136 pdfsam unlock-buchauszug

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136 pdfsam unlock-buchauszug

  1. 1. 7. Typische Schäden Abb. 7-20: Nuten des äußeren Kupplungskorbs Abb. 7-21: Abdrücke der Reibscheiben in den Nuten des äußeren Kupplungskorbs Getriebeausgangswelle bemerkt, welches 7.3 GETRIEBE deutliches Spiel aufwies. Inwieweit das defekte Lager die Pittingbildung begüns- Am Getriebe und dem Schaltmechanis- tigt hat, ist derzeit nicht zu bewerten. mus können Schäden durch Verschleiß und durch Fehlbedienung auftreten. 7.3.1.2 SCHALTKLAUEN Die abgenutzten Schaltklauen des Zahn- 7.3.1 ZAHNRÄDER rades des vierten Ganges (Abb. 7-26) und die ebenso abgenutzten Kanten der Nu- Bei den Zahnrädern treten Schäden an ten im Zahnrad des ersten Ganges mach- den Zahnflanken auf, auf deren Entste- ten sich durch laute Rattergeräusche im hen man außer mit der Ölqualität keinen ersten Gang bemerkbar, so dass der ers- Einfluss nehmen kann, wobei abgenutz- te Gang nicht mehr benutzbar war. Die te Schaltklauen darauf zurückzuführen Flächen, auf der die Schaltnocken noch sind, dass zu schnell und bei nicht voll- tragen, sind stark verkleinert, so das ein ständig getrennter Kupplung geschaltet solcher Schaden schnell fortschreiten wurde. wird. Getrieberäder, an deren Schaltklau- en bzw. deren Gegenstück, den Nuten, 7.3.1.1 ZAHNFLANKEN bereits ein Verschleiß sichtbar ist, sollten nicht mehr verwendet werden, da auch Die Abbildungen 7-23 und 7-24 zeigen die Schaltgabeln in Mitleidenschaft gezo- Zahnflanken aus einem Getriebe mit gen werden. einer Laufleistung von ca. 260.000 bis 270.000 km mit starker Pittingbildung Da die Schaltklauen aus den Nuten he- an den Zahnflanken. Die Pittingbildung rausrutschen – sozusagen überspringen wurde beim Wechsel des Kugellagers der – wirkt beim „überspringen“ eine Kraft134
  2. 2. 7. Typische SchädenAbb. 7-22: Abdrücke der Reibscheiben in den Nuten des äußeren Kupplungskorbs (Detailvergrößerung)Abb. 7-23: Pittingbildung an den Zahnflanken Abb. 7-24: Pittingbildung an den ZahnflankenAbb. 7-25: Zahnrad des ersten Ganges Abb. 7-26: Zahnrad des vierten Ganges auf der Getriebeausgangswelle auf der Getriebeausgangswelle 135
  3. 3. 7. Typische Schäden Abb. 7-27: Zahnrad des vierten Ganges Abb. 7-28: Zahnrad des vierten Ganges auf der Getriebeausgangswelle auf der Getriebeausgangswelle auf die Schaltgabeln, die die Getrieberä- Die Kraft, die durch das „Überspringen“ der auf den Getriebewellen hin- und her- der Schaltklauen verursacht wird, hat an schieben. den Schaltgabeln und in den umlaufen- den Nuten einen Abrieb verursacht, der im Detail auf der Abbildung 7-28 gezeigt 7.3.1.3 NUTEN DER wird. SCHALTGABELN Die Getrieberäder werden von den 7.3.2 SCHALTGABELN Schaltgabeln zum Schalten der einzel- nen Gänge in axialer Richtung auf den Ein ähnlicher Materialabrieb wie an Getriebewellen verschoben. Sie haben den umlaufenden Nuten entsteht auch umlaufende Nuten, in die die Schaltga- an den Enden der Schaltgabeln, die in beln eingreifen. Abbildung 7-27 zeigt das die umlaufenden Nuten eingreifen. Die Zahnrad des vierten Ganges auf der Ge- Folge ist, dass das Ende der Schaltgabel triebeausgangswelle, dessen Schaltklau- schmaler wird, während sich die umlau- en auf der Abbildung 7-26 zu sehen sind. fenden Nuten verbreitern. Abb. 7-29: Schaltgabeln Abb. 7-30: Schaltgabel zum Schalten des ersten Ganges mit Materialabrieb an den Enden136
  4. 4. 7. Typische Schäden Abb. 7-31: Ölfilter mit eingerissenem Filtersieb.Die Schaltklauen werden dadurch nichtmehr weit genug in die entsprechen- 7.4 ÖLKREISLAUFden Nuten des Gegenrades geschoben,so dass die Fläche, die zur Kraftübertra-gung zur Verfügung steht, kleiner wirdund damit ein Abrunden der Kanten der 7.4.1 ÖLFILTERSchaltklauen einhergeht, wie auf der Ab- Das Filtersieb des originalen Ölfilters,bildung 7-26 in fortgeschrittenem Stadi- das sich an der tiefsten Stelle des Mo-um zu sehen. torgehäuses unterhalb der KurbelwelleEin Aussehen der Schaltgabel zum Schal- befindet, neigt bereits nach kurzer Nut-ten des ersten Ganges, wie auf den Ab- zungsdauer zum Einreißen, wie diesesbildungen 7-29 und 7-30 dokumentiert auf der Abbildung 7-31 zu sehen ist. Esist die weitere Folge. Schaltgabeln, die besteht die Möglichkeit, solche Ölfilteran den Enden einen beginnenden Ver- zu reparieren und durch das Anbringenschleiß aufweisen, sollten auf keinen eines Prallblechs zu verhindern, dassFall mehr verwendet werden, obwohl da- das Filtermaterial wieder reißt. Zu emp-mit zunächst ein einwandfreies Schalten fehlen ist eine solche Reparatur jedochmöglich sein wird. Weil aber die Schalt- trotzdem nicht, da das Filtermaterial zuklauen nicht mehr richtig tragen können, grobmaschig ist, um feine Metallparti-da diese nicht mehr weit genug in die kel, die insbesondere beim Abwälzen derNuten des Gegenrades hineinragen, so Zähne der Getrieberäder entstehen, sodass eine ausreichend große Fläche zur wirksam auszufiltern, dass diese der Öl-Kraftübertragung zur Verfügung steht, pumpe nicht mehr schaden können.wird es vorzeitig zu dem hier dokumen-tierten Schadenbild kommen. 137
  5. 5. 7. Typische Schäden Es werden innenliegende Papierfilter Nachteil, dass bei mangelnder Wartung angeboten, deren Filterpatronen ausge- durch einen verstopften Filter ein Ölmangel tauscht werden können. Nachteil hierbei eintreten kann, der zu einem Motorschaden ist, dass zum Filterwechsel die Sumpffil- führen wird. terplatte abgebaut werden muss. Dann gibt es einen Umbau auf eine außenlie- gende Filterpatrone, wie diese bei Pkw- 7.4.2 ÖLPUMPE Motoren üblich ist. Hierbei wird jedoch Auf der Abbildung 7-32 ist ein stark ver- die Bodenfreiheit eingeschränkt. schlissener äußerer Rotor zu sehen. Die Der Nachteil eines Papierfilters anstelle Ölpumpe verschleißt durch Metallabrieb, des originalen Siebfilters ist dessen Ein- der vom Ölfilter nicht ausgefiltert wird. bauort auf der Saugseite der Ölpumpe. Mit zunehmendem Verschleiß fördert Ein Papierfilter wird üblicherweise auf die Ölpumpe immer weniger Öl, was der Druckseite der Ölpumpe eingebaut, wieder erhöhten Verschleiß an anderen da dieser, sofern er verstopft, einreißt, Bauteilen des Motors und des Getriebes so dass die Ölversorgung des Motors mit noch mehr Abrieb zur Folge hat. – wenn auch ungefiltert – immer noch Auf den Abbildungen 7-34 und 7-35 sieht erfolgt. Verstopft das Papierfilter auf der man einen äußeren Rotor mit einem Saugseite der Pumpe, kann die Pumpe Riss, der von einem nicht ausgefilterten kein Öl mehr ansaugen und ein Motor- Fremdkörper verursacht wurde. schaden ist die unausweichliche Folge. Der nachträgliche Einbau eines Papierfil- ters anstelle des Siebfilters hat den Vorteil, dass das Öl besser gefiltert wird, aber den 0,03 - 0,9 mm 0,03 - 0,9 mm Abb. 7-32: Äußerer Rotor der Ölpumpe Abb. 7-33: Verschleißmaße des äußeren Rotors138
  6. 6. 7. Typische Schäden Abb. 7-34: Außenteil der Ölpumpe mit Riss Abb. 7-35: Außenteil der Ölpumpe mit Riss (Detail) Moderne Motoren müssen nicht mehr7.5 EINFAHREN eingefahren werden – das liegt daran, dass mit heutigen FertigungsmethodenWenn der Motor wieder zusammenge- bessere Oberflächengüten bei geringenbaut ist und Ventile und Zündung wie- Toleranzen hergestellt werden können,der eingestellt sind, kann dieser in den die es nicht mehr notwendig machen,Rahmen eingebaut werden. dass aufeinander reibende OberflächenBevor man den Motor zum ersten Mal sich aufeinander einarbeiten.startet, sollte man sich davon überzeu- Bei dem XS 650 Motor entstehen nachgen, dass der Ölkreislauf funktioniert, einer Grundüberholung des Motors le-wobei eine vollständige Prüfung bei diglich in dessen Laufbuchsen neu be-montiertem Motor nicht möglich ist. arbeitete Oberflächen, die sich auf dieMan kann sich davon überzeugen, dass Mantelfläche des Kolbens einarbeitendie Ölpumpe überhaupt arbeitet, indem müssen. Wurden neue Übermaßkolbenman auf beiden Seiten einen Ventilde- eingeschliffen, ist es keine übertriebeneckel entfernt und bei herausgedrehten Vorsicht, wenn man in der ersten ZeitZündkerzen den Kickstarter betätigt. – etwa auf einer Strecke von 500 kmNach einiger Zeit muss im Zylinderkopf – dem Motor nicht die volle Leistung ab-Öl ankommen – allerdings braucht man verlangt.dazu einige Geduld und muss lange ge- Wurden jedoch lediglich Bauteile desnug kicken. Getriebes oder Lager gewechselt, ist einÜber das Einfahren eines neuen Motor „Einfahren“ nicht notwendig.oder eines Motors, der überholt wurde,gibt es viele Meinungen. 139
  7. 7. 8. Elektrik 8. ELEKTRIK 8.1 VEREINFACHTER SCHALTPLAN ie Elektrik der XS 650 ist relativ auf- der einzelnen Bauteile beschrieben und D wändig und die Schaltpläne in den Werkstatthandbüchern für denjenigen, wie man diese prüfen kann. Dabei habe ich großen Wert darauf gelegt, mich mög- der nicht ausgebildeter Kfz-Mechaniker lichst allgemeinverständlich auszudrü- oder Elektriker ist, unübersichtlich und cken und auf Fachausdrücke zu verzich- schwer lesbar. Es sind viele Funktionen ten, auch wenn dieses nicht immer ganz und Bauteile vorhanden, die man nicht korrekt sein mag. unbedingt benötigt. Der Kabelbaum wird Der Übersichtlichkeit halber habe ich dadurch aufwändig und unübersichtlich. den Schaltplan in zwei Bereiche, den Auch die Störanfälligkeit wird größer, „Ladestromkreis“ (Abb. 8-7) und den denn da wo viele Kabel sind, ist die Wahr- „Verbraucherstromkreis“ (Abb 8-6) aufge- scheinlichkeit, dass eines durchscheuert teilt und auch getrennt dargestellt. Den und zu einem Kurzschluss führt oder zu „Ladestromkreis“ habe ich, auch was die einem Kriechstrom, der die Batterie bei Kabelfarben angeht, im Original belas- stehendem Fahrzeug entlädt, einfach sen. Im „Verbraucherstromkreis“ wählte größer, auch wenn man den betreffen- ich, in Anlehnung an das Original, für den Stromkreis gar nicht braucht. Masseleitungen die Farbe Schwarz und Auf den folgenden Seiten habe ich eine für geschaltetes Plus die Farbe braun. In vereinfachte Elektrik beschrieben, die dem hier beschriebenem Schaltplan sind ich auch so installiert habe. Diese ent- nur noch sehr wenige Leitungen vorhan- hält nur noch die Funktionen, die man den, so dass man auch mit weniger Ka- zum Fahren auf öffentlichen Straßen un- belfarben auskommt, als ich sie hier ver- bedingt benötigt. Der Auslöser, die hier wendet habe. Um die Schaltpläne besser beschriebene Elektrik beim eigenen Mo- beschreiben zu können, habe ich die torrad einzubauen, wird in vielen Fällen Schaltpläne farbig dargestellt. Wenn ich ein Problem in der vorhandenen sein. also von einem blauen Kabel spreche ist Ich habe daher im Anschluss an die Be- hiermit eine blaue Linie im Schaltplan schreibung der Schaltpläne die Funktion gemeint.140
  8. 8. 8. Elektrik8.1.1 VERBRAUCHERSTROMKREISUm die Leitungen möglichst kurz zu hal- braune Kabel (geschaltetes Plus) und amten, habe ich das Zündschloss unter dem Anschluss 3 ein blaues Kabel (Fahrlicht).rechten Seitendeckel angebaut (Abb. Damit nicht ein Kurzschluss bei einem8-1). ich verwandte hier das originale Verbraucher die beim OriginalschaltplanZündschloss, es geht aber auch jedes an- einzige Sicherung durchbrennen lässtdere, wenn es drei Anschlüsse mit drei und man erst weiterfahren kann, wennSchlüsselstellungen hat. In der Stellung der Fehler behoben ist, habe ich einen1 ist der Schlüssel abzuziehen und es Sicherungskasten (Conrad Best. Nr. 84besteht keine Verbindung zwischen den 05 64-33) unter dem linken SeitendeckelAnschlüssen, in der Stellung 2 sind An- eingebaut (Abb. 8-2). Von den sechs vor-schluss eins und zwei miteinander ver- handenen Sicherungen werden 5 benö-bunden, in der Stellung 3 die Anschlüsse tigt.eins, zwei und drei. Ein braunes Kabel vom Anschluss zweiBeim Originalzündschloss befindet sich ist mit den Sicherungen 2 bis 6 im Siche-am Anschluss 1 ein rotes Kabel (von der rungskasten verbunden, das blaue KabelBatterie kommend), am Anschluss 2 zwei vom Anschluss eins mit der Sicherung Abb. 8-1: Zündschloss versetzt Das Zündschloss befindet sich auf einem Halter unterhalb des rechten Seitendeckels. Damit wird die Zuleitung von der Batterie und die Verbindung zum Sicherungskasten im rechten Seitendeckel möglichst kurz gehalten. 141
  9. 9. 8. Elektrik Abb. 8-2: Sicherungskasten für Flachsicherungen Hinter dem linken Seitendeckel befindet sich zwischen Regler und Luftfilter ein Sicherungskasten mit Steckplätzen für 6 Flachsicherungen. Conrad Best. Nr. 84 05 64-33 1. In der ersten Stellung des Schlüssels Sicherung 2: Zündung, Kennfarbe grau werden also alle Verbraucher und die Das graue Kabel verläuft von der Siche- Zündung mit Strom versorgt, in der Stel- rung 2 direkt zu je einem Anschluss lung zwei zusätzlich das Fahrlicht. der beiden Zündspulen. Der andere An- Sicherung 1: Fahrlicht, Kennfarbe blau schluss der Zündspule wird dann mit Das blaue Kabel vom Zündschloss (An- dem jeweiligen Kontaktpaar hinter dem schluss drei) geht zur Sicherung 1 und Chromdeckel auf der linken Nockenwel- dann weiter zum Umblendschalter in lenseite verbunden. Das Kontaktpaar, der Schaltereinheit links am Lenker. das sich direkt auf der Grundplatte be- Von dort verläuft ein blau/grünes Ka- findet und mit „R“ gekennzeichnet ist, bel zur Abblendlichtglühlampe und ein ist für die rechte Zündspule und für den blau/gelbes zur Fahrlichtglühlampe. Die rechten Zylinder zuständig, das Kontakt- Klemmen beider Glühlampen sind über paar auf der Hilfsgrundplatte („L“) für Dioden (Conrad Best.Nr 15 28 97-33) zur die linke Seite. Standlichtglühlampe im Hauptschein- Sicherung 3: Bremslicht, Kennfarbe werfer und zur Instrumentenbeleuch- gelb tung vebunden. Ein weiteres blaues Ka- Ein gelbes Kabel verbindet die Sicherung bel führt von der Sicherung 1 direkt zum 3 mit den beiden Bremslichtschaltern Rücklicht. und verläuft dann weiter zum Brems- licht in der Rückleuchte.142

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