Your SlideShare is downloading. ×
Herausforderungen einer zukunftsgerechten Arbeitswelt – welchen Beitrag kann die Politik leisten?
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×
Saving this for later? Get the SlideShare app to save on your phone or tablet. Read anywhere, anytime – even offline.
Text the download link to your phone
Standard text messaging rates apply

Herausforderungen einer zukunftsgerechten Arbeitswelt – welchen Beitrag kann die Politik leisten?

1,608
views

Published on

André Große-Jäger, BMAS

André Große-Jäger, BMAS

Published in: Education

0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
1,608
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
0
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. Herausforderung einer zukunftsgerechtenArbeitsweltAndré Große-JägerBundesministerium für Arbeit und Soziales5. Gesundheitsgipfel 2012; DGB BildungswerkAugust
  • 2. Positiver wirtschaftlicher AusblickTrotz Wachstumseinbruch in 2009,nur geringer Anstieg der Arbeitslosigkeit. Deutschland 112 5,5 Reales BIP 110 (linke Skala) 5 108 4,5 Index (2005Q1=100) 106 Arbeitslose in Millionen (saisonbereinigt, 104 42010 zurück auf rechte Skala) 102 3,5Wachstumspfad 100 98 3 2,5 96 94 2 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 Q3 Q4 Q1 Q2 2005 2006 2007 2008 2009 2010
  • 3. Fachkräfte, Fachkräfte,Fachkräfte… Aus vorherigen Krisen gelernt: Es gibt nichts wichtigeres als gut ausgebildete Fachkräfte Es ist teurer, neue Arbeitskräfte zu finden als die bisherigen zu halten und an das Unternehmen zu binden. „Bündnis der Vernunft“ zwischen Sozialpartnern und Politik 3
  • 4. Wertschätzung und Wertschöpfung Exemplarisch sichtbar: Wertschätzung der Beschäftigten wichtig für die Wertschöpfung eines Unternehmens. Es lohnt sich, in Zukunft hier noch besser zu werden. 4
  • 5. Unaufhaltsam? Der Wandel in der ArbeitsweltDie Arbeitskräfte der Zukunft: Viel weniger Junge, mehr Ältere Bevölkerung im Alter von 20-64 Jahren Anstieg Ältere: Rückgang +1,6 Mio. Mittlere: -5,5 Mio. Rückgang Junge: -2,4 Mio. Alter 20-64 zusammen: über 6 Mio. weniger 5
  • 6. Umkehrung des ArbeitsmarktNachfrage und Angebot drehen sich um. Nicht Arbeitslose suchen Jobs, sondern Unternehmen suchen Fachkräfte. 6
  • 7. Älter, weniger und bunter…Deshalb besonderes Augenmerk auf: Ältere Jüngere Migranten Frauen 7
  • 8. Alleinerziehende Sie sind längst keine Randerscheinung mehr. Sie sind jedoch jünger und besser qualifiziert als der Durchschnitt der Langzeitarbeitslosen. Trotzdem sind 40% langzeitarbeitslos, weil Betreuungsangebote oder geeignete Arbeitsplätze fehlen. Jede 5. Frau mit Kind unter 3 Jahren, muss de jure nicht arbeiten, will es aber. Denn Arbeiten ist mehr als Broterwerb. 8
  • 9. Ältere Wir brauchen die Fachleute länger im Betrieb. Frühere Politik der Frühverrentung war falsch. Ältere stehen für Qualität, Wissen und Erfahrung. Gute Nachricht: Sie sind so fit wie nie zuvor. Lebenslanges Lernen geht, das zeigen auch die neuesten Erkenntnisse der Hirnforschung. 9
  • 10. Junge Menschen Ausbildungsmarkt entspannt wie nie. Auch Anzeichen für demografischen Wandel. Es fehlt uns einfach der Nachwuchs. Eins ist klar: Wir brauchen jedes Talent. Wir können auf niemanden verzichten. 10
  • 11. Junge Menschen (2)Trotzdem… haben wir 250.000 arbeitslose Jugendliche, die von staatlicher Unterstützung leben. passen 250.000 mal Mensch, Job, Angebot und Nachfrage nicht zusammen. sagen wir 250.000 mal am Anfang des Berufslebens: Du wirst nicht gebraucht! 11
  • 12. Jugendliche mit Migrationshintergrund Ausländische Schulabgänger beenden ihr Schullaufbahn doppelt so häufig ohne einen Abschluss. Das dürfen wir nicht weiter zulassen. Zukünftig besitzt fast jede dritte Arbeitskraft ausländische Wurzeln. Sie bilden die Basis für 30% unserer zukünftigen Fachkräfte. 12
  • 13. Du wirst gebraucht…. das ist das Aufstiegsversprechen, das wir jedem geben müssen. das ist das Erfolgsgeheimnis der sozialen MarktwirtschaftBisher Chancen ungleich verteilt: Bisher entscheidet die Herkunft sehr über den Erfolg in Schule und Beruf. 13
  • 14. NeupositionierungInitiative Neue Qualität der ArbeitFußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 1406.08.2012
  • 15. Unternehmenswelt im Wandel:Gemeinsame Lösungen entwickeln demografischer Wandel globaler Wettbewerb rasanter Strukturwandel Diese Herausforderungen stellen in ihrer Bündelung ein neues übergreifendes Themenfeld dar. Unternehmen, Staat und Sozialpartner können es nur gemeinsam angehen. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 15 06.08.2012
  • 16. Paradigmenwechsel:Von der Arbeitgeber- zur Arbeitnehmerorientierung Traditioneller Arbeitsmarkt = arbeitgeberorientiert Lohn und Sozialversicherungen Arbeitgeber Arbeitnehmer Arbeitsleistung Vereinbarung in Betriebsvereinbarungen Tarifverträgen Finanzielle Betriebsrente Beteiligung Arbeitszeitkonto in Soziale diversen Formen Komponenten Firmenaus- Bezahlung Kinder- landseinsatz betreuungskosten Neuer Arbeitsmarkt = arbeitnehmerorientiert Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 16 06.08.2012
  • 17. Hand in Hand:Starke Partner sind gefragt...sorgt für einen verlässlichen Ordnungsrahmen und Mindeststandards.Darüber hinausDer Staat/das BMAS......übernimmt eine koordinierende Funktion zwischen Sozialpartnern,Unternehmen, SV-Trägern und Beschäftigten....gibt fachliche Impulse für die zukünftige Gestaltung der Arbeitswelt,startet Initiativen und zeigt Perspektiven auf....fördert den Austausch in Netzwerken, sorgt für Wissenszuwachs und stelltKnow-how-Transfer sicher.Die Steuerungs- und Gestaltungswirkung des Staates/des BMAS ist jenseits desgesetzlichen Ordnungsrahmens begrenzt.Erfolge können nur gemeinsam mit Partnern auf betrieblicher Ebene erzielt werden! Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 17 06.08.2012
  • 18. Mit gutem Beispiel voran:Netzwerke der Initiative setzen AkzenteMit ihren Netzwerkensetzt INQA aufkonkrete Aktivitäten. Damit erreicht die Initiative Neue Qualität der Arbeit schon jetzt 3.000 Unternehmen mit mehr als drei Millionen Beschäftigten. Gibt die Initiative Hilfe bei der Problemanalyse, z.B. mit dem Instrument inqa-unternehmenscheck.de Unterstützt die Initiative die Problembeseitigung, z.B. mit ausgebildeten Beratern, Best-Practice-Beispielen, Leitfäden etc. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 18 06.08.2012
  • 19. Mehr Transparenz:Der Steuerkreis als neues EntscheidungsgremiumZentrales Entscheidungsgremium der Initiative ist der Steuerkreis.  Er bestimmt die Schwerpunkte der Arbeit und entscheidet zum Beispiel, welche Projekte die Initiative fördert.  Um die Überparteilichkeit der Initiative Neue Qualität der Arbeit zu gewährleisten, setzt sich der Steuerkreis paritätisch aus Vertretern der Wirtschaft und der Gewerkschaften zusammen.  Auch das BMAS und die Arbeits- und Sozialministerkonferenz sind in ihm vertreten. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 19 06.08.2012
  • 20. Im Einklang mit politischen Handlungszielen:Die Initiative positioniert sich neu Beschäftigungspotenziale im Unternehmen sichern.Zentrale Ziele der Aktivitäten unter diesem Dach sind: Arbeitsfähigkeit der Beschäftigten erhalten und ihre Beschäftigungsfähigkeit erhöhen. Sich um faire und verlässliche Arbeitsbedingungen kümmern. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 20 06.08.2012
  • 21. Im Fokus: Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeitstärken Arbeitsfähigkeit (ABI) 50 Nachhaltige Förderung der Arbeitsfähigkeit sehr gut Personalpolitik wirkt! Individuelle Gesundheitsförderung, 45 gut ergonomische Maßnahmen, verbessertes Führungsverhalten 40 mäßig Nur individuelle 35 Gesundheitsförderung 30 schlecht Keine Maßnahmen 25 20 Quelle: Prinzipdarstellung nach 40 50 60 Prof. Dr. Juhani Ilmarinen/Prof. Alter (Jahre) Dr. Gottfried Richenhagen Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 21 06.08.2012
  • 22. Die inhaltliche Klammer:Vier strategische Themenfelder Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 22 06.08.2012
  • 23. Vier Themenbotschafter: Für fachliche Expertiseund Blick aus der Praxis im SteuerkreisAls Mitglieder des Steuerkreises repräsentieren die Themenbotschafter/innen eines derstrategischen Themenfelder der Initiative – auch in der Öffentlichkeit. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 23 06.08.2012
  • 24. Konkret und verlässlich:Angebote für Unternehmen der ZukunftDie Angebote der Initiative Neue Qualität der Arbeit sind am Bedarf derUnternehmen ausgerichtet. Sie sind: niedrigschwellig freiwillig betriebsbezogen qualitativ hochwertig Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 24 06.08.2012
  • 25. Angebote der Initiative zur Analyse & Beratungfür Unternehmen Neustart des Online- Selbstcheck/Beratung Angebot Entwicklung eines Coaching Benchmark Benchmark „Check Guter Mittelstand“ freiwilligen der als INQA- Audit (inkl. Beratungsangebot; besten Unternehmenscheck 300 Berater schon vorhanden) Arbeitgeber Arbeitgeber Guter Mittelstand der Zukunft Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 25 06.08.2012
  • 26. Die Initiative flankierend: Das ESF-ProgrammunternehmensWert: Mensch Das ESF-Programm richtet sich an... Kleine und mittlere Unternehmen Beschäftigte Unternehmensführung (bis zu 250 Beschäftigte) fördert die Inanspruchnahme von Beratungsscheck Informations- und Beratungsleistungen (Fachberatung) mit Hilfe eines Beratungsschecks mit dem Ziel KMU bei der Entwicklung und Umsetzung einer demografieaktiven und lebensphasenorientierten Personalpolitik und Arbeitsorganisation zu unterstützen. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 26 06.08.2012
  • 27. Mit dem ESF-Programm Angebote derInitiative Neue Qualität der Arbeit nutzen Angebote der Initiative Neue Qualität der Arbeit INQA- Beratungs- Beratungs- Audit Benchmark Unternehmensscheck angebot A angebot B „Arbeitgeber der der besten Guter Mittelstand Zukunft“ Arbeitgeber z.B. Strategie-Beratung durch einen Berater der Offensive Mittelstand Beratungsscheck über 1 bis max. 15 Beratertage förderfähig maximal 800€ pro Beratertag Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 27 06.08.2012
  • 28. Unaufhaltsam? Der Wandel in der ArbeitsweltPsychische Gesundheit 28
  • 29. Psychische Gesundheit und ArbeitsweltEin ungebrochener Trend: Psychische Erkrankungen Zuwachs der Fehlzeiten aufgrund seelischer Erkrankungen um mehr als 80 Prozent seit 1994.* Inzwischen gehen rund 12 Prozent aller krankheitsbedingten Ausfallstage** auf psychische Erkrankungen zurück. Prognose: Experten schätzen, dass in 2030 psychische Erkrankungen die häufigste Ursache für krankheits-bedingten und langfristigen Arbeitsausfall, die entsprechenden Folgekosten sowie Frühverrentung sein werden. * Quelle: Institut der AOK / ** Quelle: Studie der Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK), 2010 29
  • 30. Psychische Gesundheit und ArbeitsweltPsychische Krankheiten und betriebswirtschaftliche Folgen Psychische Erkrankungen und Arbeitsunfähigkeit: AU-Tage Legende: Angegeben sind prozentuale Anteile an allen Fehltagen oder Krankschreibungsfällen pro Versicherten Quelle: BPtK, 2011 Psychische Gesundheit ist nicht nur grundlegend für die Lebensqualität jedes einzelnen Menschen, sondern trägt auch dazu bei, die Innovationskraft und Wettbewerbsfähigkeit von Unternehmen zu erhalten. 30
  • 31. Der Mensch im MittelpunktEin Blick in die INQA-Produktpalette (1/2): Handlungshilfen Handlungshilfen: Kein Stress mit dem Stress Weitere Praxisinstrumente, die im Rahmen des psyGA-transfer Projektes entwickelt wurden, sind Praxisbroschüren zur psychischen Gesundheit in der Arbeitswelt: • Eine Handlungshilfe für Beschäftigte • Eine Handlungshilfe Führungskräfte • Qualitätskriterien für das BGM im Bereich der psychischen Gesundheit • Selbsteinschätzung für das BGM im Bereich der psychischen Gesundheit • in Erarbeitung: Praxishilfen zu konkreten betrieblichen Maßnahmen • in Erarbeitung: Praxishilfe für Betriebsräte • in Erarbeitung: E-Learning Tool für Führungskräfte www.psyga-transfer.de 31
  • 32. Fazit • Die mitarbeiterorientierte Personalpolitik wird zur zentralen Basis der Gestaltung des demografie- und strukturbedingten Wandel der Arbeitswelt • Eine gute Unternehmenskultur ist Voraussetzung für einen langfristigen wirtschaftlichen Erfolg und die Innovationskraft der Unternehmen Der Mensch rückt in den Mittelpunkt! • Unternehmen lernen mit- und voneinander und bringen sich bei Initiative Neue Qualität der Arbeit ein. KMU greifen Ideen großer Unternehmen auf. • INQA ist ein praktikables Netzwerk, das Unternehmen niedrigschwellige, fundierte und von Unternehmen erprobte Ansätze bietet. 32
  • 33. Vordenker: Unternehmen, die sich auf den Weg gemacht haben Unaufhaltsam? Der Wandel in der Leitfragen Arbeitswelt  Welche betrieblichen Beispiele gibt es? Psychische Gesundheit  Was zeichnet sie aus? und Arbeitswelt Der Mensch im Mittelpunkt Unter der Lupe: Unternehmenspraxis 33
  • 34. Wie Gesundheitsmanagement in Betrieben konkret gelingen kann: Unter der Lupe: UnternehmenspraxisDemografie Durch Erhaltung und Förderung der Arbeitsfähigkeit begegnet die Volkswagen AG in Emden dem demografischen Wandel: Arbeitsgestaltung: Die ergonomische Gestaltung der Arbeit steht im Volkswagen AG Vordergrund. Es erfolgt eine Bewertung aller Arbeitsplätze in der Fertigung (Werk Emden) nach dem Ampelsystem. Ein gelungenes Beispiel ist im Werk Emden der Liege-Schwenksitz, der zu einer wesentlichen Verbesserung der Ergonomie und Erleichterung des Arbeitsprozesses beiträgt. Arbeitszeitgestaltung: Es werden Optionen für eine flexible und differenzierte Lebensarbeitszeit angeboten. Gesundheitsmanagement: Das Gesundheitsmanagement umfasst z.B. das betriebliche Eingliederungsmanagement, die Vorsorgeuntersuchung „Volkswagen-Checkup“, die arbeitsplatzabgestimmte Rehabilitation und eine Kampagne zur gesunden Ernährung. Personal- und Teamentwicklung: Qualifizierung für Führungskräfte und Meister bezüglich der relevanten Demografie-Themen. Unternehmenskultur: In Gesundheitszirkeln werden die arbeitsbedingten Ursachen für gesundheitliche Belastungen gemeinsam mit MitarbeiterInnen identifiziert. Im Reha-Zentrum Volkswagen erfolgt ein Training unter Anleitung zur Förderung der eigenen Gesundheit mit dem Schwerpunkt Selbst- verantwortung. 34
  • 35. Wie Gesundheitsmanagement in Betrieben konkret gelingen kann: Unter der Lupe: UnternehmenspraxisGesundheit Die Unternehmensstrategie der Berliner Stadtreinigung (BSR) stellt die Gesundheit ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, besonders in schwierigen Arbeitssituationen, in den Vordergrund Die BSR investierte in neue Niederflurfahrzeuge, wodurch der Ausstieg Berliner einfacher geworden ist. Das schont die Gelenke und senkt den Stadtreinigung Krankenstand. • . Bei Fußproblemen erhalten die MitarbeiterInnen nach einer computergestützten Fußvermessung speziell angepasstes orthopädisches Schuhwerk. • Die Berliner Straßenreiniger sind heute mit leichten Aluminium-Karren unterwegs, die sich leicht aus den Kehrichtsammelfahrzeugen aus- und einladen lassen und sich leichter schieben lassen. Ausgewählte MitarbeiterInnen nehmen an einer intensiven betriebsinternen Weiterbildung zu ehrenamtlichen betrieblichen Gesundheitslotsen teil. • Sie unterstützen ihrer Kolleginnen und Kollegen bei Themen gesundheitsfördernder Arbeitsorganisation. • Informieren über Angebote des betrieblichen Gesundheitssports sowie über Freizeitevents der BSR. 35
  • 36. Wie Gesundheitsmanagement in Betrieben konkret gelingen kann: Unter der Lupe: UnternehmenspraxisFamilie Das Unternehmen EURAWASSER Nord GmbH stellt in seiner Unternehmensstrategie vor allem das Thema Vereinbarkeit von Beruf und Familie in den Mittelpunkt seiner Aktivitäten. EURAWASSER Nord GmbH Die EURAWASSER Nord GmbH ist der größte Wasserversorger in Mecklenburg-Vorpommern und beschäftigt derzeit rund 400 Mitarbeiter. Besonders die Vereinbarkeit von Beruf und Familie ist ein zentrales Thema bei der EURAWASSER Nord GmbH. In diesem Bereich gibt es eine Vielzahl von Angeboten für Angestellte mit Kindern oder zu pflegenden Angehörigen: • Flexible Arbeitszeiten. • Hilfe bei der Gestaltung der Kinderbetreuung, sei es durch organisatorische Zusammenarbeit mit den Trägern, sei es durch betrieblich unterstützte oder auch betriebliche Kinderbetreuungsangebote. • Hilfe bei der Gestaltung der Pflege älterer Familienmitglieder, • Weiterbildungsmöglichkeiten während der Elternzeit und Teilzeit für Mütter und Väter. 36
  • 37. Alterung in Deutschland Die weibliche Lebenserwartung hat sich in den letzten Jahren um jährlich 3 Monate erhöht Die durchschnittliche Lebenserwartung der Deutschen steigt jedes Jahr um 40 Tage. Die Lebenserwartung Neugeborener liegt zur Zeit um 7 Jahre höher als noch 1970 Jedes zweite heute geborene Mädchen, hat eine Lebenserwartung von 100 Jahren, jeder zweite Junge wird 95 Jahre. 37
  • 38. Erwerbstätigenquoten nach Altersgruppen 2009 undihre Veränderung in Prozentpunkten gegenüber 2000 60-u. 65 J. 20,7% 38,4 % 55-u. 60 J. 63,7% 69,9 % 20-u. 55 J. 75,3% 78,5% Insgesamt 44,5% 47,2% 0,0 2,0 4,0 6,0 8,0 10,0 12,0 14,0 16,0 18,0 20,0 Veränderung in Prozentpunkten 2009 gegenüber 2000 38 Quelle: Statistisches Bundesamt, Mikrozensus.
  • 39. Entwicklung der sozialversicherungspflichtigenBeschäftigung nach Alter in ausgewählten Jahren Veränderung 2005 2006 2007 2008 2009 2005/2009 in %SV-Beschäftigte (Tsd.) 26.178 26.354 26.855 27.458 27.380 4,620 - u. 55 J. 22.428 22.476 22.741 23.103 22.854 1,955 - u. 60 J. 2.021 2.198 2.361 2.517 2.605 28,960 - u. 65 J. 778 737 799 875 995 28,055 - u. 65 J. 2.799 2.935 3.160 3.392 3.600 28,6Anteil der SV-Beschäftigten an Erwerbstätigen der jeweiligen Altersgruppe (in %) %-Punkte20 - u. 55 J. 73,9 72,8 72,8 73,3 73,1 -0,855 - u. 60 J. 66,5 66,4 67,0 67,9 68,5 2,060 - u. 65 J. 55,5 54,9 54,9 57,3 59,2 3,755 - u. 65 J. 63,0 63,1 63,5 64,8 65,6 2,6Anteil der SV-Beschäftigten an Bevölkerung der jeweiligen Altersgruppe in % (Beschäftigungsquote)55 - u. 60 J. 41,5 42,8 44,6 46,6 48,3 6,860 - u. 65 J. 16,6 17,1 18,7 20,6 23,4 6,855 - u. 65 J. 29,3 31,0 33,0 35,2 37,3 8,0 39 Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit; Statistisches Bundesamt, Mikrozensus[1].
  • 40. Zuwanderung ist kein Allheilmittel… 40
  • 41. So fit wie nie zuvor… Männer Frauen70 70% %65 6560 6055 5550 5045 4540 40 1998 2003 2009 1998 2003 2009 50-54 55-59 60-64 65-70 Quelle: RKI Sonderauswertung. auf Basis von im BGS 1998, GsTel2003 und GEDA 2009 41
  • 42. Fakt ist .... Der Sozialaufwand einer Epoche muss immer aus dem Volkseinkommen dieser Epoche gedeckt werden. Ein Ansparen einer Kapitaldeckung in volkswirtschaftlicher Größenordnung ist damit nicht möglich. Wertschöpfung entsteht durch Arbeit. Wer Wachstum will braucht den Menschen. 42
  • 43. Bildnachweis: sustainable-human-solutions.de Der Arbeitsmarkt dreht sich….43 43
  • 44. Wanderungssalden 1991-2011 800.000 782.071 700.000 602.523 600.000 500.000 462.096 397.935 400.000 314.998 300.000 282.197 272.723 279.000 219.288 201.975 200.000 167.120 142.645 127.677 93.664 100.000 82.542 78.953 47.098 43.912 22.792 0 -12.782 -55.743 -100.000 1991 1992 1993 1994 1995 1996 1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 Quelle: Statistisches Bundesamt Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 44 06.08.2012
  • 45. Im Detail: Anknüpfungspunkte für Unternehmen INQA-Unternehmenscheck Guter Mittelstand  Die Herausforderungen von KMU kennen und Lösungen entwickeln.  Einen praktischen Beitrag zum Bewusstseinswandel in KMU leisten. Audit „Arbeitgeber der Zukunft“Arbeitgeberder Zukunft  Vertrauen in gute Arbeitgeber unterstützen und Vorbilder etablieren.  Wettbewerbsfähigkeit bei der Suche nach Fachkräften stärken. Benchmark/Wettbewerb „Unternehmenskultur im Inneren“ Bester  Unternehmen auszeichnen, die die Eigenschaften eines „Unternehmens Arbeitgeber der Zukunft“ im Sinne der tragenden INQA-Themensäulen erfüllen.  Wird durch Mitarbeiterbefragung und Maßnahmenanalyse bewertet. Exzellenzbeispiele aus der Online-Datenbank  Konkrete Beispiele aus der Unternehmenspraxis unterfüttern die Theorie.  Ein Fundus an guten Beispielen ist für verschiedene Themen nutzbar. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 45 06.08.2012
  • 46. Weitere Angebote der Initiative:Akteure vor Ort stärken Einbindung von Multiplikatoren MdB-Patenmodell  Gewinnung von Wahlkreisabgeordneten für eine überparteiliche Initiative.  Botschafter in den Regionen nutzen und regionales Wissen bekommen. ESF-Programm unternehmenswert Mensch  Praxisnahe und bedarfsorientierte Unterstützung von KMU bei der Entwicklung demografiefester personalpolitischer Strategien. Demografietarifverträge moderieren • Zusammenarbeit mit den vier großen • Know-how-Vermittlung durch Personalerverbänden (BPM, DGFP, Projektförderung wie in der Selbst-GmbH, HCC) Chemiebranche Netzwerke ausbauen Projektförderung • Neuaufbau eines • Neue Ausschreibung 2012 wissenschaftlichen Beirats Wissenschaftlicher Beirat Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 46 06.08.2012
  • 47. Best Practice-Beispiel Personalführung:Hilti „Wir haben einen klaren Leitsatz für Führungskräfte: Entwickle deine Mitarbeiter und erreiche deine Ziele!“Erfolgsfaktoren Mitarbeiterentwicklung Ermöglichen von Einbindung der zentrale Aufgabe für Quereinstiegen und Belegschaft Führungskräfte horizontalen Karrieren Fakten zu Hilti - rund 2.000 Beschäftigte in Deutschland „Nur mit einer zufriedenen - Jährliche Befragung der Mitarbeiterinnen und Belegschaft kann ein Unternehmen Mitarbeiter (mit einer Beteiligung von knapp 90% der langfristig erfolgreich sein." Belegschaft); außerdem monatliche Veröffentlichung eines „Stimmungsbarometers - Die Hilti Deutschland AG erreichte für das Jahr 2011 im Wettbewerb „Deutschlands Beste Arbeitgeber“ (Great Place to Work Institute/ Bundesarbeitsministerium) Jochen Olbert Platz 16 sowie Platz 12 im Ranking „100 Best Geschäftsführender Direktor Workplaces in Europe“. der Hilti Deutschland AG Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 47 06.08.2012
  • 48. Best Practice-Beispiel Chancengleichheit undDiversity: Microsoft „Uns geht es darum, die unterschiedlichen persönlichen Bedürfnisse unserer MitarbeiterInnen zu berücksichtigen und bestmögliche Arbeitsbedingungen für sie zu schaffen!“Erfolgsfaktoren Vertrauensarbeitszeit und Unterstützung bei Individuelles Mentoring Mobiles Arbeiten Kinderbetreuung „Wir sind davon überzeugt, dass wir mit einem bunten Mitarbeiter- Fakten zu Microsoft stab mehr und bessere Ideen - ca. 2.700 MitarbeiterInnen in Deutschland entwickeln können und kreativer - Sieben der fünfzehn Mitglieder der Geschäftsführung sind. Das macht uns erfolgreich.“ von Microsoft Deutschland sind Frauen. - Microsoft wurde mehrfach für seine Chancengleichheit und Vielfalt ausgezeichnet, z.B. 2011 mit dem Brigitte Hirl-Höfer Sonderpreis des Great Place to Work Institute Senior Director Human Resources und Mitglied der Geschäftsleitung der Microsoft Deutschland GmbH Deutschland. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 48 06.08.2012
  • 49. Best Practice-Beispiel Wissen & Kompetenz:domino-world „Nur die Unternehmen, die geeignete Mitarbeiter bekommen, können am Ende auch Aufträge annehmen und ihre Kunden bedienen. Wer das nicht kann, ist weg vom Markt.“Erfolgsfaktoren „Wissensbilanz“ macht Eigens entwickeltes Mentoring für neue Kompetenzen greifbar Weiterbildungkonzeopt MitarbeiterInnen Fakten zu domino-world „Gute Mitarbeiter sind - 520 MitarbeiterInnen anspruchsvoll: Sie erwarten - Regelmäßige Supervision und Fortbildung aller von ihrem Chef, dass er ihnen Pflegekräfte durch Geschäftsführung zuhört und sie unterstützt.“ - domino-world wurde beim Wettbewerb Great Place to Work 2011 zum zweiten Mal in Folge mit dem 1. Platz als „Bester Arbeitgeber im Gesundheitswesen“ ausgezeichnet (2. Platz bei „Deutschlands Beste Arbeitgeber“). Daneben erreichte das Unternehmen den Lutz Karnauchow 3. Platz beim europäischen Qualitätspreis, dem EFQM- Vorstand von domino-world Excellence-Award. Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 49 06.08.2012
  • 50. Best Practice-Beispiel Gesundheit:Wurst Stahlbau GmbH „Jeder Euro, den wir in das Gesundheitsmanagement investieren, zahlt sich am Ende für das Unternehmen aus. Die Fehlzeiten sind gesunken, die Produktivität ist gestiegen.“Erfolgsfaktoren Aktive Förderung von Individuelle Weiterbildungs- Kommunikation Gesundheitsförder- management für alle & Information maßnahmen MitarbeiterInnen Fakten zu Wurst Stahlbau GmbH „Der Schlüssel zum Erfolg - 185 MitarbeiterInnen ist ein ganzheitliches - Das umfangreiche betriebliche Gesundheits- Gesundheitsmanagement.“ management, das der Stahlbau-Betrieb im Jahr 2005 eingeführt hat, wurde mit Unterstützung des AOK- Instituts für Gesundheitsconsulting erarbeitet. Das Institut organisiert auch das Netzwerk „KMU- Kompetenz“, das von der Initiative Neue Qualität der Thomas Wurst Arbeit gefördert wird. Geschäftsführer der Wurst Stahlbau GmbH Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 50 06.08.2012
  • 51. Unbürokratisch:Der Weg zum Beratungsscheck Erstberatung Voraussetzung für den Beratungsscheck ist die Erstberatung des Unternehmens in einer der bis zu 32 regionale Beratungsstellen (erhalten eine Beratungspauschale sowie eine Grundförderung) in den 16 Modellregionen positive Stellungnahme + Fachberatung Handlungsplan Fußzeile einfügen über "Einfügen" > Kopf- und Fußzeile > „Für alle übernehmen“ 51 06.08.2012
  • 52. Psychische Gesundheit und ArbeitsweltZukunftsaufgabe: Wohlbefinden & Leistungsfähigkeit stärkenÄltere seltener krank als Jüngere, dafür aber länger Psychische Erkrankungen verursachen längste Ausfallzeiten Wie akut der Handlungsbedarf ist, zeigen die Zahlen: Rund 32 Prozent der Deutschen leiden häufig oder sogar ständig unter Stress, rund ein Drittel der Beschäftigten in Deutschland sind der Ansicht, dass sie ihre Arbeit unter den derzeitigen Anforderungen wohl nicht bis hin zum Rentenalter ausüben können. 52
  • 53. Der Mensch im MittelpunktEin Blick in die INQA-Produktpalette (2/2): Hörbuch Hörbuch: Stress, psychische Belastung, Burnout - Handeln, bevor der Job krank macht Im Rahmen des psyGA*-transfer Projektes hat die Bertelsmann-Stiftung ein Hörbuch zu psychischen Belastungen am Arbeitsplatz produziert. • Zentrale Fragen sind: Wird die Zukunft noch schneller, noch belastender? Welche Kompetenzen brauchen Arbeitnehmer, um in der Arbeitswelt gesund zu bleiben? Wie können sie ihre Abwehrkräfte stärken? • Mediziner sprechen hier über die typische Stresserkrankung Burnout. Betroffene schildern, wie es sich anfühlt, darunter zu leiden. Über die ersten Anzeichen berichten Mitarbeiter aus Unternehmen – Mediziner kommentieren die Schilderungen und geben Empfehlungen * psyGA steht für Psychische Gesundheit in der Arbeitswelt und ist ein Projekt, das der BKK Bundesverband zusammen mit 15 Kooperationspartnern durchführt. 53

×