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Mobilie Plattformen …

Mobilie Plattformen
Bericht von Selim Cinek, Jorim Jaggi, Samuel Hitz

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  • 1. Mobile Plattformen Verfasst von: Selim Cinek, D-INFK, scinek@student.ethz.ch Samuel Hitz, D-INFK, hitzs@student.ethz.ch Jorim Jaggi, D-INFK, jjaggi@student.ethz.ch Dieser Bericht entstand im Rahmen der Vorlesung „Digitale Nachhaltigkeit in der Wissensgesellschaft“ bei Dr. Marcus M. Dapp Er darf gemäss folgender Creative Commons-Lizenz verwendet werden: Creative Commons Namensnennung 2.5 Schweiz License http://creativecommons.org/licenses/by/2.5/ch/ Herbstsemester 2010 ETH Zürich
  • 2. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitAufgabenstellung  Wir vergleichen die Modelle von Google und Apple, wie sie mit ihren mobilen Plattformen Geld verdienen (Apps, Ads, Hardware).  Einschränkungen (durch Google, Apple), die dem Entwickler auferlegt werden aufzeigen.  Rolle der technischen Offenheit der Plattform darlegen.  Wer produziert Apps, wer bietet sie an?Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 1
  • 3. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitInhaltEinleitung................................................................................................................................................. 3Grundlagen .............................................................................................................................................. 3 Geschichte ........................................................................................................................................... 3 iPhone.............................................................................................................................................. 3 Android ............................................................................................................................................ 4 Entwicklungsumgebung ...................................................................................................................... 5 Distributionsmodelle der Apps............................................................................................................ 5 Distribution über die offiziellen Stores ........................................................................................... 5 Distribution über sekundäre Verteilungsstellen ............................................................................. 6Geschäftsmodelle .................................................................................................................................... 6 Distributionsmodelle der Betriebssysteme ......................................................................................... 6 Einnahmequellen................................................................................................................................. 7 Android ............................................................................................................................................ 7 iOS ................................................................................................................................................... 7 Marketing ............................................................................................................................................ 8Strategien der Hersteller ......................................................................................................................... 8Plattformen aus der Entwicklersicht ..................................................................................................... 10 Open und Closed Source im Vergleich .............................................................................................. 10 Fragmentierung ................................................................................................................................. 10 Bindung an den Hersteller ................................................................................................................. 11 Konkurrenz ........................................................................................................................................ 12Fazit ....................................................................................................................................................... 12Literaturverzeichnis ............................................................................................................................... 13Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 2
  • 4. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitEinleitungIn jüngster Zeit ist die Nachfrage nach Smartphones, Mobiltelefone mit computerähnlichen Eigen-schaften, stark angestiegen (1). Kein anderer IT-Zweig weist derartige Wachstumsraten auf, wofürvor allem sogenannte „Apps“ verantwortlich sind. Das sind kleine Anwendungen, welche die alltägli-chen Aufgaben vereinfachen oder Unterhaltung bieten. Besonders reichhaltig ist das Angebot anApplikationen für die Betriebssysteme Android von Google und iOS von Apple.In dieser Arbeit geht es einerseits darum, die Geschäftsmodelle und Strategien der Hersteller dieserPlattformen zu untersuchen, anderseits betrachten wir auch die Attraktivität für Drittentwickler vonmobilen Applikationen. In diesem Bericht beschränken wir uns auf die Plattformen von Google undApple, da diese aufgrund ihrer Popularität und gegensätzlichen Philosophien besonders interessantzu vergleichen sind.GrundlagenGeschichteiPhoneDie Anfänge des iPhones gehen bis ins Jahr 2003 zurück. Damals entschied Apple, keinen Nachfolgerihres Newton MessagePads zu entwickeln und setzten stattdessen voll auf die Entwicklung des iPodsund der entsprechenden Synchronisationssoftware iTunes (2). Im September 2005 veröffentlichteApple in Zusammenarbeit mit Motorola das ROKR E1, ein Mobiltelefon, welches die Synchronisationvon Daten und Musik mit iTunes erlaubte. Da sich Apple aber durch die Partnerschaft mit Motorolain den eigenen Designvorstellungen eingeschränkt sah, wurde schon ein Jahr darauf die Unterstüt-zung des ROKR E1 aus iTunes entfernt und vieles deutete darauf hin, dass Apple ein eigenes Mobilte-lefon auf den Markt bringen würde. (3)Im Januar 2007 stellte Apple dann den Prototypen des ersten iPhones vor. In den Handel kam dieserim Juni 2007. Dies war der Beginn einer Erfolgsgeschichte, die bis heute andauert. Einige Konzeptegehen bis auf das Newton MessagePad zurück, so zum Beispiel der Touchscreen, welcher als primäreEingabemethode zum Einsatz kommt. Obwohl erst mit dem iOS 2.0 (früher iPhone-OS) und der Ein-führung des Nachfolgermodells iPhone 3G im Jahr 2008 der App-Store eingeführt wurde, war dasiPhone ein kommerzieller Erfolg. Insgesamt wurden über 6 Millionen Exemplare innerhalb eines Jah-res verkauft. (4) Mit der Einführung des App-Stores war es Drittanbietern möglich, selbst native Ap-plikationen für das iOS zu schreiben, was dem iPhone (3G) zu noch mehr Vielseitigkeit verhalf. (5)Bald gab es für alles Erdenkliche eine entsprechende Applikation. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es über300000 Apps im App-Store, die zusammen über 7 Milliarden Mal heruntergeladen wurden. (6) DasiPhone 3G unterstützte nun auch, daher der Name, die schnellere 3G UMTS Technologie zur mobilenDatenübertragung. Zusammen mit dem vielfältigen Angebot an Applikationen wurde es so zu demmächtigen Allzweck-Mobiltelephon (auch Smartphone) genannt, was es heute ist.Im darauffolgenden Jahr wurde das iPhone 3GS veröffentlicht. Es war im Wesentlichen eine schnelle-re Variante des iPhone 3G. Wichtiger war die zeitgleiche Einführung des iOS 3.0, welches endlich dieüberfälligen Funktionen „Copy & Paste“ und MMS auf das iPhone brachte. Zusammen mit dem iPho-ne 3G verkaufte sich das iPhone 3GS über 40 Millionen Mal. (4)Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 3
  • 5. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitIm Juni 2010 wurde der Nachfolger des iPhone 3GS, das iPhone 4 vorgestellt. Nebst den üblichenHardwareverbesserungen wurde auch das Design komplett überarbeitet. Ausserdem wurde mit demiPhone 4 auch die vierte Version des iOS eingeführt, welches Multitasking mit sich brachte. (7) Bisdahin konnten nur spezielle Programme im Hintergrund weiterlaufen, während diese Möglichkeitnun grundsätzlich allen Applikationen zur Verfügung steht. Allerdings wird das iPhone der erstenGeneration nicht mehr vom iOS 4 unterstützt. Als Begründung gibt Apple die veraltete Hardware desTelefons an, welche dem Multitasking nicht gewachsen sei. Bis zum heutigen Zeitpunkt wurden zu-sammen über 73 Million iPhones verkauft, was Apple zu einem der erfolgreichsten Smartphone Her-steller macht. (4)Da viele Funktionen des iPhones von Apple erst im Laufe der Zeit hinzugefügt wurden und Apple Mo-difikationen des iPhones sehr restriktiv gegenüber steht, hat das sogenannte „Jailbreaken“ eine langeTradition. Das Jailbreaken des iPhones ermöglicht es dem Benutzer, sein Gerät noch mehr seinenBedürfnissen anzupassen, hauptsächlich in dem es die Installation von Programmen, die nicht vonApple abgesegnet sind, erlaubt. Auch wurden viele Funktionen, die von der Jailbreak-Szene entwi-ckelt wurden, später selbst von Apple implementiert. So gab es beispielweise einen „App-Store“ undMultitasking lange bevor es Apple eingeführt hat. Während anfangs das Jailbreaken von Apple scharfbekämpft wurde, ist es in den Vereinigten Staaten seit Juli 2010 legal, die Sicherheitsvorkehrungen zuumgehen, um von Apple nicht genehmigte Programme zu installieren. (8)AndroidDie Geschichte von Android beginnt damit, dass Google im Jahr 2005 ein kleines Startup-Unternehmen namens „Android Inc.“ aufkaufte. (9) Google erkannte das riesige Potential von Mobil-telefonen als Zugang zum Internet und wollte in diesem Bereich natürlich kräftig mitmischen. Zu-sammen mit den ehemaligen Mitarbeitern von Android Inc. begann Google eine mobile Plattform zuentwickeln.Anders als erwartet präsentierte Google im November 2007 kein eigenes Mobiltelefon, sondern gabdie Gründung der „Open Handset Alliance“ (OHA) bekannt, ein Konsortium, bestehend aus ver-schiedensten Firmen, die sich für die Entwicklung von offenen Standards für mobile Geräte einsetzenwollte. Zusammen mit der Gründung der OHA wurde auch ihr erstes Produkt vorgestellt, Android,eine Plattform für mobile Geräte aufbauend auf dem Linux Kernel. (10) Mit dem HTC Dream (T-Mobile G1 in den USA) kam im Oktober 2008 das erste Mobiltelefon mit dem Android Betriebssys-tem auf den Markt. Gleichzeitig stellte Google den kompletten Source Code von Android unter einerApache Lizenz zur Verfügung. (11) Dies erlaubt es den einzelnen Anbietern von Android Mobiltelefo-nen eigene, proprietäre Erweiterungen für Android zu programmieren. Mit der Veröffentlichung desHTC Dream, führte Google auch den Android Market, das Pendant zum App-Store von Apple, für dieAndroid Plattform ein. Damit war Android mit dem nötigen Rüstzeug ausgestattet, um sich gegen dieharte Konkurrenz aus dem Hause Apple zu behaupten. Anfangs gelang das nur mehr schlecht alsrecht. Erst mit der Veröffentlichung von Android 1.5 im April und dem HTC Hero im Juli 2009 gelangdem noch jungen System der Durchbruch.Mitte 2009 hatte Android einen Anteil von 3.5 % am globalen Smartphone Markt. (12) Seither ist eineriesige Auswahl an Geräten verschiedenster Hersteller erschienen. Sogar Google brachte mit demNexus One ein eigenes Smartphone auf den Markt. Allerdings hielt sich der Verkaufserfolg in Grenzen.Trotzdem setzte es die Hardwaremesslatte für Smartphones auf ein neues Niveau und seither habenviele Anbieter von Android Mobiltelefonen aufgerüstet. Die Veröffentlichung von Android 2.1 hievteJorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 4
  • 6. Mobile Plattformen Digitale Nachhaltigkeitdie Plattform dann endlich auf den Smartphone Olymp. Heute besitzt Android einen weltweitenMarktanteil von 25.5 % und liegt damit vor dem iPhone und iOS mit 16.7 %. (12)EntwicklungsumgebungUm Apps für Android zu entwickeln, wird Linux, Mac OS X oder Windows benötigt (13). Des Weiterenbraucht man das quelloffene Java Development Kit und vorzugsweise die ebenfalls quelloffene Ent-wicklungsumgebung Eclipse. Prinzipiell kann man Apps mit jeder anderen Entwicklungsumgebungerstellen, was aber mit einem gewissen Mehraufwand verbunden ist.Im Gegensatz dazu erlaubt Apple die Entwicklung von Apps nur auf Mac OS X mit der Entwicklungs-umgebung Xcode. Diese Beschränkung impliziert, dass Hardware von Apple benötigt wird. Durchinoffizielle Tools lässt sich diese Beschränkung jedoch umgehen. Jeder Entwickler des iPhones mussdas Program License Agreement unterschreiben, worin ausdrücklich erwähnt wird, dass es verbotenist, in einer anderen Entwicklungsumgebung als Xcode auf Mac OS X zu entwickeln.Distributionsmodelle der AppsDistribution über die offiziellen StoresDas Basismodell der Applikationsdistribution unterscheidet sich bei iOS nur sehr wenig von demjeni-gen von Android. Beide besitzen einen vom Hersteller verwalteten Markt, bei dem die Apps bezogenwerden können und die angebotenen Programme stammen fast ausschliesslich von Drittfirmen undfreien Programmierern.Beim iOS stellt der „App Store“ und bei Android der „Android Market“ die Hauptverteilungsquelledar, welche sich allerdings in einigen Details frappant unterscheiden. Bei beiden Anbietern ist derjeweilige Market bereits ab Werk vorinstalliert und steht somit dem Nutzer zur Verfügung.Der Hauptunterschied zwischen den beiden Modellen ist, dass eine Applikation bei Apple sehr hoheQualitätsansprüche erfüllen muss, denn das Qualitätsmanagement wird durch den Hersteller sehrintensiv betrieben. Die Anforderungen gehen dabei von der Gestaltung des Menus über die Funktio-nalität und den Inhalt bis hin zum Gebrauch von spezifischen Technologien, wodurch eine App teil-weise zahlreiche Versuche benötigt, bis sie für die Veröffentlichung zugelassen wird. (14)Auf der anderen Seite bildet Android einen starken Gegenpol, indem grundsätzlich jegliche Applikati-on veröffentlicht werden kann, mit Ausnahme von solchen mit expliziten Inhalten. Dabei muss derApplikationsentwickler angeben, welche Funktionalitäten des Mobiltelefons seine Applikation nutzenwill und der Anwender muss dadurch selber entscheiden, ob er eine Applikation als vertrauenswür-dig einstuft oder nicht. Die Verwaltung des Marktes geschieht dabei auch mehrheitlich durch denAnwender, welcher eine App explizit als unangemessen kennzeichnen kann.Sowohl Google wie auch Apple ermöglichen es den Entwicklern, kostenpflichtige Applikationen zurVerfügung zu stellen, wobei dabei jeweils 30 Prozent des Umsatzes für Transaktions- und Verwal-tungsgebühren verrechnet werden (15). Auf der Seite von Android ist ein Bezug zurzeit nur über einGoogle Account Möglich, wobei die Abrechnung nur über Google‘s Check Out Bezahlsystem möglichist, wobei allerdings an weiteren Möglichkeiten gearbeitet wird. (16) Android bietet dem Anwenderausserdem die Möglichkeit an, eine gekaufte Applikation innerhalb von 48 Stunden kostenlos zurückzu geben, ohne jegliche Nebenkosten.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 5
  • 7. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitAuf der Seite von Apple ist ein Bezug ebenfalls nur über den hauseigenen iTunes Account möglich.Allerdings steht dem Endkunden hier, neben der Abrechnung über die Kreditkarte, auch die Möglich-keit offen, Geschenkkarten im Supermarkt zu beziehen.Als weiterer Unterschied zwischen den offiziellen Märkten der Anbieter ist die Verteilung der kosten-freien Applikationen zu nennen. So stellen die frei verfügbaren Applikationen im Android Marketeinen Anteil von aktuell 62.1% (17), wohingegen der App Store auf weniger als die Hälfte davonkommt. (18)Distribution über sekundäre VerteilungsstellenIm Unterschied zu Apple bietet das Android Betriebssystem vom Werk aus die Möglichkeit an, dieApplikationen über sogenannte „sekundäre Markets“ zu beziehen. Der Nutzer muss dabei lediglicheine kleine Einstellung vornehmen. Auf diesem Nährboden florieren mittlerweile zahlreiche weitereStores, wobei mit „AndroidPit“, „pdassi“ und „Getjar“ nur einige wenige genannt seien. (19)Ebenfalls besteht oftmals die Möglichkeit, die Software direkt über die Entwicklerwebsite zu bezie-hen. Vor allem in den Vereinigten Staaten bieten oftmals die Mobilfunkanbieter weitere Möglichkei-ten zum Bezug weiterer Apps an und auch gerätespezifische Markets existieren, wie zum BeispielStores, welche speziell für Tablets designt wurden.Wie bereits im geschichtlichen Teil dieses Berichtes angedeutet, existieren auch für Nutzer des iOSBetriebssystems weitere Möglichkeiten zum Bezug der Apps durch das sogenannte „jailbreaken“,allerdings wird dieser Verteilungsweg bei weitem nicht in gleichem Masse benutzt, wie bei Android.Als Hauptbezugsquellen seien hier die sekundären Markets „Cydia“ und „Rock“ genannt, welchedurch das jailbreaken mit der Software „Blackrain“ zugänglich gemacht werden. (20)GeschäftsmodelleDistributionsmodelle der BetriebssystemeiOS ist auf jedem verkauften Gerät direkt installiert. Somit ist der Verkauf von iPhones, iPods undiPads der einzige Distributionsweg für das Betriebssystem iOS. Updates werden via iTunes direkt vonApple bezogen und von dort auf das Telefon geladen und installiert. Dadurch, dass Apple ihr Be-triebssystem direkt verteilt, haben Telekommunikationsunternehmen im Gegensatz zu Android kei-nen Einfluss auf dessen Eigenschaften.Auch bei Android wird die Plattform über den Verkauf von Mobiltelefonen verbreitet, indem derHersteller des Telefons den Android Source-Code für sein Telefon kompiliert. Da dieser unter derApache License lizenziert ist, kann der Hersteller den Quellcode beliebig anpassen, ohne dass er dieÄnderungen zurück an Google geben muss1. Wird ein Telefon über einen Mobilfunkbetreiber vertrie-ben, kann dieser gegebenenfalls seine Wünsche einbringen und so die Start-Sequenz anpassen, dievorinstallierten Anwendungen ändern oder sogar gewisse Funktionen (wie zum Beispiel Tethering2)sperren. Möchte ein Hersteller sein Telefon mit den sogenannten Google Apps (Google Maps, Gmail,1 Im Gegensatz zu einer GPL-Lizenz.2 Darunter versteht man das Verwenden des Telefons als Modem für eine mobile Internetverbindung bei zumBeispiel einem Laptop.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 6
  • 8. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitYouTube etc.) ausliefern, muss er dieses von Google zertifizieren lassen. Meist bekommt das Gehäu-se des Telefons die Aufschrift „with Google ™“.Die meisten Telefone weisen eine Android-Version auf, welche vom Hersteller des Telefons starkangepasst wurde. Diese Änderungen führen dazu, dass Systemaktualisierungen und wichtige Sicher-heitsupdates erst stark verzögert an den Endkunden gelangen. Die neuste Version, Android 2.2, isterst auf 36.2% aller Telefone installiert, obwohl diese bereits seit Juli 2010 von der OHA veröffent-licht wurde (21). Sind die Telefone vom Mobilfunkbetreiber angepasst, führt dies zu zusätzlichenVerzögerungen, da sie die neue Version erneut anpassen müssen und ausführlich testen wollen.EinnahmequellenAndroidAndroid an sich ist Open-Source und somit verlangt Google keine Lizenzkosten für das Betriebssys-tem. Allerdings sind auf den meisten hier erhältlichen Mobiltelefonen die Google Apps vorinstalliert.Diese sind nicht Teil des Open-Source Projektes und Google verlangt dafür Lizenzkosten (22). Wie vielGoogle effektiv daran verdient, ist offenbar ein Geschäftsgeheimnis.Wie bereits erwähnt, verlangt Google 30% des Umsatzes bei verkauften Apps im Android Market.Der effektive Umsatz, welcher Google damit tatsächlich erwirtschaftet, ist allerdings nicht bekannt.Bei einer Google-Suche mit einem Android-Gerät wird, wie auf einem normalen Computer, Werbunggeschaltet. In-App-Werbung von dem durch Google übernommenen Anzeigenspezialisten Admob istebenfalls sehr verbreitet. Viele Entwickler bieten Gratis- und Bezahlversionen ihrer Apps an, wobei inden Gratisversionen oftmals Anzeigen geschaltet werden. Ein Teil der Werbeeinahmen kommt demAnbieter der Applikation zu Gute, der andere geht an Google. Wie viel Geld Google durch Admob aufder Android-Plattform effektiv verdient, ist dem Geschäftsbericht nicht zu entnehmen. (23)Auch wenn keine genauen Umsatzzahlen vorliegen, scheint sich das Android Ökosystem für Googlezu lohnen. David Lawee, Vizepräsident für die Geschäftsentwicklung von Google, meinte am „16thannual Stanford Accel Symposium“, dass die Übernahme von Android das beste Übernahmegeschäftvon Google seit ihrer Gründung gewesen sei. (24)iOSEin Grossteil der Einnahmen von Apple stammt aus dem Verkauf der Hardware. iSuppli schätzt, dassdie Materialkosten eines iPhone 4 sich auf ungefähr 188 USD belaufen (25). Ein iPhone 4 ist hierzu-lande zu einem Marktpreis von etwa 850.- CHF erhältlich. Trotz den Entwicklungs-, Marketing- undDistributionskosten kann man davon ausgehen, dass Apple bei jedem verkauften iPhone einiges anGewinn erzielt. Die Materialkosten eines Google Nexus One sind ähnlich3. Trotzdem ist dieses Gerätin der Schweiz 250.- CHF günstiger. Dies untermauert die These, dass Apple durch den Verkauf einesiPhone 4 viel Gewinn erwirtschaftet.Wie bereits erwähnt verlangt Apple beim Kauf eines Apps im App Store den gleichen Teil der Ein-nahmen wie Google. Bereits im August 2009 war der geschätzte Umsatz 200 Millionen USD pro Mo-nat (26). Des Weiteren verdient Apple kräftig an verkaufter Musik über iTunes und an Büchern überiBooks mit. Seit dem November 2010 (Lancierung in der Schweiz) bietet Apple ebenfalls Filme über3 Ungefähr 175 USD gemäss (30).Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 7
  • 9. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitiTunes zum Verkauf und Verleih an. iTunes und der App Store scheinen also eine wichtige Einnahme-quelle von Apple zu sein.Im April 2010 hat Steve Jobs die iAds Plattform vorgestellt. Entwickler können damit direkt Werbungin ihr App integrieren. Ähnlich wie Google verschweigt Apple, wie der Verteilungsschlüssel ist undwas die effektiven Kosten eines Klicks ist. Ein grosser Teil aller Apps im App Store sind kostenpflichtig.Obwohl viele Apps also keine Werbung enthalten, ist dies eine weitere Einnahmequelle von Apple.MarketingDa Google nicht direkt sein Betriebssystem verkauft, betreiben sie auch kein direktes Android-Marketing. Dies wird den Herstellern wie HTC oder Samsung und den Mobilfunkbetreibern überlas-sen. Oft findet man in einem Inserat eines Android-Telefons das Android-Logo. Ob Google‘s Partnervertraglich verpflichtet werden, dieses Logo in die Anzeige hineinzunehmen, ist nicht bekannt. DiePartner scheinen aber ebenfalls ein Interesse an der Etablierung der Marke Android zu haben undsetzen vereinzelt Werbemittel zu deren Verbreitung ein.Im Gegensatz zu Android schaltet Apple direkt Fernsehwerbung. In den Printmedien sind ausserdemInserate von Mobilfunkbetreibern zu sehen, die das iPhone im Zusammenhang mit ihrem Netz als dasBeste anpreisen. Zusätzlich profitiert Apple durch die häufige Berichtserstattung in Zeitungen undsonstigen Magazinen. Auf dem Online-Portal des Tages-Anzeiger-Anzeigers in der Rubrik „Digi-tal“ berichten zeitweise über 50% der Artikel über ein Produkt von Apple, insbesondere über dasiPhone und iPad. Da mehrere Verlagshäuser viel Geld in iPhone- und iPod Apps investiert haben4,sind diese selber an einer Verbreitung dieser Geräte interessiert und betreiben somit selbst Werbung,in dem sie häufig über diese Geräte Berichterstattungen führen. Zitate besagen, dass sich Apple die-ses enorme Medieninteresse zu Nutze macht, indem es gezielt Informationen zu noch unangekündig-ten Produkten streut (27).Strategien der HerstellerDa Apple und Google grundsätzlich in verschiedenen IT-Bereichen tätig sind, verfolgen die beidenUnternehmen denn auch unterschiedliche Ziele mit ihren Strategien.Zum einen wäre da der Suchmaschinengigant Google, dessen Kerngeschäft die Werbung im Internetist. Google‘s Ziel ist es, möglichst viele User möglichst lange auf den eigenen Seiten zu halten, um dieWerbung möglichst spezifisch an den Mann zu bringen. Das sieht man auch an den, von Google, mitt-lerweile zahlreichen Internetdiensten, wie z. B. Gmail, Google Maps oder Google Docs, um nur einigedavon zu nennen. Alles was man dafür braucht, ist ein Internetbrowser. Deshalb eignen sich dieseDienste natürlich auch hervorragend für Mobiltelefone, sofern eine mobile Datenverbindung vor-handen ist. Google‘s Ziel ist eine möglichst weite Verbreitung von Android, denn mit Android kom-men auch viele dieser Dienste auf das Mobiltelefon, was dem Kerngeschäft von Google, der Werbung,nur zuträglich ist. Google verfolgt dieses Ziel durch eine möglichst freie, von Anbieter beinahe belie-big modifizierbare Plattform, die auf unterschiedlichster Hardware lauffähig ist. Durch eine weiteVerbreitung von Android werden natürlich auch die Einkünfte aus dem Android Market gesteigert,4 Diese Apps hängen nicht immer mit dem Kerngeschäft der Zeitungen zusammen. Tages-Anzeiger hat schonseit langem mobiles Fernsehen in ihre Apps integriert.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 8
  • 10. Mobile Plattformen Digitale Nachhaltigkeitsowohl direkt, durch kostenpflichtige Programme, als auch indirekt, durch Werbung in den Pro-grammen. Da Google eine sehr offene App Politik betreibt und potentiellen Entwicklern keine unnö-tigen Steine in den Weg legt, werden diese angelockt und es entstehen immer mehr neue Apps. Al-lerdings besteht die Gefahr von qualitativ minderwertigen Programmen, da Google, im Gegensatz zuApple, neue Apps nicht einer eingehenden Qualitätsprüfung unterzieht.Obwohl Google mit dem Nexus One auch ein eigenes Mobiltelefon herausgebracht hat, wird Googlekeine riesigen Einnahmen im Hardware-Business erzielen. Eher wollen sie damit die Messlatte fürnachfolgende Mobiltelefone anheben, denn von attraktiveren Geräten profitiert Google schlussend-lich auch. Allerdings gibt es nebst Mobiltelefonen immer mehr mobile Geräte, die sich auch sehr gutfürs mobile Arbeiten und Surfen eignen. So z. B. die Tablets, also Computer, die nur einen grossenTouchscreen als primäre Eingabemethode besitzen. Die Entwicklung von Android geht ebenfalls indiese Richtung. Google hat angekündigt, künftige Versionen von Android, speziell für Tablets und ihregrösseren Bildschirme anzupassen.Die Motivation Geld zu verdienen war aber nicht der einzige Beweggrund für Google, eine eigenemobile Plattform zu entwickeln. Apple war mit dem iPhone und iOS schon sehr erfolgreich auf demMarkt und drohte den gesamten Smartphone Markt zu dominieren. Google wollte mit Android einGegengewicht schaffen, damit Apple nicht ein Monopol auf dem Smartphone Markt, wie Microsoftmit Windows, erlangt. (22) Damit wäre natürlich der lukrative Markt für Google in weite Ferne ge-rückt.Apple verfolgt grundsätzlich eine ganz unterschiedliche Strategie. Da sie vor allem im Software undHardware Bereich tätig sind, wollen sie den Kunden möglichst an ihre Produkte binden. Das errei-chen sie mit einer sehr restriktiven Distributionspolitik ihrer Software. Wer in die Vorzüge von iOSkommen will, muss ein entsprechendes Gerät von Apple kaufen. Damit das funktioniert, muss Appleeinen hohen Standard an Qualität und Design bieten. Deswegen hat Apple strenge Richtlinien aufge-stellt, an die sich Entwickler von Apps halten müssen. So verhindert Apple, dass qualitativ minder-wertige Programme im App Store landen und gar nicht erst an den Endbenutzer gelangen.Aufgrund der Popularität welche Apple mittlerweile geniest, wird auch jedes neue Gerät, welches sieauf den Markt bringen, stark begehrt. Damit kann Apple im Gegensatz zu Google, kräftig an Hard-ware verdienen. Zusätzlich fördert jedes neue Apple Gerät die Verbreitung von iOS, wodurch natür-lich auch mehr Einnahmen durch den App Store erzielt werden. Zudem hat Apple mit dem iPad auf-gezeigt, dass sich das iOS auch für Tablets sehr gut eignet, was gegenwärtig und auch zukünftig, ne-ben den Mobiltelefonen, ein sehr stark wachsender Markt sein wird. Somit steht für Apple vor allemdie Entwicklung neuer, innovativer Hardware und die damit verbundene Verbreitung ihrer Softwareim Vordergrund. Dadurch erreicht der App Store auch mehr potentielle Kunden, was automatischhöhere Einnahmen für Apple mit sich bringt.Mit iOS 4 hat Apple auch ein eigenes Framework zur Einbindung von Werbung in Apps entwickelt.Damit macht Apple klar, dass sie Google den Markt für In-App-Werbung nicht einfach kampflos über-lassen werden und da sie auf iOS natürlich ein Monopol besitzen, kann Google in jenem Bereich auchnur wenig dagegen unternehmen. Dadurch werden zusätzlich zum Hard- und Softwareverkauf Ein-nahmen generiert.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 9
  • 11. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitZusammenfassend kann man sagen, dass Google versucht, durch eine offene, frei modifizierbarePlattform möglichst viele User zu erreichen, um durch Werbung und dem Android Market möglichsthohe Einnahmen zu generieren, während Apple auf eine Mischung aus Hard- bzw. Softwareverkaufund dem App Store setzt.Plattformen aus der EntwicklersichtIn diesem Abschnitt werden wir die Vor- und Nachteile genauer beleuchten, welche sich aus der Sichteines Entwicklers ergeben. Wir versuchen dabei aufzuzeigen, welche Aspekte die Arbeit erleichternund welche Kompromisse durch die verschiedenen Lösungen eingegangen werden müssen.Open und Closed Source im VergleichBetrachtet man die gegenwärtige Lage unter diesem Aspekt, so scheint die Lösung, welche Androiddem Entwickler bietet, auf den ersten Blick als die Überlegene. Die Einsicht in den Quellcode ermög-licht es dem Entwickler tatsächlich ein besseres Verständnis für die verschiedenen Mechanismenaufzubauen und Fehler, welche sich durch die Plattform ergeben schneller zu identifizieren und somitzu umgehen. Die Fehlerbehebung beschränkt sich allerdings, wie auch bei Apple‘s proprietären Vari-ante, auf die Fehlermeldung an den Softwarehersteller, da die Weiterentwicklung auch nur von je-nem geführt wird5. Die Transparenz des Systems bietet aber nicht nur Vorteile bei der Fehlerbehe-bung, sie schafft auch Vertrauen in die Sicherheit und Stabilität des Betriebssystems.Ein weiterer Vorteil gegenüber der Variante von Apple bietet die grössere Entfaltungsmöglichkeit fürdie Entwickler. So ist man beispielsweise nicht mehr zwingend an die Fesseln des offiziellen App-Stores gebunden und es ist möglich die Applikation auch in einem anderen Market zu veröffentlichen.Für diese sehr attraktive Seite des frei zugänglichen Codes muss der Entwickler allerdings auch ge-wisse Kompromisse eingehen.FragmentierungEin entscheidender und oft genannter Unterschied zwischen den beiden verglichenen Plattformen istdie Fragmentierung des Marktes in verschiedene Versionen des Betriebssystems, welche durch diefreie Verfügbarkeit des Systems besonders verstärkt wird.Aktuellen Statistiken zufolge ist die derzeitige Versionsvielfalt in 4 Bereiche aufgeteilt. 80% des Mark-tes teilen sich die neueren Versionen des Betriebssystems 2.2 und 2.1 untereinander auf, währenddie Restlichen 20% von den Versionen 1.5 und 1.6 eingenommen werden (28). Eine für Android ent-wickelte Applikation muss damit auf all jenen Versionen lauffähig sein und natürlich auch möglichstden gleichen Umfang und Komfort für alle Versionen bieten. Glücklicherweise sind die Versionenabwärtskompatibel und es wurde sehr gute Arbeit verrichtet im Hinblick auf die Komptabilität derverschiedenen Versionen. Dennoch ist dies ein entscheidender Punkt für einen Entwickler, da Funkti-onen einer neu veröffentlichten Android-Version damit nur beschränkt einsetz- und nutzbar sind.Erschwerend kommt für den Android Entwickler dazu, dass neben den verschiedenen Versionen desBetriebssystems auch verschiedene Geräte existieren. Android Smartphones erscheinen in verschie-5 Im Gegensatz zu klassischen Open-Source-Projekten, bei denen man Patches direkt einschicken kann.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 10
  • 12. Mobile Plattformen Digitale Nachhaltigkeitdenen Größen und Formen und neben den herkömmlichen Eingabemethoden existieren noch vieleWeitere. So können sie eine Hardwaretastatur, physische Buttons, einen Joystick, einen optischenTrackball oder Kombinationen von diesen Möglichkeiten besitzen, was die Anpassung an die Nutzer-freundlichkeit sehr schwierig macht.Auf der anderen Seite steht Apple mit ihrem iOS in einem starken Gegensatz dazu. Zwar müssen auchhier verschiedene Versionen lauffähig gemacht werden, allerdings beschränkt sich diese Arbeit aufeinen viel kleineren Rahmen, denn neben der aktuellen Version für das iPhone 4 und 3GS muss ledig-lich noch das 3G unterstützt werden. Eine weitere Fragmentierung wird dadurch unterbunden, dassdie älteren Versionen des iPhones, welche nicht mehr die aktuellste Softwareaktualisierung unter-stützen, schlichtweg nicht mehr vertrieben werden.Man erhält also mit dem iOS eine sehr einfache Lösung, aber muss dadurch auch gewisse Einschrän-kungen in der Gestaltungsfreiheit in Kauf nehmen im Vergleich zu Android. Dies ist sehr charakteris-tisch für den Vergleich dieser beiden Plattformen.Bindung an den HerstellerDie stärkere Aufteilung des Marktes auf verschiedene Hersteller bringt aber nicht nur Nachteile mitsich. So ist die grössere Unabhängigkeit von den Herstellern gerade eine große Stärke von Android.Durch die grosse Anzahl der Beteiligten Unternehmen erreicht man auch eine grosse Lieferdichte undman kann sich sicher sein, dass das Projekt nicht doch plötzlich fallen gelassen oder aufgekauft wird.Ebenfalls ist man dadurch nicht an einen Mobilanbieter gekettet, sondern kann unabhängig entwi-ckeln.Der wichtigste und entscheidendste Punkt für einen Android-Entwickler stellt hier aber die Freiheitvon den Restriktionen dar, welche einem von Apple aufgezwungen werden. Da es immer wiedervorkommt, dass Applikationen vor einem Release mehrmals zurückgewiesen werden oder wie im Fallvon Google Voice sogar vorläufig ganz abgelehnt werden (29), muss man sich bereits frühzeitig überjegliche Richtlinien informieren und geht dabei ein gewisses finanzielles aber auch zeittechnischesRisiko ein. Beispielsweise hatte es sich ereignet, dass ein geplanter Veröffentlichungstermin wegeneiner kleinen Verletzung der geltenden Restriktionen kurzfristig verlegt werden musste. Dadurchmussten sämtliche Druckmedien zurückbeordert werden und es entstand neben einem finanziellenSchaden auch eine grosse Menge bürokratischer Aufwand6. Zusätzlich wird eine Portierung von eineranderen Plattform durch die starken Gestaltungsvorschriften massgeblich erschwert.Sofern nicht bereits die notwendige Apple Hardware7 zur Verfügung steht, ist eine Entwicklung fürdas iOS auch mit erheblichen Mehrkosten verbunden. Für ein Jungunternehmen kann dieser Aspektbereits ein Hinderungsgrund sein, sich für Apple als Plattform zu entscheiden, da das notwendigeKapital anfänglich nicht zur Verfügung steht.Nicht selten kommt es also vor, dass diese starke Abhängigkeit von einem Unternehmen nicht nurden Entwickler in seiner Arbeit behindert, er muss auch nicht kalkulierbare Änderungen in seinemZeitplan akzeptieren können.6 Mündliche Quelle eines Schweizer Anbieters von Apps7 Wie bereits erwähnt braucht man neben einem iPhone ebenfalls einen Mac zum Entwickeln.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 11
  • 13. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitAuf der anderen Seite bietet einem das iOS sehr gut gefertigte Grundbausteine für die Applikations-entwicklung, welche einem Entwickler auch einen Teil seiner Arbeit erleichtert und er sich dadurchweniger mit der Umsetzung von gestalterischen Konzepten auseinandersetzen muss. Ausserdemliefert Apple einen sehr guten Entwicklersupport, welcher bei Android grösstenteils von der Commu-nity übernommen werden muss.Auch hier sehen wir wieder, dass der Entwickler mit dem iOS eine sehr einfache und elegante Lösunggeboten wird, er dafür aber wieder Kompromisse in seiner Gestaltungfreiheit eingehen muss.KonkurrenzEin entwicklungstechnisch entscheidendes Kriterium für die Auswahl einer Plattform ist die Konkur-renzanalyse. Während auf dem iOS bereits unzählig viele sehr professionelle Firmen ihre Produktlö-sungen veröffentlicht haben, ist dies auf dem Android Markt nicht im gleichen Masse der Fall.So existieren für viele alltägliche Dinge noch keine perfekten Umsetzungen, was eine gute Gelegen-heit für einen Entwicklerteam ist, sich im Markt zu etablieren. Beispielsweise existierte lange keinegute Umsetzung eines Zugfahrplans für Android. Diese Lücke haben wir, die Entwickler von FahrplanSchweiz, versucht zu füllen. Gerade für weniger erfahrene Entwickler bietet Android eine gute Platt-form um sich zu entfalten, ohne das Risiko, doch an den Anforderungen von Apple zu scheitern.Schlussendlich lässt sich es sich als professionelles Unternehmen aber nicht vermeiden für beidePlattformen zu entwickeln, denn die Dichte an iPhones in der Schweiz ist momentan immer nochhöher als diejenige der Androidtelefone, auch wenn jüngere Zahlen einen Trend in Richtung Androidoffenbaren.FazitBeide Hersteller, Apple und Google, scheinen grossen Erfolg mit ihren Plattformen trotz sehr unter-schiedlicher Philosophien und Strategien zu haben. Google gewinnt mit Android Geld, indem durchAndroid immer mehr Nutzer auf mobilen Endgeräten die Suchmaschine nutzen und somit Werbungeingeblendet bekommen. Apple erzielt hingegen den grössten Gewinn durch den direkten Verkaufvon Telefonen. Die Entwicklung von Apps ist auf beiden Plattformen sehr attraktiv dank ihrer grossenund vor allem wachsenden Verbreitung.Die Entwickler haben sich mit unterschiedlichen Problemen zu befassen. Bei Google ist es die Diversi-fikation des Marktes, bei Apple ist es die starke Bindung an den Hersteller. Durch das Wettrennen zurperfekten mobilen Plattform, das sich beide Hersteller liefern, werden Innovationen in hohem Tem-po entwickelt. Dies nützt schlussendlich dem Kunden, da er direkt davon profitieren kann. Für welchePlattform sich ein Kunde oder Entwickler sich entscheiden soll, hängt von verschiedenen Faktoren abund lässt sich nicht pauschal beantworten. Zieht er ein geschlossenes und integriertes System vor,oder möchte er mehr Freiheit bei der Personalisierbarkeit und Ausstattung der Telefone?Vor nicht allzu langer Zeit sah es stark danach aus, als würde Apple mit dem iPhone immer stärkerwachsen und bald in grossen Teilen der Welt den Smartphonemarkt beherrschen. Bei vielen Entwick-lern erregte dies die Besorgnis, in Zukunft von einem einzigen Unternehmen abhängig zu sein. DieseBefürchtung scheint sich glücklicherweise nicht zu bestätigen, da Google und andere Herstelle wieJorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 12
  • 14. Mobile Plattformen Digitale NachhaltigkeitRIM oder Microsoft wieder konkurrenzfähige Betriebssysteme herstellen. Die Chance, dass in Zukunftein einziger Hersteller den Markt dominiert, ist somit sehr klein geworden.Literaturverzeichnis1. Blass, Evan. pocketnow.com. [Online] 10. November 2010. [Zitat vom: 01. Dezember 2010.]http://pocketnow.com/tech-news/gartner-smartphone-market-nearly-doubled-year-over-year.2. Vogelstein, Fred. Wired. [Online] 9. 1 2008. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://www.wired.com/gadgets/wireless/magazine/16-02/ff_iphone.3. Lewis, Peter. CNN. [Online] 12. 1 2007. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://money.cnn.com/2007/01/10/commentary/lewis_fortune_iphone.fortune/index.htm.4. Wikipedia.org. [Online] 15. 6 2009. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://en.wikipedia.org/wiki/File:IPhone_sales_per_quarter_simple.svg.5. Apple Inc. Apple.com. [Online] 3. 6 2008. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://www.apple.com/pr/library/2008/03/06iphone.html.6. Wikipedia.org. [Online] 20. 10 2010. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://en.wikipedia.org/wiki/Appstore#Milestones.7. Apple Inc. Apple.com. [Online] 8. April 2010. [Zitat vom: 30. November 2010.]http://www.tipb.com/2010/04/08/apple-announces-multitasking-iphone-40/.8. Friedrich, Sabine. Macwelt.de. [Online] 27. 7 2010. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://www.macwelt.de/artikel/_News/372581/jailbreak_ist_legal/1.9. Elgin, Ben. Businessweek.com. [Online] 7. 11 2007. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://www.businessweek.com/technology/content/aug2005/tc20050817_0949_tc024.htm.10. Open Handset Alliance. openhandsetalliance.com. [Online] 5. November 2010. [Zitat vom: 30.November 2010.] http://www.openhandsetalliance.com/press_110507.html.11. Bort, Dave. Android.com. [Online] 21. 10 2008. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://source.android.com/posts/opensource.12. Wikipedia.org. [Online] 20. 10 2010. [Zitat vom: 30. 11 2010.]http://en.wikipedia.org/wiki/Android_(operating_system)#Market_share.13. Open Handset Alliance. Android.com. [Online] 2010. [Zitat vom: 01. Dezember 2010.]http://developer.android.com/sdk/index.html.14. Apple Inc. developer.apple.com. [Online] 2010. [Zitat vom: 15. November 2010.]http://developer.apple.com/appstore/guidelines.html.15. Google Inc. Android.com. [Online] 2010. [Zitat vom: 15. November 2010.]http://market.android.com/support/bin/answer.py?answer=112622.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 13
  • 15. Mobile Plattformen Digitale Nachhaltigkeit16. Wedekind, Klaus. n-tv.de. [Online] 28. Oktober 2010. [Zitat vom: 15. 11 2010.] http://www.n-tv.de/technik/Paypal-im-Android-Markt-article1808836.html.17. AndroLib.com. [Online] 15. November 2010. [Zitat vom: 15. November 2010.]http://www.androlib.com/appstatsfreepaid.aspx.18. Terra-Codes GmbH. Apfelnews. [Online] 30. August 2010. [Zitat vom: 15. 11 2010.]http://www.apfelnews.eu/2010/08/30/appstore-250-000-verschiedene-apps/.19. Wikipedia.org. [Online] 13. November 2010. [Zitat vom: 15. November 2010.]http://de.wikipedia.org/wiki/Android_Market#Alternativen_zum_Android_Market.20. Wikipedia.org. [Online] 11. November 2010. [Zitat vom: 15. November 2010.]http://de.wikipedia.org/wiki/App_Store#Alternativen.21. Open Handset Alliance. Android.com. [Online] 2010. [Zitat vom: 01. Dezember 2010.]http://developer.android.com/resources/dashboard/platform-versions.html.22. Morrill, Dan. Android-Developers. [Online] 25. September 2009. [Zitat vom: 2. Dezember 2010.]http://android-developers.blogspot.com/2009/09/note-on-google-apps-for-android.html.23. Google Inc. Annual Report 2009. [Online] 12. Februar 2010. [Zitat vom: 2. Dezember 2010.]http://google.client.shareholder.com/secfiling.cfm?filingid=1193125-10-30774.24. Thomas, Owen. Venturebeat. [Online] 27. Oktober 2010. [Zitat vom: 2. Dezember 2010.]http://venturebeat.com/2010/10/27/google-exec-android-was-best-deal-ever/.25. Hesseldahl, Arik. Businessweek. [Online] 28. Juni 2010. [Zitat vom: 05. Dezember 2010.]http://www.businessweek.com/technology/content/jun2010/tc20100627_763714.htm.26. Malik, Om. Gigaom.com. [Online] 27. August 2009. [Zitat vom: 05. Dezember 2010.]http://gigaom.com/2009/08/27/how-big-is-apple-iphone-app-economy-the-answer-might-surprise-you/.27. Slivka, Eric. Macrumors.com. [Online] 6. Januar 2010. [Zitat vom: 5. Dezember 2010.]http://www.macrumors.com/2010/01/06/former-apple-marketing-insider-sheds-light-on-apples-controlled-leaks/.28. Google Inc. Android.com. [Online] 1. Dezember 2010. [Zitat vom: 4. Dezember 2010.]http://developer.android.com/resources/dashboard/platform-versions.html.29. Mills, Adam. Examiner.com. [Online] 27. Juni 2010. [Zitat vom: 1. 12 2010.]http://www.examiner.com/gadgets-in-san-francisco/google-voice-iphone-app-rejected-by-apple.30. Musil, Steven. Cnet News. [Online] 10. Januar 2010. [Zitat vom: 5. Dezember 2010.]http://news.cnet.com/8301-17938_105-10431742-1.html.Jorim Jaggi, Samuel Hitz, Selim Cinek Seite 14