Ernie J. Zelinski                                          Die Kunst,                                          mühelos zu ...
BuchArbeit ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Wirhasten diszipliniert und zielbewusst durch unseren Alltag,die F...
AutorErnie J. Zelinski ist Kreativitätstrainer, Berater underfolgreicher Müßiggänger. Seit 14 Jahren ist er »kreativunbesc...
Dieses Buch ist dem Leser gewidmet,         in der Hoffnung,   dass es ein Gewinn für ihn ist und die Welt liebenswerter m...
Inhalt Vorwort........................................................................................... 9 Berufswunsch: ...
Arbeite weniger, lebe gesünder................................................... 79  Eine Mausefalle ohne Käse..............
Der Ideenbaum......................................................................... 179  Erweiterter Ideenbaum............
Durchstarten bitte! .................................................................... 287  Erst am Schluss ist Schluss....
VORWORTDieses Buch will Sie zum Gewinner machen. Es ist aberkeineswegs eine der üblichen Anleitungen, wie manberuflich erf...
oder Universitäten zu tun hat. Meine persönlichenErfahrungen haben mich gebildet – nicht meine formaleAusbildung.  Mit 29 ...
Vorgesetzte, vor allem im öffentlichen Dienst, haben nichtgerne mit Untergebenen zu tun, die es sich richtig gutgehen lass...
dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Kurz – ichfeierte das Leben. Ich wuchs über mich selbst hinaus, undmeine ...
in den Schoß. Man muss bestimmte Prinzipienberücksichtigen, auf denen dieses Buch basiert.   Erfolg ist Glückssache – verk...
BERUFSWUNSCH: MÜßIGGÄNGER      14
Faulheit lohnt sichAm zweiten Tag seines Aufenthalts in einer großen Stadtbegegnete einmal ein wohlhabender und etwasexzen...
weiter die Zeitung gelesen und sich die Sonne auf denBauch scheinen lassen.  Und die Moral von der Geschichte? Wenn es die...
Freizeit – das Gegenteil von Arbeit,            aber nicht ganzWas versteht man eigentlich unter Freizeit? Eine interes-sa...
kurioses Paradox: Freizeit hat etwas damit zu tun, dassman nicht arbeitet; wenn sie befriedigend ausfallen soll,muss man a...
Der Traum von Freizeit, Ruhestand        und LotteriegewinnOb wir wollen oder nicht, früher oder später steht jedervor der...
Untersuchung               des             amerikanischenWirtschaftsministeriums hat ergeben, dass nur 58 Prozentder Bevöl...
Freizeit das Ziel sei, das alle erwartungsvoll vor Augenhaben und mit Erreichen des Ruhestands auch genießen.Jetzt weiß ic...
Geld angewiesen zu sein.  Eine Untersuchung eines bekannten amerikanischenUnternehmens ergab, dass mehr als die Hälfte all...
Die zwei Seiten des MüßiggangsVielen Menschen fällt es schwer, Dinge mit Muße zu tun.Unvorbereitet viel freie Zeit zu habe...
Wenn dem Menschen auch nur die Hälfte seiner   Wünsche erfüllt würden, würden sich seine   Sorgen verdoppeln.             ...
problematischen und den bereichernden Aspekten derFreizeit befasst haben, wollen wir einen Blick daraufwerfen, wie man ihr...
Bevor wir uns nun damit befassen, was wirklichwesentlich ist, wenden wir uns zur Veranschaulichungzwei Menschen zu, die mi...
Müßiggänger – ein aufreibender               BerufNeulich unterhielt ich mich im Tennisclub mit meinemTennispartner Delton...
Ruhestand gehen konnte.  Nachdem Rieh an die Westküste gezogen war, stellte erfest, dass er nicht viel Talent zum Müßiggan...
Das Geheimnis des MüßiggangsAn seiner Freizeit kann man unabhängig von Alter,Geschlecht, Beruf oder Einkommen Freude haben...
der Meinung sein, dass eine gute Gesundheit unbedingtnötig ist. Gesund zu sein ist ein wichtiger Faktor, aber esgibt Mensc...
AUGEN AUF UND DURCH!         31
Öfter mal was NeuesEs entsteht ein ganz neues Lebensgefühl, wenn man denBlickwinkel, aus dem man seine Lebensumstände sieh...
Was Hänschen nicht lernt … kann      Hans immer noch lernenMalen Sie einen schwarzen Punkt (wie oben) auf eineweiße Tafel ...
die Schule und unsere Eltern beeinflussen uns mit ihrerSichtweise. Wir werden darauf konditioniert, nachAnerkennung zu str...
fragen müssen,, um nicht der Selbsttäuschung zu erliegen.Wer sich nicht angewöhnt, die eigenen Überzeugungengenauer zu prü...
Unter den Blinden ist der Einäugige               KönigÜbung 2Ein erfolgreicher, aber unglücklicher amerikanischerUnterneh...
Der Zen-Meister enthüllte bereitwillig die dreiGeheimnisse, durch die ein glückliches und erfülltesLeben zu erlangen ist. ...
Unkreative Menschen laufen mit Scheuklappen durchsLeben und erkennen ihre Chancen daher nicht.  Also – Augen auf, wenn Sie...
Aufgepasst!Jeder ist bis zu einem gewissen Grad unaufmerksam.Unsere vorgefassten Meinungen beeinflussen unsereWahrnehmung,...
Übung 5Die folgende Gleichung ist aus Streichhölzern gelegt. Sieist falsch. Verschieben Sie nur ein Streichholz, damit die...
Der richtige DurchblickWenn Sie sich die zwei Kästen bei der dritten Übunggenau angesehen haben, müssten Sie Folgendes gel...
eingefallen sind, haben Sie mein »ausgefallenes Design«vorschnell beurteilt und nicht lange genug darübernachgedacht. An p...
Nur Narren und Tote ändern sich                nichtDie Welt verändert sich heute so schnell wie nie zuvor.Wer dabei mitha...
Die Wiederbelebung der Kreativität   Wenn wir gezwungen sind, entweder unsere   Ansichten zu ändern oder zu beweisen, dass...
Die 17 Regeln der KreativitätUm Ihre Kreativität neu zu entdecken, müssen Siezunächst einmal die 17 Regeln der Kreativität...
andere Leute kennen lernen wollen – Sie brauchen dazukeine besondere Begabung, nur den Willen zur Fantasie.               ...
Die Erde ist schon lange rund!Ob man in die faszinierende Welt eines mühelosen Lebenseintauchen kann, hängt davon ab, wie ...
Vorstellungen festhalten. Gerade was Beruf und Freizeitbetrifft, sind so manche gesellschaftlichen Werte nichtmehr zeitgem...
ARBEITSMORAL IST SKLAVENMORAL       49
Arbeiten oder nicht?   Das Niveau einer Kultur lässt sich am besten an   dem Niveau ihrer Freizeitkultur messen.          ...
Es gibt keine richtigen und falschen Antworten auf dieseFragen. Ich will Sie nur dazu anregen, über IhreWertvorstellungen ...
Der schlechte Einfluss der     protestantischen ArbeitsmoralUnsere Arbeitsmoral ist kein alter traditioneller Wert. Diemei...
die Arbeit, wie wir sie heute kennen. Obwohl die Bauernim Mittelalter arm und unterdrückt waren, kannten siekeine endlosen...
Kümmere dich nicht zu sehr um die Moral, du   bringst dich sonst ums halbe Leben.                              Henry David...
diese Entwicklung. Sie würden einen Großteil dermodernen Gesellschaft für verrückt oder für masochistischhalten.          ...
Gehört die Arbeit zum guten Ton?Es ist vernünftig, einer unangenehmen Arbeit nachzu-gehen, wenn sie zum Überleben notwendi...
sich nicht leicht von alten Werten und Überzeugungen.   Besser gefaulenzt und gefeuert als nie gefaulenzt.                ...
Veränderung der Welt Schritt halten, können wir solchemisslichen Zustände vermeiden.                          58
Das Gesetz des zunehmenden              SchadensIn den westlichen Industrienationen, vor allem in denUSA, gilt harte Arbei...
Eine ganzes Volk spielt verrücktKönnen Sie sich das vorstellen? Ein ganzes Volk liebt dieArbeit über alles. Die Arbeitsmor...
Diese Situation ist nicht erfunden; in Japan ist sieWirklichkeit.  Die japanische Regierung plant auf lange Sicht eineVerb...
Mörderische ArbeitswutViele Japaner sind nicht nur müde, sondern überarbeitetund erschöpft. Eine Umfrage einer japanischen...
Bart Simpson als             HoffnungsschimmerBei den jungen Erwachsenen in Japan zeichnet sich, wieauch unter den jüngere...
Müßiggänger in der ChefetageViele berühmte und erfolgreiche Personen in derGeschichte der Menschheit waren nach den Maßstä...
Warum Bettler einen   gesellschaftlichen Beitrag leisten Eigentlich wollte ich immer Bettler werden, aber ich hab das nich...
Wie viel Glück geht auf der Jagd nach dem   Glück verloren!                   Ein unbekannter kluger MenschAls ich darüber...
Vom fragwürdigen Erfolg der               YuppiesEs gibt zwei Dinge, die ein noch größerer Schwindel alsein Dreißig-Euro-S...
Arbeitstagen büßte sogar noch mehr freie Zeit ein. DieFreizeit dieser Menschen wurde, wenn sie überhauptstattfand, planmäß...
Kanada, wird in der Zeitschrift ›Report on Business‹zitiert: »Diese Generation ist nicht ganz bei Trost. Siekapiert nicht,...
Das Ding mit den DingenSo lächerlich es scheint, aber in unserer Gesellschaft gehtes hauptsächlich darum, die finanziellen...
Das Märchen vom             Bruttosozialprodukt   Millionen von Menschen sehnen sich nach   Unsterblichkeit und wissen doc...
Das Wachstum des Bruttosozialprodukts nur um desWachstums willen ist also kein Spiegel gesellschaftlichenWohlergehens. Wac...
Freizeit als UmweltschutzDie Sorge um die Umwelt ist zu einem Thema vonallergrößter Bedeutung geworden. Trotzdem gibt kaum...
Geld hat, um sich Freizeitausrüstungen und -dienstleis-tungen leisten zu können. Aber Geld ist laut John KennethGalbraith,...
Warum weniger Arbeit den         Lebensstandard erhöhtDie Arbeitsmoral schadet uns mehr, als dass sie uns nützt.Wir müssen...
weniger Bedeutung beizumessen. Für seinen Lebens-unterhalt zu arbeiten ist notwendig, aber nicht in demMaß, wie die meiste...
Die wahren Dinge des LebensIn den vorangehenden Kapiteln habe ich ein paarUnzulänglichkeiten unseres modernen, den westlic...
höheren Ebene; was zählt, ist der Augenblick: was wirerleben, wie viel Freude wir haben und wie viel Liebe wirder Welt um ...
ARBEITE WENIGER, LEBE      GESÜNDER          79
Eine Mausefalle ohne KäseLegt man bei einem Experiment mit einer Ratte immerwieder ein Stück Käse in den dritten von mehre...
Prozent des mittleren Managements glaubten viele Jahreihres Lebens auf der Karriereleiter vergeudet zu haben. Siedachten m...
Wer bin ich?Hier ist eine einfache Übung, mit der Sie sich selbst bessereinschätzen können. Zudem können Sie prüfen, ob Si...
Frage »Wer sind Sie?« mit »Ich bin Rechtsanwalt«geantwortet. Wenn Sie sich nur noch über den Berufdefinieren, schränken Si...
Die Ignoranz hat HochkonjunkturUnzeitgemäße Ansichten und Werte werden in denChefetagen vieler Unternehmen immer noch gefö...
Die Kunst, mühelos zu leben
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  1. 1. Ernie J. Zelinski Die Kunst, mühelos zu leben scanned by reiber corrected by abSelbstverwirklichung? Müssen wir uns tatsächlich ständig anstrengen,um erfolgreich und glücklich zu sein? Dieses Buch ermutigt, Raumfür persönliche »Auszeiten« zu schaffen und Muße als Quelle vonLebenskraft neu zu entdecken. Finden Sie mit Zelinskis Prinzip denWeg in die Mühelosigkeit, und tun Sie, was Sie wirklich wollen! DasLeben ist kurz. Genießen Sie es! ISBN: 3-423-36276-6 Original: The Joy of Not Working Aus dem Englischen von: Annette Wetzel Verlag: dtv Erscheinungsjahr: 2002 Umschlaggestaltung: Balk & Brumshagen Umschlagbild: Peter Menne, Potsdam Dieses E-Book ist nicht zum Verkauf bestimmt!!!
  2. 2. BuchArbeit ist der Dreh- und Angelpunkt unseres Lebens. Wirhasten diszipliniert und zielbewusst durch unseren Alltag,die Freizeit wird sorgfältig dosiert und verplant. Dabeipassiert es allzu oft, dass wir unsere eigentlichenBedürfnisse und Lebensziele aus den Augen verlieren, unsgestresst und unzufrieden fühlen. Ernie J. Zelinski zeigt,dass es auch anders geht: Nicht ein prall gefüllterTerminkalender und ein ständig läutendes Handy sind derBeweis für ein gelungenes Leben, sondern die Kunst, zugenießen, was wir tun, unsere Talente auszuleben undjeden Teil unseres Lebens voll auszuschöpfen. Es gilt, sichwieder zu besinnen auf Werte von größerer Beständigkeitals den sicheren Job – eine Illusion – oder denGehaltsscheck, der verlorene Zeit nicht zurückbringt.Anhand von Übungen regt der Kreativitätstrainer an, neuePerspektiven für Arbeit und Freizeit zu gewinnen undindividuelle Lösungen für »Auszeiten« zu entwickeln. Erverführt zu mehr Spontaneität und Mühelosigkeit undermutigt dazu, eingefahrene Bahnen zu verlassen, um zueiner wirklich erfüllenden Lebensgestaltung zu finden –diesseits wie jenseits der Bürotür.
  3. 3. AutorErnie J. Zelinski ist Kreativitätstrainer, Berater underfolgreicher Müßiggänger. Seit 14 Jahren ist er »kreativunbeschäftigt«. Er lebt in Edmonton, Kanada.
  4. 4. Dieses Buch ist dem Leser gewidmet, in der Hoffnung, dass es ein Gewinn für ihn ist und die Welt liebenswerter macht.
  5. 5. Inhalt Vorwort........................................................................................... 9 Berufswunsch: Müßiggänger...................................................... 14 Faulheit lohnt sich...................................................................... 15 Freizeit – das Gegenteil von Arbeit, aber nicht ganz ................. 17 Der Traum von Freizeit, Ruhestand und Lotteriegewinn........... 19 Die zwei Seiten des Müßiggangs............................................... 23 Müßiggänger – ein aufreibender Beruf...................................... 27 Das Geheimnis des Müßiggangs................................................ 29 Augen auf und durch! ................................................................. 31 Öfter mal was Neues.................................................................. 32 Was Hänschen nicht lernt … kann Hans immer noch lernen .... 33 Unter den Blinden ist der Einäugige König ............................... 36 Aufgepasst!................................................................................ 39 Der richtige Durchblick ............................................................. 41 Nur Narren und Tote ändern sich nicht...................................... 43 Die Wiederbelebung der Kreativität .......................................... 44 Die 17 Regeln der Kreativität .................................................... 45 Die Erde ist schon lange rund!................................................... 47 Arbeitsmoral ist Sklavenmoral................................................... 49 Arbeiten oder nicht? .................................................................. 50 Der schlechte Einfluss der protestantischen Arbeitsmoral......... 52 Gehört die Arbeit zum guten Ton? ............................................ 56 Das Gesetz des zunehmenden Schadens.................................... 59 Eine ganzes Volk spielt verrückt ............................................... 60 Mörderische Arbeitswut ............................................................ 62 Bart Simpson als Hoffnungsschimmer ...................................... 63 Müßiggänger in der Chefetage .................................................. 64 Warum Bettler einen gesellschaftlichen Beitrag leisten ............ 65 Vom fragwürdigen Erfolg der Yuppies ..................................... 67 Das Ding mit den Dingen .......................................................... 70 Das Märchen vom Bruttosozialprodukt ..................................... 71 Freizeit als Umweltschutz.......................................................... 73 Warum weniger Arbeit den Lebensstandard erhöht................... 75 Die wahren Dinge des Lebens ................................................... 77
  6. 6. Arbeite weniger, lebe gesünder................................................... 79 Eine Mausefalle ohne Käse........................................................ 80 Wer bin ich?............................................................................... 82 Die Ignoranz hat Hochkonjunktur ............................................. 84 Kurhotel »Knast«....................................................................... 87 Verrückt oder nicht? .................................................................. 88 Muße ist in, Arbeitswut ist out................................................... 90 Arbeite weniger, entlaste den Arbeitsmarkt............................... 93 Mehr Freizeit, mehr Leistung .................................................... 95 Mehr Freizeit, mehr Spaß .......................................................... 99 Der Freizeitexperte .................................................................. 104 Rauswurf in Eigenregie ........................................................... 107 Die Berufung ruft..................................................................... 112 Der Traum vom sicheren Arbeitsplatz ..................................... 118 Die Kuh schlachten und gleichzeitig melken........................... 119Arbeitslosigkeit – der ultimative Persönlichkeitstest.............. 124 Endlich in vollen Zügen genießen ........................................... 125 Ein neuer Lebensplan .............................................................. 127 Die Wiederentdeckung des wahren Ichs.................................. 129 Ein neues Erfolgskonzept ........................................................ 132 Die drei Säulen der Freizeit ..................................................... 135 Die Freizeitkarriere.................................................................. 143Hausgemachte Langeweile ........................................................ 145 Eine sterbenslangweilige Krankheit ........................................ 146 Das Salz in der Suppe .............................................................. 149 Wie man sich bettet, so langweilt man sich ............................. 151 Die einfache Lebensregel......................................................... 153 Die Tretmühle färbt ab............................................................. 155 Auszeit zum Sonderpreis ......................................................... 156 Wie gut, dass es Probleme gibt!............................................... 157 Nur der Dumme fürchtet sich vor der Dummheit .................... 160 Der Mut zum kleinen Unterschied........................................... 162Brandstifter ................................................................................ 163 Schwing das Tanzbein!............................................................ 164 Ohne Fleiß kein Preis............................................................... 166 Von nichts kommt nichts ......................................................... 168 Maslows Hierarchie ................................................................. 172 Dichtung und Wahrheit über Herzenswünsche........................ 175 Träume auf dem Prüfstand....................................................... 178
  7. 7. Der Ideenbaum......................................................................... 179 Erweiterter Ideenbaum............................................................. 184 Aktivitäten für den Ideenbaum ................................................ 187 Direkt ins Ziel .......................................................................... 195Auf die Dauer hilft nur Power .................................................. 197 Dynamische Untätigkeit .......................................................... 198 Der Sieg des Geistes über die Materie ..................................... 201 Fit wie ein Turnschuh .............................................................. 202 Dumme Frage, kluge Antwort ................................................. 208 Reisen ohne Tourismus............................................................ 211 Lese- und Schreibschwäche unerwünscht................................ 213 Es gibt nichts Gutes, außer man tut es ..................................... 215Jetzt oder nie!............................................................................. 218 Carpe diem............................................................................... 219 Der entscheidende Augenblick ................................................ 221 Eile mit Weile .......................................................................... 225 Sorge dich nicht, lebe! ............................................................. 227 Treibgut ................................................................................... 232 Spontan ohne Plan ................................................................... 234 Jeden Morgen geht die Sonne auf …....................................... 236 Humor ist eine todernste Sache ............................................... 238 Der Weg ist das Ziel ................................................................ 240Lieber allein als in schlechter Gesellschaft .............................. 242 Der Schlüssel zum Alleinsein steckt von innen ....................... 243 Allein aber oho! ....................................................................... 247 Hände weg von Pessimisten! ................................................... 249 Allein im Baumhaus ................................................................ 251 Die Kunst der Stille ................................................................. 254 Einsiedler mit Lebenserfahrung............................................... 257Geld regiert die Welt? ............................................................... 259 Geld ist nicht alles ................................................................... 260 Genug ist nicht genug .............................................................. 262 Mehr Geld, mehr Sorgen ......................................................... 265 Geld ist keine Lebensversicherung .......................................... 269 Macht Geld glücklich?............................................................. 271 Ein kleines Portemonnaie ist groß genug................................. 274 Eine Theorie für Beruf und Freizeit......................................... 276 Bescheidenheit macht reich ..................................................... 281 Wie man sich mit wenig Geld königlich amüsiert ................... 285
  8. 8. Durchstarten bitte! .................................................................... 287 Erst am Schluss ist Schluss...................................................... 288 Kein Bedarf an Verjüngungskuren .......................................... 290 Die innere Orientierung ........................................................... 292 Reden ist Silber, Handeln ist Gold........................................... 294 Das Leben fängt in der Freizeit an........................................... 299Literatur ..................................................................................... 301
  9. 9. VORWORTDieses Buch will Sie zum Gewinner machen. Es ist aberkeineswegs eine der üblichen Anleitungen, wie manberuflich erfolgreich wird oder wie man das große Geldmacht. Es handelt von dem persönlichen Gewinn, den esbedeuten kann, wenn man nicht arbeitet. Es geht nicht umeinen Wettkampf, doch trotzdem winkt eine ansehnlicheBelohnung. Man gehört zu den Gewinnern, wenn man Lust auf dasLeben hat, wenn man sich morgens beim Aufwachen aufden Tag freut, Man gehört zu den Gewinnern, wenn manFreude an dem hat, was man macht, und man gehört zuden Gewinnern, wenn man ziemlich genau weiß, was manmit dem Rest seines Lebens anfangen will. Für alles gibt es eine Gebrauchsanweisung, nur nicht für das Leben. Jean Paul SartreDas Buch möchte Ihnen ein nützlicher und zuverlässigerWegweiser sein, der Ihnen zeigt, wie Sie sich außerhalbder Arbeitswelt ein Paradies schaffen können – ob Sie nunim Ruhestand, arbeitslos oder berufstätig sind. Es schadetnicht, sich ab und zu daran erinnern zu lassen, was wichtigund was unwichtig ist, und ein praktischer Ratgeber, wieman mehr aus seiner Freizeit machen kann, ist in jedemFall von Nutzen. Dieses Buch ist das Ergebnis meines Bildungsweges,einer Bildung, die nichts mit den Lehrplänen an Schulen 9
  10. 10. oder Universitäten zu tun hat. Meine persönlichenErfahrungen haben mich gebildet – nicht meine formaleAusbildung. Mit 29 Jahren ließ ich mich auf eine ganz neue»Karriere« ein. Nachdem ich meinen Job verloren hatte,beschloss ich, ein Jahr lang das Leben eines kreativenMüßiggängers zu führen. Obwohl meine neueLebensweise eigentlich nur vorübergehend sein sollte,habe ich mich noch immer nicht nach einer festenAnstellung umgesehen. In meinem letzten Job ließ ich mich von einem Systemeinsperren, das mir jeden Freiraum nahm. Sechs Jahre langhielt ich es als Angestellter in einem öffentlichenVersorgungsbetrieb aus, in dem ich von neun bis um fünfUhr arbeiten sollte. Tatsächlich arbeitete ich aber meistensvon acht bis sechs Uhr und häufig auch an denWochenenden, meistens ohne zusätzliche Bezahlung. Nachdem ich drei Jahre lang auf meinen Urlaubverzichtet hatte, wollte ich mir endlich im Sommer zehnWochen frei nehmen. Abgesehen davon, dass meineVorgesetzten damit nicht einverstanden waren, hielt ichdas für eine fabelhafte Idee. Ich genoss diese zehnWochen in vollen Zügen. Doch trotz meiner großartigenIdee endete die Sache damit, dass man mich vor die Türsetzte. Ich hatte mit meinem ausgedehnten Urlaubangeblich die Unternehmensmoral verletzt. Meinen Vorgesetzten hatte mein Abenteuer offenbarmissfallen. Ungeachtet meiner guten Arbeitsleistung undder langen Zeit ohne Urlaub lag nach meiner Rückkehr dieKündigung auf dem Tisch. Ich weiß nicht, ob meineEntlassung nur damit zu tun hatte, dass ich dieUnternehmensmoral verletzt hatte. Möglicherweisegönnten meine Vorgesetzten mir auch nicht, dass mir meinlanger Urlaub so viel Spaß gemacht hatte. Viele 10
  11. 11. Vorgesetzte, vor allem im öffentlichen Dienst, haben nichtgerne mit Untergebenen zu tun, die es sich richtig gutgehen lassen. In den ersten Wochen war ich sauer, dass man michgefeuert hatte. War ich doch ein pflichtbewusster undeifriger Mitarbeiter gewesen, der zweifellos manchenwichtigen Beitrag für das Unternehmen geleistet hatte.Keine Frage – man hatte mir großes Unrecht getan. Aber eines Tages wendete sich das Blatt, als ich nämlicherkannte, dass meine Entlassung in Wirklichkeit ein Segenwar. Mir ging allmählich auf, dass ich nicht unersetzlichwar, und gleichzeitig verlor ich das Interesse an einemfesten Ganztagsjob. Ich wollte mir von nun an möglichstviel freie Zeit gönnen, besonders im Sommer. Einnormaler Job kam also nicht mehr in Frage; meineKarriere als Ingenieur war beendet. In den nächsten zwei Jahren arbeitete ich überhauptnicht und hielt mich auch von jeglicherBildungseinrichtung fern. Mein Ziel war, ohne Arbeitglücklich zu sein. Schließlich weinte ich meinem früherenJob als Ingenieur gerade so viel Tränen nach wie eineralten Ventures-Langspielplatte, die ich vor 15 Jahrenverloren hatte – nämlich so gut wie gar keine. Muße ist eine überaus verantwortungsvolle und schwierige Aufgabe. William RussellWas aber habe ich mit dieser Zeit angefangen? Obwohlich zeitweilig nur sehr wenig Geld hatte, lebte ich inmeinen Augen wie Gott in Frankreich. Ich ging so vielenschöpferischen und befriedigenden Beschäftigungen nach, 11
  12. 12. dass ich sie hier gar nicht alle aufzählen kann. Kurz – ichfeierte das Leben. Ich wuchs über mich selbst hinaus, undmeine Wertvorstellungen änderten sich. Während dieserzwei Jahre erwarb ich gewissermaßen einen Doktortitelder Freizeit (den mir bisher noch keine Universitätverliehen hat). Nach zwei Jahren vollkommener Muße beschloss ich,nie wieder in den Monaten ohne »r« zu arbeiten. Mai,Juni, Juli und August scheinen mir wie geschaffen fürFreizeit und Müßiggang. Weil ich meine freie Zeit so sehrgenieße, habe ich es seit mehr als zehn Jahren erfolgreichvermieden, einen Ganztagsjob anzunehmen. Seit ich EndeZwanzig war, bin ich praktisch immer wieder imzeitweiligen Ruhestand oder Fast-Ruhestand. Im Lauf der Jahre bin ich oft gefragt worden, was ichmit so viel Freizeit anfange, ohne mich zu langweilen.Allmählich kam ich dahinter, dass es vielen Menschenschwer fällt, ihre freie Zeit befriedigend auszufüllen. Mirfiel auf, dass es noch kaum Literatur über den sinnvollenUmgang mit Freizeit gab. Damals entstand die Idee zudiesem Buch. Da ich glaube, dass jeder seine freie Zeit mitschöpferischen und anregenden Aktivitäten ausfüllenkann, schien mir eine Anleitung zum Genuss der Mußeeine nützliche Sache zu sein. Dieses Buch besteht zum Teil aus meinen eigenenGedanken und Erfahrungen. Um eine umfassenderePerspektive zu erhalten, greife ich aber auch aufGeschichten, Erfahrungen und Bemühungen andererzurück. In diesem Buch geht es darum, wie man einerfolgreicher Müßiggänger wird, wie es einem gelingt, einmüheloses Leben zu führen. Es wird Sie allerdingsüberraschen, dass dies zunächst ein wenig Mühe kostet.Eine sinnvolle Freizeitgestaltung fällt einem nicht einfach 12
  13. 13. in den Schoß. Man muss bestimmte Prinzipienberücksichtigen, auf denen dieses Buch basiert. Erfolg ist Glückssache – verkrachte Existenzen können das bestätigen. Ein unbekannter kluger MenschWenn Sie diese Grundsätze beherzigen, werden sich neueWege auftun, und Sie werden wunderbare undbefriedigende Erfahrungen machen, die Ihnen Ihr Jobnicht bieten kann. Sie werden wie ich behaupten können,dass Sie auf mühelosere Weise glücklicher sind. Wenn Sie Ihre Lebensqualität verbessern und Ihr Lebeninteressanter gestalten wollen, wird dieses Buch einwertvoller Gewinn für Sie sein. Ich bin sicher, dass es eineunterhaltsame und anregende Lektüre sein wird, die Sie zueinem spannenden und lohnenden, (fast) mühelosen Lebenverführt. Ernie J. Zelinski 13
  14. 14. BERUFSWUNSCH: MÜßIGGÄNGER 14
  15. 15. Faulheit lohnt sichAm zweiten Tag seines Aufenthalts in einer großen Stadtbegegnete einmal ein wohlhabender und etwasexzentrischer Reisender einer Gruppe von sechs Bettlern,die er schon tags zuvor beim Geldschnorren beobachtethatte. Die Bettler hatten sich alle in der Sonneausgestreckt, offensichtlich um sich von ihrenBerufspflichten auszuruhen. Sie blickten auf, als derReisende sich ihnen näherte. Es klingt paradox, ist aber nichtsdestoweniger wahr: je näher der Mensch seinem Ziel kommt, ein Leben in Bequemlichkeit und Überfluss zu führen, umso mehr entzieht er einem sinnerfüllten Dasein den Boden. Franz AlexanderDieser wollte sich einen Spaß gönnen und versprachdemjenigen Bettler einen Tausenddollarschein, derbeweisen könne, dass er der Faulste sei. In der Hoffnung,das Geld zu gewinnen, sprangen fünf von ihnen auf, um andem Wettkampf teilzunehmen. Jeder gab sich nun diegrößte Mühe, auf die unterschiedlichste Weise – indem erzum Beispiel im Sitzen die Touristen anbettelte – zuzeigen, dass er noch fauler war als seine Kollegen. Eine Stunde lang sah der Reisende den Bettlern amüsiertzu, dann vergab er den Tausenddollarschein. Er entschiedsich für den sechsten Bettler, der nicht an demWettbewerb teilgenommen hatte und eindeutig der Faulstegewesen war. Er war auf dem Gras liegen geblieben, hatte 15
  16. 16. weiter die Zeitung gelesen und sich die Sonne auf denBauch scheinen lassen. Und die Moral von der Geschichte? Wenn es dieUmstände erfordern, kann es lohnender sein, sich derMuße hinzugeben als zu arbeiten. In diesem Buch geht es um die vielfältigen Freuden, diees außerhalb der Arbeitswelt gibt. Einem Ruheständlerzeigt es, was er alles mit seiner vielen freien Zeit anfangenkann, einem Arbeitslosen, wie er die Zeit bis zumnächsten Job genießen kann, und einem Berufstätigen, wieer von seiner begrenzten Freizeit profitieren kann. In diesem Buch dreht sich mit anderen Worten alles umdie Frage, wie man, unabhängig von der jeweiligenSituation, der Freizeit mehr Befriedigung und Freudeabgewinnen kann. Herzlich willkommen in der Welt derFreizeit. 16
  17. 17. Freizeit – das Gegenteil von Arbeit, aber nicht ganzWas versteht man eigentlich unter Freizeit? Eine interes-sante Frage, die gar nicht so einfach zu beantworten ist. Ineinem meiner Seminare kamen wir nach heftigen Diskus-sionen zu folgendem Schluss: »Freizeit ist die Zeit, dieübrig bleibt, wenn man das Lebensnotwendige getan hat.«Das führt natürlich gleich zur nächsten Frage: Wasversteht man unter »lebensnotwendig«? Essen ist zumBeispiel eine Notwendigkeit, aber ein gemütliches Abend-essen in einem Restaurant ist ein Vergnügen. Der Genussausgedehnter lukullischer Mahlzeiten gehört zu meinenLieblingsbeschäftigungen in der Freizeit. Für andere istessen dagegen eine notwendige und lästige Angelegenheit. Und was meint das Wörterbuch dazu? »Freizeit ist dieZeit, in der man nicht arbeitet, die der Erholung undUnterhaltung dient und in der man tun und lassen kann,was man will.« Wohin gehört also das Essen? Ist essenArbeit? Oder Freizeit? Oder etwas ganz anderes?Überlassen wir den Philosophen die Entscheidung, obessen Freizeit oder ob Freizeit essen ist, und wenden wiruns wieder diesem Buch zu, in dem es nicht um eineallgemein gültige Definition von Freizeit gehen soll,sondern darum, dass jeder für sich selbst entscheidenmuss, was Freizeit für ihn bedeutet – und das kann sehrunterschiedlich sein. Trotzdem könnte man ungefährFolgendes sagen: Freizeit ist die Zeit, die man nicht amArbeitsplatz verbringt und in der man macht, was manwill. Und auch das tut, was man sich vorgenommen hat!Das ist leichter gesagt als getan, denn Wollen und Tunsind zwei verschiedene Paar Stiefel. Es geht also um ein 17
  18. 18. kurioses Paradox: Freizeit hat etwas damit zu tun, dassman nicht arbeitet; wenn sie befriedigend ausfallen soll,muss man aber hart daran arbeiten. Freizeit ist also nichtganz das Gegenteil von Arbeit, sondern nur fast. 18
  19. 19. Der Traum von Freizeit, Ruhestand und LotteriegewinnOb wir wollen oder nicht, früher oder später steht jedervor der Frage, wie er seine Freizeit sinnvoll nutzen undgenießen kann. Und zweifellos wird unsere Lebensqualitätauch davon bestimmt, wie wir mit unserer freien Zeitumgehen. Da Freizeit einst sehr rar war, galt sie jahrhundertelangals Luxus. Erst seit kurzem gibt es sie in einem solchenÜberfluss, dass sich viele Menschen auf einenjahrzehntelangen Ruhestand einstellen können. Unbegrenzte Freizeit ist für viele der WunschtraumNummer eins. Jeder möchte sich ein möglichst großesStück vom Freizeitkuchen abschneiden. Manche träumensogar von der totalen Freizeit, um endlich nicht mehrarbeiten zu müssen. Sie sind häufig aber gar nicht in derLage, mit so viel freier Zeit umzugehen. AusgedehnteFreizeit belastet sie eher, obwohl sie gesund und finanziellabgesichert sind und an vielen Aktivitäten Freude habenkönnten. Ach, im Angesicht des Todes erkennen zu müssen, dass man gar nicht gelebt hat! Henry David ThoreauEs ist eine Illusion, zu glauben, dass die Freizeitgestaltungunproblematisch ist. Verschiedene Untersuchungenbelegen, dass es offenbar sehr vielen Menschen schwerfällt, mit freier Zeit sinnvoll umzugehen. Eine 19
  20. 20. Untersuchung des amerikanischenWirtschaftsministeriums hat ergeben, dass nur 58 Prozentder Bevölkerung mit ihrer Freizeitgestaltung einigermaßenzufrieden sind. 42 Prozent könnten also Hilfe bei derAufwertung ihrer Freizeit gebrauchen. Auch wereinigermaßen zufrieden ist, freut sich vielleicht nicht sosehr über seine freie Zeit, wie er sich das eigentlichwünschen würde. Auch in solchen Fällen könnte einbisschen Nachhilfe nicht schaden. Im Allgemeinen verbringen wir den größten Teil unseresErwachsenenlebens mit Arbeit. Wenn man die Zeit miteinberechnet, die man braucht, um sich für die Arbeitfertig zu machen, sowie den Weg zur Arbeit, dieGespräche, die sich um den Job drehen, und die Sorgen,die man sich um den Arbeitsplatz macht, denkt manwährend seines Arbeitslebens mehr über die Arbeit nachals über alles andere. Wenn wir uns Gedanken über die Arbeit machen,träumen wir auch gerne davon, wie schön es mal ohneArbeit sein wird. Als ich noch als Ingenieur beschäftigtwar, fand ich es einigermaßen befremdlich, wenn sich diejungen Ingenieure und Techniker schon mit Ende Zwanzigausgiebig über die Rente und den Ruhestand unterhielten.Offen gesagt war ich mit Ende Zwanzig an anderenThemen interessiert. Die Gesellschaft will uns weismachen, dass Ruhestandund Glück ein und dasselbe sind. Den Ruhestand verstehtman als die endgültige Erlösung von den Belastungen, dieder Beruf mit sich bringt. Er soll ein mit lauterangenehmen und lohnenden Aktivitäten ausgefülltesLeben bringen. Bis vor ein paar Jahren ließ ich mich wie die meistenMenschen meiner Generation von dieser gesellschaft-lichen Programmierung leiten. Ich glaubte, dass mehr 20
  21. 21. Freizeit das Ziel sei, das alle erwartungsvoll vor Augenhaben und mit Erreichen des Ruhestands auch genießen.Jetzt weiß ich, dass es häufig nicht so ist. Der Beginn desRuhestands kann nämlich eine Tragödie sein. VieleMenschen fühlen sich nutzlos und haben nichts mehr zutun. Tod oder Senilität sind in den ersten zwei Jahren desRuhestands nicht ungewöhnlich; auch Selbstmord ist nichtausgeschlossen. Tatsächlich ist die Suizidrateamerikanischer Männer während des Ruhestands viermalhöher als in allen anderen Lebensabschnitten. Auf dieser Erde gibt es nur zwei Tragödien: die unerfüllten Wünsche und die erfüllten Wünsche. Oscar WildeEin größerer Lotteriegewinn gilt allgemein als Ereignis,durch das sich das Leben auf ungeahnte Höhen schwingt.Als Millionär erhofft man sich endlich die Erfüllung allerTräume. Doch die Wirklichkeit scheint anders auszusehen.Ein Lotteriegewinner aus New York bereut es, seinen Jobaufgegeben zu haben: »Ich vermisse meinen Job alsFernfahrer. Am schlimmsten ist, dass mir niemand mehrsagt, was ich tun soll.« Diesen Fall schildern Jerry und Rena Dictor LeBlanc ineiner Studie über Menschen, die ganz plötzlich reichgeworden sind. Die LeBlancs stellten fest, dass manche Menschen mitunbegrenzter Freizeit durchaus nicht glücklich sind. Nacheiner jahrelangen, vom Arbeitgeber vorgegebenenRoutine, ist es für sie häufig problematisch, mit einemunstrukturierten Tagesablauf umzugehen. MancherLottogewinner bleibt berufstätig, auch wenn Kollegen undBekannte ihn aufziehen, weil er arbeitet, ohne auf das 21
  22. 22. Geld angewiesen zu sein. Eine Untersuchung eines bekannten amerikanischenUnternehmens ergab, dass mehr als die Hälfte allerArbeitnehmer, die in eine Vorruhestandsregelungeingewilligt hatten, froh waren, als sie nach drei Monatenwieder an ihren Arbeitsplatz zurückkehren durften. DerRuhestand war doch nicht das, was sie sich davon erhoffthatten. Ein Leben, das nur noch aus Freizeit bestand,machte keinen großen Spaß. Trotz aller Nachteile war dieArbeit insgesamt doch nicht so übel gewesen. 22
  23. 23. Die zwei Seiten des MüßiggangsVielen Menschen fällt es schwer, Dinge mit Muße zu tun.Unvorbereitet viel freie Zeit zu haben, kann Ängsteauslösen, wenn man nicht rechtzeitig gelernt hat, Freude inFreizeitaktivitäten zu haben. Wenn man bis zum Zeitpunktder Pensionierung keine Liebe zur Muße entwickelt hat,wird der Traum vom Müßiggang schnell zum Alptraumund endet mit einem bösen Erwachen Hier die häufigstenProbleme, die man mit der Freizeit haben kann: Man langweilt sich alleine und mit anderen. Die Freizeitaktivitäten füllen einen nicht richtig aus. Man fühlt sich einsam. Man hat Ärger mit der besseren Hälfte, weil man sich zu nah auf der Pelle sitzt. Man hat zu wenig zu tun. Man hat viel zu tun, aber keine Zeit. Man ist unschlüssig, was man machen soll. Die eigenen finanziellen Mittel sind bescheiden, aber man hat Ansprüche wie ein Millionär. Man verfügt über ausreichende finanzielle Mittel, traut sich aber nicht, das Geld auszugeben. Man hat Schuldgefühle, wenn man gute Laune hat und sich etwas gönnt. Man hat nur Spaß an Dingen, die verboten, unmoralisch oder unvernünftig sind. 23
  24. 24. Wenn dem Menschen auch nur die Hälfte seiner Wünsche erfüllt würden, würden sich seine Sorgen verdoppeln. Benjamin FranklinDie anderen Aspekte, die viel Freizeit mit sich bringenkann, sind weitaus erfreulicher. Unbegrenzte freie Zeit zuhaben kann eine große Lebenschance sein. MancheMenschen schaffen es mühelos, sich an ein Leben vollerMuße zu gewöhnen und finden es sogar befriedigender,als sie es sich vorgestellt hatten. Sie sind aktiver als jezuvor; jeder Tag ist ein neues Abenteuer. Sie können sichschließlich nichts Schöneres mehr vorstellen als ein Lebenvoller Freizeit. Sinnvoll genutzte Freizeit trägt zu einemLeben bei, von dem manche Menschen auf dieser Erde nurträumen können. Mehr Freizeit kann Folgendes bedeuten: Eine höhere Lebensqualität Die Entfaltung der Persönlichkeit Bessere Gesundheit Mehr Selbstachtung Weniger Stress und mehr Entspannung Befriedigung durch anregende Aktivitäten Spannende Abenteuer Mehr Ausgeglichenheit für Berufstätige Mehr Selbstbewusstsein, auch wenn man arbeitslos ist Eine Verbesserung des FamilienklimasDer Unterschied zwischen Erfolg und Misserfolg istmanchmal nur gering. Nachdem wir uns nun mit den 24
  25. 25. problematischen und den bereichernden Aspekten derFreizeit befasst haben, wollen wir einen Blick daraufwerfen, wie man ihr möglichst viel Positives abgewinnt. Die folgende Übung ist die erste einer Reihe vonÜbungen, denen Sie in diesem Buch begegnen werden.Wenn Sie sich Zeit für diese Übungen nehmen, wird derNutzeffekt dieses Buches für Sie umso größer sein. Womehrere Antworten zur Auswahl stehen, können Sieeigene Antworten einsetzen, wenn Ihnen die anderen nichtgefallen.Übung 1Welche der folgenden Dinge sind unverzichtbar, damitman seine Freizeit genießen kann? Eine ausgezeichnete Gesundheit Dass man in einer tollen Stadt wohnt Ein großer Bekanntenkreis Eine sympathische Persönlichkeit Ein Wohnmobil zu besitzen Reiselust Sportlichkeit Blendendes Aussehen Eine Superkondition Finanzielle Unabhängigkeit Ein mildes Klima Tolle Eltern Eine glückliche Ehe oder Partnerschaft Viele Hobbys 25
  26. 26. Bevor wir uns nun damit befassen, was wirklichwesentlich ist, wenden wir uns zur Veranschaulichungzwei Menschen zu, die mit ihrer freien Zeit nichtzurechtkommen. 26
  27. 27. Müßiggänger – ein aufreibender BerufNeulich unterhielt ich mich im Tennisclub mit meinemTennispartner Delton; er ist 67 Jahre alt und finanziellunabhängig. Delton hat gerne für seine Firma gearbeitet,aber es hat ihn immer gestört, dass der Ruhestand mit 65verbindlich war. Die Leute vergeuden mehr Zeit damit, auf jemanden zu warten, der ihr Leben in die Hand nimmt, als mit jeder anderen Beschäftigung. Gloria SteinernAls er dann Rentner wurde, wusste er nicht, was er mitseiner Zeit anfangen sollte. Nach zwei Jahren imRuhestand war Delton dann heilfroh, als er wiederhalbtags für seine Firma arbeiten durfte. Mit seinerFreizeit kann er nicht viel anfangen (außer, wenn er michim Tennis schlägt). Delton vertraute mir sogar an, dass ersich früher nie auf die Wochenenden freute, weil er nichtwusste, was er an diesen freien Tagen machen sollte. Rieh, auch ein Mitglied meines Tennisclubs, hatebenfalls Probleme mit der Freizeit. Im Unterschied zuDelton hat Rieh seine Pensionierung herbeigesehnt. Wieviele Einwohner von Edmonton träumte Rieh davon, andie Westküste zu ziehen und dort sein arbeitsfreies Lebenin vollen Zügen zu genießen. Rieh konnte seinen Traumschon mit 44 Jahren verwirklichen. Er hatte seit seinem19. Lebensjahr bei der Polizei gearbeitet, so dass er nachnur 25 Jahren mit einer anständigen Pension in den 27
  28. 28. Ruhestand gehen konnte. Nachdem Rieh an die Westküste gezogen war, stellte erfest, dass er nicht viel Talent zum Müßiggang hatte. Erkam mit so viel Freizeit überhaupt nicht zurecht. Alsogründete er eine Firma. Als er bei dieser Unternehmungsein letztes Hemd verloren hatte (was zu verschmerzen ist,weil man an der Westküste kein Hemd braucht), versuchteer es mit diesem und jenem, einschließlich der zeit-weiligen Rückkehr in seinen Beruf. Rieh weiß immer nochnicht so recht, was er mit seinem Ruhestand anfangen soll.Schade, denn er ist in einer Situation, um die ihn vielebeneiden. 28
  29. 29. Das Geheimnis des MüßiggangsAn seiner Freizeit kann man unabhängig von Alter,Geschlecht, Beruf oder Einkommen Freude haben. Ichkann das sagen, weil ich persönlich erfahren habe, dass ichohne Arbeit genauso glücklich, wenn nicht sogarglücklicher bin. Und was ich kann, können andere auch.Ich habe über die Hälfte meines Erwachsenenlebens ohneJob verbracht und weiß aus eigener Erfahrung, wie manohne Arbeit glänzend zurechtkommt. Mir gelingt esdeshalb so gut, weil ich mich auf das konzentriere, wasmir in meiner Freizeit wirklich Freude macht, und es dannauch wirklich tue. Ich bin nicht mit mehr Begabungen oder Talentengesegnet als andere auch. Jeder kann seine Freizeit invollen Zügen genießen, man muss seine Talente nurrichtig erkennen und sinnvoll einsetzen. Warum schaffen es nun die einen, den Müßiggang zugenießen, und die anderen nicht? Kommen wir noch einmal auf die Übung 1 auf Seite 23zurück. Wenn Sie auf der Liste irgendetwas angekreuzthaben, sind Sie noch nicht auf dem richtigen Weg. Nichtsvon dem, was ich in der Liste aufgeführt habe, istnotwendig, um ein Müßiggänger zu werden und ohneArbeit glücklich zu sein. Jeder Punkt kann ein zusätzlicherVorteil sein, aber keiner ist notwendig. Ich möchtebetonen, dass auch die finanzielle Unabhängigkeit nicht zuden Notwendigkeiten gehört. Delton und Rieh stehenbeide finanziell blendend da und sind doch unglücklichmit ihrer freien Zeit. In einem späteren Kapitel werden wiruns mit der Rolle, die das Geld in diesem Zusammenhangspielt, näher befassen. Der eine oder andere wird vielleicht 29
  30. 30. der Meinung sein, dass eine gute Gesundheit unbedingtnötig ist. Gesund zu sein ist ein wichtiger Faktor, aber esgibt Menschen, die trotz angeschlagener Gesundheit ihreFreizeit und das Leben ganz allgemein genießen. Man ist in der Lage, etwas zu tun, weil man glaubt, dazu in der Lage zu sein. VergilWas ist also wirklich wichtig? Ein Müßiggänger hat ganzeinfach die richtige Lebenseinstellung. Ohne diesegesunde Einstellung gibt es weder Freude noch Erfolg imLeben, und wenn Sie sie noch nicht haben, müssen Siesich die Mühe machen und sie entwickeln. Dieses Buchbefasst sich vor allem damit, wie man diese gesundeEinstellung zum Leben und zur Muße bekommen und sichbewahren kann. 30
  31. 31. AUGEN AUF UND DURCH! 31
  32. 32. Öfter mal was NeuesEs entsteht ein ganz neues Lebensgefühl, wenn man denBlickwinkel, aus dem man seine Lebensumstände sieht,verändert. Zwei Menschen können mit der gleichenSituation konfrontiert sein, zum Beispiel mit einerEntlassung, und doch kann der eine sie als Segen und derandere als Fluch empfinden. Ob man den Blickwinkel, ausdem man eine Situation sieht, verändern kann, hängtdavon ab, wie weit man in der Lage ist, seine Einstellungzu hinterfragen und flexibel zu denken. Kaum jemand beschäftigt sich ernstlich mit der Frage,warum er so denkt, wie er denkt. Wenn wir unser Denkenhinterfragen, ebnen wir den Weg für neue Perspektivenund neue Werte, die veraltete Ansichten ersetzen. Werseine Ansichten über die Arbeit und ihre Vorteile in Fragestellt, ist besser in der Lage, eine gesunde Einstellung zurFreizeit zu entwickeln. Wer seine Ansichten nie in Fragestellt, muss mindestens zwei Dinge befürchten: Man entwickelt festgefahrene Denkstrukturen, die den Blick auf Alternativen verstellen. Man übernimmt vielleicht Wertmaßstäbe, die zu einer bestimmten Zeit sinnvoll waren. Doch die Zeiten ändern sich und mit ihr die Werte. Trotzdem legt man Maßstäbe an, die längst veraltet und nicht mehr angemessen sind. 32
  33. 33. Was Hänschen nicht lernt … kann Hans immer noch lernenMalen Sie einen schwarzen Punkt (wie oben) auf eineweiße Tafel und fragen Sie eine Gruppe Erwachsener, wassie sehen. Die meisten werden sagen, sie sehen nichtsweiter als einen schwarzen Punkt. Zeigen Sie diesen Punkteiner Grundschulklasse, und Sie werden verblüffende undbezaubernde Antworten wie diese hören: Die Dunkelheit hinter einem runden Fenster Einen zusammengerollten schwarzen Bären Eine Radkappe Ein Pferdeauge Eine schwarze Murmel Das Innere einer Pfeife Einen SchokoladenkeksWir kommen alle mit einem ausgeprägten Vorstellungs-vermögen auf die Welt. Beim Kind sind Erfindungs-reichtum und Fantasie besonders gut entwickelt. Da einKind alles um sich herum wahrnimmt, verfügt es über eineunbegrenzte Lebensfreude. Irgendwann im Laufe der Kindheit gehen den meistenMenschen diese Fähigkeiten verloren. Die Gesellschaft, 33
  34. 34. die Schule und unsere Eltern beeinflussen uns mit ihrerSichtweise. Wir werden darauf konditioniert, nachAnerkennung zu streben. Um gesellschaftlich akzeptiertzu werden, hören wir auf zu fragen. Wir sind geistig nichtmehr so flexibel, und unsere Wahrnehmungsfähigkeitnimmt ab. Die Folge ist, dass wir nur noch in bestimmen Bahnendenken. Wir ändern nur ungern unsere Anschauungen undÜberzeugungen, was eine falsche, unvollständige oderunzeitgemäße Sicht der Dinge fördert. Diese verzerrteWahrnehmung steht unserer Kreativität und unsererLebensfreude im Wege. Die meisten Menschen denken nur ein- oder zweimal im Jahr nach. Ich bin damit weltberühmt geworden, dass ich ein- oder zweimal in der Woche nachdenke. George Bernard ShawKreativität geht Hand in Hand mit einer positivenLebenseinstellung. In jedem Bereich sind kreativeMenschen langfristig gesehen am erfolgreichsten. Sieerkennen Chancen, wo andere nur unüberwindlicheProbleme sehen. Wissenschaftliche Untersuchungen haben ergeben, dassder Hauptunterschied zwischen kreativen und wenigerkreativen Menschen im Wesentlichen darin besteht, dasskreative Menschen sich selbst für kreativ halten. Dieweniger Kreativen denken in festgefahrenen Bahnen undtrauen sich Kreativität nicht zu. Eine positive Lebenseinstellung setzt die Erkenntnisvoraus, dass wir unsere Ansichten immer wieder hinter- 34
  35. 35. fragen müssen,, um nicht der Selbsttäuschung zu erliegen.Wer sich nicht angewöhnt, die eigenen Überzeugungengenauer zu prüfen, läuft Gefahr, sich ein falsches Bild vonder Wirklichkeit zu machen. Das kann gravierende Folgenhaben, die von Enttäuschungen über Depressionen bis hinzu Psychosen reichen. Viele freunden sich nur ungern mit dem Gedanken an,dass ihr eigenes Verhalten und ihre Ansichten an ihremMisserfolg schuld sein könnten. Sie haben Angst, dass ihreAusreden, warum sie im Spiel des Lebens nicht zu denGewinnern gehören, nicht mehr gelten. Ich habe dieBeobachtung gemacht, dass die Menschen, die sich amheftigsten gegen Veränderungen und die Vorstellungwehren, dass ihre Auffassungen falsch sein könnten,besonders gut daran täten, eine kreative Denkweise zuentwickeln, um mehr Erfüllung in ihrem Leben zu finden. Hans kann immer noch lernen, was Hänschen nichtgelernt hat, wenn er nur lernen will. Keiner kann uns daranhindern, unser Verhalten zu ändern, außer wir selbst. Fürgewöhnlich wird das Alter vorgeschoben. Der uralteVorwand, man sei zu alt, um etwas zu ändern, wird immervon denen vorgeschoben, die schon in jungen Jahrenfestgefahren waren. Mit anderen Worten, die ablehnende Haltung gegenüberVeränderungen – nicht das Alter – gerät mit der Fähigkeitzur Veränderung in Konflikt. Das Alter ist für einenunvoreingenommenen und fantasievollen Erwachsenenkein Hinderungsgrund, neue Wertmaßstäbe undVerhaltensweisen zu entwickeln. 35
  36. 36. Unter den Blinden ist der Einäugige KönigÜbung 2Ein erfolgreicher, aber unglücklicher amerikanischerUnternehmer hatte ein beträchtliches Vermögenangehäuft. Er beschloss, sich zur Ruhe zu setzen und dasLeben zu genießen; er merkte aber bald, dass ihn auch dasnicht glücklich machte. Weil sein Leben so leer war, machte er sich auf dieSuche nach einem Zen-Meister, der die dreientscheidenden Geheimnisse kannte, die zu einemerfüllten Leben führen. Er suchte fast zwei Jahre lang, biser diesen Meister schließlich auf einem entlegenenBerggipfel fand. Du sagst: »Das Leben ist ein Scherz!« Ist das etwa die ganze Erleuchtung? 36
  37. 37. Der Zen-Meister enthüllte bereitwillig die dreiGeheimnisse, durch die ein glückliches und erfülltesLeben zu erlangen ist. Der Unternehmer war überrascht. Wie lauteten die drei Geheimnisse? 1.___________________________ 2.___________________________ 3.___________________________Der Schlüssel zu mehr Lebensfreude ist geistigeBeweglichkeit. »Unter den Blinden ist der EinäugigeKönig«, sagt ein altes Sprichwort. Wer flexibel ist, siehtDinge in der Welt, die andere nicht sehen. Doch zurück zu unserer Übung: Haben Sie die dreiGeheimnisse für ein erfülltes Leben herausgefunden? DemZen-Meister zufolge lauten sie: 1. Sei wach und aufmerksam! 2. Sei wach und aufmerksam! 3. Sei wach und aufmerksam! Das Verborgene entdecken wir irgendwann. Das vollkommen Selbstverständliche zu entdecken dauert länger. Edward R. MurrowKreative Menschen beobachten die Welt um sich herumsehr aufmerksam und entdecken immer wieder neueLebenschancen. 37
  38. 38. Unkreative Menschen laufen mit Scheuklappen durchsLeben und erkennen ihre Chancen daher nicht. Also – Augen auf, wenn Sie sich nach einem erfülltenLeben sehnen! Der Weg zu einer positiven Lebensein-stellung führt über die Fähigkeit, die Aufmerksamkeit unddas Bewusstsein auf Neues zu konzentrieren und Alt-bekanntes aus einem neuen Blickwinkel zu betrachten. Fürunbewegliche Menschen ist es eine beträchtliche An-strengung, es erfordert Mut, festgefahrene Vorstellungenzu ändern und das Leben und die freie Zeit auf neue Art zuerleben. Jetzt werden Sie vielleicht sagen, dass einem doch schonder gesunde Menschenverstand sagt, wie man seineFreizeit genießen und sinnvoll gestalten kann. Da habenSie vollkommen Recht. Warum schreibe ich dann aber einganzes Buch darüber? Weil manche Menschen es sichgerne kompliziert machen, obwohl es auch einfach geht. 38
  39. 39. Aufgepasst!Jeder ist bis zu einem gewissen Grad unaufmerksam.Unsere vorgefassten Meinungen beeinflussen unsereWahrnehmung, so dass uns vieles entgeht. Machen Sie die vier Übungen auf den folgenden Seiten,um Ihre Wahrnehmungsfähigkeit zu testen. Entgeht Ihnenwirklich nichts? Nehmen Sie sich für die Übungen einwenig Zeit.Übung 3Sehen Sie sich die folgenden beiden Kästen an und fahrenSie dann mit den anderen Übungen fort.Übung 4Finden Sie in diesem Vexierbild die Anzahl der Dreieckeheraus. 39
  40. 40. Übung 5Die folgende Gleichung ist aus Streichhölzern gelegt. Sieist falsch. Verschieben Sie nur ein Streichholz, damit dieGleichung korrekt wird.Übung 6Obwohl ich eigentlich ein Elektroingenieur bin, wollte ichauch einmal etwas Mechanisches entwerfen. Dies hier istdie Skizze eines neuen Tandems, das ich erfunden habe,um meinen Mitmenschen die Freizeit zu verschönern.(Beeindruckend, nicht?) Prüfen Sie, welche Vorteile dieseneue Tandem-Konstruktion hat. 40
  41. 41. Der richtige DurchblickWenn Sie sich die zwei Kästen bei der dritten Übunggenau angesehen haben, müssten Sie Folgendes gelesenhaben: Der Spatz in der der Hand ist besser als die Taube aufdem Dach. Wenn Sie das doppelte »der« nicht gesehen haben, zeigtdas, dass Sie nicht alles sehen, was zu sehen ist. Ebensokönnten Sie manche Lösung übersehen, wenn es um IhreLebensprobleme geht. Manche Menschen sehen die Dinge, wie sie sind, und fragen: »Warum?« Ich sehe die Dinge, wie sie niemals waren, und frage: »Warum nicht?« George Bernard ShawBei Übung 4 entdeckt kaum jemand mehr als 25 Dreiecke.Haben Sie alle gesehen? Es sind 35. Bei der fünften habenSie vielleicht ein oder zwei Lösungen gefunden? Wenn ja– großartig! Weniger großartig ist es allerdings, wenn Siees dabei bewenden ließen. Ich kenne über 20 Lösungen fürdiese Aufgabe, die jeder herausfinden kann, wenn er sichetwas Zeit dafür nimmt. Wenn Ihnen immer nur eineLösung für Ihre Probleme einfällt, lassen Sie sich dieChance entgehen, aufregendere oder bessere Lösungen zuentwickeln. Was halten Sie von meinem Fahrrad in Übung 6? WennIhr Urteil absolut negativ ausfällt, haben Sie meinenEntwurf nicht genau genug geprüft. Wenn Ihnen nichtwenigstens ein paar positive und ein paar negative Punkte 41
  42. 42. eingefallen sind, haben Sie mein »ausgefallenes Design«vorschnell beurteilt und nicht lange genug darübernachgedacht. An positiven Aspekten hätte Ihnen einfallenkönnen, dass das hintere Rad als Ersatz dienen kann, wenndas vordere platt ist. Oder wie komfortabel es sich fährt,wenn man zwei Hinterreifen hat. Dieses Fahrrad istaußerdem einem konventionellen Modell überlegen, wennschwere Lasten transportiert werden müssen, und fürÜbergewichtige ist es geradezu ideal. Es könnte auch sein,dass die Leute es wegen seines neuen und andersartigenDesigns als Statussymbol haben wollen. In diesemEntwurf stecken also ungeahnte Möglichkeiten, die manalle in Erwägung ziehen muss, um zu einer richtigenBewertung zu kommen. Wer eigene Ideen oderVorschläge anderer bewertet, sollte immer erst alleVorteile und Nachteile abwägen, bevor er eineEntscheidung trifft. Eine genaue Wahrnehmung ist schon das halbe Leben:Was man nicht sieht, kann man auch nicht finden. Anhandder Übungen konnten Sie testen, wie aufmerksam Sie sind.Wenn Ihnen das eine oder andere entgangen ist, ist das fürSie vielleicht ein Anlass, in Zukunft mit offeneren Augendurchs Leben zu gehen. 42
  43. 43. Nur Narren und Tote ändern sich nichtDie Welt verändert sich heute so schnell wie nie zuvor.Wer dabei mithalten will, muss aufpassen, dass seineAnsichten, Vorstellungen und Wertmaßstäbe nichtverkrusten Wer flexibel ist, macht es sich im Lebenentschieden leichter. Für ihn bedeutet dieses Fahrrad Freizeit, für mich Arbeit.Manche Menschen trauen sich nicht, ihre Ansichten zuändern, weil sie es für ein Zeichen von Schwäche halten.Im Gegenteil, wer sich verändern kann, ist stark und hatden Willen, sich weiter zu entwickeln. Also strengen Siesich an, denn »nur Narren und Tote verändern sich nicht«,wie ein altes englisches Sprichwort sagt. Wer über seine gegenwärtigen Ansichten undÜberzeugungen hinausblickt, eröffnet sich ganz neueDimensionen im Leben. Wachen Sie auf und stellen Siealles in Frage, was Sie bisher geglaubt haben! Werfen Siealles über Bord, was unbrauchbar ist. Und gewöhnen Siesich gleichzeitig an, neue Werte und Verhaltensweisenanzunehmen und zu prüfen, ob sie etwas taugen. 43
  44. 44. Die Wiederbelebung der Kreativität Wenn wir gezwungen sind, entweder unsere Ansichten zu ändern oder zu beweisen, dass dies nicht nötig ist, machen sich die meisten sofort mit Feuereifer an den Beweis. John Kenneth CalbraithEinem Bericht der Zeitschrift ›Business Week‹ zufolgebesitzt ein Vierzigjähriger nur noch zwei Prozent derKreativität eines fünfjährigen Kindes. Offenbar erleidetunsere Fantasie unterwegs erheblich Schiffbruch, wennwir schon mit Vierzig über 90 Prozent unserer Kreativitäteingebüßt haben. Was ist passiert? Die größte Blockade für unsere Kreativität sind wirselbst – wenn wir uns von gesellschaftlichen Zwängenbeeinflussen und einengen lassen. Wir bauen auch vieleprivate Barrieren auf, die den Einsatz unserer Fantasieverhindern. Die Angst zu versagen bremst die Kreativitätebenso wie Bequemlichkeit und eine eingeschränkteWahrnehmung. Doch trotz aller dieser Hemmnisse hatjeder ein angeborenes kreatives Potenzial, das er nurwiederbeleben muss. 44
  45. 45. Die 17 Regeln der KreativitätUm Ihre Kreativität neu zu entdecken, müssen Siezunächst einmal die 17 Regeln der Kreativität beherzigen.Wenn Sie diese Kreativitätsprinzipien beruflich und privatanwenden, wird sich Ihr Leben, egal wie alt Sie sind undwas Sie beruflich machen, grundlegend verändern. Sagen Sie Ja zur Kreativität! Geben Sie sich nicht mit einer Lösung zufrieden! Schreiben Sie Ihre Ideen auf! Analysieren Sie Ihre Ideen! Setzen Sie sich Ziele! Betrachten Sie Probleme als Herausforderungen! Suchen Sie nach dem Nächstliegenden! Keine Angst vor dem Risiko! Wagen Sie es, sich von der Masse abzuheben! Seien Sie unvernünftig! Seien Sie fröhlich, und schlagen Sie auch mal über die Stränge! Reagieren Sie spontan! Genießen Sie den Augenblick! Denken Sie gegen den Strich! Stellen Sie Regeln und Annahmen in Frage! Urteilen Sie nicht vorschnell! Geben Sie nicht auf!Ob Sie nun auf fantasievolle Weise schreiben, malen odertanzen, sich einen anderen Heimweg ausdenken oder 45
  46. 46. andere Leute kennen lernen wollen – Sie brauchen dazukeine besondere Begabung, nur den Willen zur Fantasie. 46
  47. 47. Die Erde ist schon lange rund!Ob man in die faszinierende Welt eines mühelosen Lebenseintauchen kann, hängt davon ab, wie erfolgreich mangegen den Strom gesellschaftlicher Konventionengeschwommen ist. Jede Gesellschaft versucht ihrenMitgliedern moralische Werte aufzudrängen. DieGeschichte lehrt uns aber, dass diese Werte nicht seltendem Einzelnen oder der Gesellschaft im Ganzen schaden.Beachten Sie bitte, dass ich gesagt habe, die Gesellschaftversucht es; sie ist aber nicht immer erfolgreich. Nichtjeder unterwirft sich den gesellschaftlichen Konventionen.Es gibt auch kritische Menschen, die sich nicht vongesellschaftlichen Wunschvorstellungen beeinflussenlassen, wenn diese ihnen suspekt erscheinen. Das sinddann diejenigen, die unsere gesellschaftliche Entwicklungvorantreiben. Noch vor ein paar Jahrhunderten glaubten die meistenMenschen, die Erde sei eine flache Scheibe, obwohl dasGegenteil schon längst bewiesen war. Sie konnten sichvon dieser Vorstellung lange nicht lösen. An veralteten Anschauungen festzuhalten ist heutzutagegenauso üblich wie vor einigen Jahrhunderten. Die Men-schen klammern sich an ihre gewohnten Vorstellungenund geben nur ungern zu, dass sie falsch waren; dadurchkönnte ja ihr Ego angekratzt werden. Anstatt eine neueund ungewohnte Sichtweise zu übernehmen, hält manlieber am Althergebrachten fest. Die heutige Gesellschaft hält sich, wie fast allebisherigen Gesellschaften, für äußerst fortschrittlich; eshat sich aber kaum etwas verändert, denn auch heute nochgibt es viele Menschen, die am liebsten an überholten 47
  48. 48. Vorstellungen festhalten. Gerade was Beruf und Freizeitbetrifft, sind so manche gesellschaftlichen Werte nichtmehr zeitgemäß. Zukünftige Gesellschaften werden unsereheutigen Ansichten in Bezug auf Arbeit und Freizeitvielleicht als ebenso primitiv empfinden, wie wir dieVorstellung, die Welt sei eine Scheibe. 48
  49. 49. ARBEITSMORAL IST SKLAVENMORAL 49
  50. 50. Arbeiten oder nicht? Das Niveau einer Kultur lässt sich am besten an dem Niveau ihrer Freizeitkultur messen. Irwin EdmanWer mehr Freude an der Freizeit haben will, sollte sich alsErstes Gedanken über die Arbeit machen. Man muss sichdabei vor allem von ein paar veralteten Vorstellungen überdie Arbeit trennen. Unabhängig von der jeweiligenLebenssituation sollte man erkennen, dass sich dieLebensqualität durchaus verbessern kann, wenn man keineArbeit hat, sonst wird man an der zugewonnenen Freizeitkeine Freude haben.Übung 7Wie ich schon im vorigen Kapitel erwähnt habe, hängt eszum Teil davon ab, wie unvoreingenommen man ist, obman seine Freizeit genießen kann. Unterziehen Sie alsoIhre Ansichten über die Arbeit einer kritischen Prüfungund beantworten Sie folgende Fragen: Glauben Sie, dass harte Arbeit der Schlüssel zum Erfolg ist? Wenn ja, warum? Glauben Sie, dass eine Gesellschaft produktiv ist, wenn alle Menschen zwischen 16 und 65 Jahren, soweit sie dazu in der Lage sind, mindestens 40 Wochenstunden arbeiten? Sind Bettler eine Belastung für die Gesellschaft? 50
  51. 51. Es gibt keine richtigen und falschen Antworten auf dieseFragen. Ich will Sie nur dazu anregen, über IhreWertvorstellungen in Bezug auf Arbeit und Freizeitnachzudenken. Ich hoffe, dass die nächsten Seiten IhrDenken in etwas andere Bahnen lenken. 51
  52. 52. Der schlechte Einfluss der protestantischen ArbeitsmoralUnsere Arbeitsmoral ist kein alter traditioneller Wert. Diemeisten unserer Vorfahren hätten sie entschiedenabgelehnt. Wer ist also der Schuldige, der Arbeit undArbeitsmoral erfunden hat? Die Arbeitsmoral kam mit derindustriellen Revolution. Lange Arbeitszeiten entstandengleichzeitig mit den Fabriken. Von 1890 bis 1950reduzierte sich die wöchentliche Arbeitszeit von 60 auf 40Stunden. Seitdem ist sie relativ konstant geblieben. DieFolgen der Arbeitsmoral, die die industrielle Revolutionmit sich gebracht hat, wirken bis heute nach. Wer nur halbtags arbeitet, gilt nicht als vollwertigesMitglied der Gesellschaft. Obwohl es sich viele leistenkönnten, weniger zu arbeiten, nimmt kaum jemand dieseGelegenheit wahr, weil viele ein schlechtes Gewissenhaben, wenn sie weniger arbeiten. Werfen wir einen Blick zurück in die Geschichte, als dieArbeit noch in einem anderen Licht betrachtet wurde. Diealten Griechen empfanden es als vulgär, zu arbeiten.Arbeit um der Arbeit willen war etwas für Sklaven undverriet eine mangelnde Produktivität. Es gab nur einenGrund, zu arbeiten, nämlich um sich mehr Freizeit zuverschaffen. Sokrates behauptete, dass Menschen, diekörperlich arbeiten, schlechte Bürger und schlechteFreunde seien, denn sie hätten keine Zeit für den Dienst ander Gemeinschaft und für Freundschaften. Die altenGriechen und Römer überließen die körperliche Arbeitden unteren Klassen oder den Sklaven. Sie hatten nichteinmal ein Wort für das, was wir heute Arbeit nennen. Auch im übrigen Europa gab es lange keinen Begriff für 52
  53. 53. die Arbeit, wie wir sie heute kennen. Obwohl die Bauernim Mittelalter arm und unterdrückt waren, kannten siekeine endlosen Arbeitsstunden. Sie legten für jeden nochso unbedeutenden Heiligen einen Feiertag ein, so dass sichnach und nach die Arbeitstage verringerten und dieFeiertage vermehrten. Eine Zeit lang gab es 115 Feiertageim Jahr. Mit dem Aufkommen der Arbeitsmoralverschwanden alle diese Feiertage. Für die alten Griechen war Freizeit nicht nur eineArbeitspause; sie war ein Wert an sich. In der Freizeit warman sogar am produktivsten, was ja auch der Sinn derSache ist. Man konnte diese Zeit zum Nachdenken, Lernenund zur Weiterentwicklung seiner Persönlichkeit nutzen.Wenn man der Meinung ist, dass es nichts Großartigeresgibt, als an sich zu arbeiten und sich selbst zuverwirklichen, für den ist die Auffassung der altenGriechen absolut stimmig. Aber dann tauchte die protestantische Arbeitsmoral aufund machte diese vernünftige Einstellung zur Arbeitzunichte. Aus unerfindlichen Gründen drehte sich dieGesellschaft in die verkehrte Richtung und machte sich dieneue Moral zu eigen. Dieser Wandel kehrte die Rollen vonFreizeit und Arbeit um. Die Arbeit wurde zurproduktivsten Beschäftigung. Die Freizeit diente nur nochzur Erholung, um danach umso besser arbeiten zu können. Diese »moderne« Anschauung basiert auf einem Gefühlder Schuld. Schuldgefühle machen auf perfide Weise jedeFreude zunichte. Für manche Menschen stehen solchenegativen Gefühle derart im Vordergrund, dass sie ihnensogar den Urlaub verderben. Sie lassen sich durch ihreSchuldgefühle ihre freie Zeit vermiesen und kommennegativ gestimmt wieder nach Hause. 53
  54. 54. Kümmere dich nicht zu sehr um die Moral, du bringst dich sonst ums halbe Leben. Henry David ThoreauWir sind heute schon so weit, dass wir uns aus lauterRespekt vor der Arbeit damit brüsten, wie hart wirarbeiten, auch wenn der Job eintönig und langweilig undder finanzielle Gewinn bei Überstunden gleich Null ist.Viele Menschen sind zu Märtyrern geworden und habendie Chance zur Selbstverwirklichung gegen ein Sklaven-dasein eingetauscht. In erster Linie profitiert die Firmadavon, nicht sie selbst. Mit der Umkehrung der Rollen von Arbeit und Freizeitwurde die Arbeit zum einzigen Maßstab. In der modernenWelt hat die Freizeit einen viel geringeren Status als dieArbeit. Viele halten sie für Zeitverschwendung. OhneArbeit fühlen sich viele Menschen wertlos und verlierenihre Selbstachtung. Nicht selten beginnen sie zu trinkenoder werden ihrem Partner untreu. Die moderne Technologie in den westlichen Ländern hates ermöglicht, dass Freizeit nicht länger ein Privileg desAdels ist, sondern fast allen Menschen zur Verfügungsteht. Mit Sicherheit würden die fortschrittlichen Denkerdes alten Griechenlands die Welt nicht mehr verstehen,wenn sie wüssten, dass die Menschen heute mehr Freizeitdenn je haben, aber nicht wissen, was sie damit anfangensollen. Sie würden verständnislos den Kopfüber diejenigenschütteln, die unermüdlich arbeiten, ohne es finanziellnötig zu haben. Ich weiß nicht, was die Menschen dazu bewogen hat,den Wandel der Rollen von Arbeit und Freizeit und seineFolgen hinzunehmen. Aber so viel ist klar: Die altenGriechen wären nicht nur erstaunt, sondern entsetzt über 54
  55. 55. diese Entwicklung. Sie würden einen Großteil dermodernen Gesellschaft für verrückt oder für masochistischhalten. 55
  56. 56. Gehört die Arbeit zum guten Ton?Es ist vernünftig, einer unangenehmen Arbeit nachzu-gehen, wenn sie zum Überleben notwendig ist. Einerunangenehmen Arbeit nachzugehen, obwohl man genugGeld hat und es nicht tun müsste, ist dagegen irrational.Trotzdem plagen sich unendlich viele Leute mit einemlästigen Job, weil sie sich moralisch dazu verpflichtetfühlen. Den meisten ist dabei leider nicht klar, dass es vielenegative Konsequenzen haben kann, wenn man Arbeit füreine Tugend hält. Obwohl wir für unseren Lebensunterhaltarbeiten müssen, trägt die Arbeit weniger zu unseremWohlbefinden bei, als wir denken. Ich möchte gerne eins klarstellen: Ich sage nicht, dasswir uns auf die faule Haut legen sollen. Womöglichdenken Sie, ich leide an Ergophobie (Arbeitsscheu). Ganzim Gegenteil, meine selbstgewählte Arbeit befriedigt michaußerordentlich. Die Arbeit an diesem Buch ist nur einBeispiel dafür. Was ich sagen will, ist Folgendes: Arbeit nur um derArbeit willen ist unserem Glück und unserer Lebensfreudeabträglich. Das ist keineswegs etwas Neues. BertrandRussell hat schon 1932 behauptet, unsere Einstellung inBezug auf Arbeit und Freizeit sei nicht mehr zeitgemäßund trage zur gesellschaftlichen Misere bei. In seinemEssay ›Lob des Müßiggangs‹ schreibt er: »Arbeitsmoralist Sklavenmoral, und die moderne Welt hat keinen Bedarfan Sklaven.« Russells Essay ist heute noch genauso relevant wie vor60 Jahren. Obwohl sich die Welt dramatisch verändert hat,haben sich unsere Ansichten kaum gewandelt. Man trennt 56
  57. 57. sich nicht leicht von alten Werten und Überzeugungen. Besser gefaulenzt und gefeuert als nie gefaulenzt. James ThurberLassen Sie mich an einem Beispiel verdeutlichen, welchegrotesken Folgen es haben kann, wenn man an demGlauben festhält, dass harte Arbeit eine Tugend ist.Nehmen wir einmal an, dass zu irgendeinem Zeitpunkteine Anzahl von X Büroklammern auf der Welt benötigtwerden. Mit der gängigen Technologie braucht man eineZahl von Y Arbeitern, um diese Büroklammern herzu-stellen. Sie alle arbeiten zehn Stunden täglich, und jederwünscht ihnen mehr Freizeit. Angenommen, jemanderfindet eine neue Maschine zur Herstellung von Büro-klammern, für die nur noch die Hälfte an Arbeitskräftenbenötigt wird, um dieselbe Menge von Büroklammern zuproduzieren. Ginge es in der Welt vernünftig zu, wurdendie Arbeiter nur noch halb so lange arbeiten. Sie hättendann erheblich mehr Freizeit. In der Welt geht es aber nicht vernünftig zu. Weil jederglaubt, er sei verpflichtet, weiterhin zehn Stunden täglichzu arbeiten, arbeiten alle diese zehn Stunden ab, bis es zueiner Überproduktion von Büroklammern kommt. Darauf-hin wird die Hälfte der Arbeiter entlassen, womit nieman-dem gedient ist. Die Entlassenen haben zu viel Freizeitund zu wenig Geld, die verbliebenen Arbeiter sindüberarbeitet und haben zu wenig Freizeit. Anstatt alleglücklich zu machen, verursacht die unvermeidlicheZunahme der Freizeit nur Verdruss. Die Arbeitsmoral hatschließlich nur dazu beigetragen, die Unzufriedenheit zuvergrößern. Nur wenn unsere Moralvorstellungen mit der 57
  58. 58. Veränderung der Welt Schritt halten, können wir solchemisslichen Zustände vermeiden. 58
  59. 59. Das Gesetz des zunehmenden SchadensIn den westlichen Industrienationen, vor allem in denUSA, gilt harte Arbeit als Schlüssel zum Erfolg. Entgegender allgemeinen Ansicht, entspricht das aber selten derWirklichkeit. Aus unerfindlichen Gründen übersehendiejenigen, die harte Arbeit für eine Tugend halten, dieTatsache, dass Millionen von Menschen ihr Leben langschuften, nur um am Ende völlig ausgelaugt dazustehen.Das kann kaum ihr Traum gewesen sein. Nur weil uns ein gewisses Maß an Arbeit gut tut, folgtdaraus nicht automatisch, dass doppelt so viel Arbeitdoppelt gut tut. Ab einem gewissen Punkt greift dasGesetz des abnehmenden Ertragszuwachses: zusätzlicheArbeitsstunden bringen immer weniger. Und es geht bergab. Wir kommen schließlich an einenPunkt, an dem, wie ich es nenne, das »Gesetz deszunehmenden Schadens« wirkt. Jede zusätzliche Arbeitvermindert nun die Lebensfreude und führt zu denunerfreulichen Begleiterscheinungen seelischer undkörperlicher Erschöpfung. 59
  60. 60. Eine ganzes Volk spielt verrücktKönnen Sie sich das vorstellen? Ein ganzes Volk liebt dieArbeit über alles. Die Arbeitsmoral nimmt so Überhand,dass Fabrikarbeiter auf die ihnen zustehenden, ohnehinspärlichen sieben Tage Jahresurlaub zum Teil verzichtenund stattdessen bei ihren Maschinen bleiben und arbeiten. Die ganze Nation spielt verrückt. Geschäftsleutebestehen wie alle anderen darauf, sechs Tage in derWoche zu arbeiten. Obwohl ihnen 20 Tage Urlaubzustehen, nehmen sie nicht mehr als ein Fabrikarbeiter. ImUrlaub können sie sich dann nicht entspannen. Stattdessenhetzen sie von einem Ort zum anderen und verausgabensich bei der Jagd nach dem ultimativen Freizeitvergnügen.Sie haben die Arbeitsmoral so verinnerlicht, dass sie garnicht wissen, was Freizeit ist. Es kommt so weit, dass dieGesundheit der Bevölkerung gefährdet ist. Die Regierunggreift ein und entwickelt Programme, die den Leutenwieder den richtigen Umgang mit Freizeit beibringensollen. Anderen bei der Arbeit zuzusehen macht mich schon müde. Aber ihr beide schuftet ja schwerer als die Japaner. Ich brauche dringend meinen Mittagsschlaf. 60
  61. 61. Diese Situation ist nicht erfunden; in Japan ist sieWirklichkeit. Die japanische Regierung plant auf lange Sicht eineVerbesserung der Lebensqualität durch eine Verlängerungder Freizeit. Mit Hilfe des Arbeitsministeriums hat dieRegierung eine Posterserie entwickelt, die für mehrFreizeit wirbt. Auf einem dieser Poster heißt es: »DieFünftagewoche muss zur gesellschaftlichen Wirklichkeitwerden.« Das Ministerium hat außerdem ein Handbuchunter dem Titel: ›Wege zur Entspannung. Eine Anleitungfür Arbeitnehmer‹ herausgegeben, das ArbeiternAnregungen für die Freizeitgestaltung gibt. Fast zwei Drittel aller Japaner machen laut einerUmfrage weniger als zehn Tage Urlaub im Jahr. Vielewürden aber gern mehr freie Tage haben. Raten Sie mal,was die meisten mit ihrer zusätzlichen freien Zeitanfangen wollten? Über 85 Prozent hatten den Wunsch,einfach mehr zu schlafen. Daraus könnte man entwederschließen, dass sie durch die viele Arbeit übermüdet sindoder dass die Arbeitsmoral sie zu fantasielosen Menschengemacht hat. Die Japaner tun sich offenbar besonders schwer mit derVorstellung, nicht zu arbeiten. Als mein Buch in Japanveröffentlicht werden sollte, bereitete es dem Verlag vielKopfzerbrechen, welchen Titel die japanische Ausgabehaben sollte, ohne die Leser, vor allem ältere, vor denKopf zu stoßen. Schließlich entschied man sich dafür, dasBuch ›Zelinskis Gesatz‹ zu nennen. 61
  62. 62. Mörderische ArbeitswutViele Japaner sind nicht nur müde, sondern überarbeitetund erschöpft. Eine Umfrage einer japanischenLebensversicherung hat ergeben, dass nahezu die Hälftealler japanischen Arbeitnehmer befürchtet, dass ihr Job sievorzeitig ins Grab bringt. Ein Königreich für einen Augenblick Zeit! Queen Elisabeth I.Die japanische Arbeitsmoral ist so unerbittlich, dass sieschon eine eigene Krankheit hervorgebracht hat. Karoshiist der japanische Begriff für den plötzlichen Tod durchÜberarbeitung. Untersuchungen haben gezeigt, dass zehnProzent aller Todesfälle bei Männern darauf zurückzu-führen sind. Betroffene Familien haben bereits erfolgreichgegen Firmen geklagt, die sie für den Tod ihrer Liebenmitverantwortlich machen. 1996 wurde Dentsu, die größtejapanische Werbeagentur, dazu verurteilt, den Eltern einesMannes, der sich wegen chronischer Überarbeitung undSchlafmangel das Leben genommen hatte, umgerechnetüber eine Million Dollar Entschädigung zu zahlen. Ich persönlich finde, dass Menschen, die an Über-arbeitung sterben, ob in Japan, Amerika oder wo auchimmer, ganz allein selbst schuld sind. Wer dumm genugist, so viel zu arbeiten, wo es im Leben so viele wunder-bare Dinge zu tun gibt, für den hält sich mein Mitleid inGrenzen. Im Übrigen, die Japaner hätten gar keinen neuenAusdruck für ihre Krankheit erfinden müssen. Sie hattenschon einen: Hara-kiri wäre ebenso zutreffend gewesen. 62
  63. 63. Bart Simpson als HoffnungsschimmerBei den jungen Erwachsenen in Japan zeichnet sich, wieauch unter den jüngeren Amerikanern, in Bezug auf dieArbeitsmoral eine Trendwende ab. Den Wandel bei den Wertvorstellungen kann man unteranderem gut an einer der erfolgreichsten japanischenCartoonsendungen der frühen neunziger Jahre ablesen:Chibi Marukochan, Japans Version von Bart Simpson, istein Mädchen, das Kinder und Erwachsene gleichermaßenbegeistert, anscheinend aber besonders Frauen zwischen20 und 25 Jahren. Fast die Hälfte aller Fernsehgerätelaufen am Sonntag heiß, wenn Chibi, eine höchstmittelmäßige Schülerin, die ständig mault und sich vor derArbeit drückt, wo sie nur kann, ihr Unwesen treibt. Die Arbeitsmoral gilt mittlerweile bei vielen jungenErwachsenen in Japan als großer Schwindel. Noch mehrals die jungen Amerikaner neigen sie dazu, die Arbeitswutin Frage zu stellen. Die junge Generation, die Shinjinrui,hat wenig Lust, sich wie ihre Eltern nur an eine Firma zubinden. Sie liebäugelt nicht nur mit einem vernünftigerenLebensstil, sondern fordert ihn lautstark. Im März 1996konnte die Zeitschrift ›Newsweek‹ vermelden, dass dermoderne japanische Geschäftsmann Urlaub nimmt. Ertrifft sich nach der Arbeit mit seinen Freunden statt mitseinem Chef. Er kommt sogar rechtzeitig nach Hause, umseine Kinder ins Bett zu bringen. 63
  64. 64. Müßiggänger in der ChefetageViele berühmte und erfolgreiche Personen in derGeschichte der Menschheit waren nach den Maßstäbenihrer Zeit faul. Obwohl es wie ein Widerspruch klingt,verbrachten sie viel Zeit damit, die Arbeit zu meiden.Eigentlich waren sie gar keine Faulpelze, aber dieGesellschaft betrachtete sie als solche, vielleicht aus Neid. Sie waren kreative Müßiggänger, ruhten sich aus unddachten viel nach. Ein kreativer Müßiggänger bringtBedeutendes hervor, aber er übertreibt es nicht durchüberspannte Betriebsamkeit. Kreative Muße führt zuentspannter, aber produktiver Tätigkeit. Obwohl sie nichtso viel arbeiteten, vollbrachten diese genialen Menschengroße Leistungen, wenn sie an ihren schöpferischen undnutzbringenden Projekten arbeiteten. Weil sie sich die Zeitzur Muße nahmen, waren sie gelassener, glücklicher undgesünder, als wenn sie sich ständig überfordert hätten. 64
  65. 65. Warum Bettler einen gesellschaftlichen Beitrag leisten Eigentlich wollte ich immer Bettler werden, aber ich hab das nicht ganz geschafft. Hab mir deshalb einen Bürojob besorgt.Ich erinnere mich an eine heftige Diskussion mit einerFreundin, in der es um das Betteln ging. Ich sagte ihr, dassich gerne für wohltätige Zwecke spende, aber Bettlernniemals Geld gebe, und ließ durchblicken, dass Bettler fürmich faule Gestalten sind, die nichts anderes zu tun haben,als mich zu belästigen, wenn ich gut gelaunt meinLieblingsbistro ansteuere. Aber meine Freundin verpasstemir auf der Stelle eine Lektion in meinem ureigenstenThema: dem flexiblen Denken. Sie erklärte mir, dass Bettler aufgrund ihrer Lebensweisewenig verbrauchen und die Umwelt nicht so stark belastenwie Erwerbstätige. Bettler stehlen ihr Geld nicht, sondernbitten darum und machen die Gebenden glücklich, indemsie ihnen die Gelegenheit geben zu helfen. In einer Welt,in der eine Vollbeschäftigung immer unwahrscheinlicherwird, ist jeder Bettler, der nicht arbeitet, ein Menschweniger auf dem Arbeitsmarkt. 65
  66. 66. Wie viel Glück geht auf der Jagd nach dem Glück verloren! Ein unbekannter kluger MenschAls ich darüber nachdachte, ging mir allmählich auf, dassso manche meiner berufstätigen Bekannten derGesellschaft vielleicht nicht so viel nützen wie ein Bettler.Ich rege mich nicht mehr auf, wenn mir Bettler über denWeg laufen. Ich gebe ihnen gelegentlich sogar Geld. Oderich komme ihnen zuvor und bitte selber um Geld.Vielleicht werde ich auf diese Weise auch ein nützlichesMitglied der Gesellschaft. 66
  67. 67. Vom fragwürdigen Erfolg der YuppiesEs gibt zwei Dinge, die ein noch größerer Schwindel alsein Dreißig-Euro-Schein sind: ein Baum voller Elefantenund ein erfolgreicher Yuppie. Yuppies sind die »YoungUrban Professionals«, die mit ihrer aufgesetzten Fröhlich-keit und ihrem geheuchelten Glück in den achtziger undden frühen neunziger Jahren das ganze Jahr langMaskerade spielten. Die Yuppies machten in ihrem Wahn die Arbeitsmoralsalonfähig und erhoben sie zum letzten Schrei. HarteArbeit galt als Schlüssel zu grenzenlosem Erfolg undWohlstand. Es kam nur noch darauf an, was man besaß,nicht mehr darauf, wer man war. Doch die schöne neue Yuppiewelt war nicht der Kick,den man sich erhofft hatte – und zum Teil immer nocherhofft. Auf Grund ihrer Konsumorientiertheit undchronischen Überarbeitung litten unzählige Yuppies anBluthochdruck, Magengeschwüren und Herzkrankheiten,unter Alkohol- und Drogenabhängigkeit. Viele begabensich in therapeutische Behandlung, und sei es nur, weil esgerade Mode war. Es gab Therapeuten für Anwälte, fürÄrzte und sogar spezielle Yuppie-Therapeuten.Was das Freizeitverhalten betrifft, waren die Yuppies inAmerika nicht besser dran als der Rest der Yuppiewelt.Trotz ihrer gigantischen Gehälter konnten sie sich kaumFreizeit leisten. Einer Studie zufolge ist die Freizeit derAmerikaner seit 1973 durchschnittlich um 37 Prozentgeschrumpft. Die Gruppe der Yuppies mit ihren langen 67
  68. 68. Arbeitstagen büßte sogar noch mehr freie Zeit ein. DieFreizeit dieser Menschen wurde, wenn sie überhauptstattfand, planmäßig absolviert. Früher war ich ein erfolgreicher Yuppie, aber ich hab mich von meinen nervösenHarold, wir haben doch vor zehn Ticks, meinem ZahnpastalächelnJahren zusammen studiert. und meinem TherapeutenWarum fährst du denn um getrennt, und da war Schluss mitHimmels willen Taxi? der Karriere.Viele Kinder aus Yuppiefamilien wurden um ihreKindheit gebracht, weil ihre Eltern mit der Jagd nachGeld, materiellen Gütern und Ansehen beschäftigt waren.Manche Yuppies vereinbarten Termine mit ihren Kindern,wenn sie sie während der Woche sehen wollten. Anderebläuten ihren Kindern den eigenen Erfolgszwang schonvon klein auf ein. Der Terminkalender dieser Kinder warso mit Aktivitäten überfüllt, dass Muße und »Nichtstun«Fremdwörter für sie blieben. Angesichts dieser Problematik scheinen Menschen, dieein Leben im Yuppiestil führen und ohne Rücksicht aufVerluste daran festhalten, die Intelligenz nicht geradegepachtet zu haben. Pamela Ennis, eine Psychologin aus 68
  69. 69. Kanada, wird in der Zeitschrift ›Report on Business‹zitiert: »Diese Generation ist nicht ganz bei Trost. Siekapiert nicht, dass die schicke Eigentumswohnung oderder BMW allein nicht glücklich, machen.« Der Erfolg, dem die Yuppies nachjagten, war inWahrheit ein hausgemachter Misserfolg. 69
  70. 70. Das Ding mit den DingenSo lächerlich es scheint, aber in unserer Gesellschaft gehtes hauptsächlich darum, die finanziellen Flüchte derArbeit zu ernten und materielle Güter anzuhäufen. DieYuppies haben es uns bis zum Extrem vorgeführt, aber derRest der Welt ist auch nicht viel besser. Sollte das wirklichunser einziger Lebenszweck sein? Es gibt eine treffendeSatire von George Calin über den Konsum: Von klein aufwerden wir mit irgendwelchem Zeug überhäuft undlernen, uns darüber zu freuen. Wenn wir größer werden,wollen wir noch mehr haben. Wir bitten um mehrTaschengeld, um uns mehr Dinge zu kaufen. Wenn wirerwachsen sind, gehen wir arbeiten, um Dinge zu kaufen.Wir kaufen ein Haus, um unseren Kram unterzubringen.Dass wir ein Auto brauchen, um die Sachen zu befördern,versteht sich von selbst. Bald wird unser Haus für alles zuklein. Also kaufen wir ein größeres Haus. Jetzt haben wirfür dieses große Haus zu wenige Dinge, also kaufen wirnoch mehr. Dann brauchen wir ein neues Auto, weil dasalte bei der Beförderung von so viel Zeug den Geistaufgegeben hat. Und so weiter, und so weiter. Aber wirwerden nie genug haben. Das alles klingt vielleicht lustig, ist aber zugleicherschütternd. Es zeigt, wie unsere Arbeitssucht unsereKonsumsucht fördert, die Jagd nach Dingen, die wir zumgroßen Teil gar nicht brauchen. 70
  71. 71. Das Märchen vom Bruttosozialprodukt Millionen von Menschen sehnen sich nach Unsterblichkeit und wissen doch nicht, was sie mit einem verregneten Sonntagnachmittag anfangen sollen. Susan ErtzWirtschaftswissenschaftler, Unternehmer und Politikerwollen uns weismachen, dass ein Land umso besserdasteht, je größer das Bruttosozialprodukt ist. Das Brutto-sozialprodukt ist die Summe aller Dienstleistungen undProdukte, die in einem Land pro Jahr verkauft werden. Esist das Maß, mit dem der Erfolg eines Staates gemessenwird. Ein weiteres Ziel der Wirtschaft ist die Beseitigung derArbeitslosigkeit. Die Schaffung neuer Arbeitsplätze hängtvom Wirtschaftswachstum ab. Ein gewisses Niveau desBruttosozialproduktes ist angeblich die Voraussetzung, umallen, die arbeiten können, einen Arbeitsplatz zurVerfügung zu stellen, ob sie wollen oder nicht. In meinen Wirtschaftskursen, die ich an verschiedenenUniversitäten gehalten habe, hatte ich immer ein Problemmit dem Bruttosozialprodukt als Maßstab des Wohlstands.Das Bruttosozialprodukt wird ja auch durch die Pro-duktion so zweifelhafter Dinge wie Zigaretten und Waffenvergrößert. Sogar eine erhebliche Zunahme von Autoun-fällen würde das Bruttosozialprodukt positiv beeinflussen,weil mehr Beerdigungen, Krankenhausaufenthalte, Auto-reparaturen und mehr Neuwagenkäufe die Folge wären. 71
  72. 72. Das Wachstum des Bruttosozialprodukts nur um desWachstums willen ist also kein Spiegel gesellschaftlichenWohlergehens. Wachstum um des Wachstums willen istauch das Motto von Krebszellen. Kürzlich unterhielt ich mich mit einem weit gereistenEhepaar. Sie waren sogar dem König von Bhutanbegegnet. Bhutan ist ein ziemlich unterentwickeltes Land.Die Menschen sind arm, aber nicht bettelarm. Sie sind imGroßen und Ganzen mit ihrem Leben zufrieden. Als das Ehepaar den König auf das niedrige Brutto-sozialprodukt ansprach, erwiderte er: »Wir glauben nichtan das Bruttosozialprodukt, wir glauben an das Brutto-sozialglück.« Und wir? Sollten wir nicht auch lieber den Wohlstandeines Landes anhand des Bruttosozialglücks, anstattanhand des Bruttosozialprodukts messen? Vielleichtwürde unsere Welt dann besser funktionieren, aber dazumüssten wir wohl erst alle Wirtschaftsexperten zumTeufel jagen. 72
  73. 73. Freizeit als UmweltschutzDie Sorge um die Umwelt ist zu einem Thema vonallergrößter Bedeutung geworden. Trotzdem gibt kaumjemand zu, dass seine eigenen wohlstandsorientiertenWertmeßstäbe und sein unbändiger Wille zum Erfolg zurUmweltverschmutzung beitragen Wenn die Leute nicht soehrgeizig wären und weniger arbeiten würden, wäre unserGlobus grüner. Das wiederum hängt mit der Nutzung der natürlichenRessourcen zusammen, denn jeder Verbrauch vonRessourcen trägt zur Verschmutzung der Umwelt bei. Diemeisten Faktoren, die das Bruttosozialprodukt steigern,gehen zulasten der Umwelt. Für einen grüneren Planeten müssen wir sparsamer mitden natürlichen Ressourcen umgehen. Man könnte wahr-scheinlich mit der Hälfte auskommen und immer nochrecht angenehm leben. Eine Veränderung unserer Wertewäre dabei eine Hilfe. Wir müssten die Produktion undden Konsum von nutzlosen Waren, all dem sinnlosenKrempel, der nach kürzester Zeit im Müll landet,unterbinden. Schon vor mehr als hundert Jahren prophezeite JohnStuart Mill, dass die Umwelt vernichtet wird, wenn daswirtschaftliche Wachstum anhält. Seine These war, dassder Wohlstand, wie ihn die westlichen Industriestaatendefinieren, auf der Zerstörung der Umwelt basiert. Siekann, was viele Menschen mittlerweile erkennen, denwachsenden Ansprüchen, die wir an sie stellen, nichtstandhalten. Wir müssen unsere übersteigerte Konsum-sucht bekämpfen. Für die Wirtschaft ist Freizeit imAllgemeinen nur dann etwas Positives, wenn man genug 73
  74. 74. Geld hat, um sich Freizeitausrüstungen und -dienstleis-tungen leisten zu können. Aber Geld ist laut John KennethGalbraith, einem bekannten Wirtschaftsexperten, nichtalles. Er sieht Geld und Konsum in einem anderen Licht:»Was bringen ein paar Dollar mehr, wenn die Luft zuschmutzig zum Atmen und das Wasser zum Trinken zuverseucht ist, die Pendler keinen Weg mehr in die Stadtund wieder heraus finden, die Straßen schmutzig und dieSchulen so schlecht sind, dass die Jugendlichen erst garnicht hingehen, und Ganoven die Bürger um das Gelderleichtern, das diese bei der Steuer gespart haben.«Zur Rettung unseres Planeten bedarf es ein bisschen mehrals des Recycelns von Flaschen und Dosen. Es ist ziemlichwitzlos, unnützes Zeug zu produzieren, nur um die Leutebeschäftigt zu halten. Weniger Ehrgeiz, weniger Arbeitund weniger Konsum sind der beste Umweltschutz. 74
  75. 75. Warum weniger Arbeit den Lebensstandard erhöhtDie Arbeitsmoral schadet uns mehr, als dass sie uns nützt.Wir müssen unsere arbeits- und wohlstandsorientierteHaltung ablegen und uns auf die Suche nach den wirklichwichtigen Dingen im Leben machen. Studs Terkel zufolgeist eine Reform der Arbeitsmoral, die die Menschen in denwestlichen Industrienationen zu Arbeitssklaven gemachthat, schon längst überfällig. Der Zweck der Arbeit ist der Gewinn an Mußezeit. AristotelesDie bescheidenen Ansprüche aus dem 18. Jahrhundertwären heute angemessener, als die heutigen, die unsereVorstellungen prägen. Wir haben das Gefühl für dasAngemessene in den achtziger Jahren verloren. Es gibtkaum jemanden, der in Amerika nicht von Donald TrumpsLebensstil beeinflusst war, und nach immer mehr Konsumgelechzt hat. Dem Beginn des neuen Jahrtausends würde das Ideal desGentlemans aus dem 18. Jahrhundert, der ein bescheidenesVermögen gemacht hat und sich dann zur Ruhe setzt, umangenehmeren Beschäftigungen nachzugehen, besser zuGesicht stehen. Die Entfaltung der Persönlichkeit, die dieäußere Welt des materiellen Wachstums ersetzt, würde zumehr Zufriedenheit und Wohlbefinden beitragen. Es ist durchaus legitim, der Arbeit und dem Konsum 75
  76. 76. weniger Bedeutung beizumessen. Für seinen Lebens-unterhalt zu arbeiten ist notwendig, aber nicht in demMaß, wie die meisten glauben. Bescheidenere materielleAnsprüche würden für die Umwelt Wunder wirken unduns einen weniger hektischen Lebensstil bescheren. 76
  77. 77. Die wahren Dinge des LebensIn den vorangehenden Kapiteln habe ich ein paarUnzulänglichkeiten unseres modernen, den westlichenIndustrienationen lieb gewordenen Wertesystemsaufgezeigt. Wenn Sie ihm bisher blind gefolgt sind, esjetzt aber infrage stellen und manches in einem anderenLicht sehen, sind Sie auf dem besten Wege, Ihr Leben zubereichern. Wer allerdings in dem Glauben beharrt, dassArbeit tugendhaft und Muße verwerflich ist, bringt sichselber um die Chance, mit Zeiten der Arbeitslosigkeit undmit dem Ruhestand fertig zu werden. Und Berufstätigewird dieses Wertesystem möglicherweise unbefriedigtlassen, weil ihr Leben nicht im Gleichgewicht ist. Wenn man ein bisschen offener ist und weniger Wert aufArbeitsmoral und Materialismus legt, hat man mehr vomLeben. Weniger Arbeit zahlt sich aus. Die Zeit, die man –aus welchen Gründen auch immer – nicht am Arbeitsplatzverbringt, eröffnet neue Perspektiven und fördert dieSelbstverwirklichung. Wer sehr viel arbeitet und vielunnötiges Zeug ansammelt, ist nicht besser als jemand, derweniger arbeitet und weniger besitzt. Die Sucht nachmateriellen Dingen entfremdet uns gegenüber denMitmenschen und der Umwelt. Der tiefere Sinn des Lebens liegt nicht in den Dingen,die uns umgeben – Autos, Häuser, Stereoanlagen oderJobs. Sie sind angenehme Zugaben, aber gewiss nicht dieQuelle unseres Glücks. Die Dinge, die wir besitzen, dieOrte, an denen wir leben, die Arbeit, die wir verrichten,sind zweitrangig. Unser Erfolg sollte nicht an demgemessen werden, was wir haben oder was wir für unserenLebensunterhalt tun. Das Wesentliche liegt auf einer 77
  78. 78. höheren Ebene; was zählt, ist der Augenblick: was wirerleben, wie viel Freude wir haben und wie viel Liebe wirder Welt um uns herum entgegenbringen. Das sind diewahren »Dinge des Lebens«! 78
  79. 79. ARBEITE WENIGER, LEBE GESÜNDER 79
  80. 80. Eine Mausefalle ohne KäseLegt man bei einem Experiment mit einer Ratte immerwieder ein Stück Käse in den dritten von mehrerenTunnels, wird sie den Tunnel über kurz oder lang direktansteuern, ohne in die anderen hineinzugucken. Wennman dann den Käse in den sechsten Tunnel legt, wird siezunächst weiter im dritten suchen. Doch sobald sie kapierthat, dass dort kein Käse zu finden ist, fängt sie an, in denanderen zu suchen, bis sie den Käse im sechsten entdeckt;die Ratte wird nun immer gleich dorthin gehen, wo derKäse ist. Im Unterschied zur Ratte bleibt der Mensch in einemTunnel, auch wenn dort offensichtlich kein Käse zu findenist. Er verfängt sich in seiner selbst gebauten Falle undbleibt, wo er ist. Ist ja auch verdammt schwierig, an denKäse zu kommen, wenn man in einer Falle sitzt, in der garkein Käse mehr ist, oder wie so häufig, erst gar keiner war. Im Leben geht es um mehr als nur darum, sein Tempo zu erhöhen. Mohandas K. Gandhi»Käse« steht hier für Glück, Zufriedenheit und Erfüllung.Heutzutage herrscht, dem Psychologen Jan Halperzufolge, in Managerkreisen eher die Unzufriedenheit vor.Zehn Jahre lang nahm Halper die Karrieren und dasSeelenleben von mehr als 4000 leitenden Angestelltenunter die Lupe. Es zeigte sich, dass viele Männer inführender Stellung einen durchaus glücklichen Eindruckmachten, es in Wirklichkeit aber gar nicht waren. 58 80
  81. 81. Prozent des mittleren Managements glaubten viele Jahreihres Lebens auf der Karriereleiter vergeudet zu haben. Siedachten mit Bitterkeit an die vielen Opfer, die sie in dieserZeit erbracht hatten. Während dieser ganzen Zeit hattensie nichts für ein ausgewogenes Leben getan. AndereUntersuchungen ergaben, dass bis zu 70 Prozent allerBüroangestellten in ihrem Beruf nicht glücklich sind,widersinnigerweise aber die meisten Überstunden machen. Sie können jetzt den Rest des Kapitels überschlagen,wenn Sie zu den Ratten oder zu den seelisch und finanziellgut gepolsterten Menschen gehören, die nicht arbeiten undes auch für den Rest ihres Lebens nicht beabsichtigen.Wenn Sie dagegen zur arbeitenden Bevölkerung gehörenoder arbeitslos sind und in absehbarer Zeit wieder in denBeruf einsteigen wollen, kann Ihnen dieses Kapitelweiterhelfen. Der Beruf bietet nicht immer dieunterschiedlichen Käsesorten, nach denen wir suchen.Engstirnigkeit und Ignoranz sind die beiden Hindernisse,die wir auf dem Weg zu einem befriedigenden underfüllten Leben überwinden müssen. Dieses Kapitel zeigt,wie man die Fallen umgehen kann, die in vielen Berufenlauern. Und es soll Ihnen zu einem ausgeglichenerenLeben verhelfen und Sie auf die Zeit des Ruhestandsvorbereiten. 81
  82. 82. Wer bin ich?Hier ist eine einfache Übung, mit der Sie sich selbst bessereinschätzen können. Zudem können Sie prüfen, ob Siearbeitssüchtig sind.Übung 7Denken Sie einen Augenblick nach und beantworten Siedie folgende einfache Frage: Wer sind Sie? Fast alle berufstätigen Menschen werden jetzt angeben,womit sie ihren Lebensunterhalt verdienen, welcherNationalität und Religion sie angehören, ob sie verheiratetsind, wo sie wohnen und wie alt sie sind. Der Beruf stehtin der Regel im Mittelpunkt. Nur vereinzelt werdenInteressen außerhalb des Berufes als Identitätsmerkmalegenannt. Die meisten Menschen definieren sich also überihren Job. Die gegenwärtige Generation von Managern hat emotio-nal und finanziell viel in ihre Karriere investiert und leitetdeshalb ihre Identität aus ihren Fähigkeiten und Talentenab. Die Wirtschaftswelt will uns weismachen, dass sichunser Charakter durch Arbeit und eine produktive Tätig-keit formt, und wir haben brav gelernt, uns über unserenBeruf zu definieren. Das ist grundfalsch; wenn wir glau-ben, dass wir nur das sind, was wir beruflich tun, habenwir einen Großteil unserer Individualität bereits eingebüßt. Wie stark definieren Sie sich über ihren Job? AlsRechtsanwalt, der so sehr in seinem Beruf aufgeht, dass ersich völlig damit identifiziert, haben Sie vielleicht auf die 82
  83. 83. Frage »Wer sind Sie?« mit »Ich bin Rechtsanwalt«geantwortet. Wenn Sie sich nur noch über den Berufdefinieren, schränken Sie Ihre Persönlichkeit ein. Der Jobsollte nur einen kleinen Teil Ihrer Persönlichkeitausmachen, es sei denn, Sie lieben Ihre Arbeit über alles. Wer sein ganzes Dasein dem Beruf opfert, muss sichnicht wundern, wenn von ihm selbst nicht mehr viel übrigbleibt. Der Beruf ist das, womit Sie Ihr Geld verdienen, istaber nicht Sie selbst. Ihr wahres Wesen setzt sich ausIhrem Charakter und Ihrer Individualität zusammen. DieseEigenschaften und Merkmale unterscheiden Sie von denanderen Menschen. Ein Nervenzusammenbruch kündigt sich unter anderem dadurch an, dass man seine eigene Arbeit für entsetzlich wichtig hält. Bertrand RussellPrüfen Sie, wer Sie sind, indem Sie in sich hineinschauenund auf Ihre eigenen Überzeugungen, Vorlieben undpersönlichen Interessen achten. Lassen Sie die Arbeit nichtzur Hauptsache werden. Gehen Sie Hobbys und Interessennach, die nichts mit dem Beruf zu tun haben und Ihnengenauso wichtig oder wichtiger sind als die Arbeit. IhrSelbstbild wird sich nicht mehr mit dem Beruf decken.Hören Sie auf die Stimme Ihres Gefühls, Ihrer Intuitionund nicht auf die logischen Argumente Ihrer Firma oderder Gesellschaft. Am besten kann man seine Einzigartig-keit im Privatleben ausleben. Wenn Sie gefragt werden,wer Sie sind, sollten Sie Ihre Identität von Ihrem Wesenableiten, das unter anderem in Ihren persönlichen Interes-sen, denen Sie in Ihrer Freizeit nachgehen, zum Ausdruckkommt. 83
  84. 84. Die Ignoranz hat HochkonjunkturUnzeitgemäße Ansichten und Werte werden in denChefetagen vieler Unternehmen immer noch gefördert undtragen dazu bei, dass das Arbeitsklima weiterhin von einergesundheitsschädlichen Arbeitswut geprägt ist. DieIgnoranz hat Hochkonjunktur. Workaholics werden nichtnur geduldet, sondern genießen besonderes Ansehen. DaArbeitswut mit Gewinnstreben und Machtbedürfnisseneinhergeht, sind vielen Managern Workaholics durchauswillkommen. In Abteilungen, in denen es viele Arbeits-süchtige gibt, ist es »schick«, 60 bis 80 Stunden proWoche zu arbeiten. Man gibt sich geschäftig, ist immer inEile und mit Arbeit überhäuft, und sieht sich als Held,wenn man ständig einen übergroßen Einsatz bringt. Das kann ernste Folgen haben: Workaholics unter-scheiden sich nämlich nicht von anderen Süchtigen. WieAlkoholiker leugnen sie die Existenz des Problems, leidenaber trotzdem unter den gravierenden Folgen ihrer Abhän-gigkeit. Das Gleiche gilt für alle, die die Sucht unter-stützen; sie sind nicht besser als die Workaholics selbst. Warum unterstützen Unternehmen eine Sucht? AnneWilson Schaef geht sehr genau auf dieses Problem ein. Inihrem Buch ›Im Zeitalter der Sucht‹ geht es um daszunehmende Suchtverhalten der amerikanischenGesellschaft, und in ›Suchtsystem Arbeitsplatz‹ untersuchtsie mit ihrer Koautorin Diane Fassel die Gründe, warumspeziell die Geschäftswelt vom Suchtverhalten geprägt ist. Große Unternehmen fördern die Arbeitssucht in ihremeigenen Interesse. Unter dem Deckmantel der Qualität undLeistungsstärke stellt die Unternehmensphilosophie dieFirma über alles. Nur der Erfolg zählt, wen kümmert’s, 84

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