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Gem2010 german
 

 

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    Gem2010 german Gem2010 german Document Transcript

    • Global Entrepreneurship MonitorUnternehmertum im weltweiten VergleichLänderbericht Schweiz 2010 Rico J. Baldegger Andreas A. Brülhart Patrick E. Schüffel Thomas Straub
    • DanksagungDie Autoren bedanken sich bei den Experten, die sich freund- Die Autoren möchten sich ebenfalls beim Koordinati-licherweise dazu bereit erklärt haben, uns eine Einschätzung onsteam des GEM-Projekts bedanken, insbesondere beider Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen in Mick Hancock, Chris Aylett, Niels Bosma, Alicia Cordurasder Schweiz zu geben; ebenso bei den 2002 Personen, die und Yana Litovsky sowie den Sponsoren des GEM-Projektsan der telefonischen Befragung durch die Gesellschaft für am Babson College, Babson Park, MA (USA) und Universi-praktische Sozialforschung (gfs) Bern teilgenommen haben. dad del Desarollo, Santiago, Chile.Dieser Bericht wäre ohne die grosszügige und dankenswer- Der vorliegende Bericht übernimmt in einigen Teilen diete Unterstützung der Förderagentur für Innovationen (KTI) Ergebnisse folgender globalen Untersuchung: Kelley, D. &nicht realisiert worden. Bosma, N. & Amoros, J. E. (2011). Global Entrepreneurship Monitor 2010 Executive Report. Online unter folgenderFür eine Studie in diesem Umfang müssen verschiedene Adresse erhältlich: http://www.gemconsortium.orgPersonen einen ausserordentlichen Beitrag leisten. In ersterLinie möchten die Autoren Muriel Berger, Sabine Frisch- Die verwendeten Daten werden vom GEM-Konsortiumknecht und Verena Huber danken, die als wissenschaftliche zentral gesammelt und verarbeitet. Die Autoren tragen dieMitarbeiterinnen im Institut für Entrepreneurship & KMU alleinige Verantwortung für die Auswertung und Interpre-die Koordination in effizienter und effektiver Art durchführ- tation der Daten.ten, sowie Rudolf J. Merkle und Danièle Rueger für derenkonstruktive Durchsicht und Übersetzung.Die Autoren des GEM-BerichtsRico J. Baldegger Patrick E. SchüffelRico Baldegger leitet als Professor für Management und En- Patrick E. Schüffel arbeitet als Business Developer undtrepreneurship an der Hochschule für Wirtschaft Freiburg Consultant in Zürich und ist Dozent an der Hochschuledas Institut für Entrepreneurship & KMU und fungiert für Wirtschaft Freiburg. Nach dem Abschluss als Diplom-als akademischer Verantwortlicher des Masters in Entre- Kaufmann an der Universität Mannheim hat er an der nor-preneurship. Er studierte an der Universität St. Gallen und wegischen Handelshochschule in Bergen den Grad einesdoktorierte an der Universität Freiburg. Seine Publikationen Master of International Business erworben und an der Hen-befassen sich mit unternehmerischen Gründungsprozessen, ley Business School, University of Reading, promoviert. ErInternationalisierung von KMU und Neuorientierung von hat über Entrepreneurship, International Business und Busi-Familienunternehmen. ness Strategy publiziert.Andreas A. Brülhart Thomas StraubAndreas Brülhart ist Studiengangleiter für den «Master in Thomas Straub ist Professor für Strategisches ManagementEntrepreneurship» an der Hochschule für Wirtschaft Frei- und Entrepreneurship an der Hochschule für Wirtschaft Frei-burg. Er hat in Freiburg und in Vaduz studiert und disser- burg. Er studierte am Institut d’Etudes Politiques (I.E.P) dertiert momentan an der Universität Liechtenstein. Seine Universität Pierre Mendes France II in Grenoble, Frankreich,Forschungsinteressen liegen im Bereich «Opportunity Reco- und an der Universität Konstanz, Deutschland. Er promo-gnition» und «Entrepreneurship Education». Er verfügt über vierte in Wirtschaft- und Sozialwissenschaften am HEC dermehrere Jahre Start-up-Erfahrung. Universität Genf. Seine Publikationen umfassen insbesondere die Themengebiete unternehmerische Rahmenbedingungen, Organisationsentwicklung und Wissensmanagement. 2010 Swiss Executive Report 1
    • Management SummaryDer sechste Länderbericht Schweiz zum Global Entrepre- Unternehmerische Ambitionen: Bei den Gründungsaktivi-neurship Monitor (GEM) diskutiert umfassend die Grün- täten mit hohen Wachstumsabsichten (HEA; 0,6%) befindetdungsaktivitäten in der Schweiz. Der GEM ist ein internati- sich die Schweiz im Vergleich mit den 22 innovationsbasier-onales Forschungsprojekt, das Ende der 1990er Jahre von der ten Volkswirtschaften auf dem 13. Rang. InteressanterweiseLondon Business School und dem Babson College (USA) sind die Ambitionen stabil, also auf demselben Niveau wieinitiiert wurde. Im Rahmen des GEM Global Reports wur- im 2009. Der Innovationsgrad der Gründungen als weitererden 2010 rund 175000 Personen in 59 Ländern befragt, die Indikator für unternehmerische Ambitionen ist nicht über-52% der Weltbevölkerung und 84% des weltweiten Brutto- durchschnittlich für die Schweiz. Sie befindet sich im Mit-sozialproduktes repräsentieren. Der GEM Global Report telfeld der vergleichbaren Länder. Dieses eher durchzogenebildet die Grundlage für den vorliegenden Länderbericht Bild der unternehmerischen Ambitionen wird von einer re-der Schweiz. In der Gegenüberstellung der Schweiz mit den lativ moderaten internationalen Orientierung der schweize-anderen innovationsbasierten Volkswirtschaften (gesamthaft rischen Gründungsaktivitäten abgerundet.22 Länder) liegt der Schwerpunkt des Berichts. Darin wer-den die unternehmerischen Einstellungen, Aktivitäten und Unternehmerische Rahmenbedingungen: Die unterneh-Ambitionen sowie die gründungsbezogenen Rahmenbedin- merischen Rahmenbedingungen in der Schweiz werden vongungen deskriptiv erfasst und Auswirkungen der Finanz- den nationalen Experten besser eingeschätzt als in den an-und Wirtschaftskrise auf die unternehmerischen Aktivitäten deren innovationsbasierten Volkswirtschaften. Die Stärkenreflektiert. der Schweiz liegen grundsätzlich in der physischen Infra- struktur, im Schutz des geistigen Eigentums, in den Finan-Unternehmerische Einstellungen und Wahrnehmungen: zen, im Wissens- und Technologietransfer sowie im stabilenDie generelle Einstellung der erwachsenen Bevölkerung zu Binnenmarkt. Als weniger gut beurteilt wird der politischeGründungsaktivitäten und zum Status erfolgreicher Unter- Rahmen bezüglich Regulierung, Steuern, dem politischennehmer bewegt sich in der Schweiz über dem Durchschnitt Engagement sowie den gesellschaftlichen Werten und Nor-der innovationsbasierten Ökonomien. Dagegen wird die me- men für unternehmerische Aktivitäten.diale Aufmerksamkeit gegenüber unternehmerischen Akti-vitäten in der Schweiz als steigerungsfähig eingestuft. Entrepreneurship und die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008-2010: Die wirtschaftliche Entwicklung hat deutlicheUnternehmerische Aktivitäten: Insgesamt bemühten sich Spuren im Unternehmertum der Schweiz hinterlassen. Ak-zum Zeitpunkt der Befragung knapp 5% der erwachsenen tuell gaben weniger Personen an, unternehmerische Absich-Schweizer, ein neues Unternehmen zu gründen (werdende ten zu besitzen, die Anzahl der werdenden UnternehmerUnternehmer) oder waren bereits Inhaber und Geschäfts- sowie der Jungunternehmer sank. Gleichwohl wurden dieführer eines Unternehmens, das noch nicht älter als dreiein- Karrieremöglichkeiten im Zuge der Krise besser wahrge-halb Jahre war (Jungunternehmer). Die Total Early-Stage nommen als zuvor; ebenso verminderte sich die Furcht vorEntrepreneurial Activity (TEA) der Schweiz war leicht un- einem Scheitern.ter dem Durchschnitt der innovationsbasierten Ökonomienund ist erstmals seit 2005 gesunken. Sehr wahrscheinlich ist Prinzipiell wird ‚Notwendigkeit» zunehmend als Grund da-dieser Rückgang eine verzögerte Reaktion auf die Finanzkri- für betrachtet, unternehmerisch tätig zu werden, was aller-se, insofern Personen mit einem unternehmerischen Projekt dings den Rückgang der TEA nicht aufzufangen vermochte.in einem derartigen ökonomischen Kontext die Sicherheit Darüber hinaus ist kein signifikanter Abfall der Wahrneh-einer angestellten Tätigkeit vorziehen. mung von Geschäftsmöglichkeiten in der Schweiz zu ver- zeichnen; er erwies sich im Zeit- und Ländervergleich als äusserst stabil. Als erfreuliche Entwicklung sind die Ein- schätzungen der etablierten Unternehmen hervorzuheben, die ihre Wachstumsperspektiven als vergleichsweise positiv erachten.2 2010 Swiss Executive Report
    • InhaltsverzeichnisAbbildungsverzeichnis 4Tabellenverzeichnis 51 Einleitung 7 1.1 Die Stellung von Entrepreneurship in der Weltwirtschaft 7 1.2 Messung von Entrepreneurship 7 1.3 Wirtschaftliche Entwicklung und Entrepreneurship 7 1.4 Das GEM-Modell 8 1.5 Der GEM in der Schweiz 92 Eine globale Sicht des Unternehmertums 2010 10 2.1 Unternehmerische Einstellungen und Wahrnehmungen 10 2.2 Unternehmerische Aktivität 12 2.2.1 TEA 14 2.2.2 Alter und Geschlecht 15 2.3 Unternehmerische Aktivität von etablierten Unternehmen 18 2.4 Unternehmerische Ambitionen 20 2.4.1 Gründungsaktivität mit hohen Wachstumsabsichten 20 2.4.2 Innovationsorientierte unternehmerische Aktivität 23 2.4.3 Internationale Orientierung 243 Unternehmerische Rahmenbedingungen 25 3.1 Rahmenbedingungen im internationalen Vergleich 25 3.2 Finanzielle Rahmenbedingungen 294 Entrepreneurship und die Finanz- und Wirtschaftskrise 2008-2010 31 4.1 Auswirkungen der Krise auf den Entrepreneurship-Prozess 31 4.2 Auswirkungen der Krise auf den Unternehmertypus 33 4.3 Auswirkungen der Krise auf Gründungsaktivität und Wachstum 35Bibliografie 37Glossar 38Länderindex 39Liste der Experten 40© Copyright 2011R. Baldegger, A. Brülhart, P. Schüffel und Th. StraubGrafikdesign: STLDESIGN - Estelle Hofer-Piguet Zur besseren Lesbarkeit wird das männliche Genus dem weiblichen vorgezogen, wobei es jeweils beide Geschlechter repräsentiert. 2010 Swiss Executive Report 3
    • AbbildungsverzeichnisAbbildung 1: Entrepreneurship-Prozess und die verschiedenen GEM-Messgrössen 8Abbildung 2: GEM-Modell 9Abbildung 3: Gründungsaktivität (TEA) der innovationsbasierten Volkswirtschaften, mit 95% Konfidenzintervall, 2010 13Abbildung 4: Angegebene Gründe zur Aufgabe der unternehmerischen Aktivität in den innovationsbasierten Ländern und der Schweiz, 2009-2010 13Abbildung 5: Gründung aus Not (TEA) und BIP pro Kopf in USD (Quellen: GEM und IMF), 2010 14Abbildung 6: Gründungsaktivität (TEA) nach alters- und innovationsbasierten Ökonomien sowie in der Schweiz, 2009-2010 15Abbildung 7: Gründungsaktivität (TEA) nach Geschlecht in innovationsbasierten Ländern, 2010 16Abbildung 8: Gründungsaktivität (TEA) von Frauen nach Sektoren, 2010 17Abbildung 9: Entwicklung der Gründungsaktivität (TEA) von Frauen, 2003−2010 18Abbildung 10: Aktivität von etablierten Unternehmen in innovationsbasierten Volkswirtschaften mit 95% Konfidenzintervall, 2010 19Abbildung 11: Unterschiede in den Joberwartungen von werdenden Unternehmern und Eigentümer- Unternehmer in den innovationsbasierten Ländern, 2008-2010 20Abbildung 12: Ausprägung des Arbeitnehmerschutzes (2004) und der Gründungsaktivität mit hohen Wachstumsabsichten (HEA) (Quelle: GEM und OECD), 2010 21Abbildung 13: Relative Verbreitung von stark und moderat wachsenden Gründungsaktivitäten, 2008-2010 22Abbildung 14: Anteil der Gründungsaktivität (TEA) mit neuen Produkten und/oder Märkten, 2008-2010 23Abbildung 15: Anteil der Gründungsaktivitäten mit internationaler Orientierung, 2008-2010 24Abbildung 16: Korrelation zwischen Rechtssicherheit und Opportunitäten (TEA), 2010 25Abbildung 17: Motivation der Unternehmer in innovationsbasierten Ökonomien und der Schweiz, 2009-2010 26Abbildung 18: Werte für unternehmerische Rahmenbedingungen (Expertenmeinung) nach Ländergruppen und für die Schweiz (ungewichtete Länderdurchschnitte), 2010 26Abbildung 19: Gesellschaftliche Werte und Normen (Expertenmeinung) in der Schweiz, 2010 28Abbildung 20: Wissens- und Technologietransfers (Expertenmeinung) in der Schweiz, 2010 28Abbildung 21: Finanzielle Rahmenbedingungen von Entrepreneurship in der Schweiz, 2010 294 2010 Swiss Executive Report
    • Abbildung 22: Anteil der informellen Investoren der 18-64-jährigen Bevölkerung (95% Konfidenzintervall), 2010 30Abbildung 23: Unternehmerische Einstellung in der Schweiz, 2003-2010 31Abbildung 24: Unternehmerische Aktivität in der Schweiz, 2003-2010 32Abbildung 25: Auswirkungen der globalen Wirtschaftsverlangsamung auf die Wahrnehmung von Opportunitäten von Unternehmen 33Abbildung 26: Wahrgenommene Opportunitäten innovationsbasierter Länder, 2002-2010 34Abbildung 27: Prozentteil der Gründungsaktivität (TEA), welche eine Unternehmensgründung als schwieriger erachten 35Abbildung 28: Prozentteil etablierter Unternehmen, deren Wachstumserwartungen geringer sind 36TabellenverzeichnisTabelle 1: Unternehmerische Einstellungen und Wahrnehmungen in den 22 innovationsbasierten Volkswirtschaften (Quellen: GEM und IMF), 2010 11Tabelle 2: Unternehmerische Aktivität in den 22 innovationsbasierten Ländern, 2010 12Tabelle 3: Rangfolge für unternehmerische Rahmenbedingungen (Expertenmeinung), 2010 27 2010 Swiss Executive Report 5
    • 6 2010 Swiss Executive Report
    • 1 Einleitung1.1 Die Stellung von Entrepreneurship 1.2 Messung von Entrepreneurshipin der Weltwirtschaft Oberste Zielsetzung des GEM ist die Messung der Mitwir-Politische Entscheidungsträger und Wirtschaftswissenschaf- kung von Individuen in Unternehmensgründungen. Diester sind sich darin einig, dass Entrepreneurship entscheidend unterscheidet den Global Entrepreneurship Monitor mass-für die Entwicklung und das Wohlergehen einer Gesellschaft geblich von anderen Erhebungen im Bereich Entrepreneur-ist. Unternehmer schaffen Arbeitsplätze und treiben Inno- ship, die vor allem auf offizielle Registereinträge von Unter-vationen voran. Mit ihrem Tun entsteht eine neue Konkur- nehmensgründungen basieren.renzsituation, die direkt auch die Produktivität fördert. Ent-repreneurship ist demnach ein Katalysator für wirtschaftliches Im Sinne einer Prozesssicht von Entrepreneurship wird un-Wachstum und nationale Wettbewerbsfähigkeit. ternehmerische Aktivität in verschiedene Phasen katego- risiert (Abbildung 1). Die Bezahlung von Salären an eineDas Forschungsprojekt GEM (Global Entrepreneurship Person, inklusive an den Eigentümer, über einen ZeitraumMonitor) konzentriert sich auf drei Hauptziele: von mehr als drei Monaten wird als Gründung eines Unter-• Die Unterschiede bezüglich des Niveaus unternehmeri- nehmens betrachtet. Personen, die aktiv Ressourcen für eine scher Aktivitäten zwischen den Ländern werden gemessen, eigene Gründung bereitstellen, aber noch nicht gegründet• die Faktoren, die das Niveau unternehmerischer Aktivitä- haben, werden als «werdende Unternehmer» (Nascent En- ten auf nationaler Ebene beeinflussen, werden eruiert trepreneurs) bezeichnet. Individuen, die ein Unternehmen• und allfällige politische Bedingungen, die unternehmeri- besitzen und managen, aber noch nicht länger als 42 Monate sche Aktivitäten begünstigen, werden identifiziert. Lohn ausbezahlt haben, gelten als «Jungunternehmer» (New Business Owner-Manager). Die 42 Monate entspringenDer GEM basiert hauptsächlich auf drei Prämissen. Erstens dem Vergleich zwischen den theoretischen und praktischenhängt das ökonomische Wohlergehen einer Gesellschaft Erkenntnissen zur Start-up-Phase von Unternehmen (vgl.massgeblich von der unternehmerischen Dynamik ab. Dies hierzu Reynolds, Bosma, Autio et al., 2005). Der Gesamt-ist unabhängig vom Entwicklungsstand einer Ökonomie. umfang der Gründungsaktivität (Total Entrepreneurial Ac-In innovationsbasierten Volkswirtschaften wie der Schweiz tivity, TEA) ergibt sich aus der Summe von werdenden undist «opportunitätsorientiertes unternehmerisches Verhalten» neuen Unternehmern. Personen, die länger als 42 Monatealso die Aufnahme einer unternehmerischen Aktivitäten zur Saläre ausbezahlt haben, werden als «Etablierte Unterneh-Umsetzung einer aussichtsreichen Geschäftsgelegenheit, be- mer» (Established Business Owner) definiert. Letztlich sindsonders wichtig. Zweitens: Die unternehmerische Kapazität auch Individuen erfasst, die in den letzten zwölf Monateneiner Gesellschaft baut auf Individuen mit den nötigen Fä- eine unternehmerische Tätigkeit beendet haben.higkeiten und Motivationen und auf einer positiven Wahr-nehmung von Unternehmertum in der Öffentlichkeit. Un- 1.3 Wirtschaftliche Entwicklungternehmerische Aktivitäten mit hohen Wachstumsabsichten und Entrepreneurshipsind schliesslich drittens zentral für die Schaffung neuer Ar-beitsstellen. Innovative, grenzüberschreitende unternehmeri- Seit dem «GEM Global Report 2008» wird für den Länder-sche Projekte sind überdies sehr bedeutsam für die nationale vergleich die Klassifizierung des «Global CompetitivenessWettbewerbsfähigkeit. Report» (Porter, Sachs & McArthur, 2002) verwendet. Sie sieht eine Unterteilung der Länder in drei Gruppen vor. Eine erste Gruppe besteht aus Ländern mit geringer Wirt- schaftskraft, die sogenannten faktorbasierten Ökonomien. Diese Länder wachsen hauptsächlich mittels eines gestei- gerten Einsatzes primärer Produktionsfaktoren (Land, Roh- stoffvorkommen, niedrig qualifizierte Arbeitskräfte). Das 2010 Swiss Executive Report 7
    • Wirtschaftswachstum der zweiten Gruppe (effizienzbasierte ein solides Fundament. Für die Förderung von unternehme-Ökonomien) fusst vor allem auf einer Effizienzsteigerung, rischen Aktivitäten, die auf der Erkennung und Umsetzungdie nicht selten mit ausländischen Direktinvestitionen (z. B. von vielversprechenden Geschäftsgelegenheiten beruhen,Import von Produktionstechnologien) erreicht wird. sind diese Bedingungen wohl notwendig, aber nicht hinrei- chend. Entrepreneurship-spezifische RahmenbedingungenDer dritte Länder-Typus, der die innovationsbasierten (R&D-Transfer, Verfügbarkeit von Seed- und Venture-Volkswirtschaften umfasst, ist geprägt von höheren Inves- Kapital, Offenheit des Binnenmarktes etc.) sind erforderlich,titionen in Bildung, Forschung und Entwicklung, sowohl um innovationsorientiertes Verhalten zu begünstigen.von staatlicher als auch privater Seite. Soziale Lernprozesse,flache Hierarchien in Organisationen sowie ein reger Aus- Die Summe der Rahmenbedingungen beeinflusst die unter-tausch zwischen Produzenten und Kunden begünstigen die nehmerischen Einstellungen, Aktivitäten und AmbitionenEntwicklung und Lancierung neuer Produkte und Dienst- von Individuen. Unternehmerische Einstellungen sind Ein-leistungen. In diesem Kontext vermögen junge, innovative stellungen zu Entrepreneurship. In welchem Mass die Bevöl-Unternehmen eine wichtige Rolle spielen. kerung glaubt, dass gute Geschäftsmöglichkeiten vorhanden seien, oder welchen Status Unternehmer in der GesellschaftDie Schweiz zählt zur Gruppe der «innovation-driven» geniessen, hängt von eben dieser unternehmerischen Ein-Ökonomien. Von den 59 am GEM 2010 beteiligten Län- stellung ab. Welche Risiken man einzugehen bereit ist oderdern zählen 22 zu dieser Gruppe. Sie bilden die Vergleichs- die Einschätzung der Fähigkeiten, Wissen und Erfahrunggruppe für die Schweizer Daten. in Bezug auf Unternehmensgründung sind weitere wichti- ge Elemente. Unternehmerische Einstellungen beeinflussen1.4 Das GEM-Modell unternehmerische Aktivität und werden umgekehrt davon beeinflusst. Unternehmerische Aktivität konstituiert sichDas GEM-Modell (Abbildung 2) zeigt zuallererst den Zu- variantenreich. Hierbei ist die absolute Anzahl der Unter-sammenhang zwischen dem sozialen, kulturellen und politi- nehmen, die von der Bevölkerung gegründet werden, ebensoschen Kontext sowie den gesamtwirtschaftlichen Rahmen- bedeutend wie die Relation der Gründungen zu den Unter-bedingungen. Für innovationsbasierte Volkswirtschaften ist nehmensschliessungen. Die unternehmerischen Aktivitätenhierbei vor allem der dritte Block von Belang (Innovation können hinsichtlich etlicher Aspekte kategorisiert werden,und Entrepreneurship). Die Grundanforderungen an die ef- etwa nach Branchen, Grösse des Gründerteams oder nachfizienzsteigernden Rahmenbedingungen bilden in aller Regel demografischen Kerngrössen wie Geschlecht, Alter oder Stilllegung des Unternehmenes Total Early-Stage Entrepreneurial Activity (TEA) Potenzielle Werdende Jungunternehmer: Etablierte Gründer: Unternehmer: Inhaber und Unternehmer: Opportunitäten, Befassen sich Geschäftsführer Inhaber undAbbildung 1: Wissen und aktiv mit einer eines jungen Geschäftsführer Fähigkeiten Gründung Unternehmens eines etabliertenEntrepreneurship-Prozess (bis 3.5 Jahre alt) Unternehmensund die verschiedenen (älter als 3.5 Jahre)GEM-Messgrössen Konzeption Gründung Bestand8 2010 Swiss Executive Report
    • Ausbildungsniveau des Gründers. Die unternehmerischen Diese Datenbasis weist ein grosses AuswertungspotenzialAmbitionen umschreiben den qualitativen Aspekt der Ak- auf und bietet gleichermassen eine solide Grundlage fürtivität, beispielsweise die Bestrebungen, neue Produkte oder politische und private Massnahmen sowie für weiterführendeProzesse einzuführen, internationale Märkte zu bearbeiten, Studien.eine neue Organisation aufzubauen oder mit externem Kapi-tal Wachstum zu generieren. In der Schweiz wurden im Frühling und Sommer 2010 2002 zufällig ausgewählte Personen im Alter von 18 bis 99Aus dem Zusammenspiel dieser drei Kerngrössen der Entre- Jahren von der Gesellschaft für praktische Sozialforschungpreneurship entsteht produktives unternehmerisches Verhal- (gfs) Bern telefonisch befragt. Zudem wurden 36 nationaleten, das Arbeitsplätze schafft und Wohlstand kreiert. Experten zu den Rahmenbedingungen für Entrepreneurship in der Schweiz befragt. Die Projektleitung für GEM Schweiz1.5 Der GEM in der Schweiz obliegt dem Institut für Entrepreneurship & KMU der Hochschule für Wirtschaft in Freiburg (www.gem-suisse.ch).Die Schweiz hat im Jahr 2010 zum sechsten Mal am GEM-Projekt, das seit 1999 besteht, teilgenommen. Die jährliche Der diesjährige Bericht enthält neben den Daten zur gene-Teilnahme am GEM-Projekt soll beibehalten werden, um rellen unternehmerischen Aktivität ein spezielles Kapitel zuauch für die Schweiz eine solide Datenbasis zum Thema den Rahmenbedingungen (Kapitel 3) und AusführungenEntrepreneurship zu erheben. (Kapitel 4) zu den Auswirkungen der Finanz- und Wirt- schaftskrise in den letzten Jahren. Grundanforderungen - Institutionen Neue Branche, - Infrastruktur Etablierte Unternehmen Unternehmens- - Makroökonomische wachstum Stabilität - Gesundheit und Grundschulausbildung Von anderen verfügbaren Effizienzsteigerer Entrepreneurship Quellen - Hochschul- und Einstellungen: Berufsbildung - Wahrgenommene - Warenmarkteffizienz Opportunitäten/Gelegenheiten - Arbeitsmarkteffizienz Nationales - Ausgereiftheit des - Wahrgenommene Kapazität Wirtschafts- Finanzmarktes wachstum Aktivität: Sozialer, - Technologische - Frühstadium (early-stage) (Arbeitsplatz- ( kultureller, Bereitschaft - Persistenz/Ausdauer innovation poltischer - Marktgrösse - Exits und Kontext Innovation und technische Ambitionen: Entrepreneurship Innovation) - Wachstum - Unternehmerische - Innovation Finanzierung - Schaffung sozialer Werte - Regierungspolitik GEM - Regierungsprogramm Adult Population bezüglich Surveys (APS) GEM Entrepreneurship National - Unternehmerische Expert Survey Ausbildung (NES) - R&D Transfer - Gewerbliche und rechtliche Infrastruktur für Unternehmertum - Binnenmarkt Offenheit - Physische Infrastruktur für Unternehmertum - Kulturelle und sozialeAbbildung 2: NormenDas GEM-Modell 2010 Swiss Executive Report 9
    • 2 Globale Sicht des Unternehmertums 2010In diesem Kapitel wird aufgezeigt, inwiefern sich die Schweiz Wenn eine Person Entrepreneurship gegenüber positivbezüglich unternehmerischer Einstellungen, Aktivitäten und eingestellt ist, heisst dies nicht zwingend, dass sie eine un-Ambitionen positioniert. Die Schweiz wird mit den ande- ternehmerische Karriere anstrebt. Bewusst oder unbewusstren 22 Ländern aus der Gruppe der innovationsbasierten muss aus verschiedenen Optionen ausgewählt werden. DieVolkswirtschaften verglichen. Zuerst werden unter 2.1 die erste Frage betrifft die Opportunitätskosten: Es geht darum,unternehmerischen Einstellungen und Wahrnehmungen die künftig eingeschätzten Erfolge einer unternehmerischendargelegt, gefolgt von der Analyse der unternehmerischen Aktivität mit einer alternativen beruflichen Tätigkeit zu ver-Aktivität in der Schweiz (2.2), und zwar aufgeschlüsselt gleichen. Mithin steht in der Schweiz der Vergleich mit einernach Hinderungsgründen, Wirtschaftssektoren, Alter und angestellten Berufstätigkeit im Vordergrund.Geschlecht. Das Kapitel schliessen Ausführungen zu unter-nehmerischen Aktivitäten von etablierten Unternehmen und Zweitens ist nach dem Risikoverhalten zu fragen, präziserunternehmerischen Ambitionen in der Schweiz. gesagt, nach der Verbindung zwischen dem Risiko und dem erwarteten Erfolg. Selbst wenn die Erfolge einer unterneh-2.1 Unternehmerische Einstellungen merischen Aktivität massgeblich höher einzuschätzen sindund Wahrnehmungen als bei Alternativen, kann das Risiko einer Gründung den- noch als zu hoch veranschlagt werden.Um in einem Land unternehmerisch aktiv zu sein, sindzwei Elemente notwendig: eine Geschäftsgelegenheit und Wenn die individuellen Wahrnehmungen der Risiken beimPersonen mit den wesentlichen Kompetenzen, um die ent- Übergang von einer angestellten Tätigkeit in eine unterneh-sprechende unternehmerische Opportunität zu nutzen. Für merische Karriere nachweislich bestimmend sind, dann spie-Individuen ist daher wichtig, Geschäftsgelegenheiten in der len soziodemografische Faktoren wie Alter und Herkunftunmittelbaren Umgebung, in der sie leben, wahrzunehmen ebenso eine Rolle. Zudem beeinflussen rechtliche Bestim-und abzuschätzen, ob sie über die Kompetenzen verfügen, mungen für einen denkbaren Konkurs die persönliche Wahr-die unternehmerische Opportunität in eine unternehmeri- nehmung einer Geschäftsgelegenheit.sche Aktivität umzusetzen. Anzahl und Art der wahrgenom-menen Geschäftsgelegenheiten sowie die Einschätzung der Die angeführten Elemente können Individuen ermuntern,Kompetenzen für eine unternehmerische Aktivität sind von eine unternehmerische Aktivität zu starten: In der Schweizländerspezifischen Gegebenheiten abhängig. Zu erwähnen wie in allen innovationsbasierten Volkswirtschaften ist «op-sind einerseits das wirtschaftliche Wachstum, das Bevölke- portunitätsorientiertes unternehmerisches Verhalten» (Op-rungswachstum, die Kultur und die politischen Unterstüt- portunity Entrepreneurship) dominierend; es steht im Ge-zungsmassnahmen für Entrepreneurship; andererseits spielt gensatz zum «Unternehmertum aus Not» (Necessity Entre-die mediale Berichterstattung über Entrepreneurship in ei- preneurship) in weniger entwickelten Ländern.ner Region eine wichtige Rolle. Berichte über erfolgreicheUnternehmerinnen und Unternehmer können motivieren, Tabelle 1 vergleicht die Indikatoren für unternehmerischesodass mehr Personen an die eigenen unternehmerischen Einstellungen und Wahrnehmungen der Schweiz im Kon-Kompetenzen glauben und sich an Gründungsprojekte wa- text der innovationsbasierten Volkswirtschaften. In diesengen. Dieser Effekt wird zu Zeiten eines positiven wirtschaft- Ländern ist eine relativ positive Einstellung gegenüber En-lichen Klimas noch um einiges stärker sein. trepreneurship zu eruieren; sie ist verbunden mit einer eher geringen Intention für unternehmerisches Verhalten. Dies istAbschliessend muss man hervorheben, dass zwischen den der Fall für die Schweiz, wo die Werte eher höher sind für dieverschiedenen Populationen gewisse Unterschiede bezüglich Wahrnehmung von Geschäftsgelegenheiten, die relevanteneingeschätzter unternehmerischer Kompetenzen aufgrund Fähigkeiten sowie für die Attraktivität des Unternehmer-kultureller und sozio-ökonomischer Gründe bestehen. berufes. Es scheint, dass der Unternehmer eher bewundert wird, als dass eine eigene unternehmerische Karriere in An- griff genommen wird.10 2010 Swiss Executive Report
    • Die generellen Einstellungen zu Entrepreneurship in der Der soziale Status des erfolgreichen Unternehmers ist eben-Schweiz wurden anhand dreier Indikatoren gemessen: Ent- falls über dem Durchschnitt (70%) der innovationsbasiertenrepreneurship als gute Karrierechance, Status des Unterneh- Ökonomien. 76% der Befragten in der Schweiz finden, dassmers und Medienaufmerksamkeit für Entrepreneurship. Der der erfolgreiche Unternehmer über einen hohen Status ver-erste Faktor beurteilt, inwiefern Entrepreneurship als gute fügt. In Finnland (87%) und Irland (81%) wird der StatusKarrierechance gesehen wird. In stark entwickelten Ländern höher beziffert, Deutschland, die USA, das Vereinigtes Kö-wird die unternehmerische Karriere als weniger interessant nigreich und Slowenien weisen mit der Schweiz vergleich-beurteilt. Innerhalb der innovationsbasierten Volkswirt- bare Werte auf. Der dritte Indikator evaluiert die medialeschaften bewegt sich dieser Indikator für die Schweiz (65%) Aufmerksamkeit für Entrepreneurship. Dieser Indikator istüber dem Durchschnitt, etwa auf der Höhe der USA, Spani- weniger positiv für die Schweiz (51%); Länder wie Finnlandens, Portugals, Frankreichs und Griechenlands. (71%), Australien (70%), die USA (68%), Island (67%), Nor- wegen (67%), Irland (61%), Korea (61%), die Niederlande (61%) und Schweden (61%) verzeichnen eine höhere Me- dienaufmerksamkeit.Tabelle 1:Unternehmerische Einstellungenund Wahrnehmungen inden 22 innovationsbasiertenVolkswirtschaften (Quellen:GEM und IMF), 2010 Medienauf- Entrepreneurship Hoher Statuts von Wahrgenommene Wahrgenommene Angst zu Unternehmerische merksamkeit als gute erfolgreichen Gelegenheiten Fähigkeiten scheitern* Absichten ** gegenüber Karrierechance Unternehmern Entrepreneurship Australien 46 53 36 9 57 68 70 Belgien 40 45 35 8 60 51 46 Dänemark 46 41 32 6 Finnland 51 40 29 6 46 87 71 Frankreich 34 37 40 14 65 68 45 Deutschland 28 42 34 6 53 77 49 Griechenland 16 52 51 13 66 70 35 Island 49 49 34 16 51 61 67 Irland 23 49 33 6 52 81 61 Israel 35 42 46 14 61 73 56 Italien 25 42 37 4 69 69 38 Japan 6 14 33 3 28 52 59 Korea 13 29 32 10 68 71 61 Niederlande 45 46 24 5 85 69 61 Norwegen 50 40 27 8 58 71 67 Portugal 20 52 30 9 67 71 53 Slovenien 27 56 28 9 53 74 56 Spanien 19 50 36 6 65 63 41 Schweden 66 42 29 9 57 72 61 Schweiz 33 44 27 7 65 76 51 Vereinigtes Königreich 29 52 30 5 51 77 52 Vereinigte Staaten 35 60 27 8 65 76 68 Durchschnitt 33 44 33 8 59 70 56 (ungewichtet)* Nenner: 18-64 Bevölkerung nimmt gute Möglichkeiten war ein Unternehmen zu gründen** Nenner: 18-64 Bevölkerung, welche nicht in unternehmerische Aktivitäten involviert ist 2010 Swiss Executive Report 11
    • Im Weiteren wird im Rahmen der Befragung die Angst 2.2 Unternehmerische Aktivitätzu scheitern bei einer unternehmerischen Aktivität erfasst.27% der Personen, die eine gute Opportunität haben, be- Tabelle 2 zeigt für die innovationsbasierten Volkswirtschaf-jahen diese Furcht. Dieser Wert liegt unter dem Durch- ten in einer Übersicht die unternehmerischen Aktivitätenschnitt (33%) der innovationsbasierten Volkswirtschaften. in unterschiedlichen Stadien des Prozesses. Die wichtigstenInnerhalb dieser Gruppe verzeichnen die Niederlande (24%) Kennzahlen betreffen die Quote der Gründungsaktivitätden tiefsten, Griechenland (51%) den höchsten Prozent- (TEA); spezifisch interessieren die an der Schwelle zum Un-satz. Der Vergleich der internationalen Daten zeigt, dass die ternehmer stehenden Personen und die Jungunternehmer.Wahrnehmung von Geschäftsgelegenheiten verbessert unddie Absicht zur Gründung erhöht werden kann, wenn die Die Angaben über die sogenannten werdenden UnternehmerAngst vor dem Scheitern reduziert wird. Politische Verän- geben Auskunft über geplante Unternehmen. Die Quote derderungen können die Risikobereitschaft positiv beeinflussen, Jungunternehmer bezeichnet Unternehmer, die zum Zeit-d. h. steigern. Hierunter fällt etwa in Grossunternehmen die punkt der Studie seit weniger als dreieinhalb Jahren LöhneBeseitigung von Vorteilen für die Angestellten in Bezug auf bezahlen. Für beide Indikatoren wurden Unternehmen ausge-Gesundheits-und Pensionsleistungen, die Verbesserung der sucht, deren befragte Leute direkt an der Unternehmensfüh-Fähigkeiten der Gläubiger und Investoren bei der Beurtei- rung beteiligt sind, ohne dass sie das Unternehmen zwingendlung von Gründungsprojekten mit höherem Risiko oder die zu 100% besitzen würden. Die in Abbildung 3 illustrierte Quo-Verringerung der negativen Folgen des Kündigungsschutz te der Gründungsaktivität (TEA) ist die Addition der Quotenoder Konkursrechts. der werdenden Unternehmer sowie der Jungunternehmer. Die vertikalen Balken repräsentieren den Konfidenzintervall vonTabelle 2: 95% und indizieren die Genauigkeit der Schätzungen. DieUnternehmerische Aktivität in Schweiz liegt mit einer Quote von 5,0% im hinteren Mittel-den 22 innovationsbasiertenLändern, 2010 Gründung aus Opportunitätsgründung, Totale Werdende Etablierte Stilllegung des Not - keine andere Autonomie, Jungunternehmer Gründungsaktivität Unternehmer Unternehmer Unternehmens Option Einkommensverbesserung (TEA) (% der TEA) (% of TEA) Australien 3.9 4.0 7.8 8.5 2.7 18.5 58.7 Belgien 2.3 1.4 3.7 2.7 2.0 9.9 53.5 Dänemark 1.8 2.2 3.8 5.6 1.7 8.0 53.8 Finnland 2.4 3.4 5.7 9.4 1.8 18.1 54.3 Frankreich 3.7 2.3 5.8 2.4 2.5 25.2 56.0 Deutschland 2.5 1.8 4.2 5.7 1.5 25.7 48.5 Griechenland 2.0 3.5 5.5 14.8 3.4 27.8 38.6 Island 7.4 3.3 10.6 7.4 3.4 6.8 68.3 Irland 4.4 2.6 6.8 8.6 2.3 30.8 33.1 Israel 3.2 2.6 5.7 3.1 3.8 28.8 54.0 Italien 1.3 1.0 2.3 3.7 1.6 13.4 54.6 Japan 1.5 1.8 3.3 7.4 1.5 36.4 46.9 Korea 1.8 4.8 6.6 11.2 1.6 38.9 49.0 Niederlande 4.0 3.4 7.2 9.0 1.4 8.4 63.9 Norwegen 4.4 3.4 7.7 6.7 2.6 15.4 73.5 Portugal 1.8 2.8 4.5 5.4 2.6 21.8 51.8 Slovenien 2.2 2.4 4.7 4.9 1.6 16.2 53.8 Spanien 2.2 2.1 4.3 7.7 1.9 25.4 42.1 Schweden 2.3 2.6 4.9 6.4 2.9 13.4 71.6 Schweiz 2.0 3.1 5.0 8.7 2.4 14.1 60.1 Vereinigtes Königreich 3.2 3.3 6.4 6.4 1.8 10.6 43.1 Vereinigte Staaten 4.8 2.8 7.6 7.7 3.8 28.5 51.5 Durchschnittt 3.0 2.8 5.6 7.0 2.3 20.1 53.7 (ungewichtet)12 2010 Swiss Executive Report
    • 20% Abbildung 3: Gründungsaktivität (TEA) 15% der innovationsbasierten % der Bevölkerung Volkswirtschaften, mit 95% (18-64 Jahre) 10% Konfidenzintervall, 2010 5% 0% Japan Italien Dänemark Slovenien Israel Finnland Frankreich Königreich Vereinigtes Korea Irland Niederlande Vereinigte Staaten Norwegen Australien Island Schweden Schweiz Griechenland Belgien Spanien Portugal Deutschlandfeld der industrialisierten Länder. Bemerkenswert ist, dass dieTEA der Schweiz das erste Mal in den letzten Jahren gesun-ken ist (2009; TEA 7,7%).Personen, die in einem Zeitraum von 12 Monaten vor derStudie ihre unternehmerischen Aktivitäten aufgegeben haben,wurden über die Gründe der Aufgabe befragt. Unter dieser Abbildung 4:Perspektive unterscheidet sich die Schweiz in drei Punkten Angegebene Gründe zur Aufgabe der unternehmerischen Aktivität in den innovationsbasierten Ländern und der Schweiz, 2009-2010100% Im Voraus geplanter Exit80% Anderer Arbeitsplatz-/ Geschäftsmöglichkeit Gelegenheit Unternehmensverkauf60% Zwischenfall40% Persönliche Gründe Pensionierung20% Finanzierungsprobleme Unprofitables Unternehmen 0% Innovationsbasierte Innovationsbasierte Schweiz 2009 Schweiz 2010 Ökonomien 2009 Ökonomien 2010 2010 Swiss Executive Report 13
    • von Ländern mit einer vergleichbaren wirtschaftlichen Struk- Im Vergleich zu 2009 ist auffallend, dass in der Schweiz ver-tur: In der Schweiz gibt man sein Unternehmen weitaus häu- mehrt eine unternehmerische Aktivität aufgegeben wurde auf-figer auf, weil man in Pension geht. Weiter werden persönli- grund von persönlichen Gründen und der mangelnden Profi-che Gründe angeführt, markant weniger oft, weil man eine tabilität, während der geplante Exit klar rarer erwähnt wurde.Anstellung gefunden hat (Abbildung 3). Ist dies der relativ Ist dies ein weiterer Hinweis darauf, dass die Finanzkrise inkomfortablen finanziellen Situation der Pensionäre geschuldet der Schweiz mit einer Zeitverschiebung wirksam wurde?oder den fiskalischen Fallen, die sich im Vergleich zu anderenEinkünften in der Höhe der ausbezahlten Renten auftun? 2.2.1 TEA Interessante Ergebnisse sind ersichtlich, wenn die Bezie-Was die Veräusserung von Unternehmen anbelangt, so sieht hungen zwischen der nationalen Gründungsaktivität sowiesich die Schweiz einer bedeutenden Menge von Leuten ge- dem kaufkraftbereinigten Bruttoinlandsprodukt (BIP) undgenüber, die ein Unternehmen besitzen und bald in den Ru- der Kaufkraft pro Einwohner betrachtet werden. Länderhestand gehen werden. Nun ist aber immer seltener Usus, mit schwachem Pro-Kopf-Einkommen zeichnen sich durchdie Firma innerhalb der Familie zu übergeben; vielmehr wird eine hohe Anzahl sehr kleiner Unternehmen aus. Steigt nachquasi der Umweg über einen externen Verkauf eingeschla- und nach das Pro-Kopf-Einkommen, erlauben die Industri-gen (Halter, Schrettle & Baldegger, 2009). Die unternehme- alisierung sowie Skalenerträge grösseren Unternehmen, denrische Aktivität aufzugeben, um ein Anstellungsverhältnis Wachstumsbedarf zu befriedigen und letztlich in der Wirt-einzugehen, ist bei den die Schweiz umgebenden Ländern schaft an Relevanz zu gewinnen. Eine gewisse politischeviel häufiger; dies ist einerseits möglicherweise Zeichen einer und wirtschaftliche Stabilität ist wichtig, um Wachstum zugrösseren Mobilität im Arbeitsmarkt, andererseits erachtet generieren, was nur mit dem Ausbau starker Institutionenman Unternehmertum vielleicht nur als einen provisorischen sowie einer transparenten und allgemeiner RechtssicherheitZustand, währenddessen man eine bezahlte Anstellung zu möglich ist. Die stärkere Bedeutung grösserer Unternehmenfinden hofft. kann einhergehen mit einer Verminderung der Anzahl Un- 20%Abbildung 5: VU AO Angola GH Ghana NL Niederlande AR Argentinien GR Griechenland N0 NorwegenGründung aus Not (TEA) 18% AU Australien GT Guatemala PE Peru % 18-64 Jährigen involviert in Unternehmensgründung aus Not BA Bosnien Herzegowina HR Kroatien PK Pakistanund BIP pro Kopf in USD BE BR Belgien Brasilien HU IE Ungarn Irland PT RO Portugal Rumänien 16%(Quellen: GEM und IMF), UG CH CL Schweiz Chile IR IS Iran Island RU SA Russiand SaudiArabien CN China IT Italien SI Slowenien2010 14% CO Kolumbien JM Jamaica TN Tunesien CR Costa Rica JP Japan TR Turkei DE Deutschiand KR Korea TT Trinidad und Tobago GH DK Dänemark LV Lettland TW Taiwan 12% EC Ecuador ME Monténégro UG Uganda AO EG Ägypten MK Mazedonien UK Vereinigtes Königreich ZM ES Spanien MX Mexiko US Vereinigte Staaten 10% FI Finniand MY Malaysia UY Uruguay FR Frankreich RO Rumänien ZA Südafrika CO 8% BO CN EC 6% PE ME AR BR IR JM MK CL 4% EG CR PK BA ZA TR KR UY LV R2 = 0.6272 GT TW IE US 2% HR TT IL GR MX TN RO JP FR FI DEIS AU NO MY RU HU SA PT SI ES UK SE NL 0% IT BE DK CH 0 10 20 30 40 50 60 BIP pro Kopf in kaufkraftsbereinigt, in Tausend ($)14 2010 Swiss Executive Report
    • ternehmensgründungen, insofern Leute in ebendiesen grös- stellen, dass der Wille, ein Unternehmen zu gründen, mitseren Organisationen eine Beschäftigung finden. Es wird dem Alter abnimmt, während insbesondere die hierfür wahr-deutlich, dass die TEA nicht allein eine Funktion der Un- genommenen und notwendigen Kompetenzen wachsen.terschiede der sozioökonomischen Entwicklung ist, sondernebenso von anderen Faktoren beeinflusst wird. Zu erwähnen Aus diesem Blickwinkel hebt sich die Schweiz merklich ab,ist etwa das Bevölkerungswachstum, das einen Effekt auf die da sie eine markant geringere Anzahl jüngerer UnternehmerNachfrage oder die Grösse der Gruppe der Entrepreneur aufweist: In den Gruppen der 18- bis 24-Jährigen und derhat, die als Modell fungieren können. 25- bis 34-Jährigen sind unternehmerisch tätige Personen schwach repräsentiert. Die Gruppe der 35- bis 44-JährigenAbbildung 5 verdeutlicht die Beziehung der Kaufkraft zur verzeichnet unbestreitbar die höchste Gründungsaktivitätunternehmerischen Tätigkeit aus der Not heraus, womit die (8,8%). Die Gründungsaktivität ist im Vergleich mit 2009diskutierten Befunde bestätigt werden. Die Schweiz, sehr sogar gestiegen. Im Jahresvergleich 2009/2010 sind die Ver-klar in der rechten Hälfte der Abbildung, also wo das BIP änderungen bedeutend und stellen ein Erklärungsgrund fürhöher ist, situiert, befindet sich in der unteren Hälfte, was das Absinken der TEA in der Schweiz dar. Die jüngere Be-die TEA aus der Not anbelangt, und zwar leicht unterhalb völkerung verschiebt im Moment offenbar das Gründungs-der Kurve. projekt auf einen späteren Zeitpunkt und verlängert das Studium, sammelt weitere Erfahrungen in der Praxis oder2.2.2 Alter und Geschlecht bevorzugt die Familie, um später als zweite oder dritte Karri-Abbildung 6 setzt auseinander, dass die Gründeraktivität un- ere das eigene unternehmerische Projekt zu realisieren.abhängig vom Niveau der wirtschaftlichen Entwicklung derjeweiligen Volkswirtschaft nach Alter differiert. Generell istdie TEA-Quote in der Gruppe der 25- bis 34-Jährigen amhöchsten. Es ist ferner abgesehen von den Jüngsten festzu- 18-24 Jahre 25-34 Jahre 35-44 Jahre 45-54 Jahre 55-64 Jahre Abbildung 6:10% Gründungsaktivität (TEA) nach alters- und9% innovationsbasierten8% Ökonomien sowie in der7% Schweiz, 2009-20106%5%4%3%2%1%0% Innovationsbasierte Innovationsbasierte Schweiz Schweiz 2010 Ökonomien Ökonomien 2009 2009 2010 2010 Swiss Executive Report 15
    • Abbildung 7: Männlich WeiblichGründungsaktivität (TEA) 16%nach Geschlechtin innovationsbasierten 14%Ländern, 2010 12% 10% 8% 6% 4% 2% 0% Vereinigtes Königreich Frankreich Slovenien Vereinigte Staaten Italien Portugal Spanien Belgien Norwegen Finnland Irland Niederlande Israel Island Australien Schweden Griechenland Schweiz Dänemark Deutschland Korea JapanAbbildung 7 vergleicht für jedes Land, das im GEM auf- Die Schweiz befindet sich überdies in ausgezeichneter Po-genommen wurde, die Gründungsaktivitäten zwischen den sition, wenn man das Verhältnis zwischen Mann und FrauGeschlechtern. Das Verhältnis von Frau und Mann variiert analysiert. Seit 2005 liegt die Marke unternehmerischernach Ländern beträchtlich, was kulturell bedingt sein dürf- Frauen im Vergleich zur Gesamtheit aller Unternehmer mitte, und zwar gebunden an die generelle Positionierung der einer bemerkenswerten Stabilität bei ungefähr 40%. DiesesFrau in den jeweiligen wirtschaftlichen Aktivitäten. Für in- Verhältnis hat 2010 interessanterweise nicht stark gelitten,novationsbasierte Volkswirtschaften ist normalerweise ein vielmehr erwies sich die unternehmerische Aktivität der1-zu-2-Verhältnis von Frau zu Mann zu konstatieren. Die Frauen als äusserst stabil.Schweiz nimmt hier mit einem Verhältnis von 2 Frauen auf3 Männern gleich hinter Australien und Island den dritten Unternehmerische Frauen sind primär im konsumorientier-Platz ein. ten Tertiärsektor tätig (Abbildung 7). Sie agieren überwie- gend lokal, wobei sie relativ wenige Ressourcen benötigen.Im Vergleich der Entrepreneur-Aktivitäten von Frauen zwi- Im zweiten Sektor sind Frauen als Entrepreneurs ebensoschen der Schweiz und ihren Nachbarländern sowie ähnli- untervertreten wie im Bereich der Dienstleistungen für Un-chen, id est, innovationsbasierten Volkswirtschaften, steht ternehmen, obwohl dieser Wert mit Blick auf 2009 gestiegenErstgenannte ausgezeichnet da. Mit 4,5% weiblichen Unter- ist. Laut der Resultate der Untersuchung passiert Entrepre-nehmerinnen befindet sie sich unmittelbar hinter Australien, neurship von Frauen in kleineren Organisationen in denden Vereinigten Staaten, Island und Frankreich an fünfter Bereichen Gesundheit, Soziales sowie Bildung. BetrachtetStelle. man die Anzahl der Entrepreneurs, die 20 Arbeitsstellen oder mehr schaffen, liegt gewissermassen auf der Hand, dass Frauen in der Minderheit sind (ungefähr 20%).16 2010 Swiss Executive Report
    • Abbildung 8: Männlich WeiblichGründungsaktivität (TEA) 70%von Frauen nach Sektoren,2010 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% 1. Sektor 2. Sektor 3. Sektor: 3. Sektor: Businessorientiert KonsumentenorientiertIm Folgenden interessiert nunmehr, ob die Höhe des von Frauen trachten zudem weniger danach, ihr eigenes Unter-einem Unternehmer investierten Gründungskapitals den nehmen zu entwickeln. Bezüglich der Schweiz ist bekannt,Typ des gewählten Businessbereiches beeinflusst oder ein- dass das Wachstum eines Unternehmens oftmals einhergehtfach Zeichen fehlender monetärer Ressourcen ist. Unbese- mit einer Internationalisierung der Geschäftsaktivitäten.hen davon, wie diese Antwort ausfällt, ist ersichtlich, dass Es überrascht nicht, dass Frauen weniger zur Internationa-sich Frauen und Männer auch diesbezüglich unterschieden. lisierung tendieren als Männer. Unternehmen mit hohemFrauen investieren im Durchschnitt nur 45% desjenigen der Entwicklungspotenzial befinden sich oft im technologischMänner. Zudem reflektiert das Faktum, dass Frauen für ihre innovativen Sektor. Daher vermag nicht zu erstaunen, dassGründung das hierfür benötigte monetäre Aufkommen für Frauen zweimal weniger häufig als Männer vermerkten, siezweimal tiefer erachten. würden für ihre Produkte und Dienstleistungen neue Tech- nologien verwenden.Weshalb steigen Frauen als Unternehmerinnen ein? IhreHauptmotivation ist, ihren männlichen hierin Kollegen ähn- Werden die Daten im Zeitraster betrachtet, ist erkennbar,lich, nur leicht ausgeprägter – Unabhängigkeit. Bezüglich der dass die weibliche unternehmerische Aktivität sich im TrendHöhe des eigenen Verdienstes verhält es sich so, dass Frauen der gesamten Entwicklung der TEA bewegt und folgerichtigweniger als Männer danach streben, ihren Verdienst in der die Gründungsaktivität gegenüber dem Vorjahr gesunken istSumme zu halten; gar mehr Geld zu verdienen, scheint über- (Abbildung 8). Die Gründungsaktivität der Frauen erweisthaupt kein Motivationsfaktor zu sein. sich aber als leicht stabiler und der Rückgang viel relativ ge- sehen geringer aus. 2010 Swiss Executive Report 17
    • Abbildung 9:Entwicklung derGründungsaktivität (TEA)von Frauen, 2003−2010 Total Männlich Weiblich 12% 10% 8% 6% 4% 2% 0% 2003 2005 2007 2009 20102.3 Unternehmerische Aktivität Ein grosser Anteil an etablierten Unternehmen ist einerseitsvon etablierten Unternehmen ein positives Zeichen für die Rahmenbedingungen bezüg- lich des Überlebens und reflektiert eine hohe Stabilität sowieGeschäftsinhaber, die mehr als 42 Monate Löhne und Ge- ein ökonomisch nachhaltiges Geschäftsmodell. Andererseitshälter ausbezahlt haben, werden wie erwähnt als etablierte kann dies auf eine geringe wirtschaftliche Dynamik hinwei-Unternehmer bezeichnet. Ihr Geschäft hat die Herausforde- sen, vor allem wenn eine hohe Rate an Etablierten kombi-rungen der ersten Phase überwunden, während der die jun- niert ist mit einer tiefen unternehmerischen Gründungsakti-gen Firmen bestehenden Unternehmen gegenüber benach- vität. Die industriellen Rahmenbedingungen sind in diesemteiligt sind. Die Nachteile sind oft auf mangelnde interne Fall von einem Mangel an Wettbewerb gekennzeichnet, wasEffizienz und externe Legitimität zurückzuführen. die Einführung von neuen Produkten verlangsamt oder den Eintritt von neuen Anbietern verhindert. Idealerweise sollte eine Volkswirtschaft ständig Umsatz von Start-ups gene- rieren, die neue Ideen in Umlauf bringen und Mehrwerte schaffen.18 2010 Swiss Executive Report
    • Abbildung 10:Aktivität von etabliertenUnternehmen ininnovationsbasiertenVolkswirtschaften mit 95%Konfidenzintervall, 2010 16% 14% 12% 10% % der 18-64 Jährigen 8% 6% 4% 2% 0% Frankreich Japan Griechenland Belgien Israel Italien Portugal Vereinigtes Königreich Schweden Norwegen Island Spanien Australien Irland Schweiz Niederlande Finnland Korea Slowenien Vereinigte Staaten Dänemark DeutschlandDie Resultate von 2010 zeigen, dass die Rate von etablierten Der höchste Level an etablierten Unternehmen weist Grie-Unternehmen in den innovationsbasierten Ökonomien tiefer chenland mit 14,9% (TEA 5,5%) auf, gefolgt von Korea mitist als diejenige in den faktor- oder effizienzbasierten Volks- 11,2% (TEA 6,6%), Finnland mit 9,4% (TEA 5,7%) undwirtschaften. Entscheidend ist aber das Verhältnis zur unter- die Niederlande 9,3% (TEA 7,2%). Am andere Ende dernehmerischen Gründungsaktivität. In den faktor- und effizi- Skala befinden sich beispielsweise Länder wie Frankreichenzbasierten Volkswirtschaften ist die TEA-Anteil höher im mit 2,4% (TEA 5,8%), Belgien 2,7% (TEA 3,7%) und Is-Vergleich zu den etablierten Unternehmen. Die Mehrzahl rael 3,1% (TEA 5,7%), deren Anteil an etablierten Unter-der innovationsbasierten Länder weist im Gegensatz dazu nehmen tiefer ist als die Gründungsaktivität. Das Resultateine Menge an etablierten Unternehmen auf, die höher ist von Griechenland kann unter anderem mit der Dominanzals die TEA-Rate. Dies gilt ebenso für die Schweiz mit einer der Landwirtschaft in der Volkswirtschaft erklärt werden, inQuote an etablierten Unternehmen von 8,7% (TEA 5,0%), Frankreich erklärt die historisch starke Prägung der Ökono-also mit einem Überhang von 3,7% (Abbildung 10). mie durch staatlich geführte Unternehmen die Position. 2010 Swiss Executive Report 19
    • 2.4 Unternehmerische Ambitionen 2.4.1 Gründungsaktivität mit hohen Wachstumsabsichten In diesem Kapitel werden die unternehmerischen Ambitio- nen der Gründungsaktivitäten präsentiert. Verglichen wird anhand von Indikatoren, die untrennbar mit Unternehmens- wachstum verbunden sind: das erwartete Quantum zu schaf- fender Arbeitsplätze, die Innovation und die internationale Orientierung der Gründungsaktivität. Die markant wach- senden Unternehmen, auch «Gazellen» genannt, werden in der Öffentlichkeit immer stärker beachtet und vermehrt in staatlichen Förderprogrammen berücksichtigt, denn diese Firmen leisten innerhalb der Neugründungen einen über-Abbildung 11: durchschnittlichen Beitrag für die Schaffung neuer Arbeits-Unterschiede in den plätze (Autio, 2007; Acs, 2008).Joberwartungen vonwerdenden Unternehmern undEigentümer-Unternehmerin den innovationsbasiertenLändern, 2008-2010 Werdende Unternehmer (1) Eigentümer-Unternehmer in neuen Firmen (2) Ratio (1) zu (2); Rechte Achse 100% 2.5 % der Wachstumserwartungen von mindestens 5 Mitarbeitern in 5 Jahren 90% 80% 2.0 70% 60% 1.5 50% 40% 1.0 30% 20% 0.5 10% 0% 0.0 Frankreich Griechenland Spanien Irland Niederlande Belgien Finnland Italien Island Vereinigtes Königreich Norwegen Korea Schweiz Slowenien Vereinigte Staaten Deutschland Dänemark20 2010 Swiss Executive Report
    • Im Rahmen der Studie wurden alle identifizierten Gründer Interessante weitere Erkenntnisse bezüglich der unterneh-nach der Anzahl an Arbeitskräften befragt, die sie in den merischen Ambitionen sind ersichtlich, wenn die Ausprä-nächsten fünf Jahren einzustellen gedenken. Die Wachs- gung des Arbeitnehmerschutzes berücksichtigt und dietumsabsichten der werdenden Unternehmer und der Jungun- Gründungsaktivitäten in moderat und stark unterschiedenternehmer können mithin anhand der Arbeitsplatzerwartung werden. Abbildung 12 setzt die Ausprägung des Arbeitneh-aufgezeigt werden (Abbildung 11). In den meisten Ländern, merschutzes in Relation zu den Gründungsaktivitäten mitebenso in der Schweiz, haben die werdenden Unternehmer hohen Wachstumsabsichten (HEA). Der im internationalenhöhere Wachstumserwartungen. Die Schweiz befindet sich Vergleich relativ moderate Arbeitnehmerschutz der Schweizerfreulicherweise im vorderen Mittelfeld, insofern 39% der hat vergleichsweise gesehen geringe Wirkungen auf diewerdenden Unternehmer und 31% der Jungunternehmer HEA. Die HEA (0,4%) der Schweiz bewegt sich auf demmindestens 5 Mitarbeiter in den nächsten 5 Jahren einstellen Niveau von Ländern wie Belgien, Deutschland oder Frank-möchten. Korea, Island, Irland, Dänemark, die Vereinigten reich, die sich durch einen markant höheren Arbeitnehmer-Staaten und Slowenien weisen signifikant höhere Werte auf. schutz aufweisen. Der Anteil an Gründungsaktivität mit ho- hen Wachstumsabsichten sollte sich auf ca. 0,8% bewegen.% der Bevölkerung (18-64 Jahre) aktiv in einem wachstumsstarken Unternehmen (HEA) 1.6% Abbildung 12: US Ausprägung des 1.4% IE Arbeitnehmerschutzes (2004) 1.2% und der Gründungsaktivität IS mit hohen Wachstumsabsichten NO 1.0% (HEA) (Quelle: GEM und KR OECD), 2010 0.8% UK SI 0.6% SE NL FR CH DE 0.4% FI BE DK ES IT GR 0.2% 0.0% 0 0.5 1 1.5 2 2.5 3 3.5 Ausprägung des Arbeitnehmerschutzes 2010 Swiss Executive Report 21
    • Abbildung 13:Relative Verbreitung vonstark und moderat wachsendenGründungsaktivitäten,2008-2010 Erwartung: 5-19 Arbeitsplätze Erwartung: 20 oder mehr Arbeitsplätze 55% 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Griechenland Finnland Spanien Italien Deutschland Niederlande Norwegen Frankreich Vereinigtes Königreich Belgien Korea Irland Israel Island Schweiz Slowenien Vereinigte Staaten DänemarkUm das Potential der «Gazellen» abzuschätzen, wurden die Allerdings sind die Ergebnisse für die stark wachsendenErwartungen differenziert (Abbildung 13). Im Detail be- Gründungsaktivitäten ernüchternd für die Schweiz und siedeutet dies, dass 34,7% der unternehmerischen Gründungs- belegt die viertletzte Stellen der innovationsbasierten Län-aktivitäten in der Schweiz in den nächsten fünf Jahren Ar- der. Auf einem höheren Niveau zu lokalisieren sind beispiels-beitsplätze kreieren möchten. Wovon 6,2% der Gründungs- weise Irland (18,9%), Israel (17,9%), Island (17,1%), die Ver-aktivitäten 20 oder mehr Arbeitsplätze beabsichtigen und zu einigten Staaten (16,4%) oder Belgien (11,9%) Auch Nach-den stark wachsenden gehören und 28,5% fünf oder mehr barländer wie Frankreich (9,7%) und Deutschland (9,5%)Arbeitsplätze kreieren wollen. Ein Ländervergleich verdeut- weisen höhere Werte auf.licht die Stellung der Schweiz im Mittelfeld.22 2010 Swiss Executive Report
    • 2.4.2 Innovationsorientierte Der Neuheitsgehalt der Gründungsaktivitäten ist umso in-unternehmerische Aktivität teressanter, als die Schweiz in letzter Zeit bezüglich Innova-Innovation und Entrepreneurship sind untrennbar miteinan- tionsindikatoren ausserordentlich gut abschnitt (Europeander verbunden und wirken auf das Wachstum des Unterneh- Commission Enterprise and Industry, 2011). Ein Vergleichmens. Schumpeter (1934) argumentierte, dass Unternehmen innerhalb der innovationsbasierten Länder zeigt eine gute Po-das Marktgleichgewicht zerstören, wenn neue Produkt-/ sition für die schweizerischen Gründungsaktivitäten bezüglichMarktkombinationen lanciert werden oder wenn Innovati- Innovation, aber keine überragende. Andere Länder weisen ei-onen weniger produktive Firmen aus dem Markt drängen. nen höheren Prozentsatz an Neuheiten auf, sei es total oder imEinerseits bewertet GEM Innovationen im unternehmeri- wichtigen Indikator der Produkt- und Marktneuheit. Spitzen-schen Kontext, indem werdende Unternehmer, Jungunter- plätze weisen Länder wie Irland, Frankreich oder Island auf.nehmer und etablierte Unternehmer danach gefragt wurden,wie sie den Neuheitsgehalt ihrer Marktleistungen bezogen Im Detail bedeutet dies, dass rund ein Drittel der Grün-auf die Kundenerfahrung beurteilen. Andererseits wurde dungsaktivitäten in der Schweiz mit einer Neuheit überzeu-jeder Unternehmer zum Wettbewerbsgrad im jeweiligen gen wollen, 32,7% mit einer Produkt- und Marktneuheit,Markt befragt, vor allem danach, ob viele, einige oder gar 23,7% mit einer Produkt- oder Marktneuheit. Irland weistkeine Marktteilnehmer mit ähnlichen Produkten oder einem total 60% auf, wovon 37,3% eine Produkt- und Marktneu-ähnlichem Service wahrgenommen werden. heit repräsentieren und 26,7% eine Produkt- oder Markt- neuheit sind. Frankreich verzeichnet 34,4% an Produkt-/Abbildung 14: Marktneuheiten und 28,1% in einem neuen Markt oder mitRelative Verbreitung von einem neuen Produkt.stark und moderat wachsendenGründungsaktivitäten,2004-2009 Produkt- und Marktneuheit Produkt- oder Marktneuheit 70% 65% 60% 55% 50% 45% % werdender Unternehmer 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10% 5% 0% Frankreich Griechenland Italien Korea Vereinigtes Königreich Niederlande Spanien Finnland Belgien Israel Slowenien Norwegen Island Irland Schweiz Vereinigte Staaten Deutschland Dänemark 2010 Swiss Executive Report 23
    • 2.4.3 Internationale Orientierung Die internationalen Ambitionen der Schweizer UnternehmerDer dritte Wachstumsindikator verändert die Situation der können als moderat ambitiös bezeichnet werden (AbbildungSchweiz im internationalen Vergleich bezüglich der Grün- 15). Ein Blick auf die anderen innovationsbasierten Länderdungsaktivitäten nicht fundamental. Die Schweiz wird bezeugt dies. Bei einem Durchschnitt von 58,1% für alle in-wegen ihrer vernetzten Wirtschaft als äussert international novationsbasierten Volkswirtschaften sind nur die unterneh-orientiert verstanden und Themen wie globale Start-ups, merischen Aktivitäten in Island (79,4%), Belgien (78,4%)sogenannte Born Globals, werden hier diskutiert. Innerhalb und in den Vereinigten Staaten (75,3%) stärker internatio-des GEM werden Gründungsaktivitäten, die mehr als 25% nal orientiert als die Schweizer (72,9%). Diese Zahlen sindder Kunden ausserhalb des Landes ausweisen, als stark in- aber insofern zu relativieren, als nur die starke internationaleternational orientiert definiert; solche mit zwei oder mehr Gründungsaktivität – mehr als 25% der Kunden ausserhalbKunden im Ausland bezeichnet man als moderat internatio- des Landes − analysiert wird. In der Schweiz besitzen 19,8%nal orientiert. Die Daten über alle Länder hinweg beweisen, einen ausgesprochen internationalen Fokus, was exakt demdass normalerweise Länder mit einer grossen Landfläche Durchschnitt entspricht. Belgien (39,7%) weist doppelt soeine geringere Internationalisierung aufweisen; als Beispiele viele derartige Aktivitäten auf, Dänemark (31,9%), Sloweni-mögen Indien, Iran, Brasilien, Russland, China und Austra- en (26,8%), Island (26,2%) und Irland (24,7%) sind diesbe-lien dienen. züglich gleichermassen deutlich besser positioniert. Erklärungen für diese Entwicklung sind mannigfaltig und zum einen in der Person des Unternehmers zu suchen, in- wiefern er internationale Geschäftsgelegenheiten entdeckt,Abbildung 15: evaluiert und umsetzt; zum anderen kann die internationaleAnteil der Gründungsaktivitäten Aktivität stark von der Situation der internen Ressourcenmit internationaler und Kernkompetenzen abhängig sein sowie von den natio-Orientierung, 2008-2010 nalen und internationalen Rahmenbedingungen. Mehr als 25% der Kunden ausserhalb des Landes Zwei oder mehr Kunden ausserhalb des Landes (1-25%) 90% 80% 70% 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Frankreich Griechenland Spanien Finnland Korea Italien Vereinigtes Königreich Niederlande Israel Irland Norwegen Belgien Island Schweiz Slowenien Vereingte Staaten Dänemark Deutschland24 2010 Swiss Executive Report
    • 3 Unternehmerische RahmenbedingungenDie unternehmerischen Rahmenbedingungen spielen erfah- samkeit und Vorhersehbarkeit der Justiz und die Durchsetz-rungsgemäss eine zentrale Rolle und werden neuerlich inten- barkeit von Verträgen. Gemeinsam messen all diese Indika-siver diskutiert. Aktuell werden insbesondere die einzelnen toren den Erfolg einer Gesellschaft bezüglich der Entwick-Elemente der Rahmenbedingungen auseinandergesetzt, da- lung eines Umfelds. Dahinter steht die Ansicht, dass fairemit die politischen Entscheidungsträger ihre Anstrengungen und berechenbare Regeln die Basis für wirtschaftliche undkanalisieren resp. konzentrieren können (Isenberg 2010). Im soziale Interaktionen bilden und Eigentumsrechte geschütztFolgenden werden die Rahmenbedingungen differenziert werden.aufgezeigt, indem neben Antworten der befragten ExpertenDaten der Weltbank in den Diskurs berücksichtigt werden. Abbildung 16 verdeutlicht die Rechtssicherheit im Ver- hältnis zu verbesserungsorientierten unternehmerischen3.1 Rahmenbedingungen im Gründungsaktivitäten. Das positive Verhältnis unterstreichtinternationalen Vergleich die Hypothese, dass unternehmerische Aktivität gefördert werden kann, wenn sich Individuen sicher fühlen, darinDer von der Weltbank veröffentlichte «Rechtssicherheit vertrauen, dass ihre Verträge durchgesetzt werden und ihrIndex» (Rule of Law Index) umfasst mehrere Indikatoren, geistiges Eigentum geschützt ist. Je nach länderspezifischerdie messen, inwieweit die Menschen Vertrauen in Gesell- Ausgangslage kann die Rechtssicherheit die einzelne Personschaftsregeln haben und sie auch respektieren. Dazu gehören beeinflussen.die Wahrnehmung der Häufigkeit von Verbrechen, die Wirk Verschiedene Länder haben aber Probleme mit einem hö- heren Indikator für Rechtssicherheit, die Personen zu un- ternehmerischen Aktivitäten zu bewegen. Exemplarisch sind Irland oder das Vereinigte Königreich zu erwähnen. Im Gegensatz dazu sind Länder wie die Niederlande, Schwe- den oder Norwegen zu sehen, die überdurchschnittlich den positiven Effekt der Rechtssicherheit auf die unternehme- rische Aktivität legen können. Die Schweiz liegt exakt auf der durchschnittlichen Korrelation wie beispielsweise Aus- tralien. 80Abbildung 16: Verbesserungsorientierte unternehmerische GründungsaktivitätKorrelation zwischen NO SERechtssicherheit und 70 ISOpportunitäten (TEA), 2010 NL CH 60 FR AU IT IL FI SI PT KO BE US DK 50 DE JP ES UK 40 R² = 0.39 GR IE 30 20 0 0.5 1 1.5 2 2.5 Indikator für Rechtssicherheit 2010 Swiss Executive Report 25
    • Abbildung 17: Erhöhtes Einkommen Not und Opportunität (Mix)Motivation der Unternehmer Unabhängigkeit Aus Not - Haupteinkommenin innovationsbasierten 60%Ökonomien und der Schweiz, 55%2009-2010 50% 45% 40% 35% 30% 25% 20% 15% 10%Abbildung 18: 5%Werte für unternehmerischeRahmenbedingungen 0% Innovationsbasierte Innovationsbasierte Schweiz 2009 Schweiz 2010(Expertenmeinung) nach Ökonomien 2009 Ökonomien 2010Ländergruppen und fürdie Schweiz (ungewichteteLänderdurchschnitte), 2010 Faktorbasierte Ökonomien Effizienzbasierte Ökonomien Innovationsbasierte Ökonomien Schweiz 5.0 4.5 4.0 Skala (1 = min., 5 = max.) 3.5 3.0 2.5 2.0 1.5 1.0 Regierungspolitik 1: Kulturelle und soziale Ausbildung 1: Primäre Entrepreneurship Unternehmerische Finanzierung Priorität, Engagement Regulierung, Steuern Gründungsbezogene und sekundäre Stufe Gründungsbezogene Ausbildung 2: Tertiäre Stufe und ausserschulische Ebene Binnenmarkt-Offenheit 2: Eintrittsbarrieren Normen Gewerbliche und rechtliche Infrastruktur Physische Infrastruktur für Binnenmarkt-Offenheit 1: Dynamik Förderinfrastruktur Öffentliche Regierungspolitik 2: R&D Transfer26 2010 Swiss Executive Report
    • Die Rechtssicherheit ist essentiell, wenn in einem Land wie In der GEM-Studie sind die Meinungen der Experten derder Schweiz die Unabhängigkeit ein wichtiges Motivati- zentrale Baustein, um die Rahmenbedingungen einzuschät-onselement für eine unternehmerische Tätigkeit darstellt. zen. Die Experten wurden nach den folgenden ElementenAbbildung 17 zeigt die Motivation der Unternehmer in gefragt: unternehmerische Finanzierung, politische Rah-innovationsbasierten Ökonomien und in der Schweiz. Die menbedingungen, Wissens- und Technologietransfer, grün-Motivation erhöhtes Einkommen ist seit 2009 zwar auf über dungsbezogene Ausbildung, Schutz des geistigen Eigen-25% gestiegen, befindet sich jedoch nach wie vor unterhalb tums, Binnenmarkt (Offenheit und Dynamik), gesellschaft-des Durchschnitts der innovationsbasierten Ökonomien. liche Werte und Normen, öffentliche Förderinfrastruktur und physische Infrastruktur.Unabhängigkeit als unternehmerisches Ziel ist zwar inner- Abbildung 18 stellt die Rahmenbedingungen nach Entwick-halb eines Jahrs erheblich gesunken, befindet sich aber mit lungsstufen der Länder aufgrund der Einschätzung der nati-35% nach wie vor noch deutlich über dem Durchschnitt onalen Experten dar.vergleichbarer Länder. Die aus Not entstandenen Motivatio-nen liegen beide unterhalb des Durchschnitts vergleichbarer Im Allgemeinen ist erkennbar, dass die RahmenbedingungenÖkonomien und sind wie in den anderen Ländern innerhalb in höher entwickelten Ländern besser beurteilt werden. Diesdes Zeitraumes 2009 bis 2010 angestiegen. verifiziert die These, dass analog zur wachsenden Entwick- lung einer Volkswirtschaft die Wichtigkeit der Rahmenbe- dingungen für die politischen Entscheidungsträger steigt. Die Expertenbefragung auf Abbildung 19 bezüglich der we-Tabelle 3: niger gut eingeschätzten gesellschaftlichen Werte und Nor-Rangfolge für unternehmerische men hebt insbesondere die mangelnde Risikobereitschaft derRahmenbedingungen Schweizer Landesmentalität hervor.(Expertenmeinung), 2010 Schweiz 1. Rang 2. Rang 3. Rang Rang Wert Wert*/Land Wert*/Land Wert*/Land Physische Infrastruktur für Entrepreneurship 2 4.44 4.55/Island 4.44/Schweiz 4.41/Finnland Schutz des geistigen Eigentums 1 4.24 4.24/Schweiz 3.74/Finnland 3.57/Irland Wissens- und Technlogietransfer 1 3.38 3.38/Schweiz 2.85/Deutschland 2.79/Island Öffentliche Förderinfrastruktur 2 3.41 3.71/Deutschland 3.41/Schweiz 3.25/Irland "Gründungsbezogene Ausbildung" 2 3.43 3.76/Deutschland 3.43/Schweiz 3.30/Spanien Tertiäre Stufe und ausserschulische Ebene 1 3.25 3.25/Schweiz 3.20/Island 3.14/Frankreich Gesellschaftliche Werte und Normen 5 3.04 3.97/Israel 3.91/Island 3.79/Vereinigte Staaten Finanzierung 3 2.93 3.15 /Finnland 2.95/Norwegen 2.93/Schweiz 3.35/Schweiz 3.28/Finnland 2.99/Korea Politik 2: Regulierung und Steuern 1 3.35 3.35/Island 2.87/ Vereinigtes Köni- Binnenmarktoffenheit 1 2.88 2.88/Schweiz 2.86/Irland greich Politik1: Priorität und Engagement 5 3.01 3.27/Finnland 3.13/Korea 3.10/Deutschland Gründungsbezogenen Ausbildung - 3 2.25 2.35/Finnland 2.33/Norwegen 2.25/Schweiz Primäre und sekundäre Stufe Binnenmarktdynamik 2 2.33 2.25/Israel 2.33/Schweiz 2.35/Griechenland«Wert*: Die Werte geben die durchschnittliche Einstufung der Experten zu einer Reihe von Aussagen auf einer Skala von 1 (vollkommen falsch) bis 5 (vollkommen wahr) wieder.Je höher der Wert. Desto besser wurden die Rahmenbedingungen eingeschätzt. Einzig für die «Binnenmarktdynamik» gilt eine inverse Skala (je tiefer der Wert, desto besser).» 2010 Swiss Executive Report 27
    • 28 Wissens- und Abbildung 20: Abbildung 19: der Schweiz, 2010 Technologietransfers in der Schweiz, 2010 (Expertenmeinung) in Gesellschaftliche Werte und Normen (Expertenmeinung)2010 Swiss Executive Report 1 2 3 4 5 1 2 3 4 5 Neue Technologien, Wissenschaften oder anderes Wissen werden von Hochschulen und öffentlichen Die Landeskultur unterstützt stark 3.59 Forschungseinrichtungen effizient individuellen Erfolg dank 2.94 an neue und wachsende persönlichem Aufwand. Unternehmen transferiert. Neue und wachsende Unternehmen haben gleichen Zugang zu neuen nologischen Grundlagen die Schaffung neuer technologie- Wissens- und Technologietransfers (Abbildung 20) ergibt basierter Unternehmen auf Weltklasseniveau effizient un- hingegen, dass besonders die wissenschaftlichen und tech- Die Expertenbefragung hinsichtlich des besonders guten 3.19 Forschungsergebnissen und Technologien wie die grossen Die Landeskultur unterstreicht etablierten Unternehmen. Selbstversorgung, Autonomität und persönliche Initiative. 3.17 wird. Neue und wachsende Unternehmen können sich die 3.19 neusten Technologien leisten. Die Landeskultur ermutigt, unternehmerische Risiken 2.40 zu nehmen. Es existieren adäquate staatliche Fördermittel für neue und 2.97 wachsende Unternehmen, um neue Technologien anzuschaffen. Die wissenschaftlichen und Die Landeskultur ermutigt, 3.06 technologischen Grundlagen kreativ und innovativ zu sein. unterstützen effizient die Schaffung 3.87 neuer technologiebasierter Unternehmen auf Weltklasseniveau (in mind. einem Bereich). Die Landeskultur hebt eher die Gute Unterstützung ist für Ingenieure und Wissenschaftler individuelle als die kollektive 3.69 verfügbar, um ihre Ideen durch Verantwortung hervor, die 3.58 neue und wachsende Unternehmen benötigt wird, um das eigene zu kommerzialisieren. Leben zu managen. effizient an neue und wachsende Unternehmen transferiert Technologien, Wissenschaften oder anderes Wissen von Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen terstützen. Darüber hinaus wird betont, dass vor allem neue
    • 3.2 Finanzielle Rahmenbedingungen Nicht selten stellen dem Gründer nahestehende Personen (Family, Friends & Fools) in der Startphase das benötigteDen finanziellen Rahmenbedingungen, also Verfügbarkeit Kapital bereit. Die frühen Kapitalgeber bedienen sich in al-von Fremd- und Eigenkapital für neue und wachsende Un- ler Regel ihrer Ersparnisse, seltener ihres aktuellen Einkom-ternehmen, kommt in innovationsbasierten Volkswirtschaf- mens, um ein Gründungsprojekt zu finanzieren.ten eine hohe Bedeutung zu. Traditionell bewerten die natio-nal befragten Experten die Verhältnisse für „Entrepreneurial In der GEM-Datenerhebung wird die erwachsene Bevölke-Finance“ in der Schweiz im Vergleich zu anderen Rahmenbe- rung befragt, ob sie während der letzten drei Jahre Gelder zurdingungen als neutral bis positiv. Im internationalen Vergleich Verfügung gestellt haben, um andere gegründete Unterneh-schätzen nur die Experten aus Norwegen und Finnland die men in der Anfangsphase zu unterstützen. Es handelt sichfinanziellen Rahmenbedingungen in ihrem Land besser ein. also um eine geglättete Masszahl. Vorliegende UntersuchungInnerhalb der finanziellen Rahmenbedingungen (Abbildung legt für 2010 dar, dass 5,7% der Schweizer Bevölkerung zwi-21) wird die Finanzierung seitens Venture-Capital-Geber schen 18 und 64 Jahren in den vergangenen drei Jahren einund Business Angels überdurchschnittlich bewertet. Start-up finanziell unterstützt haben (Abbildung 22). Damit liegt die Schweiz bei den innovationsbasierten Ländern anUnternehmerische Aktivität bedarf finanzieller Starthilfe. sechster Stelle. 2009, im Jahr unmittelbar nach der Finanz-Die Verfügbarkeit von informellem Startkapital ist zentral. krise, betrug der Wert nur 4,7% Der Anstieg auf 5,7% kannIn der Schweiz, wie von den Experten richtig eingeschätzt demnach zumindest partiell mit der Erholung der Finanz-und in der Bevölkerungsbefragung bestätigt, kann die Ver- märkte erklärt werden.fügbarkeit von privatem Startkapital als zureichend um-schrieben werden. 5Abbildung 21:FinanzielleRahmenbedingungen von 4Entrepreneurship inder Schweiz, 2010 3.29 3.25 3.11 2.94 3 2.76 2.75 2 1 den Börsengang (IPO). Die Landeskultur ermöglicht eine ausreichende Eigenkapitalfinanzierung für neue und wachsende Unternehmen. Die Landeskultur stellt ausreichende staatliche Subventionen für neue und wachsende Unternehmen zur Verfügung. Die Landeskultur ermöglicht eine ausreichende Finanzierung durch Privatpersonen für neue und wachsende Unternehmen. Die Landeskultur ermöglicht eine ausreichende Finanzierung durch Venture Capitalists für neue und wachsende Unternehmen. eine ausreichende Finanzierung durch Die Landeskultur ermöglicht eine ausreichende Fremdfinanzierung für neue und wachsende Unternehmen. Die Landeskultur ermöglicht 2010 Swiss Executive Report 29
    • 9% 8% 7% 6% % der 18-64 Jährigen 5% 4% 3% 2% 1% 0% Frankreich Japan Griechenland Portugal Korea Finnland Vereinigtes Königreich Spanien Slowenien Australien Irland Italien Israel Niederlande Island Norwegen Belgien Schweiz Schweden Vereinigte Staaten Dänemark DeutschlandAbbildung 22:Anteil der informellenInvestoren der 18-64-jährigenBevölkerung (95%Konfidenzintervall), 2010Die Personen, welche sich finanziell an Jungunternehmen In der international vergleichbaren Kategorie der 18- bisbeteiligten, haben im Durchschnitt, über die letzten drei 64-Jährigen liegt der Anteil der Business Angels in derJahre CHF 68000 in neu gegründete Unternehmen inves- Schweiz bei 5,7%. Betrachtet man die gesamte erwachsenetiert. 50% der Business Angel haben in der Dreijahresperio- Bevölkerung (18 bis 99 Jahre), fällt der Anteil nur unbedeu-de weniger als CHF 20000, die andere Hälfte hat über CHF tend höher aus. Im Mittelwert ist der Schweizer Kapitalge-20000 in neuen Unternehmen platziert. Mehrheitlich wur- ber für Unternehmensgründungen 51 Jahre alt. Knapp darü-den Freunde und Nachbarn (35%) sowie nahe Familienmit- ber, bei 52 Jahren, liegt der Median. Zieht man zusätzlich dieglieder (33%) unterstützt. In 16 Prozent der Fälle wurde das Summe des investierten Betrages in Betracht, ist der MedianInvestment in eine nicht nahestehende Person mit einer gu- das Alter betreffend deutlich höher. Die Hälfte des inves-ten Geschäftsidee getätigt. Die restlichen Investitionen ent- tierten Kapitals stammt von Business Angels, die älter alsfielen auf Arbeitskollegen (8%), entfernte Verwandte (4%) 59 sind. 59% der Schweizer Business Angels sind männlich.und auf andere (4%). Betrachtet man die investierten Beträ-ge, so präsentiert sich die prozentuale Verteilung durchausvergleichbar.30 2010 Swiss Executive Report
    • 4 Entrepreneurship und die Finanz-und Wirtschaftskrise 2008-2010Dieses Kapitel befasst sich mit der Fragestellung, wie sich 4.1 Auswirkungen der Krise aufunternehmerische Einstellungen, Aktivitäten und Ambi- den Entrepreneurship-Prozesstionen in der Schweiz seit dem Ausbruch der Finanz- undWirtschaftskrise entwickelt haben. Zu diesem Zweck wer- Bereits im GEM-Länderbericht 2009 wurde auf die Ge-den einerseits Daten präsentiert, die exklusiv die Schweiz be- fahren hingewiesen, denen das globale Unternehmertumtreffen, und solche, welche die Schweiz im Vergleich zu der im Zuge der gegenwärtigen Krise verstärkt ausgesetzt ist.konsolidierten Gruppe der anderen 22 innovationsbasierten Im Einzelnen wurden verschärfte Kreditkonditionen, re-Volkswirtschaften zeigen, fernerhin werden die helvetischen duzierte Staatsausgaben. geringere Konsumausgaben, dro-Resultate mit denjenigen der innovationsbasierten Volks- hende Inflation, verstärkte Wechselkursschwankungen undwirtschaften verglichen. Protektionismus genannt (Baldegger, Brülhart, Rossi & Schüffel, 2009). Während begründet anzunehmen ist, dassUnter Punkt 4.1. wird zunächst auf den Entrepreneurship- sich jede einzelne Gefahr potentiell negativ auf das Schwei-Prozess und damit auf die unternehmerische Einstellung zer Unternehmertum auswirkt, haben sich zwischenzeitlichund Aktivität eingegangen. Es wird beschrieben, wie sich im internationalen Kontext zwei Tendenzen als besondersbeide seit Ausbruch der Finanz- und Wirtschaftskrise verän- schwerwiegend herausgestellt. Einerseits leiden schweizeri-dert haben. Der folgende Abschnitt 4.2 legt die Auswirkun- sche KMU allgemein unter einer nachlassenden Auslands-gen der Krise auf den Unternehmertypus dar. Das Kapitel nachfrage nach Schweizer Produkten, andererseits sehenschliesst mit Ausführungen zu den Auswirkungen der Krise sich schweizerische Mittelständler mit einem kontinuierlichauf Gründungsaktivität und Wachstum. steigenden Schweizer Franken konfrontiert (Credit-Suisse & OSEC, 2010).Abbildung 23: Wahrgenommene Gelegenheiten Gute KarierremöglichkeitUnternehmerische Einstellung Angst zu scheitern Unternehmerische Absichtenin der Schweiz, 2003-2010 45% 100% 40% 90% 80% 35% % der Bevölkerung (18-64 Jahre) 70% 30% 60% 25% 50% 20% 40% 15% 30% 10% 20% 5% 10% 0% 0% 2003 2005 2007 2009 2010 2010 Swiss Executive Report 31
    • In Anbetracht der Tatsache, dass Schweizer KMU nicht nur nehmer, sie hätten unternehmerische Gelegenheiten wahr-70% aller Arbeitsplätze in der Schweiz stellen (Habersaat, genommen, sank diese Zahl im Jahr 2010 um zwei Prozent-Schönenberger, & Weber, 2001), sondern überdies die Hälf- punkte auf 33%.te aller Schweizer Arbeitsplätze von Exporten abhängig ist(Mayer, 2003), erstaunt nicht weiter, dass weitere Auswir- Gleichwohl existieren Hinweise dafür, dass die globale Fi-kungen dieser Krise zu beobachten sind. Für 2010 wurden nanz- und Wirtschaftskrise auch positive Auswirkungen auf6204 Firmenpleiten gemeldet und somit wurde der Vorjah- den Entrepreneurship-Prozess in der Schweiz hatte. So stuf-resrekord, der bei 5000 Firmenkonkursen lag, um 24% über- ten beispielsweise 2010 nunmehr knapp 65% der Studienteil-schritten (Dun & Bradstreet, 2010). Mit dieser Meldung nehmer die Selbstständigkeit als gute Karrieremöglichkeit ein,verstetigte sich der Trend von 2009: Auch der Schweizer während dies im Jahr 2007 noch weniger als 50% so sahen.Mittelstand wurde zunehmend von der globalen Finanz-und Wirtschaftskrise erfasst. Ein weiterer positiver Aspekt ist die nachlassende Angst zu scheitern. Hier wurde mit knapp 31% ein neuer TiefstwertDieser Trend spiegelt sich auch in der Entwicklung der un- im Betrachtungszeitraum erreicht.ternehmerischen Einstellung in der Schweiz über die letztenJahre. Gaben 2007 noch knapp 10% der Studienteilnehmer Weitere interessante Erkenntnisse lassen sich gewinnen mitan, unternehmerische Absichten zu besitzen, waren dies der Analyse der Entwicklung der Quoten der werdenden2010 noch nicht einmal mehr 8%. Interessant ist allerdings, Unternehmer wie der Jungunternehmer.dass sich diese Einstellung erst 2010 manifestierte, nachdemsich zunächst im Jahr 2009 noch ein Anteil von über 10% der Die Rate der werdenden Unternehmer (Nascent Entrepre-Befragten positiv dazu äusserte, unternehmerische Absich- neurs) halbierte sich praktisch von 2009 bis 2010. Währendten zu hegen. Offensichtlich wirkte sich die Krise in diesem 2009 noch mehr als 4% der Schweizer Bevölkerung im AlterPunkt zeitverzögert aus. von 18 bis 64 Jahren als werdende Unternehmer bezeichnet werden konnten, waren dies 2010 nur noch weniger als 2%.Ebenso wie die geäusserten unternehmerischen Absichten Die Quote der Jungunternehmer schwankt hingegen seitsank die Anzahl der wahrgenommenen unternehmerischen 2003 in einer engen Bandbreite zwischen ca. 3% und ca. 4%.Gelegenheiten. Sagten 2007 noch etwa 35% der Studienteil- Dabei erreichte sie 2010 nahezu den Tiefstand von 2007.Abbildung 24: Werdende Unternehmer-Rate Notwendigkeit als Motivation (rechte Achse)Unternehmerische Aktivität in Jungunternehmer-Rateder Schweiz, 2003-2010 10% 1.2% 9% 1.0% 8% % der Bevölkerung (18-64 Jahre) 7% 0.8% 6% 5% 0.6% 4% 0.4% 3% 2% 0.2% 1% 0% 0.0% 2003 2005 2007 2009 201032 2010 Swiss Executive Report
    • Damit können heute ca. 3% der Schweizer Bevölkerung im 4.2 Auswirkungen der KriseAlter zwischen 18 und 64 Jahren als Jungunternehmer (New auf den UnternehmertypusBusiness Owner-Manager) bezeichnet werden. Wie bereits diskutiert, hatte die Finanz- und Wirtschaftskri-Der Rückgang dieser Quote hat möglicherweise folgende se durchaus negative Auswirkungen auf das Schweizer Un-beiden Ursachen. Zum einen ist begründet anzunehmen, ternehmertum im Allgemeinen. Unterscheidet man zudemdass von dem oben genannten rapiden Anstieg der Firmen- zwischen den verschiedenen Unternehmertypen, ergibt sichpleiten Jungunternehmen prominent betroffen waren. Zum ein noch differenzierteres Bild dieser Entwicklung. Ausser-anderen zeigt – ceteris paribus – ein Abfall der Quote der dem lassen sich zusätzliche Erkenntnisse gewinnen, wennwerdenden Unternehmer zeitversetzt eine Abnahme der die Schweizer Volkswirtschaft innerhalb ihrer Peer Group inQuote der Jungunternehmer. Relation zu den anderen innovationsbasierten Ökonomien studiert wird.Hinsichtlich der Motivation, weshalb Personen zu Unter-nehmern werden, fällt auf, dass ‚Notwendigkeit» vermehrt Grundsätzlich lässt sich festhalten, dass 2010 über sämtli-als Grund genannt wird. Begründeten 2009 noch ca. 0,5% che innovationsbasierten Volkswirtschaften hinweg alle Un-den Schritt in die Selbständigkeit mit Notwendigkeit, wa- ternehmertypen weniger Geschäftsgelegenheiten registriertren es 2010 ca. 0,7%. Absolut betrachtet ist dieser Wert ver- hatten als im Vorjahr. Interessanterweise stemmen sich diegleichsweise gering, relativ betrachtet handelt es sich jedoch Schweizer Unternehmer jedoch gegen diesen Trend: Unterum eine Steigerung von 40%. den werdenden Unternehmern hatten über 40% der Befragten mehr Gelegenheiten wahrgenommen als 2009. Weitere 23% meinten, dass sich immerhin etwa gleich viele GelegenheitenAbbildung 25: boten. Ca. ein Drittel erkannte weniger Gelegenheiten.Auswirkungen der globalenWirtschaftsverlangsamung Unter den Schweizer Jungunternehmern war die Stimmungauf die Wahrnehmung nicht ganz so positiv, aber immerhin gaben deutlich übervon Opportunitäten von 50% an, dass 2010 etwa gleich viele GeschäftsgelegenheitenUnternehmen wie 2009 existierten. Weniger Geschäftsgelegenheiten eru- Innovationsbasierte Ökonomien Schweiz 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Weniger Etwa gleich viele Mehr Weniger Etwa gleich viele Mehr Weniger Etwa gleich viele Mehr Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Gelegenheiten Werdende Unternehmer Jungunternehmer Etablierte Unternehmer 2010 Swiss Executive Report 33
    • ierten etwa ein Drittel der Befragten, mehr nahmen immer- Vergleicht man die Schweiz mit anderen innovationsbasier-hin knapp 15% der Befragten wahr. ten Ländern hinsichtlich der wahrgenommenen Geschäfts- möglichkeiten, ergeben sich ebenfalls interessante Aussagen.Zu einem gewissen Grad trotzten gleichermassen die etablier- Grundsätzlich ist festzuhalten, dass sich die Schweiz überten Schweizer Unternehmer dem internationalen Trend. Hier die letzten Jahre etwa im Mittelfeld hielt, was die Wahrneh-gaben weit über 50% der Studienteilnehmer an, dass sich ih- mung von Opportunitäten anbelangte. Dabei hebt sich dienen 2010 etwa gleich viele Gelegenheiten geboten hätten wie Schweiz in ihrer Stabilität deutlich ab von Ökonomien, die2009, während ‚nur» wenig mehr als 30% angaben, weniger in diesem Zeitraum eine «Boom-and-Bust»-Phase durch-Geschäftsmöglichkeiten erkannt zu haben. Dies ist quasi eine liefen wie beispielsweise Irland oder Island (OECD, 2010).Verkehrung der Verhältnisse, wie sie sich im internationalen Während in der Schweiz im Zeitraum von 2005 bis 2007Vergleich darstellten. Weitgehend analog ist hingegen die etwa 37% der Bevölkerung eine Geschäftsidee identifiziertAussage der etablierten Schweizer Unternehmer und ihrer in- hatten, waren dies im Zeitraum von 2009 bis 2010 immerhinternationalen Peers, dass nur wenige der Befragten mehr Ge- noch 34%. Im Falle von Irland fiel dieser Wert hingegen vonschäftsgelegenheiten wahrnahmen. Dies gaben ca. 12% aller ca. 47% auf 23%, in Island gar von 64% auf 44%. Festzuhal-etablierten Unternehmer in innovationsbasierten Ökonomien ten bleibt ergo, dass die Schweizer Unternehmer im inter-an, ca. 15% der etablierten helvetischen Unternehmer. nationalen Vergleich zwar in allen untersuchten Zeiträumen nicht sonderlich viele Gelegenheiten wahrnahmen, dass im Gegenzug aber die Volatilität dieser Wahrnehmung relativAbbildung 26: Wahrgenommene gering ist.Opportunitäten innovationsbasierterLänder, 2002-2010 70% 60% 50% % der Bevölkerung (18-64 Jahre) 40% 30% 20% 10% 0% 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2002-04 2005-07 2008-10 2003 2005-07 2009-10 ES GR BE IE DE UK IT US NL IS NO DK CH34 2010 Swiss Executive Report
    • 4.3 Auswirkungen der Krise auf Auf die Frage nach den Wachstumserwartungen, die bei eta-Gründungsaktivität und Wachstum blierten Unternehmen herrschen, ergeben sich erneut inter- essante Einsichten. Mit ‚nur» 40% der etablierten SchweizerDie Betrachtung der Gründungsaktivität über alle innova- Unternehmen indizierten bereits 2009 vergleichsweise we-tionsbasierten Ökonomien hinweg ergibt abgesehen von nig schweizerische Firmen, geringere Wachstumsaussichtenwenigen Ausnahmen ein eindeutiges Bild. Im Gleichschritt zu haben. Dieser Wert sank 2010 erneut. Aktuell meintenmit der Finanz- und Wirtschaftskrise erlahmten die Grün- ‚nur» ca. 31% der befragten Unternehmen, mit geringerendungsaktivitäten. Stellvertretend steht das von der Krise be- Wachstumsraten zu rechnen. Dieser im internationalen Ver-sonders gebeutelte Island, wo sich der Level der Gründungs- gleich geringe Wert deutet darauf hin, dass die etabliertenaktivität fast halbierte. Gleicherweise in Mitleidenschaft Unternehmen in der Schweiz wohl damit rechnen, dass diegezogen wurde das Schweizer Unternehmertum: Während Talsohle der Krise nunmehr durchschritten sei. Im starken2009 immerhin noch eine Gründungsaktivität von 50% zu Kontrast hierzu stehen wiederum die Länder Spanien undverzeichnen war, sank dieser Wert 2010 auf lediglich 37%. Griechenland: rechnen mit 68% bzw. 70% der etabliertenBesonders interessant an diesem internationalen Vergleich Unternehmen erwarten eine weitere Abschwächung ihresist die Tatsache, dass sich die Schweiz 2009 etwa im Mit- Wachstums.telfeld unter den innovationsbasierten Ökonomien befand,2010 deutlich ins untere Viertel bewegte. Einige Länder dersüdlichen EU-Peripherie wie Spanien und Griechenlandschafften es hingegen sogar, ihre Gründungsaktivitäten zusteigern. In der Schweiz entwickelte sich die Krise folglichnicht zu einem Katalysator für Gründungsaktivitäten. Abbildung 27: Prozentteil der Gründungsaktivität (TEA), welche eine Unternehmensgründung als schwieriger erachten 2009 2010 90% 80% 70% % der totalen Gründungsaktivität (TEA) 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Slovenien Japan Vereinigte Staaten Finnland Niederlande Norwegen Deutschland Belgien Frankreich Island Italien Korea Israel Spanien Schweiz Griechenland 2010 Swiss Executive Report 35
    • Abschliessend ist zu konstatieren, dass die seit 2008 herr- Im internationalen Vergleich hob sich die Schweiz unterschende Finanz- und Wirtschaftskrise deutliche Spuren verschiedenen Aspekten von anderen innovationsbasiertenim Schweizer Unternehmertum hinterlassen hat. Aktuell Ökonomien ab. Nach wie vor werden vergleichsweise vielegaben weniger Personen an, unternehmerische Absichten Geschäftsopportunitäten perzipiert. Die Gründungsaktivitätzu besitzen, und weniger unternehmerische Gelegenheiten der Schweiz sank jedoch im internationalen Vergleich sig-wurden wahrgenommen. Übereinstimmend dazu sank die nifikant. Positiv sind demgegenüber die etablierten Unter-Anzahl werdender Unternehmer sowie der Jungunterneh- nehmen hervorzuheben, die ihre Wachstumsperspektiven alsmer. Gleichwohl wurden im Zuge der Krise die Karriere- vergleichsweise positiv einschätzen.möglichkeiten besser wahrgenommen als zuvor, gleichwohlwar die Furcht vor einem Scheitern schwächer. Allgemeinwird ,Notwendigkeit» zunehmend als Grund dafür erachtet,unternehmerisch tätig zu werden. Darüber hinaus ist keinsignifikanter Abfall der Wahrnehmung von Geschäftsmög-lichkeiten in der Schweiz zu verzeichnen. Abbildung 28: Prozentteil etablierter Unternehmen, deren Wachstumserwartungen geringer sind 2009 2010 100% 90% 80% 70% % der totalen Gründungsaktivität (TEA) 60% 50% 40% 30% 20% 10% 0% Frankreich Vereinigte Staaten Japan Finnland Vereinigtes Königreich Israel Island Norwegen Belgien Deutschland Italien Korea Spanien Griechenland Schweiz Slovenien Niederlande36 2010 Swiss Executive Report
    • BibliografieAcs, Z. J. & Amorós, E. (2008). Entrepreneurship and Kelley, D. Bosma, N. & Amoros, J. E. (2011). GlobalCompetitiveness Dynamics in Latin America. Small Entrepreneurship Monitor 2010 Executive Report. BabsonBusiness Economics, 31(3), 305-322. Park, MA: Babson College, Santiago, Chile: Universidad del Desarollo und London, United Kingdom, LondonAutio, E. (2007). Global Entrepreneurship Monitor Business School.2007, Global Report on High Growth Entrepreneurship.London, UK: London Business School and Babson Park, Mayer, M. J. (2003). Exportförderung für KMU:MA: Babson College. Prioritäten des Bundes. Die Volkswirtschaft (6): 38-41.Baldegger, R., Brülhart, A., Rossi, M. J. & Schüffel, Porter, M., Sachs, J. & McArthur, J. (2002). ExecutiveP. E. (2009). Global Entrepreneurship Monitor (GEM) - Summary: Competitiveness and Stages of EconomicUnternehmertum im weltweiten Vergleich - Länderbericht Development. In: Porter, M.; Sachs, J.; Cornelius,Schweiz. Freiburg: Hochschule für Wirtschaft (HSW) P.K.; McArthur, J.; Schwab, K.; (Eds.): The GlobalFreiburg. Competitiveness Report 2001-2002. New York: Oxford University Press, 16-25.Credit-Suisse & OSEC (2010). Exportindikator 4.Quartal 2010: Exportstimmung deutlich verhaltener, Reynolds, P., Bosma, N., Autio, E., Hunt, S.,starker Franken hinterlässt Spuren. Zürich. De Bono, N., Servais, I., Lopez-Garcia, P. & Chin, N. (2005). Global Entrepreneurship Monitor: Data CollectionDun & Bradstreet (2011). Studie Konkurse und Design and Implementation, 1998-2003. Small BusinessGründungen 2010, 24.1.2011, Urdorf. Economics, 24(3), 205-231.European Commission Enterprise and Industry (2011): Schumpeter, J. A., (1934). The Theory of EconomicInnovation Union Scoreboard (2010). The Innovation Development. Cambrigde, MA: Harvard University.Union’s performance scoreboard for Research andInnovation, 1 February 2011. World Bank Governance Indicator (2010). The Worldwide Governance Indicators (WGI) project.European Commission (2008): Supporting the inter- The World Bank Group.nationalisation of SMEs — Good practice selectionLuxembourg: Office for Official Publications of theEuropean Communities.Habersaat, M., Schönenberger, A. & Weber, W. (2001).Die KMU in der Schweiz und in Europa. Bern: seco.Halter, F. & Schrettle, Th. & Baldegger, R. J. (2009).Effective Succession Management: A study of emotionaland financial aspects in SMEs, February 2009.Isenberg, D. J. (2010). How to start an entrepreneurialevolution. Harvard Business Review, June, 1-11.IMF (2010). World Economic Outlook, October 2010:Sustaining the Recovery: Washington, DC. 2010 Swiss Executive Report 37
    • Glossar Messgrösse Beschreibung Unternehmerische Einstellung und Wahrnehmung Wahrgenommene Gelegenheiten Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die in ihrem Umfeld gute (Perceived Opportunities) Gelegenheiten wahrnehmen, um ein Unternehmen zu starten. Wahrgenommene Fähigkeiten Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die glauben, über die (Perceived Capabilities) notwendigen Fähigkeiten für einen Unternehmensstart zu verfügen. Angst zu scheitern (Fear of Failure) Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die in ihrem Umfeld gute Gelegenheiten erkennen, jedoch von der Angst zu scheitern vom Aufbau eines Unternehmens abgehalten werden. Unternehmerische Absichten Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die noch nicht unternehmerisch (Entrepreneurial Intention) aktiv sind, jedoch in den nächsten drei Jahren eine Gründung beabsichtigen. Entrepreneurship als gute Karrierechance Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, welche die (Entrepreneurship as Desirable Career Choice) Aussage bejahen, dass die meisten Personen in ihrem Land Entrepreneurship als gute Karrieremöglichkeit betrachten. Hoher Status von erfolgreichen Unternehmern Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die die Aussage bejahen, dass (High Status Successful Entrepreneurship) erfolgreiche Unternehmer in ihrem Land einen hohen Status haben. Medienaufmerksamkeit gegenüber Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, welche die Aussage bejahen, Entrepreneurship (Media Attention dass in ihrem Land in den Medien oft über erfolgreiche Unternehmer. for Entrepreneurship) Unternehmerische Aktivität Werdende Unternehmer (Nascent Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die aktiv in der Entrepreneurship Rate) Vorbereitung oder am Aufbau eines Unternehmens beteiligt sind, das seit maximal drei Monaten Saläre ausbezahlt hat. Jungunternehmer (New Business Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die aktiv in der Vorbereitung Ownership Rate) oder dem Aufbau eines Unternehmens beteiligt sind, das seit mehr als drei Monaten und maximal 42 Monate Saläre ausbezahlt hat. Gründungsaktivität (TEA) (Early- Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die in die Kategorie «Werdende Stage Entrepreneurial Activity) Unternehmer» oder «Jungunternehmer» fallen (wie oben beschrieben). Etablierte Unternehmer (Established Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die Eigentümer-Unternehmer eines Business Ownership Rate) Unternehmens sind, das bereits länger als 42 Monate Saläre ausbezahlt hat. Stilllegung des Unternehmens Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die in den vergangenen (Business Discontinuation Rate) zwölf Monaten aus unterschiedlichen Gründen (Verkauf, Schliessung, Pensionierung etc.) eine unternehmerische Aktivität eingestellt haben. Dies ist keine Messgrösse für gescheiterte Unternehmen. Gründung aus Not − keine andere Option: Anteil der Gründungsaktivitäten (TEA) in Prozent, die angeben, relative Verbreitung (Necessity-Driven eine unternehmerische Aktivität aus Not aufgenommen zu Entrepreneurial Activity: Relative Prevalence) haben, ohne eine andere Einkommensoption zu haben. Opportunity-Gründung − Autonomie, Anteil der Gründungsaktivitäten (TEA) in Prozent, die angeben, dass sie (a) eine Einkommensverbesserung: relative Verbreitung unternehmerische Aktivität aufgrund einer guten Gelegenheit aufgenommen haben (Improvement-Driven Opportunity und dass (b) die Hauptmotivation eine Einkommensverbesserung (im Gegensatz zur Entrepreneurial Activity: Relative Prevalence) Aufrechterhaltung des aktuellen Einkommensniveaus) oder Unabhängigkeit (c) sei. Sociale Gründungsaktivität (SEA) (Early- Anteil der Gründungsaktivitäten (TEA) in Prozent, die angeben, eine Stage Social Entrepreneurial Activity) unternehmerische Aktivität mit einem sozialen Ziel zu haben.38 2010 Swiss Executive Report
    • Unternehmerische Ambitionen Gründungsaktivität mit hohen Anteil der Befragten (18-64 Jahre) in Prozent, die unternehmerisch aktiv (TEA) sind und Wachstumsabsichten (HEA) (High- beabsichtigen, in den nächsten fünf Jahren mindestens 20 Angestellte zu beschäftigen. Growth Expectation Early-Stage Entrepreneurial Activity) Gründungsaktivität mit hohen Anteil der Gründungsaktivitäten (TEA) in Prozent, die beabsichtigen in Wachstumsabsichten: relative Verbreitung den nächsten fünf Jahren mindestens 20 Angestellte zu beschäftigen. (High-Growth Expectation Early-Stage Entrepreneurial Activity: Relative Prevalence)LänderindexAO Angola GH Ghana NL NiederlandeAR Argentinien GR Griechenland NO NorwegenAU Australien GT Guatemala PE PeruBA Bosnien Herzegowina HR Kroatien PK PakistanBE Belgien HU Ungarn PT PortugalBR Brasilien IE Irland RU RusslandCH Schweiz IR Iran SA Saudi ArabienCL Chile IS Island SI SlowenienCN China IT Italien TN TunesienCO Kolumbien JM Jamaica TR TürkeiCR Costa Rica JP Japan TT Trinidad und TobagoDE Deutschland KR Korea TW TaiwanDK Dänemark LV Lettland UG UgandaEC Ecuador ME Montenegro UK Vereinigtes KönigreichEG Ägypten MK Mazedonien US Vereinigte StaatenES Spanien MX Mexiko UY UruguayFI Finnland MY Malaysia ZA SüdafrikaFR Frankreich RO RumänienHU Ungarn SE Schweden 2010 Swiss Executive Report 39
    • Liste der ExpertenSiegfried Alberton, Professor & Deputy Director IRE, Georges Kotrotsios, Geschäftsleiter, CSEM SASUPSI, Lugano Headquarters, NeuenburgDoris Albisser, CEO, CLS Communication AG, Zürich Armand Lombard, Founder & President, Genilem, GenfJean-Marie Ayer, Managing Director, Dartfish, Freiburg Pascal Marmier, Director, Swissnex Boston, Boston, MAHans Baumgartner, Head of SME Business, Crédit Suisse, Simon Meier, Investment Director, La Roche AG RocheZürich Venture Fund, BaselNicolas Berg, Partner & Investment Manager, Redalpine Hans-Jörg Mihm, CEO, Extramet AG, PlaffeienVenture Partners, Langenthal Jordi Montserrat, Managing Director, Venturelab,Silvio Bonaccio, Leiter ETH Transfer, ETH, Zürich LausanneEdgar Brandt, CEO, Edgar Brandt Advisory, Genf Martin Naville, CEO, Swiss-American Chamber of Commerce, ZürichBeatrice Brenner, Editor in Chief, io new Management,Zürich Claus Niedermann, Inhaber und Geschäftsleiter, Journalistenbüro Niedermann GmbH, LuzernThomas Christ, Managing Director, DHL Logistics(Switzerland) AG, Basel Alexander Osterwalder, Founder, Osterwalder Strategy Facilitation, EchandensAdrienne Corboud Fumagalli, Vice-President forInnovation and Technology Transfer, EPFL, Lausanne Hans Ulrich Pestalozzi, President & Coach, Pestalozzi IVE Institute, FreiburgJulian Cook, Founder & CEO, FlyAfrica, Lausanne Faris Sabeti, Head Coach Westschweiz,Lucia Döbeli, Leiterin Partner Management, Osec, Zürich CTI/Start-up-Förderung und Unternehmertum, BernUrs Füglistaller, Professor, Schweizerisches Institut für Eric Scheidegger, State Secretariat for Economic Affairs,Klein- und Mittelunternehmen, Universität St. Gallen, Seco, BernSt. Gallen Gerhard Schwarz, Director, Avenir Suisse, ZürichStephane Garelli, Professor, International BusinessSchool (IMD), Lausanne Olivier Toublan, Chefredaktor, PME Magazine, GenfPeter Heimlicher, Chairman & CEO, Contrinex AG Pascale Vonmont, Delegate Advisory Board Venture Kick,Industrial Electronics, Givisiez Gebert Rüf Stiftung, BaselAndreas Hellmann, Investment Management, LGT Kirstin Wagner, Professorin für Entrepreneurship,Capital Partners, Pfäffikon HTW Chur, ChurHeinz Herren, Head of Small and Medium-Sized Christian Wanner, CEO, LeShop.ch, EcublensEnterprises, Swisscom (Switzerland) AG, Liebefeld Julia Wingen, Corporate Finance Specialist, EmeraldKonrad Hummler, Managing Partner, Wegelin & Co. Technology Ventures AG, ZürichPrivate Bankers, St.Gallen Patrick Zurkinden, Managing Director, Banque PrivéePierre Hemmer, State Secretariat for Economic Affairs, Edmond de Rothschild, FreiburgSeco, BernPhilippe Jeanneret, Swiss Delegate in Industry Comitee,OECD, Bern40 2010 Swiss Executive Report