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Fallbeispiel recht2.0 Fallbeispiel recht2.0 Document Transcript

  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0       Fallstudie  –  Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Recht  2.0               Gruppe  RT20         Teilnehmer:     Sven  Zehl   svenzehl@web.de   760383                                                                  Michael  Waechter                  micwaechter@gmx.de          761003                                                                                          Rachid  Fidjel                                                                                                                759357       1   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    Inhaltsverzeichnis    1.  Fallbeispiel  ......................................................................  3  1.1  Allgemeine  Informationen  .........................................................  3  2.  Lösungsszenario  ..............................................................  4  2.1  Theoretischer  Rahmen:  ...............................................................  4  2.2  Grundkonzept  und  Tools  ............................................................  5  2.2  Change  Management  ....................................................................  5  3.  Erfolgsfaktoren   ................................................................  7  3.1  Akzeptanz  ..........................................................................................  7  3.2  Nachhaltigkeit  .................................................................................  8    4.  Fazit  ..............................................................................10    5.  Quellen..........................................................................10                               2   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    1.  Fallbeispiel  Max Lehmann registriert sich bei Facebook. 1.1  Allgemeine  Informationen  Mein Name ist Max Lehmann und ich habe mich, heute am 26. Januar 2012, zum ersten malbei Facebook registriert.Nachdem ich meinen Namen, mein Alter und meine E-Mail Adresse eingegeben habe, kamendie „3 Schritte“. In Schritt eins sollte ich meine Schule eingeben und das Abschlussjahr, inSchritt zwei meine Hochschule und in Schritt drei meinen derzeitigen Arbeitgeber. Eswunderte mich etwas, dass diese Angaben bei Facebook solche Priorität haben, jedoch ist mirbewusst das Facebook als interaktives College Jahrbuch erschaffen worden ist.Nachdem ich die drei Angaben getätigt habe wurde ich auf die Willkommen Seite geführt.Diese Seite informierte mich sofort, dass ich mit meiner E-Mail Adresse nach Freundensuchen kann. Jegliche bekannte E-Mail Anbieter stellen sich dort zur Verfügung und auchMessanger von Skype und ICQ bieten sich an mir Freunde zu finden. Mir stellte sich da dieFrage, können mich also auch jegliche Firmen finden, die durch Registrierungen oderNewsletter meine E-Mail Adresse haben, oder der Arbeitgeber bei dem ich mich bewerbe?Der nächste Schritt jedoch war, das ich auf die Neuigkeiten Seite weitergeleiten worden bin.Dort wurde ich direkt über Markierungsvorschläge informiert. Doch was sind Markierungenund wozu benötige ich sie?„Durch das Markieren von Personen, Seiten und Orten in deinen Beitragen erfahren anderemehr darüber, mit wem du unterwegs bist, was du denkst und wo du bist.“Als ich das gelesen habe, stellte ich mir schon wieder sofort eine Frage? Wer ist Jeder undwieso soll Jeder wissen was ich denke ?Nachdem ich die Markierung erst mal übersprungen habe kam ich endlich auf meineProfilseite. Dort wurde mir sofort wieder etwas empfohlen. Ich soll meine Erlebnisse teilen.Erlebnisse sind Angaben wie ich meine Zeit verbringe, welche Kurse ich besuche, welcheArbeitsprojekte ich habe und welche Aktivitäten ich nachgehe. Würde ich dies jetzt tätigenwäre dies für Jedermann sichtbar, denn die Grundeinstellung dafür ist Öffentlich. Eigentlichist bei Facebook in der Grundeinstellung so gut wie alles Öffentlich. Nur meine Religion undpolitische Richtung sind geschützt. Die dürfen „nur“ Freunde von Freunde in derGrundeinstellung sehen. Ich war darüber sehr erfreut.Als ich mich nun über die Sicherheits- und Privatsphäreneinstellungen informieren wollte,merkte ich, dass Facebook unterschiedliche Privatsphären besitzt. Ich habe bei Facebook einePrivatsphäre für mein Profil und meine Kontaktinformation, sowie eine Privatsphäre fürmeine Pinnwand. In meinem „real Life“ besitze ich noch nicht mal zwei Privatsphären dochdank Facebook besitze ich jetzt sogar drei.Doch nun merke ich langsam, dass mir das alles zu unübersichtlich wird und ich mir unsicherbin ob ich Facebook überhaupt nutzen möchte und nutzen kann. Aber wieso stelle ich mirdiese Frage überhaupt, mehrere Millionen Menschen und fast alle meiner Freunde nutzenFacebook. Ist ihnen ihre Privatsphäre egal, oder wissen sie wie man seine Daten bei Facebookbzw. im kompletten Internet schützt ?   3   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0     1.2  Ziele  und  Motive  der  Einführung  von  Web  2.0Facebook als Social Media Plattform ist wohl eins der idealsten Synonyme, wenn man Web2.0 beschreiben möchte. Gerade der Bereich der Social Media hat den Erfolg von Web 2.0geprägt und führte dazu, das Unternehmen, die Industrie, die Wissenschaft und die Politiksich heute mit dem Thema Web 2.0 beschäftigen.Doch umso mehr Web 2.0 sich in unsere Gesellschaft integriert, umso mehr geben wir vonunserem privaten Leben und unseren persönlichen Daten preis. Jede seriöse Firma und Seiteim Internet versichert uns, dass sie mit unseren Daten sorgfältig umgeht und sie nicht anDritte weitergegeben werden. Doch wer versichert mir das, bzw. woher weiß ich, dass dieFirmen die Daten sicher schützen.Erst letztes Jahr im April wurde die Firma Sony Opfer eines Hacker-Angriffs auf ihrPlayStation Network. Es wurden persönliche Daten aller PSN-Nutzer Weltweit gestohlen unddas Netzwerk wurde für eine längere Zeit ausgeschaltet. Unter den gestohlenen Datenbefanden sich die persönlichen Daten der Nutzer, die Passwörter für das Netzwerk undvereinzelt auch Kreditkarten Daten.Dieses Beispiel zeigt uns, das der Datenschutz ein Zentrales Thema bei der Benutzung vonWeb 2.0 ist. Viele Menschen kommen beruflich nicht mehr ohne Web 2.0 aus oder wollen esprivat nicht mehr missen. Doch wie kann ich als Einzel Person Web 2.0 in vollen Zügengenießen, mich in der interaktiven Welt frei entfalten und trotzdem meine Daten vormissbrauch schützen.Diese zentralen Fragen stellt sich auch Max Lehmann unser fiktiver neu Nutzer vonFacebook. Er möchte auch, wie viele Millionen Menschen auf der Welt Facebook und dasWeb 2.0 kennenlernen. Doch schon wenige Minuten nach der Registrierung ist er sichunsicher, ob er sich bei Facebook sicher frei entfalten kann oder es nur anonym benutzen darf.Nun versuchen wir für Max Lehmann Wege und Möglichkeiten zu finden, wie man sichDatengeschützt durch die Welt, des Web 2.0 bzw. Facebook, bewegt.2.  Lösungsszenario    2.1  Theoretischer  Rahmen:  Der theoretische Rahmen bei unserem Fallbeispiel liegt im Bereich vom Recht 2.0. DieEntwicklung von Web 2.0 ist in so viele Felder eingedrungen und hat die Entwicklung invielen Wissensgebieten verändert, dass sich auch das Recht „updaten“ muss. Die meistenDatenschutzgesetze können nicht ein zu eins für das Internet angewendet werden und dasVerarbeiten von persönlichen Daten und Verbreiten an Dritter ist in altenDatenschutzgesetzen nicht verankert. Gerade die Bereiche Social Media, Internetkauf undOnline Banking beschäftigen die Rechtsprechung. Und da das Internet global ist, muss eseinheitliche Gesetze für die Benutzung des Internets geben.   4   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    2.2  Grundkonzept  und  Tools  Das Grundkonzept unseres Fallbeispiels bezieht sich darauf, dass wir mit Max Lehmann einenfiktiven Charakter geschaffen haben. Mit diesem Charakter haben wir uns neu bei Facebookangemeldet und haben uns Schritt für Schritt informiert, was Facebook von uns wissenmöchte und was Facebook von unserem Wissen, ohne Veränderung der Einstellungen,preisgibt.Auf dieser Grundlage wollen wir das Problem des Datenschutzes im Internet behandeln undnach Lösungen und Wege suchen. Wir erhoffen uns Antworten zu bekommen, wie man Web2.0 sicher nutzen kann, ohne sich bei seiner freien Entfaltung im Internet einschränken zumüssen.Unsere Quellen werden Berichte, Zeitungsartikel und Wissenschaftliche Arbeiten aus demNetz sein. Denn wenn man über ein Web 2.0 Problem schreibt, wieso nicht auch Web 2.0 zurLösung benutzen.Als Tool zur Kommunikation benutzt unsere Gruppe das AW448 Wiki, Skype und E-Mails .Für die Gemeinschaftliche Ausarbeitung der schriftlichen Arbeit, benutzen wir Google Doc´s.  2.2  Change  Management  Nach reichlicher Recherche können wir Max Lehmann einige wichtige Informationen undTipps geben, wie er Facebook so nutzen und verändern kann, damit seine persönlichen Datenrelativ sicher geschützt werden. Jedoch ist auch dies trotz vieler Vorsichtsmaßnahmen nichtimmer gegeben.Bereits am Anfang nach der Registrierung war Max Lehmann ziemlich unsicher, ob erFreunde, mittels E-Mail Einladung finden sollte. Dies ist trotz einer Passwort Eingabe nichtmit großen Risiken behaftet, wäre da nicht ein Trick den Facebook anwendet. Denn Facebookspeichert Daten aus dem Adressbuch, selbst wenn die entsprechenden Personen nicht aufFacebook sind – halten also Daten von Nichtmitgliedern. Aus diesem Grund bekommen neuNutzer auch oft alte Bekannte vorgeschlagen. Bei Max Lehmann war dies jedoch nicht derFall, da er sich mit einer neuen „Fake“ E-Mail registrierte. Max sollte am besten also seineFreunde durch die Direkteingabe suchen oder selbst gefunden werden.Max Lehmann hatte ebenso am Anfang nach seiner Registrierung gut erkannt, dass diemeisten seiner Angaben, in seinem Profil, auf Öffentlich gestellt sind. Öffentlich ist dieGrundeinstellung bei Facebook und für fast jedes Themengebiet im Profil eingestellt. Würdenämlich Max zu seinen Aktivitäten Sport hinzufügen und irgendwann mal in seinerStatusmeldung angeben „Ich gehe zum Sport“ würde jeder der etwa 9 Millionen Sport Fansdas mitbekommen. Deshalb ist es für den Schutz der Privatsphäre und der persönlichen Datenwichtig, alle Einstellungen Benutzerdefiniert einzustellen.Kommen wir zum Thema Freunde. Viele Nutzer bei Facebook registrieren sich dort, um mitaktuellen Freunden zu kommunizieren, alte Schul- oder Arbeitsfreunde zu finden oder neuezukünftige Freunde einzuladen. Seit einiger Zeit bietet Facebook die Möglichkeit seineFreunde in Kategorien zu ordnen. Wenn Max Lehmann sich in Facebook ausleben möchte,dann sollte er diese Funktion war nehmen. Denn will man selbst, dass der eigene Chef oderdeine Mutti die Bilder von der letzten Party sehen? Durch das Kategorisieren von Freunden   5   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    kann man nämlich auch Markierungen und Alben für bestimmte Kategorien an Freundenfreigeben.Eine der wohl bekanntesten und beliebtesten Funktionen ist das Teilen bei Facebook. MaxLehmann sieht im Internet einen Interessanten Bericht, ein lustiges Foto oder ein Video seinerLieblingsband und möchte das mit seinen Freunden teilen. Da stellt sich jedoch leider dieFrage, wie gefährlich ist das Teilen und welche Haftungsrisiken gibt es? Das LG Berlin hatam 15.03.2008 beschlossen, dass der teilende Nutzer als „Herr des Angebots“ der eigenenFacebook Seite angesehen wird und insoweit für selbst eingestellte Inhalte unmittelbarverantwortlich gemacht werden kann. Denn es könnte eine Verletzung des Exklusivrechts desUrhebers auf öffentliche Zugänglichmachung gemäß § 19a UrhG vorliegen. Deshalb kannman Max am besten nur Raten, dass er wenn er Sachen auf Facebook postet, entweder nurden direkten Link ohne die Miniaturansicht von Facebook angibt oder nur Sachen postet, vonSeiten, die einen Sharing-Button haben. Dieser Sharing-Button bedeutet nämlich gleichzeitig,dass der Urheber der Webseite damit einverstanden ist, dass der Inhalt geteilt werden darf.Ebenfalls eine zur Zeit sehr heiß diskutierte Angelegenheit bei Facebook, ist der „LikeButton“. Max Lehmann ist zum Beispiel Fan der Uhrenmarke Rolex und möchte dies seinenFreunden zeigen und Informationen und News von Rolex erhalten. Also geht Max auf die FanSeite von Rolex und betätigt den „Gefällt mir“ Button (deutsche Variante). Doch was Maxmit diesem einen Klick anrichtet ist ihm und vielen anderen Nutzern nicht bewusst. Denndurch eine ausgeklügelte Cookie- und Tracking- Technik werden mehr Informationengesammelt, als dem Nutzer lieb ist. Die Firmen können nämlich die Kontakte des Nutzers(„Social Graph“) erreichen und somit neue Leser/Kunden gewinnen. Doch wie sieht es hiermit der Datenschutzrechtlichen Zulässigkeit aus. Tatsache ist, es werden ohne dieZustimmung der Besucher einer Seite Daten an Facebook und Dritte gesendet und dies istnach § 4a BDSG nur mit Einwilligung zulässig. Dies zu Begründen, dass man bei derAnmeldung die Datenschutzerklärung von Facebook genehmigt hat, ist nicht ausreichend.Denn die Private Policy von Facebook die Datenweitergabe nicht hinreichend konkret unddetailliert ausführt. Facebook versucht als Rechtsgrundlage, für diese Methode, den § 15 Abs.1 TMG anzuwenden.Dort steht “Der Dienstanbieter darf personenbezogene Daten eines Nutzers nur erheben undverwenden, soweit dies erforderlich ist, um die Inanspruchnahme von Telemedien zuermöglichen und abzurechnen (Nutzungsdaten)“.Jedoch darf bezweifelt werden, ob die Auslegung des § 15 Abs. 1 TMG nicht zu weit geht. Erkann bestimmt für die Nutzer gelten, die den Button klicken, jedoch nicht für die Nutzer, dieden Button nicht Nutzen. Somit müsste gemäß § 13 TMG, über die gesamten Umständehingewiesen werden und eine Datenschutzerklärung in verständlicher Form dargestellt sein.Jedoch verbreitet es sich zurzeit immer mehr das die „Fan-Seiten“ einen Datenschutzhinweisintegriere, der leider jedoch den Erfordernissen einer Zustimmung nicht genügt. Deshalb wäreeine vernünftige Aufklärung seitens Facebook wünschenswert.Stellen wir uns vor, Max Lehmann ist als Beruf Rechtsanwalt und möchte nebenbei mitseinem Facebook-Profil für sich und seine Kanzlei werben. Dies ist ohne ein zuzüglichesImpressum seit 2011 nicht mehr erlaubt. Denn das Landesgericht Aschaffenburg hat mit demUrteil vom 19.08.2011 entschieden, dass im Falle einer (auch) geschäftlichen Nutzung einesFacebook-Profils eine Impressumspflicht im Sinne von § 5 TMG besteht. Das LandgerichtAschaffenburg fand sogar, dass ein Impressum nicht unter der Bezeichnung „Info“ erwartet   6   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    werden darf und würde dann sogar schon gegen § 5 TMG verstoßen. Dies bezweifeln wirjedoch stark an, denn was soll sonst in einer Info stehen?Wie man sieht muss Max Lehmann viel beachten wenn er Facebook mit seinen echtenpersönlichen Daten nutzen möchte. Man selbst als Nutzer kann sich schützen und Datensichern, jedoch nur im begrenzten Maße. Facebook muss seinen Nutzern mehr Möglichkeitenzum Datenschutz bieten, damit wir uns alle als Individuum frei bei Facebook entfaltenkönnen.3.  Erfolgsfaktoren      3.1  Akzeptanz  Was muss also gegeben sein, damit Max Lehman als Facebook Nutzer, mit seinenpersönlichen Daten geschützt ist. Ein erster guter Schritt in die richtige Richtung hat am21.12.2011 eine irische Behörde geleistet. Eine irische Datenkommission veröffentlichtenämlich einen 149 seitigen Untersuchungsbericht von Facebook Irland.Bevor wir jedoch da genauer eingehen, sollten wir die Vorgeschichte erklären. DennAngefangen hat alles mit einer Anzeige eines Wiener Jura Studenten namens Max Schrems.Er forderte mehr Transparenz und die Möglichkeit Fotos oder Texte unwiederbringlich vonFacebook zu löschen. Denn dies ist bis heute nicht möglich! Also forderte er Facebook auf,dass sie ihm seine kompletten Daten zur Einsicht schicken. Nach einem langen Hin- und Herbekam Max Schrems aus den USA eine CD Rom mit einer PDF File die 124 A4 Seitenbeinhaltete. Auf diesen Seiten waren die Login-Daten, Browser Infos, Ortsangaben, StatusPosts, Chat-Protokolle und Mails aufgelistet.Nachdem dies bekannt wurde, hatte ebenfalls die Initiative Europe vs. Facebook die Nutzer inEuropa informiert, das Facebook nach EU-Recht verpflichtet ist, jedem Nutzer binnen 40Tage Auskunft über die gespeicherten Daten zu geben. Dies führte dazu das Facebook mitetwa 40. 000 Anfragen in 2 Wochen bombardiert worden ist. Denn es gibt versteckt imFacebook-System einen Antrag, denn man dafür ausfüllen muss und dann abschicken kann.Nach dieser extremen Anfragen Flut, hat Facebook diese Funktion für Deutschland jedochgelöscht. Es gibt seit Dezember 2011 die Möglichkeit sich seine Daten einfach zudownloaden. Max Schrems hat dies jedoch mit seinen zugeschickten Daten verglichen undfestgestellt das die neue Funktion nur ein Bruchteil der echten Daten herausgibt.Aber kommen wir wieder auf den Untersuchungsbericht aus Irland. Denn das Verfahren, dasMax Schrems in Gang gebracht hatte, ist für Irland eine delikate Angelegenheit. Zum einenbetont der Bericht die Bedeutung des Standortfaktors Irland als Hauptquartier für dieweltweiten Geschäfte von Facebook. Zum anderen sahen sich die Beamten gezwungen, denrund 600 Datenschutzbeschwerden nachzugehen, die in der Behörde eingegangen waren.Die dem Bericht zugrundeliegenden Vor-Ort-Untersuchungen in den Geschäftsräumen vonFacebook hat an 6 Tagen im Oktober, November und Dezember stattgefunden. Es wurdebetont, dass Facebook uneingeschränkt mit der Behörde kooperiert hat.   7   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    Der Bericht befasst sich detailliert mit Datenschutz-relevanten Fragen der Facebook-Seiten.So wird zum Beispiel explizit darauf hingewiesen, dass die Voreinstellungen für „Third-Party-Apps“ ab Werk so programmiert sind, dass sie nahezu das vollständige Profil einesNutzers für externe Anbieter freigeben. Dies bedeutet, dass Informationen wie Geburtstag,Familienstand, Status-Updates, besuchte Links, Fotos, Videos usw. an Dritte automatischweitergereicht wird. Dies gilt auch für die „Instant Personalization“. Die bewirkt, dass wennFacebook Nutzer eingeloggt sind, gewisse Daten an Facebook-Partnerseiten weitergegebenwerden, ohne dass dies der Nutzer mitbekommt. Auch diese Funktion ist bei denGrundeinstellungen freigeschaltet und muss vom Nutzer deaktiviert werden.Nachdem die irische Behörde dies alles herausgefunden hat, haben sie im Bericht sogenannte„Recommendations“ (Empfehlungen) aufgelistet. Diese Empfehlungen betreffen nicht denNutzer von Facebook, sondern Facebook selbst. Sie fordern eine verständlichereDatenschutzerklärung, eine prominentere Platzierung der Datenschutzinformationen undverbesserte Auswahlmöglichkeiten für den Nutzer anhand dieser Informationen.In Bezug auf die Weitergabe von Daten an Werbetreibende empfiehlt die Behörde folgendeVerbesserungen. Facebook sollte mehr Transparenz bieten im Umgang mit Nutzer-Targetingdurch Werbetreibende, Social Ads-Einstellungen zusammen mit Privacy Einstellungenauflisten, keine Weitergabe von Fotos und anderen Daten an Drittanbieter ohne ausdrücklicheZustimmung sowie keine zeitliche unbegrenzte Speicherung von geklickten Werbeanzeigen.Was das Löschen von Nutzerkonten betrifft, so empfiehlt die irische Behörde Facebooknachdrücklich, dass es für den User möglich sein muss, sein Konto und seine Datenunmissverständlich und vollständig löschen lassen zu können. Und dies etwa bei einer Fristvon 40 Tagen.Die Initiative Europe vs Facebook und der Untersuchungsbericht der irischen Behörde mit allihren Empfehlungen sind der Weg in eine richtige Richtung und zeigen, dass sich dieBehörden, aber auch die Nutzer nicht alles gefallen lassen und zur Not den Kampf gegenFacebook annehmen.  3.2  Nachhaltigkeit  Aber was ist für die Nachhaltigkeit, von Initiativen wie Europe vs Facebook oder demUntersuchungsbericht der irischen Behörde, notwendig. Eine Möglichkeit könnte ein neuerTrend sein, der Facebook Fatique heißt. Denn immer mehr junge Menschen treten ausFacebook aus und benutzen andere Social Media Werkzeuge wie Twitter und Co. Facebookgenießt seit Jahren einen zweifelhaften Rum in der ganzen Welt trotz Methoden wie„Wachstum um jeden Preis“. Doch diese Wachstumsphase ist beendet und bestätigt nur denneuen Trend Facebook Faticque (http://www.socialbakers.com/facebook-statistics/#chart-intervals). Interessant ist, dass gerade aus den englischsprachigen Ländern USA undGroßbritannien die Nutzerzahlen sinken. Dies zeigt, die stärkste Macht, um jemandenMittzuteilen das man den Weg nicht mitgeht, ist es, ihn zu ignorieren und sich von ihm zudistanzieren.Und es scheint so, als wenn u.a. dieser Weg dazu führt das Facebook und sein Gründer MarkZuckerberg einsichtiger werden. Denn nach einem jahrelangen Tauziehen hat sich dasNetzwerk jetzt gegenüber der FTC in Washington dazu bereit erklärt, den Datenschutz seinerNutzer ernster zu nehmen. Zuckerberg schrieb in einem Blogpost, man hötte „bunch of   8   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    mistakes“ gemacht und führt Versäumnisse in der Vergangenheit auf „poor execution“zurück.Doch nicht nur die Nutzer setzen sich gegen Facebook zur Wehr sondern auch die Politikersehen nicht Tatenlos zu, dass Nutzer im Internet bei Facebook ihre persönlichen Datenfreigeben. Vivian Reding, EU-Kommissarin, ist zuständig für einen neuen EU-Datenschutzentwurf.Es soll einheitlich für die Mitgliedstatten gelten und die dort lebenden Bürger schützen. InDeutschland wird der Datenschutz zur Zeit umgesetzt im BDSG, TKG und TMG. DerEntwurf sagt, dass jede Verarbeitung persönlicher Daten im Tätigkeiskontext des Betriebseines Halters oder Verarbeiters in der Union muss in Übereinstimmung mit dieserVerordnung durchgeführt werden, unabhängig davon, ob die Verarbeitung selbst innerhalbder Union stattfindet oder nicht.Der Entwurf definiert verschiedene Kriterien, wann das EU-Datenschutzrecht Anwendungfindet. Dies ist zum Beispiel, wenn der Datenverarbeiter die Verarbeitung von Dateneuropäischer Betroffener in Betracht ziehen würde. Ebenso soll es große Veränderungen imBereich der außereuropäischen Verarbeitung von Daten geben. Die Artikel 37-42 befassensich detailliert mit den Umständen, unter denen eine Verarbeitung möglich sein soll.Außerdem befasst sich der Entwurf auch genau mit dem Begriff der Einwilligung, der geradein Bezug auf Facebook, wichtig ist. In Artikel 7 Nr. 4 steht „Die Einwilligung darf nicht alsrechtliche Grundlage für die Verarbeitung angenommen werden, sofern ein signifikantesUngleichgewicht in Form einer Abhängigkeit zwischen Betroffenen und Verarbeiter besteht“und Artikel 9 Nr. 2 sagt, dass für eine anforderungsgemäße Einwilligung Anforderungen ineiner verständlichen und klaren einfachen Sprache verfasst sein müssen.Max Schrems hält die Vorlage der EU-Kommission für „Spannend“, hat aber selbst keineIllusion, dass es sich bei dem Schreiben nur um einen Entwurf handelt und es ein langer Wegsei, bis dieser Durchgesetzt wird. Er meint das Hauptproblem sei, dass sich die Politiker zuwenig mit dem Thema auskennen. Er vergleicht die Situation, mit der Umweltbewegung, der60er Jahre. Damals sei es undenkbar gewesen, das jemand zur Rechenschaft gezogen wird,weil er Chemie, in den Bach kippt. Heute sei dies mit der falschen Behandlung vonpersonenbezogenen Daten der Fall.Um Max Lehmann jedoch einen effektiven Nachhaltigen Schutz, bei der Benutzung vonFacebook zu geben. Haben wir für ihn einige Sicherheitsmaßnahmen herausgefunden. Dererste Vorschlag ist es, dass man die Unsichbarkeit des Profils für die Facebook- und Google-Suche aktiviert. So können z.B. zukünftige Arbeitgeber Max Lehmann als potenziellenBewerber nicht ausspionieren. Dies ist bei den Einstellungen für die Privatsphäre möglich.Ebenfalls sollte Max Lehmann auch darauf achten, wenn er Freundschaftsanfragen erhält, obes auch echte Freunde oder Bekannte sind. Denn nicht immer ist ein potentieller Freund andeiner Person interessiert. Max kann außerdem auch seine Freundschaftsliste auf Privatstellen, so dass nicht jedermann seine Freundschaften durchklicken kann. Vor allem abersollte Max sich vor der Nutzung von Apps, die von Dritten entwickelt worden sind,distanzieren. Oft sammeln diese Anwendungen nur User-IDs für Anzeigekunden oderAdressensammler. Als letzten Tipp kann man Max noch sagen, dass er Dialoge mit Freundennicht öffentlich auf der Pinnwand halten sollte, da dies von allen Kontakten die beidebesitzen, lesen können. Deshalb sollte man entweder die Chat-Funktion oder „Eine Nachrichtsenden“ benutzen.   9   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie    
  •   Web  2.0  und  die  Gesellschaft     Fallstudie  Recht  2.0    4.  Fazit  Nachdem wir uns nun mit dem Thema Datenschutz und Facebook beschäftigt haben, sindeinige von uns sehr erschrocken gewesen, was man bei Facebook preisgibt und wie damitumgegangen wird. Die schöne Fassade Facebook, ein Ort wo du mit Freundenkommunizieren kannst, dich individuell entfalten kannst und kleine lustige und sehr guteApps nutzen kannst, ist bei uns sehr stark am bröckeln. In Wirklichkeit interessiert sichnämlich Facebook nicht für dich als Person, sondern nur für dich als Daten. Deine Datenmachen Profit. Aber da wir und viele Millionen Nutzer trotzdem jeden Tag Spaß an Facebookhaben, sollte man den Kopf nicht in den Sand stecken und sich von Facebook unbedingtverabschieden. Es gibt nämlich verschiedene Möglichkeiten Facebook zu nutzen ohne all zugroße Risiken einzugehen. Hat man sich mit seinen echten Daten angemeldet sollte mansicher gehen, dass alle Einstellungen auf Privat oder Freunde gestellt sind. Oder man legt beiFacebook ein sogenanntes „Fake“- Profil an. Facebook sucht zwar permanent nach solchenProfilen, jedoch scheinbar ohne viel Erfolg. Denn in unserer Gruppe besitzen 2 Mitgliederebenfalls so ein Profil und Max Lehmann ist es ja auch.Abschließend kann man noch jedem raten. Überprüfe regelmäßig die Möglichkeiten, dieFacebook bietet, um ihre persönlichen Daten zu schützen. Denn die Neuerungen undEinstellungen bei Facebook ändern sich permanent. Die neue große Änderung ist im kommen,die Timeline. (...)5.  Quellen  http://www.rechtzweinull.de/index.php?/archives/173-Facebook-Datenschutz-Erste-Abmahnungen-wegen-Einbindung-des-Facebook-Like-Buttons.htmlhttp://dejure.org/gesetze/TMG/15.htmlhttp://www.rechtzweinull.de/index.php?/archives/190-Gefaehrliches-Teilen-Haftungsrisiken-beim-Sharing-ueber-Facebook,-Google-Plus-Co-Teil-2-Persoenlichkeitsrecht-Wettbewerbsrecht.htmlhttp://www.datenschutzbeauftragter-online.de/datenschutz-facebook-like-button-was-webseiten-betreiber-beachten-muessen/http://gutjahr.biz/blog/2011/09/facebook-so-holst-du-dir-deine-daten/http://www.internet-law.de/labels/facebookhttp://gutjahr.biz/blog/2011/12/leben-nach-facebook-2/http://www.heise.de/ct/artikel/EU-Datenschutzverordnung-Gegen-den-unkontrollierten-Datenstrom-1391778.htmlhttp://www.e-recht24.de/artikel/datenschutz/6449-facebook-datenschutz-so-sichern-sie-ihre-daten.htmlwww.facebook.de   10   Recht  2.0  -­‐  Fallstudie