Konzern-Geschäftsbericht 2012
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  • 1. 2012Geschäftsbericht
  • 2. DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Inhalt Konzernlagebericht 40 – 15941 Strategie und Struktur44 Shipping Finance60 Aviation Finance78 Land Transport Finance94 Wichtige Transaktionen 201296 Financial Institutions101 Investment Management108 ITF International Transport Finance Suisse AG110 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage125 Vergütungsbericht129 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren131 Nachtragsbericht132 Chancen- und Risikobericht155 Prognosebericht 2013158 Erläuternde übernahmerechtliche Angaben159 Bericht des Vorstands zu verbundenen Unternehmen Konzernabschluss 160 – 216161 Gewinn- und Verlustrechnung161 Gewinnverwendung162 Gesamtergebnisrechnung163 Bilanz164 Eigenkapitalveränderungsrechnung165 Kapitalflussrechnung166 Segmentbericht167 Anhang Bestätigungsvermerk  217 Weitere Informationen  218 – 228218 DVB weltweit220 Stichwortverzeichnis222 Glossar226 Abkürzungsverzeichnis228 ImpressumU3 DVB in ZahlenU4 Ereignisse und Veranstaltungen 2012 Unternehmen 01 – 3301 Mission Statement02 Wir über uns08 Brief an unsere Aktionäre und Geschäftspartner11 Der Vorstand12 Bericht des Aufsichtsrats17 Der Aufsichtsrat18 Corporate Governance-Bericht 201226 Mitarbeiter und Nachhaltigkeit Finanz- und Aktienmärkte 34 – 3934 Finanzmärkte und Finanzmarktaktivitäten der DVB36 Aktienmärkte und DVB-Aktie39 Finanzkalender 2013InternetverweisRechtshinweisWeiterführende InformationZeichenerklärung
  • 3. DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012DVB in ZahlenMio €01.01.2012–31.12.201201.01.2011–31.12.2011 %ErgebnisentwicklungZinsüberschuss 230,0 258,3 –11,0Risikovorsorge im Kreditgeschäft –70,7 –59,2 19,4Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 159,3 199,1 –20,0Provisionsüberschuss 130,7 116,2 12,5Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen 8,5 0,1 –Sonstiges betriebliches Ergebnis 42,7 17,3 –Erträge 341,2 332,7 2,6Verwaltungsaufwendungen –184,0 –189,4 –2,9Konzernergebnis vor IAS 39 und Steuern 157,2 143,3 9,7Ergebnis aus Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 –15,8 4,4 –Konzernergebnis vor Steuern 141,4 147,7 –4,3Kennziffern (%)Return on Equity (vor Steuern) 12,9 14,0 –1,1 ppCost-Income-Ratio 46,5 47,8 –1,3 ppMio € 31.12.2012 31.12.2011 %BilanzzahlenGeschäftsvolumen 25.117,9 23.919,8 5,0Kundenkreditvolumen 22.146,9 21.706,4 2,0Bilanzsumme 23.804,8 22.031,0 8,1Forderungen an Kunden 19.908,3 18.739,0 6,2Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 5.172,9 4.460,3 16,0Verbriefte Verbindlichkeiten 11.391,4 9.830,1 15,9Nachrangige Verbindlichkeiten 411,8 400,6 2,8Eigenkapital 1.328,9 1.210,0 9,8Eigenmittel nach KWGKernkapital 1.236,0 1.178,8 4,9Ergänzungskapital und anrechenbare Drittrangmittel 201,1 125,6 60,1Insgesamt 1.437,1 1.304,4 10,2Kapitalquoten nach KWG (%)Basel IIKernkapitalquote 20,3 19,7 0,6 ppGesamtkapitalquote 23,6 21,8 1,8 ppRating 2012 2011 2010Standard & Poor’sLong-term Counterparty Credit Rating A+ A+ AShort-term Credit Rating A-1 A-1 A-1Ausblick stabil stabil negativFitch Ratings1)Long-term Issuer Default Rating A+ A+ A+Short-term Issuer Default Rating F1+ F1+ F1+1) Im Rahmen des Ratings der Genossenschaftlichen FinanzGruppe
  • 4. DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Ereignisse und Veranstaltungen 201224. April„11. DVB Bank Breakfast Meeting“ in Hamburg – Herr RonaldWiddows, CEO der Rickmers Holding und Rickmers-Linie, sprachvor rund 60 Vertretern der Schifffahrtsbranche über die Container-schifffahrtsbranche und ihre schwierigen Marktbedingungen.14. MaiErfolgreiche Platzierung unserer ersten Senior-Unsecured-Benchmark-Anleihe über 500 Mio € – eine zweite folgte am24. August. Die enorme Nachfrage von unterschiedlichen Inves-toren führte bei beiden Emissionen zu einem überzeichneten,sehr gut diversifizierten Orderbuch. Mit den Platzierungen gelanges uns, zum einen eine Benchmark-Kurve aufzubauen und zumanderen unsere Investorenbasis zu verbreiterten.13. JuniOrdentliche Hauptversammlung in Frankfurt am Main – bei einerPräsenz von 96,69 % stimmten unsere Aktionäre allen Tagesord-nungspunkten zu und beschlossen eine Dividende von 0,60 € jeAktie.20.–21. September19. Europa-Konferenz der ISTAT in Rom – Herr Grabowskimoderierte das mit namhaften Vertretern der Luftfahrtindustrieund der Banken besetzte „Aircraft Finance Panel“.9. OktoberJährlicher Kundenempfang im Mandarin Oriental Hotel in NewYork – Herr Driese, Herr Lunde und Herr Grabowski begrüßten214 Gäste aus der Schifffahrts-, Luftverkehrs- und Landtransport-branche.27. NovemberWirtschaftsgespräche in Curaçao – Herr Driese, Herr Lunde unddrei weitere DVB-Kollegen trafen sich mit dem PremierministerStanley Betrian.11. – 12. JanuarJährliches DVB-Kundenevent im Swissotel The Stamford inSingapur mit anschließenden Pressegesprächen – unsereVorstandsmitglieder Herr Wolfgang Driese, Herr Dagfinn Lunde,Herr Bertrand Grabowski sowie DVB-Kollegen begrüßten168 Gäste der Schifffahrts- und Luftverkehrsbranche aus ver-schiedenen asiatischen Ländern. Am Rande der Veranstaltungnahmen unsere Vorstandsmitglieder mehrere Presseterminewahr und diskutierten mit Journalisten der Tages- und Fachpressedie Entwicklung der Finanz- und Verkehrsmärkte.8. MärzBilanzpresse- und Analystenkonferenz – Herr Driese undHerr Lunde präsentierten die Konzernergebnisse 2011.9. März„Breakfast Meeting“ mit Journalisten in London – unsere dreiVorstandsmitglieder stellten die DVB vor und beantwortetenFragen zur Entwicklung der Schifffahrts-, Luftverkehrs- undLandtransportmärkte.4. AprilTeilverkauf der 100%igen Tochtergesellschaft TES Holdings(TES) – die DVB, die Mitsubishi Corporation (MC) und dieDevelopment Bank of Japan (DBJ) vereinbarten vertraglich, dassMC einen Geschäftsanteil von 35,0 % bzw. DBJ einen Anteilvon 25,0 % an der TES erwerben. Die DVB bleibt mit 40,0 % dergrößte Aktionär. Der Verkauf wurde nach kartellrechtlicherGenehmigung im Juni abgeschlossen.11. AprilJährlicher Kundenempfang in Norwegen – Herr Driese, Herr Lundeund DVB-Kollegen hießen etwa 175 Gäste der Schifffahrts-branche im Osloer Shippungklubben willkommen. Der GastrednerProf. Øystein Noreng von der Norwegian School of Businesspräsentierte das Thema „Oil market – fundamentals and price risk“.
  • 5. DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Anhang 1UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussThe leading specialist ininternational transport financeAt DVB, we make deals work. This means striving to seek anddevelop intelligent and appropriate solutions that meet and evenexceed our clients’ needs and expectations. We go the extra mileto constantly and thoroughly research and study our industry.Often, this leads us to challenge conventional wisdom whenoffering our focused range of financing services.
  • 6. Fotografiert vonLinda Slingerland,Operations & Premises,Rotterdam
  • 7. Im Jahr 2012 blieb die Marktsituation in vielen Segmenten der internationalen Seeschifffahrt angespannt. Anhaltend hoheÜberkapazitäten und niedrige Fracht- und Zeitcharterraten prägten besonders die drei wichtigen Sektoren der Container-,Rohöl- und Massengutschifffahrt. Trotz dieses unruhigen Fahrwassers stand unser Shipping Finance-Team unseren Kunden inden von uns abgedeckten Sektoren erfolgreich mit wertvoller Expertise über Schiffstypen, Wertschöpfungsketten, Fracht-strömen und Netzwerken zur Seite. Unser speziell auf Sektoren ausgerichtetes Know-how ermöglicht uns, Entwicklungen inSchifffahrtsmärkten schneller als unsere Wettbewerber zu erkennen. So können wir unsere Kunden individuell mit optimalenFinanzierungs­lösungen betreuen, unser Risikomanagement an veränderte Marktbedingungen anpassen und langfristig alsverlässlicher Partner der Schifffahrtsbranche agieren. Mit unserer Kompetenz in der Schiffsfinanzierung haben wir auch 2012solide Finanzergebnisse erzielt und wurden von renommierten Fachmagazinen ausgezeichnet: zwei Preise von Marine Moneyund ein Preis von Lloyd’s List.Shipping Finance –Sektorspezifische Expertise
  • 8. Fotografiert vonBert van Leeuwen,Leiter Aviation Research,Rotterdam
  • 9. Nach turbulenten Jahren beruhigte sich der Luftverkehrsmarkt 2012 ein wenig. Insbesondere der Passagierverkehr profitierte voneiner starken Nachfrage, wenngleich das Wachstum regional unterschiedlich blieb. Der Luftfrachtmarkt hingegen schwächelteunter dem verlangsamten Welthandelswachstum und der Verlagerung von Frachtvolumina auf andere Transportwege. Alsführender Arranger, Underwriter und Bereitsteller von objektbesichertem Kapital für die Flugzeugfinanzierung war unser AviationFinance-Team 2012 erneut in einem Luftverkehrsmarkt aktiv, der auf der Seite der Geschäftsbanken unter Finanzierungs­engpässen litt. Das Team begleitete unsere Luftverkehrskunden weltweit mit den intelligenten und maßgeschneiderten Lösungenunserer innovativen Aviation-Plattform. Dieser ganzheitliche Geschäftsansatz an der Schnittstelle zwischen „Geld und Metall“umfasst weit mehr als die herkömmliche Palette an Bankdienstleistungen; er profitiert zudem von unserem erfahrenen Experten-team und unserem profunden Research. So konnten wir auch 2012 eine stark diversifizierte Kundenbasis mit einem interessantenFinanzierungsmix für neue und gebrauchte Flugzeuge bedienten. Dafür erhielten wir drei Auszeichnungen vom bedeutendenFachmagazin Air Finance Journal.Aviation Finance –Integrierte Serviceplattform
  • 10. Fotografiert vonWouter Radstake,Leiter Land Transport Research,Frankfurt am Main
  • 11. Die Landtransportmärkte, besonders in Europa und Nordamerika, zeichneten sich auch 2012 durch Volatilität aus. Die Lage imeuropäischen Transportmarkt und im Bereich Waggonladungen in Nordamerika blieb weiterhin schwierig. Dafür entwickelte sichder Intermodal-, Schienenpersonen- und Straßenverkehr in Nordamerika positiv. Der Straßenverkehr und das Langstrecken­geschäft im nordamerikanischen Schienenpersonenverkehr knüpften sogar an das Vorkrisenniveau an. Australien setzte seinenWachstumskurs fort. In diesem Marktumfeld stellte unser Land Transport Finance-Team 2012 umfängliche Finanzierungs-,Beratungs- und Research-Services in diesen wichtigen Zielregionen zur Verfügung. Unsere Kunden schätzten dabei unserenklaren Fokus auf die Objektfinanzierung und unsere detaillierte Branchenkenntnis, auf die sie in allen Marktzyklen zurückgreifenkönnen. Durch enge Zusammenarbeit und kontinuierlichen Dialog mit unseren Kunden gelang es uns, effiziente Finanzierungs-strukturen auszuarbeiten – wenn möglich auch in Kooperation mit den Kollegen aus anderen Bereichen. Diese Strategie machteunser Land Transport Finance 2012 besonders erfolgreich und bescherte uns erneut eine begehrte Auszeichnung der Fachzeit-schrift Global Transport Finance.Land Transport Finance –Konsistente Kundenbeziehungen
  • 12. 8DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Brief an unsere Aktionäre und Geschäftspartnerdoch die 15 % auf rauer See bekommen die volle kritische Auf-merksamkeit aller, die sich mit uns befassen.Trotz des schwierigen und Besorgnis erregenden Umfelds wächstdie Weltwirtschaft weiter – obgleich langsamer. DemografischeFaktoren und die Entwicklung des Konsumverhaltens erzeugenunweigerlich Druck. Kurz gesagt: Der globale Bedarf an Transportvon Menschen und Gütern steigt. Es gibt Beispiele, die zeigen,dass selbst in Zeiten wie diesen einige wenige Banken stabileErgebnisse erzielen können. Die DVB ist stolz, zu diesen Bankenzu gehören.Wir hatten uns vorgenommen, Ihnen 2012 ein mit dem Vorjahrvergleichbares Ergebnis vorzulegen. Aufgrund des erwarteten,äußerst schwierigen Umfeldes stellte dies aus unserer Sichtschon damals eine große Herausforderung dar. Doch wir habenWort gehalten. Wie jedes Jahr danken wir unseren Mitarbeiternfür ihren Einsatz. Was in diesen Zeiten geleistet werden musste,um das „vergleichbare“ Ergebnis zu erreichen, ist bemerkenswert.Deshalb gilt all unseren Mitarbeitern unser besonderer, herzlicherDank. Alle Mitarbeiter der DVB wissen, welche Anstrengungenwir auch künftig aufbringen müssen.Sehr geehrte Damen und Herren,obgleich die Weltwirtschaft gewaltigen Turbulenzen ausgesetztist, die durch die Fülle an Problemen in Europa zusätzlich verstärktwerden, ist das Kunststück, Wachstum und Wohlstand durch dasAnlegen eines engen Sparkorsetts zu erreichen, bisher doch nurwenigen geglückt. Im Bestreben, einige wenige, große (system-relevante) Banken in ihrem Geschäftsgebaren zu zügeln, wurdedie Grenze von der Regulierung zur Überregulierung schnell über-schritten. Betroffen sind davon nun alle Banken.Doch der Bankensektor steht noch weiteren Herausforderungengegenüber: Die Industrienationen befinden sich in einer Rezessionund das beeindruckende Wachstum, das auf den dynamischen,neuen Märkten der Schwellenländer zu verzeichnen ist, gilt nochals volatil. Die Nachfragefaktoren scheinen sich viel schneller zuwandeln. An einem Tag zeigen sich Rohstoffpreise und Finanz-märkte vorsichtig und schon am nächsten Tag herrscht irrationalerÜbermut. Widersprüche, Extreme und Unsicherheiten beherrschendie Weltwirtschaft.Die DVB stimmt zu, wenn es heißt, die Transportnachfrage ziehean. Doch tut sie dies nur zögerlich und in einigen Sektoren trifftsie auf erdrückende Überkapazitäten. Gut 85 % des Finanzie-rungsgeschäftes der DVB verlaufen in normalem Fahrwasser,Wolfgang F. Driese, Vorsitzender des Vorstands
  • 13. 9UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Brief an unsere Aktionäre und GeschäftspartnerDas Konzernergebnis vor IAS 39 und Steuern schloss mit157,2 Mio € und damit 9,7 % über dem herausragenden Vorjahr ab.Zu den wichtigsten Einflussfaktoren zählte dabei der Provisions-überschuss auf Rekordniveau, der zudem rund 12,5 % über demVorjahr lag. Neben den Erträgen aus dem Kreditgeschäft wuchsenauch Provisionen aus Beratungs- und Asset Management-Dienst-leistungen deutlich an.Der Einstieg von zwei bedeutenden japanischen Partnern inunsere Tochtergesellschaft TES eröffnet nicht nur neueGeschäfts­perspektiven, sondern begründet auch den starkenAnstieg des Sonstigen betrieblichen Ergebnisses (von 17,3 Mio €auf 42,7 Mio €).Die Effizienzkennziffer (Cost-Income-Ratio) hat sich auf 46,5 %verbessert. Dabei sind die Kosten seit Langem erstmals gesunken(–2,9 %), wobei die Entkonsolidierung unserer Beteiligung an derTES eine wesentliche Rolle spielte. Die Verzinsung des Eigen­kapitals (Return on Equity) liegt mit 12,9 % ebenfalls im Ziel­korridor, obgleich etwas unter dem Vorjahr. Wir schlagen derHauptversammlung eine unveränderte Dividende von 0,60 € proAktie vor, was einer Dividendenrendite von 2,47 % entspricht.Doch hatten wir nicht überall schönes Wetter – zum Teil war derGegenwind recht stark. Die Krise in Teilen der Seeschifffahrt istdie längste in der jüngeren Geschichte. Sie geht nun in das fünfteJahr. Durch den Rückzug einiger wesentlicher Schiffsfinanziererfehlt die Liquidität, um die Werte gebrauchter Schiffe zu stabili-sieren. Zudem sind kompetente Verhandlungspartner – Banken,die bereit sind, sich zu engagieren – Mangelware. Bei Problemen-gagements fehlt oftmals die Motivation, aktiv an einer Lösungmitzuarbeiten.Die DVB finanziert derzeit insgesamt etwa 1.600 Schiffe miteinem Kreditvolumen von circa 12,6 Mrd €. 18 % der Engagementsunterliegen einer engen Risikoüberwachung, auf die wir viel Zeitund Mühe aufwenden. Im Jahresverlauf müssen wir für 15 bis20 Schiffe einen neuen „Heimathafen“ finden. Dafür haben wirein eigenes Spezialistenteam.Die Nettoriskovorsorge hat mit 70,7 Mio € ein hohes Niveauerreicht, sie fiel fast ausschließlich für Schiffsfinanzierungen an.Hinzu kommen damit zusammenhängende Aufwendungen für„Risikopositionen“ in der Finanzierung und für von uns gehalteneSchiffe in Höhe von 27,6 Mio €, die überwiegend den Zinsüber-schuss belasten. Neben der Anzahl der akuten Problemfälle undDagfinn Lunde, Mitglied des Vorstands Bertrand Grabowski, Mitglied des Vorstands
  • 14. 10DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Brief an die Aktionäre und Geschäftspartner• Im Laufe des ersten Quartals wollen wir unsere Offshore-Aktivitäten als vierten Geschäftsbereich auf die gleicheStufe stellen wie die Shipping Finance, Aviation Finance undLand Transport Finance. Damit wird die Breite und Vielfaltunserer Finanzierungaktivitäten noch sichtbarer.• Mit dem Projekt „Unity“ machen wir unser Shipping Finance fitfür die Zukunft. Im Mittelpunkt stehen Prozessverbesserungen,Anpassungen der Strukturen an andere Bereiche und Steige-rung der Effizienz. Das Projekt wird 2013 vorbereitet und 2014im Wesentlichen umgesetzt.• Wir werden weiter daran arbeiten, die Nettozinsmarge demRisikoprofil unseres Finanzierungsgeschäftes anzupassen,das heißt die Parameter im erwartet stabilen Umfeld derRefinanzierungskosten zu verbessern.• Unsere Refinanzierung wollen wir weiterhin konservativanlegen – langfristiges Kreditgeschäft wird in vollem Umfanglangfristig refinanziert. Zudem werden wir Refinanzierungs­instrumente, -quellen und -strukturen weiter ausbauen.Unsere PrognoseUnsere Planung für 2013 sieht ein Neufinanzierungsvolumen von5,1 Mrd € mit einer Bruttozinsmarge von 316 Basispunkten vor.Der Provisionsüberschuss soll nahe am Vorjahreswert liegen. DieKosten sollen nur geringfügig steigen, die Risikokosten werdenjedoch hoch bleiben. Damit sollte das Vorsteuerergebnis (vorIAS 39) 2013 leicht über dem des Vorjahres liegen.Wir haben uns wieder anspruchsvolle Ziele gesetzt, die inschwierigen Zeiten, enormen Einsatz und Konzentration erfordern.Darauf sind wir vorbereitet. Sorge bereitet uns aber das regula-torische Umfeld, das eine effektive und effiziente Planung kaummehr zulässt. Wir erwarten deshalb ein wachsendes operativesRisiko und zunehmende Kosten für die Steuerung einer Bank, dennschwierige Zeiten werden von Regulatoren weiter erschwert.Wir werden uns gut behaupten.Mit freundlichen Grüßender gesamten Höhe der Risikoaufwendungen sind wir trotz allerBemühungen, die Risiken zu begrenzen, von einigen wenigengrößeren Ausfällen betroffen. Wir haben aus diesen Erfahrungenaktiv unsere Lehren gezogen, um das künftige Überraschungs-potenzial gering zu halten.Unser Ausblick für das GeschäftsumfeldDie wirtschaftlichen Rahmenbedingungen sind bekannt undbleiben schwierig. Aber die Weltwirtschaft wird weiterhin ummindestens 3 % und möglicherweise im zweiten Halbjahr etwasbeschleunigt wachsen. Damit hat der Welthandel – einer derwichtigsten Treiber der Transportnachfrage – ein Wachstums­potenzial von 4 % bis 6 %, jedoch, wie bereits erwähnt, miterheblichen regionalen Unterschieden.Die DVB wird auch in diesen stürmischen Zeiten auf Kurs bleiben.Dabei ist besonders wichtig, dass 85 % unseres Geschäftes instabilen Sektoren angesiedelt ist. Die Finanzierung von Flugzeugenwird weiterhin einen sehr guten Ergebnisbeitrag liefern. Diesgilt auch in der Landtransport- und Offshore-Finanzierung.Von der Kooperation mit dem Mitsubishi-Konzern und der Devel­opment Bank of Japan im Zuge der gemeinsamen Beteiligung anTES werden weitere Impulse für unser Investmentfondsgeschäftausgehen.Der hohe Ölpreis wird Investitionen in der Ölförderung stützenund damit unsere Finanzierungen im Offshore-Bereich.Bei Produkten- und Chemietankern sowie im Gastransport(Liquified Natural Gas und Liquified Petroleum Gas) verbessernsich die Aussichten. Für Rohöltanker, Containerschiffe undMassengutfrachter sind die Perspektiven für 2013 jedoch auf-grund der Überkapazitäten unverändert düster. Hier wird deshalbder Schwerpunkt unserer Risikomanagementaktivitäten liegen.In den genannten Segmenten werden auch weitere Insolvenzenzu erwarten sein – mit Ausfällen für die Bank.Unser Ausblick für die Maßnahmen, die wir ergreifen• Zum 1. Januar 2013 haben wir unsere Intensivbetreuungerheblich ausgebaut und mit einem wesentlich erweitertenMandat ausgestattet. Damit werden alle Engagements in derSchifffahrt, von denen ein Ausfallrisiko ausgeht, von diesemTeam betreut – mit dem Ziel der Stabilisierung.Frankfurt am Main, im März 2013DVB Bank SEWolfgang F. DrieseVorsitzender des VorstandsDagfinn LundeMitglied des VorstandsBertrand GrabowskiMitglied des Vorstands
  • 15. 11UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Der VorstandWolfgang F. DrieseVorsitzender des Vorstands und BankdirektorGeboren 1949 in BerlinGeschäftsbereiche im Kundengeschäft:Shipping Credit, Aviation Credit, Land Transport CreditStrategic Management and Restructuring TeamShipping Research, Offshore Research, Aviation Research,Land Transport ResearchFinancial InstitutionsInvestment Management(Shipping & Intermodal Investment Management,Aviation Investment Management)Tochtergesellschaften im Kundengeschäft:DVB LogPay GmbHITF International Transport Finance Suisse AGProdukt- und Servicebereiche:Group Risk ManagementGroup ControllingGroup Corporate CommunicationsGroup Compliance OfficeBertrand GrabowskiMitglied des Vorstands und BankdirektorGeboren 1956 in Guerche-de-Bretagne (Frankreich)Geschäftsbereiche im Kundengeschäft:Aviation FinanceLand Transport FinanceTochtergesellschaften im Kundengeschäft:DVB Transport Finance LtdTES Holdings Ltd (40%ige-Beteiligung)Produkt- und Servicebereiche:Group AuditGroup TreasuryDagfinn LundeMitglied des Vorstands und BankdirektorGeboren 1948 in Tokke (Norwegen)Geschäftsbereiche im Kundengeschäft:Shipping FinanceOffshore FinanceDVB Corporate FinanceTochtergesellschaften im Kundengeschäft:DVB Capital Markets LLCProdukt- und Servicebereiche:Group Human ResourcesGroup OperationsGroup Accounting and TaxesChairman of the Supervisory BoardDVB Bank America N.V., Willemstad, CuraçaoChairman of the Board of DirectorsDVB Holding (US) Inc., New York, USADVB Transport (US) LLC, New York, USAMember of the Board of DirectorsDVB Transport Finance Ltd, London, GroßbritannienDVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd, SingapurDVB Capital Markets LLC, New York, USAPräsident des VerwaltungsratsITF International Transport Finance Suisse AG, Zürich, SchweizDVB Invest (Suisse) AG, Zürich, SchweizChairman of the Board of DirectorsDVB Transport Finance Ltd, London, GroßbritannienTES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, GroßbritannienMember of the Board of DirectorsDVB Transport (US) LLC, New York, USADVB Capital Markets LLC, New York, USADVB Holding (US) Inc., New York, USAChairman of the Board of DirectorsDVB Capital Markets LLC, New York, USADVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd, SingapurMember of the Supervisory BoardDVB Bank America N.V., Willemstad, CuraçaoCapital Equipment Management Holding GmbH, HamburgMember of the Board of DirectorsDVB Holding (US) Inc., New York, USADVB Transport (US) LLC, New York, USADVB Service (US) LLC, New York, USA
  • 16. 12DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Bericht des AufsichtsratsInsbesondere die in der Container-, Massengut- und in der Rohöl-schifffahrt anhaltend schwierigen Marktbedingungen beschäf-tigten den gesamten Aufsichtsrat 2012 intensiv und kontinuierlich.Weitere Themenschwerpunkte, die wir unterjährig beständigverfolgten, waren das Risikomanagement in den einzelnenTransport Finance-Portfolios sowie die Liquiditätsanforderungen.Wir berieten den Vorstand bei der Unternehmensplanung, bei derstrategischen Ausrichtung der Bank und bei deren Umsetzung.Diese Themengebiete waren in die immer komplexer werdendenregulatorischen Anforderungen eingebettet, mit denen die Bankund wir als Aufsichtsrat konfrontiert sind.Zusammenarbeit mit dem VorstandDas Geschäftsjahr 2012 war erneut von zahlreichen gesetzlichenund regulatorischen Änderungen geprägt. Der Aufsichtsrat unter-stützte den Vorstand bei der Umsetzung seiner strategischenZiele und bei der Einhaltung aller gesetzlichen und regulatorischenVorschriften und stand ihm beratend zur Seite.Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,2012 hat sich erneut gezeigt, dass die DVB auch in rauer See,gerade im Vergleich zu Wettbewerbern, auf Kurs geblieben istund das unruhige Fahrwasser gemeistert hat. Positiv hervorzu-heben ist insbesondere, dass nur etwa 18 % des Schifffahrt-portfolios von ungünstigen Rahmenbedingungen geprägt waren,während Aviation Finance, Land Transport Finance und großeTeile von Shipping Finance, insbesondere die beiden Offshore-Segmente, erneut zum zufriedenstellenden Ergebnis der Bankbeitrugen. Für die erbrachten Leistungen und das erzielte Ergebnissprechen wir dem Vorstand und allen Mitarbeiterinnen undMitarbeitern unsere Anerkennung und unseren Dank aus.Wir haben im vergangenen Jahr als Aufsichtsrat und in unserenAusschüssen, dem Kredit- und dem Präsidialausschuss, die unsnach Gesetz, Satzung und Geschäftsordnungen obliegendenAufgaben wahrgenommen. Wir haben über die uns vorgelegtenzustimmungsbedürftigen Angelegenheiten entschieden, denVorstand der Bank intensiv beraten und dessen Unternehmens-und Konzern-Geschäftsführung laufend überwacht. Bei Entschei-dungen von grundlegender Bedeutung wurden wir rechtzeitigeinbezogen.
  • 17. 13UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Bericht des AufsichtsratsMartin WolfertDr. Peter KlausStellvertretender Vorsitzender des AufsichtsratsProf. Dr. h.c. Stephan GötzlFlemming Robert JacobsFrank WesthoffVorsitzender des AufsichtsratsWolfgang Köhler Dr. Klaus NittingerDorinus Legters Adnan Mohammed
  • 18. 14DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Bericht des AufsichtsratsSchwerpunktthemen der Sitzung am 6. März 2012 waren die Eck-daten des Konzernabschlusses 2011, die Geschäftsentwicklungin den ersten Monaten 2012 sowie die Erörterung und Billigungdes HGB-Einzelabschlusses der DVB Bank SE für 2011, der indieser Sitzung auch festgestellt wurde. Die Abschlussprüfernahmen an der Sitzung teil und beantworteten unsere Fragenin vollem Umfang. Den Dividendenvorschlag für 2011, den Auf-sichtsratsbericht und den Corporate Governance-Bericht 2011haben wir zustimmend zur Kenntnis genommen. Anschließenddiskutierten wir eingehend die Liquiditätsstrategie sowie derenUmsetzungen in der DVB und erhielten vom Vorstand einenumfassenden Bericht zur Personalstruktur des Unternehmens.Weiterhin beschäftigten wir uns mit der Veräußerung der Betei-ligung an der TES Holdings Ltd und genehmigten diese anteiligeUnternehmensveräußerung an zwei namhafte japanische Inves-toren.In der Sitzung am 29. März 2012 haben wir den IFRS-Konzern-abschluss 2011 mit den Abschlussprüfern diskutiert und gebilligt.Die Beschlussvorschläge für die Tagesordnung der Hauptver-sammlung 2012 wurden verabschiedet. Der Leiter der internenRevision trug uns seinen Jahresbericht vor. Wir erörterten undbeschlossen mehrere Kapitalerhöhungen für Konzernunternehmenund der Vorstand informierte uns über Projekte, die unsererZustimmung bedurften. Es folgte eine Diskussion über dieGeschäftsrisikostrategie. Zu den weiteren Schwerpunkten dieserSitzung gehörten auch diverse Vorstandsthemen. So besprachenwir die Bemessungsgrundlagen der variablen Vorstandsvergü-tung für das Geschäftsjahr 2012 und legten die Bonuszahlungender Vorstandsmitglieder für das Jahr 2011 auf Basis der Empfeh-lungen des Präsidialausschusses fest. Außerdem verabschiedetenwir die Zahlung aus dem DVB Long-Term Incentive Plan (LTI) 2009für den Vorstand und verlängerten die Bestellung von HerrnDagfinn Lunde als Vorstandsmitglied der DVB Bank SE. HerrBertrand Grabowski, das unter anderem für den GeschäftsbereichAviation Finance zuständige Vorstandsmitglied, berichtete unsausführlich über die aktuelle Geschäftsentwicklung nebst Prog-nose für 2012 und über die Risikosituation in der Luftfahrtbranche.Herr Dagfinn Lunde, zuständig im Vorstand unter anderem für denGeschäftsbereich Shipping Finance, führte diese ausführlicheBerichterstattung in der Sitzung vom 1. Oktober 2012 fort. Ererläuterte uns insbesondere die aktuelle Struktur des ShippingFinance-Portfolios und die Risikosituation in den einzelnenMarktsegmenten der Seeschifffahrt anhand aktueller Research-Unterlagen. Er berichtete weiter detailliert über die jüngsteEntwicklung des Geschäftsbereichs Shipping Finance. Anschlie-ßend hielt der Bereichsleiter von Land Transport Finance einePräsentation mit ähnlichem Inhalt über seinen Geschäftsbereich.Schwerpunktthemen waren die wirtschaftliche und finanzielleEntwicklung der DVB in dem insbesondere in Teilen der Schiff-fahrtsbranche anhaltend schwierigen Umfeld, die Entwicklungenauf den internationalen Verkehrsmärkten sowie das Risiko-,Liquiditäts- und Kapitalmanagement der Bank. In den Aufsichts-ratssitzungen unterrichtete uns der Vorstand in vollem Umfangüber die Entwicklung der strategischen Parameter des DVB-Geschäftsmodells, über die daraus resultierenden Anpassungender künftigen Geschäftspolitik, über die Unternehmensführung und-planung inklusive der Finanz-, Ertrags-, Liquiditäts- und Personal-planung, über die Corporate Governance des Unternehmens sowieüber Ereignisse, Ergebnisse und Geschäfte, die für die Bank vonBedeutung waren und weiterhin sind.Insbesondere der Kreditausschuss hat die Risikolage und dasRisikomanagement eingehend erörtert. Der Aufsichtsrat wurdedarüber in seinen Sitzungen stets regelmäßig und ausführlichinformiert. Die Protokolle der Kreditausschusssitzungen werdensämtlichen Aufsichtsratsmitgliedern zur Verfügung gestellt. Unswurden ferner aktuelle Ereignisse und Geschäftsvorfälle vongrundlegender Bedeutung vorgetragen, über die wir mit demVorstand berieten und – falls notwendig – entschieden. Zwischendem Vorstandsvorsitzenden, Herrn Wolfgang Driese, und demAufsichtsratsvorsitzenden, Herrn Frank Westhoff, fanden regel-mäßig Abstimmungsgespräche statt, in denen zeitnah undumfassend über bankspezifische Themen und anstehende Ent-scheidungen gesprochen wurde. Über wichtige Vorgänge hatuns der Vorstand zwischen den Sitzungen schriftlich informiert,sodass wir unsere Kontrollfunktion als Aufsichtsrat jederzeitausüben konnten. Zwischen den Sitzungen erforderlich werdendeBeschlüsse führten wir im Umlaufverfahren herbei.Unsere Arbeit im Aufsichtsrat und die Zusammenarbeit mit demVorstand waren auch im vergangenen Jahr von gegenseitigemVertrauen wie auch von einer stets offenen und konstruktivenDiskussion geprägt.Sitzungen des AufsichtsratsDer Aufsichtsrat trat 2012 zu insgesamt vier Sitzungen zusammen.Wir befassten uns in diesen Sitzungen regelmäßig mit der jeweilsaktuellen Geschäftsentwicklung der Bank und ihrer Konzern­unternehmen. Der Vorstand und die Bereichsleiter informiertenuns umfassend sowohl über das branchenspezifische und gesamt-wirtschaftliche Marktumfeld der internationalen Verkehrsmärkteals auch über die spezifische Risikosituation der Schiffe, Flugzeugeund des Rollmaterials in den jeweiligen Transportmärkten.
  • 19. 15UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Bericht des AufsichtsratsDie Leiterin des Group Compliance trug ihren Jahresbericht 2012vor. Wir beschäftigten uns in dieser Sitzung außerdem erneutmit Personalthemen und verlängerten die Bestellung von HerrnBertrand Grabowski als Vorstandsmitglied der DVB Bank SE.Die letzte Aufsichtsratssitzung im Berichtsjahr fand am22. November 2012 statt. Neben dem Bericht des Vorstandsüber die aktuelle Entwicklung der DVB stand die kurz- und lang-fristige strategische Ausrichtung der Bank im Vordergrund. Sogenehmigten wir zum einen die Planung für 2013 und erörtertenmit dem Vorstand die Mittelfristplanung bis 2017. Wir beschlosseneine Kapitalerhöhung für die DVB Transport Finance Ltd,Großbritannien.Die Bereichsleiter des Shipping & Intermodal Investment Manage-ment und Aviation Investment Management berichteten aus-führlich über die aktuelle Geschäftsentwicklung ihrer Bereicheund gaben Prognosen für die kommenden Jahre. Wir erhielteneine Präsentation zu den Tätigkeiten der Konzerntochter ITF Inter-national Transport Finance Suisse AG (ITF Suisse). Insbesondereinformierte uns ihr Direktor über die aktuelle Entwicklung desUnterbeteiligungsmarktes und erläuterte die Risikosituation desITF Suisse-Portfolios.Danach befassten wir uns mit der Umsetzung der Empfehlungendes Corporate Governance Kodex in die betriebliche Praxis undbeschlossen daraus resultierende Änderungen der Geschäfts-ordnung des Aufsichtsrates. Der nach § 6 InstitutsVergV freiwilliggebildete Vergütungsausschuss erstattete uns abschließendseinen jährlichen Bericht.Kein Aufsichtsratsmitglied nahm an weniger als der Hälfte derSitzungen teil. Interessenkonflikte wurden im Berichtsjahr nichtoffen gelegt.Ausschüsse des AufsichtsratsDer Kreditausschuss befasste sich in vier Sitzungen ausführlichund zeitnah mit den nach Gesetz und den Geschäftsordnungenvorlagepflichtigen Engagements der DVB und erteilte, sofernerforderlich, seine Zustimmung. Daneben wurde der Kreditaus-schuss regelmäßig bei der Genehmigung von Kreditengagementsin Umlaufverfahren eingebunden, sofern seine Einbindung not-wendig war. In den Sitzungen wurden die Struktur und Planungdes Kreditportfolios sowie die Risiken (insbesondere Kredit-,Liquiditäts-, Länder- und Marktpreisrisiken) auf Basis detaillierterPortfolioanalysen besprochen. Die Wertentwicklung finanzierterAssets, die initiierten Risikomanagementmaßnahmen sowiedie konkrete Analyse einzelner problematischer Engagementsspielten hier eine besondere Rolle.Darüber hinaus diskutierten und beschlossen die Ausschussmit-glieder verschiedene Strategien der Schifffahrtssektoren undÄnderungen in bestehenden Kreditvergaberichtlinien. EinenBeratungsschwerpunkt bildete die Diskussion über die Kredit­risikostrategie. Die Auswirkungen der geänderten aufsichts-rechtlichen Regelungen auf die DVB und ihre Konzerntöchterund die dadurch veränderten Risikopositionen wurden eingehenderörtert. Des Weiteren hat Ernst & Young GmbH Wirtschafts-prüfungsgesellschaft, Stuttgart, die Mitglieder unseres Kredit-ausschusses über die Ergebnisse der Prüfung des Kreditgeschäftsinformiert. Der Vorstand hielt die Ausschussmitglieder regel­mäßig über problem- und risikobehaftete Engagements sowie überbesondere Vorkommnisse im Kreditgeschäft auf dem Laufendenund informierte den Kreditausschuss zeitnah über die von derDVB kontrollierten Schiffe bzw. Flugzeuge.Der Präsidialausschuss tagte zweimal im Berichtszeitraum.Neben den ihm von uns übertragenen Aufgaben befasste sichder Ausschuss 2012 insbesondere mit den gesetzlichen undregulatorischen Anforderungen an die Vorstandsvergütung undderen Umsetzung, der Vorbereitung der Themen zur Behandlungim Aufsichtsrat sowie mit allgemeinen Personalangelegenheitendes Vorstands. Des Weiteren wurde er vom Vorstand wunsch-gemäß und stets fristgerecht über den Abschluss von solchenAnstellungsverträgen mit leitenden Mitarbeitern in Kenntnisgesetzt, die eine festgelegte Grenze der Jahresbezüge über-stiegen.Der Vorsitzende des Kredit- und Präsidialausschusses, berichtetedem gesamten Aufsichtsrat über die in den Ausschüssen behan-delten Themen, soweit diese von grundsätzlicher Bedeutungoder Gegenstand der Beratungen des Aufsichtsrats waren.
  • 20. 16DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Bericht des AufsichtsratsZusammenarbeit mit Wirtschaftsprüfernfür den Konzernabschluss 2012Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht für dasGeschäftsjahr 2012 wurden von der durch die Hauptversammlungals Abschlussprüfer gewählten Ernst & Young GmbH Wirtschafts-prüfungsgesellschaft, Stuttgart, unter Einbeziehung der ordnungs-gemäßen Buchführung geprüft und mit dem uneingeschränktenBestätigungsvermerk versehen. Unser Aufsichtsratsvorsitzenderließ sich vorab über den Prüfungsumfang unterrichten undbesprach besondere Prüfungsthemen im Detail mit den Wirt-schaftsprüfern. Die Berichte des Abschlussprüfers wurden unsfür die Konzernbilanzsitzung des Aufsichtsrats am 28. März 2013rechtzeitig ausgehändigt. An dieser Sitzung nahmen die Wirt-schaftsprüfer teil, die den Konzernabschluss bestätigten. DieWirtschaftsprüfer erstatteten in der Sitzung Bericht über ihrePrüfung insgesamt und beantworteten unsere Fragen zu denjeweiligen Prüfungsschwerpunkten in detaillierter Art und Weise.Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht zum 31. Dezem-ber 2012 wurden im Aufsichtsrat geprüft und beraten. Einwen-dungen haben wir nicht erhoben und billigten den vom Vorstandaufgestellten Konzernabschluss.Der Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmenfür das Geschäftsjahr 2012 wurde vom Vorstand aufgestellt,vom Abschlussprüfer geprüft und mit dem folgenden uneinge-schränkten Bestätigungsvermerk versehen: „Nach unsererpflichtgemäßen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass dietatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind, und dass beiden im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung derGesellschaft nicht unangemessen hoch war.“ Der Aufsichtsratsah den Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmenein und prüfte diesen. Er erklärte sich mit dem Ergebnis derAbschlussprüfung einverstanden und erhob insbesondere gegendie Erklärung des Vorstands gemäß § 312 Abs. 3 Aktiengesetzkeine Einwendungen.Frankfurt am Main, den 28. März 2013Für den AufsichtsratFrank WesthoffVorsitzenderCorporate Governance der DVBSowohl im Plenum als auch im Kreditausschuss haben wir EndeMärz 2012 Effizienzprüfungen auf Basis detaillierter Fragebögendurchgeführt. Das Ergebnis der Befragung wurde jeweils in denSitzungen des Aufsichtsrats und des Kreditausschusses am29. März 2012 dargestellt und analysiert. Es gab nur wenigePunkte, in denen kleine Änderungsvorschläge vorgetragenwurden. Diese Änderungsvorschläge haben wir diskutiert undentsprechende Maßnahmen beschlossen. Der Kreditausschussund der Aufsichtsrat sehen ihre jeweilige Arbeit als effizient an.In unserer November-Sitzung 2012 haben wir die Umsetzung derEmpfehlungen des Deutschen Corporate Governance Kodex inder DVB ausführlich besprochen. Gemeinsam mit dem Vorstandgaben wir die elfte Entsprechenserklärung nach § 161 Aktien­gesetz ab (Kodex-Fassung vom 15. Mai 2012), die am 7. Dezember2012 im elektronischen Bundesanzeiger und auf der Internetseiteder DVB veröffentlicht wurde. Auf unserer Internetseite stehen alle Entsprechens­erklärungen seit 2002 zum Download zur Verfügung:www.dvbbank.com > Investor Relations > Corporate Governance >EntsprechenserklärungenWir haben erneut festgestellt, dass wir als Aufsichtsrat übereine nach unserer Einschätzung ausreichende Anzahl unabhän-giger Mitglieder verfügen. Als Finanzexperte gehört Herr Dr.Peter Klaus dem Aufsichtsrat an.Aus- und FortbildungsmaßnahmenDie DVB unterstützt uns bei unseren Aufgaben im Aufsichtsratund bietet uns regelmäßig zu verschiedenen ThemenkomplexenAus- und Fortbildungsmaßnahmen an. Im Berichtszeitraum fandein interner Workshop zu dem Themenkomplex Basel III statt, andem mehrere Aufsichtsratsmitglieder teilnahmen.
  • 21. 17UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Der AufsichtsratAufsichtsratAnteilseignervertreter Frank Westhoff Vorsitzender Mitglied seit 30. Juni 2006 Dr. Peter Klaus Stellvertretender Vorsitzender Mitglied seit 10. Juni 2009 Prof. Dr. h. c. Stephan Götzl Mitglied seit 10. Juni 2009 Flemming Robert Jacobs Mitglied seit 10. Juni 2005 Wolfgang Köhler Mitglied seit 21. September 2009 Dr. Klaus Nittinger Mitglied seit 10. Juni 2009Arbeitnehmervertreter Masahide Kubo Mitglied vom 1. Oktober 2011 bis 16. Januar 2013 Dorinus Legters Mitglied seit 4. November 2008 Adnan Mohammed Mitglied seit 15. Februar 2013 Martin Wolfert Mitglied seit 7. Oktober 2008Ausschüsse des AufsichtsratsKreditausschuss Frank Westhoff Vorsitzender Dr. Peter Klaus Stellvertretender Vorsitzender Flemming R. Jacobs Martin WolfertPräsidialausschuss Frank Westhoff Vorsitzender Dr. Peter Klaus Stellvertretender Vorsitzender Dorinus Legters
  • 22. Corporate Governance-Bericht 201218DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Dualistisches System der DVBDie DVB Bank SE hat sich für das dualistische System entschieden.Neben der Hauptversammlung sind zwei weitere Organe konsti-tuiert, von denen eines die Bank leitet und ihre Geschäfte führt(Leitungsorgan: Vorstand) und das andere die Geschäftsführungüberwacht (Aufsichtsorgan: Aufsichtsrat). Das dualistischeSystem der DVB gestaltet sich wie folgt: Vorstand – das Leitungsorgan der DVBDer Vorstand der DVB Bank SE besteht laut § 7 der Satzung ausmindestens zwei Mitgliedern, die vom Aufsichtsrat auf höchstensfünf Jahre bestellt werden. Dem Vorstand gehören aktuell dreiMitglieder an.Für das Vorstandsamt wählt der Aufsichtsrat die für dasGeschäftsmodell der DVB am besten qualifizierten Kandidatenaus. Die spezielle Expertise im Transport Finance-Bereich spieltdabei die entscheidende Rolle, während Kriterien wie Geschlechtoder Nationalität nicht relevant sind (Ziffer 5.1.2 Abs.1 S. 2 DCGK).Vorstandsmitglieder können jeweils für höchstens fünf Jahrewiederbestellt werden. Die Amtszeit eines Vorstandsmitgliedsendet jedoch grundsätzlich mit dem Erreichen des 65. Lebens-jahres.Vorstand und Aufsichtsrat der DVB Bank SE berichtenin der folgenden Erklärung gemäß Ziffer 3.10 desDeutschen Corporate Governance Kodex (DCGK) sowiegemäß § 289a Abs. 1 HGB über die Unternehmens­führung der Bank.Die DVB ist weltweit als führender Spezialist im internationalenTransport Finance tätig und als börsennotiertes Unternehmenzur Beachtung der Vorgaben des DCGK verpflichtet. Vorstandund Aufsichtsrat orientieren sich daher an den Kodex-Vorgaben,um unternehmerische Entscheidungen für unsere Aktionäre,Geschäftspartner, Mitarbeiter und die Öffentlichkeit transparentzu machen. Beide Organe prüfen jährlich die von der Regierungs-kommission Deutscher Corporate Governance Kodex überarbei-teten Empfehlungen und ihre Umsetzung in der DVB.Vier wesentliche Parameter bestimmen die Corporate Governanceder DVB:• verantwortungsvolle, effektive Unternehmensführung und-kontrolle durch Vorstand und Aufsichtsrat,• Wahrung der Interessen von Stakeholdern (Aktionären,Investoren, Kunden, Geschäftspartnern und Mitarbeitern),• regelmäßige Rechnungslegung und unabhängige Abschluss-prüfung sowie• transparente Kommunikation.Dualistisches System Vorstand  Leitungsorgan  Unternehmensstrategie und -leitung  Controlling  Risikomanagement  Compliance  Aufstellung von Jahres- und Konzernabschlüssen und Lageberichten  Mindestens zwei Mitglieder berichtet an  entlastet  enge Zusammenarbeit zum Wohle des Unternehmens  berichtet an   berät, genehmigt, überwacht, bestellt, entlässt Aufsichtsrat  Aufsichtsorgan  Prüfung, Feststellung bzw. Billigung der Abschlüsse und Vorlagen  Mitglieder: sechs Aktionärsvertreter, drei Arbeitnehmervertreter  Kreditausschuss Präsidialausschuss  Vier ordentliche Sitzungen pro Jahr berichtet an  entlastet  Hauptversammlung  Jede Aktie gewährt eine Stimme.  Entscheidet unter anderem über Gewinnverwendung, Satzungsänderungen und zustimmungsbedürftige Geschäfte  Wählt Aktionärsvertreter im Aufsichtsrat und Abschlussprüfer
  • 23. Corporate Governance-Bericht 2012 19DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDer Vorstand leitet das Unternehmen eigenverantwortlichim besten Interesse des Unternehmens und zur dauerhaftenSteigerung des Unternehmenswerts. Dabei berücksichtigt derVorstand die Interessen von Aktionären, Investoren, Kundenund Geschäftspartnern sowie die Belange der Mitarbeiter. DasGeschäftsmodell der DVB und die strategische Positionierungder Bank in den relevanten globalen Verkehrsmärkten werdenvom Vorstand in Abstimmung mit dem Aufsichtsrat festgelegtund weiterentwickelt. Darüber hinaus stellen die Vorstandsmit-glieder sicher, dass die Unternehmenssteuerung im Rahmen dergesetzlichen Vorgaben, der Satzung und der Geschäftsordnungenerfolgt. Außerdem führt der Vorstand sowohl die Muttergesell-schaft DVB Bank SE als auch den DVB Bank Konzern mit effektivenInstrumentarien der Unternehmensführung. Diese umfasseninsbesondere das Controlling, das Risikomanagement und dasCompliance.Interessenkonflikte der Vorstandsmitglieder gemäß Ziffer 4.3DCGK lagen im Geschäftsjahr 2012 nicht vor.Weitere Informationen zur personellen Zusammensetzung desVorstands und zur Geschäftsverteilung finden Sie auf Seite 11dieses Geschäftsberichts.Aufsichtsrat – das Aufsichtsorgan der DVBDer Aufsichtsrat der DVB Bank SE besteht gemäß § 11 Abs. 1 derSatzung aus insgesamt neun Mitgliedern (sechs Anteilseigner-vertreter und drei Arbeitnehmervertreter). Die Amtszeit derderzeitigen Aufsichtsratsmitglieder endet gemäß § 11 Abs. 2 derSatzung mit der Hauptversammlung, die über die Entlastung fürdas vierte Geschäftsjahr nach Beginn der Amtszeit beschließt.Dies ist die Ordentliche Hauptversammlung des Jahres 2014.Wiederbestellungen sind zulässig.Bei der Wahl eines Aufsichtsratsmitglieds ist grundsätzlichsicherzustellen, dass der Kandidat während der Amtszeit das68. Lebensjahr nicht erreichen wird. In besonderen Fällen kanndiese Grenze um zwei Jahre überschritten werden. Vorstands-mitglieder können erst mit Ablauf von zwei Jahren nach dem Endeihrer Amtszeit im Vorstand in den Aufsichtsrat gewählt werden, essei denn sie werden von einem Aktionär zur Wahl vorgeschlagen,der mehr als 25 % der Stimmrechte der DVB Bank SE hält.Der Aufsichtsrat berät und überwacht den Vorstand fortwährendbei der Leitung des Unternehmens. Er wird in alle wesentlichenUnternehmensentscheidungen einbezogen. Nach § 18 der Satzungsind Geschäfte, die der Zustimmung des Aufsichtsrats bedürfen,unter anderem der Erwerb und die Veräußerung von Unternehmen,der Abschluss von Unternehmensverträgen und die Erschließungneuer oder die Aufgabe bestehender Geschäftssegmente, soweitdie Maßnahme für den DVB Bank Konzern von wesentlicherBedeutung ist. Zudem ist der Aufsichtsrat für die Bestellung undEntlassung von Vorstandsmitgliedern verantwortlich.Der Aufsichtsrat nimmt seine Geschäfte anhand der Geschäfts-ordnung des Aufsichtsrats wahr. Der Aufsichtsratsvorsitzendeführt das Gremium: Er legt die Tagesordnungspunkte für dieeinzelnen Aufsichtsratssitzungen fest, leitet die Sitzungen undunterzeichnet die Sitzungsprotokolle. Die Geschäftsordnung desAufsichtsrats regelt auch verschiedene Formen des Abstimmungs-verfahrens; aus diesen Möglichkeiten wählt der Aufsichtsrats-vorsitzende die im Einzelfall geeignete Abstimmungsform aus.Der Aufsichtsrat der DVB hat zwei Ausschüsse gebildet – denPräsidial- und den Kreditausschuss:• Der Präsidialausschuss besteht aus drei Aufsichtsratsmitglie-dern, zu denen der Aufsichtsratsvorsitzende, sein Stellvertreterund ein Arbeitnehmervertreter gehören. Seine Aufgaben sindin der Geschäftsordnung des Präsidialausschusses geregelt.Der Ausschuss bereitet den Abschluss, die Erweiterung undAuflösung von Verträgen mit Vorstandsmitgliedern sowie dieRegelungen zur jeweiligen Vergütung der Vorstandsmitgliederzur abschließenden Beschlussfassung im Aufsichtsrats­gremium vor.• Die vier Mitglieder des Kreditausschusses werden durchden Aufsichtsrat aus seiner Mitte gewählt und kommen min-destens viermal jährlich zusammen. Darüber hinaus agiertder Kreditausschuss auch durch Umlaufbeschlüsse sowieUmlaufabstimmungen und kommuniziert anlassbedingt überTelefonkonferenzen. Der Aufsichtsrat hat dem Kreditausschussim Rahmen einer Geschäftsordnung verschiedene Aufgaben-bereiche zur Entscheidung im Namen des Aufsichtsratsübertragen. So befasst sich dieser unter anderem mit allenvorlagepflichtigen Engagements des DVB Bank Konzerns, mitallen größeren oder mit erhöhten Risiken behafteten Kreditenund erteilt erforderlichenfalls seine Zustimmung. Darüberhinaus stimmt der Vorstand die Richtlinien der Kreditvergabemit dem Ausschuss ab, informiert die Ausschussmitgliederregelmäßig über problem- und risikobehaftete Engagementsund hält sie über besondere Vorkommnisse im Kreditgeschäftauf dem Laufenden.
  • 24. Corporate Governance-Bericht 201220DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die Geschäftsordnung des Aufsichtsrats sieht darüber hinauseine Effizienzprüfung vor, anhand derer die Mitglieder des Auf-sichtsrats ihre Aufsichtsratstätigkeit regelmäßig kritisch evalu-ieren.Der Aufsichtsrat hat keinen Prüfungsausschuss eingerichtet.Ein unabhängiges Mitglied des Aufsichtsrats verfügt aber überbesondere Kenntnisse und Erfahrungen auf dem Gebiet derRechnungslegung und Abschlussprüfung.Der Aufsichtsrat bildet darüber hinaus auch keinen Nominierungs-ausschuss. Die Kandidatenauswahl findet vielmehr in einemdifferenzierten, mehrstufigen Abstimmungsprozess zwischenVorstand, Aufsichtsratsvorsitzendem und Aufsichtsratsgremiumstatt. So werden jene Persönlichkeiten identifiziert, die überdie nötige Transport Finance-Expertise verfügen und die in derSatzung verankerten persönlichen Voraussetzungen erfüllen.Kriterien wie Geschlecht oder Nationalität sind dafür nicht vonBedeutung. Die so generierten Wahlvorschläge adressiert derAufsichtsrat an die Hauptversammlung. Künftige Wahlen zumAufsichtsrat werden gemäß Ziffer 5.4.3 des DCGK als Einzelwahldurchgeführt. Die persönlichen und geschäftlichen Beziehungeneines jeden Kandidaten zur DVB, ihrer Organe oder einem wesent-lich an der DVB beteiligten Aktionär sowie Kandidatenvorschlägefür den Vorsitz des Aufsichtsrates werden den Aktionären imRahmen der Wahlvorschläge an die Hauptversammlung künftigbekannt gegeben.Die Kommunikation zwischen Leitungs- und Aufsichtsorgangestaltet sich in den Grundzügen wie folgt: Der Vorstandsvorsit-zende informiert den Vorsitzenden des Aufsichtsrats zwischenden einzelnen Aufsichtsratssitzungen regelmäßig, zeitnah undaktuell über die Strategie, die Planung und die Geschäftslageder Bank, über das Risikomanagement, die Risikolage und dasCompliance der Bank sowie über anstehende wichtige Entschei-dungen und über besondere Einzelthemen. Das Aufsichtsrats-gremium wird in den Sitzungen regelmäßig und umfassend überdie Entwicklung der strategischen Parameter der DVB-Geschäfts-strategie, über die daraus resultierenden Anpassungen der künf-tigen Geschäftspolitik sowie über die Unternehmensführung und-planung inklusive der Ertrags-, Finanz-, Vermögens- und Personal-planung unterrichtet.Weitere Informationen entnehmen Sie bitte dem Bericht desAufsichtsrats auf den Seiten 12 – 16 dieses Berichts. Hierwerden auch seine Arbeitsweise und die 2012 im Aufsichtsratbearbeiteten Themenschwerpunkte sowie die Kommunika-tions- und Abstimmungsprozesse zwischen Vorstand undAufsichtsrat detailliert beschrieben. Seite 17 dieses Berichtszeigt die aktuelle personelle Besetzung des Aufsichtsratsund seiner Ausschüsse.
  • 25. Corporate Governance-Bericht 2012 21DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussVergütung von Vorstand und AufsichtsratDie Grundzüge der Vergütungssysteme und die Vergütungensowie der Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat sind aufden Seiten 125 – 128 als Vergütungsbericht in den Konzernlage­bericht integriert. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com> Investor Relations > Corporate Governance haben wirallgemeine Erläuterungen zum Kodex und seiner Umsetzung in derDVB Bank SE bereitgestellt. Hier finden Sie auch den vollständigenCorporate Governance-Bericht gemäß 3.10 DGCK/Erklärung zur Unter-nehmensführung gemäß § 289a HGB, der den detaillierten Berichtzur Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat (gemäß 4.2.5 DCGKbzw. 5.4.6 DCGK) enthält.Insgesamt wurden für die Vergütung des Vorstands, der früherenVorstandsmitglieder und des Aufsichtsrats 2,8 Mio € (Vorjahr:3,5 Mio €) aufgewendet. Diese verteilen sich wie folgt: Hauptversammlung –Wahrung von AktionärsinteressenDie Aktionäre der DVB nehmen im Rahmen der gesetzlich undsatzungsmäßig vorgesehenen Möglichkeiten ihre Rechte voroder während der Hauptversammlung wahr. In den ersten sechsMonaten nach Ablauf eines Geschäftsjahres findet die Ordent­liche Hauptversammlung der DVB Bank SE statt (§ 21 der Sat-zung). Zum regelmäßigen Pflichtenkatalog der Aktionäre gehören:die Entgegennahme des vom Aufsichtsrat festgestellten Jahres-abschlusses und des gebilligten Konzernabschlusses, Beschlüsseüber die Verwendung des Bilanzgewinns und über die Entlastungder Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sowie die Wahl derAnteilseignervertreter in den Aufsichtsrat und die Bestellungdes Abschlussprüfers.Die Einladung zur Hauptversammlung der DVB Bank SE wird samtTagesordnung im Bundesanzeiger veröffentlicht und weiterhinüber die depotführenden Banken an unsere Aktionäre versendet.Darüber hinaus ist diese Einberufungsbekanntmachung samtTagesordnung ab dem Einberufungszeitpunkt auf unserer Internet-seite leicht zugänglich abrufbar. Zum schnellen Themenüberblickbieten wir dort auch eine Kurzfassung der Tagesordnung an. www.dvbbank.com > Investor Relations> HauptversammlungWeiter enthält die Internetseite „Angaben zu den Rechten derAktionäre“ gemäß §§ 122 Abs. 2, 126 Abs. 1, 127 und 131 Abs. 1Aktiengesetz (AktG). Als Service bietet die Bank ihren Aktionärenan, einen von der DVB benannten weisungsgebundenen Stimm-rechtsvertreter mit der Wahrnehmung ihrer Rechte auf der Haupt-versammlung zu bevollmächtigen. Gemäß § 134 Abs. 3 S. 4 AktGbieten wir hierzu ein Vollmachtsformular zur elektronischenÜbermittlung des Nachweises einer Bevollmächtigung per Telefaxund E-Mail an.Eine Briefwahl sieht unsere Satzung derzeit nicht vor.Weitere Informationen zu den Themen der OrdentlichenHauptversammlung 2012 entnehmen Sie bitte dem Kapitel„Aktienmärkte und DVB-Aktie“ auf der Seite 38 diesesGeschäftsberichts. Vorstand 76,9 % davon: 54,2 % Fixer Gehaltsbestandteil 22,7 % Variabler Gehaltsbestandteil Frühere Vorstandsmitglieder und ihre Hinterbliebenen 13,3 % Aufsichtsrat 9,8 %Vergütung von Vorstand und Aufsichtsrat 2012
  • 26. Corporate Governance-Bericht 201222DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Transparente KommunikationNeben den Geschäftsberichten publizieren wir regelmäßigaktionärs- und öffentlichkeitsrelevante Informationen:• 2012 veröffentlichten wir zwei Ad-hoc-Mitteilungen: am8. März 2012 zum vorläufigen, noch untestierten Konzern­abschluss 2011 und am 3. April 2012 zur Veräußerung einerBeteiligung an der TES Holdings Ltd.• 2012 veröffentlichten wir keine Directors’ Dealings. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com unter> Investor Relations > Veröffentlichungen> Directors’ Dealings verweisen wir per Link auf das Presseportalunseres Dienstleisters news aktuell, wo die Directors’ Dealings dervergangenen Jahre detailliert einsehbar sind.• Als börsennotiertes Unternehmen ist die DVB zur Abgabe einerjährlichen Entsprechenserklärung verpflichtet. Mit dieserstellen unser Vorstand und Aufsichtsrat dar, inwiefern sie denEmpfehlungen des DCGK Folge leisten und mögliche Abwei-chungen begründen. Die elfte Entsprechenserklärung wurdeam 7. Dezember 2012 veröffentlicht. Sie gilt für den Zeitraum2012/2013 und ist auf der Internetseite einsehbar. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com unter> Investor Relations > Corporate Governance> Entsprechenserklärungen stehen alle Entsprechenserklärungen seit2002 zum Download zur Verfügung.• Im Jährlichen Dokument (§ 10 Wertpapierprospektgesetz –WpPG) fassten wir alle aktionärsrelevanten Veröffentlichungendes Geschäftsjahres 2011 zusammen und veröffentlichtendieses am 8. März 2012 auf unserer Internetseite.Regelmäßige Rechnungslegungund unabhängige AbschlussprüfungIn Finanzberichten informieren wir unsere Aktionäre und dieÖffentlichkeit regelmäßig über die Vermögens-, Finanz- undErtragslage der DVB. Wir veröffentlichen jeweils zwei Jahres-berichte für ein abgeschlossenes Geschäftsjahr: Der Geschäfts-bericht der DVB Bank SE enthält den HGB-basierten Jahres­abschluss und der Geschäftsbericht des DVB Bank Konzernsbeinhaltet den nach IFRS aufgestellten Konzernabschluss. BeideAbschlüsse werden vom Vorstand aufgestellt. Sie durchlaufendie eingehende Prüfung durch den von der Hauptversammlungbestellten, unabhängigen Abschlussprüfer und werden anschlie-ßend vom Aufsichtsrat festgestellt (Jahresabschluss) bzw.gebilligt (Konzernabschluss).Während wir den SE-Bericht nur in deutscher Sprache auf unsererInternetseite veröffentlichen, wird der Konzernbericht sowohlin Deutsch als auch in Englisch zum Download auf der Websiteangeboten. Außerdem veröffentlichen wir den Konzernberichtseit 2011 in beiden Sprachen als leserfreundlich und interaktivgestalteten HTML-Geschäftsbericht. Dieser Bericht ist über unsere Internetseitewww.dvbbank.com unter > Investor Relations> Veröffentlichungen > Finanzberichte > Geschäftsbericht des DVB BankKonzerns oder direkt über www.dvbbank-geschaeftsbericht.comvoraussichtlich ab Ende April 2013 zu erreichen.Unterjährig veröffentlichen wir zudem einen Halbjahresfinanz­bericht inklusive des verkürzten Konzernabschlusses sowieZwischenmitteilungen der Geschäftsführung im ersten und imzweiten Halbjahr mit dem Drei- bzw. Neunmonatsergebnis. Auchdiese drei Finanzberichte werden nach IFRS erstellt.Am 13. Juni 2012 wurde Ernst & Young GmbH Wirtschafts­prüfungsgesellschaft, Stuttgart, von der Hauptversammlungzum Abschlussprüfer für das Geschäftsjahr 2012 bestellt. DerPrüfungsauftrag erstreckt sich zum einen auf den von der DVBaufgestellten SE- und Konzernabschluss 2012. Zum anderen wurdeErnst & Young für die etwaige prüferische Durchsicht des ver-kürzten Abschlusses und Zwischenlageberichts zum 30. Juni 2012und der Konzernzwischenabschlüsse, die vor der Ordent­lichenHauptversammlung 2013 aufgestellt werden, beauftragt.
  • 27. Corporate Governance-Bericht 2012 23DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT Konzernabschluss• Um die zeitnahe, gleichzeitige und umfassende Informationvon Aktionären und Öffentlichkeit sicherzustellen, nutzen wirdarüber hinaus das Internet für alle unternehmensrelevantenVeröffentlichungen. Die Webseite ist eine viel genutzteAnlaufstelle für interessierte Finanzmarktteilnehmer.• Darüber hinaus bieten wir mit dem Investor Relations-News-letter „Performance“ seit 2008 einen zusätzlichen Informa-tionsservice an, der proaktiv und zielgruppenspezifisch überdie Entwicklung der DVB und unserer Geschäftsbereicheberichtet.• Nach eingehender Recherche begannen wir Anfang 2012 mitSocial-Media-Aktivitäten und öffneten Kommunikationskanälebei Twitter (Kurznachrichten), YouTube (Videos), Slideshare(Präsentationen und Berichte) und Flickr (Fotographie), umunseren Stakeholdern die Kommunikations­produkte der DVBsehr gezielt auch auf diesen modernen Plattformen näher­zubringen und die interaktive Kommunikation mit der Bankanzuregen. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com unter> Investor Relations > Medien > Social Media haben wirunsere entsprechenden Aktivitäten übersichtlich gebündelt.• Im Rahmen von regelmäßigen und anlassbedingten Veranstal-tungen pflegen wir kontinuierlich einen direkten und intensivenAustausch mit unseren Aktionären, Rating- und Bankanalystensowie Wirtschaftsjournalisten (Hauptversammlung, Bilanz-presse- und Analystenkonferenzen, Rating-follow-up-Gespräche, Roadshows und One-on-one-Gespräche).• Für eine ereignisnahe Information aller Interessenten stellenwir die geplanten Termine aller wesentlichen wiederkeh­renden Ereignisse und Veröffentlichungen im Finanzkalenderzusammen. Er wird mit ausreichend zeitlichem Vorlauf veröf-fentlicht und auf den Investor Relations-Webseiten dauerhaftzur Verfügung gestellt.Instrumente der UnternehmensführungIntegrale Bestandteile der Unternehmensführung sind dasControlling, das Risikomanagement und das Compliance.ControllingDem Vorstand steht ein umfangreiches Controlling-Instrumen-tarium für seine wertorientierte und integrierte Gesamtbank-steuerung zur Verfügung, was in diesem Zusammenhang diegleichzeitige Berücksichtigung von Ertrags- und Risikodimensionenbedeutet. Dabei geht es in ex-ante-Betrachtungen darum, vorteil-hafte von unvorteilhaften Optionen zu trennen. Im Mittelpunktsteht in diesem Zusammenhang die transparente und konsistenteGestaltung von Zielsystemen, Alternativen und Prognosen.Ex-post-Analysen werden dagegen im Rahmen eines systema-tischen Planungs-, Steuerungs- und Kontrollzyklus durchgeführt.Hier werden konkrete Maßnahmen und Steuerungsmöglichkeitenaufgezeigt, die auf die Besonderheiten der jeweiligen Steuerungs-bereiche zugeschnitten sind.Die aus der risikoadjustierten Profitabilität gewonnenen Erkennt-nisse schaffen Transparenz hinsichtlich der im Konzern und inden Steuerungseinheiten erzielten Wertschöpfung. Die interneMessung der einzelnen Steuerungseinheiten wird anhand desEconomic Value Added (EVA) und des Return on Risk-AdjustedCapital (RORAC) vorgenommen. EVA und RORAC messen diePerformance des eingesetzten Risikokapitals. Die Ergebnisseder risikoadjustierten Profitabilität sind für die interne Allokationvon Kapital und Ressourcen entscheidend.Alle Bereiche der DVB sind in das einheitliche System der wert-orientierten Steuerung einbezogen. Die Risikodimension kommtneben der Ertragsdimension in allen ex-ante- und ex-post-Analysen zum Tragen.
  • 28. Corporate Governance-Bericht 201224DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Im Risikomanagement im engeren Sinn unterscheidet die DVBzwischen operativem und strategischem Risikomanagement.Unter operativem Risikomanagement verstehen wir die Umset-zung der vom Vorstand vorgegebenen Risikostrategie durchdie verschiedenen Geschäftsbereiche. Das strategische Risiko-management gibt nicht nur die risikopolitischen Leitlinien vor,sondern koordiniert und unterstützt auch den operativen Risiko-steuerungsprozess durch übergeordnete Komitees.Das vom Risikomanagement im engeren Sinn unabhängige Risiko-controlling identifiziert, quantifiziert, limitiert und überwachtdie Risiken sowie die Risikoberichterstattung. Mit unseremdifferenzierten und ausgefeilten DVB Group Risk Report berichtenwir dem Gesamtvorstand und dem Aufsichtsrat quartalsweiseüber Konzernrisiken. Darüber hinaus hat die DVB für alle rele-vanten Risikoarten Berichtssysteme installiert, die sicherstellen,dass alle Kompetenzträger jederzeit transparente Informationenüber die von ihnen verantworteten Risiken erhalten.Weitere Einzelheiten zum Risikomanagement sind im Chancen-und Risikobericht auf den Seiten 132 – 154 dieses Geschäfts­berichts dargestellt.ComplianceDie DVB versteht unter Compliance die Einhaltung von Recht,Gesetz und Satzung, aber auch die Einhaltung des internenRegelwerks sowie der freiwillig eingegangenen Selbstverpflich-tungen. Der Vorstand hat Compliance beauftragt, die Einhaltungaufsichtsrechtlicher Vorschriften konzernweit sicherzustellen.Der Verantwortungsbereich von Compliance umfasst daher ins-besondere die Bekämpfung von Geldwäsche, Marktmissbrauch/Marktmanipulation und Korruption, den Datenschutz, dieBehandlung von Interessenkonflikten sowie die Einhaltung derRichtlinie über Märkte für Finanzinstrumente. Die LeiterinCompliance legt dem Vorstand und dem Aufsichtsrat gemäߧ 33 Abs. 1 S. 2 Nr. 5 WpHG zumindest einmal jährlich einenCompliance-Bericht vor, der den gesetzlichen Anforderungender §§ 31 ff. WpHG und der MaComp (Mindestanforderungenan Compliance und die weiteren Verhaltens-, Organisations-und Transparenzpflichten nach §§ 31 ff. WpHG) Genüge tut.Zusammengefasst steht für den Konzern die Erreichung vondefinierten Ertrags- und Kostenzielen bei Aufrechterhaltung derRisikotragfähigkeit und Erfüllung aufsichtsrechtlicher Anforde-rungen im Mittelpunkt. Das standardisierte Instrumentariumumfasst neben der strategischen Planung und der detailliertenEinjahresplanung auch unterjährig regelmäßig durchgeführteHochrechnungen auf das Jahresergebnis. Das periodischeManagement-Informationssystem basiert auf einem integriertenData-Warehouse. Hinzu kommen fallbezogene Studien undAnalysen.Die Instrumente der DVB sind auch in die Messung der risiko­adjustierten Profitabilität im übergeordneten System „IntegrierteRisiko- und Kapitalsteuerung im DZ BANK-Konzern“ eingebunden.RisikomanagementDer Vorstand der Bank hat ein angemessenes und funktions­fähiges Risikomanagementsystem eingerichtet, das den internenbetriebswirtschaftlichen Anforderungen gerecht wird und diegesetzlichen Anforderungen erfüllt. Aufgrund der implemen-tierten Methoden, Modelle, organisatorischen Regelungen undIT-Systeme ist die DVB in der Lage, wesentliche Risiken frühzeitigzu erkennen und angemessene Steuerungsmaßnahmen zuergreifen. Die Angemessenheit und Funktionsfähigkeit desRisikomanagementsystems wird regelmäßig intern und externüberprüft.Das konzernweite Risikomanagementsystem der DVB folgt dengesetzlich und aufsichtsrechtlich kodifizierten Anforderungenund umfasst entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmen zurRisikostrategie, Risikotragfähigkeit, Risikosteuerung und Risiko-überwachung sowie ein mehrstufiges Risikofrüherkennungs­system. Neben der Aufbau- und Ablauforganisation betreffendiese Maßnahmen auch die Prozesse zur Identifizierung, Beur-teilung, Steuerung, Überwachung sowie Kommunikation derRisiken.
  • 29. Corporate Governance-Bericht 2012 25DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussNachhaltiges wirtschaftliches und soziales Verhalten – das istein wesentliches Element der Unternehmenskultur der DVB. Umein professionelles, einheitliches und vorbildliches Verhalten zugewährleisten, hat der Vorstand Anfang 2010 einen Verhaltens-kodex entwickelt, der ebenso gegenüber den Kunden undGeschäftspartnern wie gegenüber allen Kollegen innerhalb derDVB gilt.Der Verhaltenskodex beschreibt mit vier zentralen Werten dasLeitbild der DVB:• Wir bieten unseren Kunden in allen Marktzyklen professio-nelle Expertise zu Transportmärkten und Verkehrsmitteln an.• Wir stehen unseren Kunden weltweit mit maßgeschneidertenFinanzierungen und Servicedienstleistungen zur Verfügung.Unsere Produkte tragen allen relevanten rechtlichen undethischen Maßstäben Rechnung.• Wir denken und handeln mit unternehmerischer Weitsichtund Kraft.• Wir schaffen in der DVB für alle Mitarbeiter ein Arbeitsumfeld,in dem Expertise, Kreativität, Engagement, Teamarbeit undVielfalt gefördert werden.Der Verhaltenskodex soll dabei helfen, ethische und rechtlicheHerausforderungen bei der täglichen Arbeit zu bewältigen undOrientierung in Konfliktsituationen zu geben. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com unter> Investor Relations > Compliance veröffentlichen wirunter anderem den Verhaltenskodex der DVB.An jedem Standort der Bank wurden Compliance-Mitarbeiterernannt, die direkt der Leiterin Compliance unterstellt sind.Soweit möglich, wurden maschinelle Überwachungssysteme ins-talliert, die potenzielle Verstöße automatisch an die FrankfurterCompliance-Zentrale melden. Darüber hinaus müssen die lokalenCompliance-Beauftragten potenzielle Verstöße gegen interneRichtlinien und Vorgehensweisen bzw. externe Regelwerkemelden.Alle Mitarbeiter nehmen regelmäßig an Weiterbildungsmaßnah-men zu Compliance-Themen teil. In Zusammenarbeit mit einemexternen Dienstleister führen wir webbasierte Trainings durch.Pflichtschulungen fanden zu den Themenkreisen Geld­wäsche­bekämpfung, operationelle Risiken, Datenschutz und Datensicher-heit, Interessenkonflikte und Verhaltenskodex statt. Darüberhinaus führen wir regionale Folgeschulungen zur Geldwäsche­bekämpfung und Anti-Korruption als Gruppenveranstaltungendurch. In diesen setzen wir einen entsprechenden Schulungsfilmein, informieren über spezielle regionale Anforderungen undgeben Gelegenheit zur Diskussion über diese Lerninhalte.
  • 30. 26DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und Nachhaltigkeit2012 hat die DVB erneut mit ihrem fokussiertenGeschäftsmodell sehr gute Ergebnisse im schwierigenFahrwasser der internationalen Verkehrsmärkte erzielt.Die in allen Marktsituationen fortlaufende Kernaufgabeunserer Mitarbeiter ist es, unser Geschäftsmodell nach-haltig zu sichern und weiter auszubauen.Geschäftsmodell nachhaltig sichernDie DVB hat sich eine hohe Reputation als spezialisierter Nischen­anbieter für Beratungen und Finanzierungen im internationalenVerkehrsfinanzierungsgeschäft erworben. Wir nehmen unsereVerantwortung für die Pflege und Weiterentwicklung unseresguten Namens und der DVB-Firmenmarke sehr ernst. Unsereinzigartiges Geschäftsmodell wird sich in den zyklischenVerkehrsmärkten dann weiter erfolgreich entwickeln, wenn esauch künftig gelingt, das Vertrauen unserer Kunden, Investorenund Mitarbeiter in die DVB nachhaltig zu sichern. Eine angemes-sene Managementstruktur ist etabliert und unsere Management-teams verfügen über langjährige Expertise in den globalenTransport- oder Finanzmärkten.Um unser fokussiertes Geschäftsmodell in zyklischen und teil-weise auch unbeständigen Märkten beständig erfolgreich umzu-setzen, ist es wichtig, proaktiv alle Risiken zu identifizieren, denenwir ausgesetzt sind. Durch sehr differenzierte Instrumente wieControlling, Risikomanagement und Compliance stellen wir sicher,dass alle gesetzlichen, regulatorischen und satzungsmäßigenVorschriften eingehalten werden. Unser Compliance verantwortetdabei die Bekämpfung von Geldwäsche, Marktmissbrauch/Markt­manipulation, die Sicherstellung des Datenschutzes, die Behand-lung von Interessenkonflikten und die Einhaltung der Richtlinieüber Märkte der Finanzinstrumente. Alle Mitarbeiterinnen undMitarbeiter werden regelmäßig in Compliance-Fragestellungentrainiert, sodass alle definierten Verantwortlichkeiten und alleAnforderungen bekannt sind und bewusst bleiben.Die Förderung eines fairen und transparenten Wettbewerbs – dasist ein wesentlicher Bestandteil unserer Geschäftsphilosophie,der durch klare und strenge Compliance-Richtlinien untermauertwird:• Regeln zur Förderung eines fairen Wettbewerbs(Conflict of Interest Policy)• Regeln gegen Korruption(Anti-Corruption and Bribery)• Regelungen bezüglich der Annahme von Geschenken undGefälligkeiten (Gifts and Gratuities)• Verfahren zur Meldung etwaiger Unregelmäßigkeiten(Whistleblowing)Der Vorstand hat im Frühjahr 2010 einen Verhaltenskodex imple-mentiert, um das Verständnis und Bewusstsein der Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter sowohl für regelkonformes als auch fürethisch einwandfreies Verhalten zu sichern und zu vertiefen.Wir sind stolz auf unser erfahrenes und effektiv arbeitendes Team,das in der Lage ist, die Selbstverpflichtung zu vorbildlichem Ver-halten gegenüber Kunden und Investoren auch zu leben. Der Verhaltenskodex kann auf unserer Websitewww.dvbbank.com unter Investor Relations > Complianceeingesehen werden.
  • 31. 27UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitDie DVB verfolgt ein zyklusneutrales Geschäftsmodell und erweistsich für die Kunden als verlässlicher Partner mit Finanzierungs-und Beratungsleistungen – auch in einem anhaltend schwierigenMarktumfeld. Dies stärkt die Vertrauensbasis und entwickeltdie Intensität unserer Kundenbeziehungen langfristig weiter.So begleiten wir unsere Kunden im Transport Finance und imInvestment Management langfristig bei ihren Finanzierungs­projekten. Zum 31. Dezember 2012 standen wir 75,2 % unsererKunden seit über fünf Jahren mit unserer Dienstleistungspalettezur Verfügung (Vorjahr: 75,3 %). Die Kundenbeziehungen bestehenin den Geschäftsbereichen Transport Finance und InvestmentManagement insgesamt• zu 3,1 % seit weniger als einem Jahr,• zu 8,1 % zwischen einem und drei Jahren,• zu 13,6 % zwischen drei und fünf Jahren,• zu 42,2 % zwischen fünf und zehn Jahren,• zu 20,8 % zwischen zehn und 15 Jahren und• zu 12,2 % seit 15 Jahren und länger.Die Dauer der Kundenbeziehungen gestaltet sich in den einzelnenGeschäftsbereichen durchaus unterschiedlich, wobei daraufhinzuweisen ist, dass die Geschäftstätigkeit von InvestmentManagement erst im Jahr 2001 begann. Diversity-Management in der DVBDas Geschäftsmodell der DVB ist in allen Aspekten internationalausgelegt:• Wir sind an den wesentlichen Verkehrsknotenpunkten inter-national mit 12 Standorten vertreten: an unserem Firmensitz inFrankfurt am Main, in Europa mit weiteren sieben Standorten(Athen, Bergen, Hamburg, London, Oslo, Rotterdam undZürich), in Nord- und Südamerika (New York und Curaçao)und in Asien (Singapur und Tokio).• Unsere Kundenstruktur ist international.• Unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gehören unter-schiedlichen Kulturkreisen und vielen verschiedenen Staats-angehörigkeiten an.Kundenstruktur und nachhaltige KundenbindungEnde 2012 hatte die DVB weltweit 624 Kunden/Kundengruppen(Vorjahr: 633). Die meisten unserer Kunden domizilieren inEuropa (48,2%), in Asien (19,2 %) und in Nordamerika (18,9 %).Sie verteilen sich auf Shipping Finance mit 52,2 %, AviationFinance mit 26,4 %, Land Transport Finance mit 8,0 %, ITFSuisse mit 6,5 % und Investment Management mit 2,7 %.%60504030201002,8 3,6 1,6 5,4Weniger als 1 Jahr14,76,96,0 5,91 bis 3 Jahre15,513,4 15,06,93 bis 5 Jahre53,144,736,233,75 bis 10 Jahre23,5 20,816,912,310 bis 15 Jahre23,013,1 15,49,515 Jahre und längerShipping Finance Aviation Finance Land Transport Finance Investment ManagementDauer der Kundenbindung in den Geschäftsbereichen
  • 32. 28DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitPersonalarbeit – proaktiv und nachhaltig2012 konnten wir uns angesichts eines weitgehend stabilenPersonalbestandes auf die Integration der 50 Mitarbeiterkonzentrieren, die seit 2010 neu bei der DVB beschäftigt sind.Weiterer Schwerpunkt unserer Arbeit war die Unterstützungunserer Führungskräfte bei der Qualifizierung und Weiterent-wicklung ihrer Mitarbeiter.Entwicklung des Personalbestands 2012Verzeichneten wir 2011 noch eine signifikante Steigerung desPersonalbestandes um 40 Mitarbeiter oder 7,9 %, so stieg dieZahl der in einem aktiven Arbeitsverhältnis beschäftigtenMitarbeiter 2012 nur noch um zehn Mitarbeiter (+1,8 %) auf558 Personen. Nicht berücksichtigt wurden dabei jene neunMitarbeiter, die in einem ruhenden Arbeitsverhältnis beschäftigtsind, sich also in der Freiphase der Altersteilzeit, im Mutterschutzoder in der Elternzeit befanden. Der hier abgebildete Personal-bestand der Jahre 2008 bis 2012 enthält auch die Mitarbeiterunserer Tochtergesellschaft DVB LogPay GmbH, jedoch nichtmehr die Beschäftigten der TES Aviation Group.Die steigenden Mitarbeiterzahlen der letzten Jahre sind maßgeb-lich dem deutlich erhöhten Arbeitsaufwand aufgrund zunehmenderrechtlicher und regulatorischer Anforderungen geschuldet – dieserMehraufwand musste durch zusätzliches Personal aufgefangenwerden. Diese Tendenz setzte sich auch 2012 fort und schlugsich insbesondere in der Personalbemessung für die Produkt- undServicebereiche nieder, die mit 199 Mitarbeitern um 5,3 % höherlag als im Vorjahr (Jahresende 2011: 189 Mitarbeiter). Somit istder Anstieg des Personalbestandes im Jahre 2012 in vollemUmfang diesen Bereichen zuzurechnen. Wir hoffen, dass neueregulatorische und gesetzliche Anforderungen künftig nicht mehrzu einem derart signifikanten Anstieg der Personalbemessungführen wird. Ungeachtet der steigenden Beschäftigtenzahlen in den Service-bereichen, machen die Mitarbeiter der Produkt- und Service­bereichen weiterhin nur circa ein Drittel der Gesamtbelegschaftaus, was dem von uns auch langfristig angestrebten Verhältnisvon zwei Drittel Mitarbeiter in den Marktbereichen zu einemDrittel Mitarbeiter in den Produkt- und Servicebereichen ent-spricht. Personalbestand 2008 – 20127006005004003002001000145132008105052009550820107548201195582012Mitarbeiter in einem aktiven ArbeitsverhältnisMitarbeiter in einem ruhenden ArbeitsverhältnisAnzahl derMitarbeiterWeitere detaillierte statistische Informationen zu unserenMitarbeiterinnen und Mitarbeitern entnehmen Sie bitte demLageberichtskapitel „Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren“auf den Seiten 129 – 130 dieses Berichts. Transport Finance/Investment Management 305 (–1 Person) Produkt- und Servicebereiche 199 (+10 Personen) DVB LogPay 54 (+1 Person)Verteilung der 558 Mitarbeiter auf Geschäftsbereiche
  • 33. 29UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitEnde 2012 waren von den insgesamt 558 Mitarbeitern 348 männ-lichen und 210 weiblichen Geschlechts. Die Verteilung nach Alterund Geschlecht stellt sich wie folgt dar: „Diversity/Vielfalt“ als Aufgabedes PersonalmanagementsDiversity-Management ist in der DVB schon seit Langem gelebtePraxis. Dazu einige statistische Details: Die Mitarbeiterinnen undMitarbeiter der DVB besitzen insgesamt 40 verschiedene Staats-angehörigkeiten. Im Kerngeschäft Transport Finance gehörenunsere Mitarbeiter 31 verschiedenen Nationalitäten an. Staatsangehörigkeiten 2012Mitarbeiterin der DVBMitarbeiterim Transport Finance/Investment ManagementAnzahl % Anzahl %Deutsch 228 40,9 47 15,4Niederländisch 72 12,9 57 18,7Britisch 65 11,6 48 15,7Norwegisch 31 5,5 29 9,5US-amerikanisch 30 5,4 24 7,9Singapurisch 29 5,2 22 7,2Griechisch 20 3,6 16 5,333 weitere Nationalitäten in der DVB 83 14,9 – –24 weitere Nationalitäten im Transport Finance/Investment Management – – 62 20,3Insgesamt 558 100,0 305 100,0Anzahl derMitarbeiter140120100806040200512922Unter 30 Jahren85473830 – 34 Jahre110644635 – 39 Jahre110674340 – 44 Jahre83622145 – 49 Jahre53341950 – 54 Jahre66452155 Jahre und älterWeiblich Männlich InsgesamtAltersstruktur und Geschlechtsverteilung 2012
  • 34. 30DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitPersonalbeschaffungBei der Besetzung offener Stellen suchen wir in erster Linieerfahrene Spezialisten, sei es im Transport Finance oder inunseren Produkt- und Servicebereichen. Daher führen wir diePersonalsuche weitgehend mit Hilfe von Personalberatern durch.Positiv ist, dass wir im Transport Finance zunehmend Stellen aufEmpfehlung eigener Mitarbeiter oder auf Basis von Initiativ­bewerbungen besetzen können. Für unser Traineeprogrammbenötigen wir keinerlei Personalbeschaffungsmaßnahmen, da sichausreichend qualifizierte Kandidaten direkt bei uns bewerben.Die oben dargestellte Ausrichtung der DVB auf Vielfalt/Diversityspiegelt sich auch im Rahmen der Personalbeschaffung wider.Soweit im Rahmen der Personalauswahl möglich, zielen wirdarauf ab, an all unseren Standorten eine heterogene Personal-struktur im Hinblick auf Geschlecht, Alter und Nationalität zufördern.PersonalentwicklungDas Unternehmensumfeld der DVB bringt ständig neue undkomplexe Fragestellungen hervor, mit denen unsere Organisationumgehen muss. Die Personalentwicklung soll unsere Mitarbeiterund Vorgesetzen mit den Kompetenzen ausstatten, um dieseHerausforderungen bestmöglich bewältigen zu können.Das jährliche Mitarbeitergespräch ist eines unserer zentralenEntwicklungsinstrumente. Dieses bietet eine Plattform für einenoffenen Dialog zwischen dem Vorgesetzten und dem Mitarbei-ter über die Fähigkeiten, Kompetenzen und den Entwicklungsbe-darfs des Mitarbeiters. Group Human Resources stellt den Vorge-setzen hierzu einen bewusst schlank gehaltenen Gesprächsleit-faden zur Verfügung. Dieser Leitfaden fungiert als Orientie-rungshilfe zur Strukturierung des Gesprächs und bietet Raum fürdarüber hinaus gehende Themen. Im Leitfaden werden die Ent-wicklungsmaßnahmen des Mitarbeiters festgehalten und vondem Mitarbeiter und Vorgesetzen mit Unterstützung von GroupHuman Resources umgesetzt.Neben dem Mitarbeitergespräch gibt es den davon bewusstgetrennten Prozess zur Festsetzung der Bonuszahlung. Die Fest-legung basiert auf der Erreichung konkreter quantitativer und/oderqualitativer Ziele, die zuvor einvernehmlich in Zielvereinbarungenzwischen Vorgesetzen und Mitarbeiter fixiert werden.Eines der Kernthemen unserer aktuellen Personalentwicklungsind In-house-Trainings. Herausfordernd sind dabei folgendeEinflussfaktoren:• Unsere Mitarbeiter arbeiten auf mehreren Kontinenten inzum Teil sehr unterschiedlichen kulturellen Hintergründen.• Wir müssen neue Lerntechnologien evaluieren und• ein Konzept erstellen, das seinerseits in die Unternehmens­kultur und in die DVB-internen Prozesse integrierbar ist.Ein erster Schritt dieser Personalentwicklungsarbeit war dieDurchführung einer großen In-house-Presentation-Skills-Trainings-Initiative im Jahr 2012. In Zusammenarbeit mit einemspezialisierten britischen Trainingsanbieter wurden an mehrerenStandorten maßgeschneiderte Presentation-Skills-Trainingsdurchgeführt. Die Teilnehmer bewerteten die Trainings alsäußert effektiv und hoben die Praxisnähe und Umsetzbarkeithervor. Für 2013 sind bereits weitere Trainings angesetzt.Seit vielen Jahren führen wir erfolgreich unser Traineeprogrammdurch. Das circa 18-monatige Programm umfasst alle wesent­lichen Aspekte unseres Transport Finance-Geschäfts, dasRelationship Management ebenso wie die Kreditsachbearbeitung.Die Finanz- und Weltwirtschaftskrise erschwerte in den letztenJahren eine stabile und bestandskräftige Personalplanung, sodasswir nur wenige Trainees einstellten. Seit 2011 wird das Programmwieder mit neuen Trainees besetzt.Leadership und ManagementEin Charakteristikum der Bank, unsere Dynamik, spiegelt sichauch in unserem Verständnis von Führung wider. Von unserenFührungskräften werden schnelle und flexible Reaktionengefordert. Die flache Hierarchiestruktur der DVB macht es denEntscheidungsträgern möglich, auch komplexe Fragestellungenund Transaktionen zeitnah, präzise und zielgerichtet zu bearbeiten.
  • 35. 31UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitDas mehrtägige Training konzentriert sich auf folgende Kern­themen und Wege zu deren praktischen Umsetzung:• Feedback geben und erhalten• Talente entdecken und deren Entwicklung fördern• Coaching von Mitarbeitern• Eigene Entwicklung gestaltenWir werden die Nachhaltigkeit und den Praxistransfer diesesTrainings durch miteinander verwobene Maßnahmen fördern.So können die Führungskräfte beispielsweise auf die bereitsbeschriebene Tool Box zurückgreifen. Daneben planen wir dieAusweitung des Trainings auf die nächste Führungsebene.Das DVB Talent Management Programme ist ein wichtigerSchritt auf dem Weg zur Qualifizierung unserer Führungskräfte,bei der Entwicklung einer offenen Feedback-Kultur und bei derSchaffung eines gemeinsamen Führungsverständnisses.Demografie-ManagementIm Demografie-Management gilt es, langfristige Trends zuerkennen, Herausforderungen anzunehmen und konstruktiv zulösen. Ein langfristiger Trend, mit dem wir umgehen, ist diedemografische Entwicklung. Dieser gestaltet sich in allen Indus-trieländern, in denen die DVB vertreten ist, vergleichbar: DieBevölkerung und die Belegschaften werden durchschnittlichimmer älter. Ende 2012 waren 119 von 558 Mitarbeiterinnenund Mitarbeitern über 50 Jahre alt (21,3 % der Belegschaft) und159 Mitarbeiter sind bereits über 10 Jahre bei der DVB beschäftigt(28,5 % der Belegschaft).Angesichts der hohen Arbeitsbelastung und der ständig neuenHerausforderungen stellt sich die Frage, wie wir diese erfahrenenMitarbeiter langfristig motivieren und an die DVB binden können.Hier knüpft unserer In-house-Training-Konzept an, denn durchdie Schaffung und nachhaltige Einbindung vielfältiger Lern-möglichkeiten sichern wir uns die Einsatzfähigkeit und dasEngagement unserer Mitarbeiter.Work-Life-BalanceFlexibilität ist ein wesentlicher Baustein der Work-Life-Balance.Großen Wert legen wir daher in der DVB auf flexible Arbeits-zeit – auch ohne dass hierfür Regelungen angepasst werdenmüssten. So gibt es seit Jahren an allen Standorten der DVBeine sogenannte Vertrauensarbeitszeit. Diese flexible Arbeits-zeitregelung entspricht einer Gleitzeit ohne Kernarbeitszeit: DieMitarbeiterinnen und Mitarbeiter teilen sich ihre Arbeitszeit inAbsprache mit ihren Vorgesetzten selbstständig ein und beachtendabei die zwingend notwendigen Anwesenheitszeiten.Daneben stehen Führungskräfte und Vorstand im Rahmen unsererOpen-Door-Policy stets für Gespräche zur Verfügung, um interneTransparenz und einen offenen Austausch zu ermöglichen.Offenheit für neue Ideen und Aufgeschlossenheit, gegebenen-falls auch gegenüber konträren Ansichten – dies beschreibt aufallen Ebenen den Kern unseres Führungsverständnisses.In einer Organisation wie der DVB mit einer überschaubarenMitarbeiterzahl halten wir einen individuellen Ansatz mit weit-gehender Autonomie des Einzelnen für zielführender als eineTop-Down-Steuerung. Vor diesem Hintergrund sind Mitarbeiter-führung, -training und -entwicklung nicht zentral gesteuert,sondern liegen primär in der Verantwortung der Führungskräfte,wobei Group Human Resources unterstützend mitwirkt.Konkret bedeutet dies, dass wir derzeit für unsere Führungskräfteeine sogenannte Tool Box, entwickeln. Diese enthält Werkzeugezur Analyse von Entwicklungsbedarf, zur Strukturierung vonMitarbeitergesprächen, spezielle Trainingsvorschläge und einQualifizierungsprogramm für unsere Führungskräfte, welchessie befähigt, diese Werkzeuge einzusetzen: das DVB TalentManagement Programme.DVB Talent Management ProgrammeIm Jahr 2011 wurde ein Management Survey mit allen DVB-Mitarbeitern, die als Senior Vice President oder als ManagingDirector tätig waren, durchgeführt. Die Ergebnisse haben gezeigt,dass die beständige Weiterqualifizierung des Managements einwesentlicher Aspekt unserer Personalarbeit ist.So äußerten die Befragten den Wunsch nach einer proaktivenPersonalentwicklung und nach der Eröffnung von Entwicklungs-perspektiven, auch jenseits klassischer Karrieren. Dabei wollenwir die der einzelnen Führungskraft obliegende Verantwortungfür Mitarbeiterführung, -training und -entwicklung nicht zentra-lisieren, sondern die Führungskraft für die Führungsaufgabebesser ausstatten. Daher haben wir eine Schulung für Führungs-kräfte entwickelt, damit diese unsere Entwicklungsinstrumentezielgerecht einsetzen können. Diese Schulung wird Anfang 2013in Zusammenarbeit mit einer internationalen Business-Schoolfür unsere Führungskräfte unterhalb des Vorstands durchgeführt.Das Trainingskonzept wurde über mehrere Monate erarbeitet.Die Ergebnisse des Management Survey 2011 hat Group HumanResources mit dem Anbieter diskutiert und DVB-Führungskräftezur Unternehmenskultur, zu Talentmanagement und zur Entwick-lung von Führungskräften interviewt. Darüber hinaus leisteteauch der Betriebsrat Beiträge, die in das Design einflossen.
  • 36. 32DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Mitarbeiter und NachhaltigkeitZum Jahresende 2012 blieb der Anteil der Teilzeitbeschäftigtenan der Belegschaft der DVB nahezu konstant. Er betrug 9,5 %, oder44 Mitarbeiterinnen und neun Mitarbeiter. Dies verdeutlichtunsere positive Haltung gegenüber Teilzeitlösungen, die wir –wo immer möglich und sinnvoll – auch fördern. Neben diesemklassischen Weg einer Arbeitszeitreduzierung sind wir aberauch offen für individuelle Arbeitszeitregelungen, die es ermög-lichen, berufliche und private Anforderungen besser in Einklangzu bringen – und zwar nicht nur anlässlich von Mutterschaft undKindererziehung, sondern zum Beispiel auch bei kranken/pflege-bedürftigen Angehörigen.Ein weiterer Schritt zur Förderung der Work-Life-Balance in derDVB ist die Möglichkeit, bei besonderen Arbeitsanforderungenregelmäßig oder anlassbedingt kurzfristig von zu Hause aus zuarbeiten. Diese Form von Flexibilität ist für die DVB bedeutungs-voll.Gesundheitsschutz und Sicherheit am ArbeitsplatzDie Förderung der Gesundheit unserer Mitarbeiter am Arbeitsplatzist ein wichtiges Ziel. Wir haben ein Komitee für Gesundheits-schutz und Arbeitssicherheit (Committee for Occupational Healthand Safety) eingerichtet, zu dessen Aufgaben die Schaffung,Bewahrung und Weiterentwicklung sicherer und ergonomischerArbeitsplätze, die Erkennung von Gefährdungspotenzialen unddie Verhütung von Unfällen und arbeitsbedingten Gesundheits-beeinträchtigungen gehört. Mit einer modernen und technischhochwertigen Büroausstattung tragen wir zu einem angenehmenArbeitsumfeld bei, das effektives Arbeiten fördert.In Frankfurt am Main wird die arbeitsmedizinische Betreuungdurch ein externes Dienstleistungsunternehmen wahrgenommen.Dieses unterstützt die Bank beim Arbeitsschutz, bei der Unfall-verhütung und in allen Fragen des Gesundheitsschutzes. Auflokaler Ebene sorgen Fachkräfte für Arbeitssicherheit für dieGefährdungsbeurteilung sowie das Risikomanagement und setzenMaßnahmen zur Verhütung arbeitsbedingter Gesundheitsbeein-trächtigungen um.Über alle Standorte hinweg bieten wir für die Mehrzahl derMitarbeiter jährlich einen umfassenden Gesundheitscheck anund unterstützen, wenn es angebracht ist, mit Impfungen. ZurAbsicherung unserer Mitarbeiter im Falle von Krankheit, Berufs-unfähigkeit oder bei einem Unfall stellen wir an jedem Standortein umfängliches Versicherungsprogramm zur Verfügung, dasdurch globale Policen ergänzt wird.Während in Bergen das Betriebsrestaurant in Eigenregie betriebenwird, hat die DVB den Betrieb der Restaurants in Frankfurt amMain und Rotterdam an einen Dienstleister vergeben.Umweltfreundliche ReiserichtlinieDie Travel Policy der DVB legt fest, dass die Mitarbeiterinnen undMitarbeiter vorzugsweise öffentliche Verkehrsmittel für Dienst-reisen und zur täglichen Anfahrt an den Arbeitsplatz benutzensollen. Soweit dies möglich und praktikabel ist, unterstützen wirden Erwerb von Jobtickets. Um Flugreisen auf das tatsächlichnotwendige Maß zu beschränken, setzt die DVB auf Telefon- undVideokonferenzen, die an allen Standorten (mit Ausnahme vonOslo und Tokio) mittels modernster Tagungstechnik durchgeführtwerden können.VergütungssystemeDie Gruppe der 20 wichtigsten Industrie- und Schwellenländer(G20) hat seit 2009 diverse Initiativen zu Vergütungssystemenin Banken aufgesetzt. Diese wurden 2010 auf nationaler Ebeneumgesetzt. Mit der am 13. Oktober 2010 in Kraft getretenenInstitutsVergV präzisierte das Bundesministerium der Finanzendie Anforderungen an die Vergütungssysteme der Finanzinstituteim Sinne des KWG. Die Verordnung gilt für alle Mitarbeiter derDVB und zwar an allen Standorten.Der Vorstand führte eine von der InstitutsVergV vorgesehene,eingehende Risikoanalyse durch, nach der für die DVB nur dieallgemeinen Anforderungen der InstitutsVergV gelten. Die Ver-gütungsaspekte schätzt der Vorstand dabei wie folgt ein:• Die Vergütung ist an den strategischen Zielen der Bankausgerichtet.• Das Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung ist angemessen.• Bei Mitarbeitern, die in Markt- bzw. in Marktfolgebereichenarbeiten, führt die Vergütungsstruktur nicht zu Interessen-konflikten.• Die Mitarbeiter wurden schriftlich und ausreichend über diefür sie relevanten Vergütungssysteme informiert.Für Zahlungen im Jahr 2011 hat der Vorstand erstmals eineangemessene Obergrenze für das Verhältnis zwischen fixer undvariabler Vergütung festgelegt.
  • 37. 33UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Offene Kommunikation –wesentlicher Baustein der DVB-KulturDie DVB ist international in ausgewählten Segmenten desVerkehrsmarkts tätig und dafür mit Standorten an wesentlichenVerkehrsknotenpunkten vertreten. Eine offene Informations-und Kommunikationskultur innerhalb der DVB ist für uns überalle Standorte hinweg unabdingbar. Hierzu haben wir folgendeInstrumente implementiert:• Die seit 2001 einmal jährlich stattfindende interne GlobalManagement Conference dient der intensiven Kommunikationzwischen dem Vorstand und den Führungskräften. Regel­mäßige Gesprächsinhalte sind die strategische Zielsetzungder Bank, operative Fragestellungen und die Planung weitererGeschäftsaktivitäten sowie des mittelfristigen Budgets. DieVeranstaltung enthält auch ein Rahmenprogramm, das aufdie Pflege des Teamspirits in der Führungsmannschaft abzielt.• In Divisional Meetings kommen die Kollegen der TransportFinance-Geschäftsbereiche zusammen, um wesentlicheMarkttendenzen und Schlussfolgerungen für die Portfolio­gestaltung zu diskutieren. Regelmäßig steht auch die Optimie-rung organisatorischer Abläufe und kommunikativer Prozesseauf der Agenda.• Auch die an den internationalen Standorten arbeitendenBack-Office-Bereiche treffen sich einmal pro Jahr, um aktuelleThemen zu besprechen. Eine Zielsetzung dabei ist es, gemein-sam Optimierungen im Geschäftsablauf herbeizuführen.• Seit 2009 finden regelmäßig virtuelle Mitarbeiterversamm-lungen (per Web-Conference) statt, in der die Diskussionzwischen SE-Betriebsrat und Vorstand direkt durch Mitarbeiter-fragen ergänzt wird. Dieses Forum etablierte sich erfolgreichals wesentlicher Bestandteil unserer Kommunikationskultur.• Darüber hinaus werden an den verschiedenen Standortenlokale Betriebsfeste organisiert – dies ist als Teamentwick-lungsmaßnahme gedacht.Mit dem Betriebsrat vereinbarten wir bereits 2010 eine Änderungin der Bonusregelung. Die qualitativen, mengenmäßig nicht oderschwerlich fass- und bewertbaren Leistungsaspekte sollen beider Bonusfestsetzung noch besser berücksichtigt werden. Wirführten daher 2011 ein modifizierendes Instrument in die Bonus-regelung ein. Dieses Element eröffnet dem Vorstand einenErmessensspielraum bei der Bonusfestsetzung und ermöglichtso einzelfallorientierte Lösungen.Zusammenarbeit mit den BetriebsrätenAuch 2012 konnten wir die neuen Herausforderungen zügigangehen und pragmatische Lösungen entwickeln. Dies ist nuraufgrund der guten Kooperation sowohl mit dem SE-Betriebsratals auch mit den lokalen Betriebsräten in Deutschland und denNiederlanden möglich.Mitarbeiter und NachhaltigkeitWeitere Informationen zu unserem Vergütungssystemerhalten Sie im Lageberichtskapitel „Vergütungsbericht“auf den Seiten 125 – 128.
  • 38. 34DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012zuwirken. Zwar setzte die EZB kein Limit für die Ankäufe fest,diese sind aber an strenge Bedingungen geknüpft. So werden nurStaatsanleihen jener Euro-Staaten angekauft, mit denen zuvorein Hilfsprogramm unter den Rettungsschirmen der EuropäischenFinanzstabilisierungsfazilität (EFSF) oder des ESM vereinbartwurden und soweit diese Staaten die Auflagen der Rettungs­programme umsetzen.US-Notenbank Federal Reserve (Fed)legte drittes Anleiheaufkaufprogramm aufDie Fed setzte 2012 ihren expansiven geldpolitischen Kurs fort.Angesichts der anhaltend hohen Arbeitslosigkeit sowie konjunk-tureller und finanzpolitischer Unsicherheiten in den USA beschlossdie US-Notenbank im September 2012 ein drittes Anleiheaufkauf-programm – dabei wurden monatlich hypothekenbesicherteWertpapiere in Höhe von 40 Mrd USD gekauft. Einstellen will dieFed diese Käufe erst, wenn sich die Lage am US-amerikanischenArbeitsmarkt deutlich verbessert hat. Die Fed führte darüberhinaus ihre bestehenden Sonderprogramme fort – insbesonderedie Umschichtung der in ihrem Besitz befindlichen Staatsanleihenin längere Laufzeiten („Operation Twist“). Ziel dieser quantitativenMaßnahmen war es, die Konjunktur in den USA durch eine Sen-kung des längerfristigen Zinsniveaus zu stimulieren.Euro – Erholung erst inder zweiten Jahreshälfte 2012Das Jahr 2012 war für den Euro turbulent und erneut von dereuropäischen Staatsschuldenkrise überschattet. Zwar warenim ersten Quartal 2012 noch Kursgewinne gegenüber demUS-Dollar zu verzeichnen und der Euro konnte bis Ende Februar2012 auf über 1,34 USD steigen. Bis zum Sommer 2012 verlorder Euro allerdings vor dem Hintergrund wachsender Sorgen umden Fortbestand des europäischen Währungsraums an Substanzund sank bis Ende Juli 2012 auf den Jahrestiefpunkt von 1,21 USD.In der zweiten Jahreshälfte konnte sich der Euro aber weitgehenderholen – das Krisenmanagement der EZB bewirkte im Septembereine sichtbare Stabilisierung des Euro. Unterstützt wurde diesdurch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, welchesim September 2012 grünes Licht für den Rettungsschirm ESMund den Fiskalpakt gab. Zum Jahresende profitierte der Euronoch von dem positiv verlaufenden AnleiherückkaufprogrammOMT sowie von der Freigabe weiterer Hilfsmittel für Griechen-land. In diesem Spannungsfeld pendelte sich der Euro-DollarKurs bis zum Jahresultimo 2012 bei 1,32 USD ein – drei US-Centüber dem Vorjahresultimo von 1,29 USD.Die europäische Staatsschuldenkrise blieb 2012 akutund war der wesentliche Einflussfaktor für die Finanz-märkte im Euroraum.Zu Jahresbeginn beruhigten sich die Finanzmärkte zunächst, dennein Dreijahrestender der Europäischen Zentralbank (EZB) erhöhtedie Liquiditätsversorgung der europäischen Geschäftsbanken.Darüber hinaus wurde im März 2012 ein zweites Hilfspaket fürGriechenland in Höhe von 130 Mrd € und die Umschuldung privatgehaltener griechischer Staatsschulden beschlossen.Europäische Union (EU) –Rettungspaket für spanische BankenIm zweiten Quartal 2012 trübten sich die Konjunkturaussichtenspürbar ein, die angeschlagenen Euro-Staaten mussten weitereBonitätsherabstufungen hinnehmen und eine Schieflage vonGeschäftsbanken in den Peripherieländern Spanien und Italienverursachte erneut Sorgen um eine ungebremste Eskalation derStaatsschuldenkrise. Diese Euro-Staaten mussten deutlicherhöhte Risikoprämien auf ihre Staatsanleihen akzeptieren. Derdarin zum Ausdruck kommende Vertrauensverlust bei Investorengefährdete die Refinanzierungs- und Zahlungsfähigkeit beiderStaaten zunehmend. In der öffentlichen Diskussion wurde derZusammenhalt des Euro-Raums zunehmend in Frage gestellt. DieEU reagierte auf die neuerliche Zuspitzung der Euro-Schulden-krise und sagte Spanien zur Sanierung ihres Bankensektors eineKreditlinie von 100 Mrd € zu. Darüber hinaus trug die fortschrei-tende Ratifizierung des Europäischen Stabilitätsmechanismus(ESM) und des Fiskalpakts zur Entspannung der Lage bei.EZB – verstärkte GeldpolitikDie zentrale Rolle bei der Krisenbekämpfung kam in der zweitenJahreshälfte allerdings der EZB zu, indem sie ihre expansiveGeldpolitik verstärkte. Auf die schwächelnde Euro-Konjunkturund die erneute Zuspitzung der Euro-Staatsschuldenkrise senktedie EZB im Juli 2012 zum einen den Leitzinssatz von 1,0 % auf0,75 % – ein neues Allzeittief – und fuhr zum anderen den Zinsfür Übernachteinlagen europäischer Geschäftsbanken bei derEZB erstmals auf 0,0 % herunter. Mit dem Anleiheaufkaufpro-gramm Outright Monetary Transactions (OMT) unterstrich dieeuropäische Notenbank im September 2012 ihr klares Bekenntniszum Euro und ihre Verpflichtung im Rahmen des Mandats alleszur Erhaltung des Euro zu tun. Dieses geldpolitische Sonder­programm zielt darauf ab, übertriebenen Preisabschlägen beiEuro-Staatsanleihen durch Ankauf dieser Instrumente entgegen-Finanzmärkte und Finanzmarktaktivitäten der DVB
  • 39. 35DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussFinanzmärkte und Finanzmarktaktivitäten der DVBFinanzmarktaktivitäten der DVB2012 setzte die DVB erneut ihr Geschäftsmodell mit der Fokus-sierung auf Finanzierung, Strukturierung und Beratung iminternationalen Transport Finance konsequent um. Der grund-sätzliche Verzicht auf sogenanntes Kreditersatzgeschäft schütztedie Bank vor den direkten negativen Auswirkungen der Finanz-markt- und internationalen Staatsschuldenkrisen.2012 war von einer generellen Erholung an den internationalenFinanzmärkten geprägt. Darüber hinaus kam uns, wie in denvergangenen Jahren, erneut die Zugehörigkeit zur liquidenGenossenschaftlichen FinanzGruppe Volksbanken Raiffeisen-banken (Genossenschaftliche FinanzGruppe) bei unseren Refinan-zierungsaktivitäten zugute.Das Refinanzierungsvolumen mit den zinstragenden Passivabetrug zum Jahresende 2012 insgesamt 19,9 Mrd €. Davon waren97,5 % langfristig strukturiert. Da unser Aktivgeschäft im internationalen Transport Financeüberwiegend auf US-Dollar basiert, ist es uns wichtig, währungs-seitig eine ökonomische und soweit möglich natürliche Siche-rungsbeziehung zwischen Aktiv- und Passivseite herzustellen.Dieses Ziel haben wir auch 2012 konsequent umgesetzt, sodasszum Jahresende ökonomisch betrachtet 4,7 Mrd € (+4,4 %)unseres Refinanzierungsvolumens in Euro valutierten, während15,0 Mrd € (+7,9 %) in US-Dollar und 0,2 Mrd € in anderen Wäh-rungen denominiert waren.Auch unsere Investorenbasis haben wir konsequent und strategie-konform weiter ausgeweitet. Die Neuaufnahme von Schuldschein-darlehen bei institutionellen Investoren übertraf 2012 zum erstenMal die 1-Mrd-€-Marke. Desweiteren ist es uns gelungen,Schiffspfandbriefe in Höhe von 295,0 Mio € und 50,0 Mio USDzu platzieren. Ein weiterer Meilenstein unserer Refinanzierungs-aktivitäten war der Aufbau einer sogenannten Euro-Benchmark-Kurve, der uns mit zwei mehrfach überzeichneten öffentlichenEuro-Emissionen von jeweils 500,0 Mio € im drei- bzw. im fünf-jährigen Laufzeitbereich eindrucksvoll gelungen ist. Mit derPlatzierung einer öffentlichen Anleihe in Höhe von 100 MillionenSchweizer Franken konnten wir außerdem erfolgreich unsereInvestorenbasis regional diversifizieren.Entwicklung der DVB-RatingsSeit Dezember 2011 wird die DVB Bank SE von der Rating-AgenturStandard & Poor’s (S&P) mit „A+/A-1/stabil“ geratet. Diese Ein-stufung blieb im Jahr 2012 unverändert.Anfang 2012 wurde die Bank von Moody’s Investors Service(Moody’s) mit „A1/P-1/D+/negativ“ geratet. Nach einem imFebruar 2012 beginnenden europaweiten Bankenreview änderteMoody’s im Juni 2012 mehrere Rating-Einstufungen deutscherBanken und ihrer Tochtergesellschaften. Dabei wurde auch dieDVB in mehreren Rating-Kategorien um bis zu drei Notchesherabgestuft. Dadurch ergab sich eine erhebliche Abweichunggegenüber dem Rating von S&P sowie dem von FitchRatings imRahmen der Genossenschaftlichen FinanzGruppe vergebenenRating von „A+/F1+“. Die Rating-Verträge mit Moody’s wurdenfristgerecht zum November 2012 gekündigt. Langfristige Refinanzierungsmittel 97,5 % davon: 52,8 % Ungedeckte Inhaberschuldverschreibungen 38,7 % Schuldscheindarlehen/langfristige Einlagen 4,5 % Schiffspfandbriefe 1,5 % Verzinsliches Eigenkapital nach KWG Kurzfristige Einlagen Banken/Kunden 2,5 %Refinanzierungsinstrumente 2012
  • 40. 36DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aktienmärkte und DVB-AktieAuch der Dow Jones Industrial erzielte zum Jahresultimo 2012ein deutliches Plus und lag mit 13.104 Punkten um 7,3 % höher alszum Jahresende 2011. Der Japanische Nikkei 225 Stock Averagenotierte am letzten Handelstag bei 10.395 Punkten, lag also22,9 % über dem Vorjahresende. Der chinesische Aktienmarktentwickelte sich zum Jahresende 2012 positiv – die wichtigstenIndizes SH COMP (Shanghai Stock Exchange Composite Index)und CSI 300 (China Securities Index) lagen um 3,2 % bzw. 7,5 %höher als die Jahresendnotierung 2011.DVB-Aktie – erfreulich widerstandsfähigObwohl die Bankenwerte während des gesamten Jahresverlaufs2012 unter Druck gerieten, zeigte sich der Kurs der DVB-Aktieunter den geschilderten Marktbedingungen erfreulich wider-standsfähig und erwies sich im Vergleich zu anderen Marktteil-nehmern als recht stabil. Im Jahresverlauf 2012 verzeichnetedie DVB-Aktie moderate Kursschwankungen bei nur mäßigenUmsätzen. So wurde der Jahreshöchstkurs am 10. April 2012mit 25,50 € erreicht. Der niedrigste Kurs wurde am 2. Juli 2012mit 22,05 € festgestellt. Zum Jahresultimo notierte die Aktie bei24,26 €. Die Marktkapitalisierung der Bank belief sich damit auf1,1 Mrd €. Die vergleichsweise stabile Kursentwicklung ist aufdie weiterhin solide geschäftliche Entwicklung der Bank und aufdie durch den geringen Streubesitz der Aktie entstandeneMarktenge zurückzuführen.Die Aktien der DVB Bank SE (WKN: 804550, ISIN:DE0008045501) sind an der Frankfurter Wertpapierbörse imGeneral Standard notiert. Seit der 2008 durchgeführtenGrundkapitalerhöhung beträgt das satzungsgemäße Grund-kapital 118.791.945,12 €, eingeteilt in 46.467.370 nennwert-lose Stückaktien.Nach einem kurzen Aufwärtstrend zu Jahresbeginn kames in den ersten Monaten 2012 an den europäischenAktienmärkten zu massiven Kursverlusten. Bestimmendfür das Investorenverhalten und die Notierungen anden Aktienmärkten waren weltweit trübe Konjunktur-aussichten und die wieder zunehmende Sorge umden Fortbestand der Euro-Zone. So fiel der DeutscheAktienindex (DAX) phasenweise auf unter 6.000 Punkteund stabilisierte sich zur Jahresmitte bei 6.500 Punkten.Aktienmärkte –erst Kursverluste, dann KursfeuerwerkDer DAX löste sich aus der lähmenden Verunsicherung desJahresbeginns, als die Sorgen um den Fortbestand der europäi-schen Währungsunion in der zweiten Jahreshälfte spürbarzurückgingen. Ausschlaggebend für diese Beruhigung waren zumeinen die Bekenntnisse führender Staats- und Regierungschefs,die sich eindeutig für die Dauerhaftigkeit des Euro und für denFortbestand des Euro-Währungsraums aussprachen. Zum anderenuntermauerte die EZB ihr Euro-Bekenntnis indem sie den unbe-grenzten, aber an strikte Bedingungen geknüpften Aufkauf vonStaatsanleihen von unter Druck geratenen Euro-Staaten zusagte.Gegen Ende des Jahres erhielten Anleger im DAX und an andereneuropäischen Börsen Investitionsimpulse aus einem in Aussichtgestellten erneuten Anleiheaufkaufprogramm der US-NotenbankFed und aus einer Anleiherückkaufaktion Griechenlands. ZumJahresende kamen schließlich Unsicherheiten wegen des US-Haushaltsstreits (die sogenannte Haushaltsklippe), auf, was dasInvestoreninteresse abkühlte.Vor diesem Hintergrund schloss der DAX zum Jahresultimo2012 mit einem Plus von 29,1 % bei 7.612 Punkten ab (2011:5.898 Punkte). Auch andere europäische Börsenplätze und Börsenin Übersee realisierten zum Jahresende deutliche Kursanstiegegegenüber dem Vorjahr:• Der FTSE 100 (Financial Times Stock Exchange, London) legteum 5,9 % auf 5.898 Punkte zu.• Der CAC 40 (französischer Leitindex der Pariser Börse) nahmum 15,4 % auf 3.641 Punkte zu.• Der FTSE MIB (Financial Times Stock Exchange, Milano ItaliaBorsa) stieg um 7,8 % und endete bei 16.273 Punkten.
  • 41. 37DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussAktienmärkte und DVB-AktieAktionärsstruktur blieb unverändertDas Geschäftsjahr 2012 brachte keine Veränderungen derAktionärsstruktur. Die DZ BANK AG ist weiterhin Großaktionärinder DVB. Ihr Anteil veränderte sich 2012 nicht und blieb zumJahresultimo konstant bei 95,45 %. Die übrigen 4,55 % desAktienkapitals befinden sich im Streubesitz.Den Aktionären wurde für das Geschäftsjahr 2011 eine Dividendeaus dem Bilanzgewinn der DVB Bank SE in Höhe von 0,60 € jeStückaktie ausgeschüttet. Vorstand und Aufsichtsrat schlagender am 13. Juni 2013 stattfindenden Ordentlichen Hauptversamm-lung die Zahlung einer unveränderten Dividende von 0,60 € jeStückaktie für das Geschäftsjahr 2012 vor. Kennzahlen der DVB-Aktie (€)2012 2011 2010 2009 2008Höchstkurs im Geschäftsjahr 25,50 26,10 27,50 28,00 28,60Tiefstkurs im Geschäftsjahr 22,05 23,50 24,50 21,00 20,00Jahresschlusskurs 24,26 23,95 25,00 25,00 26,10Anzahl der Aktien zum Jahresende 46.467.370 46.467.370 46.467.370 46.467.370 46.467.370Marktkapitalisierung zum Jahresende 1.127.298.396 1.112.893.512 1.161.684.250 1.161.684.250 1.212.798.357Dividende 0,60 0,60 0,60 0,60 0,60Dividendenrendite 2,47 % 2,51 % 2,40 % 2,40 % 2,30 %Ausschüttungsquote 22,0 % 26,0 % 26,5 % 37,4 % 26,6 %Unverwässertes Ergebnis je Aktie 2,75 2,32 2,28 1,61 2,44DVB-Aktie, Schlusskurs: 24,26 € Dow Jones EURO STOXX Bank Index, Schlusskurs: 111,77 Punkte Quelle: BloombergKursentwicklung 2003 – 2012Dow Jones EURO STOXX Bank Index  Kurs der DVB-Aktie(Punkte)(€)5254503753002251507502003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 201235302520151050
  • 42. 38DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aktienmärkte und DVB-AktieAktionäre und HauptversammlungAm 13. Juni 2012 veranstaltete die DVB Bank SE ihre 25. Ordent-liche Hauptversammlung seit 1988 am Firmensitz in Frankfurtam Main. Die Tagesordnung wurde am 4. Mai 2012 fristgerechtim Bundesanzeiger und auf unserer Webseite veröffentlichtsowie pflichtgemäß über ein Medienbündel europaweit verteilt.Die Tagesordnung enthielt unter Punkt 1 die Entgegennahmedes vom Aufsichtsrat festgestellten SE-Jahresabschlusses unddes gebilligten Konzernabschlusses. Die Tagesordnungspunkte 2bis 5 enthielten Beschlussvorschläge von Vorstand und/oderAufsichtsrat:• zur Verwendung des Bilanzgewinns für das Geschäftsjahr2011,• zur Entlastung der Mitglieder des Vorstands und des Aufsichts-rats für das Geschäftsjahr 2011, und• über die Bestellung des Abschlussprüfers für das Geschäfts-jahr 2012.In der Generaldebatte stellten Aktionäre und Aktionärsvertreterzahlreiche tiefgehende Fragen zu allen Tagesordnungspunktenund schwerpunktmäßig zur Situation an den Verkehrsmärkten undder Geschäftsentwicklung der Bank.Vor dem Hintergrund des 95,45%igen DZ BANK-Anteils amAktienkapital der Bank bieten Präsenzen und Abstimmungs­ergebnisse seit vielen Jahren ein stabiles Bild. So waren in derabschließenden Abstimmung 96,69 % des stimmberechtigtenAktienkapitals vertreten. Die Aktionäre und Aktionärsvertreterstimmten den einzelnen Beschlussvorschlägen jeweils mit einerdeutlichen Mehrheit von 99,9 % zu. Hervorzuheben ist dabei ins-besondere, dass unsere Aktionäre der seit 2008 gleichbleibendhohen Dividendenausschüttung von 0,60 € pro Stückaktiezustimmten und damit die stabile Dividendenpolitik des Vorstandsund Aufsichtsrats erneut bestätigten. Auf unserer Internetseite www.dvbbank.com > InvestorRelations > Hauptversammlung können Sie umfänglichesMaterial einsehen.
  • 43. 39DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussFinanzkalender 2013 7. März  Bilanzpresse- und Analystenkonferenz  Veröffentlichung des SE-Geschäftsberichts 2012auf unserer Internetseite 28. März  Veröffentlichung des Konzerngeschäftsberichts 2012auf unserer Internetseite spätestens 15. Mai  Veröffentlichung der Zwischenmitteilungder Geschäftsführung im ersten Halbjahr 2013(für die ersten drei Monate bis zum 31. März 2013) 13. Juni  Ordentliche Hauptversammlungin Frankfurt am Main 14. Juni  Dividendenzahlung(WKN: 804550) spätestens 14. August  Veröffentlichung desHalbjahresfinanzberichts 2013 spätestens 14. November  Veröffentlichung der Zwischenmitteilung derGeschäftsführung im zweiten Halbjahr 2013(für die ersten neun Monate bis zum 30. September 2013) 6. Dezember  Veröffentlichung derEntsprechenserklärung 2013/2014
  • 44. Anhang40DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Konzernlagebericht 41 Strategie und Struktur 44 Shipping Finance 60 Aviation Finance 78 Land Transport Finance 94 Wichtige Transaktionen 2012 96 Financial Institutions 101 Investment Management 108 ITF International Transport Finance Suisse AG 110 Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage 125 Vergütungsbericht 129 Nichtfinanzielle Leistungsindikatoren 131 Nachtragsbericht 132 Chancen- und Risikobericht 155 Prognosebericht 2013 158 Erläuternde übernahmerechtliche Angaben 159 Bericht des Vorstands zu verbundenen UnternehmenMio €350300250200150100500310,8193,2105,528,62008225,2194,397,87,32009277,1193,0124,45,92010332,7258,3116,217,32011341,2230,0130,742,72012Zinsüberschuss Provisionsüberschuss Sonstiges betriebliches Ergebnis ErträgeErtragsentwicklung 2008 – 2012
  • 45. 41DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussStrategie und StrukturDas Unternehmensleitbild der DVB spiegelt zugleichRealität und zukunftsorientierten Anspruch der Bankwider: „We are the leading specialist in internationaltransport finance.“ Das Geschäftsmodell der DVB isteindeutig fokussiert, unverwechselbar spezialisiertund zyklusneutral ausgerichtet.Die DVB ist in einzigartiger Weise strategisch auf den interna-tionalen Verkehrsmarkt fokussiert, der sich in die TeilmärkteSchifffahrt, Luft- und Landverkehr gliedert. Als hochspezialisierteNischenanbieterin offeriert die Bank ihren 624 Kunden undKundengruppen in der internationalen Verkehrswirtschaft einebreite Palette maßgeschneiderter Finanzdienstleistungen an. Wirkonzentrieren uns auf das Arrangieren und Bereitstellen struktu-rierter Finanzierungen, auf Beratungsdienstleistungen und aufInvestmentaktivitäten für unsere Kunden. Die Transportwirtschaftbleibt langfristig auf dem Wachstumspfad, obwohl die Transport-märkte von einer hohen Zyklizität geprägt sind. Vor dem Hinter-grund dieses wiederkehrenden Kreislaufs an Marktsequenzenin den Verkehrsmärkten entwickelte die DVB ein zyklusneutralesGeschäftsmodell, das auch 2012 trotz des herausforderndenMarktumfelds vielfältige Geschäftschancen eröffnete.Kernprodukte und DienstleistungenDie Kernkompetenzen der DVB wurden in den letzten Jahrenkontinuierlich weiterentwickelt. Die Finanzdienstleistungen derBank sind im Wesentlichen sechs Wertschöpfungsbereichen zuzu-rechnen. Unser Asset & Market Research erarbeitet eingehendeAnalysen der Verkehrsmittel und der Verkehrsmärkte. Auf diesemFundament aufbauend, stehen wir unseren Kunden im ShippingFinance, Aviation Finance und Land Transport Finance mit denProdukten Structured Asset Financing, Private Equity Sourcingand Investments, Asset Management, Advisory Services, RiskDistribution und Loan Participations zur Verfügung.Structured Asset FinancingZur Finanzierung mobiler Verkehrsmittel der Transportbranchenbedienen sich unsere drei Transport Finance-Geschäftsbereicheder Gestaltungsmöglichkeiten unserer KerndienstleistungStructured Asset Financing. Hierbei stehen wir unseren Kundenmit klassischen objektbesicherten Kreditfinanzierungen zurVerfügung. Darüber hinaus erschließen wir ihnen maßgeschnei-derte und strukturierte Lösungen zu komplexen Finanzierungs-projekten, die nicht selten unterschiedliche Rechtsordnungen zuberücksichtigen haben.Private Equity Sourcing and InvestmentsDie umfangreichen Research-Leistungen des Bereichs Asset &Market Research gewährleisten einen Wissensvorsprung, deruns zum idealen Partner für Kunden mit Eigenkapitalbedarf,aber auch für Investoren macht, die Investment-Projekte in denfür sie relevanten Verkehrssegmenten suchen. So umfasstunser Geschäftsbereich Investment Management zwei Teams:Shipping & Intermodal Investment Management (SIIM) undAviation Investment Management (AIM). SIIM beinhaltet dieNFC Shipping Funds, Cruise/Ferry Investment Funds, IntermodalEquipment Funds (unter anderem Container) und den StephensonCapital Fund (rollendes Eisenbahnmaterial). AIM betreut dieDeucalion Aviation Funds, die ein Portfolio aus mehrerengeschlossenen Investmentfonds mit Flugzeugen und Triebwerkenbeinhalten.Asset Management2012 wurde erneut deutlich, dass wir uns nicht nur als Finanzie-rungs- und Beratungsspezialist betätigen, sondern weit überherkömmliche Bankdienstleistungen hinausgehen, indem wirunseren Kunden Dienstleistungen rund um die Transportmittelerbringen. Diese „nahe am Metall“ orientierten Dienstleistungenstellen wir Betreibern, Investoren und auch Wettbewerbern zurVerfügung. Dabei offeriert das in London ansässige AviationAsset Management unseren Kunden im Luftfahrtsektor einebreite Dienstleistungspalette, die von der Leasing-Beratung und-Steuerung über technische Management- und Analysedienst-leistungen bis zum Remarketing reicht.Advisory ServicesDie DVB beteiligt sich an der Verbesserung der Wertschöpfungs-kette, die für Verkehrsträger im globalen Verkehrsmarkt relevantist. Daher engagieren wir uns ebenso im Finanzierungs- wieim Beratungsbereich. Wir bieten eine Palette von Beratungs­leistungen für Kunden und Nichtkunden in Shipping Finance,Aviation Finance und Land Transport Finance an. Sie umfassensowohl die Beratung bei Unternehmensübernahmen und-verkäufen, bei kapital- und finanzstrategischen Entscheidungenals auch bei Kreditumstrukturierungen und Übernahmefinanzie-rungen.In diesem Geschäftsbericht bezeichnen wir den Konzernder DVB Bank SE als „DVB“ oder „DVB Bank Konzern“. DieMuttergesellschaft wird mit der eingetragenen Firmierung„DVB Bank SE“ kenntlich gemacht.
  • 46. 42DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Weitere SpezialprodukteMit weiteren kundenspezifischen Serviceleistungen für Flugzeug-triebwerke (TES Aviation Group, Cardiff) sind wir „nahe amMetall“. Als branchenspezifischen Service bietet unsere in NewYork ansässige Tochtergesellschaft DVB Capital Markets LLC, diemit einer Broker-Dealer-Lizenz ausgestattet ist, zusätzlich dasProdukt Public Debt and Equity an. DVB Capital Markets stehtunseren Shipping Finance-Kunden als Finanzberater zur Seite undunterstützt sie bei der Kapitalaufnahme am US-Kapitalmarkt –durch Underwritings, öffentliche Emissionen und Privatplatzie-rungen von Aktien, Schuldverschreibungen und Equity-Linked-Instrumenten.Wettbewerbsstärken der DVBTrotz des weiter schwierigen Marktumfelds in Zeiten derStaatsschuldenkrise behielt die DVB 2012 ihre einzigartigeFokussierung auf ausgewählte Verkehrsmärkte und ihre organisa-torische Aufstellung bei. Wir beabsichtigen unsere Wettbewerbs-position weiter auszubauen und streben dabei eine fortwährendeEffizienzsteigerung unserer Produkte und Dienstleistungen an.Wir werden weitere Schritte unternehmen, um unser einzigartigesMarkenprofil im Hinblick auf Asset-Know-how und auf unsereAsset-Dienstleistungen weiter zu schärfen.Risk DistributionWir stehen unseren Transport Finance-Kunden bei der Finanzie-rung ihrer Transportmittel grundsätzlich mit unserer eigenenBilanz zur Verfügung, syndizieren aber Teile dieser mituntergroßen Kreditvolumina am internationalen Bankenmarkt anandere Finanzinstitute. Die Syndizierung von Kreditrisiken erfülltsowohl für die DVB als auch für unsere Kunden eine wichtigeFunktion bei der Liquiditätsbeschaffung und beim Risikotransfer.Loan ParticipationsUnsere 2007 gegründete 100%ige TochtergesellschaftITF International Transport Finance Suisse AG, Zürich, beteiligtsich an besicherten Konsortialkrediten im internationalen Banken-markt in den strategischen Zielsegmenten Shipping Finance,Aviation Finance und Land Transport Finance.Asset & Market ResearchUnser Asset & Market Research bildet die Grundlage für dieTätigkeit unserer Geschäftsbereiche. Die langjährige Erfahrungim Research und das daraus entstehende Know-how prägensowohl unsere Finanzierungs- und Beratungsprodukte als auchdie Bereitstellung unserer Eigenkapitalprodukte.Strategie und Struktur Shipping Finance Geschäftsfelder Container Business  Cruise & Ferry  Crude Oil & LNG Tanker  Chemical, LPG & Product Tanker  Dry Bulk  Offshore Drilling & Production  Offshore Support Produkte und Services Structured Asset Financing  Risk Distribution  Advisory Services  Public Debt and Equity Aviation Finance Geschäftsfelder Passenger Aircraft  Freighter Aircraft  Aircraft Engines Produkte und Services Structured Asset Financing  Risk Distribution  Advisory Services  Aviation Asset Management  Aero Engine Financing and Engine Asset Management Land Transport Finance Geschäftsfelder Rail Rolling Stock  Mobile Road & Logistics Equipment Produkte und Services Structured Asset Financing  Risk Distribution  Advisory Services Investment Management Geschäftsfelder Fondsmanagement: Shipping & Inter­modal Invest­ment Management  Aviation Investment Management Produkte und Services Private Equity Sourcing and Investments ITF Suisse Geschäftsfelder Interbankenmarkt Produkte und Services Loan Participations (Senior Asset-based Lending)Asset & Market ResearchGeschäftsfelder und Produkte der DVB
  • 47. 43DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussUnsere Wettbewerbsstärken unterscheiden uns deutlich vonanderen Marktteilnehmern. Diese ermöglichen es uns auch, denHerausforderungen zyklischer Märkte erfolgreich zu begegnen undzum Wohle unserer anspruchsvollen Kunden zu handeln. UnsereWettbewerbsstärken lassen sich wie folgt charakterisieren:• Die DVB hat ein sehr klar definiertes, zyklusneutralesGeschäftsmodell, das ein breites Spektrum an Geschäfts-möglichkeiten eröffnet. Wir agieren weltweit.• Die DVB hat sich einer konservativen Geschäftspolitik sowielangfristiger Nachhaltigkeit verschrieben – sehr zum Vorteilunserer Kunden.• Die DVB bietet ein fokussiertes Angebot an Produkten undDienstleistungen. Hierzu zählen auch ergänzende Produkte,die über das typische Bankgeschäft hinausgehen.• Die DVB zeichnet sich durch eine flache Hierarchie aus,ermöglicht durch die überschaubare Unternehmensgröße.Dies fördert Transparenz, einen schnellen Informationsflussund zügige Entscheidungen.• Die DVB stützt sich auf ihr renommiertes, mehrfach ausge-zeichnetes und ausgefeiltes Asset & Market Research. Diesmacht uns zu einem professionellen Partner der Transport-branche.• Die DVB managt ein Kreditportfolio, das nach mehrerenKriterien und Kategorien diversifiziert ist: zum Beispiel nachTypen von Transportmitteln, Baujahren, Herstellern, Regionen,Kreditnehmern, Nutzern und nach Beschäftigungslage desTransportmittels.• Die DVB hat ein ausgewogenes Risikoprofil und verfolgt einenvorausdenkenden, nachhaltigen Risikomanagement-Ansatz.Weltweite Präsenz und rechtliche StrukturMit unseren Geschäftsbereichen Shipping Finance, AviationFinance, Land Transport Finance, Investment Managementund ITF Suisse sind wir in den Verkehrsmärkten und Transport-branchen weltweit vertreten – und zwar an zwölf Standortenin Europa (Frankfurt am Main, Athen, Bergen, Hamburg, London,Oslo, Rotterdam und Zürich), in Nord- und Südamerika (New Yorkund Curaçao) sowie in Asien (Singapur und Tokio). Diese globalePräsenz an zentralen Verkehrsknotenpunkten ermöglicht es uns,sowohl die internationalen als auch die regionalen Marktgege-benheiten unserer Kunden gleichzeitig zu berücksichtigen.Die folgende Übersicht verdeutlicht die rechtliche Strukturdes DVB Bank Konzerns mit dem Sitz der MuttergesellschaftDVB Bank SE in Frankfurt am Main, den wesentlichen, 100%igkonsolidierten Tochterunternehmen (gelb unterlegt) und denNiederlassungen/Repräsentanzen (blau unterlegt). Strategie und Struktur 100%ige Tochterunternehmen der DVB DVB Holding (US) Inc., New York, USA  DVB Capital Markets LLC, New York, USA  DVB Transport (US) LLC, New York, USA DVB Bank America N.V., Willemstad, Curaçao DVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd, Singapur DVB Transport Finance Ltd, London, Großbritannien  DVB Transport Finance Ltd, Tokyo Branch, Tokio, Japan ITF International Transport Finance Suisse AG, Zürich, Schweiz DVB Holding GmbH, Frankfurt am Main, Deutschland DVB LogPay GmbH, Eschborn, Deutschland Niederlassungen und Repräsentanzen der DVB DVB Bank SE, Rotterdam Branch, Niederlande DVB Bank SE, London Branch, Großbritannien DVB Bank SE, Nordic Branch, Bergen/Oslo, Norwegen DVB Bank SE, Shipping Department, Hamburg, Deutschland DVB Bank SE, Representative Office Greece, Athen, GriechenlandRechtliche Struktur der DVB Bank SE
  • 48. 44DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping FinanceMassengutfrachterFür viele Marktteilnehmer verlief 2012 nicht wie erhofft. Dieungünstigen Trends der Vorjahre schienen sich fortzusetzen:Zum fünften Mal in Folge verzeichneten die Auslieferungen vonNeubauten einen neuen Rekord. Angesichts der ungewissenwirtschaftlichen Lage in den USA, der Rezession in Europa undeinem nachlassenden Wachstum in Indien und China hielten sichdie guten Neuigkeiten in Grenzen. Vorläufigen Zahlen zufolgestieg die Nachfrage nach Massengütern 2012 um nur noch 4,1 %(Vorjahr: 5,4 %) und erreichte ein Volumen von 3,6 Mrd Tonnen.Das am stärksten nachgefragte Massengut war Kohle: Miteinem Zuwachs von 7 % erreichte der Kohletransport auf See2012 einen Gesamtumfang von 1,1 Mrd Tonnen. Bei Eisenerz wirdmit einem Plus von rund 4,9 % gerechnet. Ein Großteil diesesWachstums ist dabei auf die Wiederaufstockung der Lager­bestände in China im letzten Quartal 2012 zurückzuführen. Derweltweite Getreidetransport, der 2011 noch um 7,4 % zugelegthatte, fiel nach vorläufigen Angaben im Berichtsjahr um 4,3 %unter das Vorjahresniveau. Dieser Rückgang ist unter anderem dieFolge der extremen Dürre in den USA, auf dem Gebiet der ehe-maligen UdSSR und Brasilien, die sich in gewaltigen Preissteige-rungen für viele landwirtschaftliche Erzeugnisse manifestierte.Die Massengutfrachterflotte umfasste 9.744 Schiffe mit einemGesamtvolumen von 662,6 Mio Dead-Weight Tonnes (dwt) undeinem Durchschnittsalter von 10,9 Jahren. Nur 1.377 Schiffe mit43,8 Mio dwt (entspricht rund 6,6 % der aktuellen Flotte) warenüber 25 Jahre alt. Gleichzeitig liegen Aufträge für 1.490 Schiffemit 117,1 Mio dwt vor (entspricht 17,7 % der gegenwärtigen Flotte).Im Laufe des Jahres wurden Neubauaufträge für 21,1 Mio dwt(305 Schiffe) platziert, so wenige wie seit zehn Jahren nichtmehr, und entsprechend ging das Verhältnis zwischen Orderbuchund derzeitiger Flotte zurück. Da diesem Rückgang jedoch mehrereJahre vorausgegangen waren, in denen Neubauaufträge und-auslieferungen immer wieder neue Rekordhöhen erreichten, istdies nur ein schwacher Trost. 2012 wurden 1.229 Schiffe miteiner Gesamtkapazität von 101,2 Mio dwt ausgeliefert. Dies wardas erste Mal in der Geschichte der Massengutschifffahrt, dassdie Auslieferungen innerhalb eines einzigen Jahres die Schwellevon 100 Mio dwt überschritten.Anhaltend hohe Überkapazitäten und niedrige Fracht-und Zeitcharterraten prägten den Schifffahrtsmarktinsbesondere in drei zentralen Segmenten der See-schifffahrt: Containerschiffe, Rohöltanker und Massen-gutfrachter. In diesem schwierigen Umfeld stand derGeschäftsbereich Shipping Finance seinen Kundenerneut mit selektivem Neugeschäft zur Seite. Unsereinzigartiger Sektoransatz, unsere detaillierten Markt-kenntnisse und unser in allen Prozessen verankertesRisikomanagement bildeten auch 2012 die Basis füreine solide Ertragslage.Shipping Finance – MarktanalyseFür 2013 ist zwar mit einem Anstieg der Frachtvolumina zurechnen, doch 2012 hatten die meisten Sektoren noch untergewaltigen Überkapazitäten zu leiden. Angesichts niedrigerFracht- und Zeitcharterraten erreichten die Verschrottungszahlenein neues Rekordniveau. Dennoch war die vorhandene Flottenoch zu groß und neue Tonnage wurde bestellt. Der rückläufigeAuftragsbestand lieferte den Werften gute Gründe, Reeder nunmit niedrigen Preisen zu locken, zumal in der Branche eine Vielzahlvon Akteuren mit unterschiedlichen Vorkenntnissen und Strategienwechselnde Interessen verfolgten. Ein Blick auf die historischeEntwicklung zeigt, dass 2012 mehr Schiffe stillgelegt wurden alsim Vorjahr, wobei der Bereich Massengutfrachter stärker betrof-fen war als alle anderen Sektoren. Wenn diese Entwicklunganhält, werden voraussichtlich noch weitere Schiffe verschrottet.Potenzielle Einflussfaktoren sind dabei auch steigende Ölpreisesowie neue Vorschriften wie etwa der Energie-Effizienz-Design-Index (EEDI), im Zuge derer die Branche auf energieeffizientereSchiffe umsteigen könnte. Dies wird einen Einfluss darauf haben,wann diese energieeffizienteren Schiffe die Flotte in größeremUmfang verstärken werden. Nicht gerade zuträglich für dieMarktlage war das enorme Wachstum der chinesischen Flotte.Die wachsende Nachfrage nach Rohstoffen, die Entwicklungenim Schiffsbau und die Erweiterung der eigenen Flotte lassendarauf schließen, dass China die Marktentwicklung von Spot-Charterverträgen in den größten Schifffahrtssektoren künftigmaßgeblich mitbestimmen wird. Gute Ergebnisse erzielten 2012unter anderem die Sektoren Offshore-Support, Offshore-Drilling,Flüssiggas-(LNG-)Tanker und Autotransporter. VielversprechendeAussichten registrieren wir für einige Subsektoren der BereicheAutogas-(LPG-)Tanker und Chemietanker.
  • 49. 45DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceDie Verschrottung nahm auch im Jahr 2012 weiter zu. Dies istzwar grundsätzlich positiv zu sehen, wird jedoch von der Anzahlder Neuauslieferungen deutlich überschattet. Insgesamt wurdencirca 518 Schiffe mit 31,9 Mio dwt ausrangiert – weniger als einDrittel der dwt-Kapazität, um welche die Flotte im selben Jahrerweitert wurde. Um die enorme Zahl der Neuauslieferungen inden letzten Jahren auch nur ansatzweise auszugleichen, mussdie Zahl der Verschrottungen die der Neuauslieferungen natürlichübersteigen. Nur durch kontinuierliche Verschrottung höhererVolumina bei gleichzeitigem Ausbleiben von Neuaufträgen könntesich der Massengütermarkt aus seiner derzeitigen Schieflagebefreien.ContainerschiffeDie schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen inEuropa und die Konjunkturabschwächung in China bremstenauch das Wachstum des Containerfrachtvolumens. Um ihreErtragskraft dennoch wiederherzustellen, versuchten die Linien-betreiber, die Auswirkungen der Überkapazitäten durch starkeDrosselungen von Fahrgeschwindigkeiten, Kaskadierung undverzögerte Auslieferungen von Neubauten abzumildern. DieseMaßnahmen zahlten sich aus, denn die Linienbetreiber konntenin der ersten Jahreshälfte 2012 sogar eine allgemeine Erhöhungder Konditionen durchsetzen. Die Frachtraten begannen sichzu erholen und hielten sich auf einem recht gesunden Niveau,gingen jedoch ab Juni wieder zurück, da die zusätzliche Unter-stützung durch höhere Frachtvolumina ausblieb. Der ShanghaiContainerised Freight Index lag zum Jahresende 2012 deshalb22,3 % unter seinem Jahreshöchststand von 1.450 Punkten,den er im Mai erreicht hatte. Nach vorläufigen Erkenntnissenverlangsamte sich das Wachstum des Containerhandelsvolumensauf 5 – 6 %, nachdem es im Vorjahr bei 7 % gelegen hatte.Zum Jahresende 2012 umfasste die bestehende Flotte 5.108Containerschiffe mit einer Gesamtkapazität von 16,2 Mio TwentyFoot Equivalent Units (TEU) und einem Durchschnittsalter von10,7 Jahren. Überkapazitäten sind nach wie vor die größteBedrohung für diesen Sektor.  Das Orderbuch steht derzeitbei 476 Schiffen mit einer Kapazität von 3,4 Mio TEU, was 21 %der bestehenden Flotte entspricht. Allein 72,6 % der Neubau­aufträge entfallen auf die Subsektoren Very Large Container Shipsund Super Post Panamax. Verschrottet wurden im Berichtsjahr178 Schiffe mit einer Gesamtkapazität von 332.000 TEU, waslediglich 2 % der derzeitigen Flotte entspricht. Dank zunehmenderTonnage-Stilllegung stieg die eingesetzte Flottenkapazität jedoch1.4001.2001.0008006004002000Jan 2010 Apr 2010 Jul 2010 Okt 2010 Jan 2011 Apr 2011 Jul 2011 Okt 2011 Jan 2012 Apr 2012 Jul 2012 Okt 2012 Dez 2012Super Post Panamax Post Panamax Panamax Sub Panamax Handymax Feedermax Feeder Quelle: LMIU, DVB, Januar 2013Ungenutzte Kapazitäten von Containerschiffen 2010 – 2012TEU (Tsd)Gesamt(Dez 2012)242 Schiffe462.371 TEU2,9 % der Flotte
  • 50. 46DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping Financeentweder aufgrund von Sanktionen oder wegen erhöhterInlandsnachfrage. Im Vergleich zum Vorjahr gingen 2012 dieweltweiten Ölexporte über See nach vorläufigen Erkenntnisseninsgesamt leicht zurück.Gleichzeitig verzeichnete die Rohöltankerflotte einen Netto­zuwachs um fast 2 %. Zu Jahresbeginn waren 211 Schiffe zurAuslieferung vorgemerkt; tatsächlich ausgeliefert wurden etwa150 und damit knapp 30 % weniger. Die Zahl der Verschrottungenerhöhte sich im Jahresverlauf auf 63 Schiffe, den höchstenWert seit 2003. Die Neubauaufträge zogen jedoch ebenfalls an,wobei diese Aufträge interessanterweise eher von großenÖlkonzernen und staatlichen Gesellschaften erteilt wurden alsvon unabhängigen Akteuren.Infolge der schwächelnden Nachfrage und des Flottenüber­angebots gingen die Einsatzraten bei sämtlichen Tankergrößenweiter zurück. Dementsprechend verschlechterten sich dieErträge erneut über alle Subsektoren hinweg: Im Laufe desGeschäftsjahres sank die einjährige Zeitcharterrate für VeryLarge Crude Carriers (VLCC) um weitere 15 %, während auf demSpotmarkt der Jahresdurchschnitt des Baltic Dirty Tanker Index(Zeitcharter-Äquivalent) für die zwei aussagekräftigsten VLCC-Routen (Naher Osten bis zum US-Golf von Mexiko bzw. bis nachJapan) bei 94 USD/Tag lag. Auch die Schiffswerte waren 2012weiter rückläufig. Ein fünf Jahre altes VLCC-Schiff verlor inner-halb der letzten zwölf Monate weitere 12 % an Wert, ein gleichalter Aframax-Tanker rund 23 %. nicht übermäßig an. Durch den saisonal bedingten Rückzugdiverser Anbieter im Winter lag die ungenutzte Kapazität zumJahresende bei 242 Schiffen mit 462.000 TEU, was 2,9 % derFlotte (gemessen in TEU) entspricht. Jedoch ist diese Stilllegungvon Tonnage, die das Wachstum der aktiven Flottenkapazitätbremst, nur ein vorübergehendes Phänomen. Denn nachdem imJanuar 2010 ein Höchststand von 12,5 % erreicht war, ist derAnteil der Stilllegungen an der Flottenkapazität auf gegenwärtignur 2,9 % zurückgegangen.RohöltankerDie Nachfrage nach Öl wuchs auch 2012 nur sehr schwach,bedingt durch die makroökonomischen Unsicherheiten in den USA,die europäische Staatsschuldenkrise und das nachlassendeWirtschaftswachstum in den Schwellenländern, insbesondereIndien und China. Nach Angaben der Internationalen Energie-agentur belief sich die Ölnachfrage 2012 auf durchschnittlich89,9 Mio Barrel/Tag und lag damit rund 1 % höher als 2011.Im Grunde entstand das Nachfragewachstum hauptsächlich inLändern, die nicht Mitglied in der Organisation für wirtschaftlicheZusammenarbeit und Entwicklung (OECD) sind, während dieNachfrage in OECD-Ländern sogar um 1 % rückläufig war.Die Rohölhandelsströme auf See verschoben sich 2012 teilweise.Die USA erhöhten ihre Inlandsförderung um fast eine MillionBarrel/Tag und zum Transport der größeren Rohölmengenwurden neue oder modernisierte Pipelines eingesetzt. EinigeErdöl fördernde Länder exportierten jedoch deutlich weniger –1801501209060300Q1 Q2 Q3 Q42006Q1 Q2 Q3 Q42007Q1 Q2 Q3 Q42008Q1 Q2 Q3 Q42009Q1 Q2 Q3 Q42010Q1 Q2 Q3 Q42011Q1 Q2 Q3 Q42012VLCC (310.000 dwt, fünf Jahre alt) Suezmax (160.000 dwt, fünf Jahre alt) Aframax (105.000 dwt, fünf Jahre alt)  Quelle: Clarkson Research Services Ltd, Januar 2013Wiederverkaufswert von fünf Jahre alten TankernMio USD118 120768264 66,51309568,5145967016310579936550795639936547835740584735654732574027,5
  • 51. 47DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceOffshore-SchiffeDie Investitionsausgaben für Erschließung und Förderung vonRohöl stiegen 2012 weiter an, womit sich die 2010 eingesetzteErholung bestätigte. Mit durchschnittlich 110 USD je Barrelder Leitsorte Brent blieben die Ölpreise wie bereits 2011 aufeinem hohen Niveau. Die anziehende Rohölnachfrage sowiegeopolitische Ereignisse trieben die Ölpreise weiterhin in dieHöhe. Der Bohrmarkt wurde dadurch noch enger. Doch obwohldie Nachfrage kontinuierlich anzog, wurden nur wenige Bohrplatt-formen ausgeliefert, da 2009 und 2010 nur eine beschränkteZahl in Auftrag gegeben worden war. Hubbohrinseln sowie Bohr-schiffe und Halbtaucherbohrinseln profitierten von einer imVergleich zum Vorjahr höheren Auslastung. Als Folge erhöhtensich die Tagescharterraten für Bohrschiffe und Halbtaucherbohr-inseln. Die Raten für Hubbohrinseln blieben unverändert, dadie steigende Nachfrage mit reaktivierten Anlagen bedientwerden konnte. Hochmoderne Einheiten profitierten von diesengünstigeren Rahmenbedingungen stärker als ältere und wenigerkomplexe Anlagen. Die Nachfrage nach Offshore-Support-Schiffenlag auch 2012 über dem Niveau des Vorjahres, wodurch sich dieAuslastung von Ankerziehschleppern (AHTS) und Versorgungs-schiffen für Bohrplattformen (PSV) insgesamt verbesserte. AlsFolge erhöhten sich in Westafrika, Brasilien und Südostasien dieTagescharterraten für diese beiden Schiffstypen. Der Nordsee-markt enttäuschte in dieser Hinsicht, denn durch Überkapazitätenstagnierten die Tagesraten und waren für PSV sogar rückläufig.Nur größere AHTS konnten mit starken Raten von Liefereng­pässen profitieren. Die Investitionen in Offshore-Schiffe bliebenauf einem ähnlich hohen Niveau wie 2011; das Neubauvolumenerreichte mehr als 40 Mrd USD. Ein besonderer Schwerpunkt lagdabei auf PSV, von denen 2012 insgesamt 160 geordert wurden.Die Aufträge für Offshore-Bohrplattformen und AHTS gingenindes zurück.Shipping Finance – Strategische PositionierungMit unserem Sektoransatz im Bereich Shipping Finance deckenwir den Markt in der Breite wie auch in der Tiefe umfassend ab.Als Folge können wir mit umfangreichen und detaillierten Kennt-nissen über Transportmittel, Kunden, Wertschöpfungsketten,Frachtströme und Netzwerke jedes Schifffahrtssektors auf­warten. Dank dieser Expertise – die unserem Shipping Finance-Team eine Alleinstellung verleiht – können wir Entwicklungenin einzelnen Sektoren wie auch im Gesamtmarkt schneller alsder Wettbewerb erkennen, einschätzen und gegebenenfallsentsprechende Maßnahmen ergreifen. Zudem verschaffen unsdieser Ansatz und unser Engagement mehr Kundennähe –damit stärken sie unsere Reputation als verlässlicher Partnerder Schifffahrtsbranche.Unser Bereich Shipping Finance konnte sein Kreditvolumen 2012ausweiten, unter anderem durch Nutzung attraktiver Chancen,die sich durch den Rückzug zahlreicher Wettbewerber eröffneten.Diesen Weg möchte die DVB auch 2013 verfolgen. UnserGeschäftsansatz, der nachstehend beschrieben ist, wurde durchdie Krise auf eine harte Probe gestellt und durch die Ergebnissebestätigt.OrganisationsstrukturIm Zentrum der Organisation stehen einige wenige Grund­prinzipien: die genaue Kenntnis der Märkte, der zu finanzierendenVerkehrsmittel und unserer Kunden, die Fähigkeit, auf Änderungenim Marktumfeld schnell zu reagieren, sowie klare Zuständigkeitenund Verantwortlichkeiten auf allen Hierarchieebenen. DieseGrundsätze haben Organisation und Führungsstil geprägt.Shipping Finance reorganisierte 2008 seine Kundenbetreuer-teams: Mit der Umstellung von einer geografischen Kunden-ausrichtung zur Sektorstruktur trug der Bereich den globalenAktivitäten der Schifffahrtsgesellschaften Rechnung. DieSchifffahrts- und Offshore-Kunden – und damit die Branche –werden seitdem von spezialisierten Sektorenteams betreut, dieeng zusammenarbeiten.
  • 52. 48DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012versiert – ihr Herz schlägt für die Schifffahrtsbranche. Nach derNeuausrichtung unserer Ressourcen und der Stärkung der Risiko-management-Infrastruktur des Geschäftsbereichs können wirheute auf einen Kader an Schifffahrtsexperten verweisen, derenErfahrung in puncto Breite und Tiefe ihresgleichen sucht.Dank dieser Kombination aus Sektoraufteilung, flachen hierarchi-schen Strukturen, kompetenten Mitarbeitern und preisgekröntemResearch ist der Geschäftsbereich Shipping Finance in der Lage,potenzielle Gefahren rechtzeitig zu erkennen, schnell auf Verän-derungen im Umfeld zu reagieren und Innovationen innerhalbder Sektorenteams voranzutreiben. Dies ermöglicht uns, unsereKunden besser zu unterstützen, Risiken besser abzuschätzenund unternehmerisch zu agieren. Unser Engagement in derSchiffsfinanzierung hat uns erfolgreich gemacht und wird unsauch in die Zukunft führen. Auch bei Branchenbeobachternfindet unser Marktbeitrag Anerkennung. So wurde unserGeschäftsbereich Shipping Finance 2012 drei Mal von renom-mierten Fachmagazinen ausgezeichnet: von Marine Money fürden „Securitisation Deal of the Year 2011“ sowie den „Leasing(East) Deal of the Year 2011“ und von Lloyd’s List als „ShippingFinancier of the Year 2012“.Hauptvorteile des Sektoransatzes:• Bessere Kenntnis der Kunden und Sektoren – RelationshipManager sind näher am Puls der Branche und damit bestensmit den besonderen Bedürfnissen ihrer Kunden, den Verkehrs-mitteln in jedem Sektor sowie den sektorspezifischen Netz-werken und Wertschöpfungsketten vertraut. Sie sind keineGeneralisten, sondern echte Experten für ihren jeweiligenSektor. • Individuelle Abdeckung der einzelnen Sektoren durch unserResearch – dank unserer Marktabdeckung und unseresResearch profitieren die Kunden von der erweiterten Expertise.Gleichzeitig fließen die sektorspezifischen Erkenntnisse überdie Märkte in die Research-Abteilung zurück.Neben den Sektoren zeichnet sich die Organisationsstruktur vonShipping Finance auch durch flache Hierarchien aus: Maximalzwei Ebenen trennen den jeweiligen Kundenberater vom verant-wortlichen Vorstandsmitglied. Dies verleiht dem GeschäftsbereichReaktionsstärke und die Geschäftsleitung kann im Bedarfsfalldirekt eingreifen.Eine weitere Stärke von Shipping Finance ist die Kompetenz derMitarbeiter: Der Bereich hat intensiv daran gearbeitet, die bestenFachkräfte in der Schiffsfinanzierung anzuwerben, zu halten undweiterzuentwickeln. Diese Mitarbeiter sind nicht nur technischShipping Finance Shipping Finance – Sieben gobale Sektoren (Stand: 31. Dezember 2012)1 Container Business Group (Containerschiffe, Container, Autotransporter, Kühlschiffe)2 Cruise & Ferry Group (Kreuzfahrtschiffe, Fähren, Roll-on-roll-off-Schiffe)3 Crude Oil & LNG Tanker Group (Rohöl- und LNG-Tanker)4 Chemical, LPG & Product Tanker Group (Chemie-, Spezial-, LPG-, Produkten-, Asphalt-/Bitumentanker)5 Dry Bulk Group (Massengutfrachter, Last- und Frachtkahn-, Trockengut- und Mehrzweckschiffe)6 Offshore Drilling & Production Group (Bohrplattformen mit Kränen, Bohrschiffe, halbversenkbare Bohrplattformen, FPSO, FSO, FPU) 7 Offshore Support Group (AHTS, PSV, Untersee-, Tauch- und Schwergutschiffe, andere)
  • 53. 49DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussMarktansatz in der SchiffsfinanzierungUnser Ansatz in der Schiffsfinanzierung zeichnet sich durchfolgende Merkmale aus:• Unser Risikomanagement ist ein Grundbestandteil allerProzessstufen – von der Kundenakquisition bis zum Kredit-management. So wird sichergestellt, dass die übernommenenRisiken steuerbar sind und Kredite während der gesamtenLaufzeit objektiv bewertet werden.• Unser Portfolio ist stark diversifiziert, sowohl nach Sektorenals auch nach geografischen Regionen.• In allen Phasen des Entscheidungsprozesses – von derEmpfehlung bis zur Überprüfung – werden empirische Unter-suchungen und Fundamentalanalysen eingesetzt. Wir kennenuns mit den Finanzierungsobjekten aus und prüfen jedes zufinanzierende Schiff gründlich auf seine Eignung.• Wir behalten die Schiffe, die wir finanzieren, von der Werftbis zur Verschrottung kontinuierlich im Visier, um sicherzu-stellen, dass sich Qualität, Handelbarkeit und folglich auchder Wert im Einklang mit adäquaten Parametern entwickeln.Unsere Risikomanagement-Plattform spielt eine zentrale Rollebei der aktiven Identifizierung potenzieller Problembereiche und-engagements. So können wir vermeiden, dass sich kleine Prob-leme zu großen auswachsen, und frühzeitig gegensteuern. Amdeutlichsten zeigt sich dieser proaktive Ansatz in der strengenEinhaltung der vierteljährlichen Stresstests, die darauf abzielen,potenzielle Problembereiche im Portfolio auszumerzen. Danebenwurde die Besuchsfrequenz bei unseren Kunden erhöht und diezugehörige Berichterstattung organisatorisch verankert.Darüber hinaus unterstützt unser 2009 etabliertes, spezialisiertesRestructuring Asset Management (RAM) die Sektorenteamsgezielt bei der Restrukturierung von kritischen Engagements.Dieses Team haben wir 2012 weiter verstärkt: Auf Betreibendes Vorstandes wurde das Strategic Management and Restruc-turing Team (SMRT) gegründet. Damit soll die bereits hoch ent-wickelte Risikomanagement- und Restrukturierungsplattformum wertvolle und einzigartige Workout-Expertise ergänzt werden.Die SMRT-Kernbesetzung umfasst das bestehende RAM-Teamund weitere ausgewählte Führungskräfte. Das Expertenteam hatam 1. Januar 2013 seine Arbeit aufgenommen. Es ist unmittel-bar für Transaktionen verantwortlich, die auf den Beobachtungs-listen – der „Special Credit List“ und der „Watch List“ – geführtwerden. In Zukunft sollen weitere kunden- und projektbezogeneAufgaben hinzukommen, die noch vom Vorstand zu bestimmensind. Entscheidend für den Erfolg des Teams ist die enge Zusam-menarbeit der Mitarbeiter aus allen Sektoren und Support-Bereichen.Mit all diesen Maßnahmen haben wir das Risikomanagement nochfester in den Kernprozessen der Bank verankert, indem diesesund Research-Kapazitäten während der gesamten Laufzeit einesKredits einbinden (ein Ansatz, der intern als „cradle to grave“ –„von der Wiege zur Bahre“ – bezeichnet wird). Zusammen mitden detaillierten Kenntnissen unserer Kunden und Märkte, diewir mit dem Sektoransatz weiter ausbauen, haben diese Maß-nahmen in den letzten Jahren die Grundlage für solide Finanz­ergebnisse sowie ein stabiles Kreditportfolio geliefert.Shipping Finance
  • 54. 50DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping FinanceLösungen für die Herausforderungen und Geschäftschancen derDVB-Kunden zu bieten. Das DVBCF-Team arbeitet eng mit denRelationship Managern der DVB zusammen, um Probleme dergemeinsam betreuten Kunden zu identifizieren und zu lösen. Eswird aber ebenso als unabhängiger Berater tätig und bietet alssolcher den Kunden klaren Mehrwert und einen überlegenenwirtschaftlichen Nutzen. DVBCF ist an den DVB-StandortenNew York, London und Oslo vertreten. In den USA ist DVBCFüber unsere Tochtergesellschaft DVB Capital Markets LLC tätig,die eine Broker-Dealer-Lizenz hat und bei der US-Wertpapier­aufsichtsbehörde Securities and Exchange Commission registriertist. Die DVB Capital Markets LLC untersteht der Aufsicht derFinancial Industry Regulatory Authority. In Europa agiert dasDVBCF-Team durch die DVB Bank SE (Niederlassung London),die der Aufsicht der britischen Financial Services Authority unter-steht, sowie durch die DVB Bank SE (Niederlassung Oslo), fürwelche die norwegische Finanzaufsichtsbehörde Finanstilsynetzuständig ist.Public Debt and EquityÖffentlich platzierte Hochzinsanleihen waren auch 2012 für vieleUnternehmen interessant – zum einen aufgrund des anhaltendenNiedrigzinsumfelds nahe historischer Tiefststände, zum anderendank günstiger Konditionen und Kreditauflagen sowie der Mög-lichkeit, über Anleihen Finanzierungen mit Tilgung zur Endfälligkeitaufzunehmen. In der Seeschifffahrt und dem weiteren maritimenBereich zeigten sich die USA besonders aktiv. Zahlreiche Emis-sionen wurden an den skandinavischen Märkten platziert, woOffshore-Unternehmen mit Bezug zum Energiesektor von solidenFundamentaldaten der Branche und hoher Nachfrage profitierten.Öffentliche Aktienplatzierungen boten für größere Adressenzudem eine attraktive Möglichkeit zur Aufnahme von Eigenkapital,um damit Übernahmen zu finanzieren, ihre Bilanz zu stärkenund in einigen Fällen Liquidität für künftige Investitionen zubeschaffen. Die Märkte waren dabei das ganze Jahr über auf-nahmebereit, insbesondere für ausgewählte Emittenten und beispezifischen Unternehmenssituationen. Private-Equity-Fondssuchten weiterhin nach Wegen, sich in der Schifffahrtsbranchezu engagieren, um so von den historisch niedrigen Schiffswertenzu profitieren. Ihr strategischer und finanzieller Fokus richtetesich jedoch hauptsächlich auf Unternehmen und Geschäftsmög-lichkeiten mit einem stabilen Cashflow und längerfristigemChartervertragsbestand.Das DVBCF-Team arbeite im gesamten Jahresverlauf eng mit denRelationship Managern und Sektorenteams der DVB zusammen,um den strategischen Kundendialog aufrechtzuerhalten, diePalette an Finanzierungsquellen auf den Kapitalmärkten zudiversifizieren und auszubauen, um diese Märkte für unsereKunden zu attraktiven Konditionen nutzen zu können.Shipping Finance – ProdukteAuch 2012 stellte Shipping Finance seinen Kunden ein Leistungs-angebot zur Verfügung, das auf ihre besonderen geschäftlichenBedürfnisse zugeschnitten ist. Es umfasst die folgenden Produkteund Dienstleistungen:• Structured Asset Financing• Advisory Services• Public Debt and Equity – Capital Markets andPrivate PlacementsDas Asset & Market Research bildet die Grundlage unsereseinzigartigen Geschäftsmodells im Bereich Shipping Finance.Structured Asset FinancingStructured Asset Financing deckt das gesamte Kreditgeschäftdes Bereichs Shipping Finance ab. Haupttätigkeit, Kernproduktund wesentlicher Ertragsbringer ist das Kreditgeschäft, das inerster Linie vorrangig und nachrangig besicherte Kreditstrukturenumfasst. Von zentraler Bedeutung in unserem Kreditgeschäftist es, jede Finanzierung auf die spezifischen Bedürfnisse undUmstände des Kunden zuzuschneiden und dabei ein angemes-senes Verhältnis von Risiko und Rentabilität sicherzustellen.Unsere Sektorenteams vermarkten das Kreditprodukt weltweitüber Büros in Europa (Athen, Bergen, Hamburg, London, Oslound Rotterdam), Asien (Singapur und Tokio) und Nord- und Süd-amerika (New York und Curaçao).Advisory ServicesUnser DVB Corporate Finance-Team (DVBCF) bietet Kunden ausder globalen Transportbranche Beratung sowie Dienstleistungenin den Bereichen Unternehmenszusammenschlüsse und -über-nahmen (M&A), Corporate Finance und im Kapitalmarktgeschäft.Ob in starken oder schwachen Konjunktur- oder Finanzmarkt­zyklen, Unternehmen aller Entwicklungsstadien nutzen unsereprofessionelle Beratung häufig, um die optimale Strategie zurErreichung ihrer finanziellen und unternehmerischen Ziele fest-zulegen. Ob ein Kunde diskrete Hilfe bei der Bewertung und demVerkauf eines Tochterunternehmens oder Geschäftsbereichswünscht, eine Fairness Opinion zur angemessenen Struktur undDurchführung einer Transaktion, innovative Unterstützung beider Restrukturierung oder Optimierung von Bilanzen oder eineunabhängige Meinung zur Weiterentwicklung oder Diversifikationseiner Geschäftsaktivitäten – DVBCF ist bestens positioniert,zeitnah und reaktionsschnell übergreifende Orientierung undpraktische Hilfe zu bieten.Die Finanzexperten des DVBCF-Teams sind erfahrene Fachleute,die bei großen Investmentbanken umfassende Erfahrung imCorporate-Finance-Geschäft sammeln konnten. Sie sind daraufspezialisiert, maßgeschneiderte Beratungsleistungen und kreative
  • 55. 51DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceShipping ResearchZentrale Aufgabe des Shipping Research-Teams (SR) ist es,Informationen zu beschaffen, aufzubereiten und zu verteilen. ImFokus steht Fachwissen über die von der DVB finanzierten Trans-portmittel, die abgedeckten Schifffahrtsmärkte/-sektoren sowiedie in den einzelnen Sektoren herrschenden Handelsströme.Neben dieser Research-Funktion umfasst der Verantwortungs-bereich des Teams auch die strategische Planung sowie dietechnische Prüfung und Überwachung der Schiffe, die die DVBfinanziert oder eventuell finanzieren möchte. Auf Anforderung desKreditausschusses erstellt SR auch die kaufmännische Analysenwichtiger Verträge im Shipping Finance, wie etwa Schiffsbau-verträge, Frachtverträge und sonstige Charterverträge.Das Team betreut 15 Hauptsektoren und 66 Untersektoren imSchifffahrts- und Offshore-Bereich. Die Analysen werden perNewsletter oder in Form von (sub-)sektorspezifischen Studien zurVerfügung gestellt. Des Weiteren erstellt SR halbjährlich einenstrategischen Ausblick für den Vorstand und die RelationshipManager und fasst diesen in einem Strategieplan zusammen.Das Team ist vollständig in den Lebenszyklus der Shipping Finance-Engagements integriert und stellt bei jeder Kreditentscheidungwesentliches Fachwissen zum jeweiligen Markt, Sektor, Schiffund zu technischen Fragestellungen bereit.SR besteht aus zwölf Experten mit unterschiedlichem Erfahrungs-hintergrund in der Schifffahrtsbranche sowie mit Spezialkennt-nissen in Wirtschaft und Finanzen. Das Team verfügt zudemüber praktische Erfahrung in der kommerziellen Verwaltung, imKauf und Verkauf, im Chartern und im technischen Betrieb vonSchiffen. Darüber hinaus hat SR einen eigenen technischenAusschuss, bestehend aus Diplom-Nautikern und leitendenIngenieuren, die dem Leiter von SR direkt unterstehen.Shipping Finance – PortfolioanalyseDer Geschäftsbereich entwickelte sich gut: Er konnte nicht nureinen soliden Ertrag und stabiles Neugeschäft erzielen, sondern –was ebenso wichtig ist – seine Verluste begrenzen und einevorsichtige Risikohaltung bewahren.Structured Asset Financing –Kreditportfolio und ErtragslageAufgrund der zurzeit eingeschränkten Aktivitäten der größerentraditionellen Schiffsfinanzierer ergaben sich für ShippingFinance 2012 gute Chancen, Transaktionen mit attraktivem Risiko-Ertrags-Verhältnis zu akquirieren – bei Kunden, bei denen zuvorkonditionsbedingt kein Abschluss möglich gewesen wäre. Dankunserer einschlägigen, auf die Branche fokussierten Expertisekonnten wir mit unserem Geschäftsmodell tiefere Einblicke undeine bessere Marktabdeckung bieten – gleichzeitig waren wirunverändert in der Lage, gezielt Mittel für die attraktivstenGeschäftsmöglichkeiten zuzusagen. Diese Kombination führte2012 zu einer effizienten und profitablen Situation für uns, sodasssich Shipping Finance die Transaktionen mit den besten Risiko-und Ertragsstrukturen aussuchen konnte. Als Folge umfasstedas Neugeschäft (Forderungen an Kunden und Kreditzusagen,einschließlich Garantien und Bürgschaften) 2012 insgesamt96 Transaktionen im Wert von 2,5 Mrd € (Vorjahr: 93 Engage-ments in Höhe von 2,5 Mrd €).
  • 56. 52DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping FinanceUnser Neugeschäft schlossen wir mit bestehenden Kunden wieauch mit Neukunden ab. Einige der wichtigsten Abschlüsse 2012:• Der Zusammenschluss und die Schuldenrestrukturierung vonEpic Shipping Holdings Ltd und Pantheon Inc., bei der die DVBmit einem Beratungsmandat beauftragt war. Jefferies Fundswurde als zusätzlicher externer Anteilseigner mit ins Bootgeholt, die DVB agierte als Arrangeur der Refinanzierung vonvorrangigem Fremdkapital in Höhe von 150 Mio USD. Die DVBunterstützte den Kunden an allen Fronten und generierteechten Mehrwert für ihn.• Die Finanzierung zweier hochmoderner Super-Post-Panamax-Schiffe für die chilenische Compañía Sud Americana de Vapores(CSAV). Dieses Geschäft ist gleichzeitig die erste Transaktion,bei der die DVB als federführender Arrangeur mit der koreani-schen Exportkreditagentur K-Sure zusammenarbeitete; diesegarantierte 90 % der Finanzierung. Die CSAV wird dieseSchiffe ab 2013 im wachsenden Lateinamerikageschäft ein-setzen und damit die Zusammensetzung der Flotte von einemglobalen auf einen regionaleren Ansatz anpassen. Vor demEinsatz für die CSAV selbst waren die Schiffe mit einemEinjahresvertrag an Maersk verchartert worden, was sichpositiv auf das Projekt auswirkte.• Ein echter Club-Deal mit sechs anderen Banken (Citi, Bankof America, Nordea, ING, SEB und BNP Paribas) zur Refinan-zierung der größten russischen Reederei, Sovcomflot, über700 Mio USD. Als Joint Mandated Lead Arranger und Book­runner engagierte sich die DVB mit einer gleich großen Tranchewie die anderen Konsortialbanken von bis zu 100 Mio USD.Die Gesamtfazilität ist besichert durch 34 Tanker der FionaTrust and Holding Corporation, einer 100%igen in Liberiaregistrierten Sovcomflot-Tochter mit 96 Schiffen.Dank attraktivem Neugeschäft mit risikoadäquaten Zinsmargenstieg der Zinsüberschuss um 3,3 % auf 94,4 Mio € (Vorjahr:91,4 Mio €). Die Zinsmarge lag 2012 mit 349 Basispunkten überdem Vorjahreswert von 304 Basispunkten. Aufgrund der anhaltendschwierigen Situation in einigen Segmenten der Seeschifffahrtbelief sich die Risikovorsorge im Kreditgeschäft auf 67,1 Mio €(+90,6 %). Der Bestand an Risikovorsorge im Shipping Financelag damit 2012 bei 92,2 Mio €, gegenüber 79,3 Mio € Ende 2011.Dieses Vorsorgeniveau bietet den notwendigen Puffer fürpotenzielle Ausfälle. Shipping Finance hat somit seinen Kredit-bestand unverändert unter Kontrolle. Für das Portfolio wurdenausreichend Wertberichtigungen vorgenommen. Bedingt durchdie hohe Risikovorsorge gingen sowohl die Erträge (–27,1 %) alsauch das Segmentergebnis (–37,6 %) zurück.Auszug aus dem Segmentbericht für Shipping FinanceMio € 2012 2011 %Zinsüberschuss 94,4 91,4 3,3Risikovorsorgeim Kreditgeschäft –67,1 –35,2 90,6Zinsüberschussnach Risikovorsorge 27,3 56,2 –51,4Provisionsüberschuss 62,4 61,4 1,6Erträge(ohne IAS 39-Ergebnis) 85,8 117,7 –27,1Verwaltungsaufwendungen1)–37,7 –40,4 –6,7Segmentergebnisvor Steuern 50,7 81,2 –37,61) Den operativen Geschäftsbereichen der DVB werden nur diejenigen Kosten zugeordnet,für die sie unmittelbar verantwortlich sind. Allgemeine Betriebskosten, Gemeinkosten oder(beispielsweise) IT-Kosten werden den operativen Geschäftsbereichen nicht belastet.
  • 57. 53DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceDas Kreditvolumen im Bereich Shipping Finance stieg 2012 erneutan, der Kreditbestand erhöhte sich um 5,3 % auf 11,9 Mrd €(Vorjahr: 11,3 Mrd €). In US-Dollar wuchs das Kreditportfolio um7,5 % auf 15,7 Mrd USD (Vorjahr: 14,6 Mrd USD). Dem Volumen-zuwachs aus dem lebhaften Neugeschäft standen vorzeitige undplanmäßige Tilgungen in Höhe von rund 27 % gegenüber. Diversi-fikation und Granularität des Portfolios sind Kernelemente derRisikomanagementphilosophie. Das Shipping Finance-Portfolioist über das gesamte Schifffahrtsspektrum hinweg deshalbbreit nach unterschiedlichen Sektoren/Subsektoren, Schiffs­typen, geografischen Regionen, Kunden und Finanzierungsartendiversifiziert. Zusätzlich hat Shipping Finance den Anteil derEngagements verringert, die von Shipping Research als riskanteingestuft werden.Im Hinblick auf die finanzierten Schiffstypen zum Beispiel ist dasShipping Finance-Portfolio stark diversifiziert. Das Engagementbei Tankern, das 32,2 % vom Gesamtportfolio ausmacht, erhöhtesich im Jahresverlauf von 3,6 Mrd € auf 3,8 Mrd €. Dies warhauptsächlich auf einen Anstieg bei finanzierten Produktent­ankernund Gastankern zurückzuführen. Gleichzeitig fuhr Shipping Financeden Portfolioanteil von Rohöltankern von 12,7 % im Vorjahr auf11,9 % im Jahr 2012 zurück. Der zweitgrößte Portfolioanteil ent-fällt mit 21,2 % (+0,2 Prozentpunkte) auf Offshore-(Support)-Schiffe. Auch der Anteil von Massengutfrachtern stieg an undbeträgt nun 18,4 % (+0,7 Prozentpunkte). Angesichts der gegen-wärtig schwierigen Marktbedingungen wurden die Anteilevon Containern und Containerschiffen auf 16,0 % reduziert(–1,2 Prozentpunkte).  Tanker 32,2 % davon: 11,9 % Rohöltanker 8,1 % Produktentanker 7,4 % Chemietanker 4,8 % Gastanker Offshore 21,2 % davon: 5,5 % Ankerziehschlepper 5,0 % Versorgungsschiffe für Bohrplattformen 3,3 % Bohrschiffe 2,5 % Bohrplattformen 4,9 % Andere Massengutfrachter 18,4 % Containerschiffe 9,8 % Container 6,2 % Kreuzfahrtschiffe 4,0 % Fähren/ Passagierschiffe 3,2 % F(P)SO 0,8 % Andere 4,2 % davon: 2,0 % Autotransporter 0,8 % General Cargo 0,7 % Kühlschiffe 0,1 % Roll-on-roll-off-Schiffe 0,6 % SonstigeShipping Finance-Portfolio nach Schiffstypen
  • 58. 54DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping FinanceDer Beleihungsauslauf (Loan-to-Value-Ratio – LTV), eine zentraleMessgröße für die Entwicklung des Engagements, entwickeltesich wie folgt: 84,7 % des gesamten Kreditengagements wiesenEnde 2012 eine LTV-Ratio von 60 % oder weniger auf (zum Ver-gleich: Ende 2011 hatte dieser Wert noch bei 86,5 % gelegen).Die Granularität des Shipping Finance-Portfolios war 2012 gut:Das durchschnittliche Kreditengagement pro Kunde stieg um10,0 % auf 36,3 Mio € (Vorjahr: 33,0 Mio €). Das größte Einzel­engagement betrug 217,7 Mio € (Vorjahr: 206,9 Mio €). Für79 Kunden bestanden Ende 2012 Kredite von über 50 Mio €(Vorjahr: 65).Geografisch ist das Portfolio ebenfalls gut diversifiziert, wobei47,1 % auf Europa entfallen. Innerhalb dieses europäischenAnteils wurde das Engagement gegenüber deutschen Kundenum weitere 0,3 Prozentpunkte auf 3,6 % reduziert, während derAnteil norwegischer Engagements auf 13,6 % stieg (+0,7 Prozent-punkte). Die Engagements in Australien und Asien legten um1,7 Prozentpunkte auf 24,8 % zu, während die Engagements inNord- und Südamerika um 0,1 Prozentpunkte auf 18,9 % und imNahen Osten um 2,3 Prozentpunkte auf 3,4 % zurückgingen. Ein weiterer zentraler Faktor im Risikomanagement der DVB istdie schnelle Reaktion auf Verletzungen von Kreditauflagen(sowohl von Wertsicherungsklauseln als auch von sonstigenvertraglichen Regelungen). Die Entwicklung der Schiffswertewird sorgfältig überwacht, sodass wir Verstöße gegen Wert-sicherungsklauseln sehr schnell bemerken und unverzüglichgeeignete Maßnahmen einleiten können. Zur Veranschaulichung:2012 wurde bei insgesamt 89 Transaktionen ein Verstoß gegenWertsicherungsklauseln festgestellt. Davon war in 36 Fällen einevollständige und in zehn Fällen eine teilweise Heilung möglich.Bei 21 Transaktionen wurde auf die Wertsicherungsklausel ver-zichtet und in 22 Fällen dauert der Verstoß noch an. Zur Heilungdieser noch fortdauernden Verstöße sind insgesamt 60,4 Mio €erforderlich. Europa 47,1 % davon: 13,6 % Norwegen 5,7 % Großbritannien 3,6 % Deutschland 3,0 % Zypern 2,3 % Griechenland 1,6 % Schweiz 0,9 % Niederlande 16,4 % Andere Australien/Asien 24,8 % davon: 7,6 % Südkorea 5,9 % Singapur 3,7 % China 3,1 % Indien 1,5 % Hongkong 1,1 % Japan 1,9 % Andere Nord- und Südamerika 20,0 % davon: 17,1 % USA 2,9 % Andere Naher Osten 3,4 % Offshore 2,6 % Mittelamerika/Karibik 2,1 %Shipping Finance-Portfolio nach Länderrisiko
  • 59. 55DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceStructured Asset Financing –Die wichtigste Transaktion 2012Im März 2012 beauftragte die Vega Offshore AS das AdvisoryServices-Team des Bereichs Shipping Finance als alleinigenFinancial Adviser für die Aufnahme weiteren Eigenkapitals. DasUnternehmen ist auf Offshore-Versorgungsschiffe spezialisiertund bringt günstige Tonnage aus Fernost mit langfristigen Zeit-charterverträgen auf internationalen Märkten zusammen.Die zentrale Herausforderung lag dabei im engen Zeithorizont:Aufgrund von Vertragsverpflichtungen gegenüber Petrobras,einem brasilianischen Unternehmen, das in diversen Sektorender Öl-, Gas- und Energiebranche tätig ist, brauchte der Kundeeinen schnellen Zugang zu Eigenkapital, um seine Schiffe zeitnahliefern, umbauen und von China nach Brasilien überführen zukönnen. Für die Transaktion erarbeiteten wir mehrere Alternativenmit unterschiedlicher Vergütung für die Gründer von Vega.Das beste Angebot unterbreitete schließlich die Nautilus MarineAcquisition Corporation, ein „Blankoscheck-Unternehmen“,das erst kürzlich zum Zweck eines Unternehmenserwerbs bzw.-zusammenschlusses gegründet wurde. Für die Aktionäre vonNautilus war die Transaktion aufgrund der langfristigen Vertrags-laufzeit und der attraktiven EBITDA-Bewertung überaus attraktiv.Dabei stand das Unternehmen jedoch unter Zeitdruck: Es musstedie Übernahme noch vor Februar 2013 abschließen, um seineErlöse aus dem Börsengang nicht an die Aktionäre zurückzahlenzu müssen. Die größte Herausforderung bestand somit darin, dennahezu unmittelbaren Kapitalbedarf von Vega für den Zeitraumzu überbrücken, der zum Abschluss der Transaktion benötigtwurde. Die Lösung lag in einer Zwischenfinanzierung, bereit­gestellt von einem privaten Anleger aus Griechenland mit engenVerbindungen zu den Trägern von Nautilus.In der Anfangsphase der Transaktion unterstützten unsereShipping Finance-Kollegen aus Singapur mit einem ersten Ansatzzur Fremdkapital-Strukturierung. Das Konzept stützte sichwesentlich auf den langfristigen, Cashflow-starken Bestand anCharterverträgen, die Erfahrungen der Vega-Gründer mit derÜberführung von Schiffen nach Brasilien sowie die Unterstützungdurch Thome Offshore Management, ein renommiertes Schiffs-management-Unternehmen, das die technische Verwaltung derSchiffe übernahm. Das Finanzierungspaket bestand somit auseinem vorrangigen Kredit der DVB und aus Eigenkapital, das unserAdvisory-Team vermittelte. In Summe liefert diese Transaktionein gutes Beispiel für die Eigenschaften, die die DVB aktiv fördert:Teamwork – in diesem Fall auch grenzüberschreitend zwischenden Teams in Singapur, Oslo und New York – sowie Kreativitätund das Durchhaltevermögen, das erforderlich ist, um einekomplexe Transaktion in kurzer Zeit realisieren und den Interessenaller Beteiligten gerecht werden können.Die wichtigste Transaktion im Shipping Finance 2012
  • 60. 56DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Shipping Finance• Einbindung von Shipping Research in den gesamten Kredit-prozess, nicht nur im Rahmen des Markt-Research. Auchsämtliche technischen Aspekte der finanzierten Schiffe sollenkünftig untersucht und kommentiert werden, um rechtzeitigauf potenziell negative Auswirkungen auf Fungibilität undBewertung der Objekte aufmerksam machen zu können.• Das RAM-Team, seit 1. Januar 2013 als SMRT mit erweitertenRestrukturierungskompetenzen ausgestattet, ist voll in diePortfolio-Stresstests eingebunden. Das Team unterstützt undberät die Sektorenteams bei allen gefährdeten oder notleiden-den Krediten. Weiterhin nimmt RAM an allen Diskussionendes Watch List Committee teil.Die beschriebenen Regelungen sollen sicherstellen, dasspotenzielle Probleme frühzeitig erkannt werden. So können ange-messene Ressourcen zur Einschätzung, Quantifizierung undQualifizierung des jeweiligen Falls sowie zur Bestimmung einerschnellen und angemessenen Reaktion bereitgestellt werden.Das RAM-Team ist mit Restrukturierungs- und Workout-Spezia-listen besetzt und berichtet direkt an den Head of Credit sowieden Vorsitzenden des Vorstands. Ende 2012 waren 6,4 % desKreditportfolios auf der Closely Monitored List (zum Vergleich:Ende 2011 hatte dieser Anteil bei 9,4 % gelegen). Weitere 7,0 %des Portfolios (2011: 6,8 %) wurden auf der Watch List geführtund damit streng überwacht und im Monatsturnus formal geprüft.Ferner sind 2,8 % des Portfolios Gegenstand der Besprechungenim Risikomanagementforum „Early Warning“ und 3,2 % desPortfolios wurden als Special Credits klassifiziert. All diese Über-wachungsmaßnahmen tragen erheblich dazu bei, unangenehmeÜberraschungen soweit als möglich auszuschließen.Die Risikomanagement-Infrastruktur der DVB, verbunden mitdem einzigartigen Sektoransatz sowie der Marktkenntnis undtechnischen Expertise des Shipping Research, verleihen derBank eine exklusive Marktposition und einen nachhaltigenWettbewerbsvorteil.Structured Asset Financing – RisikomanagementDas Risikomanagement ist in den gesamten Lebenszyklus allerKredite integriert. Es beschränkt sich nicht nur auf Due-Diligence-Prüfungen vor Transaktionsabschluss, sondern bildet einePlattform für die konstante Überwachung und Steuerung desGesamtportfolios sowie für das Management der einzelnenKredite. Diese Risikoplattform der DVB ist bestens etabliert undhat sich bewährt. Dennoch sah unser Group Risk Management(GRM) angesichts des zunehmend volatilen makroökonomischenUmfelds und der wachsenden Dynamik in der Schifffahrtsbranchezusätzlichen Handlungsbedarf. Unterstützt von Shipping Researchleitete GRM gezielte Maßnahmen ein, um potenzielle Problemenoch vor deren Eintreten identifizieren zu können. Von diesenMaßnahmen sind die folgenden auf Initiative von GRM inzwischenorganisatorisch verankert:• Regelmäßigere Kontaktierung von Bestandskunden: Formalisierung und Verbesserung des Feedbacks zu jedemKundenkontakt, bei dem die Beteiligung von Credit Officerszwingend notwendig war, und Intensivierung des Risikodialogsmit den Kunden durch Erfassung ihrer Mindestanforderungenin einem speziellen Fragebogen.• Verdichtung des Berichtswesens: Monatliche Übersicht über Wertsicherungsklauseln undRückstände, monatliche statt vierteljährliche Erstellung derClosely Monitored List.• Vierteljährliche Durchführung von Stresstests (Ausfallwahr-scheinlichkeit und Bewertungen); die Ergebnisse bilden eineDiskussionsgrundlage für unsere Relationship Manager in derKundenkommunikation und fließen in eine Frühwarnliste ein.• Laufende ereignisorientierte Rating-Aktualisierung undfortlaufende Prüfungen des Portfolios sowie gegebenenfallsAktualisierung der Ratings und Werte.
  • 61. 57DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping FinanceShipping Finance – Prognose für diewesentlichen Schifffahrtssegmente 2013Wir gehen davon aus, dass die Nachfrage in der Seeschifffahrtim Laufe des Jahres 2013 anziehen wird. Dabei stehen denSchifffahrtsgesellschaften in vielen wesentlichen Sektorenweitere Herausforderungen bevor, bedingt durch die derzeitigenFlottenkapazitäten und die für 2013 geplanten Auslieferungenvon Neubauten. Die Verschrottungszahlen dürften sich auf demjetzigen hohen Niveau halten. Dafür sprechen neben den stei-genden Bunkertreibstoffpreisen auch neue Rechtsvorschriften,wie etwa der EEDI, welche die Branche zum Umstieg auf energie-effizientere Schiffe bewegen sollen. Die Verschrottung vonSchiffen könnte das Flottenwachstum 2013 begrenzen undwomöglich den Weg für eine vorteilhaftere Entwicklung im Jahr2014 ebnen, sofern das Nachfragewachstum weiterhin anhält.Die weltweiten Konjunkturdaten zeichnen zwar ein verhaltenesBild und die Industriestaaten verbrauchen weniger Öl, dennochwächst die weltweite Erdölnachfrage, wenn auch um nur nocheine Mio Barrel/Tag. Angesichts dieser stetig steigendenNachfrage und der Stabilisierung der Ölpreise auf hohem Niveauwurden die Investitionen für die Erschließung und Förderung vonÖl und Gas verstärkt vorangetrieben. Schiffe und Plattformen fürOffshore-Bohrungen werden hiervon auch weiterhin profitieren.Dabei bleibt allerdings ein Risiko von Überkapazitäten bestehen,denn die Werften könnten die Nachfrage nach diesen Anlagendurchaus bedienen. Gefährdet ist die Ertragskraft der Offshore-Reedereien zudem durch steigende Betriebskosten, die in ersterLinie auf einen Mangel an qualifiziertem Personal sowie ver-schärfte lokale Anforderungen/Vorschriften zurückzuführen sind.Die Nachfrage nach LNG-Tankern wird sich 2013 nur unwesentlichändern, da nur wenige Projekte zur Verflüssigung von Gas inBetrieb genommen werden sollen. Die Schiefergasexporte derUSA werden das Transportvolumen zwar in die Höhe treiben, dochwerden sich ihre Auswirkungen erst in den Folgejahren zeigen.Neben LNG-Tankern erwarten wir auch in anderen Sektoren für2013 eine bessere Entwicklung als im Vorjahr. Unter anderem giltdies für Chemietanker, LPG-Tanker und Autotransporter.Offshore-SchiffeFür den Offshore-Markt erwarten wir 2013 weiteres Wachstum,wenngleich sich dieses gegenüber 2012 etwas verlangsamenkönnte. Die aktivsten Regionen werden im sogenannten GoldenenDreieck zwischen dem US-Golf von Mexiko, Westafrika undBrasilien zu finden sein. Hier liegt die Mehrheit der Lagerstättenin Tiefsee- oder Ultra-Tiefsee-Gewässern. Die letztjährigenPrognosen für Brasilien wurden jedoch nach unten korrigiert,da Petrobras seine Kosten senken will. Anhaltende Offshore-Aktivitäten sind auch in der Nordsee und im asiatisch-pazifischenRaum zu erwarten. Damit einhergehend rechnen wir mit einerweiterhin steigenden Nachfrage nach Bohranlagen und Offshore-Support-Schiffen, insbesondere solchen auf dem neuestenStand der Technik. Dabei wird das Angebot an Halbtaucherbohr-inseln angesichts des überschaubaren Auftragsbestands voraus-sichtlich begrenzt bleiben, während die Bohrschiffflotte eingrößeres Orderbuch vorweist und folglich 2013 und 2014 deutlichexpandieren dürfte. Diverse Bohrprojekte befinden sich zwarbereits in Planung, doch wurden für 2014 noch keine Aufträgeerteilt. Sollten diese Projekte nicht umgesetzt werden, könnte sichdie Auslastung verschlechtern. Aufgrund des eher begrenztenOrderbuchs für AHTS gehen wir davon aus, dass hochmoderneSchiffe dieses Typs von einer steigenden Auslastung profitierenkönnen. Der anhaltende Auftragseingang für hochmoderne PSVwird das Auslastungsniveau künftig unter Druck setzen.RohöltankerDas Marktumfeld für Rohöltanker wird sich 2013 voraussichtlichweiter abschwächen. Zwar wird ein Nachfragewachstum von1 % auf 90,8 Mio Barrel/Tag erwartet, doch müssen die Verlage-rungen der Handelsströme, die 2012 zu beobachten waren, nochkonsolidiert werden. Die USA werden ihre Erdölimporte weiterzurückfahren, während in Erdöl fördernden Ländern wie Iran,Russland, Saudi-Arabien und den Vereinigten Arabischen Emiratendie Raffineriekapazitäten erhöht werden. Der weltweite Rück-gang an Rohölexporten wird zu weiteren Stilllegungen oderVerschrottungen von Rohöltankern führen. Gleichzeitig wird dieFlottenüberkapazität fortbestehen und die Auslastung auf denniedrigsten Stand seit den späten 1980er Jahren drücken. Selbstwenn wir von einem Überhang von 30 % ausgehen, wie er 2012zu verzeichnen war, müssen wir 2013 mit mindestens 90 neuenTankern rechnen. Für Frachtraten und Schiffswerte sind folglich
  • 62. 58DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012traditionellen LNG-Handelsrouten zur See wahrscheinlich.Nichtsdestoweniger könnten die USA ihre Schiefergasexporteauch drosseln, denn eine starke Lobby kämpft für die Begrenzungvon Exporten, um die Gaspreise im Inland niedrig zu halten. MitAustralien betritt zudem ein wichtiger Spieler das Feld, sobalddie dort geplanten großen Verflüssigungsanlagen in Betriebgenommen werden. Das Flottenwachstum ist und bleibt jedochein Problem. Derzeit entspricht das Orderbuch 26 % der beste-henden Flotte, was die Flottenauslastung durchaus auch über2013 hinaus beeinträchtigen kann. Wir behalten unsere optimis-tische Einschätzung für die nächsten zwei Jahre in diesem Sektorbei, mahnen aber für die Jahre nach 2013, in denen die LNG-Flottedeutlich erweitert werden wird, zur Vorsicht.MassengutfrachterWie bereits im letzten Jahr erwartet, verzeichneten die Aus­lieferungen von Neubauten 2012 im fünften Jahr in Folge einenneuen Rekord. Das Orderbuch wurde um Neubauaufträge für305 Schiffe (21,1 Mio dwt) verstärkt. Rund 1.136 Schiffe mit89,5 Mio dwt werden 2013 ausgeliefert. Das ist zwar wenigerals in den letzten beiden Jahren, entspricht aber immer noch13 % der derzeitigen Flotte. Die Nachfrage nach Massengüternwird 2013 voraussichtlich um 7,2 % zunehmen – und das Flotten-wachstum – nach Verschrottungen – das Nachfragewachstumsomit deutlich übersteigen. Angesichts dessen behalten wirunsere negative Sicht bei, was die Entwicklung von Erträgenund Schiffswerten 2013 anbelangt, wobei es selbstverständlichauch zu saisonalen Spitzen kommen kann. Bereits in den vergan-genen Jahren mussten einige Unternehmen Insolvenz anmelden.Weitere sind für 2013 zu erwarten: Da die meisten Reedereienin den letzten Jahren die negativen Cashflows ihrer Flotten aus-gleichen mussten, sind die Barreserven vielfach aufgebraucht.Weitere Risikofaktoren sehen wir in der Abschwächung derchinesischen Wirtschaft, der weltweiten Wirtschaftskrise undder exzessiven Auftragserteilung für neue energieeffizienteSchiffe.ContainerschiffeWir gehen davon aus, dass die Nachfrage in der Container-schifffahrt 2013 anziehen wird, sofern sich die Weltwirtschafterholt. Eine Gefahr für den Markt geht jedoch von der Neuaus-lieferung größerer Containerschiffe aus. Dieser Angebotsdruckwird – unter Berücksichtigung möglicher Lieferverzögerungen –voraussichtlich bis 2014 anhalten. Angesichts dieser Entwicklungund der relativ begrenzten Möglichkeiten zur Beeinflussungder Kapazitätsdisziplin erwarten wir für die Frachtraten 2013erneuten Druck. Dieser wird neben der Ertragskraft der Linien-betreiber auch die Zeitcharterraten und Schiffswerte belasten.Auch neue Vorschriften wie der EEDI werden den Markt beein-flussen, sobald EEDI-konforme Schiffe die Flotte in größeremUmfang verstärken.historische Tiefststände zu erwarten. Nichtsdestotrotz könntesich die Stimmung 2014 etwas aufhellen, denn niedrige Anschaf-fungspreise für Neubauten und verschärfte Umweltvorschriftenliefern deutliche Anreize für Neubauaufträge. Dabei müssen wirjedoch davon ausgehen, dass die anhaltende Weltwirtschaftskriseund das wachsende Flottenüberangebot den Markt auch 2014unter Druck setzen werden. Eine deutliche Erholung der Erträgeund Schiffswerte zeichnet sich in naher Zukunft also nicht ab.ProduktentankerEine stabile Weltwirtschaft vorausgesetzt, erwarten wir inallen Weltregionen außer Westeuropa eine steigende Nachfragenach Raffinerieprodukten. Gemessen an der Frachtnachfragedürfte sich die massive Erweiterung der Raffineriekapazitätenin Asien und dem Nahen Osten positiv auf den Produktentanker-markt auswirken. Da sich Produktion und Nachfrage geografischimmer weiter voneinander entfernen, werden Produktentankervermutlich von einer höheren Nachfrage nach Tonnenmeilenprofitieren. In besonderem Maße gilt dies für Langstreckentanker.Nichtsdestotrotz bleibt das Überangebot bestehen und dieAuswirkungen auf das Marktgleichgewicht sind nicht zu unter-schätzen. Derzeit entspricht das Orderbuch 11 % der bestehendenFlotte. Obwohl sich die Nachfragesituation ab 2013 vermutlichgünstiger gestaltet, ist es unwahrscheinlich, dass sich Erträgeund Schiffswerte rasch erholen werden, denn die Auslieferungweiterer Neubauten steht noch aus. Ab 2014 könnten sich dieseWerte langsam verbessern. Trotzdem gehen wir nicht davonaus, dass die Auslastungsraten der Flotte in naher Zukunft dasVorkrisenniveau erreichen werden. Unsere Nachfrageprognosensind also insgesamt vorsichtig optimistisch. Doch angesichts dervorherrschenden Unsicherheit im makroökonomischen Umfeldund der politischen Instabilität in einigen Regionen ist nicht aus-zuschließen, dass sie von den Ereignissen überholt werden.FlüssiggastankerDer Markt für LNG-Tanker zeigte sich weiterhin dynamisch; dieRaten erreichten 2012 kurzfristige Rekordwerte. Im Vergleich zuder bemerkenswerten Erholung, die wir nach 2010 beobachtenkonnten, hat sich das Nachfragewachstum jedoch etwas ver-langsamt, da die Nachfrage nach LNG-Tanker auch durch dieVerfügbarkeit von Verflüssigungskapazitäten gesteuert wird. Dadie größten Verflüssigungsanlagen bereits vor 2013 in Betriebgenommen wurden, dürfte das Wachstum in den nächsten paarJahren geringer ausfallen. Erst nach 2015 ist mit neuen Inbetrieb-nahmen und folglich mit einer nennenswerten Ausweitung derKapazitäten zu rechnen. Bis dahin wird sich jedoch der Bedarf anTonnenmeilen für LNG-Tanker aufgrund der großen geografischenDistanz zwischen Produktions- und Nachfrageregionen erhöhen.Angesichts vieler neuer Projekte im Nahen Osten und der US-Exporte von Schiefergas erwarten wir eine verstärkte Nach-frage nach Tonnenmeilen. Gleichzeitig sind Verlagerungen derShipping Finance
  • 63. 59DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussShipping Finance – Portfolioprognose 2013Auf dem Schifffahrtsmarkt dominieren seit einigen JahrenNegativmeldungen und eine pessimistische Haltung. Es istgeradezu Mode geworden, die Branche als Ganzes kritisch zusehen. Dabei wird völlig außer Acht gelassen, dass der Marktzahlreiche Sektoren und Untersektoren umfasst, von denenjeder seine eigene Angebots- und Nachfragesituation aufweistund in der langfristigen Entwicklung ganz spezifischen Einflüssenunterliegt. Nun haben wir uns zwar häufig warnend zum Zustandeinzelner Sektoren geäußert, doch sind wir als fokussierteExperten auch in der Lage, sehr differenziert zu urteilen undeinzuschätzen, welche (Sub-)Sektoren sich voraussichtlich gutentwickeln werden.Von diesem Spezialwissen werden wir uns auch künftig beiunseren Entscheidungen zur Kapitalallokation leiten lassen. Fürdas Jahr 2013 beabsichtigen wir, Neugeschäft selektiv einzu-gehen: Dabei wollen wir nicht in der traditionellen Schifffahrtwachsen, sondern uns auf die Offshore- und Gas-Sektoren kon-zentrieren, die unverändert gute Aussichten bieten. Dank hoherEintrittsbarrieren und anspruchsvoller technischer Anforderungensind diese Sektoren von der angebotsgetriebenen Volatilitätabgeschottet, die in der Massengutschifffahrt vorherrscht. Dochselbst bei Bulkschiffen ergeben sich angesichts sehr niedrigerSchiffsbewertungen in einigen Segmenten durchaus attraktive,risikoarme Geschäftschancen.Nach unserer Einschätzung dürfte die gegenwärtige Volatilitätbis auf Weiteres anhalten; daher wird der GeschäftsbereichShipping Finance beim Abschluss von Neugeschäft selektiv vor-gehen. Die vorherrschenden Marktbedingungen eröffnen unsGeschäftsmöglichkeiten mit neuen Kunden, die wir zuvor aufgrundunserer Margenvorstellungen nicht erreichen konnten. Es handeltsich dabei um etablierte, operativ und kommerziell erfolgreicheReedereien, die gezeigt haben, dass sie zyklische Schwankungendurchstehen können, Unternehmen, die den Risiken des offenenMarktes nur begrenzt ausgesetzt sind (dank fest vercharterterAuslastung und/oder ihrer Nähe zu den entsprechenden Waren-strömen), sowie Adressen, die nachweislich über mehrereFinanzierungsquellen verfügen und nicht nur von einer Kapital-quelle abhängig sind.Im Jahr 2013 dürfte die Anzahl stillgelegter Schiffe ansteigen,insbesondere im Containerschiff-, Rohöltanker- und Massen-gutsektor. Gleiches gilt für Ausfälle und Unternehmensrestruk-turierungen. Ein besonderes Risiko besteht für Reedereien mitumfangreichen Investitionsprogrammen, nicht refinanziertenVerpflichtungen und/oder anstehenden Fälligkeiten. Dahererwarten wir für 2013 ein Mehr an Volatilität und Stressphasen.Doch bringt die Krise auch Chancen für solche Marktteilnehmermit sich, die über Fachkenntnisse, Expertise und Engagementverfügen. Shipping Finance verbindet eine breite Marktabdeckungmit umfangreichem Spezialwissen über die einzelnen Sektorenund ist damit gut positioniert, um in diesem schwierigen Markt­umfeld im kommenden Jahr erfolgreich zu agieren und sich dieTransaktionen mit dem attraktivsten Risiko-/Ertragsprofil zusichern. Unser Shipping Finance-Geschäftsmodell wurde imVerlauf der Krise auf den Prüfstand gestellt, und wir sind davonüberzeugt, dass es sich weiterentwickeln und schnell auf externeErschütterungen einstellen kann. Unsere Restrukturierungsfähig-keiten konnten wir noch erweitern: Die Experten des neuenSMRT-Teams sind bereit, sich allen risikorelevanten Herausfor-derungen zu stellen. Unsere Aufmerksamkeit ist durch häufigeund robuste Stresstests geschärft und wir haben unseren Fokusklar vor Augen: Wir werden uns darauf konzentrieren, alles unterKontrolle zu behalten und Verluste zu minimieren.Shipping Finance
  • 64. 60DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation FinanceDer Luftfrachtmarkt entwickelte sich 2012 weniger günstig:Nachdem er bereits im Vorjahr um 0,6 % geschrumpft war, ginger im Berichtsjahr um weitere 1,5 % zurück. Die Gründe für dieAbschwächung liegen zum einen im verlangsamten Wachstumdes Welthandels, zum anderen in einer Verlagerung von Voluminavon der Luft- auf die Seefracht. Ungeachtet der unguten Markt-situation in der Luftfracht konnten die Fluggesellschaften ausdem Nahen Osten erneut zulegen und ihren Marktanteil weiterausbauen. Leidtragende dieser Entwicklung waren unter anderemdie Gesellschaften aus dem asiatisch-pazifischen Raum, dierückläufige Volumina hinnehmen mussten.Laut der Prognose der International Air Transport Association(IATA) vom Dezember 2012 wurde im weltweiten kommerziellenLuftverkehr ein Nettogewinn von insgesamt 6,7 Mrd USD erwirt-schaftet (dabei sind die Kosten für Insolvenz- und Restrukturie-rungsverfahren nicht berücksichtigt). 2011 hatte der Gewinn nochbei 8,8 Mrd USD gelegen. Nicht alle Gesellschaften schriebenschwarze Zahlen, doch überraschenderweise mussten letztenEndes nur wenige Insolvenz anmelden – darunter bekannteNamen wie Spanair und Malev.Die Flugzeughersteller konnten sich nach einem erfolgreichen Jahr2011 wieder über einen dynamischen Markt freuen. Es gingenNeuaufträge für mehr als 2.600 zivile Verkehrsflugzeuge bei west-lichen Herstellern ein. Zum Jahresende 2012 lag der Auftrags­bestand für kommerzielle Flugzeuge bei rund 9.750 Stück bzw.47 % der eingesetzten Flotte, und somit über dem Vorjahresniveauvon 8.740 Stück bzw. 43 %. Über zwei Drittel der ausstehendenAufträge entfielen auf die zwei Single-Aisle-Familien Boeing 737und Airbus A320. Unser Bereich Aviation Finance verzeichnete 2012ein weiteres starkes Jahr. Erneut war die DVB ineinem Luftverkehrsmarkt führend, in dem vonGeschäfts­banken nach wie vor nur sehr begrenztFinanzierungen verfügbar waren. Da das von denExportkreditagenturen unterstützte risikoarme, aberauch margenschwache Geschäft nicht in unseremFokus liegt, war jedes der Darlehen, die wir 2012 imUmfang von insgesamt 1,6 Mrd € ausreichten, sehrbegehrt. Zum Jahresende konnten wir einen überauszufriedenstellenden Finanzierungsmix für neue undgebrauchte Flugzeuge vorweisen, mit dem wir einegeografisch wie auch bonitätsmäßig stark diversifizierteKundenbasis bedienten.Aviation Finance – MarktanalyseNach mehreren turbulenten Jahren war 2012 für den kommer-ziellen Luftverkehr endlich ein relativ ruhiges Jahr. Trotz dernach wie vor schwierigen Lage der Weltwirtschaft verzeichneteder kommerzielle Luftverkehr zumindest im Passagierverkehreine relativ starke Nachfrage. Mit einem Zuwachs von 5,3 % beiverkauften Sitzplatzkilometern (RPK) entsprach das Wachstumim Passagierverkehr dem erwarteten Langzeittrend von etwa 5 %.Der Hurrikan Sandy sorgte im Oktober 2012 für eine gravierendeUnterbrechung des Luftverkehrs in den USA. Glücklicherweisekam es jedoch zu keinen weiteren Störungen durch Naturkatas­trophen, Terroranschläge oder politische Unruhen. Dennoch wardas Wachstum ungleichmäßig über die Regionen verteilt: DieFluggesellschaften aus Nahost konnten ihre Position stärken, teilsauf Kosten der etablierten westeuropäischen und asiatischenWettbewerber. Gleichzeitig verzeichneten die chinesischen undbrasilianischen Inlandsmärkte das deutlichste Wachstum. Dereinzige große Markt mit Negativwachstum war der indischeBinnenmarkt.
  • 65. 61DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceDie Anzahl „geparkter“ Verkehrsflugzeuge wuchs nur minimal –ein weiteres Indiz für die Stärke des Marktes. Der Großteil dieserFahrzeuge war mit veralteter Technik ausgestattet, doch wurdenauch mehr und mehr relativ moderne (aber nicht benötigte)50-sitzige Regionalflugzeuge abgestellt. Allgemein scheint derMarkt immer stärker auf neueres, effizienteres Fluggerät zusetzen. Ältere Modelle sind weniger gefragt, aber zumindestgelegentlich werden auch relativ junge Flugzeuge zerlegt. DieserTrend ist zum Teil auf die anhaltend hohen Treibstoffpreise unddas schwierigere finanzielle Umfeld für ältere Flugzeuge zurück-zuführen.Der Boom beim Flugzeugleasing zog 2012 zahlreiche, insbe­sondere asiatische Eigenkapitalgeber an und mehrere großeLeasing­gesellschaften sind nun in neuer Hand. Doch trotz derguten Stimmung im Leasingmarkt könnten sich Defizite imLeasingmodell zeigen: Die Leasingraten für einige der gefragterenFlugzeugtypen gaben nach und die Leasinggeber klagten überschwierige Neuplatzierungen bei einigen Modellen. Einige vonihnen sahen sich sogar gezwungen, weitere Abschreibungenvorzunehmen, um den Buchwert älterer Flugzeuge an das Markt-niveau anzupassen. Bei der Finanzierung neuer Anschaffungenwurden die global tätigen Luftfahrtgesellschaften und Leasing-geber auch in diesem Jahr maßgeblich von Exportkreditagenturen(ECA) unterstützt. Die Geschäftsbanken spielten hier einegeringere Rolle als in früheren Jahren, doch traten neue Markt-teilnehmer aus Schwellenländern auf, welche in erster Linie ihrenationalen Fluglinien finanzierten. Weitere Finanzquellen warendie Kapitalmärkte und das Eigenkapital der Leasinggeber.25.00020.00015.00010.0005.00002002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 201250403020100Geparkte Flotte in % der Gesamtflotte (rechte Skala) Auftragsbestand in % der Gesamtflotte (rechte Skala) Auftragsbestand in % der eingesetzten Flotte (rechte Skala)Gesamte Flotte (linke Skala) Geparkt (linke Skala) Auftragsbestand (linke Skala) Eingesetzte Flotte (linke Skala) Quelle: Ascend und DVB Aviation Research, Dezember 2012Anzahl derFlugzeuge %Auftragsbestand und Stilllegungen in der Verkehrsflugzeugflotte (Jets westlicher Hersteller)Ultimo 2012:– Auftragsbestand von 9.844 (45,7 %) der eingesetzten Flotte– Geparkte Flotte mit 2.640 (10,9 %) der Gesamtflotte
  • 66. 62DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation Financetäten von 5,2 % war die Verkehrsleistung der Gesellschaftenaus dem asiatisch-pazifischen Raum durchschnittlich. Die euro-päischen Fluggesellschaften erhöhten ihre Kapazitäten um 2,9 %,die Nachfrage nach verkauften Sitzplatzkilometern stieg jedochum 5,1 %. Die nordamerikanischen Fluggesellschaften reduziertenihre internationalen Kapazitäten um 0,3 % und erhöhten ihreInlandskapazitäten gleichzeitig um minimale 0,4 %. Die Gesamt-kapazitäten lagen somit nur 0,1 % über dem Vorjahresniveau.Die Nachfrage zog etwas stärker an und die verkauften Sitzplatz-kilometer legten 1,1 % zu.Die weltweiten Fluggesellschaften konnten 2012 erneut positiveNettoergebnisse erzielen. Zum letzten Mal hatte die IATA 2009ein negatives Ergebnis von 4,6 Mrd USD vermelden müssen. ImJahresverlauf 2012 verbesserten sich die Aussichten, sodass dieIATA ihre Nettogewinnprognose im Dezember auf 6,7 Mrd USDkorrigierte (2011: 8,8 Mrd USD). Dabei wurden über 80 % desBranchenergebnisses in zwei Regionen erzielt: im asiatisch-pazifischen Raum und in Nordamerika. Die stark expandierendenNahost-Fluggesellschaften trugen nur 0,8 Mrd USD zum Netto-gewinn bei und Lateinamerika – Zweitplatzierter in punctoVolumenwachstum – lediglich 0,4 Mrd USD. Europa und Afrikakonnten laut IATA nur eine schwarze Null erreichen.Verkehrszuwachs und Profitabilitätder FluggesellschaftenDia IATA beziffert den Zuwachs im weltweiten Passagierverkehrfür 2012 mit 5,3 %, was leicht über dem Durchschnittswertder letzten 20 Jahre (5,0 %) liegt. Das internationale Verkehrs-aufkommen stieg um ansehnliche 6,0 %, während der Inlands-verkehr dieses Niveau nicht ganz erreichen konnte. Hier erreichtedas Wachstum nur 4 %, was insbesondere dem schwachenUS-Inlandsmarkt (+0,8 %) zuzuschreiben war. Das Kapazitäts­angebot in angebotenen Sitzplatzkilometern (ASK) wuchs umlediglich 3,9 %, sodass der Auslastungsfaktor mit 79,1 % fasteinen neuen Spitzenwert erreichte. Die Airlines aus Nahost steigerten ihre Kapazitäten (gemessenin ASK) um 12,4 %, ihre verkauften Sitzplatzkilometer (RPK)sogar um 15,2 %. Mit deutlichem Abstand auf Platz 2 rangierteder lateinamerikanische Markt, dessen Verkehrsaufkommen um9,5 % und dessen Kapazitäten um 7,5 % über dem Vorjahr lagen.Die Fluggesellschaften aus Afrika erhöhten ihr Verkehrsaufkom-men um gesunde 7,2 %, obwohl sich ihre Kapazitäten im gleichenZeitraum um nur 6,5 % erweiterten. Mit einem Wachstum derverkauften Sitzplatzkilometer von 6,0 % und zusätzlichen Kapazi-403020100–10–20–30Jan2005Jul2005Jan2006Jul2006Jan2007Jul2007Jan2008Jul2008Jan2009Jul2009Jan2010Jul2010Jan2011Jul2011Jan2012Jul20121059075604530150RPK-Wachstum FTK-Wachstum Passagier-Auslastungsfaktor  Quelle: IATA, Dezember 2012LuftverkehrsaufkommenRPK- und FTK-Wachstum  Passagier-Auslastungsfaktor(%)(%)
  • 67. 63DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceDie Gewinnmarge vor Zinsen und Steuern (EBIT-Marge) lag aufglobaler Ebene bei lediglich 2,1 %. Hier zeigte sich erneut, dasssich die nordamerikanischen Luftfahrtgesellschaften daraufverstehen, auch bei geringem Marktwachstum rentabel zu wirt-schaften: Ihre EBIT-Marge lag bei 3,4 %, ein Ergebnis, zu demauch die zunehmende Marktkonsolidierung beigetragen habendürfte. Im asiatisch-pazifischen Raum, Nahost und Lateinamerikalagen die EBIT-Margen bei 2 – 3 %, während sie in Europa undAfrika nicht einmal 1 % erreichten. Eine interessante Entwicklungzeigt sich bei den Neugründungen von Fluggesellschaften: Seit2005 hat sich deren Zahl jährlich verringert, wodurch die Preis-macht der etablierten Anbieter möglicherweise gestärkt wird.LuftfrachtmarktDie gute Entwicklung des Passagiermarktes steht in starkemGegensatz zum internationalen Frachtmarkt. Nachdem die ver-kauften Frachttonnenkilometer 2011 bereits um 0,6 % gefallenwaren, brach das Frachtaufkommen 2012 noch deutlicher ein(Verlust von 1,5 %). Gleichzeitig waren mehr Kapazitäten verfüg-bar (+0,2 %). Die Auslastung verschlechterte sich daraufhin auf45,2 %. Neben dem schwachen Wachstum des Welthandelsdürfte ein weiterer Grund darin liegen, dass für die weltweitgehandelten Güter offenbar der Seeweg bevorzugt wird. Denkbarist auch, dass Frachtvolumina von der Luft- auf die Seefrachtverlagert wurden. Ausschließlich auf Luftfracht spezialisierteGesellschaften gerieten zusätzlich unter Konkurrenzdruck, weilsich mit der wachsenden Zahl moderner Widebody-Passagier-flugzeuge die Frachtkapazitäten enorm erhöhten. Schließlich kamnoch der Nachfragerückgang im Bereich Militärcharterverkehrhinzu und stellte die Fluglinien, die sich auf dieses recht profitableGeschäftsfeld konzentriert hatten, vor Probleme. Zu den Verlierernder Luftfrachtkrise zählen unter anderem World Airways undSouthern Air.FlugzeugneubestellungenObgleich 2012, anders als in den beiden Vorjahren, keine größerenneuen Modellreihen auf den Markt kamen, registrierten dieHersteller nur unwesentlich weniger Bestellungen als imRekordjahr 2011. Die Flugzeugbranche durchlebt derzeit einenumfassenden Generationenwechsel: Viele etablierte Modell­reihen werden durch neue, treibstoffärmere Familien ersetzt.Die Vergangenheit hat gezeigt, dass insbesondere die zuletztproduzierten Flugzeuge einer Baureihe großen Wertschwankungenunterliegen, während die ersten Flugzeuge einer neuen Generationeine deutlich vorteilhaftere Wertentwicklung aufweisen – soferndie Spezifikationen des neuen Modells gewisse Mindestanfor-derungen erfüllen.Gemäß der Online-Datenbank von Ascend orderten Fluggesell-schaften insgesamt 2.622 Verkehrsflugzeuge (brutto) aus west­licher Produktion. Storniert wurden 183 Bestellungen. Boeingprofitierte 2012 von der großen Nachfrage nach seiner 737 MAX,die im Juli 2011 angekündigt worden war. Mit 1.339 Neuauf­trägen brutto (1.203 netto inklusive Stornierungen) konnte dasUnternehmen seinen Konkurrenten Airbus übertrumpfen, dermit 914 Neuaufträgen brutto (833 netto) jedoch ebenfalls einsolides Bruttoauftragsvolumen vorzuweisen hat.Boeing erhielt allein für die 737 MAX 914 Festaufträge, vondenen ein Großteil (über 60 %) auf nur fünf Kunden entfiel. ImBereich der neuen Narrowbody-Modelle hatte das Airbus-Modell A320neo zum Jahresende weiterhin die Nase vorn: Eskam auf insgesamt 1.734 Aufträge, gegenüber 1.064 für dieBoeing 737 MAX. Während Airbus an seinem Spitzenmodell nurnoch sehr wenige Design-Änderungen vorgenommen hatte,arbeitete Boeing bei seinem neuen 737 MAX weiterhin an denFeinheiten. Für Fremdkapitalgeber und Investoren in die kom-merzielle Luftfahrt sind die beiden genannten Flugzeugfamilienvon zentraler Bedeutung, denn auf sie entfallen rund 70 % allerAuftragsbestände.Demgegenüber entwickelten sich die Widebody-FlugzeugeBoeing 787 Dreamliner und Airbus A380 im Berichtsjahr nichtallzu vorteilhaft. Beide litten unter technischen „Kinderkrankhei-ten“, sodass Anfang 2013 sogar für die Boeing 787 ein temporäresFlugverbot erlassen wurde. Airbus konnte 2012 lediglich neunA380 absetzen, während bei Boeing die 787-Bilanz zum Jahres-ende negativ ausfiel: 50 Neubestellungen standen 62 Stornie-rungen gegenüber. Für den etwas größeren A350XWB, die direkteAntwort der Europäer auf die Boeing 787, registrierte Airbus27 Neuaufträge netto. Der erste Flug dieser Maschine ist für 2013geplant. Im Twin-Aisle-Segment setzte sich der Erfolgskurszweier bewährter Flugzeugfamilien fort. Für die A330-Familiegingen bei Airbus 80 Aufträge brutto ein (58 netto), die meistendavon für den A330-300. Gleichzeitig verbesserte Airbus dieWettbewerbsfähigkeit dieses Typs durch Ankündigung einer leis-tungsstärkeren 242-Tonnen-Version des 300er Modells. Boeingfeierte mit der bewährten 777-Familie deutliche Absatzerfolge,wobei 73 der 75 Aufträge auf die -300ER mit ihrer vergrößertenReichweite entfielen. Weder für den Airbus A330 Freighter nochfür die Boeing 777 Freighter war 2012 ein verstärkter Auftrags-eingang festzustellen.
  • 68. 64DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation FinanceFlugzeugproduktion und -auslieferungenMit der Auslieferung von über 1.150 Verkehrsflugzeugen anBetreiber stellten die beiden führenden Flugzeughersteller imvergangenen Jahr einen neuen Rekord auf. In erster Linie belie-ferten Airbus und Boeing Fluggesellschaften im asiatisch-pazifi-schen Raum (47 %), gefolgt von Europa (20 %) und Nordamerika(13 %). Der Nahe Osten ist besonders für Twin-Aisle-Lieferungeneine wichtige Region: 36 % der 777 Auslieferungen fanden hierstatt. Im Einzelnen lieferte Boeing im Berichtsjahr 585 undAirbus 581 Flugzeuge aus, ein Anstieg um rund 17 % gegenüberdem Vorjahr. Besonders im Single-Aisle-Segment zogen dieAuslieferungen rasch an: Ascend Online zufolge lieferte Boeing405 Flugzeuge des Typs 737NG aus (2011: 365), während Airbus453 Flugzeuge seiner A320-Familie auslieferte (2011: 419). Obwohldas letzte Wort noch nicht gesprochen ist, befürchten vieleBranchenkenner eine Überproduktion in diesem Segment. DieHersteller produzieren jedoch nur auf Grundlage konkreter Auf-träge. Fabrikneue Maschinen ohne Käufer gibt es so gut wie nicht.Im Widebody-Segment stieg das Auslieferungsvolumen derBoeing 777 im vergangenen Jahr auf 83 Flugzeuge an – im Vorjahrwaren zehn Maschinen weniger ausgeliefert worden. Boeinglieferte 26 Flugzeuge vom Typ 767 aus, sechs mehr als 2011. DieProduktion der Boeing 787 kam mit 46 Auslieferungen endlichin Gang. Die Boeing 747-8 registrierte 25 Auslieferungen.98 Flugzeuge vom Typ A330 liefen durch die Produktion (14 Ein-heiten mehr als im Vorjahr), während vom Superjumbo A38030 Maschinen ausgeliefert wurden. Der Produktionsanlauf für dieBoeing 787 Dreamliner verzögerte sich aufgrund von technischenbzw. produktionsbedingten Schwierigkeiten sowie erheblichenNacharbeiten an den ersten Flugzeugen. Dadurch verlängert sichunter Umständen die Nutzungszeit älterer Maschinen bei denLuftfahrtgesellschaften, die für 2013 mit dem neuen Dreamlinergerechnet hatten.Die Nachfrage nach den übrigen Widebody-Flugzeugen – der767-300 und der 747-8 von Boeing sowie dem A340 von Airbus –blieb auch 2012 schwach. Boeing will die 767 dennoch erstdann aus dem Programm nehmen, wenn die Produktion des Militär-tankflugzeugs KC-46A anläuft. Für die 767-300ER gingen imBerichtsjahr 22 Nettoaufträge ein, 19 davon erteilte FedEx fürdie Frachtversion dieses Flugzeugtyps. Ein Grund zur Besorgnisdürfte eher das fehlende Marktinteresse an der neuen 747-8 sein.Sieben Maschinen des Typs waren geordert worden, doch nachsechs Stornierungen steht der Nettoauftragseingang bei nur mehreiner Bestellung.Nun zu den anderen Herstellern. Das brasilianische UnternehmenEmbraer verzeichnete 2012 für seine großen regionalen E-Jetseinen Nettoanstieg von nur 42 Neuaufträgen (von 1.051 auf 1.093).Zum Jahresende umfasste sein Auftragsbestand für Verkehrs-flugzeuge nur 185 Stück, die Mehrheit für den Typ E-190. Anfang2013 hellte sich die Nachfragesituation bei Embraer allerdingsetwas auf, denn Republic Airways erteilte einen Auftrag über47 Jets des Typs E-175 für American Eagle Airlines. Zudem gabEmbraer bekannt, seine Triebwerke für die zweite Generationdes E-Jets, die 2018 auf den Markt kommen soll, nicht mehr vonGeneral Electric, sondern dessen Erzrivalen Pratt & Whitneybeziehen zu wollen.Der Hauptkonkurrent von Embraer, Bombardier aus Kanada,fügte seinem Orderbuch insgesamt 73 Neuaufträge für seinModell CRJ hinzu, darunter einen Auftrag von Delta Air Linesüber 40 CRJ900. Der erste Flug der neuen C-Serie, für die Bom-bardier 2012 netto nur 15 Neuaufträge verbuchen konnte, wurdeauf Mitte 2013 verlegt. Die C-Serie des Unternehmens, ebensowie die E-Jets von Embraer, erhalten im Markt für Regionalflug-zeuge Konkurrenz von mehreren neuen Anbietern unterschied­licher Größe. Für den russisch-italienischen Sukhoi Superjet­gingen 2012 angeblich zehn Neubestellungen netto ein, währendMitsubishi einen Auftrag von Sky West Airlines über 100 Flug-zeuge des Typs MRJ feierte. Die Newcomer unter den Single-Aisle-Herstellern, COMAC (China) und Irkut (Russland), konzen­trierten sich auf den Finanzsektor und registrierten in ersterLinie Aufträge von Leasinggesellschaften. Für die COMAC C919wurden 115 Aufträge erteilt, darunter 20 vom internationalrenommierten Leasinggeber BOC Aviation. Irkut gewann mitAviakapital nur einen Leasinggeber als Kunden, der einen Auftragüber 35 MS-21 erteilte.
  • 69. 65DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceFlugzeugleasingEinige Operating-Leasing-Anbieter konnten 2012 weiter expan-dieren, sodass sich der Anteil geleaster Maschinen in derVerkehrsflugzeugflotte auf 36 % erhöhte. Leasinggeber konzent-rieren sich in der Regel eher auf „liquidere“ Flugzeugtypen. Sohalten sie beispielsweise einen Anteil von 54 % an der weltweitenA320-Flotte, bei der Boeing 737-800 sind es 51 %. Twin-Aisle-Flugzeuge sind bei Leasinggebern generell weniger gefragt,doch der A330 scheint hier eine Ausnahme zu sein: 43 % seinerFlotte sind geleast. Bei der Boeing 777 sind es nur 26 %. DerAnteil der Leasinggeber am Orderbuch für Verkehrsflugzeugeliegt unter 20 %, das Wachstum scheint also in erster Linie aufSale-and-Lease-Back-Transaktionen zu basieren. Offenbar habeneinige Fluggesellschaften, die in letzter Zeit große Aufträgeerteilt haben, auf hohe und dauerhaft verfügbare Sale-and-Lease-Back-Kapazitäten gebaut. Es ist jedoch nicht auszuschließen, dassdas Engagement der Leasinggeber bei einzelnen Fluggesellschaf-ten in naher Zukunft an seine Grenzen stoßen könnte.Im Leasinggeschäft war 2012 ein deutliches Interesse von Seitenneuer Investoren aus Asien zu beobachten. So verkaufte dieRBS Royal Bank of Scotland Group ihren Flugzeugleasingbereichan die Sumitomo Mitsui Financial Group. Mitsubishi UFJ Lease &Finance Company schloss eine Kaufvereinbarung mit der OaktreeCapital Group über ihre Beteiligung an Jackson Square Aviation.Die American International Group veräußerte nahezu ihre gesamteILFC-Flugzeugleasingsparte an ein chinesisches Konsortium.Dabei sieht sich das Flugzeugleasinggeschäft mehreren Heraus-forderungen gegenüber. Insbesondere wird die weitverbreitetePraxis, ein Flugzeug über einen Zeitraum von 25 Jahren auf einenRestwert von 15 % abzuschreiben, in der Branche zunehmendin Frage gestellt. Angesichts hoher Treibstoffpreise setzen dieFluggesellschaften immer stärker auf die modernsten und effizien-testen Maschinen, somit geraten die Werte und Leasingratenalter Flugzeuge unter Druck. Dass ECA-Finanzierungen wie auchSale-and-Lease-Back-Kapazitäten verfügbar sind, verleihtdem Neubautenmarkt zusätzliche Dynamik. Gleichzeitig wirdder Markt für gebrauchte Flugzeuge geschwächt, da sich dieGeschäftsbanken immer weniger an Finanzierungen beteiligenund bestimmte Länder für ältere Modelle gesperrt sind. Wieeine Analyse der Marktwerte im historischen Verlauf (Quelle:Ascend) zeigt, liegt beispielsweise der Restwert eines zehn Jahrealten Flugzeuges – etwa eines Airbus A320 – inzwischen deutlichunter dem einer vergleichbaren Maschine vor zehn Jahren.Aviation Finance – Strategische PositionierungDie DVB stellt Unternehmen der Luftverkehrsbranche eineeinzigartige Plattform an Dienstleistungen und Produkten zurVerfügung. Darüber hinaus kann sie eine beeindruckendeErfolgsbilanz hochstrukturierter Transaktionen vorweisen. Mitdieser überaus innovativen und sorgfältig aufgebauten Platt-form will sie ihre Kunden konsequent mit Finanzierungen undDienstleistungen durch die unterschiedlichen Marktzyklenbegleiten. Damit spiegelt diese Strategie das Leitbild von AviationFinance wider: „Als breit aufgestellte Bank wollen wir unserenKunden in jeder Phase und zu jedem Zeitpunkt des Branchenzyklusdie bestmögliche Kombination von Kapital und Dienstleistungenbieten.“Heute ist die DVB einer der größten Anbieter von Fremdkapital(mit und ohne Rückgriffsrechte) für Passagier- und Frachtflugge-sellschaften sowie für Leasingfirmen. Unser Gesamtengagementist stetig auf 6,9 Mrd € angewachsen und deckt die Finanzierungvon 858 Flugzeugen und 55 Ersatztriebwerken ab. Aus unsererSicht ist die Weiterentwicklung unseres objektbasierten Kredit-geschäfts der Schlüssel zu weiterem profitablem Wachstum indiesem Bereich. Ein Wettbewerbsvorteil ist dabei insbesonderedie Bereitschaft zur Übernahme von Restwertrisiken – basierendauf detailliertem Research und unseren weitreichenden Kennt-nissen des Marktes und einzelner Flugzeugtypen. Die DVB wirdan ihrer proaktiven Herangehensweise festhalten und ihr Port-folio unter Wahrung bewährter Kreditvergabeprinzipien weiterpflegen und ausbauen. Unsere Strategie baut auf dieses Kern-geschäft auf und bietet unseren Aviation-Kunden mit einemganzheitlichen „One-stop Shop“-Ansatz Finanzierungslösungenfür wichtige Flugzeugtypen. Kein anderer Flugzeugfinanzierersonst kann ein eigenes Asset Management-Team für Flugzeugevorhalten – ganz zu schweigen von einem Asset Management-Team für Flugzeuge und einer integrierten Partnerschaft miteinem Verwalter von Flugzeugtriebwerken.Gemeinsam mit dem Research-Team, das sich auf Luftverkehrs-mittel und -märkte konzentriert, gewährleistet eine Vielzahl vonSpezialisten, dass die Bank ihren Kunden in jeder Marktsituationbeständig mit intelligenten, maßgeschneiderten Lösungen zurFremd- und Eigenkapitalfinanzierung zur Seite stehen kann.
  • 70. 66DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation FinanceEin zentraler Erfolgsfaktor für die DVB ist die Zusammenarbeitin einem Expertenteam mit vielseitigem Erfahrungshorizont:Neben Finanzierungs- und Strukturierungsexperten gehören zumAviation Finance-Team auch Spezialisten, die durch ihre frühereberufliche Erfahrung bei Fluggesellschaften, Herstellern, AssetManagern und Leasingfirmen für Flugzeuge und Triebwerke überDetailkenntnisse in der Luftverkehrsbranche verfügen. Unseregeografische Ausrichtung deckt alle wichtigen Märkte für Flug-zeugfinanzierungen weltweit ab: London, New York, Singapur,Tokio und Frankfurt am Main.Bedeutendstes Differenzierungsmerkmal der DVB im Wett­bewerb ist, dass Aviation Finance weit mehr als die herkömmlichePalette an Bankdienstleistungen bereitstellt. Wir bieten diebeste Auswahl an Strukturen und Dienstleistungen genau dort,wo sich „Geld und Metall“ treffen. Unterstützung finden wir inunserem starken Research-Team. Unser Ziel ist es, sicherzu-stellen, dass dieses Unterscheidungsmerkmal von bestehendenund potenziellen Kunden erkannt und geschätzt wird. Bisherwaren wir dabei äußerst erfolgreich – und so erhielten wir imApril 2012 von dem renommierten Fachmagazin Air FinanceJournal drei bedeutende Auszeichnungen: „North America Dealof the Year 2011“, „Pre-Delivery Payment Deal of the Year 2011“und „Sale/Leaseback Deal of the Year 2011“.Für 2013 und die weitere Zukunft hat sich die DVB die Optimie-rung ihrer Ressourcen zur Aufgabe gemacht. Wir werden auchweiterhin unsere Risikopositionen mit größter Aufmerksamkeitbeobachten. Neben Kapital für Neugeschäft stehen der Bankeine Plattform und personelle Fähigkeiten zur Verfügung, die inder Branche ihresgleichen suchen. Das übergreifende Ziel, einzyklusneutrales Geschäftsmodell umzusetzen – ein Geschäfts-modell, mit dem die DVB in Abschwung- wie auch Aufschwung-phasen gleichermaßen aktiv (und damit profitabel) wirtschaftenkann – konnte Aviation Finance durchgängig verwirklichen.Derzeit arbeitet der Bereich daran, seine Effizienz zum Wohle derBank wie auch der Kunden flächendeckend weiter zu steigernund damit seinen Wettbewerbsvorsprung zu behaupten.Unsere Aviation Finance-Kunden können somit auf ein breitesSpektrum spezieller Kenntnisse zurückgreifen, die auf ihre unter-schiedlichen Anforderungen abgestimmt sind:• Structured Asset Financing für das Kreditgeschäft mit undohne Rückgriffsrecht sowie die Arrangierung und Strukturie-rung von Finanzierungen (einschließlich Leasing mit und ohnesteuerlichem Hintergrund)• Advisory Services, die auch Fragen der Kapitalbeschaffung/Finanzierungsstrategie, der optimalen Kapitalstruktur sowieSale-and-Lease-Back-Transaktionen umfassen• Aviation Asset Management für die Weiterplatzierung vonFlugzeugen, die Verwaltung von Leasingverhältnissen sowietechnische und allgemeine Beratungsdienste• Aero Engine Financing und Engine Asset Management, wasauch die Leistungen der TES Aviation Group mit einschließt,an der die DVB Bank SE einen Anteil von 40,0 % hält und diesomit einen integrierten und zuverlässigen Bestandteil derPlattform darstellt• Asset & Market Research als Grundlage des ganzheitlichen„One-stop Shop”-Ansatzes mit Hauptaugenmerk auf denFlugzeugmarkt• Private Equity Sourcing and Investments, betrieben durch dasAviation Investment Management-Team, das die DeucalionAviation Funds (Investitionen in Flugzeuge, Triebwerke, Eigen-kapital für Fluggesellschaften, forderungsbesicherte Anleihenetc.) verwaltet
  • 71. 67DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceAviation Finance – ProdukteUnser Geschäftsbereich Aviation Finance bietet auf Basis des„One-stop Shop“-Geschäftsmodells eine breite Palette an hoch-wertigen Produkten und Dienstleistungen an, die Mehrwert fürunsere Kunden schaffen. Structured Asset FinancingInnerhalb des Geschäftsbereichs Aviation Finance ist dasStructured Asset Financing das Herzstück des Produktangebots.Mit einem Kreditportfolio im Umfang von über 6,9 Mrd € undeinem Final-Take-Volumen im Neugeschäft von 1,6 Mrd € imJahr 2012 ist die DVB Marktführer bei der traditionellen und derobjektbesicherten Finanzierung von Flugzeugen und verwandtenAusrüstungsgegenständen. Um neue Kunden zu gewinnen,nutzen die Aviation Finance-Teams neben Einzelfinanzierungenauch die Möglichkeit, als Arrangeur oder im Rahmen strukturierterFinanzierungen aktiv zu werden. Zwar zeigen einige unserer Kon-kurrenten starkes Interesse, derartige strukturierte Aktivitäten(einschließlich Leasing mit und ohne steuerlichem Hintergrund)durchzuführen, doch sind sie im Gegensatz zur DVB nicht bereit,diese auch auf ihre Bücher zu nehmen. Exportfinanzierungenbietet die DVB nicht an, da sie kein adäquates Risiko-/Ertrags-verhältnis für unser Geschäft aufweisen.21 Relationship Manager in London, New York, Singapur undTokio decken die drei Schlüsselregionen des Luftverkehrsgeschäftsab. Das Kernkreditgeschäft umfasst Finanzierungen mit undohne Rückgriffsrecht. Für Letztere übernimmt die DVB gewöhnlichRestwertrisiken bezogen auf den Verkaufserlös der Flugzeugezum Ende ihrer Laufzeit – eine Tätigkeit, die eigene gutachterlicheKompetenzen zur Restwertbestimmung voraussetzt. Die vomAviation Research erarbeiteten Spezialanalysen sind hierbei einnotwendiger und entscheidender Wettbewerbsvorteil.Advisory ServicesDie DVB ist für ihre Kunden im Bereich Aviation mit einem spezi-ellen Beraterteam tätig: Aviation Financial Consultancy (AFC).Das Team ist in London und Singapur ansässig und besteht ausExperten mit umfangreicher Erfahrung im Bank- und Leasing­geschäft sowie in der Luftverkehrsbranche. Diese Spezialistenbieten ihren Kunden objektive Einschätzungen und Bewertungenund vermitteln ihnen damit wertvolle und innovative Erkenntnissezu ihren Projekten oder ganz allgemein zu ihrer Bilanz. AFCspezialisiert sich auf die Beratung von Fluggesellschaften,Leasing­gebern und Investoren. Im Einzelnen umfasst das Leis-tungsspektrum Finanzierungsberatung (Kredit-, Exportkredit-und Anzahlungsfinanzierung), Entscheidungsanalyse („Leasingoder Kauf“), Beratung bei der Flugzeugbeschaffung, Beratungbei (und Abwicklung von) Sale-and-Lease-Back-Transaktionen, dieBeurteilung von Geschäftsplänen und Entwicklungsstrategiensowie Restrukturierungsberatung.Aviation Asset ManagementDem Aviation Asset Management-Team (AAM) gehören elfSpezialisten an, die in London, New York und Singapur ansässigsind. Das Team bietet das volle Leistungsspektrum für das Flug-zeugmanagement – also Weiterplatzierung, Leasingmanagementsowie technische und allgemeine Beratungsleistungen. SeineKunden sind Fluggesellschaften, Leasingfirmen, Eigenkapital-und Anleiheinvestoren sowie Finanzinstitute. Bei seiner Tätigkeitstützt sich das Team auf umfangreiche Marktkenntnisse sowielangjährige Branchenkontakte und eine starke Reputation.Aviation Finance – „One-stop Shop“-Geschäftsmodell Structured Asset Financing Advisory Services Aviation Asset Management Aero Engine Financing and Engine Asset Management Private Equity Sourcing and Investments Risk Distribution Asset & Market Research Aviation Relationship & Lending
  • 72. 68DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012TES verfügt über eine einzigartige technische Expertise. DerDreiklang aus Leasing-Aktivitäten, dem Angebot überholterTriebwerksteile und technischem Expertenwissen ermöglicht esdem Unternehmen, eine umfassende Palette an technischen undRisikomanagement-Lösungen sowie Beratungsleistungen fürEigner und Betreiber von Flugzeugtriebwerken anbieten zu können.Darüber hinaus ist Aviation Finance mit der Finanzierung vonReservetriebwerken befasst, die Fluggesellschaften entwederdirekt oder über Operating-Leasing-Strukturen erwerben. DieseAktivitäten betreiben die Structured Asset Financing-Teamsneben dem Flugzeugfinanzierungsgeschäft. Da sie sich dabeiaber von Spezialisten der TES beraten lassen, kann der BereichAviation Finance eine qualitativ hochwertige Analyse derbetroffenen Aktiva gewährleisten.Asset & Market ResearchDie Teams Aviation Research (AR) und Airline Research & Analysis(ARA) bestehen aus fünf in London und Rotterdam ansässigenAnalysten, die die Strategie und Aktivitäten von Aviation Financemit hochwertigen, unabhängigen Analysen unterstützen.AR untersteht unmittelbar dem Vorstandsvorsitzenden der DVB.Das Hauptaugenmerk von AR liegt auf dem Flugzeugmarkt undder Flugzeugtechnologie, insbesondere deren Auswirkungen aufden Wert und die Fungibilität von Flugzeugen. Der Aufgaben­bereich von AR reicht von internen Gutachten zu Flugzeugwertenbis zur Unterstützung der Aviation-Teams mit Informationen undAnalysen zu Flugzeugen, Triebwerken und zum Luft- und Raum-fahrtmarkt insgesamt. Gemeinsam mit Group Risk Managementund Aviation Credit zeichnet AR verantwortlich für die Identifika-tion strategisch bevorzugter Flugzeugwerte und die Entwicklungentsprechender interner Kreditrichtlinien.Das Team ARA untersteht dem Head of Industry und liefertneutrale Brancheninformationen und Analysen zum Luftver-kehrsmarkt sowie zur Luftfahrtbranche. Schwerpunkt ist diekommerzielle Luftverkehrsbranche, die ARA nach geografischenRegionen, Sektoren und Subsektoren analysiert. In Zusammen-arbeit mit verschiedenen Transaktionsteams bietet ARA aktiveBeratung, Vergleichsanalysen und Due-Diligence-Protokolle.Beide Teams präsentieren ihre Research-Ergebnisse häufig aufAviation-Fachkonferenzen und in der Fachpresse.Seine Dienstleistungen erbringt es entweder als Paketlösungenoder als einzelne Module – je nachdem, was den Bedürfnissendes jeweiligen Kunden am besten entspricht. Das Team verfügtüber langjährige Erfahrung im schwierigen Umfeld des kommer-ziellen Luftverkehrs. Bei Originalausrüstungsherstellern, (Flug-zeug- und Triebwerks-)Leasingfirmen und Fluggesellschaftenkonnten die Teammitglieder wertvolle Erfahrungen im direktenUmgang mit Luftverkehrskunden erwerben. Derzeit betreut dasTeam über 90 Flugzeuge im Auftrag Dritter und/oder ist aktiv ander Weiterplatzierung von Maschinen beteiligt. Damit ist dasTeam einer der Hauptakteure im Asset Management für Flugzeuge.Als integraler Bestandteil der Aviation-Plattform schafft AAMauch im Hinblick auf allgemeinere Bedürfnisse der DVB-Kundenklaren Mehrwert: Das Team übernimmt häufig eine aktive Rollebei der Bewertung von Engagements, welche die Finanzierungs­teams in Betracht ziehen; auch führt es als Teil der jeweiligenTransaktionsteams Beratungsprojekte durch.Aero Engine Financing undEngine Asset ManagementDie TES Aviation Group (TES) war bis Juni 2012 eine Tochterge-sellschaft im Mehrheitsbesitz der DVB Bank SE. Dann verkauftedie DVB einen 60%igen Anteil an der Muttergesellschaft derTES Aviation Group, TES Holdings Ltd, an die neuen Gesellschaf-ter Mitsubishi Corporation und Development Bank of Japan Inc.,beide Tokio.Die TES bleibt insofern als wesentliche Komponente der Aviation-Plattform erhalten, als sie weiterhin Restwertrisiken undManagementlösungen für Flugzeuge mit einem Mindestaltervon zehn Jahren zur Verfügung stellt. Mit Sitz in Cardiff (Wales)und weiteren Standorten in Singapur (seit 2010) und Dallas,USA (seit 2011), ist die TES eine führende Asset-Management-Gesellschaft für Triebwerke. Das Unternehmen verwaltet – teilsim Kundenauftrag – ein Triebwerksportfolio im Gesamtwert vonüber 3 Mrd €.Im Rahmen seiner wachsenden Geschäftsaktivitäten im Zerlegenvon Triebwerken, dem Teileverkauf und dem Triebwerksleasingtritt TES als Käufer und/oder Manager von Flugzeugen undTriebwerken auf. Je älter ein Flugzeug wird, desto höher wirdder auf das Triebwerk entfallende Anteil an seinem Gesamtwert.Ab einem gewissen Punkt wird folglich der Ausbau des Triebwerkswirtschaftlich attraktiv. TES spezialisiert sich auf solche Fälle,die (verbunden mit Erträgen aus dem Triebwerksleasing) eineZerlegung und Weiterveräußerung von Flugzeugen und Trieb-werken ermöglichen.Aviation Finance
  • 73. 69DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation Finance – PortfolioanalyseDie DVB gilt als führender Arrangeur, Underwriter und Bereitstel-ler von objektbesichertem Kapital für die Flugzeugfinanzierung.Sie gehört zu den wenigen Finanzinstituten, die ihre Aktivitätenauch während der jüngsten Konjunkturabschwächung aufrecht-erhielten. Damit zeigte sie sich erneut als verlässlicher Partnerihrer Kunden auch in schwierigen Zeiten.Integrierter Plattformansatz mit globalem ProfilAviation Finance verfügt über ein leistungsfähiges Netz anBeziehungen zu Kunden und Partnern aus der Branche. Sieschätzen die DVB als eine Bank, die ihr Geschäft nicht nur bestensversteht, sondern auch über die Expertise verfügt, Finanzierungs-lösungen mit echtem Mehrwert anzubieten. Diese Beziehungenpflegt der Geschäftsbereich durch enge und ständige Kunden-kontakte, die durch Relationship Manager in London, New York,Singapur und Tokio gepflegt werden. Diese Kundenbetreuungwird durch die Teams von Aviation Financial Consultancy (mit Sitzin London) und Aviation Asset Management (ansässig in London,New York und Singapur) unterstützt. Ergänzt wird die Plattformdurch die enge Zusammenarbeit mit der TES Aviation Group,einem führenden Anbieter von Asset-Management-Dienstleis-tungen für Flugzeugtriebwerke mit Firmensitz in Cardiff (Wales),Großbritannien, an dem die DVB eine 40%ige Beteiligung hält.Das Produkt- und Dienstleistungsangebot von Aviation Finance istauf den gesamten Lebenszyklus von Flugzeugen und verwandtenAusrüstungsgegenständen ausgerichtet – von der Anzahlungs­finanzierung für noch auszuliefernde Flugzeuge bis zu Demontage-Lösungen für Flugzeuge und Reservetriebwerke am Ende desLebenszyklus. Innerhalb dieser Bandbreite stellt die DVB einePalette von Structured Asset Finance-, Beratungs- und AssetManagement-Dienstleistungen bereit, die der Nutzungsdauerder jeweiligen Flugzeuge angepasst sind.Unsere MarktführerschaftIm Jahr 2012 war die DVB erneut führend in einem Luft­verkehrsmarkt, der auf der Seite der Geschäftsbanken unterFinanzierungsengpässen litt. Dank der Unterstützung vonExportkreditagenturen und der Finanzierungsbereitschaft vonLeasinggesellschaften ließ sich die Finanzierung neuen Flug­geräts ohne große Probleme darstellen. Bei Transaktionen, fürdie keine Exportkreditmittel verfügbar waren, konnten sich diebonitätsstärksten Flug- und Leasinggesellschaften Finanzierungensichern. Für andere Adressen gestaltete es sich weiterhinschwierig, ihre Finanzierungs- und Refinanzierungsanforderun-gen zu decken, besonders für gebrauchte Flugzeuge oder beiAnzahlungsfinanzierungen. Da Aviation Finance nicht das vonden Exportkreditagenturen unterstützte, risikoarme und margen-schwache Geschäft im Blick hat, war jeder der insgesamt1,6 Mrd €, die wir 2012 als Darlehen ausreichten, sehr begehrt.Im Bereich Structured Asset Financing begleiteten wir weiterhinunsere wichtigsten Kunden – gleichzeitig gewannen wir auchneue Kunden. Zum Jahresende konnten wir einen sehr zufrieden-stellenden Finanzierungsmix für neue und gebrauchte Flugzeugevorweisen, mit denen wir eine geografisch wie auch bonitäts-mäßig stark diversifizierte Kundenbasis bedienten.Structured Asset Financing –Kreditportfolio und ErtragIm Jahr 2012 führten wir 50 neue Transaktionen mit Kundender Luftverkehrsbranche durch und nahmen dabei Engagementsmit einem Final Take von 1,6 Mrd € auf die Bücher (2011: 78 neueTransaktionen mit einem Final Take von 2,7 Mrd €). Die gesteigerteZinsmarge von 380 Basispunkten (2011: 325 Basispunkte) warrisikoadäquat und schuf einen Ausgleich für die im Jahresverlaufallgemein gestiegenen Liquiditätskosten. Damit blieb der Zins-überschuss von 73,4 Mio € in etwa auf dem Vorjahresniveau(2011: 74,0 Mio €). Bei der Risikovorsorge im Kreditgeschäftkonnten wir 4,2 Mio € auflösen, nachdem im Vorjahr 5,7 Mio €zugeführt wurden. Der Bestand an Risikovorsorge im AviationFinance lag damit 2012 bei 37,5 Mio €, gegenüber 48,0 Mio €Ende 2011. Wir gehen davon aus, dass dieses Vorsorgeniveauden notwendigen Puffer für potenzielle Ausfälle bietet. Damitstiegen sowohl die Erträge (+11,4 %) als auch das Segment­ergebnis (+14,7 %).Aviation FinanceAuszug aus dem Segmentergebnis für Aviation FinanceMio € 2012 2011 %Zinsüberschuss 73,4 74,0 –0,8Risikovorsorgeim Kreditgeschäft 4,2 –5,7 –Zinsüberschussnach Risikovorsorge 77,6 68,3 13,6Provisionsüberschuss 36,8 34,5 6,7Erträge(ohne IAS 39-Ergebnis) 114,5 102,8 11,4Verwaltungs-aufwendungen1)–16,7 –17,4 –4,0Segmentüberschussvor Steuern 98,1 85,5 14,71) Den operativen Geschäftsbereichen der DVB werden nur diejenigen Kosten zugeordnet,für die sie unmittelbar verantwortlich sind. Allgemeine Betriebskosten wie Gemeinkostenoder (beispielsweise) IT-Kosten werden den operativen Geschäftsbereichen nicht belastet.
  • 74. 70DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation Finance• Arranger/Underwriter für zahlreiche Finanzierungen miteingeschränktem Rückgriffsrecht zur Unterstützung vonLeasingfirmen-Kunden der DVB. Hierzu zählten Transaktionenfür AWAS (eine neue an LAN Chile verleaste A320-200 sowievier gebrauchte an Virgin Australia, El Al und KLM verleasteB737-800; und eine Transaktion für Dubai Aerospace Enter-prise (an EVA Air verleaste B777-300ER).• Entsprechend unserer marktführenden Stellung bei Finanzie-rungen gebrauchter Flugzeuge arrangierten wir Refinanzierun-gen verschiedener bilateraler Laufzeitkredite, unter anderemfür Thomas Cook (zwei A330-200, Baujahr 1999) und fürGuggenheim Aviation Partners (zwei an US Airways verleasteA330-200, Baujahr 2009).• Arranger/Agent einer Anzahlungsfinanzierung für TUI Travel,für zehn B737-800, die 2013 und 2014 zur Auslieferunganstehen. Weitere Anzahlungsfinanzierungen/Refinanzie-rungen wurden für Norwegian Air Shuttle (zwei B737-800)und Hainan Airlines (zwei B787-8) abgeschlossen.Ende 2012 belief sich das Aviation Finance-Portfolio auf 6,9 Mrd €(2011: 6,9 Mrd €). Das Portfolio valutiert jedoch zu 98,4 % inUS-Dollar. Auf Basis dieser Währung wurde aufgrund der Wechsel-kursschwankungen eine Wachstumsrate von 1,1 % erzielt, dasPortfolio wuchs somit auf 9,1 Mrd USD (2011: 9,0 Mrd USD). Dasbesicherte Kreditvolumen belief sich auf 99,8 % der Gesamt-forderungen.Herstellerbezogen bestand in unserem Portfolio ein leichterSchwerpunkt auf Flugzeuge von Boeing (52,5 % des Portfolios;2011: 47,9 %), während Maschinen von Airbus 40,6 % (2011:44,7 %) des Portfolios und andere Hersteller (hauptsächlichEmbraer) noch 6,0 % (2011: 7,4 %) ausmachten.Neue Engagements mit Stammkunden betrafen unter anderemAerCap, AWAS, Avolon, Norwegian und US Airways. Die DVBkonnte aber auch acht neue Kunden gewinnen, darunter MAS-Kargo, Turkish Airlines und Volga Dnepr. Beim gesamten neuakquirierten Geschäft trat die DVB als Arrangeur und/oderAgent in führender Rolle auf. Die 2012 neu eingegangenenFinanzierungen waren sowohl nach Kunden und Bonitätsträgernals auch nach finanzierten Flugzeugtypen gut diversifiziert.Bemerkenswert ist, dass 75,8 % des Neugeschäfts auf dieFinanzierung von (neuen und gebrauchten) Boeing-Flugzeugenentfiel. In einem gewöhnlichen Geschäftsjahr ist die Verteilungzwischen Boeing- und Airbus-Finanzierungen gleichmäßiger,womit wir auch für künftige Geschäftsjahre rechnen.Einige der wichtigsten Abschlüsse 2012 waren:• Arranger und Sole Lender einer Portfoliofinanzierung in Höhevon 136 Mio USD für BOC Aviation, bestehend aus zwei E195s,fünf A320-200, einer A321-200 und einer B737-700. Dabeihandelte es sich um die erste bilaterale Fazilität mit diesemKunden seit zehn Jahren. Für unser Portfolio war dies eineattraktive Ergänzung, denn BOC Aviation (vollständig imBesitz der Bank of China) zählt zu den weltweit führendenOperating-Leasing-Anbietern.• Arranger eines Japanese-Operating-Lease (JOL) mit einemVolumen von 65 Mio USD für die Finanzierung von zweiBoeing 737-800 der Turkish Airlines. Bei diesem Abschlussbot sich der DVB die seltene Chance, eine unmittelbareTransaktion mit Turkish Airlines einzugehen, gleichzeitigwar es der erste gemeinsame Deal mit Yamasa, die in derJOL-Struktur als Leasinggeberin fungierte.
  • 75. 71DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceVorherrschend sind nach wie vor die Narrowbody-Typen mit54,8 % (2011: 55,2 %). Dies entspricht unserer Strategie einerBevorzugung dieses Flugzeugtyps, da Narrowbody-Flugzeuge alsdie „liquidesten“ gelten und somit die größte Sicherheit bieten(im Sinne der Weitervermarktungsfähigkeit an andere Betreiber).Nach Flugzeugtypen analysiert, blieb der Portfolioanteil finan-zierter Widebody-Flugzeuge und Regionaljets konstant undbelief sich auf 29,6 % bzw. 6,9 %. Der Anteil von Frachtflugzeugenerhöhte sich dagegen leicht auf 8,7 % (2011: 7,9 %). Von den finanzierten Flugzeugen sind 35,1 % des Portfoliosnicht älter als drei Jahre und 60,3 % nicht älter als sechs Jahre.Aviation Finance ist zwar versiert in der Finanzierung von Flug-zeugen jeden Alters, was sich immer wieder als Wettbewerbs-vorteil erweist, doch lassen sich neuere Flugzeuge (sowieNarrowbody-Maschinen) bei Bedarf – also bei Ausfall einesKunden – leichter verkaufen oder verleasen. Das derzeitigeAltersprofil bildet somit eine sehr solide Grundlage.  Noch im Bau 4,2 % Bis zu 1 Jahr alt 8,4 % 1 bis 3 Jahre alt 22,5 % 4 bis 6 Jahre alt 25,2 % 7 bis 10 Jahre alt 16,9 % 11 bis 15 Jahre alt 18,0 % 16 bis 20 Jahre alt 3,6 % 21 bis 25 Jahre alt 1,2 %Aviation Finance-Portfolio nach Baujahr Narrowbody-Passagierflugzeuge 54,8 % davon: 28,5 % Boeing 26,3 % Airbus Widebody-Passagierflugzeuge 29,6 % davon: 16,1 % Boeing 13,5 % Airbus Frachtflugzeuge 8,7 % davon: 7,9 % Boeing 0,8 % Airbus Regionaljets 6,9 % davon: 6,0 % Embraer 0,9 % BombardierAviation Finance-Portfolio nach Flugzeugtypen
  • 76. 72DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation FinanceDas Portfolio von Triebwerksfinanzierungen, das die Teamsdes Structured Asset Financing neben der Flugzeugfinanzierungbetreuen, schrumpfte 2012 auf nur 56,4 Mio € (55 finanzierteTriebwerke), nach 83,1 Mio € (60 finanzierte Triebwerke) imVorjahr. Hier zeigte sich das begrenzte Transaktionsvolumen indiesem Nischenmarkt.Auch die Kundenstruktur des Portfolios ist gut diversifiziert:52,2 % der Kunden sind Leasingfirmen, 43,8 % Fluggesellschaftenund 4,0 % Logistikunternehmen. Bei insgesamt 165 Kundenergibt sich ein Durchschnittsengagement von circa 41,8 Mio €pro Kunde. Das größte Einzelengagement im Bereich AviationFinance beträgt zurzeit 171,8 Mio €. Für 46 Kunden bestehenKredite und Kreditzusagen von über 50 Mio €.Das Portfoliorisiko ist auch geografisch gut diversifiziert und bietetein ausgewogenes Verhältnis zwischen Nord- und Südamerika(36,9 %) und Europa, dem Nahen Osten und Afrika (37,6 %).Der Anteil, der auf Kunden in Asien und Australien/Ozeanienentfällt, blieb mit 20,4 % relativ stabil. Angesichts des hohenKonkurrenzdrucks auf diesem Markt ist dies durchaus akzeptabel,dennoch wollen wir in dieser Region weitere Marktanteilehinzugewinnen.  Nordamerika 35,1 % Europa 33,5 % Asien 19,4 % Offshore 5,1 % Naher Osten/Afrika 4,1 % Südamerika 1,8 % Australien/Ozeanien 1,0 %Aviation Finance-Portfolio nach Länderrisiko
  • 77. 73DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceStructured Asset Financing –Die wichtigste Transaktion 2012Einige der wichtigsten 2012 abgeschlossenen Transaktionensind im obigen Abschnitt „Kreditportfolio und Ertrag“ dargestellt.Als wichtigste Aviation Finance-Transaktion des vergangenenJahres sehen wir ein Finanzberatungsmandat für LOT PolishAirlines. Dieses Mandat erhielt die DVB im Zusammenhang mitder Finanzierung der ersten fünf Lieferungen von Maschinen desTyps Boeing 787-8. Der Kunde profitierte dabei von der ganzenStärke unserer Aviation Finance-Plattform: Wir konnten dieInvestition in Höhe von einer halben Milliarde Dollar für ein neuentwickeltes Flugzeug begleiten, die im Rahmen der Flotten­erneuerung erforderlich wurde. Dieser Auftrag stellt LOTs größteEinzelinvestition der jüngeren Vergangenheit dar. Wir sind stolzdarauf, mit diesem wichtigen Mandat betraut worden zu sein,das wir nicht zuletzt aufgrund unserer guten Kundenbeziehungenund der erfolgreich abgewickelten Vorgängerprojekte mit derFluggesellschaft realisieren konnten. DVB erstellte für LOT einevollumfängliche Analyse sämtlicher auf dem Markt verfügbarerOptionen, die unter anderem folgende Bestandteile umfasste: einedurch die Export-Import Bank of the United States (US Ex-Im Bank)abgesicherte Finanzierung, Sale-and-Lease-Back-Optionen,Analyse der kurz- und langfristigen Auswirkungen auf Bilanz,Gewinn- und Verlust- sowie Kapitalflussrechnung. Unser AviationResearch-Team lieferte Hintergrundinformationen und Analysenüber den Wert der auf neuen Technologien basierenden Maschineals Investitionsobjekt. Erstellt wurden Analysen auf Basisunterschiedlicher Triebwerksausstattung und Produktionszeit-punkte. Unser Aviation Asset Management-Team begleitete dieKostenanalyse und die Verhandlung der Leasingoptionen sowiedie Ausarbeitung von Annahmen für Wartungsrückstellungen,Rückgabebedingungen und andere Leasingkonditionen. UnserFinancial Institutions-Team stellte schließlich eine breite Markt-abdeckung für LOT sicher. Die Fluggesellschaft konnte aus einergroßen Bandbreite an Finanzierungsvorschlägen auswählen,die von den größten Marktteilnehmern abgegeben wurden –darunter auch Leasing-Anbieter sowie Geschäfts- und Investment-banken. Die ersten zwei Maschinen wurden 2012 ausgeliefert unddurch Schuldverschreibungen finanziert, die die US Ex-Im Bankabsichert. LOT kann die Schuldverschreibungen in Anleihen derUS Ex-Im Bank umwandeln. Diese Option soll Anfang 2013 erneutüberprüft werden.Die wichtigste Transaktion im Aviation Finance 2012
  • 78. 74DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aviation FinanceIm Jahr 2012 hatten wir einige wenige Transaktionen, bei deneneine Restrukturierung oder korrigierende Maßnahmen notwendigwurden. Unter der Federführung von Aviation Special Projectskonnten wir jedoch Kreditänderungen und Restrukturierungendurchführen und somit die Verluste mindern, die andernfalls inden Folgejahre gedroht hätten.Wir sind überzeugt, dass uns unser proaktives Risikomanagementeinen hervorragenden Überblick über potenzielle Problembereicheunseres Kreditportfolios verschafft. Zudem stehen wir bereit,„defensive“ Finanzierungen auszureichen, bei denen wir gleich-zeitig unsere Risikoposition für bestehende Engagements gegen-über dem betreffenden Kunden verbessern – so etwa durchÜberkreuz-Besicherung. In allen Fällen wird Aviation Financedie notwendigen Maßnahmen ergreifen, um seine Position alsgesicherter Darlehensgeber zu stärken.Aviation ServicesSeinen Erfolg im Geschäftsjahr 2012 verdankte Aviation Financeauch den starken Ergebnisbeiträgen der reinen Aviation-Dienst-leistungsaktivitäten. So stärkten AAM, AFC und das TokioterStructured Asset Financing-Team den Ruf der DVB als führendeMerchant-Bank in der Flugzeugfinanzierung. Diese Teams beschäf­tigten sich mit vielfältigen Mandaten, von denen alle solide,risikofreie Provisionserträge einbrachten. Hervorzuheben sindunter anderem die Folgenden:• AFC wurde von einer Low-Cost-Airline damit beauftragt,die Finanzierungsmöglichkeiten für eine bevorstehendeBestellung zu analysieren.• Weiterhin wurde AFC bei zwei Eigenkapitalaufnahmen – diederzeit umgesetzt werden – als Finanzberater mandatiert:einmal auf Investorenseite und einmal auf Seite des Kapitalsuchenden Unternehmens.• AAM schloss im Berichtsjahr 20 Flugzeugtransaktionen ab.Dazu zählten unter anderem die Verleasung von vier B747-400Frachtflugzeugen sowie der anschließende Verkauf von zweiendieser Maschinen; die Neuverleasung gebrauchter A320 undA330 in Europa; die Beschaffung eines Narrowbody-Flugzeugsfür eine US-Fluggesellschaft.• Ferner konnte AAM seine Aktivitäten in Asien ausbauen:Zwei führende asiatische Airlines beauftragten das Teammit der Vermarktung einer Flotte von Airbus-Narrowbody-Maschinen bzw. einer Flotte von Widebody-Frachtflugzeugen.Eine große asiatische Leasinggesellschaft übertrug ihm dastechnische Management.Structured Asset Financing – RisikomanagementDer Aufbau eines profitablen Kreditportfolios erfordert großesGeschick und ist leicht durch Kreditausfälle zu gefährden. Vordiesem Hintergrund hat Aviation Finance über viele Jahre hinwegein starkes Risikobewusstsein entwickelt. Dies beginnt mitunserem kundenorientierten Relationship Management, ziehtsich durch jede Bearbeitungsphase bis zum Abschluss eines neuenEngagements (also bei Aviation Credit, Aviation Research unddem Kreditausschuss) und wird anschließend über die gesamteLaufzeit des Kredits fortgeführt.Im Zentrum unserer Erwägungen zu jedem neuen Kredit stehtein Deal Committee, das frühzeitig zu Gesprächen über einpotenzielles Neuengagement zusammentrifft, um Risiken zuidentifizieren, strukturelle Mängel aufzudecken und letztendlicheine einvernehmliche Entscheidung zu treffen – ob positiv odernegativ. Das Gremium umfasst alle Teams von Aviation Finance,insbesondere das für Aviation Finance verantwortliche Vorstands-mitglied, den Head of Industry, die Leiter von Aviation Credit,Aviation Research und Aviation Asset Management sowiejeden Regionalleiter im Aviation Finance. Nur die durch das DealCommittee genehmigten Transaktionen durchlaufen die nächsteStufe und werden dann dem Kreditausschuss vorgelegt. Dankder Leistungsfähigkeit des Deal Committee ist der Anteil abge-lehnter Transaktionen hoch – ein Ausdruck unserer Unterneh-menskultur, die auf sorgfältige Risikoauswahl und Konsens setzt.Sobald eine Transaktion verbucht ist, wird sie vom jeweilszuständigen Relationship Manager und Kreditsachbearbeitersowohl laufend als auch im Rahmen von Prüfprozessen undStresstests überwacht. Falls notwendig, wird das Engagementauf die Early Warning List, die Closely Monitored List oder aufdie Watch List gesetzt. Das kontinuierliche Risikomanagementwird durch eine strikte Call-Report-Disziplin unterstützt. Danebenüberprüft die Leitung von Aviation Finance regelmäßig dasgesamte Portfolio, um frühzeitig den konkreten Handlungsbedarfzu bestimmen.Die Aviation-Plattform wurde so gestaltet, dass sie optimalauf einen Abschwung vorbereitet ist und jede Art von Stress-Szenarien im Kreditportfolio – einschließlich Restrukturierungenoder Zwangsvollstreckungen von Flugzeugen – bewältigen kann.Die Managementqualität für solche Problemtransaktionen wirderheblich durch das Aviation Special Projects-Team gestärkt:Es übernimmt in diesen Fällen die Federführung und erarbeitetgemeinsam mit Aviation Credit mögliche Lösungswege fürAbwicklungsengagements. Bei Bedarf kann das Team AAMund/oder TES als Asset Manager für Flugzeuge oder Triebwerkeheranziehen.
  • 79. 75DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation FinanceEnde 2012 verwaltete AAM im Rahmen von Leasingmanagement-bzw. Vermarktungsverträgen ein Portfolio von 94 Flugzeugen(2011: 65) für Dritte. Damit gehört das Team auch weiterhin zuden wichtigsten Asset Management-Anbietern der Branche.Unter der Führung des Tokioter Teams konzentriert sich die DVBseit einiger Zeit darauf, ihre Geschäftstätigkeit und Aktivitätenim wichtigen japanischen Luftverkehrsmarkt weiter voranzu-bringen. Dieser Fokus und unsere lokale Präsenz trugen in denletzten Jahren mehrfach Früchte – und auch 2012 war dies derFall. In der ganzen Aviation-Plattform schlossen wir im Jahres-verlauf neben dem bereits erwähnten Japanese Operating Leasefür Turkish Airlines weitere JOL-Finanzierungen ab, unter anderemmit renommierten Adressen wie British Airways, KLM undRyanair. Insbesondere aber spielte unser Team in Tokio einezentrale Rolle bei der reibungslosen Integration unserer neuenMiteigner bei TES (der Development Bank of Japan, Inc., undder Mitsubishi Corporation). Wir freuen uns darauf, mit diesenPartnern langfristige Beziehungen aufzubauen.Die DVB ist entschlossen, ihre Leistungskraft und Ressourcenauch künftig weiter auszubauen. Wir gehen davon aus, dass sichdieser Ansatz – als Kernstück unseres zyklusneutralen Geschäfts-modells – auch im kommenden Geschäftsjahr auszahlen wird.Aviation Finance – Prognose fürdie wesentlichen Luftverkehrssegmente 2013Die Weltwirtschaft zeigte zuletzt Anzeichen einer leichtenErholung, der kommerzielle Luftverkehr hat somit gute Chancen,den 2012 begonnenen Wachstumskurs fortzusetzen. Wie in derVergangenheit bleibt die Branche jedoch anfällig für potenziellstark negative, häufig unvorhersehbare Ereignisse weltweit. Sohatten Fluggesellschaften allein in der jüngeren Vergangenheitunter den Auswirkungen von Naturkatastrophen, makroökono-mischen Erschütterungen, (drohenden) Epidemien, politischenUnruhen und Terroranschlägen zu leiden. Ferner hängen dieErgebnisse der Airlines stark von der Lage in den verschiedenenWeltregionen ab, weshalb ihre Wachstumsaussichten beispiels-weise im Nahen Osten besser sind als in Westeuropa. Die IATAerwartet für 2013 bei den weltweit verkauften Frachttonnenkilo-metern einen etwas stärkeren Anstieg von 3,7 % (gegenüber3,2 % im Berichtsjahr). Damit könnte das Verkehrswachstumden Kapazitätszuwachs (3,4 %) leicht übersteigen. Die Fluggesell-schaften im Nahen Osten werden bei den Zuwachsraten erneutdie Spitzenposition einnehmen: Gemessen an verkauften Fracht-tonnenkilometern dürften sie um etwa 12,3 % zulegen, damitwürden sie fast doppelt so schnell wachsen wie die zweit-stärkste Region Lateinamerika. Der asiatisch-pazifische Raumund Afrika werden voraussichtlich um 4,4 % bzw. 6,2 % zulegen.Europa dürfte schätzungsweise einen Zuwachs von 2,2 % errei-chen, während Nordamerika nahezu stagnieren wird (0,4 %).Was die Nettoergebnisse betrifft, so ist 2013 für die Luftfahrt-branche weltweit ein Anstieg auf 8,4 Mrd USD zu erwarten(2012: 6,7 Mrd USD). Die Region Nordamerika könnte alleanderen Regionen übertreffen und 2013 Erträge von insgesamt3,4 Mrd USD erwirtschaften, dicht gefolgt vom asiatisch-pazi-fischen Raum mit 3,2 Mrd USD. Für den Nahen Osten und Latein-amerika wird mit Erträgen von 1,1 Mrd USD bzw. 0,7 Mrd USDgerechnet. Europa und Afrika hingegen können zufrieden sein,wenn sie die Gewinnschwelle erreichen. Die Finanzergebnisseder Fluggesellschaften hängen maßgeblich von der Entwicklungder Treibstoffpreise ab und diese waren in den vergangenenzwei Jahren vergleichsweise hoch. Allerdings scheinen dieFluggesellschaften heute besser damit umgehen zu können –beispielsweise, indem sie den Ladefaktor je Flug maximierenund dies offenbar mit zunehmendem Erfolg.
  • 80. 76DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012deutlicher Kostensteigerungen – ausschließlich als Premium­produkt anbieten kann. Airbus eigener „Dreamliner“ A350XWB,wird voraussichtlich noch 2013 seinen Jungfernflug antreten.Sollte es gelingen, dieses ebenfalls hochkomplexe Flugzeugnach Zeitplan fertigzustellen, hätte Airbus Großes geleistet.Im Segment der Langstreckenflugzeuge bleibt die Boeing 777-300ER unterhalb der A380 und Boeing 747 konkurrenzlos.Während die Markteinführung einer „einfach verlängerten“Boeing 787-10X als Antwort auf den A330-300 unmittelbarbevorzustehen scheint, bleibt die Boeing 777X auf absehbareZeit ein Zukunftsprojekt, um den Absatz der 777-300ER nicht zugefährden. Unserer Ansicht nach bleibt fraglich, ob die Maschinenvom Typ Airbus A380 und Boeing 747-8 im Jahr 2013 nennens-werte Absatzzahlen erreichen.Für Bombardier wird 2013 ein ereignisreiches Jahr, denn derErstflug der neuen C-Serie steht bevor, die für das Unternehmenvon entscheidender Bedeutung ist. Zwar wurde für die C-Seriebereits ein ordentliches Absatzvolumen erreicht, doch fehlennoch einige größere Aufträge. Für Embraer besteht nach einemvielversprechenden Jahresauftakt 2013 die größte Herausforde-rung nach wie vor darin, seine „alten“ E-Jets zu verkaufen. DieKunden des Unternehmens könnten ihre Aufmerksamkeit derzweiten Generation dieser Maschinen zuwenden, die ab 2018auf den Markt kommen soll.Im Markt für gebrauchte Flugzeuge erwartet die DVB nach wievor eine schwierige Lage – ungeachtet der optimistischenÄußerungen einiger Leasinggesellschaften. Der sogenannte„Last-off-the-line“-Effekt (der besagt, dass die letzten Modelleeiner Generation stärker an Wert verlieren) könnte sich bei unter-schiedlichen Flugzeugtypen bemerkbar machen, was zu stärkerabfallenden Wertentwicklungskurven führen könnte. Erst der Ein-satz einer neuen Flugzeuggeneration wird diese Situation nach-haltig heilen können. Vor dem Hintergrund der hohen Treibstoff-preise könnten kleinere Flugzeugtypen wie die Boeing 737-700oder der Airbus A319 nur mit Schwierigkeiten Abnehmer finden,während die Nachfrage zu den größeren 737-800 und -900ERbzw. A320 und A321 tendiert.Für (fast) neue Flugzeuge scheinen Finanzierungen wenigerproblematisch. Allerdings dürften manche Fluggesellschaften diehöheren Kosten für ECA-Finanzierungen – wie im neuen AircraftSector Understanding ausgehandelt – schmerzhaft spüren. Vonden Kapitalmärkten erwarten wir eine Reihe von Produktinnova-tionen, die bestimmten Fluggesellschaften helfen könnten,ihren Marktanteil zu steigern. Da Eigenkapitalgeber offenbardas Flugzeugleasing als attraktive Investitionsmöglichkeit für sichentdeckt haben, rechnen wir zumindest für die etablierten Leasing-gesellschaften nicht mit einem Mangel an Leasinggelegenheiten.Auf dem Markt für Gebrauchtflugzeuge wird das Angebot anFremdkapitalfinanzierungen knapp bleiben, was per se bereitsauf die Flugzeugwerte und Leasingraten drückt.Zusätzlich setzen immer mehr Fluggesellschaften weitere Inst-rumente der Renditeoptimierung ein. Dabei ist eine weitere Auf-spaltung in zwei grundlegende Geschäftsmodelle zu beobachten.Auf der einen Seite stehen auf Kurzstrecken spezialisierte Flug-gesellschaften: Sie setzen zunehmend das um, was die Low-Cost-Anbieter erfolgreich vormachen, wie etwa das Anbieten vonEinzelleistungen statt ganzer Pakete. Denn während die Preis­elastizität bei Tickets hoch ist, stört es die Passagiere offenbarkaum, wenn Zuschläge für Übergepäck oder den Service an Borderhoben werden. Auf der anderen Seite des Spektrums stehenFluggesellschaften, insbesondere aus dem Nahen Osten, diedurch Angebote von Premiumprodukten im Langstrecken­bereichMarktanteile erobern. Damit laufen die traditionellen Flugge-sellschaften (aus Europa) Gefahr, zwischen diesen beiden spezi-alisierten Geschäftsmodellen im Wettbewerb aufgerieben zuwerden.Im Markt für Luftfrachtverkehr gibt es wenig Grund für Optimis-mus, denn Zeichen für eine baldige Verbesserung der Lage sindderzeit nicht auszumachen. Es spricht einiges dafür, dass diederzeitigen Probleme nur teilweise auf zyklische Schwankungenzurückgehen, zum Teil aber auch struktureller Natur sind.Der Markt für kommerzielle Verkehrsflugzeuge dürfte nachunserer Einschätzung stabil bleiben, wobei der hohe Auftrags-bestand für eher rückläufige Neubestellungen sprechen könnte.Im Single-Aisle-Segment sind die aktuellen Generationen vonAirbus A320 und Boeing 737 nahezu ausverkauft, dennoch solltenbeide Hersteller ihre Lieferstrukturen weiterhin genau im Blickbehalten für den Fall, dass Fluggesellschaften die Auslieferungenverzögern oder ihre Bestellungen zurückziehen. Der Auftrags­bestand beim Airbus A320neo und Boeing 737 MAX ist ebenfallserheblich. Die Produktionslinien sind für die kommenden Jahreausgelastet, wobei für strategische Bestellungen fast immerKapazitäten verfügbar gemacht werden können. Da die Erstflügeder beiden Maschinen noch nicht für 2013 zu erwarten sind, wirdsich die Branche vorerst in Geduld üben müssen. Ob die ver­sprochenen Effizienzsteigerungen und der geringere Wartungs-aufwand durch höhere Ausfallsicherheit tatsächlich realisiertwerden können, wird sich zu gegebener Zeit zeigen. Währendalso die technologischen Risiken unverändert bestehen, scheinendie Marktrisiken der beiden neuen Maschinen begrenzt.Im Widebody-Segment hängt viel davon ab, inwieweit es Boeinggelingen wird, aus dem Dreamliner ein verlässliches, einwand-frei funktionierendes Produktionsmittel für die Airlines zu machen.Im unwahrscheinlichen Fall, dass die gegenwärtigen Problemeauch längerfristig fortbestehen, wird insbesondere der A330davon profitieren. Interessanterweise ist Airbus mittlerweiledurchaus in der Lage, den Airlines mit dem äußerst fähigen undausgereiften A330-300 eine echte Alternative zu der hochent-wickelten, aber störanfälligen 787 anzubieten. Davon abgesehenwird Airbus seine ausgereifte Maschine zu einem sehr wettbe-werbsfähigen Preis anbieten, während Boeing die 787 – aufgrundAviation Finance
  • 81. 77DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAviation Finance – Portfolioprognose 2013Die DVB gehört nach wie vor zu den wenigen kontinuierlichaktiven Anbietern in der globalen Flugzeugfinanzierung. Vieleeuropäische Banken haben immer noch mit den Auswirkungender Wirtschafts- und Finanzkrise und dem erhöhten Liquiditäts-druck beim US-Dollar zu kämpfen. Viele unserer traditionellenWettbewerber haben sich daher aus dem Markt zurückgezogenoder spielen zumindest keine führende Rolle mehr. Vor diesemHintergrund war bei einigen neuen, weniger erfahrenen Institutenein wachsendes Interesse an der Flugzeugfinanzierung zu beob-achten. Insbesondere japanische Banken, aber auch Instituteaus Asien und Australien entdecken die Flugzeugfinanzierungals interessantes Geschäftsfeld, von dem sie sich ein günstigeresRisiko-/Ertragsverhältnis versprechen. Allerdings werden dieseNeueinsteiger eher zu sicheren Engagements tendieren. AlsFolge dürfte sich der Wettbewerbsdruck bei Preisen und anderenKonditionen auf bestimmte Kunden und Verkehrsmittel beschrän-ken, die größtenteils nicht dem Kerngeschäft der DVB zuzurechnensind. Damit wird der Wettbewerb in einigen Segmenten unseresStructured Asset Financing-Geschäfts relativ beschränkt bleiben.Grundsätzlich rechnen wir zwar nicht mit einer Liquiditätsver-knappung bei der Finanzierung von Flugzeug-Neuauslieferungen,jedoch erwarten wir eine gewisse Umverteilung. Da die Kostenfür ECA-unterstützte Kredite deutlich angestiegen sind, dürftenKreditnehmer zunehmend kommerzielle Kreditangebote inBetracht ziehen. Konkret heißt dies, dass US-Fluggesellschaftenund „öffentliche Leasinggesellschaften“ aufgrund des fortge-setzten Interesses der US-Kapitalmärkte mit einem weiterhinmassiven Liquiditätsangebot rechnen können. AnhaltendeFinanzierungsschwierigkeiten sind jedoch bei gebrauchtem Flug-gerät zu erwarten – vor allem angesichts des inzwischen deutlichsichtbaren Überangebots auf dem Narrowbody-Markt, dassich bereits in „weichen“ Wertansätzen und Leasingraten fürgebrauchte Flugzeuge niederschlägt. Wir betrachten die gegen-wärtige Situation als Chance für die DVB, da Präsenz auf demSecondhand-Markt (und dessen Bewertung) zu den Kernkompe-tenzen und wesentlichen Stärken von Aviation Finance gehört.Unverändert erlebt die DVB eine gesunde Nachfrage nach Risiko-kapital und ihren Dienstleistungen. Auch im laufenden Jahr wirdAviation Finance seinen Ressourceneinsatz sorgsam planenmüssen. Für die Fortsetzung des Erfolgskurses wird es auf dierichtigen Entscheidungen ankommen – insbesondere, was dieAuswahl von Transaktionen und die Allokation von Risikoaktivaangeht. Hier zahlt sich aus, dass Aviation Finance ein Experten-team mit umfangreicher Erfahrung und unterschiedlichem fach­lichem Hintergrund aufgebaut hat – kurz: ein Team, das mehr alsdie erforderlichen Fähigkeiten mitbringt, um die richtigen Ent-scheidungen sicherzustellen und die geforderte Performance zuschaffen.Schon seit Längerem weisen wir darauf hin, dass ein unsichererMarkt auch besondere Chancen für einen Spezialisten wie unsbietet. Die hervorragenden Ergebnisse der vergangenen Jahresprechen für sich. Mit unserer stark Objekt-orientierten Geschäfts-strategie – so unsere Überzeugung – sind wir für die Unterstüt-zung unserer Luftverkehrskunden besser positioniert als diemeisten Wettbewerber. Im Jahr 2013 und darüber hinaus wirddie Bank weiterhin für Neugeschäft offen bleiben, dabei aberihre gründliche Kenntnis der jeweiligen Transportmittel gezieltnutzen, um typische verborgene Transaktionsrisiken auszu-schließen. Unsere zyklusneutrale Strategie und das systematischeAbwägen zwischen Wirtschaftlichkeitsüberlegungen und demAnspruch, ein Portfolio von hoher Qualität zu gewährleisten – dassind die Komponenten, die auch künftig den Erfolg von AviationFinance sicherstellen werden.Wie erwähnt, sind Kapital und Dienstleistungen der Bank zurzeitsehr gefragt. Wir fürchten den Wettbewerb nicht, sondern profi-tieren sogar davon: Die Marktabdeckung der DVB, ihre starkenKundenbeziehungen und ihre Erfolgsbilanz stimmen uns überauszuversichtlich, dass wir auch weiterhin die Dynamik aufrechter-halten können, mit der wir das Aviation Finance-Portfolio in denletzten sieben Jahren mehr als verdoppeln konnten. So erwartetAviation Finance im Structured Asset Financing für 2013 einweiteres Portfoliowachstum. Dabei werden wir darauf achten,die Qualität des Kreditgeschäfts beizubehalten und das Risiko-/Ertragsverhältnis nicht zu gefährden. Die durchschnittlicheNeugeschäftsmarge wird sich voraussichtlich stabilisieren,möglicherweise auch leicht nachlassen, wobei wir davon aus­gehen, dass die jüngst erzielten Verbesserungen der Liquiditäts-kosten erhalten bleiben. Ferner sind wir überzeugt, dass sichunsere Aviation Finance-Dienstleistungen auch weiterhin einersteigenden Nachfrage erfreuen werden, insbesondere nachBeratung und Asset Management. Unsere gute Reputation aufdiesen Gebieten gilt gleichermaßen in allen Segmenten unseresKernmarkts: bei Flug- und Leasinggesellschaften sowie Investoren.Aviation Finance
  • 82. 78DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceBahnfracht – EuropaLaut dem Internationalen Eisenbahnverband UIC verringertesich die Kilometerleistung im Schienengüterverkehr in der Euro-päischen Union (EU) im ersten Halbjahr 2012 um 5,0 %, vergleichenmit dem Vorjahreszeitraum – und dies nach zwei Jahren derErholung. Gleichzeitig fielen die Tonnenkilometer nach vorläufigenAngaben um 7,0 %. Laut der Community of European Railwayand Infrastructure Companies (CER) lag das Volumen im Schienen-güterverkehr zum 30. Juni 2012 immer noch 18,5 % unter demVorkrisenniveau, wobei CER-Mitglieder 85 % des Gesamtvolumensabdecken.Vielen Bahnfrachtunternehmen machte das schwierige konjunk-turelle Umfeld zu schaffen und eine wirkliche Marktkonsolidierunglässt bislang auf sich warten. Als Folge mussten sechs kleinereprivate Bahnfrachtunternehmen Insolvenz anmelden, drei weiterewurden durch einen Eigentümerwechsel gerettet. In Bulgarienund Griechenland sind die etablierten Anbieter seit Längerem inSchwierigkeiten und suchen einen Käufer. Spanien plant, seineBahnfrachtgesellschaft Zug um Zug zu verkaufen, Portugal undBelgien streben jeweils eine vollumfängliche Veräußerung an.Die Regierungen von Albanien, Kroatien, der TschechischenRepublik, Estland, Montenegro, Polen, Rumänien und der Slowakeisind auf der Suche nach möglichen strategischen Investoren fürihre nationalen Bahnfrachtunternehmen, da die Restrukturie-rungen nicht die erhofften finanziellen Vorteile erbrachten. Diegrößten europäischen Anbieter verhielten sich 2012 vergleichs-weise ruhig und auch die französische Fret SNCF arbeitet längstnoch nicht profitabel. Dennoch übernahm eine Tochtergesellschaftdes Unternehmens einen Anteil an einem kleinen, aber wichtigendeutschen Rangierdienstleister. Die in Luxemburg ansässige CFLCargo baute ihre geografische Basis weiter aus und erwarb eineMehrheitsbeteiligung an einer kleinen Privatbahn in Schweden.Die beiden öffentlichen regionalen Unternehmen Häfen undGüterverkehr Köln sowie Neuss-Düsseldorfer Häfen schlossensich zu einem Joint Venture namens RheinCargo zusammen. Derfranzösische Kurzstreckenanbieter Régiorail übernahm 60 % derCompagnie Ferroviaire Régional (ebenfalls ein Kurzstreckenan-bieter) und bildete ein Joint Venture mit der US-amerikanischenRailroad Development Corporation. (Deren Eigentümer, HenryPosner III, möchte in Frankreich die erheblichen Volumeneinbußender letzten Jahre wettmachen und hat überdies auch in Deutsch-land mit dem Hamburg-Köln-Express eine neue Personenver-kehrsgesellschaft auf den Weg gebracht.) Im LeasinggeschäftUnser Bereich Land Transport Finance war auch 2012wieder kontinuierlich in allen Zielmärkten aktiv underwirtschaftete erneut ein Rekordergebnis. Bei mehre-ren Transaktionen war unsere Teilnahme von zentralerBedeutung, da wir dank unserer Branchenkenntnis inwirtschaftlich herausfordernden Zeiten eine solideBrücke zwischen der Finanzierungsseite und dem Marktbauen können. Wir sehen diese Erfolge weiterhin alsZeichen dafür, dass der Markt unsere Spezialisierungund Fokussierung wahrnimmt und wertschätzt.Land Transport Finance – MarktanalyseVolatile Märkte sind zur Normalität geworden. Dieser Ent­wicklung konnte sich auch der Landgüterverkehr in Europa undNordamerika 2012 nicht entziehen. Auch unterjährig zeigten sichSchwankungen in der Performance. Einerseits entwickelten sichder Intermodal-, Schienenpersonen- und Straßenverkehr in Nord-amerika dabei positiv. Andererseits war die Lage im (gesamten)europäischen Transportmarkt sowie in Nordamerika im BereichWaggonladungen eher angespannt. An das Vorkrisenniveaukonnten lediglich der Straßenverkehr und das Langstrecken­geschäft im nordamerikanischen Schienenpersonenverkehranknüpfen. Australien setzte seinen Wachstumskurs fort underreichte neue Spitzenwerte. Normalerweise gehen die obenbeschriebenen Marktentwicklungen mit Anpassungen bei Leasing­raten und den Preisen für gebrauchtes Material einher. Wegender alternden Güterwaggonflotte in Europa und einer steigendenTransportnachfrage in Nordamerika, ergab sich im Berichtsjahrjedoch ein uneinheitliches Bild.Die im Kapitel „Land Transport Finance – Marktanalyse“(Seite 78 – 82) angegebenen statistischen Daten sind vor-läufiger Natur. Die zugrunde liegenden Quellen verändernsich branchenbedingt ständig, weshalb die hier angegebenenVorjahreswerte von den im Geschäftsbericht 2011 berich-teten Daten abweichen können.
  • 83. 79DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport Financeübernahm der strategische Investor Macquarie European Rail Ltd,eine Tochtergesellschaft von Macquarie Bank Ltd, das Fahrzeug-leasinggeschäft von der Lloyd’s Banking Group. Die verhältnis-mäßig kleine deutsche Leasinggesellschaft für GüterwaggonsODIN Logistics AG sowie die Gmeinder Lokomotivenfabrik GmbH,ein Hersteller und Leasinggeber von Lokomotiven, musstenInsolvenz anmelden. Bisher gelang nur dem letztgenannten Unter-nehmen ein Neuanfang unter dem Dach eines anderen Herstellers,nun unter dem Namen Gmeinder Lokomotiven GmbH. Vier neueund noch kleine Leasinggesellschaften für Lokomotiven nahmen2012 ihre Geschäftstätigkeit auf. Bei den Herstellern ergab sichdarüber hinaus folgende Entwicklung: Astra Rail Industries SRL,im Eigentum des deutschen Privatanlegers Thomas Manns, über-nahm die Produktionsanlagen für Güterwaggons von Romvag,Astra Vagoane Marfa und Meva (alle in Rumänien) von derinsolventen International Railway Systems, dem ehemals größteneuropäischen Güterwaggonhersteller. Die staatseigene russischeOAO Uralvagonzavod bekundete Interesse an einer Übernahmeder zwei französischen Produktionsstandorte für Güterwaggonsvon ABRF Industries. Der indische Güterwaggonhersteller TitagarhWagons Ltd wurde mit Übernahme der letzten 10 % alleinigerEigentümer der französischen AFR Titagarh. Auf dem Hersteller-markt für Lokomotiven stehen die beiden größten Hersteller vonDiesellokomotiven in Europa (Vossloh und Voith) zum Verkauf.Angesichts der Rezession in Europa und des schrumpfendenSchienengüterverkehrs wurde bei spekulativen Bestellungendurchweg gesunde Zurückhaltung geübt. Die geplanten Neuaus-lieferungen von Normalspurgüterwagen gingen um 10,9 % auf4.866 Einheiten zurück. Damit lagen sie immer noch um 60,4 %unter dem Spitzenwert 2008 und sogar um 68,7 % unter demErsatzbedarf, der sich auf Basis einer durchschnittlichen wirt-schaftlichen Lebensdauer von 40 Jahren errechnet. Auch dieNeuauslieferungen von Lokomotiven blieben 2012 mit 318 Ein-heiten hinter den Erwartungen zurück (28,9 % weniger als 2011und 56,3 % weniger als im Rekordjahr 2009). Nur 35 dieserLokomotiven waren für Leasinggesellschaften bestimmt.Bahnfracht – NordamerikaDie Situation im US-Transportmarkt war 2012 von zwei Ent-wicklungen geprägt: Die Waggonladungen gingen wegen dergeringeren Kohle- und Getreidetransporte zurück, der inter­modale Transport aber legte deutlich zu. Laut der Associationof American Railroads (AAR) umfasste das Bahnfrachtvolumender 13 erfassten Gesellschaften aus den USA, Kanada undMexiko insgesamt 19.440.940 Waggonladungen (–1,9 % gegen-über 2011) sowie 14.459.909 Auflieger und Container (+4,2 %gegenüber 2011). Gemessen in Tonnenmeilen sank die Gesamt-leistung des Schienengüterverkehrs in den USA um 1,5 % aufrund 1.703 Mrd. Dieser Wert liegt 4,2 % unterhalb des bisherigenRekordniveaus aus dem Jahr 2008. In den USA nahmen dieWaggonladungen um 3,1 % ab und blieben damit um 14,7 %unterhalb des Rekordniveaus von 2006. In jedem einzelnen Monatdes Jahres 2012 hätten die Waggonladungen in den USA gegen-über dem Vorjahr zugelegt, wäre der Kohletransport nicht wegendes milden Klimas und dem Trend zu Erdgaskraftwerken um10,8 % (auf nur 41 % aller US-Waggonladungen) geschrumpft.Dabei stellen jedoch die boomende US-Erdgasförderung imsogenannten Shale-Fracking-Verfahren und die Ölsandgewinnungin Kanada eine Vielzahl neuer Geschäftsmöglichkeiten in Aussicht,so etwa den Schienentransport von Sand, Chemikalien, Gas, Öl,oder Leitungsmaterial.Der Intermodalverkehr in den USA insgesamt (Container undAuflieger) lag 2012 nur knapp 0,1 % unter dem Spitzenwert desJahres 2006 – und dies, obgleich das Containervolumen desUS-Schienenverkehrs ein neues Rekordniveau erreichte. Diedurchschnittliche Transportgeschwindigkeit im US-Schienen­verkehr nahm zu, während die Verladezeiten in den Terminalszurückgingen – was auf einen geringeren Güterwaggon-Bedarfschließen lässt. Tatsächlich erhöhte sich die Zahl stillgelegterGüterwaggons laut AAR zwischen dem 1. Januar 2012 und dem1. Januar 2013 von 273.390 auf 317.223; das entspricht 20,7 %der nordamerikanischen Güterwaggonflotte.Laut Rail Theory Forecasts kamen im Berichtsjahr 58.904 neueGüterwaggons zur Auslieferung (+24,1 %). Des Weiteren wurden835 Lokomotiven für den nordamerikanischen Markt hergestellt,5,6 % mehr als 2011. 48 dieser Lokomotiven gingen an Leasing-gesellschaften. Fünf Eisenbahn-Mischkonzerne mit Kurzstrecken-geschäft begaben sich erneut auf Einkaufstour und erwarbeninsgesamt acht Kurzstrecken-Bahngesellschaften in den USA.Der Mischkonzern Genesee & Wyoming Inc. erwarb RailAmericaInc. mit ihren über 45 Eisenbahnen einschließlich Infrastruktur.Nur drei Eisenbahngesellschaften mussten restrukturiert werden,zwei davon wechselten dabei den Eigentümer. Im Hersteller­sektor wagte Electro-Motive Diesel (EMD), ein Lokomotiven­hersteller, erneut den Markteintritt bei Passagierlokomotiven.GE Transportation und Progress Rail Services produzierten nach
  • 84. 80DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceFerner gab Downer EDI Ltd bekannt, dass es seine Lokomotiven-herstellung in Australien einstellen wird. Dies ist sehr bezeich-nend für den zunehmenden Trend unter australischen Anbietern,ihre Produktion ins Ausland zu verlagern. Das Unternehmen wirdkünftig alle Lokomotiven für den australischen Markt von seinemlangjährigen Partner EMD an einem der neuen, kostengünstigenStandorte im Ausland herstellen lassen.Am 1. Juli 2012 führte die australische Regierung die angekün-digten Steuern auf Kohlenstoffemissionen ein. Während dasentsprechende Gesetz dem Güterkraftverkehr ein zweijährigesMoratorium gewährt, könnte es die australischen Bahngesell-schaften laut ARA mit jährlichen Kosten von 110 Mio AUDbelasten. Im Bundesstaat Western Australia errichtete CBH Groupdie erste Rollmaterialflotte für Getreidetransporte seit über30 Jahren. Daraufhin gaben die Behörden des Bundesstaatsbekannt, dass die Tier-3-Bahnlinien für Getreidetransporte, dieeigentlich zum 31. Oktober 2012 geschlossen werde sollten, einweiteres Jahr geöffnet bleiben.Eine Weltneuheit steht der Bahnfracht in der australischenRegion Pilbara bevor: Rio Tinto will dort mit 518 Mio USD ein vollautomatisiertes Fernverkehrsschienennetz errichten. Der ersteunbemannte Zug soll bereits 2014 den Betrieb aufnehmen. DieZüge des Unternehmens zählen zu den längsten und schwerstender Welt.Schienenpersonenverkehr – EuropaLaut dem internationalen Eisenbahnverband UIC gingen im erstenHalbjahr 2012 in der EU die Eisenbahn-Personenkilometer um1,7 % zurück, die Passagierkilometer nach vorläufigen Angabenum 0,9 % (jeweils verglichen mit dem Vorjahreszeitraum). Erneutkamen weitere Open-Access-Eisenbahngesellschaften in denMarkt, allerdings mussten zwei deutsche Gesellschaften wegeneigenen Angaben die erste Tier-4-Diesellokomotive für denStreckenbetrieb. Weitere Einheiten sind bei anderen Herstellernzur Auslieferung geplant. Die Zertifizierung über die Einhaltungder Tier-4-Norm steht allerdings noch aus. Für neu gebauteLokomotiven gelten die strengeren Abgaswerte nach dieserNorm ab 2015. Bahnfracht – AustralienNach Angaben von Australiens größtem InfrastrukturbetreiberAustralian Rail Track Corporation (ARTC) ist im Geschäftsjahr2011/2012 das Aufkommen an Brutto-Tonnenkilometern im über-regionalen Schienennetz im Jahresvergleich um 13 % gestiegen.Zum Stichtag 30. Juni 2012 war ein Stand von 62,3 Mrd Brutto-Tonnenkilometer erreicht. Die Getreidetransporte nahmen um31 %, die Stahltransporte um 5,2 % zu. Auf dem Schienennetzzur Kohlebeförderung, das ARTC im Hunter Valley (Neusüdwales)betreibt, wurden 11 % mehr Kohle zum Hafen von Newcastlebefördert.2012 wurden 5.808 Güterwaggons hergestellt (11,9 % wenigerals im Rekordjahr 2011), von denen die meisten zum Transportvon Kohle oder Eisenerz bestimmt waren. Im gleichen Zeitraumwurden 217 Lokomotiven produziert, ein Zuwachs von 64,4 %gegenüber 2011. Die in den USA ansässige National RailwayEquipment Co. brachte zwei neue Lokomotiven auf den austra-lischen Markt. SCT Logistics nahm zehn Diesellokomotiven ausder Produktion von China Southern Rail (CSR) in Besitz – dieersten Streckendiesellokomotiven auf dem australischen Markt,die nicht mit amerikanischen Motoren ausgestattet sind. ImAnschluss daran wurden zwei ebenfalls von CSR hergestellteLokomotiven an den Güterwaggonhersteller Bradken ausgeliefert,der diese für sein neu gegründetes Leasinggeschäft nutzt, zweiweitere Einheiten für dieses Unternehmen sind bei CSR im Bau.100.00080.00060.00040.00020.000046.292200467.202200577.000200663.156200760.000200821.150200916.600201047.465201158.904201242.0002013f*Auslieferungen von US-GüterwaggonsAnzahl*2013er Werte geschätzt Quelle: Rail Theory Forecasts (Januar 2013)
  • 85. 81DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport FinanceSchienenpersonenverkehr – NordamerikaNach Angaben der American Public Transportation Association(APTA) nahmen die Fahrgastzahlen insgesamt nach dem Anstiegim Vorjahr erneut zu. Zwischen Januar und September 2012erhöhten sich die Fahrgastzahlen bei U-Bahnen um 3,6 %, beiStadt- und Straßenbahnen um 4,2 % und bei Nahverkehrszügenum 2,4 % gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Amtrak beförderteim Geschäftsjahr 2012 (bis 30. September 2012) insgesamt31,2 Mio Fahrgäste (3,5 % mehr als im Vorjahr) und damit mehrdenn je zuvor seit Gründung des Unternehmens 1971. Im Berichts-jahr konnten in Nordamerika 852 Triebzüge und Waggons (ein-schließlich U-Bahnen) ausgeliefert werden, das entspricht einemZuwachs von 59,3 % gegenüber 2011.Straßengüterverkehr – EuropaNach Angaben der International Road Transport Union ging derStraßengüterverkehr in der Europäischen Union 2012 um 0,5 %auf 13.478,1 Mio Tonnen zurück. Dieser Stand liegt 21,4 % unterdem Rekordniveau von 2007. Die EU-weite Nachfrage nachneuen Nutzfahrzeugen sank laut der European Automobile Manu-facturers’ Association (ACEA) um 9,1 % auf 285.809 schwerereund längere Schwerlastwagen. Den Markt für neue Schwerlast­auflieger sieht das Beratungsunternehmen CLEAR für 2012 inWesteuropa als leicht rückläufig, für Osteuropa erwartet es sogareine Schrumpfung um 11 %, nach einem Wachstum von 58 % imVorjahr. Im Leasinggeschäft blieb Ryder Europe auf Expansions-kurs: Das Tochterunternehmen der US-amerikanischen RyderSystem, Inc. übernahm die britische Leasinggesellschaft EurowayGroup Ltd mit 1.400 Schwerlastwagen. Von den Lkw-Herstellernkündigten mehrere an, aufgrund der rückläufigen Nachfragerestrukturieren zu müssen. Ablaufs ihrer Aufträge den Betrieb einstellen. Eine italienischeOpen-Access-Gesellschaft und ein deutsches Unternehmenkonnten erfolgreich unter neuen Eigentümern restrukturiertwerden. Eine kleine tschechische Eisenbahngesellschaft mussteden Betrieb einstellen, allerdings übernahm eine neu gegründeteGesellschaft Teile davon. Der niederländische Konzessionär fürHochgeschwindigkeitsstrecken, High Speed Alliance B.V. (95 %NS Highspeed und 5 % KLM) musste durch staatliche Hilfsmaß-nahmen vor dem Aus gerettet werden, noch bevor auch nureiner seiner störungsanfälligen Hochgeschwindigkeitszüge denBetrieb aufnehmen konnte. In Großbritannien ließen Fehler desVerkehrsministeriums das Ausschreibungsverfahren für eineLizenz der West Coast Main Line scheitern. Alle laufenden Aus-schreibungen wurden abgebrochen. In Frankreich konnte dieSNCF ihren Anteil an dem international tätigen UnternehmenKeolis auf 70 % aufstocken. Dieses übernahm daraufhin sämtlicheAnteile an Syntus, das aufgrund eingebüßter Aufträge in denNiederlanden Rückschläge erlitten hatte. Die ebenfalls in Frank-reich ansässige Veolia Environnement verkaufte ein 10%-Paketihres 50%-Anteils an der Veolia Transdev an den anderenAnteilinhaber, Caisse des Dépôts.Nach wie vor litt die gesamte Herstellerindustrie unter verspäte-ten Rollmateriallieferungen, bedingt durch äußerst langwierigeZertifizierungsprozesse. Als Folge konnten 2012 nur 721 Normal-spur-Triebzüge (ohne Hochgeschwindigkeitszüge) ausgeliefertwerden, verglichen mit 829 Einheiten im Jahr 2011 (–13,0 %).Von den 2012 bestellten Triebzügen kamen bemerkenswerte40,0 % nicht von staatlichen Betreibern, sondern von anderenMarktteilnehmern wie Leasinggesellschaften, öffentlichen Ver-kehrsbetrieben, die ihre Aufträge grundsätzlich ausschreiben,oder von Eisenbahnen in Privatbesitz. Insgesamt wurden478 Normalspurwaggons ausgeliefert (+32,0 %), jedoch gingendiese fast ausschließlich an die nicht-staatlichen Betreiber.Neuzulassungen von Nutzfahrzeugen in der EU (> 3,5 Tonnen)Anzahl500.000400.000300.000200.000100.00002003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011 2012*Westeuropa Neue EU-Mitglieder Quelle: ACEA (Januar 2012)*2012er Werte vorläufig18.410349.97026.300371.01026.300360.49041.211403.26856.367410.53266.728409.78325.219257.20529.932249.24646.830299.25244.699273.191
  • 86. 82DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceLand Transport Finance –Strategische PositionierungUnsere international einzigartige Land Transport-Plattform isteine solide Basis für unsere führende Marktposition. UnserGeschäftsmodell umfasst Research-, Beratungs- und Finanzie-rungsaktivitäten an den internationalen Transportmärkten. Hierzuzählen Europa, Nordamerika und Australien. Mit unserem LandTransport Finance-Team agieren wir kompetent und flexibel indiesen Regionen. Auch 2012 gehörten wir zu den wenigenFinanciers, die den Marktteilnehmern konstant zur Verfügungstanden. Das hat sich für unsere Kunden und für die Bank alssehr positiv erwiesen.Strategisch ist unser Transport Finance-Geschäft eindeutig auf-gestellt. Wir fokussieren uns auf unsere Stärken und verlassenuns grundsätzlich auf die wesentlichen Objektfinanzierungsgrund-sätze. Folgende Aspekte resultieren aus unserem Geschäftsmodellund sind wichtige Erfolgsbausteine – sowohl einzeln als auch imZusammenspiel miteinander:Vor diesem Hintergrund, dank der engen Zusammenarbeit und desbeständigen Dialogs mit unseren Kunden sowie des kontinuier­lichen Abschlusses effizienter Finanzierungsstrukturen, wurdedas Land Transport Finance-Team 2012 von Global TransportFinance erneut als „Rail Finance Innovator“ ausgezeichnet.Straßengüterverkehr – NordamerikaDer von der American Trucking Association veröffentlichte,saisonbereinigte For-Hire Truck Tonnage Index, ein Indikator fürdie Frachtbeförderung der Mitgliedsunternehmen, legte 2012um durchschnittlich 2,4 % pro Monat zu und übertraf damit denbisherigen Höchststand aus dem Jahr 2006 um 5,5 %. NachInformationen von R. L. Polk & Co., einem Anbieter von Marketing-dienstleistungen und Marktdaten für den Automobilsektor, wur-den in den ersten neun Monaten des Berichtsjahres 407.904 neueFahrzeuge in den Bruttogewichtsklassen (GVW) 3–8 in den USAzugelassen. Gegenüber dem Vorjahr war dies eine Zunahme um18,6 %. Auf Fahrzeugvermieter und Leasinggesellschaften ent-fielen 21,0 % der Käufe, verglichen mit 17,6 % im Vorjahr. InKanada konnte für die gleichen Fahrzeugklassen ein Wachstumvon 16,0 % erzielt werden. Dort gab es im ersten Halbjahr 2012mehr Neuzulassungen als je zuvor in einer Halbjahresperiode.Laut R. L. Polk & Co. stieg die Zahl der in den USA zugelassenenNutzfahrzeuge zwischen Dezember 2011 und September 2012leicht um 0,7 %, in Kanada um 6,8 %. In den ersten neun Monaten2012 wechselten insgesamt 489.415 Nutzfahrzeuge in den USAihren Besitzer, ein Rückgang von 24,7 % verglichen mit demRekordniveau von 2011. Dabei wurde der Mangel an gebrauchtenNutzfahrzeugen in gutem Zustand deutlich. Die Preise fürgebrauchte Lkw entwickelten sich laut ACT Research positivund zum Jahresende lagen Bestellungen für 232.664 Lkw derGVW-Klasse 8 vor (23,9 % mehr als im Vorjahr). Damit wurdeseit 2007 zum zweiten Mal ein Rekordniveau erreicht. NachAngaben von R. L. Polk & Co. wurden 162.277 neue Auflieger fürden Schwerlastverkehr (ab einer Länge von 24 Fuß) in den erstenneun Monaten des Jahres 2012 angemeldet (+11,4 %). Der Trendunter Schifffahrtsunternehmen, ihre Chassis-Flotten an Leasing-gesellschaften zu veräußern, setzte sich auch 2012 fort.Interne Faktoren Marktbezogene Faktoren• flache Hierarchie innerhalbder DVB mit kurzen und direktenEntscheidungswegen• Flexibilität und schnelles Agierenan unseren Märkten• konservativer Risikoansatz,der uns entscheidend bei derBonitätsbeurteilung und derSteuerung unserer Engagementszu Gute kommt• detaillierte und profunde Kenntnisvon Märkten, finanziertenTransportmitteln, Kunden, Trends,aktuellen und erwarteten Wert-entwicklungen der Transportmittel• durchgängige, verlässliche Trans-aktionsverantwortung des LandTransport Finance-Teams für jedesGeschäft• unsere Leistungsbereitschaft undKreativität in der Transaktions-gestaltung für unsere Kunden• Kostendisziplin und sorgfältigesAbwägen von Risiko- und Ertrags-gesichtspunkten• enge Verknüpfung mitDVB Corporate Financeund Advisory zur Optimierungunseres Kundenangebotes
  • 87. 83DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport FinanceWir begrüßen den zunehmenden Reifegrad unserer Märkte. Gleich-zeitig kennen wir die wachsende Zyklizität der Marktsegmenteund können mittels unseres Researchs besser einschätzen, wosich Geschäftschancen ergeben. Unsere klare Aufstellung imObjektfinanzierungsgeschäft und unsere zyklusneutrale Strategiehaben in den vergangenen Jahren gute Ergebnisse erbracht. DieKontinuität unseres Marktantritts hat sich ausgezahlt.Wir sehen gute Chancen in unseren Märkten mit ihren einzelnenHerausforderungen. Wir fühlen uns für die Zukunft gewappnet,der wir mit Flexibilität und breitem Know-how begegnen werden.Dabei sind wir zuversichtlich, auch künftig einen herausge­hobenen Platz in den Land Transport Finance-Märkten besetzenzu können – mit Vorteilen für unsere Kunden, für unser Geschäfts-potenzial, für die Diversifikation unseres Portfolios, für unsereRisikostreuung und letztlich für unseren Ertrag.Auch die Erweiterung unserer Geschäftstätigkeit auf die RegionAustralien hat sich als erfolgreich erwiesen. Damit sind wir indrei ausgereiften Märkten der Welt tätig. Dies wollen wir in dennächsten Jahren beibehalten, denn die zum Teil unterschiedlicheDynamik in diesen Regionen trägt zur weiteren Diversifizierungunseres Portfolios bei.Unsere Relationship Manager in Frankfurt am Main und New Yorkwaren bei der Akquisition von Neugeschäft erfolgreich undbegleiteten unsere Kunden im gesamten Jahresverlauf. Unver-ändert würdigten unsere Kunden und Finanzierungspartnerunsere Spezialisierung auf Objektfinanzierung und begleitendeDienstleistungen wie zum Beispiel M&A Advisory, Researchoder Kapitalmarktfinanzierungslösungen. Dabei zahlte sich unserFokus sowohl in den Primär- als auch in den Sekundärmärktenaus. Unsere Kunden schätzen das Engagement aller Teammit-glieder in den Märkten, in denen wir tätig sind, was für uns einechter Wettbewerbsvorteil ist. Die enge Kundenkommunikationist nicht nur ein Schlüssel für den Abschluss großer Transaktionen,sondern auch für kleine, nicht weniger relevante Geschäfte.Unser Land Transport Research unterstützt bei jeder Kredit- undRisikoentscheidung sowohl in strategischer als auch in operativerHinsicht, was immer wieder bedeutend für den Erfolg einerTransaktion ist. Bei wichtigen Projekten steht unser Researchden Kunden auch direkt mit Marktanalysen zur Verfügung.Ein zunehmend wichtig werdender Erfolgsbaustein ist die Zusam-menarbeit mit den DVB-internen eigenen Dienstleistungsteams,insbesondere mit DVB Corporate Finance. In allen Zielregionenüberlegen wir, wie wir unsere Produktpalette und unsere Kunden-basis mit Beratungsgeschäft weiter strategiekonform ausbauenkönnen. Mit neuen Ansätzen sind wir durch das Berichtsjahrgegangen und nehmen mehrere erfolgversprechende Projektemit, die sich in den nächsten Jahren als Beispiele für das Neu-geschäft weiterentwickeln lassen. Unsere grundsätzliche Auf-stellung mit zwei Land Transport Finance-Teams in Frankfurt amMain und New York werden wir dabei weiterführen.Der Leitgedanke jeder Entscheidung ist, unsere Kunden bei ihrenbestehenden Geschäftsaktivitäten zu begleiten und sie bei ihremMarktantritt in neuen Geschäftsfeldern zu unterstützen. Wirbleiben dabei den wesentlichen Grundsätzen der Objektfinanzie-rung treu und verändern unsere Strategie im Vergleich zu Wett-bewerbern nicht sprunghaft. Mit diesem Ansatz gelang demTeam ein besonders erfolgreiches Geschäftsjahr. In Konkurrenz-situationen mit anderen Banken und Finanzinstituten konntenwir den Wettbewerb regelmäßig mit Kompetenz und nicht überdie Finanzierungskonditionen gewinnen.Land Transport Finance – Mission StatementWir legen höchsten Wert auf unsere Kundenbeziehungen.Unser Ziel ist es, unsere Kundenbasis als führender Schienen-fahrzeug-Financier in unseren Kernregionen auszubauen.Dabei können wir auf einer breiten Grundlage aufsetzen –sie umfasst unsere• einzigartige Marktkenntnis,• Fokussierung,• kontinuierliche Leistungsfähigkeit, Transaktionenumzusetzen und• Flexibilität.Auf dieser Basis schaffen wir Mehrwert durch• Beratung unserer Kunden bei intelligenten Objekt­finanzierungen und• Übernahme angemessener Risikopositionen, indem wirdie Zyklizität des jeweiligen Sektors nutzen.
  • 88. 84DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceÜberlegungen ist die potenzielle Sekundärmarktverwertungder von uns finanzierten Fahrzeuge. Mit der Objektbesicherungversuchen wir politische Risiken aus unseren Transaktionen zuminimieren, was vor dem Hintergrund der anhaltenden Staats-schuldenkrisen in Europa und den USA ein strategisches Elementunserer Arbeit ist.Land Transport Finance akquirierte 2012 sowohl bei wichtigenBestandskunden als auch bei neuen Zielkunden Geschäft in ihrenRegionen. Bei großen Flottenfinanzierungen schätzten diverseBankpartner unser Sektor-Know-how und unsere Risikoevaluie-rungskompetenz; nur durch unseren Beitrag konnten mehreregroße Kreditgeschäfte abgeschlossen werden. Für großvolumigeTransaktionen waren wir bei der Auswahl und Einbindung vonPartnerbanken – zusammen mit unserem Financial Institutions-Team – sowie in der Übernahme von Agent-Rollen aktiv. UnsereArbeit konzentrierte sich vor allem auf den Primärmarkt, jedochkonnten wir auch einen Kredit von einer Bank im Sekundärmarkterwerben.Advisory ServicesBeratungsdienstleistungen waren 2012 ein wesentlicher Schlüsselzu unserem Erfolg, insbesondere weil sich in unseren Markt­segmenten strategische Möglichkeiten für Übernahmen ergabenund einige Kunden die Kombination von Kreditgeschäft undKapitalmarktemission als attraktive Kombination ansahen. Insbe-sondere bei der Aufnahme von Fremdfinanzierungen, Restruktu-rierungen, Bilanzbereinigungen, Sale-and-Lease-Back-Strukturensowie M&A-Projekten suchten die Kunden unseren Rat. Unserewichtigsten Kunden bezogen uns in ihre Entscheidungsprozesseein. Wir unterbreiteten dabei in mehreren Fällen konkrete Vor-schläge zur Veräußerung oder zur Akquisition von Fahrzeugflottensowie zu strategischen Expansionsprojekten in Zusammenhangmit dem möglichen Erwerb von Unternehmen oder Rollmaterial-flotten. Dabei konnten wir ein Mandat für eine M&A-Transaktiongewinnen.Sehr eng und zukunftsweisend war unsere Zusammenarbeitmit den Spezialistenteams von DVB Capital Markets undDVB Corporate Finance. Im Laufe des Jahres gelang eine sehrerfolgreiche Kapitalmarktemission. Weitere Angebote für ähnlicheTransaktionen wurden mit Kunden diskutiert. Wir erwarten ausdieser Kooperation künftig mehr Geschäft.Land Transport Finance – ProdukteUnbestreitbar spielen Objektfinanzierungen im Rahmen unseresKernprodukts Structured Asset Financing die wichtigste Rolleim Geschäft von Land Transport Finance. Eine wachsendeBedeutung – und dies zeigte sich eindeutig in diesem Berichts-jahr – kommt insbesondere dem Beratungsgeschäft zu. Unserebeiden Teams in Frankfurt am Main und New York berietenwichtige Kunden• bei der Strukturierung bzw. Optimierung ihrer Investitions­finanzierungen• sowie zusammen mit den Kollegen von Advisory/DVB Corporate Finance – beim M&A-Geschäft zur regionalen Expansion bzw.bei der strategischen Übernahme von Flotten oder Ziel­gesellschaften und – bei Kapitalmarktplatzierungen.Wie stets stand unser Land Transport Research auch 2012bank­intern und extern mit detaillierten Markteinschätzungenzur Verfügung.Structured Asset FinancingZentrales Element unseres Objektfinanzierungsgeschäfts istdie Kreditvergabe, besichert durch rollendes Material, das zuMarktpreisen bewertet wird. In den Landtransport-Finanzierungs-märkten in Europa, Nordamerika und Australien umfassen unsereMarktaktivitäten die Güter- und Passagiersegmente im Schienen-verkehr. Hier bieten wir diverse Finanzierungsstrukturen an,darunter kurzfristige Fazilitäten wie zum Beispiel Überbrückungs-kredite oder komplexe, strukturierte mittel- bis langfristigeObjektfinanzierungen, jeweils besichert mit der entsprechendenFahrzeugflotte. Um den Kreditverlauf für den spezifischen Bedarfzu optimieren, gehen wir flexibel vor und wählen gezielt indivi-duelle Kreditstrukturen aus, arbeiten mit verlässlichen Partnern,die zur Wirtschaftlichkeit bzw. zu einzelnen Risikoelementen derTransaktion positiv beitragen können, und beziehen alternativeLösungsansätze ein, um ein Geschäft bestmöglich zu realisieren.In vielen Fällen werden wir auf die Übernahme von Restwert­risiken angesprochen, wofür wir gerne Quotierungen abgeben.Diverse Finanzierungen werden als Transaktionen ohne Rückgriffs­recht auf einen Sponsor abgeschlossen. Referenzpunkt all unserer
  • 89. 85DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport FinanceAsset & Market ResearchLand Transport Research leistet sowohl einen entscheidendenBeitrag zur Transportmittelfinanzierung der Bank als auch zu deninternen Entscheidungsprozessen. Das kontinuierlich hochwertige,unabhängige und direkt dem Vorsitzenden des Vorstands unter-stellte Research macht das Geschäftsmodell und die Marktposi-tion der DVB einzigartig und ist ein wesentliches strategischesElement unserer Objektfinanzierung.Der Schwerpunkt des Researchs liegt unverändert auf der Analysevon Märkten und Technologien für Schienen- und Straßentrans-portfahrzeuge sowie auf der Erstellung von Wertanalysen fürdiese Transportmittel. Die Untersuchung fundamentaler Trendsund aufsichtsrechtlicher Anforderungen kommt hinzu, soweitdiese die Werte und Fungibilität der von uns finanzierten Trans-portmittel beeinflussen.Für interne Zwecke erstellt das Land Transport Research grund-legende Risikobeurteilungen, Analysen von Marktsegmenten,Bewertungen, Prognosen und Markteinschätzungen. Darüberhinaus fließen die Research-Ergebnisse mit Objektbewertungenund Risikodaten aus den Schienen- und Straßenverkehrsmärktenin die Risikostrategie der Bank ein.Im Außenverhältnis unterstützt Land Transport Research regel-mäßig unsere Kernkunden mit Marktanalysen, die als Basisfür strategische Unternehmensentscheidungen eine wichtigeRolle spielen. Unsere Marktexpertise wird auch in Fachkreisengeschätzt. Im Berichtsjahr publizierte der Leiter der Research-Abteilung unter anderem Beiträge in relevanten Branchenpublika-tionen (zum Beispiel im Privatbahnmagazin 03/2012).Land Transport Finance – PortfolioanalyseInsgesamt entwickelte sich unser Land Transport Finance-Geschäft 2012 sehr erfreulich. Im Berichtsjahr konnte LandTransport Finance zwölf neue Transaktionen mit einem Gesamt-volumen von 519,6 Mio € (2011: 13 Transaktionen mit einemVolumen von 373,7 Mio €) in Europa, Nordamerika und Australienabschließen. Dies war aufgrund notwendiger Refinanzierungenvon Rollmaterialkrediten sowie einer verstärkten Investitions-neigung vor allem im nordamerikanischen und australischenBahnmarkt möglich. Darüber hinaus mussten Flottenbesitzer ihrenFahrzeugbestand durch Ersatzinvestitionen laufend erneuern.Unser Neugeschäftsvolumen lag damit über Vorkrisenniveau.2012 verzeichneten die Märkte immer noch weniger Neuinvesti-tionen in Rollmaterial als vor der anhaltenden Wirtschaftskrise.Dies galt insbesondere für Europa, während in den USA einedeutliche Erholung der Güterwaggonbestellungen einsetzte undin Australien fortgesetzt in neue Lokomotiven investiert wurde.Zugleich waren Flottenbetreiber in diesem Umfeld wenig zu Ver-käufen von Portfolien bereit – aus strategischen Gründen und umPreisabschläge zu vermeiden. Vor diesem Hintergrund konzent-rierten wir uns erneut auf Finanzierungen in den Primär- und inden Sekundärmärkten.Wie im Vorjahr waren wir im Kreditgeschäft im Jahresverlaufausschließlich mit erstrangig besicherten Engagements erfolg-reich. Dabei schlossen wir bilaterale Kredite ab, arrangierten undbeteiligten uns an größeren Kreditfazilitäten im Rahmen vonBankenclubs, schlossen Transaktionen (ohne Rückgriffsrecht)mit Zweckgesellschaften ab und strukturierten erfolgreichLösungsansätze für Operating Leasing-Projekte. Bei Transaktionenohne Rückgriffsrecht gingen wir implizit selbst Risiken hinsichtlichder finanzierten Fahrzeuge ein. Wo möglich, kooperierten wirmit den Kollegen von DVB Corporate Finance und ermöglichtenso den Abschluss eines M&A-Mandats und einer Kapitalmarkt-emission. Bei allen Geschäften arbeiteten wir eng mit Land
  • 90. 86DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceEinige Beispiele für wichtige Transaktionen im Land TransportFinance 2012:• Joint Lead Arranger, Structuring Bank und Security Agent imRahmen einer 225,4 Mio € umfassenden Finanzierung für denKauf von 28 modernen Passagiertriebzügen für den Einsatzin einem nordwestdeutschen Schienenpersonennahverkehrs-netz. Die Transaktion wurde für den führenden Vermieter vonPassagiertriebzügen und Lokomotiven in Europa innerhalbeines Bankenclubs ohne Rückgriffsrecht auf den Kundenabgeschlossen. Der Kunde konnte hiermit sehr erfolgreichseine Marktführerschaft wieder unter Beweis stellen.• Joint Lead Arranger in einer Banken-Club-Transaktion für denführenden Standardwaggonvermieter in Europa im Rahmeneiner langfristigen Kreditfazilität in Höhe von 305,0 Mio €für ein diversifiziertes Güterwaggonportfolio von circa9.900 Güterwagen verschiedener Bauart. Der Kredit erlaubtees dem Kunden, einen bedeutenden Teil seiner Flotte zu refi-nanzieren und diese in eine langfristige Struktur zu überführen.Transport Research zusammen und bewerteten gemeinsam dieWertentwicklungsprognose für die betreffenden Transportmittel,die spezifischen Eigenschaften des Fahrzeugtyps, die aktuelleAngebots- und Nachfragesituation, künftige Marktbewegungensowie externe Trends. Auch aufsichtsrechtliche Aspekte underwartete Einflüsse technischer Veränderungen wurden indie Analyse einbezogen, da auch diese die potenziellen Wieder-verkaufschancen am Sekundärmarkt und die künftigen Leasing-Raten beeinflussen.Structured Asset Financing –Kreditportfolio und ErtragWährend des gesamten Geschäftsjahrs war Land TransportFinance kontinuierlich in allen unseren Zielmärkten aktiv. Beimehreren Transaktionen war unsere Teilnahme sowohl fürunsere Kunden als auch für die Finanzierungspartner von zentra-ler Bedeutung, da wir aufgrund unserer Branchenkenntnis inwirtschaftlich unsicheren Zeiten eine belastbare Brücke zwi-schen der Finanzierungsseite und dem Markt bauen können. Wirsehen es erneut als ein gutes Zeichen an, dass der Markt unsereSpezialisierung und Fokussierung wahrnimmt und wertschätzt.Wiederum versetzte uns dies im Wettbewerb in eine besonderePosition gegenüber unseren Kunden, zumal mehrere Banken-wettbewerber immer noch nach strategischen Konzepten undnach einer sinnvollen Gestaltung ihrer Kundenbeziehungensuchten.Auf der Ertragsseite erwirtschaftete Land Transport Financeerneut ein Rekordjahr. Die Erträge stiegen insgesamt um 20,9 %auf 22,6 Mio €. Der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge wuchsum 19,8 % auf 15,1 Mio €. Positiv hervorzuheben ist dabei insbe-sondere, dass für Land Transport Finance keine Risikovorsorgeim Kreditgeschäft gebildet werden musste. Im Allgemeinen sinddie Transaktionsstrukturen wegen des relativ geringen Niveausder Marktzyklizität bei Finanzierungen von Schienen-Transport-mitteln mit geringeren Risiken verbunden als Finanzierungen inder Seeschifffahrt und im Luftverkehr. Der Bestand an Risiko-vorsorge im Land Transport Finance lag zum 31. Dezember 2012daher bei minimalen 1,7 Mio €. Darüber hinaus verbesserte sichder Provisionsüberschuss von 6,1 Mio € auf 7,5 Mio € und lagdamit so hoch wie nie zuvor. Das Segmentergebnis vor Steuernbelief sich auf 19,4 Mio € und lag damit um 25,2 % über demVorjahresniveau von 15,5 Mio €.Auszug aus dem Segmentergebnis für Land Transport FinanceMio € 2012 2011 %Zinsüberschuss 15,1 12,6 19,8Risikovorsorgeim Kreditgeschäft 0,0 0,0 0,0Zinsüberschussnach Risikovorsorge 15,1 12,6 19,8Provisionsüberschuss 7,5 6,1 23,0Erträge (vor IAS 39) 22,6 18,7 20,9Verwaltungs-aufwendungen1)–3,2 –3,2 0,0Segmentergebnisvor Steuern 19,4 15,5 25,21) Den operativen Geschäftsbereichen der DVB werden nur diejenigen Kosten zugeordnet,für die sie unmittelbar verantwortlich sind. Allgemeine Betriebskosten wie Gemeinkostenoder (beispielsweise) IT-Kosten werden den operativen Geschäftsbereichen nicht belastet.
  • 91. 87DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT Konzernabschluss54,9 % des Neugeschäfts entfiel auf das europäische Eisen-bahnportfolio und 45,1 % verbuchten wir für nordamerikanischeKunden; nach intensiver Marktbearbeitung konnten wir auchin Australien wieder eine Bahnfinanzierung für einen Bestands-kunden bis zur Unterschriftsreife bringen. Der deutlich erhöhteAnteil der Kreditgeschäfte außerhalb Europas spiegelt die Ver-schiebung der globalen wirtschaftlichen Dynamik wider: Trotzimmer noch gedämpfter Kraft konnte der nordamerikanischeBahnmarkt eher zu höheren Investitionen für Rollmaterial aufdem Vorkrisenniveau zurückkehren als die europäischen Markt-segmente. Die australische Wirtschaft war 2012 wieder relativunabhängig von den Turbulenzen und Unsicherheiten der west­lichen Märkte, wurde aber von der geringeren wirtschaftlichenDynamik der chinesischen Wirtschaft gebremst.Das Volumen an ausgereichten Krediten stieg um 41,8 Mio €,und belief sich insgesamt auf 1,7 Mrd € (Vorjahr: 1,6 Mrd €). Dabeischlugen sich die regionalen Verschiebungen im Neugeschäftnaturgemäß auch im Gesamtportfolio nieder. Auf Kredite annordamerikanische Kunden entfielen 39,8 % (+1,7 Prozentpunktegegenüber dem Vorjahr), während 55,8 % der Engagements(–1,3 Prozentpunkte) gegenüber europäischen Kunden bestanden.Australien zeigte sich mit einem Portfolioanteil von 2,7 % gering-fügig unter dem Vorjahr, aber immer noch vor dem auf 1,7 %(–0,3 Prozentpunkte) leicht gesunkenen Anteil südamerikanischerKunden. Land Transport Finance• Joint Lead Arranger, Joint Bookrunner und Syndication Agentim Rahmen einer Finanzierung in Form eines Tilgungsdarlehensund einer Vorratskreditlinie für einen amerikanischen Waggon-vermieter in Höhe von 700,0 Mio USD. Mit der Transaktionkonnte die vorher bestehende Fazilität refinanziert, verbessertund erweitert werden. Das Geschäft erlaubte zudem dieZusammenführung mehrerer Güterwagenflotten innerhalbder Gruppe.• Sole Lender in einer bilateralen Finanzierung für die gesamteJahreslieferung von neuen Diesel-Güterloks in Höhe von18,5 Mio € für eine der größten privaten Gütereisenbahnenin Westeuropa. Der Neukunde konnte mit unserem Kreditseine bisherige Finanzierungsstruktur sinnvoll erweitern undunabhängig von seiner Muttergesellschaft aufstellen.• Abschluss einer Kreditfazilität zur Refinanzierung von 2,670neuen Tank- und Schüttgutwagen für einen gut positioniertenamerikanischen Waggonhersteller und -vermieter in Höhe von200,0 Mio USD. Die Transaktion erlaubt nur einen beschränktenRückgriff. Wir waren der größte Kreditgeber innerhalb dieserTransaktion.Neben Bahntransaktionen gelangen uns insbesondere Geschäfteim Segment intermodaler Containerchassis, das sehr eng mitden internationalen Seecontainerverkehren verknüpft ist. DerAusbau dieses Marktsektors trug erfreulich zur weiteren Diver-sifizierung des Land Transport Finance-Portfolios bei, das nachTypen von Transportmitteln, Regionen, Kreditnehmern, Herstellernetc. gegliedert ist. 69,1 % des Neugeschäftsvolumens wurdenzur Finanzierung neuer oder gebrauchter Güterwaggons abge-schlossen: Wie schon in den Vorjahren waren Güterwaggons dasRückgrat des Schienenverkehrssegments, das strategiekonformweiterhin den größten Anteil im Land Transport Finance-Portfolioausmachte. 16,7 % der neuen Transaktionen bezogen sich aufdie Finanzierung von Containerchassis; insgesamt sank der Anteildes Straßenfahrzeugsegments am DVB-Portfolio durch höhereRückzahlungen im Verhältnis zum Neugeschäft. 7,2 % des Neu-geschäftsvolumens bezog sich auf Passagier-Triebfahrzeuge,eine direkte Folge der steigenden Bedeutung und der Dynamikdieses wachsenden Marktsegments im europäischen Schienen-verkehr. Das restliche Neugeschäft bestand aus Lokomotivfinan-zierungen, die einen wesentlichen Beitrag zu einem modernen,zukunftsorientierten und effizienten Bahnmarkt leisten. Europa 55,8 % Nordamerika 39,8 % Australien/Ozeanien 2,7 % Südamerika 1,7 %Land Transport Finance-Portfolio nach Länderrisiken
  • 92. 88DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Land Transport FinanceDas Gesamtportfolio enthielt zu 87,4 % Transaktionen fürSchienenfahrzeuge (Vorjahr: 86,5 %). Dabei entfielen 59,5 %des Eisenbahnportfolios auf Güterwaggons (Vorjahr: 59,6 %).Dieser hohe Prozentanteil ist nicht nur unproblematisch, sondernsogar erwünscht. Güterwaggons sind eine Fahrzeugklasse, diedank ihrer Granularität ein ausgezeichnetes Risikoprofil aufweisenund in vielfacher Weise diversifiziert sind: nach Kreditnehmern,Mietern, Waggontypen, Regionen und nach Baujahren. Güter-waggons sind als Fahrzeuge ohne eigenen Antrieb oder Steuerungeher dem „Low-Tech“-Bereich zuzurechnen, bieten aber alsSicherheit und als Finanzierungsobjekt Vorteile, denn sie sindbetrieblich und technisch sehr effizient. Das macht diese Fahrzeug-klasse attraktiv – auch im Rahmen einer möglichen Sicherheiten-verwertung bei eventueller Pfändung oder bei Weiterveräuße-rung/Weiterverwendung. Der Anteil von regionalen Triebzügenstieg leicht auf 13,2 % Portfolioanteil (Vorjahr: 12,0 %) währendder Anteil von Lokomotiven unverändert bei 12,9 % blieb. DerStraßenfahrzeugmarkt ist weiterhin in mehreren Segmenten durchbestehende Flottenbestände gesättigt. Trotzdem gelangen unsinteressante Transaktionen im Chassis-Segment; aufgrund vonTilgungen und Rückzahlungen sank der Anteil des Straßenfahr-zeugportfolios trotzdem auf 11,6 % (Vorjahr: 11,9 %). Durch den Abschluss einiger größerer Einzeltransaktionen stiegdas durchschnittliche Kreditobligo pro Kunde 2012 auf 33,1 Mio €(Vorjahr: 28,8 Mio €). Die Diversifizierung des Portfolios ver-besserte sich durch vier neue Kreditnehmer. Das größte Einzel­engagement lag bei 125,6 Mio € (Vorjahr: 118,4 Mio €) und beizehn Kunden betrug das Einzelobligo über 50 Mio € (Vorjahr:zehn Kunden). Damit bestehen keine Anhaltspunkte für eineerhöhte Risikokonzentration. Auf der Schiene 87,4 % davon: 59,5 % Güterwaggons 13,2 % Triebzüge 12,9 % Lokomotiven 1,4 % Passagierwaggons 0,4 % Straßen-/U- und S-Bahn Auf der Straße 11,6 % davon: 11,0 % Lkw/Auflieger 0,6 % Tankcontainer Nicht mehr strategiekonform 1,0 % davon: 1,0  % Terminals/LogistikobjekteLand Transport Finance-Portfolio nach Fahrzeugtypen
  • 93. 89DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport FinanceAm 9. August 2012 schlossen wir eine fünfjährige, vorrangigbesicherte Kreditfinanzierung über 725,0 Mio USD für TRAC ab.Mit einem Anteil von 125,0 Mio USD ist die DVB der größte dervorrangig besicherten Kreditgeber in der Transaktion; gemeinsammit JP Morgan, Merrill Lynch, Deutsche Bank und Wells Fargowaren wir als Joint Bookrunner und Joint Lead Arranger tätig.Unser Engagement ist durch ein erstrangiges Pfandrecht besichert,dass sich im Wesentlichen auf alle Vermögenswerte von TRACerstreckt, einschließlich der gut diversifizierten Flotte von Chassisfür den intermodalen Verkehr und den Straßengütertransport.Der Beleihungsauslauf auf Basis der Chassis-Flotte ist ange-messen und sinkt über die Kreditlaufzeit.TRAC zeigte sich mit der Geschäftsbeziehung zur DVB äußerstzufrieden. Wir begleiteten das Unternehmen in den letzten Jahrenmit umfangreichen Kreditmitteln und berieten TRAC gemeinsammit DVB Corporate Finance zu Kapitalmarktfragen. Dank unsererführenden Rolle und durch unser Engagement bei der vorrangigenKreditfazilität konnten wir für DVB Corporate Finance/DVB CapitalMarkets LLC ein Mandat als Joint Book-Running Manager beieiner Hochzinsanleihe über 300,0 Mio USD erreichen, die vorAbschluss des Kredits erfolgreich platziert wurde. Die Besiche-rung der siebenjährigen Anleihe steht in der Rangfolge hinterder vorrangig besicherten Kreditfinanzierung.Structured Asset Financing –Die wichtigste Transaktion 2012TRAC Intermodal ist der weltweit größte Anbieter von Fahrgestel-len (Chassis) für den Straßengütertransport und die Verladungvon Seeschifffahrts-Containern. Das Unternehmen ist in denVereinigten Staaten landesweit aktiv (mit einem Marktanteilvon 53 %) sowie in Kanada und Mexiko. Die Angebots­palettevon TRAC umfasst sowohl das langfristige Leasing­geschäftals auch kurzfristige Mietverträge im Rahmen umfangreicherChassis-Pools bzw. im Pool-/Flottenmanagement. Zum Zeitpunktdes Transaktionsabschlusses umfasste die Gesamtflotte vonTRAC rund 185.000 Chassis für den intermodalen Verkehr und63.000 für den Straßengütertransport. In den USA ist TRAC mitinsgesamt 545 Vermietstationen für Seeschifffahrts-Chassisund 135 Stationen für Straßengütertransport-Chassis vertreten.Die Stationen sind jeweils an Bahnknotenpunkten oder in derenNähe gelegen. Damit ist das Unternehmen gut positioniert, umvom Markttrend zur Nutzung von Chassis-Pools sowie zur kurz-fristigen, tageweisen Miete von Chassis zu profitieren.Die wichtigste Transaktion im Land Transport Finance 2012
  • 94. 90DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Structured Asset Financing – Risikomanagement98,9 % des Land Transport Finance-Portfolios ist objektbesichert;sonstige Sicherheiten liegen nur noch bei 0,2 % des Transaktions-volumens vor (Vorjahr: 1,5 %) und unbesichertes Geschäft liegtwie im Vorjahr bei 0,9 %. Die Risikosituation in unseren Ziel-märkten Europa, Australien und Nordamerika hat sich 2012kaum verändert.Ein wesentliches Element unserer Arbeit ist ein hohes Risiko­bewusstsein, sowohl beim Abschluss einer Transaktion als auchbei der Überwachung der Engagements. Alle Neuengagementswerden im Rahmen eines maximal dreistufigen Kreditgenehmi-gungsprozesses umfassend hinsichtlich möglicher Risikofaktorengeprüft. In wöchentlichen Sitzungen werden alle wesentlichenGeschäftsansätze zunächst im Rahmen des Deal Committeeszwischen dem zuständigen Vorstandsmitglied, dem gesamtenLand Transport Finance-Team sowie dem Land Transport Credit-Team und Land Transport Research erörtert. Geschäfte, die imRahmen dieser Sitzungen grünes Licht erhalten, werden mit denKunden weiter verhandelt und dem Gesamtvorstand zur Geneh-migung vorgelegt. Soweit die Kreditvergaberichtlinien von LandTransport Finance dies erfordern, bedarf eine neue Transaktionauch der Zustimmung des Kreditausschusses des Aufsichtsrats.Stets ist für alle Transaktionsentscheidungen ein unabhängigesGutachten von Land Transport Research erforderlich.Darüber hinaus wird – nach der Einbuchung von Neuengage-ments – das Portfolio laufend geprüft und nach Risikoklassenkategorisiert. Mithilfe des Frühwarnsystems wird in Phasen miterhöhter Risikorelevanz das Portfolio analysiert und die einzelnenEngagements mit einer Ampelsystematik eingestuft; Engage-ments mit höherem Risiko werden auf die Closely Monitored Listund kritische Engagements auf die Watch List gesetzt.Wegen der inhärenten Stabilität der Landtransportmärkte ist derRisikogehalt unseres Portfolios relativ gering. Dies zeigte sichauch im Jahr 2012:• Dank der strikten und präventiven Risikokontrollmechanismen,der Marktverbesserungen bzw. wegen unseres bedachtenRisikoappetits mussten wir nur wenige Kunden in höhereRisikokategorien einstufen.• Zum Jahresende 2012 war für die Engagements im LandTransport Finance erneut keine Risikovorsorge im Kredit­geschäft notwendig.• Eine kleine, restrukturierte Transaktion entwickelte sich gut,da sich die Vermietungssituation der finanzierten Fahrzeugeim Vergleich zum Vorjahr deutlich verbesserte.Im Allgemeinen zeigte das Schienenverkehrssegment Anzeichenfür eine Plateaubildung; Wertsteigerungen bei Fahrzeugen ineinigen Sektoren glichen Wertverluste bei anderen in etwa aus.Im Durchschnitt lagen die Leasing-Raten für Prolongationen imRollmaterial-Leasing nur leicht unter den Konditionen für aus-laufende Verträge, und die Auslastung der Flotten stieg wieder,sodass zu hoffen ist, dass die Talsohle in näherer Zukunft durch-schritten sein wird. Bei Straßenfahrzeugen zeigte sich im Lang-streckenverkehr eine grundsätzlich stabilisierte Situation, beikurzen Strecken zum Teil ein Überangebot an Fahrzeugen.Land Transport Finance
  • 95. 91DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport FinanceLand Transport Finance – Prognose für diewesentlichen Landtransportmärkte 2013Das Jahr 2013 wird im Landtransport voraussichtlich den Über-gang zu einer wachstumsstärkeren Zukunft markieren. Vorerstist jedoch die anhaltende Schwäche der Weltkonjunktur nochRealität und es stellt sich die Frage, wie lange sich diese Über-gangsphase hinziehen wird. Außer bei den Bahnen in Nordamerikaund Australien sind kaum Anstiege bei den Frachtpreisen zuerwarten. Die meisten Eisenbahngesellschaften in Europa werdenin der Verlustzone bleiben. Die größten unter ihnen werden ihreVerluste durch das Passagier- und/oder Logistikgeschäft aus-gleichen können. Erfreulicher ist die Prognose von SCI Verkehr,einer deutschen Beratungsgesellschaft für den Bahnverkehr:Das Unternehmen erwartet für den Zeitraum von 2012 bis 2016im europäischen Bahnmarkt – dem immer noch größten welt-weit – jährliche Zuwachsraten von 3,0 %. Der nordamerikanischeMarkt soll im gleichen Zeitraum um 5,0 %, der australische um1,1 % jährlich wachsen. Anschaffungen von neuem Rollmaterialdürften etwa ein Viertel des Gesamt-Investitionsvolumens inden Bahnmärkten ausmachen.Bahnfracht – EuropaDer Bahnfrachtverkehr in Kontinentaleuropa wird laut Schätzun-gen der belgischen und niederländischen Regierungen bis 2025um 75 % wachsen; für den Seeverkehr entlang der Nordseehäfenwird ein Wachstum von 130 % erwartet. Diese Prognosen gehenvon entsprechenden Wachstumsinvestitionen in die europäischeBahn- und Hafeninfrastruktur aus. Ferner zeigt sich die Internatio-nale Vereinigung der Gesellschaften für den Kombinierten VerkehrSchiene-Straße überzeugt, dass die langfristige jährliche Wachs-tumsrate beider Segmente auf ein Niveau von 6–7 % zurückkehrenkann. Ein prägendes Ereignis dürfte die Zertifizierung neuartigerBremsklötze sein, die für Mitte 2013 erwartet wird. Der deutscheInfrastrukturmanager DB Netze beabsichtigt in diesem Zusammen-hang, ab 1. Juni 2013 einen Strafzuschlag für Züge mit lauterenGrauguss-Bremssohlen zu erheben – wie sie bei den meistenGüterwaggons in Europa zu finden sind. Weiterhin werden dienationalen Infrastrukturmanager in Deutschland, der Schweizund den Niederlanden Anreizsysteme für leisere Güterzüge ein-führen.Gleichzeitig werden sich die Hersteller auf den Schienenper­sonenverkehr konzentrieren müssen, da im Frachtverkehr diegeplanten Auslieferungen von Lokomotiven (2012: –28,9 % auf318 Einheiten; 2013: 210 Einheiten) und Normalspurgüterwaggons(2012: –10,9 % auf 4.866 Einheiten; 2013: Festbestellungen für3.451 Einheiten) im kommenden Jahr noch weniger Fertigungs-kapazität beanspruchen werden als bisher. Dieser Umstand wirdnatürlich den Umrüstern für Rollmaterial zugutekommen.Bahnfracht – NordamerikaSofern die US-Umweltbehörde Environment Protection Agency(EPA) ihre Vorschriften für Kohlekraftwerke nicht nochmals ver-schärft und es nicht zu einer weiteren Rekorddürre kommt, istbei der Bahnfracht mit normalem Wachstum zu rechnen, das inetwa auf dem Wachstumsniveau des Bruttoinlandsproduktsliegen dürfte. Wir rechnen mit einem steigenden Frachtvolumenzwischen Mexiko und den USA, da einige der ehedem nach Asienausgelagerten Leistungen jüngst in näher gelegene Länder ver-lagert wurden. Derzeit stehen für 2013 nur 456 neue Lokomotivenzur Auslieferung an (–45,4 % gegenüber 2012), wobei weitereBestellungen zur Auslieferung im Jahr 2013 durchaus noch möglichsind. Gleichzeitig ist jedoch ein Trend zur Modernisierung unddem Umbau alter Lokomotiven zu beobachten, was etwa halbso viel kostet wie eine neue Lokomotive. Die Preise für neueLokomotiven steigen jedes Mal, wenn neue Emissionsvor-schriften der EPA in Kraft treten (die nächsten – Tier 4 – voraus-sichtlich im Jahr 2015). Laut Rail Theory Forecasts sollen 2013rund 42.000 neue Güterwaggons ausgeliefert werden (–28,7 %im Vergleich zum Vorjahr). Der von den Herstellern ausge­wiesene Auftragsbestand belief sich im Januar 2013 auf rund60.000 Güterwaggons.Bahnfracht – AustralienDie Zulassung von Bahnunternehmen in Australien wird abJanuar 2013 in einem zweijährigen Prozess schrittweise von deneinzelnen Bundesstaaten auf die neue Aufsichtsbehörde NationalRail Safety Regulator übertragen. Dies erleichtert den Markt­eintritt neuer wie auch die landesweite Expansion bestehenderBahnunternehmen. Laut Schätzungen der australischen Regie-rung wird das Bahnfrachtvolumen bis 2030 um 90 % zunehmen.Im Januar 2013 prognostizierte IBISWorld bereits eine Verdop-pelung der Bahnfrachtleistung für das Jahr 2020 und einenZuwachs von 5,0 % auf 8,87 Mrd AUD für die Jahre 2012/2013.Nachdem die Infrastruktur erst kürzlich ausgebaut wurde,dürfte der geringe Marktanteil des Bahnverkehrs auf der StreckeMelbourne – Sydney –Brisbane (derzeit 20 %) nun deutlichzunehmen. Die Australian Rail Track Corporation erwartet fürdie Kohletransporte auf ihrem Hunter-Valley-Netz einen Anstiegum mindestens 54 % bis Ende 2014. An Lokomotiven werden2013 voraussichtlich nur noch 95 Stück gebaut, was einem Rück-gang von 56,2 % gegenüber dem Rekordjahr 2012 entspricht. Dabeidürfte der Anteil ausländischer (besonders US-amerikanischer)Hersteller an diesen Lieferungen weiter ansteigen. Bei denGüterwaggons sind 2.216 Einheiten zur Auslieferung im Jahr 2013vorgesehen (–61,8 %).
  • 96. 92DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Straßengüterverkehr – EuropaAngesichts des erwarteten schwachen Wachstums des Brutto-inlandsprodukts in der EU (0,6 % im Jahr 2013) prognostiziert dieInternational Road Transport Union eine Zuwachsrate von 0,7 %sowohl für die Transportleistung im Straßengüterverkehr alsauch bei Lkw-Neuzulassungen. Bei leichten Nutzfahrzeugen fürden lokalen und regionalen Einsatz wird der Anteil von Hybrid-und Elektrofahrzeugen zunehmen, doch ist der verbreitete Einsatzdieser Technologien im schweren Güterverkehr noch nichtabsehbar.Straßengüterverkehr – NordamerikaLaut der American Trucking Association wird die Frachttonnagein Nordamerika bis 2023 um 21 % zunehmen, die Erträge sollensogar um bis zu 59 % steigen. Im intermodalen Verkehr prognos-tiziert die American Trucking Association für den Zeitraum von2012 bis 2017 einen jähr­lichen Tonnage-Anstieg von 6,2 %. Vonden 15 hier aktiven Schifffahrtsgesellschaften werden wohldie meisten, wenn nicht alle, ihre Intermodal-Chassis-Flottenverkaufen. Bei gebrauchten Lkw geht ACT Research zwar vonweiterhin soliden Preisen aus, doch mit Wachstum ist vorerstnicht zu rechnen. Was die 2012 von der US-Regierung vorgelegtenEmissionswerte für schwere Lkw angeht, so dürften diese wohlin Kanada zuerst umgesetzt werden, zumal sie ursprünglich vonkanadischen Regierungs­vertretern vorgeschlagen worden waren.In Mexiko ist von strengeren Inspektionsvorschriften sowie voneiner Senkung der zulässigen Gesamtgewichte auszugehen.Schienenpersonenverkehr – EuropaDie Entwicklung im europäischen Schienenpersonenverkehrwird primär von der Situation am Arbeitsmarkt abhängen, dennein großer Teil der Bevölkerung nutzt den Zug sowohl auf demWeg zur Arbeit als auch in der Freizeit. Wir erwarten hier einenrecht stabilen Markt. In Spanien wird es interessant sein zubeobachten, ob die staatliche Eisenbahngesellschaft Renfe tat-sächlich eine Flotte von 26 Hochgeschwindigkeitszügen an neueBetreiber verleast. In Deutschland dürfen Busbetreiber jetzt auchim Fernverkehr (über 50 km) in Konkurrenz zu Bahngesellschaftentreten. Die britische Personenkraftverkehrsunternehmen NationalExpress hat offenbar erstmals Gebote für vier Transportlizenzenin Deutschland abgegeben. Weitere internationale Betreiberzeigen Interesse an einer Ausschreibung für das Betreiben desBerliner Nahverkehrsnetzes. Die Anzahl geplanter Auslieferungenvon Normalspur-Triebzügen (ohne Hochgeschwindigkeitszüge)liegt 2013 bei 828 Einheiten (+14,8 %), 2014 sollen mindestens779 Einheiten ausgeliefert werden.Schienenpersonenverkehr – NordamerikaDie Nutzung des Schienenpersonenverkehrs hängt eng mit derEntwicklung der Treibstoffpreise zusammen. Hier können wir imlaufenden Jahr von einem Nullwachstum ausgehen. Unmittelbarvor und während der letzten Rezession waren Luxus- und/odertouristische Langstreckenverbindungen eingestellt worden.Inzwischen arbeiten sechs Betreiber an neuen Konzepten indiesen Segmenten. Im Jahr 2013 sollen 735 Triebzugeinheitenund Waggons (–13,7 %) ausgeliefert werden, für 2014 sind559 Einheiten geplant.Land Transport Finance
  • 97. 93DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussLand Transport Finance – Portfolioprognose 2013Land Transport Finance startet in das neue Jahr mit einerdiversifizierten und vielversprechenden Transaktionspipeline füralle unsere Kernmärkte. Auf Basis des bereits vorbereitetenNeugeschäfts gehen wir für 2013 von interessanten Finanzie-rungsvolumina aus, auch wenn die Investitionsneigung für neuesRollmaterial in den Landtransportmärkten nach wie vor als„vorsichtig“ zu charakterisieren ist. Dennoch stehen in den Folge-jahren strategisch wichtige Transaktionen an. Unser Kerngeschäftbleibt das Structured Asset Financing. Darüber hinaus sehen wirgute Chancen für Beratungsmandate, zunehmend auch wiederfür Kapitalmarkttransaktionen.Wir gehen davon aus, dass die Landschaft 2013 wie folgt aus-sieht: Große Nachfrage nach Objektfinanzierungen wird inEuropa erneut durch die kommenden Aufträge für Passagier-triebzüge entstehen, während es in Nordamerika schwerpunkt-mäßig um die Refinanzierung größerer Güterwaggon-Portfoliosgehen dürfte. In Australien besteht primär Bedarf nach neuemTraktionsmaterial wie moderne Lokomotiven und nach effizientenWaggonflotten für Rohstofftransporte.Der weiteren Entwicklung unseres qualitativ hochwertigen Port-folios sehen wir generell optimistisch entgegen. Der Schienen-fahrzeugsektor wird auch 2013 die stärkste Säule des Bereichesbleiben.Trotz der andauernden Konjunkturschwäche in einigen unsererMärkte gehen wir von keinen erheblichen Risiken für unser Port-folio aus. Ertragsdruck herrscht auch in unseren Märkten, wobeijedoch die grundsätzlich vorhandene langfristige Stabilität desLandtransportsektors unser Geschäft stützt. Viele Operating-Leasing-Anbieter in Nordamerika und Europa konnten 2012leichte Erholungstendenzen zu einer Verbesserung ihrer Erträgenutzen, die Abhängigkeit der Landtransportmärkte von der welt-wirtschaftlichen Situation bleibt jedoch weiterhin bestehen.Das Portfoliomanagement bleibt eine vorrangige Aufgabe inunserem Geschäft. Unsere strikte Risikoanalyse werden wirbeibehalten, um in unserem Geschäft möglichst versteckte Risikenzu vermeiden, die aufgrund der mittlerweile deutlicheren Zyklizitätauch in unseren Landtransportmärkten auftreten können. Wirerwarten, dass sich auch 2013 die Struktur unseres Portfoliosnach Regionen, Kunden und Marktsegmenten weitgehend kon-tinuierlich und auf dem Niveau der aktuellen Diversifizierungentwickelt. Die im Vergleich zu Europa besseren Konjunktur­aussichten für Nordamerika und Australien lassen eine höherewirtschaftliche Dynamik in diesen Regionen erwarten. Wir sinddaher zuversichtlich, dass ein weiterer Ausbau der Portfolio­anteile Australiens und Nordamerikas günstig und adäquat ist.Unsere langfristigen Kundenbeziehungen erweisen sich fürunser Geschäft als sehr tragfähig. Die Finanzierungen undDienstleistungen unserer Land Transport Finance-Plattformwerden auch im Prognosezeitraum weiterhin gefragt sein. Wirbefinden uns in einer günstigen Ausgangsposition, genießeneinen ausgezeichneten Ruf im Markt, weisen eine solide Leis-tungsbilanz auf, und konzentrieren uns unverändert auf unserKerngeschäft. Gerade in schwierigen Zeiten sind diese Faktorenimmens wichtig. Wir sind daher überzeugt, unsere führendeMarktposition auch 2013 halten zu können.Land Transport Finance
  • 98. 94DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Wichtige Transaktionen 20121)AAE Wagon Finance€305 mn Term Loan Facility for a diversified fleetof approx. 9,900 railcars of various types€80 mnJoint Lead Arranger in a Club DealDVB’s Aviation Asset Management21 commercial aircraft sold/leased,97 aircraft under managementin 2012DVB‘sAviation AssetManagementAerCapSenior Debt4 x B737-800Co-Arranger & Co-ordinatorDVB’s Aviation Investment ManagementInvestment Advisor to equity fundsowning 70 commercial aircraft,125 engines and 2 airline equity investmentsDVB‘sAviationInvestmentManagementAlpha Trains€207 mn Senior Secured Term Loanfor 28 Stadler EMUs€36 mnMandated Lead Arranger,Structuring Bank & Security AgentDynacomSecured Term LoanUS$80 mnDynacomTankers Management Ltd.AvolonSenior Debt1 x B777-300ERArrangerEpic Pantheon International Gas Shipping LtdMerger of Epic Shipping Holdings Ltdand Pantheon Inc.US$228 mn RecapitalisationExclusive Financial Advisor & Lead Debt ArrangerAWASSenior Debt1 x A320-2004 x B737-800ArrangerFlagship Rail Services LLCUS$700 mn Senior Secured Term Loan/Warehouse FinancingUS$152.8 mnJoint Lead Arranger, Joint Bookrunner,Mandated Lead Arranger & Syndication AgentBOC AviationPortfolio Financing9 x new and used aircraftArrangerGreenship Bulk/Jaccar HoldingSenior Secured Term Loan Facility4 x 63,200 dwt supramax bulkersUS$73.2 mnBilateral LenderB u l kBourbon Offshore/OceanteamUS$147mn Facility2 x offshore construction vesselsUS$58.5 mnCo-LeadGuggenheim Aviation PartnersOperating Lease Financing11 x B757-300Co-Arranger & Security TrusteeCDB Leasing/China Shipping Container LinesSale and Lease-Back FinancingFleet of 210,000 TEU maritime containersUS$358.6 mnArrangerHawaiian AirlinesFinance Lease1 x A330-200ArrangerDOF/Norskan & Brazil BNDESGuarantee/Top-up Facility1 x AHTSUS$55 mnAgent, Sole Lender & GuarantorHurtigruten ASACorporate RecapitalisationNOK2.6 bn Senior DebtNOK500 mn Unsecured Norwegian BondJoint Lead Bond Arranger & Lead Debt Arranger1) Untestierte Informationen (nicht vom Bestätigungsvermerk umfasst)
  • 99. 95DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussWichtige Transaktionen 20121)Jackson Square AviationOperating Lease Financing1 x B737-800ArrangerTeekay VoyageurPost-Delivery Senior Secured Term LoanUS$31.8 mnMandated Lead ArrangerLOTFinancial Advisorywith respect to financingthe first B787-8 deliveryin EuropeThenamarisPost-Delivery Financing2 x new building MR product tankersBilateral LenderMASkargoFinance Lease1 x A330-200FArrangerTrac IntermodalSenior Secured Warehouse Facility &11.0% Senior Notes due 2019US$1.025 bn Total RecapitalisationJoint Bookrunner & Joint Lead Arranger/Joint Bookrunning ManagerNavigator Gas LLC/Navigator Holdings LtdUS$180 mn Fleet Financing20-22,000 cbm semi-ref LPG tankersUS$60 mnCo-ArrangerUS AirwaysMixed-Market Financing2 x A321-200ArrangerSovcomflot OAOSecured Term LoanUS$100 mnMandated Lead ArrangerVega OffshoreEquity Raise & Senior Debt Facility2 x PSVs and 2 x OSRVsUS$38.2 mnExclusive Financial Advisor,Mandated Lead Debt Arranger, Agent & LenderStena LineSenior Secured Term Loan4 x RoPax ferries€105.0 mnBilateral LenderVision DrillingLoan FacilityUS$67.5 mnMandated Lead ArrangerTAMSynthetic Operating Lease2 x A320-200ArrangerVolga DneprFinance Lease3 x B747-8FArrangerPolish Steamship2 separate Senior Loan Facilitieseach for 4 x 17,000 dwt bulkersUS$44 mn and US$43 mnBilateral LenderTUI Travel plcPre-Delivery Financing10 x B737-800Arranger1) Untestierte Informationen (nicht vom Bestätigungsvermerk umfasst)Turkish AirlinesJapanese Operating Lease Co-Financing2 x B737-800ArrangerSeaborne Intermodal/Lindsay Goldberg LLCUS$300 mn Senior Facilityfor the acquisition ofa US$430 mn container box portfoliomanaged by Florens
  • 100. 96DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aufgrund dieser Rahmenbedingungen verringerte sich das welt-weit syndizierte Kreditvolumen im Jahr 2012 von ursprünglich3,1 Billionen € auf 2,6 Billionen €; das entspricht einem Rückgangvon 16,1 %. Regional betrachtet, ging das syndizierte Kredit­volumen in Europa/Naher Osten/Afrika am stärksten zurück, näm-lich um 33,3 % auf 0,6 Billionen € (Vorjahr: 0,9 Billionen €). In Nord-und Südamerika sank es auf 1,4 Billionen € (von 1,6 Billionen €im Vorjahr). Lediglich im asiatisch-pazifischen Raum konntedas Niveau von 0,6 Billionen € zum Jahresende 2012 aufrecht­erhalten werden. Für Spezialfinanzierungen, Engagements ohne Rückgriffsrechteund Kreditnehmer unterhalb des Spitzensegments waren Bank-kredite weiterhin eher begrenzt verfügbar, sodass der Konditions-druck hier eher verhalten blieb. Erneut konnten nur Unterneh-mensschuldner mit erstklassiger Bonität auf Underwritings undSyndizierungen zurückgreifen, während sich andere Kreditnehmerauf Club-Deals oder direkte Bankkredite beschränken mussten.Nach wie vor wurde die Mittelaufnahme über den Anleihemarktals Alternative zu Bankkrediten genutzt: Das Gesamtemissions-volumen bei Anleihen lag 2012 mit 2,5 Billionen € um 19,0 %höher als im Vorjahr.Das Syndizierungsvolumen in der Transportfinanzierungs­branche – einschließlich Schifffahrts-, Flugzeug- und Eisenbahn­finanzierungen – sank 2012 um 26,2 % auf 38,1 Mrd € (2011:51,6 Mrd €). Insgesamt war die Liquidität im Schiffsfinanzierungs-markt 2012 knapp, einige größere Banken gaben ihren Rückzugaus diesem Segment oder eine Senkung ihrer Vergabevoluminabekannt. Damit setzte sich ein Trend fort, denn bereits in derzweiten Jahreshälfte 2011 hatten Banken immer weniger Mittelfür Schiffsfinanzierungen zur Verfügung gestellt. Bedingt durchdie Liquiditäts- und Refinanzierungsschwierigkeiten der Bankenwaren die Kreditvolumina damals drastisch zurückgegangen.Die Kompetenz und Erfahrung der DVB als Arrangeurund Konsorte gibt unseren Kunden die Sicherheit, dassMittel zur Finanzierung ihrer Projekte bereitstehen.2012 war die Kreditvergabe der meisten Banken nachwie vor stark durch die Auswirkungen der europäischenStaatsschuldenkrise beeinträchtigt. Ungeachtet diesesangespannten Marktumfelds konnte das FinancialInstitutions-Team der DVB im Jahr 2012 Fremdkapital-finanzierungen für eine Reihe von Transaktionenrealisieren.Financial Institutions – MarktanalyseDas Jahr 2012 stand nach wie vor im Zeichen der fortdauerndenStaatsschuldenkrise. Einige europäische Banken standen unterDruck, ihre Eigenkapitalquoten bis Ende Juni 2012 zu erhöhen.15 internationale Banken wurden – ebenfalls im Juni – nach Über-prüfung ihrer Kreditwürdigkeit von Moody‘s herabgestuft. In derFolge führten mehrere europäische Staaten verschärfte Rechts-vorschriften ein, um die Eigenkapitalausstattung inländischerInstitute zu verbessern („Gold-Plating“). Vor diesem Hintergrundwaren im Jahresverlauf 2012 auch die Kreditvolumina rückläufig:Einerseits war die Nachfrage nach Finanzierungen aufgrund dergeringeren gesamtwirtschaftlichen Aktivität rückläufig; anderer-seits hielten die Banken an ihrer starken Zurückhaltung bei derKreditvergabe fest. Erst als die Auswirkungen dieser Entwick-lungen als neuer Normalzustand im Markt akzeptiert wurden,wurde der Interbankenverkehr mit US-Dollar wieder gestärkt,sodass einige Banken gegen Jahresende 2012 von niedrigerenRefinanzierungskosten in US-Dollar profitieren konnten. Dieseniedrigeren Kapitalbeschaffungskosten gaben die Banken jedochnicht in allen Fällen an die Kreditnehmer weiter, denn die Nutzungihrer Kapitalausstattung blieb weiterhin eingeschränkt.Financial Institutions4,03,02,01,00,00,80,40,920080,40,40,520090,70,51,020100,90,61,620110,60,61,42012Nord- und Südamerika Asien/Pazifik Europa/Naher Osten/Afrika Quelle: Dealogic, Dezember 2012Weltweit syndiziertes KreditvolumenBillionen €
  • 101. 97DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussInfolgedessen engagierten sich Banken 2012 stärker im Sekundär-marktgeschäft: Den Exit anderer Institute nutzten sie entwederzur Verbesserung der eigenen Erträge – etwa, indem sie Verbind-lichkeiten erstklassiger Adressen zu Abschlägen aufkauften –oder aber zum Ausbau ihrer Schiffsfinanzierungsportfolios mitsoliden Transaktionen.Im Laufe des Jahres konzentrierten die verbliebenen Banken ihreBemühungen weiterhin auf dieselben erstklassigen Kunden undals Folge standen diese Engagements unter Konditionsdruck –wenn auch auf historisch hohem Niveau. Der Anstieg von Finan-zierungen im Offshore-Bereich, der bereits 2011 eingesetzt hatte,hielt angesichts der verbesserten Aussichten dieses Sektors an.Banken, deren freie Bilanzressourcen noch für Finanzierungenausreichten, tendierten zu gut strukturierten Offshore-Geschäften.Ferner beobachteten wir eine steigende Präferenz für LNG-Trans-aktionen, die durch langfristige Charterverträge mit bonitäts-starken Ölunternehmen und/oder anderen soliden Abnehmernunterlegt sind. Aufgrund der Klassifizierung als „industrielleSchifffahrt" konnten manche Banken, die nicht mehr in derSchiffsfinanzierung aktiv sind oder sich daraus zurückziehenmöchten, solche Transaktionen über ihre Corporate-Finance-oder Projektfinanzierungsabteilungen begleiten.Die Underwriting-Kapazität war 2012 erneut sehr begrenzt, wobeiBanken für erstklassige Adressen größere Volumina bereitstelltenund gleichzeitig versuchten, Tranchen opportunistisch weiter­zuplatzieren. Der Schwerpunkt lag 2012 auf echten Club-Deals.Der Hang zu konservativen Kreditstrukturen und teuren Kondi-tionen überwog trotz des rückläufigen Konditionsdrucks für Top-Adressen. Laut Erhebungen von Dealogic wurden rund 18,0 Mrd €des Kreditvolumens 2012 für Neuinvestitionen eingesetzt, davon39,3 % für Offshore-Projekte. Auch nicht veröffentlichte bilateraleFinanzierungen und kleinere Club-Deals waren 2012 im Schiffs­finanzierungsmarkt verbreitet. Insbesondere im Offshore-Bereichwurde der Schiffsfinanzierungsmarkt weiterhin durch staatlicheKredite und Garantien von Exportkreditagenturen unterstützt.Trotz der anhaltend schwierigen Lage auf den globalen Finanz-märkten, die auch den Flugzeugfinanzierungsmarkt beeinträchti-gen könnte, war 2012 ein aktives Jahr voller Herausforderungen.Der Jahresanfang verlief noch recht ruhig, da zahlreiche Bankennoch immer Liquiditätsbeschränkungen und Refinanzierungs­probleme aus dem Vorjahr bewältigen mussten. Ab dem zweitenQuartal 2012 kehrte die Dynamik auf den Märkten zurück. Allesin allem traten kaum wesentliche neue Banken im Markt auf,abgesehen von wenigen Instituten im Nahen Osten, den USAund Asien mit stark regionaler Ausrichtung. Kommerzielle Kredit-geschäfte zur Flugzeugfinanzierung wurden 2012 mit einemkleinen Kreis in diesem Bereich aktiver Banken abgeschlossen.Daneben wurden aber auch andere Finanzquellen genutzt, soetwa Exportkreditagenturen und die Anleihe-/Kapitalmärkte.Auch waren einige wenige neue Nichtbanken an Aviation-Transaktionen beteiligt. Die verbleibenden Banken konnten essich leisten, bei der Auswahl von Finanzierungen selektiv vorzu-gehen, weshalb sie sich auf Airlines mit erstklassiger Bonitätkonzentrierten. Neue Flugzeugfinanzierungen wiesen konservativeStrukturen auf, die eher einer Unternehmens- als einer Objekt­finanzierung entsprachen. Liquiditätsengpässe und die hohenKosten der US-Dollar-Refinanzierung hatten 2011 die Margenansteigen lassen, insbesondere in Europa und dem Nahen Osten.Verglichen dazu stand 2012 mehr Liquidität von aktiven Bankenzur Verfügung, wobei die Margen größtenteils rückläufig waren.Daneben blieben die Konditionen in Nordamerika aufgrundknapper Liquidität unverändert. Asiatische Banken waren dieserSituation gegenüber weitgehend immun; besonders in Japankonnte ein wachsendes Interesse am Luftverkehrssektor beob-achtet werden. Im Großen und Ganzen bevorzugten Banken mitausreichender Liquidität eher lokale Transaktionen in Inlands-währung als internationale Finanzierungen. Vor allem galt diesfür den Nahen Osten und Teile Asiens. Wie schon in den Jahrenzuvor, war nur eine Handvoll Banken in der Lage, ältere Flugzeuge(von der Mitte bis zum Ende der Nutzungsdauer) zu finanzierenbzw. reine Objektrisiken einzugehen.Auch im Eisenbahnsektor blieb die Liquiditätslage angespannt.Einige Banken fuhren ihre Kreditvergabe an den Eisenbahnsektor(und die Transportbranche insgesamt) weiter zurück, da sie ihnnicht als Teil ihres Kerngeschäfts betrachteten. Gleichzeitig kam2012 eine kleinere Zahl Institute neu in den Sektor und manchevon ihnen tätigten Bahnabschlüsse.Financial Institutions – Strategische PositionierungAuch 2012 unterstützte das Financial Institutions-Team das Kun-dengeschäft der DVB-Kernbereiche Shipping Finance, AviationFinance und Land Transport Finance und stellte sicher, dassgenügend Mittel von Drittbanken bereitstanden und das Kredit-buch der DVB entsprechend entlastet werden konnte. DurchEinbindung anderer Institute in ihre Transaktionen kann die DVBKreditrisiken in ihrem Anlagebuch diversifizieren und spätereKonzentrationsrisiken vermeiden. Unsere Expertise als Arrangeurund syndizierendes Konsortialhaus gibt Kunden Finanzierungs­sicherheit bei ihren Projekten. So wachsen mit der Erfolgsbilanzim Syndizierungsgeschäft auch die Chancen der DVB, bei weiterengroßen Finanzierungsmandaten den Zuschlag zu erhalten.In der Funktion als Lead Arranger und Bookrunner ist für dieDVB die fachkundige Durchführung ihrer Aufgaben entscheidendfür den Erfolg: Da Drittinstitute mitunter mit dem jeweiligenKunden oder Projekt weniger vertraut sind, kommt es umso mehrauf die Fähigkeiten, Erfahrung, Leistungskraft und Informations-qualität des Financial Institutions-Teams an. Eine klare, sorgfältiggestaltete Präsentation der einzelnen Projekte in Form vonInformationsmemoranden ist wesentlich und hilft, potenzielleSchwierigkeiten im Rahmen des Syndizierungsprozesses vonvornherein zu vermeiden.Financial Institutions
  • 102. 98DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012eventuell nicht genügend Fremdkapital bei anderen Bankenbeschaffen zu können). Beim Bookbuilding bleiben beide Risikenbeim Kunden. Der Syndizierungsvorgang als solcher unterscheidetsich bei beiden Modellen nicht. In beiden Fällen verwendet dasFinancial Institutions-Team die gleichen Vorlagen für das Informa-tionsmemorandum und die Zeichnungsangebote. Es greift auch inbeiden Fällen auf die Expertise verschiedener Geschäftsbereicheder DVB – wie etwa die Kredit- und Research-Bereiche – zurück,um ein Maximum an Liquidität am Markt zu erzielen. Seit Mitte2008 ist im Konsortialgeschäft ein allgemeiner Trend weg vonder Festübernahme und hin zum Aufbau von Bankkrediten aufClub- oder Bookbuilding-Basis zu beobachten. Auch bei der DVBhat sich der Fokus zunehmend in Richtung Club-Deals und Book-building verlagert. Diese Tendenz hielt 2012 an, wobei aber aucheinige ausgewählte Transaktionen fest übernommen wurden.Das Financial Institutions-Team der DVB setzt einen klarenSchwerpunkt auf originäre Transaktionen (Primärmarkt). ImSekundärmarkt, in dem es um die Weiterplatzierung früher abge-schlossener Finanzierungen geht, ist Financial Institutions nichtaktiv. In der Regel arbeitet das Team bei seinen Transaktionenmit Geschäftsbanken oder Exportkreditagenturen zusammen.Darüber hinaus fungiert Financial Institutions als zentrale Koordi-nationsstelle für die Geschäftsbeziehungen der DVB zu Finanz­instituten:• Es bahnt Private Equity- und Mezzanine-Finanzierungen an,um das Interesse dieser Institute für die diversen Segmenteder Verkehrsmärkte zu wecken.• Es realisiert Synergien zwischen den unterschiedlichenGeschäftseinheiten der DVB.• Es baut neue Geschäftsbeziehungen auf, um Kunden –gemeinsam mit den Investment Management- und Advisory-Teams – bei der Erschließung weiterer Kapitalquellen zuunterstützen.Das Financial Institutions-Team ist dabei für die Identifizierunggeeigneter Partner verantwortlich, die den kundenseitigen Kapital-bedarf decken können – die Transaktionen selbst werden aller-dings von den Investment Management- bzw. Advisory-Teamsdurchgeführt.Im Jahr 2012 koordinierte das Financial Institutions-Team erneutdie Private-Equity- und Mezzanine-Aktivitäten der gesamtenDVB. So führte das Team eine Reihe neuer Eigenkapital- undMezzanine-Investoren mit den Geschäftsbereichen InvestmentManagement- und Advisory-Teams zusammen, die ihren Kundendamit weitere Finanzierungsalternativen für Investitionen und/oder Übernahmen anbieten können.Hauptfaktoren der erfolgreichen Financial Institutions-Strategieim Konsortialgeschäft sind:• Pflege und Vertiefung bestehender Geschäftsbeziehungenmit Finanzinstituten• Aufbau umfassender Kenntnisse über die Anforderungenund Risikoneigung einzelner Institute, basierend auf diesenGeschäftsbeziehungen – besonders wichtig in einem derartdynamischen Umfeld, in dem sich die Kreditvergabe- undAnlagestrategien der Institute immer wieder ändern• Enge Zusammenarbeit mit dem globalen Transport Finance-Netzwerk und den hauseigenen Research- und Advisory-Teams der DVB; wettbewerbsfähige Preisgestaltung aufBasis aktueller Informationen, Pflege weltweiter Netzwerkesowie Ad-hoc-Analysen• Wirkungsvolle Steuerung und Überwachung des Konsortial-prozesses sowie individuelles, maßgeschneidertes Vorgehengegenüber den teilnehmenden Partnern• Kenntnis der volkswirtschaftlichen Zusammenhänge undEinflüsse auf die Transportfinanzierung unter Anpassung anVeränderungen im MarktumfeldFinancial Institutions – ProdukteDas Financial Institutions-Team bietet zwei wesentliche Dienst-leistungen: zum einen die „Risk Distribution“, also die Risiko­verteilung bzw. -platzierung durch Syndizierung mit anderenKreditgebern, zum anderen die Begleitung der Kapitalbeschaffungbei Finanzinstituten in Form von Private Equity- oder Mezzanine-Finanzierungen.Die Platzierung von Risiken erfolgt entweder durch Festüber-nahme oder durch Bookbuilding. Bei einer Festübernahme hatder Kunde die Gewissheit, dass die benötigten Mittel verfügbarsein werden. Die DVB trägt sowohl das Liquiditäts- als auchdas Platzierungsrisiko (das heißt das Risiko, für eine TransaktionFinancial Institutions
  • 103. 99DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussFinancial Institutions – PortfolioanalyseIm Jahr 2012 konnte das Financial Institutions-Team insgesamtein Volumen von 268,8 Mio € weiterplatzieren. Finanzinstituteselbst benötigten inzwischen für die Anbahnung von Transaktionenmehr Zeit, da die bankinternen Entscheidungsprozesse lang­wieriger geworden sind.Im Bereich Luftverkehr gelang Financial Institutions 2012 dieSyndizierung sowohl von Operating Leases als auch von klassi-schen Krediten für Fluggesellschaften. Es handelte sich dabei umClub-Deals und Weiterplatzierungen nach Transaktionsabschlusszur Unterstützung der Engagementsteuerung. Das Team wähltedafür neue Partner aus, nachdem es viel Zeit in die Anbahnungund Pflege von Beziehungen zu diesen neuen Finanzinstituteninvestiert hatte. Financial Institutions schloss Fremdkapitalfinan-zierungen und/oder die Weiterplatzierung von Engagement-Anteilen für insgesamt sieben Aviation-Transaktionen ab, dasentspricht 69,7 % des gesamten Weiterplatzierungsvolumensder DVB im Jahr 2012.Im Bereich Schifffahrt gelang es dem Financial Institutions-Team,Schiffsfinanzierungen und Offshore-Geschäfte an wichtigeKunden zu vermarkten. Diese Transaktionen – insgesamt vieran der Zahl – dienten wichtigen Shipping Finance-Kunden zurRefinanzierung bestehender Transportmittel und/oder zum Erwerbzusätzlicher Tonnage. Zusammen machten sie einen Anteil von30,3 % am gesamten Weiterplatzierungsvolumen von FinancialInstitutions aus. So konnte Financial Institutions ein stabilesinternationales Bankenkonsortium mit Erfahrung und Know-howin der Schifffahrtsbranche bzw. im Offshore-Bereich sowie neueBeziehungen zu anderen Finanzinstituten aufbauen. Financial Institutions –Markt- und Portfolioprognose 20132013 wird die Höhe der Kreditvolumina in den Primärmärktendavon abhängen, inwieweit die europäischen Banken die Rück-zahlung der von der EZB geliehenen Mittel einleiten. Schätzungenzufolge wird im ersten Quartal 2013 ein Rückzahlungsvolumen voninsgesamt 200 Mrd € fällig; allein bei französischen, spanischenund italienischen Banken stehen potenzielle Rückzahlungen vonrund 150 – 160 Mrd € an. Die vorzeitige Rückzahlungsperiodebegann am 30. Januar 2013. Sie gilt für ungefähr 523 Banken,die im Rahmen der längerfristigen Refinanzierungsgeschäftevon der ersten Zuteilung profitierten und insgesamt 489 Mrd €aufnahmen. Die mehr als 800 Banken, die im Rahmen der zweitenZuteilung insgesamt 529 Mrd € ausgeliehen haben, können am27. Februar 2013 ihre Ausstiegsoptionen ausüben. Eine Rück-zahlung im Laufe des Jahres 2013 ist jedoch nicht sehr wahr-scheinlich, da die Banken eher an einer Refinanzierung ihrerSchulden interessiert sind – nicht zuletzt als Folge der äußerstflexiblen Regelungen der EZB zur Aufrechterhaltung dieser Liqui-dität sowie der geringen wirtschaftlichen Aktivität in Europa.Vor diesem Hintergrund wird eine Reihe europäischer Banken,die bisher die tragende Säule der internationalen Transport­finanzierung bildeten, auch im Jahr 2013 an ihrer zurückhaltendenKreditvergabe festhalten. Die DVB erwartet, dass sich der Trendzur äußerst selektiven grenzüberschreitenden Kreditvergabe 2013fortsetzen wird. Der Druck auf die US-Dollar-Liquiditätskostenwird aller Voraussicht nach fortbestehen: Preisbildung undKonditionen werden weiterhin die Geschäftsbedingungen imTransportsektor insgesamt widerspiegeln – die Finanzinstitutewerden weiterhin mehrheitlich auf gute Bonität und Kredit­bedingungen achten. Die Regionalisierung des Kreditgeschäftswird sich ebenfalls fortsetzen, zumal mehrere regional fokussierteFinanzinstitute die Kreditnehmer in ihren Heimatmärkten unddamit die örtlichen Volkswirtschaften unterstützen. So sindbeispielsweise im asiatisch-pazifischen Raum aufgrund steigenderLiquidität fallende Zinskonditionen zu erwarten, da die Zentral-banken der größten Volkswirtschaften der Region entsprechendeKonjunkturpakete geschnürt haben. Wir erwarten für 2013 in derTransportfinanzierung keine neuen Markteintritte von größerenalternativen Kapitalgebern, sondern lediglich eine begrenzte Zahlneuer Marktteilnehmer mit begrenztem Kreditvergabevolumen.Makroökonomische Probleme und die Performance der Transport-branche insgesamt werden die Kreditvergabe und unser Syndi-zierungsgeschäft 2013 beeinflussen und uns im kommenden Jahrvor neue Herausforderungen stellen. Bilaterale Transaktionenund Club-Deals werden vorherrschen.Financial Institutions Aviation Finance 69,7 % Shipping Finance 30,3 %Gesamtes Weiterplatzierungsvolumen nach Geschäftsbereichen
  • 104. 100DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Finanzierungsrisiken zu mindern. Die Entwicklung der Kapital-märkte bleibt interessant. Insbesondere bleibt abzuwarten, wiesich die steigenden Prämien für Exportkreditfinanzierungenauswirken werden und ob aufgrund dieser Veränderung mehrTransaktionen über den kommerziellen Kreditmarkt finanziertwerden. Es gibt keine Anzeichen dafür, dass mehr neue Bankenden kommerziellen Finanzierungsmarkt betreten werden als 2012,doch werden sich nach wie vor zahlreiche Geschäftschancenergeben. Die DVB erwartet für 2013 ein ähnliches Wettbewerbs­niveau (unter wenigen aktiven kommerziellen Banken) wie imVorjahr. Nach wie vor wird zur Liquiditätsbeschaffung einegroße Bandbreite an Finanzierungsformen genutzt werden, dievon Exportkreditagenturen, Kapitalmärkten oder einigen oppor-tunistischen Kreditgebern bereitgestellt werden. ZusätzlicheLiquidität wird 2013 von einer Reihe alternativer Investoren undInstitutionen kommen, die selektiv Finanzierungen in Form vor-rangiger Kredite anbieten. Dabei werden jedoch weiterhin nurwenige Kapitalgeber in der Lage sein, ältere Transportmittelzu finanzieren; die Finanzmittel in diesem Bereich dürften alsoweiterhin knapp bleiben, da sich weiterhin die meisten aktivenKapitalgeber auf die Finanzierung von Neugerät für führendeAdressen konzentrieren werden.Was die Lage in den Regionen anbelangt, so werden sich lokaleBanken auch weiterhin eher regional ausrichten – besonders imasiatisch-pazifischen Raum und im Nahen Osten. Dennoch wirdsich, wie im Vorjahr, eine kleine Anzahl an Instituten eventuellauch internationalen Abschlüssen mit bonitätsstarken Adressenzuwenden können. Wir rechnen für 2013 mit einem gewissenKonditionsdruck im Nahen Osten/Afrika und Asien, da dieseMärkte weniger stark von Krisen betroffen sind als andereRegionen. Dagegen dürften die Konditionen in Europa und Nord-amerika aufgrund der anhaltenden Volatilität der dortigen Finanz-märkte eher anziehen.Im Schienenverkehr erwartet die DVB 2013 zusätzlicheGeschäftschancen. Einige Adressen erkennen im Schienensektoreine stabile Anlagechance und könnten sich somit zum Ausbauihrer Engagements entschließen, um so ihre bestehendenAsset-Klassen und Portfolios zu diversifizieren. Aufgrund derunsicheren Entwicklung des Liquiditätsniveaus bei Bankkreditenwerden die verfügbaren Mittel vermutlich weiterhin höchstselektiv vergeben werden. Der Markt wird sich auf Transaktionenkonzentrieren, bei denen neuere Transportmittel und starkeLeasinggeber im Zentrum stehen; einige Anbieter werden ihrenSchwerpunkt auf den jeweiligen Inlandsmarkt legen.Im Schifffahrtsmarkt herrschte 2012 weiterhin Finanzmittel-knappheit, noch verschärft durch den Austritt mehrerer traditio-neller Schiffsfinanzierer. Zwar konnten Schiffseigner durchBereitstellung von zusätzlichem Eigenkapital die Finanzierungs-lück en bisher schließen, doch wird ihr Handlungsspielraumzunehmend durch den Abwärtstrend in einigen Sektoren desMarktes beschränkt. Folglich wird die erhebliche Finanzierungs-lücke auch 2013 noch bestehen. Zusätzlich getrübt wurde dieStimmung bei Anlegern und Banken 2012 durch eine Reihe auf-sehenerregender Shipping-Insolvenzen, eine Folge der schwachenMarktentwicklung. Dies wirkt sich wiederum nachteilig auf dasKapitalmarktinteresse an Investitionen im Schifffahrtsmarkt aus:2013 werden nur Gesellschaften mit langjährigen Erfolgsbilanzenan den Kapitalmärkten Mittel aufnehmen können. Privatanlegerund Fonds (insbesondere solche mit branchenspezifischem Fach-wissen) gingen in ihren Anlagestrategien ebenfalls sehr vorsichtigvor und konzentrierten sich mehrheitlich auf Chancen aus Not-verkäufen sowie auf Sektoren, bei denen Renditesteigerungenzu beobachten waren – so etwa den Offshore-Bereich. VieleAnleger sehen den Schifffahrtsmarkt nach wie vor als hochspezialisierte Branche, die gleichzeitig weniger attraktive Erträgebietet als andere Anlagen. Diese Themenkomplexe werden 2013eine vorherrschende Rolle einnehmen.Das Kreditgeschäft wird 2013 weiterhin von regionalen Ungleich-gewichten geprägt sein: So werden asiatische Banken örtlichenSchiffseignern Deals zu sehr günstigen Konditionen anbieten,während sich ihr Interesse an internationalen Trans­aktionen inGrenzen halten wird. Dieses Phänomen war bereits 2012 zubeobachten. Gleichzeitig erhöhten 2012 mehrere US-Bankenihren Marktanteil in der Schiffsfinanzierung, entweder durchBeteiligungen an Schifffahrts-Finanzierungsportfolios von­Banken, die den Markt verlassen möchten, oder durch direkteKreditvergabe an bonitätsstärkere Adressen zu günstigerenKonditionen. Robuste Konzerne werden 2013 leichter Zugangzu Finanzierungen erhalten: Für diese Adressen wird reichlichLiquidität vorhanden sein, insbesondere dort, wo (vor allem­US-amerikanische) Banken Cross-Selling-Möglichkeiten wahr-nehmen.Der Luftverkehrsmarkt wird 2013 womöglich kaum anders aus-sehen als im abgelaufenen Geschäftsjahr – vor allem, was dieFinanzierung neuer Flugzeuge, die Auslieferungen für die zahl­reichen Leasinggesellschaften sowie die Refinanzierung beste-hender Engagements anbelangt. Wo immer sinnvoll werdenFlug- und Leasinggesellschaften weiterhin mehrere Finanzierungs-quellen nutzen, um ihre Finanzquellen zu diversifizieren undFinancial Institutions
  • 105. 101DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussDer Geschäftsbereich Investment Management derDVB ist als Fondsinitiator, Anlageberater und Anlage-verwalter für geschlossene Fonds in den internationalenTransportmärkten tätig. Die von der DVB initiiertenFonds sind auf professionelle Anleger zugeschnitten.Der Markt für geschlossene Fonds bietet eine weitere Optionzur Finanzierung von Transportmitteln. Verkehrsunternehmensind häufig Betreiber, aber nicht mehr Eigentümer der zu finan-zierenden Transportmittel (Flugzeuge, Schiffe, Container undSchienenfahrzeuge). Solche Betreibergesellschaften sind offenerfür alternative Finanzierungsstrukturen. Dabei wird insbesonderedie Finanzierung durch geschlossene Fonds zunehmend alsAlternative zur klassischen Sale-and-Lease-Back-Finanzierunggesehen, da immer mehr Anlagekapital zur Ausstattung solcherFonds zur Verfügung steht. Darüber hinaus können Fonds denTransportunternehmen auch direkte Eigenkapitalbeteiligungen inunterschiedlichen Formen zur Verfügung stellen. Auch für profes-sionelle Anleger ist die Beteiligung an einem geschlossenenFonds grundsätzlich eine Alternative, um langfristig von Cash-flows und Renditen bei gleichzeitiger Risikodiversifizierung zuprofitieren.Der Geschäftsbereich Investment Management hatte zu Beginnseiner Tätigkeit 2001 noch eigenes Kapital eingesetzt. In derzweiten Entwicklungsphase akquirierte die Bank dann erstePartner für ihre Investmentfonds. In der jetzigen dritten Phasebesteht die Hauptaufgabe darin, die Managementfunktion fürDritte zu übernehmen, wobei die DVB selbst ein wesentlichesEigenkapitalrisiko eingeht. In diesem Zusammenhang registrierenwir vor allem eine starke Nachfrage institutioneller Investorennach gemeinsamen Beteiligungen, wie zum Beispiel JointVentures. Damit kann die DVB ihren Kunden künftig Eigenkapital-finanzierungen auf noch höherem Niveau anbieten, etwa in Formvon Sale-and-Lease-Back-Strukturen. Das Prinzip der DVB giltunverändert: Wir sind willens und in der Lage, Risiken zu über-nehmen – sofern der Preis angemessen ist.Die aus umfangreichem Research gewonnene Expertise überMärkte und Transportmittel verleiht uns einen klaren Wettbe-werbsvorsprung. Dies macht uns zum idealen Partner sowohl fürKunden mit Eigenkapitalbedarf als auch für Investoren, die Anlage-projekte in bestimmten Verkehrssegmenten suchen. Entsprechendbesteht der Bereich Investment Management der DVB aus zweiSpezialteams:• Das Team Shipping & Intermodal Investment Management(SIIM) vereint die Investment Management-Aktivitäten in denBereichen Schifffahrt, intermodaler Verkehr und Eisenbahn-verkehr.• Das Team Aviation Investment Management (AIM) verwaltetdie Flugzeugbeteiligungen der Deucalion Aviation Funds.Zum 31. Dezember 2012 belief sich das Investitionsvolumender von der DVB initiierten Fonds auf 724,4 Mio €. Davon entfielen456,0 Mio € (62,9 %) auf AIM und 268,4 Mio € (37,1 %) aufSIM. Investment Management AIM 62,9 % SIIM 37,1 % davon: 27,7 % NFC Shipping Funds 3,5 % Stephenson Capital 3,1 % Cruise/Ferry Funds 2,8 % Container FundsVerteilung des Investitionsvolumens nach Fonds
  • 106. 102DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Investment ManagementTendenziell besser erging es den kleineren, spezialisierten Seg-menten der Schifffahrt (wie etwa denen für Offshore-Versorgungs-schiffe oder LPG-Tanker), denn dort blieben die Frachtmärktestabil oder zogen an – eine Entwicklung, die sich schon in denVorjahren abgezeichnet hatte. Sie passt zur Analyse und Anlage-politik von SIIM, das sich auf kleinere und spezialisierte Schiffein diesen Segmenten konzentriert.Hervorzuheben ist auch eine weitere Entwicklung: Immer mehrPrivate-Equity-Unternehmen wagen erste Schritte in die Schiff-fahrtsmärkte und suchen nach Partnern mit detaillierten Kennt-nissen der Branche. Für typische Projektfinanzierungen ohneRückgriffsrecht ist die Schiffsfinanzierung als Markt nach wievor schwierig oder so gut wie nicht existent.Im Containergeschäft gehen die laufenden Renditen von Opera-ting Leases aufgrund starker Restwerte zurück. Gleichzeitig sindnur wenige Banken in diesem Segment aktiv, was auf die allge-meine Schwäche der Schifffahrtsmärkte zurückzuführen seindürfte.SIIM – Strategische PositionierungDer Bereich SIIM verbindet einen ausgefeilten Geschäftsansatzmit einem erfahrenen Management-Team sowie einer umfas-senden Marktkenntnis. Das Team kann auf das hauseigeneMarkt- und Asset-Research der DVB zurückgreifen und kenntsich mit den relevanten Anlageobjekten hervorragend aus. DasLeistungsspektrum aller SIIM-Fonds umfasst unter anderemKapitalbeteiligungen, Eigenkapitalzwischenfinanzierungen,Vorzugsaktien sowie Sale-and-Lease-Back-/Sale-and-Manage-Back-Transaktionen in den Sektoren Schifffahrt, Offshore undintermodaler Verkehr. Dabei passt SIIM sein Leistungsangebotkontinuierlich und proaktiv an die momentanen oder künftig zuerwartenden Marktbedingungen für die einzelnen Asset-Klassenbzw. Marktsegmente an.Shipping & Intermodal Investment ManagementSeit 2009 sind alle DVB-Fonds der Bereiche Schifffahrt, inter-modaler Verkehr, Kreuzschifffahrt und Bahn im Shipping & Inter-modal Investment Management zusammengefasst. Damitverwaltet SIIM insgesamt mehr als 3,0 Mrd €, die sich auf einbreites Spektrum an Investitionsobjekten verteilen. Im Schiff-fahrtsbereich ist die DVB seit 1999 tätig, ursprünglich unter demNamen NFC Shipping Funds. Im Bereich intermodaler Verkehr istsie seit Ende 2006 aktiv und verwaltet hier derzeit einen Fonds,den sie gemeinsam mit einer Gruppe privater Investoren zurKapitalanlage in intermodales Transportgerät nutzt. Die Invest-ment Management-Aktivitäten im Segment Kreuzschifffahrtbetreibt die DVB seit November 2007: Damals legte sie zusammenmit der auf KG-Finanzierungen spezialisierten Buss Capital einenSpezialfonds für Passagierschiffe auf. Die Eisenbahn-Investmentswurden 2007 mit der Gründung des Stephenson Capital-Fondsaufgebaut. Der Fonds ist ein Joint Venture mit einer Leasing­gesellschaft und investiert in Waggons, die von unserem JointVenture-Partner verwaltet werden.SIIM – MarktanalyseÜberangebot, Nachfragefaktoren und hohe Treibstoffpreisebeeinträchtigten die Dynamik der schwachen Frachtmärkte,sodass die Schiffswerte auch 2012 zurückgingen. Die Folgewaren mehrere Unternehmensinsolvenzen und Ausfälle auf demChartermarkt. Obwohl sich einige der wichtigsten Segmentezum Jahresende gut erholt hatten, befinden sich andere weiterhinim Abschwung und haben die Talsohle noch vor sich. Der Auftrags-bestand für Neubauten ging 2012 merklich zurück, da viele neueSchiffe ausgeliefert wurden und gleichzeitig nur sehr wenigeNeubauten in Auftrag gegeben wurden. Dennoch wirkte sich dieneue Tonnage in diversen Sektoren negativ auf Auslastung undFrachtraten aus.
  • 107. 103DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussInvestment ManagementIm Schifffahrtsgeschäft liegt der Fokus weiterhin auf der Ent-wicklung und Verwaltung eines diversifizierten Anlageportfoliosim Schifffahrt- und Offshore-Bereich – hauptsächlich in Formsogenannter „Bareboat“-Transaktionen (Finanzleasing). Ziel istes, stabile, ausbaufähige und qualitativ hochwertige Erträgezu erwirtschaften und dabei ausgewählte Marktsegmente/Asset-Klassen anhand ihrer derzeitigen oder zu erwartendenMarktentwicklungen gezielt zu bearbeiten. SIIM hat erheblicheAnstrengungen zur Weiterentwicklung seiner Joint-Venture-Plattformen unternommen. So konnte beispielsweise eine derPlattformen mit einer anderen Schifffahrtsgesellschaft desselbenSektors (LPG) zusammengeführt werden – während gleichzeitigeine ansehnliche Kapitalbeteiligung durch eine führende, aufdie Seeschifffahrt spezialisierte Investitionsgesellschaft sicher-gestellt werden konnte.Im Berichtsjahr gestaltete SIIM den erfolgreichen Exit von zweider insgesamt vier Anlagen im Fonds für Kreuzfahrtschiffe undFähren. Für die beiden anderen wurde eine Konsolidierung zueinem Fonds in die Wege geleitet, die im ersten Quartal 2013realisiert werden soll. Die Strategie für diese Anlagen bestehtdarin, das Zielunternehmen weiterzuentwickeln und den Wertder konsolidierten Beteiligung durch aktive Mitwirkung aufVerwaltungsratsebene zu steigern, bis durch einen geeigneten,mittelfristigen Exit das Wertpotenzial maximiert werden kann.Im intermodalen Verkehr wollen wir unser Containerportfolio aufder Grundlage bestehender Investitionen und unserer Erfolgs­bilanz in diesem Segment weiter ausbauen. Wir investierenunmittelbar in Operating Leases und Finanzierungsleasings. Dafürsetzen wir sowohl verfügbares Kapital als auch den Cashflowaus bestehenden Investitionen ein.Beim Eisenbahnfonds haben wir uns aufgrund der begrenztenKapitalausstattung und dem Mangel an kurzfristig profitablenAnlagechancen entschlossen, unsere Investitionstätigkeit nichtauszuweiten.SIIM – Produkte und PortfolioanalyseZum Jahresultimo 2012 waren insgesamt 268,4 Mio € an Eigen-kapital in allen SIIM-Fonds investiert. Das Schifffahrtsportfolioumfasste zum Jahresende 33 Anlageposten mit 87 Schiffen(teils in Miteigentümerschaft) im Gesamtwert von 200,7 Mio €.Diese Summe war vorwiegend in LPG-, Chemie- und Produkten­tanker (31,3 %) und Offshore-Schiffe (30,0 %) investiert. Der Fonds für Kreuzfahrtschiffe und Fähren hielt zwei Anlagen:einen nachrangigen Kredit mit beträchtlichem Beteiligungspoten-zial und aktiver (Mehrheits-)Vertretung auf Verwaltungsratsebenesowie eine Mehrheitsbeteiligung an einer Private-Equity-Trans-aktion. Diese Anlagen sollen im ersten Quartal 2013 zusammen-geführt werden. Per 31. Dezember 2012 war SIIM mit 22,0 Mio €in diesem Fonds engagiert. Tanker 31,3 % davon: 11,2 % LPG-Tanker 10,7 % Chemietanker 9,4 % Produktentanker Offshore-Schiffe 30,0 % Containerschiffe 20,2 % Massengutfrachter 16,1 % Andere Investments 2,4 %Schifffahrtsportfolio nach Schiffstypen
  • 108. 104DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Investment ManagementSIIM – Markt- und Portfolioprognose 2013Für 2013 schätzen wir die Aussichten der wichtigsten Schifffahrts­sektoren weiterhin als trübe ein. Die Schiffswerte sind aufeinem extrem niedrigen Stand, und wir sehen kein wesentlichesKorrekturpotenzial. Vielmehr wird die Branche nach unsererEinschätzung frühestens 2014 beginnen, sich zu erholen. 2013konzentrieren wir uns deshalb weiterhin auf Nischenmärkte,zum Beispiel für LPG- oder Produktentanker, in denen Faktorenwie geringe Auftragsbestände oder hohe Eintrittsbarrieren einegute Entwicklung versprechen. Die Verfügbarkeit von Kapitalaus herkömmlichen Quellen wird zudem durch verschärfteEigenkapitalanforderungen weiter eingeschränkt.Im intermodalen Verkehr erwarten wir bei der Leasingfinanzie-rung von Containern weiterhin eine starke Nachfrage, da dieLinienfahrtgesellschaften nach wie vor nur begrenzte Finanzmittelzur Anschaffung von Containern aufbringen können. Zudemgehen wir davon aus, dass sich unser verbleibendes Container-portfolio sowohl betrieblich als auch im Hinblick auf die Cashflowsgut entwickeln wird.Auch 2013 wird sich SIIM auf die sorgfältige und konsequenteÜberwachung und Steuerung des bestehenden Portfolios konzent-rieren. Gleichzeitig werden wir ein nicht konsolidiertes Portfolioan „Bareboat“-Charters mit einer attraktiven risikogewichtetenZielrendite weiter aufbauen und stärken. Dabei verfolgen wireinen dynamischen Ansatz, je nachdem, in welcher Phase ihrerWertschöpfungs- und Ertragszyklen sich die einzelnen Segmentebefinden. Übergeordnetes Anlagekriterium ist jedoch, dass dieRentabilität der Leasingverträge durch das Ertragspotenzial desbetreffenden Transportmittels im vorherrschenden Marktumfeldgestützt sein muss.Im Bereich intermodaler Verkehr verkauften wir im Laufe derzweiten Jahreshälfte 2012 einen Teil eines Portfolios ausOperating Leases, wodurch wir Kapital freisetzen und einenerheblichen Gewinn realisieren konnten. Darüber hinaus machtenwir uns die Marktlage zunutze, um zu attraktiven Konditionenin Finanzierungsleasingverhältnisse zu investieren. Zum Jahres-ende hielten die Intermodal-Fonds acht Anlagen im Gesamtwertvon 20,5 Mio €. Die Fonds investieren vornehmlich in Standard-Seecontainer, entweder direkt oder über Finanzierungsleasing-portfolios. SIIM sieht die Lage auf dem Offshore-Markt positivund konnte einen rentablen Nischenmarkt für Offshore-Containeridentifizieren, die bei der Offshore-Erschließung und für Bohrungeneingesetzt werden.Der Eisenbahnfonds besteht aus einem Joint Venture und besitzteine Flotte von mehreren Hundert Waggons. Das Anlagevolumendes Eisenbahnfonds liegt bei insgesamt 25,2 Mio €.Im Rahmen des Portfolio-Risikomanagements überwacht SIIMlaufend die Stabilität und Wertentwicklung unserer Anlagen.Dabei stützen wir uns auf unsere umfangreichen Erfahrungen,detaillierte Branchenkenntnisse und technische Expertise ausunserem Shipping Research. Nützliche Erkenntnisse ziehen wirdarüber hinaus aus unserer laufenden Geschäftstätigkeit, insbe-sondere den häufigen und proaktiven Gesprächen mit unserenPartnern und Kunden. Jede einzelne Investition wird quartals-weise einer Reihe von Prüfungen und Neubewertungen unter­zogen. So verfolgen wir routinemäßig die Entwicklung von Wert­sicherungsklauseln und sonstigen Kreditauflagen, fordern aktua-lisierte Bewertungen von ausgewählten und renommierten­Brokern an und erstellen detaillierte Berichte für Investorensowie quartalsweise Budgetprognosen. Halbjährlich führen wirWerthaltigkeitstests und Bewertungen anhand diskontierterCashflows (Discounted-Cashflow-Methode) durch. Einmal proJahr begutachten unabhängige Prüfer alle von uns verwaltetenFonds und Zweckgesellschaften. Sämtliche Schiffe in unseremPortfolio lassen wir mindestens einmal jährlich (bei Bedarf auchöfter) durch einen unabhängigen technischen Berater inspizieren.Wo immer erforderlich, werden diese Prüfungen noch intensiviert:So lassen wir bei Engagements auf der Early Warning List, derClosely Monitored List oder der Watch List gründliche monatlicheÜberprüfungen durchführen. Aufgrund der schwierigen Markt-bedingungen lag die Risikovorsorge für SIIM-Engagements 2012bei 4,7 Mio € (2011: 11,1 Mio €).
  • 109. 105DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussInvestment ManagementAviation Investment ManagementDas 2001 gegründete Aviation Investment Management derDVB ist als Anlageberater für die Deucalion Aviation Fundstätig. Dabei handelt es sich um eine Reihe aktiv verwaltetergeschlossener Investmentfonds, die der DVB und institutionellenInvestoren zur gemeinsamen Eigenkapitalanlage in der Luftver-kehrsbranche dienen. Die Anlageverwalter (mit Sitz in London,New York und Singapur) beraten die einzelnen Investmentfonds,wählen für den jeweiligen Fonds geeignete Investitionen ausdem Luftverkehrsbereich aus und verwalten diese. Jeder Fondshat einen unabhängigen Verwaltungsrat (Board of Directors). DieDVB ist in keinem der Gremien vertreten und beherrscht keinender Fonds.Aviation – MarktanalyseDas makroökonomische Umfeld gestaltete sich auch 2012schwierig. Die US-Wirtschaft erholte sich langsamer als erwartet,zog im vierten Quartal 2012 jedoch etwas an. Die europäischeWirtschaft zeigte sich sehr schwach. Die Dominante war hiererneut die Staatsschuldenkrise, die die Wirtschaftskraft derRegion deutlich beeinträchtigte. Asien/Pazifik blieb die einzigewichtige Region mit einem noch intakten Wachstumstrend, dochsorgten die schwächeren Exportmärkte auch hier für Unwäg-barkeiten. Vor diesem Hintergrund und angesichts noch immerrelativ hoher Rohölpreise richteten die Fluggesellschaften ihreKapazitäten konsequent an der Sitzplatznachfrage aus und übtensehr enge Kostenkontrolle. Somit blieb die Auslastung der Flug-zeuge hoch. Die Frachtmärkte – ein Frühindikator für das Passa-gieraufkommen wie auch für Handelsströme im Allgemeinen –zeigten sich auch 2012 im gesamten Jahresverlauf äußerstschwach. Diesen Märkten wurden deutliche Kapazitäten ent­zogen.Der Markt für Flugzeuge entwickelte sich 2012 positiv. DieOrderbücher der Flugzeughersteller blieben nahe Rekordniveau,und Banken, Leasinggeber und Exportkreditagenturen warenweiterhin bereit, diese Aufträge zu finanzieren. ZunehmendesInteresse an dieser Assetklasse zeigten ferner auch langfristigorientierte institutionelle Investoren – so insbesondere Pensions-fonds und Versicherungsunternehmen auf der Suche nach rendite-starken realen Vermögenswerten in einem Niedrigzinsumfeld.Diese jüngste Diversifizierung der Finanzquellen wird sich alswichtig erweisen, denn infolge von Basel III sind die Bankenverpflichtet, ihren Verschuldungsgrad weiter zu reduzieren – unddamit auch weniger bereit, Finanzierungen zu stellen.Im Operating Leasing-Markt für Flugzeuge, in dem die Deucalion-Fonds sehr aktiv sind, standen 2012 wieder etablierte und neugegründete Leasinggesellschaften im aggressiven Wettbewerb.Auch neu gegründete Anlageinstrumente, die sich hauptsächlichauf ältere Modelle (zehn Jahre und älter) konzentrieren, spieltenauf diesem Markt eine wichtige Rolle. Der Wettbewerb um dieFinanzierung neuer Flugzeuge ist seit einiger Zeit sehr intensiv.Haupt-Antriebsfaktoren sind der Zustrom institutioneller Kapital-geber aus dem Private-Equity-Bereich, der verbesserte Zugangzu den Kapitalmärkten und die Unterstützung der Exportkredit-agenturen. Für die Kreditnehmer (also die Fluggesellschaften)sind das gute Nachrichten – doch treibt dieser Trend die Flug-zeugpreise nach oben und setzt die Leasingraten unter Druck.Als Folge verschlechterte sich das Risiko-/Ertragsverhältnis unddie resultierenden Anlageszenarien für neue Maschinen erfülltennach Einschätzung von AIM nicht mehr die Ertragsanforderungender Deucalion-Fonds. Diese Konzentration von Leasinggebernund Banken auf die Finanzierung neuerer Flugzeuge ist schonseit 2010/2011 zu beobachten. Sie geht eindeutig zu Lasten derPreise für gebrauchte Maschinen, die unverändert unter Druckbleiben. Fluggesellschaften bevorzugten im Berichtsjahr neue,treibstoffeffiziente Flugzeuge und nur wenige Geschäftsbankenwaren willens, Kreditmittel zur Finanzierung von Secondhand-Maschinen bereitzustellen. Als Folge dieser Entwicklung mussteneinige Leasinggeber und sogar Fluggesellschaften erheblicheAbschreibungen auf die Buchwerte älterer Flugzeuge vornehmen,die über Marktwert lagen – was wiederum die Angemessenheitder üblichen Abschreibungsfristen und der wirtschaftlichenLebensdauer verschiedener Flugzeuge in Frage stellt. Dies wurde2012 intensiv diskutiert und wir gehen davon aus, dass diesauch weiterhin ein strittiges Thema, insbesondere unter denFlugzeug-Leasinggesellschaften, bleiben wird.AIM – Strategische PositionierungDie Spezialisierung der DVB auf Verkehrsfinanzierungen und ihreeinschlägige Expertise in diesem Bereich verleihen ihr im Markteine Alleinstellung. AIM nutzt diesen Wettbewerbsvorteil zurStrukturierung von Anlagemöglichkeiten für die Fonds, die unterkonservativen Annahmen Erträge von 12–15 % erzielen. Investiertwird in der gesamten Luftverkehrsbranche, mit Schwerpunktauf Flugzeugkäufen und langfristig verleasten Triebwerken. DieFonds sind grundsätzlich opportunistisch ausgelegt und verfolgenkeine spezifischen Volumenziele. Der Fokus liegt auf einer kurz-bis mittelfristigen Handelsstrategie, die die Erträge über denökonomischen Zyklus der Anlagewerte optimiert.
  • 110. 106DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Ende 2012 belief sich das in den Deucalion-Fonds investierteEigenkapital auf insgesamt 456,0 Mio €. Kapitalgeber warenfünf erfahrene institutionelle Investoren in Europa, Nordamerikaund Asien. Die Wertentwicklung des Bestandsportfolios verliefvertragsgemäß; im Berichtsjahr waren keine Rückstände oderAusfälle zu verzeichnen. Die Eigenkapitalrendite war bei allen2012 glattgestellten Anlagen unverändert gut. Alle 2012 neueingegangenen Anlagen wurden mit dem Ziel strukturiert, Erträgezu generieren, die deutlich über der Zielspanne von 12–15 %liegen. Ende 2012 waren alle operativen Verkehrsträger derFonds im Rahmen langfristiger Leasingverhältnisse eingesetzt.Das Portfolio ist nach wie vor gut diversifiziert, gemessen an denLaufzeiten der Leasingverträge, Flugzeugtypen/Art der Anlage-werte, geografischen Regionen und Kontrahenten. Das Gesamt-portfolio aller Fonds besteht zu 52,7 % aus Boeing-Flugzeugen,zu 38,7 % aus Airbus-Flugzeugen und zu 8,6 % aus anderenAnlagen. Der größte Teil des Portfolios besteht mit 36,9 % ausNarrowbody-Passagierflugzeugen, gefolgt von Widebody-Frachtflugzeugen (25,9 %), Widebody-Passagierflugzeugen(19,3 %) und Triebwerken (14,4 %). AIM – Produkte und PortfolioanalyseDer Hauptschwerpunkt der Fonds liegt auf Direktbeteiligungenan Flugzeugen, meist über Operating-Leases oder Sale-and-Lease-Back-Strukturen. Sie erwerben aber auch Flugzeuge undTriebwerke gegen Ende ihrer Nutzungsdauer, um sie anschließendzu demontieren. Daneben investieren die Fonds in Flugzeug-triebwerke, Kapitalbeteiligungen bei Fluggesellschaften, dieUmrüstung von Passagierflugzeugen für den Frachtverkehr –und gelegentlich in durch Flugzeuge besicherte Schuldverschrei-bungen sowie Mezzanine-Kredite.Im Vergleich zum Vorjahr waren die Fonds auch 2012 sehr aktiv.Im Laufe des Jahres erwarben sie 23 Verkehrsflugzeuge (nach22 im Vorjahr) und 15 Flugzeugtriebwerke bzw. gingen einebindende Absichtserklärung zum Kauf ein. Der Transaktionswertlag bei etwa 0,5 Mrd USD. Es handelte sich dabei um Maschinender Typen B747-8F, B747-400, B767-300, B737-700 und -800,A330-300, A310-300, A300-600 und A320, alle zwischen 1989und 2012 erbaut. Im Rahmen von Operating Leases wurden jedochhauptsächlich Flugzeuge mittleren Alters verchartert. Die Fondsveräußerten zudem drei Verkehrsflugzeuge und fünf Flugzeug-triebwerke, die ursprünglich zwischen 2006 und 2011 erworbenworden waren. Sämtliche Transaktionen sind hervorragendeBeispiele für die opportunistische Anlage- und Handelsstrategieder Fonds. Zu den Veräußerungen zählten auch zwei B747-Passa-gierflugzeuge, die 2011 zur Umwandlung in Frachtmaschinenangeschafft, langfristig verleast und nun mit den Leasingverträgenverkauft wurden. Erworben wurden unter anderem neun B747,zwei B767, drei A330, ein A310, vier A300 und ein A320 sowie15 Flugzeugtriebwerke, alle zum Zweck der sofortigen oder kurz-fristigen Zerlegung (und daher nur kurzfristig verchartert). DieFonds verkauften die Flugzeugzellen sodann an ein Unternehmenin den USA; die Triebwerke der Typen CF6-80C2, CFM56 undPW4000 gingen zwecks Zerlegung sowie Reparatur und Verkaufwartungsfähiger Teile an TES, ein auf Triebwerksdienstleistungenspezialisiertes Tochterunternehmen der DVB. Bereits 2011 hattendie Fonds mehrere Passagierflugzeuge – nämlich vier B747-,zwei B767- und einen A310 – auf der Grundlage der gleichenZerlegungsstrategie erworben. Alle diese Projekte erwirtschaf-teten gute Ergebnisse.Einer der Deucalion-Fonds ist zudem am malaysischen BilligfliegerAirAsia beteiligt. Ursprünglich im Jahr 2003 – vor dem Börsen-gang der Gesellschaft 2004 – getätigt und 2006 bzw. 2007 zumGroßteil weiterveräußert, hat diese Beteiligung heute einensehr bescheidenen Umfang. Beim Börsengang im November2004 hatte der gewichtete Durchschnittskurs von AirAsia bei1,23 malaysischen Ringgit (0,25 €) gelegen, der Jahresschluss-kurs 2012 erreichte 2,74 malaysische Ringgit (0,68 €).Investment Management Narrowbody-Passagierflugzeuge 36,9 % Widebody-Frachtflugzeuge 25,9 % Widebody-Passagierflugzeuge 19,3 % Triebwerke 14,4 % Andere 3,5 %Portfolio nach Flugzeugtypen
  • 111. 107DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussDas Risikomanagement ist ein wichtiger Aspekt im Tagesgeschäft.Dank der Erfahrung der DVB in der Flugzeugfinanzierung hatAIM direkten Zugriff auf Experten, die makro- und mikroökono-mische Studien, Analysen und Auswertungsinstrumente liefern.Diese erlauben eine umfassende Einschätzung technischerFaktoren, der Flugzeugwerte und Trends sowie der Bonität vonFluggesellschaften und Kontrahenten. Jede Anlage wird min-destens monatlich auf die Einhaltung von Vorgaben überprüft,vierteljährlich werden Bewertungen eingeholt. Hinzu kommenein detailliertes Berichtswesen für Investoren, halbjährlicheWerthaltigkeitstests, die jährliche unabhängige Buchprüfungaller Fonds sowie die regelmäßige aktive Gesprächsführung mitLeasingnehmern sowie den Risikoträgern. Darüber hinaus hatjeder Fonds einen unabhängigen Verwaltungsrat, der jeweilsvon einem Vorsitzenden mit umfangreicher Erfahrung mit Flug-zeugen und in der Luftverkehrsbranche geleitet wird. Falls not-wendig, wird das Engagement – entsprechend dem tatsächlichenoder wahrgenommenen Risikogehalt – auf die Early WarningList, die Closely Monitored List oder auf die Watch List gesetzt.Engagements auf diesen Listen werden enger begleitet und meistwerden detaillierte Maßnahmenpläne umgesetzt. Zum Jahres­ultimo 2012 befand sich nur eine Anlage auf der Watch List. KeinAIM-Engagement wurde auf der Early Warning List bzw. derClosely Monitored List geführt. Auch mussten 2012 weder Wert-berichtigungen vorgenommen noch Risikovorsorge für Kredit­ausfälle gebildet werden (2011: Auflösung von 3,1 Mio €).AIM – Markt- und Portfolioprognose 2013Das Portfolio der Deucalion-Fonds entwickelt sich gut. DieFonds sind gut positioniert, um die Anlagechancen zu nutzen,die sich in dieser Konjukturphase ergeben, wie etwa Sale-and-Lease-Back-Strukturen oder Chancen zur Demontage von Flug-zeugzellen und -triebwerken. Die Deucalion-Fonds verfügenüber ausreichende Mittel, um aktuelle und erwartete Anlage-möglichkeiten auszunutzen – stets unter Beachtung unsererseit 2001 bewährten Anlagephilosophie, die zwei wesentlichePunkte umfasst:• Nutzung der umfangreichen Branchenkenntnisse undResearch-Ressourcen der DVB, ebenso wie der Geschäfts­beziehungen der DVB mit Fluggesellschaften, und• chancenorientierte Investition in und Verwaltung von Ver-mögenswerten im Luftverkehr sowie Strukturierung derAnlagen nicht nur unter Beachtung heutiger Risiken, sondern– ebenso wichtig – auch unter Einbeziehung künftiger Heraus-forderungen.AIM erwartet für 2013 einen starken Zuwachs des von Deucalionverwalteten Fondsvermögens. Neben weiteren Zukäufen vonFlugzeugen und Triebwerken zur Vercharterung im Rahmen vonOperating Leases werden weitere Anlagechancen zur Demontagevon Flugzeugen erwartet. Für 2013 ist kaum damit zu rechnen,dass die allgemeine Investitionslust – und damit die Konkurrenzfür die Deucalion-Fonds – nachlässt. Doch verfügen die Deucalion-Fonds in diesem speziellen Anlagebereich über ein einzigartigesLeistungsprofil, basierend auf der Branchenkenntnis der DVB, derEffektivität ihrer Aviation-Plattform sowie ihrem objektbesicher-ten Ansatz. Mit diesem Profil sind die Fonds bestens positioniert,um von den aktuellen Marktbedingungen zu profitieren – ausge-hend von fundierten und abgesicherten Prognosen zur künftigenEntwicklung. Das Luftverkehrsgeschäft ist und bleibt eine volatileund zyklische Branche. Umso fokussierter und konsequenterwird AIM als Anlageberater der Fonds seine ganze Finanzierungs-und Fachkompetenz nutzen, um Investitionsmöglichkeiten mitden besten Chance-Risiko-Verhältnissen zu erschließen und auchChancen zur profitablen Veräußerung von Anlagen zu nutzen.Investment Management
  • 112. 108DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012ITF International Transport Finance Suisse AGDVB im Shipping Finance, Aviation Finance und Land TransportFinance stützen und hat sich zum Ziel gesetzt, professionell,schnell und zuverlässig zu agieren. Dies soll insbesondere durcheine restriktive, aber transparente Kreditvergabepolitik unddurch kurze Entscheidungswege erreicht werden. Da nur bereitsendverhandeltes Geschäft geprüft wird, entfällt die zeitintensiveKreditstrukturierung und die Entscheidungsprozesse laufenzügig ab.Ein erfahrenes Team und die Einbindung in die DVB ermöglichendie Realisierung dieses Konzepts. Eine schlanke und kosten­effiziente Organisation macht die bei diesem Geschäftsmodellüblicherweise geringeren Ergebnisbeiträge akzeptabel. DieGesellschaft ist im Markt gut etabliert. Das Geschäftsmodellhat sich als erfolgreich und tragfähig erwiesen und wird daherunverändert weiterverfolgt.ITF Suisse – ProdukteDie ITF Suisse engagiert sich ausschließlich im internationalenBankenmarkt für Transportfinanzierungsgeschäfte im BereichSeeschifffahrt, Luftfahrt und Landtransport – und zwar exklusivüber Unterbeteiligungen. Die Kunden der ITF Suisse sind daherohne Ausnahme Banken, die ihrerseits Syndizierungspartnersuchen. Durch diese Ausrichtung wird ein wichtiges Marktsegmentmit der eigenständigen Firmenmarke ITF Suisse bearbeitet. DieGeschäfte müssen definierten Risikokriterien entsprechenund sind dabei grundsätzlich erstrangig durch das finanzierteVerkehrsmittel besichert.Die ITF Suisse arbeitet weltweit mit Banken beiinternationalen Transportfinanzierungen in Form vonKreditunterbeteiligungen zusammen. Unser Tochter-unternehmen hat auch das Geschäftsjahr 2012 miteinem Gewinn abschließen können.ITF Suisse – MarktanalyseITF Suisse, eine 100%ige Tochtergesellschaft der DVB Bank SE,wurde im Mai 2007 in Zürich gegründet und nahm im August2007 den Geschäftsbetrieb auf. Unmittelbar nach der Gründungwurde der für die Gesellschaft relevante Markt für syndizierteTransportfinanzierungen durch die Subprime-Krise und dieanschließende Austrocknung des internationalen Interbanken-marktes behindert. Das schlug sich in stark reduzierten Trans-portvolumina, in Verwerfungen der Kreditmargen, aber auch infallenden Schiffswerten und damit einhergehend in deutlichreduzierten Frachtraten nieder.2008 gingen die Finanzmarktteilnehmer zunächst noch von einemsich schnell erholenden Marktumfeld aus. Tatsächlich fand eineErholung nur in einzelnen Segmenten statt. Das schwierigeMarktumfeld im Bereich der Seeschifffahrt hat sich auch 2012nicht wesentlich verändert. Unverändert hatten Marktteilnehmermit Liquiditätsengpässen zu kämpfen, was zu Nachverhandlungenvon Kreditvereinbarungen, aber auch zu erforderlichen Restruk-turierungen geführt hat.Der Syndizierungsmarkt für internationale Transportfinanzierungenhat sich 2012 etwas erholt gezeigt. Das Transaktionsvolumenist auf das 2010er Niveau zurückgefallen und lag bei 38,1 Mrd €(2011: 51,6 Mrd €). Gleichwohl waren einige Marktteilnehmerbemüht, ihre Portfolien abzubauen, sodass eine Vielzahl vonAngeboten im Sekundärmarkt zu verzeichnen war. Der ITF Suissewurden 73 Geschäfte (2011: 66 Geschäfte) angeboten. Dieselehnten wir jedoch größtenteils ab, da sie entweder nicht demgeforderten Risikoprofil entsprachen oder weil die Margen nichtauskömmlich waren. Insbesondere bei Sekundärmarktgeschäftenfehlte oft die Bereitschaft, den veränderten Refinanzierungs-kosten und Margenanforderungen durch Disagien Rechnung zutragen. ITF Suisse – Strategische PositionierungDie Strategie der DVB Bank SE ist es, sich durch die ITF Suissean internationalen Transportfinanzierungen zu beteiligen, die vomRisiko-Ertragsverhältnis interessant sind, jedoch im Primärmarktnicht erreicht werden konnten. Die ITF Suisse sucht Kreditunter-beteiligungen in der Seeschifffahrt, im Luftverkehr und imLandtransport über ihre weltweiten Kontakte zu Partnerbanken.Dabei kann sich die ITF Suisse auf die Research-Expertise derSyndizierungsvolumen für Transportfinanzierungen907560453015082,859,5200825,117,4200949,236,9201066,851,6201150,338,12012Mrd USD Mrd € Quelle: Dealogic, Dezember 2012
  • 113. 109DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussITF International Transport Finance Suisse AGITF Suisse – Portfolioanalyse2012 wurden der ITF Suisse 73 Finanzierungen mit einemGesamtvolumen von 1,6 Mrd € vorgestellt und geprüft (Vorjahr:66 Finanzierungen mit einem Volumen von 1,4 Mrd €). Davonwurden bis zum Jahresende acht Transaktionen mit einem Volumenvon 152,9 Mio € realisiert (2011: acht Transaktionen mit einemVolumen von 252,6 Mio €), wobei das akquirierte Neugeschäftweiterhin kritischen Risikoanalysen unterzogen wurde. Das Risiko-profil des Neugeschäftes mit seinem niedrigen Risikogehaltbestätigte die Aufstellung der ITF Suisse und die Zinsvereinba-rungen deckten die unverändert hohen Refinanzierungskosten.Das Kundenkreditvolumen der ITF Suisse belief sich zum31. Dezember 2012 auf 927,5 Mio €. Es besteht aus dem im Jahr2012 ausgezahlten Gesamtfinanzierungsvolumen in Höhe von853,2 Mio € und aus unwiderruflichen Kreditzusagen in Höhevon 74,3 Mio €. Das Kundenkreditvolumen setzt sich zu 77,5 %(entspricht 719,1 Mio €) aus schiffshypothekarisch besichertemGeschäft und zu 22,5 % (entspricht 208,4 Mio €) aus besichertenFlugzeugfinanzierungen zusammen. Das gesamte Portfoliovolumenist erstrangig objektbesichert. Von den Seeschifffahrtsfinanzierungen waren zum 31. Dezember2012 fünf Transaktionen mit einem Volumen von 137,1 Mio €(Vorjahr: neun Transaktionen mit einem Volumen von 202,7 Mio €)auf der Watch List. Bei einer dieser Transaktionen in Höhe von9 Mio € wurden die Schiffe über eine Auktion bereits verkauft,die erwarteten Verwertungserlöse decken den Kreditaußenstandzu 100 Prozent. Zwei weitere Transaktionen sind bereits restruktu-riert und bei den beiden Verbleibenden laufen die Verhandlungen.Die ITF Suisse legt bei allen Restrukturierungen Wert auf soge-nannte Pay-As-You-Earn-Konzepte. Hierbei werden die Tilgungs-strukturen auf die prognostizierten Charterraten angepasst.So können die bis zur vollständigen Erholung der Märkte zuerwartenden Mindertilgungen im weiteren Darlehensverlaufnoch durch Sondertilgungen ausgeglichen werden. Eine voll-ständige Rückführung der Kredite ist in allen Fällen im Rahmender marktüblichen Lebensdauer der finanzierten Schiffe gewähr-leistet.ITF Suisse – Markt- und Portfolioprognose 2013Die ITF Suisse ist im Markt als Syndizierungspartner für Banken,die Finanzierungen für Transportmittel anbieten, etabliert. DerSyndizierungsmarkt selbst ist deutlich von der bereits über vierJahre andauernden Finanzmarktkrise gekennzeichnet. So istauch für 2013 keine nachhaltige Verbesserung zu erwarten.Staatsschuldenkrisen, Überkapazität in diversen Sektoren derSeeschifffahrt und regional sehr unterschiedliche Entwicklungenim Luftverkehr sind noch nicht das Umfeld für eine Rückkehr zurNormalität. Andererseits sind verschiedene Marktteilnehmernicht mehr bereit oder in der Lage, der Transportbranche mitFinanzierungen zur Verfügung zu stehen. Diese Verknappung vonFinanzierungsangeboten öffnet der ITF Suisse Möglichkeiten,attraktives Neugeschäft einzugehen. So wird die ITF Suisse 2013bestehende und neue Kontakte nutzen, um über 400 Mio USDNeugeschäft in die Bücher zu nehmen. Dabei legt die ITF Suisseunverändert hohen Wert auf die Risikoanalyse und -bewertung,um die Risiken im Neugeschäft entsprechend der restriktivenKreditvergaberichtlinien gering zu halten. Die Überwachung undBegleitung des Bestandsgeschäftes hat ebenfalls hohe Priorität.Auch durch die Unterstützung der DVB-Experten konnten bislangalle problematischen Kredite erfolgreich restrukturiert werden.Die enge Zusammenarbeit wird auch 2013 gesucht und, woerforderlich, realisiert.Der Interbankenmarkt wird sich 2013 voraussichtlich seitwärtsentwickeln: Eine Normalisierung und Rückkehr zu den Bedin-gungen vor 2008 ist nicht in Sicht. Die einzelnen Sektoren derinternationalen Seeschifffahrt werden sich weiterhin rechtunterschiedlich entwickeln. In der Container-, Rohöltanker- undMassengutschifffahrt wird der Angebotsüberhang auch 2013anhalten, da die angebotenen Kapazitäten nochmals stärker alsdie Nachfrage zulegen dürften. Bei den Flugzeugbestellungen wirdsich der Angebotsüberhang im Prognosezeitraum sogar ehernoch verstärken. Weitere Detaileinschätzungen zu den Entwick-lungen an den internationalen Verkehrsmärkten im Prognose-zeitraum 2013 finden Sie auf den Seiten 155 – 156 dieses Berichts.Die ITF Suisse strebt auch für 2013 ein moderates Wachstuman. Dabei sind sowohl eine kontinuierliche zeitnahe Risikoüber-wachung des Bestandsgeschäfts, eine Beobachtung der rele-vanten Märkte als auch ein regelmäßiger Austausch mit denkonsortialführenden Instituten und den Spezialisten der DVBnotwendig. Schiffsfinanzierungen 77,5 % Flugzeugfinanzierungen 22,5 %Gesamtfinanzierungsvolumen nach Transportbereichen
  • 114. 110DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012• Die Risikovorsorge im Kreditgeschäft stieg um 19,4 % auf70,7 Mio € (2011: 59,2 Mio €). Dabei wurden Einzelwert­berichtigungen in Höhe von 61,6 Mio € (2011: 54,7 Mio €)und Portfoliowertberichtigungen in Höhe von 9,4 Mio € (2011:4,3 Mio €) neu gebildet sowie 0,3 Mio € Rückstellungenaufgelöst (2011: 0,2 Mio € neu gebildet). Daher ging der Zins-überschuss nach Risikovorsorge um 20,0 % auf 159,3 Mio €zurück (2011: 199,1 Mio €).• Der Provisionsüberschuss, der im Wesentlichen Provisionenaus dem Kreditgeschäft, aus dem Asset Management unddem Advisory enthält, stieg um 12,5 % auf 130,7 Mio € (2011:116,2 Mio €) und erreichte damit einen Höchststand.• Das Sonstige betriebliche Ergebnis stieg von 17,3 Mio € auf42,7 Mio €. In den Sonstigen betrieblichen Erträgen (73,0 Mio€ gegenüber 26,4 Mio € im Vorjahr) sind unter anderem auchErträge aus der Entkonsolidierung einer Unternehmensbetei-ligung an der TES Holdings Ltd – dem britischen Triebwerks-spezialisten – enthalten.• Belastet vom weiterhin volatilen Ergebnis aus Finanz­instrumenten gemäß IAS 39 (Rückgang von 4,4 Mio € auf–15,8 Mio €) nahm das Konzernergebnis vor Steuern um4,3 % auf 141,4 Mio € (2011: 147,7 Mio €) ab.• Die Konzern-Steuerungsgrößen spiegeln den erfolgreichenGeschäftsverlauf wider: Der Return on Equity vor Steuernbelief sich auf 12,9 % (Vorjahr: 14,0 %) und die Cost-Income-Ratio konnte auf 46,5 % (Vorjahr: 47,8 %) gesenkt werden.• Das Geschäftsvolumen lag 2012 mit 25,1 Mrd € um 5,0 % überdem 2011er Niveau von 23,9 Mrd €. Es umfasst die Bilanz-summe in Höhe von 23,8 Mrd € (2011: 22,0 Mrd €) und dieunwiderruflichen Kreditzusagen in Höhe von 1,3 Mrd € (2011:1,9 Mrd €).Die DVB erzielte 2012 mit 157,2 Mio € ein sehr gutesKonzernergebnis vor IAS 39 und Steuern, das um 9,7 %über dem Vorjahr lag (2011: 143,3 Mio €). Die Erträgekonnten um 2,6 % von 332,7 Mio € auf 341,2 Mio €gesteigert werden.Vor dem Hintergrund der Staatsschuldenkrise in Europa und denanhaltend schwierigen Bedingungen in einigen Segmenten derinternationalen Seeschifffahrt erwies sich das Geschäftsmodellder DVB erneut als resistent und profitabel, während sich vieleWettbewerber aus dem Finanzierungsmarkt zurückzogen. Hier diewesentlichen Erfolgsbausteine 2012:• Konsequente strategische Fokussierung auf Finanzierungenvon Verkehrsmitteln• Hoch diversifiziertes Kreditportfolio• Kreditgeschäft basiert auf der Kernkompetenz desDVB-Risikomanagements• Fristenkongruente Refinanzierung• Starke Kapitalbasis nach Basel II, die bereits den heutebekannten künftigen Basel III-Regeln entspricht• Erfahrenes PersonalFinanzwirtschaftliche Bewertungdes Geschäftsverlaufs 2012Bei der Bewertung des positiven Geschäftsverlaufs sind diefolgenden finanzwirtschaftlichen Details zu beachten:• Im Shipping Finance, Aviation Finance und Land TransportFinance wurden 158 neue Transaktionen mit einem Volumenvon 4,6 Mrd € abgeschlossen (2011: 184 neue Deals miteinem Volumen von 5,6 Mrd €). Basierend auf der grundsätzlichzyklusneutralen Kreditvergabepolitik setzte die DVB ihre amMarkt bewährte Strategie der risikoadäquaten Bepreisungweiter erfolgreich um. Dabei konnten im Transport Financedurchschnittlich 352 Basispunkte erzielt werden (2011:313 Basispunkte).Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • 115. 111DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussWirtschaftliche Rahmenbedingungen 2012Regionale Unterschiede an den VerkehrsmärktenDie konjunkturelle Entwicklung verlief 2012 auf regionaler Ebenesehr unterschiedlich. In Europa wurde kontrovers über die Fort-setzung der Finanzhilfen für Griechenland diskutiert und in denUSA drohte zum Jahresende der Sturz über die Fiskalklippe. Diediskutierten Steuererhöhungen und staatlichen Ausgabenkür-zungen hätten neue rezessive Tendenzen auslösen können.Eine politische Einigung in diesem Haushaltsstreit kam erst am2. Januar 2013 zustande. Während es in den Schwellenländernerneut zu einem überdurchschnittlichen Wirtschaftswachstumkam, verzeichneten die USA nur ein geringes Wachstum und inweiten Teilen Europas stagnierte die wirtschaftliche Entwicklung.Aufgrund anhaltend hoher Übersee-Exporte nahm Deutschlandin Europa wieder die Spitzenposition ein. Der konjunkturellenEntwicklung folgend, entwickelten sich auch die regionalen Teil-märkte der Verkehrsbranche unterschiedlich: Dort, wo die Nach-frage nach Transportleistungen zunahm, wurde dieser positiveTrend teilweise von einem stärkeren Angebotswachstum über-lagert und kompensiert.Entwicklung an den wesentlichenSeeschifffahrtsmärktenEin Teil der Seeschifffahrt war 2012 weiterhin von Überkapazi-täten gekennzeichnet. Hauptbetroffene waren die Container-,Rohöltanker- und Massengutschifffahrt, die gemessen an Beför-derungsmengen und -leistungen weltweit die bedeutendstenSegmente der Seeschifffahrt sind. Der Grund für die weiteranhaltenden Überkapazitäten war, dass der steigenden Nach-frage jeweils eine stärkere Angebotsausweitung durch neu anden Markt drängende Tonnage gegenüber stand. Die Schiffsaus-lieferungen erreichten 2012 weltweit mit circa 3.300 Einheitensogar einen absoluten Höchststand. Dementsprechend bliebensowohl Charter- und Frachtraten als auch die Schiffswerte weiterunter Druck.• Der weltweite Containerverkehr über See stieg im vergange-nen Jahr um circa 5 % (2011: circa 7 %). Die Linienschifffahrts-gesellschaften verhielten sich 2012 bei der Eincharterungvon Tonnage vorsichtig. Dies kommt in der Entwicklung derZeitcharterraten zum Ausdruck. Der von Clarksons seit 1993fortgeschriebene Zeitcharterraten-Index für Containerschiffebewegte sich auf Monatsbasis während des gesamten Jahres2012 zwischen 40 und 45 Punkten. Im Dezember 2012 lag erbei 42 Punkten (Dezember 2011: 46 Punkte). Die Rahmen­bedingungen für die Containerschifffahrt haben sich in denvier Krisenjahren 2008-2012 deutlich verschlechtert: Lag derZeitcharterraten-Index für Containerschiffe im Jahresdurch-schnitt 2008 bei 92 Punkten, stürzte er – ausgelöst durch denZusammenbruch von Lehman Brothers im September 2008 –im Jahr 2009 auf einen Durchschnittswert von 35 Punktenab. Nach einer Erholung auf 51 Punkte im Jahr 2010 und auf63 Punkte im Jahr 2011, fiel der Indexwert 2012 im Jahres-durchschnitt auf 43 Punkte.• Die weltweite Rohölnachfrage ist dem Dezemberbericht derInternationalen Energieagentur zur Folge im Jahr 2012 gegen-über dem Vorjahr um durchschnittlich ein Prozent gestiegen.Während der Nachfrageanstieg der Schwellenländer deutlichdarüber lag, sank die Energienachfrage in Europa und stag-nierte in den USA. Der für die Tankerschifffahrt grundsätzlichpositiven Nachfrageentwicklung stand auch in diesemSegment eine starke Kapazitätsausweitung gegenüber. Deranhaltende Angebotsüberhang führte zu einem fortgesetztenDruck auf Fracht- und Charterraten.• In der Massengutschifffahrt spiegelt der Frachtraten-Indexfür die Beförderung trockener Massengüter (Baltic ExchangeDry Index – BDI) die andauernde Marktschwäche wider.Nach einem Stand von 1.738 Punkten zum 23. Dezember 2011beendete der BDI das Berichtsjahr am 24. Dezember 2012,dem letzten Indextag, mit 699 Punkten. Den niedrigsten Werterreichte der BDI am 3. Februar 2012 mit 647 Punkten. EinVergleich der Jahresdurchschnittswerte des BDI verdeutlichtdie Marktverschlechterung in den vergangenen vier Krisen-jahren. Hatte der BDI 2008 im Durchschnitt 6.413 Punkteerreicht, fiel der Jahresdurchschnitt 2009 auf 2.617 Punkte.Nach einem Jahresdurchschnittswert von 2.758 Punktenim Jahr 2010 fiel dieser 2011 auf 1.549 und 2012 weiter auf920 Punkte. Dieser deutliche Rückgang basiert abermalsauf einer Angebotsausweitung, obwohl die Nachfrage nachBeförderung trockener Massengüter 2012 um knapp 5 % stiegund sich also durchaus positiv entwickelte.Damit ist eine Erholung der Schiffswerte erneut ausgeblieben.Die Preise sowohl für Neubau- als auch für Secondhand-Schiffeverharren weiter auf dem im Jahr 2010 erreichten Niveau oderliegen je nach Schiffsgröße sogar darunter. Verglichen mit dergroßen Bedeutung dieser drei Marktsegmente für das Welttrans-portaufkommen war der Anteil der Container-, Rohöltanker- undMassengutschifffahrt von insgesamt 40,7 % (2011: 41,3 %) ambreit diversifizierten Shipping Finance-Portfolio des DVB BankKonzerns ausgewogen.Ertrags-, Finanz- und VermögenslageDie Rahmenbedingungen für die Ertrags-, Finanz- und Vermö-genslage der DVB und für den Konzernabschluss mit Anhanghaben wir ausführlich in den Marktanalysen von ShippingFinance (Seiten 44 – 47), Aviation Finance (Seiten 60 – 65),Land Transport Finance (Seiten 78 – 82), Financial Institutions(Seiten96 – 97),InvestmentManagement(Seiten102und 105)und ITF Suisse (Seite 108) erörtert. Auf diese Ausführungennehmen wir in vollem Umfang Bezug.
  • 116. Anhang112DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Wechselkursrelation US-Dollar/Euroals EinflussgrößeDas Jahr 2012 war für den Euro turbulent und erneut von dereuropäischen Staatsschuldenkrise überschattet. Zwar waren imersten Quartal 2012 noch Kursgewinne gegenüber dem US-Dollarzu verzeichnen und der Euro konnte bis Ende Februar 2012 aufüber 1,34 USD steigen. Bis zum Sommer 2012 verlor der Euroallerdings vor dem Hintergrund wachsender Sorgen um denFortbestand des europäischen Währungsraums an Substanz undsank bis Ende Juli 2012 auf den Jahrestiefpunkt von 1,21 USD. Inder zweiten Jahreshälfte konnte sich der Euro aber weitgehenderholen – das Krisenmanagement der EZB bewirkte im Septembereine sichtbare Stabilisierung des Euro. Unterstützt wurde diesdurch eine Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts, welchesim September 2012 grünes Licht für den Rettungsschirm ESMund den Fiskalpakt gab. Zum Jahresende profitierte der Euro nochvon dem positiv verlaufenden Anleiherückkaufprogramm OMTsowie von der Freigabe weiterer Hilfsmittel für Griechenland.In diesem Spannungsfeld pendelte sich der Euro-Dollar-Kurs biszum Jahresultimo 2012 bei 1,32 USD ein – drei US-Cent überdem Vorjahresultimo von 1,29 USD.Aufgrund der geschilderten Währungsentwicklung wuchs dasnominale Konzern-Kundenkreditvolumen auf Euro-Basis wenigerstark (+2,3 % auf 22,2 Mrd €) als auf US-Dollar-Grundlage(+3,9 % auf 29,2 Mrd USD). 88,6 % des gesamten Kundenkredit-volumens im Transport Finance valutierten in US-Dollar: imShipping Finance zu 89,3 % und im Aviation Finance zu 98,4 %.Die in diesen beiden größten Segmenten erwirtschafteten Zins-und Provisionserträge unterlagen also erheblich der Wechselkurs-relation US-Dollar zu Euro. Dagegen war das Kreditvolumen desBereiches Land Transport Finance nur zu 42,1 % in US-Dollardenominiert, sodass die in diesem Segment generierten Erträgeweniger sensitiv auf Veränderungen in der Währungsrelationreagierten.Den überwiegend in US-Dollar valutierenden Erträgen standenKosten gegenüber, die größtenteils in Euro anfielen. Den Netto-überschuss in US-Dollar sichert die DVB für das jeweilige Planjahrdurch derivative Kurssicherungsgeschäfte ab, sodass dieseErtragsgrößen unterjährig von Währungsschwankungen weit­gehend unberührt blieben.Entwicklung der ÖlpreiseDie Rohölpreise bewegten sich 2012 ebenfalls auf einem hohenNiveau. So lag der Spotpreis für die in Europa gehandelte Leit­sorte Brent (London) am 31. Dezember 2012 bei 110,80 USD jeBarrel (Jahresende 2011: 108,09 USD je Barrel). Dagegen sankder Spotpreis für die in den USA gehandelte Leitsorte WestTexas Intermediate bis zum 31. Dezember 2012 wegen einerAusweitung der Rohölförderung in den USA auf 91,83 USD jeBarrel (Jahresende 2011: 98,83 USD je Barrel). Im Jahresmittellagen aber die Preise für diese Leitsorte auf dem Vorjahresniveau.Entwicklung der Aktienmärkte,der DVB-Aktie und der DVB-RatingsNach einem kurzen Aufwärtstrend zu Jahresbeginn kam es in denersten Monaten 2012 an den europäischen Aktienmärkten zumassiven Kursverlusten. Bestimmend für das Investorenverhaltenund die Notierungen an den Aktienmärkten waren weltweittrübe Konjunkturaussichten und die wieder zunehmende Sorgeum den Fortbestand der Euro-Zone. So fiel der DAX phasenweiseauf unter 6.000 Punkte und stabilisierte sich zur Jahresmittebei 6.500 Punkten. Zum Jahresultimo 2012 schloss der DAX miteinem Plus von 29,1 % bei 7.612 Punkten ab (2011: 5.898 Punkte).Auch andere europäische Börsenplätze und Börsen in Überseerealisierten zum Jahresende deutliche Kursanstiege gegenüberdem Vorjahr.Obwohl die Bankenwerte während des gesamten Jahresverlaufs2012 unter Druck gerieten, zeigte sich der Kurs der DVB-Aktieunter den geschilderten Marktbedingungen erfreulich wider-standsfähig. Im Jahresverlauf 2012 verzeichnete die DVB-Aktiemoderate Kursschwankungen bei nur mäßigen Umsätzen. Sowurde der Jahreshöchstkurs am 10. April 2012 mit 25,50 €erreicht. Der niedrigste Kurs wurde am 2. Juli 2012 mit 22,05 €festgestellt. Zum Jahresultimo notierte die Aktie bei 24,26 €.Die Marktkapitalisierung der Bank belief sich damit auf 1,1 Mrd €.Die vergleichsweise stabile Kursentwicklung ist auf die weiterhinsolide geschäftliche Entwicklung der Bank und auf die durch dengeringen Streubesitz der Aktie entstandene Marktenge zurück-zuführen.Seit Dezember 2011 wird die DVB Bank SE von der Rating-AgenturS&P mit „A+/A-1/stabil“ geratet. Diese Einstufung blieb im Jahr2012 unverändert. Anfang 2012 wurde die Bank von Moody’smit „A1/P-1/D+/negativ“ geratet. Nach einem im Februar 2012beginnenden europaweiten Bankenreview änderte Moody’sim Juni 2012 mehrere Rating-Einstufungen deutscher Bankenund ihrer Tochtergesellschaften. Dabei wurde auch die DVBin mehreren Rating-Kategorien deutlich um bis zu drei Notchesherabgestuft. Dadurch ergab sich eine erhebliche Abweichunggegenüber dem Rating von S&P sowie dem von Fitch im Rahmender Genossenschaftlichen FinanzGruppe vergebenen Ratingvon „A+/F1+“. Aufgrund dieser Abweichung wurden die Rating-Verträge mit Moody’s im Juli fristgerecht zum November 2012gekündigt.Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage
  • 117. Anhang 113DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussErtragslageErträgeDie Erträge der DVB stiegen 2012 um 2,6 % von 332,7 Mio € auf341,2 Mio €. Zinsüberschuss nach RisikovorsorgeDer Zinsüberschuss nach Risikovorsorge sank von 199,1 Mio € um20,0 % auf 159,3 Mio €. Der Zinsüberschuss ging von 258,3 Mio €um 11,0 % auf 230,0 Mio € zurück – höhere Zinserträge wurdendabei von steigenden Zinsaufwendungen überkompensiert. ImEinzelnen ergibt sich das folgende Bild:Die Zinserträge und die Laufenden Erträge erhöhten sich um10,3 % von 895,9 Mio € auf 987,8 Mio € und setzten sich zusam-men aus:• 734,6 Mio € (+15,8 % gegenüber Vorjahr mit 634,6 Mio €) –nahezu vollständig aus dem Kreditgeschäft mit internationalenVerkehrskunden• 40,1 Mio € (+17,6 % gegenüber dem Vorjahr mit 34,1 Mio €) –aus Finanzierungsleasing-Geschäften• 13,5 Mio € (+5,5 % gegenüber dem Vorjahr mit 12,8 Mio €) –aus Schuldverschreibungen und anderen festverzinslichenWertpapieren• 198,8 Mio € (–6,5 % gegenüber dem Vorjahr mit 212,6 Mio €) –Laufende Erträge aus Operating-Leasing-Verhältnissen, dieim Wesentlichen aus den konsolidierungspflichtigen Fondsdes Investment Management stammten• 0,8 Mio € (–55,6 % gegenüber dem Vorjahr mit 1,8 Mio €) –Laufende Erträge aus Beteiligungen und sonstigen Invest-ments (zum Beispiel Joint Ventures)Die deutliche Steigerung des Zinsertrags aus dem Kreditgeschäftbasiert auf den risikoadäquaten durchschnittlichen Zinsmargen,die 2012 im Neugeschäft erzielt werden konnten:Die Zinsaufwendungen stiegen von 637,6 Mio € um 18,9 % auf757,8 Mio € und setzten sich zusammen aus:• 594,1 Mio € (+21,7 % gegenüber dem Vorjahr mit 488,1 Mio €) –Refinanzierungskosten für das Kreditgeschäft im TransportFinance• 148,0 Mio € (+12,9 % gegenüber dem Vorjahr mit 131,1 Mio €) –Aufwendungen aus Operating Leasing-Verhältnissen• 15,7 Mio € (–14,7 % gegenüber dem Vorjahr mit 18,4 Mio €) –Aufwendungen aus NachrangkapitalErtrags-, Finanz- und VermögenslageErtragslage (Mio €)2012 2011 %Zinserträge 788,2 681,5 15,7Laufende Erträge 199,6 214,4 –6,9Zinserträge und ähnliche Erträge 987,8 895,9 10,3Zinsaufwendungen –757,8 –637,6 18,9Zinsüberschuss 230,0 258,3 –11,0Risikovorsorge im Kreditgeschäft –70,7 –59,2 19,4Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 159,3 199,1 –20,0Gebühren- und Provisionserträge 139,0 122,8 13,2Gebühren- und Provisionsaufwendungen –8,3 –6,6 25,8Provisionsüberschuss 130,7 116,2 12,5Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen 8,5 0,1 −Sonstiges betriebliches Ergebnis 42,7 17,3 −Erträge 341,2 332,7 2,6Basispunkte 2012 2011 2010 2009 2008Shipping Finance 349 304 331 333 180Aviation Finance 380 325 338 375 214Land Transport Finance 281 280 218 363 179ITF Suisse 308 283 292 244 115
  • 118. Anhang114DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Risikovorsorge im Kreditgeschäft nach Geschäftsbereichen 2011 (Mio €)Zuführung Auflösung Direkt­-abschrei-bungenEingänge aufabgeschriebeneForderungenInsgesamtShipping Finance –57,1 21,7 –0,3 1,6 –34,1Aviation Finance –16,2 10,8 – 1,0 –4,4Land Transport Finance –0,1 0,1 – – 0,0Investment Management –14,5 4,4 – 1,8 –8,3Nicht mehr strategiekonformes Geschäft –9,0 0,9 –0,1 0,4 –7,8Sonstige 0,0 0,1 –0,2 0,0 –0,1Einzelwertberichtigungen insgesamt –96,9 38,0 –0,6 4,8 –54,7Shipping Finance –2,6 0,4 – – –2,2Aviation Finance –3,1 2,0 – – –1,1Land Transport Finance –0,1 0,1 – – 0,0Investment Management – – – – –Nicht mehr strategiekonformes Geschäft –0,5 0,1 – – –0,4Sonstige –1,2 0,6 – – –0,6Portfoliowertberichtigungen insgesamt –7,5 3,2 – – –4,3Aviation Finance –0,2 – – – –0,2Rückstellungen insgesamt –0,2 – – – –0,2Insgesamt –104,6 41,2 –0,6 4,8 –59,2Risikovorsorge im Kreditgeschäft wird in Form von Einzelwert-berichtigungen (EWB), Portfoliowertberichtigungen (PWB)und Rückstellungen gebildet. Dabei lagen die erfolgswirksamerfassten EWB mit 61,6 Mio € (2011: 54,7 Mio €) und die PWBmit 9,4 Mio € (2011: 4,3 Mio €) über dem Vorjahresniveau. Rück-stellungen in Höhe von 0,3 Mio € wurden aufgelöst.Die beiden folgenden Tabellen zeigen die entsprechend differen-zierte Verteilung auf die Geschäftsbereiche in den Jahren 2011und 2012. Die Netto-Risikovorsorge im Kreditgeschäft nahm von –59,2 Mio €um 19,4 % auf –70,7 Mio € zu.Ertrags-, Finanz- und VermögenslageMio € 2012 2011 %Zuführung zur Risikovorsorge –149,7 –104,6 43,1Auflösung von Risikovorsorge 82,1 41,2 99,3Direktabschreibungen –7,3 –0,6 −Eingänge aufabgeschriebene Forderungen 4,2 4,8 –12,5Risikovorsorge imKreditgeschäft insgesamt –70,7 –59,2 19,4
  • 119. Anhang 115DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussFür die einzelnen Portfolien ergibt sich 2012 zusammengefasstdas folgende Bild:• Shipping Finance 70,7 Mio € Neubildung von Risikovorsorge insgesamt, davon: 115,0 Mio € wurden zugeführt bzw. direkt abgeschrieben(bestehend aus EWB und PWB) 44,3 Mio € wurden aufgelöst bzw. gingen aufabgeschriebene Forderungen ein• Aviation Finance 4,6 Mio € Auflösung von Risikovorsorge insgesamt, davon: 22,5 Mio € wurden zugeführt (bestehend aus EWB und PWB) 27,1 Mio € wurden aufgelöst (bestehend aus EWB, PWBund Rückstellungen)• Investment Management 4,6 Mio € Neubildung von Risikovorsorge insgesamt, davon: 8,8 Mio € wurden zugeführt (bestehend aus EWB) 4,2 Mio € wurden aufgelöst bzw. gingen aufabgeschriebene Forderungen ein• Nicht mehr strategiekonformes Geschäft 2,7 Mio € Auflösung von Risikovorsorge insgesamt, davon: 1,2 Mio € wurden zugeführt (bestehend aus PWB) 3,9 Mio € wurden aufgelöst bzw. gingen aufabgeschriebene Forderungen einErtrags-, Finanz- und VermögenslageRisikovorsorge im Kreditgeschäft nach Geschäftsbereichen 2012 (Mio €)Zuführung Auflösung Direkt-abschrei-bungenEingänge aufabgeschriebeneForderungenInsgesamtShipping Finance –80,8 26,7 –7,1 0,5 –60,7Aviation Finance –16,5 21,2 − − 4,7Land Transport Finance –0,2 0,2 − − 0,0Investment Management –8,8 1,3 0,0 2,9 –4,6ITF Suisse –1,7 − − − –1,7Nicht mehr strategiekonformes Geschäft − 0,1 − 0,7 0,8Sonstige − 0,0 –0,2 0,1 –0,1Einzelwertberichtigungen insgesamt –108,0 49,5 –7,3 4,2 –61,6Shipping Finance –27,1 17,1 − − –10,0Aviation Finance –6,0 5,6 − − –0,4Land Transport Finance –0,3 0,3 − − 0,0Investment Management − − − − −ITF Suisse –7,1 5,1 − − –2,0Nicht mehr strategiekonformes Geschäft –1,2 3,1 − − 1,9Sonstige − 1,1 − − 1,1Portfoliowertberichtigungen insgesamt –41,7 32,3 − 0,0 –9,4Aviation Finance − 0,3 − − 0,3Nicht mehr strategiekonformes Geschäft − 0,0 − − 0,0Rückstellungen insgesamt − 0,3 − − 0,3Insgesamt –149,7 82,1 –7,3 4,2 –70,7
  • 120. 116DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Ertrags-, Finanz- und VermögenslageProvisionsüberschussDer Provisionsüberschuss, der im Wesentlichen Provisionen ausdem Kreditgeschäft sowie zunehmend aus dem Asset Manage-ment und dem Advisory enthält, lag mit 130,7 Mio € auf dembisher höchsten Niveau (2011: 116,2 Mio €; ein Plus von 12,5 %).Der Provisionsüberschuss konnte in allen Geschäftsbereichengesteigert werden:• in Shipping Finance um 1,6 % auf 62,4 Mio €• in Aviation Finance um 6,7 % auf 36,8 Mio €• in Land Transport Finance um 23,0 % auf 7,5 Mio €• im Investment Management von –3,6 Mio € auf 4,4 Mio €Die Provisionserträge nahmen auf 139,0 Mio € (+13,2 %) zu. Ins-besondere die im Kreditgeschäft generierten Provisionserträgestiegen um 12,9 % auf 113,0 Mio €, da die unterjährig am Marktdurchsetzbaren Sätze für Abschlussprovisionen stiegen.Dem standen Provisionsaufwendungen in Höhe von 8,3 Mio €entgegen – hierin sind insbesondere Aufwendungen für dieEmission von zwei Schuldverschreibungen (2,6 Mio €), für dasKreditgeschäft (0,8 Mio €) und für den Zahlungsverkehr (0,7 Mio €)enthalten.Ergebnis aus at Equity bewerteten UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen wuchs von0,1 Mio € auf 8,5 Mio €.Sonstiges betriebliches ErgebnisDas Sonstige betriebliche Ergebnis stieg von 17,3 Mio € auf42,7 Mio €.Die Sonstigen betrieblichen Erträge konnten von 26,4 Mio € auf73,0 Mio € gesteigert werden. Hier ist unter anderem die Ent-konsolidierung von Gesellschaften im Investment Managementund der TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, insgesamt in Höhe von43,9 Mio € enthalten. Am 14. Juni 2012 verkaufte die Bank einen60%igen Anteil an dem britischen Triebwerksspezialisten an zweinamhafte japanische Investoren. Die beiden neuen PartnerMitsubishi Corporation und Development Bank of Japan Inc.übernahmen 35 % bzw. 25 % der Unternehmensanteile. Die DVBHolding GmbH, Tochtergesellschaft der DVB Bank SE, bleibt mit40 % weiterhin größter Anteilseigner. Sonstige betrieblicheAufwendungen bestanden in Höhe von 30,3 Mio € (Vorjahr:9,1 Mio €).Der Bestand an Risikovorsorge (bestehend aus EWB, PWBund Rückstellungen) erhöhte sich zum 31. Dezember 2012 von149,0 Mio € um 0,3 % auf 149,5 Mio € und setzte sich imWesentlichen aus den folgenden Posten zusammen: 85,1 Mio € im Shipping Finance-Portfolio 37,5 Mio € im Aviation Finance-Portfolio 9,7 Mio € im Investment Management-Portfolio 9,3 Mio € im nicht mehr strategiekonformen Geschäft 6,1 Mio € im ITF Suisse-Portfolio 1,7 Mio € im Land Transport Finance-PortfolioEine Länderrisikovorsorge war erneut nicht notwendig. Da dieKreditengagements im Structured Asset Financing unsererGeschäftsbereiche Shipping Finance, Aviation Finance und LandTransport Finance fast vollständig mit den finanzierten Trans-portmitteln besichert sind, liegt der Netto-Risikoanteil derLänderrisiko-affinen Engagements bei weiterhin geringen 0,7 %(2011: 0,5 %).Zu den Einzelheiten der Bestandsentwicklung der Risiko­vorsorge im Kreditgeschäft verweisen wir auf den Chancen-und Risikobericht (Seite 146 – 148). Dort ist die Entwicklungunter anderem nach Geschäftsbereichen und Regionen dar-gestellt.
  • 121. 117DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussErtrags-, Finanz- und VermögenslageKonzernergebnis vor IAS 39 und SteuernDas Konzernergebnis vor IAS 39 und Steuern erhöhte sich um9,7 % von 143,3 Mio € auf 157,2 Mio €. Die von den Erträgen inAbzug zu bringenden Verwaltungsaufwendungen gingen vorallem wegen der Entkonsolidierung der TochtergesellschaftTES Holdings Ltd um 2,9 % auf 184,0 Mio € zurück.PersonalaufwendungenDie Personalaufwendungen nahmen um 6,9 % von 109,0 Mio €auf 101,5 Mio € ab, da die Löhne und Gehälter insbesonderewegen der angesprochenen Entkonsolidierung der TES um 8,3 %auf 88,0 Mio € zurückgingen. Grund für den Rückgang war darüberhinaus, dass die Bank weniger Rückstellungen für variable Gehalts-zahlungen an die Mitarbeiter bildete.Zur Entwicklung der Beschäftigtenzahl die folgenden Details:Die Zahl der Mitarbeiter stieg zum Jahresende 2012 um zehn(+1,8 %) auf 558 Personen. In unseren KerngeschäftsfeldernTransport Finance und Investment Management lag die Personal-bemessung 2012 mit 305 Mitarbeitern um 0,3 % unter demVorjahresniveau (2011: 306 Mitarbeiter). In den Produkt- undServicebereichen wuchs die Mitarbeiteranzahl um zehn Personenauf 199 Beschäftigte (+5,3 % gegenüber dem Jahresende 2011).Die Tochtergesellschaft DVB LogPay GmbH beschäftigte 54 Mit-arbeiter, was einer Steigerung von 1,9 % entspricht (Jahresende2011: 53 Mitarbeiter).SachaufwendungenDie Sachaufwendungen lagen mit 77,9 Mio € um 3,0 % überVorjahresniveau (2011: 75,6 Mio €). Schwerpunkte hierbei waren:• Beratungskosten in Höhe von 28,6 Mio € (2011: 25,7 Mio €),davon: – 13,5 Mio € an Rechts- und Prüfungskosten(inklusive 2,2 Mio € an Honoraren für Abschlussprüfungund andere Beratungsleistungen) sowie – 15,1 Mio € an sonstiger Beratung (inklusive IT-Beratung),• Personalnebenkosten von 17,7 Mio € (2011: 16,8 Mio €),• Raumkosten von 6,7 Mio € (2011: 9,5 Mio €) sowie• Beiträge und Gebühren, insbesondere für die Bankenabgabeund den Beitrag zur Sicherungseinrichtung des Bundesverban-des der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR),stiegen um 42,7 % von 8,2 Mio € auf 11,7 Mio €.Abschreibungen, Wertminderungenund ZuschreibungenDie Abschreibungen, Wertminderungen und Zuschreibungengingen um 4,2 % von 4,8 Mio € auf 4,6 Mio € zurück.Mio € 2012 2011 %Erträge 341,2 332,7 2,6Personalaufwendungen –101,5 –109,0 –6,9Sachaufwendungen –77,9 –75,6 3,0Abschreibungen,Wertminderungenund Zuschreibungen –4,6 –4,8 –4,2Verwaltungsaufwendungen –184,0 –189,4 –2,9Konzernergebnis vorIAS 39 und Steuern 157,2 143,3 9,7
  • 122. Anhang118DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Entwicklung des KonzernergebnissesDas Konzernergebnis nahm von 110,4 Mio € um 13,1 % auf124,9 Mio € zu.Vom Konzernergebnis vor Steuern (141,4 Mio €) wurden Steuernvom Einkommen und vom Ertrag in Höhe von –16,5 Mio € fällig,darin sind die tatsächlichen Steuern in Höhe von –22,1 Mio €und ein Ertrag aus latenten Steuern von +5,6 Mio € enthalten.Das Konzernergebnis belief sich danach auf 124,9 Mio €. Dasnicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Konzernergebnisveränderte sich auf –1,7 Mio € (2011: 3,3 Mio €). Hierbei handeltes sich um Ergebnisanteile, die wirtschaftlich Minderheitsgesell-schaftern an konsolidierten Gesellschaften zuzurechnen sind.Das den Aktionären der DVB zurechenbare Konzernergebniserhöhte sich um 18,2 % von 107,1 Mio € auf 126,6 Mio €.Entwicklung des Konzerngewinnsund GewinnverwendungDer Konzerngewinn blieb mit 27,9 Mio € stabil. Aus dem lau-fenden Geschäft wurden 98,7 Mio € (+24,6 % gegenüber demVorjahr mit 79,2 Mio €) in die Gewinnrücklagen thesauriert.Der am 13. Juni 2013 stattfindenden Ordentlichen Hauptver-sammlung der DVB Bank SE wird die Zahlung einer Dividendevon 0,60 € je Stückaktie für 2012 aus dem Bilanzgewinn derDVB Bank SE vorgeschlagen. Das entspricht einer Dividenden-rendite von 2,47 % auf Basis des Jahresschlusskurses von 24,26 €.Konzernergebnis vor SteuernDas Konzernergebnis vor Steuern sank von 147,7 Mio € um 4,3 %auf 141,4 Mio €.Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 reduziertesich von 4,4 Mio € auf –15,8 Mio €. Die folgenden Positionenreflektieren auch die im Jahresverlauf 2012 starken Volatilitätenin den Zins- und Währungsmärkten:• Das Handelsergebnis machte 2,0 Mio € aus (Vorjahr:–0,6 Mio €) und enthielt echte Handelsderivate.• Dagegen umfasste das Ergebnis aus Sicherungsbeziehungenin effektiven Hedge-Beziehungen stehende Derivate sowieGrundgeschäfte und sank auf 0,7 Mio € (Vorjahr: 10,7 Mio €).• Das Ergebnis aus der Anwendung der Fair Value Option betrug0,0 Mio € (Vorjahr: –0,4 Mio €) und beinhaltet die in den Vor-jahren designierten Grundgeschäfte sowie die dazugehörigenDerivate.• Das Ergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenenDerivaten nahm von –3,9 Mio € auf –21,1 Mio € ab.• Das Ergebnis aus Finanzanlagen veränderte sich von–1,4 Mio € auf 2,6 Mio €.Ertrags-, Finanz- und VermögenslageMio € 2012 2011 %Konzernergebnis 124,9 110,4 13,1Gewinnvortrag 0,0 0,0 −Nicht beherrschenden Anteilenzurechenbares Konzernergebnis 1,7 –3,3 −Einstellungin die Gewinnrücklagen –98,7 –79,2 24,6Konzerngewinn 27,9 27,9 0,0Mio € 2012 2011 %Konzernergebnisvor Steuern 141,4 147,7 –4,3Steuern vomEinkommen und Ertrag –16,5 –37,3 –55,8Konzernergebnis 124,9 110,4 13,1davon nicht beherrschendenAnteilen zurechenbaresKonzernergebnis –1,7 3,3 −davon den Aktionärender DVB zurechenbaresKonzernergebnis 126,6 107,1 18,2Mio € 2012 2011 %Konzernergebnis vorIAS 39 und Steuern 157,2 143,3 9,7Handelsergebnis 2,0 –0,6 −Ergebnis ausSicherungsbeziehungen 0,7 10,7 –93,5Ergebnis aus der Anwendungder Fair Value Option 0,0 –0,4 −Ergebnis ausohne Handelsabsichtabgeschlossenen Derivaten –21,1 –3,9 −Ergebnis aus Finanzanlagen 2,6 –1,4 −Ergebnis aus Finanz-instrumenten gemäß IAS 39 –15,8 4,4 −Konzernergebnisvor Steuern 141,4 147,7 –4,3
  • 123. Anhang 119DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussFinanzlageDie Bilanzsumme der DVB nahm insgesamt um 8,2 % auf23,8 Mrd € zu (2011: 22,0 Mrd €).Bilanzielle VerbindlichkeitenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten gingen um 7,7 %von 5,2 Mrd € auf 4,8 Mrd € zurück. Die Verbindlichkeiten gegen-über Kunden stiegen um 15,6 % von 4,5 Mrd € auf 5,2 Mrd €.Die verbrieften Verbindlichkeiten erhöhten sich zum Stichtag von9,8 Mrd € um 16,3 % auf 11,4 Mrd €, während die nachrangigenVerbindlichkeiten unverändert bei 0,4 Mrd € blieben.Entwicklung der EigenmittelInsgesamt erhöhten sich die Eigenmittel nach Kreditwesengesetz(KWG) um 10,2 % auf 1.437,1 Mio € (Vorjahr: 1.304,4 Mio €). Kernkapital nach § 10 Abs. 2a KWGDas Kernkapital nach KWG nahm 2012 insgesamt um 4,9 % auf1.236,0 Mio € zu (Vorjahr: 1.178,8 Mio €). Die Rücklagen stiegeninsgesamt um 9,1 % von 1.039,0 Mio € auf 1.133,1 Mio €.Ergänzungskapital nach § 10 Abs. 2b KWG undanrechenbare Drittrangmittel nach § 10 Abs. 2c KWGDas Ergänzungskapital nahm um 60,1 % auf 201,1 Mio € zu (Vor-jahr: 125,6 Mio €). Die anrechenbaren nachrangigen Verbindlich-keiten stiegen um 100,0 Mio € oder 67,1 % auf 249,1 Mio €. Diebankaufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen nach Basel IIwurden im Berichtsjahr jederzeit eingehalten. Zur Sicherstellungder Einhaltung der erneut verlängerten Basel-I-Floor-Regelungnach § 339 Abs. 5a Solvabilitätsverordnung (SolvV) hat die DVBim Januar 2012 bis zur Feststellung und Anrechnung des zuthesaurierenden Gewinns 2011 zusätzlich 80 Mio USD Nachrang-mittel im Sinne des § 10 Abs. 5a KWG aufgenommen.Kapitalquoten nach KWGDie DVB berichtet seit 2008 aufgrund der Basel-II-Grundsätzeermittelte Kapitalquoten (Advanced Approach). Auf dieser Basisbeliefen sich die Kernkapitalquote auf 20,3 % (+0,6 Prozentpunkte)und die Gesamtkapitalquote auf 23,6 % (+1,8 Prozentpunkte) –jeweils nach Gewinnverwendung.Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage Eigenmittel nach KWG (Mio €)2012 2011 %Eingezahltes Kapital 111,9 112,4 –0,4Kapitalrücklage und sonstige anrechenbare Rücklagen 292,1 272,7 7,1Sonderposten für allgemeine Banksrisiken (§ 340g HGB) 841,0 766,3 9,7Andere Kernkapitalbestandteile 43,4 54,8 –20,8Abzugspositionen vom Kernkapital (§ 10 Abs. 2a Satz 2 KWG) –4,4 –3,9 12,8Abzugspositionen vom Kernkapital (§ 10 Abs. 6 und Abs. 6a KWG) –48,0 –23,5 –Kernkapital insgesamt 1.236,0 1.178,8 4,9Ergänzungskapital insgesamt vor Abzugsposten und der anrechenbaren Drittrangmittel 249,1 149,1 67,1Abzugspositionen vom Ergänzungskapital –48,0 –23,5 –Ergänzungskapital und anrechenbare Drittrangmittel insgesamt 201,1 125,6 60,1Modifiziertes verfügbares Eigenkapital und Drittrangmittel insgesamt1)1.437,1 1.304,4 10,21) Unter Berücksichtigung der Rücklagen- und Reservendotierung aus dem JahresüberschussKapitalquoten (Basel II)%2012 2011 Verände-rungKernkapitalquote 20,3 19,7 0,6 ppGesamtkapitalquote 23,6 21,8 1,8 pp
  • 124. Anhang120DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012RefinanzierungDas in Frankfurt am Main ansässige Group Treasury stellt diekonzernweite Refinanzierung sicher. Darüber hinaus werden dieHandelsaktivitäten der DVB zentral gesteuert und die Tochter-sowie Enkelgesellschaften gegen Marktrisiken abgesichert undvon diesen Risiken freigestellt. Die DVB betreibt Handelsge-schäfte zur Abdeckung ihrer eigenen Bedürfnisse und der ihrerKunden in Risikomanagement-Produkten, zur Absicherung vonMarktrisiken aus dem Kundenkreditgeschäft sowie zur Absiche-rung der insbesondere in ausländischen Währungen generiertenErgebnisbeiträge gegen Wechselkursschwankungen. Mit diver-sifizierten Refinanzierungsprodukten spricht Group Treasurynational und international eine breite Investorenbasis an. DieProduktpalette stellt ein attraktives Angebot für bestehendeund neue Investoren dar.Refinanzierungsaktivitäten – Euro-Benchmark-Kurveaufgebaut und Investorenbasis verbreitertDie DVB setzte auch 2012 ihr Geschäftsmodell mit der Fokussie-rung auf Finanzierung, Strukturierung und Beratung im interna-tionalen Transport Finance konsequent um. Der grundsätzlicheVerzicht auf sogenanntes Kreditersatzgeschäft schützte die Bankvor den direkten negativen Auswirkungen der Krisenszenarien.Aufgrund der generellen Erholung an den internationalen Finanz-märkten hat sich die Steigerung unserer Refinanzierungskostenabgeflacht und es ist uns erneut gelungen, unsere Investorenbasisauszubauen. Zu den Meilensteinen unserer Refinanzierungakti-vitäten gehört der Aufbau einer sogenannten Euro-Benchmark-Kurve; dies ist uns mit zwei mehrfach überzeichneten öffentlichenEuro-Emissionen von jeweils 500 Mio € im drei- und fünfjährigenLaufzeitbereich eindrucksvoll gelungen. Desweiteren war es unserneut möglich, Schiffspfandbriefe in Höhe von 295,0 Mio € und50,0 Mio USD zu emittieren. Mit der Platzierung einer öffentlichenEmission in Höhe von 100,0 Mio Schweizer Franken konntenwir außerdem erfolgreich unsere Investorenbasis außerhalbDeutschlands vergrößern. Sehr erfreulich hat sich auch dieNeuaufnahme von Schuldscheindarlehen bei institutionellenInvestoren entwickelt, die 2012 erstmalig die Marke von 1 Mrd €übertraf.Refinanzierungsvolumen – Verteilung der WährungenDa unser Aktivgeschäft im internationalen Transport Financeüberwiegend auf US-Dollar basiert, ist es uns wichtig, währungs-seitig eine ökonomische und soweit möglich auch natürlicheSicherungsbeziehung zwischen Aktiv- und Passivseite herzu­stellen. Dieses Ziel haben wir auch 2012 konsequent weiterver-folgt, sodass zum Jahresende ökonomisch betrachtet 4,7 Mrd €(+4,4 %) unseres Refinanzierungsvolumens in Euro valutierten,während 15,0 Mrd € (+7,9 %) in US-Dollar und 0,2 Mrd € in anderenWährungen denominiert waren. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageLiquiditätsprofilMrd €65432102013 2014 2015 2016 2017 2018 2019 2020 2021 2022 2023 > 2023 2099Forderungen VerbindlichkeitenWährungsverteilung zinstragende Passiva(ökonomische Sichtweise)Mrd €15,012,510,07,55,02,50,0+4,4 % 4,5 4,7Euro+7,9 %  15,013,9US-Dollar2011 2012
  • 125. Anhang 121DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussRefinanzierungsvolumen – Profil der LaufzeitenWie schon in den vergangenen Jahren haben wir auch 2012 anunserem Grundgedanken der fristenkongruenten Refinanzierungfestgehalten. Durch diesen konservativen Ansatz erfüllen wirbereits die derzeit diskutierten künftigen Anforderungen an dieLiquiditätsstruktur (Liquidity Coverage Ratio und Net StableFunding Ratio) unter Basel III. Die Refinanzierungsbasis beinhaltete zum Jahresultimo 97,5 %an langfristigen Refinanzierungsmitteln (2011: 97,4 %). Das Profilder Liquidität mit langen Laufzeiten stellt sich wie folgt dar:• 52,8 % ungedeckte Inhaberschuldverschreibung(2011: 50,5 %)• 38,7 % Schuldscheindarlehen/langfristige Einlagen(2011: 42,0 %)• 4,5 % Schiffspfandbriefe(2011: 3,1 %)• 1,5 % verzinsliches Eigenkapital nach KWG(2011: 1,8 %)Der Anteil der kurzfristigen Refinanzierung beträgt nur 2,5 %(2011: 2,6 %). Dieses Refinanzierungssegment besteht über-wiegend aus kurzfristigen Kundeneinlagen. Darüber hinausexistieren kurzfristige Bankeinlagen, die ausschließlich zu Fein-steuerungszwecken benötigt werden.Refinanzierungsvolumen – Struktur der InstrumenteDer strukturelle Vergleich der einzelnen Refinanzierungs­instrumente zeigt folgendes Bild: Die ungedeckten Inhaber-schuldverschreibungen (langfristige Emissionen unter demMedium-Term-Note-Programm) stiegen um 12,9 % auf 10,5 Mrd €(2011: 9,3 Mrd €), während der Bestand an langfristigen Schuld-scheindarlehen mit 7,7 Mrd € unverändert blieb. Das Volumen aus-stehender Schiffspfandbriefe stieg auf 0,9 Mrd € (2011: 0,6 Mrd €).Die kurzfristigen Einlagen von Banken/Kunden gingen auf0,5 Mrd € zurück. Steuerungsgrößen – Return on Equity undCost-Income-RatioDie Konzernsteuerung erfolgte auch 2012 unter anderem durchdie Kennzahlen Return on Equity (ROE) und Cost-Income-Ratio(CIR). Der auf Basis der International Financial Reporting Standards(IFRS) ermittelte ROE (vor Steuern) reduzierte sich 2012 um1,1 Prozentpunkte von 14,0 % auf 12,9 %. Er wurde auf dieserBasis wie folgt errechnet: Das Konzernergebnis vor Steuern(ohne das nicht beherrschenden Anteilen zurechenbare Konzern-ergebnis) in Höhe von 143,1 Mio € wurde dividiert durch dieSumme des gewichteten Kapitals (bestehend aus: Grundkapital,Kapitalrücklage, Gewinnrücklage ohne Bestand an versicherungs-mathematischen Gewinnen/Verlusten, vor Einstellung desKonzern­ergebnisses und ohne Fonds für allgemeine Bankrisiken)in Höhe von 1.109,9 Mio €. Die Steuerungsgröße liegt damitim für 2012 anvisierten Zielbereich.Die CIR konnte auf IFRS-Basis von 47,8 % auf 46,5 % gesenktwerden. Sie errechnet sich auf dieser Basis wie folgt: Die Verwal-tungsaufwendungen in Höhe von 184,0 Mio € wurden dividiertdurch 396,1 Mio € – der Summe aus Zinsüberschuss (vor Risiko-vorsorge), Provisionsüberschuss, Ergebnis aus Finanzinstrumentengemäß IAS 39, Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmenund Sonstigem betrieblichen Ergebnis. Die Steuerungsgrößeliegt damit im für 2012 anvisierten Zielbereich.Ertrags-, Finanz- und VermögenslageStruktur der RefinanzierungsinstrumenteMrd €1210864200,0 %0,30,3Verzinsliches Eigenkapitalnach KWG–16,7 % 0,60,5Kurzfristige EinlagenBanken/Kunden+80,0 % 0,90,5Schiffspfandbriefe0,0 %7,77,7Schuldscheindarlehen/langfristige Einlagen+12,9 % 10,59,3Ungedeckte Inhaber-schuldverschreibungen2011 2012
  • 126. Anhang122DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Nominales Kundenkreditvolumennach GeschäftsbereichenDas nominale, aufsichtsrechtliche Kundenkreditvolumen der DVB(bestehend aus Kundenforderungen, Garantien und Bürgschaften,unwiderruflichen Kreditzusagen sowie Derivaten) umfasst dasStructured Asset Financing in Transport Finance, die Fonds-Aktivitäten in Investment Management, das Geschäft unsererTochtergesellschaft ITF Suisse am Interbankenmarkt sowie dienicht mehr strategiekonformen Engagements von Transport Infra-structure und D-Marketing. Das Neugeschäft in den SegmentenShipping Finance, Aviation Finance, Land Transport Finance,Investment Management und ITF Suisse führte zu einer Zunahmedes Kundenkreditvolumens um 2,3 % auf 22,2 Mrd € (2011:21,7 Mrd €). Dieses verteilt sich wie folgt auf die Geschäfts­bereiche: VermögenslageGeschäftsvolumenDas Geschäftsvolumen lag 2012 bei 25,1 Mrd € mit 5,0 % überVorjahresniveau (2011: 23,9 Mrd €). Es umfasst die Bilanzsummevon 23,8 Mrd € und die Eventualverpflichtungen aus unwiderruf-lichen Kreditzusagen in Höhe von 1,3 Mrd €.Kreditvolumen im ZeitvergleichDas Kreditvolumen stieg gegenüber dem Vorjahr um 5,4 % auf23,5 Mrd €.Die Forderungen an Kreditinstitute blieben auf dem Vorjahres­niveau von 0,5 Mrd €. Die Forderungen an Kunden stiegen um6,4 % auf 19,9 Mrd € (Vorjahr: 18,7 Mrd €). Der Bestand anWertpapieren (inklusive Beteiligungen) nahm von 0,6 Mrd € auf0,7 Mrd € zu. Finanzgarantien aus Bürgschaften lagen auf Vor-jahresniveau bei 0,2 Mrd €. Die Eventualverpflichtungen ausunwiderruflichen Kreditzusagen sanken auf 1,3 Mrd € (Vorjahr:1,9 Mrd €). Wie in den Vorjahren nutzte die DVB derivative Instru-mente für eigene Sicherungszwecke und bot diese in geringemMaß auch ihren Kunden an. Diese Derivate veränderten sich von0,4 Mrd € auf 0,9 Mrd €.Ertrags-, Finanz- und VermögenslageMrd € 2012 2011 %Forderungen an Kreditinstitute 0,5 0,5 0,0Forderungen an Kunden 19,9 18,7 6,4Wertpapiere(inklusive Beteiligungen) 0,7 0,6 16,7Finanzgarantienaus Bürgschaften 0,2 0,2 0,0Eventualverpflichtungen ausunwiderruflichen Kreditzusagen 1,3 1,9 –31,6Derivate 0,9 0,4 –Kreditvolumen 23,5 22,3 5,4 Shipping Finance 53,6 % (+1,5 pp) Aviation Finance 31,1 % (–0,7 pp) Land Transport Finance 7,7 % (+0,3 pp) ITF Suisse 4,0 % (–0,1 pp) Investment Management 2,7 % (–0,5 pp) Nicht mehr strategiekonformes Geschäft 0,9 % (–0,5 pp)Kundenkreditvolumen nach Geschäftsbereichen (%)
  • 127. Anhang 123DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT Konzernabschluss(Vorjahr: 11,3 Mrd €). Das Aviation Finance-Portfolio wuchs aufUS-Dollar-Ebene um 1,1 % auf 9,1 Mrd USD (Vorjahr: 9,0 Mrd USD).Auf Euro-Ebene blieb es unverändert auf dem Vorjahresniveauvon 6,9 Mrd €. ErgebnisbetrachtungZur Ergebnisanalyse wird die Entwicklung der Transport Finance-Portfolien im Vergleich 2011/2012 dargestellt. Dabei wird dasPortfolio nach Gesamt- und Neugeschäft untergliedert, jeweilsdifferenziert nach Kerngrößen und Kennziffern.Ertrags-, Finanz- und VermögenslagePortfolioanalyseVolumensbetrachtungUm die Auswirkungen der Währungsrelation auf die Portfolienzu verdeutlichen, stellen wir die Entwicklung des Kundenkredit-volumens nach Segmenten in einer Fünfjahresbetrachtung sowohlauf Euro- als auch auf US-Dollar-Basis dar. Das Shipping Finance-Portfolio nahm auf US-Dollar-Ebene um 7,5 % auf 15,7 Mrd USDzu (Vorjahr: 14,6 Mrd USD) und stieg wechselkursbedingt aufEuro-Ebene weniger stark, nämlich um 5,3 % auf 11,9 Mrd €Volumensbetrachtung 2008 – 20122012 2011 2010 2009 2008Mrd € % % % % %Shipping Finance 11,9 53,6 11,3 52,1 10,3 53,6 9,1 52,6 10,5 56,8Aviation Finance 6,9 31,1 6,9 31,8 5,6 29,2 5,2 30,1 4,9 26,5Land Transport Finance 1,7 7,7 1,6 7,4 1,5 7,8 1,4 8,0 1,5 8,1Investment Management 0,6 2,7 0,7 3,2 0,8 4,2 0,6 3,5 0,6 3,2ITF Suisse 0,9 4,0 0,9 4,1 0,7 3,6 0,6 3,5 0,5 2,7Nicht mehr strategie-konformes Geschäft 0,2 0,9 0,3 1,4 0,3 1,6 0,4 2,3 0,5 2,7Insgesamt 22,2 100,0 21,7 100,0 19,2 100,0 17,3 100,0 18,5 100,02012 2011 2010 2009 2008Mrd USD % % % % %Shipping Finance 15,7 53,8 14,6 52,0 13,7 53,5 13,1 52,6 14,6 56,4Aviation Finance 9,1 31,2 9,0 32,0 7,5 29,3 7,4 29,7 6,9 26,6Land Transport Finance 2,2 7,5 2,1 7,5 2,0 7,8 2,0 8,1 2,1 8,1Investment Management 0,8 2,7 0,9 3,2 1,0 3,9 0,9 3,6 0,9 3,5ITF Suisse 1,1 3,8 1,1 3,9 0,9 3,5 0,8 3,2 0,7 2,7Nicht mehr strategie-konformes Geschäft 0,3 1,0 0,4 1,4 0,5 2,0 0,7 2,8 0,7 2,7Insgesamt 29,2 100,0 28,1 100,0 25,6 100,0 24,9 100,0 25,9 100,0USD als EZB-Referenzkurs,jeweils zum 31.12. 1,2939 1,3362 1,441 1,39171,3194
  • 128. Anhang124DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012NeugeschäftIm Transport Finance wurden 158 neue Transaktionen mit einemNeugeschäftsvolumen (Final Take) von 4,6 Mrd € (Vorjahr: 184neue Deals mit einem Volumen von 5,6 Mrd €) abgeschlossen. InShipping Finance blieb das Neugeschäftsvolumen mit 2,5 Mrd €auf dem Niveau des Vorjahres, in Aviation Finance sank es von2,7 Mrd € auf 1,6 Mrd € und in Land Transport Finance stieg esvon 0,4 Mrd € auf 0,5 Mrd €. In den drei Transport Finance-Geschäftsbereichen hatte die Bank in 85,1 % der neuen Dealseine Leading Role inne (Vorjahr: 74,2 %). Die durchschnittlicheZinsmarge für das Transport Finance-Neugeschäft erhöhte sichauf 352 Basispunkte (Vorjahr: 313 Basispunkte).Betrachtet man das Neugeschäftsvolumen der DVB insgesamt –also inklusive des Investment Managements und des Geschäftsder ITF Suisse – so ergibt sich das folgende Bild: 179 neue Trans-aktionen mit einem Volumen von 4,8 Mrd € (2011: 210 neueDeals mit einem Volumen von 6,0 Mrd €). Dabei konnten durch-schnittlich 348 Basispunkte erzielt werden (2011: 309 Basis-punkte).GesamtgeschäftDie durchschnittliche LTV-Ratio der einzelnen Transport Finance-Segmente kennzeichnet das Verhältnis zwischen ausgereichtenKrediten und dem Verkehrswert des finanzierten Verkehrsmittels.Diese Ratio verschlechterte sich leicht im Gesamtportfolio, dasie um 3,9 Prozentpunkte auf 75,6 % stieg (2011: 71,7 %). In denTransport Finance-Portfolien entwickelte sich diese wichtigeKennziffer, die Auskunft über den Beleihungsauslauf gibt,nicht einheitlich: In Aviation Finance konnte ein Rückgang um0,5 Prozentpunkte auf 72,5 % und in Land Transport Finance um1,8 Prozentpunkte auf 76,3 % erreicht werden. In Shipping Financehingegen stieg die LTV-Ratio deutlich von 69,9 % auf 76,2 %.Die Cost-Income-Ratio reduzierte sich in allen drei TransportFinance-Bereichen: im Shipping Finance um 1,5 Prozentpunkteauf 24,3 %, im Aviation Finance um 0,9 Prozentpunkte auf 15,1 %und im Land Transport Finance um 2,8 Prozentpunkte auf 14,1 %.Der ROE hingegen entwickelte sich uneinheitlich: Während er inShipping Finance um 8,9 Prozentpunkte auf 15,3 % abnahm, legteer in Aviation Finance um 9,4 Prozentpunkte auf 50,1 % und imLand Transport Finance um 20,5 Prozentpunkte auf 64,0 % zu.Im Investment Management erhöhte sich der ROE sogar um23,3 Prozentpunkte auf 16,9 %. Dabei ist darauf hinzuweisen, dassdie Ermittlung von ROE und CIR dieser Vergleichsgrößen ohneBelastung der Overheads erfolgt und daher mit der Gesamtbank-relation nicht vergleichbar ist. Ertrags-, Finanz- und VermögenslageErgebnisbetrachtung (Mio €)ShippingFinanceAviationFinanceLand TransportFinanceInvestmentManagementITF Suisse Insgesamt2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 %GesamtgeschäftKundenkreditvolumen 11.865,0 11.287,1 6.901,5 6.917,6 1.655,7 1.613,9 601,1 702,7 852,6 882,8 21.875,9 21.404,1 2,2Forderungen an Kunden 11.082,1 10.155,0 6.617,4 6.208,9 1.472,6 1.486,4 538,4 631,3 778,4 780,7 20.488,9 19.262,3 6,4Kreditzusagen, Bürg-schaften und Garantien 782,9 1.132,1 284,1 708,7 183,1 127,5 62,7 71,4 74,2 102,1 1.387,0 2.141,8 –35,2Anzahl Kunden(wirtschaftlicheKreditnehmereinheiten) 327 342 165 171 50 56 17 19 41 43 600 631 –4,9Leading Role (%) 81,8 78,1 84,0 77,6 65,2 60,4 95,7 84,3 3,2 5,5 78,6 73,8 4,8 ppdurchschnittlicheLTV-Ratio (%) 76,2 69,9 72,5 73,0 76,3 78,1 n.a. n.a. 90,2 73,1 75,6 71,7 3,9 ppCIR (%)1)24,3 25,8 15,1 16,0 14,1 16,9 25,0 140,0 23,3 20,7 46,5 47,8 –1,3 ppROE (%)2)15,3 24,2 50,1 40,7 64,0 43,5 16,9 –6,4 6,7 15,0 12,9 14,0 –1,1 ppNeugeschäftAnzahl Neugeschäfte 96 93 50 78 12 13 13 18 8 8 179 210 –14,8Unterzeichnet 2.590,5 2.662,4 1.618,6 2.864,0 519,6 373,7 84,6 165,7 152,9 252,6 4.966,2 6.318,4 –21,4Syndiziert 47,4 139,2 72,6 183,3 − − − − − − 120,0 322,5 –62,8Final Take 2.543,1 2.523,2 1.546,0 2.680,7 519,6 373,7 84,6 165,7 152,9 252,6 4.846,2 5.995,9 –19,2Leading Role (%) 82,4 79,6 90,5 72,2 81,4 46,0 40,6 41,0 − − 81,7 69,9 11,8 ppDurchschnittlicheMarge (bp) 349 304 380 325 281 280 200 200 308 283 348 309 391) Nach IFRS ermittelt – ohne Umlage von Overhead-Kosten und vor Risikovorsorge2) Nach IFRS ermittelt – ohne Umlage von Overhead-Kosten, nach Risikovorsorge und vor Steuern
  • 129. Anhang 125DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussVergütungsberichtDie Bank bietet ihren Kunden in der Schifffahrt, im Luft- undLandverkehr weltweit von 12 Standorten aus maßgeschneiderteProdukte und Beratungsdienstleistungen an. Diese Finanzierungenenthalten teilweise auch komplexe, mehrere Jurisdiktionenumfassende Strukturen, wobei grundsätzlich alle Finanzierungenmit dem finanzierten Verkehrsmittel besichert sind.Im internationalen Kreditgeschäft der DVB entstehen Risiko­positionen, für deren Management die folgenden Regulariengelten: Für Kreditentscheidungen sind die jeweiligen Kompetenz-regelungen und Richtlinien der Kreditvergabe (Lending Policies)maßgeblich. Die Kompetenzregelungen legen fest, dass Kredit-entscheidungen in der DVB dreistufig getroffen werden:• von den Geschäftsbereichen Shipping Finance, AviationFinance und Land Transport Finance (zuständiges Vorstands-mitglied gemeinsam mit Head of Credit),• mit Genehmigung seitens des gesamten Vorstands und• unter bestimmten Voraussetzungen mit Zustimmung desKreditausschusses des Aufsichtsrats.In Abhängigkeit von bestimmten Risikoparametern können Kredit-entscheidungen bis zu bestimmten Grenzen von den Geschäfts-bereichen gemeinsam mit dem zuständigen Vorstandsmitgliedgetroffen werden, wenn die Kreditvergabe die Vorgaben derLending Policies erfüllt. Diese Kreditvergaberichtlinien statuierendie Vorgaben hinsichtlich der Finanzierungsart, der Besicherungdurch das finanzierte Asset, der Laufzeit und der Loan-to-Value-Ratio etc. Kreditentscheidungen bedürfen dann der Genehmigungdes Gesamtvorstands, wenn die Vergabekompetenzen derGeschäftsbereiche überschritten sind oder wenn die Engagementsaußerhalb der Kreditvergaberichtlinien liegen. Bei Überschreitungbestimmter Engagement-Grenzen ist darüber hinaus die Zustim-mung des Kreditausschusses einzuholen.Aufsichtsrechtliche Anforderungenan VergütungssystemeMit der am 13. Oktober 2010 in Kraft getretenen „Verordnung überdie aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Vergütungssystemevon Instituten“ (InstitutsVergV) hat das Bundesministeriumder Finanzen die Anforderungen an die Vergütungssysteme derFinanzinstitute im Sinne des Kreditwesengesetzes präzisiert.Die Verordnung gilt für alle Mitarbeiter der DVB und zwar anallen Standorten.Kein „bedeutendes Institut“Die InstitutsVergV unterscheidet zwischen bedeutenden undnicht bedeutenden Instituten, für die unterschiedlich strengeAnforderungen gelten. Banken wie die DVB, die zu den Bilanz-stichtagen der letzten drei Geschäftsjahre eine Bilanzsummevon mindestens 10 Mrd €, aber von nicht mehr als 40 Mrd € auf-weisen, müssen auf Basis einer eigenen Risikoanalyse festlegen,ob sie zu diesen „bedeutenden Instituten“ gehören. Der Vorstandder DVB Bank SE hat im Dezember 2010 auf Basis einer umfas-senden Analyse und Selbsteinschätzung festgestellt, dass dieDVB nicht als bedeutendes Institut zu sehen ist. Damit gelten nurdie allgemeinen Anforderungen der InstitutsVergV.Das Analyseergebnis ist wie folgt zusammenzufassen: Die Risiko­affinität des DVB-Geschäftsmodells ist als maßvoll einzustufenund die hereingenommenen Risiken sind ebenso überschau- wielenkbar. Finanzierungen werden nur auf Basis strenger LendingPolicies und nach eingehendem Markt- und Asset-Researchdurch die DVB-eigenen Research-Bereiche vergeben. Die in dieBücher genommenen Kreditrisiken werden dann kontinuierlichmittels eines ausgefeilten Risikomanagements bearbeitet undüberwacht. So wird die Möglichkeit einer Verwertung des finan-zierten Assets zum Beispiel über Sekundärmärkte sichergestellt.Neben diesem klassischen Kreditgeschäft bietet die DVB keinebesonders risikoaffinen Dienstleistungen zum Beispiel im Invest-ment Banking oder Wertpapiergeschäft an.„Risk Taker“Gemäß § 5 der InstitutsVergV gelten zusätzliche Anforderungenfür Mitarbeiter, die einen wesentlichen Einfluss auf das Risiko-profil der Bank haben (sogenannte Risk Taker). Jedes Institut istaufgefordert, im Rahmen einer Selbsteinschätzung zu überprüfenund festzulegen, wer als Risk Taker zu sehen ist. Der Vorstandhatte diese Selbsteinschätzung bereits im Dezember 2009 vor-genommen und im Dezember 2010 aktualisiert. Dabei hat derVorstand festgelegt, dass nur die drei Vorstandsmitglieder selbstals Risk Taker anzusehen sind. Dieser Entscheidung liegt die fol-gende Risikoanalyse als Basis der Selbsteinschätzung zugrunde:
  • 130. Anhang126DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Allgemeine Anforderungen der InstitutsVergVAuch für Institute wie die DVB, die im Sinne der Verordnung nichtals bedeutendes Institut zu klassifizieren sind, gelten die allge-meinen Anforderungen an Vergütungssysteme gemäß § 3 derInstitutsVergV. Der Vorstand hat die dort genannten Vergütungs­aspekte diskutiert und wie folgt eingeschätzt:• Die Vergütung ist an den strategischen Zielen der Bankausgerichtet.• Das Verhältnis von fixer zu variabler Vergütung istangemessen.• Bei Mitarbeitern, die in Markt- bzw. in Marktfolgebereichenarbeiten, führt die Vergütungsstruktur nicht zu Interessen-konflikten.• Durch die bereits genutzten Kommunikationsmittel (zumBeispiel Broschüren) werden die Mitarbeiter schriftlich undausreichend über die für sie relevanten Vergütungssystemeinformiert.Zudem hat der Vorstand, erstmals gültig für Zahlungen im Jahr2011, eine angemessene Obergrenze für das Verhältnis zwischenfixer und variabler Vergütung festgelegt. Die DVB wird sicher-stellen, dass variable Vergütungen nur im Rahmen der gesetzlichenVorschriften geleistet werden. Darüber hinaus wird die DVB eineRegelung erarbeiten, die es den Mitarbeitern untersagt, sichgegen verminderte variable Vergütungszahlungen abzusichern.VergütungsausschussDie DVB hat freiwillig einen Vergütungsausschuss gebildet.Dieser hat dem Aufsichtsrat erstmals im Jahr 2010 und erneutim November 2012 seine Analyse der Vergütungssysteme präsen-tiert. Der Ausschuss kam zu dem Ergebnis, dass die Regelungenangemessen sind und die Ziele der DVB fördern, wobei gleich-zeitig keine Anreize zur Aufnahme unverhältnismäßig hoher Risikengesetzt werden.Vergütung von Vorstand und AufsichtsratInsgesamt wurden für die Vergütung von Vorstand und Auf-sichtsrat 2,8 Mio € im Jahr 2012 aufgewendet:Vergütung des VorstandsDie Struktur der Bezüge des Vorstands wurde vom Aufsichtsratfestgelegt. Die Gesamtvergütung des Vorstands setzte sich2012 zu 70,5 % aus einem fixen Gehaltsbestandteil und zu 29,5 %aus einem variablen Bonus zusammen.Das HGB sieht die individualisierte Offenlegung der Vorstands-vergütung und Vergütungsbestandteile im Jahres- und im Konzern-abschluss vor. Nach § 286 Abs. 5 HGB und § 314 Abs. 2 Satz 2HGB kann die individuelle Offenlegung der Vorstandsvergütungunterbleiben, wenn die Hauptversammlung dies mit qualifizierterMehrheit von mindestens drei Vierteln des bei der Beschluss-fassung vertretenen Grundkapitals beschließt. Die DVB Bank SEhat mit Beschluss der Hauptversammlung vom 9. Juni 2011(Tagesordnungspunkt 5) mit der erforderlichen Mehrheit desvertretenen Grundkapitals von der Möglichkeit Gebrauch gemacht,auf die individuelle Offenlegung der Vorstandsgehälter für einenZeitraum von fünf Jahren zu verzichten.VergütungsberichtTsd € 2012 2011 %Vorstand 2.155,8 2.853,5 –24,5Aufsichtsrat 273,7 273,7 0,0Frühere Vorstandsmitgliederund ihre Hinterbliebenen 373,9 370,5 0,9Insgesamt 2.803,4 3.497,7 –19,9
  • 131. Anhang 127DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussVergütungsberichtDer Bonus der Vorstandsmitglieder wird auf der Grundlage vonZielvereinbarungen ermittelt. Die Ziele werden zwischen demAufsichtsrat und dem jeweiligen Vorstandsmitglied für jedesGeschäftsjahr vereinbart und beziehen sich zum einen auf dasErreichen objektiver Kriterien für das relevante Geschäftsjahr(Finanzkennzahlen wie Economic Value Added und Konzern­ergebnis vor Steuern) und umfassen zum anderen die individuelleLeistung der einzelnen Vorstandsmitglieder. Die Höhe des Bonusist abhängig vom messbaren Grad der Zielerreichung.Zahlungsvoraussetzung für die LTI-Prämie und den Bonus istjeweils ein ungekündigtes Dienstverhältnis des betreffendenVorstandsmitglieds zum Zahlungszeitpunkt. Diese Bedingungentfällt jedoch, wenn das betreffende Vorstandsmitglied ausAltersgründen ausscheidet oder der Vorstandsvertrag nicht ver-längert wird.Für das Geschäftsjahr 2012 erfolgt die Zuteilung des Bonus invier Tranchen: Ausbezahlt werden danach 50 % im Jahr 2013 undjeweils 16,66 % in den drei darauf folgenden Geschäftsjahren2014 bis 2016. Die Zahlung dieser drei künftigen Tranchen setztvoraus, dass die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im Jahr vorder Auszahlung unter einem bestimmten Schwellenwert liegt.Für alle vier Bonusteile gilt darüber hinaus, dass 50 % jederTranche einer ergänzenden einjährigen Haltefrist unterliegt,also nicht direkt ausgeschüttet wird. Während dieser Haltefristwird der Wert der zurückgehaltenen Tranche durch ein Vergütungs-instrument ersetzt, welches an die Wertentwicklung der Bankgekoppelt ist.Fixer VergütungsbestandteilDer fixe Gehaltsbestandteil des Vorstands der DVB Bank SEumfasst monetäre Vergütungsteile, Versorgungszusagen sowieSonderleistungen und belief sich 2012 auf 1.520.585,10 € (2011:1.508.474,79 €). Variabler VergütungsbestandteilDer variable Gehaltsbestandteil des Vorstands der DVB Bank SEumfasst einen Bonus und ggf. eine Prämie aus dem DVB Long-Term Incentive Plan (LTI). Im Geschäftsjahr 2012 erhielt derVorstand variable Gehaltszahlungen in Höhe von 635.199,00 €.Hierin waren Bonuszahlungen für die Geschäftsjahre 2010/2011und eine Prämie aus dem LTI 2009 enthalten (zum Vergleich:im Geschäftsjahr 2011 wurden variable Zahlungen in Höhe von1.345.000,00 € für die Geschäftsjahre 2009/2010 sowie für denLTI 2008 geleistet).Folgendes zur Erläuterung der variablen Gehaltsbestandteile:Im Rahmen des LTI 2009 wurden im Jahr 2009 Zielprämienzugeteilt. Voraussetzung für die Auszahlung dieser Prämie war,dass der geplante Unternehmenserfolg im Zieljahr 2011 erreichtwird. Dieser wird auf Basis eines vorab festgelegten EconomicValue Added-Wertes und des Konzernergebnisses vor Steuerngemessen. Für den Fall, dass der tatsächlich erzielte Unterneh-menserfolg den geplanten Erfolgswert überschreitet, kann derAufsichtsrat die zu zahlende Prämie über den Zielbetrag hinauserhöhen. Vorstandsvergütung – fixer Gehaltsbestandteil (€)2012 2011 %Monetäre Vergütungsbestandteile 995.000,00 971.666,67 2,4Versorgungszusagen einschließlich Zuführungen zu Pensionsrückstellungen 334.842,26 320.003,79 4,6Sonderleistungen 190.742,84 216.804,33 –12,0davon Zulagen für Dienstwagen bzw. in monetärer Form anstatt eines Dienstwagens 56.152,26 56.116,22 0,1davon Mietzuschüsse 38.804,58 29.849,68 30,0davon Versicherungen und Arbeitgeberbeiträge zu Sozialversicherungssystemen im Ausland 95.786,00 130.838,43 –26,8Fixer Gehaltsbestandteil 1.520.585,10 1.508.474,79 0,8
  • 132. 128DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012VergütungsberichtDie DVB Bank SE wendete 2012 für die Aufsichtsorgane insge-samt 273.700,00 € auf. Davon wurden Steuern für die im Auslandwohnhaften Aufsichtsratsmitglieder direkt ans Finanzamt abge-führt und zwar in Höhe von 35.455,00 €. Die Aufsichtsratsmit-glieder erhielten also Vergütungen für ihr Wirken im Aufsichtsratund im Kreditausschuss in Höhe von 238.245,00 €. Aktienbestand von Vorstand und AufsichtsratZum 31. Dezember 2012 hielten die Mitglieder des Vorstandsund des Aufsichtsrats insgesamt nicht mehr als 1 % der ausge-gebenen Aktien der DVB Bank SE.Vergütung des AufsichtsratsDie jährliche Vergütung des Aufsichtsrats ist in § 19 Abs. 1 und 2der Satzung der DVB Bank SE geregelt. Danach erhalten Mit-glieder des Aufsichtsrats 20.000,00 €, der Vorsitzende desAufsichtsrats 30.000,00 € und die Mitglieder des Kreditaus-schusses zusätzlich 10.000,00 €. Die Vergütung wird jeweilszum 1. Juli eines jeden Jahres ausgezahlt. Sofern die Vergütungder Umsatzsteuer unterliegt, wird diese zusätzlich vergütet(§ 19 Abs. 3 der Satzung). Weitere Details wie die Erstattung vonFahrtkosten und sonstigen baren Auslagen, Tagegeld und Ähn­liches sind in § 19 Abs. 4 der Satzung abschließend geregelt. Aufsichtsratsvergütung 2012 (€)Aufsichtsrats­vergütungKredit-ausschuss-vergütungUmsatz-steuer19 %InsgesamtAnteilseignervertreter:Frank Westhoff, Vorsitzender 30.000,00 10.000,00 7.600,00 47.600,00Dr. Peter Klaus, stellvertretender Vorsitzender 20.000,00 10.000,00 5.700,00 35.700,00Prof. Dr. h.c. Stephan Götzl 20.000,00 – 3.800,00 23.800,00Flemming Robert Jacobs, wohnhaft in Großbritannien 20.000,00 10.000,00 5.700,00 35.700,00Wolfgang Köhler 20.000,00 – 3.800,00 23.800,00Dr. Klaus Nittinger 20.000,00 – 3.800,00 23.800,00Arbeitnehmervertreter:Masahide Kubo, wohnhaft in Großbritannien 20.000,00 – 3.800,00 23.800,00Dorinus Legters, wohnhaft in den Niederlanden 20.000,00 – 3.800,00 23.800,00Martin Wolfert 20.000,00 10.000,00 5.700,00 35.700,00Vergütung insgesamt 190.000,00 40.000,00 43.700,00 273.700,00Abzüge für im Ausland wohnende Aufsichtsratsmitglieder(direkt ans Finanzamt abgeführt)Umsatzsteuer 19 % 13.300,00Aufsichtsratsteuer 30 % 21.000,00Solidaritätszuschlag 5,5 % 1.155,00Abzüge insgesamt 35.455,00Vergütung abzüglich Steuern für im Auslandwohnende Aufsichtsratsmitglieder 238.245,00
  • 133. 129DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussNichtfinanzielle LeistungsindikatorenMitarbeiterEnde 2011 lag die Zahl der in einem aktiven Arbeitsverhältnisbefindlichen Mitarbeiter der DVB bei 548 und stieg bis zum Ende2012 um 1,8 % auf 558 Kolleginnen und Kollegen. Unberücksich-tigt blieben dabei jene neun Mitarbeiter, die in einem ruhendenArbeitsverhältnis beschäftigt wurden, sich also zum Beispiel inder Freiphase der Altersteilzeit, im Mutterschutz oder in Elternzeitbefanden. Der hier abgebildete Personalbestand enthält auchdie Mitarbeiter unserer Tochtergesellschaft DVB LogPay GmbH,jedoch nicht mehr die Beschäftigten der TES Aviation Group.Die Zahl der in einem aktiven Arbeitsverhältnis befindlichenMitarbeiter in Transport Finance/Investment Managementreduzierte sich um eine auf 305 Personen (–0,3 %). Die seit Jahrensteigenden regulatorischen Anforderungen des Gesetzgebersund der Bankenaufsicht bewirkten auch in der DVB einen weitersteigenden Arbeitsaufwand in den Produkt- und Servicebereichen.Hier stieg die Personalausstattung um 5,3 % auf 199 Personen(2011: 189 Personen). Das Geschäftsmodell der DVB ist in jeder Weise internationalausgelegt. Dies zeigte sich erneut an den Staatsangehörigkeitender Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter: Konzernweit beschäftigtenwir im Jahr 2012 Personen mit insgesamt 40 verschiedenenStaatsangehörigkeiten; im Kerngeschäft Transport Financegehörten unsere Mitarbeiter 31 verschiedenen Nationalitäten an.2012 waren auch 318 in einem aktiven Arbeitsverhältnis befind-liche Mitarbeiter an einem Auslandsstandort eingesetzt, also inden internationalen Verkehrsmärkten und nahe bei den Kundender Bank (2011: 315 Mitarbeiter). Die Zahl der in einem aktivenArbeitsverhältnis befindlichen Mitarbeiter an den deutschenStandorten in Frankfurt am Main und Hamburg lag mit 240 Mit-arbeitern über dem Vorjahr (2011: 233 Mitarbeiter). Verteilung der Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen2012 2011Anzahl % Anzahl %Transport Finance/Investment Management 305 53,8 306 55,1Produkt- und Servicebereiche 199 35,1 189 34,1DVB LogPay 54 9,5 53 9,5Mitarbeiter in einem aktiven Arbeitsverhältnis 558 98,4 548 98,7Mitarbeiter in einem ruhenden Arbeitsverhältnis 9 1,6 7 1,3Insgesamt 567 100,0 555 100,0 Verteilung der aktiven Mitarbeiter nach StandortenKonzern Transport Finance/Investment Management2012 2011 % 2012 2011 %Frankfurt am Main 234 225 4,0 33 32 3,1London 85 82 3,7 67 65 3,1Rotterdam 58 55 5,5 47 45 4,4Bergen 19 18 5,6 17 16 6,3Athen 12 13 –7,7 11 12 –8,3Zürich 11 11 0,0 8 8 0,0Hamburg 6 8 –25,0 5 7 –28,6Oslo 5 8 –37,5 5 8 –37,5Europa 430 420 2,4 193 193 0,0New York 35 30 16,7 31 27 14,8Curaçao 30 33 –9,1 26 29 –10,3Nord- und Südamerika 65 63 3,2 57 56 1,8Singapur 59 61 –3,3 51 53 –3,8Tokio 4 4 0,0 4 4 0,0Asien 63 65 –3,1 55 57 –3,5Insgesamt 558 548 1,8 305 306 –0,3
  • 134. Anhang130DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die Altersstruktur der Mitarbeiter der DVB stellte sich wiefolgt dar:• 9,1 % waren unter 30 Jahre alt,• 34,9 % waren zwischen 30 und 40 Jahre alt,• 34,6 % waren zwischen 40 und 50 Jahre alt und• 21,4 % waren über 50 Jahre alt.Berufserfahrung im Transport Finance oder generell in der globalenTransportbranche – das ist ein wesentlicher Indikator für diehohe Expertise unserer Mitarbeiter. Im Kerngeschäft der DVB(Shipping Finance, Aviation Finance, Land Transport Finance,Investment Management und ITF Suisse) verfügten unsereMitarbeiter im Berichtsjahr über durchschnittlich 13,0 Jahre anrelevanter branchenspezifischer beruflicher Erfahrung. 38,3 %unserer Mitarbeiter verfügten sogar über eine 15-jährige und19,2 % über eine 20-jährige relevante Berufserfahrung.Die Quote der durch Eigenkündigungen resultierenden Fluktuationlag 2012 bei 2,4 % (2011: 5,0 %).Preisgekrönte Transaktionen2012 wurden wir erneut für unser Engagement im TransportFinance und für einige Transaktionen von renommierten Fach-zeitschriften ausgezeichnet:Nichtfinanzielle LeistungsindikatorenAuszeichnungen 2012 Shipping Financier of the Year 2012 Lloyd’s List – Dezember 2012  Rail Finance Innovator of the Year 2011 Global Transport Finance – November 2012  Bank of the Year – International Transport Markets DealMakers Monthly – September 2012  Sale/Leaseback Deal of the Year 2011 Airfinance Journal – April 2012  Pre-Delivery Payment Deal of the Year 2011 Airfinance Journal – April 2012  North America Deal of the Year 2011 Airfinance Journal – April 2012  Leasing (East) Deal of the Year 2011 Marine Money – März 2012  Securitisation Deal of the Year 2011 Marine Money – März 2012
  • 135. Anhang 131DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussNachtragsberichtZum 1. Januar 2013 gab es wesentliche Änderungen im Schiffs-finanzierungsgeschäft:• Die Bank gliedert die bisherigen Offshore-Finanzierungs­aktivitäten (Offshore Drilling and Production Group undOffshore Support Group) aus dem Shipping Finance aus undstellt diese als vierten Geschäftsbereich auf die gleiche Stufewie die Schiffs-, Flugzeug- und Landtransportfinanzierung.Damit wird die Breite und Vielfalt der Finanzierungaktivitätennoch sichtbarer. Basierend auf dem Konzern-Kundenkredit­volumen zum 31. Dezember 2012 ergäbe sich die folgendePortfolioverteilung. • Das Shipping Finance der DVB arbeitet nach der Ausgliede-rung von Offshore Finance marktseitig in vier Sektorenteams: – Container, Car Carrier, Intermodal & Ferry Group – Crude Oil & LNG Tanker Group – Chemical, LPG & Product Tanker Group und – Dry Bulk Group Das Portfolio Cruise Finance läuft aus und soll mittelfristigabgebaut werden.• Die DVB hat eine neue Einheit namens Strategic Managementand Restructuring Team mit dem Ziel gegründet, alle „auf­fälligen“ Engagements im Seeschifffahrtsportfolio intensiv zubetreuen und wesentlich zu stabilisieren.• Mit dem Projekt „Unity“ wird das Shipping Finance darüberhinaus fit für die Zukunft gemacht. Im Mittelpunkt stehendabei Prozessverbesserungen, Anpassung der Strukturen anandere Bereiche und Steigerung der Effizienz. Das Projektwird 2013 vorbereitet und 2014 im Wesentlichen umgesetzt.Herr Masahide Kubo legte sein Amt als Arbeitnehmervertreterim Aufsichtsrat mit Wirkung vom 16. Januar 2013 nieder. Am15. Februar 2013 wurde Herr Adnan Mohammed als neuerArbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat bestellt.Vorstand und Aufsichtsrat der DVB Bank SE beabsichtigen, derOrdentlichen Hauptversammlung am 13. Juni 2013 eine Dividendevon 0,60 € je nennwertloser Stückaktie vorzuschlagen.Weitere Vorgänge, die für die Beurteilung der Ertrags-, Ver­mögens- und Finanzlage der DVB Bank SE und des Konzernsbesondere Bedeutung haben, sind nach Schluss des Geschäfts-jahrs 2012 nicht eingetreten. Der Geschäftsverlauf in den erstenMonaten des Geschäftsjahrs 2013 bestätigt die im Prognose­bericht getroffenen Aussagen. Shipping Finance 42,3 % Aviation Finance 31,1 % Offshore Finance 11,3 % Land Transport Finance 7,7 % ITF Suisse 4,0 % Investment Management 2,7 % Nicht mehr strategiekonformes Geschäft 0,9 %Neue Struktur des Konzern-Kundenkreditvolumens (22,2 Mrd €)
  • 136. Anhang132DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Der folgende Chancen- und Risikobericht betrachtet unter„Portfoliomanagement und -steuerung“ auf den Seiten140 – 142 die Volumina unserer Transport Finance-Teilport­folien, aufgeschlüsselt nach Besicherungsstruktur undBeleihungsauslauf (LTV). Die so analysierten Portfoliowertespiegeln das Nominalvolumen des DVB Bank Konzerns nachaufsichtsrechtlichen Vorschriften wider, da alle wesent­lichenKonzerngesellschaften in die divisionale Risikosteuerungintegriert sind und somit die von verbundenen Unternehmenvergebenen Kredite einbezogen werden.und Modelle zur Risikomessung sind zur Steuerung der DVBgeeignet. Trotz sorgfältiger Modellentwicklung und regelmäßigerKontrolle können jedoch Konstellationen entstehen, bei denendie tatsächlichen Verluste oder der Liquiditätsbedarf höherausfallen als durch die Risikomodelle und Stress-Szenarienprognostiziert.Organisation des RisikomanagementsAufbauorganisationDas konzernweite Risikomanagementsystem der DVB folgt dengesetzlich und aufsichtsrechtlich kodifizierten Anforderungenund umfasst entsprechende Vorkehrungen und Maßnahmenzur Risikostrategie, Risikotragfähigkeit, Risikosteuerung undRisikoüberwachung sowie ein mehrstufiges Risikofrüherkennungs-system. Neben der Aufbau- und Ablauforganisation betreffenRisiken gezielt und kontrolliert übernehmen und dabeirisikoadäquate Renditeziele beachten – das sind fürdie DVB wesentliche Bestandteile der Unternehmens-steuerung.Grundsätze des RisikomanagementsWir definieren Risiken grundsätzlich als ungünstige künftigeEntwicklungen, die sich nachteilig auf die Vermögens-, Ertrags-oder Liquiditätslage der Bank auswirken können. Dabei unter-scheiden wir zwischen Adressenausfallrisiko, operationellemRisiko, Marktpreisrisiko, Geschäftsrisiko sowie Liquiditäts- undBeteiligungsrisiko. Das Geschäftsmodell der DVB erfordert dieFähigkeit zur Identifizierung, Messung, Beurteilung, Steuerung,Überwachung und Kommunikation der Risiken. Dabei gilt derGrundsatz, Risiken bei allen Aktivitäten nur in dem Maße einzu-gehen, wie dies zur Erreichung der geschäftspolitischen Zieleerforderlich ist.Vor diesem Hintergrund hat der Vorstand der Bank als verant-wortliches Organ ein angemessenes und funktionsfähiges Risiko-managementsystem eingerichtet, das den internen betriebswirt-schaftlichen Anforderungen gerecht wird und die gesetzlichenAnforderungen erfüllt. Aufgrund der implementierten Methoden,Modelle, organisatorischen Regelungen und IT-Systeme ist dieDVB in der Lage, wesentliche Risiken frühzeitig zu erkennen undangemessene Steuerungsmaßnahmen zu ergreifen. Die Angemes-senheit und Funktionsfähigkeit des Risikomanagementsystemswird regelmäßig intern und extern überprüft.Ungeachtet der grundsätzlichen Eignung des Risikomanagement-systems sind Umstände denkbar, die die rechtzeitige Identifikationvon Risiken verhindern oder die eine angemessene Reaktion aufRisiken nicht umfassend ermöglichen. Die eingesetzten MethodenChancen- und Risikobericht Grundsätze des RisikomanagementsShipping FinanceAviation FinanceLand Transport FinanceInvestment MangementITF SuisseTreasuryAdressenausfallrisikoOperationelles RisikoMarktpreisrisikoGeschäftsrisikoBeteiligungsrisikoLiquiditätsrisiko Internal Audit Financial Controlling Group Risk Management Deal Control Compliance OfficeRisikomanagement und RisikocontrollingStrategische Ebene Vorstand Risk CommitteeGroup Credit Committee  Watch List Committee  Asset Liability Committee  Audit Committee  OpRisk Committee  Steering Committees  New Product CircleOperationale EbeneRisikomanagement  Risikoarten  Risikocontrolling
  • 137. Anhang 133DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT Konzernabschlussdiese Maßnahmen auch die Prozesse zur Identifizierung, Beur-teilung, Steuerung, Überwachung sowie Kommunikation derRisiken. Wie das folgende Schaubild verdeutlicht, haben wir dasRisikomanagement im engeren Sinn und das Risikocontrollingfunktional voneinander getrennt. Im Risikomanagement im engeren Sinn unterscheiden wirzwischen operativem und strategischem Risikomanagement.Unter operativem Risikomanagement verstehen wir die Umset-zung der vom Vorstand vorgegebenen Risikostrategie durchdie verschiedenen Geschäftsbereiche. Das strategische Risiko-management gibt nicht nur die risikopolitischen Leitlinien vor,sondern koordiniert und unterstützt auch den operativen Risiko-steuerungsprozess durch übergeordnete Komitees.Das vom Risikomanagement im engeren Sinn unabhängige Risiko-controlling identifiziert, quantifiziert, limitiert und überwachtdie Risiken sowie die Risikoberichterstattung. Mit unserem diffe-renzierten und detaillierten „DVB Group Risk Report“ berichtenwir dem Gesamtvorstand, den Führungskräften und dem Auf-sichtsrat quartalsweise umfassend über die Risikosituation derBank. Darüber hinaus haben wir für alle relevanten RisikoartenBerichtssysteme installiert, die sicherstellen, dass alle Kompe-tenzträger jederzeit transparente Informationen über die vonihnen verantworteten Risiken erhalten.RechnungswesenDas Rechnungswesen der DVB stellt sicher, dass sich die Rech-nungslegung in Einklang mit den entsprechenden Vorschriften,insbesondere den handelsrechtlichen Normen, befindet. Darumhaben wir in der Bank ein Risikomanagementsystem implemen-tiert, das die Rechnungslegung steuert, überwacht und kontrol-liert. Dieses interne Kontrollsystem soll operationellen Risikenentgegenwirken, indem das Handeln der Mitarbeiter, die einge-setzten Technologien und die Arbeitsabläufe auf die Einhaltungder maßgeblichen gesetzlichen Vorschriften ausgerichtet werden.In der DVB sind konzernweit Prozesse installiert, die – unterNutzung gemeinsamer Datenverarbeitungs- und Datenbank-systeme – ein effizientes Risikomanagement und eine wirksameKontrolle der Konzernrechnungslegung ermöglichen. DiesenProzessen legen wir die rechtlichen Vorgaben zur Konzernrech-nungslegung und die Regelungen des Konzernbilanzierungs-handbuchs zugrunde. Die interne Revision begleitet die Abläufeaktiv im Rahmen ihrer Prüfungsfunktion.Die Rechnungslegung umfasst quantitative und qualitativeAngaben der Unternehmen und Teilkonzerne der DVB. DieseAngaben sind sowohl für die gesetzlich vorgeschriebenenBerichte der Unternehmen als auch für die interne Steuerungder Geschäftsbereiche notwendig und werden deshalb nachverbindlichen Ablaufplänen erhoben und kontrolliert. GeeigneteDatenverarbeitungssysteme verwerten diese Daten automatischund gewährleisten so die Wirtschaftlichkeit der Rechnungs­legung. Mittels umfangreicher Kontrollmaßnahmen stellen wirdabei die Qualität der Verarbeitung sicher und tragen so zur Ver-minderung operationeller Risiken bei. Wir prüfen darum sowohldie eingegebenen als auch die ausgegebenen Daten in zahlreichenmaschinellen und manuellen Schritten. Darüber hinaus protokol-lieren und kontrollieren wir Buchungs- und Konsolidierungsvor-gänge ordnungsgemäß. Angemessene Notfallkonzepte, die wirständig weiterentwickeln und im Rahmen geeigneter Tests regel-mäßig überprüfen, gewährleisten die Verfügbarkeit personellerund technischer Ressourcen für die Rechnungslegung. In einemKonzernhandbuch haben wir die einheitliche Anwendung vonRechnungslegungsmethoden innerhalb der DVB schriftlich fixiert.Dieses Regelwerk wird fortlaufend aktualisiert. Im Rahmender gesetzlichen Prüfungen kontrollieren Wirtschaftsprüfungs-gesellschaften den Inhalt des Konzernhandbuchs und die Einhal-tung der fixierten Regeln durch die in die Rechnungslegung ein-bezogenen Mitarbeiter.Wir beziehen externe Gutachter ein, um die Höhe der Pensions-rückstellungen und die Sicherheitenwerte für Schiffe sowieFlugzeuge zu ermitteln. Die zulässigen Gutachter sind in denArbeitsrichtlinien der Bank festgelegt. Eingeführte Prozesseüberprüfen wir fortlaufend auf ihre Zweckmäßigkeit und passendiese hinsichtlich neuer Produkte und Sachverhalte sowie auf-grund veränderter gesetzlicher Regelungen an. Bei Bedarf schulenwir die mit der Berichterstattung betrauten Mitarbeiter in dengesetzlichen Regelungen und angewandten IT-Systemen, um diegleichbleibend hohe Qualität der Rechnungslegung in der DVBsicher zu stellen. Bei Implementierung gesetzlicher Änderungenziehen wir frühzeitig externe Berater und Wirtschaftsprüfer hinzu,um so Qualität und Effizienz der Berichterstattung zu steigern.Chancen- und Risikobericht
  • 138. Anhang134DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Risikotragfähigkeit und RisikokapitalUm die ökonomische Kapitaladäquanz zu ermitteln, stellen wirim Rahmen der Risikotragfähigkeitsanalyse die Risikodeckungs-masse, vermindert um einen Kapitalpuffer, dem Risikokapital­bedarf gegenüber. Ausgehend von der Risikodeckungsmasse undin Kenntnis des Kapitalpuffers legt der Vorstand jeweils am Endedes Vorjahres die Verlustobergrenzen für das Geschäftsjahr fest,die den Risikokapitalbedarf begrenzen. Die Risikodeckungs-masse setzt sich aus dem Eigenkapital und eigenkapitalnahenBestandteilen zusammen. Sie wird monatlich in vollem Umfangüberprüft und aktualisiert, sodass der Umfang der Risiko­deckungsmasse unterjährigen Schwankungen unterliegt.Der Kapitalpuffer dient zur Abdeckung von Unschärfen in derRisikomessung und von Risiken, die nicht im Rahmen des Risiko-kapitalbedarfs gemessen und nicht über Risikolimite (Verlust­obergrenzen) gesteuert werden. Die einzelnen Bestandteile desKapitalpuffers quantifizieren wir über ein experten-, szenario-oder modellbasiertes Vorgehen. Zum 31. Dezember 2012 betrugder Kapitalpuffer 263 Mio €.Die Risikodeckungsmasse und das Risikokapital der DVB habensich während der letzten Jahre wie folgt entwickelt: Der im Laufe des Jahres 2012 zu verzeichnende deutliche Rück-gang der Risikodeckungsmasse ist auf den Abzug eines Kapital-puffers und auf den Abzug von nachrangingen Verbindlichkeitenzurückzuführen, die innerhalb eines Zeitrahmens von 13 Monatenfällig werden. Dies wurde ab Juni 2012 erforderlich, um dengeänderten aufsichtsrechtlichen Anforderungen Genüge zu tun.Risikoinventur und AngemessenheitsprüfungRegelmäßig zum Ende des Geschäftsjahres führt die DVB eineRisikoinventur durch, die gewährleisten soll, dass alle für dieBank relevanten Risikoarten identifiziert und hinsichtlich ihrerWesentlichkeit beurteilt werden. Anlassbezogen führen wir eineRisikoinventur zusätzlich im Laufe eines Geschäftsjahres durch,um gegebenenfalls wesentliche Veränderungen des Risikoprofilsauch unterjährig erkennen zu können.Im Rahmen der Risikoinventur führen wir für alle Risikoarten,die aufgrund der Geschäftsaktivitäten der DVB grundsätzlichauftreten können, eine Wesentlichkeitsanalyse durch.Darüber hinaus nehmen wir eine Angemessenheitsprüfung vor,die alle Risikomessmethoden für alle als wesentlich eingestuftenRisikoarten auf ihre Eignung hin untersucht. Dabei wird insbe-sondere auch der Aspekt der Risikokonzentrationen betrachtet.Bei Bedarf leiten wir Maßnahmen ein, um das Steuerinstrumen-tarium anzupassen (unter anderem Kapitalpuffer).Risikoinventur und Angemessenheitsprüfung sind inhaltlich undzeitlich aufeinander abgestimmt. Die Ergebnisse der regulärenRisikoinventur und der Angemessenheits-prüfung dienen unsals Grundlage der Risikosteuerung im folgenden Geschäftsjahr.Sofern aufgrund der Ergebnisse der anlassbezogenen Risiko­inventur eine unverzügliche Adjustierung der Risikosteuerungs-systeme erforderlich ist, nehmen wir diese Anpassungen bereitsim laufenden Geschäftsjahr vor.Chancen- und RisikoberichtMio €2.0001.6001.20080040001.60353620081.82128,752320091.69733,957520101.408 42,660020111.308 48,2631Q1 201261,81.133700Q2 20121.124705Q3 201263,61.109705Q4 201272,51.3369692013%75604530150Risikotragfähigkeit (Risikodeckungsmasse) Risikokapital Risikokapital/Risikotragfähigkeit (%)Entwicklung des Risikodeckungspotenzials33,462,7
  • 139. Anhang 135DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussFür 2013 setzte der Vorstand – unter Berücksichtigung vonKorrelationseffekten – eine Verlustobergrenze (Risikokapital)von 969 Mio € (2012: 631 Mio €) fest. Das Risikokapital verteiltsich wie folgt auf die verschiedenen Risikoarten: Im Laufe des Jahres 2012 wurden die Risikokapitallimits zwischenden einzelnen Risikoarten neu verteilt, wobei insbesonderedas Risikokapitallimit für das Beteiligungsrisiko aufgrund derwachsenden Zahl von nicht mehr konsolidierten Beteiligungenan Fonds-Investments in den Bereichen Shipping Finance undAviation Finance von 40 Mio € auf 106 Mio € erhöht werdenmusste. Das Gesamt­risikolimit wurde ebenfalls von 631 Mio €auf 705 Mio € zum 31. Juli 2012 erhöht. Bei der Ermittlung desRisikokapitals berücksichtigten wir Korrelationseffekte auf Basisempirischer Marktdaten zwischen den einzelnen Risikoarten.Das Risikokapitallimit für 2013 wurde unter anderem um den imVorjahr gebildeten Risikokapitalpuffer für Kreditrisiken (227 Mio €)erhöht, da wir die Konzentrations- und Migrationsrisiken in denKreditportfolien ab dem 1. Januar 2013 mit dem neu eingeführtenKreditportfoliomodell berechnen. Im Gegenzug dazu ist derzusätzliche Kapitalpuffer für Kreditrisiken bei der Berechnungder Risikodeckungsmasse wieder entfallen.Bei der Überwachung der Risikotragfähigkeit haben wir auchdie Ergebnisse zusätzlicher Stresstest-Analysen berücksichtigt,sodass der Fortbestand der DVB auch in einem extrem ungünstigenMarktumfeld gewährleistet ist. Hierbei berücksichtigten wir ineinem historischen Stress-Szenario höhere Abschläge vonSicherheitenwerten, höhere Ausfallraten je Rating-Klasse undeine Veränderung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses im Zeit-raum 30. September 2008 bis 30. September 2009, abgeleitetaus der Finanzmarktkrise. In einem zweiten hypothetischenStress-Szenario simulierten wir eine ernsthafte Krise („AdverseScenario“) im weltweiten Transportsektor (starker Verfall derObjektwerte, Verschlechterung der Kreditnehmerbonitäten, sehrungünstige Entwicklung des Euro/US-Dollar-Wechselkurses etc.).Die Risikodeckungsmasse der DVB deckte in beiden Szenariendie gestressten erwarteten und unerwarteten Verluste in vollemUmfang ab. Die Adressenausfall- und Marktpreisrisiken messen wir mithilfeinterner Modelle. Zur Abschätzung des Verlustpotenzials ausoperationellen Risiken verwenden wir den Basis-Indikatoransatznach Basel II. Zur Messung der Geschäftsrisiken und der Beteili-gungsrisiken nutzen wir einen Value-at-Risk-Ansatz (VaR-Ansatz).Die Liquiditätsrisiken unterliegen ebenfalls einer laufendenÜberwachung und Kontrolle, jedoch keiner Steuerung über dasRisikokapital. Das Management der Liquiditätsrisiken erfolgt überLiquiditätsflusspläne, Cashflow-Prognosen und Stress-Szenarien.Chancen- und RisikoberichtRisikokapital (Mio €)2013 2012RisikokapitalLimitRisikokapitalLimitAuslastung zumJahresendeDurchschnittlicheAuslastungAdressenausfallrisiko 806 540 411 423Marktpreisrisiko 60 56 19 31Operationelles Risiko 60 56 56 56Geschäftsrisiko 40 31 21 25Beteiligungsrisiko 150 106 94 77Korrelationseffekte –147 –85 –70 –71Insgesamt 969 705 530 540Risikodeckungsmasse (Mio €)HistorischesStress-SzenarioHypothetischesStress-SzenarioZusätzlicher erwarteter Verlust aus Stress-Szenarien 106 111Unerwarteter Verlust 693 683Insgesamt 799 794Risikodeckungsmasse 2012 1.109 1.109
  • 140. Anhang136DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Das IRM unterziehen wir jährlich einer quantitativen und quali-tativen Validierung der Risikoparameter PD und LGD, um dieAdäquanz des Modells sicherzustellen. Die weiterhin zu beobach-tende hohe Volatilität auf den internationalen Transportmärktenhat uns auch 2012 veranlasst, die 2009 begonnene häufigereMarktdatenaktualisierung des Objektbewertungs­modells beizu-behalten. Die höhere Frequenz der Marktdatenaktualisierungführen wir bis zur Stabilisierung der internationalen Verkehrs-märkte fort.Die Ergebnisse des IRMs ziehen wir nicht nur für Zwecke derErmittlung des regulatorischen Eigenkapitalbedarfs heran,sondern diese finden auch Verwendung in der integriertenGesamtbanksteuerung. So werden beispielsweise die Ergebnisseder Ratings in den Kompetenzregelungen berücksichtigt, dieerwarteten und unerwarteten Verluste fließen über das Risiko-tragfähigkeitskonzept in das System der integrierten Risiko­limitierung ein und die ebenfalls mit dem Modell berechnetenStandardrisikokosten sind Bestandteil der einzelgeschäfts­bezogenen Vorkalkulation zur Berechnung der Mindestmarge.Portfoliomanagement und -steuerungPortfoliomanagement und -steuerung erfolgen in der DVB aufzweidimensionaler Ebene. Auf Konzernebene entwickelt undimplementiert Group Risk Management Instrumente und Methodendes Portfoliomanagements und erstellt vielfältige Portfolio­analysen (MaRisk-konformes Reporting). Mithilfe unserer haus-internen Research-Teams analysieren und steuern die TransportFinance-Bereiche ihre Portfolien im Hinblick auf risikoreduzierendeDiversifikationen – unter Beachtung der vom Vorstand vorgege-benen Leitlinien – eigenverantwortlich.Mit der betriebsintern entwickelten DatenbankanwendungOASIS (Object Finance Administration and Security InformationSystem) verfügen wir über ein modernes Management-Informa-tionssystem zur Analyse und Steuerung unserer Kreditportfolien.In OASIS erfassen wir alle für die Portfoliosteuerung erforder­lichen quantitativen und qualitativen Daten sämtlicher Trans-portfinanzierungen und bilden neben den rechtlichen auch diewirtschaftlichen Risikostrukturen ab. Die Datenbank ist darüberhinaus die wesentliche Informationsquelle für das IRM. DieDatenerfassung erfolgt durchgängig im Vier-Augen-Prinzip. Durchdie systemtechnische Integration in den Kreditvergabe- und-verwaltungsprozess trägt OASIS wesentlich zur Minimierung vonoperationellen Risiken bei. OASIS wird den stetig wachsendenAnforderungen entsprechend angepasst und fortentwickelt.RisikoartenAdressenausfallrisikoDas Adressenausfallrisiko wird einzelgeschäfts- und kunden­bezogen gesteuert und begrenzt, indem auf Basis konservativerKreditgrundsätze und industriespezifischer Kreditvergabericht­linien entsprechende Limits gesetzt werden. Diese sehen insbe-sondere vor, dass jede Transaktion durch werthaltige Objekte(Flugzeuge, Schiffe etc.) zu besichern ist. Auf Portfolioebeneführen wir eine Allokation des vom Vorstand genehmigten Risiko-kapitals auf die verschiedenen Geschäftsbereiche durch. Fürunsere international ausgerichtete Finanzierung von Verkehrs-mitteln ist die sachgerechte Ermittlung und Steuerung vonLänderrisiken von entsprechender Relevanz. Daher planen undlimitieren wir die Länderrisiken im Rahmen der Gesamtbank-steuerung und in Übereinstimmung mit der jährlichen Länderlimit-planung des DZ BANK Konzerns.Internal Rating ModelIm Hinblick auf die hohe Bedeutung der Adressenausfallrisikenfür die DVB haben wir ein statistisch-mathematisches InternalRating Model (IRM) für unsere Transport Finance-Portfolien ent-wickelt, das den Anforderungen des Advanced Approach nachBasel II genügt. Wir schätzen neben der Ausfallwahrscheinlichkeiteines Kunden (Probability of Default – PD) zusätzlich den erwar-teten Verlust bei Ausfall (Loss Given Default – LGD) für denunbesicherten Teil eines Kredits und die erwartete Höhe derForderung zum Zeitpunkt des Ausfalls (Exposure at Default). DerAdvanced Approach ermöglicht uns die Anrechnung aller Artenvon Sicherheiten (zum Beispiel Flugzeug- und Schiffshypothekensowie Garantien). Dabei können wir den zu erwartenden Verwer-tungserlös durch eigene Zeitreihen nachweisen.Ein mehrstufiges Expertensystem bildet die Grundlage der Rating­ermittlung. Dieses System wurde anhand einer Grundgesamtheitvon Unternehmen mit externem Rating entwickelt, für die allerelevanten Jahresabschlussdaten vorliegen. Die Zuordnung derinternen zu den externen Rating-Klassen ermöglicht dabei dieVerwendung externer Ausfallwahrscheinlichkeiten. Von elemen-tarer Bedeutung für unser objektbesichertes Kreditgeschäft istdie Schätzung künftiger Sicherheitenwerte der finanziertenObjekte, um den ausfallgefährdeten Anteil eines einzelnenKreditgeschäfts (LGD) zu ermitteln. Die dazu verwendete Methodeermittelt den künftigen Sicherheitenwert eines Objekts überSimulationsrechnungen. In die Beurteilung spezifischer Objekt­sicherheiten fließen externe Wertgutachten und Marktdatenebenso ein wie das Fachwissen unserer Marktexperten.Chancen- und Risikobericht
  • 141. Anhang 137DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussAnalyse des KreditportfoliosDas Kreditvolumen wird nach den Kriterien der DVB-internenPortfoliosteuerung für kreditrisikotragende Instrumente –klassisches Kreditrisiko, Wertpapiergeschäft sowie Derivate-und Geldmarktgeschäft – ermittelt. Die folgenden quantitativenKreditportfolioangaben bilden das maximale Kreditrisiko ab,dem die DVB ausgesetzt ist. Dieses Risiko wird als Bruttokredit-volumen dargestellt, indem die risikotragenden Instrumenteohne Anrechnung von Techniken zur Minderung des Kreditrisikosund vor dem Ansatz von Risikovorsorge bewertet wurden. Esbasiert für Kredite, offene Zusagen und Wertpapiere des Anlage-buchs auf Nominalwerten sowie für die Derivategeschäfte aufMarktwerten. Der maximale Kreditrisikobetrag umfasst ebenfallsalle unwiderruflichen Kreditzusagen und Finanzgarantien.Das der internen Gruppensteuerung zugrunde liegende Brutto-kreditvolumen wird in der folgenden Abbildung zu den einzelnenbilanziellen Posten übergeleitet. Wesentliche Ursachen für Unter-schiede zwischen den Größen der internen Steuerung und derexternen Rechnungslegung liegen in abweichenden Konsolidie-rungskreisen, in unterschiedlichen Abgrenzungen des Kredit­volumens sowie in divergierenden Bewertungsansätzen. Chancen- und RisikoberichtBruttokreditvolumen 2012 (Mio €)31.12.2012KreditvolumeninternesReportingKonsoli-dierungAnsatz/BewertungSonstige IFRS-KonzernKlassisches Kreditgeschäft (Kredite, Zusagen undandere nicht-derivative außerbilanzielle Aktiva) 22.929,2 194,0 494,4 74,5 23.692,1Wertpapiere 554,0 –91,4 – – 462,6Derivative Finanzinstrumente 931,0 –22,6 –2,3 – 906,1Insgesamt 24.414,2 80,0 492,1 74,5 25.060,8Bruttokreditvolumen 2011 (Mio €)31.12.2011KreditvolumeninternesReportingKonsoli-dierungAnsatz/BewertungSonstige IFRS-KonzernKlassisches Kreditgeschäft (Kredite, Zusagen undandere nicht-derivative außerbilanzielle Aktiva) 21.684,5 467,6 539,9 76,8 22.768,8Wertpapiere 535,8 –73,4 8,4 – 470,8Derivative Finanzinstrumente 644,8 –12,3 – – 632,5Insgesamt 22.865,1 381,9 548,3 76,8 23.872,1
  • 142. 138DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Chancen- und RisikoberichtDas auf den IFRS-Konzern übergeleitete Kreditvolumen desinternen Reportings wird in den folgenden IFRS-Bilanzpostenausgewiesen:  Bruttokreditvolumen (IFRS-Konzern, Mio €)31.12.2012 31.12.2011 %Barreserve, Forderung gegenüber Kreditinstituten 1.339,2 572,7 –Forderung gegenüber Kunden, Leasing-Transaktionen 20.802,3 19.949,9 4,3davon zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete Forderungen gegenüber Kunden 19.908,3 18.735,6 6,3davon zum beizulegenden Zeitwert bewertete Forderungen gegenüber Kunden 0,0 3,4 –davon Leasing-Transaktionen 894,0 1.210,9 –27,8Nicht-derivative Handelsaktiva – 130,3 –Finanzgarantien, Eventualverbindlichkeiten und andere Verpflichtungen 1.550,6 2.115,9 –26,7davon Finanzgarantien aus Bürgschaften 237,5 227,1 4,6davon Eventualverpflichtungen aus Kreditzusagen 1.313,1 1.888,8 –30,5Klassisches Kreditgeschäft(Kredite, Zusagen und andere nicht-derivative außerbilanzielle Aktiva) 23.692,1 22.768,8 4,1Aktien und andere nicht-festverzinsliche Wertpapiere, Schuldverschreibungen 462,6 470,8 –1,7davon zum beizulegenden Zeitwert bewertet 436,4 442,9 –1,5davon zu Anschaffungskosten bewertet 26,2 27,9 –6,1Wertpapiere 462,6 470,8 –1,7Derivative Finanzinstrumente mit positivem Marktwert 906,1 632,5 43,3davon Handelsaktiva 195,1 157,5 23,9davon Sicherungsinstrumente 711,0 475,0 49,7Derivative Finanzinstrumente 906,1 632,5 43,3IFRS-Buchwert 25.060,8 23.872,1 5,0
  • 143. 139DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussChancen- und RisikoberichtDie folgenden drei Tabellen geben einen Überblick über die Kredit-risikokonzentration und das maximale Kreditrisiko, differenziertnach Geschäftsbereichen , nach Regionen  und nach Rest-laufzeiten . Unter „Sonstige“ werden das Group Treasury unddas nicht mehr strategiekonforme Geschäft zusammengefasst.Das Kreditvolumen, das zu 80,6 % in US-Dollar denominiert ist,verzeichnete einen Zuwachs um 6,8 %. Bereinigt um Wechsel-kurseffekte stieg das Kreditvolumen um 8,5 %. Der Anstieg desKreditvolumens basierte zu einem wesentlichen Teil auf derAnlage von Überschussliquidität bei der Deutschen Bundesbank.Kreditrisikokonzentration und maximales Kreditrisiko nach Geschäftsbereichen (Kreditvolumen, Mio €)Kredite, Zusagen und andere nicht-derivative außerbilanzielle AktivaWertpapiere DerivativeFinanzinstrumente2012 2011 2012 2011 2012 2011Shipping Finance 11.644,8 11.069,2 120,0 110,9 100,2 107,0Aviation Finance 6.893,5 6.893,2 – – 8,0 24,4Land Transport Finance 1.655,0 1.611,9 – – 0,6 2,0Investment Management 587,0 699,0 – – 14,1 3,7ITF Suisse 852,6 882,8 – – 0,0 –Sonstige 1.296,3 528,4 434,0 424,9 808,1 507,7Insgesamt 22.929,2 21.684,5 554,0 535,8 931,0 644,8Kreditrisikokonzentration und maximales Kreditrisiko nach Regionen (Kreditvolumen, Mio €)Kredite, Zusagen und andere nicht-derivative außerbilanzielle AktivaWertpapiere DerivativeFinanzinstrumente2012 2011 2012 2011 2012 2011Europa 10.513,7 9.052,9 453,4 425,0 871,5 553,8Nordamerika 5.812,8 5.820,1 – 25,6 21,2 42,9Asien 4.156,2 3.990,9 100,6 85,2 23,0 21,7Naher Osten/Afrika 738,5 1.032,6 – – 1,9 2,1Südamerika 856,0 856,6 – – 12,9 15,5Offshore 681,2 756,8 – – 0,5 8,8Australien/Neuseeland 170,8 174,6 – – 0,0 –Insgesamt 22.929,2 21.684,5 554,0 535,8 931,0 644,8Kreditrisikokonzentration und maximales Kreditrisiko nach Restlaufzeiten (Kreditvolumen, Mio €)Kredite, Zusagen und andere nicht-derivative außerbilanzielle AktivaWertpapiere DerivativeFinanzinstrumente2012 2011 2012 2011 2012 2011≤ 1 Jahr 3.031,2 2.328,7 104,5 25,0 33,6 22,1> 1 Jahr ≤ 5 Jahre 10.930,1 9.296,5 449,5 508,1 407,0 221,5> 5 Jahre 8.967,9 10.059,3 0,0 2,7 490,4 401,2Insgesamt 22.929,2 21.684,5 554,0 535,8 931,0 644,8
  • 144. Anhang140DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201299,8 % (11.844,8 Mio €) des Portfolios sind durch Schiffs­hypotheken besichert, nur 19,5 Mio € sind sonstig besichert.Unbesichertes Geschäft bestand wie bereits im Vorjahr zumBerichtsstichtag nicht mehr.Die Übersicht  zeigt das Sicherheitenvolumen nach Art derSicherheiten und nach kreditrisikotragenden Instrumenten fürdas gesamte Portfolio. Für das klassische Kreditgeschäft, dasWertpapiergeschäft sowie im Derivate- und Geldhandelsgeschäfterfolgt der Ausweis vor der Anwendung von Aufrechnungsver-einbarungen. Die Sicherheiten basieren auf Marktwerten unterBerücksichtigung eines Abschlags in Höhe von 40 %.Im Folgenden geben wir einen Überblick über die Zusammenset-zung und Entwicklung der Besicherungsstruktur unserer Kredit-portfolien:Unser Shipping Finance-Portfolio, das zu 89,3 % in US-Dollarvalutiert, wuchs um 5,3 % auf 11,9 Mrd €. Unterjährig zeigte sichder Euro bei volatilem Verlauf stärker und nahm innerhalb einesJahres um 2,0 % gegenüber dem US-Dollar zu. Wechselkurs­bereinigt ergab sich eine Wachstumsrate von 6,9 %.Die Verteilung des hypothekarisch besicherten Geschäftsinnerhalb bestimmter LTV-Klassen sowie den sonstig besichertenund unbesicherten Teil des Kreditvolumens zeigt Schaubild .Chancen- und RisikoberichtSicherheitenwerte nach Art der Sicherheiten im gesamten Portfolio (Mio €)Klassisches Kreditgeschäft Wertpapiergeschäft Derivate- undGeldhandelsgeschäft2012 2011 2012 2011 2012 2011Grundschulden, Hypotheken,Registerpfandrechte 17.314,0 16.985,8 111,6 97,2 81,5 87,4Sicherungsübereignungen, Zessionen,Verpfändungen von Forderungen 299,8 283,9 – – – –Finanzielle Sicherheiten – – – – 639,6 352,1Insgesamt 17.613,8 17.269,7 111,6 97,2 721,1 439,5Die dargestellten Sicherheitenwerte wurden unter Berücksichtigung eines Abschlages in Höhe von 40 % auf den Marktwert lediglich bis zur Höhe des jeweils korrespondierenden Kreditvolumens angesetzt.Finanzielle Sicherheiten wurden ohne Abzug angesetzt. 84,7 % (–1,8 pp) in LTV ≤ 60 % 9,2 % (+0,2 pp) in LTV > 60 ≤ 80 % 2,5 % (+0,2 pp) in LTV > 80 ≤ 100 % 3,5 % (+1,3 pp) in LTV > 100 % 0,1 % (0,0 pp) Sonstige Sicherheiten 0,0 % (0,0 pp) UnbesichertShipping Finance-Portfolio – LTV-Klassen
  • 145. Anhang 141DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussEnde 2012 belief sich unser Aviation Finance-Portfolio auf6,9 Mrd € (Ende 2011: 6,9 Mrd €). Auch hier valutiert der weitüberwiegende Teil des Portfolios – nämlich 98,4 % – in US-Dollar.Wechselkursbereinigt ergab sich eine Wachstumsrate von 1,8 %.Auch im Aviation Finance-Portfolio spiegelt sich die strikteEinhaltung unserer Kreditvergaberichtlinien mit konservativenBesicherungsstrukturen wider, wie folgende Grafik veranschau-licht: 99,8 % des Kreditvolumens (6.890,6 Mio €) sind durch Flugzeug-hypotheken besichert. Davon liegt ein Volumen von 5.731,9 Mio €innerhalb eines 60%igen Beleihungsauslaufs. Lediglich 11,0 Mio €sind unbesichert.Unser Land Transport Finance-Portfolio, das zu 42,1 % in US-Dollarund zu 54,6 % in Euro valutiert, wuchs im Vergleich zum Vorjahrum 6,3 % von 1,6 Mrd € auf 1,7 Mrd €. Wechselkursbereinigterhöhte sich das Portfolio um 3,4 %. Die LTV-Verteilung unseresLand Transport Finance-Portfolios entwickelte sich wie folgt: Mit 99,1 % – das entspricht 1.640,9 Mio € – ist das Kreditvolumenhypothekarisch besichert. Innerhalb des Beleihungsauslaufsvon 60 % beträgt dieses nunmehr 1.328,9 Mio €. Nur 3,1 Mio €des Portfolios sind sonstig besichert und nur 14,8 Mio € unbe­sichert.Chancen- und Risikobericht 83,1 % (+0,4 pp) in LTV ≤ 60 % 14,4 % (–0,7 pp) in LTV > 60 ≤ 80 % 1,7 % (+0,4 pp) in LTV > 80 ≤ 100 % 0,6 % (0,0 pp) in LTV > 100 % 0,0 % (–0,1 pp) Sonstige Sicherheiten 0,2 % (0,0 pp) UnbesichertAviation Finance-Portfolio – LTV-Klassen 80,3 % (+3,0 pp) in LTV ≤ 60 % 14,5 % (–0,3 pp) in LTV > 60 ≤ 80 % 2,6 % (–1,2 pp) in LTV > 80 ≤ 100 % 1,5 % (–0,2 pp) in LTV > 100 % 0,2 % (–1,3 pp) Sonstige Sicherheiten 0,9 % (0,0 pp) UnbesichertLand Transport Finance-Portfolio – LTV-Klassen
  • 146. Anhang142DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Das Netto-Länderrisiko ist im Vergleich zum Vorjahr nahezu unver-ändert. Für Länder mit erhöhtem Ausfallrisiko (unter anderemGriechenland, Zypern, Angola, Vietnam und Jamaika) beträgtdas Netto-Länderrisiko nur 0,7 % des Kundenkreditvolumens(2011: 0,5 %).Kontinuierlicher Abbau des nicht mehrstrategiekonformen KreditportfoliosDer strategischen Entscheidung des Vorstands folgend wurdedas nicht mehr strategiekonforme Transport Infrastructure-Port-folio im abgelaufenen Geschäftsjahr weiter um 10,2 % auf253,1 Mio € abgebaut. Bei allen von uns finanzierten Infrastruk-turprojekten diente unter anderem die Abtretung der Betreiber-konzession als Sicherheit. Die Risikovorsorge dieses Portfolioswurde 2012 um 1,9 Mio € erhöht und betrug zum Jahresende4,9 Mio € (2011: 3,8 Mio €).Das Kreditvolumen im nicht strategiekonformen Bereich D-Mar-keting konnten wir von 20,8 Mio € um 13,5 % auf 18,0 Mio € zumJahresende reduzieren. Der Bestand an Risikovorsorge für diesesPortfolio reduzierte sich ebenfalls durch Verbrauch (0,6 Mio €)und Auflösung (3,2 Mio €) auf 4,3 Mio € per 31. Dezember 2012(Ende 2011: 8,3 Mio €). Wir gehen weiterhin davon aus, dassdamit eine adäquate Risikovorsorge für diesen Portfolioanteilbesteht.Mitte 2007 integrierte die DVB das Produkt Loan Participationsin das DVB-Geschäftsmodell. Die in Zürich ansässige ITF Suissepartizipiert seither an einfach strukturierten Transaktionen, diestrengen Vorgaben zur Kreditvergabe unterliegen. 2012 sankdas Volumen in diesem Segment um 30,3 Mio € auf 852,5 Mio €.Insbesondere aufgrund der anhaltenden Schwierigkeiten ineinigen Seeschiffssektoren erhöhte sich die durchschnittlicheLTV-Ratio im Jahre 2012, sodass der Anteil innerhalb des60%igen Beleihungsauslaufs um 8,1 Prozentpunkte auf 73,5 %beziehungsweise um 13,0 % auf 626,6 Mio € zurückging. Länderrisiken im KundenkreditvolumenErhöhten Länderrisiken begegnen wir durch eine risikomitigie-rende Strukturierung unserer Transaktionen, zum Beispiel durchMaßnahmen wie Besicherung, Offshore-Konten, Cashflow-Strömein Hartwährung oder Political Risk Insurances. Wir ermittelndie Länderrisiken auf Basis der wirtschaftlichen Kreditnehmer-einheiten. Insgesamt hat sich in der Portfoliostruktur unter Länderrisiko-Aspekten keine signifikante Änderung im Vergleich zu 2011ergeben. Die geografischen Schwerpunkte unseres TransportFinance-Geschäfts liegen weiterhin in Europa, Nordamerika undAsien. Die Steuerung und Limitierung der Länderrisiken erfolgtauf Basis des Netto-Länderrisikos. Hierbei bringen wir 60 % derMarktwerte der anrechenbaren finanzierten Objekte in Abzug.Chancen- und Risikobericht 73,5 % (–8,1 pp) in LTV ≤ 60 % 11,4 % (–0,1 pp) in LTV > 60 ≤ 80 % 5,2 % (+1,5 pp) in LTV > 80 ≤ 100 % 8,8 % (+7,1 pp) in LTV > 100 % 1,1 % (–0,4 pp) Sonstige Sicherheiten 0,0 % (+0,0 pp) UnbesichertITF Suisse-Portfolio – LTV-Klassen Europa 43,5% (+2,3 pp) Nordamerika 26,0 % (–0,7 pp) Asien 19,3 % (+0,5 pp) Südamerika 3,9 % (–0,1 pp) Naher Osten/Afrika 3,4 % (–1,4 pp) Offshore 3,1 % (–0,5 pp) Australien/Neuseeland 0,8 % (0,0 pp)Länderrisiken im Kundenkreditvolumen
  • 147. Anhang 143DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussFrühwarnsystem, Problemkredite, RisikovorsorgeFür unser Kreditgeschäft verfügen wir über ein differenziertesInstrumentarium zur Früherkennung, Überwachung und Steuerungvon problembehafteten Kreditengagements. Unser mehrstufigesFrüherkennungsverfahren gewährleistet die frühzeitige Identifi-kation problembehafteter Engagements und deren Aufnahme inentsprechende Überwachungslisten zur Intensivbetreuung. Inregelmäßig stattfindenden Sitzungen der Watch List Committeeswird unter Leitung des Risikovorstands unter anderem überStrategien und Maßnahmen zur Risikoreduzierung sowie überdie Bildung von erforderlichen Wertberichtigungen entschieden.Stresstests führen wir sowohl auf Gesamtportfolio-Ebene imHinblick auf eine ausreichende Kapitalausstattung und Risiko-tragfähigkeit als auch in den einzelnen Teilportfolien ShippingFinance, Aviation Finance und Land Transport Finance durch.Bei diesen Stresstests werden für alle Einzelengagements mehr­dimensionale Parameter, wie beispielsweise LTV-Ratio undRating-Klasse, in verschiedenen Szenarien gestresst. So wirdermittelt, bei welchen Einzelengagements aller Voraussicht nachLeistungsstörungen auftreten könnten, wenn sich bestimmtein den Stress-Szenarien unterstellte negative Entwicklungenrealisieren. Die so identifizierten Einzelengagements überwachenwir als sogenannte Early Warning Cases zeitnah.Die Non-Performing Loans (NPL – Verzug über 90 Tage) betrugenEnde 2012 im Konzern nominal 289,9 Mio € (2011: 276,4 Mio €).Bezogen auf das gesamte Kundenkreditvolumen entsprichtdies einer NPL-Ratio von 1,3 % (2011: 1,2 %). Dem NPL-Volumenstehen Sicherheiten mit einem Marktwert von 250,9 Mio €(2011: 268,9 Mio €) sowie ausreichende Wertberichtigungengegenüber.In den nachfolgenden Tabellen wird das nicht wertgeminderteund nicht überfällige Kreditvolumen nach Geschäftsbereichensowie Regionen als Teil des Gesamtportfolios dargestellt. Chancen- und RisikoberichtNicht wertgemindertes und nicht überfälliges Kreditvolumen nach Geschäftsbereichen (Mio €)Gesamtes Portfolio Nicht wertgemindertes undnicht überfälliges Portfolio2012 2011 2012 2011Shipping Finance 11.865,0 11.287,1 11.072,0 10.592,5Aviation Finance 6.901,5 6.917,6 6.768,4 6.674,3Land Transport Finance 1.655,6 1.613,9 1.646,9 1.603,8Investment Management 601,1 702,7 584,5 684,6ITF Suisse 852,6 882,7 821,7 862,2Sonstige 2.538,4 1.461,1 2.510,6 1.445,7Insgesamt 24.414,2 22.865,1 23.404,1 21.863,1Nicht wertgemindertes und nicht überfälliges Kreditvolumen nach Regionen (Mio €)Gesamtes Portfolio Nicht wertgemindertes undnicht überfälliges Portfolio2012 2011 2012 2011Europa 11.838,6 10.031,7 11.223,3 9.452,8Nordamerika 5.834,0 5.888,6 5.705,0 5.707,1Asien 4.279,8 4.097,8 4.080,3 3.912,3Naher Osten/Afrika 740,4 1.034,7 697,5 1.015,8Südamerika 868,9 872,1 868,9 872,1Offshore 681,7 765,6 660,3 753,7Australien/Neuseeland 170,8 174,6 168,8 149,3Insgesamt 24.414,2 22.865,1 23.404,1 21.863,1
  • 148. 144DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012 Überfälliger, jedoch nicht einzelwertgeminderter Teil des Kreditvolumens und Sicherheitenwert nach Geschäftsbereichen (Mio €)Verzug≤ 30 TageVerzug> 30 Tage≤ 60 TageVerzug> 60 Tage≤ 90 TageVerzug> 90 TageFair Valueder Sicherheiten(60 % des Marktwerts)2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011Shipping Finance 149,5 167,8 7,6 9,6 26,9 21,0 250,2 81,6 292,7 194,1Aviation Finance – 98,8 – 1,1 30,7 – – – 19,3 76,3Land Transport Finance – – – – – – – – – –Investment Management – – – – – – – – – –ITF Suisse – 20,6 – – – – – – – 11,3Sonstige 13,3 – – – – – – – – –Insgesamt 162,8 287,2 7,6 10,7 57,6 21,0 250,2 81,6 311,9 281,7jedoch nicht einzelwertgeminderten Teil des Kreditvolumensund den Sicherheitenwert nach Geschäftsbereichen. Die folgende Tabelle zeigt den überfälligen, jedoch nicht einzel-wertgeminderten Teil des Kreditvolumens und den Sicherheiten-wert nach Regionen. Das Kreditvolumen, das weder wertgemindert noch überfällig ist,macht mit 95,9 % den unverändert dominierenden Volumens­anteil aus (Vorjahr: 95,6 %).Die im Folgenden verwendeten Angaben zu Sicherheiten basierenauf Marktwerten unter Berücksichtigung eines Abschlags in Höhevon 40 %. Die nachfolgende Tabelle zeigt den überfälligen,Chancen- und RisikoberichtÜberfälliger, jedoch nicht einzelwertgeminderter Teil des Kreditvolumens und Sicherheitenwert nach Regionen (Mio €)Verzug≤ 30 TageVerzug> 30 Tage≤ 60 TageVerzug> 60 Tage≤ 90 TageVerzug> 90 TageFair Valueder Sicherheiten(60 % des Marktwerts)2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011Europa 85,3 129,2 7,6 – – – 82,6 42,4 107,9 116,2Asien 77,5 84,0 – 1,1 19,0 11,5 83,5 10,8 134,7 74,1Naher Osten/Afrika – – – 9,6 – – 42,9 – 32,4 7,5Südamerika – – – – – – – – – –Nordamerika – 62,1 – – 26,9 9,5 41,2 28,4 29,6 77,1Australien/Neuseeland – – – – – – – – – –Offshore – 11,9 – – 11,7 – – – 7,3 6,8Insgesamt 162,8 287,2 7,6 10,7 57,6 21,0 250,2 81,6 311,9 281,7
  • 149. 145DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussDas nachverhandelte Volumen – worunter man Vermögenswerteversteht, die überfällig oder wertgemindert gewesen wären,jedoch aufgrund von Restrukturierungen der Zahlungsmodalitätennicht als solche eingestuft werden – belief sich im Berichtsjahrauf 388,9 Mio € (Vorjahr: 471,6 Mio €). Dies betrifft ausschließ-lich die Schiffsfinanzierungen der DVB (Vorjahr: 97,3 %).Die nachfolgenden zwei Tabellen zeigen das einzelwertberichtigteKreditvolumen und die dagegen stehenden Sicherheiten nachGeschäftsbereichen und Regionen. Basierend auf dem Fair Value der Sicherheiten (60 % des Markt-werts) ist das wertgeminderte Portfolio (Betrag nach Wertmin-derung) zu 66,8 % (Vorjahr: 81,0 %) abgedeckt.Am Bilanzstichtag hielt die DVB Sachanlagen infolge vonRestrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 167,0 € (Vorjahr:156,2 Mio €). Es ist beabsichtigt, die Vermögensgegenständeunter Berücksichtigung der jeweiligen Marktumstände zu ver­äußern oder zu verleasen. Dabei nutzt die DVB das Know-howihrer Asset Management-Teams.Chancen- und Risikobericht Einzelwertberichtigtes Kreditvolumen und die dagegen stehenden Sicherheiten nach Geschäftsbereichen (Mio €)VorWertminderungEinzelwert­berichtigungNachWertminderungFair Valueder ­Sicherheiten(60 % des Marktwerts)2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011Shipping Finance 358,8 414,6 –57,6 –61,7 301,2 352,9 196,4 293,2Aviation Finance 102,4 143,3 –26,2 –36,8 76,2 106,5 70,8 95,6Land Transport Finance 8,8 10,1 –1,2 –1,2 7,6 8,9 4,6 5,1Investment Management 16,6 18,0 –9,7 –4,6 6,9 13,4 0,0 –ITF Suisse 30,9 – –1,7 – 29,2 – 11,8 –Sonstige 14,4 15,4 –6,8 –7,5 7,6 7,9 2,9 2,7Insgesamt 531,9 601,4 –103,2 –111,8 428,7 489,6 286,5 396,6 Einzelwertberichtigtes Kreditvolumen und die dagegen stehenden Sicherheiten nach Regionen (Mio €)VorWertminderungEinzelwert­berichtigungNachWertminderungFair Valueder ­Sicherheiten(60 % des Marktwerts)2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011Europa 439,7 407,1 –69,7 –47,5 370,0 359,6 248,2 278,2Nordamerika 60,9 81,5 –18,1 –36,3 42,8 45,2 23,0 38,8Asien 19,6 78,2 –7,2 –21,4 12,4 56,8 11,2 54,6Südamerika 0,0 – 0,0 – 0,0 – 0,0 –Australien/Neuseeland 2,0 25,3 –0,5 –4,9 1,5 20,4 2,0 22,2Offshore 9,7 – –7,7 – 2,0 – 2,1 –Naher Osten/Afrika 0,0 9,3 0,0 –1,7 0,0 7,6 0,0 2,8Insgesamt 531,9 601,4 –103,2 –111,8 428,7 489,6 286,5 396,6
  • 150. 146DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012In der Differenzierung nach Geschäftsbereichen umfasst diePosition „Sonstige“ die Risikovorsorge in den nicht mehr strate-giekonformen Portfolien.Die folgenden vier Tabellen zeigen die Entwicklung der Risiko-vorsorge im Kreditgeschäft in den Geschäftsjahren 2011 und2012, verteilt nach Geschäftsbereichen und Regionen. Dabei wirddie Risikovorsorge im Kreditgeschäft jeweils in die PositionenEinzelwertberichtigungen, Portfoliowertberichtigungen und Rück-stellungen aufgeschlüsselt. Die Risikovorsorge wird anhand derIFRS-Vorschriften ermittelt. Chancen- und RisikoberichtBestand an Risikovorsorge im Kreditgeschäft 2012 nach Geschäftsbereichen (Mio €)Anfangs-bestandzum01.01.2012Zuführung Inanspruch-nahmeAuflösung Wechsel-kursbedingteund sonstigeVeränderungenEndstandzum31.12.2012Direkt-abschrei-bungenEingängeauf abge-schriebeneForderungenShipping Finance 61,7 80,8 –55,7 –26,7 –2,4 57,7 7,1 0,4Aviation Finance 36,8 16,5 –5,6 –21,2 –0,3 26,2 0,0 0,0Land Transport Finance 1,2 0,2 – –0,2 0,0 1,1 0,0 0,0Investment Management 4,6 8,9 –2,5 –1,3 0,0 9,7 0,0 2,9ITF Suisse – 1,7 – – 0,0 1,7 0,0 0,0Sonstige 7,5 – –0,6 –0,1 – 6,8 0,2 0,8Einzelwertberichtigungen insgesamt 111,8 108,0 –64,4 –49,5 –2,7 103,2 7,3 4,2Shipping Finance 17,7 27,1 – –17,2 0,0 27,6 – –Aviation Finance 10,6 6,0 – –5,5 – 11,1 – –Land Transport Finance 0,4 0,3 – –0,3 – 0,4 – –ITF Suisse 2,3 7,2 – –5,1 – 4,4 – –Sonstige 5,6 1,1 – –4,2 – 2,5 – –Portfoliowertberichtigungen insgesamt 36,6 41,7 – –32,3 0,0 46,0 – –Wertberichtigungen insgesamt 148,4 149,7 –64,4 –81,8 –2,7 149,2 – –Shipping Finance – – – – – – – –Aviation Finance 0,4 – – –0,3 – 0,1 – –Sonstige 0,2 – 0,0 0,0 – 0,1 – –Rückstellungen insgesamt 0,5 0,0 0,0 –0,3 0,0 0,2 – –Risikovorsorge insgesamt 148,9 149,7 –64,4 –82,1 –2,7 149,4 – –
  • 151. 147DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussChancen- und RisikoberichtBestand an Risikovorsorge im Kreditgeschäft 2011 nach Geschäftsbereichen (Mio €)Anfangs-bestandzum01.01.2011Zuführung Inanspruch-nahmeAuflösung Wechsel-kursbedingteund sonstigeVeränderungenEndstandzum31.12.2011Direkt-abschrei-bungenEingängeauf abge-schriebeneForderungenShipping Finance 88,3 57,1 –64,8 –21,7 2,8 61,7 0,3 1,6Aviation Finance 31,4 16,2 –1,3 –10,8 1,3 36,8 – 1,0Land Transport Finance 1,2 0,1 – –0,1 0,0 1,2 – –Investment Management 9,8 14,5 –16,3 –4,4 1,0 4,6 – 1,8ITF Suisse – – – – – – – –Sonstige 19,5 9,0 –18,6 –1,0 –1,4 7,5 0,3 0,4Einzelwertberichtigungen insgesamt 150,2 96,9 –101,0 –38,0 3,7 111,8 0,6 4,8Shipping Finance 15,5 2,6 – –0,4 0,0 17,7 – –Aviation Finance 9,5 3,1 – –2,0 – 10,6 – –Land Transport Finance 0,4 0,1 – –0,1 – 0,4 – –ITF Suisse 1,1 1,2 – – – 2,3 – –Sonstige 5,8 0,5 – –0,7 – 5,6 – –Portfoliowertberichtigungen insgesamt 32,3 7,5 – –3,2 0,0 36,6 – –Wertberichtigungen insgesamt 182,5 104,4 –101,0 –41,2 3,7 148,4 – –Shipping Finance – – – – – – – –Aviation Finance 0,2 0,2 – – –0,1 0,3 – –Sonstige 0,2 – – – – 0,2 – –Rückstellungen insgesamt 0,4 0,2 – – –0,1 0,5 – –Risikovorsorge insgesamt 182,9 104,6 –101,0 –41,2 3,6 148,9 – –
  • 152. 148DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Chancen- und RisikoberichtDie folgenden zwei Tabellen zeigen die Entwicklung der Risiko-vorsorge im Kreditgeschäft nach Regionen. Auf eine Aufschlüs-selung der Portfoliowertberichtigungen und der Rückstellungennach Regionen wird dabei verzichtet, weil die Größenordnungenin den Jahren 2011 und 2012 im Gesamtzusammenhang nichtwesentlich waren. Bestand an Risikovorsorge im Kreditgeschäft 2012 nach Regionen (Mio €)Anfangs-bestandzum01.01.2012Zuführung Inanspruch-nahmeAuflösung Wechsel-kursbedingteund sonstigeVeränderungenEndstandzum31.12.2012Direkt-abschrei-bungenEingängeauf abge-schriebeneForderungenEuropa 47,5 78,3 –34,7 –19,1 –2,3 69,7 3,3 0,8Nordamerika 36,3 14,9 –22,1 –11,6 0,6 18,1 4,0 0,5Asien 21,4 5,6 –7,6 –12,4 0,2 7,2 0,0 2,9Südamerika – – – – – – – –Australien/Neuseeland 4,9 1,4 0,0 –6,0 0,2 0,5 – –Naher Osten/Afrika 1,7 0,0 0,0 –0,4 –1,3 0,0 – –Offshore 0,0 7,8 0,0 0,0 –0,1 7,7 – –Einzelwertberichtigungen insgesamt 111,8 108,0 –64,4 –49,5 –2,7 103,2 7,3 4,2Portfoliowertberichtigungen insgesamt 36,6 41,7 – –32,3 0,0 46,0 – –Wertberichtigungen insgesamt 148,4 149,7 –64,4 –81,8 –2,7 149,2 – –Rückstellungen insgesamt 0,5 – 0,0 –0,3 – 0,2 – –Risikovorsorge insgesamt 148,9 149,7 –64,4 –82,1 –2,7 149,4 – –Bestand an Risikovorsorge im Kreditgeschäft 2011 nach Regionen (Mio €)Anfangs-bestandzum01.01.2011Zuführung Inanspruch-nahmeAuflösung Wechsel-kursbedingteund sonstigeVeränderungenEndstandzum31.12.2011Direkt-abschrei-bungenEingängeauf abge-schriebeneForderungenEuropa 92,3 51,4 –77,0 –20,3 1,1 47,5 0,5 4,1Nordamerika 26,7 30,4 –16,9 –8,4 4,5 36,3 0,1 0,7Asien 18,3 11,1 –7,1 –3,1 2,2 21,4 – –Südamerika 10,1 0,3 – –6,0 –4,4 0,0 – –Australien/Neuseeland 2,6 2,1 – –0,1 0,3 4,9 – –Naher Osten/Afrika 0,2 1,6 – –0,1 – 1,7 – –Offshore – – – – – – – –Einzelwertberichtigungen insgesamt 150,2 96,9 –101,0 –38,0 3,7 111,8 0,6 4,8Portfoliowertberichtigungen insgesamt 32,3 7,5 – –3,2 0,0 36,6 – –Wertberichtigungen insgesamt 182,5 104,4 –101,0 –41,2 3,7 148,4 – –Rückstellungen insgesamt 0,4 0,2 – – –0,1 0,5 – –Risikovorsorge insgesamt 182,9 104,6 –101,0 –41,2 3,6 148,9 – –
  • 153. 149DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussOperationelles RisikoDie Überwachung und Steuerung unserer operationellen Risikenbesteht im Wesentlichen darin, methodische Vorgaben zur Iden-tifizierung, Quantifizierung und Steuerung zu entwickeln undeine adäquate Risikoberichterstattung vorzuhalten. Im Hinblickauf die überschaubaren und klaren Prozessstrukturen der DVBerachten wir den sogenannten Basis-Indikatoransatz als für unsangemessen. Hierzu haben wir ein zentrales OpRisk Committeeetabliert und die Funktion des dezentralen OpRisk-Managers füralle weltweiten Lokationen der DVB geschaffen.Als Managementinstrumente führen wir mindestens einmal jähr-lich für jeden Standort auf Bereichs- bzw. Abteilungsebene eineSelbsteinschätzung durch und haben eine Schadensfalldatenbankzur Erfassung aufgetretener Verluste aufgrund operationellerRisiken installiert. Zusätzlich erheben wir im Rahmen der Vor­gaben des DZ BANK Konzerns Risikoindikatoren, um den Anforde-rungen des Standardansatzes auf der Ebene der DZ BANK Gruppezu genügen. Über die Ergebnisse informieren wir den Vorstandund das OpRisk Committee vierteljährlich und gegebenenfallsunverzüglich.Im Berichtsjahr waren insgesamt drei Schadensfälle (2011: 14)mit einem Nettoverlust von circa 13.000 € (2011: 1,3 Mio €) zuverzeichnen. Der Vorstand legt die Verlustobergrenze für opera-tionelle Risiken fest.Wir haben Notfallpläne entwickelt und implementiert, um ins-besondere solche operationellen Risiken zu minimieren, die auseiner exogenen Unterbrechung der Geschäftsabläufe und unsererDienstleistungen resultieren. Diese Notfallpläne sind risikoorien-tiert und umfassen eine Vielzahl von Maßnahmen, die geeignetsind, wesentliche Arbeitsabläufe und Dienstleistungen innerhalbeines angemessenen Zeitraums und in angemessener Qualitätwiederherzustellen. Die Notfallpläne überprüfen wir regelmäßigauf ihre Funktionsfähigkeit.Chancen- und Risikobericht
  • 154. 150DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Prinzipiell werden Zinsänderungsrisiken durch den Einsatz vonZinsswaps ausgeschlossen. Festverzinsliche Aktiv- und Passiv-bestände transformieren wir hierbei in variabel verzinslicheBestände. Bezüglich der Währungsrisiken streben wir einegeschlossene Währungsposition an. Währungsrisiken sichernwir durch den Einsatz von Devisenswaps. Die Marktpreisrisikender DVB sind daher von eher untergeordneter Bedeutung.Nachdem zunächst im ersten Quartal 2012 ein Ausreißer imBacktesting zu einer erneuten Höherskalierung der Marktrisiko-kennziffern führte, beruhigte sich die Marktlage anschließendleicht, sodass während des weiteren Jahresverlaufs keineneuen Ausreißer entstanden sind und die Hochskalierung ausdem Vorjahr stufenweise zurückgenommen wurde. Einen zusätz-lichen Einflussfaktor stellte die Bildung von Wertberichtigungendar, die zu einer Verringerung der barwertigen USD-Devisenpo-sition und somit zu einer Reduzierung des Marktrisikos führte.Darüber hinaus reduzierte sich das Zinsrisiko im Jahresverlaufdeutlich, was primär aus dem Abbau von Geschäften undUmschichtungen von längeren in kürzere Laufzeiten im Geschäfts-bereich Investment Management resultierte.MarktpreisrisikoDie Steuerung der Marktpreisrisiken im Anlage- und Handelsbuchobliegt dem Group Treasury. Das Asset Liability Committee (ALCO)tritt monatlich zusammen, um das Marktpreisrisiko der Gesamt-bank zu begutachten und grundlegende Entscheidungen zurRisikoausrichtung zu treffen. Wir ermitteln das Marktpreisrisikosowohl für unser Handelsbuch als auch für unser Bankbuch nachdem gleichen VaR-Verfahren. Es quantifiziert auf Basis einerhistorischen Simulation den maximalen Verlust bei einem Sicher-heitsniveau von 99,0 %, der durch Marktpreisveränderungenwährend einer eintägigen Haltedauer entstehen kann. DieFunktionsfähigkeit des VaR-Verfahrens stellen wir durch einBacktesting-Verfahren sicher. Dabei errechnen wir täglich dieGewinne und Verluste der Positionen des Handelsbuchs unddes Anlagebuchs auf Basis der tatsächlich entstandenen Markt-veränderungen und stellen diese den Werten gegenüber, diedurch das VaR-Verfahren ermittelt wurden. Daneben führen wirjährlich eine Angemessenheitsprüfung durch, die eine umfang-reiche Überprüfung des Risikomodells beinhaltet. Darüber hinausanalysieren wir die Wesentlichkeit der Risiken im Rahmen einerjährlichen Risikoinventur. Chancen- und RisikoberichtVaR des Bankgeschäftes (Tsd €)Währungs-risikoZinsrisiko Aktienrisiko Kompensations-effekt1)Insgesamt30.12.2011 1.000,4 873,0 422,5 –694,1 1.601,8Durchschnitt 1.116,4 831,2 439,8 –723,2 1.664,2Minimum 218,4 394,1 361,5 –447,5 526,5Maximum 1.800,2 1.420,6 509,0 –1.024,4 2.705,430.12.2012 831,6 460,5 417,4 –650,4 1.059,11) Gegenläufige Kompensationseffekte zwischen Währungs-, Zins- und Aktienrisiken4,03,02,01,00,0Jan 2012 Feb 2012 Mrz 2012 Apr 2012 Mai 2012 Jun 2012 Jul 2012 Aug 2012 Sep 2012 Okt 2012 Nov 2012 Dez 2012VaR insgesamt VaR Equity (Aktienrisiko) VaR IR (Zinsrisiko) VaR FX (Währungsrisiko) VaR LimitTäglicher VaR 2012Mio €
  • 155. 151DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussDas für die Überwachung der Marktpreisrisiken zuständige Risiko-controlling hat direkten Zugriff auf die Handels- und Buchungs-systeme und kann dadurch die Limiteinhaltung überwachen.Damit unterliegen die eingegangenen Marktpreisrisiken einerpermanenten Messung und Limitüberwachung durch das Risiko-controlling, das hierüber täglich an den Vorstand berichtet. DieSteuerung der Risikopositionen erfolgt anhand der vom Vorstandgenehmigten Grenzen. Diese leiten sich aus dem vom Vorstandgenehmigten Risikokapital ab. Neben dem täglichen VaR aufBasis einer eintägigen Haltedauer und 99,00 % Konfidenzniveauermitteln wir auch einen VaR auf Basis einer einjährigen Halte-dauer und 99,90 % Konfidenzniveau, dem wir das Risikokapitalgegenüberstellen, das wir bei der Berechnung der Gesamtrisiko-kapitalauslastung berücksichtigen. Dabei ist zu beachten, dasszum 1. August 2012 das Konfidenzniveau im Zuge einer Änderungder Vorgaben für die Berechnung des Gesamtrisikokapitalsinnerhalb des DZ BANK-Konzerns von 99,95 % auf 99,90 %angepasst wurde.Darüber hinaus berechnen wir monatlich die Marktpreisrisikenunter Stressbedingungen auf Basis eines kompletten Zinszyklus.Die Berechnungen für die Extremsituationen erörtern wir regel-mäßig im ALCO, um gegebenenfalls frühzeitig reagieren zu können.Die monatlichen Ergebnisse der Stresstests ziehen wir außer-dem zur Bestimmung der Marktpreisrisikolimits für 2013 heran.Neben den beiden Stressszenarios auf Basis einer historischenSimulation mit einem Betrachtungszeitraum von zehn Jahrenund einer Haltedauer von zehn Tagen bilden wir in einem Szenariospeziell die Marktpreisrisikosituation während der letztenFinanzmarktkrise ab. Daneben wurde ein weiteres hypothetischesSzenario auf Basis einer umfangreichen Analyse der langfristigenMarktparameter entwickelt, bei dem neben den potenziellenMarktveränderungen auch die spezifischen Positionen der DVBberücksichtigt wurden. Das daraus abgeleitete Szenario verzichtetauf risikokompensierende Effekte und stellt somit ein Worst-Case-Szenario dar.GeschäftsrisikoDie geschäftspolitische Ausrichtung der DVB wird im Rahmenvon Strategieklausuren des Gesamtvorstands definiert undsodann im Rahmen von Satzung und Geschäftsordnungen mitdem Aufsichtsrat abgestimmt. Seit 2011 unterlegen wir dieGeschäftsrisiken mit Risikokapital. Die Messung erfolgt durcheinen VaR-Ansatz mit einem 99,90%igen Konfidenzniveau aufBasis der Volatilität der monatlichen Gewinne.BeteiligungsrisikoDie wesentlichen Beteiligungen der DVB Bank SE, die mit ihrenGeschäftsaktivitäten vollständig in den Risikomanagement­prozess des DVB Bank Konzerns integriert sind, beziehen wir inden Konzernabschluss ein. Die nicht konsolidierungspflichtigenBeteiligungen bilden wir im Beteiligungsrisiko ab. Das Verlust-potenzial aus solchen Beteiligungen wird auf Basis eines VaR-Ansatzes mit 99,90%igem Konfidenzniveau geschätzt, wobei sichdie Wertschwankungen der in den Beteiligungen finanziertenObjekte als Risikotreiber für die Schwankungen der Beteiligungs-buchwerte darstellen.LiquiditätsrisikoUnsere Liquiditätsrisiken analysieren und steuern wir zentral aufBasis der vom Vorstand erlassenen Group Treasury-Richtlinie.Die Verantwortung hierfür liegt beim Group Treasury, das sowohldem ALCO als auch dem Gesamtvorstand berichtet. WichtigeRefinanzierungsvorhaben beschließen wir im ALCO. Auf Basislaufend aktualisierter Liquiditätsflusspläne und Cashflow-Prognosen ermitteln und aggregieren wir aus SAP-Daten undmittels einer modernen Aktiv-Passiv-Steuerungssoftware diezu erwartenden Zahlungsströme und gleichen diese durch ent-sprechende Gegengeschäfte am Geld- und Kapitalmarkt aus.Ein an der Liquiditätskennzahl des KWG-Grundsatzes ausgerich-tetes Positionslimit gewährleistet frühzeitiges und angemessenesGegensteuern. Mit dieser Software der jüngsten Generationsteht uns ein hochmodernes Arbeitsmittel zur Verfügung, das dieAnforderungen an ein zeitgemäßes Instrumentarium zur Liquidi-tätsrisikomessung voll erfüllt. Diese erfüllt sowohl die MaRisk-als auch die internen Steuerungs- und Analyseanforderungen imHinblick auf die Liquiditätsrisiken und das Reporting.Das für die Überwachung der Liquidätsrisiken zuständige Risiko-controlling führt die von Group Treasury unabhängigen Analysendurch. In den Analysen wenden wir neben mehreren Basis-Szenarien verschiedene Stress-Szenarien und ein Worst-Case-Szenario an. Dabei berücksichtigen wir sowohl alle Zahlungs-ströme aus dem bestehenden Geschäft als auch die simuliertenZahlungsströme aus offenen Kreditzusagen und geplantemNeugeschäft. Die Ergebnisse der täglichen Analysen fassen wirin einem Bericht zusammen, der in die Tagesmeldung an denGesamtvorstand einfließt. In den Stresstests wenden wir spezi-fische Stressfaktoren an, die sich negativ auf die Liquiditätssitu-ation auswirken. Dabei simulieren wir sowohl einen kurzfristigerhöhten Liquiditätsbedarf, der aus dem frühzeitigen Ziehen vonKreditlinien resultiert, als auch die Verringerung von eingehendenZahlungsströmen durch den Ausfall von Kreditnehmern oderChancen- und Risikobericht
  • 156. 152DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012(Going-Concern-Ansatz) auch unter Stressbedingungen mindes-tens für einen Monat (Survival Period) eine ausreichende Liquidi-tätsreserve, um das Bestehen der DVB sicherzustellen. Unter-schreitet die Liquiditätsablaufbilanz in diesem Zeitraum die Liqui-ditätsreserve, sind unverzüglich liquiditätsverbessernde Maß-nahmen einzuleiten. Hierzu haben wir ein Eskalationsverfahreninstalliert, das täglich durch das Risikocontrolling überwacht wird.Aufgrund dieser Anforderungen halten wir eine Liquiditätsreserve-position an hochliquiden Wertpapieren über 400 Mio € vor.Neben den eigenen Stresstests ist die DVB in die Liquiditätsrisiko-messung der DZ BANK eingebunden. Die Stresstest-Ergebnisseder DZ BANK werden der DVB täglich zur Verfügung gestellt.Die dabei ermittelten Werte werden auf das von der DZ BANKfestgelegte Liquiditätslimit angerechnet. Eine Unterschreitungdes Limits löst hier einen Eskalationsprozess aus, der zum Zielhat, die Limitüberziehung kurzfristig zu beenden.Für Liquiditätsrisiken führen wir jährlich eine Angemessenheits-prüfung durch, die eine umfangreiche Überprüfung des Risiko-modells beinhaltet. Außerdem analysieren wir die Wesentlichkeitder Risiken im Rahmen einer jährlichen Risikoinventur.Den aufsichtsrechtlichen Liquiditätsgrundsatz haben wir 2012durchgängig eingehalten. Hierbei lag die Liquiditätskennzahl –der Quotient aus verfügbaren Zahlungsmitteln und abrufbarenZahlungsverpflichtungen – im Jahresdurchschnitt bei 1,78(2011: 1,82) und damit erneut deutlich über der aufsichtsrechtlichgeforderten Mindestquote von 1,00. die Reduzierung von Kreditrückzahlungen. Daneben führen wirmarktinduzierte Simulationen wie die Veränderungen von Zins-sätzen und Devisenkursen durch. Die den Szenarien zugrundeliegenden Annahmen überprüfen wir in regelmäßigen Abständenund diese werden sodann bei Bedarf angepasst. Für den Falleines sich abzeichnenden Liquiditätsengpasses besteht eindefiniertes Eskalationsverfahren, das vom Risikocontrolling inAbstimmung mit Group Treasury angestoßen wird. Sollten ineiner ersten Eskalationsstufe die von Group Treasury initiiertenMaßnahmen nicht ausreichen, informieren wir in einer zweitenStufe das Risk Committee, um entsprechende Gegenmaßnahmeneinzuleiten.Für die DVB war deshalb auch 2012 die Zugehörigkeit zur Genos-senschaftlichen FinanzGruppe von großer Bedeutung. Durch denliquiden genossenschaftlichen Sektor sind wir jederzeit in derLage, unseren Refinanzierungsbedarf mit diesen Partnern zuMarktkonditionen zu decken und können uns in einer ange-spannten Krisensituation eine ausreichende Liquiditätsbasissichern.Dieser Situation tragen wir in den Stress-Szenarien Rechnung.2011 wurden neue Stresstests entwickelt, die noch stärker aufdie Einbindung in die Genossenschaftliche FinanzGruppe abzielenund die die seit 1. März 2012 bestehenden Stresstests ersetzten.Dabei behielten die bestehenden Stressfaktoren weiterhinGültigkeit und wurden in die neuen Stresstests integriert. DieStresstests sind auf die neuen regulatorischen Anforderungenausgerichtet. Diese fordern bei Fortführung des GeschäftsmodellsChancen- und Risikobericht43210Jan 2012 Feb 2012 Mrz 2012 Apr 2012 Mai 2012 Jun 2012 Jul 2012 Aug 2012 Sep 2012 Okt 2012 Nov 2012 Dez 2012Verlauf der Liquiditätskennzahl Aufsichtsrechtlich geforderte MindestquoteLiquiditätsverordnung 2012
  • 157. 153DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussChancen der DVBDie DVB besitzt ein eindeutiges, klar fokussiertes Geschäfts­modell: Arrangement und Bereitstellung strukturierter Finanzie-rungen, Beratungsdienstleistungen und Investmentaktivitätenfür unsere in den internationalen Verkehrsmärkten agierendenKunden. Trotz der Zyklizität der Verkehrsmärkte befindet sich dieTransportwirtschaft langfristig auf einem Wachstumspfad. Alsanerkannte Spezialistin für die Finanzierung und Beratung derinternationalen Verkehrswirtschaft ergeben sich für die DVB auchim nach wie vor schwierigen Marktumfeld vielfältige Chancen,die die Bank nutzen will.• Wir haben unsere Transport Finance-Portfolien frühzeitigausgewogen diversifiziert – und zwar nach mehreren Kriterienund in unterschiedlichen Kategorien. Zur Risikostreuungdifferenzieren wir unser Portfolio unter anderem nach Typenvon Transportmitteln, Baujahren, Herstellern, Regionen,Kreditnehmern, Nutzern und nach der Beschäftigungslage desTransportmittels. Auf Basis der differenziert strukturiertenund gut besicherten Portfolien ist es uns grundsätzlich mög-lich, Ertragschancen auch in Abschwungphasen der Märktewahrzunehmen.• Im Hinblick auf die schwierige Refinanzierungssituation,Kapitalausstattung und gestiegenen Finanzierungsrisikenvergeben Wettbewerber Kredite deutlich restriktiver oderhaben die Kreditvergabe gänzlich eingestellt. Dies gilt ins­besondere für Banken und Investoren, die Transportfinanzie-rungen im positiven Marktumfeld opportunistisch betriebenhaben.• Wir verfolgen dagegen eine zyklusneutrale Strategie underweisen uns mit Finanzierungs- und Beratungsleistungenauch im anhaltend schwierigen Marktumfeld als verlässlicherPartner für unsere Kunden. Dies wird die Intensität unsererKundenbeziehungen und die langfristig entwickelte Vertrauens-basis weiter stärken. Neue Kundenbeziehungen werdengeschaffen. Mit dieser nachhaltigen Strategie ergeben sichfür die DVB im gegebenen Marktumfeld deutliche Wett­bewerbsvorteile.• Für die DVB ergibt sich die Chance, ihre Beratungs- undServiceangebote weiter ausbauen und diese verstärkt Kunden,Investoren und Banken anbieten zu können. Hiermit bestehtfür uns die Möglichkeit, kreditunabhängige und nahezu risiko-neutrale Ertragspotenziale zu erschließen.• Wir haben uns frühzeitig entschieden, ein Internal Rating Modelzu entwickeln und in allen drei Transport Finance-Geschäfts-bereichen zu implementieren, das den Basel II-Anforderungendes Advanced Approach genügt. Für die DVB ergibt sich damitein klarer Vorteil gegenüber verschiedenen Wettbewerbern,denn aufgrund dieses Ansatzes ist es uns möglich, das Finan-zierungsvolumen selektiv und risikobewusst zu steuern.Die wesentlichen Stärken, Schwächen, Chancen und Risikender DVB stellen sich nach den Kriterien einer SWOT-Analyse(Strengths, Weaknesses, Opportunities, Threats) zusammen­gefasst wie folgt dar:Chancen- und Risikobericht
  • 158. 154DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Chancen- und RisikoberichtRahmen der bestehenden organisatorischen Regelungen derLiquiditätsrisikosteuerung und aufgrund der Zugehörigkeit zurGenossenschaftlichen FinanzGruppe angemessen begegnen.Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass• der DVB auch im Geschäftsjahr 2013 ausreichend Liquiditätzur Verfügung stehen wird,• die aufsichtsrechtlichen Solvabilitätsanforderungen erfülltwerden und• sich die Bank mit ihrem Risikoprofil im Rahmen ihrer ökono-mischen Risikotragfähigkeit bewegen wird.Eine Bestandsgefährdung der DVB ist nicht zu erkennen.FazitDie Organisation des Risikomanagements der DVB entsprichtden gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Anforderungen. DasRisikomanagement ist geeignet, alle Risiken, die auf die DVBeinwirken, effizient zu überwachen und zu steuern, sodass dieBank bewusst und kontrolliert Risiken eingehen und Chancenergreifen kann.Die Bank hat sich im Geschäftsjahr innerhalb ihrer ökonomischenRisikotragfähigkeit bewegt. Das Gesamtrisikokapitallimit wurdeim abgelaufenen Geschäftsjahr jederzeit eingehalten. Aufsichts-rechtliche Anforderungen bezüglich des Risikomanagementswurden grundsätzlich erfüllt. Die Zahlungsfähigkeit der Bankwar im Berichtszeitraum trotz andauernder Marktverwerfungenzu keiner Zeit gefährdet. Den Auswirkungen der Finanzmarkt-und Staatsschuldenkrise auf die Liquiditätslage konnten wir imSWOT-Analyse Stärken  Eindeutiges Geschäftsmodell, klare Fokussierung  Hochqualifizierte, erfahrene Mitarbeiter  Umfangreiches Markt- und Asset-Know-how  Flache Hierarchien, hohe Flexibilität, schlanke Entscheidungsprozesse  Maßgeschneiderte Produkt- und Lösungsangebote  Zyklusneutraler Geschäftsansatz, verlässlicher Partner auch in Krisenzeiten  Weltweite Präsenz in allen wichtigen Verkehrsmärkten  Hohe Kundenbetreuungsintensität  Intensive Kontakte zu Herstellern und Leasinggesellschaften  Fortgeschrittene Risikomanagement- und Pricing-Systeme  Zugang zur liquiditätsstarken Genossenschaftlichen FinanzGruppe Chancen  Wachstumspotenzial durch nachlassenden Wettbewerbsdruck  Durchsetzung risikoadäquater Margen  Ausweitung von antizyklischen Investment Management-Aktivitäten  Aufbau neuer Kundenbeziehungen  Refinanzierungsmöglichkeiten durch die GenossenschaftlicheFinanzGruppe  Ausbau der Beratungs- und Serviceangebote für Kunden, Investorenund Banken  Ausbau unserer Reputation als verlässlicher Partner derinternationalen Verkehrswirtschaft Schwächen  Vergleichsweise hohe Branchenabhängigkeit  Hohe Personalintensität durch weltweite Präsenz  Hohe Personalkosten aufgrund hoher Mitarbeiterqualifikation  Keine nennenswerten Kundeneinlagen  Abhängigkeit vom Geld- und Kapitalmarkt, insbesondere von dergenossenschaftlichen FinanzGruppe  Wachstums- und ergebniswirksame Abhängigkeit von derWechselkursrelation Euro/US-Dollar Risiken  Geld- und Kapitalmarktverwerfungen im weitesten Sinne  Überproportionaler Wertverfall von Transportmitteln in verschiedenenMarktsegmenten  Andauernde weltweite Finanzmarktkrise, Staatsschuldenkrise in Europa,zunehmende Verschuldung der USA, weltweite Konjunkturabschwächung,regional auftretende Rezessionen, deflationäre Entwicklungen  Nicht antizipierte Stärkung des US-Dollars gegenüber dem Euro  Weitere staatliche Unterstützungen unserer Bankwettbewerber  Ölpreisspitzen
  • 159. 155DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussPrognosebericht 2013Das Geschäftsmodell der DVB hatte auch vor demHintergrund der anhaltenden StaatsschuldenkriseBestand. Vor allem die Nähe zu unseren Kunden unddas tiefe Verständnis der finanzierten Transportmittelhaben sich weiterhin bewährt. Wir gehen daher davonaus, dass sich unser Geschäftsmodell im Prognose-zeitraum 2013 erneut als stabil und belastbar erweisenwird.Makroökonomische Rahmenbedingungen 2013Wir rechnen damit, dass 2013 die wirtschaftliche Entwicklungfür alle Marktteilnehmer herausfordernd bleiben und wie in denbeiden vergangenen Jahren von folgenden, teils interdependentenParametern gekennzeichnet sein wird:• Staatsschuldenkrise in der Euro-Zone und politische sowieregulatorische Reaktionen und Entscheidungen• hohe Verschuldung der USA• wirtschaftliche Entwicklung Chinas• Entwicklung von Arbeitslosigkeit, von privatem Konsum undden damit korrelierenden Staatseinnahmen• ÖlpreisentwicklungEs ist davon auszugehen, dass Europa auch 2013 wesentlichvon der Staatsschuldenkrise beeinflusst sein wird. Griechenland,Portugal, Spanien und Italien haben bereits mit radikalen Kürzun-gen ihrer Staatsausgaben begonnen, die zu strukturellen Ver-änderungen ihrer Volkswirtschaften führen werden. Die unmittel-baren Folgen sind sinkendes Wirtschaftswachstum und hoheArbeitslosigkeit. Damit diese Sparmaßnahmen nicht wiederdurch höhere Zinsen für Staatsanleihen dieser Länder konter­kariert werden, steht die EZB mit geldpolitischen Eingriffsmög-lichkeiten bereit. Wachstumshemmend könnte sich 2013 in denPeripherieländern Spanien und Portugal die derzeit noch schlep-pende Kreditvergabe durch Geschäftsbanken auswirken. DieFinanzierungsbedingungen könnten sich im Jahresverlauf 2013verbessern. Deutschland befindet sich als größte EU-Volkswirt-schaft aufgrund einer wettbewerbsfähigen Exportwirtschaft ineiner vergleichsweise stabilen Situation, wobei die deutscheÖffentlichkeit die eigene hohe Staatsverschuldung noch weit­gehend ignoriert. Insgesamt könnte in der Europäischen Unionder Boden erreicht sein und von hier aus 2013 eine leichte wirt-schaftliche Erholung einsetzen.In den USA hat die Wiederwahl von Barack Obama am6. November 2012 politische Klarheit geschaffen, aber an derMachtverteilung im Parlament nichts geändert: Einer Mehrheitder Demokraten im Senat steht eine Mehrheit der Republikanerim Repräsentantenhaus gegenüber. In letzter Minute konnte derFall über die sogenannte Fiskalklippe am 2. Januar 2013 verhin-dert werden. Jedoch erzielten die USA im gesamten Jahr 2012kaum Fortschritte bei der dauerhaften Verringerung der Staats-verschuldung. Bleibt die erforderliche Kompromissbereitschaftder politischen Akteure auch 2013 aus, könnte den USA eineRatingherabstufung mit nicht absehbaren Folgen für Wirtschaftund Finanzmärkte drohen.Der Prognosebericht enthält zukunftsgerichtete Aussagen zurkünftigen Entwicklung des DVB Bank Konzerns für das Jahr2013. Unser Ziel ist es, den Konzernlagebericht möglichstumfassend, aber auch klar strukturiert und leserfreundlich zugestalten. Daher haben wir für alle Geschäftsbereichezunächst die Entwicklung des Geschäftsjahrs 2012 undjeweils direkt im Anschluss eine ausführliche Markt- undPortfolioprognose für das Jahr 2013 erörtert.Die folgenden Textteile werden hiermit ausdrücklich in denPrognosebericht einbezogen:– Shipping Finance-Prognose (Seite 57 – 59)– Aviation Finance-Prognose (Seite 75 – 77)– Land Transport Finance-Prognose (Seite 91 – 93)– Financial Institutions-Prognose (Seite 99 – 100)– Investment Management-Prognose (Seite 104 und 107)– ITF Suisse-Prognose (Seite 109)Selbstverständlich unterliegen Einschätzungen und Prognosenstets dem Risiko fehlerhafter Wahrnehmungen und Werturteileund können sich somit als falsch erweisen. AusführungenüberkünftigeEntwicklungenoderEreignissehabennaturgemäßeher den Charakter von Vermutungen als von präzisen Vorher-sagen. Somit können die tatsächlichen Entwicklungen von denErwartungen abweichen – nicht zuletzt aufgrund solcherUnwägbarkeiten wie Schwankungen in Kapitalmarktkursen/-preisen, Währungskursen und Zinssätzen oder als Folge tief-greifender Veränderungen im wirtschaftlichen Umfeld. Ausdiesen Gründen kann die DVB keine Haftung für den Eintrittihrer Prognosen übernehmen, auch wenn sie von deren Richtig-keit überzeugt ist. Eine Aktualisierung der zukunftsgerichtetenAussagen in diesem Bericht ist nicht vorgesehen.
  • 160. 156DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die Inflationsraten dürften 2013 auf vergleichbarem Niveau wieim Vorjahr verlaufen. Im Dezember 2012 betrug die jährlicheInflationsrate in der Euro-Zone 2,2 %. Verglichen damit lag diejähr­liche Inflationsrate in den USA im Dezember 2012 bei 1,7 %.Hauptgrund für die Preissteigerungen waren die deutlich gestie-genen Energiekosten. Die geldpolitischen Maßnahmen derZentralbanken haben somit keinesfalls die Inflation angekurbelt.Die Liquidität, mit der die Finanzmärkte geflutet wurden, hatbislang zu keiner Ausweitung der Kreditnachfrage geführt.Stattdessen war lediglich ein anhaltend niedriges Zinsniveaudie Folge.2013 könnten sich anhaltend hohe Rohölpreise dämpfend aufden weiteren Konjunkturverlauf auswirken. Im Vordergrund stehtdie Nachfragezunahme in den Schwellenländern, die die konjunk-turbedingte Nachfragestagnation in den Industrieländern über-kompensiert. Weiterhin kommen spekulative Geschäfte sowiepolitische Gründe wie die Spannungen gegenüber dem Iran sowiedie Möglichkeit einer Destabilisierung in der Nahostregion durcheine Ausweitung des Bürgerkriegs in Syrien hinzu. In den USA hatdie Erschließung von Schieferölvorkommen und von Ölreservenim Tiefwasser- und Ultratiefwasserbereich zwar zugenommen,doch wird sie wegen der hohen Erschließungskosten keine drama-tischen Preissenkungen auslösen. Ein anhaltend hoher Rohölpreiswird weiterhin die Geschäftsergebnisse der Verkehrsunternehmenin allen Segmenten belasten, da erhöhte Treibstoffkosten einwesentlicher Kostentreiber sind. Vorteile werden dabei weiterhindiejenigen Unternehmen haben, die bereits über besonderstreibstoffeffiziente Transportmittel verfügen.In der Volksrepublik China hat sich das Wirtschaftswachstum2012 verlangsamt – nach einem Wachstum von 8,1 % zu Beginndes Jahres 2012 ging das Wirtschaftswachstum im zweitenQuartal auf 7,6 % und im dritten Quartal auf 7,4 % zurück. Zwarlegte das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal wieder leichtum 7,9 % zu, doch mit einem Wachstum von 7,8 % im gesamtenJahr wies 2012 das niedrigste Wirtschaftswachstum seit 1999auf. Im Vergleich mit den USA und Europa sind dies zwar beacht-liche Werte, doch braucht China ein größeres Wirtschaftwachs-tum, um der nachwachsenden Generation neue Ausbildungs-möglichkeiten und Arbeitsplätze für Berufseinsteiger anbietenzu können. Der 18. Parteitag der Kommunistischen Partei Chinashat zu einem Führungswechsel geführt. Die neue chinesischeFührung ist zuversichtlich, dass sich die Wirtschaft 2013 besserentwickeln wird als im Berichtsjahr. Die Regierung plant nungrößere Anstrengungen, um die Binnennachfrage zu stimulierenund die Urbanisierung voranzutreiben. Es ist wichtig, dass sichdie makroökonomischen Daten der chinesischen Wirtschaftwieder erholen, denn China wird als bedeutender Importeur vonRohstoffen immer stärker die wirtschaftliche Entwicklung roh-stoffexportierender Länder wie Brasilien, Australien, Indien undSüdafrika beeinflussen. Aufgrund der wachsenden Verflechtungvon Produktions- und Verkehrsnetzen wird der gesamte asiatischeWirtschaftsraum voraussichtlich weiter von der EntwicklungChinas abhängig sein. Gleichzeitig ist China zurzeit der wichtigsteAbsatzmarkt für Industriegüter exportierende Länder wie Deutsch-land. Umgekehrt hängt das chinesische Wachstum von Konsum-güterexporten in die USA und nach Europa ab. Diese Wechsel-wirkungen werden 2013 anhalten.In einer Reihe von Industriestaaten werden wir auch 2013 vonanhaltend hoher Arbeitslosigkeit ausgehen müssen. Im Dezember2012 belief sich die Arbeitslosenquote in der Europäischen Unionauf 10,7 %. In der Euro-Zone erreichte sie sogar 11,7 %. In denUSA lag die Arbeitslosenquote im Dezember 2012 bei 7,8 %.Verglichen mit dem Stand von 8,3 % am Jahresanfang 2012 istdas immerhin eine leichte Verbesserung, doch noch keine deut­liche Wende am Arbeitsmarkt. Die Erholung dürfte sich 2013langsam fortsetzen, womit die USA auf den Verlauf der Welt-konjunktur stabilisierend wirken könnten. Allerdings werden dieRisiken eines wirtschaftlichen Rückschritts aufgrund der hohenUS-Staatsverschuldung weiterhin bestehen bleiben.Prognosebericht 2013
  • 161. 157DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussPrognosebericht 2013Zur FinanzlageWir erwarten auch im Prognosezeitraum über eine ausreichendeLiquiditätsbasis verfügen zu können. Die Zugehörigkeit der DVBzur genossenschaftlichen FinanzGruppe bleibt auch 2013 vonBedeutung. Denn durch die liquide Genossenschaftliche Finanz-Gruppe sind wir in der Lage, unseren Refinanzierungsbedarf mitdiesen Partnern zu Marktkonditionen zu decken. Darüber hinaussind wir auch 2013 bestrebt, unsere Investorenbasis kontinuierlichzu verbreitern. Dies soll zum Beispiel durch weitere Emissionenvon Schiffspfandbriefen und Anleiheplatzierungen außerhalb derGenossenschaftlichen FinanzGruppe geschehen. Wir beabsich-tigen darüber hinaus im Prognosezeitraum erstmals Flugzeug-pfandbriefe zu begeben.Trendaussage und zusammenfassender AusblickDie DVB strebt 2013 erneut ein kontrolliertes Wachstum mitstabilem Neugeschäft und risikoadäquaten Zinsmargen an. Wirhaben uns dabei aber auch auf einen weiterhin erhöhten Risiko-vorsorgebedarf eingestellt und streben für 2013 ein operativesErgebnis auf dem Niveau des Jahres 2012 an. Die DVB hat sichferner zum Ziel gesetzt, 2013 einen ROE (vor Steuern) von 12 %bis 15 % und eine CIR von unter 50 % zu erreichen.Über diese Trendaussagen hinaus halten wir zusammenfassendfest, dass die Entwicklungen der Transport- und Finanzmärktezahlreiche unvorhersehbare und unbeeinflussbare Faktoren ent-halten, sodass wir darüber hinaus keine konkret bezifferbarenAussagen hinsichtlich der Entwicklung unserer Profitabilität oderanderer wesentlicher Finanzdaten treffen können.Finanzwirtschaftliche Perspektiven der DVBDas Geschäftsmodell der DVB hat sich in der Vergangenheit inzyklisch bedingten Abschwungphasen als relativ stressresistentund belastbar erwiesen. Der entscheidende Pluspunkt des DVB-Geschäftsansatzes ist dabei die zyklusneutrale Kreditpolitik,die auf die Werthaltigkeit und die Wiederverwertbarkeit desfinanzierten Verkehrsmittels abstellt. Dies hat sich auch in derWeltwirtschaftskrise der letzten Jahre bewährt, die alle bekann-ten Zyklusverläufe überlagerte. Gerade in dem oben geschildertenwirtschaftlichen Umfeld ist es uns weiter wichtig, unserenKunden die fokussierte Palette unserer Finanzierungs-, Beratungs-und Serviceangebote umsichtig und risikobewusst anzubieten.Dies gibt uns die Möglichkeit, unsere Marktanteile zu halten oderselektiv auszubauen und die Reputation der DVB bei unserenKunden und Geschäftspartnern weiter zu festigen.Zur ErtragslageDie Bank möchte die auch im Prognosezeitraum 2013 nochschwierige gesamtwirtschaftliche Ausgangslage dazu nutzen,unsere Finanzierungs-, Beratungs- und Servicedienstleistungenrund um die Verkehrsmittel in der Seeschifffahrt, im Luftverkehrund im Landtransport weiter auszubauen. Wir stehen unserenVerkehrskunden also auch weiterhin zur Verfügung. Im Neuge-schäft rechnen wir 2013 weiterhin mit Zinsmargen, die diehohen Refinanzierungskosten einpreisen werden. So sollte eserneut gelingen, die Risiko-Ertragsrelation angemessen zugestalten.Insbesondere im Shipping Finance-Portfolio könnte es auch imJahr 2013 wegen der anhaltend schwierigen Situation an denSeeschifffahrtsmärkten zu Portfoliobelastungen kommen. Eswird nach Einschätzung der DVB noch eine Weile dauern, bissich der weiterhin bestehende Kapazitätsüberhang auflösen wirdund Angebot und Nachfrage an den Verkehrsmärkten wiederins Gleichgewicht kommen werden. Aufgrund unseres Risiko­managements und des hausinternen Research- und Abwicklungs-Know-hows gehen wir davon aus, von den Verwerfungen an denSeeschifffahrtsmärkten auch 2013 nur unterdurchschnittlichbetroffen zu sein.
  • 162. 158DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Erläuternde übernahmerechtliche AngabenAngaben gemäß § 315 Abs. 4 Nr. 6 HGBBezüglich der Ernennung und Abberufung von Vorstandsmit­gliedern wird auf die §§ 84 und 85 AktG sowie § 7 Abs. 3 derSatzung verwiesen. Die Satzung der DVB Bank SE wird gemäߧ§ 133 und 179 AktG durch Beschlüsse der Hauptversammlunggeändert.Angaben gemäß § 315 Abs. 4 Nr. 7 HGBDer Vorstand hat gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung „GenehmigtesKapital 2010“ die Befugnis, das Grundkapital bis zum 8. Juni 2015um bis zu 50 Mio € zu erhöhen. Darüber hinaus ist das Grund­kapital gemäß § 4 Abs. 3 der Satzung um bis zu 25 Mio € zurAusgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungen bedingterhöht („Bedingtes Kapital 2010“). Der Vorstand ist ermächtigt,die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapitalerhöhung fest­zulegen.Die DVB Bank SE ist aufgrund eines Beschlusses der Ordent­lichen Hauptversammlung vom 9. Juni 2010 gemäß § 71 Abs. 1Nr. 7 AktG weiterhin ermächtigt, bis zum 8. Juni 2015 zumZwecke des Wertpapierhandels eigene Aktien zu erwerben undzu verkaufen.Weitere Angaben gemäß §315 Abs. 4 HGBDie Vorschriften des § 315 Abs. 4 Nr. 1 und Nr. 3 HGB werdenim Anhang auf der Seite 197 behandelt. Die Vorschriften des§ 315 Abs. 2 Nr. 3 und Abs. 4 Nr. 2, 4, 5, 8 sowie 9 HGB sind 2012für die DVB tatbestandlich nicht erfüllt.
  • 163. 159DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KONZERNL AGEBERICHT KonzernabschlussBericht des Vorstands über Beziehungen zu verbundenen UnternehmenDie DVB Bank SE ist gemäß §§ 15 und 18 AktG mit der DZ BANKAG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Mainund deren Konzernunternehmen verbunden. Die DVB Bank SE istzum 31. Dezember 2012 in den Konzernabschluss der DZ BANKAG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank, Frankfurt am Maineinbezogen und konsolidiert worden.Über die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen hat derVorstand dem Aufsichtsrat gemäß § 312 Abs. 3 AktG gesondertBericht erstattet und erklärt: „Unsere Gesellschaft hat bei denim Bericht über Beziehungen zu verbundenen Unternehmenaufgeführten Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach denUmständen, die uns in dem Zeitpunkt, in dem die Rechtsgeschäftevorgenommen oder die Maßnahmen getroffen oder unterlassenwurden, bekannt waren, bei jedem Rechtsgeschäft eine ange-messene Gegenleistung erhalten und ist dadurch, dass Maß-nahmen getroffen oder unterlassen wurden, nicht benachteiligtworden.“
  • 164. Anhang160DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Konzernabschluss161 Gewinn- und Verlustrechnung161 Gewinnverwendung1)162 Gesamtergebnisrechnung163 Bilanz164 Eigenkapitalveränderungsrechnung165 Kapitalflussrechnung166 Segmentbericht1)167 – 216 Anhang1) Diese Tabellen sind Bestandteil des Anhangs.Mio €21018015012090603000,60100,277,027,920080,6086,646,727,920090,60131,177,327,920100,60147,779,227,920110,60141,498,727,92012€0,700,600,500,400,300,200,100,00Konzernergebnis vor Steuern Einstellung in die Gewinnrücklagen Ausgeschütteter Bilanzgewinn der DVB Bank SE Dividende pro StückaktieGewinnverwendung 2008–2012
  • 165. 161KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteGewinn- und VerlustrechnungMio € Erläuterung01.01.2012 –31.12.201201.01.2011 –31.12.2011 %Gewinn- und VerlustrechnungZinserträge 987,8 895,9 10,3Zinsaufwendungen –757,8 –637,6 18,9Zinsüberschuss (15) 230,0 258,3 –11,0Risikovorsorge im Kreditgeschäft (16) –70,7 –59,2 19,4Zinsüberschuss nach Risikovorsorge 159,3 199,1 –20,0Provisionserträge 139,0 122,8 13,2Provisionsaufwendungen –8,3 –6,6 25,8Provisionsüberschuss (17) 130,7 116,2 12,5Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen (18) 8,5 0,1 –Verwaltungsaufwendungen (19) –184,0 –189,4 –2,9Sonstiges betriebliches Ergebnis (20) 42,7 17,3 –Konzernergebnis vor IAS 39 und Steuern 157,2 143,3 9,7Handelsergebnis (21.1) 2,0 –0,6 –Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen (21.2) 0,7 10,7 –93,5Ergebnis aus der Anwendung der Fair Value Option (21.3) 0,0 –0,4 –Ergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen Derivaten (21.4) –21,1 –3,9 –Ergebnis aus Finanzanlagen (21.5) 2,6 –1,4 –Ergebnis aus Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 (21) –15,8 4,4 –Konzernergebnis vor Steuern 141,4 147,7 –4,3Steuern vom Einkommen und Ertrag (22) –16,5 –37,3 –55,8Konzernergebnis 124,9 110,4 13,1davon nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis –1,7 3,3 –davon den Aktionären der DVB zurechenbares Konzernergebnis 126,6 107,1 18,2Ergebnis je AktieDurchschnittliche Anzahl ausgegebener Stammaktien (Stück) 46.107.418 46.145.504 –0,1Unverwässertes Ergebnis (€) 2,75 2,32 18,5Verwässertes Ergebnis (€) 2,75 2,32 18,5GewinnverwendungMio €01.01.2012 –31.12.201201.01.2011 –31.12.2011 %Konzernergebnis (nach Steuern) 124,9 110,4 13,1Nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Konzernergebnis 1,7 –3,3 –Einstellung in die Gewinnrücklagen –98,7 –79,2 24,6Konzerngewinn 27,9 27,9 0,0
  • 166. 162DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012GesamtergebnisrechnungMio € Erläuterung01.01.2012 –31.12.201201.01.2011 –31.12.2011 %Konzernergebnis 124,9 110,4 13,1Neubewertung von AfS-Finanzinstrumenten 5,4 –2,0 –davon Änderungen des beizulegenden Zeitwertes 7,0 –6,3 –davon Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung –1,6 4,3 –Cashflow-Hedges 25,6 –20,1 –davon Änderungen des beizulegenden Zeitwertes 10,2 –9,5 –davon Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 15,4 –10,6 –Net Investment Hedges –1,7 – –davon Änderungen des beizulegenden Zeitwertes –1,9 – –davon Umgliederungen in die Gewinn- und Verlustrechnung 0,2 – –Währungsumrechnung 6,4 0,5 –davon Änderung aus Währungsumrechnung 6,4 0,5 –davon Umgliederung in die Gewinn- und Verlustrechnung – – –Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste –5,5 0,4 –Latente Steuern auf nicht in der Gewinn- und Verlustrechnungerfasste Gewinne und Verluste (22) –7,5 6,4 –Nicht in der Gewinn- und Verlustrechnungerfasste Gewinne und Verluste aus 22,7 –14,8 –Gesamtergebnis 147,6 95,6 54,4davon nicht beherrschenden Anteilen zurechenbares Gesamtergebnis –1,7 3,3 –davon den Aktionären der DVB zurechenbares Gesamtergebnis 149,3 92,3 61,8
  • 167. 163KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteBilanzAktiva (Mio €) Erläuterung 31.12.2012 31.12.2011 %Barreserve (24) 869,6 80,9 –Forderungen an Kreditinstitute (25) 469,6 491,8 –4,5Forderungen an Kunden (26) 19.908,3 18.739,0 6,2Risikovorsorge (27) –149,3 –148,4 0,6Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten (28) 711,0 475,0 49,7Handelsaktiva (29) 195,1 287,8 –32,2Finanzanlagen (30) 476,5 484,7 –1,7Anteile an at Equity bewerteten Unternehmen (31) 191,2 103,7 84,4Immaterielle Vermögenswerte (32) 100,0 107,9 –7,3Sachanlagen (33) 929,1 1.244,6 –25,3Ertragsteueransprüche (35) 71,6 77,5 –7,6Sonstige Aktiva (36) 32,1 86,5 –62,9Insgesamt 23.804,8 22.031,0 8,1Passiva (Mio €) Erläuterung 31.12.2012 31.12.2011 %Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (37) 4.785,6 5.190,4 –7,8Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (38) 5.172,9 4.460,3 16,0Verbriefte Verbindlichkeiten (39) 11.391,4 9.830,1 15,9Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten (40) 297,1 296,3 0,3Handelspassiva (41) 218,5 373,4 –41,5Rückstellungen (42) 59,3 59,7 –0,7Ertragsteuerverpflichtungen (43) 61,3 73,7 –16,8Sonstige Passiva (44) 78,0 136,5 –42,9Nachrangige Verbindlichkeiten (45) 411,8 400,6 2,8Eigenkapital (46) 1.328,9 1.210,0 9,8Grundkapital (46.1) 117,9 117,9 0,0Kapitalrücklage (46.2) 331,3 331,7 –0,1Gewinnrücklage (46.4) 836,1 740,8 12,9davon Fonds für allgemeine Bankrisiken 82,4 82,4 0,0Neubewertungsrücklage (46.5) 3,8 0,1 –Rücklage aus Cashflow-Hedges (46.6) 6,3 –11,1 –Rücklage aus Net Investment Hedges (46.7) –1,2 – –Rücklage aus der Währungsumrechnung (46.8) 4,7 –1,7 –Konzerngewinn 27,9 27,9 0,0Nicht beherrschende Anteile (46.9) 2,1 4,4 –52,3Insgesamt 23.804,8 22.031,0 8,1
  • 168. 164DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012EigenkapitalveränderungsrechnungMio €GezeichnetesKapitalKapital-rücklagenGewinn-rücklagenNeu-bewertungs-rücklagenRücklageausCashflow-HedgesRücklageaus NetInvestmentHedgesRücklageaus derWärungs­umrechnungBilanz-gewinn/-verlustEigenkapitalvor nichtbeherrschen-den AnteilenNichtbeherr-schendeAnteileEigenkapitalEigenkapitalzum 31.12.2010 118,0 332,5 661,3 1,9 2,7 – –2,2 27,9 1.142,1 1,2 1.143,3Den Aktionärender DVB zurechenbaresKonzernergebnis – – – – – – – 107,1 107,1 3,3 110,4Einstellung in dieGewinnrücklagen – – 79,2 – – – – –79,2 – – –Gewinne und Verluste,die nicht in der Gewinn-und Verlustrechnungerfasst worden sind – – 0,31)–1,8 –13,8 – 0,5 – –14,8 – –14,8Dividendenzahlung – – – – – – – –27,9 –27,9 – –27,9Veränderung desBestandes eigener Aktien –0,1 –0,8 – – – – – – –0,9 – –0,9Veränderung imKonsolidierungskreis undsonstige Veränderungen – – – – – – – – – –0,1 –0,1Eigenkapitalzum 31.12.2011 117,9 331,7 740,8 0,1 –11,1 – –1,7 27,9 1.205,6 4,4 1.210,0Den Aktionärender DVB zurechenbaresKonzernergebnis – – – – – – – 126,6 126,6 –1,7 124,9Einstellung in dieGewinnrücklagen – – 98,7 – – – – –98,7 0,0 – 0,0Gewinne und Verluste,die nicht in der Gewinn-und Verlustrechnungerfasst worden sind – – –3,61) 2)3,72)17,42)–1,2 6,42)– 22,7 – 22,7Dividendenzahlung – – 0,2 – – – – –27,9 –27,7 – –27,7Veränderungdes Bestandeseigener Aktien 0,0 –0,4 – – – – – – –0,4 – –0,4Veränderung imKonsolidierungskreis undsonstige Veränderungen – – – – – – – – – –0,6 –0,6Eigenkapitalzum 31.12.2012 117,9 331,3 836,1 3,8 6,3 –1,2 4,7 27,9 1.326,8 2,1 1.328,91) Hierbei handelt es sich um versicherungsmathematische Gewinne und Verluste, die gemäß IAS 19 ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst werden.2) Unter Berücksichtigung von latenten Steuern
  • 169. 165KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteKapitalflussrechnungDer Zahlungsmittelbestand entspricht der Barreserve. Die Ver-änderung des Zahlungsmittelbestandes wird in der Kapitalfluss-rechnung dargestellt. Die Barreserve enthält keine Finanzinves-titionen, deren Restlaufzeit zum Erwerbszeitpunkt mehr als dreiMonate beträgt.Für die Darstellung der Kapitalflussrechnung wird die Veränderungdes Zahlungsmittelbestandes in die Bereiche laufende Geschäfts-tätigkeit, Investitionstätigkeit und Finanzierungstätigkeit unter-teilt. Dem Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit werdensolche Zahlungsströme zugeordnet, die aus den auf Erlöserzielungausgerichteten Tätigkeiten des Konzerns sowie aus sonstigenAktivitäten resultieren, die nicht der Investitions- oder derFinanzierungstätigkeit zugeordnet werden können. Ein- undAuszahlungen im Zusammenhang mit dem Erwerb und der Ver-äußerung von langfristigen Vermögenswerten werden derInvestitionstätigkeit zugerechnet. Zum Cashflow aus der Finan-zierungstätigkeit zählen Zahlungsströme aus Transaktionen mitEigenkapitalgebern sowie aus sonstigen Kapitalaufnahmen zurFinanzierung der Geschäftstätigkeit.Mio € 31.12.2012 31.12.2011Konzernergebnis vor Steuern 141,4 147,7Im Periodenergebnis enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitungauf den Cashflow aus laufender GeschäftstätigkeitAbschreibungen, Wertberichtigungen und Zuschreibungen auf Forderungen, Sach- und Finanzanlagen 37,9 140,9Zunahme/Abnahme der Rückstellungen –11,7 –30,9Andere zahlungsunwirksame Aufwendungen/Erträgedavon Hedge Accounting –23,0 8,7davon Übrige Fair Value-Bewertung von Finanzinstrumenten –203,4 264,2Gewinn/Verlust aus der Veräußerung von Finanz- und Sachanlagen –2,7 1,1Sonstige Anpassungen –241,3 –323,4Zwischensumme –302,8 208,3Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus laufender GeschäftstätigkeitForderungen an Kreditinstitute 20,0 –82,9Forderungen an Kunden –1.210,7 –2.293,7Leasingvermögen 49,2 329,8Sonstige Aktiva aus laufender Geschäftstätigkeit 142,5 66,3Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –305,4 –2.020,1Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 492,7 –27,1Verbriefte Verbindlichkeiten 1.546,2 4.510,2Sonstige Passiva aus laufender Geschäftstätigkeit –41,8 47,0Erhaltene Zinsen und Dividenden 987,7 895,9Gezahlte Zinsen –754,9 –572,5Ertragsteuerzahlungen –22,1 –46,5Cashflow aus der laufenden Geschäftstätigkeit 600,6 1.014,7Einzahlungen aus Abgängen des Sachanlagevermögens 141,3 –Auszahlungen aus Zugängen des Sachanlagevermögens – –450,2Auszahlungen aus Zugängen des Finanzanlagevermögens –36,8 –444,2Effekte aus der Veränderung des Konsolidierungskreisesdavon Einzahlungen aus dem Verkauf von konsolidierten Unternehmen 35,1 –Mittelveränderungen aus sonstiger Investitionstätigkeit (Saldo) 5,9 1,8Cashflow aus der Investitionstätigkeit 145,5 –892,6Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen (Kapitalerhöhungen, Verkauf eigener Anteile etc.) –0,5 –0,7Auszahlungen an Unternehmenseigner und Minderheitsgesellschafter (Dividenden) –27,7 –27,9Mittelveränderungen aus sonstigem Kapital (Saldo) 70,8 –126,9Cashflow aus der Finanzierungstätigkeit 42,6 –155,5Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds (Summe der drei Cashflows) 788,7 –33,4Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 80,9 114,3Finanzmittelfonds am Ende der Periode 869,6 80,9
  • 170. 166DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012SegmentberichtKonzern ShippingFinanceAviationFinanceLandTransportFinanceInvestmentManagementTreasury AndereSegmenteÜberleitung/Konsoli-dierungMio € 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011 2012 2011Zinsüberschuss 230,0 258,3 94,4 91,4 73,4 74,0 15,1 12,6 42,3 35,5 6,0 28,9 12,0 9,6 –13,2 6,4Risikovorsorgeim Kreditgeschäft –70,7 –59,2 –67,1 –35,2 4,2 –5,7 0,0 0,0 –4,6 –8,0 1,1 0,6 –1,0 –9,4 –3,4 –1,4Zinsüberschussnach Risikovorsorge 159,3 199,1 27,3 56,2 77,6 68,3 15,1 12,6 37,7 27,5 7,1 29,5 11,0 0,2 –16,6 5,0Provisions­überschuss 130,7 116,2 62,4 61,4 36,8 34,5 7,5 6,1 4,4 –3,6 –0,1 0,3 12,6 17,0 7,2 0,6Ergebnis ausat EquitybewertetenUnternehmen 8,5 0,1 – – – – – – 8,6 –0,2 – – – – –0,1 0,3SonstigesbetrieblichesErgebnis 42,7 17,3 –3,9 0,1 0,1 0,0 0,0 0,0 –4,1 8,8 0,0 0,0 43,4 11,3 7,2 –2,8Erträge 341,2 332,7 85,8 117,7 114,5 102,8 22,6 18,7 46,6 32,5 7,0 29,8 67,0 28,5 –2,3 3,1Personal­aufwendungen –101,5 –109,0 –29,8 –32,4 –12,6 –13,8 –2,6 –2,7 –9,5 –9,7 –1,3 –1,3 –36,6 –38,2 –9,1 –10,9Sachaufwendungen –77,9 –75,6 –7,8 –7,9 –3,6 –3,6 –0,6 –0,5 –6,8 –9,3 –0,7 –0,6 –28,9 –31,3 –29,5 –22,6Abschreibungen,Wertminderungen,Zuschreibungen –4,6 –4,8 –0,1 –0,1 –0,5 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 0,0 –4,1 –4,2 0,1 –0,5Verwaltungs­aufwendungen –184,0 –189,4 –37,7 –40,4 –16,7 –17,4 –3,2 –3,2 –16,3 –19,0 –2,0 –1,9 –69,6 –73,6 –38,5 –34,0Konzernergebnisvor IAS 39und Steuern 157,2 143,3 48,1 77,3 97,8 85,4 19,4 15,5 30,3 13,5 5,0 27,9 –2,6 –45,2 –40,8 –30,9Ergebnis ausFinanzinstrumentengemäß IAS 39 –15,8 4,4 2,6 3,9 0,3 0,1 0,0 0,0 13,8 –26,9 –33,0 28,4 0,0 0,0 0,5 –1,2Konzernergebnisvor Steuern 141,4 147,7 50,7 81,2 98,1 85,5 19,4 15,5 44,1 –13,4 –28,0 56,3 –2,6 –45,2 –40,3 –32,1Cost-Income-Ratio1)(%) 46,5 47,8 24,3 25,8 15,1 16,0 14,1 16,9 25,0 140,0 – – – – – –Return onEquity2)(%) 12,9 14,0 15,3 24,2 50,1 40,7 64,0 43,5 16,9 –6,4 – – – – – –RisikoaktivaBasel I(Durchschnitt) 19.807,8 18.975,5 10.113,5 9.795,8 6.041,0 5.610,9 1.473,6 1.409,7 567,0 667,3 545,3 341,0 1.043,7 986,4 23,8 164,41) Ohne Risikovorsorge 2) Vor Steuern
  • 171. 167KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteInhaltsverzeichnis des Anhangs Grundlagen derKonzernrechnungslegung168 Erläuterungenzu den angewandtenRechnungslegungsmethoden 168 – 181168 1 Allgemeine Rechnungslegungsmethoden178 2 Barreserve178 3 Forderungen an Kunden, Forderungenan Kreditinstitute und Risikovorsorge179 4 Handelsaktiva und Handelspassiva179 5 Finanzanlagen179 6 Anteile an at Equity bewerteten Unternehmen179 7 Immaterielle Vermögenswerte180 8 Sachanlagen181 9 Tatsächliche und latente Steuern181 10 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden und Kreditinstituten181 11 Verbriefte Verbindlichkeiten181 12 Rückstellungen181 13 Nachrangige Verbindlichkeiten181 14 Eigenkapital Erläuterungen zurGewinn- und Verlustrechnung 182 – 188182 15 Zinsüberschuss182 16 Risikovorsorge im Kreditgeschäft183 17 Provisionsüberschuss183 18 Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen183 19 Verwaltungsaufwendungen184 20 Sonstiges betriebliches Ergebnis184 21 Ergebnis aus Finanzinstrumenten gemäß IAS 39186 22 Steuern vom Einkommen und Ertrag187 23 Segmentberichterstattung Erläuterungen zur Bilanz 189 – 198189 24 Barreserve189 25 Forderungen an Kreditinstitute189 26 Forderungen an Kunden190 27 Risikovorsorge190 28 Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten190 29 Handelsaktiva190 30 Finanzanlagen191 31 Anteile an at Equity bewerteten Unternehmen191 32 Immaterielle Vermögenswerte191 33 Sachanlagen192 34 Anlagenspiegel193 35 Ertragsteueransprüche193 36 Sonstige Aktiva193 37 Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten194 38 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden194 39 Verbriefte Verbindlichkeiten194 40 Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten194 41 Handelspassiva194 42 Rückstellungen196 43 Ertragsteuerverpflichtungen197 44 Sonstige Passiva197 45 Nachrangige Verbindlichkeiten197 46 Eigenkapital Erläuterungen zu denFinanzinstrumenten 199 – 204199 47 Klassen und Kategorien von Finanzinstrumenten201 48 Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten201 49 Nicht erfasste Unterschiedsbeträge bei erstmaligem Ansatz202 50 Ergebnisbeiträge von Finanzinstrumentennach Bewertungskategorien203 51 Risikovorsorge nach Klassen203 52 Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatzvon Finanzinstrumenten203 53 Restlaufzeitengliederung derivativer Finanzinstrumente204 54 Restlaufzeitengliederung nicht-derivativer Finanzinstrumente Sonstige Erläuterungen 205 – 216205 55 Steuerung des Eigenkapitals205 56 Nachrangige Vermögenswerte206 57 Angaben zum Schiffspfandbrief nach § 28 Pfandbriefgesetz(PfandBG)208 58 Anteilsbesitzliste213 59 Finanzgarantien, Eventualverbindlichkeitenund andere Verpflichtungen213 60 Durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten214 61 Angaben über Geschäftsbeziehungenzu nahestehenden Unternehmen und Personen216 62 Entsprechenserklärung nach § 161 AktGund Veröffentlichung nach § 10 WpPG216 63 Abschluss der DVB Bank SE Versicherung der gesetzlichen Vertreter 216
  • 172. Anhang168DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Grundlagen der KonzernrechnungslegungDer vorliegende Konzernabschluss der DVB Bank SE wurde fürdas Geschäftsjahr 2012 gemäß der Verordnung (EG) Nr. 1606/2002des Europäischen Parlaments und des Rates vom 19. Juli 2002nach den Bestimmungen der International Financial ReportingStandards (IFRS) und den ergänzenden handelsrechtlichen Vor-schriften des § 315a Abs. 1 HGB aufgestellt. Die IFRS umfassenneben den als IFRS bezeichneten Standards auch die InternationalAccounting Standards (IAS) sowie die Interpretationen desInternational Financial Reporting Interpretations Committee(IFRIC) und des Standing Interpretations Committee (SIC). Maß-geblich sind die vom International Accounting Standards Board(IASB) veröffentlichten und von der Europäischen Union bis zum31. Dezember 2012 übernommenen Standards.Das Geschäftsjahr entspricht dem Kalenderjahr. Eine im aktu-ellen Geschäftsjahr entkonsolidierte Gesellschaft wird in denVergleichs­zahlen mit dem abweichenden Geschäftsjahr vom1. November bis zum 31. Oktober in den Konzernabschluss desVorjahres einbezogen. Sofern nicht gesondert darauf hingewiesenwird, werden alle Beträge in Millionen Euro (Schreibweise: Mio €)angegeben. Es wird kaufmännisch gerundet. Hierdurch könnensich bei der Bildung von Summen und der Berechnung von Prozent­angaben geringfügige Abweichungen ergeben.Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 6. März 2013 vomVorstand unterzeichnet und zur Weitergabe an den Aufsichtsratfreigegeben.Erläuterungen zu den angewandtenRechnungslegungsmethodenFür die in den IFRS-Konzernabschluss einbezogenen Unternehmenwerden die folgenden Rechnungslegungsmethoden, mit Aus-nahme der nachfolgend dargestellten Sachverhalte, stetig undeinheitlich angewendet.Obwohl die DVB ihre Risiken aus Zins- und Währungsschwan-kungen weitestgehend absichert, hat sie unter IAS 39 erheblicheSchwankungen aus Bewertungen zu verzeichnen. Zur Verbesse-rung der Aussagekraft des Abschlusses hat die DVB daher eineneue Zwischenzeile „Konzernergebnis vor IAS 39 und Steuern“eingefügt, die dem Leser die Ergebnisentwicklung ohne die ent-sprechenden IAS-39-Effekte unmittelbar transparent macht.Es handelt sich hierbei lediglich um eine Zusatzinformation, diejeweiligen Abgrenzungen und Bewertungsmethoden sind unver-ändert.1 Allgemeine Rechnungslegungsmethoden1.1 Im laufenden Geschäftsjahr erstmaliganzuwendende VorschriftenIm Konzernabschluss der DVB werden die folgenden überarbeite-ten Fassungen und Änderungen von Rechnungslegungsstandards,die nachstehende neue Interpretation sowie die genannten Ver-besserungen der IFRS erstmalig berücksichtigt:• Änderung an IFRS 7 – Übertragung finanziellerVermögenswerte• Änderung an IFRS 1 – Schwerwiegende Hochinflation undBeseitigung fixer Daten bei erstmaliger Anwendung der IFRS• Änderung von IAS 12 – Realisierung zugrundeliegenderVermögenswerteDie „Änderung an IFRS 7 – Übertragung finanzieller Vermögens-werte“ führt mit IFRS 7.42A bis 42H, die IFRS 7.13 ersetzen, inder Finanzberichterstattung zu umfangreichen Erweiterungen derAngaben hinsichtlich der Ausbuchung finanzieller Vermögens-werte. Die Angaben zu übertragenen finanziellen Vermögens-werten, die nicht in ihrer Gesamtheit ausgebucht wurden, werdenum eine Übersicht der beizulegenden Zeitwerte von Vermögens-werten und der mit ihnen verbundenen Verbindlichkeiten sowieum zusätzliche qualitative Angaben zu den Transaktionen ergänzt.Zusätzlich sieht die „Änderung an IFRS 7“ nun auch qualitativeund quantitative Angaben zu finanziellen Vermögenswerten vor,die in ihrer Gesamtheit ausgebucht wurden, bei denen jedochweiterhin ein anhaltendes Engagement besteht.Aus der Beachtung der geänderten Rechnungslegungsstandardsund der neuen Interpretationen resultieren keine wesentlichenAuswirkungen für den Konzernabschluss der DVB Bank SE.Soweit im Rahmen der Bilanzierung und Bewertung Schätzungenerforderlich sind, erfolgen diese im Einklang mit den jeweiligenStandards. Die Grundlagen der Schätzungen werden fortlaufendanhand historischer Erfahrungen sowie geänderter Erwartungenüber künftige Entwicklungen überprüft und gegebenenfallsangepasst.
  • 173. Anhang 169KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte1.2 Nicht angewendete übernommeneÄnderungen der IFRSVon einer freiwilligen vorzeitigen Anwendung der überarbeitetenbzw. geänderten Rechnungslegungsstandards, der neuen bzw.geänderten Interpretationen sowie der Verbesserungen derIFRS, für die die Übernahme durch die Europäische Union (EU)erfolgt ist, wurde abgesehen:• IFRS 10 – Konzernabschlüsse• IFRS 11 – Gemeinsame Vereinbarungen• IFRS 12 – Angaben zu Anteilen an anderen Unternehmen• IFRS 13 – Bemessung des beizulegenden Zeitwerts• IAS 27 – Einzelabschlüsse• IAS 28 – Anteile an assoziierten Unternehmenund Gemeinschaftsunternehmen• Änderungen an IFRS 7 – Saldierung von finanziellenVermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten• Änderungen an IAS 19 – Leistungen an Arbeitnehmer• Änderungen an IAS 32 – Saldierung von finanziellenVermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten• Änderungen an IAS 1 – Darstellung von Posten dessonstigen ErgebnissesDie Standards IFRS 10, IFRS 11 und IFRS 12 ersetzen die bishe-rigen Regelungen in IAS 27, IAS 31 und SIC-12 bezüglich derBestimmung des Konsolidierungskreises im IFRS-Konzern­abschluss. Dabei stellt IFRS 10 den zentralen Standard dar, derdie entsprechenden Regelungen in IAS 27 in Verbindung mitSIC-12 ersetzt. Dadurch entsteht ein einheitliches Beherrschungs-konzept, das auf alle Unternehmen einschließlich der Zweck­gesellschaften anzuwenden ist. IAS 27 enthält künftig ausschließ-lich Regelungen zu IFRS-Einzelabschlüssen. IFRS 11 bezieht sichauf die Einbeziehung von Joint Ventures in den Konzernabschlussund ersetzt die Regelungen des IAS 31 in Verbindung mit SIC-13.Das bisherige Wahlrecht zur Einbeziehung von Joint Venturesmittels Quotenkonsolidierung wird damit aufgehoben. Künftigwerden Joint Ventures allein nach der at-Equity-Methode in denKonzernabschluss einbezogen. IFRS 12 fasst sämtliche Anhangs­angaben betreffend Tochterunternehmen, Joint Ventures,assoziierte Unternehmen sowie nicht konsolidierte, strukturierteTochterunternehmen zusammen. Die geänderten Standardswerden im Geschäftsjahr 2014 erstmalig angewendet. Wesent-liche Auswirkungen ergeben sich dabei primär auf die Anhangs­angaben. Die Änderung hinsichtlich der Konsolidierung vonJoint Ventures hat keine Auswirkungen, da diese bereits nachder at-Equity-Methode einbezogen werden.Mit der Anwendung von IFRS 13 wird künftig die Ermittlungdes beizulegenden Zeitwerts für alle IFRS-Standards einheitlichgeregelt. Der beizulegende Zeitwert wird demnach als der Preisdefiniert, den eine Partei in einer regulären Transaktion zwischenMarktteilnehmern am Bewertungsstichtag für den Verkaufeines Vermögenswerts erhalten oder für die Übertragung einerVerbindlichkeit zahlen würde. Der Standard enthält darüber hinausumfangreiche qualitative und quantitative Angabepflichten undwird prospektiv ab dem Geschäftsjahr 2013 angewendet.Die „Änderungen an IFRS 7“ führen zu zusätzlichen Angaben vonBruttobeträgen, nicht saldierten Beträgen sowie Nettopositionenvon Finanzinstrumenten, die aufgrund von Globalaufrechnungs-vereinbarungen oder ähnlichen Vereinbarungen bestehen. Diebestehenden grundlegenden Bestimmungen zur Saldierung vonFinanzinstrumenten werden beibehalten. Die Änderungen werdenretrospektiv ab dem Geschäftsjahr 2013 angewendet.Durch die „Änderungen an IAS 19“ kommt es zu umfangreichenÄnderungen bei der Bilanzierung der leistungsorientierten Pen-sionsverpflichtungen. Insbesondere werden die Wahlrechte beider Erfassung versicherungsmathematischer Gewinne/Verlusteabgeschafft und die sofortige Erfassung dieser Neubewertungenim Sonstigen Ergebnis vorgeschrieben. In der Gewinn- und Ver-lustrechnung ist künftig neben dem Dienstzeitaufwand derNetto-Zinsertrag/-aufwand für das leistungsorientierte Netto-vermögen bzw. die leistungsorientierte Nettoverpflichtung zuerfassen. Daneben wird es zu einer deutlichen Ausweitung dergeforderten Anhangangaben kommen. Die Änderungen werdenab dem Geschäftsjahr 2013 angewendet.Die Änderungen an IAS 32 konkretisieren die bestehenden Vor-schriften zur Saldierung von Finanzinstrumenten. Insbesonderewird die Definition des geforderten Rechtsanspruchs klargestellt.Die Bestimmungen werden retrospektiv ab dem Geschäftsjahr2014 angewendet.Aus den übrigen oben aufgeführten überarbeiteten bzw. geänder-ten Rechnungslegungsstandards und der neuen Interpretationenergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-abschluss.
  • 174. Anhang170DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die „Amendments to IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 – TransitionGuidance“ verdeutlichen die Übergangsvorschriften des IFRS 10und erleichtern diese. Die Änderungen sind für Geschäftsjahre,die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, verpflichtendanzuwenden.Aus den übrigen oben aufgeführten Standards und Ergänzungenergeben sich keine wesentlichen Auswirkungen auf den Konzern-abschluss der DVB. Die Anwendung der aufgeführten Standardserfolgt vorbehaltlich der Übernahme in EU-Recht.1.4 Konsolidierungskreis undKonsolidierungsmethoden1.4.1 KonsolidierungskreisDer Konsolidierungskreis der DVB Bank SE umfasst alle Tochter-gesellschaften, bei denen sie direkt oder indirekt Beherrschungim Sinne des IAS 27 ausüben kann. Derzeit sind dies die DVBHolding GmbH, Frankfurt am Main, die DVB LogPay GmbH,Eschborn, die DVB Holding (US) Inc., New York, die DVB TransportFinance Ltd, London, die DVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd,Singapur, die DVB Bank America N.V., Curaçao, die ITF Interna-tional Transport Finance Suisse AG, Zürich, sowie deren jeweiligeTochtergesellschaften. Der Anteil der DVB Bank SE am Kapitalbeträgt jeweils 100 %.Die Erstkonsolidierung von Tochterunternehmen erfolgt auf denTag, an dem der Konzern die Beherrschung im Sinne des IAS 27erlangt; die Entkonsolidierung erfolgt zu dem Tag, an dem derKonzern den beherrschenden Einfluss verliert.Im Berichtsjahr wurden zwölf Tochterunternehmen erstmalig inden Konsolidierungskreis aufgenommen, 17 Tochterunternehmensowie die Beteiligungen an der TES Holdings Ltd, Bridgend,Wales, Großbritannien, und ihren verbundenen Unternehmenwurden entkonsolidiert. An einem der entkonsolidierten Unter-nehmen sowie der TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, Groß­britannien, ist die DVB im Rahmen von assoziierten Unternehmenweiterhin beteiligt; sie werden im Konzernabschluss nach derat-Equity-Methode bilanziert. Ein weiteres Unternehmen wurdemit einem nach SIC-12 konsolidierten Unternehmen verschmolzen.1.3 Nicht übernommene verabschiedeteÄnderungen der IFRSDie EU hat folgende durch das IASB verabschiedete neue bzw.überarbeitete Rechnungslegungsstandards, Änderungen vonRechnungslegungsstandards und Interpretationen noch nichtübernommen:• IFRS 9 – Financial Instruments• Amendments to IFRS 9 and IFRS 7 – Mandatory Effective Dateand Transition Disclosures• Amendments to IFRS 10, IFRS 11, IFRS 12 – Transition Guidance• Amendments to IFRS 1 – Government Loans• Amendments to IFRS 10, IFRS 12 and IAS 27 – InvestmentEntitiesMit der Verabschiedung und Veröffentlichung der um die Vor-schriften zur Bilanzierung finanzieller Verbindlichkeiten ergänztenFassung des Rechnungslegungsstandards „IFRS 9 – FinancialInstruments“ am 28. Oktober 2010 hat das IASB die erste Phasedes Projekts zur vollständigen Ersetzung von „IAS 39 Finanz­instrumente – Ansatz und Bewertung“ abgeschlossen. IFRS 9enthält derzeit Bestimmungen zum Ansatz sämtlicher Sachver-halte im Anwendungsbereich von IAS 39. Bei der Implementierungvon IFRS 9 werden finanzielle Vermögenswerte neu klassifiziert.Hierfür müssen die Geschäftsmodelle der Portfolios als auch dieEigenschaften der vertraglichen Cashflows der einzelnen finan­ziellen Vermögenswerte beurteilt werden. Bei zum beizulegendenZeitwert eingestuften finanziellen Verbindlichkeiten (Fair ValueOption) sind Wertänderungen aufgrund von Änderungen desAusfallrisikos gemäß IFRS 9 in Abweichung zu IAS 39 grund-sätzlich erfolgsneutral zu erfassen. Derzeit untersucht die DVBdie Auswirkungen des IFRS 9 auf künftige Konzernabschlüsse.Eine abschließende Beurteilung ist allerdings erst mit Veröffent-lichung der Vorschriften zu „Amortised Cost and Impairment ofFinancial Assets“ (Phase II) und „Hedge Accounting“ (Phase III)möglich.Die Übergangsvorschriften des IFRS 9 wurden durch die„Amendments to IFRS 9 and IFRS 7 – Mandatory Effective Dateand Transition Disclosures“ geändert. Damit verschiebt sich dieerstmalige Anwendung von Geschäftsjahren, die am oder nachdem 1. Januar 2013 beginnen, auf Geschäftsjahre, die am odernach dem 1. Januar 2015 beginnen. Eine frühere Anwendung istmöglich. Die Anwendung ist grundsätzlich retrospektiv vorzu-nehmen. Des Weiteren entfällt die Verpflichtung zur Darstellungvon angepassten Vorjahreszahlen. Den Zeitpunkt der erstmaligenAnwendung von IFRS 9 hat die DVB bis zur Veröffentlichung desKonzernabschlusses für das Geschäftsjahr 2012 noch nicht fest-gelegt.
  • 175. Anhang 171KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte• AerCap Partners I Ltd, Shannon, Irland• AerCap Partners II Ltd, Shannon, Irland• Bovey Offshore Ltd, Singapur• D8 Product Tankers I Ltd, Singapur• Deucalion MC Engine Leasing Ltd, Dublin, Irland• Fourth BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s,Antigua/Barbuda• Herakleitos 3050 LLC, Majuro, Marshallinseln• Intermodal Investment Fund II LLC, Majuro, Marshallinseln• Intermodal Investment Fund IV LLC, Majuro, Marshallinseln• Intermodal Investment Fund V LLC, Majuro, Marshallinseln• MD Aviation Capital Pte Ltd, Singapur• Mount Faber KS, Oslo, Norwegen• Second BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s,Antigua/Barbuda• Third BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s,Antigua/Barbuda• Ullswater Subsea DIS, Oslo, NorwegenSoweit die funktionale Währung einer in den Konzernabschlusseinbezogenen Gesellschaft vom Euro abweicht, werden dieVermögenswerte und Schulden dieser Gesellschaft mit demStichtagskurs am Abschlussstichtag und das Eigenkapital mitdem historischen Kurs umgerechnet. Die Umrechnung von Auf-wendungen und Erträgen erfolgt mit Durchschnittskursen. Ausder Umrechnung der funktionalen Währung in die Berichtswäh-rung Euro entstehende Differenzen werden in der Rücklage ausder Währungsumrechnung erfasst.Neben den oben aufgeführten Gesellschaften weisen folgendenach der at-Equity-Methode einbezogende Gesellschaften einevon der Konzernwährung abweichende funktionale Währung auf:• 8F Leasing S.A., Contern, Luxemburg• A330 Parts Ltd, Newark, USA• Epic Pantheon International Gas Shipping Ltd, Tortola,Britische Jungferninseln• Global Offshore Services B.V., Amsterdam, Niederlande• Intermodal Investment Fund VII LLC, Majuro, Marshallinseln• Modex Energy Rentals LLC, Majuro, Marshallinseln• MON A300 Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln• TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, GroßbritannienBei den auf Fremdwährung lautenden monetären Vermögens-werten und Schulden sowie nicht-monetären Posten, die zumbeizulegenden Zeitwert bewertet werden, wird die Währung nachIFRS zum Kassakurs am Bilanzstichtag umgerechnet. Devisen-termingeschäfte werden unter Verwendung des aktuellen Termin-kurses bewertet. Die Währungsumrechnung von monetärenVermögenswerten und Schulden erfolgt erfolgswirksam. Zufortgeführten Anschaffungskosten bewertete nicht-monetäreVermögenswerte und Schulden werden mit dem Transaktions-kurs umgerechnet.Darüber hinaus wurden sieben neu gegründete Unternehmen nachder at-Equity-Methode in den Konsolidierungskreis einbezogen.Die DVB Holding GmbH hat die Beteiligung an der TES HoldingsLtd, Bridgend, Wales, Großbritannien, mehrheitlich verkauft. Dierestliche Betelligung von 40 % wird im Konzernabschluss nach derat-Equity-Methode bilanziert. Weitere wesentliche Transaktionengab es nicht. Die Erträge bzw. Aufwendungen aus dem Verkaufder Unternehmensanteile wurden im Sonstigen betrieblichenErgebnis verbucht.Die in den Konzernabschluss einbezogene DVB LogPay GmbH,Eschborn, sowie die Euro Toll Service GmbH, Eschborn, verzichtengemäß § 264 Abs. 3 HGB auf die Veröffentlichung des Jahres­abschlusses zum 31. Dezember 2012 gemäß § 325 HGB.1.4.2 KonsolidierungsmethodenDie Kapitalkonsolidierung erfolgt gemäß IFRS 3 in Verbindungmit IAS 27 durch die Verrechnung des anteilig erworbenen, neu-bewerteten Eigenkapitals mit den Anschaffungskosten. Einaktivischer Unterschiedsbetrag wird als Goodwill aktiviert undanlassbezogen bzw. jährlich einem Werthaltigkeitstest unter­zogen. Eine planmäßige Abschreibung über die voraussichtlicheNutzungsdauer ist nach den Bestimmungen der IFRS unzulässig.Zwischen einbezogenen Unternehmen bestehende Forderungenund Verbindlichkeiten werden aufgerechnet, ebenso Aufwen-dungen und Erträge. Zwischengewinne werden eliminiert.Anteile an Joint Ventures und Beteiligungen an assoziiertenUnternehmen werden gemäß IAS 31 bzw. IAS 28 grundsätzlichmit ihrem anteiligen Eigenkapital (nach der at-Equity-Methode)in den Konzernabschluss einbezogen.Die Abschlüsse der nach der at-Equity-Methode einbezogenenUnternehmen wurden mit neun Ausnahmen auf den Abschluss-stichtag der DVB aufgestellt.1.5 WährungsumrechnungDie funktionale Währung der Gesellschaften des DVB BankKonzerns ist überwiegend der Euro. Abweichend hiervon wurdefür die TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, Großbritannien, dasbritische Pfund als funktionale Währung festgelegt. Die Bestim-mung der funktionalen Währung richtet sich im Konzern nachder Währung, in der Ergebnisse aus der betrieblichen Tätigkeitnormalerweise einbehalten werden und in der die Performanceüberwacht sowie in Bezug auf Währungsrisiken gesteuert wird.Für folgende nach der at-Equity-Methode einbezogene Gesell-schaften wurde im aktuellen Geschäftsjahr die funktionaleWährung von Euro auf US-Dollar umgestellt:
  • 176. Anhang172DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die auf die Veränderung des Kreditrisikos zurückgehende Anpas-sung des beizulegenden Zeitwertes designierter Vermögens-werte wird gemäß der in IFRS 7.9(c)(i) beschriebenen Methodeermittelt. Hierzu werden die Wertänderungen auf Basis des FullFair Value den Wertänderungen bei konstanten Credit Spreadsgegenübergestellt. Die Differenz entspricht der Änderung desFair Value, die auf die Veränderung des Kreditrisikos zurückzu-führen ist.Während der letzten zwei Geschäftsjahre wurden keine Derivatezur Absicherung des Kreditrisikos von zur erfolgswirksamenBewertung mit dem beizulegenden Zeitwert designierten finan-ziellen Vermögenswerten eingesetzt. Das Höchstengagement inBezug auf das Kreditrisiko entspricht dem Buchwert.1.6.2 Bis zur Endfälligkeit gehaltene FinanzinvestitionenDie Kategorie „Bis zur Endfälligkeit gehaltene Finanzinvestitionen“wird von der DVB derzeit nicht genutzt.1.6.3 Kredite und ForderungenDer Kategorie „Kredite und Forderungen“ werden grundsätzlichalle nicht-derivativen finanziellen Vermögenswerte mit festenoder bestimmbaren Zahlungen zugeordnet, die nicht an einemaktiven Markt notiert sind. In der DVB wurden der Kategorie„Kredite und Forderungen“ an die Schuldner ausgereichte Kreditesowie am Sekundärmarkt erworbene Forderungen zugeordnet.Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten,welche unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermitteltwurden. Agien bzw. Disagien werden danach über die Laufzeitamortisiert. Erhaltene Kreditbereitstellungsprovisionen werdenbis zur Auszahlung der Kredite passivisch abgegrenzt und imAnschluss analog zu Agien und Disagien amortisiert. AmortisierteAgien, Disagien und Kreditbereitstellungsprovisionen vereinnahmtdie DVB im Zinsertrag.1.6.4 Zur Veräußerung verfügbarefinanzielle VermögenswerteAls „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte“sind alle finanziellen Vermögenswerte zu kategorisieren, dienicht einer der anderen Kategorien finanzieller Vermögenswertezugeordnet wurden. Die Bewertung erfolgt zum beizulegendenZeitwert. Wertänderungen zwischen zwei Stichtagen sind bis zuihrer Realisation ergebnisneutral in einer Neubewertungsrücklageim Eigenkapital zu erfassen. Soweit zum Abschlussstichtag einenegative Neubewertungsrücklage besteht, wird im Rahmeneines Werthaltigkeitstests geprüft, ob eine Wertminderungim Sinne eines Impairments vorliegt. In diesem Fall wird diekumulierte negative Neubewertungsrücklage ausgebucht undergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.1.6 Finanzinstrumente nach IAS 39Finanzinstrumente, die in den Anwendungsbereich des IAS 39fallen, sind zum Zugangszeitpunkt entsprechend ihrer Merkmalesowie gegebenenfalls ihrer Verwendungsabsicht einer derBewertungskategorien des IAS 39 zuzuordnen.Im Konzernabschluss kommen die folgenden Kategorien zurAnwendung:1.6.1 Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwertbewertete finanzielle VermögenswerteDie Kategorie wird durch die beiden Unterkategorien „Zu Handels-zwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte“ und „Zurerfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwertdesignierte finanzielle Vermögenswerte“ definiert.1.6.1.1 Zu Handelszwecken gehaltenefinanzielle VermögenswerteDieser Kategorie werden alle nicht-derivativen Vermögenswertebei Zugang zugeordnet, die hauptsächlich mit der Absicht derkurzfristigen Weiterveräußerung erworben wurden. Darüberhinaus werden sämtliche derivative Finanzinstrumente mit posi-tiven Marktwerten, die nicht Sicherungsinstrumente in einerdesignierten und effektiven Sicherungsbeziehung sind, als„zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert. Wertänderungenzwischen zwei Stichtagen werden ergebniswirksam im Handels-ergebnis erfasst.1.6.1.2 Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegendenZeitwert designierte finanzielle VermögenswerteEntsprechend der vom IASB im Jahr 2005 modifizierten FairValue Option können dieser Kategorie alle finanziellen Vermögens-werte zugeordnet werden, die ansonsten zu einer Ansatz- oderBewertungsinkonsistenz führen würden, die zum beizulegendenZeitwert gesteuert werden oder die ein eingebettetes Derivatenthalten, welches abspaltungspflichtig wäre. Im Konzern­abschluss wurde die Kategorie ausschließlich zur Vermeidungvon Bewertungsinkonsistenzen aus Zinsrisiken sowie zur Ver-meidung des Hedge Accounting eingesetzt. Änderungen desbeizulegenden Zeitwertes von zur erfolgswirksamen Bewertungmit dem beizulegenden Zeitwert designierten finanziellen Vermö-genswerten zwischen zwei Stichtagen werden ergebniswirksamim Ergebnis aus der Anwendung der Fair Value Option erfasst.Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwertdesignierte finanzielle Vermögenswerte werden in dem Bilanz-posten ausgewiesen, dem sie bei Nichtanwendung der Fair ValueOption zuzuordnen wären.
  • 177. Anhang 173KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte1.6.6 Sonstige VerbindlichkeitenAls Sonstige Verbindlichkeiten sind sämtliche finanzielle Verbind-lichkeiten im Anwendungsbereich des IAS 39 zu klassifizieren,die nicht einer der anderen Kategorien für finanzielle Verbind-lichkeiten zugeordnet wurden. Die Bewertung der SonstigenVerbindlichkeiten erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten,welche unter Anwendung der Effektivzinsmethode ermitteltwurden. Agien bzw. Disagien werden danach über die Laufzeitamortisiert und im Zinsaufwand erfasst.Zu den Sonstigen Verbindlichkeiten zählen auch solche ausFinanzgarantien. Diese werden bei Zugang mit ihrem beizule-genden Zeitwert erfasst, der grundsätzlich dem Barwert dererhaltenen Avalprovision entspricht. Die Folgebewertung derVerbindlichkeiten aus Finanzgarantien erfolgt mit dem höherenWert einer gemäß IAS 37 gebildeten Rückstellung oder dembeizulegenden Zeitwert zum Zugangszeitpunkt abzüglich einernachfolgend erfassten Amortisation gemäß IAS 18. Der Ausweisder Finanzgarantien erfolgt nach der Nettomethode. Dabei wirddie erfasste Verbindlichkeit mit der Forderung aus den Aval­provisionen saldiert.1.6.7 Klassen von FinanzinstrumentenZur Erfüllung der Angabepflichten des IFRS 7, der die Bedeutungvon Finanzinstrumenten für die Ertrags-, Finanz- und Vermögens-lage erläutert, klassifiziert die DVB Finanzinstrumente wie folgt:1.6.7.1 Klassen finanzieller Vermögenswerte– Zum beizulegenden Zeitwert bewertetefinanzielle VermögenswerteDie Klasse der zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finan­ziellen Vermögenswerte enthält finanzielle Vermögenswerte derfolgenden Kategorien des IAS 39:• Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteteFinanzinstrumente mit den Unterkategorien „Zu Handels­zwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte“ und „Zurerfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwertdesignierte finanzielle Vermögenswerte“• Zur Veräußerung verfügbare finanzielle VermögenswerteAusgenommen hiervon sind finanzielle Vermögenswerte derKategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögens-werte“, deren beizulegender Zeitwert nicht verlässlich bestimmtwerden kann; daher werden sie mit den Anschaffungskostenbewertet. Diese werden der Klasse der „Zu fortgeführtenAnschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte“zugeordnet.1.6.5 Ergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwertbewertete finanzielle VerbindlichkeitenDie Kategorie wird durch die beiden Unterkategorien „Zu Handels-zwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten“ und „Zurerfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwertdesignierte finanzielle Verbindlichkeiten“ definiert.1.6.5.1 Zu Handelszwecken gehaltenefinanzielle VerbindlichkeitenDieser Kategorie sind alle nicht-derivativen Verbindlichkeitenunwiderruflich bei Zugang zuzuordnen, die hauptsächlich mit derAbsicht eingegangen wurden, sie kurzfristig durch Rückkauf zuerfüllen. Zum Abschlussstichtag wurden von der DVB keine nicht-derivativen finanziellen Verbindlichkeiten zu Handelszweckengehalten. Darüber hinaus werden sämtliche derivative Finanz­instrumente mit negativen Marktwerten, die nicht Sicherungs­instrumente in einer designierten und effektiven Sicherungs­beziehung sind, als „zu Handelszwecken gehalten“ klassifiziert.Wertänderungen zwischen zwei Stichtagen werden ergebnis-wirksam im Handelsergebnis erfasst.1.6.5.2 Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegendenZeitwert designierte finanzielle VerbindlichkeitenDieser Kategorie dürfen alle finanziellen Verbindlichkeiten zuge-ordnet werden, deren Bewertung ansonsten zu Ansatz- oderBewertungsinkonsistenzen führen würden, die zum beizulegendenZeitwert gesteuert werden oder die ein eingebettetes Derivatenthalten, welches abspaltungspflichtig wäre. Im Konzern­abschluss wurde die Kategorie ausschließlich zur Vermeidung vonBewertungsinkonsistenzen aus Zinsrisiken und zur Vermeidungdes Hedge Accounting eingesetzt. Änderungen des beizulegendenZeitwertes von zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizu-legenden Zeitwert designierten finanziellen Verbindlichkeitenzwischen zwei Stichtagen werden ergebniswirksam im Ergebnisaus der Anwendung der Fair Value Option erfasst. Zur erfolgs-wirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwert desig-nierte finanzielle Verbindlichkeiten werden in dem Bilanzpostenausgewiesen, dem sie bei Nichtanwendung der Fair ValueOption zuzuordnen wären.Die auf die Veränderung des Kreditrisikos der DVB zurückge-hende Anpassung des beizulegenden Zeitwertes designierterVerbindlichkeiten wird gemäß der in IFRS 7.10(a)(i) beschriebenenMethode ermittelt. Hierzu werden die Wertänderungen aufBasis des Full Fair Value den Wertänderungen bei konstantenCredit Spreads gegenübergestellt. Die Differenz entspricht derÄnderung des Fair Value, die auf die Veränderung des Kredit­risikos zurückzuführen ist.
  • 178. Anhang174DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Neben den finanziellen Vermögenswerten der genannten Katego-rien umfasst die Klasse auch die als Vermögenswerte erfasstenpositiven Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten,da diese ebenfalls zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden.– Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetefinanzielle VermögenswerteZur Klasse der „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetenVermögenswerte“ zählen finanzielle Vermögenswerte der Kate-gorie „Kredite und Forderungen“ sowie zur Veräußerung verfüg-bare finanzielle Vermögenswerte, deren beizulegender Zeitwertnicht verlässlich bestimmt werden kann.– Sonstige finanzielle VermögenswerteDie Klasse „Sonstige finanzielle Vermögenswerte“ bestehtausschließlich aus Forderungen im Rahmen von Finanzierungs-Leasinggeberverhältnissen.1.6.7.2 Klassen finanzieller Verbindlichkeiten– Zum beizulegenden Zeitwert bewertetefinanzielle VerbindlichkeitenDie Klasse der „Zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finan-ziellen Verbindlichkeiten“ enthält finanzielle Verbindlichkeitender folgenden Kategorie des IAS 39: Erfolgswirksam zum bei-zulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente mit denUnterkategorien „Zu Handelszwecken gehaltene finanzielleVerbindlichkeiten“ und „Zur erfolgswirksamen Bewertung mitdem beizulegenden Zeitwert eingestufte Finanzinstrumente“.Neben den finanziellen Verbindlichkeiten der genannten Kategorieumfasst die Klasse auch die als Verbindlichkeiten erfasstennegativen Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten.– Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetefinanzielle VerbindlichkeitenDie Klasse der „Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetenfinanziellen Verbindlichkeiten“ umfasst die sonstigen finanziellenVerbindlichkeiten im Anwendungsbereich des IAS 39.– Sonstige finanzielle VerbindlichkeitenDie Klasse der „Sonstigen finanziellen Vermögenswerte“ bestehtaus Verbindlichkeiten im Rahmen von Finanzierungs-Leasing-nehmerverhältnissen, Verbindlichkeiten aus unwiderruflichenKreditzusagen sowie Verbindlichkeiten aus Finanzgarantien.1.6.8 Ansatz und Ausbuchung von FinanzinstrumentenDer Ansatz von derivativen Finanzinstrumenten erfolgt zumHandelstag (Trade Date). Nicht-derivative Finanzinstrumentewerden zum Erfüllungstag (Settlement Date) bilanziert. Ände-rungen des beizulegenden Zeitwertes zwischen dem Handelstagund dem Erfüllungstag werden entsprechend der Kategorisierungder Finanzinstrumente erfasst.Sämtliche Finanzinstrumente werden beim erstmaligen Ansatzmit dem beizulegenden Zeitwert bewertet. Unterschiedsbeträgezwischen Transaktionspreisen und beizulegenden Zeitwerten(Day One Profits) werden beim erstmaligen Ansatz erfolgswirksamvereinnahmt, wenn die beizulegenden Zeitwerte überwiegendmit auf beobachtbaren Marktdaten basierenden Bewertungs-techniken ermittelt werden. Soweit der beizulegende Zeitwertzum Zugangszeitpunkt aus Transaktionspreisen abgeleitet wirdund darüber hinaus als Bewertungsmaßstab im Rahmen derFolgebewertung zur Anwendung kommt, werden Veränderungendes beizulegenden Zeitwerts nur dann erfolgswirksam erfasst,wenn sie auf die Veränderung von beobachtbaren Marktdatenzurückgeführt werden können. Beim erstmaligen Ansatz werdenbisher nicht erfasste Unterschiedsbeträge, die auf die Verände-rung von nicht beobachtbaren Marktdaten zurückgeführt werdenkönnen, über die Laufzeit der betreffenden Finanzinstrumenteverteilt und entsprechend vereinnahmt.Finanzielle Vermögenswerte und finanzielle Schulden werdenausgebucht (Derecognition), wenn keine weiteren Rechte aufkünftige Zahlungen bestehen oder diese auf Dritte übertragenwurden und keine substanziellen Chancen und Risiken aus denfinanziellen Vermögenswerten und finanziellen Schulden in derDVB verbleiben.1.6.9 Wertminderung und Wertaufholungvon FinanzinstrumentenSoweit zum Abschlussstichtag objektive Hinweise auf eine Wert-minderung finanzieller Vermögenswerte vorlagen, wurde einWerthaltigkeitstest entsprechend den Vorschriften des IAS 39durchgeführt. Als objektive Hinweise für Wertminderungen vonFremdkapitalinstrumenten werden unter anderem folgendeFaktoren herangezogen: Verzug bei der Zahlung von Zinsen oderTilgungen, Zahlungsausfälle, Verstöße gegen wesentlicheVertragsbedingungen im Zusammenhang mit der Sicherheiten-stellung, bestimmte Restrukturierungsmaßnahmen auf Kunden-seite, drohende Insolvenz, die Verschlechterung des Kreditratingsin einem Berichtszeitraum um mehr als zwei Stufen oder unter eindefiniertes Niveau sowie weitere Faktoren. Objektive Hinweiseauf Wertminderungen von Eigenkapitalinstrumenten sind unteranderem eine nachhaltige Verschlechterung der Ertragslagebzw. eine nachhaltige Erzielung von Verlusten oder der Verzehrdes Eigenkapitals, die in Verbindung mit einer signifikanten oderdauerhaften Wertminderung des beizulegenden Zeitwertsgebracht werden können.
  • 179. Anhang 175KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteZur Ermittlung der eingetretenen Wertminderung von Finanz­instrumenten der Kategorie „Kredite und Forderungen“ sowievon Forderungen aus Finanzierungsleasingverträgen wird derBuchwert zum Abschlussstichtag mit dem Barwert der künftigengeschätzten Zahlungsströme verglichen. Als Diskontierungsfaktorist der ursprüngliche Effektivzins des jeweiligen Vermögenswertesanzuwenden. Der ursprüngliche Effektivzinssatz ist der Zinssatz,mit dem die ursprünglich erwarteten künftigen Ein- und Auszah-lungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments odereine kürzere Periode, sofern zutreffend, exakt auf den Buchwertdes finanziellen Vermögenswertes oder der finanziellen Verbind-lichkeit abgezinst werden.Soweit einzelne Finanzinstrumente für sich genommen nichtsignifikant sind oder soweit zum Abschlussstichtag keine Wert-minderung auf individueller Basis festgestellt werden konnte,werden sie zusammen mit anderen vergleichbaren unwesentlichenoder nicht individuell wertberichtigten Vermögenswerten einerWerthaltigkeitsprüfung auf Portfoliobasis unterzogen.Uneinbringliche Forderungen, für die keine Einzelwertberichti-gungen bestehen, werden direkt abgeschrieben. Eingänge aufabgeschriebene Forderungen werden erfolgswirksam erfasst.Steht für einen wertgeminderten finanziellen Vermögenswertder tatsächliche Ausfall fest, wird eine hierfür gebildete Risiko-vorsorge gegen den finanziellen Vermögenswert ausgebuchtund als Inanspruchnahme ausgewiesen.Für zum beizulegenden Zeitwert bewertete Finanzinstrumente derKategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögens-werte“ ist zu prüfen, ob im Falle einer kumulierten negativen Neu-bewertungsrücklage zum Abschlussstichtag objektive Hinweiseauf eine Wertminderung vorliegen. Soweit eine Wertminderungvorliegt, ist die negative Neubewertungsrücklage für das betrof-fene Finanzinstrument aus dem Eigenkapital auszubuchen undaufwandswirksam zu erfassen. Wertminderungen von mit denAnschaffungskosten bewerteten Eigenkapitalinstrumentenwerden direkt vom Buchwert der betreffenden finanziellenVermögenswerte abgesetzt und in die Gewinn- und Verlust­rechnung übernommen.Wird im Rahmen eines Werthaltigkeitstests festgestellt, dasseine zuvor ergebniswirksam erfasste Wertminderung nicht mehrbesteht, so wird eine Wertaufholung vorgenommen. Diese ist beizu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Vermögens-werten auf die fortgeführten Anschaffungskosten, die sich ohnezwischenzeitliche Wertberichtigung ergeben hätten, begrenzt.Die ergebniswirksame Wertaufholung für Eigenkapitalinstrumenteist nicht zulässig.1.7 Eingebettete DerivateIn nicht-derivative Finanzinstrumente eingebettete derivativeFinanzinstrumente (eingebettete Derivate) sind gemäß IAS 39vom Basisvertrag abzuspalten, gesondert zu bilanzieren und zubewerten, wenn ihre wirtschaftlichen Merkmale und Risikennicht eng mit den wirtschaftlichen Merkmalen und Risiken desBasisvertrages verbunden sind, ein eigenständiges Instrumentmit den gleichen Bedingungen die Definition eines Derivatserfüllen würde und das Gesamtinstrument nicht ergebniswirksamzum beizulegenden Zeitwert bewertet wird. Sind diese Voraus-setzungen für eine Trennung des eingebetteten Derivats nichterfüllt, darf keine Abspaltung vorgenommen werden. In der DVBliegen keine trennungspflichtigen eingebetteten Derivate vor.1.8 Hedge Accounting(Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen)Im Rahmen ihrer Risikomanagementstrategie sichert sich dieDVB gegen Zinsänderungs- und Fremdwährungsrisiken durch denAbschluss von verschiedenen Derivaten ab. Für die bilanzielleAbbildung dieser wirtschaftlichen Sicherungsbeziehungen siehtder IAS 39 spezielle Regelungen vor. Diese sollen Ansatz- undBewertungsinkonsistenzen zwischen den gesicherten Grund­geschäften und den eingesetzten Sicherungsderivaten vermeiden.IAS 39 unterscheidet dabei drei Arten von Sicherungsbeziehun-gen: Sicherungen des beizulegenden Zeitwertes, Sicherungenvon Zahlungsströmen und Sicherungen einer Nettoinvestition ineine ausländische Teileinheit. Die Designierung dieser Sicherungs-beziehungen ist an die Erfüllung enger, in IAS 39 definierterVoraussetzungen geknüpft.1.8.1 Fair Value Hedge(Sicherungen des beizulegenden Zeitwertes)Durch die Sicherung des beizulegenden Zeitwertes sollen dessenSchwankungen im gesicherten Grundgeschäft durch gegenläufigeSchwankungen des beizulegenden Zeitwertes des Sicherungs­instrumentes ausgeglichen werden. Hierzu werden sowohl dieÄnderungen des beizulegenden Zeitwertes des gesichertenGrundgeschäftes, die auf das gesicherte Grundgeschäft entfallen,als auch die gegenläufigen Änderungen des beizulegendenZeitwertes des Sicherungsinstrumentes ergebniswirksam inder Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Gesicherte Grund­geschäfte der Kategorie „Kredite und Forderungen“ werdendabei entsprechend den allgemeinen Bewertungsgrundsätzendieser Kategorie zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet,welche anschließend um die auf das gesicherte Risiko entfal-lende Änderung des beizulegenden Zeitwertes angepasst werden.Gesicherte Grundgeschäfte der Kategorie „Zur Veräußerungverfügbare Finanzinstrumente“ werden weiterhin zum beizu­legenden Zeitwert bewertet, wobei nur von der gesichertenMarktwertschwankung abweichende Änderungen des beizu­legenden Zeitwertes ergebnisneutral in der Neubewertungs-rücklage des Eigenkapitals erfasst werden.
  • 180. Anhang176DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Änderungen des beizulegenden Zeitwertes von Sicherungsinstru-menten aus Sicherungen künftiger Zahlungsströme werden –soweit sie auf den effektiven Teil der Sicherungsbeziehung ent-fallen – ergebnisneutral im Eigenkapital und – soweit sie auf denineffektiven Teil entfallen – im Ergebnis aus Sicherungsbeziehun-gen erfasst.Cashflow-Hedge-Beziehungen werden in der DVB zur Sicherungdes Fremdwährungsrisikos aus Zins- und Provisionszahlungensowie aus fest kontrahierten Personalaufwendungen und Ver-waltungsaufwendungen in fremder Währung designiert. Diegesicherten Zahlungsströme werden jeweils für das folgendeGeschäftsjahr erwartet. Als Sicherungsinstrumente kommenausschließlich Devisentermingeschäfte zum Einsatz.1.8.3 Net Investment Hedges(Absicherung von Nettoinvestitionenin ausländische Geschäftsbetriebe)Im Rahmen der Net Investment Hedges werden die Translations-risiken aus Beteiligungen mit einer ausländischen funktionalenWährung abgesichert. Die Gewinne und Verluste der Sicherungs-instrumente werden bis zur Veräußerung bzw. zum Abgang derBeteiligung als separater Bestandteil ergebnisneutral im Eigen-kapital ausgewiesen, soweit sie auf den effektiven Teil derSicherungsbeziehung entfallen. Der ineffektive Teil wird ergebnis-wirksam im Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen erfasst.1.8.4 EffektivitätstestIm Rahmen des durch IAS 39 geforderten prospektiven Effekti-vitätstests wird eine Sensitivitätsanalyse auf Basis der Basis-Point-Value-Methode durchgeführt. Die Prüfung der retrospektivenEffektivität erfolgt nach der sogenannten Dollar-Offset-Methode.Hierbei werden die kumulierten und auf das gesicherte Risikoentfallenden Änderungen des beizulegenden Zeitwertes dergesicherten Grundgeschäfte den Änderungen des beizulegendenZeitwertes der Sicherungsinstrumente gegenübergestellt.Kompensieren sich die Änderungen der beizulegenden Zeitwerteder Sicherungsinstrumente und der gesicherten Grundgeschäfteinnerhalb der durch IAS 39 definierten Grenzen von 80 % bis125 %, gilt die Sicherungsbeziehung als effektiv.Bei vollständig effektiven Sicherungsbeziehungen gleichen sichdie ergebniswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnungerfassten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes währendder Laufzeit der Sicherungsbeziehung vollständig aus. Die imBuchwert der gesicherten Grundgeschäfte erfassten Änderungendes beizulegenden Zeitwertes sind spätestens nach Beendigungder Sicherungsbeziehung ergebniswirksam zu amortisieren.Soweit die Sicherungsbeziehung durch Veräußerung des Grund-geschäftes beendet wird, werden die kumulierten und auf dasgesicherte Risiko entfallenden Bewertungsergebnisse zu diesemZeitpunkt ergebniswirksam erfasst.Die DVB designiert Sicherungsbeziehungen zur Sicherung des bei-zulegenden Zeitwertes für festverzinsliche Kredite und Darlehenan Kunden, Kreditzusagen, festverzinsliche Wertpapiere, fest-verzinsliche Verbindlichkeiten aus der Refinanzierung sowieFremdwährungsrisiken von finanziellen Vermögenswerten undVerbindlichkeiten. Als Sicherungsinstrumente kommen überwie-gend Zinsswaps zum Einsatz. Zinsaufwendungen oder Zinserträgeaus den gesicherten Grundgeschäften sowie aus den Sicherungs-instrumenten werden im Zinsergebnis erfasst.1.8.2 Cashflow-Hedge(Sicherungen von Zahlungsströmen)Die Änderungen ungewisser künftiger Zahlungsströme aus gesi-cherten Grundgeschäften sollen durch gegenläufige Änderungenvon Zahlungsströmen aus den Sicherungsinstrumenten abge­sichert werden (Cashflow-Hedge).Im Rahmen der bilanziellen Abbildung von Cashflow-Hedge-Beziehungen werden die Sicherungsinstrumente zum beizu­legenden Zeitwert bewertet. Änderungen des beizulegendenZeitwertes, die auf den effektiven Teil der Sicherungsbeziehungentfallen, sind ergebnisneutral im Eigenkapital in der Cashflow-Hedge-Rücklage zu erfassen. Änderungen des beizulegendenZeitwertes, die auf den ineffektiven Teil der Sicherungsbeziehungentfallen, werden ergebniswirksam im Handelsergebnis erfasst.Änderungen des beizulegenden Zeitwertes bzw. der Cashflowsder gesicherten Grundgeschäfte sind entsprechend den allge-meinen Grundsätzen der zugeordneten Bewertungskategorie zuerfassen. Nach der Beendigung einer Cashflow-Hedge-Beziehungwerden die ergebnisneutral im Eigenkapital erfassten Wert­änderungen dann ergebniswirksam, wenn auch die vormalsgesicherten Grundgeschäfte ergebniswirksam geworden sind.
  • 181. Anhang 177KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte1.9 Schätzungen im Rahmen der Bilanzierungund BewertungDie Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage imKonzernabschluss ist von Ansatz- und Bewertungsmethodensowie von Annahmen und Schätzungen abhängig, die der Auf-stellung des Konzernabschlusses zugrunde liegen. Sind für dieBilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS Annahmen undSchätzungen erforderlich, wurden diese in Übereinstimmungmit den jeweiligen Standards vorgenommen.Die nachstehend aufgeführten wesentlichen Annahmen undSchätzungen sowie die mit den gewählten Rechnungslegungs-methoden verbundenen Unsicherheiten sind entscheidend für dasVerständnis der zugrunde liegenden Risiken der Finanzbericht­erstattung sowie der Auswirkungen, die diese Schätzungen,Annahmen und Unsicherheiten auf den Konzernabschluss habenkönnen. Sie basieren auf historischen Erfahrungen, anderenFaktoren wie Planungen und – nach heutigem Ermessen – wahr-scheinlichen Erwartungen oder Prognosen künftiger Ereignisse.1.9.1 Beizulegender Zeitwert finanzieller Vermögenswerteund finanzieller VerbindlichkeitenDie Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte finanziellerVermögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten ist mitSchätzungsunsicherheiten verbunden, wenn für die jeweiligenFinanzinstrumente keine Kurse in aktiven Märkten verfügbarsind. Schätzungsunsicherheiten treten vor allem dann auf, wenndie Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte mittels Bewertungs-techniken erfolgt, in die wesentliche nicht am Markt beobacht-bare Bewertungsparameter einfließen. Die der Bestimmung vonbeizulegenden Zeitwerten zugrunde liegenden Annahmen undBewertungsmethoden bei fehlenden Marktwerten sind in derAnhangsangabe 48 dargestellt.1.9.2 Vermögenswerte des Sachanlagevermögensund Immaterielle VermögenswerteDie Bilanzierung von Vermögenswerten des Sachanlagever­mögens, Immateriellen Vermögenswerten und Goodwill ist mitSchätzungen zur Ermittlung des beizulegenden Zeitwertes zumErwerbszeitpunkt verbunden. Dies gilt vor allem für solche Ver-mögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammen-schlusses erworben wurden. Ferner ist die erwartete Nutzungs-dauer der Vermögenswerte zu schätzen. Die Ermittlung derbeizulegenden Zeitwerte von Vermögenswerten und Schuldensowie der Nutzungsdauern der Vermögenswerte basieren aufBeurteilungen des Managements, die in Übereinstimmung mitden IFRS-Standards auf Basis aller verfügbaren Informationengetroffen werden.Um die Wertminderung von Vermögenswerten des Sachanlage-vermögens und von Immateriellen Vermögensgegenständen zuermitteln, werden auch Schätzungen vorgenommen, die sichunter anderem auf Ursache, Zeitpunkt und Höhe der Wertminde-rung beziehen. Die Identifizierung von Anhaltspunkten, die aufeine Wertminderung hindeuten, die Schätzung von künftigenCashflows sowie die Ermittlung der beizulegenden Zeitwertevon Vermögenswerten (oder von Gruppen von Vermögenswerten)sind mit wesentlichen Einschätzungen verbunden, die dasManagement hinsichtlich der Identifizierung und Überprüfung vonAnzeichen für eine Wertminderung, der erwarteten Cashflows,der zutreffenden Abzinsungssätze, der jeweiligen Nutzungsdauernsowie der Restwerte zu treffen hat.Eine Wertminderung basiert auf vielen Faktoren. Grundsätzlichwerden Änderungen der gegenwärtigen Wettbewerbsbedin-gungen, Erwartungen bezüglich des Wachstums, Erhöhungender Kapitalkosten, Änderungen der künftigen Verfügbarkeit vonFinanzierungsmitteln, technologische Veralterung, die Einstellungvon Dienstleistungen, aktuelle Wiederbeschaffungskosten undsonstige das Umfeld betreffende Änderungen, die auf eine Wert-minderung hindeuten, berücksichtigt. Der jeweils erzielbareBetrag und der beizulegende Zeitwert werden in der Regel unterAnwendung der Discounted-Cashflow-Methode ermittelt, in dieangemessene Annahmen von Marktteilnehmern einfließen.1.9.3 Wertberichtigung auf Forderungen undRückstellungen im Kreditgeschäft (Risikovorsorge)Unsicherheiten im Rahmen der Bewertung von Risiken im Kredit-geschäft resultieren der Höhe und dem Grunde nach überwiegendaus Annahmen und Einschätzungen von Entscheidungsträgern.Getroffene Annahmen und Einschätzungen betreffen unteranderem die aktuelle und künftige gesamtwirtschaftliche Ent-wicklung sowie die wirtschaftliche Entwicklung einzelner Kredit-nehmer. Weiterhin sind die historische und aktuelle Entwicklungder Verwertungserlöse gestellter Kreditsicherheiten, unterstellteVerwertungsperioden sowie abschließende Kreditausfallquotenunter Berücksichtigung von Struktur und Qualität der bankeigenenKreditportfolien betroffen.1.9.4 Ertragsteueransprüche und -verpflichtungenBei Ermittlung der latenten Ertragsteueransprüche und -ver-pflichtungen werden Schätzungen künftiger zu versteuernderEin­kommen der Steuersubjekte zugrunde gelegt, welche sichinsbesondere auf die Beurteilung der Werthaltigkeit latenterErtragsteueransprüche auswirken. Weiterhin sind für dieBerechnung der tatsächlichen Ertragsteueransprüche und-verpflichtungen zum Zeitpunkt der Erstellung der handelsrecht-lichen Abschlüsse Einschätzungen ertragsteuerrelevanterSachverhalte vorzunehmen.
  • 182. Anhang178DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 20121.9.6 Zur Veräußerung gehaltenelangfristige VermögenswerteDiese Vermögenswerte werden mit ihrem jeweiligen Buchwertoder mit dem niedrigeren beizulegenden Zeitwert abzüglichVeräußerungskosten bewertet und werden als „Zur Veräußerunggehaltene langfristige Vermögenswerte“ klassifiziert. Sie werdennicht mehr planmäßig abgeschrieben. Wertminderungen werdenfür diese Vermögenswerte grundsätzlich nur dann erfasst, wennder beizulegende Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten unter-halb des Buchwertes liegt. Im Fall einer späteren Erhöhung desbeizulegenden Zeitwertes abzüglich Veräußerungskosten istdie zuvor erfasste Wertminderung rückgängig zu machen. DieZuschreibung ist auf die zuvor für die betreffenden Vermögens-werte erfassten Wertminderungen begrenzt.2 BarreserveAls Barreserve werden in der DVB der Kassenbestand undGuthaben bei Zentralnotenbanken ausgewiesen. Die Bewertungerfolgt mit dem Nominalwert.3 Forderungen an Kunden, Forderungen anKreditinstitute und RisikovorsorgeDie Forderungen an Kunden und die Forderungen an Kreditinstituteumfassen im Wesentlichen die an Kunden und Kreditinstituteausgereichten Kredite und Darlehen sowie die Forderungen ausGeldmarktgeschäften. Die Bewertung der Forderungen erfolgtgrundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten. EinzelneForderungen an Kunden werden durch Ausübung der Fair ValueOption zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Änderungen desbeizulegenden Zeitwertes werden im Ergebnis aus der Anwen-dung der Fair Value Option ausgewiesen. Soweit die Forderungenals Grundgeschäfte in effektiven Sicherungsbeziehungen zurSicherung des beizulegenden Zeitwertes designiert wurden,umfasst der Buchwert Änderungen des beizulegenden Zeitwertes,die auf das gesicherte Risiko entfallen.Die Risikovorsorge für Forderungen an Kreditinstitute und Kundenwird als gesonderter Bilanzposten offen aktivisch abgesetzt.Zuführungen zu und Auflösungen von Risikovorsorge für Forde-rungen an Kreditinstitute und Kunden werden in der Gewinn-und Verlustrechnung als Risikovorsorge im Kreditgeschäft erfasst.Die Risikovorsorgebildung umfasst darüber hinaus Veränderungenvon Rückstellungen für Kreditzusagen, sonstigen Rückstellungenim Kreditgeschäft und Verbindlichkeiten aus Finanzgarantien.Zuführungen und Auflösungen von diesen Posten gehen ebenfallserfolgswirksam in die Risikovorsorge im Kreditgeschäft ein.1.9.5 Rückstellungen und EventualschuldenRückstellungen werden erfasst, wenn der Konzern aus einemEreignis der Vergangenheit eine gegenwärtige Verpflichtung hat,die wahrscheinlich zu einem Abfluss von wirtschaftlich nutzbarenRessourcen führt und die zuverlässig geschätzt werden kann.Die Verpflichtung ist bezüglich ihrer Fälligkeit und ihrer betrag­lichen Höhe ungewiss. Rückstellungen werden auf Basis derbestmöglichen Schätzung ermittelt. Langfristige Rückstellungenwerden abgezinst.Ansatz und Bewertung der Rückstellungen und der Höhe derEventualschulden im Zusammenhang mit anhängigen Rechts-streitigkeiten sind in erheblichem Umfang mit Einschätzungendurch den Konzern verbunden. So beruht die Beurteilung derWahrscheinlichkeit, dass ein anhängiges Verfahren Erfolg hatoder eine Verbindlichkeit entsteht, bzw. die Quantifizierung dermöglichen Höhe der Zahlungsverpflichtung auf der Einschätzungder jeweiligen Situation. Für Verbindlichkeiten werden Rückstel-lungen gebildet, wenn Verluste aus schwebenden Geschäftendrohen, ein Verlust wahrscheinlich ist und dieser Verlust verläss-lich geschätzt werden kann. Wegen der mit dieser Beurteilungverbundenen Unsicherheiten können die tatsächlichen Verlustegegebenenfalls von den ursprünglichen Schätzungen und damitvom Rückstellungsbetrag abweichen. Zudem ist die Ermittlungvon Rückstellungen für Steuern und Rechtsrisiken mit erheblichenSchätzungen verbunden.Die Bewertung der Pensionsrückstellungen beruht auf dem inIAS 19 vorgeschriebenen Anwartschafts-Barwertverfahren fürleistungsorientierte Altersversorgungspläne. Der bilanziellenBewertung der Verpflichtung liegen verschiedene Schätz­annahmen zugrunde. Dabei sind insbesondere Annahmen überden langfristigen Gehalts- und Rentenentwicklungstrend sowiedie durchschnittliche Lebenserwartung getroffen worden. DieAnnahmen zum Gehalts- und Rententrend stützen sich auf in derVergangenheit beobachtete Entwicklungen und berücksichtigendie Arbeitsmarktentwicklungen. Basis für die Schätzung der durch-schnittlichen Lebenserwartungen bilden anerkannte biometrischeRechnungsgrundlagen (Richttafeln von Prof. Dr. Klaus Heubeck).Der für die Abzinsung der künftigen Zahlungsverpflichtungenverwendete Zinssatz ist der Marktzinssatz für risikofreie lang-fristige Geldanlagen mit einer vergleichbaren Laufzeit. Dieerwartete langfristige Entwicklung des vorhandenen Planver-mögens wird in Abhängigkeit der Fondsstruktur unter Berück-sichtigung historischer Erfahrungswerte festgelegt.
  • 183. Anhang 179KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte4 Handelsaktiva und HandelspassivaUnter den Handelsaktiva und -passiva werden im WesentlichenZins- und Währungsderivate mit positiven und negativen Markt-werten ausgewiesen, die nicht als Sicherungsderivate im Rahmendes Hedge Accounting eingesetzt werden. Die Bewertung derals Handelsaktiva oder Handelspassiva ausgewiesenen Finanz-instrumente erfolgt zum beizulegenden Zeitwert. Änderungendes beizulegenden Zeitwertes werden ergebniswirksam imHandelsergebnis erfasst.Soweit für in einem aktiven Markt notierte derivative Finanz­instrumente ein Börsenkurs verfügbar war, wurde dieser bei derErmittlung des beizulegenden Zeitwertes zugrunde gelegt. Fürnicht an einem aktiven Markt notierte derivative Finanzinstru-mente wird der beizulegende Zeitwert durch die Anwendungallgemein anerkannter Bewertungsverfahren ermittelt. Fürnicht-optionale Finanzinstrumente war dies ausschließlich dassogenannte Discounted-Cashflow-Verfahren (DCF-Verfahren).Hierbei werden künftig erwartete Zahlungsströme mit dem amBewertungsstichtag gültigen Marktzinssatz diskontiert. DerivativeFinanzinstrumente mit Optionscharakter wurden auf Basis desBlack-Scholes-Verfahrens bewertet.5 FinanzanlagenDie Finanzanlagen umfassen Schuldverschreibungen und anderefestverzinsliche Wertpapiere, Aktien und andere nicht festver-zinsliche Wertpapiere sowie sonstigen, nicht at Equity bewertetenAnteilsbesitz.Die Bewertung der Finanzanlagen erfolgt individuell in Abhän-gigkeit der jeweils zugeordneten Bewertungskategorie. Finanz-anlagen der Kategorie „Zur Veräußerung verfügbare finanzielleVermögenswerte“ werden zum beizulegenden Zeitwert bewertet.Dieser wird bei Instrumenten, die an einem aktiven Markt notiertsind, auf Basis von Börsenkursen ermittelt. Liegt ein solchernicht vor, kommen Bewertungsmethoden, zum Beispiel auf Basisvon DCF-Verfahren, zum Einsatz. Änderungen des beizulegendenZeitwertes dieser Kategorie werden grundsätzlich ergebnis-neutral in der Neubewertungsrücklage des Eigenkapitals erfasst.Soweit der beizulegende Zeitwert einzelner Eigenkapitalinstru-mente nicht verlässlich ermittelt werden kann, erfolgt dieBewertung auf Basis der Anschaffungskosten.Finanzanlagen der Kategorie „Kredite und Forderungen“ – insbe-sondere geringe Bestände nicht an einem aktiven Markt notierterInhaberschuldverschreibungen – werden zu fortgeführtenAnschaffungskosten bewertet.Wertberichtigungen von Finanzanlagen werden nach den fürdie jeweilige Kategorie der finanziellen Vermögenswerte betref-fenden Vorschriften des IAS 39 bzw. nach den für die finanziellenVermögenswerte einschlägigen Rechnungslegungsstandardsermittelt und direkt im Buchwert der betreffenden Finanzanlagenvorgenommen.6 Anteile an at Equity bewerteten UnternehmenDie Anteile an assoziierten Unternehmen bzw. an Gemeinschafts-unternehmen werden im Zeitpunkt der Erlangung eines maßgeb-lichen Einflusses bzw. bei Gründung zu Anschaffungskosten in derKonzernbilanz angesetzt. In den Folgejahren wird der bilanzierteBuchwert um die anteiligen Eigenkapitalveränderungen desBeteiligungsunternehmens fortgeschrieben. Das anteilige Jahres-ergebnis des Beteiligungsunternehmens fließt als Ergebnis ausat Equity bewerteten Unternehmen in die Gewinn- und Verlust-rechnung ein.Bestehen Anzeichen für eine Wertminderung der Anteile aneinem at Equity bewerteten Unternehmen, werden diese über-prüft (Impairment-Test) und gegebenenfalls außerplanmäßigeAbschreibungen auf den Buchwert der Anteile vorgenommen.Wertaufholungen erfolgen bei Wegfall der Gründe für eineaußerplanmäßige Abschreibung durch Zuschreibungen bis zurHöhe des ursprünglichen Buchwerts. Wertminderungen undWertaufholungen werden erfolgswirksam in der Position„Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen“ erfasst.7 Immaterielle VermögenswerteDie immateriellen Vermögenswerte umfassen im WesentlichenGeschäfts- oder Firmenwerte. Darüber hinaus werden erworbeneund selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte aktiviert,soweit die Ansatzkriterien des IAS 38 erfüllt sind. Die Geschäfts-oder Firmenwerte werden entsprechend den Vorschriften desIFRS 3 in Verbindung mit IAS 38 nicht planmäßig abgeschriebenund gemäß IAS 36 mindestens jährlich auf ihre Werthaltigkeitüberprüft. Die Abschreibung der übrigen immateriellen Vermö-genswerte erfolgt linear über die voraussichtliche wirtschaftlicheNutzungsdauer, die zwischen drei und acht Jahren liegt.
  • 184. Anhang180DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Gehen nahezu alle Chancen und Risiken an dem Leasinggegen-stand auf den Leasingnehmer über (Finanzierungsleasing), weistdie DVB eine Forderung gegenüber dem Leasingnehmer aus. DerAusweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitions-werts zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses. VereinnahmteLeasingraten werden in einen ertragswirksamen Zinsanteil undeinen Tilgungsanteil aufgespaltet. Die Erträge werden als Zins-erträge auf der Basis einer periodengerechten Abgrenzung verteiltvereinnahmt.8.1.2 Konzern als LeasingnehmerDie DVB tritt insbesondere bei der Überlassung von Bürogebäudenund Pkw als Leasingnehmer in Operating-Leasing-Verhältnissenauf. Die gezahlten Leasingraten aus Operating-Leasing-Verhält-nissen werden im Verwaltungsaufwand erfasst. Der Aufwandwird wie eine Mietzahlung auf einer planmäßigen, dem Verlaufdes Nutzens entsprechenden Grundlage ermittelt.Bis Juni 2012 fungierte der Konzern darüber hinaus vereinzeltals Leasingnehmer in Finanzierungsleasingverhältnissen. DieseTransaktionen wurden im Rahmen des Kreditgeschäftes alsSale-and-Lease-Back-Transaktionen durchgeführt, um den über-lassenen Vermögenswert in Unterleasingverhältnissen einsetzenzu können. Die Nettoerträge aus den Unterleasingverhältnissenwerden in den Zinserträgen erfasst, während die Aufwendungenaus den Unterleasingverhältnissen in die Zinsaufwendungeneinfließen.8.2 Wertminderung und Wertaufholungvon immateriellen Vermögenswertenund SachanlagenImmaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen werden min-destens einmal jährlich einem Werthaltigkeitstest unterzogen.Als Vergleichsmaßstab für die Werthaltigkeit von Sachanlagenkommen dabei überwiegend von externen Gutachtern erstellteGutachten zur Anwendung. Soweit der auf dieser Basis ermittelteerzielbare Betrag zum Bilanzstichtag unter die fortgeführtenAnschaffungskosten gesunken ist, wird eine Wertminderungvorgenommen.Wird im Rahmen eines Werthaltigkeitstests festgestellt, dasseine zuvor ergebniswirksam erfasste Wertminderung nicht mehrbesteht, so wird mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmen-wertes eine Wertaufholung vorgenommen.8 SachanlagenUnter den Sachanlagen werden Grundstücke und Gebäude, Ver-mögenswerte in Operating-Leasing-Verhältnissen (insbesondereSchiffe, Flugzeuge, Flugzeugtriebwerke und Schiffscontainer),Mietereinbauten sowie Betriebs- und Geschäftsausstattungausgewiesen. Die Zugangsbewertung der Sachanlagen erfolgtzu Anschaffungskosten. Neben dem Kaufpreis zählen hierzuAnschaffungsnebenkosten in Form von gezahlten Provisionenund kapitalisierte Fremdkapitalzinsen gemäß IAS 23. Die Folge-bewertung wird nach dem Anschaffungskostenmodell des IAS 16zu fortgeführten Anschaffungskosten vorgenommen. Die Nut-zungsdauern der Sachanlagen sind nachfolgend dargestellt.8.1 LeasinggeschäftNach IAS 17 wird ein Leasinggeschäft als Operating-Leasing-Verhältnis klassifiziert, wenn es nicht im Wesentlichen alleChancen und Risiken, die mit dem Eigentum verbunden sind, aufden Leasingnehmer überträgt. Demgegenüber gelten als Finan-zierungsleasingverhältnisse solche Vertragsverhältnisse, die imWesentlichen alle Chancen und Risiken auf den Leasingnehmerübertragen.8.1.1 Konzern als LeasinggeberVerbleibt das wirtschaftliche Eigentum am Leasinggegenstandbei der DVB, liegt ein Operating-Leasing-Geschäft vor. DieBilanzierung der Leasingobjekte erfolgt zu Anschaffungs- undHerstellungskosten, vermindert um die über die wirtschaftlicheNutzungsdauer planmäßig erfolgenden Abschreibungen. Falls eingarantierter Restwert für das Leasingobjekt am Ende der Ver-tragslaufzeit besteht, erfolgen die Abschreibungen linear überdie Vertragslaufzeit bis zur Höhe des garantierten Restwerts.Die Leasingerlöse werden, sofern in Einzelfällen nicht eineandere Verteilung geboten ist, linear über die Vertragslaufzeitvereinnahmt und im Zinsüberschuss ausgewiesen.Vermögenswertklasse Nutzungsdauer AbschreibungsmethodeGrundstückeund Gebäude 50 Jahre lineare AbschreibungBetriebs- undGeschäftsausstattungzwischen3 und 15 Jahren lineare AbschreibungLeasing-vermögenzwischen0,5 und 25 Jahren lineare AbschreibungEinbautenin fremde Gebäudezwischen2 und 10 Jahren lineare Abschreibung
  • 185. Anhang 181KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte9 Tatsächliche und latente SteuernTatsächliche und latente Steuern werden entsprechend denVorschriften des „IAS 12 – Ertragsteuern“ bilanziert. Danachsind latente Steuern auf Unterschiede zwischen dem Wertansatzvon Vermögenswerten und Schulden in der IFRS-Bilanz unddem steuerlichen Wertansatz anzusetzen, soweit sich diese inZukunft umkehren werden. Latente Ertragsteueransprüche aufsteuerliche Verlustvorträge werden angesetzt, wenn Zeitpunktund Höhe ihrer Realisation in der Zukunft verlässlich beurteiltwerden können.10 Verbindlichkeiten gegenüber Kundenund KreditinstitutenDie Verbindlichkeiten gegenüber Kunden umfassen im Wesent­lichen Kundeneinlagen und von Kunden gehaltene Schuldschein-darlehen. Unter den Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstitutenwerden Ausleihungen von Kreditinstituten, Geldmarktgeschäftesowie von Kreditinstituten gehaltene Schuldscheindarlehenausgewiesen.Die Bewertung der Verbindlichkeiten erfolgt überwiegend zufortgeführten Anschaffungskosten auf Basis des ursprünglichenEffektivzinssatzes. Einzelne Verbindlichkeiten gegenüber Kundenund Kreditinstituten wurden zur Vermeidung von Bewertungs­inkonsistenzen durch Ausübung der Fair Value Option zum beizu-legenden Zeitwert angesetzt. Änderungen des beizulegendenZeitwertes werden im Ergebnis aus der Anwendung der Fair ValueOption ausgewiesen.11 Verbriefte VerbindlichkeitenUnter den Verbrieften Verbindlichkeiten werden insbesonderevon der DVB Bank SE emittierte Commercial Paper, Inhaberschuld-verschreibungen und Pfandbriefe ausgewiesen. Ihre Bewertungerfolgt grundsätzlich zu fortgeführten Anschaffungskosten, dieauf Basis der Effektivzinsmethode ermittelt wurden.12 RückstellungenDer Posten umfasst Verpflichtungen aus leistungsorientiertenPensionszusagen, Rückstellungen für Vorruhestand, Altersteilzeitund Jubiläen sowie sonstige Rückstellungen.Die DVB Bank SE bietet ihren Arbeitnehmern leistungsorientiertePensionszusagen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses an.Die Höhe dieser Versorgungszusagen richtet sich nach der Ver-gütung und der Dauer der Konzernzugehörigkeit des jeweiligenMitarbeiters. Ein Teil der Zusagen wurde durch Rückversiche-rungen gedeckt.Die Pensionszusagen unterscheiden sich hinsichtlich des Sockel-betrages, der jeweils für eine Anzahl von Dienstjahren gewährtwird, sowie hinsichtlich des Steigerungsbetrages bei mehr als25 Dienstjahren. Sie enthalten darüber hinaus auch eine Zusageauf Hinterbliebenenleistungen für Witwen und Waisen sowiefür den Fall der Invalidität.Die leistungsorientierten Pensionszusagen wurden gemäßIAS 19 unter Berücksichtigung von erwarteten Gehaltssteige-rungen sowie eines prognostizierten Rententrends nach demAnwartschafts-Barwertverfahren (Projected Unit Credit Method)bewertet. Versicherungsmathematische Gewinne und Verlustewerden zum Zeitpunkt ihrer Entstehung ergebnisneutral imEigenkapital erfasst.Die Bewertung der sonstigen Rückstellungen erfolgt gemäßIAS 37 mit der bestmöglichen Schätzung der erwarteten künftigenAufwendungen, die zur Erfüllung der Verpflichtung geleistetwerden müssen.13 Nachrangige VerbindlichkeitenUnter den Nachrangigen Verbindlichkeiten werden nachrangigeDarlehen von Banken, von der DVB Bank SE emittierte nachran-gige Inhaberschuldverschreibungen, Genussrechte und Anteilestiller Gesellschafter ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zufortgeführten Anschaffungskosten auf Basis der Effektivzins­methode.14 EigenkapitalEigenkapital stellt die Residualgröße an den Vermögenswerteneines Unternehmens nach Abzug aller dazugehörigen Schuldendar. Es umfasst im Konzern das Gezeichnete Kapital, die Kapital-rücklage, die Gewinnrücklage sowie die aus der Anwendung desIAS 39 resultierenden spezifischen Rücklagen zur temporärenErfassung bestimmter Bewertungsergebnisse. Hierzu zähleninsbesondere die Neubewertungsrücklage für zur Veräußerungverfügbare Finanzinstrumente sowie die Rücklage aus derSicherung künftiger Zahlungsströme (Cashflow-Hedge-Rücklage).Die einzelnen Komponenten von der DVB Bank SE gehaltenereigener Aktien werden nach der Par-Value-Methode vom Eigen-kapital abgezogen. Gewinne und Verluste aus Geschäften miteigenen Anteilen werden ergebnisneutral im Eigenkapital erfasst.
  • 186. Anhang182DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Aus der Umbuchung der Cashflow-Hedge-Rücklage in dieGewinn- und Verlustrechnung aufgrund des Eingangs gesicherterin Fremdwährung lautender Zinszahlungen ist ein Aufwand inHöhe von 18,0 Mio € (Vorjahr: Ertrag in Höhe von 10,6 Mio €)entstanden, der im Posten „Zinserträge aus Kredit- und Geldmarkt-geschäften“ ausgewiesen wurde. Dem stand ein entsprechendhöherer Zinsertrag aus US-Dollar-Darlehen gegenüber.Der Zinsertrag aus nicht ergebniswirksam zum beizulegendenZeitwert bewerteten Finanzinstrumenten belief sich imGeschäftsjahr auf 693,9 Mio € (Vorjahr: 576,9 Mio €), derZinsaufwand betrug 530,6 Mio € (Vorjahr: 470,9 Mio €). ImZinsergebnis ist ein Zinsertrag in Höhe von 24,5 Mio € für wert-berichtigte Forderungen enthalten (Vorjahr: 31,4 Mio €).16 Risikovorsorge im KreditgeschäftDie Risikovorsorge entwickelte sich wie folgt:Die Verteilung der Risikovorsorge auf die Geschäftsbereiche wirdin den Erörterungen zur Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage(Seite 114 – 115) dargestellt.Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung15 ZinsüberschussDer Zinsüberschuss setzte sich im Geschäftsjahr wie folgtzusammen:Mio € 2012 2011 %Zinserträgeaus Kredit- undGeldmarktgeschäften 734,6 634,6 15,8aus Schuldverschreibungenund anderen festverzinslichenWertpapieren 13,5 12,8 5,5aus Finanzierungsleasing-Geschäften 40,1 34,1 17,6Laufende Erträgeaus Operating-Leasing-Verhältnissen 198,8 212,6 –6,5aus Beteiligungen undsonstigen Investments 0,8 1,8 –55,6Zinserträge 987,8 895,9 10,3Zinsaufwendungenaus Einlagen –311,6 –334,0 –6,7aus VerbrieftenVerbindlichkeiten –282,5 –154,1 83,3aus Nachrangkapital –15,7 –18,4 –14,7aus Operating-Leasing-Verhältnissen –148,0 –131,1 12,9Zinsaufwendungen –757,8 –637,6 18,9Zinsüberschuss 230,0 258,3 –11,0Mio € 2012 2011 %Zuführung zur Risikovorsorge –149,7 –104,6 43,1Auflösungenvon Risikovorsorge 82,1 41,2 99,3Direktabschreibungen –7,3 –0,6 –Eingänge aufabgeschriebene Forderungen 4,2 4,8 –12,5Insgesamt –70,7 –59,2 19,4
  • 187. Anhang 183KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte17 ProvisionsüberschussDer Provisionsüberschuss setzte sich im Geschäftsjahr wie folgtzusammen:Soweit Kreditbereitstellungszinsen für unwiderrufliche Kredit­zusagen vereinnahmt wurden, wurden diese über die Laufzeit derKreditzusage passivisch abgegrenzt und über die Laufzeit deszugrunde liegenden Kredites unter Anwendung der Effektivzins-methode als Zinsertrag vereinnahmt. Kreditbereitstellungszinsenfür rollierende Darlehen mit kurzfristiger Zinsbindung wurden zumZeitpunkt ihrer Zahlung vereinnahmt und als Provisionserträgeaus dem Kreditgeschäft ausgewiesen.Die Provisionserträge aus nicht ergebniswirksam zum beizu­legenden Zeitwert bewerteten Finanzinstrumenten beliefen sichim Geschäftsjahr auf 113,0 Mio € (Vorjahr: 100,1 Mio €), dieProvisionsaufwendungen betrugen 0,8 Mio € (Vorjahr: 1,0 Mio €).18 Ergebnis aus at Equitybewerteten UnternehmenDas Ergebnis aus at Equity bewerteten Unternehmen setzte sichim Geschäftsjahr wie folgt zusammen:19 VerwaltungsaufwendungenDie Verwaltungsaufwendungen entwickelten sich während desGeschäftsjahres wie folgt:Aufgrund der Zahlung gesicherter in Fremdwährung lautenderAufwendungen ist aus der Umbuchung der Cashflow-Hedge-Rücklage in die Gewinn- und Verlustrechnung ein Ertrag in Höhevon 2,6 Mio € (Vorjahr: 0,0 Mio €) entstanden. Davon beziehensich 2,0 Mio € auf Personalaufwendungen und 0,6 Mio € aufSonstige Verwaltungsaufwendungen.Im Geschäftsjahr wurden Mindestleasingzahlungen aus Operating-Leasing-Verhältnissen in Höhe von 4,9 Mio € (2011: 7,4 Mio €)als Aufwand erfasst. Bedingte Mietzahlungen und Zahlungenaus Untermietverhältnissen lagen nicht vor.Mio € 2012 2011 %Ergebnis aus at Equitybewerteten Gemeinschafts­unternehmen 3,9 –5,8 –Ergebnis aus at Equitybewerteten assoziiertenUnternehmen 4,6 5,9 –22,0Insgesamt 8,5 0,1 –Mio € 2012 2011 %Löhne und Gehälter –88,0 –96,0 –8,3Soziale Abgaben –7,2 –6,7 7,5Aufwendungen fürAlters­versorgungund Unterstützung –6,3 –6,3 –Personalaufwendungen –101,5 –109,0 –6,9Aufwendungenfür Mietpersonal –1,5 –1,5 –Beiträge und Gebühren –11,7 –8,2 42,7Rechts- und Prüfungskosten –13,5 –13,3 1,5Sonstige Beratung(inklusive IT-Beratung) –15,1 –12,4 21,8IT-Kosten –5,0 –4,3 16,3Raumkosten –6,7 –9,5 –29,5Informationsbeschaffung –1,4 –1,4 –Öffentlichkeitsarbeit –1,0 –1,2 –16,7Personalnebenkosten –17,7 –16,8 5,4Sonstige sachlicheAufwendungen –4,3 –7,0 –38,6Sachaufwendungen –77,9 –75,6 3,0Sachanlagen und alsFinanzinvestitionen gehalteneGrundstücke und Gebäude –2,7 –2,6 3,8Immaterielle Vermögenswerte –1,9 –2,2 –13,6Abschreibungen,Wertminderungen,Zuschreibungen insgesamt –4,6 –4,8 –4,2Verwaltungsaufwendungeninsgesamt –184,0 –189,4 –2,9Mio € 2012 2011 %Provisionserträgeaus Zahlungsverkehr 1,1 1,1 0,0aus Bürgschaften und Avalen 4,4 3,2 37,5aus Kreditgeschäft 113,0 100,1 12,9Sonstige Provisionserträge 20,5 18,4 11,4Provisionserträge 139,0 122,8 13,2Provisionsaufwendungenaus Wertpapiergeschäft 0,0 0,0 0,0aus Zahlungsverkehr –0,7 –0,6 16,7aus Bürgschaften und Avalen –0,1 –0,2 –50,0aus Kreditgeschäft –0,8 –1,0 –20,0SonstigeProvisionsaufwendungen –6,7 –4,8 –39,6Provisionsaufwendungen –8,3 –6,6 25,8Provisionsüberschuss 130,7 116,2 12,5
  • 188. Anhang184DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201221 Ergebnis aus Finanzinstrumentengemäß IAS 39Das Ergebnis aus Finanzinstrumenten gemäß IAS 39 wird in dasHandelsergebnis, das Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen, dasErgebnis aus der Anwendung der Fair Value Option, das Ergebnisaus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen Derivaten und dasErgebnis aus Finanzanlagen unterschieden.21.1 HandelsergebnisDas Handelsergebnis setzte sich im Geschäftsjahr wie folgtzusammen:Ein im Handelsergebnis ausgewiesenes Bewertungsergebnisin Höhe von 0,0 Mio € (2011: –1,4 Mio €) wurde auf Basis vonBewertungsmodellen ermittelt.Die Rechts- und Prüfungskosten enthielten insgesamt Abschluss-prüfer-Honorare in Höhe von 2,2 Mio € (2011: 1,4 Mio €). Diesesetzten sich im Einzelnen wie folgt zusammen:20 Sonstiges betriebliches ErgebnisDas Sonstige betriebliche Ergebnis entwickelte sich wie folgt:Mio € 2012 2011 %Abschlussprüfungsleistungen 1,4 1,0 40,0Andere Bestätigungsleistungen 0,7 0,2 –Sonstige Leistungen 0,1 0,2 –50,0Gesamthonorar 2,2 1,4 57,1Mio € 2012 2011 %Erträgeaus Veräußerungvon Sachanlagen 0,1 0,4 –75,0aus Mieten 0,5 0,4 25,0aus Entkonsolidierung 43,9 4,0 –aus Auflösungvon Rückstellungen 1,6 1,3 23,1aus Erstattung nichtertragsabhängiger Steuern 0,8 0,1 –aus Umsatzerlösender TES Holdings Ltd 5,7 9,8 –41,8aus übrigen sonstigen Erträgen 20,4 10,4 96,2Sonstige betriebliche Erträge 73,0 26,4 –Aufwendungenaus Entkonsolidierung –11,9 –4,2 –Zuführung von Rückstellungen 0,0 0,0 –Aufwendungen für nichtertragsabhängige Steuern –0,2 0,0 –Veräußerungsverlusteaus Sachanlagen –3,5 0.0 –Übrige sonstige Aufwendungen –14,7 –4,9 –Sonstige betrieblicheAufwendungen –30,3 –9,1 –Sonstiges betrieblichesErgebnis 42,7 17,3 –Mio € 2012 2011 %Handelsergebnis 2,0 –0,6 –Ergebnis ausSicherungsbeziehungen 0,7 10,7 –93,5Ergebnis aus der Anwendungder Fair Value Option 0,0 –0,4 –Ergebnis ausohne Handelsabsichtgeschlossenen Derivaten –21,1 –3,9 –Ergebnis aus Finanzanlagen 2,6 –1,4 –Insgesamt –15,8 4,4 –Mio € 2012 2011 %Handelsergebnisaus Derivaten –3,4 –1,2 –aus Fremdwährungen –1,0 –4,1 –75,6aus Zins- undDividendenzahlungen 3,0 4,9 –38,8Sonstiges Handelsergebnis 3,4 –0,2 –Insgesamt 2,0 –0,6 –
  • 189. Anhang 185KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte21.2 Hedge Accounting(Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen)Das Ergebnis aus Sicherungsbeziehungen setzte sich imGeschäftsjahr wie folgt zusammen:Das gesamte Bewertungsergebnis aus Sicherungsbeziehungenin Höhe von 0,7 Mio € (2011: 10,7 Mio €) wurde auf Basis vonBewertungsmodellen ermittelt.21.3 Ergebnis aus der Anwendungder Fair Value OptionIm Ergebnis aus der Anwendung der Fair Value Option werdenÄnderungen des beizulegenden Zeitwertes von solchen nicht-derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen, die durch dieAusübung des zugrunde liegenden Wahlrechtes ergebniswirksamzum beizulegenden Zeitwert zu bilanzieren und zu bewertensind. Soweit diese nicht-derivativen Finanzinstrumente in einerwirtschaftlichen Sicherungsbeziehung mit derivativen Finanz­instrumenten stehen, werden auch die Bewertungsergebnisse derderivativen Finanzinstrumente in diesem Posten ausgewiesen.Das gesamte Bewertungsergebnis aus der Anwendung der FairValue Option in Höhe von 0,0 Mio € (2011: –0,4 Mio €) wurdeanhand von Bewertungsmodellen ermittelt.Die im Rahmen der Fair Value Option bilanzierten Bestände derfinanziellen Vermögenswerte bzw. finanziellen Verbindlichkeitensind planmäßig ausgelaufen. Aus bonitätsbedingten Änderungenergaben sich keine wesentlichen Effekte. Die kumulierten boni-tätsbedingten Änderungen des beizulegenden Zeitwertes finan-zieller Vermögenswerte bzw. finanzieller Verbindlichkeitenbetrugen im Vorjahr 0,0 Mio € bzw. 0,0 Mio €.21.4 Ergebnis aus ohne Handelsabsichtabgeschlossenen DerivatenIm Ergebnis aus ohne Handelsabsicht abgeschlossenen Derivatenwerden Bewertungsergebnisse aus wirtschaftlichen Sicherungs-derivaten erfasst, die in keiner gemäß den Bestimmungen desIAS 39 effektiven Sicherungsbeziehung zu Geschäften des Anlage-buchs stehen.Das gesamte Bewertungsergebnis aus ohne Handelsabsicht abge-schlossenen Derivaten in Höhe von –21,1 Mio € (2011: –3,9 Mio €)wurde auf Basis von Bewertungsmodellen ermittelt.21.5 Ergebnis aus FinanzanlagenDas Ergebnis aus Finanzanlagen setzte sich im Geschäftsjahrwie folgt zusammen:Im Ergebnis aus Finanzanlagen wurden Erträge aus der Anwen-dung von Bewertungsmodellen in Höhe von 1,0 Mio € (2011:0,0 Mio €) erfasst. Im Ergebnis aus zur Veräußerung verfügbarenFinanzanlagen sind Wertberichtigungen in Höhe von 0,8 Mio €(2011: 5,2 Mio €) enthalten.Mio € 2012 2011 %Ergebnis aus Derivaten 172,5 80,7 –Ergebnis aus Grundgeschäften –171,9 –70,0 –Bewertungsergebnis 0,6 10,7 –94,4Ineffektivitätaus Cashflow-Hedges 0,1 0,0 –Insgesamt 0,7 10,7 –93,5Mio € 2012 2011 %Zur ergebniswirksamenBewertung designierteForderungen an Kunden 0,0 0,0 –Zur ergebniswirksamenBewertung designierteVerbindlichkeiten gegenüberKreditinstituten und Kunden 0,0 0,1 –WirtschaftlicheSicherungsderivate 0,0 –0,5 –Insgesamt 0,0 –0,4 –Mio € 2012 2011 %Zinsderivate –21,1 –3,9 –Insgesamt –21,1 –3,9 –Mio € 2012 2011 %Ergebnis aus zu fortgeführtenAnschaffungskostenbewerteten Finanzanlagen 0,0 – –Ergebnis aus zur Veräußerungverfügbaren Finanzanlagen 2,6 –1,4 –Insgesamt 2,6 –1,4 –
  • 190. Anhang186DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhangzwischen dem erwarteten Steueraufwand und dem laufendenSteueraufwand:Der erwartete Konzernsteuersatz setzte sich aus dem in Deutsch-land geltenden Körperschaftsteuersatz in Höhe von 15,0 %zuzüglich des Solidaritätszuschlags in Höhe von 5,5 % sowiedem für Frankfurt geltenden Gewerbesteuerhebesatz in Höhevon 460 % zusammen. Hieraus ergab sich ein erwarteter Konzern-steuersatz in Höhe von 31,9 %.Latente Steuererträge in Höhe von 0,2 Mio € resultierten ausder Entstehung oder Umkehrung von temporären Differenzen(2011: 10,4 Mio €).22 Steuern vom Einkommen und ErtragDie Steuern vom Einkommen und Ertrag setzten sich imGeschäftsjahr wie folgt zusammen:Im Aufwand aus tatsächlichen Steuern vom Einkommen undErtrag wurden 2,1 Mio € an periodenfremden Erträgen verbucht(Vorjahr: Ertrag von 2,6 Mio €).Auf die Bestandteile des erfolgsneutralen Konzernergebnissesentfielen die folgenden Steuereffekte: Steuereffekte (Mio €)2012 2011Betragvor SteuernErtrag-steuernBetragnach SteuernBetragvor SteuernErtrag-steuernBetragnach SteuernNicht in der Gewinn- und Verlustrechnungerfasste Gewinne und Verlusteaus Neubewertung von AfS-Finanzinstrumenten 5,4 –1,7 3,7 –2,0 0,2 –1,8aus Cashflow-Hedges 25,6 –8,2 17,4 –20,1 6,3 –13,8aus Net Investment Hedges –1,7 0,5 –1,2 – – –aus Währungsumrechnung 6,4 – 6,4 0,5 – 0,5aus versicherungsmathematischenGewinnen und Verlusten –5,5 1,9 –3,6 0,4 –0,1 0,3Erfolgsneutrales Konzernergebnis 30,2 –7,5 22,7 –21,2 6,4 –14,8Mio € 2012 2011 %Jahresergebnis vorErtragsteuern(Konzernergebnis vor Steuern) 141,4 147,7 –4,3Konzernsteuersatz (%) 31,9 31,9 0,0Erwartete Steuern vomEinkommen und Ertrag –45,2 –47,1 –4,0Steuersatzdifferenzen aufErgebnisbestandteile, diein anderen Ländern derBesteuerung unterliegen 17,2 12,5 37,6Steuerminderung wegensteuerfreier Erträge 12,5 – –Laufende Steuerbeträgeder Vorperiode 2,1 – –Mehrsteuern wegen nichtabzugsfähiger Aufwendungen –3,1 –2,7 14,8Abweichende Steuereffekte 28,7 9,8 –Tatsächliche Steuern –22,1 –46,5 –52,5Latente Steuern 5,6 9,2 –39,1Ausgewiesene Steuern vomEinkommen und Ertrag –16,5 –37,3 –58,5Mio € 2012 2011 %Tatsächliche Steuern vomEinkommen und Ertrag –22,1 –46,5 –52,5Latente Steuern vomEinkommen und Ertragaus temporären Differenzen 0,2 10,4 –98,1aus steuerlichenVerlustvorträgen 5,4 –1,2 –Steuern vomEinkommen und Ertrag –16,5 –37,3 –55,8
  • 191. Anhang 187KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte23 Segmentberichterstattung23.1 Allgemeine Angaben zurSegmentberichterstattungDer Segmentbericht zeigt die Beiträge der operativen Geschäfts-felder zum Konzernergebnis. Er beruht auf dem internenManagementberichtsystem und folgt somit den Anforderungendes „IFRS 8 – Operating Segments“. Dieser verlangt, die Segment­informationen auf Basis der internen Berichterstattung so darzu-stellen, wie sie vom Hauptentscheidungsträger („Chief OperatingDecision Maker“) regelmäßig zur Entscheidung über die Zuteilungder Ressourcen zu den Segmenten und zur Beurteilung der Perfor-mance herangezogen werden. In der DVB nimmt der Vorstanddie Funktion des Hauptentscheidungsträgers wahr.23.2 Abgrenzung der Segmente, Überleitungund KonsolidierungDie DVB konzentriert sich auf die Kernsegmente Shipping Finance,Aviation Finance, Land Transport Finance und InvestmentManagement. Zusätzlich wird das aktive Segment Group Treasuryausgewiesen. Die übrigen, nicht einzeln berichtspflichtigenSegmente sowie das interne Segment „Service Center“ sindunter Sonstige Segmente zusammengefasst. Die Konsolidierungs-beträge sowie die Überleitung auf das Konzernrechnungswesenwerden unter Überleitung/Konsolidierung gezeigt.Die Segmente Shipping Finance, Aviation Finance und LandTransport Finance umfassen im Wesentlichen das klassischbesicherte Kreditgeschäft und maßgeschneiderte, strukturierteFinanzierungen (Structured Asset Financing) sowie Beratungs-dienstleistungen (Advisory Services). Jedes dieser Segmenteverfügt über eigene Research-, Risikomanagement- und Abwick-lungskapazitäten. Im Investment Management sind alle Fonds-management-Aktivitäten und die Transaktionen, bei denen sichder Konzern am Eigenkapital von Unternehmungen beteiligt,zusammengefasst. Das Segment Group Treasury zeigt die Erträgebzw. Aufwendungen aus dem Liquiditäts-, Zins- und Kapital-strukturmanagement.In der Spalte „Sonstige Segmente“ sind die übrigen, wenigerumfangreichen Konzernaktivitäten zusammengefasst, so dieTochtergesellschaft ITF Suisse und das nicht mehr strategie­konforme Geschäft im D-Marketing und Transport Infrastructure.Daneben beinhaltet dieser Teil diejenigen Beteiligungen, diekeinem operativen Segment zugeordnet sind. Darüber hinaussind hier die zentralen Unterstützungs- und Managementfunk-tionen angeordnet sowie umfangreiche Gemeinkosten abgebildet,die die Bank den operativen Einheiten nicht zurechnet. Wir sindder Auffassung, dass diese Gemeinkosten nicht unmittelbardurch das jeweilige Management beeinflusst werden könnenund somit kein unmittelbarer Steuerungsimpuls gegeben ist.Als Überleitung/Konsolidierung sind jene Erträge und Aufwen-dungen bezeichnet, die keinem aktiven Segment zugeordnetwerden können oder die erforderlich sind, um die in der Segment-berichterstattung der operativen Geschäftsfelder dargestelltenbetriebswirtschaftlichen Steuerungsgrößen des internen Rech-nungswesens auf die entsprechenden Daten der externen Rech-nungslegung überzuleiten sowie die Beträge der Konsolidierung.23.3 Ausweissystematik und BewertungsmaßstäbeErträge und Aufwendungen werden grundsätzlich verursachungs-gerecht zu Marktpreisen und im Zinsbereich nach der Marktzins-methode bei den Segmenten ausgewiesen. Dabei werden denoperativen Geschäftsbereichen der DVB nur unmittelbar direktzu verantwortende Kosten zugeordnet, nicht jedoch allgemeineKosten des Geschäftsbetriebs, Overheads oder beispielsweiseIT-Kosten. Für die Währungsumrechnung werden in den operativenSegmenten feste Wechselkurse angewendet, die im Zusammen-hang mit der jährlichen Planung festgelegt werden. Das interneManagement-Reporting der DVB berücksichtigt keine Steuernvom Einkommen oder Ertrag.Die Handels- und Kurssicherungsaktivitäten (Hedge Accounting)werden zentral verantwortet, insoweit werden den Segmentenkeine entsprechenden Erträge oder Kosten zugeordnet. Nurausnahmsweise veranlassen Geschäftsbereiche derartigeTransaktionen direkt (Investment Management).Segmentübergreifende, konzerninterne Transaktionen fallen nurin geringem Umfang an und werden zu marktüblichen Preisenabgeschlossen.Das Zinsergebnis der Segmente wird im Wesentlichen auf Basisder Marktzinsmethode als Nettogröße, also Zinserträge undZinsaufwendungen saldiert, ermittelt.Als Vermögen ist den Segmenten der DVB ausschließlich ihrKreditportfolio zugeordnet, das durch die risikogewichtetenAktiva nach dem bankaufsichtsrechtlichen Grundsatz I (Basel I)repräsentiert wird.23.4 Performance-MessungDer Erfolg der DVB – aber auch jedes einzelnen Segments –wird anhand des Konzernergebnisses vor Steuern sowie derKennziffern Eigenkapitalrendite (Return on Equity) und Aufwands-quote (Cost-Income-Ratio) gemessen. Die Eigenkapitalrenditegibt das Verhältnis des den Aktionären der DVB zurechenbarenKonzernergebnisses vor Steuern zu dem ihnen zustehendenjahresdurchschnittlichen Kapital (Grundkapital, Kapitalrücklage,Gewinnrücklage ohne Fonds für allgemeine Bankrisiken sowieohne unterjährige Gewinnthesaurierung, bereinigt um Minder-heitsanteile Dritter) an. Die Allokation des durchschnittlichenKapitals auf die Segmente erfolgt dabei im Verhältnis ihrer öko-nomischen Risiken, repräsentiert durch ihre durchschnittlicheAusnutzung des ökonomischen Risikokapitals. Die Aufwandsquotein Prozent wird als Quotient der Verwaltungsaufwendungen undder regulären Erträge jedoch ohne Risikovorsorge angegeben.
  • 192. Anhang188DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201223.6 Angaben auf UnternehmensebeneDie DVB steuert ihr Geschäft ausschließlich nach Geschäfts­bereichen. Diese sind jeweils weltweit aktiv. Daher verfolgt dieBank keinerlei regionale Steuerungsansätze und verzichtetaufgrund der geringen Relevanz und des unangemessen hohenErhebungsaufwands auf die regionale Darstellung der Segment-ergebnisse.23.5 Überleitung/KonsolidierungUnter Überleitung/Konsolidierung berichten wir Konsolidierungs-und Überleitungssachverhalte vom Ergebnis der Segmentenach dem internen Managementberichtsystem auf den Konzern­abschluss. Dabei handelt es sich unter anderem um• Erträge und Aufwendungen, die keinem anderen Segmentzugeordnet werden können oder sollen, beispielsweise Kostenfür Sicherungseinrichtungen oder periodenübergreifendeVorgänge,• Positionen, die sich aus unterschiedlichen Vorgehensweisenim internen und externen Rechnungswesen ergeben,• Differenzen, die aus der Anwendung von fixen Umrechnungs-kursen auf die Geschäftssegmente resultieren und• sonstige Konsolidierungseffekte. Hinsichtlich der Produkte und Dienstleistungen verweisenwir auf die Ausführungen zu den Geschäftssegmenten imKonzernlagebericht.Konsolidierungseffekte (Mio €)Überleitung/Konsolidierung Überleitung Konsolidierung2012 2011 2012 2011 2012 2011Zinsüberschuss –13,2 6,4 –15,9 21,2 2,7 –14,8Risikovorsorge im Kreditgeschäft –3,4 –1,4 0,0 0,0 –3,4 –1,4Zinsüberschuss nach Risikovorsorge –16,6 5,0 –15,9 21,2 –0,7 –16,2Provisionsüberschuss 7,2 0,6 –5,9 –2,0 13,1 2,6Ergebnis aus at Equitybewerteten Unternehmen –0,1 0,3 0,0 0,0 –0,1 0,3Sonstiges betriebliches Ergebnis 7,2 –2,8 2,1 3,3 5,1 –6,1Erträge –2,3 3,1 –19,7 22,5 17,4 –19,5Personalaufwendungen –9,1 –10,9 –6,7 –12,7 –2,3 1,8Sachaufwendungen –29,5 –22,6 –21,2 –17,1 –8,3 –5,4Abschreibungen, Wertminderungen,Zuschreibungen 0,1 –0,5 –0,1 –0,1 0,2 –0,4Verwaltungsaufwendungen –38,5 –34,0 –28,0 –30,0 –10,4 –4,0Konzernergebnisvor IAS 39 und Steuern –40,8 –30,9 –47,7 –7,5 7,0 –23,5Ergebnis aus Finanzinstrumentengemäß IAS 39 0,5 –1,2 0,5 –1,2 0,0 0,0Konzernergebnis vor Steuern –40,3 –32,1 –47,2 –8,6 7,0 –23,5Risikoaktiva Basel I (Durchschnitt) 23,8 164,4 23,8 164,4 0,0 –
  • 193. Anhang 189KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteErläuterungen zur Bilanz24 BarreserveIn der Barreserve ist ein Mindestreservesoll von 5,6 Mio €(2011: 8,4 Mio €) enthalten.25 Forderungen an Kreditinstitute26 Forderungen an KundenUnter den Krediten und Darlehen werden keine Kredite undDarlehen ausgewiesen, die durch Ausübung der Fair Value Optionergebniswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden(2011: 3,4 Mio €).Die DVB hat im April 2012 Kreditverträge aus der Kategorie„Zu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte“in die Kategorie „Kredite und Forderungen“ umgegliedert. UnterBeachtung der nicht bei erstmaligen Ansatz ergebniswirksamerfassten Unterschiedsbeträge betrug der Buchwert der umge-gliederten Geschäfte 117,5 Mio € (Nominalvolumen: 111,0 Mio €).Der kumulierte ergebniswirksame Effekt aus Bewertung derFinanzinstrumente zum beizulegenden Zeitwert belief sich zumZeitpunkt der Umgliederung auf 0,4 Mio €. Davon stammen0,2 Mio € aus Vorperioden. Die Änderung der Kategorisierungresultierte aus einer Aufhebung der Syndizierungsverpflichtungfür die betroffenen Kredite durch den Kreditausschuss des Auf-sichtsrates der DVB im April 2012. Die DVB hat die Absicht undbefindet sich in der Lage, die umgegliederten Darlehen bis zurFälligkeit zu halten. Die Bandbreite der Effektivzinssätze derumgegliederten Finanzinstrumente liegt zwischen 2,2 % und5,8 %. Die erwarteten erzielbaren Cashflows beliefen sich zumZeitpunkt der Umgliederung auf 137,2 Mio €. Der Buchwert derumgegliederten Geschäfte lag zum Stichtag bei 107,8 Mio €.Bei Nicht-Umgliederung der Finanzinstrumente wäre ein zusätz-liches Bewertungsergebnis in Höhe von –1,0 Mio € entstanden.Das in der abgelaufenen Periode insgesamt ergebniswirksamerfasste Ergebnis (bestehend aus Zinsertrag und Bewertungs­ergebnissen) betrug 5,5 Mio €. Der beizulegende Zeitwert zumAbschlussstichtag belief sich auf 118,0 Mio €.Zum 31. Dezember 2012 bestanden Finanzierungsleasingver-hältnisse für Schiffe, Schiffscontainer, Flugzeuge und Flugzeug-triebwerke mit einer Gesamtlaufzeit zwischen fünf und 14 Jahren.Diese sind unter den Krediten und Darlehen mit begrenzterLaufzeit in Höhe von 518,8 Mio € (2011: 445,1 Mio €) ausgewiesen.Mio € 2012 2011 %Kassenbestand 0,0 18,4 –Guthaben beiZentralnotenbanken 869,6 62,5 –Insgesamt 869,6 80,9 –Mio € 2012 2011 %Kredite und Darlehen 467,6 455,3 2,7davon täglich fällig 457,5 453,9 0,8davon mit begrenzter Laufzeit 10,1 1,4 –Geldmarktgeschäfte 1,9 36,4 –94,8davon täglich fällig – – –davon mit begrenzter Laufzeit 1,9 36,4 –94,8Sonstige Forderungenan Kreditinstitute 0,1 0,1 0,0Insgesamt 469,6 491,8 –4,5Inländische Kreditinstitute 25,1 83,8 –70,0Ausländische Kreditinstitute 444,5 408,0 8,9Insgesamt 469,6 491,8 –4,5Mio € 2012 2011 %Leasingraten insgesamt 531,4 495,9 7,2Garantierter Restwert 99,0 71,1 39,2Bruttoinvestitionswert 630,4 567,0 11,2davon bis zu einem Jahr 96,0 110,4 –13,0davon länger als ein Jahr,bis zu fünf Jahren 327,1 285,5 14,6davon länger als fünf Jahre 207,3 171,1 21,2Mio € 2012 2011 %Investitionen insgesamt(brutto) 630,4 567,0 11,2abzüglich noch nichtrealisierter Finanzerträge 111,6 121,9 –8,4Investitionen insgesamt(netto) 518,8 445,1 16,6davon bis zu einem Jahr 79,0 86,7 –8,9davon länger als ein Jahr,bis zu fünf Jahren 269,2 224,1 20,1davon länger als fünf Jahre 170,6 134,3 27,0Mio € 2012 2011 %Kredite und Darlehen 19.887,3 18.708,4 6,3davon täglich fällig 41,7 206,0 –79,8davon mit begrenzter Laufzeit 19.845,6 18.502,4 7,3Sonstige Forderungenan Kunden 21,0 30,6 –31,4Insgesamt 19.908,3 18.739,0 6,2Inländische Kunden 928,4 1.036,5 –10,4Ausländische Kunden 18.979,9 17.702,5 7,2Insgesamt 19.908,3 18.739,0 6,2
  • 194. Anhang190DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201230 FinanzanlagenUnter den Posten „Beteiligungen“ sowie „Aktien und anderenicht festverzinsliche Wertpapiere“ wurden auch zu Anschaf-fungskosten bewertete Eigenkapitalinstrumente mit einemBuchwert in Höhe von insgesamt 13,9 Mio € (2011: 13,9 Mio €)bzw. 8,7 Mio € (2011: 8,7 Mio €) ausgewiesen. Für diese Instru-mente waren weder in einem aktiven Markt beobachtbareMarktpreise festzustellen, noch konnte der Fair Value verlässlichgeschätzt werden.Aus der Veräußerung von zu Anschaffungskosten bewertetenEigenkapitalinstrumenten wurde im Geschäftsjahr ein Gewinn inHöhe von 0,0 Mio € (2011: 0,1 Mio €) ergebniswirksam erfasst.27 RisikovorsorgeDie Risikovorsorge im Kreditgeschäft (bestehend aus Wertberich-tigungen ohne Rückstellungen) wird nach konzerneinheitlichenRegeln gebildet und berücksichtigt die zum Abschlussstichtagbekannten Risiken. Für eingetretene, jedoch noch nicht identifi-zierte Verluste wurde auf der Basis von Erfahrungswerten einePortfoliowertberichtigung gebildet. Die Einzelwertberichtigungen in Höhe von 103,3 Mio € (2011:111,8 Mio €) bestanden ausschließlich für Forderungen an Kunden.Die Bestandsentwicklung der Risikovorsorge nach Geschäfts-bereichen und Regionen wird im Chancen- und Risikobericht(Seite 146 – 148) dargestellt.28 Positive Marktwerte aus derivativenSicherungsinstrumenten29 HandelsaktivaRisikovorsorge im Kreditgeschäft (Mio €)Einzelwertberichtigungen Portfoliowertberichtigungen Insgesamt2012 2011 2012 2011 2012 2011Risikovorsorge zum 01.01. 111,8 150,2 36,6 32,3 148,4 182,5Zuführungen 108,0 96,9 41,7 7,5 149,7 104,4Inanspruchnahmen –64,3 –101,0 – – –64,3 –101,0Auflösungen –49,5 –38,0 –32,3 –3,2 –81,8 –41,2Wechselkursbedingte Änderungen –2,7 3,7 0,0 0,0 –2,7 3,7Risikovorsorge zum 31.12. 103,3 111,8 46,0 36,6 149,3 148,4Mio € 2012 2011 %Zinsbezogene Geschäfte 700,4 473,7 47,9Währungsbezogene Geschäfte 10,6 1,3 –Insgesamt 711,0 475,0 49,7Mio € 2012 2011 %Derivative Finanzinstrumentemit positiven Marktwerten 195,1 147,6 32,2davon zinsbezogene Geschäfte 103,5 133,2 –22,3davon währungs-bezogene Geschäfte 91,6 14,4 –Nicht-derivativeFinanzinstrumente – 140,2 –davon syndizierte Kredite – 140,2 –Insgesamt 195,1 287,8 –32,2Mio € 2012 2011 %Schuldverschreibungenund andere festverzinslicheWertpapiere 451,4 458,7 –1,6davon Anleihenund Schuldverschreibungen 451,4 458,7 –1,6Aktien und andere nichtfestverzinsliche Wertpapiere 11,2 12,1 –7,4Beteiligungen 13,9 13,9 –Insgesamt 476,5 484,7 –1,7
  • 195. Anhang 191KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte31 Anteile an at Equity bewerteten UnternehmenEs handelt sich bei den Beteiligungen an assoziierten Unter-nehmen sowie an Gemeinschaftsunternehmen überwiegend umBeteiligungen, die vom Geschäftsbereich Investment Managementgehalten werden.Die Finanzdaten der nach der at-Equity-Methode bewertetenassoziierten Unternehmen stellten sich unabhängig von derAnteilsquote der DVB wie folgt dar:Die Finanzdaten der nach der at-Equity-Methode bewertetenGemeinschaftsunternehmen stellten sich auf Basis der Anteils-quote der DVB wie folgt dar:32 Immaterielle Vermögenswerte33 SachanlagenAus der Entkonsolidierung der TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales,Großbritannien, wurden insgesamt Sachanlagen in Höhe von28,2 Mio € ausgebucht. Davon entfallen 19,1 Mio € auf Vermö-genswerte in Operating-Leasing-Verhältnissen, 7,1 Mio € aufGrundstücke und Gebäude und 2,0 Mio € auf übriges Sachanlage-vermögen.Zum 31. Dezember 2012 waren Gesellschaften des KonzernsLeasinggeber im Rahmen von Operating-Leasing-Verhältnissenfür Schiffe, Flugzeuge, Flugzeugtriebwerke und Schienenfahr-zeuge. Die Leasinglaufzeit betrug bei Schiffen ein bis zehn Jahre,bei Flugzeugen vier bis zehn Jahre, bei Flugzeugtriebwerkenein halbes bis sieben Jahre und bei Schienenfahrzeugen ein bissechs Jahre.Während des Geschäftsjahres wurden Fremdkapitalzinsen beiqualifizierten Vermögenswerten in Operating-Leasing-Verhält-nissen gemäß IAS 23 in Höhe von 7,3 Mio € (2011: 0,4 Mio €)aktiviert. Dies entspricht einem durchschnittlichen Finanzierungs-kostensatz in Höhe von 1,5 %.Die Summe der künftigen Mindestleasingzahlungen setzte sichzum 31. Dezember 2012 wie folgt zusammen:Mio € 2012 2011 %Vermögenswerte 581,2 251,7 –Schulden 442,5 182,8 –Erlöse 199,1 35,3 –Periodenergebnis 13,6 2,8 –Mio € 2012 2011 %Vermögenswerte 458,7 372,7 23,1Schulden 366,4 314,9 16,4Erlöse 50,3 27,4 83,6Aufwendungen 46,2 25,2 83,3Mio € 2012 2011 %Goodwill 95,0 102,9 –7,7Sonstigeimmaterielle Anlagewerte 5,0 5,0 0,0Insgesamt 100,0 107,9 –7,3Mio € 2012 2011 %Grundstücke und Gebäude 5,3 12,5 –57,6Betriebs- undGeschäftsausstattung 5,3 6,0 –11,7Vermögenswerte in OperatingLeasing-Verhältnissen 505,7 778,5 –35,0Sonstige Sachanlagen 412,8 447,6 –7,8Insgesamt 929,1 1.244,6 –25,3Mio € 2012 2011 %Künftige Mindest-leasingzahlungenbis zu einem Jahr 88,6 149,8 –40,9länger als ein Jahr,bis zu fünf Jahren 380,7 385,3 –1,2länger als fünf Jahre 192,9 240,3 –19,7Insgesamt 662,2 775,4 –14,6Mio € 2012 2011 %Anteile anassoziierten Unternehmen 90,7 13,0 –Anteile anGemeinschaftsunternehmen 100,5 90,7 10,8Insgesamt 191,2 103,7 84,4
  • 196. Anhang192DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Die Veränderung im Bereich des Goodwills resultiert aus derEntkonsolidierung der TES Holdings Ltd.Die zum Abschlussstichtag auf Basis des Nutzungswertesdurchgeführten Werthaltigkeitstests ergaben keinen Wert­berichtigungsbedarf. Der Ermittlung des Nutzungswertes liegteine fünfjährige Mittelfristplanung für alle wesentlichenErtrags- und Aufwandskomponenten zugrunde. Für Zeiträumeüber fünf Jahre wird eine konstante Ertragssituation unterstellt.Die angewandten Diskontierungszinssätze werden auf Basis desCapital-Asset-Pricing-Modells ermittelt, das einen risikolosenZinssatz, eine Marktrisikoprämie und einen Faktor für das syste-matische Risiko (Betafaktor) beinhaltet. Die Werte für den risiko-losen Zinssatz, die Marktrisikoprämie und die Betafaktorenwerden mithilfe externer Informationsquellen festgelegt.Geschäftsspezifische Betafaktoren basieren auf den Daten einerentsprechenden Gruppe von Vergleichsunternehmen. Schwan-kungen der vorgenannten Komponenten könnten sich auf dieBerechnung der Diskontierungszinssätze auswirken. Die imGeschäftsjahr 2012 auf die zahlungsmittelgenerierenden Einheitenangewandten Diskontierungszinssätze lagen zwischen 14,9 %und 17,1 % (2011: 13,5 % und 16,0 %).Die immateriellen Vermögenswerte enthielten selbsterstellteVermögenswerte mit einem Restbuchwert in Höhe von 2,3 Mio €(2011: 1,9 Mio €).34 AnlagenspiegelAbschreibungen auf Grundstücke und Gebäude, Betriebs- undGeschäftsausstattung, Software und andere immaterielle Anlage-werte werden im Posten „Abschreibungen, Wertminderungen,Zuschreibungen“ innerhalb des Verwaltungsaufwands erfasst.Der Geschäfts- oder Firmenwert (Goodwill) wird nicht planmäßigabgeschrieben. Eine Wertminderung ist jedoch zu erfassen,wenn der erzielbare Betrag einer zahlungsmittelgenerierendenEinheit mit zugeordnetem Geschäfts- oder Firmenwert kleinerals ihr Buchwert ist.Im Geschäftsjahr wurde der Goodwill folgenden zahlungsmittel-generierenden Einheiten, die jeweils den Segmenten entsprechen,zugeordnet:Mio € 2012 2011 %Shipping Finance 74,7 74,7 0,0Aviation Finance – 8,0 –Investment Management 20,3 20,2 0,5Insgesamt 95,0 102,9 –7,7Anlagenspiegel (Mio €)GrundstückeundGebäudeBetriebs- undGeschäfts-ausstattungLeasing-vermögenSonstigeSachanlagenImmaterielleVermögens-werte (ohneGeschäfts-oderFirmenwert)Geschäfts-oderFirmenwertInsgesamtAnschaffungs- und Herstellungskosten (AHK)01.01.2012 16,6 18,4 918,3 481,0 17,9 102,9 1.555,1Zugänge (AHK) 0,1 2,7 75,1 141,1 0,4 – 219,4Abgänge (AHK) – –3,5 –207,9 –143,5 – –7,4 –362,3Umbuchungen – 3,5 – –2,1 2,1 – 3,5Änderungen des Konsolidierungskreises –7,7 –2,5 –129,7 –2,3 – –0,5 –142,7Wechselkursänderungen 0,2 0,1 –8,9 –11,8 –0,6 – –21,0Anschaffungs- und Herstellungskosten (AHK)31.12.2012 9,2 18,7 646,9 462,4 19,8 95,0 1.252,0Zuschreibungen – – 6,7 12,6 – – 19,3Abschreibungen –0,4 –2,1 –39,5 –24,7 –1,9 – –68,6Wertberichtigungen – – – –33,5 – – –33,5Abschreibungen und Wertberichtigungen (Vorjahre) –4,1 –12,4 –139,8 –33,4 –12,9 – –202,6Abschreibungen und Wertberichtigungen (Abgänge) – 3,4 8,7 24,5 – – 36,6Änderungen des Konsolidierungskreises 0,6 –2,3 19,9 1,1 – – 19,3Wechselkursänderungen – – 2,8 3,8 – – 6,6Kumulierter Stand Ab- und Zuschreibungen –3,9 –13,4 –141,2 –49,6 –14,8 – –222,9Restbuchwert 31.12.2012 5,3 5,3 505,7 412,8 5,0 95,0 1.029,1Restbuchwert 31.12.2011 12,5 6,0 778,5 447,6 5,0 102,9 1.352,5
  • 197. Anhang 193KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteDas Sonstige Anlagevermögen setzte sich aus zur kurzfristigenVermietung vorgesehenen Verkehrsgegenständen (261,3 Mio €),Schiffscontainern (33,0 Mio €) und Anlagen im Bau (118,5 Mio €)zusammen.35 ErtragsteueransprücheFür steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 16,7 Mio € (2011:0,0 Mio €) wurden basierend auf einer steuerlichen Planungs-rechnung Ertragsteueranspüche in Höhe von 5,4 Mio € aktiviert,während für steuerliche Verlustvorträge in Höhe von 12,1 Mio €(2011: 10,2 Mio €) keine Ertragsteueransprüche aktiviert wurden,da die Voraussetzungen nach IAS 12.34ff nicht gegeben waren.Latente Ertragsteueransprüche wurden auf folgende Bilanzpostengebildet:Latente Steueransprüche wurden in Höhe von 2,6 Mio € (2011:6,0 Mio €) ergebnisneutral gebildet.36 Sonstige Aktiva37 Verbindlichkeiten gegenüber KreditinstitutenIm Geschäftsjahr 2011 wurden auch solche Kredite und Darlehenmit einem Buchwert von 5,3 Mio € unter den Verbindlichkeitengegenüber Kreditinstituten ausgewiesen, die durch Ausübungder Fair Value Option ergebniswirksam zum beizulegenden Zeit-wert bewertet wurden. Der Unterschied zwischen dem Buchwertund dem Rückzahlungsbetrag belief sich zum Abschlussstichtag2011 auf 0,3 Mio €. Diese Kredite und Darlehen sind im Geschäfts-jahr 2012 planmäßig ausgelaufen.Mio € 2012 2011 %TatsächlicheErtragsteueransprücheInland 1,4 0,4 –Ausland 1,2 2,8 –57,1LatenteErtragsteueransprücheTemporäre Differenzen 63,6 74,3 –14,4Verlustvortrag 5,4 – –Insgesamt 71,6 77,5 –7,6Mio € 2012 2011 %Handelsaktiva 5,4 0,7 –Rückstellungen 5,0 5,1 –2,0Verbindlichkeiten gegenüberKreditinstituten und Kunden 33,1 54,5 –39,3Übrige Bilanzposten 16,2 7,7 –Forderungen anKreditinstitute und Kundeninklusive Risikovorsorge 3,9 6,3 –38,1Insgesamt 63,6 74,3 –14,4Mio € 2012 2011 %Forderungen aus nichtertragsabhängigen Steuern 1,7 3,0 –43,3Vorauszahlungenund Abgrenzungen 1,7 1,7 0,0Sonstige übrige Aktiva 28,7 81,8 –64,9Insgesamt 32,1 86,5 –62,9Mio € 2012 2011 %Kredite und Darlehen 4.630,0 4.998,1 –7,4davon täglich fällig 654,4 394,3 66,0davon mit begrenzter Laufzeit 3.975,6 4.603,8 –13,6Geldmarktgeschäfte 155,6 192,3 –19,1davon täglich fällig – – –davon mit begrenzter Laufzeit 155,6 192,3 –19,1Insgesamt 4.785,6 5.190,4 –7,8Inländische Kreditinstitute 4.440,5 4.761,5 –6,7Ausländische Kreditinstitute 345,1 428,9 –19,5Insgesamt 4.785,6 5.190,4 –7,8
  • 198. Anhang194DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201242 RückstellungenDie Pensionsverpflichtungen entwickelten sich im Geschäftsjahrwie folgt:Der Zinsaufwand in Höhe von 1,6 Mio € (2011: 1,6 Mio €) wurdeunter dem Personalaufwand ausgewiesen. Der tatsächlicheErtrag aus dem Planvermögen betrug 6,0 Mio € (2011: 1,1 Mio €).38 Verbindlichkeiten gegenüber Kunden39 Verbriefte Verbindlichkeiten40 Negative Marktwerte ausderivativen Sicherungsinstrumenten41 HandelspassivaMio € 2012 2011 %Kredite und Darlehen 5.025,7 4.344,2 15,7davon täglich fällig 189,2 158,4 19,4davon mit begrenzter Laufzeit 4.836,5 4.185,8 15,5Geldmarktgeschäfte 132,5 79,9 65,8davon mit begrenzter Laufzeit 132,5 79,9 65,8Sonstige Verbindlichkeitengegenüber Kunden 14,7 36,2 –59,4Insgesamt 5.172,9 4.460,3 16,0Inländische Kunden 4.888,6 4.161,7 17,5Ausländische Kunden 284,3 298,6 –4,8Insgesamt 5.172,9 4.460,3 16,0Mio € 2012 2011 %Schiffspfandbriefe 879,0 546,9 60,7Inhaberschuldverschreibungen 10.512,4 9.283,2 13,2Insgesamt 11.391,4 9.830,1 15,9Mio € 2012 2011 %Zinsbezogene Geschäfte 295,4 278,0 6,3Währungsbezogene Geschäfte 1,7 18,3 –90,7Insgesamt 297,1 296,3 0,3Mio € 2012 2011 %Derivative Finanzinstrumentemit negativen Marktwertendavon zinsbezogene Geschäfte 175,3 209,0 –16,1davon währungs-bezogene Geschäfte 43,2 164,4 –73,7Insgesamt 218,5 373,4 –41,5Mio € 2012 2011 %Rückstellungen fürPensionsverpflichtungen 19,7 14,5 35,9Rückstellungen fürVorruhestandsregelungenund Altersteilzeit 0,5 0,6 –16,7Sonstige Rückstellungen 39,1 44,6 –12,3Insgesamt 59,3 59,7 –0,7Mio € 2012 2011 %Barwert der Pensions-verpflichtungen zum 01.01.(Defined Benefit Obligation) 32,7 32,0 2,2Planvermögen –18,2 –17,1 6,4Bilanzwert der Pensions-rückstellung zum 01.01. 14,5 14,9 –2,7Veränderung im laufendenGeschäftsjahr:Dienstzeitaufwand 0,6 0,6 0,0Zinsaufwand 1,6 1,6 0,0Erwarteter Ertragaus dem Planvermögen –0,7 –0,7 0,0VersicherungsmathematischeGewinne und Verluste 5,5 –0,4 –Gezahlte Leistungen –1,8 –1,5 20,0Bilanzwert der Pensions-rückstellung zum 31.12. 19,7 14,5 35,9Barwert der Pensions-verpflichtungen zum 31.12.(Defined Benefit Obligation) 43,9 32,7 34,3Planvermögen –24,2 –18,2 33,0Bilanzwert der Pensions-rückstellung zum 31.12. 19,7 14,5 35,9
  • 199. Anhang 195KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteFür die Pensionsverpflichtung bestand folgende Deckung: Im Geschäftsjahr wurden folgende erfahrungsbedingte Anpas-sungen erfasst:Der Berechnung des Barwertes der Pensionsverpflichtungen lagenfolgende versicherungsmathematischen Annahmen zugrunde:Bei der Bewertung der Pensionsrückstellungen der Mitarbeiterder DVB Bank SE für das Geschäftsjahr 2012 wurden die „Richt-tafeln 2005 G“ von Prof. Dr. Klaus Heubeck, die Richttafelnder Norwegian Financial Service Association (FNH) sowie die„Dutch table – AG Prognosetafel 2012–2062“ zugrunde gelegt.Das auf aktive Mitarbeiter entfallende Planvermögen setzte sichzum Abschlussstichtag aus folgenden Anlageformen zusammen:Für das Geschäftsjahr 2013 wird eine Einzahlung in das Plan­vermögen von 0,6 Mio € (2012: 0,4 Mio €) erwartet.Die Sonstigen Rückstellungen setzten sich im Konzern wie folgtzusammen:Die Rückstellungen für Tantiemen betreffen im WesentlichenBonuszahlungen an Mitarbeiter der DVB und führen voraussicht-lich im folgenden Geschäftsjahr zu einem Zahlungsabfluss.Mio € 2012 2011 %Rückbauverpflichtungen 1,0 1,0 0,0Kreditgeschäft 0,2 0,5 –60,0Tantiemen 27,8 35,0 –20,6Prozesskosten 0,0 0,0 0,0Übrige sonstige Rückstellungen 10,1 8,1 24,7Insgesamt 39,1 44,6 –12,3Deckung der Pensionsverpflichtungen (Mio €)2012 2011 2010 2009 2008Barwert der Pensionsverpflichtungen 43,9 32,7 32,0 29,1 29,1Planvermögen –24,2 –18,2 –17,1 –14,1 –14,7Insgesamt 19,7 14,5 14,9 15,0 14,4Mio € 2012 2011 %ErfahrungsbedingteAnpassungen derPensionsverpflichtungen –0,9 –0,4 –ErfahrungsbedingteAnpassungen derPlanvermögen 5,3 – –% 2012 2011Abzinsungssatz 3,25 5,00Gehaltserhöhungssatz 2,25 2,50Rententrend 2,00 2,00Erwarteter Ertrag aus dem Planvermögen 3,25 5,00% 2012 2011Aktien 0,7 0,4Festverzinsliche Finanzinstrumente 5,5 6,8Immobilien 1,2 1,5Andere Versorgungsträger 92,6 91,3Insgesamt 100,0 100,0
  • 200. Anhang196DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Latente Ertragsteuerverpflichtungen wurden auf folgendeBilanzposten gebildet:Latente Steuerverpflichtungen in Höhe von 4,1 Mio € (2011:0,0 Mio €) wurden ergebnisneutral gebildet.Die Rückstellungen entwickelten sich im Geschäftsjahr wiefolgt: Im Vorjahr entwickelten sich die Rückstellungen wie folgt: Die Bestandsentwicklung der Rückstellungen im Kreditgeschäftnach Geschäftsbereichen und Regionen wird im Chancen- undRisikobericht (Seite 146 – 148) dargestellt.43 ErtragsteuerverpflichtungenRückstellungen 2012 (Mio €)Stand01.01.2012Zuführung Auflösung Verbrauch Um-buchungWechselkurs-änderungenStand31.12.2012Rückbauverpflichtungen 1,0 – – – – – 1,0Kreditgeschäft 0,5 – –0,3 – – – 0,2Tantiemen 35,0 33,8 – –41,2 – 0,2 27,8Prozesskosten 0,0 0,0 – 0,0 – – 0,0Übrige sonstigeRückstellungen 8,1 11,1 –0,9 –8,0 – –0,2 10,1Insgesamt 44,6 44,9 –1,2 –49,2 – 0,0 39,1Mio € 2012 2011 %TatsächlicheErtragsteuerverpflichtungen 28,1 35,4 –20,6LatenteErtragsteuerverpflichtungen 33,2 38,3 –13,3Insgesamt 61,3 73,7 –16,8Rückstellungen 2011 (Mio €)Stand01.01.2011Zuführung Auflösung Verbrauch Um-buchungWechselkurs-änderungenStand31.12.2011Rückbauverpflichtungen 1,0 – – – – – 1,0Kreditgeschäft 0,4 0,2 – – – –0,1 0,5Tantiemen 31,4 41,4 –5,0 –32,7 – –0,1 35,0Prozesskosten 0,1 0,0 – –0,1 – – 0,0Übrige sonstigeRückstellungen 10,0 7,6 –1,3 –5,9 –2,3 0,0 8,1Insgesamt 42,9 49,2 –6,3 –38,7 –2,3 –0,2 44,6Mio € 2012 2011 %Forderungen anKreditinstitute und Kundeninklusive Risikovorsorge 18,6 14,0 32,9Handelsaktiva undSicherungsinstrumente – 12,5 –Finanzanlagen 3,0 1,7 76,5Sachanlagen 0,8 2,8 –71,4Rückstellungen – 3,0 –Übrige Bilanzposten 10,8 4,3 –Insgesamt 33,2 38,3 –13,3
  • 201. Anhang 197KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte44 Sonstige Passiva45 Nachrangige VerbindlichkeitenIm Sonstigen Nachrangkapital werden nicht beherrschendeAnteile an von der DVB beherrschten Tochtergesellschaftenausgewiesen, die gemäß IAS 32 aufgrund von geschriebenenVerkaufsoptionen als Fremdkapital auszuweisen sind.46 EigenkapitalDas Eigenkapital setzte sich wie folgt zusammen:46.1 GrundkapitalDas voll eingezahlte Grundkapital der DVB Bank SE bestand zumAbschlussstichtag gemäß § 4 Abs. 1 der Satzung in Höhe von118.791.945,12 € und war in 46.467.370 nennbetragslose Stück-aktien eingeteilt. Bei diesen Stückaktien handelt es sich aus-schließlich um Stammaktien in Form von Inhaberaktien. Zu dendamit verbundenen Rechten und Pflichten verweisen wir auf§ 54 ff AktG. Die DZ BANK war mit 95,45 % direkt am Grund­kapital der DVB Bank SE beteiligt. Die übrigen Aktien (4,55 %)befanden sich im Streubesitz.Der Vorstand hat gemäß § 4 Abs. 2 der Satzung „GenehmigtesKapital 2010“ die Befugnis, das Grundkapital bis zum 8. Juni2015 um bis zu 50 Mio € zu erhöhen. Bei Zugrundelegungeines rein rechnerischen Unternehmensanteils je Stückaktievon 2,55645940598 € könnten bei einer Kapitalerhöhung aus„Genehmigtem Kapital 2010“ maximal 19.558.300 neue Stück-aktien entstehen.Darüber hinaus ist das Grundkapital gemäß § 4 Abs. 3 der Satzungbis zum 8. Juni 2015 um bis zu 25 Mio € durch die Ausgabe vonbis zu 9.779.149 neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktienzur Ausgabe von Wandel- und Optionsschuldverschreibungenbedingt erhöht („Bedingtes Kapital 2010“). Der Vorstand istermächtigt, die weiteren Einzelheiten der bedingten Kapital­erhöhung festzulegen.Mio € 2012 2011 %SonstigeSteuerverbindlichkeiten 0,7 0,3 –Sonstige übrige Passiva 77,3 136,2 –43,3Insgesamt 78,0 136,5 –42,9Mio € 2012 2011 %NachrangigeSchuldscheindarlehen 274,0 400,6 –31,6NachrangigeInhaberschuldverschreibungen 137,8 – –Insgesamt 411,8 400,6 2,8Mio € 2012 2011 %Grundkapital 117,9 117,9 0,0Kapitalrücklage 331,3 331,7 –0,1Gewinnrücklagen 836,1 740,8 12,9Neubewertungsrücklage 3,8 0,1 –Rücklage aus Cashflow-Hedges 6,3 –11,1 –Rücklage ausNet Investment Hedges –1,2 – –Rücklage aus derWährungsumrechnung 4,7 –1,7 –Konzerngewinn 27,9 27,9 0,0Insgesamt vor nichtbeherrschenden Anteilen 1.326,8 1.205,6 10,1Nicht beherrschende Anteile 2,1 4,4 –52,3Eigenkapital 1.328,9 1.210,0 9,8
  • 202. Anhang198DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201246.5 NeubewertungsrücklageIn der Neubewertungsrücklage werden die Änderungen desbeizulegenden Zeitwertes von zur Veräußerung verfügbarenfinanziellen Vermögenswerten unter Berücksichtigung latenterSteuern ausgewiesen.46.6 Rücklage aus Cashflow-HedgesIn der Rücklage aus Cashflow-Hedges wird das auf den effektivenTeil einer Sicherungsbeziehung entfallende Bewertungsergebnisaus Sicherungsinstrumenten nach Berücksichtigung latenterSteuern ausgewiesen. Die in der Sicherungsbeziehung gesichertenZahlungsströme werden überwiegend im folgenden Geschäfts-jahr zufließen.46.7 Rücklage aus Net Investment HedgesDie DVB sichert das Translationsrisiko aus Nettoinvestitionen inausländische Geschäftsbetriebe mit abweichender funktionalerWährung durch Devisentermingeschäfte ab. In der Rücklageaus Net Investment Hedges wird das auf den effektiven Teil einerSicherungsbeziehung entfallende Bewertungsergebnis ausSicherungsinstrumenten nach Berücksichtigung latenter Steuernausgewiesen.46.8 Rücklage aus der WährungsumrechnungIn der Rücklage aus der Währungsumrechnung werden Fremd-währungsdifferenzen aus der Umrechnung von auf fremdeWährung lautenden Abschlüssen der Konzerngesellschaften inden Euro als Konzernwährung erfasst.46.9 Nicht beherrschende AnteileUnter den nicht beherrschenden Anteilen werden die nicht der DVBzustehenden Anteile am Eigenkapital von Tochterunternehmenausgewiesen.46.2 KapitalrücklageIn der Kapitalrücklage wird das Agio aus der Ausgabe von Anteileneinschließlich Bezugsanteilen über den Nennbetrag bzw. rechne-rischen Wert hinaus ausgewiesen.46.3 Eigene AktienDie DVB Bank SE hielt zum Stichtag 31. Dezember 2012 insge-samt 370.751 (Stück) eigene Aktien mit einem Buchwert von9.449.307,94 €, die nach der Par-Value-Methode vom Eigenkapitalabgezogen wurden. Dazu werden die eigenen Aktien in dieKomponenten „Gezeichnetes Kapital“ und „Kapitalrücklage“zerlegt. Ergebnisbestandteile aus dem Handel mit eigenen Aktienwerden mit den Gewinnrücklagen verrechnet.46.4 GewinnrücklagenDie Gewinnrücklagen umfassen die gesetzliche Rücklage, dieanderen Gewinnrücklagen und den Fonds für allgemeine Bank­risiken.Die Gesetzlichen Rücklagen beliefen sich auf 1,3 Mio € (2011:1,3 Mio €) und unterlagen einer Ausschüttungsbeschränkung.Unter den Anderen Gewinnrücklagen werden die thesauriertenGewinne des Konzerns einschließlich der kumulierten Beträgeaus ergebniswirksamen Konsolidierungsvorgängen ausgewiesen.Von den Anderen Gewinnrücklagen unterlag ein Betrag in Höhevon 11,1 Mio € (2011: 8,4 Mio €) einer Ausschüttungssperregemäß § 268 Abs. 8 Satz 2 HGB.Darüber hinaus wird unter den Gewinnrücklagen der Fonds fürallgemeine Bankrisiken in Höhe von 82,4 Mio € (2011: 82,4 Mio €)ausgewiesen.
  • 203. Anhang 199KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteErläuterungen zu den Finanzinstrumenten47 Klassen und Kategorien vonFinanzinstrumentenDie Buchwerte und beizulegenden Zeitwerte finanzieller Ver­mögenswerte und finanzieller Verbindlichkeiten verteilten sichauf die in den folgenden Tabellen angegebenen Klassen undKategorien (bzw. Unterkategorien) von Finanzinstrumenten:2012 2011Mio €Buchwert BeizulegenderZeitwertBuchwert BeizulegenderZeitwertZu Handelszwecken gehaltene finanzielle Vermögenswerte 195,1 195,1 287,8 287,8davon Handelsaktiva 195,1 195,1 287,8 287,8Zur erfolgswirksamen Bewertung mit dem beizulegenden Zeitwertdesignierte finanzielle Vermögenswerte – – 3,4 3,4davon Forderungen an Kreditinstitute – – – –davon Forderungen an Kunden – – 3,4 3,4davon Finanzanlagen – – – –Derivative Sicherungsinstrumente 711,0 711,0 475,0 475,0davon Positive Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 711,0 711,0 475,0 475,0Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 436,4 436,4 442,9 442,9davon Finanzanlagen 436,4 436,4 442,9 442,9Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 1.342,5 1.342,5 1.209,1 1.209,1Kredite und Forderungen 20.597,0 21.179,1 18.715,6 19.088,8davon Barreserve 869,6 869,6 62,5 62,5davon Forderungen an Kreditinstitute 469,6 470,0 491,8 491,8davon Forderungen an Kunden 19.240,3 19.820,4 18.142,1 18.510,0davon Finanzanlagen 17,5 19,1 19,2 24,5Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 22,6 22,6 22,6 22,6davon Finanzanlagen 22,6 22,6 22,6 22,6Sonstige Aktiva 22,3 22,3 – –Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetefinanzielle Vermögenswerte 20.641,9 21.224,0 18.738,2 19.111,4Finanzierungsleasingverhältnisse 518,7 511,4 445,1 442,3davon Forderungen an Kunden 518,7 511,4 445,1 442,3Sonstige finanzielle Vermögenswerte 518,7 511,4 445,1 442,3
  • 204. Anhang200DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Zum Jahresultimo wurden finanzielle Sicherheiten in Höhe von324,8 Mio € gestellt.2012 2011Mio €Buchwert BeizulegenderZeitwertBuchwert BeizulegenderZeitwertZu Handelszwecken gehaltene finanzielle Verbindlichkeiten 218,5 218,5 373,4 373,4davon Handelspassiva 218,5 218,5 373,4 373,4davon Sonstige Passiva – – – –Fair Value Option – – 5,3 5,3davon Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten – – 5,3 5,3davon Verbindlichkeiten gegenüber Kunden – – – –davon Verbriefte Verbindlichkeiten – – – –davon Nachrangkapital – – – –Derivative Sicherungsinstrumente 297,1 297,1 296,3 296,3davon Negative Marktwerte aus derivativen Sicherungsinstrumenten 297,1 297,1 296,3 296,3Zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 515,6 515,6 675,0 675,0Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.785,6 4.734,0 5.185,1 4.990,1Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 5.172,9 5.085,9 4.448,9 4.136,4Verbriefte Verbindlichkeiten 11.391,4 11.664,7 9.830,1 9.684,8Sonstige Passiva 27,3 27,3 136,2 136,2Nachrangige Verbindlichkeiten 411,8 438,8 400,6 384,2Zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertetefinanzielle Verbindlichkeiten 21.789,0 21.950,7 20.000,9 19.331,7Finanzierungsleasingverhältnisse – – 11,4 11,7davon Verbindlichkeiten gegenüber Kunden – – 11,4 11,7Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten – – 11,4 11,7
  • 205. Anhang 201KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte48 Ermittlung der beizulegenden Zeitwertevon FinanzinstrumentenDer beizulegende Zeitwert ist der Betrag, zu dem zwischensachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhän-gigen Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht odereine Schuld beglichen werden könnte.Für Finanzinstrumente, die an einem aktiven Markt notiert sind,wird der beizulegende Zeitwert anhand von Marktpreisen ermit-telt. Bei Investmentanteilen wird der von der Fondsgesellschaftveröffentliche Rücknahmepreis als beizulegender Zeitwertherangezogen. Die beizulegenden Zeitwerte dieser Finanzinstru-mente werden der Stufe 1 zugeordnet.Der beizulegende Zeitwert von nicht an einem aktiven Marktnotierten Finanzinstrumenten wird einheitlich für alle Klassenanhand anerkannter Bewertungsmodelle ermittelt und der Stufe 2zugeordnet. Bei nicht-derivativen sowie derivativen nicht-optio-nalen Finanzinstrumenten kommt grundsätzlich das DCF-Verfahrenzur Anwendung. Als Grundlage für die Ableitung des Diskontie-rungszinssatzes werden währungsabhängige Swap-Kurven heran-gezogen. Optionale derivative Finanzinstrumente werden anhandvon anerkannten Optionspreismodellen (Black-Scholes-/Black-76-Modell) bewertet. Die in die Bewertungsmodelle einfließendenBewertungsparameter sind überwiegend im Markt beobachtbar.Seit November 2012 wird der beizulegende Zeitwert aller Finanz­instrumente der Stufe 2 unter Verwendung tenor-konsistenterForward-Kurven ermittelt. Die Forward-Kurven werden dabeitenor-homogen aufgebaut. Darüber hinaus werden bei bestehen-den Sicherungsvereinbarungen die derivativen Finanzinstrumenteder Stufe 2 auf Basis von Overnight-Indexed-Swap-Zinssätzendiskontiert. Weicht die Währung der Sicherungsvereinbarung vonder Transaktionswährung ab, wird zusätzlich der Cross-Currency-Basis-Spread bei der Ermittlung des beizulegenden Zeitwertsberücksichtigt. Die Bewertungsanpassung erfolgte prospektivund entspricht einer Anpassung an den aktuellen Marktstandard.Der Bewertungseffekt in Höhe von 2,9 Mio € wird ergebniswirk-sam berücksichtigt.Soweit die in Bewertungsmodelle einfließenden Bewertungs­parameter nicht überwiegend im Markt beobachtbar sind,erfolgt die Zuordnung der resultierenden beizulegenden Zeitwertezur Stufe 3.Im Berichtsjahr wurde keine Umgliederung zwischen den einzelnenStufen vorgenommen.Die beizulegenden Zeitwerte der Finanzinstrumente wurden,soweit diese in die Bewertung am Abschlussstichtag eingegangensind, nach folgenden Methoden ermittelt: 49 Nicht erfasste Unterschiedsbeträgebei erstmaligem AnsatzAus dem Erwerb von finanziellen Vermögenswerten im Jahr 2011entstanden „Bei erstmaligen Ansatz nicht erfasste Gewinne“.Die daraus resultierenden Amortisationen beliefen sich imBerichtsjahr auf 1,3 Mio € (2011: 0,2 Mio €). Unter der Berück-sichtigung eines Umrechnungseffektes in Höhe von –0,2 Mio €(2011: 0,6 Mio €) ergab sich ein Endbestand von 8,4 Mio € (2011:9,9 Mio €).Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten (Mio €)Stufe 1 Stufe 2 Stufe 32012 2011 2012 2011 2012 2011Forderungen an Kreditinstitute – – – – – –Forderungen an Kunden – – – 3,4 – –Handelsaktiva – – 195,1 287,8 – –Positive Marktwerte ausderivativen Sicherungsinstrumenten – – 711,0 475,0 – –Finanzanlagen 432,6 437,5 3,8 5,4 – –Zum beizulegenden Zeitwert bewertetefinanzielle Vermögenswerte 432,6 437,5 909,9 771,6 – –Verbindlichkeiten an Kreditinstitute – – – 5,3 – –Verbindlichkeiten an Kunden – – – – – –Handelspassiva – – 218,5 373,4 – –Negative Marktwerte ausderivativen Sicherungsinstrumenten – – 297,1 296,3 – –Nachrangige Verbindlichkeiten – – – – – –Zum beizulegenden Zeitwert bewertetefinanzielle Verbindlichkeiten – – 515,6 675,0 – –
  • 206. Anhang202DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201250 Ergebnisbeiträge von Finanzinstrumentennach Bewertungskategorien01.01.2012 – 31.12.2012 (Mio €)Erfassung in der Gewinn- und VerlustrechnungErfassung imEigenkapital InsgesamtZinsergebnis Risikovorsorge Provisions-ergebnisErgebnis ausFinanzinstrumen-ten gemäß IAS 39Bewertungs-ergebnisZur erfolgswirksamen Bewertung mit dembeizulegenden Zeitwert designierte finanzielleVermögenswerte und Verbindlichkeiten –0,1 – – 0,0 – –0,1Zu Handelszwecken gehaltene finanzielleVermögenswerte und Verbindlichkeiten –33,3 – – –19,1 – –52,4Kredite und Forderungen 680,4 –71,0 112,2 –171,9 – 549,7Zur Veräußerung verfügbarefinanzielle Vermögenswerte 13,5 – – 2,6 7,0 23,1Sonstige Verbindlichkeiten –530,6 – – – – –530,6Positive und negative Marktwerteaus derivativen Sicherungsinstrumenten 8,4 – – 172,6 8,3 189,3Insgesamt 138,3 –71,0 112,2 –15,8 15,3 179,001.01.2011 – 31.12.2011 (Mio €)Erfassung in der Gewinn- und VerlustrechnungErfassung imEigenkapital InsgesamtZinsergebnis Risikovorsorge Provisions-ergebnis1)Ergebnis ausFinanzinstrumen-ten gemäß IAS 39Bewertungs-ergebnisZur erfolgswirksamen Bewertung mit dembeizulegenden Zeitwert designierte finanzielleVermögenswerte und Verbindlichkeiten 0,3 – – 0,1 – 0,4Zu Handelszwecken gehaltene finanzielleVermögenswerte und Verbindlichkeiten 17,8 – – –5,0 – 12,8Kredite und Forderungen 566,9 –59,0 99,1 –70,0 – 537,0Zur Veräußerung verfügbarefinanzielle Vermögenswerte 10,0 – – –1,4 3,7 12,3Sonstige Verbindlichkeiten –470,9 – – – – –470,9Positive und negative Marktwerteaus derivativen Sicherungsinstrumenten 16,8 – – 80,7 –9,5 88,0Insgesamt 140,9 –59,0 99,1 4,4 –5,8 179,61) Anpassung der Verteilung Provisionsergebnis im Vergleich zum Vorjahr
  • 207. Anhang 203KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte52 Risiken im Zusammenhang mit dem Einsatzvon FinanzinstrumentenDie Angaben zu Art und Umfang der mit dem Einsatz von Finanz-instrumenten verbundenen Risiken werden in Übereinstimmungmit den Bestimmungen des IFRS 7 im Chancen- und Risiko­bericht (Seite 150 – 151) dargestellt. Dies gilt nicht für die Analyseder vertraglichen Fälligkeiten, welche nachfolgend dargestelltwerden.53 Restlaufzeitengliederungderivativer FinanzinstrumenteDer Ausweis in den Restlaufzeitenbändern erfolgte auf derBasis vertraglicher, undiskontierter und künftiger Zahlungs-ströme.Risikovorsorge (Mio €)Zu fortgeführtenAnschaffungskostenbewertete finanzielleVermögenswerteSonstige finanzielleVermögenswerteInsgesamt2012 2011 2012 2011 2012 2011Risikovorsorge zum 01.01. 136,6 172,3 11,8 10,2 148,4 182,5Zuführungen 139,1 89,0 10,6 15,4 149,7 104,4Inanspruchnahmen –58,7 –87,7 –5,6 –13,3 –64,3 –101,0Auflösungen –73,3 –39,2 –8,5 –2,0 –81,8 –41,2Wechselkursbedingte Änderungen –2,8 2,2 0,1 1,5 –2,7 3,7Risikovorsorge zum 31.12. 140,9 136,6 8,4 11,8 149,3 148,4Restlaufzeitengliederung und beizulegende Zeitwerte (Mio €)Restlaufzeitenbis 1 Jahr über 1 Jahrbis 5 Jahreüber5 JahreInsgesamt31.12.2012Insgesamt31.12.2011Zinsbezogene Derivate mit positiven Marktwertendavon Zinsswaps 14,2 351,8 440,3 806,3 634,1davon Zinsoptionen – 0,0 0,2 0,2 –Zinsbezogene Derivate mit negativen Marktwertendavon Zinsswaps –8,4 –194,0 –237,6 –440,0 –480,2davon Zinsoptionen 0,0 –1,6 –29,1 –30,7 –Zinsbezogene Derivate insgesamt 5,8 156,2 173,8 335,8 153,9Währungsbezogene Derivate mit positiven Marktwertendavon Devisentermingeschäfte 45,8 – – 45,8 1,6davon Cross Currency Swaps 0,4 45,6 10,5 56,5 12,9Währungsbezogene Derivate mit negativen Marktwertendavon Devisentermingeschäfte –5,3 – – –5,3 –127,5davon Cross Currency Swaps 0,0 –39,2 –0,6 –39,8 –75,6Währungsbezogene Derivate insgesamt 40,9 6,4 9,9 57,2 –188,6Insgesamt 46,7 162,6 183,7 393,0 –34,751 Risikovorsorge nach KlassenDie Risikovorsorge im Kreditgeschäft (bestehend aus Wertberich-tigungen ohne Rückstellungen) verteilte sich wie folgt auf dieKlassen finanzieller Vermögenswerte: 
  • 208. Anhang204DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201254 Restlaufzeitengliederungnicht-derivativer FinanzinstrumenteDer Ausweis in den Restlaufzeitenbändern erfolgte auf derBasis vertraglicher, undiskontierter und künftiger Zahlungsströme(Zins- und Tilgungsströme).31.12.2012 (Mio €)Täglich fällig Restlaufzeiten Insgesamtbis 3 Monate von3 Monatenbis 1 Jahrvon 1 Jahrbis 5 Jahreüber5 JahreunbestimmteLaufzeitForderungen an Kreditinstitute 457,5 2,5 2,1 7,1 – – 469,2Forderungen an Kunden 774,2 751,8 2.843,8 13.479,7 4.663,8 – 22.513,3Finanzanlagen 7,5 0,6 7,6 436,0 – 25,1 476,8Sonstige Aktiva 22,3 – – – – – 22,3Aktiva insgesamt 1.261,5 754,9 2.853,5 13.922,8 4.663,8 25,1 23.481,6Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 654,4 187,3 990,8 2.071,3 1.099,3 – 5.003,1Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 189,2 280,5 271,4 2.234,4 3.047,5 – 6.023,0Verbriefte Verbindlichkeiten – 64,5 1.372,8 9.362,9 1.541,0 – 12.341,2Nachrangige Verbindlichkeiten – 37,1 84,0 305,0 39,7 – 465,8Sonstige Passiva 27,3 – – – – – 27,3Passiva insgesamt 870,9 569,4 2.719,0 13.973,6 5.727,5 – 23.860,4Finanzgarantien 1,2 0,0 20,2 77,7 109,0 29,4 237,5Kreditzusagen 8,3 42,8 25,2 302,0 934,8 – 1.313,131.12.2011 (Mio €)Täglich fällig Restlaufzeiten Insgesamtbis 3 Monate von3 Monatenbis 1 Jahrvon 1 Jahrbis 5 Jahreüber5 JahreunbestimmteLaufzeitForderungen an Kreditinstitute 453,9 42,2 0,9 0,5 – – 497,5Forderungen an Kunden 229,6 1.360,5 880,4 1.685,2 11.814,4 5.152,0 21.122,1Finanzanlagen 5,4 5,6 14,8 457,4 – 25,9 509,1Aktiva insgesamt 688,9 1.408,3 896,1 2.143,1 11.814,4 5.177,9 22.128,7Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 394,4 627,2 802,1 3.034,3 864,5 – 5.722,5Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 158,4 322,2 270,4 1.822,4 2.755,5 – 5.328,9Verbriefte Verbindlichkeiten – 290,1 1.571,5 6.823,9 2.008,1 – 10.693,6Nachrangige Verbindlichkeiten – 8,2 121,4 249,5 35,9 2,0 417,0Sonstige Passiva 136,2 – – – – – 136,2Passiva insgesamt 689,0 1.247,7 2.765,4 11.930,1 5.664,0 2,0 22.298,2Finanzgarantien 1,2 20,0 2,5 63,3 120,7 19,4 227,1Kreditzusagen 5,0 1,5 105,0 580,4 1.196,9 – 1.888,8
  • 209. Anhang 205KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkteermittelt wurde, werden in die aufsichtsrechtlichen Eigenmittelauch die nachrangigen Verbindlichkeiten einbezogen. Darüberhinaus werden bestimmte bilanzielle Eigenkapitalbestandteile(Neubewertungsrücklagen aus der Bewertung von Wertpapierender Kategorie „Available-for-Sale“, Rücklagen aus Cashflow-Hedges und kumulierte versicherungsmathematische Gewinneund Verluste) nicht in die Ermittlung der aufsichtsrechtlichenEigenmittel einbezogen.Die bankaufsichtsrechtlichen Eigenmittelanforderungen nachBasel II wurden im Berichtsjahr jederzeit eingehalten. ZurSicherstellung der Einhaltung der erneut verlängerten Basel-I-Floor-Regelung nach § 339 Abs. 5a SolvV hat die DVB bis zurFeststellung und Anrechnung des zu thesaurierenden Gewinns2011 zusätzlich 80 Mio USD Nachrangmittel im Sinne des § 10Abs. 5a KWG im Januar 2012 aufgenommen.Die Zusammensetzung der aufsichtsrechtlichen Eigenmittelnach § 10 Absatz 1 bis Absatz 6a KWG ergab sich zum Abschluss-stichtag wie folgt: 56 Nachrangige VermögenswerteWährend des Geschäftsjahres bestanden keine nachrangigenVermögenswerte in wesentlichem Umfang.Sonstige Erläuterungen55 Steuerung des EigenkapitalsZielgröße der Eigenkapitalsteuerung der DVB ist das nach denVorschriften des KWG ermittelte Kapital. Ziel der Steuerungist dabei, über die Stärkung der haftenden Eigenmittel weiteregewinnträchtige Wachstumspotenziale im internationalenTransport Finance zu heben und die regulatorischen Anforderungenan die Höhe des Eigenkapitals jederzeit zu erfüllen.Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel der DVB werden nach denVorschriften des KWG ermittelt. Gemäß den §§ 10 und 10a KWGist der Konzern verpflichtet, im Interesse der Erfüllung seinerVerpflichtungen gegenüber seinen Kunden eine angemesseneEigenmittelausstattung zu gewährleisten. Ferner verpflichtet derGrundsatz zur Solvabilität (Grundsatz I) Institute, ihre Adressen-ausfallrisiken sowie ihre Marktrisiken zu quantifizieren und mitEigenmitteln zu unterlegen.Die Ermittlung der Eigenmittel erfolgt auf Basis der Einzel­abschlüsse der Konzerngesellschaften und deren nationalerRechnungslegung. Als Eigenmittel wird das haftende Eigenkapital,das sich aus Kern- und Ergänzungskapital zusammensetzt,zuzüglich der Drittrangmittel angesehen. Im Vergleich zum bilan-ziellen Eigenkapital, welches nach den Bestimmungen der IFRSAufsichtsrechtliche Eigenmittel (Mio €)2012 2011 %Eingezahltes Kapital 111,9 112,4 –0,4Kapitalrücklage und sonstige anrechenbare Rücklagen 292,1 272,7 7,1Sonderposten für allgemeine Bankrisiken (§ 340g HGB) 841,0 766,3 9,7Andere Kernkapitalbestandteile 43,4 54,8 –20,8Abzugspositionen vom Kernkapital (§ 10 Abs. 2a Satz 2 KWG) –4,4 –3,9 12,8Abzugspositionen vom Kernkapital (§ 10 Abs. 6 und Abs. 6a KWG) –48,0 –23,5 –Kernkapital insgesamt 1.236,0 1.178,8 4,9Ergänzungskapital insgesamt vor Abzugsposten und der anrechenbaren Drittrangmittel 249,1 149,1 67,1Abzugspositionen vom Ergänzungskapital –48,0 –23,5 –Ergänzungskapital und anrechenbare Drittrangmittel insgesamt 201,1 125,6 60,1Modifiziertes verfügbares Eigenkapital und anrechenbare Drittrangmittel insgesamt1)1.437,1 1.304,4 10,21) Unter Berücksichtigung der Rücklagen- und Reservendotierung aus dem Jahresüberschuss
  • 210. Anhang206DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201257 Angaben zum Schiffspfandbriefnach § 28 Pfandbriefgesetz (PfandBG)Angaben nach § 28 Abs. 1 Nr. 1, Nr. 3 und Nr. 4 PfandBG (Mio €)31.12.2012 31.12.2011Nennwert Barwert Risiko-Barwert1)Nennwert Barwert Risiko-Barwert1)Zu deckende Verbindlichkeiten 876,9 895,7 877,8 546,8 559,1 540,4davon Pfandbriefumlauf 876,9 895,7 877,8 546,8 559,1 540,4davon Derivate (§ 26 Abs. 1 Nr. 5 PfandBG) – – – – – –Deckungswerte 1.237,9 1.358,0 1.207,2 1.112,7 1.212,6 1.029,2davon Deckungsdarlehen 1.217,9 1.336,7 1.185,7 1.097,7 1.196,8 1.013,0davon weitere Deckungswerte (§ 26 Abs. 1 Nr. 3 und 4 PfandBG) 20,0 21,3 21,5 15,0 15,8 16,3davon Derivate (§ 26 Abs. 1 Nr. 5 PfandBG) – – – – – –Über-/Unterdeckung 361,0 462,3 329,4 565,8 653,5 488,91) Risikobarwerte wurden nach dem dynamischen Verfahren ermittelt.Laufzeitenstruktur des Pfandbriefumlaufs(§ 28 Abs. 1 Nr. 2 PfandBG)Nennwerte (Mio €) 31.12.2012 31.12.2011 %Bis zu einem Jahr 250,0 – –Mehr als ein undbis zu zwei Jahren 294,0 250,0 17,6Mehr als zwei undbis zu drei Jahren 200,0 296,8 –32,6Mehr als drei undbis zu vier Jahren 62,9 – –Mehr als vier undbis zu fünf Jahren 20,0 – –Mehr als fünf undbis zu zehn Jahren 50,0 – –Mehr als zehn Jahre – – –Insgesamt 876,9 546,8 60,4Zinsbindungsfristen der Deckungswerte(§ 28 Abs. 1 Nr. 2 PfandBG)1)Nennwerte (Mio €) 31.12.2012 31.12.2011 %Bis zu einem Jahr 16,3 41,0 –60,2Mehr als ein undbis zu zwei Jahren 87,2 13,3 –Mehr als zwei undbis zu drei Jahren 149,2 120,7 23,6Mehr als drei undbis zu vier Jahren 299,4 302,4 –1,0Mehr als vier undbis zu fünf Jahren 210,0 255,7 –17,9Mehr als fünf undbis zu zehn Jahren 459,2 332,3 38,2Mehr als zehn Jahre 16,6 47,4 –65,0Insgesamt 1.237,9 1.112,7 11,31) Variabel verzinsliche Darlehen sind gemäß einer Empfehlung der Transparenzinitiative des vdp(Verband deutscher Pfandbriefbanken e. V.) nach Margenbindungsfristen den Laufzeitbändernzugeordnet.
  • 211. Anhang 207KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteAn beiden Stichtagen waren weder Übernahmen durch die Bankdurchgeführt noch waren Zwangsversteigerungen anhängigoder durchgeführt.An beiden Stichtagen bestanden keine Rückstände auf zuentrichtende Zinsen.An beiden Stichtagen waren keine Binnenschiffe oder Schiffs-bauwerke (im Bau befindliche Schiffe) beliehen.Zwangsversteigerungen und Übernahmen durch die Bank(§ 28 Abs. 4 Nr. 2 Buchstaben a und b PfandBG)Anzahl 31.12.2012 31.12.2011 %Zwangsversteigerungen – – –Übernahmen durch die Bank – – –Rückstände auf die von Darlehensschuldnern zuentrichtenden Zinsen (§ 28 Abs. 4 Nr. 2 Buchstabe c PfandBG)Mio € 31.12.2012 31.12.2011 %Zinsrückstände – – –Registerland der beliehenen Seeschiffe(§ 28 Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe b PfandBG)Nennwerte (Mio €) 31.12.2012 31.12.2011 %Belgien – 8,0 –Deutschland 37,2 81,0 –54,1Gibraltar 16,5 – –Griechenland 16,7 18,1 –7,7Großbritannien 104,1 71,2 46,2Hongkong – 14,1 –Italien 5,2 9,2 –43,5Kroatien 26,3 10,5 –Liberia 177,1 211,0 –16,1Malta 217,0 193,9 11,9Marshallinseln 412,3 339,6 21,4Norwegen 159,2 94,0 69,4Zypern 46,1 47,0 –1,9Insgesamt 1.217,9 1.097,7 11,0Größenklassen der Deckungswerte(§ 28 Abs. 4 Nr. 1 Buchstabe a PfandBG)Nennwerte (Mio €) 31.12.2012 31.12.2011 %Bis zu 500 Tsd € – – –Mehr als 500 Tsd €und bis zu 5 Mio € 52,2 46,6 12,0Mehr als 5 Mio € 1.185,7 1.066,1 11,2Insgesamt 1.237,9 1.112,7 11,3
  • 212. Anhang208DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil amKapital (%)Jahres-ergebnisEigen-kapitalDVB Bank SE, Frankfurt am Main 0,0 – –I. TochterunternehmenDVB Bank America N.V.1), Willemstad, Curaçao 100 16.965.762 126.103.254 American Flirtation N.V., Willemstad, Curaçao 100 – – DVB Container Finance America LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –5.730 3.142.122 DVB Investment Management N.V., Willemstad, Curaçao 100 –2.642.298 –31.822 Shipping Capital Antilles N.V., Willemstad, Curaçao 100 590.180 19.229.659 AER Holding N.V., Willemstad, Curaçao 100 194 17.763 Netherlands Shipmortgage Corporation Ltd, Hamilton, Bermuda 100 0 0 TEU Management Company N.V., Willemstad, Curaçao 100 147 4.637DVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd1), Singapur 100 40.759.719 360.161.527 DVB Aviation Finance Asia Pte Ltd, Singapur 100 5.509.988 –10.879.295 DVB Container Finance Asia Pte Ltd, Singapur 100 93.848 6.445 Ibon Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 0 1 Lexi Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 191 701 Longspur Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 1 0 Tubbataha Aviation Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 – 2DVB Holding GmbH2) 3), Frankfurt am Main 100 0 13.000.000 DVB Objektgesellschaft Geschäftsführungs GmbH, Frankfurt am Main 100 – 4)DVB Holding (US) Inc., New York, USA 100 66.917 2.139.590 DVB Capital Markets LLC, New York, USA 100 –1.045.904 513.377 DVB Service (US) LLC, New York, USA 100 –15.641 –544.481 DVB Transport (US) LLC, New York, USA 100 –427.610 3.673.001DVB Invest (Suisse) AG, Zürich, Schweiz 100 – 4)DVB LogPay GmbH2) 3), Eschborn 100 0 3.000.000 Euro Toll Fuel S.L., Barcelona, Spanien 100 – 4) Euro Toll Service GmbH, Eschborn 75 – 4)DVB Transport Finance Ltd, London, Großbritannien 100 –1.984.697 6.057.655Hollandse Scheepshypotheekbank N.V., Rotterdam, Niederlande 100 0 710.961ITF International Transport Finance Suisse AG, Zürich, Schweiz 100 2.594.009 35.183.007Nedship Shipping B.V., Rotterdam, Niederlande 100 87.932 3.220.174 Nedship Scheepvaarthuis B.V., Rotterdam, Niederlande 100 –52.697 –535.334Shipping Capital B.V., Rotterdam, Niederlande 100 120.596 6.857.145 Infifion XI B.V., Rotterdam, Niederlande 100 – 26.135 Nedship Participation (Norway) B.V., Rotterdam, Niederlande 100 198.213 2.241.06758 Anteilsbesitzliste
  • 213. Anhang 209KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteGemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil anChancen undRisiken (%)Jahres-ergebnisEigen-kapitalIn den Konsolidierungskreis der DVB Bank SE wurden darüber hinaus folgendeGesellschaften einbezogen, bei denen die DVB Bank SE Beherrschung im Sinnedes SIC-12 ausüben kann: Adger Ocean II, Oslo, Norwegen 100 – 4) Adger Ocean III, Oslo, Norwegen 100 – 4) Adger Ocean KS (I), Oslo, Norwegen 100 – 4) Aquila Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 4) Autobahn 2003 Holdings LLC, Wilmington, USA 100 – 4) Braveheart Shipping Holdco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 4) Braveheart Shipping Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 4) Container Investment Fund I, Majuro, Marshallinseln 100 –295.669 –2.336.789 Capital Lease Ltd, Hongkong, China 100 17.353 102.040.816 France Maritim LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Green Eagle Investments N.V., Willemstad, Curaçao >50 9.326.068 10.993.121 Intermodal Investment Fund VI LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –137.999 2 Mediterra LLC, Majuro, Marshallinseln 84 – 5) Terra Marris I LLC, Majuro, Marshallinseln 100 5.356.674 29.042.430 Container Investment Fund II, Majuro, Marshallinseln >50 – 3.335.294 TEU Asset Company N.V., Willemstad, Curaçao 100 – 5) Dalian Deepwater Developer Ltd, St. Helier, Jersey 100 – 5) Deucalion Capital I (UK) Ltd, London, Großbritannien 100 1.209.348 2.090.518 Deucalion Engine Leasing (France) Ltd, Paris, Frankreich 90 – 5) Deucalion Engine Leasing (Ireland) Ltd, Dublin, Irland 90 – 5) Deucalion Capital II (UK) Ltd, London, Großbritannien 100 –2.716.899 443.940 Shark Aircraft Leasing (Ireland) Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Tigers Aircraft Leasing (UK) Ltd, London, Großbritannien 100 – 5) Deucalion Capital II Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 1.346.455 –1.123.690 Bluebell Aircraft Leasing Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Buzzard Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Deucalion Capital II (Malta) Ltd, Valetta, Malta 60 – 5) Falcon Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Wasps Aircraft Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 – 5) Deucalion Capital V Ltd, Majuro, Marshallinseln 100 –4.806.806 –1.063.525 Deucalion Capital VI Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 –875.628 1.702.682 Bonham Aircraft Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 – 5) Eagle Aircraft Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 – 5) Finch Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Hawk Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Hibiscus Aircraft Leasing Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Puffin Aircraft Leasing Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Sinaloa Aircraft Leasing Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Deucalion Capital VII Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 –11.190.414 4.293.163 Bulls Aircraft Leasing (Malta) Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Chiefs Aircraft Holding (Malta) Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Highlanders Aircraft Leasing (IRL) Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Nomac Aircraft Leasing (Ireland) Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Stormers Aircraft Leasing (Malta) Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Wasps Aircraft Leasing (Ireland) Ltd, Dublin, Irland 100 – 5) Deucalion Capital VIII Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 7.992.910 16.051.688 Lantana Aircraft Leasing Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) Deucalion Capital XI Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 895.824 –18.049.236 Deucalion Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 4.973.577 8.650.222
  • 214. Anhang210DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil anChancen undRisiken (%)Jahres-ergebnisEigen-kapital Glencoe Shipping Holdco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – – Glen Aros Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Glen Campbell Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Glen Etive Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Glen Lyon Opco LLCLLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Glen Nevis Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Glen Tress Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Maple Leaf Shipping Holdco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 4) Adirondack Shipping LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Bathgate Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Maple Leaf Cement Holdco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Maple Leaf Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Philip Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Rushmore Shipping LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Shamrock Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Stani Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) TBS I Trading Opco LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) MS „Mumbai Trader” GmbH & Co. KG, Bremen 100 – 4) NFC Shipping Fund II LLC, Majuro, Marshallinseln 80 –25.667 128.0986) Gandari Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) NFC Shipping Fund V LLC, Majuro, Marshallinseln 75 14.682 –1.419.7916) NFC Shipping Fund VI LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –4.475.952 –27.915.7096) Kerkis I LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Kerkis II LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Kerkis III LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Kerkis IV LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Abu Offshore Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Mount Benom Ltd, Labuan, Malaysia 100 – 5) Mount Bubu LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Erskine Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Mount Mulu LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Pleasant Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Taigetos I LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Taigetos II LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Teide LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Ullswater Offshore LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Wadi Woraya I LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Wadi Woraya III LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) NFC Shipping Fund VII LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –13.271.940 –14.547.873 Mount Kaba Shipping LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) NFC Shipping Fund B LLC, Majuro, Marshallinseln 100 1.491.162 –8.109.5976) Bukit Merah Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Mount Bintang LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Kinabalu LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Lawu LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Mount Rinjani Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Mount Santubong Ltd, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) NFC Labuan Shipleasing I Ltd, Labuan, Malaysia 100 – 5) Riga Maritim LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Taigetos III LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5)
  • 215. Anhang 211KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteGemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil anChancen undRisiken (%)Jahres-ergebnisEigen-kapital NFC Shipping Fund C LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –250.996 1.609.6516) Mount Lyderhorn LLC, Majuro, Marshallinseln 75 – 5) Taigetos Funding LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Wadi Funding LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Ocean Container II, Oslo, Norwegen 100 – 4) SIIM Fund I (Shipping and Intermodal Investment Management Fund) LLC, Majuro, Marshallinseln 100 –11.613.277 –20.668.062 Al Rubban NFC Shipping Fund IV LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Blue Moon Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 100 – 5) Bukit Timah Chartering Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Bukit Timah Shipping LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Bukit Timah Shipping Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Calidris Shipping LLC, Majuro, Marshallinseln 100 – 5) Green Mountain Shipping Ltd, Willemstad, Curaçao 100 – 5) S1 Offshore Pte Ltd, Singapur 100 – 5) Scheepvaarmaatschappij Ewout B.V., Rotterdam, Niederlande 100 – 5) Yellow Moon Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 100 – 5) Stephenson Capital Ltd, George Town, Kaimaninseln 100 –922.210 673.367 DUNAVAGON s.r.o., Dunajska Streda, Slowakei 100 – 5) DV01 Szarazfoldi Jarmukolcsonzo rt, Aporka, Ungarn 100 – 5) SRF I Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) SRF II Ltd, Floriana, Malta 100 – 5) SRF III Ltd, Floriana, Malta 100 – 5)Gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil amKapital (%)Jahres-ergebnisEigen-kapitalII. At Equity bewertete GemeinschaftsunternehmenAerCap Partners I Ltd, Shannon, Irland 50 1.543.396 2.837.932AerCap Partners II Ltd, Shannon, Irland 50 –633.743 –1.282.170Bella Aircraft Leasing 1 Ltd, Shannon, Irland 50 – 4)Capital Equipment Management Holding GmbH, Hamburg 50 – 4)Cinclus Aviation Investments Ltd, Floriana, Malta 50 – 4)D8 Product Tankers Ltd, Singapur 50 690.855 773.824Deucalion MC Engine Leasing Ltd, Dublin, Irland 50 680.113 10.622.150First BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)Fourth BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)Herakleitos 3050 LLC, Majuro, Marshallinseln 50 – 4)Intermodal Investment Fund II LLC, Majuro, Marshallinseln 50 275.022 6.389.730Intermodal Investment Fund IV LLC, Majuro, Marshallinseln 50 89.597 3.380.682Intermodal Investment Fund VII LLC, Majuro, Marshallinseln 50 – 4)MD Aviation Capital Pte Ltd, Singapur 50 337.262 69.895.960Modex Energy Rentals LLC, Majuro, Marshallinseln 50 – 4)Second BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)TAG ASSET Management LLC, Majuro, Marshallinseln 50 5.905 5.725.002Third BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)Second BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)TAG ASSET Management LLC, Majuro, Marshallinseln 50 5.905 5.725.002Third BD Feederships Shipping Ltd, St. John’s, Antigua/Barbuda 50 – 4)
  • 216. Anhang212DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Gemäß § 313 Abs. 2 HGB zum 31. Dezember 2012 (€)Anteil amKapital (%)Jahres-ergebnisEigen-kapitalIII. At Equity bewertete assoziierte Unternehmen8F Leasing S.A., Contern, Luxemburg 20 – 4)Aer Lucht Ltd, Dublin, Irland 47 – 4)A330 Parts Ltd, Newark, USA 20 – 4)Bovey Offshore Ltd, Singapur 30 5.691.865 13.506.252Epic Pantheon International Gas Shipping Ltd, Tortola, Britische Jungferninseln 21 – 4)Global Offshore Services B.V., Amsterdam, Niederlande 31 – 4)Intermodal Investment Fund V LLC, Majuro, Marshallinseln 22 – 4)MON A300 Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 20 – 4)Mount Faber KS, Oslo, Norwegen 49 322.328 4.121.681MSN 223 Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 35 – 4)SRF Railcar Leasing Ltd, Nenagh, Irland 49 – 4)Rapid Aircraft Leasing Ltd, George Town, Kaimaninseln 25 10.090.527 10.449.731TES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, Großbritannien 40 107.746 22.711.601Ullswater Subsea DIS, Oslo, Norwegen 40 846.177 12.034.757West Supply III K/S, Haugesund, Norwegen 20 –303.728 3.725.534IV. Assoziierte Unternehmen, keine at-Equity-BewertungAviateur Capital Ltd, Dublin, Irland 20 – 4)DVL Deutsche Verkehrs-Leasing GmbH, Eschborn 39 – 4)West Supply III A/S, Haugesund, Norwegen 22 – 4)1) Das Jahresergebnis wurde phasengleich an die DVB Bank SE ausgeschüttet.2) Es besteht ein Ergebnisabführungsvertrag mit der DVB Bank SE.3) Die Gesellschaft hat von den Offenlegungserleichterungen nach § 264 Abs. 3 HGB Gebrauch gemacht.4) Auf die Angabe wurde wegen Unwesentlichkeit (IAS 8.8) verzichtet.5) Das Jahresergebnis ist im übergeordneten Teilkonzern berücksichtigt.6) Die Werte entsprechen dem Vorjahresausweis.
  • 217. Anhang 213KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteIm Juli 2010 hat Dalian Deepwater Developer darüber hinauseinen Beratungsvertrag mit einem internationalen technischenProjektunternehmer abgeschlossen. Er überwacht den Bau der„Dalian Deepwater“. Des Weiteren erfolgen derzeit verstärktMarketingaktivitäten für das Schiff für den Zeitraum nach derAuslieferung des Schiffes. Zum Zeitpunkt der Bilanzerstellungerwartete die DVB weder Verluste aus dieser Transaktion, nochdass Dalian Deepwater Developer nicht in der Lage sein wird,die vertraglichen Verpflichtungen zu erfüllen.60 Durchschnittliche Anzahl der BeschäftigtenDie durchschnittliche Anzahl der Beschäftigten hat sich imGeschäftsjahr wie folgt entwickelt:Die durchschnittliche Beschäftigtenzahl wird inklusive der Mit-arbeiter in der Elternzeit und der aushilfsweise Beschäftigten,jedoch ohne Auszubildende und Mitarbeiter in der Passivphaseder Altersteilzeit ermittelt.Wegen der Entkonsolidierung werden die Mitarbeiter derTES Holdings Ltd, Bridgend, Wales, Großbritannien, und ihrenverbundenen Unternehmen nicht mehr in der durchschnittlichenBeschäftigungszahl berücksichtigt. Zur besseren Vergleichbarkeitwurden die Vorjahreswerte (insgesamt 651 Mitarbeiter) ent-sprechend bereinigt.59 Finanzgarantien, Eventualverbindlichkeitenund andere VerpflichtungenDie Angabe der Finanzgarantien erfolgt mit ihrem Nominalwert.Unter den anderen Verpflichtungen werden die künftigen Mindest-leasingzahlungen aus unkündbaren Mietverträgen (Operating-Leasing) ausgewiesen.Im Juli 2010 hat die DVB der neu gegründeten ZweckgesellschaftDalian Deepwater Developer Ltd, St. Helier, Jersey, Kanalinseln,175 Mio USD zur Vorfinanzierung des Baus eines Bohrschiffs der6. Generation „Dalian Deepwater“ zur Verfügung gestellt. Darauffolgten weitere 25 Mio USD im Dezember 2012. Aufgrund vonSIC-12 wird die genannte Gesellschaft in den Konzernabschluss2012 der DVB einbezogen.Im Juli 2010 hat Dalian Deepwater Developer mit einerSchiffswerftgruppe einen Kaufvertrag über ein schlüsselfertigesBohrschiff abgeschlossen. Die Schiffswerftgruppe baut diesesBohrschiff der 6. Generation in ihrer Werft in Dalian, China. DasSchiff soll im 2. oder frühen 3. Quartal 2013 geliefert werden. InÜbereinstimmung mit dem Kaufvertrag hat Dalian DeepwaterDeveloper im Juli 2010 eine Vorzahlung geleistet. Diese Anzahlungist durch eine Rückzahlungsbürgschaft der Bank of China für denFall besichert, dass das Bohrschiff nicht geliefert werden kann.Der Restbetrag, für den die DVB keine Finanzierung bereitgestellthat, ist bei Lieferung des Schiffes fällig. Ein Rückgriffsanspruchauf die DVB für die Zahlung dieses Restbetrages besteht nicht.Mitarbeiter 2012 2011 %Weibliche Arbeitnehmer 214 207 3,4Männliche Arbeitnehmer 346 331 4,5Insgesamt 560 538 4,1Mio € 2012 2011 %Finanzgarantienaus Bürgschaften 237,5 227,1 4,6Eventualverpflichtungen ausunwiderruflichen Kreditzusagen 1.313,1 1.888,8 –30,5Andere Verpflichtungen 19,9 21,6 –7,9davon bis in einem Jahr 5,0 5,0 0,0davon länger als ein Jahr,bis zu fünf Jahren 11,9 14,0 –15,0davon länger als fünf Jahre 3,0 2,6 15,4Insgesamt 1.570,5 2.137,5 –26,5
  • 218. Anhang214DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 201261 Angaben über Geschäftsbeziehungen zunahestehenden Unternehmen und Personen61.1 Bezüge und Aktienbestandvon Vorstand und AufsichtsratFür Bezüge von Vorstand und Aufsichtsrat wurden 2012 folgendeBeträge aufgewendet:Folgendes zur Erläuterung der variablen Gehaltsbestandteile:Im Geschäftsjahr 2012 erhielt der Vorstand variable Gehaltszah-lungen in Höhe von 635.199,00 €. Hierin waren Bonuszahlungenfür die Geschäftsjahre 2010/2011 und eine Prämie aus dem DVBLong-Term Incentive Plan 2009 enthalten.Der Bonus der Vorstandsmitglieder wird auf der Grundlage vonZielvereinbarungen ermittelt. Die Ziele werden zwischen demAufsichtsrat und dem jeweiligen Vorstandsmitglied für jedesGeschäftsjahr vereinbart und beziehen sich zum einen auf dasErreichen objektiver Kriterien für das relevante Geschäftsjahr(Finanzkennzahlen wie Economic Value Added und Konzern­ergebnis vor Steuern) und umfassen zum anderen die individuelleLeistung der einzelnen Vorstandsmitglieder. Die Höhe des Bonusist abhängig vom messbaren Grad der Zielerreichung. Zahlungs-voraussetzung für den Bonus ist jeweils ein ungekündigtesDienstverhältnis des betreffenden Vorstandsmitglieds zum Zah-lungszeitpunkt. Diese Bedingung entfällt jedoch, wenn dasbetreffende Vorstandsmitglied aus Altersgründen ausscheidetoder der Vorstandsvertrag nicht verlängert wird.Für das Geschäftsjahr 2012 erfolgte die Zuteilung des Bonus invier Tranchen: Ausbezahlt werden danach 50 % im Jahr 2013 undjeweils 16,66 % in den drei darauf folgenden Geschäftsjahren2014 bis 2016. Die Zahlung dieser drei künftigen Tranchen setztvoraus, dass die Risikovorsorge im Kreditgeschäft im Jahr vorder Auszahlung unter einem bestimmten Schwellenwert liegt.Für alle vier Bonusteile gilt darüber hinaus, dass 50 % jederTranche einer ergänzenden einjährigen Haltefrist unterliegen,also nicht direkt ausgezahlt werden. Während dieser Haltefristwird der Wert der zurückgehaltenen Tranche durch ein anteils-basiertes Vergütungsinstrument ersetzt, das an die Wertentwick-lung der Bank gekoppelt ist. Dabei wird der Betrag der zurück­gehaltenen Tranche zunächst in fiktive DVB-Aktien gewandelt,sogenannte Phantom Shares. Die zur Auszahlung gelangendeTranche errechnet sich dann am Ende des folgenden Jahresaus der Multiplikation der zugeteilten, fiktiven Aktien mit demSchlusskurs der DVB-Aktie, der am letzten Handelstag desjeweiligen Kalenderjahrs an der Frankfurter Wertpapierbörseermittelt wurde – zuzüglich der unterjährig ausgeschüttetenDividende. Bei der Ermittlung des Bonuswerts entstehen alsokeine echten Aktien, sondern nur imaginäre Unternehmensanteilezu Berechnungszwecken.61.2 Anteilsbasierte VergütungBezogen auf die anteilsbasierte Vergütung sind im Berichtsjahr0,6 Mio € als Rückstellung im laufenden Personalaufwand ein-geflossen.In der Berichtsperiode wurden 18.171,19 Phantom Shares gewährt,deren Auszahlungsbetrag sich am Kurs der DVB-Aktie orientiert.Der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Gewährung betrug0,4 Mio € bezogen auf den Aktienkurs vom 31. Dezember 2011in Höhe von 23,95 €. Auch zum aktuellen Stichtag lag der beizu-legende Zeitwert bei 0,4 Mio € und bezog sich auf den Aktienkursvom 31. Dezember 2012 in Höhe von 24,26 €. Die gewährtenPhantom Shares gelangen im Jahr 2013 in voller Höhe zur Aus-zahlung.61.3 Pensionsverpflichtung gegenüberfrüheren VorstandsmitgliedernFür Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Vorstandsmit-gliedern und deren Hinterbliebenen beträgt die Defined BenefitObligation 4,0 Mio € (2011: 3,5 Mio €).Tsd € 2012 2011 %Vorstand 2.155,8 2.853,5 –24,5Aufsichtsrat 273,7 273,7 0,0Frühere Vorstandsmitgliederund ihre Hinterbliebenen 373,9 370,5 0,9Insgesamt 2.803,4 3.497,7 –19,9Eine detaillierte Darstellung der Bezüge der Vorstands- undAufsichtsratsmitglieder erfolgt im Vergütungsbericht. Dieserist Bestandteil des Konzernlageberichts (Seite 125 – 128)und des auf unserer Internetseite veröffentlichten CorporateGovernance-Berichts 2012 (www.dvbbank.com > InvestorRelations > Corporate Governance > Berichte).
  • 219. Anhang 215KONZERNLAGEBERICHT KonzernabschlussDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und AktienmärkteMio € 2012 2011 %Forderungen an Kreditinstitute 0,9 15,9 –94,3Forderungen an Kunden 1,0 1,0 0,0Handelsaktiva 0,1 4,0 –97,5Positive Marktwerteaus derivativenSicherungsinstrumenten 133,2 69,6 91,4Aktiva insgesamt 135,2 90,5 49,4Verbindlichkeitengegenüber Kreditinstituten 2.778,3 3.441,1 –19,3Verbindlichkeitengegenüber Kunden – 29,5 –Verbriefte Verbindlichkeiten 9.647,0 9.436,1 2,2Handelspassiva 9,2 19,2 –52,1Negative Marktwerteaus derivativenSicherungsinstrumenten 11,2 12,1 –7,4Nachrangige Verbindlichkeiten 321,0 295,2 8,7Passiva insgesamt 12.766,7 13.233,2 –3,5Mio € 2012 2011 %Forderungenan Kreditinstitute 5.730,4 5.193,3 10,3Tochterunternehmen 5.730,4 5.193,3 10,3Forderungen an Kunden 850,4 787,7 8,0Tochterunternehmen 840,0 715,9 17,3Gemeinschaftsunternehmen 7,6 50,4 –84,9Assoziierte Unternehmen 2,8 21,4 –86,9Handelsaktiva 32,3 30,4 6,3Tochterunternehmen 29,3 22,7 29,1Gemeinschaftsunternehmen 3,0 3,2 –6,3Assoziierte Unternehmen – 4,5 –Positive Marktwerteaus derivativenSicherungsinstrumenten – 0,4 –Tochterunternehmen – 0,4 –Aktiva insgesamt 6.613,1 6.011,8 10,0Die folgende Tabelle zeigt die Geschäfte der DVB Bank SE mitihren Tochterunternehmen, Gemeinschaftsunternehmen undassoziierten Unternehmen:61.4 Beziehungen zu nahestehenden UnternehmenDie DVB Bank SE erstellt als Mutterunternehmen einen Berichtüber die Beziehungen zu verbundenen Unternehmen nach § 312AktG, der nach § 313 AktG geprüft wird. Der Abhängigkeitsberichterstreckt sich auf die Beziehungen der DVB Bank SE zur DZ BANKsowie die mit ihr verbundenen Unternehmen. Die Beziehungenzu den verbundenen Unternehmen werden zu marktüblichenKonditionen abgewickelt. Insofern wurde bezüglich des Abhängig-keitsberichts der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk erteilt.Die DVB Bank SE tätigt eine Vielzahl von Bankgeschäften mitder DZ BANK. Diese umfassen kurzfristige Geldaufnahmen,Geldanlagen sowie Devisengeschäfte. Insbesondere im Refinan-zierungsgeschäft steht die DVB Bank SE in enger Geschäfts­verbindung zur DZ BANK AG und anderen verbundenen Unter-nehmen des DZ BANK Konzerns. Es werden auch Geschäftemit Derivaten wie zum Beispiel Zinsoptionen, Zinsswaps oderDevisentermingeschäfte getätigt.Die folgende Tabelle zeigt die Geschäfte mit der DZ BANK AGund anderen verbundenen Unternehmen des DZ BANK Konzerns:Mio € 2012 2011 %Verbindlichkeitengegenüber Kreditinstituten 151,2 152,9 –1,1Tochterunternehmen 151,2 152,9 –1,1Verbindlichkeitengegenüber Kunden 81,5 45,5 79,1Tochterunternehmen 81,5 44,6 82,7Gemeinschaftsunternehmen – 0,9 –Handelspassiva 3,1 0,0 –Tochterunternehmen 3,1 0,0 –Passiva insgesamt 235,8 198,4 18,9
  • 220. Anhang216DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Versicherung der gesetzlichen VertreterWir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwen-denden Rechnungslegungsgrundsätzen der Konzernabschlussein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild derVermögens-, Finanz- und Ertragslage des DVB Bank Konzernsvermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlaufeinschließlich des Geschäftsergebnisses und die Lage desDVB Bank Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichenVerhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie diewesentlichen Chancen und Risiken der voraussichtlichen Entwick-lung des DVB Bank Konzerns beschrieben sind.Frankfurt am Main, 6. März 2013DVB Bank SEDer VorstandWolfgang F. DrieseVorsitzender des VorstandsBertrand GrabowskiMitglied des VorstandsDagfinn LundeMitglied des Vorstands62 Entsprechenserklärung nach § 161 AktGund Veröffentlichung nach § 10 WpPGVorstände und Aufsichtsräte börsennotierter Gesellschaften sindverpflichtet, jährlich eine Entsprechenserklärung zum DeutschenCorporate Governance Kodex nach § 161 AktG abzugeben. Sieerklären darin, dass den Kodexempfehlungen entsprochen wurdeund wird. Gleichzeitig nehmen sie Stellung zu den Ausnahmen.Vorstand und Aufsichtsrat der DVB Bank SE haben die Entspre-chenserklärung gemäß § 161 AktG vom 7. Dezember 2012 imelektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht und den Wortlautzeitgleich auf der unternehmenseigenen Webseite der Öffent-lichkeit dauerhaft zugänglich gemacht.Zudem hat die DVB Bank SE am 8. März 2012 das JährlicheDokument gemäß § 10 WpPG auf der unternehmenseigenenInternetseite veröffentlicht. Das Jährliche Dokument fasst alleaktionärsrelevanten Informationen, die die DVB aufgrund derim § 10 WpPG genannten Bestimmungen im Zeitraum 1. Januarbis 31. Dezember 2011 veröffentlicht oder dem Publikum zurVerfügung gestellt hat. Alle Entsprechenserklärungen der DVB stehen zumDownload unter der Internetadresse www.dvbbank.com >Investor Relations > Corporate Governance > Entsprechenserklärungenbereit.63 Abschluss der DVB Bank SEDie DVB Bank SE ist als Mutterunternehmen zugleich Tochter­unternehmen der DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossen-schaftsbank, Frankfurt am Main.Die DZ BANK AG Deutsche Zentral-Genossenschaftsbank,Frankfurt am Main, hat zum 31. Dezember 2012 einen Konzern-abschluss und einen Konzernlagebericht aufgestellt, hinterlegtbeim Amtsgericht Frankfurt am Main, in den die DVB Bank SEeinbezogen wird.
  • 221. 217KONZERNLAGEBERICHTDVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012UNTERNEHMEN Finanz- und Aktienmärkte KonzernabschlussBestätigungsvermerkZu dem Konzernabschluss und dem Konzernlagebericht habenwir folgenden Bestätigungsvermerk erteilt:„Wir haben den von der DVB Bank SE, Frankfurt am Main, auf-gestellten Konzernabschluss – bestehend aus Gewinn- und Ver-lustrechnung, Gesamtergebnisrechnung, Bilanz, Eigenkapitalver-änderungsrechnung, Kapitalflussrechnung und Anhang – sowieden Konzernlagebericht für das Geschäftsjahr vom 1. Januar 2012bis 31. Dezember 2012 geprüft. Die Aufstellung von Konzern­abschluss und Konzernlagebericht nach den IFRS, wie sie in derEU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGBanzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in derVerantwortung der gesetzlichen Vertreter der Gesellschaft.Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durch­geführten Prüfung eine Beurteilung über den Konzernabschlussund den Konzernlagebericht abzugeben.Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGBunter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer fest­gestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschluss-prüfung vorgenommen. Danach ist die Prüfung so zu planen unddurchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße, die sich aufdie Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtungder anzuwendenden Rechnungslegungsvorschriften und durchden Konzernlagebericht vermittelten Bildes der Vermögens-,Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichen-der Sicherheit erkannt werden. Bei der Festlegung der Prüfungs-handlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeitund über das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzernssowie die Erwartungen über mögliche Fehler berücksichtigt. ImRahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungs­legungsbezogenen internen Kontrollsystems sowie Nachweisefür die Angaben im Konzernabschluss und Konzernlageberichtüberwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfungumfasst die Beurteilung der Jahresabschlüsse der in den Konzern-abschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung desKonsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- undKonsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen Einschätzungender gesetzlichen Vertreter sowie die Würdigung der Gesamt­darstellung des Konzernabschlusses und des Konzernlageberichts.Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichendsichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewon-nenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss den IFRS,wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach§ 315a Abs. 1 HGB anzuwendenden handelsrechtlichen Vor-schriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriftenein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild derVermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Der Konzern-lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss,­vermittelt insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage desKonzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigenEntwicklung zutreffend dar.”Eschborn/Frankfurt am Main, 6. März 2013Ernst & Young GmbHWirtschaftsprüfungsgesellschaftLöskenWirtschaftsprüferStapelWirtschaftsprüfer
  • 222. DVB weltweitShipping FinanceAviation FinanceLand Transport FinanceSingapurTokioPiräusCuraçaoEUROPAAMERIKA ASIEN / PAZIFIKNew YorkFrankfurt am MainZürichHamburgRotterdamLondonAthenBergenOsloWeitere Informationen218 DVB weltweit220 Stichwortverzeichnis222 Glossar226 Abkürzungsverzeichnis228 Impressum
  • 223. 219DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Weitere InformationenSitz der GesellschaftFrankfurt am MainDVB Bank SEPlatz der Republik 660325 Frankfurt am MainTel.: (0 69) 9750 40, Fax: (0 69) 9750 4444EuropaAthenDVB Bank SERepresentative Office Greece3, Moraitini Street & 1, Palea Leof. Posidonos, Bldg. K4Delta Paleo Faliro, 175 61 Athen, GriechenlandTel.: +30 210 4557 400, Fax: +30 210 4557 420BergenDVB Bank SENordic Branch, Strandgaten 18, 5013 Bergen, NorwegenTel.: +47 5 5309 400, Fax: +47 5 5309 450HamburgDVB Bank SEShipping Department, Ballindamm 6, 20095 HamburgTel.: (040) 3080 040, Fax: (040) 3080 0412LondonDVB Bank SELondon Branch, Park House, 6th Floor16–18 Finsbury Circus, London, EC2M 7EB, GroßbritannienTel.: +44 20 7256 4300, Fax: +44 20 7256 4450OsloDVB Bank SENordic Branch, Haakon VII‘s gate 1, 0161 Oslo, NorwegenTel.: +47 2 3012 200, Fax: +47 2 3012 250RotterdamDVB Bank SERotterdam Branch, Parklaan 2, 3016 BB Rotterdam, NiederlandeTel.: +31 10 2067 900, Fax: +31 10 4362 574ZürichITF International Transport Finance Suisse AGWasserwerkstrasse 12, 8006 Zürich, SchweizTel.: +41 44 3656 100, Fax: +41 44 3656 200Nord- und SüdamerikaCuraçaoDVB Bank America N.V.Zeelandia Office Park, Kaya W.F.G. Mensing 14Willemstad, CuraçaoTel.: +599 9 4318 700, Fax: +599 9 4652 366New YorkDVB Transport (US) LLCRepresentative Office of DVB Bank SE609 Fifth Avenue, New York, NY 10017-1021, USATel.: +1 212 588 8864, Fax: +1 212 588 8936DVB Capital Markets LLC609 Fifth Avenue, New York, NY 10017-1021, USATel.: +1 212 858 2624, Fax: +1 212 588 0424AsienSingapurDVB Group Merchant Bank (Asia) Ltd77 Robinson Road # 30-02, Singapur 068896Tel.: +65 6511 3433, Fax: +65 6511 0700TokioDVB Transport Finance LtdTokyo Branch, The Imperial Hotel Tower, 14th Floor (A-2)1-1, Uchisaiwaicho 1-chome, Chiyoda-kuTokio 100-0011, JapanTel.: +81 3 3593 7700, Fax: +81 3 3593 7860www.dvbbank.com E-Mail: info@dvbbank.com
  • 224. 220DVB Bank SE | Konzern-Geschäftsbericht 2012Weitere InformationenGGeschäft Geschäftsverteilung 11 Neugeschäft 51, 69, 85, 124, 157Gewinn Konzerngewinn 118, 161, 163, 197 Gewinnrücklagen 118, 161, 163, 164, 197, 198 Gewinnverwendung 118, 160, 161Grundkapital 158, 163, 197HHauptversammlung 18, 21, 38, 39, 126, 131IInvestment Management 41, 101 – 107, 122 – 124, 114 – 116, 146 – 147, 166ITF International Transport Finance 42, 108 – 109, 114 – 116,Suisse AG (ITF Suisse) 122 – 124, 146 – 147KKapital Ergänzungskapital 119, 205 Grundkapital 158, 163, 197 Kernkapital 119, 205Kapitalquoten Gesamtkapitalquote 119 Kernkapitalquote 119Konzernergebnis 117 – 118, 121, 160, 161(vor IAS 39 und Steuern, vor und nach Steuern)Konzerngewinn 118, 161, 163, 197Kreditvolumen 122, 137 – 142Kundenkred