Spendenbericht   1         2010
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SPENDENTREND – LAND DER KLEINSPENDER                                                                                1Öster...
2   DIE AUSWIRKUNGEN DER SPENDENABSETZBARKEIT    Seit 1.1.2009 sind Spenden für mildtätige Zwecke                hilfevere...
Wie hat sich das Spendenaufkommen verändert?                                                                          3Aus...
4   WOFÜR SPENDEN DIE ÖSTERREICHER?                                                                                       ...
DIE 25 GRÖSSTEN NGOS ÖSTERREICHS 2010                                                  5         Organisation             ...
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Spendenbericht 2010

  1. 1. Spendenbericht 1 2010
  2. 2. 2 SPENDENAUFKOMMEN 2008-2010 Das Spendenjahr 2010 350 380 400 war geprägt von den bei- den Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan. Diese 2008 2009 hatten einen wesentlichen Einfluss auf das Spenden- 2010 aufkommen 2010. Erfreulicherweise sind aber auch Abb. Spendenaufkommen 2008-2010 in Mio. € in anderen Bereichen die Spenden gestiegen. Entgegen vieler Befürchtungen waren die Öster- Die Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit von reicherInnen auch in der Krise solidarisch. So stiegen Spenden für mildtätige Organisationen hat zu dieser die Spendenaufkommen von 2008 auf 2009 bei den positiven Entwicklung beigetragen. So stieg das größten 50 Vereinen im Schnitt um 5% bis 10%. Aufkommen 2009 und 2010 jeweils um rund 10% an. Wermutstropfen ist aber weiterhin, dass Dies entspricht umgelegt auf ein geschätztes Spen- Spenden für die zwei Spendenthemen Umwelt- und denvolumen von € 350 Millionen Euro (Privat- und Tierschutz nach wie vor nicht absetzbar sind. Es sind Unternehmensspenden, 2008) einer Steigerung um 30 dadurch bereits erste Wettbewerbsnachteile Millionen Euro auf 380 Millionen Euro 2009. Für 2010 für NPOs in diesem Bereich zu bemerken. wird wiederum auf Basis der bisherigen Zahlen mit Das Spendenaufkommen bleibt hier hinter dem einem weiteren Wachstum des Spendenaufkommens Gesamttrend zurück. Mit verhältnismäßig geringen auf 400 Millionen Euro gerechnet. Die Spenden für Kosten von einer Million Euro Steuerentfall könnte die Opfer der Naturkatastrophen in Haiti und Pakistan diese Benachteiligung repariert werden. Der FVA beeinflussten dieses Ergebnis mit insgesamt 46,7 Mil- fordert daher: Jede Spende muss gleich viel lionen maßgeblich. Nachdem das Spendenaufkommen Wert sein! in den Jahren zuvor eher stagnierte, sind die beiden vergangenen Jahre ein positives Zeichen für einen Mit seinem ersten Spendenbericht möchte der Trendwechsel. Weiterhin spenden die Österreicher Fundraising Verband eine fundierte und kompakte am liebsten mit Erlagschein, bei Sammlungen in der Wissensquelle für das Spendenwesen schaffen. Kirche und an der Haustüre (Quelle: Public Opinion). Der Spendenbericht liefert nicht nur aktuelle Zahlen über das Spendenwesen, sondern bietet Hin- tergrundwissen – etwa über Spendenmotive und -themen sowie eine erste Einschätzung über die Auswirkungen der steuerlichen Absetzbarkeit. Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer Fundraising Verband Austria „Die Spendenbereitschaft ist so hoch wie kaum in einem anderen Land! Gerade wenn es darauf an- kommt, wie heuer bei Haiti und Pakistan, zeigen die ÖsterreicherInnen ihre ungebrochene Solidarität.“ Barbara Stöckl, Moderatorin und Fundraiserin 2010
  3. 3. SPENDENTREND – LAND DER KLEINSPENDER 1Österreich ist ein Land der Kleinspender. Überpropor- Das Spendenaufkommen ist im Vergleich zu Deutsch-tional viele Personen schwächerer Einkommensschich- land und der Schweiz geringer, während der Anteil derten spenden, während Großspenden beinahe fehlen. spendenden Bevölkerung teilweise wesentlich höherInsgesamt haben in den vergangenen zwölf Monaten ist. Beide Länder haben allerdings die für Großspender61 % der ÖsterreicherInnen gespendet (Public Opini- wichtige steuerliche Absetzbarkeit bereits seit Jahr-on 2010). Damit hat sich der Anteil der SpenderInnen zehnten eingeführt.gegenüber dem Vorjahr um 6% erhöht. Land Spende/Einwohner (EURO) Spendenvolumen (EURO) Bevölkerung USA 617 182,7 Mrd. 296,0 Mio. UK 205 12,3 Mrd. 60,0 Mio. Niederlande 116 1,9 Mrd. 16,4 Mio. Schweiz 71 530,0 Mio. 7,5 Mio. Deutschland 61 5,0 Mrd. 82,0 Mio. Österreich 46 380,0 Mio. 8,2 Mio. Tab. Spendenaufkommen im internationalen VergleichPHILANTHROPEN IM VORMARSCH?Das philanthropische Engagement großer Spender ist hat, weltweit sozial orientierte Unternehmer zu findenin Österreich im Unterschied zu Ländern wie den USA und zu fördern. Essl steht aber auch hinter einernicht sehr etabliert. Ersten Anzeichen nach könnte Initiative von sechs österreichischen Privatstiftungensich das in den nächsten Jahren wesentlich ändern. (Erste Stiftung, Essl Foundation, Humer Privatstiftung,So brachte das Jahr 2010 eine der größten Einzel- Schweighofer Privatstiftung, Katharina Turnauer Pri-spenden in Österreich seit langem! Das „Institute of vatstiftung und Unruhe Privatstiftung), die die gemein-Science and Technology Austria“ in Maria Gugging in nützige Rolle der Stiftungen vermehrt betonen will.Niederösterreich erhielt von der Invicta Stiftung desPharmaunternehmers Peter Bertalanffy im Zuge einerSchenkung 10 Millionen Euro. Mit der Spende wird nunein Gebäude der Eliteuniversität errichtet.Ein weiterer herausragender Philanthrop war 2010wiederum Martin Essl. Er spendete mit dem Essl SocialPrize einen Betrag von 1 Mio. Euro. Der Preis ging die-ses Jahr an das Projekt „Ashoka-Globalizer“. Ashokaist eine internationale NPO, die sich zum Ziel gesetzt „Der Fundraising Verband hat federführend an der Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit mitge- wirkt. Bereits 2010 zeigen sich die ersten Erfolge!“ Monica Culen, Präsidentin FVA
  4. 4. 2 DIE AUSWIRKUNGEN DER SPENDENABSETZBARKEIT Seit 1.1.2009 sind Spenden für mildtätige Zwecke hilfevereine abgesetzt werden. Betraf die Regelung sowie für Entwicklungs- und Katastrophenhilfe steuer- für die Forschungsvereine nur rund 10% aller Spenden lich absetzbar. Bis dahin waren nur Zuwendungen an in Österreich, so ist jetzt der Großteil aller Spenden Forschungsvereine, Universitäten und Museen steuer- absetzbar. Ausgenommen sind aber weiterhin der begünstigt. Damit können seither neben den Spenden Umwelt- und Tierschutz. Für diese erweist sich die an die bestehenden rund 500 Forschungseinrichtungen fehlende Spendenabsetzbarkeit bereits jetzt als großer auch Spenden an 516 mildtätige bzw. Entwicklungs- Nachteil. Wie nutzen die Spender die Absetzbarkeit? 92.660 Abb. Anzahl der Spender, die 2009 Spenden steuerlich abgesetzt haben 83.070 (304.578 Spender), Quelle Bundes- rechenzentrum – Auswertung FVA, Stand 1.10.2010, endgültige Zahlen liegen noch nicht vor. 45.764 31.122 30.142 21.859 2.00 0 0–1 20.00 0 0 12 – 30.00 0 20 – 40.00 0 30 – 50.00 0 Einkommensstufen 40 – 50.00 über Nach einer ersten Auswertung der Lohn- und betrugen bisher rund € 15,7 Mio. Die Erweiterung Einkommensteuerstatistik für 2010 haben rund auf den Umwelt- und Tierschutz würde auf Basis 10% aller steuerpflichtigen Österreicher Spenden dieser Zahlen knapp € 1 Mio. betragen! für 2009 abgesetzt. Dies entspricht rund 304.000 Personen. Mittlere bis niedrige Einkommensschichten nutzen diese Möglichkeit besonders. Auf Basis der € 251 bis € 550 € 551 bis € 6.000 10% 5% Erfahrungen in Nachbarländern wird dieser Wert auf rund 30-35% in den nächsten Jahren steigen. Es werden hauptsächlich kleinere bis mittlere Spenden abgesetzt. So sind 54% der abgesetzten Spenden geringer als € 80.-. Nach wie vor wissen viele Spender über die Möglichkeit der Spendenabsetzbarkeit nicht ausreichend Bescheid. 0 bis € 80 € 80 bis € 250 54% Die Kosten für die Spendenabsetzbarkeit blieben 31% daher auch weit hinter den € 100 Mio., die das Finanz- ministerium ursprünglich budgetiert hatte, zurück, und Abb. Höhe der abgesetzten Spenden
  5. 5. Wie hat sich das Spendenaufkommen verändert? 3Auswertungen des Spendenindex ergeben, dass Tierschutzorganisationen stagnierte bzw. in Einzel-mildtätige und internationale Vereine 2009 und 2010 fällen sogar zurückging. Die Steigerung von 2008 aufihr Spendenaufkommen deutlich steigern konnten, 2009 kann zumindest teilweise mit der Einführung derwährend das Spendenvolumen der Umwelt- und steuerlichen Absetzbarkeit erklärt werden, während die von 2010 vor allem durch die beiden Naturkatast- rophen in Haiti und Pakistan erklärbar ist. Insgesamt sind seit der Einführung der steuerlichen Absetzbarkeit die Durchschnittsspenden bei begünstigten NPOs eher gestiegen. Der Spendenindex wird monatlich von der Dialog Marketing Agentur DIRECT MIND (www.directmind.at) erhoben. Er beinhaltet die Spendeneingänge von 36 gemeinnützigen Vereinen mit einem Spenden- volumen von rund 72 Mio. Euro oder 20% des Okt. Gesamtspendenaufkommens Österreichs. Der Index 2008 2009 2010 Okt. ist damit ein repräsentativer, zeitnaher Indikator 2008 2009 2010 für Spendentrends.Abb. Spendenindex 2008 – Okt. 2010: Vergleich Spendenent-wicklung bei absetzbaren und nicht absetzbaren SpendenWie sehen die Organisationen die Folgen?Eine vom FVA in Auftrag gegebene telefonische Befra- Vor allem Unternehmen und Großspender werden diegung (durchgeführt von HUMUS – Agentur für Kom- steuerliche Absetzbarkeit nützen und dadurch ihremunikation) unter 77 der größten begünstigten NPOs Spendenhäufigkeit oder ihr -volumen erhöhen. Den-kommt zum Schluss, dass die steuerliche Absetzbar- noch wird darauf hingewiesen, dass Informationsmaß-keit von Spenden einen positiven Effekt auf die Höhe nahmen notwendig sind, um das volle Potential dieserder Spendeneinnahmen hat. 73% haben bereits posi- Errungenschaft auszuschöpfen.tive Auswirkungen beobachtet. Keine befragte Organi-sation gab an, dass es seit 2009 massive Rückgänge(mehr als minus 10%) gab, nur 5% berichteten, dassdie Einnahmen durch Spenden gesunken sind (Rück-gang von minus 1% - 9%). Demgegenüber stehen41%, die eine leichte Zunahme (plus 1% - 9%) und23%, die eine starke (mehr als 10%) Zunahme anSpendeneingängen seit 2009 vermerken. Rund einDrittel (31%) der befragten Organisationen hat keineVeränderung der Spendeneinnahmen wahrgenom- „Eine Million Euro Steuer-men. In die Zukunft blickend sind 87% der Ansicht, ausfall stehen in keinerdass die Absetzbarkeit innerhalb der nächsten fünf Relation zu dem Wunsch der Österreicher etwasJahre positive Effekte bringen wird. für den Umwelt- und Tierschutz zu tun!“ Gerhard Pock, Stellv. Geschäftsführer WWF Österreich
  6. 6. 4 WOFÜR SPENDEN DIE ÖSTERREICHER? Kinder Tiere Katastrophenhilfe im Inland Kirchen, religiöse Verei nigungen Katastrophenhilfe im Aus land gegen den Hunger in der Welt Obdachlose, Bettler geistig oder körperl ich Behinderte sozial Benachteilig te Natur- und Umwe ltschutz 0% 5% 10% 15% 20% 25% 30% Abb. Die beliebtesten Spendenthemen der Österreicher 2010 (Public Opinion: Spendenmarkt Österreich 2010) Auch 2010 waren die Motive Sympathie gegenüber den 2010 spendeten die Österreicher wieder besonders Organisationen, Solidarität mit den Armen und Schwa- gerne an Projekte für Kinder. Mit beachtlichem Abstand chen und der überzeugende Aufruf einer Hilfsorganisa- folgen Tiere, Katastrophenhilfe im Inland sowie Kirchen/ tion die wichtigsten Faktoren für eine Spende. In den religiöse Vereinigungen. Frauen spenden tendenziell für vergangenen Jahren wird ein Spendenmotiv immer Kinder, Tiere und Kirchen, Männer eher für Sport und stärker: Immer mehr Österreicher spenden, da ihrer sozial Benachteiligte. Die Altersgruppe 50+ ist besonders Meinung nach der Staat zu wenig für die Bedürftigen spendenfreudig. In den letzten Jahren ist zunehmend er- macht. Die steuerliche Absetzbarkeit ist aufgrund der kennbar, dass die Spender sich genau überlegen, wofür geringen Bekanntheit für die Österreicher noch nicht sie spenden. sehr ausschlaggebend für eine Spende. Haiti und Pakistan Land Gesamt pro Einwohner Die österreichische Bevölkerung unterstützte die Opfer des Erdbebens in Haiti im Jänner 2010 mit 32 Millio- Schweiz 55 Mio. 7,10 nen Euro. Die ORF-Aktion „Nachbar in Not“ war mit Niederlande 68 Mio. 4,10 fast 50% des Spendenvolumens daran beteiligt. Österreich 32 Mio. 3,80 Die Spenden waren im internationalen Vergleich hoch Kanada 110 Mio. 3,30 (Siehe Grafik). Deutschland 195 Mio. 2,40 Im Juli 2010 verwüsteten katastrophale Überschwem- Schweden 22 Mio. 2,40 mungen Pakistan. Die österreichische Bevölkerung USA 653 Mio. 2,10 unterstützte die Hilfsorganisationen vor Ort mit 14,7 UK 100 Mio. 1,60 Millionen Euro. Dies entspricht rund drei Mal den Zu- Spanien 69 Mio. 1,50 sagen der österreichischen Bundesregierung in der Höhe Italien 55 Mio. 0,90 von 5 Millionen Euro. Rückblickend lässt sich sagen, dass am Anfang die Dimension der Katastrophe nicht Tabelle: Spenden für die Opfer des Erdbebens in Haiti – Interna- erkennbar war. Aus diesem Grund entwickelte sich das tionaler Vergleich, Quelle: ICFO, DZI, FVA. Angaben in Euro – Nur private Spenden, ohne staatliche Hilfsgelder (Stand: März 2010) Spendenaufkommen nur langsam. International gesehen liegt Österreich mit einer Pro-Kopf-Spende von 1,75 Euro knapp hinter Deutschland mit 1,96 Euro (Spendenauf- kommen D: 161 Millionen Euro, Quelle: DZI).
  7. 7. DIE 25 GRÖSSTEN NGOS ÖSTERREICHS 2010 5 Organisation Spenden 2009 in Mill. Euro1 Rotes Kreuz 48,70 *2 Caritas 40,603 SOS Kinderdorf 34,204 Dreikönigsaktion 14,205 Ärzte ohne Grenzen 13,106 Missio 11,007 St. Anna Kinderkrebsforschung 10,508 Licht ins Dunkel 8,909 Licht für die Welt 8,1010 Greenpeace 7,7011 Vier Pfoten 7,6012 World Vision 6,5013 WWF 5,6014 amnesty international 4,6015 Rote Nasen Clowndoctors 3,7016 Pro Juventute 3,5017 MIVA 3,4018 Steyler Missionare 3,2019 Jugend Eine Welt – Don Bosco Aktion Austria 3,1020 UNICEF 2,8021 Menschen für Menschen 2,8022 CARE 2,7023 DEBRA Austria, Interessengemeinschaft Epidermolysis bullosa 2,3024 Familienfasttag 2,3025 GLOBAL 2000 2,20Quelle: Recherche FVA, Stand 11.2010* Spendenzahlen 2008
  8. 8. 6 KONTAKT UND INFORMATION FVA - Fundraising Verband Austria Herbeckstraße 27/10 1180 Wien T: +43-1-2765298, F: +43-1-4787742 E: fva@fundraising.at I: www.fundraising.at Impressum: Herausgeber: FVA - Fundraising Verband Austria, Herbeckstraße 27/10, 1180 Wien, ZVR-Nr.: 994812845 Redaktion: Dr. Günther Lutschinger, Mag. Peter Steinmayer Fotos: Cover: v.l.n.r.: Alex Wynter/IFRC, Caritas/Walter Luttenberger, IFRC/Eric Quintero, Martin Harvey/WWF-Canon; Stöckl: Günther Pichlkostner, Culen: Giora Seeliger, Pock: Krischanz und Zeiler, sowie Eigene; Grafiken: FVA, Public Opinion. Grafik: Rudi Krammer, Langenzersdorf Druck: Ferdinand Berger & Söhne GmbH, Horn

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