Wasserkraft

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Wasserkraft

  1. 1. Wasserkraft bleibt die wichtigste Stütze,doch das Ausbaupotenzial ist beschränkt1500 Kraftwerke produzieren StromDie Wasserkraft ist heute mit einem 55-prozentigen Beitrag die wichtigste Stütze der Stromproduktionin der Schweiz. Zusammen mit der Kernenergie bilden die 1500 Wasserkraftwerke den Grundpfeilerfür die Stromversorgung des Landes. Zu unterscheiden sind folgende Arten von Wasserkraftwerken,wobei solche mit einer Leistung unter zehn Megawatt (MW) zu den Kleinwasserkraftwerken zählen:− Laufwasserkraftwerke an Bächen und Flüssen.− Speicherkraftwerke: Sie befinden sich meist in den Alpen und können dank einer Rückhaltemöglichkeit – dem Speichersee – ihre Produktion teilweise oder weitgehend dem Bedarf anpassen und somit wertvolle Energie für Lastspitzen erzeugen.− Haben Speicherkraftwerke die Möglichkeit, Wasser aus einem tiefer liegenden Becken hochzupumpen und erneut zu nutzen, spricht man von einem Pumpspeicher- oder Umwälzkraftwerk. Als Preis einer solchen zeitlichen Verschiebung verliert man allerdings rund 25 Prozent des ursprünglich eingesetzten Stroms durch Wirkungsgradverluste.Speicherseen können Schwankungen auffangenDie Energiequelle Wasser steht ständig zur Verfügung, allerdings gibt es jahreszeitbedingt deutlicheSchwankungen. Während im Sommer meist viel Wasser vorhanden ist, reduzieren sich die Abflüsseim Winter stark, besonders in den Alpen. Auch sind die Unterschiede zwischen trockenen und nassenJahren erheblich: Abweichungen im Bereich von plus/minus 10 bis 15 Prozent gegenüber demMittelwert kommen regelmässig vor. Nur dank der Umlagerung von Wasser in Speicherseen bewegtsich das Sommer-Winter-Verhältnis in der Grössenordnung von 60:40, andernfalls würde dieWinterproduktion weniger als 30 Prozent betragen.Tiefe Kosten und gute KlimabilanzDie Umweltbilanz von Wasserkraftwerken ist bezogen auf die CO2-Emmissionen hervorragend und diemittleren Gestehungskosten sind mit sechs Rappen pro KWh sehr günstig. Allerdings ist das weiterePotenzial der Wasserkraft beschränkt: Ein grosser Teil der Schweizer Fliessgewässer wird bereits zurStromgewinnung genutzt. Damit gilt diese Ressource rein mengenmässig als weitgehend ausgereizt.Die Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserkraftproduktion lassen sich noch nicht genauquantifizieren, doch muss mit negativen Entwicklungen gerechnet werden (Abflussreduktion wegenstärkerer Verdunstung oder weniger Niederschläge). Eine Studie der EPFL aus dem Jahr 2005 kommtzum Schluss, dass die Abflussmenge im Schweizer Alpenraum zwischen 2020 und 2050 aufgrund desKlimawandels um rund sieben Prozent abnehmen wird. Zudem werden auch neue Vorschriften beiden Restwassermengen dazu führen, dass die Wassermenge ab 2012 um etwa sieben Prozentabnimmt.
  2. 2. Die Möglichkeiten zum Bau von Grosswasserkraftwerken an neuen Standorten sind unter dengegebenen Landschafts- und Gewässerschutzbestimmungen praktisch ausgeschöpft. Das heutigeAusbaupotenzial der Wasserkraft wird vom Bundesamt für Energie auf rund 2000 GWh respektivefünf Prozent der heutigen Produktion geschätzt. Potenzial besteht insbesondere hinsichtlichLeistungs-steigerungen bestehender Kraftwerke und dem Ausbau zu Pumpspeicherkraftwerken.Durch die kleiner werdenden Wassermengen werden diese Leistungsgewinne aber wiederweggefressen.Bei den Kleinwasserkraftwerken präsentiert sich die Lage ähnlich: Die meisten Gewässer werdenbereits genutzt. Zudem sind die Gestehungskosten (37 Rappen pro KWh im Jahr 2010) sehr hoch.Nicht zuletzt wird aktuell ein Grossteil der geplanten Projekte durch Einsprachen blockiert.Die Kapazität der Schweizer Pumpspeicherkraftwerke beträgt heute rund 1500 MW, dazu kommennoch einige Hundert MW Leistung von Zubringerpumpen in Speicherkraftwerken. Verschiedeneweitere Pumpspeicherkraftwerke sind bereits im Bau oder in einem fortgeschrittenen Planungs-stadium. In den nächsten 10 bis 15 Jahren dürfte die gesamte Pumpleistung voraussichtlich von 2000MW auf rund 6000 MW ausgebaut werden. Verglichen mit der fürs Jahr 2020 prognostiziertenLeistung von Windenergieanlagen in Europa ist dieser Ausbau allerdings bescheiden.Fazit: Wichtige Grundlage für die neuen erneuerbaren EnergienDie Wasserkraft wird auch zukünftig eine sehr wichtige Rolle in der hiesigen Stromproduktion spielen.Da das Ausbaupotenzial der Technologie jedoch weitgehend ausgeschöpft ist, wird der Anteil ziemlichkonstant bleiben. Aufgrund ihrer Flexibilität steigt die Bedeutung der Pumpspeicherkraftwerke. Esbraucht bei den Pumpspeichern grosse Zusatzausbauten – vor allem im Hinblick auf die Nutzungerneuerbarer Energie. Die Blockadepolitik für den Ausbau der Kapazitäten muss beendet werden,damit die Bauprojekte vorangebracht werden können. Pumpspeicher ermöglichen einen Ausgleich vonAngebot und Nachfrage und bilden damit eine Grundlage für die Nutzung von unregelmässiganfallender Energie aus Wind- und Fotovoltaikanlagen.

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