchlicher seinals der Ausdruck „christlicher Atheist“?Wenn selbst prominente Oberhäupter des christlichenGlaubens ihre ursprünglichen Interpretationen von Gott 33
  33. 33. verwerfen, wie können sie von ihren Anhängernerwarten, dass diese an den althergebrachten religiösenTraditionen festhalten?Bei all diesen Debatten ob Gott tot ist oder nicht - wennnicht, sollte er wenigstens eine guteLEBENSVERSICHERUNG haben! 34
  34. 34. D ER G OTT, DEN D U RETTEST, KÖNNTEST D U SELBST SEINA lle Religionen geistige Natur sind Erfindungen des Menschen. Allein mit seinem menschlichen Hirn hat er ein ganzes System von Götterngeschaffen. Da er ein Selbstbewusstsein besitzt unddieses nicht akzeptieren kann, verlagert er es nach außenin irgendeine große geistige Einrichtung, die er „Gott“nennt.Gott darf all die Dinge tun, die dem Menschen verbotensind - wie Menschen töten, Wunder vollbringen, umseinen Willen zu befriedigen, herrschen ohneirgendwelche sichtbare Verantwortung, usw. Wenn derMensch einen solchen Gott braucht und ihn anerkennt,dann betet er ein Wesen an, das ein Mensch erfunden hat.Das bedeutet, ER BETET DEN MENSCHEN, DERDIESEN GOTT ERSCHAFFEN HAT,SELBSTVERTRETEND AN. Wäre es nicht vielvernünftiger, einen Gott anzubeten, den er selbstgeschaffen hat in Übereinstimmung mit seinen eigenenemotionalen Bedürfnissen - einer, der am besten dasfleischliche und physische wesen verkörpert, das genugVorstellungskraft besitzt, einen Gott überhaupt zuerfinden?Wenn der Mensch darauf besteht, sein wahres ich in derForm eines „Gottes“ nach außen zu verlagern, warumfürchtet er dann sein wahres ich, indem er „Gott“ fürchtet 35
  35. 35. - warum betet er sein wahres ich an, indem er „Gott“anbetet - warum bleibt er von „Gott“ getrennt, UM SICHRITUELLER UND RELIGIÖSER ZEREMONIE MITIHM ZU VERBINDEN?Der Mensch braucht Ritual und Dogma, aber kein Gesetzschreibt vor, dass ein externer Gott benötigt wird, umRituale und Zeremonien im Namen eines Gottesdurchzuführen! Könnte es sein, wenn er die Kluftzwischen sich und seinem „Gott“ schließt, dass er denDämon des Stolzes aufsteigen sieht - diese wahreVerkörperung Luzifers, die ihm dann erscheint? Erkönnte sich nicht länger als zwei Teile ansehen, demfleischlichen und dem geistigen, sondern würde merken,wie sie miteinander verschmelzen und dann zu seinemabgrundtiefen Entsetzen feststellen, dass beide nurfleischlich sind - UND ES IMMER WAREN! Dann wirder sich selbst entweder bis in den Tod hassen, Tag fürTag - oder sich daran erfreuen, dass er das ist, was er ist!Wenn er sich selbst hasst, wird er neue und nochkomplexere geistige Wege der „Erleuchtung“ suchen, inder Hoffnung, sich wieder aufzuspalten bei seiner Suchenach noch stärkeren und entfernteren „Göttern“, die seinejämmerliche Hülle geißeln sollen. Wenn er sich jedochakzeptiert und erkennt, dass Ritual und Zeremoniewichtige Hilfsmittel waren, die seine erfundenenReligionen eingesetzt haben, um sein Vertrauen in eineLüge aufrecht zu erhalten, dann kann DIESELBE ARTVON RITUAL auch angewandt werden, um seinVertrauen in die Wahrheit aufrechtzuerhalten - es istderselbe primitive Prunk, aber er gibt dem Bewusstseinseines eigenen majestätischen Daseins Nahrung. 36
  36. 36. Wenn das religiöse Vertrauen in die Lügenverschwunden ist, dann hat dies den Grund, dass derMensch ich selbst näher kommt und sich von „Gott“entfernt; dem Teufel näher ist. Wenn es das ist, was derTeufel darstellt, und wenn ein Mensch sein Leben imTempel des Teufels lebt, mit der Kraft Satans in seinemKörper, dann entrinnt er entweder dem Gegacker undGenörgel der Gerechten, oder er steht stolz an seinemgeheimen Orten auf der Erde und manipuliert dietörichten Massen durch die ihm eigene satanische Macht,bis zu dem Tag, an dem er in violler Pracht erscheint undverkündet: „ICH BIN EIN SATANIST! VERNEIGTEUCH, DENN ICH BIN DIE HÖCHSTEVERKÖRPERUNG MENSCHLICHEN LEBENS!“ 37
  37. 37. DIE HÖLLE, DER TEUFEL UND WIE MAN SEINE S EELE VERKAUFTS atan ist mit Sicherheit der beste Freund, den die Kirche jemals gehabt hat, denn er hat sie die ganzen Jahre über am Leben erhalten! Die falscheLehre von Hölle und Teufel hat es den protestantischenund katholischen Kirchen schon viel zu lange möglichgemacht, Erfolg zu haben. Wenn die frommen Eifererdes Pfades zur Rechten nicht mit dem Finger auf denTeufel zeigen könnten, hätten sie nichts, womit sie ihreAnhänger einschüchtern könnten. „Satan führt euch inVersuchung“; „Satan ist der Prinz des Bösen“, „Satan istbösartig, grausam, brutal“, warnen sie. „Wenn ihr derVersuchung des Teufels nachgebt, werdet ihr garantiertin alle Ewigkeit verdammt sein und in der Hölleschmoren.“Die Bedeutung des Wortes Satan ist „Gegner“ oder„Widersacher“ oder „Ankläger“. Das eigentliche Wort„Teufel“ stammt vom indischen Wort „Devi“ ab undheißt soviel wie „Gott“. Satan bedeutet Widerstand gegenalle Religionen, die den Menschen frustrieren und wegenseiner natürlichen Instinkte verurteilen. Ihm wurdeimmer nur deshalb die Rolle des Bösen zugeteilt, weil erdie fleischlichen, weltlichen und profanen Aspekte desLebens verkörpert.Satan, der Oberteufel der westlichen Welt, war anfangsein Engel, dessen Aufgabe es war, menschliche Straftaten 38
  38. 38. Gott vorzutragen. Erst im 14.Jahrhundert wurde er als einböse Gottheit dargestellt, die halb Mensch und halb Tierwar, mit bocksartigen Hörnern und Hufen. Bevor dasChristentum ihm den Namen Satan, Luzifer etc. gab,wurde die fleischliche Seite des Menschen von einemGott beherrscht, der von den Griechen Dionysos oder Pangenannt wurde und als Satyr oder Faun dargestellt wurde.Pan war ursprünglich der „nette Kerl“ und symbolisierteFruchtbarkeit und Befruchtung.Immer wenn ein Land eine neue Regierung bekommt,werden aus den Helden der Vergangenheit die Schurkender Gegenwart. Ebenso ist es mit der Religion. Die erstenChristen glaubten, dass die Götter der Heiden Teufelwaren, und es war „Schwarze Magie“, sich ihrer zubedienen. Wundersame himmlische Ereignisse nanntensie „Weiße Magie“, das war der einzige Unterschiedzwischen den beiden. Die alten Götter starben nicht,sondern sie kamen in die Hölle und wurden zu Teufeln.Der Kobold, Gnom oder Butzemann, de benutzt wurde,um Kinder einzuschüchtern, stammt vom slavischen„Bog“ ab, was soviel wie „Gott“ bedeutet, ebenso wieBagha in Hindu.Viele Vergnügungen, die man vor dem Aufkommen desChristentums schätzte, wurden von der neuen Religionverdammt. Es waren nur wenige Veränderungennotwendig, um die Hörner von Pan und seine gespaltenenHufe in einen überzeugenden Teufel zu verwandeln!Pan’s Merkmale konnten geschickt gedeutet werden als„mit sträflichen Sünden beladen“, und schon war dieMetamorphose komplett. 39
  39. 39. Der Vergleich des Teufels mit der Ziege stammt aus derchristlichen Bibel, wo der heiligste Tag des Jahres, derTag der Buße, begangen wurde, indem man zwei Ziegen„ohne Makel2 aussuchte, von denen eine dem Herrn unddie Andere Azazel geopfert wurde. Die Ziege, die mitden Sünden der Menschen beladen war, wurde in dieWüste getrieben und zum „Sündenbock“. Das ist derUrsprung des Ziegenbocks, der immer noch in Logeneingesetzt wird wie seinerzeit in Ägypten, wo er einmalim Jahr einem Gott geopfert wurde.Die Menschheit kennt viele Teufel mit unterschiedlichenUrsprüngen. Zur Durchführung eines satanischen Ritualsgehört nicht das herbeirufen von Dämonen; von dieserPraxis machen nur diejenigen gebrauch, die Angst vorden wahren Kräften haben, die sie beschwören. VonDämonen wird angenommen, dass sie bösartige Geistersind, mit Eigenschaften, die zur Verschlechterung derMenschen oder Situationen, auf die sie treffen, beitragen.Das griechische Wort „Dämon“ bedeutete ursprünglich„Schutzgeist“ oder Quelle der Inspiration, und umsicherzugehen, erfanden spätere Theologen ganzeLegionen solcher Vorboten der Inspiration - und allewaren bösartig.Ein Hinweis auf die Feigheit der „Magier“ des Pfades zurRechten ist die Praxis, einen bestimmten Dämonen (Vondem vermutet wird, dass er ein Günstling des Teufels ist),anzurufen, um ihm seine Wünsche vorzutragen. DieÜberlegung hierbei ist, dass ein Dämon, der nur einLakai des Teufels ist, leichter zu kontrollieren ist. Inokkulten Überlieferungen wird gesagt, dass nur extremgut „geschützte“ oder völlig leichtsinnige, verwegene 40
  40. 40. Zauberer versuchen würden, den Teufel persönlichanzurufen.Der Satanist ruft nicht verstohlen nach diesen „minderen“Teufeln, sondern beschwört dreist diejenigen, die diesemhöllischen Heer ständigen Skandals angehören - dieTeufel selbst!Wie man sich vorstellen kann, haben die Theologeneinige Namen von Teufeln in ihrer Dämonenlistekategorisiert. Die nachstehende Aufstellung dagegenenthält die wirkungsvollsten Namen für ein satanischesRitual. Dies sind die Namen und Ursprünge derangerufenen Götter und Göttinnen, die einen großen Teilder Bewohner des königlichen Palastes der Hölleausmachen: DIE VIER KRONPRINZEN DER HÖLLESATAN - (hebräisch) Widersacher, Gegner, Ankläger,Herr des Feuers, das Inferno, der SüdenLUZIFER - (römisch) Lichtbringer, Erleuchtung, dieLuft, der Morgenstern, der OstenBELIAL - (hebräisch) ohne Gebieter, Niedertracht derErde, Unabhängigkeit, der NordenLEVIATHAN - (hebräisch) die Schlange aus den Tiefen,das Meer, der Westen 41
  41. 41. DIE HÖLLISCHEN NAMENABADDON - (hebräisch) Der ZerstörerADRAMELECH - Samarianischer TeufelAHPUCH - Teufel der MayaAHRIMAN - Mazdaistischer TeufelAMON - Ägyptischer, widderköpfiger Gott des Lebensund der fortpflanzungAPOLLYON - Griechisches Synonym für Satan, derErzteufelASMODEUS - Hebräischer Teufel der Sinnlichkeit unddes Luxus, ursprünglich „Geschöpf der Gerichtsbarkeit“ASTAROTH - Phönizische Göttin der Laszivität,entspricht der babylonischen IshtarAZAZEL - (hebräisch) Lehrte die Menschen, Kriegsgerätherzustellen und führte die Kosmetik einBAALBERITH - Kanaanitischer Herr des Bundes, derspäter zum Teufel gemacht wurdeBALAAM - Hebräischer Teufel des Geizes und der Gier 42
  42. 42. BAPHOMET - Von den Tempelrittern als Symbol fürSatan verehrtBAST - Ägyptische Göttin der Freude, dargestellt alsKatzeBEELZEBUB - (hebräisch) Herr der Fliegen, vomSymbol des Skarabäus übernommenBEHEMOTH - Hebräische Verkörperung Satans in Formeines ElefantenBEHERIT - Syrischer Name für SatanBILE’ - Keltischer Gott der HölleCHEMOSH - Nationaler Gott der Moabiter, später einTeufelCIMERIES - Reitet ein schwarzes Pferd und beherrschtAfrikaCOYOTE - Indianischer TeufelDAGON - Philistischer Racheteufel des MeeresDAMBALLA - Voodoo SchlangengöttinDEMOGORGON - griechischer Name des Teufels; vondem man sagt, dass Sterbliche ihn nicht kennen solltenDIABOLUS - (griechisch) „abwärts fließend“ 43
  43. 43. DRACULA - Rumänischer Name für TeufelEMM-O - Japanischer Herrscher der HölleEURONYMOUS - Griechischer Prinz des TodesFENRIZ - Sohn des Loki, dargestellt als WolfGORGO - Verkleinerungsform von Demogorgon,griechischer Name des TeufelsHABORYM - Hebräisches Synonym für SatanHECATE - griechische Göttin der Unterwelt und desHexenwesensISHTAR - Babylonische Göttin der FruchtbarkeitKALI - (hindi) Tochter von Shiva, Hohepriesterin derThuggeesLILITH - Hebräischer weiblicher Teufel, Adams ersteFrau, die ihm die Augen öffneteLOKI - Teutonischer TeufelMAMMON - Aramäischer Gott des Wohlstands undProfitsMANIA - Etruskische Göttin der HölleMANTUS - Etruskischer Gott der Hölle 44
  44. 44. MARDUK - Gott der Stadt BabylonMASTEMA - Hebräisches Synonym für SatanMELEK TAUS - Teufel der YezidiMEPHISTOPHELES - (griechisch) Der, welcher dasLicht meidet (siehe Faust)METZTLI - Aztekische Göttin der NachtMICTIAN - Aztekischer Gott der NachtMIDGARD - Sohn von Loki, dargestellt als SchlangeMILCOM - Ammonitischer TeufelMOLOCH - Phönizischer und kanaanitischer TeufelMORMO - (griechisch) König der Ghule, Gemahl vonHecateNAAMAH - Hebräischer weiblicher Teufel derVerführungNERGAL - Babylonischer Gott des HadesNIHASA - Indianischer TeufelNIJA - Polnischer Gott der UnterweltO-YAMA - Japanische r Name für Satan 45
  45. 45. PAN - Griechischer Gott der Lust, später zum TeufelumgewandeltPLUTO - Griechischer Gott der UnterweltPROSERPINE - Griechische Göttin der UnterweltPWCCA - Walistischer Name für SatanRIMMON - Syrischer Teufel, der in Damaskus verehrtwirdSABAZIOS - Phrygischer Herkunft, identisch mitDionysos, SchlangenverehrungSAITAN - Henochisch für SatanSAMMAEL - (hebräisch) „Gift Gottes“SAMNU - Zentralasiatischer TeufelSEDIT - Indianischer TeufelSEKHMET - Ägyptische RachegöttinSET - Ägyptischer TeufelSHAITAN - Arabischer Name für SatanSHIVA - (hindi) Der ZerstörerSUPAY - Inka-Gott der Unterwelt 46
  46. 46. T’ AN-MO - Chinesisches Gegenstück zum Teufel,Begehrlichkeit, VerlangenTCHORT - Russischer Name für Satan, „schwarzerGott“TZEZCATLIPOCA - Aztekischer Gott der HölleTHAMUS - Sumerischer Gott, der später zum Teufelumgewandelt wurdeTHOTH - Ägyptischer Gott der MagieTUNRIDA - Skandinavischer weiblicher TeufelTYPHON - Griechische Verkörperung von SatanYAOTZIN - Aztekischer Gott der HölleYEN-LO-WANG - Chinesischer Herrscher der HölleDie Teufel vergangener Religionen trugen immer,zumindest teilweise, tierische Wesenszüge, ein Beweisdafür, dass der Mensch ständig das Bedürfnis hat zuleugnen, dass auch er ein Tier ist. Denn wenn er eszugeben würde, wäre das ein schlimmer Schlag gegensein armseliges Bewusstsein.Das Schwein wurde von den Juden und Ägypternverachtet. Es symbolisierte die Götter Frey, Osiris,Adonis, Persephone, Attis und Demeter und wurde Osiris 47
  47. 47. und dem Mond geopfert. Aber mit der Zeit wurde es zueinem Teufel degradiert. Die Phönizier verehrten einenFliegen-Gott, Baal, von dem der Teufel Beelzebubstammt. Baal und Beelzebub sind identisch mit demMistkäfer oder Skarabäus der Ägypter, der sich offenbarselbst wiedererwecken konnte, wie Phönix, der mystischeVogel, der aus seiner Asche aufstieg. Aufgrund ihrerVerbindungen zu den Persern glauben die alten Juden,dass die zwei großen Mächte der Welt Ahura-Mazda, derGott des Feuers, des Lichtes, des Lebens und der Gütesowie Ahriman, die Schlange, der Gott der Finsternis, derZerstörung, des Todes und des Bösen waren. Diese undzahllose andere Beispiele stellen nicht nur die Teufel derMenschen als Tiere dar, sondern zeigen auch seinBedürfnis, die ursprünglichen Tiergötter zu opfern undzu seinen Teufeln zu degradieren.In der Zeit der Reformation, dem 16.Jahrhundert,entdeckte der Alchimist Dr. Johann Faustus eineMethode, einen Dämon - Mephistopheles - aus der Höllezu rufen, und einen Pakt mit ihm zu schließen. Erunterzeichnete mit Blut einen Vertrag, in dem er seineSeele Mephistopheles für das Gefühl der Jugendverschrieb, und wurde daraufhin sofort wieder jung. Alsfür Faustus die Zeit zum sterben kam, zog er sich in seinZimmer zurück und zerbarst dort in Stücke, als ob seinLaboratorium explodiert sei. Diese Geschichte ist einProtest der damaligen Zeit gegen die Wissenschaft,Chemie und Magie.Um Satanist zu werden braucht man nicht seine Seeledem Teufel zu verkaufen oder einen Pakt mit Satan zuschließen. Diese Drohung wurde von Christentum 48
  48. 48. erfunden, um die Menschen einzuschüchtern, damit siesich nicht von der Herde entfernten. Mit drohendemFinger und zitternder Stimme lehrten sie ihre Anhänger,dass sie, wenn sie sich den Versuchungen Satanshingeben ihr Leben entsprechend ihren natürlichenNeigungen leben würden, für ihre sündhaftenVergnügungen bezahlen müssten, indem sie ihre Seele anSatan verkaufen und für alle Ewigkeit in der Hölleschmoren würden. Die Menschen wurden dazu gebrachtzu glauben, dass eine reine Seele eine Fahrkarte zumewigen Leben sei.Fromme Propheten haben den Menschen gelehrt, Satanzu fürchten. Aber was sollen Begriffe wie„gottesfürchtig“? Wenn Gott so barmherzig ist, warummüssen die Menschen ihn dann fürchten? Müssen wirglauben, dass es nichts gibt, wohin wir vor der Angstentfliehen können? Wenn man Gott fürchten muss,warum dann nicht auch „satansfürchtig“ sein und dabeinoch seinen Spaß haben, weil man sich dieGottesfürchtigkeit verkneift? Ohne eine solche generelleFurcht hätten die frommen Eiferer nichts in der Hand, umauf ihre Anhänger Druck auszuüben.Die teutonische Göttin des Todes und Tochter des Lokihieß Hel, ein heidnischer Gott der Qual und Bestrafung.Ein weiteres „L“ wurde hinzugefügt, als die Bücher desAlten Testaments geschrieben wurden. Die Propheten,die die Bibel schrieben, kannten das Wort „Hell“ nicht;sie verwandten das hebräische Wort Sheol und dasgriechische Hades, was soviel hieß wie Grab; und auchdas griechische Tartaros, Aufenthaltsort der gefallenenEngel, die Unterwelt (unter der Erde) und Gehenna, ein 49
  49. 49. Tal in der Nähe von Jerusalem, wo Moloch herrschte undAbfall ausgekippt und verbrannt wurde. Von daherkommt die Idee der christlichen Kirche von „Feuer undSchwert“ in der Hölle.Die protestantische und die katholische Hölle sind Plätzeder ewigen Bestrafung; allerdings glauben die Katholikenauch, dass es ein „Fegefeuer“ gibt, in dem alle Seeleneine Zeit lang schmoren müssen und eine Art„Zwischenhölle“, wo die ungetauften Seelen hinkommen.Die buddhistische Hölle ist in acht Abschnitte unterteilt,wobei die ersten Sieben zum büßen da sind. Diekirchliche Beschreibung der Hölle ist die einesgrässlichen Ortes des Feuers und der Qual; in Dante’sInferno. In nördlichen Klimazonen dachte man, die Höllesei eine eiskalte Gegend, ein riesiger Kühlschrank.(Trotz all ihren Drohungen mit ewiger Verdammnis undSeele-Rösten sind die christlichen Missionare auf einigeLeute gestoßen, die ihr Gefasel nicht so leicht schluckten.Lust und Leid sind genau wie Schönheit eineAnsichtssache. Als sich die Missionare nach Alaskawagten und die Eskimos vor den Schrecken der Hölleund dem Flammenmeer, das auf Missetäter wartete,warnten, fragten diese begierig: „Wie können wir dorthinkommen?“!)Die meisten Satanisten sehen Satan nicht alsanthropomorphes Wesen mit gespaltenen Hufen,Schwanz mit Widerhacken und Hörnern. Er repräsentiertlediglich eine Naturkraft - die Kräfte der Finsternis, - dienur deshalb so heißen, weil keine Religion diese Kräfte jeaus der Dunkelheit hervorgeholt hat. Auch die 50
  50. 50. Wissenschaft hat keine technische Terminologie für dieseKraft gefunden. Es ist ein noch nicht angezapftesReservoir, von dem nur wenige Menschen Gebrauchmachen können, weil es den meisten an der Fähigkeitmangelt, ein Werkzeug zu benutzen, ohne vorher die zumFunktionieren notwendigen Teile zerlegt und beschriftetzu haben. Das unaufhörliche Bedürfnis, zu analysieren,macht es den meisten Menschen unmöglich, diesenfacettenreichen Schlüssel zum Unbekannten - den derSatanist „Satan“ nennt - zu nutzen.Stan als Gott, Halbgott, persönlicher Heiland oder wieauch immer man ihn nennen will, wurde von denGründern aller Religionen der Welt nur zu einem Zweckerfunden - um über die sogenannten bösen Handlungenund Situationen der Menschen hier auf Erden zu wachen.Daraus folgte, dass alles, was zu körperlicher odergeistiger Befriedigung führt, als „böse“ bezeichnet wurde- und somit wurde jedem ein Leben in ungerechtfertigterSchuld garantiert! Wenn sie uns also „böse“ nennen,dann sind wir eben böse - was soll’s! Das satanischeZeitalter ist mit uns! Warum nicht Vorteile daraus ziehenund LEBEN! LIVE! (evil rückwärts). 51
  51. 51. EINIGE A NHALTSPUNKTE FÜR EIN NEUES SATANISCHES ZEITALTERD ie sieben Todsünden der christlichen Kirche sind: Gier, Eitelkeit, Neid, Zorn, Gefräßigkeit, Wollust und Faulheit. Der Satanismusbefürwortet jede dieser „Sünden“, da sie alle zukörperlicher, geistiger oder emotionaler Befriedigungführen.Eis Satanist weiß, dass nichts verkehrt daran ist, gierig zusein, da es nur bedeutet, dass er mehr besitzen will, als erschon hat. Neid bedeutet, mit wohlwollen auf den Besitzanderer zu blicken und den Wunsch zu haben, ähnlicheDinge auch zu bekommen. Neid und Gier stacheln denEhrgeiz an - und ohne Ehrgeiz kann kaum etwas erreichtwerden.Gefräßigkeit bedeutet einfach, mehr zu essen als manzum Leben braucht. Wenn du dich bis zur Fettleibigkeitüberfressen hast, wird eine andere Sünde - die Eitelkeit -dich motivieren, wieder ein solches Aussehenanzustreben, dass deine Selbstachtung wiederhergestelltwird.Jeder, der sich ein Kleidungsstück in anderer Absichtkauft, als seinen Körper damit zu bedecken und ihn vorden Naturgewalten zu schützen, macht sich der Eitelkeitschuldig. Satanisten treffen häufig auf Spötter, diebehaupten, dass es nicht nötig sei sich zu schmücken. 52
  52. 52. Man muss diesen Verweigerern klarmachen, dass auchsie das eine oder andere Teil tragen, das nicht benötigtwird, um sich warmzuhalten. Es gibt keinen einzigenMenschen auf der Welt, der sich überhaupt nichtschmückt. Der Satanist kann anhand solcherDekorationen beweisen, dass auch jeder Spötter eitel ist.So wortgewandt der Zyniker auch erklären mag, wie freier ist, er wird doch immer die Elemente der Eitelkeittragen.Morgens ungern aufzustehen heißt, sich der Faulheitschuldig zu machen, und wenn du lange genug im Bettliegst, wirst du dich gleich bei der nächsten Sündeertappen - der Wollust. Das kleinste Gefühl von Erregungzu empfinden bedeutet schon, sich der Wollust schuldigzu machen. Um den Fortbestand der Menschheit zusichern, machte die Natur die Lust zum wichtigstenInstinkt nach der Selbsterhaltung. Als die christlicheKirche dies bemerkte, erklärte sie die Unzucht zur„Erbsünde“ und stellte somit sicher, dass niemand dieserSünde entgehen kann. Dass du am Leben bist, ist also dasErgebnis einer Sünde - der erbsünde!Der stärkste Instinkt jedes Lebewesens ist derSelbsterhaltungstrieb, welcher uns zu der letzten dersieben Todsünden bringt - dem Zorn! Ist es nicht unserSelbsterha ltungstrieb, der geweckt wird, wenn unsjemand ein Leid zufügt und wir so zornig werden, dasswir uns vor einem weiteren Angriff schützen? EinSatanist handelt nach dem Motto: „Schlägt dir jemandauf die eine Wange, schlage ihn auf die Andere!“ Lasskein Unrecht ungerächt! Sei wie ein Löwe auf der Jagd -sei gefährlich, auch in der Niederlage! 53
  53. 53. Wenn die natürlichen Triebe den Menschen zur Sündeverleiten, dann sind alle Menschen Sünder; und alleSünder kommen in die Hölle. Wenn jeder in die Höllekommt, dann trifft er dort alle seine Freunde wieder. DerHimmel ist demnach nur mit einigen wenigen Wesenbevölkert, die ziemlich seltsam sein müssen, wenn sienur dafür gelebt haben, einen Platz zu bekommen, andem sie für immer auf Harfen klimpern dürfen.Die Zeiten haben sich geändert. Religiöse Führerpredigen nicht länger, dass alle unsere natürlichenHandlungen sündhaft sind. Wir glauben nicht mehr, dassSex schmutzig ist - oder dass es eine Schande ist, stolzauf sich zu sein - oder dass es lasterhaft ist, etwas habenzu wollen, das ein anderer hat. Natürlich nicht, denn dieZeiten haben sich geändert! Wenn du einen Beweis dafürwillst, dann schau dir nur an, wie liberal die Kirchengeworden sind. Warum? Sie praktizieren genau das, wasdu predigst!Satanisten hören immer wieder solche und ähnlicheAussagen; und sie stimmen aus vollem Herzen zu. ABERwenn die Welt sich so sehr verändert hat, warum sollteman dann weiterhin nach dem Strohhalm einesaussterbenden Glaubens greifen? Wenn so vieleReligionen ihre eigenen Schriften verneinen, weil sienicht mehr aktuell sind und stattdessen die Philosophiendes Satanismus predigen, warum nennen sie ihn dannnicht bei seinem richtigen Namen - Satanismus? Daswäre auf jeden Fall weniger geheuchelt.In den letzten Jahren hat man versucht, das geistigeKonzept des Christentums menschennäher zu gestalten. 54
  54. 54. Das sieht man an ganz offensichtlich ungeistigen Mitteln.Messen, die früher in Latein gehalten wurden, werdenjetzt in einheimischen Sprachen gelesen, was jedoch nurdazu f hrt, dass man den Unsinn leichter durchschaut, üund es beraubt gleichzeitig die Zeremonie desesoterischen Charakters, der zu den Inhalten derGlaubenssätze gehört. Man kann viel leichter Emotionenmit unverständlichen Worten und Sätzen wecken als mitAussagen in einer verständlichen Sprache, die selbst derEinfältigste versteht und hinterfragen wird.Hätten die Priester und Pfarrer vor hundert Jahrenversucht, ihre Kirchen durch Maßnahmen zu füllen, wiesie heute angewandt werden, so hätten sie sich derKetzerei schuldig gemacht, man hätte sie als Teufelbezeichnet und sie wären vielfach verfolgt, auf jeden Fallaber ohne zu zögern exkommuniziert worden.Die frommen Eiferer jammern „Wir müssen mit der Zeitmithalten“, und vergessen dabei, dass bedingt durch dieSchranken und tief verwurzelten Gesetze der Weißlicht-Religionen niemals ausreichend Änderungenvorgenommen werden können, um den Bedürfnissen derMenschen zu entsprechen.Die alten Religionen haben immer nur die geistigeWesensart des Menschen berücksichtigt und sich kaumoder gar nicht um seine körperlichen oder irdischenBedürfnisse gekümmert. Sie haben dieses Leben nur alsDurchgangsstation und das Fleisch lediglich als Hülleangesehen; physische Freuden als unbedeutend undSchmerz als Vorbereitung auf das „Königreich Gottes“.Wie deutlich wird doch diese ganze Heuchelei, wenn die 55
  55. 55. „Gerechten“ Veränderungen an ihrer Religionvornehmen müssen, um mit der natürlichen Veränderungdes Menschen mitzuhalten! Der einzige Weg, dasChristentum den Bedürfnissen des Menschenvollkommen anzupassen ist, so zu werden, wie derSatanismus JETZT ist!Eine NEUE Religion ist notwendig, eine, die auf dennatürlichen Trieben des Menschen basiert. DieseReligion hat einen Namen. Sie heißt Satanismus. Unddiese verpönte Kraft ist es, die die religiöse Kontroverseüber die Geburtenkontrolle ausgelöst hat - ein mürrischesZugeständnis, dass sexuelle Handlungen aus Lust ihreExistenzberechtigung haben.Es ist der „Teufel“, der die Frauen dazu bringt, ihreBeine zu zeigen, um die Männer zu reizen - dieselbenBeine, die man heutzutage sogar bei jungen Nonnenbetrachten darf, die in ihren immer kürzer gewordenenKleidern herumlaufen. Welch reizvoller Schritt in dierechte (oder linke) Richtung! Werden wir bald Nonnen„oben ohne“ sehen können, die ihre Körper lustvoll zum„Missa Solemnis-Rock“ schwingen? Satan lächelt undsagt, dass ihm das sehr gefallen würde - schließlich sindviele Nonnen sehr hübsch und haben schöne Beine.Viele Kirchen, besonders die mit den größtenGemeinden, haben ausgesprochen sinnliche Musik, diezum mitklatschen anregt, - sind also auch satanischinspiriert. Der Teufel hat schon immer die besten Liedergekannt. 56
  56. 56. Kirchliche Picknickveranstaltungen sind trotz TanteEmmas Gerede über die großzugige Ernte des Herrnnichts anderes als eine gute Ausrede für sonntäglicheFressorgien; und jeder weiß, dass in den Büschen weitmehr passiert als nur Bibellesungen!Die Basare, auf denen Geld für die Kirche eingenommenwerden soll, gleichen oft einem Volksfest (englisch:„carnival“). Ein Karneval war eine Feier des Fleisches.Heutzutage wird eine solche Veranstaltung toleriert, weildas Geld der Kirche zufließt, die dann damit gegen dieVersuchungen des Teufels predigen kann! Sie sagen,dass diese Dinge nur heidnische Bräuc he undZeremonien sind - die die Christen lediglich für ihreZwecke ausgeliehen haben. Das stimmt, aber die Heidengenossen die Freuden des Fleisches in vollen Zügen, undwurden dafür von genau den Leuten verurteilt, die ihreRituale zelebrieren, aber sie anders nennen.Priester und Pfarrer marschieren an der Spitze vonFriedensdemonstrationen und legen sich auf dieEisenbahnschienen vor Züge mit kriegsmaterial mit dergleichen Hingabe, mit der ihre geistlichen Brüder aus dengleichen Seminaren die Kugeln, Bomben und Soldatenals Kaplane in den Streitkräften segnen. Irgend etwasmuss hier falsch laufen. Könnte es sein, dass Satan dazubefähigt ist, als Ankläger aufzutreten? Sie haben ihntatsächlich so genannt!Wenn ein Welpe heranwächst, wird er zum Hund; wennEis schmilzt, nennt man es Wasser; wenn zwölf Monatevorüber sind, kaufen wir uns einen neuen Kalender mitder richtigen chronologischen Bezeichnung; wenn 57
  57. 57. „Magie“ zur wissenschaftlichen Tatsache wird, sprechenwir von Medizin, Astronomie usw. Wenn eineBezeichnung nicht mehr zu einer bestimmten Sachepasst, ist es logisch ihr einen Namen zu geben, der siebesser beschreibt. Warum bekennen wir dann nicht Farbebei der Religion? Warum sollte man eine Religion beimalten Namen nennen, wenn die Inhalte dieser Religionnicht mehr mit den ursprünglichen übereinstimmen?Oder aber, wenn die Religion dieselben Dinge predigtwie gehabt, ihre Anhänger jedoch so gut wie keine ihrerLehren mehr praktizieren, warum nennen sie sich dannimmer noch Anhänger dieser Religion?Wenn du nicht daran glaubst, was deine Religion lehrt,warum solltest du dann weiterhin einen Glaubenunterstützen, der im Widerspruch zu deinen Gefühlensteht? Du würdest nie jemanden wählen, an den du nichtglaubst, warum also gilt deine kirchliche Wahl einerReligion, die nicht im Einklang mit deiner Überzeugungsteht? Du würdest niemals für eine Person oder einThema stimmen, wenn du nicht damit einverstanden bist,warum solltest du dein kirchliches Stimmrecht ausübenfür eine Religion, die nicht deinen Vorstellungenentspricht? Du hast kein Recht, dich über eine politischeSituation zu beschweren, wenn du sie selbst gewählt oderin irgendeiner Form unterstützt hast - das schließt auchein, sich zurückzulehnen und selbstzufrieden denNachbarn, die mit dieser Situation einverstanden sind,zuzustimmen, nur weil du zu faul oder zu feige bist,deine Meinung zu sagen. Genauso ist es mit der Wahl derReligion. Auch wenn du nicht völlig offen deineMeinung sagen kannst wegen negativer Folgen beimArbeitgeber, bei Behörden etc., kannst du wenigstens 58
  58. 58. ehrlich gegenüber dir selbst sein. Im Privatbereich deineseigenen Heimes und bei deinen besten Freunden musstdu die Religion unterstützen, der DEINE Interessen ammeisten am Herzen liegen.„Der Satanismus hat eine sehr vernünftige Grundlage“,sagen die Emanzipierten. „Aber warum nennt man ihnSatanismus? Warum nicht irgend etwa so wie„Humanismus“, oder etwas, das nach Hexentum klingt,mehr esoterisch - weniger krass?“ Dafür gibt es mehr alseinen Grund. Humanismus ist keine Religion. Es ist nureine Art zu leben, ohne Zeremonie oder Dogma.Satanismus aber hat beides, Zeremonie undGlaubenslehre. Und Dogma ist notwendig, wie späternoch erläutert wird.Der Satanismus unterscheidet sich von allen anderensogenannten Weißlicht - oder magischen Gruppen, und„Weißen“ - Hexenzirkeln, die es heute auf der Welt gibt.Diese selbstgerechten und hochmütigen Religionenbeteuern, dass ihre Mitglieder die Kräfte der Magie nuraus Nächstenliebe einsetzen. Satanisten blicken mitVerachtung auf weißmagische Gruppen, weil sie fühlen,dass Nächstenliebe eine Versündigung gegen denfestgelegten Lebensplan ist. Es ist unnatürlich, nicht dasBedürfnis zu haben, Sachen für sich selbst zu erreichen.Der Satanismus stellt eine Art kontrollierter Selbstsuchtdar. Damit ist nicht gemeint, dass man nie etwas füreinen anderen tut. Wenn du etwas tust, um jemanden, derdir viel bedeutet, glücklich zu machen, wird seine Freudedir ein Gefühl der Befriedigung geben. 59
  59. 59. Der Satanismus befürwortet eine abgewandelte Form derGoldenen Regel. Unsere Interpretation dieser Regellautet: „Tue andern, was sie dir tun; denn wenn du„anderen tust, was du gern hättest, dass sie dir tun“ undsie dich daraufhin schlecht behandeln, so ist es wider diemenschliche Natur, weiterhin rücksichtsvoll zu ihnen zusein. Du solltest anderen tun, wie du möchtest, dass siedir tun, aber wenn deine Höflichkeit nicht erwidert wird,sollten sie mit dem Zorn, den sie verdienen, behandeltwerden.“Weißmagische Gruppen sagen, wenn jemand einen Fluchaussendet, kommt dieser dreifach zu ihm zurück, nistetsich bei ihm ein oder fällt in irgendeiner Form alsBoomerang auf den Absender zurück. Das ist ein nurweiterer Beweis für die schuldgeplagte Philosophiedieser neo-paganistischen, pseudo-christlichen Gruppen.Weiße Hexen wollen sich im Hexentum üben, könnensich aber nicht von dem Stigma lösen, das an ihm haftet.Darum nennen sie sich weiße Magier und stützenfünfundsiebzig Prozent ihrer Philosophie auf dieabgenutzten, abgedroschenen Lehren des Christentums.Jeder, der behauptet, an Magie und Okkultismus auseinem anderen Grund als dem der persönlichenMachterlangung, interessiert zu sein, ist der schlimmsteHeuchler. Der Satanist respektiert das Christentumwenigstens deshalb, weil es in seiner schuldbehaftetenPhilosophie konsequent ist, kann aber nur Verachtungempfinden für Menschen, die sich angeblich von demSchuldgefühl befreit haben, indem sie sich einemHexenzirkel anschließen und dann dieselbenphilosophischen Grundlagen praktizieren wie dasChristentum. 60
  60. 60. Weiße Magie wird angeblich nur für gute oderuneigennützige Zwecke eingesetzt, und Schwarze Magie,so heißt es, nur aus selbstsüchtigen oder „bösen“Beweggründen. Der Satanist kennt keine solcheTrennung. Magie ist Magie, ob sie nun eingesetzt wird,um zu helfen oder zu schaden. Der Satanist als Magiersollte die Fähigkeit besitzen, zu entscheiden was richtigist, und dann die Kräfte der Magie einsetzen, um seienZiele zu erreichen.Während weißmagischer Zeremonien stehen dieTeilnehmer inmitten eines Pentagramms, um sich vor den„bösen“ Kräften zu schützen, die sie um Hilfe anrufen.Dem Satanisten erscheint es einigermaßen unaufrichtig,diese Kräfte zu rufen, wenn man sich gleichzeitig vorihnen schützt. Er weiß, dass er die Kräfte der Dunkelheitnur dann wirksam und ehrlich zu seinem Vorteileinsetzen kann, wenn er sich mit ihnen verbündet.Bei einer satanischen magischen Zeremonie tanzen dieTeilnehmer nicht händchenhaltend „Ringelreihen“ imKreis; verbrennen keine Kerzen in verschiedenen Farbenfür unterschiedliche Wünsche; rufen nicht die Namenvon „Vater, Sohn und heiligem Geist“ an, während sieangeblich die Schwarzen Künste praktizieren; sie wählensich keinen „Heiligen“ als persönlichen Führer zurLösung ihrer Probleme; sie tauchen sich nicht in Duftöle,in der Hoffnung, dass das Geld dann vom Himmel falle;sie meditieren nicht, um zu einem „großen geistigenErwachen“ zu kommen; sie rezitieren keine endlosenZaubersprüche, in denen der Name „Jesus“ der gutenOrdnung halber alle paar Worte lang vorkommt, und soweiter und so fort. 61
  61. 61. DENN DAS IST NICHT die Art, wie satanische Magiepraktiziert wird. Wer sich nicht von heuchlerischerSelbsttäuschung befreien kann, wird niemals einerfolgreicher Magier, geschweige denn ein Satanistwerden.Die satanische Religion hat die Münze nicht nur einbisschen angehoben, sie hat sie komplett umgedreht.Warum sollte sie also Prinzipien unterstützen, die siekomplett ablehnt und sich anders bezeichnen als mit demNamen, der die im Gegensatz dazu stehenden Doktrinender satanischen Philosophie am besten trifft? DerSatanismus ist keine Weißlicht-Religion; er ist eineReligion des Fleisches, des Irdischen, Körperlichen - undall dies wird von Satan regiert, der Verkörperung desPfades zur Linken.Unvermeidlich kommt als nächste Frage: „Zugegeben,man kann ihn nicht Humanismus nennen, weilHumanismus keine Religion ist, aber warum braucht mandann überhaupt eine Religion, wenn alles, was ihr macht,sowieso von Natur aus geschieht? Warum kann man esnicht einfach so tun?Der moderne Mensch hat einen langen Weg hinter sich;er wurde von den unsinnigen Dogmen vergangenerReligionen ernüchtert. Wir leben in einem Zeitalter derAufklärung. Die Psychiatrie hat große Anstrengungenunternommen, um den Menschen über seine wirklichePersönlichkeit aufzuklären. Wir leben in einem Zeitaltereines Intellektuellen Bewusstseins, wie es die Welt nochnie gesehen hat. 62
  62. 62. Das ist alles schön und gut, ABER - es gibt eine Hackenbei diesem neuen Geisteszustand. Etwas vom Verstandher zu akzeptieren, ist das eine, aber ist etwas völliganderes, etwas auch vom Gefühl her zu akzeptieren. EinBedürfnis, das die Psychiatrie nicht erfüllen kann, ist dasdem Menschen angeborene Bedürfnis, das die Psychiatrienicht erfüllen kann, ist das dem Menschen angeboreneBedürfnis nach Gefühlsregungen durch Dogma. DerMensch braucht Zeremonien und Rituale, Phantasie undBezauberung. Die Psychiatrie hat, trotz allem Positiven,das sie erreicht hat, den Menschen der Wunder und derPhantasie beraubt, die früher von der Religionbereitgehalten wurden.Der Satanismus hat die heutigen Bedürfnisse derMenschen erkannt und füllt die große graue Leerezwischen Religion und Psychiatrie. Die satanischePhilosophie verbindet die Grundlage der Psychologie mitguten, ehrlichen Gefühlsregungen bzw. Dogma. Sieversorgt den Menschen mit der Phantasie, die er so nötigbraucht. Es ist nichts falsch an Dogmen, vorausgesetztsie basieren nicht auf Ideen oder Handlungen, die völliggegen die menschliche Natur verstoßen.Der kürzeste Weg zwischen zwei Punkten ist eineGerade. Wird alle Schuld, die sich angesammelt hat, inVorteile umgewandelt, so entfällt die Notwendigkeit derintellektuellen Reinigung der Psyche von solchenZwängen. Der Satanismus ist die einzige bekannteReligion, die den Mensch so akzeptiert wie er ist, undden Grundsatz unterstützt, das Schlechte in Gutesumzuwandeln, anstatt sich zu verbiegen, um dasSchlechte auszulöschen. 63
  63. 63. Wenn du also deine Probleme mit dem gesundenMenschenverstand analysiert hast und berücksichtigst,was uns die Psychiatrie lehrt, und du dich trotzdem nichtvon ungerechtfertigter Schuld lösen und deine Theorienin die Tat umsetzen kannst, dann solltest du lernen, deineSchuld für dich arbeiten zu lassen. Du solltest dich nachdeinen natürlichen Instinkten richten, und wenn du dasnicht kannst, ohne dich schuldig zu fühlen, dannschwelge in deiner Schuld. Das hört sich vielleicht wieein Widerspruch an, aber wenn du darüber nachdenkst,kann Schuld auch als Anregung für die Sinne dienen. DieErwachsenen täten gut daran, sich von den Kindern eineLektion erteilen zu lassen. Kinder haben oft große Freudedaran, Dinge zu tun, die sich nicht tun sollen.Ja, die Zeiten haben sich geändert, aber der Menschnicht. Die Grundlagen des Satanismus haben schonimmer existiert. Das einzig wirklich Neue daran ist dieformelle Organisation einer Religion, die auf dengrundlegenden Charaktereigenschaften der Menschenberuht. Über die Jahrhunderte hinweg wurden prachtvolleBauten aus Stein, Beton, Mörtel und Stahl dermenschlichen Abstinenz gewidmet. Es ist höchste Zeit,dass die Menschen aufhören, sich selbst zu bekämpfenund stattdessen ihre Zeit dem Bau von Tempeln derSinnesfreude widmen.Auch wenn die Zeiten sich geändert haben und immerändern w erden, bleibt der Mensch im Grunde derselbe.Zweitausend Jahre lang tat der Mensch Buße für etwas,für das er sich gar nicht hätte schuldig fühlen müssen.Wir heben es satt, uns die Freuden des Lebens zuversagen, die uns zustehen. Wie früher braucht auch der 64
  64. 64. Mensch von heute die Freude am hier und jetzt, anstattauf seine Belohnung im Himmelreich zu warten. Warumsollte man also keine Religion haben, die aufSinnesfreude beruht? Sie steht auf jeden Fall im Einklangmit dem Wesen des Tieres. Wir sind nicht längerdemütige Schwächlinge, die vor einem ungnädigen Gottzittern, dem es egal ist, ob wir leben oder sterben. Wirsind selbstbewusste, starke Menschen - wir sindSatanisten! 65
  65. 65. LIEBE UND H ASSS atanismus bedeutet Freundlichkeit gegenüber denen, die sie verdienen, anstatt Liebe an undankbare zu verschwenden!Man kann nicht jeden lieben; es ist lächerlich, das zudenken. Wenn man alles und jeden liebt, verliert manseine natürliche Kritikfähigkeit und hat nur noch einegeringe Urteilskraft, um über Charakter und Qualität zuentscheiden. Wenn etwas zu locker angewendet wird,verliert es seinen eigentlichen Sinn. Daher glaubt derSatanist, dass man diejenigen aufrichtig und vollkommenlieben soll, die diese Liebe verdienen, und dass man demFeind niemals die andere Wange hinhalten soll!Die Liebe ist eines der intensivsten Gefühle, das derMensch empfinden kann; ein anderes ist der Hass. Es istvöllig unnatürlich, sich zu zwingen, vorbehaltlose Liebezu empfinden. Wenn man versucht, jeden zu lieben,verringert man nur seine Gefühle denjenigen gegenüber,die diese Liebe verdienen. Unterdrückter Hass kann zuvielen psychischen und emotionalen Leiden führen.Wenn man lernt, seine Wut gegenüber denjenigenfreizusetzen, die sie verdienen, reinigt man sich vondiesen bösartigen Emotionen und muss den angestautenHass nicht an seinen Liebsten auslassen.In der Weltgeschichte hat es noch nie eine große „Liebe“gegeben, die nicht unzählige Morde nach sich zog,vermutlich als Liebesbeweis! Alle Heuchler, die je auf 66
  66. 66. dieser Welt wandelten, hatten ihre Taschen immer mitLiebe vollgestopft!Alle scheinheiligen Frommen behaupten, ihre Feinde zulieben, und wenn ihnen unrecht widerfährt, trösten siesich damit, dass „Gott sie schon bestrafen wird“. Anstattsich einzugestehen, dass sie fähig sind, ihre Feinde zuhassen und so zu behandeln, wie sie es verdient haben,sagen sie: „Um der Gnade Gottes willen gehe ich hin“und „bete“ für sie. Warum sollten wir uns derartdemütigen und erniedrigen, indem wir solche falschenSchlüsse ziehen?Der Satanismus wurde immer als Synonym gesehen fürGrausamkeit und Brutalität. Das ist nur deshalb so, weildie Menschen Angst vor der Wahrheit haben - und dieWahrheit ist, dass nicht alle Menschen gutartig undliebevoll sind. Nur weil der Satanist zugibt, dass er fähigist zu lieben und zu hassen, wird er als Menschenhasserangesehen. Im Gegenteil, gerade weil er fähig ist, seinenHass durch ritualisierte Ausdrucksformen freizusetzen,ist er weitaus fähiger zur Liebe - der tiefsten Art derLiebe. Indem er den Hass und die Liebe, die erempfindet, erkennt und akzeptiert, besteht keine Gefahrder Verwechslung. Wer eines dieser beiden Gefühle nochnie erlebt hat, kann auch das Andere nicht vollkommenerleben. 67
  67. 67. SATANISCHER S EXD ie satanische Sichtweise von „freier Liebe“ hat viele Streitfragen ausgelöst. Es wird oft angenommen, dass sexuelle Handlungen derwichtigste Faktor der satanischen Religion sind, und dassdie Bereitschaft, bei Sexorgien mitzumachen, eineVoraussetzung ist, um Satanist zu werden. Nichts istweiter von der Wahrheit entfernt! Im Gegenteil,Opportunisten, die kein weiteres Interesse am Satanismushaben als an die sexuellen Aspekte, werden ausdrücklichabgelehnt.Der Satanismus befürwortet sexuelle Freiheit, aber nurim eigentlichen Wortsinn. Mit freier Liebe ist in dersatanischen Vorstellungskraft genau das gemeint - dieFreiheit, entweder einem Menschen treu zu sein oderseine sexuellen Bedürfnisse mit so vielen Anderenauszuleben, wie man es für seine speziellen Ansprüchefür nötig hält.Der Satanismus fordert nicht diejenigen zu orgiastischenHandlungen oder außerehelichen Affären auf, die esnicht von sich aus wollen. Für viele wäre es äußerstunnatürlich und schädlich, ihrem auserwähltenLebensgefährten untreu zu sein. Für andere wäre esfrustrierend, sexuell an einen Menschen gebunden zusein. Jeder muss für sich selbst entscheiden, welche Formdes Sexualverhaltens am ehesten seinen individuellenWünschen entspricht. Sich unter Selbstverleugnung dazuzu zwingen, außerehelichen oder vorehelichen Verkehr 68
  68. 68. zu haben, nur um anderen (oder schlimmer noch, sichselbst) zu beweisen, dass man frei von sexuellenSchuldkomplexen ist, ist nach satanischen Maßstäbengenau so schlimm wie das Unterdrücken sexuellerBedürfnisse aufgrund von tiefsitzenden Schuldgefühlen.Viele, die sich ständig abmühen, ihre Befreiung vonsexuellen Schuldgefühlen zu beweisen, sind inWirklichkeit davon abhängiger als diejenigen, diesexuelle Handlungen einfach als einen natürlichen Teildes Lebens akzeptieren und kein großes Tamtam um ihresexuelle Freiheit machen. Zum Beispiel ist erwiesen, dassdie Nymphomanin (der Traum eines jeden Mannes undHeldin vieler aufreizender Erzählungen) überhaupt nichtsexuell frei ist, sondern frigide und von Mann zu Mannwandert, weil sie zu verklemmt ist, um jemals völligesexuelle Erfüllung zu finden.Ein anderes Missverständnis ist die Vorstellung, dass dieBeteiligung an Gruppensex ein Anzeichen für sexuelleFreiheit ist. Alle zeitgenössischen Gruppen für freien Sexhaben etwas ge meinsam - Ablehnung vonfetischistischen oder abweichenden Betätigungen.Diese Beispiele für gekünstelte nicht-fetischistischesexuelle Betätigung, die angeblich „Freiheit“ bedeutet,haben alle den gleichen Ablauf: Jeder Teilnehmer einerOrgie zieht seine Kleider aus, wie es von jemandenvorgemacht wird und treibt mechanisch Sex - genau demBeispiel des Anführers folgend. Keinem der Teilnehmerkommt es in den Sinn, dass ihre „emanzipierte“ Form desGeschlechtverkehrs von Außenstehenden, dieGleichmacherei nicht als Freiheit betrachten, alsreglementiert und kindisch angesehen werden könnte. 69
  69. 69. Der Satanist weiß, dass er als Kenner und Genießerdieser Materie (und wirklich frei von sexuellenSchuldgefühlen) weder von den sogenannten Sex-Revolutionären noch von der Prüderie seinerschuldgeplagten Gesellschaft unterdrückt werden kann.Diese Klubs für Gruppensex missverstehen vollkommenden Sinn sexueller Freiheit. Wenn keine individuellensexuellen Handlungen stattfinden dürfen (einschließlichpersönlicher Fetische ), dann gibt es überhaupt keinenGrund, sich solchen Klubs anzuschließen.Der Satanismus akzeptiert jede Art sexueller Betätigungzur Befriedigung persönlicher Bedürfnisse - sei sieheterosexuell, homosexuell, bisexuell oder sogarasexuell. Er befürwortet auch jeden Fetisch und jedeAbweichung, die der Bereicherung desGeschlechtverkehrs dient, solange niemand beteiligt ist,der nicht mitmachen möchte.Der sexuell Unerfahrene wäre erstaunt, wenn er wüsste,wie weit Abweichungen und Fetischismus in unsererGesellschaft verbreitet sind. Es gibt mehr Varianten, alsdas unaufgeklärte Individuum sich vorstellen kann:Transvestitentum, Sadismus, Masochismus, Natursekt-Praktiken, Exhibitionismus - um nur einige dergängigsten zu nennen. Alle haben ihren persönlichenFetisch, aber weil sie nicht wissen, wie verbreitetfetischistische Aktivitäten in der Gesellschaft sind, fühlensie sich verdorben, wenn sie ihre „unnatürlichenSehnsüchte“ preisgeben. (Fetischismus wird nicht nurvon menschlichen Wesen sondern auch von Tierenpraktiziert. Der Fetisch ist ein wesentlicher Teil imSexualleben der Tiere. Die sexuelle Duftnote zum 70
  70. 70. Beispiel ist für Tiere notwendig, damit sie von einemanderen Tier erregt werden. Laboruntersuchungen habengezeigt, dass ein Tier seine sexuelle Attraktivitätgegenüber anderen Tieren verliert, wenn es künstlichgeruchlos gemacht wird. Die Erregung durch sexuelleDuftnoten gefällt übrigens auch dem Menschen, obwohler es oft leugnet.)Sogar der Asexuelle weicht von der Norm ab durch seineAsexualität. Es ist viel unnatürlicher, kein sexuellesVerlangen zu haben (es sei denn, Krankheit, Alter odersonst ein stichhaltiger Grund haben das Nachlassenbewirkt) als häufig wechselnde Partnerschaften. Ob derSatanist seine Sexualität unterdrückt oder offen auslebt,ist jedoch allein seine Sache. In vielen Fällen vonUnterdrückung des Geschlechtstriebes (oder Asexualität),hätte der Versuch, sich sexuell zu emanzipieren,verheerende Folgen.Die Asexuellen werden immer von ihrem Beruf oderihren Hobbies aufge saugt. Die ganze Energie undAntriebskraft, die normalerweise in sexuelle Aktivitäteninvestiert wird, wird in andere Arten von Beschäftigungund Zeitvertreib gesteckt. Wenn jemand andereInteressen den sexuellen Handlungen vorzieht, ist dassein Recht, und niemand darf ihn deshalb verurteilen.Nur sollte er wenigstens verstehen, dass es eineErsatzhandlung ist.Weil keine Möglichkeit besteht, über geheime sexuelleWünsche zu sprechen, bleiben sie oft im Stadium derPhantasie stecken. Die fehlende Erfüllung führt zuseelischer Belastung, und deshalb denken sich viele 71
  71. 71. Menschen heimliche Methoden aus, um ihren WünschenLuft zu machen. Nur weil die meisten fetischistischenAktivitäten nicht offen gezeigt werden, sollte der sexuellUnbedarfte sich nicht dazu verleiten lassen, daraus zuschließen, dass sie nicht existieren. Ein paar Beispieledieser raffinierten Techniken: Der männliche Transvestitträgt Frauenunterwäsche, um sich seinem Fetischhinzugeben, während er seinen täglichenBeschäftigungen nachgeht, die masochistische Frau trägtzum Beispiel einen mehrer Größen zu kleinenStrumpfhalter aus Gummi, und hat so den ganzen Tagihre Lust durch diese fetischistisch Unbequemlichkeit,ohne dass es jemand erfährt. Diese Beispiele sind vielharmloser und weiter verbreitet als andere, die man nochhätte aufzählen können.Der Satanismus unterstützt jede Form desSexualverhaltens, das einem gefällt, so lange niemandanderes dadurch verletzt wird. Diese Feststellung mussgetroffen werden, um Missverständnissen vorzubeugen.Niemanden anderes zu verletzen bedeutet nicht, dass sichdiejenigen unabsichtlich verletzt fühlen, die nicht mit dirin Sachen Sex übereinstimmen, da sie um die Moralfürchten. Natürlich sollte man es vermeiden, diejenigenzu beleidigen, die einem viel bedeuten, wie z.B. prüdeFreunde oder Verwandte. Wenn du dich jedoch aufrichtigdarum bemüht hast, sie nicht zu verletzen, und sie estrotzdem zufällig herausfinden, dann kannst du dafürnicht verantwortlich gemacht werden und sollst dichweder wegen deiner sexuellen Überzeugung, noch weildu sie damit verletzt hast, schuldig fühlen. Wer dauerndin Angst lebt, die Prüden mit seiner Einstellung zuverletzen, schafft es nicht, sich von sexuellen 72
  72. 72. Schuldgefühlen zu befreien. Allerdings ist auchniemandem damit gedient, wenn man mit seinenNeigungen hausieren geht.Die andere Ausnahme von der Regel ist der Umgang derMasochisten. Einem Masochisten bereitet es Lust, wennihm Schmerz zugefügt wird; verweigert man also demMasochisten seine Freude am Schmerz, so verletzt manihn damit wie man einen Nicht-Masochisten durchSchmerz verletzt. Das veranschaulicht die Geschichtevom wahrhaft grausamen Sadisten: Der Masochist sagtzum Sadisten: „Schlage mich“, und der unbarmherzigeSadist antwortet: „Nein!“. Wenn jemand verletzt werdenwill und es genießt zu leiden, dann gibt es keinen Grund,diesem Wunsch nicht nachzukommen.Das Wort „Sadist“ bedeute üblicherweise, dass jemandLust aus irgendeiner beliebigen Brutalität zieht. Einwahrer Sadist ist dagegen wählerisch. Er wählt sorgfältigaus dem großen Reservoir geeigneter Opfer aus underfüllt mit großer Lust denjenigen ihre Wünsche, diedurch Schmerzen aufleben. Der „kontrollierte“ Sadistwählt genießerisch diejenigen aus, die seineAnstrengungen wirklich verdienen! Wer offen zugibt,dass er ein Masochist ist und es genießt, versklavt undverprügelt zu werden, der wird vom wirklichen Sadistengern bedient!Abgesehen von den vorgenannten Ausnahmen würde einSatanist niemals absichtlich andere und ihre sexuellenRechte verle tzen. Wer versucht, seine Wünschejemandem aufzuzwingen, der dieseAnnäherungsversuche nicht schätzt, verletzt dessen 73
  73. 73. sexuelle Freiheit. Deshalb befürwortet der Satanistkeinesfalls Vergewaltigung, Kindesmissbrauch, sexuellenMissbrauch von Tieren oder jegliche andere sexuellenHandlungen an Personen, die dies nicht wollen, oder diedurch ihre Unwissenheit oder Naivität soweiteingeschüchtert oder fehlgeleitet sind, dass sie gegenihren Willen handeln.Sind alle Beteiligten erwachsen und haben dienotwendige Reife, die volle Verantwortung für ihreHandlungen zu übernehmen und freiwillig an einerbestimmten Variante der sexuellenAusrucksmöglichkeiten teilnehmen - auch wenn dabeiein Tabu gebrochen wird - dann gibt es keinen Grund,diese Neigungen zu unterdrücken.Wenn man sich über alle Auswirkungen, Vor- undNachteile im klaren ist und feststeht, dass niemandverletzt wird, der es nicht wünscht oder es nicht verdienthat, dann besteht kein Grund, seinen sexuellen Vorliebennicht nachzugeben.So wie es keine zwei Menschen gibt, die genau dasGleiche oder genau die gleiche Menge essen, sounterscheidet sich auch der sexuelle Geschmack undAppetit von Mensch zu Mensch. Kein Mensch und keineGesellschaft hat das Recht, den Ansprüchen oder derHäufigkeit sexueller Handlungen anderer Grenzen zusetzen. Das richtige Sexualverhalten kann nur unter derBerücksichtigung der jeweiligen Situation beurteiltwerden. Was der eine für in Ordnung und moralisch hält,mag den anderen frustrieren. Es gibt aber auch denumgekehrten Fall; jemand verfügt über große sexuelle 74
  74. 74. Fähigkeiten, und belächelt unfairerweise andere, derenKräfte seinen nicht gleichen. Es ist rücksichtslos vonihm, sich jemand anderem aufzudrängen, z.B. wenn derMann einen großen sexuellen Appetit hat und dieBedürfnisse seiner Frau dem nicht entsprechen. Es istunfair von ihm, zu erwarten, dass sie begeistert auf seineAnnäherungsversuche reagiert; aber sie muss ebenfallseine gewisse Rücksichtsnahem zeigen. Wenn sie keinegroße Lust verspürt, sollte sie ihm entweder passiv, aberfreundlich entgegenkommen oder aber nicht klagen,wenn er seine Bedürfnisse anderweitig befriedigt - dasschließt auch Selbstbefriedigung mit ein.Die ideale Beziehung ist eine, in der die Menschen sichinnig lieben und sexuell zusammenpassen. Allerdingssind perfekte Beziehungen relativ selten. Es muss hierbeierwähnt werden, dass geistige und körperliche LiebeHand in Hand gehen können, aber dies nicht immer tun.Ist eine gewisse sexuelle Anpassungsfähigkeitvorhanden, so ist diese oft begrenzt, und es können zwareinige, aber nicht alle Wünsche erfüllt werden.Es gibt keine größere Lust als die Vereinigung mitjemanden, den man sehr liebt, vorausgesetzt man passtsexuell zusammen. Es muss allerdings betont werden,dass ein Mangel an sexueller Ergänzung nicht auchfehlende geistige Liebe bedeuten muss. Eines kann ohnedas Andere nicht existieren und tut dies oft auch. Invielen Fällen sucht ein Teil des Paares außerhalb zufluchtfür seine sexuellen Neigungen, gerade weil er seinenPartner liebt und der geliebten Person nicht weh tun oderZwang antun möchte. Tiefe geistige Liebe wird durchkörperliche Liebe bereichert und ist sicherlich ein 75
  75. 75. notwendiger Bestandteil für jede BefriedigendeBeziehung; aber bei unterschiedlichen Vorlieben sindaushäusige sexuelle Aktivitäten oder Selbstbefriedigungeine notwendige Ergänzung.Selbstbefriedigung wird von vielen Menschen als Tabuangesehen, und schafft ein Schuldproblem, mit dem mannicht leicht fertig wird. Dieses Thema muss ausgiebigbehandelt werden, da Masturbation ein sehr wichtigerBestandteil magischer Arbeit ist.Seit die judäisch-christliche Bibel die Sünde von Onanbeschrieb (Gen. 38:7-10), hat der Mensch sich mit derSchwere und den Konsequenzen diese „einsamenLasters“ beschäftigt. Obwohl die modernenSexualforscher erläutert haben, dass die Sünde von Onaneinfach ein coitus interruptus ist, wurde viel Schadenangerichtet durch die jahrhundertelange falschetheologische Auslegung.Abgesehen von den eigentlichen Sexualverbrechern istdie Selbstbefriedigung eines der am wenigsten toleriertensexuellen Handlungen. Während des letzten Jahrhundertswurden unzählige Texte geschrieben, die dieentsetzlichen Folgen der Selbstbefriedigung ausmalen.Praktisch jede körperliche oder geistige Krankheit wurdedem Übel der Masturbation zugeschrieben. BlasseGesichtsfarbe, Kurzatmigkeit, verstohlenes Aussehen,eingefallene Wangen, Nervosität, Pickel undAppetitlosigkeit sind nur einige von vielen Merkmalen,von denen man annahm, dass sie von derSelbstbefriedigung kämen; ein völliger körperlicher undgeistiger Verfall wurde denjenigen prophezeit, die nicht 76
  76. 76. auf die Warnungen in den Handbüchern für jungeMänner hörten.Man könnte sich fast über die krassen Beschreibungen insolchen Texten amüsieren, wäre da nicht die traurigeTatsache, dass die tiefsitzenden Schuldgefühle, die durchden Unsinn in diesen Sex-Fibeln verursacht wurden, nurteilweise behoben werden konnten, obwohlzeitgenössische Sexualforscher, Ärzte, Autoren usw. vielgetan haben, um das Stigma der Selbstbefriedigungauszuräumen. Ein großer Teil der Menschen, spezielldiejenigen über Vierzig, können es gefühlsmäßig nichtakzeptieren, dass Selbstbefriedigung natürlich undgesund ist, selbst wenn sie es vom Verstand herakzeptieren; und sie übertragen ihre Abneigung oftunbewusst auf ihre Kinder.Man glaubte, dass jemand geisteskrank würde, wenn ersich trotz zahlreicher Mahnungen weiterselbstbefriedigte. Dieser absurde Mythos entstand durchberichte über die weitverbreitete Selbstbefriedigung vonInsassen psychiatrischer Anstallten. Da fast alle unheilbarGeisteskranken masturbieren, wurde angenommen, dasssie dadurch verrückt geworden wurden. Niemand dachtedarüber nach, dass das Fehlen eines Geschlechtspartnersund die Hemmungslosigkeit, die typisch für schwereGeisteskrankheiten ist, die wirklichen Gründe für dieSelbstbefriedigung der Kranken ist.Vielen Menschen ist es lieber, dass ihr Partner sichanderweitig sexuelle Befriedigung sucht, anstatt sichselbst zu befriedigen, da sie sich schuldig fühlen und dieVerachtung ihres Partners fürchten, den sie zur 77

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