Einwanderungsland deutschland   gesamtkonzept für zukünftige zuwanderung
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Einwanderungsland Deutschland

Einwanderungsland Deutschland
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Ein Gesamtkonzept für zukünftige Zuwanderung

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Einwanderungsland deutschland   gesamtkonzept für zukünftige zuwanderung Einwanderungsland deutschland gesamtkonzept für zukünftige zuwanderung Presentation Transcript

  • Einwanderungsland Deutschland- Ein Gesamtkonzept für zukünftige Zuwanderung -Dr. Jörg DrägerProf. Dr. Herbert Brücker | Berlin, 21. Mai 2013
  • Wie Deutschland zu einem erfolgreichen Einwanderungs-land wird: Ausgangslage – Analyse – AbleitungAusgangslage:Zuwanderungsbedarf und aktuelle ZuwanderungDrägerBrückerDrägerAnalyse:Neue Zuwanderung in Europa, Chancenqualifizierter Zuwanderung und SteuerungsbedarfAbleitung:Willkommenskultur mit neuem SteuerungssystemSeite 221. Mai 2013
  • Ausgangslage21. Mai 2013 Seite 3
  • Deutschland braucht Zuwanderung – aber dieBevölkerung ist skeptischBis 2050:Bevölkerung schrumpftvon ca. 83 Mio.auf ca. 63 Mio.Arbeitskräftepotenzialschrumpftvon ca. 45 Mio.auf ca. 27 Mio.OhneZuwanderung…21. Mai 2013 Seite 42/3 der Bevölkerungbefürchten zusätzlicheKosten bei Hartz IV2/3 der Bevölkerungglauben, dass Deutsch-land weniger überaltert.1/2 der Bevölkerungglaubt, dass Fachkräfte-mangel ausgeglichen wird.Eindeutige Analyse Zwiespältige MeinungMitZuwanderung…Quellen: Statistisches Bundesamt, Brücker 2013, Emnid-Umfrage 2012
  • Deutschland ist aktuell Migrationsmagnet in EuropaDie Zuwanderung hat sich in den letzten drei Jahren mehr alsverdoppelt und ist im Saldo von rund 150.000 (2010) auf rund390.000 (2012) gestiegen.70 Prozent der Zuwanderer kommen aus der EU, vor allemaus den neuen Mitgliedsstaaten Osteuropas und den„Krisenländern“ Südeuropas.Deutschland profitiert also von der EU-Freizügigkeit. Diegesteuerte Arbeitsmigration von Drittstaatlern spielt dagegenkaum eine Rolle.21. Mai 2013 Seite 5
  • Drittstaatler zum Zwecke der Erwerbstätigkeitsind unter den Zuwanderern die absolute Minderheit…21. Mai 2013 Seite 6216.000 Migranten ausStaaten der EU-2770.000 Drittstaatler (z.B.Studierende, Angehörige)17.000 Drittstaatler zumZweck der Erwerbstätigkeit6 %23 %71 %Quelle: Statistisches Bundesamt, gerundete Wanderungssalden nicht-deutscher Zuwanderer (2011), Zahlen für 2012 noch nicht verfügbarVon den 303 Tsd. Einwanderern (Saldo 2011) sindDiese Gruppe musswachsen!
  • 21. Mai 2013 Seite 7USA: 32 %China: 47 %Russland:0 10 20 30 40 50 6050 %Prozentualer Anteil von Arbeitsmigranten, die 2009 von außerhalb des Freizügigkeitsraumeseinreisten und sich am 30.6.2012 noch in Deutschland aufhielten (Quelle: OECD 2013)…und von den wenigen, die nach Deutschland kommen,sind 40 Prozent nach 3 Jahren schon wieder wegØ Drittländer: 40%Akute Gefahr einer„Zuwanderungsblase"…sobald der krisenbedingteZuwanderungsboom aus Ost-und Südeuropa wieder abflaut.
  • Analyse21. Mai 2013 Seite 8
  • Die Zuwanderung nach Deutschland ging bis 2008 zurückund steigt erst seit 2009 wieder21. Mai 2013 Seite 986 T188 T153 T103 T55 T96 T75 T99 T11 T28 T154 T303 T387 T-50 000100 000150 000200 000250 000300 000350 000400 000450 0002000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012Wanderungssaldo Nicht-Deutsche(Quelle: Statistisches Bundesamt, in Tausend)
  • Quelle: Statistisches Bundesamt, gerundete Wanderungssalden nicht-deutscher Zuwanderer (2012) Der restliche Saldovon rund 92.000 Zuwanderern verteilt sich auf kleinere Positionen aus aller Welt.2.0004.0007.0009.00068.000186.0000 20.000 40.000 60.000 80.000 100.000 120.000 140.000 160.000 180.000 200.000Durchschnitt Rest-EUUSAChinaRussische FöderationSüden der EUOsten der EU21. Mai 2013 Seite 10Der überwiegende Teil der 390.000 Zuwanderer (2012)stammt krisenbedingt aus Ost- und SüdeuropaPOL 68.000 – ROU 46.000 – BGR 25.000 – HUN 26.000GRC – ESP – ITA – POR
  • Der Anstieg der Zuwanderung ist krisenbedingtund nicht nachhaltig („Zuwanderungsblase“)Direkte Wirkung der Eurokrise: Anstieg der Zuwanderung ausSüdeuropaIndirekte Wirkung: Umlenkung der Migrationsströme aus Mittel-und Osteuropa nach Deutschland71 Prozent des Anstiegs der Zuwanderung 2012 gegenüberVorkrisenjahr 2007 durch Verschlechterung der wirtschaftlichenBedingungen in anderen Zielländern (z.B. Spanien, Italien, Irland)21. Mai 2013 Seite 11Quelle: Bertoli/Brücker/Fernandez-Huertas Moraga 2013
  • 21. Mai 2013 Seite 12Das Qualifikationsprofil der Neuzuwanderer ist im letztenJahrzehnt gestiegen und übertrifft das der EinheimischenNiedrigerBildungsabschluss- 16,4%-Punkte2000: 41,0 %2009: 24,6 %+ 19,8%-PunkteHoher Bildungs-abschluss2000: 22,9 %2009: 42,7 %Quelle: Brücker 2013 auf Grundlage von Daten des MikrozensusDefinition Bildungsabschlüsse: hoch = (Fach)Hochschul-/Meister- oder Technikerabschluss, niedrig = keinSchulabschluss oder Haupt-/Realschulabschluss ohne Lehreund damit mehrals bei dereinheimischenBevölkerung(25,3 %)
  • 21. Mai 2013 Seite 13Migrationsmagnet Hochschulen: Anteil der Studierendenunter den Neuzuwanderern im letzten Jahrzehnt gestiegen+ 8,1%-PunkteAnteil Studierende(Universität/Fachhochschulen)unter Neuzuwanderern2000: 13,6 %2009: 21,7 %Quelle: Brücker 2013 auf Grundlage von Daten des Mikrozensus
  • 21. Mai 2013 Seite 14Wirkungen Migration I: Die Arbeitslosenquote sinkt beisteigendem Qualifikationsprofil der NeuzuwandererSzenario 1:NiedrigqualifizierteNeuzuwandererSzenario 2:MittelqualifizierteNeuzuwandererSzenario 3:HochqualifizierteNeuzuwandererLöhnebleiben konstantArbeitslosen-quoteVeränderungin %-Punkten+ 0,13 %-Punkte - 0,03 %-Punkte - 0,12 %-PunkteQuelle: Brücker 2013 (Annahme der Simulation: gelungene Arbeitsmarktintegration)
  • 21. Mai 2013 Seite 15Wirkungen Migration II: Das Volkseinkommen wächst beisteigendem Qualifikationsprofil der NeuzuwandererBei geringeremQualifikationsprofil vonZuwanderern gegenüberEinheimischen- Jährlicher Finanzierungsbeitrag von Zuwanderern zur Sozialversicherung -pro KopfGesamt2.000 Euro14 Mrd. Euro5.900 Euro42 Mrd. EuroBei gleichemQualifikationsprofil vonZuwanderern gegenüberEinheimischenQuelle: Brücker 2013 (Simulation nach Bonin unter Annahme erfolgreicher Arbeitsmarktintegration)
  • 21. Mai 2013 Seite 16Die Rentenkassen profitieren von Zuwanderern0102030405060Neueinwanderer mitMigrationshintergrundohneMigrationshintergrundAlleBezieher von beitragsfinanzierten TransferleistungenBezieher von steuerfinanzierten TransferleistungenQuelle: Brücker 2013 (auf Grundlage von Daten des Mikrozensus)Transferbezug nach Migrationsstatus (2009), Anteil der Bezieher an der jeweiligen Gruppe in %
  • Die Wohlfahrtsgewinne aus der Migration sind dauerhaftnur mit einer neuen Einwanderungspolitik zu realisieren21. Mai 2013 Seite 17Das Migrationspotenzial aus der EU wird schrittweisezurückgehen: es müssen deshalb neue Migrationspotenzialeerschlossen werden.Rechtliche Barrieren müssen weiter abgebaut werden:insbesondere bedarf es niedrigerer Schwellen für dieZuwanderung von Personen mit mittleren Berufsabschlüssen.Nötig ist eine gezielte Anwerbestrategie, bei der staatlicheStellen in Kooperation mit Wirtschaft und Universitätenzusammenwirken.
  • Ableitung:Von Kanada, Österreich undSchweden lernen21. Mai 2013 Seite 18
  • In Deutschland muss die Logik der Zuwanderungssteuer-ung umgekehrt werden: von der Ausnahme zur RegelBis zuletzt Zuwanderung als Ausnahme von der Regelstatt als Regel mit AusnahmenZuwanderung bisher noch vom Anwerbestopp geprägt21. Mai 2013 Seite 19Anwerbestopp 1973Abwehr vonZuwanderungSeitdem viele und sehrspezifische Ausnahmenvon der Regel
  • Wir müssen Hochqualifizierten neben wirtschaftlichenChancen eine echte Willkommenskultur bieten2021. Mai 2013Wahl desZiellandesAnerkennungs- und WillkommenskulturWirtschaft-liche Chancen(v.a. Arbeitsmarkt)Gesellschaft-lich-kulturelleRahmenbedingungen(z.B. Toleranz, Sozialwesen)Rechtlich-institutionelleFaktoren(„Einwanderungspaket“)NotwendigeBedingungenEntscheidendeBedingung=> Fokus heute
  • Entscheidend für die Wahl des Ziellandes ist ein attraktives„Einwanderungspaket“ rechtlich-institutioneller Faktoren21. Mai 2013 Seite 21„Schwarz-Rot-Gold-Karte“Klare, faire und transparenteRegeln für die EinwanderungMöglichkeiten fürFamilienmitgliederAngemessene Bedingungen füreine dauerhafteAufenthaltserlaubnis – Wege zurStaatsbürgerschaftAnerkennung ausländischerZeugnisse und Abschlüsse„Ein-wanderungs-paket“
  • RückkehrEinbürgerungAufenthalts-haltszielZielgruppeVisatypAufenthalts-genehmigungFachkräfte (Hochqualifizierteund aus Mangelberufen)Schwarz-Rot-Gold-KartedauerhaftBildungs-zuwandererBildungs-Kartebefristet,VerlängerungmöglichTemporäreMigrantenZeit-KartebefristetPunktesystem nach klarenKriterien (Qualifikation, Jobangebot,…)beim Zugangggf. Quoten,Anreize zumVerbleibquantitativeObergrenzen undVorrangprüfungSteuerungs-methode21. Mai 2013 Seite 22Ein einfaches und attraktives Steuerungsmodell:statt einer Vielzahl von Regeln nur noch drei Visatypen
  • Ein Beispiel: Einwanderung nach Österreich beimindestens 70 Punkten mit der „Rot-Weiß-Rot-Karte“21. Mai 2013 Seite 231. HochschulabschlussHabilitationStudium MINT-Fach (4 Jahre)Studium (4 Jahre)40 Punkte30 Punkte20 Punkte2. JobangebotBruttogehalt € >70.000Bruttogehalt 60.000 – 70.000Bruttogehalt 50.000 – 60.00030 Punkte25 Punkte20 Punkte3. Forschungs- oder Innovationstätigkeit (Patentanmeldungen, Publikationen)4. Auszeichnung (Preisträgerschaft)Berufserfahrung (pro Jahr 2 Pt; in Österreich höher) maximal 20 PunkteSprachkenntnisse maximal 10 PunkteAlter (je jünger, desto mehr) maximal 20 PunkteStudium in Österreich maximal 10 Punkte20 Punkte20 PunkteQualifikation/Jobangebot maximal 40 PunkteINSGESAMT maximal 100 Punkte
  • NiederlassungserlaubnisBefristungRückkehr oder weiterhin MigrationSchwarz-Rot-Gold-KarteBildungs-KarteZeit-KarteJahr 1 Jahr 2 Jahr 3 Jahr 4 Jahr 5BefristungVerlängerungNiederlassungs-erlaubnisDeutscheStaats-bürgerschaftZiel:Jahr 6 Jahr 7Nicht nur kommen, sondern auch bleiben: Zügige Wegezur deutschen Staatsbürgerschaft21. Mai 2013 Seite 24
  • Deutschland braucht einen Neuentwurf bei derMigrationssteuerung – Zukunft liegt außerhalb EuropasEinwanderung muss dauerhaft auf die politische Agenda gesetztwerden – nicht nur im Kontext von Demographie- undIntegrationsgipfeln. In der Bevölkerung muss verstärkt umAkzeptanz für Einwanderer geworben werden.Die Neugestaltung der Einwanderung ist eine der zentralenHerausforderungen der kommenden Legislaturperiode: imnationalen Interesse sollte ein Konsens über alle politischenLager hinweg angestrebt werden.Ein neues Gesamtkonzept sollte Steuerungsfragen mit Fragender Gestaltung einer Willkommenskultur zusammendenken undeinen möglichen „Nationalen Aktionsplan Migration“ mit demlaufenden „Nationalen Aktionsplan Integration“ verbinden.21. Mai 2013 Seite 25