Politische Kommunikation 2.0 David Röthler politik.netzkompetenz.at blog.netzkompetenz.at Stand: 05.06.09
Bertolt Brecht 1927/1932
ein Vorschlag zur Umfunktionierung des Rundfunks: „Der Rundfunk ist aus einem Distributionsapparat in einen Kommunikationsapparat zu verwandeln.
Bertolt Brecht 1927/1932
„ Der Rundfunk wäre der denkbar großartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur zu hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen. Der Hörfunk könne den Austausch, Gespräche, Debatten und Dispute ermöglichen.“
Spiegel Special, Juli 2007
Background: Web 2.0
Web 2.0
Technische Aspekte
Browserbasiert, Ajax, RSS …
Soziale Aspekte (-> Social Software )
Kommunikation & Dialog statt Information
Vernetzung
Mehrwert entsteht durch die Partizipation der NutzerInnen -> User generated content
Beispiele
www.flickr.com
www.youtube.com
www.del.icio.us
www.netvibes.com
www.xing.com
www.facebook.com
Web-Campaigning
Informieren
Involvieren
Newsletter, SMS, Anwerbung Freiwilliger
Verbinden
Links, RSS-Feeds einbinden
Mobilisieren
Widgets anbieten, Videos einbetten, RSS
Web Campaigning Kirsten A. Foot and Stephen M. Schneider MIT Press, 2006
Weblogs
Tagebuch
Flaschenpost
Gesprächsrunde
Vernetzung
Was sind Weblogs?
Wort ist eine Mischung aus WEB und LOG Logbuch, Tagebuch
AutorIn: BloggerIn
Gesamtheit der Weblogs: Blogosphäre
chronologisch geordnete Sammlung von Beiträgen (Text, Bild, Audio, Video)
Werden meist von Einzelpersonen erstellt
Technisch einfache Bedienung
Weblogs entsprechen der ursprünglichen Intention des Internet: viele Menschen zu AkteurInnen zu machen.
Keine besonderen technischen Kenntnisse notwendig
Einfachere Bedienung als Content Mangement Systeme (CMS)
Interaktivität von Weblogs
Hochgradige Vernetzung
Diskussion kann auf einem Weblog begonnen und auf einem anderen fortgesetzt werden
Kommentarfunktion
Ziele des Führens eines Weblogs
Aufmerksamkeit
Reputation durch Authentizität
Soziales Kapital durch Vernetzung
Effektivität
Durch Vernetzung gute Auffindbarkeit durch Suchmaschinen
Erstaunlich rasche Reaktionen von anderen
Denkbar einfache Möglichkeiten der Publikation z.B. auch über E-mail, Mobiltelefon…
Wie komme ich zu einem Weblog
Einrichtung bei einem oft kostenlosen Weblog-Dienst: z.B. blogger.com, twoday.net
Installation einer Weblog-Software auf dem eigenen Webspace oder Server: z.B. WordPress, Drupal
www.twoday.net
www.wordpress.com
Auf Server installieren
Warum sollten PolitikerInnen bloggen?
Um näher an die WählerInnen heranzukommen -> Interaktion
Permanente, offene, persönlichere Debatte
Ideen testen, neue Ideen bekommen, Ideen verbreiten
Ein jüngeres Publikum erreichen
Lokale bis internationale Netzwerke aufbauen
Bekanntheitsgrad steigern ohne auf traditionelle Medien angewiesen zu sein
Microblogging
http://twitter.com
http://jaiku.com
RSS
Bedeutung:
R ich S ite S ummary
R eally S imple S yndication „Syndication“ bedeutet in diesem Zusammenhang: Verkauf, Vertrieb, Übernahme von Content an/durch andere Medienanbieter
Synonym: Newsfeed, RSS-Feed
Feedreader, Aggregatoren
Online
http://reader.google.com
http://www.bloglines.com/
Offline
http://www.awasu.com/
http://www.sharpreader.net/
Soziale Netzwerke
Social Networks und politische Information
„ Empfehlungen durch die User in sozialen Netzwerken treten an die Stelle der Filterung und Sortierung durch Journalisten in den klassischen Medien. Eine Person gibt einen Link an die nächste weiter, und entsprechend dem Prinzip der six degrees of separation erreicht eine Nachricht ihre Adressaten = the people formerly known as the audience .“
„ Immer weniger bestimmen professionelle Medienschaffende, welche News wir als wichtig empfinden. News werden sozial. Empfehlungen anderer Leute — Freunde, Arbeitskollegen, Geschäftspartner, Gleichgesinnte — werden wichtiger als das, was Redaktionen als berichtenswert empfinden .“ schreibt Andreas Göldi in seinem Weblog www.medienkonvergenz.com
Virales Marketing
Virales Marketing
Virales Marketing (auch Viral-Marketing oder manchmal Virus-Marketing, kurz VM) ist eine Marketingform, die existierende soziale Netzwerke ausnutzt, um Aufmerksamkeit auf Marken, Produkte oder Kampagnen zu lenken, indem Nachrichten sich epidemisch, wie ein Virus ausbreiten
http://www.sagbar.at/
http://ebreichsdorf.e-generation.at
http://www.entscheidend-bist-du.at
http://www.jugend2help.gv.at
Partizipative Internetprojekte
http://wien.gruene.at/radfalle
http://kinder.info.at
http://www.criticalmass.at/
http://www.meinparlament.at/
http://linz.mybikelane.com/
http://www.hamburg-domplatz.de
Online-Video
Video-Quellen
Webcam
Webcam
Digicam
Mobiltelefon
VLC media player http://www.videolan.org/vlc/
Veröffentlichung
www.youtube.com
www.vimeo.com
www.dailymotion.com
Streaming-Dienste
Kyte.tv
Mogulus.com
www.qik.com
www.seesmic.com
Miro/Open Democracy Player
www.liveleak.com „ All diese Dinge geschehen, das ist das echte Leben, und wir werden es zeigen.“ Genutzt wird das Portal auch von Soldaten in Krisengebieten, die so die Zensur des Militärs umgehen. Der Mitgründer Hayden Hewitt sagte dazu „Das lehrt unsere Generation und die jüngeren Generationen, dass der Krieg real ist“. Der ehemalige britische Premierminister Tony Blair nannte LiveLeak als Beispiel für ein Gegengewicht zu den Massenmedien im Internetzeitalter.
Mobilität
Hyperlokalität
Myheimat.de
Geotagging
http://twittervision.com/
Krone.at, Blogverzeichnis
QR-Tags
Gesellschaftspolitische Dimension
Pressefreiheit ist nicht mehr auf diejenigen beschränkt, denen die Medien gehören -> „Citizen Journalism“
Ende des „Gatekeeper“-Zeitalters
Ist Bertold Brechts Vision der „Radiotheorie“ in Erfüllung gegangen?
Politische Relevanz
Hoffnung auf Wiederaneignung des politischen Prozesses durch die BürgerInnen auf Basis der neuen Technologien
Utopie der Emanzipation des Menschen
These
Da politische Willensbildungsprozesse von Medien in großem Ausmaß mitbestimmt werden, ist die Partizipation von BürgerInnen an der Medienproduktion eine (nicht die einzige!) Voraussetzung für politische Partizipation.
Hürden
Digital Divide
Mangelnde Medienkompetenz (Bildung)
Überwachung (Vorratsdatenspeicherung…)
Neue Bottom-up-Beteiligungskultur oder bloß der nächste Techno-Hype der Web-Avantgarde?
These I
Die Mobilisierungsthese : Demnach hilft das Internet, die Distanz zwischen Regierenden und Regierten geringer werden zu lassen. Das Netz sorgt dafür, dass sich mehr BürgerInnen am politischen Prozess beteiligen als zuvor.
These II
Die Reinforcementthese (Verstärkung): Die politische Beteiligung nimmt demnach nicht zu. Vielmehr benutzen diejenigen, die sowieso am politischen Prozess beteiligt sind, auch das Internet. Die Partizipation weniger wird also gefestigt, während die Mehrheit weiter nicht am politischen Prozess aktiv teilnimmt.
Demokratisierung durch Web 2.0?
Wo fällt die Entscheidung?
Aber:
Agenda Setting
Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten
Neue Kommunikationskanäle
Impulse für Partizipation
Offene Veranstaltungsformate
Open Source, Open Content/Creative Commons
Peer to peer Kredite
Open Money (Tiroler Stunde)
Werbung, Marketing („Crowdsourcing“)
Persönliche Links zum Thema
http://del.icio.us/davidro/partizipation
http://del.icio.us/davidro/citizenjournalism
http://del.icio.us/davidro/politik
Thesen: Politische Partizipation und Aktivismus 2.0?
Für die politische Kommunikation zivilgesellschaftlicher AkteurInnen birgt das Web 2.0 großes Potenzial.
Grassroots-Initiativen können ihren Wirkungsgrad durch die virtuelle Vernetzung mit anderen AkteurInnen erhöhen.
Demokratisierung durch Web 2.0?
Wo fällt die Entscheidung?
Aber:
Agenda Setting
Empowerment von Engagierten, die sich sonst kein Gehör verschaffen könnten
Neue Kommunikationskanäle
Exkurs: Andere Aspekte politischer Beteiligung
Dramatische politische Ereignisse
Betroffenheit
Sozialisation, Bildung (political literacy)
Partizipation als Luxus
Kann man etwas ändern? Wie hoch ist die Investition dafür? -> Niedrige Investitionskosten durch neue Medien
Mag. David Röthler A-5020 Salzburg, Austria Tel +43-662-650986 Mobile +43- 664 2139427 Skype: d.roethler [email_address] politik.netzkompetenz.at blog.netzkompetenz.at http://del.icio.us/davidro
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