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Geschichte des Zeughofes in Weimar
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Geschichte des Zeughofes in Weimar

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    Geschichte des Zeughofes in Weimar Geschichte des Zeughofes in Weimar Document Transcript

    • Zur Geschichte des „Zeughofes“ in WeimarAn der Ostseite des Weimarer Theaterplatzes neben dem Wittumspalais Anna-Amalias befindet sichein aus drei Gebäuden bestehender Baukomplex, der im Laufe der Geschichte zusammengebautwurde: Der heute alsBauhausmuseum genutzte klassizistische Bau aus dem Jahre 1823 vom Baumeister Clemens Wenzeslaus Coudray (1775-1845) ursprünglich als Wagenremise erbaut. Zur Richtung Rittergasse, ein heute erdgeschoßhohesPalaisfragment, dass äußerlich noch Spuren aus einer barocken Bauphase (1753) zeigt. Vermutlich vom Baumeister Gottfried Heinrich Krohne(1703-1756), dem in Weimar neben Schloß Belvedere und der Turmhaube des Stadtschlosses mehrere ebenso schlichte barocke Bauten zugeschrieben werden, für den damals noch unmündigen Herzog Ernst Constantin als Wohnpalais errichtet, bald aber als Zeughaus benutzt sowie einemZwischenbau, einem Halleneinbau aus dem Jahre 1955 in das ehemalige Remisengebäude undunter Verwendung von Bausubstanz des Zeughauses.1453 Der benannte Gebäudekomplex befindet sich auf dem Gelände des ehemaligen Franziskaner- klosters, das um 1453 im Auftrage Herzog Wilhelms III. erbaut wurde. Der päpstliche Gesand- te Johannes Capestrano hatte ihn 1452 zu dieser Stiftung bewogen. Der Herzog hat in seinem Alter im Kloster gewohnt, kleidete sich als Mönch und wurde nach seinem Tode hier begra- ben. Im heutigen Gebäude der Musikhochschule läßt sich noch ein bauliches Überbleibsel des Klosters, die Klosterkirche erkennen. Weitere Klosterspuren befinden sich an der Nordseite des ehemaligen Kirchenbaues, die Konsolsteine vom ehemaligen Kreuzgang.1477 Ein Mönch namens Johannes Herwich aus Ilten hatte lange vor Luther kirchenreformatorische Gedanken geäußert, erhielt daraufhin einen Prozeß, wurde in das Kloster nach Weimar ver- wiesen und dort lebenslänglich in „väterlichen Gewahrsam“ genommen. Diese Gefängniszeit soll er im Verlies des Weimarer Franziskanerklosters verbüßt haben. Verschiedene Weissa- gungen sind von ihm verbürgt, so die Ankündigung: „Es wird im Zeichen des Löwen ein Eremit aufstehen, der mächtig am Stuhl zu Rom rütteln wird.“ Dies ist später auf Luther bezogen worden. Einen Monat vor seinem Tode 1502 ist Hilten in das Eisenacher Kloster verbracht worden. Rektor Wolf hat 1569 in seinem Schreiben „Von der alten bebstischen religion und messen, so im babsthumb zu Weymar gebreuchlich gewesen“ auch über eine Weissagung zum Franzis- kanerkloster geschrieben, dass der Mönch Johannes Hilten „einmal gesaget, es werde das closter zu Weymar noch zu einem vihestall gemacht werden, welches eigentlich auch also ge- scheen, denn der creutzgang ist nhun etliche jhar zum schafstall gebraucht worden.“ Ein Epitaph in der Eisenacher Georgenkirche erinnert noch an Hilten.1505 Das Weimarer Kloster hat Martin Luther, der 1505 in das Erfurter Kloster eingetreten war, möglicherweise schon zu diesem Zeitpunkt besucht. Er hat mehrfach während der Reformati- on hier gepredigt und sicher dabei im Schlafhaus der Mönche übernachtet. Seinen erkrankten Freund Melanchton hat er vermutlich hier gepflegt und nach eigener Darstellung wieder ge- sund gebetet. Klostergrundriss 1548
    • 1508 Danach folgten weitere Aufenthalte in Weimar u.a. 1518 bei seiner Durchreise nach Augsburg wohin er zum Verhör über seine Thesen zitiert wurde.1533 Nach der Reformation wurde der Franziskanerorden von landesfürstlicher Seite in Weimar nicht mehr geduldet und so zogen die Mönche am 21.November 1533 aus der Stadt.1534 werden die Gebeine der im Kloster begrabenen Mitglieder der fürstlichen Stifterfamilie aus der Gruft unter der Kirche in die Stadtkirche St. Peter und Paul überführt. Das Kloster wird profanisiert.1548 Von der Klosteranlage existiert als früheste bildliche Darstellung ein Grundriß aus diesem Jahre, als der Architekt des Stadtschlosses der Renaissancezeit Nicolaus Gromann (um 1500-Letzterwähnung 1574) seinen Fürsten darum bat, auf dem Klostergelände ein Wohn- haus errichten zu dürfen. Er dokumentiert dabei frühere Klosternutzungen, den bauliche Zu- stand und Funktionen aus der Mitte des 16.Jahrhunderts. Aus der Beschreibung Gromanns geht unter anderem hervor, dass an der Stelle des oben be- nannten Palaisfragments das Schlafhaus der Mönche stand und nach der Reformation eben- so profan wie die ehemalige Klosterkirche als „schuttung“ – Kornspeicher nachgenutzt wurde.1569 In dem ersten bekannten Stadtplan Weimars vom Rektor Johannes Wolf (um 1524-1602), nach 1574 aktualisiert und von Veit Thiem aus Cranachs Werkstatt zunächst als Holzschnitt geschnitten, später als Kupferstich gedruckt, ist das Kloster mit „Franciscaner“ bezeichnet. Man erkennt das Kirchendach, den Garten zwischen den Mauern, zwei parallel zu den Mau- ern stehende Häuser mit Satteldächern und Dachgauben, das ehemalige Schlafhaus, das Haus des Weinmeisters und einen turmartigern Bau östlich hinter dem Weinmeister. Der Klosterhof wird im Osten von einem Haus mit Tordurchfahrt umschlossen, der ehemaligen Klosterbibliothek. Zur Rittergasse ist das „Lutzelburgershaus“ (das ehemalige Gromannsche Haus) vorgesetzt, Antoni von Lützelburg war 1575 bis zur Volljährigkeit von Herzog Friedrich Wilhelm I. 1586 als Weimarer Statthalter durch dessen Vormund Kurfürst August von Sachsen
    • eingesetzt. In der Kaufurkunde des Hauses wurde erwähnt, dass vom Käufer das „Gewölbe auf dem ehemaligen Klostergelände“ mit erworben wurde. Der französische Edelmann war seit 15.. im Dienste des Herzogs, heiratete eine Weimarerin zog in seinem Ruhestand nach Tiefurt und wurde in der Weimarer Stadtkirche nahe der Kanzel beigesetzt.1628 Herzog Johann Friedrich VI. stirbt am 17.Oktober nach strenger Haft und unter ständigen Verhören im Verlies auf dem Gelände des ehemaligen Franziskanerklosters. Unter Folter gab er einen Pakt mit dem Teufel zu. Er hatte politische Differenzen mit seinen Brüdern und war seit 1622 inhaftiert. Das turmartig dargestellte Gebäude im Wolfschen Plan östl. hinter dem ehemaligen Weinmeisterhaus könnte das Verlies enthalten haben.1712 „In diesem Jahre wurde auch mit Erbauung der JacobsKirche, des Zucht- und Waisenhauses der Anfang gemacht…“ (Weimarer Wöchentliche Anzeigen 24.12.1800)1717 6.November -2.Dezember wird Johann Sebastian Bach in der sogenannten Landrichterstube gefangengesetzt, da er einen Arbeitsvertrag mit Fürst Leopold von Köthen ohne Genehmi- gung von Weimars Herzog Wilhelm Ernst abgeschlossen hatte. Das Landgericht ist zu diesem Zeitpunkt im ehemaligen Lützelburger Palais.1748 unterbreitet Landbaumeister Gottfried Heinrich Krone in einem Schreiben an die fürstliche Kammer (Ernst August I. Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach * 19. April 1688 in Weimar; † 19. Januar 1748 in Eisenach war vermutlich z.Z. bereits gestorben) einen Vorschlag zur "Conservierung" der "fürstl. Gewehrkammer".1753 Für den unmündigen Ernst August II. Constantin Herzog von Sachsen-Weimar-Eisenach (* 2. Juni 1737 in Weimar; † 28. Mai 1758, ) lässt der Vormund Herzog Franz Josias von Sachsen-Coburg-Saalfeld das Palais auf dem Standort des Schlafhauses der Mönche herrich- ten. Der Verfasser ist nach Besichtigung der vom Putz befreiten Mauerflächen im Inneren der heu- tigen Ruine und Grabungsfotos zu den Fundamentmauern zur Auffassung gekommen, dass das Palais mindestens unter Weiterverwendung der Fundamente und Teile der Erdgeschoß- mauer des Klosterschlafhauses barockisiert wurde..1755 Mit 18 Jahren wurde Ernst August II. Constantin (1737-1758) für volljährig erklärt, regierte aber durch Kanzler Bünau. Ob Ernst August II. Constantin das für ihn errichtete Palais bewohnt hat ist ungeklärt. Der Hof drängte auf schnelle Verheiratung, da die Gesundheit des Herzogs seit langem schlecht war und im Falle seines Todes das Weimarer Herzogtum ausgestorben wäre. 1756 heiratete er Anna Amalia von Braunschweig-Wolfenbüttel(1739–1807) aus der Welfen- dynastie. Ein Jahr später wurde der spätere Herzog Carl August geboren. Im Jahr danach ver- starb Ernst August II. Constantin noch vor seinem 21. Geburtstag. Der zweite Sohn kam erst nach dem Tod seines Vaters zur Welt.1769 Auf dem Gelände des ehemaligen Franziskanerklosters errichtete 1767-1769 Jakob Friedrich von Fritsch, Geheimrat und Minister am Weimarer Hof, sein Palais. Der baro- cke Bau nutzte Teile der Stadtmauer und bildete den Kopfbau an der sogenannten „Esplana- de“, der heutigen Schillerstraße. Nach dem Schlossbrand 1774 zog Herzogin Anna Amalia in das Palais und erwarb es 1775 für eine Kaufsumme von 20100 Reichstalern von Fritsch. Anna Amalia bewohnte das Wittumspalais bis zu ihrem Tode 1807.
    • Ende 18. Jahrhundert In einer Ansichtszeichnung aus dem Ende des 18.Jahrhundert, signiert mit C.C.Koenig, wird die barocke „Fassade des Hochfürstl. Sachsen-Weimarischen Neuen Zeughauses auf dem sogenannten Kloster-Hofe“ dokumentiert. In einer Schnittdarstellung ist im Erdgeschoß eine Kanone zu sehen (früher bezeichnete man diese Waffen auch als Schieß-„zeug“ oder auch „Lärmzeug“– daher der Name „Zeughaus“). In der oberen Etage sind Handfeuerwaffen und Rüstungen wie für eine Schausammlung aufge- stellt.1775 erwirbt Großherzogin Anna Amalia von Kanzler Fritzsch dessen 1767-69 erbautes Palais das südlicher Bestandteil des ehemaligen Klosterkomplexes war. Um einen angenehmen Garten am Hause zu besitzen, hatte Fritsch den "Zwinger oder des Raths und gemeiner Stadt zu Weimar Clostergarten am Erfurter Tor" dazu erworben.1784 „Das hiesige Waysenhaus wurde in diese Jahr in eine beßere Verfassung gebracht. Die darinne befindliche Kinder wurden zu Pflege Eltern ausgethan, und diesen bestimmte Alimentations Gelder aus der Wayßen Haus-Casse bezahlet. Der Kinder waren damals nur 37 an der Zahl. Das Waysenhaus wurde getheilt; die vordere Helfte wurde an die Landschaftskasse zum Irren Hauß, gegen eine festgesetzte jährliche Geld Abgabe an das Waysen Institut und die hintere Helfte an den Hrn. Klauer käuflich überlassen….“
    • 1785 In dem perspektivisch dargestellten Stadtplan von Johann Friedrich Lossius sind im ehemaligen Klosterhof die Kanonen aufgestellt. Das Zeughaus bildet mit einem in der Westfassade nahe- zu identischen nördlichen Nachbarbau (dem von Lossius mit XV. bezeichneten und 1713 ge- gründeten Waisenhaus) die östliche Einfassung des barocken Gartens am Wittumspalais pa- rallel zur Stadtmauer. Ein runder Stadtturm sitzt mittig in dem von Anna Amalia nach Westen erweiterten Park. Östlich an den Zeughof grenzt der mit XVI. angegebene Zuchthauskomplex.1791 öffnete das Weimarer Theaterhaus am 7. Mai 1791 seine Pforten unter Goethes Leitung. In den Jahren zuvor wurde im Reithaus, in Belvedere, Tiefurt, Ettersburg und im Schloss gespielt. Es gibt eine Schilderung, worin das Zeughaus auch als ehemaliges Komödienhaus beschrieben wird.1793 fiel die Stadtmauer, und während der letzten vierzehn Jahre ihres Lebens besaß die Herzogin- Mutter auch in Weimar einen recht umfangreichen anmutigen Garten. Leider war das zuletzt hinzugezogene Stück nur von der Stadt gepachtet, und so fiel es nach Anna Amalias Tode 1807 dem städtischen Bebauungsplan zum Opfer, so dass der Grüngürtel entlang der ehema- ligen Stadtmauer nicht weiter fortgeführt werden konnte.1801 Die Nutzung des Palaisgebäudes als Zeughaus endet mit der Anweisung durch Großherzog Carl August, daß Zeughaus zu räumen und die Waffen nach Schloß Ettersburg zu bringen.1802 wurde der Beschluß gefaßt , die Werkstätten der Hofwagnerei, Hofsattlerei und Schmiede in das ehemalige Zeughaus zu verlagern. Eine Anweisung Carl Augusts enthielt auch die Aus- sage, daß Hofwagner, -sattler und -schmied in diesem Haus wohnen können.1818 Abbau des ehemaligen Turms der Stadtbefestigungsanlage, den Anna Amalia in ihren Garten integriert und zu einem „Chinesischen Tempel“ umbauen lassen hatte. Von Goethes Zeichen- lehrer Adam Friedrich Oeser stammte die Ausmalung des Turminneren mit pseudochinesi- schen Gestalten. In Belvedere hinter der Orangerie wurde dieser Turm wieder errichtet.
    • Blaufußplan 1822 Auf dem „Urkataster“ der Stadt Weimar, vom Wegebau-inspektor Blaufuß 1822 vermessen, ist der „Chinesische Turm“ bereits nicht mehr vorhanden.1823 wurde Clemens Wenzeslaus Coudray mit dem Bau eines Remisenbaues im ehemaligenRokokogarten Anna Amalias beauftragt. Er mußte seinem Bauherrn mehrere Entwürfe dazu vorlegen,da der Hauptzweck dieser Bauaufgabe nicht in seiner Unterstellfunktion gesehen wurde, sondern inder Gestaltung der dem Theater gegenüberliegenden östlichen Platzseite.1825 brannte das Theater Goethes und Schillers ab. Noch im gleichen Jahr wurde das Theater aber wieder errichtet.1878 Als der Marstall am Stadtschloß gebaut war, kamen die Werkstätten aus dem Zeughaus in den Marstall. Wohnungen blieben in diesem Palais aber erhalten.1887 stiftete Großherzog Carl Alexander durch Vermittlung des damaligen Direktors der Kunstschule Graf Goertz das Haus der Hofsattlerei und die Wagenremise dem Weimarer Künstlerverein. Der „KV“ war 1860 gegründet worden und tagte zunächst im Russischen Hof, ebenso wie Ver- einsvorgänger und –vorbild Liszts „Neuweimarischer Verein“.
    • Im Gebäude einer ehemaligen Ziegelei am heutigen Goetheplatz wurde 1880 von diesem Künstlerverein die "Permanente Kunstausstellung" gegründet. Der KV siedelte 1882 in die „Erholung“ (neben dem Herderwohnhaus) über, spaltete sich dann in einen von Malern und Architekten dominierten Verein mit Sitz im „Chemnitius“ und einem von Schauspielern und Sängern beherrschten Verein, der im „Jungbrunnen“, später in der „Eselsburg“ (Lisztstr.29) logierte. Das Haus erhielt in den darauffolgenden Jahren einige Anbauten, so eine Küche, ein Billard- zimmer und eine Kegelbahn. In den Räumen des Erdgeschosses wurde von den Künstlern ein Gastraum mit Kamin und ein Saal eingerichtet. Ausmalungen und Plastiken wurden von den Künstlern selbst gestaltet. In diesem Haus spielte sich ein reges geselliges Leben ab, die Künstlerfeste waren beliebt. In den Räumen der oberen Etagen befand sich ein Künstlerheim.In dem Gästebuch des Künstlervereins finden sich u.a. Eintragungen von:Christian Rohlfs (1849-1938), einer der wichtigsten deutschen Maler des Expressionismus und Impressionismus, ab 1884-1901 freischaffender Künstler in Weimar1Lil Dagover (eigentlich Martha Seubert,1887-1980 ), Schauspielerin (1919Filmdebüt in "Harakiri" von Fritz Lang. Noch bekannter wird sie durch ihre Hauptrolle in Wienes "Cabinet des Doktor Caligari".)Richard Strauss (1884-1949), Komponist, Dirigent, ab 1889 in Weimar Großherzogl. Kapellmeister, setzte sich vor allem für die Aufführung der Werke Wagners ein und führte Tannhäuser, Lohengrin und Tristan und Isolde auf, dirigierte die Uraufführung von Humperdincks Hänsel und Gretel (23. Dezember 1893),Siegfried Wagner am 4.6.1890 von Richard Strauss im KV eingeführtLeopold Graf von Kalckreuth (1855-1928), Maler, Direktor der Kunstschule, Abschiedsfeier am 28.6.1890 (geht an die Kunstschule nach Karlsruhe)Josef Rolletschek (1859-1934), Maler, wohnte ab 1890 in dem KünstlerheimErnst von Wildenbruch (1845-1909), Schriftsteller und DiplomatSarah Bernhardt, (Marie Henriette Rosine Bernardt 1844-1923), eine der berühmtesten Schauspielerinnen des 19. und frühen 20. JahrhundertsTagungen der Goethe und Shakespeare-GesellschaftErnst Haeckel (1834-1919), Zoologe, Philosoph und Freidenker, Darwinist, AbstammungslehreRudolf Steiner (1861-1925), Esoteriker und Philosoph, 1884 bis 1897, anfangs noch neben seinem Studium, Herausgabe naturwiss. Schriften Goethes, ab 1890 Mitarbeiter Goethe- und Schiller- Archivs in Weimar (Mitarbeit an sog. Sophienausgabe),Ernst Freiherr von Wolzogen (1855-1934) Schriftsteller, VerlagslektorEngelbert Humperdinck (1854 in Siegburg-1921), Komponist der Spätromantik,
    • anl. der Tonkünstlerversammlung 31.5.-5.6.1893Ernst Barlach(1870-1938) BildhauerEdgar Allan Poe (1809-1849) Juli 1894 Eintrag eines SpaßvogelsFranz Hoffmann-Fallersleben (1855-1927) 15.7.1895Pablo de Sarasate (1844-1908), spanischer Geiger und Komponist 1897Felix Weingartner (1863-1942) österreichischer Dirigent, Komponist, Pianist, Schriftsteller 1898Lovis Corinth (1858-1925) einer der wichtigsten und einflußreichsten dt. ImpressionistenPaul Wilhelm Tübbecke (1848-1924), Maler ab 1874 in Weimar, Schüler v. Theodor Hagen;Max Liebermann (1847-1935) Maler und Grafiker des deutschen Impressionismus. Ab 1868 Besuch der Großherzoglich-Sächsischen Kunstschule in Weimar.Max Klinger (1857-1920) Bildhauer, Maler und Grafiker SymbolistFritz Mackensen (1866-1953) Maler, Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede, Professur an der Kunsthochschule Weimar, deren Direktor ab 1910Carl Schüddekopf (1861-1917) ab 1896 in Weimar (zur Gründung des durch Harry Graf Kessler angeregten Allgemeinen Deutschen Künstlerbundes 1903 in Weimar)Gustav Nagel (1874-1952) berühmter deutscher Sonderling und Wanderprediger des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts aus Arendsee am 30.1.1901Camille Saint-Saens (1835- 1921) französischer Pianist, Organist, Musikwissenschaftler, Musik-pädagoge und Komponist) von Gustav Lassen eingeführt Politiker und Presseleute der Nationalversammlung 1919Richard Engelmann (1868- 1966) Bildhauer ab 1913 in Weimar an der Hochschule für bildende KunstWalter Gropius (18831969), BauhausdirektorTheodor Hagen, Maler 1871 Berufung an GH Kunstschule , starb 1919 in Weimar , Impressionist, dessen Schüler Carl LambrechtAlbert Brendel, Maler 1875 als Lehrer an die Großherzogliche Kunstschule berufen 1895 in Weimar gestorben , Weimarer MalerschuleAdolf Donndorf (1835-1916) Weimarer Bildhauer(1876 Übersiedlung nach Stuttgart) stiftet 1895 den BrunnenMitglieder der StaatskapelleOtto Dorfner, Buchbindemeister ab 1910 durch Van de Velde an die Kunstgewerbeschule berufenArno Zauche (1875-1941), BildhauerFranz Huth (1876-1970), MalerErnst Neufert (1900-1986), Architekt, studierte an der Baugewerkeschule in Weimar, arbeitet im Büro von Gropius, 1926-30 Prof. an der Hochschule für Handwerk und Baukunst in WeimarAlexander Olbricht (1876-1942), Maler der Weimarer MalerschuleThilo Schoder (1888-1979), ArchitektRudolf Zapfe (1860-1934), ArchitektEdward Munch (1863-1944), expressionistischer Maler porträtierte u.a. Graf Kessler, Friedrich Nietz-sche und die Nietzsche Schwester Förster-Nietzsche.1919 „Das Wilde Jahr“ In der Chronik des Künstlervereins von Albrecht von Heinemann findet man jedoch zu 1919 die Eintragung :“…und nun begann sehr bald auch für die Kunststadt Weimar und nicht minder für ihren Künstlerverein das „wilde Jahr“. Es sind die Zeiten des Bauhauses gewesen. Heute ist man bereit, über diese Tage zu lachen, als die seltsamen Ver- künder einer „neuen richtung des künstlerischen kollektivismus“ in Weimar herumliefen und den ruhigen Bürger schreckten durch den Anblick ihrer ungepflegten Leiblichkeit, durch nächt- liches Baden in der Ilm und durch allerlei Rüpeleien, die besser verschwiegen werden. Da- mals aber war das alles keineswegs lächerlich zu nehmen. Denn leider beschränkten sich die „Bauhäusler“ nicht darauf, ihren großen Heiligen „Dada“ in ihren vier Pfählen anzubeten und ihm die kärglichen „sacrificia intellectuss“ in Form von sinn- und zwecklos erdachten „Material- studien“ aus Konservenbüchsen, Hufnägeln, Strohhalmen, Streichholzschachteln, Schnürsen- keln und sonstigen Haus- und Küchenabfällen nur dort darzubringen,wo sie mit diesem Unfug unter sich waren und also weiter keinen Schaden anrichten konnten, sondern drangen sogar in die Räume des Künstlervereins ein und versuchten hier mit viel Geschrei und wenig An- stand darzutun, nun seien sie die Herren, und mit ihnen sei das Himmelreich auf Erden ge- kommen. Sie fanden zwar für diese Behauptung reichlich wenig Glauben, konnten aber erst durch die herbeigerufene Polizei von ihrem Irrtum einigermaßen überzeugt werden. Einmal soll es dabei zu einer soliden Schlägerei gekommen sein.“
    • 1927 bis 1935 lassen sich Schreiben der Künstlerschaft an Stadt und Regierung nachweisen, die sich um die Möglichkeit des Ausbaus der benachbarten Remise zu einer Ausstellungshalle bemühten. Ausbaupläne, die auch den Zustand des Zeughauses darstellten, sind mit Kosten- ermittlungen 1927 angefertigt worden.
    • 1945 Eine der Angriffsachsen des anglo-amerikanischen Bombenangriffes am 9. Februar 1945 lag auf der Strecke Herderkirche, Rittergasse, Zeughof und galt sicher der im Theater stationier- ten Rüstungsfabrik, bewirkte in dem benannten Gebiet schwere Zerstörungen. Das Zeughaus blieb nicht verschont. Es ist in seiner Gesamtkonstruktion erschüttert worden, aber nicht aus- gebrannt. Fotos nach dem Bombenangriff belegen, daß sogar das Dach noch vorhanden war. Im Zuge der Aufräumarbeiten in Weimar nach dem Kriege wurde dieses Gebäude bis auf die Erdgeschoßmauern abgetragen und erhielt ein Notdach, daß durch eine provisorische Stütz- konstruktion gehalten wird.1955 Am 11. Mai 1955 wurde die neue Kunsthalle mit der Ausstellung "Das Bildwerk" , einer Präsentation der Arbeiten von 40 Künstlern aus dem damaligen Bezirk Erfurt der DDR, eröff- net. Bilder wurden ausgestellt u.a. von Alfred Ahner, Franz Huth, Otto Herbig, Walther Klemm, Franz Markau , Alexander von Szpinger - Künstler, die das bildkünstlerische Geschehen in der Nachkriegszeit in Thüringen wesentlich bestimmten. Bauliche Reste der klassizistischen Remise wurden um einen Halleneinbau erweitert, der mit seiner Ostwand bis in das ehemalige Zeughaus hineinragt. Der verbleibende Zeughausbau wird als Möbellager des Deutschen Nationaltheaters genutzt. In der Kunsthalle fanden seither bedeutende Wechselausstellungen statt. Erinnert sei nur an die Ausstellung über Prof. Horst Michels Industrieformgestaltung 1968, eine Loriot-Ausstellung 1989, Meisterwerke internationaler Plastik des 20.Jahrhunderts aus dem W.- Lehmbruckmuseum der Stadt Duisburg 1988.1995 Gründung des Bauhausmuseums in der Kunsthalle.Dietmar GummelDipl.-Ing. Architekt, Weimar 4.10.2010Diese Arbeit basiert auf einer Denkmalpflegerischen Zielstellung im Auftrage der Stadt Weimar ca.1994
    • LiteraturWahl, Hans "Das Wittumspalais der Herzogin Verlagsbuchhandlung J. J. Weber Leipzig 19.. Anna Amalia"Müller, Ernst "Martin Luther und Weimar" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1983 wart", Heft 6Günther, Gitta "Weimar Chronik I" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1987 wart", Heft 20, "Weimar Chronik II" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1987 wart", Heft 24, "Weimar Chronik IV" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1984 wart", Heft 10 "Weimar Chronik V" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1985 wart", Heft 14Schwarz, Alberto "Weimar" E. A. Seemann Kunstverlagsgesell- Leipzig 1993 schaftJericke, Alfred; "Der Klassizismus in der Bauge- Hermann Böhlaus Nachfolger Weimar 1975Dolgner, Dieter schichte Weimars"Schneider, Wolf- "Historischer Überblick" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1976gang;Günther, Gitta; wart", Heft 28Meßner,PaulSeidel, Gerd und "Baustein und Bauwerk in Weimar" Schriftenreihe "Tradition und Gegen- Weimar 1988Steiner, Walter wart", Heft 32,Bode, Wilhelm "Damals in Weimar" H. Haessel Verlag Leipzig 1923Lehfeld, P. "Bau- und-Kunstdenkmäler Thürin- Heft XVIII Großherzogtum Sachsen- Jena 1893 gens" Weimar-Eisenach, Amtsgerichtsbezirk WeimarSchöll, A. "Weimars Merkwürdigkeiten Einst Weimar 1847 und Jetzt"Ranft, Gertrud "Historische Grabstätten aus Wei- mars klassischer Zeit"Stadtarchiv WeimarBauarchiv WeimarThüringer Haupt- A2I03; A9366; A9382; A2131staatsarchiv WeimarThüringer Haupt- B 26900 Autographensammlung; KL ASS: Zeit.staatsarchiv WeimarThüringer Haupt- A5340 Wissenschaft / Kunst und Hofwesenstaatsarchiv Weimar
    • http://www.bautz.de/bbkl/h/hilten_j.shtmlBiographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 2, Hamm 1990, ISBN 3-88309-032-8, Sp. 870–871.Autor: Friedrich Wilhelm BautzHILTEN, Johann, Franziskanermönch, * ca. 1425 in Ilten bei Hannover, † ca. 1500 in Eise-nach. - H. studierte seit 1445 in Erfurt und trat anschließend in das Franziskanerkloster inMagdeburg ein. 1463 wurde er in das Kloster von Riga geschickt. Ab 1472 war er Predigerund Lektor des Klosters in Dorpat, bis er 1477 nach Deutschland strafversetzt wurde. Wegenapokalyptischer Schwärmereien und heftiger Anklagen gegen Mißstände in der Kirche und imOrden wurde H. im Weimarer Kloster "väterlich bewacht". Im Krankenzimmer des Eisena-cher Klosters starb er, versehen mit den katholischen Sakramenten, ohne jedoch seine apoka-lyptischen Weissagungen zu widerrufen. Neben einem Dan Kommentar (1485; von Melanch-thon benutzt) kommentierte H. Texte der Apokalypse. Er ist vielfach, aber wohl zu Unrecht,als Vorläufer der Reformation bezeichnet worden. Für das Jahr 1516 prophezeite er einen"anderen Mann", einen Gegner des Mönchtums, die päpstliche Macht beginne zu sinken, imJahre 1600 würden die Türken über Deutschland herrschen, daraufhin werde die Christenheiterneuert und der Islam vernichtet werden, bis schließlich 1651 das Ende der Welt da sei.Datenbank des Projekts „Controversia et confessio“. Universität Mainzhttp://www.litdb.evtheol.uni-mainz.de/Biographien/Hilten,%20Johann.htmJohann Hilten (Johannes Herwich aus Ilten), franziskanischer Apokalyptiker. 1425 in Ilten beiHannover geboren, nahm H. 1445 sein Studium in Erfurt auf und erreichte 1447 den Gradeines Baccalaureus artium. Nach Abschluss seiner Studien trat H. in den Franziskanerordenein. 1463 ging H. nach Riga in Livland und hatte bereits 1464 viele Anhänger in der Ober-schicht Revals. 1471 bekam H. Probleme aufgrund von „mit Blut geschriebener Liebesbrie-fen“ an Frau Margrete Zirenberg. 1472 wurde er Lektor und Prediger in Dorpat. 1477 wurdeH. aufgrund mehrerer Anklagepunkte in Weimar und Eisenach inhaftiert. Die Sicherheitsver-wahrung H.s mag auch mit seiner Neigung zu apokalyptischen Vorhersagen und seiner Kritikam Papsttum zusammenhängen. 1485 verfasste H. einen Daniel-Kommentar und sagte dasEnde der Welt für das Jahr 1651 voraus. Aufgrund seiner Prophezeiung eines Mannes, der1516 gegen das Papsttum auftreten werde, nahm Melanchthon ihn als Propheten der Reforma-tion in die Apologie der Augsburger Konfession auf (Art. 27, BSLK, 378). Der Tod H.s imJahr 1500 stellt den Beginn einer reichhaltigen Sagenbildung um seine Person dar.RE3 8, 78–80Hilten: Johann H. (richtiger Ilten), ein thüringischer Franciscanermönch im 15. Jahrhundert,vielfach, aber nur in einem sehr beschränkten Sinne mit Recht als ein Vorläufer der Reform-ton bezeichnet. Die zuverlässigsten Mittheilungen über seine Schicksale und angeblicheWei-sagungen finden sich bei einigen jüngeren Zeitgenossen, in Melanchthons Apologie der augs-burgischen Confession (Cap. 13 De votis monasticis; vgl. Melanchthon’s Brief an Joh. Ma-thesius vom 18. Mai 1552, Corpus Ref. VII. 1007), in einem Briefe eines [432] ungenannten(der Hinneigung zu Luther verdächtigten) Franciscaners von Langensalza und in einem Briefevon Friedrich Myconius an Luther vom J. 1529 (beide zuerst veröffentlicht von Heumann,s. u.). Melchior Adam (s. u.) theilt aus Hilten’s im J. 1485 geschriebenen Erklärungen zur
    • Apokalypse und zum Buche Daniel einige Stellen wörtlich mit. In dieser Schrift berichtet H.selbst, er sei in seiner Jugend ein Alumnus der Erfurter Universität und ein eifriger Philosophgewesen, jetzt lebe er als Greis seit 1477 „in einsamer Verbannung“. Nach Myconius hat er inLivland gepredigt. Der Mönch von Langensalza rühmt seinen wissenschaftlichen Eifer undseinen musterhaften Lebenswandel. In der Apokalypse und im Buche Daniel, namentlich inden Capiteln über die vier Weltreiche, fand H. geweissagt: die päpstliche Macht werde im J.1514 (nach Myconius) oder 1516 (nach Melanchthon) zu sinken anfangen; eine Zeit langwerde der Muhammedanismus zur Herrschaft gelangen, dann eine vollkommene Reformationder Christenheit stattfinden und der Islam vernichtet werden; darauf werde der letzte römischeKaiser Christus seine Krone und alle kaiserliche Gewalt zurückgeben; auch Rom und seineMacht werde gebrochen werden, dann der Antichrist erscheinen und 1651 das Ende der Welteintreten. An einigen Stellen klagte er in scharfen Worten unter Berufung auf die hl. Birgittaüber den Mißbrauch der Gewalt, die dem Papste als Stellvertreter Christi zustehe; an anderenscheint er in starken Ausdrücken über die Mißbräuche in den Mönchsorden gesprochen zuhaben. Aehnlich wie in seinen Schriften äußerte er sich auch mündlich, wahrscheinlich auchin Predigten. Er scheint sich aber gar nicht als Prophet gerirt zu haben, und Heumann ver-gleicht ihn richtig mit dem Abt Joachim von Floris. Auch mit den Weissagungen des JohannLichtenberger soll er sich beschäftigt haben. Als einen „Bekenner der evangelischen undBestreiter der päpstlichen Lehre“ haben ihn erst Spätere dargestellt (Mey, s. u.); Myconius istvon dem, was H. über die Lehre von der Rechtfertigung geschrieben, gar nicht befriedigt. DerMönch von Langensalza sagt: er habe nichts davon gehört, daß H. von irgend Jemand in Un-tersuchung gezogen oder verurtheilt worden sei; man habe ihn nur, erst in Weimar, dann inEisenach, „väterlich bewacht“, damit er nicht von dem einfältigen Volke als Prophet angese-hen würde. Es ist ja erklärlich, daß die Ordensoberen den unbequemen Mönch, der sich, wieer selbst sagt, um der Liebe Gottes und des Nächsten willen für verpflichtet hielt, die Wahr-heiten, die er aus der Bibel geschöpft, zu verkündigen, in Haft gehalten haben. Diese Haftdauerte, bis er in hohem Alter starb; wie lange er aber das J. 1485 überlebt und wie strengeseine Haft gewesen, ist nicht zu ermitteln. Die Angabe, daß er erst um 1502 gestorben, stütztsich wol auf eine Aeußerung Luther“’s (Tischreden, Cap. 27, 135): „Diese Prophezeiung istgeschehen, da ich noch ein Knabe war und zu Eisenach in die Schule ging“ 1498–1501). DirAngaben, er sei „erwürgt“ worden oder „vor Hunger und Unflath“ im Kerker umgekommen,sind unhistorisch. Auch was Adam nach Melanchthon berichtet, beruht wol nur auf Hörensa-gen: habe, da der Guardian seine Bitte um Freilassung oder Milderung seiner Haft mit hartenVorwürfen abgeschlagen, gesagt: „Ich habe nichts gegen den Mönchstand geschrieben odergelehrt, sondern nur notorische Mißbräuche getadelt; aber im J. 1516 wird ein Anderer kom-men, der euch zu Grunde richten wird, und diesem werdet ihr nicht widerstehen oder ihn inKerker und Banden halten köunen“. Der Mönch von Langensalza berichtet als Augenzeuge,H. sei, von Weimar nach Eisenach gebracht, in dem Krankenzimmer des dortigen Klosters imBeisein dces Guardians Heinrich Kune und der Seniores loci (wahrscheinlich der älterenMönche) mit den katholischen Sacramenten versehen worden und in Frieden gestorben; erhabe vor dem Tode die Brüder wegen des Anstoßes, den er ihnen gegeben, um Verzeihunggebeten, [433] „seine Weissagung aber nicht bereuen können“. Von den älteren Reformati-onshistorikern werden Hilten’s Weissagungen vielfach citirt (vgl. Juncker a. a. O. S. 28).Durch die Grabschrift, die ihm der Rector Valentin Weinrich † 1622) zu Eisenach gesetzt hat,und durch Localhistoriker (Juncker, Mey) hat die tragische Geschichte des Mönchs eine sa-genhafte Gestalt erhalten. Die Weissagung: „Unter einem Löwen (Leo X.) wird ein Eremit(der Augustiner Luther) auftreten, der den römischen Stuhl reformiren wird“, und ähnlichehaben diese Fassung ohne Zweifel erst nach Hilten’s Tode erhalten. Andreas Angelus, Gewisser Bericht von Joh. Hilten und seinen Weissagungen, Frankf. 1597. Georgii Henr. Goezii Observationes hist.-theol. de Jo. Hiltenio,
    • Lübeck 1706 (2. Aufl. 1717). Melchioris Adami Vitae Theologorum p. 2. Tres veteres epistolae de Jo. Hiltenio nunc primum editae a C. A. H(eumann) in den Parega, Tom. 1, Lib. 3. (Gotting. 1737. – Chr. Juncker, Eines Anonymi Staat des Fürstenthums Eisenach etc. 1710, S. 28 ff. J. H. Mey, Vaterlands- kunde… Bemerkungen über die Stadt Eisenach, 1821, S. 83 ff.Klostergebäude Am Palais„Am Palais“ ist der Name der Gasse, an der das Klostergebäude Am Palais der Hochschulefür Musik FRANZ LISZT Weimar liegt. Die Gasse führt zum Wittumspalais, dem Witwensitzder Herzogin Anna Amalia (1739 – 1807). Anna Amalia trug grundlegend zur kulturellenBerühmtheit Weimars bei, auch dadurch, dass sie mit den von ihr bzw. von ihrem Sohn Her-zog Carl August nach Weimar gezogenen großen klassischen Dichtern in ihrer „Tafelrunde“im Wittumspalais gesellig verkehrte. Zwei Mansardenzimmer im Seitentrakt dieses Stadtpa-lais waren die erste Bleibe der 1872 als Großherzogliche Orchesterschule gegründeten heuti-gen Weimarer Musikhochschule.1874 zog die Orchesterschule in das benachbarte „Kornhaus“ um, das um 1500 die Kircheeines Franziskanerklosters gewesen war. Hier hatte Martin Luther mehrmals gepredigt. Nach-dem die Mönche infolge der Reformation um 1530 vertrieben worden waren, war die einstigeKlosterkirche als Magazin genutzt worden, insbesondere für Korn – „Kornhaus“.Von 1874 bis 1925 dehnte sich die Großherzogliche bzw. ab 1919 Staatliche Musikschule imGebäude immer weiter aus und nutzte es schließlich allein. Hier wurde 1929 die Ausbildungvon Schulmusiklehrern begründet, hier wurde 1930 aus der Staatlichen Musikschule dieStaatliche Hochschule für Musik, hier war auch das zur Jahreswende 1932/33 begründete Kir-chenmusikalische Institut angesiedelt. Bis 1951 war das Haus das Hauptgebäude der Hoch-schule.Nach wie vor – nun aber das ganze Haus nutzen könnend – arbeiten heute hier die BereicheSchulmusik und Kirchenmusik. Der Saal beherbergt die für die Ausbildung unverzichtbaregroße Orgel. Seit der Grundsanierung in den Jahren 1991 bis 1998 ist das Gebäude wiedereinsturzsicher und mit modernen Unterrichtsräumen ausgestattet. Nach außen hin grüßt seitseinem Neuaufbau 1997/98 das 1945 zerbombte spitzgiebelige Dach den Himmel über Wei-mar in alter neuer Silhouette.An einer Ecke der ehemaligen Franziskanerkirche (erbaut 1480),mit Blick zur Tordurchfahrt des Wittumspalais, erinnert eineGedenktafel an die Übernachtung Martin Luthers (1518), derschon 1517 und noch einmal 1521 in Weimar Station gemachthat. In dem nach der Säkularisierung des Klosters mehrfachumgenutzten Gebäude fand 1874 die erste deutsche Orchesterschule(gegr. 1872) ihre Heimstatt; heute gehört das Gebäude zurHochschule für Musik FRANZ LISZT.
    • "Das Palais hatte der weimarische Geheimrat Jakob Friedrich Freiherr von Fritsch im Jahre 1767 amRande der Esplanade erbaut. Eine Färberei, die sogenannte Schönfarbe, die dort am Ufer des Lot-tenbachs, weichen müssen.Um einen angenehmen Garteri am Hause zu besitzen, hatte Fritsch den "Zwinger oder des Raths undgemeiner Stadt zu Weimar Clostergarten am Erfurter Tor" dazu erworben.Fast alles zusammen stand auf ehemals geistlichem Grund und Boden, den die Franziskaner in denJahren 1453 bis 1533 besessen hatten.Östlich grenzt daran die einstige Mönchskirche, damals Kornhaus und heute Musikschule, westlichumschloß den Garten die Stadtmauer, in der Mitte ihrer Länge von einem wehrhaften alten Rundturmgeschmückt. Nach Süden zu gewährten die Fenster einen lustigen Ausblick auf die Esplanade. einebreite grüne Promenadenallee, die, von der Stadtmauer begrenzt, im inneren Stadtrand bis zu demviertürmigen Frauentor führte.Das alles überließ der Geheimrat von Fritsch seiner Herrin für 20100 Reichstaler.Schon im Jahre 1776 vergrößerte Anna Amalia das Gartengelände, indem sie westlich über dieStadtmauer hinausgriff und den großen Streifen bis zum Stadtgraben als englischen Garten anlegte.Das neue Gebiet war noch größer als der alte Klostergarten.Es dauerte aber noch lange, bis die beide Teile trennende Mauer fiel. Inzwischen hatte sich der rundeStadtturm in den heiteren Pavillon verwandeln müssen, seine trutzige Form erhielt chinesische Um-kleidung, und das Innere malte der alte Oeser jetzt mit chinesischen Landschaften und Figuren, so wieman sich damals Land und Leute des Reiches der Mitte dachte, gefällig aus.Im Jahre 1793 fiel die Stadtmauer, und während der letzten vierzehn Jahre ihres Lebens besaß dieHerzogin-Mutter auch in Weimar einen recht umfangreichen anmutigen Garten, der fast bis zum heu-tigen Karlsplatz hinreichte und der, wenn er erhalten geblieben wäre, den grünen Gürtel um das inne-re Weimar prachtvoll vervollständigen würde.Leider war das zuletzt hinzugezogene Stück nur von der Stadt gepachtet, und so fiel es nach AnnaAmalias Tode dem städtischen Bebauungsplan zum Opfer. Auch den inneren Rokokogarten hatschon Goethe verschwinden sehen.1818 wurde der chinesische Turm abgetragen und in Belvedere hinter der Orangerie wieder errich-tet.......Im Jahre 1825 brannte ....das Theater Goethes und Schillers. Gleichzeitig mit dem Neubau wurdegegenüber im Rokokogarten Anna Amalias das neue Kulissenhaus errichtet, so daß heute nur nochder kleine Vorgarten des Künstlerheims und die schmalen Gärten hinter den östlichen Häusern derWielandstrasse unbebauter Boden des Palaisgartens geblieben sind."