160909 Kurz Politische Denkwege2.0

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    1. Politische Denkwege 2.0 Wie das Social Web die politische Landschaft verändern könnte Social Media Club München Florian Semle, 16.09.2009
    2. Wie kann das Social Web das Wahlverhalten, den politischen Diskurs oder die politische Entscheidungsfindung verändern?
    3. Der Deutsche Obama… …wäre eine Partei! Parteien sind DIE zentrale Institution des politischen Systems in Deutschland (vergleichbar mit dem Präsidentenamt in den USA).
    4. Parteien als Gatekeeper der Demokratie Bundespräsidentenamt Amt des Bundeskanzlers Bundestag Bundesrat Öffentliche Ämter (Ministerialbürokrat Bundesverfassungs- ie, Rundfunkrat, gericht etc.)
    5. Parteien haben eine exklusive, monopolistische Funktion in unserem politischen System übernommen. „Es gibt keine Politik mehr ohne Parteien“ Richard von Weizäcker
    6. Parteieninterpretation der Demokratie • „Politische Fragen werden nur noch nach dem partei- politischen Denkmustern behandelt“ (Robert Leicht). • Politische Initiativen gegen diese Denkmuster sind kaum mehr möglich. • Geringe Kontroll- möglichkeiten bei partei- übergreifendem Konsens (z.B. Versorgungsbezüge).
    7. Wachsende Distanz zwischen den einmal gefragten Wählern und den sie repräsentierenden Parteien
    8. Ermüdungserscheinungen des repräsentativen Systems
    9. Antipolitische Mehrheiten unter Jugendlichen
    10. Politik- oder parteiverdrossen?
    11. Social Web als Gegenkultur? • Offener Diskurs und Meinungsvielfalt • „Jeder zählt“: Mitwirkung und Aktivierung • Selbststeuerung, keine Hierarchien • Kultur der Personalisierung, Authentizität und Polarisierung
    12. Das Social Web funktioniert in vieler Hinsicht entgegengesetzt zu klassischen parteipolitischen Mechanismen.
    13. Clash der Kulturen oder kultureller Austausch - wie wird das Social Web die Politik verändern?
    14. Offenheit des politischen Diskurses Offener Konformitäts- Diskurs druck Partei-intern Parlament Wahlkampf
    15. Social Web Wahlprüfstein: CDU / CSU • Zentrale Steuerung, begrenzte Offenheit für den außerparteilichen Diskurs • Strukturelle Stabilität, geringe Veränderungs- bereitschaft • Generationskluft: Hoher Anteil älterer Wähler • Relativ geringe Internet- Affinität Szenario: Revolution von unten: Langfristige Etablierung über einzelne Abgeordnete und Untergruppierungen
    16. Social Web Wahlprüfstein: SPD • Starke „Lagerorientierung“, starker Binnendiskurs • Strukturell stabil, bedingt offen für Neuerungen • Ältere Klientel • Bedingt internet-affin Szenario: Etablierung von Social Web- Mechanismen durch politische Lager (interne Kampagnen) Ggf. Chance der Opposition
    17. Social Web Wahlprüfstein: FDP • Starke Erfolgs- bzw. Marketing-Orientierung • Hohe Veränderungs- bereitschaft • Ältere Klientel • Relativ höhere Bildung und Internet-Affinität Szenario: Etablierung über Kampagnen, Innenwirkung
    18. Social Web Wahlprüfstein: Grüne • Diskursive Offenheit (z.B. Beteiligung von Nicht- Mitgliedern, Kritikkultur) • Hohe demografische Übereinstimmung mit den digitalen Zielgruppen • Hohe Präsenz im Social Web Szenario: Direkte Konkurrenz zu Piraten Social Web = Risiko und Chance zugleich
    19. Social Web Wahlprüfstein: Piraten • Community-Organisation • „Von Digital Natives für Digital Natives“ • Hohe kulturelle Nähe • Web-basierte Existenz, hohe Kampagnenfähigkeit Szenario: Eigentliche Heraus- forderung: Politisches „Monetarisierungsmodell“ Politische Ergebnisse aus dem digitalen Diskurs Etablierung als Partei, oder Anti-Partei?
    20. Social Web Sonntagsfrage Wie würden sich Wahlkonstellationen auf die politische Relevanz des Social Web auswirken? 1. Gutes Abschneiden der Piraten 2. Schwarz-Rot: Parlamen- tarische Dominanz – wachsende Relevanz von Social Media für kleine Parteien (stark) 3. Schwarz-Gelb: Abhängig vom Kurs der SPD, einzelne Kampagnen
    21. Das Social Web wird die politische Kultur verändern - nicht die Parteien das Internet zu ihren Gunsten.
    22. Digitale Zivilgesellschaft • Netzpolitische Akteure als Advokaten (A- Blogger) • Integration politischer Akteure, z.B. NGOs • Digitale „Bürgerbegehren“ als politische Instrumente • Die Bürger werden kampagnenfähig (Mash-up Politik) • Neue Transparenz • Das Web als kontrollierende Instanz
    23. Open Politics: politische Kultur 2.0 • Thematische Öffnung der Parteien • Parteien als Netzwerke • Permanentes Community Management statt Ein- Weg- Wahlkampf • Direkter Dialog statt Demoskopie • Rückkehr der Persönlichkeit (z.B. Listenwahlen) • Überparteiliche Initiativen und Netzwerke
    24. Vielen Dank! Florian Semle www.freelations.de
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