Präsentation zum 13. IfK-Praxisforum

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Das diesjährige Praxisforum erlebte am 30. Januar seine nun schon 13. Auflage in Folge. Im Forum am Altmarkt der Ostsächsischen Sparkasse Dresden sprachen Studierende, Absolventen und Mitarbeiter des Instituts vor vollen Reihen im Auditorium. Das Ziel, relevante Ergebnisse aus der Forschung des Instituts für die Praxis auszuwählen und aufzubereiten wurde dieses Jahr in drei Themenblöcken anvisiert, durch welche die studentischen Moderatoren Johanna Haupt und Jonathan Wosch führten.

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  • 1. HERZLICH WILLKOMMEN ZUM 13. PRAXISFORUM DES IFK Wir präsentieren aktuelle Ergebnisse aus der Forschung des Instituts 30. JANUAR 2013 FORUM AM ALTMARKT DER OSTSÄCHSISCHEN SPARKASSE DRESDEN
  • 2. Anspruch und Wirklichkeit Printjournalismus im Jahr 2012
  • 3. Lisa Stiemer Absolventin Medienforschung/Medienpraxis, 2012 Lokale Monopole. Der Zusammenhang von Wettbewerbsstellung und Vielfalt im Lokalteil. Methode: Stichprobe: Feldzeit: Inhaltsanalyse 960 Fälle Mai 2012
  • 4. Relevanz des Themas  steigende Pressekonzentration bzw. Verfestigung der Strukturen  Befürchtung: Monopolstellung führt zu verminderter journalistischer Qualität  besonders dramatisch: Verminderung publizistischer Vielfalt  Inwiefern hat die Wettbewerbsstellung einer Zeitung Einfluss auf die publizistische Vielfalt der Lokalberichterstattung?
  • 5. Methode  Quantitative Inhaltsanalyse des Lokalteils  Untersuchungsmaterial: - 4 Monopolzeitungen Sachsens (Sächsische Zeitung Görlitz, Freie Presse Zwickau, Leipziger Volkszeitung Borna-Geithain, Freie Presse Annaberg-Buchholz) - 4 Wettbewerbszeitungen Sachsens (Lausitzer Rundschau Hoyerswerda/ Sächsische Zeitung Hoyerswerda, Dresdner Neueste Nachrichten/ Sächsische Zeitung Dresden)  Untersuchungszeitraum: - 07./ 09./ 11. Mai 2012  24 Ausgaben, 960 Fälle
  • 6. Kaum Unterschiede zwischen Monopolzeitungen und Wettbewerbszeitungen Keine Unterschiede - im redaktionellen Umfang der Lokalteile - in der Verwendung von Agenturmaterial - in der Transparenz der Quellen  Ausreißer DNN!
  • 7. Gleiche Themenvielfalt
  • 8. Negativer Tenor im Wettbewerb – Monopole neutraler
  • 9. Negativismus als Abgrenzungsmerkmal? Anteil der negativen Berichterstattung zu einem Thema
  • 10. Unterm Strich Was bleibt für die Kommunikationspraxis? Publizistische Vielfalt hängt nicht von der Wettbewerbsstellung ab  die verantwortliche Redaktion hat es selbst in der Hand Zu überdenken ist:  Wo liegt der goldene Schnitt? Sind Monopolzeitungen zu zahm oder Wettbewerbszeitungen zu aggressiv?
  • 11. Anne Flämig & Anne-Marie In der Au Absolventinnen der Medienforschung/Medienpraxis, 2012 Anzeige = Artikel? Der Einfluss von Werbung auf die Berichterstattung politischer Magazine. Methode: Stichprobe: Feldzeit: 3 Inhaltsanalysen 3532 Fälle, 949 Fälle, 761 Fälle Juli 2012
  • 12. Forschungsinteresse  Pressekodex: Trennung von Werbung und Redaktion  Gleichzeitig gegenseitiges Abhängigkeitsverhältnis von Presse und Werbung Konfliktpotenzial
  • 13. Methode
  • 14. Berichterstattung hängt deutlich mit Anzeigenaufkommen zusammen
  • 15. Anzeigenkunden können mit positiver Bewertung rechnen
  • 16. Anzeigenstarke Unternehmen werden häufiger in Überschriften genannt
  • 17. Fazit  Über Unternehmen mit einem hohen Anzeigenaufkommen wird mehr und positiver berichtet  Unterschiede zwischen den Medien: FOCUS berichtet häufiger und positiver über hohe Anzeigenkunden sowie deren Produkte als der SPIEGEL  Auch SPIEGEL als Qualitätsmedium und Meinungsführer bleibt nicht unbeeinflusst von wichtigen Anzeigenkunden  Befunde zeigen Gefahren für die Erfüllung der öffentlichen Aufgabe durch die Presse
  • 18. Unterm Strich Was bleibt für die Kommunikationspraxis?  Umgang mit Anzeigen- und Nicht-Anzeigenkunden überdenken  Überprüfen, ob Abhängigkeiten auch im eigenen Medium bestehen  Sind Anzeigen in Printprodukten Steuerungselement für Werbebranche?
  • 19. Markenkommunikation - alles durch den Kunden und für den Kunden?
  • 20. Nadja Hoffmann Absolventin der Angewandten Medienforschung, 2012 I like. Die Macht von Kundenrezensionen auf Facebook. Methode: Stichprobe: Feldzeit: Experiment 113 Experimentalteilnehmer Juli/August 2012
  • 21. Let‘s talk about word-of-mouth vs. Read all about it electronic word-of-mouth
  • 22. Forschungsfrage: Welche Rolle spielt für die Produktwahrnehmung und Kaufintention: •wer eine Kundenrezension verfasst? •wie eine Kundenrezension ausfällt?
  • 23. Methodische Umsetzung  Experiment als Methode der Kausalanalyse  Stimulus mit hypothetischem Szenario  2-faktorielles Untersuchungsdesign: Rezensionen von Freunden Positive Rezensionen Negative Rezensionen Rezensionen von Fremden Gruppe 1 Gruppe 2 Gruppe 3 Gruppe 4
  • 24. Top oder Flop? Die Abhängigkeit der Produktwahrnehmung schlecht unvorteilhaft nicht erstrebenswert gut vorteilhaft erstrebenswert Bitte gib an, wie du die Digitalkamera einschätzt . Mit den Werten zwischen den Ausprägungen kannst du deine Einschätzung abstufen. R² = 88.4 %; F (1) = 819.05, p < .001, ηp2 = .883; F (1) = 33.03, p < .001, ηp2 = .233
  • 25. Top oder Flop? Die Unabhängigkeit der Kaufintention Ich habe nicht die Absicht… Ich habe die Absicht… Ich denke es ist keine gute Idee… Ich denke es ist eine gute Idee… … das Produkt als Geschenk zu kaufen. Würdest du aufgrund der gelesenen Kundenrezensionen einem Familienmitglied diese Digitalkamera zum Geburtstag kaufen? Im Folgenden liest du hierzu einige Aussagen. Mit den Werten zwischen den […]. p = n.s.
  • 26. Unterm Strich Was bleibt für die Kommunikationspraxis?  Kundenrezensionen auf Facebook haben einen starken Einfluss auf die Produktwahrnehmung  Facebook als soziales Netzwerk wird jedoch auch als solches genutzt  die große Revolution des E-Commerce bleibt damit bis heute aus
  • 27. Daniel Hofmann Absolvent Angewandte Kommunikationsforschung, 2012 Prof. Lutz M. Hagen Sag‘s weiter - auf Facebook. Ein Experiment zur Mundpropaganda der neuen Art. Methode: Stichprobe: Feldzeit: Online Befragungs-Experiment 587 Fälle Januar 2012
  • 28. Fragestellungen  Funktioniert Online-Empfehlungsmarketing (eWOM) auch in sozialen Medien?  Von welchen Randbedingungen hängt die Wirksamkeit von eWOM in sozialen Medien ab?
  • 29. Methode: Online-Experiment 27.12. – 29.12.2011  Inszeniert: Ein Facebook-Freund gewinnt Batterien  Inszeniert: Berichtet dies in den Newsfeed seines Netzwerks  Inszeniert: Acht weitere Freunde kommentieren dies  Möglich: Anschließende, nicht inszenierte Reaktionen 3.1.– 14.1.2012  Online-Befragung unter allen 1.834 Facebook-Freunden der eingeweihten Kommunikatoren
  • 30. Stimulus I
  • 31. Stimulus II START: Influencer 1/5 [27.12. - 13.00 – 15 Uhr] Voraussetzung Aktion Meinung/Inhalt Datum und Zeit Postet Foto (Rechte auf Friends lassen) Freut sich darüber, mal was gewonnen zu haben, auch wenn es nur Formulierungs- Batterien sind aber immerhin „Made in Germany “! GEWONNEN!!! Zwar keine Luxuslimousine, aber immerhin „Made in vorschlag Germany“ :)! Kommentar 1: Influencer 2/6 [27.12.] Voraussetzung Originalpost durch Influencer 1/5 vorhanden Aktion Like Ausgangspost Meinung/Inhalt Macht eine lustige Anmerkung, aus der inhaltlich hervorgeht, dass mit dem leistungsfähigen Batteriepaket von Varta das neue Jahr Formulierungsvorschlag ja kommen kann. Na mit dem Power-Paket geht dir 2012 bestimmt nicht das Licht aus! ;)
  • 32. Wirkungsstufen und intervenierende Variablen Stimulus (positiver, humoristischer Diskurs über VARTA-Baterien) Stärke der Beziehung zum Kommunikator Anzahl befreundeter Influencer Häufigkeit der Nutzung von Facebook Wahrnehmung/Gestützte Erinnerung Produkt-Involvement Selektive Nutzung des News Feeds Männlich Alter Markenpräferenz
  • 33. Relevant Set 1. „Angenommen, Du benötigst gerade handelsübliche Batterien – etwa für Taschenlampe, Ladyshaver oder Spiele-Controller. Für welche Marke würdest Du Dich spontan entscheiden?“ 2. „Wenn diese Marke gerade nicht verfügbar ist, welche Marken würdest Du dann kaufen?“
  • 34. Batteriemarken im Relevant Set Stimulus gesehen (n = 145) Stimulus nicht gesehen (n = 442) 50% 40% 30% 44 37 41 29 20% 17 10% 10 16 12 0% Duracell Varta Aldi Energizer 8 8 Lidl 7 8 Ikea
  • 35. Unterm Strich Was bleibt für die Kommunikationspraxis?  Empfehlungsmarketing funktioniert auch in sozialen Medien  Effekte auf die Markenpräferenz hängen vor allem von der Stärke der Sichtbarkeit ab  Nutzer mit einer hohen Anzahl an Kontakten sind nicht automatisch gute Verbreiter einer Botschaft  Wichtiger sind Personen mit vielen starken Beziehungen  Auf Facebook sind Marketing-Maßnahmen zu bevorzugen, die möglichst viele gute Freunde in einem Beitrag vereinen
  • 36. Florian Haumer Absolvent der Kommunikationswissenschaft, Musikwissenschaft und Wirtschaftswissenschaften, 2004 Corporate Publishing – Worauf kommt es bei einem guten Kundenmagazin an? Methode: Stichprobe: Feldzeit: Befragung, Feldexperiment 181 Fälle Juli 2009 bis Februar 2010
  • 37. Relevanz des Themas „50 % der Werbeausgabe sind rausgeworfenes Geld. Die Frage ist nur, welche 50 %.“ Henry Ford, 1920
  • 38. Forschungsinteresse Forschungsfrage: Wie kann man den betriebswirtschaftlichen Wertschöpfungsbeitrag von Kundenmagazinen messen?
  • 39. Methode: Überblick  Feldexperiment (Juli 2009 bis Oktober 2010)  2x3 Design mit zwei Messzeitpunkten und drei Stimuluswellen  Produktion von 6 verschiedenen Kundenmagazinen in jeder Stimuluswelle  Variation von Personalisierung und Mediengestaltung  7 Versuchsgruppen: 6 Experimentalgruppen, eine Kontrollgruppe  Versuchsteilnehmer: 181 Mandanten einer Steuerberatungsgesellschaft  Messung der Veränderung von - Kundenzufriedenheit - Unternehmensimage und - Net Promoter Score
  • 40. Methode: Die Variation des Stimulusmaterials rt lisie a rson pe Personalisierung ch chli sa Mediengestaltung visuell high visuell med textbasiert
  • 41. Durchschnittliche Rezeptionsquote aller zugesandten Publikationen bei 85 Prozent „Nein“ „Ja, schon mal in der Hand gehabt“ bzw. „Ja, gelesen“ Frage: Mal eine ganz andere Frage: Kennen Sie eigentlich das Mandantenmagazin FACTUELL? 1) Ja, gelesen, 2) Ja, schon mal in der Hand gehabt, 3) Nein
  • 42. Sachliche Inhalte werden insgesamt deutlich positiver beurteilt als personalisierte Inhalte
  • 43. Aber: Sowohl sachliche als auch personalisierte Inhalte haben positive Effekte auf das Unternehmensimage Item: „Die Kanzlei hat eine klare Vision für die Zukunft“ Mittelwertunterschiede sind signifikant auf dem p<.05-Niveau
  • 44. Insgesamt konnte in den Experimentalgruppen eine deutliche Verbesserung der Kundenloyalität gemessen werden Veränderung der Empfehlungswahrscheinlichkeit (Kundenloyalität) von Messzeitpunkt T0 zu T4; Datenbasis: alle Teilnehmer
  • 45. Besonders deutliche Effekte zeigen sich bei Kunden mit geringer Loyalität Veränderung der Empfehlungswahrscheinlichkeit (Kundenloyalität) von Messzeitpunkt T0 zu T4; Datenbasis: Versuchsteilnehmer mit geringer Loyalität <8
  • 46. Die gemessenen Unterschiede entsprechen einer Unternehmenswertsteigerung von ca. 150.000 €* *Schematisches Rechenbeispiel: Umsatz: 5 Mio., NOPAT: 0,7 Mio., EVA: 0,6 Mio. Steigerung RBI von 40% auf 45 % + 150T Euro
  • 47. Unterm Strich Was bleibt für die Kommunikationspraxis?  Kundenmagazine liefern einen erheblichen betriebswirtschaftlichen Wertschöpfungsbeitrag  Die stilistische (Personalisierung) und formale (Visualisierung) Gestaltung ist dabei nicht so wichtig  Die größte Rolle spielt die Qualität der Inhalte (Informationsnützlichkeit)  Kundenmagazine, die auf der Wahrnehmungsebene besonders gut beurteilt werden, haben nicht automatisch den größten Wertschöpfungsbeitrag  Der Wertschöpfungsbeitrag von Kundenmagazinen kann monetär ausgedrückt und den Kosten gegenübergestellt werden
  • 48. Willkommen in Sachsen? Integration und Offenheit im Freistaat
  • 49. Rebecca Hauser Absolventin der Medienforschung/Medienpraxis, 2012 Xenophobie. Ein gesamtgesellschaftliches Phänomen? Methode: Stichprobe: Feldzeit: Telefonbefragung 3001 Fälle Februar/März 2009
  • 50. Forschungsinteresse  Thema Xenophobie eng mit der deutschen Geschichte verbunden  verliert nie an Aktualität – Beispiel Thilo Sarrazin  Grundlegende Theorie nach Wilhelm Heitmeyer: Fremdenfeindlichkeit ist unabhängig von politischer Einstellung und bedingt durch Ideologie der Ungleichwertigkeit
  • 51. Methode  Sekundäranalyse einer sachsenweiten, repräsentativen Umfrage  antidemokratische & fremdenfeindliche Einstellungen im Fokus  Analyse nach soziodemographischen Angaben  zur Entwicklung eines Kausalmodells für Einflussfaktoren Stichprobenverteilung: Landkreise Kreisfreie Städte 69,3% 30,7% männlich weiblich männlich weiblich 48,3% 51,7% 48,7% 51,3% Berufstätigkeit 54,3% 40,1% 48,9% 40,3%
  • 52. Xenophobie nicht nur ein Randphänomen „Ich lese Ihnen gleich einige Meinungen vor, mit denen manche Leute übereinstimmen, die von anderen aber abgelehnt werden. Was ist Ihre Meinung? Wir sollten darauf achten, dass wir das Deutsche rein halten und Völkermischung verhindern.“ (1 = Ablehnung bis 6 = Zustimmung) N = 3001
  • 53. Xenophobie bei „rechten“ Männern und nichtwählenden Frauen N = 3001
  • 54. Arbeitslosigkeit korreliert mit Wahlabsicht % n= 127, p = 0,000, r² = 0,382 % n=2197, p = 0,002, r² = 0,060
  • 55. Ursachen für xenophobe Einstellungen Deprivation / Desintegration mit Lebenssituation unzufrieden berufstätig, Einkommen unterhalb der Existenzgrenze wohnhaft auf dem Land / in der Klein-/ Mittelstadt niedriger bis mittlerer Bildungsgrad Politikverdrossenheit Angleichung an Weststandards wird noch > 20 Jahre dauern Dominanz / Autoritarismus mit Lebenssituation zufrieden berufstätig, Einkommen oberhalb der Existenzgrenze wohnhaft in einer kreisfreien Stadt hoher Bildungsgrad  Anteil von 7% unter Personen mit ausgeprägten fremdenfeindlichen Einstellungen
  • 56. Unterm Strich Was bleibt für die Politik und Kommunikationspraxis? Zukünftige Studien sollten messen: Zusammenhang zwischen Persönlichkeits-Merkmalen und Partei-Programmen? Wähler beider politischer Extreme unterscheiden sich weniger als gedacht → Trennung zwischen links und recht nicht immer gerechtfertigt und sinnvoll? Nichtwähler haben hohes Potential zu rechten Einstellungen → welche Mobilisierungsimpulse gibt es? Rolle der DDR im Leben der Befragten hat vermutlich starken Einfluss → Zusammenhänge in allen neuen Bundesländern und bundesweit erforschen
  • 57. Anke Wagner Absolventin der Kommunikationswissenschaft, 2013 Kluge Köpfe aus aller Welt? Qualifizierte Zuwanderung im Freistaat Sachsen Methode: Stichprobe: Feldzeit: Leitfadeninterviews & Dokumenten- und Inhaltsanalyse 12 Interviews / 96 Dokumente/ 4 Zeitungen September 2011 – März 2012
  • 58. Forschungsinteresse / Relevanz des Themas Demographie & Fachkräftemangel = Gefahr für Wirtschaft und Wohlstand !!!  Zukunftsthema ausländischer Fachkräftezuzug  Probleme: ÖM & Sachsens Image  Freistaat Sachsen: Bundesratsinitiative als 180-Grad-Wende in Ausländerpolitik  Utopie?  Forschungsfrage: Wie wird die Zuwanderung ausländischer Fachkräfte in Sachsen kommuniziert? Bildnachweis unten: SMI 2011
  • 59. Methode  Einordnung historisch-kommunikativer Kontext (Geschichte, ÖM, Ausländerpolitik)  Theoriegrundlage: strategisches Framing  Empirische Studie als qualitativ-quantitatives Mischverfahren 1. Qualitative Studie 2. Explorativ-quantitative IA Leitfadeninterviews Dokumentenanalyse 4 Tageszeitungen: − SäZ + LVZ (regional) − SZ + FAZ (überregional)  Suche nach Schlüsselbegriffen  Abgleich Ereignischronologie Ziel: Umfang & Zeitverlauf Berichterstattungsinhalte und Schwerpunktsetzung   Ziel: thematische Dimensionen im Zuwanderungsdiskurs Kommunikative Strategie? 
  • 60. Hauptakteure in Sachsen: WER kommuniziert WIE? „NETZWERK FÜR QUALIFIZIERTE ZUWANDERUNG NACH SACHSEN“ (strategisch-funktionales Rollengeflecht der Befürworter) Strategische, politische und kommunikative Aktivitäten zu überzeugende Adressaten (Entscheider, Skeptiker, Befürworter) Politiker Medien allgemeine Öffentlichkeit/ Bevölkerung qualifizierte Ausländer (In- und Ausland) Quelle: Wagner, 2012, 50ff., 51 (Abb. 8), 67 (Abb. 10)
  • 61. Qualifizierte Zuwanderung: WAS sind die Botschaften? Ganz ohne Zuwanderung geht es nicht Zuwanderung kostet einheimische Arbeitsplätze Ausländische Arbeitskräftepotential reichen nicht zur Bedarfsdeckung Inländische Potentiale (zuerst) heben Es gibt keinen strukturellen Fachkräftemangel Beste Köpfe für beste Spitzenleistung Wirtschaft/ Arbeitsmarkt Qualifizierte Zuwanderung schafft Arbeitsplätze Sachsen nach Sachsen zurückholen Rückkehr statt Zuwanderung Qualifizierte Zuwanderung darf Sozialsysteme nicht belasten. Qualifizierte Zuwanderung belastet Sozialsystem Wohlstandsniveau ohne qualifizierte Zuwanderung nicht zu halten Gesellschaft/ Bevölkerung Qualifizierte Zuwanderung entlastet Sozialsystem Sachsen braucht Image- und Bewusstseinswandel Deutschland braucht wettbewerbsfähiges Zuwanderungsgesetz Recht Deutsches Zuwanderungsrecht ausreichend und gut. Hürden für Qualifizierte sind zu hoch. Klugen Köpfen Türen öffnen Initiative für aktive Einwanderungspolitik Quelle: vgl. Wagner, 2012, 50ff., 57 (Abb. 9)
  • 62. Wann wird Wie intensiv berichtet? Anzahl Artikel Gesamtumfang und Zeitverlauf der Presseberichterstattung im Untersuchungszeitraum (Basis: alle Zeitungen, N = 1783 Artikel, II. Quartal 2012 endet zum 31.5.2012) Einbringung Sarrazin BRI & EUFreizügigkeit BlueCard Wulff & Ankündigung BRI Quelle: Wagner, 2012, 73 (Abb. 12)
  • 63. Können die Akteure ihre Schwerpunkte platzieren? Anzahl Artikel Berichterstattungsinhalte im Zeitvergleich nach Diskursdimensionen (Basis: alle 478 Artikel von SäZ & LVZ vom 01.10.2009 - 31.05.201, N = 1181 Treffer, II. Q. 2012 endet zum 31.5.2012) Wulff & Ankündigung BRI Sarrazin Einbringung BRI & EUFreizügigkeit Blue-Card Quelle: Wagner, 2012, 83 (Abb. 20)
  • 64. Mission accomplished? Kann sich Sachsen nun ausruhen? „Girokonto“ neuer sächsischer Zuwanderungspolitik Guthaben (Phase I = abgeschlossen) Offene Rechnungen (Phase II läuft) Forderungen sächsischer BRI Sachsen =Motor moderner Zuwanderungspolitik (Fachkreise)  Kommunikationsstrategie  Politik: Haupttriebkraft & Impulsgeber  politische Gestaltungsfunktion  Vorbild für Bewusstseinsbildung −   − ? ? ? ? Sachsen braucht qualifizierte Ausländer! Kommunikative Hürden höher! Umgang mit negativer ÖM Image- und Bewusstseinswandel Schaffung Willkommenskultur gezielte Anwerbung! Prognostische These: Ruht sich Sachsen aus und nimmt die Herausforderungen von Phase II nicht an, werden die (kommunikativen) Erfolge aus Phase I verpuffen!
  • 65. Unterm Strich Was bleibt für die Politik und Kommunikationspraxis?  Sächsische Staatsregierung weiterhin als moderierender und zugleich strategisch arbeitender Primus inter Pares  Willkommenskultur koordinieren, fördern und im Kontext gemeinsam gesteckter Ziele steuern  Prozess nicht dem Zufall überlassen
  • 66. Maria Müller Studentin der Angewandten Medienforschung Prof. Wolfgang Donsbach Willkommen in Dresden? Erfahrungen ausländischer Fachkräfte und Forscher Methode: Stichprobe: Feldzeit: Befragung 352 Fachkräfte, 61 Personalverantwortliche November/Dezember 2012
  • 67. Relevanz des Themas Dresden ist auf ausländische Fachkräfte angewiesen  aufgrund der demografischen Entwicklung  aufgrund des Wandels in der Berufsorientierung  aufgrund ihrer Fachkenntnisse  weil Dresden internationaler sein muss Einige kommen von sich aus  wegen der Attraktivität der Stadt  wegen der Lage der Stadt  durch die Globalisierung und zunehmende Mobilität Doch sind wir attraktiv genug?
  • 68. Front Page 15.08.09 24.07.09
  • 69. Komplexe Wirklichkeit als Regressionsmodell: ein Versuch Karriere Employer Branding Opportunities: überwiegend Job, materiell Wirtschaftsförderung Standortfaktoren ZuwanderungsWilligkeit Image-Kampagnen Eigene Erfahrungen Erfahrungen Dritter Medien Stereotype Images Überwiegend privat, immateriell
  • 70. Methode A) Leitfadeninterviews mit  2 Unternehmen: Novaled AG, Plastic Logic  1 Forschungsinstitut: Max-Planck-Institut für molekulare Zellbiologie und Genetik  2 Relocation Agenturen: enter dresden, progedo relocation B) Onlinebefragung ausländischer Fachkräfte und Personalverantwortlicher an 18 Institutionen Fachkräfte Personalverantwortlich e Entscheidungskriterien, Arbeitsplatz, Wohnraum, öffentlicher Raum, Behörden, Verbesserungswünsche Erfahrungen in Bereichen Rekrutierung, Führung und Relocation
  • 71. HR: Gründe für Absagen durch ausländische Fachkräfte “Manche Fachkräfte bewerben sich nicht nur bei einem Unternehmen/Institut. Nicht immer entscheiden sich die Bewerber schlussendlich auch für Dresden. Aus welchen Gründen haben Bewerber in der Vergangenheit schon einmal Stellen abgesagt?” 57 47 41 14
  • 72. Angst vor körperlicher Gewalt “Einmal ganz allgemein gefragt, wie sehr haben Sie Angst, in Dresden einmal wegen Ihrer Herkunft körperlich angegriffen zu werden? Kreuzen Sie bitte ganz links an, wenn Sie davor sehr große Angst haben und kreuzen Sie ganz rechts an, wenn Sie davor gar keine Angst haben. Mit den Kästchen dazwischen können Sie Ihre Meinung abstufen. 1 3 6 6 25 9 15% 14 65 51 20
  • 73. Erfahrungen bei der Wohnungssuche “Bitte geben Sie an, inwieweit Sie folgenden Aussagen zustimmen.” “stimme voll und ganz zu” und “stimme zu” 35 32 19 31
  • 74. Fühlen sich ausländische Fachkräfte in Dresden wohl? “Manche Menschen fühlen sich an ihrem Wohnort wohl, manche weniger wohl. Wie ist das bei Ihnen? Fühlen Sie sich…” Im Vergleich zu: DNN-Barometer 2012, Infratest dimap 2012
  • 75. Korrelationen Image von Dresden korreliert… negativ mit dem Wissen über Rassismus/Xenophobie (p = 0,000, r² = -0,363) positiv mit der Bewertung durch die Informationsquelle Familie, Freunde und Bekannte aus dem Osten Deutschlands (p = 0,001, r² = 0,482) Gruppe der farbigen Herkunft korreliert … negativ mit den Erfahrungen bei der Wohnungssuche (r² = -0,186, p = 0,006), negativ mit dem Wohlgefühl (r² = 0,123, p = 0,028), positiv mit der Angst vor Gewalt (r² = -0,381, p = 0,000), negativ mit dem Sicherheitsgefühl in der Stadt (r² = 0,147, p = 0,014) negativ mit dem Sicherheitsgefühl in der Nachbarschaft (r² = 0,161, p = 0,008)
  • 76. Unterm Strich Was bleibt für die Politik und Kommunikationspraxis?  Willkommenskultur noch nicht vollständig angekommen  Verbesserung bei Ausländerbehörde  Image der Stadt nur langfristig veränderbar  Hat viele Facetten  Image draußen geprägt durch - Medien - Soziale und berufliche Netzwerke  kulturelle Vielfalt lehren und leben - fremdenfeindliche Übergriffe/ Äußerungen verhindern  Weiche Standortfaktoren immer wichtiger!!
  • 77. Die besten Abschlussarbeiten 2012 Beste Bachelorarbeit Anne Flämig B.A. und Anne-Marie in der Au B.A. „Einfluss von Anzeigenkunden auf die Berichterstattung der politischen Wochenmagazine DER SPIEGEL und FOCUS“
  • 78. Die besten Abschlussarbeiten 2012 Beste Masterarbeit Jakob Ohme M.A. „Die Akzeptanz von Mobile Government aus Sicht der Bürger Eine Analyse zukünftiger M‐Government‐Angebote der Polizei Sachsen aus Nutzersicht“
  • 79. Wir bitten Sie jetzt nach unten ins Foyer zur Präsentation der Imagebroschüre des IfK