Web 2.0 aus Sicht der Mediennutzer (Taddicken et al)

  • 2,335 views
Uploaded on

 

More in: Technology
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Be the first to comment
    Be the first to like this
No Downloads

Views

Total Views
2,335
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1

Actions

Shares
Downloads
0
Comments
0
Likes
0

Embeds 0

No embeds

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
    No notes for slide

Transcript

  • 1. Web 2.0 aus Sicht der Mediennutzer: Eine Verortung anhand theoretischer Zugänge und empirischer Erkenntnisse der Kommunikationsforschung
  • 2. Gliederung 1. Der Mediennutzer im Fokus 2. Eine systematische Betrachtung des Web 2.0 3. Eine Verortung theoretischer Zugänge und empirischer Erkenntnisse a. Uses-and-Gratifications-Approach b. Meinungsführer-Konzept 2
  • 3. Gliederung 1. Der Mediennutzer im Fokus 3
  • 4. Wesensmerkmale des Web 2.0 teil-öffentlich zentrale Plattform nicht-flüchtig vereinfachter Zugang Strukturierung durch Interaktivität Gemeinschaft Vergemeinschaftung 4
  • 5. Wesensmerkmale des Web 2.0 • ‚architecture of participation‘ (O‘Reilly 2005: 1) • Nutzer als Rezipient und Kommunikator • neue Formen der Vergemeinschaftung (kollektive Strukturen und Routinen) neues Nutzungsverhalten der Rezipienten: soziale Interaktion + rezipientengenerierter Content 5
  • 6. Web 2.0 als Innovation? • „An innovation is an idea, practice, or object that is perceived as new by an individual or other unit of adoption.“ (Rogers 1995: 11) • „Soziale Innovationen sind neue Wege, Ziele zu erreichen, […] die die Richtung des sozialen Wandels verändern, Probleme besser lösen als frühere Praktiken, und die deshalb wert sind, nachgeahmt und institutionalisiert zu werden.“ (Zapf 1989: 177) Fokussierung der Nutzerperspektive 6
  • 7. Gliederung 1. Der Mediennutzer im Fokus 2. Eine systematische Betrachtung des Web 2.0 7
  • 8. Eine systematische Betrachtung Mikro-Ebene Meso-Ebene Makro-Ebene Charakteristika Individuelle technische Ursachen, der Innovatoren Beziehungen in Voraussetzungen Determinanten, Gruppen Motive für die Bekanntheit und Treiber Adoption Beziehungs- Nutzung strukturen von Gruppen Gratifikationen Folgen für die Funktionen und Wirkungen und der Innovation individuellen Dysfunktionen Folgen Beziehungen und auf gesellschaft- Funktionen persönlichen licher Ebene (funktionale Netzwerke Alternative) Digitale Spaltung Folgen für das Einfluss auf die verfügbare Rolle des Sozialkapital Mediennutzers 8
  • 9. Gliederung 1. Der Mediennutzer im Fokus 2. Eine systematische Betrachtung des Web 2.0 3. Eine Verortung theoretischer Zugänge und empirischer Erkenntnisse 9
  • 10. Eine Verortung theoretischer Zugänge Mikro-Ebene Meso-Ebene Makro-Ebene Charakteristika Individuelle technische Ursachen Uses-and- der Innovatoren Beziehungen in Voraussetzungen Determinanten Gratifications- Gruppen Approach Motive für die Bekanntheit und Treiber Adoption Beziehungs- Nutzung strukturen von Gruppen Gratifikationen Folgen für die Funktionen und Wirkungen und Uses-and- der Innovation individuellen Dysfunktionen Gratifications- Folgen Beziehungen und auf Approach Funktionen persönlichen gesellschaftlicher (funktionale Netzwerke Ebene Alternative) Folgen für das Einfluss auf die verfügbare Rolle des Sozialkapital Mediennutzers 10
  • 11. Grundannahmen des Uses-and- Gratifications-Approach 1. Das Publikum der Massenmedien ist aktiv 2. Der Rezipient wird zur Schlüsselfigur 3. Die Massenmedien konkurrieren mit anderen Quellen der Bedürfnisbefriedigung (funktionale Alternativen) 4. Rezipienten sind dazu fähig, ihre Ziele und Bedürfnisse anzugeben 5. Die Handlungsorientierungen der Rezipienten werden in ihren eigenen Kategorien ermittelt Katz/Blumler/Gurevitch 1974; Schenk 2002 11
  • 12. Elemente des Uses-and-Gratifications- Approach Es gibt Erwartungen an die zu mit dem Resultat soziale und die Massen- verschiedenen der Bedürfnis- psycholo- medien oder Mustern der gratifikation Bedürfnissen, gische die andere Quellen Medien- bzw. anderen Ursprünge stellen zuwendung Konsequenzen von führen „Was machen die Menschen mit den Medien?“ Katz/Blumler/Gurevitch 1974; Schenk 2002 12
  • 13. Warum Uses-and-Gratifications und Web 2.0? • Setzt auf der Mikroperspektive, bei den Nutzern von Web 2.0- Anwendungen an, erlaubt aber auch Schlüsse auf der Makroebene • Die Aktivität des Publikums, ein Wesensmerkmal von Web 2.0, ist zentraler Bestandteil des Ansatzes • Die Nutzung einzelner Medienangebote wird im Vergleich zu alternativen (Medien-)Angeboten betrachtet • Die Bedeutung eines Mediums hängt vom Nutzungs- und Interpretationsprozess des Nutzers ab • Intentionalität, Selektivität und Involvement des Publikums werden berücksichtigt • Das steigende Medienangebot lässt Motive und Zufriedenheit des Publikums als Auswahlkriterien immer wichtiger werden Rubin 2002; Ruggerio 2000; Charney/Greenberg 2002 13
  • 14. Bisherige Forschungsergebnisse • Motive des Bloggens: Spaß, Freude am Schreiben, Festhalten eigener Ideen und Erlebnisse • Motive für Podcasting: Lust am spielerischen Ausprobieren, Selbstdarstellung • Motive für das Schreiben in Wikipedia: Identifikation mit dem Projekt, Lernen, Spaß, Flow-Erleben, Wunsch, Wikipedia kontinuierlich zu verbessern • Web 2.0-Nutzertypen: – Klassifizierung anhand der Dimensionen Gestaltungsgrad, Kommunikationsgrad und Aktivitätsgrad – häufigste Typen: Kommunikatoren, Unterhaltungssucher und Informationssucher Schmidt/Wilbers 2006; Mocigemba 2006; Pentzold et al. 2007; Haas et al. 2007 14
  • 15. Offene Fragen • Ergeben sich vollkommen neue Formen der Publikumsaktivität und -interaktivität? • Sind die Motive für die (aktive und passive) Nutzung von Web 2.0-Angeboten mit denen anderer Massenmedien vergleichbar? • Welche sozialen und psychologischen Faktoren beeinflussen die Motivation zur Nutzung von Web 2.0? • Dient Web 2.0 als funktionale Alternative für interpersonale oder massenmediale Kommunikation? • Welche Konsequenzen ergeben sich für die Nutzung anderer Medien? • Welche Funktionen erfüllen Web 2.0-Angebote für die Gesellschaft? 15
  • 16. Eine Verortung theoretischer Zugänge Mikro-Ebene Meso-Ebene Makro-Ebene Ursachen Uses-and- Meinungsführer- Determinanten Gratifications- Konzept Approach Treiber Meinungsführer- Konzept Uses-and- Wirkungen und Gratifications- Folgen Approach 16
  • 17. Grundannahmen der Meinungsführerkonzeption 1. Persönliche Kontakte werden i.d.R. als einflussreichste Informationsquelle angesehen (auch online!) 2. Meinungsführer: „Personen, die mehr als andere Personen Einfluss mit Ihrer Meinungsäußerung auf die Entscheidungen Dritter haben.“ 3. Meinungsführer zeichnen sich durch folgende Eigenschaften aus: Two-Step-Flow of Communication (und Nachfolgekonzepte) 4. Virtuelle Meinungsführer: Ausschließlich durch Medien bekannt (auch Internet/Web 2.0) Jin/Bloch/Cameron 2002; Katz/Lazarsfeld 1955; Schenk 2002 17
  • 18. Two-Step-Flow of Communication Massenmedien Ideen Ideen Meinungsführer Ideen Ideen Ideen weniger Interessierte Quelle: Eigene Darstellung in Anlehnung an Schenk 2002, S. 322 18
  • 19. Warum Meinungsführer und Web 2.0? • Das Internet bzw. Web 2.0 ist für Meinungsführern von hoher Bedeutung, da es die Möglichkeit bietet sich schnell, umfassend, kostengünstig zu informieren • Web 2.0 bietet Meinungsführern eine hervorragende (globale!) Plattform • Meinungsführer sind offen für Innovationen und adoptieren neue Produkte relativ früh • Meinungsführer als elementarer Faktor bei Diffusion von Innovationen - Schlüsselnutzer • Meinungsführer als Selektoren/Filter des Angebots • Meinungsführer haben für die Funktion einiger Web 2.0 Anwendungen eine hohe Bedeutung • Setzt auf Mikro- und Mesoebene an, erlaubt aber auch Schlüsse auf der Makroebene Baumgarten 1975; Glazer 1991; Hirschman 1980; Jin/Bloch/Cameron 2002; Klein 1998; Lyons/Henderson 2005 19
  • 20. Bisherige Forschungsergebnisse • Online Meinungsführer… – verfügen über gute Computer/Internet Kenntnisse – haben ein hohes Involvement zum Internet – haben bessere Internetkenntnisse und einen ausgeprägteren „Entdeckerdrang“ – sind länger und häufiger online – gehören zu den frühen Adoptoren im Internet – Unterscheiden sich nicht wesentlich von klassischen Meinungsführern Jin/Bloch/Cameron 2002; Lyons/Henderson 2005 20
  • 21. Offene Fragen • Welche Rolle spielen Meinungsführer bei der Diffusion des Web 2.0? • Welche Rolle spielen Meinungsführer im Web 2.0 bzw. einzelnen Angeboten? • Nutzen Meinungsführer das Web 2.0 Aktiv zur Informationsweitergabe, passiv zur Informationsgewinnung oder beides? • ... 21
  • 22. Eine Verortung theoretischer Zugänge Mikro-Ebene Meso-Ebene Makro-Ebene Ursachen Uses-and- Soziale Informa- Meinungsführer- Diffusions- Soziale Kontrolle Determinanten Gratifications- tionsverarbeitung Konzept forschung Sozialkapital Approach Treiber Soziale Milieus / Kanalreduktion Konvergenz- Dynamisch-trans- Meinungsführer- Lebensstile modell aktionaler Ansatz Homophilität Konzept Uses-and- Diffusions- Wirkungen und Soziale Informa- Simulation und Funktionen von Gratifications- forschung Folgen tionsverarbeitung Imagination Medien Approach Wissenskluft- hypothese Kanalreduktion Sozialkapital (Digitale Dynamisch-trans- Spaltung) Kultivierungs- aktionaler Ansatz hypothese Agenda-Setting 22
  • 23. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit! 23