Groups 2010.01: Software-Freiheit vs. Verbot (Digital Sustainability)

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Software-Freiheit vs. Verbotene Software
Bericht von Urs Fässler und Bastian Wohlfender

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  • 1. ETH Z¨ rich uVorlesung ”Digitale Nachhaltigkeit in der Wissensgesellschaft” von Marcus M. DappSoftware-Freiheit vs. Verbotene Software Urs F¨ ssler a Bastian Wohlfender Informatik Machinenbau ursf@student.ethz.ch bastianw@student.ethz.ch Herbstsemester 2010
  • 2. Dieses Werk ist unter einem Creative Commons Attribution-ShareAlike 3.0 Unported Lizenz-vertrag lizenziert. Um die Lizenz anzusehen, gehen Sie bitte zu http://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0/deed.de.Sie d¨rfen: uTeilen das Werk bzw. den Inhalt vervielf¨ltigen, verbreiten und ¨ffentlich zug¨nglich machen a o aBearbeiten Abwandlungen und Bearbeitungen des Werkes bzw. Inhaltes anfertigenZu den folgenden Bedingungen:Namensnennung Sie m¨ssen den Namen des Autors/Rechteinhabers in der von ihm festge- u legten Weise nennen.Weitergabe unter gleichen Bedingungen Wenn Sie das lizenzierte Werk bzw. den lizenzier- ten Inhalt bearbeiten oder in anderer Weise erkennbar als Grundlage f¨r eigenes Schaf- u fen verwenden, d¨rfen Sie die daraufhin neu entstandenen Werke bzw. Inhalte nur unter u Verwendung von Lizenzbedingungen weitergeben, die mit denen dieses Lizenzvertrages identisch oder vergleichbar sind.Wobei gilt:Verzichtserkl¨rung Jede der vorgenannten Bedingungen kann aufgehoben werden, sofern Sie a die ausdr¨ckliche Einwilligung des Rechteinhabers dazu erhalten. uPublic Domain (gemeinfreie oder nicht-sch¨tzbare Inhalte) Soweit das Werk, der Inhalt oder u irgendein Teil davon zur Public Domain der jeweiligen Rechtsordnung geh¨rt, wird die- o ser Status von der Lizenz in keiner Weise ber¨hrt. uSonstige Rechte Die Lizenz hat keinerlei Einfluss auf die folgenden Rechte: • Your fair dealing or fair use rights, or other applicable copyright exceptions and limitations; • Das Urheberpers¨nlichkeitsrecht des Rechteinhabers; o • Rechte anderer Personen, entweder am Lizenzgegenstand selber oder bez¨glich u seiner Verwendung, zum Beispiel Pers¨nlichkeitsrechte abgebildeter Personen. oHinweis Im Falle einer Verbreitung m¨ssen Sie anderen alle Lizenzbedingungen mitteilen, die u f¨r dieses Werk gelten. Am einfachsten ist es, an entsprechender Stelle einen Link auf u die Lizenz einzubinden. 2
  • 3. AufgabenstellungDie beiden Fragen dieser Gruppe sind nur J/N-Fragen – und auf den ersten Blickscheinen es vielleicht sogar einfache Fragen zu sein... ;-) 1. Sollte -alle- Software, egal was, Free/Open Source sein? 2. Gibt es Software, die -auf jeden Fall- verboten geh¨rt? o • Sammelt f¨r beide Fragen die Pro- und Con-Argumente u – Denkt nicht nur technisch, sondern auch wirtschaftlich (wer profitiert von welcher Antwort?), politisch (Wer hat die letztliche SW-Kontrolle?) und ethisch-philosophisch (welche Rolle spielen Menschenrechte, z.B. Artikel 19 Allg. Menschenrechte?). • Sucht pro Frage jeweils 2-3 Beispiele f¨r Software, an der ihr Eure Argu- u mente erl¨utert. a • Versucht in der Gruppe je eine -gemeinsame- Antwort auf die beiden Fragen zu geben. Warum habt ihr Euch so entschieden? • Wie sollte ein Land wie die Schweiz diese Fragen entscheiden? 3
  • 4. Inhaltsverzeichnis1. Einleitung 52. Freie Software 6 2.1. Gr¨nde f¨r Freie Software . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . u u 7 2.2. Gr¨nde f¨r propriet¨re Software . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . u u a 93. Verbotene Software 11 3.1. Arten von Verboten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 11 3.1.1. Jugendschutz / Gewaltsverherrlichung . . . . . . . . . . . . . . . 11 3.1.2. Rassismus . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 3.1.3. Umgehung von Kopierschutz . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 3.1.4. Patente . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12 3.1.5. Angriffs-Software . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 3.2. Pros/Cons von Verboten . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 3.2.1. Contras . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 13 3.2.2. Pros . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 144. Freiheit kontra Verbot 155. Fazit 16A. Wie jeder die Welt verbessern kann 17B. Rechtssammlung 19 B.1. CH - StGB - Art 135 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 B.2. CH - StGB - Art 261bis . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 19 B.3. CH - URG - Art 24 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 B.4. CH - URG - Art 39 . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 20 4
  • 5. 1. EinleitungFreie Software gegen verbotene Software, was soll man sich darunter vorstellen? Wirhaben uns entschieden dieses Thema zu bearbeiten, da wir selbst viel mit freier Soft-ware arbeiten und uns mit dem Problem von Softwareverboten aller Art auseinandersetzen wollten.Die beiden Themen korrelieren nicht sehr offensichtlich, was diese Arbeit umso span-nender macht. Unter dem Thema Freie Software k¨nnen sich viele Leute etwas vor- ostellen aber jeder versteht wahrscheinlich etwas anderes, da es unz¨hlige Definitionen aund Erkl¨rungen dazu gibt. Diese Missverst¨ndnisse sollen in dieser Arbeit gel¨st und a a oaufgekl¨rt werden. Dazu wird die st¨rkste, urspr¨ngliche Definition erl¨utert sowie die a a u aProbleme und Vorteile der Freien Software diskutiert.Beim Thema der verbotenen Software werden zuerst die verschiedenen Verbote erl¨utert, adie entweder bereits in Kraft sind oder uber die diskutiert wird, bevor eine kurze Er- ¨kl¨rung zu den Vor- und Nachteilen von Verboten gegeben wird. aAm Schluss gehen wir auf die Verbindung zwischen Verbotener und Freier Softwareein und geben ein pers¨nliches Statement dar¨ber ab, wie wir ein allgemeines Verbot o urespektive eine Vorschrift im Bezug auf Software sehen. 5
  • 6. 2. Freie SoftwareFreie Software ist Software, die f¨r jeden Zweck verwendet, studiert, bearbeitet und uin urspr¨nglicher oder ver¨nderter Form weiterverbreitet werden darf. Dies ist die u aDefinition nach Wikipedia[38] und widerspiegelt direkt die Freiheiten, welche die GNUGeneral Public License (GPL)[13] definiert.Gegen¨ber Freier Software steht Propriet¨re Software. Diese zeichnet sich dadurch u aaus, dass bei dieser Software ein Hersteller vorschreibt, was alles erlaubt ist und wasnicht. Meist ist solche Software kostenpflichtig und man hat keinen Zugriff auf denSourcecode1 . Ist propriet¨re Software gratis, so spricht man generell von Freeware. aFreeware, resp. Software die gratis ist, ist noch lange nicht frei. Freeware wird zwargratis abgegeben, der Hersteller der Software kann den Benutzer aber genauso ein-schr¨nken wie wenn sie bezahlt werden m¨sste. Anderseits muss Freie Software nicht a ugratis sein. Die GPL erlaubt ausdr¨cklich eine kommerzielle Nutzung[39]. So hat sich udas GNU-Projekt[40] anfangs uber den Verkauf der Software (welche unter der GPL ¨steht) finanziert. Mit dem Aufkommen des Internet wurde die Verbreitung der Soft-ware immer einfacher, auch unter den Benutzern. Somit l¨sst sich nun uber diesen a ¨Kanal nur schwer Geld verdienen. Die Folge davon ist, dass heutzutage die meisteFreie Software gratis ist. Trotzdem gibt es Firmen, welche mit Freier Software Geldverdienen, z.B. durch Support-Vertr¨ge, Erweiterungen im Auftrag dritter, Handbuch- averkauf, Schulungen, etc.Oft wird der Begriff Open Source“ verwendet, wenn uber Freie Software gesprochen ¨ ”wird. Open Source“ beschreibt jedoch die technischen und praktischen Aspekte der ”Softwareentwicklung, w¨hrend es bei Freier Software um die Philosophie und die Ge- asellschaftliche Bedeutung von Software und das darin eingeschlossenen Wissen geht[31].So wird angenommen, dass der Mensch neben Freiheit und Selbstbestimmung auchnach Solidarit¨t strebt. Doch dies wird mit propriet¨rer Software verhindert, denn es a aist z.B. nicht m¨glich, seinen Freunden zu helfen, indem man ihnen eine ben¨tigte o oSoftware gibt oder anpasst. Freie Software dagegen f¨rdert das Miteinander in der oGesellschaft und tr¨gt somit zum Wohlstand und Entwicklung dieser bei[4, 30]. a 1 Sourcecodeist der f¨r Menschen lesbare Text aus welchem ein Programm besteht. Dieser ist not- u wendig, um die Funktionsweise eines Programms zu verstehen oder eben diese anzupassen. 6
  • 7. 2.1. Gr¨nde f¨r Freie Software u u Wenn ich weiter sehen konnte, so deshalb, weil ich auf den Schultern von ” Riesen stand.“ Ursprung unklar, verwendet von Ovid, Bernhard von Chartres, Robert Burton, George Herbert, Isaac Newton, Eric Steven Raymond und weiterenDie Wissenschaft w¨re nicht da, wo sie heute ist, wenn nicht auf bestehendem Wissen aaufgebaut werden k¨nnte[46, 48]. Genauso verh¨lt es sich auch im Bereich der Soft- o aware[15]. Grundlage f¨r Innovationen ist die freie Verf¨gbarkeit bestehender Software. u uDadurch kann aus dieser gelernt werden oder sie wird verwendet, um eine neue, gr¨ssere oSoftware zu erstellen. Dies kann jedoch nur mit Freier Software erreicht werden, dennnur sie garantiert die Freiheiten, die daf¨r ben¨tigt werden. u o¨Uber propriet¨re Software hat generell eine einzige Firma die Kontrolle und Macht. aF¨r die Benutzer solcher Software kann das zu einem Problem werden, denn sie sind udamit abh¨ngig vom Hersteller dieser Software. Sollte der Hersteller Konkurs gehen aoder das Produkt einstellen, so gibt es generell keine M¨glichkeit, die Software weiter ozu verwenden. Dadurch ist die ganze Arbeit respektive Investitionen welche auf dieserSoftware beruhen (Geld, Wissen der Arbeiter, Drittsoftware) verloren[19, 36]. Bei Frei-er Software kann solch eine Situation nicht auftreten, da der Sourcecode der Softwaref¨r alle zug¨nglich ist. Eine Firma, die auf jene Software angewiesen ist hat demnach u a o u ¨immer die M¨glichkeit, jemanden zu beauftragen um gew¨nschte Anderungen an derSoftware durchzuf¨hren oder sie ubernimmt die weitere Entwicklung ganz. u ¨Durch solche Anpassungen kann die Produktivit¨t gesteigert werden, da exakt das aeingebaut werden kann, was ben¨tigt wird. Da bereits viele Freie Software existiert, obesteht die M¨glichkeit, vorhandene L¨sungen zu benutzen. Somit gibt es auch kei- o one k¨nstliche Einschr¨nkungen der Software, welche z.B. aus strategischen Gr¨nden u a uvorgenommen wurden[17, 28].Bei propriet¨rer Software ist ein m¨glicher Konkurs oder eine Produkteinstellungen a ojedoch nicht die einzige Gefahr welche man eingeht. Es kann auch passieren, dassder Hersteller oder ein Staat gezielt die Software manipuliert[7, 44]. Es stellt sichdaher die Frage, wer die Kontrolle uber den Computer und damit uber die Daten ¨ ¨hat. Bei Smartphones und E-Book-Readern wird es hingenommen, dass eine Firmaentscheidet, was man damit machen resp. anschauen darf und was nicht. So werdenInhalte zensiert[9, 29] oder Programme[14] und Dateien[33] aus der Ferne gel¨scht. oMit Freier Software l¨sst es sich auch in der physikalischen Welt nachhaltiger Leben. aSo k¨nnen alte, ausgemusterte Ger¨te mit Freier Software weiter benutzt werden. Dass o adabei Freie Software verwendet wird hat verschiedene Gr¨nde. Einer ist nat¨rlich der u uPreis, denn oft wird die Software, welche zum Computer geliefert wurde, nicht mehr 7
  • 8. unterst¨tzt. Weitere Gr¨nde beruhen auf einer ideologischen Weltanschauung oder u ueinfach, weil Freie Software als Qualitativ besser eingestuft wird[20, 34].Freie Software verwendet generell auch freie Dateiformate2 . Dagegen verwenden pro-priet¨re Programme meist auch propriet¨re Dateiformate. Es hat sich jedoch mehr- a afach gezeigt, dass alte Dateien mit neuen Versionen desselben Programms nicht mehrge¨ffnet werden konnten. Nur freie und offene Dateiformate k¨nnen garantieren, dass o odas Lesen der Dateien auch in Zukunft noch m¨glich ist. Weiter garantieren nur freie oDateiformate das der Kommunikationspartner eine zugeschickte Datei auch lesen kann.Damit ist ebenfalls gew¨hrleistet, dass der andere nicht gezwungen wird, eine bestimm- ate Software einzusetzen. Anbieter propriet¨rer Software haben genauso die M¨glichkeit, a ofreie Dateiformate zu unterst¨tzen, denn die Dokumentation freier Dateiformate ist uf¨r alle verf¨gbar. Wenn also ein Software-Anbieter ein freies Dateiformat nicht un- u uterst¨tzt, so muss dies andere, wom¨glich strategische Gr¨nde haben[22]. u o uDer Kostenvorteil Freier Software ist in der Bildung nicht der einzige[6, 26]. Die Kos-ten welche der Schule oder Universit¨t anfallen sind nur ein kleiner Teil. Denn wenn aeine Bildungseinrichtung propriet¨re Software verwendet, so werden die Studierenden, aSch¨ler oder Eltern gen¨tigt, diese Software auch privat zu besorgen. Noch ausge- u opr¨gter ist dies wenn verlangt wird, eine Aufgabe in einem propriet¨ren Dateiformat a aabzugeben. Dies hat die Folge, dass man ein bestimmtes Programm verwenden mussund oft dazu auch ein bestimmtes Betriebssystem.Ein Argument f¨r propriet¨re Software in der Schule ist, dass diese die am meisten u averbreitete Software in der Gesch¨ftswelt ist. Dies sollte jedoch nicht ein Grund sein, aum noch mehr Werbung (in Form obligatorischer Kurse) f¨r eine bestimmte propriet¨re u aSoftware respektive dessen Herstellerfirma zu machen. Gerade Schulen sind der richtigePlatz um hier ein breiteres Wissen und Alternativen aufzuzeigen.Wird ein Office-Kurs (manchmal auch Informatik“ genannt) nachhaltig durchgef¨hrt,u ”so werden die Konzepte und M¨glichkeiten einer Art von Software aufgezeigt und nicht odie Funktionen einer bestimmten Software pr¨sentiert. Mit diesem Wissen sollte es adann kein Problem sein, z.B. eine andere Textverarbeitung-Software zu benutzen3 . 2 Das Dateiformat ist die Art, wie der Inhalt einer Datei zu verstehen ist. 3 Wie zum Beispiel: AbiWord, AppleWorks, KWord, Letter Star, Lotus Word Pro, LyX, Mariner Write, Mellel, Microsoft Works, Microsoft Word, NeoOffice, Nisus Writer, OpenOffice.org Wri- ter, Pages, Papyrus Office, Publicon, QuarkCopyDesk, RagTime, LaTeX, LibreOffice, TextMaker, WordPerfect 8
  • 9. 2.2. Gr¨nde f¨r propriet¨re Software u u aMit propriet¨rer Software l¨sst sich leichter Geld verdienen. Dies weil der Vertrag dem a aKunden meistens verbietet, die Software weiterzugeben. Aber auch durch die erzwun-gene Bindung der Kunden und den damit einhergehende Verkauf neuer Versionen l¨sst asich immer wieder Geld verdienen[42].Ein h¨ufiges Argument ist auch, dass man einen Ansprechpartner hat, wenn man aProbleme hat. Dies ist der Fall, solange die Hersteller-Firma existiert und gewillt ist,Support zu bieten. Beides kann aber bei propriet¨rer Software nicht immer garantiert awerden[19, 21, 36]. Des weiteren ist Support eine Art, wie man mit Freier SoftwareGeld verdienen kann[23, 25].Greift man f¨r die eigene Software auf propriet¨re Software dritter zur¨ck kann dies u a uebenfalls ein Grund sein, die Software nicht unter eine freie Lizenz zu stellen. Diesumfasst auch Teile von Code, f¨r welche ein Patent oder sonstige Lizenzkosten anfallen uw¨rden. Mit propriet¨rer Software lassen sich auch besser Patentverletzungen und u aandere unsch¨ne Sachen verstecken. oBetrachtet man Software welche fest an eine Hardware gebunden ist, muss die Ar-gumentation anders gef¨hrt werden. Die Sprache ist von Software welche direkt auf uRoutern, Druckern, Autos oder auch ganzen Produktionsmaschinen l¨uft. Den Sour- acecode unter Verschluss zu behalten ist dort ein einfacher Schutz gegen Produktpira-terie. Ebenfalls ist es in diesem Bereich m¨glich, dass durch fehlerhafte Software ein oHardware-Schaden entsteht. Sollte dies vorkommen, so kann nicht bewiesen werden,welche Software auf dem Ger¨t lief, als das Problem auftrat. Obwohl es den Anschein amacht, dass Freie Software in dem Bereich wenig geeignet ist, geniest sie eine grosseVerbreitung[18].So sind Router oft mit Freier Software betrieben. F¨r Hardware-Hersteller ist dies uinteressant, denn sie bauen die Hardware und bekommen die Software gratis. F¨r uden ambitionierten Endbenutzer hat dies mehrere Vorteile. So kann er die kompletteSoftware auf dem Ger¨t austauschen und es auf seine Bed¨rfnisse zuschneiden oder a uerweitern4 .Microsoft bringt in der Diskussion, ob OpenOffice oder Microsoft Office die bessereWahl ist, seine eigenen Argumente[22]. Diese m¨gen zum Teil zutreffen. So ist z.B. oein Kritikpunkt die fehlende Funktionalit¨t um gemeinsam und gleichzeitig an einem aDokument zu arbeiten. Daneben bringen sie einige Argumente welche auf der Tatsacheberuhen, dass ihr Produkt bereits lange auf dem Markt ist. Dies geht von den Anwen-dern, welche mit Microsoft Produkten schneller sind, weil sie sie bereits kennen biszum Argument, dass es mehr Produkte dritter gibt, welche mit Microsoft Produkten 4 Eine Projektauswahl: http://1st-address.com/smstools/, http://openjukebox.origo.ethz.ch/, http://blog.makezine.com/archive/2009/07/tweetster_-_wireless_tweets_display.html 9
  • 10. zusammenarbeiten. Diese Aussagen m¨gen durchaus zutreffen und k¨nnen auch f¨r o o ugewisse F¨lle die entscheidenden Kriterien sein, verfehlen jedoch den Kern der Frei- aen Software. Weiter ist ein Argument gegen OpenOffice, dass dies manchmal nichtf¨hig ist, Word-Dokumente richtig darzustellen. Es ist mittlerweile allgemein bekannt, adass dies genau die Absicht von Microsoft ist[41]. Weitere Punkte beinhalten die In-stallation und Wartung der Software. Dies m¨gen tats¨chlich Probleme sein solange o aOpenOffice unter Windows benutzt wird. Wird jedoch ein freies Betriebssystem mitPaketverwaltung eingesetzt, so fallen diese Punkte weg.Die Argumentation zeigt auch, dass die Bequemlichkeit der Anwender ein Argumentf¨r propriet¨re Software ist. Schliesslich ist dort die Auswahl kleiner und, falls man u abereits propriet¨re Software benutzt, muss nicht etwas neues erlernt werden. a 10
  • 11. 3. Verbotene Software3.1. Arten von Verboten3.1.1. Jugendschutz / GewaltsverherrlichungBei Verboten von dieser Kategorie geht es vor allem um das Verbot von so genanntenKillerspielen, welches in vielen L¨ndern sehr kontrovers gef¨hrt wird und immer wieder a ugerne von Politikern als Prestige-Projekt genutzt wird.Die rechtliche Situation ist in vielen Bereichen noch sehr unklar. So wird in der Schweizzur Zeit uber ein Verbot oder ein milderes Verkaufsverbot an Jugendliche und Kinder ¨diskutiert. Das Parlament hat zwei Motionen von Evi Allemann [2] und von NorbertHochreutener [1] an den Bundesrat zur Vorbereitung eines Gesetzestextes uberwiesen. ¨Diese beiden Motionen unterscheiden sich vor allem in der Art des Verbotes. W¨hrendadem der Text von Frau Allemann ein totales Verbot von ”Killerspielen fordert, hatdie Motion von Nationalrat Hochreutener nur das Verbot der Abgabe der Spiele anJugendliche und Kinder als Ziel. Zum Vergleich die beiden Ausschnitte aus den Moti-onsschreiben. Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine gesetzliche Grundlage ” vorzulegen, die es erlaubt, die Herstellung, das Anpreisen, die Einfuhr, den Verkauf und die Weitergabe von Spielprogrammen zu verbieten, in denen grausame Gewaltt¨tigkeiten gegen Menschen und menschen¨hnliche Wesen a a zum Spielerfolg beitragen.“ Motion 09.3422 von Evi Allemann Der Bundesrat wird beauftragt, dem Parlament eine Botschaft zu unter- ” breiten, um den Verkauf von gewaltbeinhaltenden Killerspielen (sogenann- ten Ego-Shootern gem¨ss Rating 16+/18+ der Pan European Game Infor- a mation) an Kinder und Jugendliche zu verbieten bzw. zu unterbinden.“ Motion 07.3870 von Norbert Hochreutener 11
  • 12. 3.1.2. RassismusNach der Rassismusstrafnorm B.2 des Schweizerischen Strafgesetzbuches wird bestraftwer ¨ffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Geb¨rden, T¨tlichkeiten oder in anderer Weise o a aeine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religionin einer gegen die Menschenw¨rde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert. uDieser Artikel l¨sst sich grunds¨tzlich auch auf Software, welche rassistische Elemente a abeinh¨lt, anwenden. Ein Beispiel wo dieses Gesetz auf einen Fall mit Software ange- awendet wurde konnte nicht gefunden werden.3.1.3. Umgehung von KopierschutzIn vielen L¨ndern wurden in den letzten Jahren bei Revisionen von diversen Gesetzen, anamentlich dem Urheberrechtsgesetz, die Umgehung von Kopierschutz als illegal de- ¨klariert. In Laufe dieser Anderungen wurden auch Programme kriminalisiert, wenn siesolche Umgehungsmechanismen beinhalten um zum Beispiel kopiergesch¨tzte Audio- uCDs am Computer zu lesen oder sie auf den Rechner zu kopieren. Auch in der Schweizwurde im Urheberrecht B.4 ein solches Verbot eingef¨hrt aber es erlaubt die Benutzung uvon solcher Software f¨r den Einsatz von gesetzlich erlaubten Aktivit¨ten. Der Geset- u azestext verbietet nur die Umgehung von wirksamen Schutzmechanismen, doch ist jederSchutz, der einfach mittels eines Programmes gebrochen werden kann, eigentlich nichtwirklich wirksam. Ein Kopierschutz verhindert jedoch das im Urheberrecht gegebe-ne Recht auf eine Privatkopie zur Aus¨bung des kompletten Nutzungsspektrums und uzur Archivierung. Von diesem Standpunkt aus gesehen sind diese Schutzmechanismenmindestens fragw¨rdig. Beim Beispiel von Audio-CDs gab es auch viele F¨lle in denen u aein Kopierschutz das Abspielen der CD auf einigen Musikger¨ten verunm¨glicht. a o3.1.4. PatenteUm das Thema Software-Patente ist in den letzten Jahren ein regelrechter Streitausgebrochen. Viele (Gross-) Firmen m¨chten ihre Produkte sch¨tzen um sie noch o uprofitabler machen und um Konkurrenz zu vermeiden. Das Problem bei Softwarepa-tenten ist, dass hierbei bereits Ideen patentiert werden k¨nnen und so unabh¨ngig o avon der effektiven Programmierung patentiert werden k¨nnten. Im Europ¨isches Pa- o atent¨bereinkommen [10] ist die Patentierbarkeit von Software als solche verboten. uGenau uber diesen als solche“ -Passus ist es sehr schwierig zu definieren was jetzt ¨ ”m¨glich ist und was nicht. Software soll danach im Allgemeinen nicht patentierbar osein aber es gibt Ausnahmen. Durch dieses Schlupfloch wurden in der EU bereits uber ¨30’000 Patente im Zusammenhang mit Software erteilt. Noch viel mehr Softwarepa-tente gibt es in den Vereinigten Staaten und in Japan. Viele dieser Patente sind im 12
  • 13. Besitz von grossen Firmen, die so oft kleinere Rivalen aus dem Markt dr¨ngen k¨nnen, a oda diese die Kosten eines Patentklageverfahrens nicht leisten k¨nnen. Es gibt im Be- oreich Software auch sehr viele Trivialpatente, die eigenlich nicht patentierbar gewesenw¨ren aber wegen des einst erteilten Patents bis zum Ablauf oder einer Nichtigkeitskla- age gelten. Ein sehr ber¨hmtes Beispiel f¨r ein Trivalpatent im Softwarebereich ist der u uFortschritsbalken, der von zwei Privatpersonen patentiert wurde. Sony kaufte diesesPatent sp¨ter und unterh¨lt dieses noch immer. a a3.1.5. Angriffs-SoftwareIn Deutschland sind seit 2007 die sogenannten Hackertools verboten. In diese Kategoriefallen auch Programme die zur Entdeckung und Schliessung von Sicherheitsl¨cken uin Netzwerken dienten. Diese ”Hackertools” sind nun gem¨ss Paragraphen 202 und a303 des deutschen Strafgesetzbuches [8] nicht mehr zugelassen und es ist sogar dieVorbereitungen zum Gebrauch einer solchen Software strafbar.3.2. Pros/Cons von Verboten3.2.1. ContrasGegen das Verbot von Software spricht der Fakt, dass durch die heutige weltweiteVernetzung durch das Internet alle Daten und Programme jederzeit an jedem Ortverf¨gbar sind. Also k¨nnen auch in L¨ndern mit Verboten solche Programme sehr u o aschnell beschafft und b¨swillig eingesetzt werden. So sollten Netzwerkbetreiber und oComputeranwender zu Gunsten ihrer eigenen Sicherheit mithilfe solcher Program-me L¨cken entdecken und Schliessen k¨nnen. Ebenso sollte der Benutzer Programme u owie Passworthacker zum Wiederherstellen der eigenen Passw¨rter nutzen d¨rfen. Eine o um¨gliche L¨sung w¨re das Verbot des Einsatzes gegen fremde Daten ahnlich wie dies o o a ¨bei Einbruchswerkzeugen gehandhabt wird. Man darf eine Brechstange zum Gebrauchin der eigenen Firma oder im Haushalt gebrauchen, darf diese jedoch nicht einsetzenzum Beispiel in ein Haus einzudringen.Bei Softwarepatenten ist die Gefahr einer zu grossen Einschr¨nkung des Marktes sehr agross. Die Patente der verschiedenen Grossfirmen k¨nnnen sich gegenseitig behindern, oso dass am Schluss keine Firma mehr ein neues Produkt lancieren kann, dass nicht vonirgendwelchen Patenten verhindert wird. Da Patente meist auf Ideen und nicht ihrerealen Implementierungen gest¨tzt sind, wird die weitere Entwicklung sehr schwierig, uda man damit einen viel zu grossen Raum abdecken kann.Wenn Software verboten wird entsteht wie bei anderen staatlichen Verboten ein star-ker Schwarzmarkt. Ein solcher Schwarzmarkt, der an den staatlichen Kontrollen und 13
  • 14. Limitierungen vorbei l¨uft, stellt eine Gefahr f¨r die Benutzer und f¨r die Netzwerksi- a u ucherheit dar, da kein State of the Art mehr definiert werden kann. Neue Technologienk¨nnen dabei unbemerkt auf den Schwarzmarkt und in den kriminellen Einsatz gelan- ogen.3.2.2. ProsWas f¨r Verbote spricht ist ein gewisser Jugendschutz. Jugendliche und Kinder k¨nnen u onicht so einfach an origniale Software und Killerspiele kommen. Bei einem partiellenVerbot, wie den Alterslimiten, ist es oft einfach m¨glich mit gef¨lschten Ausweis oder o avia ¨ltere Bekannte an nicht altersgerechte Software und Spiele zu kommen. Dieses aArgument wird jedoch davon ausgehebelt, dass Software so oder so uberall im Internet ¨erh¨ltlich ist und oft in gehackten Versionen verf¨gbar sind. a uEs ist auch schwieriger im Affekt an Malware zu kommen, da diese Software, wegen denVerboten, nicht sehr gut zu finden sind im Netz, vor allem nicht auf deutschsprachigenSeiten. 14
  • 15. 4. Freiheit kontra VerbotNach der Installation eines freien Betriebssystems wie Ubuntu auf einem Computermuss man feststellen, dass die Wiedergabe von Musik im Mp3 Format und Filme abDVD nicht funktionieren[5, 27]. Dies ist nicht nur m¨hsam, sondern wirft auch ein uschlechtes Bild auf Freie Software. Denn der Endbenutzer sieht nur, dass die Wieder-gabe dieser Medien nicht funktioniert. Die wahren Gr¨nde des Problems bleiben aber umeist verborgen.Es gibt keinen technischen Grund, wieso Mp3-Dateien mit Freier Software nicht funk-tionieren. Dies zeigt sich auch daraus, dass eine nachtr¨gliche Installation geeigneter aAbspielsoftware m¨glich ist. Daraus stellt sich die Frage, wieso diese Software nicht ovon Anfang an installiert wird. Die Antwort darauf ist einfach zu geben. So besagt dieLizenz von Ubuntu das die Software Frei ist und somit auch beliebig verteilt werdendarf. Das Mp3 Format ist aber durch Patente gesch¨tzt[43]. Dies l¨sst sich jedoch nicht u amit Freier Software vereinbaren, denn f¨r jede Kopie der Software muss eine Geb¨hr u uan den Patentinhaber bezahlt werden. Daraus folgt, dass unendlich viele Lizenzen f¨r udie Patente erworben werden m¨ssten. uF¨r nicht vorhandener Filmgenuss sind Verbote der Umgehung von Kopierschutzme- uchanismen verantwortlich. Wie bei Mp3 gibt es auch hier keine technische Gr¨nde f¨r u udie fehlende Funktionalit¨t. So k¨nnen DVDs durch die nachtr¨gliche Installation von a o aDeCSS[37] abgespielt werden. Das die Software nicht von Anfang an mitgeliefert wirdhat, wie in Kapitel 3.1.3 beschrieben, rechtliche Gr¨nde. So ist es in einigen L¨ndern u averboten Software anzubieten, mit welcher es m¨glich ist, kopiergesch¨tztes Material o uzu vervielf¨ltigen. Da bei Freier Software immer auch der Sourcecode mitgeliefert wird aw¨re es ein leichtes, ein Programm zu erstellen, mit welchem DVDs kopiert werden ak¨nnen. o 15
  • 16. 5. FazitEin spezifisches Verbot f¨r bestimmte Software halten wir f¨r unsinnig. Software an u usich ist weder gut noch schlecht, sie ist ein Werkzeug. Somit sollte sie auch als solchesbetrachtet werden. Das Verbot von ”Hackertools” in Deutschland ist ein gutes Beispieldaf¨r. Dieses Verbot hindert die ehrlichen B¨rger daran, solche Tools einzusetzen um u uSchwachstellen in den eigenen Systemen zu finden. Anderseits wird sich jemand mitkriminellen Absichten nicht von solch einem Verbot beeindrucken lassen.Dies soll aber keinesfalls heissen, dass wir f¨r einen freien Zugang zu Gewaltverherr- ulichenden oder Rassistischen Spielen sind. Nur sind Software-Verbote der falsche Wegdazu. Wie man im Fall von Rassistischen Spielen sieht, sind diese bereits durch dasRassismus-Gesetzt verboten. F¨r gewaltt¨tige Spiele scheint eine Alterskategorisierung u awie bei Filmen sinnvoll. Dies verhindert nicht, dass Kinder zu solchen Spielen kommen,aber es gibt den Eltern einen Anhaltspunkt, ob sie ein bestimmtes Spiel erlauben odernicht.Sieht man sich die Vorteile Freier Software an, so k¨nnen wir uns nur daf¨r ausspre- o uchen, dass alle Software frei sein sollte. F¨r manch einer mag solch eine Idee verr¨ckt u uklingen, kann man sich unsere Gewinn-maximierende Marktwirtschaft so nicht vor-stellen. Doch wie unter [30] nachzulesen ist wird der Gesellschaftliche Nutzen dannmaximiert, wenn vorhandene Software frei verf¨gbar ist. Nat¨rlich sollen die Autoren u uf¨r ihre Arbeit bezahlt werden. Wie dies geschehen kann haben wir bereits angedeu- utet. Anderseits werden sich in einer Gesellschaft, in der alle Software frei ist, andereKonzepte zum Geld verdienen entwickeln.Nat¨rlich sehen wir auch ein, dass es f¨r gewisse Bereiche wie Nischensoftware schwie- u urig ist, diese frei zu machen. Doch schaut man sich an wie mit Software heutzutageumgegangen wird, so uberwiegt der Nutzen Freier Software. ¨ 16
  • 17. A. Wie jeder die Welt verbessern kann Die gl¨cklichen Sklaven sind die erbittertsten Feinde der Freiheit.“ u ” Marie von Ebner-EschenbachDie Leser welche nun etwas ¨ndern m¨chten, wollen wir gerne unterst¨tzen. Sie sollen a o uin diesem Abschnitt erfahren, wie man es anpacken kann.Erkenntnis Damit uberhaupt etwas verbessert werden kann, muss man sich des Pro- ¨blems bewusst werden. Der Leser, welcher bereits bis hierhin gekommen ist, d¨rfte udies erreicht haben. Viele sind sich der Problematik nicht bewusst und sollten daraufAufmerksam gemacht werden, z.B. durch weiterleiten dieses Dokuments. Weiter gibtes Organisationen und Vereine, welche sich f¨r die Digitale Freiheit und die Digitale uNachhaltigkeit einsetzen und sich immer uber Mithilfe und Spenden freuen. Eine Aus- ¨wahl ist die Free Software Foundation Europe[11], Wilhelm Tux[47], Freie Softwareund Bildung e.V.[12] und weitere.Dateiformate Es sollen nur freie, standardisierte Dateiformate verwendet werden[35].Dies gew¨hrleistet, dass die Dateien auch in 10, 20 Jahren noch gelesen werden k¨nnen. a oWeiter ist man nicht auf die Gunst einer einzigen Firma angewiesen. Man respektiertdamit die Freiheit der Kommunikationspartner, indem man sie nicht zwingt, eine be-stimmte Software zu verwenden. Wie man sich gegen das Zusenden von propriet¨ren aDateiformaten wehren kann, findet man als Antwort E-Mails z.b. unter [32, 24].Anwendungen Die Verwendung freier Anwendungen geht meist Hand in Hand mitdem Umstieg auf freie Dateiformate. So unterst¨tzen freie Anwendungen freie Datei- uformate am besten. Es ist oft sogar so, dass propriet¨re Software freie Dateiformate anicht unterst¨tzt. Durch die Verwendung freier Anwendungen baut man sich auch unachhaltiges Wissen auf, denn die Anwendungen kann man auch nach dem Wechselder Arbeitsstelle oder nach dem Studium noch benutzen. Durch das gewonnene Wissenf¨llt es leichter, weiteren Personen zu helfen indem man ihnen diese Software gibt und asie darin unterst¨tzt[30]. u 17
  • 18. Betriebssysteme Das Betriebssystem hat die Kontrolle uber das Ger¨t. Somit ist ¨ aes nur konsequent, dass man auch ein freies Betriebssystem nimmt. Da bereits alleAnwendungen frei sind ist es ein Leichtes, auf ein freies Betriebssystem umzusteigen.Solche Betriebssysteme sind z.B. Ubuntu, Fedora, OpenSuse, FreeBSD, Haiku undweitere[45].Internet-Applikationen Verwendet man nur Freie Software und achtet somit auchdarauf, dass man selbst die Kontrolle uber seine Daten hat, so ist man bereits sehr ¨weit. Mit den Zeiten ¨ndern sich jedoch auch die M¨glichkeiten, wie man die Kontrol- a ole verlieren kann. So zeichnet sich ein Trend zu Internet-basierten Applikationen an.Diese b¨rgen eine doppelte Gefahr. Einerseits ist man, wie bei propriet¨rer Softwa- u are, von einem Hersteller und der Verf¨gbarkeit seines Angebots abh¨ngig. Anderseits u aspeichert man seine Daten nicht mehr lokal auf dem eigenen Computer sondern aufdemjenigen des Anbieters. Somit hat man keinerlei Kontrolle, was mit den Daten pas-sieren und wie lange diese verf¨gbar sind[3, 16]. Dagegen hilft ein bewusster Umgang umit solchen Diensten. So soll man sich immer bewusst sein, dass von einem Tag zumanderen eventuell all diese Daten nicht mehr verf¨gbar sind. Weiter hat man keine uKontrolle dar¨ber, was mit diesen Daten geschieht. F¨r gewisse Anwendungen ist dies u ukein Problem, f¨r alle anderen sollten solche Dienste nicht beansprucht werden. u 18
  • 19. B. RechtssammlungB.1. CH - StGB - Art 135Gewaltdarstellungen1 Wer Ton- oder Bildaufnahmen, Abbildungen, andere Gegenst¨nde oder Vorf¨hrungen, a udie, ohne schutzw¨rdigen kulturellen oder wissenschaftlichen Wert zu haben, grausa- ume Gewaltt¨tigkeiten gegen Menschen oder Tiere eindringlich darstellen und dabei adie elementare W¨rde des Menschen in schwerer Weise verletzen, herstellt, einf¨hrt, u ulagert, in Verkehr bringt, anpreist, ausstellt, anbietet, zeigt, uberl¨sst oder zug¨nglich ¨ a amacht, wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.1bis Mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe wird bestraft, werGegenst¨nde oder Vorf¨hrungen nach Absatz 1, soweit sie Gewaltt¨tigkeiten gegen a u aMenschen oder Tiere darstellen, erwirbt, sich uber elektronische Mittel oder sonst wie ¨beschafft oder besitzt.2 Die Gegenst¨nde werden eingezogen. a3 Handelt der T¨ter aus Gewinnsucht, so ist die Strafe Freiheitsstrafe bis zu drei aJahren oder Geldstrafe. Mit Freiheitsstrafe ist eine Geldstrafe zu verbinden.B.2. CH - StGB - Art 261bisRassendiskriminierungWer ¨ffentlich gegen eine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, oEthnie oder Religion zu Hass oder Diskriminierung aufruft, 19
  • 20. wer ¨ffentlich Ideologien verbreitet, die auf die systematische Herabsetzung oder Ver- oleumdung der Angeh¨rigen einer Rasse, Ethnie oder Religion gerichtet sind, ower mit dem gleichen Ziel Propagandaaktionen organisiert, f¨rdert oder daran teil- onimmt,wer ¨ffentlich durch Wort, Schrift, Bild, Geb¨rden, T¨tlichkeiten oder in anderer Weise o a aeine Person oder eine Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religionin einer gegen die Menschenw¨rde verstossenden Weise herabsetzt oder diskriminiert uoder aus einem dieser Gr¨nde V¨lkermord oder andere Verbrechen gegen die Mensch- u olichkeit leugnet, gr¨blich verharmlost oder zu rechtfertigen sucht, ower eine von ihm angebotene Leistung, die f¨r die Allgemeinheit bestimmt ist, einer uPerson oder einer Gruppe von Personen wegen ihrer Rasse, Ethnie oder Religion ver-weigert,wird mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe bestraft.B.3. CH - URG - Art 24Archivierungs- und Sicherungsexemplare1 Um die Erhaltung des Werks sicherzustellen, darf davon eine Kopie angefertigtwerden. Ein Exemplar muss in einem der Allgemeinheit nicht zug¨nglichen Archiv auf- a ¨bewahrt und als Archivexemplar gekennzeichnet werden. 1bis Offentlich zug¨ngliche aBibliotheken, Bildungseinrichtungen, Museen und Archive d¨rfen die zur Sicherung uund Erhaltung ihrer Best¨nde notwendigen Werkexemplare herstellen, sofern mit die- asen Kopien kein wirtschaftlicher oder kommerzieller Zweck verfolgt wird.2 Wer das Recht hat, ein Computerprogramm zu gebrauchen, darf davon eine Siche-rungskopie herstellen; diese Befugnis kann nicht vertraglich wegbedungen werden.B.4. CH - URG - Art 391 Wirksame technische Massnahmen zum Schutz von Werken und anderen Schutz-objekten d¨rfen nicht umgangen werden. u2 Als wirksame technische Massnahmen im Sinne von Absatz 1 gelten Technologienund Vorrichtungen wie Zugangs- und Kopierkontrollen, Verschl¨sselungs-, Verzerrungs- uund andere Umwandlungsmechanismen, die dazu bestimmt und geeignet sind, uner- 20
  • 21. laubte Verwendungen von Werken und anderen Schutzobjekten zu verhindern odereinzuschr¨nken. a3 Verboten sind das Herstellen, Einf¨hren, Anbieten, Ver¨ussern oder das sonstige u a ¨Verbreiten, Vermieten, Uberlassen zum Gebrauch, die Werbung f¨r und der Besitz zu uErwerbszwecken von Vorrichtungen, Erzeugnissen oder Bestandteilen sowie das Er-bringen von Dienstleistungen, die:a. Gegenstand einer Verkaufsf¨rderung, Werbung oder Vermarktung mit dem Ziel oder Umgehung wirksamer technischer Massnahmen sind;b. abgesehen von der Umgehung wirksamer technischer Massnahmen nur einen be-grenzten wirtschaftlichen Zweck oder Nutzen haben; oderc. haupts¨chlich entworfen, hergestellt, angepasst oder erbracht werden, um die Um- agehung wirksamer technischer Massnahmen zu erm¨glichen oder zu erleichtern. o4 Das Umgehungsverbot kann gegen¨ber denjenigen Personen nicht geltend gemacht uwerden, welche die Umgehung ausschliesslich zum Zweck einer gesetzlich erlaubtenVerwendung vornehmen. 21
  • 22. Literatur [1] 07.3870 – Motion:Verbot von elektronischen Killerspielen. [Online; Stand 01. November 2010]. 2007. url: http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/ geschaefte.aspx?gesch_id=20073870#. [2] 09.3422 – Motion:Verbot von Killerspielen. [Online; Stand 01. November 2010]. 2009. url: http://www.parlament.ch/D/Suche/Seiten/geschaefte.aspx? gesch_id=20093422#. [3] Daniel Bachfeld. BSI r¨t von Google Wave ab. [Online; Stand 6. November 2010]. a 2009. url: http : / / www . heise . de / newsticker / meldung / BSI - raet - von - Google-Wave-ab-755861.html. [4] Dunja Batarilo und Richard Stallman. Freie Software ist kein Freibier. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2008. url: http://www.taz.de/1/zukunft/konsum/ artikel/1/freie- software- ist-kein-freibier/?src=TE&cHash=fa41136 fff. [5] Converting unsupported file types. [Online; Stand 13. November 2010]. 2008. url: https://help.ubuntu.com/8.04/switching/preparing-converting-file- types.html. [6] Chris Coppola und Ed Neelley. Open source - opens learning. 2004. url: www. rsmart.com/assets/OpenSourceOpensLearningJuly2004.pdf. [7] Heike Demmel und Andreas Klug. Open Source im Regenwald. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2007. url: http://www.heise.de/tp/r4/artikel/24/ 24576/1.html. [8] Deutsches Strafgesetzbuch. [Online; Stand 01. November 2010]. url: http:// www.gesetze-im-internet.de/stgb/. [9] Die Opfer der Apple-Zensur. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2010. url: http: //www.handelsblatt.com/technologie/mobile- welt/iphone- apps- die- opfer-der-apple-zensur;2563054.[10] Europ¨isches Patent¨bereinkommen. [Online; Stand 01. November 2010]. 2007. a u url: http://www.epo.org/patents/law/legal-texts/epc_de.html.[11] Free Software Foundation Europe. url: http://fsfe.org/index.de.html.[12] FSuB e.V. - Freie Software und Bildung e.V. url: http://fsub.schule.de/.[13] GNU General Public License. [Online; Stand 6. November 2010]. url: http: //www.gnu.org/licenses/gpl.html. 22
  • 23. [14] Google l¨scht Android-App auf Smartphones aus der Ferne. [Online; Stand 30. o Oktober 2010]. 2010. url: http : / / www . heise . de / newsticker / meldung / Google-loescht-Android-App-auf-Smartphones-aus-der-Ferne-Update- 1028907.html.[15] Volker Grassmuck. Freie Software - Zwischen Privat- und Gemeineigentum. [On- line; Stand 21. Oktober 2010]. Bonn, 2004. url: http://freie-software.bpb. de/Grassmuck.pdf.[16] Jens. Docs & Spreadsheets-AGB: Eure Dokumente geh¨ren Google. [Online; o Stand 6. November 2010]. 2007. url: http://www.googlewatchblog.de/2007/ 09/04/docs-spreadsheets-agb-eure-dokumente-gehoeren-google/.[17] Thomas Kretschmann. Samsung will Windows-7-Starter-Edition nicht. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2009. url: http://www.tomshardware.de/Samsung- Netbook-Windows-7-Starter,news-242641.html.[18] Bernard Lang. Der Kampf um die freie Software. Schweizerisches Jahrbuch f¨r u Entwicklungspolitik. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2003. url: http://sjep. revues.org/565.[19] linux.com. What happens when a proprietary software company dies? [Onli- ne; Stand 21. Oktober 2010]. 2003. url: http://www.linux.com/archive/ feature/32277.[20] linuxola. Funktionales Computer Recycling. url: http://www.linuxola.org/.[21] Brian Livingston. Microsoft Turns Up The Heat On Windows 2000 Users. [On- line; Stand 21. Oktober 2010]. 2006. url: http://www.informationweek.com/ shared/printableArticle.jhtml?articleID=196700071.[22] Microsoft. Compare OpenOffice.org with Microsoft Office. [Online; Stand 21. Oktober 2010]. url: http : / / sharepoint . microsoft . com / businessproductivity/why-microsoft/pages/openoffice.aspx?WT.mc_id= WM-OO#fbid=PMvYl-14e-k.[23] Glyn Moody. Why Making Money from Free Software Matters. [Online; Stand 21. Oktober 2010]. url: http://www.h- online.com/open/features/Why- Making-Money-from-Free-Software-Matters-985505.html.[24] Offener Brief zur Benutzung von Word-Dateien. url: http : / / www . deshalbfrei.org/offene_Briefe/Word-Dateien.[25] OpenOffice.org. Angebote zu OpenOffice.org - Professioneller Support. [Online; Stand 21. Oktober 2010]. url: http : / / webtools . projects . ooodev . org / support/.[26] Jean Peyratout. Warum Freier Software in Schulen den Vorzug geben? [Online; Stand 4. November 2010]. url: https : / / fsfe . org / projects / education / argumentation.de.html.[27] Playing DVDs. [Online; Stand 13. November 2010]. 2010. url: https://help. ubuntu.com/10.10/musicvideophotos/C/video-dvd.html. 23
  • 24. [28] Mario Riemann. Windows 7 Starter Edition: Microsoft mit harten Vorgaben. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2009. url: http://www.pcgameshardware. de / aid , 685489 / Windows - 7 - Starter - Edition - Microsoft - mit - harten - Vorgaben/Windows/News/.[29] Sex-Zensur - Apple l¨scht 5000 Apps. [Online; Stand 30. Oktober 2010]. 2010. o url: http://www.computerwoche.de/netzwerke/mobile-wireless/1930125 /.[30] Richard M. Stallman. Warum Software frei sein sollte. [Online; Stand 30. Ok- tober 2010]. 1992. url: http://www.gnu.org/philosophy/shouldbefree.de. html.[31] Richard M. Stallman. Why “Free Software” is better than “Open Source”. [On- line; Stand 25. Oktober 2010]. url: http://www.gnu.org/philosophy/free- software-for-freedom.html.[32] Richard M. Stallman. Wir k¨nnen Word-Anh¨ngen ein Ende machen. 2002. url: o a http://www.gnu.org/philosophy/no-word-attachments.de.html.[33] Brad Stone. Amazon Erases Orwell Books From Kindle. [Online; Stand 30. Ok- tober 2010]. 2009. url: http://www.nytimes.com/2009/07/18/technology/ companies/18amazon.html.[34] Free Geek Vancouver. Why Free Software? url: http://freegeekvancouver. org/computer_recycling_and_open_source_software.[35] Warum offene Formate benutzen? [Online; Stand 6. November 2010]. url: http: //www.openformats.org/de.[36] Wikipedia. Blender (software) — Wikipedia, The Free Encyclopedia. [Online; accessed 18-October-2010]. 2010. url: http://en.wikipedia.org/w/index. php?title=Blender_(software)&oldid=390888733.[37] Wikipedia. DeCSS — Wikipedia, Die freie Enzyklop¨die. [Online; Stand 13. No- a vember 2010]. 2009. url: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title= DeCSS&oldid=60723407.[38] Wikipedia. Freie Software — Wikipedia, Die freie Enzyklop¨die. [Online; Stand a 10. Oktober 2010]. 2010. url: http : / / de . wikipedia . org / w / index . php ? title=Freie_Software&oldid=79865655.[39] Wikipedia. GNU General Public License — Wikipedia, Die freie Enzyklop¨die. a [Online; Stand 10. Oktober 2010]. 2010. url: http://de.wikipedia.org/w/ index.php?title=GNU_General_Public_License&oldid=80018150.[40] Wikipedia. GNU-Projekt — Wikipedia, Die freie Enzyklop¨die. [Online; Stand 7. a November 2010]. 2010. url: http://de.wikipedia.org/w/index.php?title= GNU-Projekt&oldid=80973513.[41] Wikipedia. Halloween-Dokumente — Wikipedia, Die freie Enzyklop¨die. [Online; a Stand 30. Oktober 2010]. 2010. url: http://de.wikipedia.org/w/index.php? title=Halloween-Dokumente&oldid=80912241. 24
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