Daimler AG „Geschäftsbericht 2011“
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Daimler AG „Geschäftsbericht 2011“ Daimler AG „Geschäftsbericht 2011“ Document Transcript

  • Geschäftsbericht 2011.
  • Wichtige KennzahlenDaimler-Konzern 2011 2010 2009 11/10€-Werte in Millionen Veränd. in %Umsatz 106.540 97.761 78.924 +91 Westeuropa 39.387 38.478 36.458 +2 davon Deutschland 19.753 19.281 18.788 +2 NAFTA 26.026 23.582 19.380 +10 davon USA 22.222 20.216 16.569 +10 Asien 22.643 19.659 12.435 +15 davon China 11.093 9.094 4.349 +22 Übrige Märkte 18.484 16.042 10.651 +15Beschäftigte (31.12.) 271.370 260.100 256.407 +4Sachinvestitionen 4.158 3.653 2.423 +14Forschungs- und Entwicklungsleistungen 5.634 4.849 4.181 +16 davon aktiviert 1.460 1.373 1.285 +6Free Cash Flow des Industriegeschäfts 989 5.432 2.706 -82EBIT 8.755 7.274 -1.513 +20Wertbeitrag (Value Added) 3.726 2.773 -4.644 +34Konzernergebnis 6.029 4.674 -2.644 +29Ergebnis je Aktie (in €) 5,32 4,28 -2,63 +24Dividendensumme 2.346 1.971 0 +19Dividende je Aktie (in €) 2,20 1,85 0,00 +191 Bereinigt um Wechselkurseffekte Umsatzanstieg um 10%.
  • Geschäftsfelder 2011 2010 2009 11/10€-Werte in Millionen Veränd. in %Mercedes-Benz CarsEBIT 5.192 4.656 -500 +12Umsatz 57.410 53.426 41.318 +7Umsatzrendite 9,0% 8,7% -1,2% .Sachinvestitionen 2.724 2.457 1.618 +11Forschungs- und Entwicklungsleistungen 3.733 3.130 2.696 +19 davon aktiviert 1.051 940 913 +12Absatz (Einheiten) 1.381.416 1.276.827 1.093.905 +8Beschäftigte (31.12.) 99.091 96.281 93.572 +3Daimler TrucksEBIT 1.876 1.332 -1.001 +41Umsatz 28.751 24.024 18.360 +20Umsatzrendite 6,5% 5,5% -5,5% .Sachinvestitionen 1.201 1.003 597 +20Forschungs- und Entwicklungsleistungen 1.321 1.282 1.116 +3 davon aktiviert 251 373 368 -33Absatz (Einheiten) 425.756 355.263 259.328 +20Beschäftigte (31.12.) 77.295 71.706 70.699 +8Mercedes-Benz VansEBIT 835 451 26 +85Umsatz 9.179 7.812 6.215 +17Umsatzrendite 9,1% 5,8% 0,4% .Sachinvestitionen 109 91 113 +20Forschungs- und Entwicklungsleistungen 358 267 193 +34 davon aktiviert 126 29 0 +334Absatz (Einheiten) 264.193 224.224 165.576 +18Beschäftigte (31.12.) 14.889 14.557 15.226 +2Daimler BusesEBIT 162 215 183 -25Umsatz 4.418 4.558 4.238 -3Umsatzrendite 3,7% 4,7% 4,3% .Sachinvestitionen 103 95 78 +8Forschungs- und Entwicklungsleistungen 225 223 212 +1 davon aktiviert 32 31 5 +3Absatz (Einheiten) 39.741 39.118 32.482 +2Beschäftigte (31.12.) 17.495 17.134 17.188 +2Daimler Financial ServicesEBIT 1.312 831 9 +58Umsatz 12.080 12.788 11.996 -6Neugeschäft 33.521 29.267 25.066 +15Vertragsvolumen 71.730 63.725 58.350 +13Sachinvestitionen 21 12 14 +75Beschäftigte (31.12.) 7.065 6.742 6.800 +5
  • Daimler Marken Mercedes-Benz Cars Daimler Trucks Mercedes-Benz Vans Daimler Buses Daimler Financial Services
  • Innovation und WachstumWir haben das Automobil erfunden – jetzt gestalten wir mit Leidenschaftseine Zukunft. Als Pioniere des Automobilbaus betrachten wir es als Anspornund Verpflichtung, unsere Tradition mit wegweisenden Technologien undhochwertigen Produkten fortzusetzen.Wir geben unser Bestes für Kunden, die das Beste erwarten, und wir lebeneine Kultur der Spitzenleistung, die auf gemeinsamen Werten basiert. UnsereUnternehmensgeschichte ist geprägt von Innovationen und Pionierleistungen;sie sind Grundlage und Ansporn für unseren Führungsanspruch im Automobilbau.Dabei prägt der Grundsatz der nachhaltigen Mobilität unser Denken und Handeln.Mit maßgeschneiderten Produkten wollen wir neue Märkte und zusätzlicheKäufer­ chichten erschließen. Unser Ziel ist es, bei Absatz, Umsatz und sProfitabilität in unserer Branche führend zu sein – und zwar in allen Geschäften,in denen wir tätig sind. Durch profitables Wachstum wollen wir dauerhaftWerte schaffen – für unsere Aktionäre, Kunden, Mitarbeiter und die Gesellschaftinsgesamt. Dieter Zetsche Wolfgang Bernhard Christine Hohmann-Dennhardt Wilfried Porth Andreas Renschler Bodo Uebber Thomas Weber
  • Inhalt Im Fokus dieses Geschäftsberichts stehen innovative Produkte und Dienstleistungen, mit denen wir die sich weltweit bietenden Wachstums­ chancen nutzen und gleichzeitig einen Beitrag zur Mobilität der Zukunft leisten wollen. Näheres dazu finden Sie vor allem auf den Seiten 28-69. Grundsätzliches zu Daimler und zum Geschäftsjahr 2011 haben wir für Sie auf den ersten Seiten des Berichts aufbereitet. Die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Unternehmens wird im Lagebericht dargestellt und analysiert. Informationen zu unseren Geschäftsfeldern, zum Thema Nach­ haltig­ eit und zur Corporate Governance k sowie der Konzernabschluss vertiefen das Informationsangebot. 2
  • Geschäftsbericht 2011 | Inhaltsverzeichnis1 | An unsere Aktionäre (Seiten 4-27) 5 | Nachhaltigkeit (Seiten 144-155) 4 Wichtige Ereignisse 2011 146 Nachhaltigkeit bei Daimler 10 Brief des Vorstandsvorsitzenden 148 Innovation, Sicherheit und Umwelt 14 Der Vorstand 152 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 16 Bericht des Aufsichtsrats 154 Gesellschaftliche Verantwortung 22 Aufsichtsrat Der 24 Daimler-Aktie Die 6 | Corporate Governance (Seiten 156-175)2 | Innovation und Wachstum (Seiten 28-69)  158 Bericht des Prüfungsausschusses 161 Vergütungsbericht 30 Innovation im großen Stil 167 Integrität und Compliance 36 Die jungen Kompakten 169 Corporate Governance Bericht 40 Faszination Elektromobilität 175 Entsprechenserklärung zum 46 bewegt uns morgen? Was Deutschen Corporate Governance Kodex 52 Globaler Erfolg made by Daimler 58 Weltweit ganz nah beim Kunden 62 Zukunft ist unser Element 66 Avantgarde der zukünftigen Mobilität 7 | Konzernabschluss (Seiten 176-251) 178 Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung 179 Konzern-Gesamtergebnisrechnung3 | Lagebericht (Seiten 70-127) 180 Konzernbilanz 181 Entwicklung des Konzern-Eigenkapitals 72 Geschäft und Rahmenbedingungen 182 Konzern-Kapitalflussrechnung 86 Ertragslage 183 Konzernanhang 98 Finanzlage 250 Versicherung der gesetzlichen Vertreter 105 Vermögenslage 251 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers 108 Daimler AG (Kurzfassung nach HGB) 111 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage 112 Ereignisse nach Ablauf des Geschäftsjahres 2011 113 Risikobericht 8 | Weitere Informationen (Seiten 252-256) 121 Ausblick 252 Zehnjahresübersicht 254 Glossar 255 Stichwortverzeichnis4 | Geschäftsfelder (Seiten 128-143) 256 Internationale Konzernrepräsentanzen Internet | Informationen | Adressen 130 Mercedes-Benz Cars Daimler weltweit 134 Daimler Trucks Finanzkalender 2012 138 Mercedes-Benz Vans 140 Daimler Buses 142 Daimler Financial Services 3
  • 1 | An unsere Aktionäre | Wichtige Ereignisse 2011Wichtige Ereignisse Im Jahr 1886 haben Gottlieb Daimler und Carl Benz das Auto­ obil m er­­ funden. Das Jahr 2011 stand daher im Zeichen der Feier­ichkeiten zum l 25. Jubiläum des Automobils. Den Auftakt bildete der offizielle Fest­ ­ akt am 29. Januar im Mercedes-Benz Museum. Es folgten verschiedene öffentliche Veranstaltungen, unter anderem im Rahmen des Auto­­- mobil­ ommers in Stuttgart. Bei zahl- s r ­ eichen Festen in den Werken und Niederlassungen haben unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Jubiläumsjahr gebührend gefeiert. Der Tradition von Gottlieb Daimler und Carl Benz folgend werden wir das Automobil immer wieder neu erfinden und damit die Zukunft der Mobilität gestalten. Gerade im Jahr 2011 haben wir mit einem Feuer­ werk neuer Modelle und wichtigen strategischen Entscheidungen die Voraussetzungen für nachhaltiges und pro­itables Wachstum geschaffen. f2011
  • Q1.11 25. Geburtstag des Automobils. Am 29. Januar 1886 veränderte Carl Benz die Welt. Beim Berliner Reichspatentamt meldete er sein »Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb« unter der Nummer 37435 zum Patent an. Mit dem Festakt »125! Jahre Erfinder des Automobils« startet Daimler in das Jubiläums­­ jahr 2011. Daimler und Toray gründen Joint Venture. Toray Industries, Inc. und Daimler wollen gemeinsam Automobilteile aus karbon­ aserverstärkten Kunststoffen (CFK) herstellen und f vermarkten. Neues Coupé der C-Klasse. Der Zweitürer feiert seine Welt­ premiere auf dem Genfer Automobilsalon Anfang März 2011. Er richtet sich ganz bewusst auch an neue Kunden und ist ein Angebot für einen besonders sportlichen Einstieg in die Coupé-Welt von Mercedes-Benz. Auch die neue Generation der C-Klasse Limousine und des T-Modells sowie der neue SLK-Roadster werden in Genf präsentiert. Concept A-CLASS in Shanghai präsentiert. Als Ausblick auf die neue Kompaktklasse präsentiert Mercedes-Benz auf der Auto Shanghai im April das Concept A-CLASS. Die Proportionen des Concept A-CLASS signalisieren konzentrierte Dynamik. Das expressive Linien- und Flächenspiel ist ein wesentliches Kennzeichen der neuen Formensprache von Mercedes-Benz. Aufsichtsrat beruft Dr. Christine Hohmann-Dennhardt in den Vorstand. Frau Dr. Hohmann-Dennhardt übernimmt das neu geschaffene Ressort »Integrität und Recht«. Ihr Verantwortungsbereich umfasst den Rechtsbereich, die Compliance-Organisation sowie den Konzerndatenschutz. Neue Lkw-Marke für den indischen Markt. Daimler Trucks stellt in Indien mit BharatBenz die fünfte Lkw-Marke vor. BharatBenz ist die Basis für die Einführung einer neuen lokalen Lkw-Generation, die im neuen Werk in Chennai produziert werden soll. Glänzendes erstes Quartal 2011. Die Daimler AG erzielt im ersten Quartal ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT) von 2,0 (i. V. 1,2) Mrd. €. Die sehr gute Ergebnisentwicklung spiegelt den anhaltenden Aufwärtstrend in nahezu allen Geschäftsfeldern wider.6
  • 1 | An unsere Aktionäre | Wichtige Ereignisse 2011Dividende von 1,85 € je Aktie. Die Aktionäre der Daimler AG Q2.11beschließen bei der Hauptversammlung in Berlin die Aus­schüttung einer Dividende für das Geschäftsjahr 2010 von1,85 € je Aktie. Die Dividenden­ umme beträgt damit srund 2 Mrd. €.Daimler startet weltweite Kampagne »fairplay. Werte leben.Werte schaffen.« Die Kampagne lenkt die Aufmerksamkeitder Mitarbeiter und Führungskräfte auf die Themen Integritätund Compliance. Ziel ist es, ein gemein­ ames Verständnis saller Daimler-Mitarbeiter dafür zu entwickeln, welches Verhaltenrichtig und welches falsch ist, sowie eine Unternehmens­ ­kultur des vertrauensvollen Miteinanders zu fördern.F-CELL World Drive erreicht Stuttgart. Nach mehr als30.000 km rund um den Globus fahren drei Mercedes-BenzB-Klasse F-CELL mit lokal emissionsfreiem Antrieb vordem Mercedes-Benz Museum in Stuttgart termingerecht überdie Ziellinie. Während des F-CELL World Drive konnteMercedes-Benz die Qualitäten seiner Brennstoffzellenfahrzeugehinsichtlich Fahrleis­ ungen und Robustheit eindrucksvoll tdemonstrieren.Der neue Actros wird vorgestellt. Der Schwer-Lkw vonMercedes-Benz wurde von Grund auf neu entwickelt. In ihmstecken mehr als zehn Jahre Arbeit, über 20 Mio. Test­kilometer und mehr als 2 Mrd. € Investitionen in Entwicklungund Fertigungstechnik.Strategischer Rahmenvertrag mit chinesischem Partner.Die Daimler AG und Beijing Automotive Industry Corporation(BAIC) unterzeichnen einen strategischen Rahmenvertrag.Im Joint Venture Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC)werden umgerechnet insgesamt rund 2 Mrd. € investiert.Rekordergebnis im zweiten Quartal. Daimler erzielt imzweiten Quartal 2011 eines der besten Quartalsergebnisse inder Unternehmensgeschichte. Das Konzern-EBIT erreicht2,6 Mrd. €. 7
  • Q3.11 Joint Venture von Daimler und Bosch. Daimler und die Robert Bosch GmbH unterzeichnen die Verträge zur Gründung eines 50:50-Joint-Ventures. Das Unternehmen firmiert unter dem Namen EM-motive GmbH und wird künftig innovative Elektromotoren für Elektrofahrzeuge entwickeln und produzieren. Daimler Financial Services startet in Indien. Die neu gegründete Tochtergesellschaft Daimler Financial Services India Pvt. Ltd. mit Sitz in Chennai bietet Kunden und Händlern ein umfas­ sendes Spektrum an Finanzierungs- und Versicherungs­ produkten. Bis zum Jahr 2016 wird ein Vertragsvolumen von über 500 Mio. US-$ angestrebt. Übernahme von Tognum erfolgreich abgeschlossen. Die Daimler AG und Rolls-Royce Holdings plc sichern sich rund 99% der Tognum-Aktien. Die Kombination der Stärken und der Marktzugänge der drei Unternehmen ermöglichen es Tognum, sich als erstklassiger Motorensystemhersteller aufzustellen. Mercedes-Benz mit zahlreichen Weltpremieren auf der IAA. Das revolutionäre Forschungsfahrzeug F125! eröffnet einen Ausblick auf die emissionsfreie Luxuslimousine von übermorgen. Weltpremiere haben außerdem die neue B-Klasse, das Concept B-Class E-CELL PLUS sowie der Roadster SLS AMG. Darüber hinaus wird die neue M-Klasse von Mercedes-Benz erstmals einem breiten Publikum präsentiert. Wachstumsstrategie »Mercedes-Benz 2020« vorgestellt. Bis zum Jahr 2020 wollen wir die Nummer eins der Premium- Hersteller sein – bei Produkt, Marke, Profitabilität und Absatz. Die für unser Wachstum erforderlichen Produktions­ kapazitäten werden wir kunden- und marktnah ausbauen. Erster Lkw von Daimler und Kamaz. Daimler Trucks und der russische Lkw-Hersteller Kamaz stellen in Moskau den Prototyp eines gemeinsam entwickelten Lkw mit Daimler-­ Komponenten vor. Vor allem bei Lkw-Fahrerhäusern werden Daimler und Kamaz künftig noch intensiver zusammen­ arbeiten. Erster neuer Citaro ausgeliefert. Dem komplett überarbeiteten Stadtbus-Bestseller aus dem Hause Mercedes-Benz prophezeien Fachleute eine große Zukunft. Maßstäbe setzen vor allem das Sicherheitskonzept und das neue Design. Abschließende Genehmigung für Nutzfahrzeug-Joint-Venture in China. Das chinesische Handelsministerium erteilt der Beijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd. (BFDA) die abschließende Genehmigung. Daimler ist künftig mit 50% an dem Gemein­ schaftsunternehmen beteiligt und kann damit am Wachstum des chinesischen Marktes für mittelschwere und schwere Lkw partizipieren.8
  • 1 | An unsere Aktionäre | Wichtige Ereignisse 2011Erster Sprinter wird in China produziert. Nach den Modellen Q4.11Vito und Viano, die in China bereits seit 2010 sehr erfolgreichgefertigt und verkauft werden, läuft bei Fujian DaimlerAutomotive Co., Ltd. nun auch der Mercedes-Benz Sprintervom Band. Der Sprinter ist das erste Premium-Fahrzeugim chinesischen Markt für große Transporter.Daimler und BAIC vertiefen Zusammenarbeit. Daimler und BAIC(Beijing Automotive Group Co., Ltd.) vereinbaren, ihreumfassende strategische Partnerschaft weiter zu vertiefen.Die Absichtserklärung beinhaltet, dass die beiden Unter­nehmen weitere Möglichkeiten der technologischen Zusammen­arbeit und bei Fahrzeugen mit alternativen Antriebenbewerten.Daimler plant Verkauf von EADS-Aktien. Daimler und dieBundesregierung haben sich grundsätzlich darauf verständigt,dass die KfW Bankengruppe 7,5% der Aktienanteile vonDaimler an EADS übernehmen soll. Der Verkauf der Aktienist für 2012 vorgesehen.50.000 Kunden bei car2go. Das weltweit erste vollflexibleKurzzeitmietmodell für Autos durchbricht die Schallmauervon einer Million absolvierten Mieten. Gleichzeitig wird imHamburger car2go Shop der weltweit 50.000ste car2goKunde registriert.Neuer Actros wird »Truck of the Year 2012«. Nutzfahrzeug-Fachjournalisten aus 24 europäischen Ländern wählen denneuen Actros, das Flaggschiff der Mercedes-Benz Nutzfahr­zeug-Flotte, zum besten Lkw des Jahres. Mit acht Titeln istMercedes-Benz nun die erfolgreichste Marke im Wettbewerbum die Auszeichnung für technologische Weiterentwicklung.Schwer-Lkw von Fuso mit Hybridantrieb vorgestellt. Mit demSuper Great HEV präsentiert die Nutzfahrzeugmarke Fuso aufder Tokyo Motor Show ihren ersten Schwer-Lkw mit Hybrid­antrieb. Die ersten unter Realbedingungen durchgeführten Testszeigen eine Verbesserung der Kraftstoffeffizienz um bis zu10% gegenüber konventionellen Fahrzeugen mit Dieselmotor. 9
  •  25 Jahre Automobil und exzellente Geschäftszahlen – 2011 steht bei Daimler für beides.Und das freut uns umso mehr, als wir Ihnen vor einem Jahr an dieser Stelle versprochenhatten: Das Jubiläumsjahr wird auch ein weiteres Erfolgsjahr für Ihr Unternehmen.Wir haben Wort gehalten:– Ein konzernweiter Umsatz von 106,5 Milliarden Euro,– ein EBIT das mit 8,8 Milliarden Euro deutlich über dem Vorjahr liegt,– und ein Konzernergebnis von 6,0 Milliarden Euro –diese Werte können sich nicht nur sehen lassen, sie gehören zu den besten unsererGeschichte. Auch die Kapitalrendite lag mit 19,9 Prozent deutlich über unseremVerzinsungsanspruch von acht Prozent. Wir haben also Wert geschaffen. Und natürlichkommt dieser Erfolg auch Ihnen zugute: Vorstand und Aufsichtsrat werden derHauptversammlung eine Erhöhung der Dividende auf 2,20 Euro je Aktie vorschlagen.Wie hat sich unser Geschäft im Einzelnen entwickelt?Bei Mercedes-Benz Cars haben wir 2011 einen dreifachen Rekord erzielt:Nie waren wir bei Absatz, Umsatz und EBIT besser. Das verdanken wir vor allem derStärke unserer Marke Mercedes-Benz und ihrer fortlaufenden Aufladung durchinnovative Produkte: Ob M- oder B-Klasse, ob C-Coupé oder SLS AMG Roadster– unsere neuen Modelle kommen sehr gut an. Gleichzeitig haben wir 2011 einelang­ ristig angelegte Wachstumsstrategie beschlossen: »Mercedes-Benz 2020«. fIhr Kern ist die Erweiterung unseres Führungsanspruchs: Mit der stärksten Markeund den besten Produkten wollen wir spätestens ab 2020 auch beim Absatz die Nummereins im Premiumsegment sein. Dazu werden wir in allen großen Märkten nachhaltigprofi­ abel wachsen und zusätzliche kundennahe Kapazitäten aufbauen. tAuch für Daimler Trucks war 2011 ein sehr gutes Jahr: Weltweit konnten wir Absatzund Umsatz um jeweils 20 Prozent steigern, unser EBIT sogar um über 40 Prozent.Im Juni haben wir mit dem neuen Mercedes-Benz Actros unseren wohl wichtigstenSchwerlast-Lkw dieses Jahrzehnts vorgestellt; er wurde auf Anhieb »Truck of the Year«.In Nordamerika haben wir unsere Marktführerschaft im Segment der mittelschwerenund schweren Lkw ausgebaut. Auch in Asien konnten wir mit Fuso zulegen – trotzder Naturkatastrophe in Japan.10
  • 1 | An unsere Aktionäre | Brief des Vorstandsvorsitzenden»  Das Jubiläumsjahr des  Automobils war auch ein  weiteres Erfolgsjahr für  Daimler. Wir trauen uns  aber noch mehr zu.  « 11
  • Mercedes-Benz Vans verbuchte ein Absatzplus von rund 18 Prozent – vor allem dank dererfolgreichen neuen Generationen von Vito und Viano. Beide Modelle sind nun auchin China erhältlich. Dort haben wir außerdem mit der Produktion des Sprinter begonnen.Bei Daimler Buses gingen Umsatz und Ergebnis wegen der schwächeren Markt­­ nach­ rage fnach Komplettbussen zwar zurück. Die führende Position in allen unseren Kernmärktenkonnten wir aber klar behaupten.Ausgesprochen gute Nachrichten kommen auch von Daimler Financial Services,wo 2011 gleich drei neue Bestmarken gesetzt wurden: beim Neugeschäft, beim Vertrags­volumen und beim Ergebnis. Zudem haben wir das Spektrum unserer Dienstleistungs­sparte um den Bereich »Mobility Services« erweitert. Dort bündeln wir neuartige Angeboterund um das Thema nachhaltige Mobilität.Das alles unterstreicht die sehr gute Geschäftsentwicklung 2011. Sie ist umso bemerkens­werter, als die gesamtwirtschaftlichen Risiken unter dem Einfluss der Krise in der Euro­­ -zone spätestens in der zweiten Jahreshälfte zugenommen haben. Auch 2012 stellen wiruns in den europäischen Märkten auf Gegenwind ein. Weltweit allerdings rechnen wiraus heutiger Sicht mit einem Wirtschaftswachstum von rund 2,5 Prozent. Die globaleAutomobilnachfrage dürfte in den kommenden Jahren noch deutlich schneller wachsen.An diesem Wachstum wollen wir teilhaben – und zwar überproportional. 2011 war eineerfolgreiche und wichtige Etappe. Aber wir trauen uns mittel- und langfristig deutlichmehr zu – das gilt auch für die Entwicklung des Aktienkurses. In all unseren Geschäftenstreben wir Spitzenpositionen an. Dabei stützen wir uns auf unsere Konzernstärken:–  Komplettanbieter von Premium-Pkw, Lkw, Transportern, als Bussen und Dienst­­­leistungen,– mit Mercedes-Benz als Kernmarke in allen Geschäftsfeldern und– als Innovations- und Technologieführer.Aus der Kombination dieser Daimler-Stärken ergibt sich ein Potenzial, das wir in denkommenden Jahren voll zum Tragen bringen wollen. Konkret haben wir dafür vierstrategische Wachstumsfelder definiert:– die Stärkung unseres Kerngeschäfts in den traditionellen Märkten,– die Eroberung neuer Wachstumsmärkte,– den Ausbau unserer Führungsposition bei umweltfreundlichen Technologien und beim Thema Sicherheit sowie– die Entwicklung und Umsetzung neuer Mobilitätskonzepte.12
  • 1 | An unsere Aktionäre | Brief des VorstandsvorsitzendenBei all dem ist klar: Der Erfolg eines Unternehmens steht und fällt mit dem Könnenund dem Einsatz seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Die Beschäftigten Ihres Unter­nehmens leisten hervorragende Arbeit; dafür gebührt ihnen der Dank des Vorstandes.Wir werden Spitzenleistungen auch in Zukunft systematisch fördern. Gezielt entwickelnwir weibliche und internationale Top-Talente.Noch ein weiteres Thema wird nicht nur bei Daimler weiter an Bedeutung gewinnen:Integrität. Was ist damit im Unternehmenskontext gemeint? Kurz gesagt: dass»anständig Rendite machen« und »Rendite anständig machen« zwei Seiten derselbenMedaille sind. Dabei ist Integrität mehr als die formale Einhaltung von Gesetzenund Regeln. Sie ist eine ethische Grundhaltung, eine Art »innerer Kompass«, der unsauch in komplexen Geschäftssituationen auf dem richtigen Weg hält.Sehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre,viele Ereignisse der vergangenen zwölf Monate bestätigen erneut: Eine der weltweitwichtigsten »Währungen« ist Vertrauen – in der Wirtschaft wie in der Politik, imöffentlichen wie im privaten Leben.Auch Daimler verdankt seinen langjährigen Erfolg letztlich den vertrauensvollenBezie­­­ hungen zu seinen Kunden, Partnern, Mitarbeitern und Nachbarn – und natürlichzu Ihnen: unseren Anteilseignern. Für dieses Vertrauen möchten wir Ihnen herzlichdanken. Wir werden auch 2012 alles daransetzen, es zu rechtfertigen.IhrDieter Zetsche 13
  • Der Vorstand Andreas Renschler | 53 Wolfgang Bernhard | 51 Christine Hohmann-Dennhardt | 61 Bodo Uebber | 52 Daimler Trucks Produktion und Einkauf Integrität und Recht Finanzen & Controlling, Bestellung bis September 2013 Mercedes-Benz Cars & Bestellung bis Februar 2014 Daimler Financial Services Mercedes-Benz Vans Bestellung bis Dezember 2014 Bestellung bis Februar 2013 Wilfried Porth | 53 Dieter Zetsche | 58 Thomas Weber | 57 Personal & Arbeitsdirektor Vorsitzender des Vorstands, Konzernforschung & Bestellung bis April 2017 Leiter Mercedes-Benz Cars Mercedes-Benz Cars Entwicklung Bestellung bis Dezember 2013 Bestellung bis Dezember 201314 15
  • Bericht des AufsichtsratsSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, im Geschäftsjahr 2011 trat der Aufsichtsrat zu siebenSitzungen zusammen und befasste sich eingehend mit der operativen und strategischen EntwicklungIhres Unternehmens.Der Aufsichtsrat hat im Geschäftsjahr 2011 die ihm nach Die Geschäftstätigkeit bei Daimler hat sich im JahresverlaufGesetz, Satzung und Geschäftsordnung obliegenden Aufgaben 2011 weiterhin sehr erfolgreich entwickelt. Die Absatz- undwahrgenommen und den Vorstand bei der Leitung des Umsatzzahlen sind in fast allen automobilen GeschäftsfeldernUnternehmens kontinuierlich beraten und überwacht. Zahl­ gestiegen, zum Teil signifikant. Das Ergebnis aus dem laufen­ -reiche seiner Zustimmung unterworfene Geschäftsvorfälle, den Geschäft lag deutlich über dem Niveau des Jahres 2010.zum Beispiel Investitions- und Personalplan, Eigenkapitalmaß- Im ersten Halbjahr 2011 wurden in den Geschäftsfeldernnahmen in Konzerngesellschaften, Investitionen und Mercedes-Benz Cars und Mercedes-Benz Vans die nachhaltigDe-Investitionen, Kapazitätserweiterungen in bestehenden angestrebten Zielrenditen bereits erreicht. Im zweiten HalbjahrKooperationen und Vertragsabschlüsse von besonderer hielt die gute Geschäftsentwicklung insgesamt an, auch wennBedeutung für das Unternehmen, hat der Aufsichtsrat nach die Ergebnisse durch Modellwechsel, höhere Materialkostensorgfältiger Prüfung und Beratung beschlossen. Der Aufsichts-­ und Wechselkurseffekte belastet wurden. Derzeit investiert dasrat hat darüber hinaus geprüft, ob beispielsweise der Risiko­ Unternehmen, unterstützt durch den Aufsichtsrat, sehr starkbericht, die Finanzberichterstattung, der Jahresabschluss in neue Technologien, neue Märkte und neue Produkte, um dieund der Konzernabschluss den Anforderungen entsprechen. Wettbewerbsstellung des Unternehmens für die Zukunft zuFerner hat der Vorstand den Aufsichtsrat über eine Vielzahl stärken.nicht zustimmungspflichtiger Geschäfte informiert und diesemit ihm diskutiert, so zum Beispiel die Weiterentwicklung Für die Arbeit des Aufsichtsrats stellte sich im gesamtender strategischen Programme in den einzelnen Geschäftsfeldern Geschäftsjahr 2011 die Frage nach der Planbarkeit und Stabili-und den Stand verschiedener Kooperationsvorhaben. Der tät der weiteren Entwicklungen. Die allgemeinen weltwirt-Aufsichtsrat hat die Informationen und Bewertungen, die für schaftlichen Perspektiven und insbesondere die Situation anseine Entscheidungen beziehungsweise für seine Vorschläge den Finanzmärkten waren durch erhebliche Risiko- bezie-maßgeblich waren, gemeinsam mit dem Vorstand erörtert. Die hungsweise Unsicherheitsfaktoren geprägt. Dazu kamen imAufsichtsratssitzungen wurden regelmäßig in getrennten ersten Halbjahr die schwer abschätzbaren AuswirkungenGesprächen der Arbeitnehmervertreter und der Anteilseigner- aus der Naturkatastrophe in Japan. Aufmerksam beobachtetvertreter mit den Mitgliedern des Vorstands vorbereitet. wurden von Vorstand und Aufsichtsrat auch die wirtschaft­In jeder Aufsichtsratssitzung gab es eine sogenannte Executive lichen Rahmenbedingungen im Schlüsselmarkt China. In derSession, in der die Mitglieder des Aufsichtsrats die Möglich- Eurozone kam im Jahresverlauf die hohe Verschuldungkeit hatten, Themen in Abwesenheit der Vorstandsmitglieder öffentlicher Haushalte zunehmend als Unsicherheits- undzu besprechen. Belastungs­ aktor zum Tragen. Insgesamt beurteilte der Auf- f sichtsrat die absolute Entwicklung im Jahresverlauf alsKein Mitglied des Aufsichtsrats hat im abgelaufenen erfreulich und stimmte angesichts der oben beschriebenenGeschäfts­ahr an weniger als der Hälfte der Sitzungen teil­ j Risiken dem risikobewussten Vorgehen des Vorstands zu.genommen. Der Aufsichtsratsvorsitzende wurde vom Der Aufsichtsrat hat sich im Einzelnen mit der Aktienkurs­Vorstandsvorsitzenden regelmäßig über alle wesentlichen entwicklung befasst und mit dem Vorstand ausführlichoperativen Entwicklungen sowie Personalmaßnahmen Ursachen und Vorschläge sowie die erwarteten Wirkungen derund Ernennungen informiert. strate­ ischen Vorhaben auf die Kurs­ ntwicklung diskutiert. g e16
  • 1 | An unsere Aktionäre | Bericht des AufsichtsratsDr. Manfred Bischoff, Vorsitzender des Aufsichtsrats.Zusätzlich zu den üblichen wirtschaftlichen Kennzahlen Zusammenarbeit zwischen Aufsichtsrat und Vorstand.unterrichtete der Vorstand den Aufsichtsrat fortlaufend über Sämtliche Mitglieder des Vorstands nahmen an allen Sitzungenwichtige Themen, wie zum Beispiel: des Aufsichtsrats teil. Diese waren von einem intensiven und offenen Austausch zur Lage des Unternehmens, zur Entwick-–  ie Rentabilität insbesondere des Eigenkapitals und d lung der Geschäfts- und Finanzlage, zu grundsätzlichen die Liquiditätssituation des Unternehmens, Fragen der Unternehmenspolitik und -strategie sowie zu beste-–  as interne Kontroll- und Risikomanagementsystem d henden Entwicklungschancen in wichtigen Wachstums­ einschließlich Compliance, märkten geprägt. Abweichungen von den Planungen wurden–  Risikokosten im Finanzdienstleistungsgeschäft, die dem Aufsichtsrat vom Vorstand eingehend erläutert.–  Materialpreisentwicklung, insbesondere bei Rohstoffen, die Die Aufsichtsratsmitglieder bereiteten sich auf anstehende–  ie allgemeine wirtschaftliche Situation in den Hauptabsatz- d Beschlüsse über zustimmungspflichtige Geschäftsvorhaben märkten, insbesondere im Hinblick auf die Entwicklungen regelmäßig anhand von Unterlagen vor, die der Vorstand vorab an den Finanzmärkten. zur Verfügung stellte. Sie wurden dabei von den jeweils zuständigen Ausschüssen unterstützt und diskutierten die zurAußerdem hat der Aufsichtsrat die langfristige Sicherung Entscheidung anstehenden Maßnahmen und Geschäfte mitder Wettbewerbsfähigkeit des Unternehmens, grundsätzliche dem Vorstand. Ferner unterrichtete der Vorstand den Aufsichts-Fragen der Unternehmensplanung einschließlich der Finanz-, rat anhand schriftlicher Monatsberichte und quartalsweiserInvestitions-, Absatz- und Personalplanung, Entwicklungen bei Risikoberichte über die wichtigsten wirtschaftlichen KennzahlenKonzerngesellschaften, Umsatzentwicklung und Lage der und Risiken und legte dem Aufsichtsrat die Zwischenfinanz­Gesellschaft sowie die weitere Umsetzung der Maßnahmen zur berichte sowie den Halbjahresbericht vor. Über besondere Vor-Sicherstellung einer zukunftsweisenden nachhaltigen Mobilität gänge wurde der Aufsichtsrat auch zwischen den Sitzungenbehandelt. Letztere auch unter Berücksichtigung gegenwärtiger in Kenntnis gesetzt. In sachlich gerechtfertigten Einzelfällenund künftiger Anforderungen unter dem Stichwort »Digital wurde der Aufsichtsrat in Abstimmung mit dem Aufsichts­Life« mit besonderem Bezug zu den Produkten und Dienst­ ratsvorsitzenden um schriftliche Beschlussfassung gebeten.leistungen des Unternehmens. Diesen über das operative Zusätzlich informierte der Vorstandsvorsitzende denGeschäft hinausgehenden Themen widmete sich der Aufsichts- Aufsichtsratsvorsitzenden in regelmäßigen Gesprächen überrat in engem Austausch mit dem Vorstand und besonders wichtige Entwicklungen und stimmte mit ihm anstehendeintensiv in einem zweitägigen Strategieworkshop, der in diesem Entscheidungen ab.Jahr thematisch besonders von den Rahmenbedingungenund Entwicklungsmöglichkeiten in China gekennzeichnet war,um der besonderen Bedeutung des chinesischen Marktesangemessen Rechnung zu tragen. 17
  • Themen der Aufsichtsratstätigkeit im Jahr 2011. Im Januar informierte sich der Aufsichtsrat über den Stand kartell­2011 befasste sich der Aufsichtsrat mit Eigenkapitalmaß­ rechtlicher Nachprüfungen der EU-Kommission bei europäischennahmen bei Tochtergesellschaften der Daimler North America Nutzfahrzeugherstellern und genehmigte einen Investitions-Corporation. In einer Sitzung im Februar 2011 bestellte der rahmen für die Abgabe eines freiwilligen ÜbernahmeangebotsAufsichtsrat Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Richterin am für die Tognum AG zusammen mit Rolls-Royce. AbschließendBundesverfassungsgericht a. D., zum Mitglied des Vorstands behandelte der Aufsichtsrat Vorstandsvergütungsthemen undfür das durch einen Beschluss im September 2010 neu geschaf- genehmigte die in der Sitzung vorgestellten sonstigenfene Vorstandsressort »Integrität und Recht«. Ferner wurde Mandate und Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder.Bodo Uebber mit Wirkung zum 16. Dezember 2011 erneut zumMitglied des Vorstands, verantwortlich für Finanzen &  Im April fanden zwei Sitzungen des Aufsichtsrats statt. In derControlling und Daimler Financial Services, bestellt. Im Beisein ersten Sitzung im Anschluss an die Hauptversammlung wähltevon Vertretern des Abschlussprüfers wurden in derselben der Aufsichtsrat – wie im veröffentlichten Wahlvorschlag anSitzung die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzern­ die Hauptversammlung vorab avisiert – Dr. Manfred Bischoffabschlusses 2010 sowie der Gewinnverwendungsvorschlag zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats, der kraft Geschäfts­an die Hauptversammlung 2011 erörtert. Die vorläufigen Kenn- ordnung auch den Vorsitz des Vermittlungs-, Nominierungs-zahlen zum Geschäftsjahr 2010 wurden in der Jahres­ und Präsidialausschusses führt. Für den ausgeschiedenenpressekonferenz am 16. Februar 2011 veröffentlicht. Dr. Manfred Schneider wurde Dr. Jürgen Hambrecht in den Vermittlungs- und in den Präsidialausschuss und fürIn einer weiteren Sitzung im Februar 2011 behandelte der Dr. Manfred Schneider und Lynton R. Wilson wurden Dr. PaulAufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem Achleitner und Sari Baldauf in den Nominierungsausschussuneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahres- gewählt. Zudem wurde angesichts des Hauptversammlungs­abschluss der Gesellschaft, Konzernabschluss und zusammen- beschlusses über eine Satzungsänderung zur Aufsichtsrats­gefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern, die vergütung vorbehaltlich der Eintragung der SatzungsänderungBerichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, ins Handelsregister beschlossen, den Wortlaut der Entspre-den Corporate Governance Bericht und den Vergütungsbericht chenserklärung anzupassen. Dort ist in der Erläuterung zumsowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitung Fehlen einer erfolgsorientierten Vergütungskomponentestanden den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen, die Zusammensetzung der von der Daimler AG gewährten Auf-teilweise im Entwurf, zur Verfügung, unter anderem der sichtsratsvergütung dargestellt. Mit der SatzungsänderungGeschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS, dem wurde das bisherige Anrechnungsmodell durch ein Additiv­zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AG und modell ersetzt, um den insgesamt gestiegenen Anforderungenden Konzern sowie dem Corporate Governance Bericht und dem insbesondere bei Berücksichtigung zusätzlicher Tätigkeiten vonVergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG, Aufsichtsratsmitgliedern in Ausschüssen besser gerecht zudie Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss der werden.Daimler AG, für den Konzernabschluss und für den zusammen-gefassten Lagebericht, der Gewinnverwendungsvorschlag des In der zweiten Sitzung im April 2011 befasste sich der Aufsichts-Vorstands sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsrats rat mit dem Geschäftsverlauf und den Ergebnissen desund des Prüfungsausschusses. ersten Quartals sowie mit einem seit dem Zeitpunkt der Befas- sung im März 2011 aktualisierten Statusbericht zur LageDer Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben diese in Japan, insbesondere zur Lage der japanischen Konzern­Unterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschluss­ gesellschaften sowie zu der vor Ort tätigen Belegschaftprüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichtete nach dem Erdbeben, Tsunami und Reaktorunfall. Außerdemund für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand, erteilte der Aufsichtsrat seine Zustimmung zur Schließungintensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis der von Trea­ ury-Einheiten in Belgien und zu einer Eigenkapital­ sPrüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prü- erhöhung beim chinesischen Pkw-Joint-Venture Beijing Benzfung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfung Automotive Co., Ltd. Im Mai wurde der Aufsichtsrat über dendurch den Abschlussprüfer an, stellte fest, dass Einwendungen Stand der Tognum-Transaktion und die Erhöhung desnicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand auf­ Angebotspreises informiert.gestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht.Damit war der Jahresabschluss 2010 der Daimler AG fest­gestellt. Auch hat der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandszur Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt und denBericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Berichtund den Vergütungsbericht in der vorliegenden Fassungverabschiedet. Ferner hat der Aufsichtsrat seine Beschluss­vorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordentlichenHauptversammlung 2011 verabschiedet. Darüber hinaus18
  • 1 | An unsere Aktionäre | Bericht des AufsichtsratsZusätzlich zur Erörterung des Geschäftsverlaufs und der Corporate Governance. Obwohl der Corporate GovernanceErgebnisse im zweiten Quartal erteilte der Aufsichtsrat in seiner Kodex im Berichtszeitraum nicht geändert wurde, befasste sichSitzung im Juli seine Zustimmung zu Kapitalzuführungen zum der Aufsichtsrat im Verlauf des Geschäftsjahres 2011 konti­deutschen Pensionsplanvermögen, zur Vornahme von Eigen­ nuierlich mit den Standards guter Corporate Governance, unterkapitalmaßnahmen bei der Tochtergesellschaft Daimler Trucks anderem mit dem entsprechenden Grünbuch der Euro­North America sowie zu einer Kapazitätserweiterung des Lkw- päischen Kommission.Joint-Ventures mit dem chinesischen Hersteller Foton.In derselben Sitzung befasste sich der Aufsichtsrat auch mit Wichtiger Garant für die effektive Zusammenarbeit im Auf-dem neuen Pensionsplan und den Themen für den bevor­ sichtsrat im Sinne guter Corporate Governance ist neben derstehenden Strategieworkshop. Ferner bestellte er Wilfried Porth im Vordergrund stehenden sachlichen Expertise auch einemit Wirkung zum 1. Mai 2012 erneut zum Mitglied des der Größe und der Internationalität des Unternehmens ange-Vorstands, verantwortlich für das Ressort Personal, und zum messene Vielfalt der Mitglieder in Bezug auf Nationalität,Arbeitsdirektor. Geschlecht, ethnische Herkunft und Erfahrungshintergrund. Der Aufsichtsrat der Daimler AG achtet im Rahmen vonWährend des zweitägigen Strategieworkshops im September Wahlvorschlägen zum Aufsichtsrat auf Internationalität undinformierte sich der Aufsichtsrat wie in jedem Jahr eingangs Ausgewogenheit, insbesondere in Bezug auf das Geschlecht,über den Stand der Umsetzung der vom Vorstand in den Vor- und betrachtet dies als Beitrag zur Stärkung des Führungs­jahren aufgezeigten strategischen Ziele der Daimler AG anspruchs von Daimler in der Automobilindustrie. Der Auf-und der Geschäftsfelder. Vor dem Hintergrund der aktuellen sichtsrat hat mit der Wahl von Petraea Heynike einengesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen diskutierte Frauenanteil von 20% auf der Seite der Anteilseignervertreterder Aufsichtsrat dabei den Umsetzungsstand der initiierten erreicht, der in den nächsten Jahren mindestens erhalten,Vorhaben der einzelnen Geschäftsfelder, die Positionierung wenn möglich ausgebaut werden soll.des Unternehmens und seiner Geschäftsfelder im Wettbewerbsowie die Marken- und Produktstrategie. Aufsichtsratsmitglieder der Daimler AG sind verpflichtet, potenzielle Interessenkonflikte dem Gesamtgremium gegen-Zusätzliche Schwerpunkte des Strategieworkshops waren: über offenzulegen und sich nicht an der Behandlung beziehungsweise Beschlussfassung von Themen zu beteiligen,–  eitere Wachstumschancen in den unterschiedlichen w die zu einem Interessenkonflikt führen können. Im Geschäfts- Märkten mit Schwerpunkt China, jahr 2011 hat es in diesem Zusammenhang keine Hinweise auf– Wettbewerbsanalysen, potenzielle Interessenkonflikte gegeben.–  tatusberichte über die jeweiligen Kooperationen, S–  ie neuesten Trends im Kundenverhalten auch im Hinblick d In seiner Sitzung im April beschloss der Aufsichtsrat eine auf künftige Entwicklungen urbaner Mobilität und bei Anpassung seiner Geschäftsordnung. Der Anregung des der Nutzung moderner Medien und sozialer Netzwerke, Kodex, dass bei Erstbestellung von Vorstandsmitgliedern die–  ie gesamte Technologie- und Marktstrategie zur d maximal mögliche Bestelldauer von fünf Jahren nicht die Sicherstellung nachhaltiger Mobilität, Regel sein sollte, wird danach künftig dadurch entsprochen,–  technologische Entwicklung bei Verbrennungsmotoren, die dass Erstbestellungen – und nur diese – in der Regel nur–  lektrische Antriebe, Hybridantriebe und wasserstoff­ e für drei Jahre erfolgen. betriebene Antriebe,–  pezifische Anforderungen an solche Antriebe in s In seiner Dezember-Sitzung hat der Aufsichtsrat die Geschäfts- wichtigen Märkten, beispielsweise in China, ordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse aktualisiert–  anagementkapazitäten und weitere personalspezifische M beziehungsweise redaktionell angepasst und gemäß § 161 AktG Themen insbesondere in spezifischen Wachstumsmärkten die Entsprechenserklärung 2011 zum Deutschen Corporate– sonstige strategische Themen. Governance Kodex verabschiedet. Mit den dort erläuterten beiden Ausnahmen wurde und wird allen EmpfehlungenIm Dezember behandelte der Aufsichtsrat auf Basis einer des Kodex entsprochen.umfassenden Dokumentation eingehend die Operative Planungfür die Jahre 2012 und 2013. Dabei diskutierte er bestehendeChancen und Risiken und das Risikomanagement des Unterneh-mens. Darüber hinaus beschloss der Aufsichtsrat denFinanzierungsrahmen für das Geschäftsjahr 2012 und behan-delte einen Sachstandsbericht zu EADS und die in diesemZusammenhang avisierte Veräußerung von 7,5% der EADS-Anteile an die KfW Bankengruppe. Weitere Gegenstände derDezember-Sitzung bildeten Corporate Governance Angelegen-heiten und Vorstandsvergütungsthemen. 19
  • Der Aufsichtsrat hat zuletzt im Geschäftsjahr 2010 eine extern Personalia des Aufsichtsrats. Mit Ablauf der Hauptver­moderierte Effizienzüberprüfung durchführen lassen und sammlung am 13. April 2011 schied der Anteilseignervertretererfüllt damit die Anforderung zur Durchführung einer regel­ Dr. Manfred Schneider aus dem Aufsichtsrat der Daimler AGmäßigen Effizienzprüfung im Sinne seiner Geschäftsordnung aus. Auf Vorschlag des Aufsichtsrats wurde Petraea Heynike mitund des Deutschen Corporate Governance Kodex. Die Ergeb­ Wirkung ab Beendigung der Hauptversammlung als Vertreterinnisse aus der Effizienzprüfung lassen auf eine sehr gute der Anteilseigner neu in den Aufsichtsrat gewählt. Dr. ManfredZusammenarbeit innerhalb des Aufsichtsrats und mit dem Bischoff und Lynton R. Wilson, deren Amtzeit ebenfalls mitVorstand schließen. Grundsätzlicher Handlungs- oder Ablauf der Hauptversammlung endete, wurden wiedergewählt.Veränderungsbedarf hat sich nicht gezeigt, vielmehr wurden Die Wahlvorschläge des Aufsichtsrats an die Hauptver­einzelne Anregungen gegeben, die umgesetzt werden. sammlung beruhten auf einer Empfehlung des Nominierungs­ ausschusses und einem entsprechenden Beschluss derDie Corporate Governance bei Daimler wird im Corporate Anteilseignervertreter des Aufsichtsrats.Governance Bericht auf den Seiten 169 ff. und im Vergütungs­bericht auf den Seiten 161 ff. des Geschäftsberichts aus­ Personalia des Vorstands. In einer Sitzung im Februar 2011führlich erläutert. bestellte der Aufsichtsrat wie oben erwähnt Frau Dr. Christine Hohmann-Dennhardt, Richterin am Bundesverfassungsgericht a. D., mit Wirkung zum 16. Februar 2011 für drei Jahre zumBericht über die Arbeit der Ausschüsse Mitglied des Vorstands für das durch Beschluss aus September 2010 neu geschaffene Vorstandsressort »Integrität undDer Präsidialausschuss ist im vergangenen Geschäftsjahr zu Recht«. Bodo Uebber wurde mit Wirkung zum 16. Dezembervier Sitzungen zusammengekommen. Dabei behandelte er 2011 für weitere drei Jahre erneut zum Mitglied des Vor­insbesondere Corporate Governance Themen und Vergütungs­ stands, verantwortlich für Finanzen & Controlling und Daimlerfragen sowie Personalangelegenheiten des Vorstands. Wie Financial Services, bestellt. In der Aufsichtsratssitzung imin den Vorjahren bildeten Compliance-Ziele einen Teil der indi­ Juli 2011 wurde Wilfried Porth mit Wirkung vom 1. Mai 2012,viduellen Zielvereinbarungen der Vorstandsmitglieder. entsprechend der Neufestlegung der Laufzeit bei Wieder­ bestellungen, für weitere fünf Jahre zum Mitglied des Vorstands,Der Prüfungsausschuss trat im Jahr 2011 zu sieben Sitz­ verantwortlich für das Ressort Personal, und zum Arbeits­ungen zusammen. Einzelheiten sind dem gesonderten Bericht direktor bestellt.dieses Ausschusses zu entnehmen (vgl. S. 158 ff.). Prüfung des Jahresabschlusses 2011. Der JahresabschlussDer Nominierungsausschuss hat im Geschäftsjahr 2011 der Daimler AG und der für die Daimler AG und den Konzernin zwei Sitzungen unter anderem eine Empfehlung für den Wahl­ zusammengefasste Lagebericht 2011 sind ordnungsgemäß vonvorschlag des Aufsichtsrats zur Wahl einer Anteilseigner­ der KPMG AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, Berlin,vertreterin in den Aufsichtsrat der Daimler AG erarbeitet. Der geprüft und mit einem uneingeschränkten BestätigungsvermerkWahlvorschlag berücksichtigte die Festlegungen zur Struktur, versehen worden. Dies gilt auch für den nach IFRS auf­zur Ausrichtung und zum Qualifikationsprofil der Anteilseigner­ gestellten und um weitere Erläuterungen ergänzten Konzern­vertreter im Aufsichtsrat und die Corporate Governance abschluss 2011.Anforderungen. Im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers wurden inDer nach dem deutschen Mitbestimmungsgesetz obligato­ einer Sitzung Anfang Februar 2012 die vorläufigen Kennzahlenrische Vermittlungsausschuss hatte wie in den Vorjahren des Jahres- und des Konzernabschlusses 2011 sowie derauch im Geschäftsjahr 2011 keinen Anlass, tätig zu werden. Gewinnverwendungsvorschlag an die Hauptversammlung 2012 erörtert. Die vorläufigen Kennzahlen zum GeschäftsjahrDie Ausschussvorsitzenden unterrichteten die Mitglieder des 2011 wurden in der Jahrespressekonferenz am 9. Februar 2012Aufsichtsrats über die Aktivitäten der Ausschüsse und etwaige veröffentlicht.Entscheidungen in der jeweils nächsten Aufsichtsratssitzung. In einer weiteren Sitzung Ende Februar 2012 behandelte der Aufsichtsrat den jeweils vom Abschlussprüfer mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahres­ abschluss der Gesellschaft, Konzernabschluss und zusammen­ gefassten Lagebericht für die Daimler AG und den Konzern, die Berichte des Prüfungsausschusses und des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Bericht und den Vergütungs­ bericht sowie den Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbe­ reitung standen den Aufsichtsratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen, teilweise im Entwurf, zur Verfügung, unter anderem20
  • 1 | An unsere Aktionäre | Bericht des Aufsichtsratsder Geschäftsbericht mit dem Konzernabschluss nach IFRS,dem zusammengefassten Lagebericht für die Daimler AGund den Konzern sowie dem Corporate Governance Bericht unddem Vergütungsbericht, der Jahresabschluss der Daimler AG,die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahresabschluss derDaimler AG, für den Konzernabschluss und für den zusammen-gefassten Lagebericht, der Gewinnverwendungsvorschlag desVorstands sowie Entwürfe der Berichte des Aufsichtsratsund des Prüfungsausschusses.Der Prüfungsausschuss und der Aufsichtsrat haben dieseUnterlagen eingehend behandelt und im Beisein des Abschluss­prüfers, der über die Ergebnisse seiner Prüfung berichteteund für ergänzende Fragen und Auskünfte zur Verfügung stand,intensiv erörtert. Nach dem abschließenden Ergebnis derPrüfung durch den Prüfungsausschuss und seiner eigenen Prü-fung schloss sich der Aufsichtsrat dem Ergebnis der Prüfungdurch den Abschlussprüfer an, stellte fest, dass Einwendungennicht zu erheben waren, und billigte die vom Vorstand auf­gestellten Abschlüsse und den zusammengefassten Lagebericht.Damit war der Jahresabschluss 2011 der Daimler AG fest­gestellt. Auch hat der Aufsichtsrat dem Vorschlag des Vorstandszur Verwendung des Bilanzgewinns zugestimmt und denBericht des Aufsichtsrats, den Corporate Governance Berichtund den Vergütungsbericht in der vorliegenden Fassungverabschiedet. Ferner hat der Aufsichtsrat seine Beschluss­vorschläge zu den Tagesordnungspunkten der ordent-lichen Hauptversammlung 2012 verabschiedet.Dank. Der Aufsichtsrat dankt allen Mitarbeiterinnen undMitarbeitern der Gesellschaften des Daimler-Konzerns und derUnternehmensleitung für ihren persönlichen Beitrag zumerfolgreichen Geschäftsjahr 2011. Besonderer Dank gilt demim April ausgeschiedenen, langjährigen AufsichtsratsmitgliedDr. Manfred Schneider, der das Unternehmen über viele Jahremit besonderem persönlichen Engagement eng begleitet hat.Stuttgart, im Februar 2012Der AufsichtsratDr. Manfred BischoffVorsitzender 21
  • Der AufsichtsratDr. Manfred Bischoff Dr. Jürgen HambrechtMünchen LudwigshafenVorsitzender des Aufsichtsrats der Daimler AG Ehemals Vorsitzender des Vorstands der BASF SEMitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:Fraport AG Deutsche Lufthansa AGRoyal KPN N.V. Fuchs Petrolub AG – VorsitzenderSMS GmbH – Vorsitzender Trumpf GmbH + Co. KGUniCredit S.p.A.Voith GmbH – Vorsitzender Petraea Heynike VeveyErich Klemm* Ehemals Executive Vice President of the Executive BoardSindelfingen of Nestlé S.A.Vorsitzender des Konzernbetriebsrats im Daimler-Konzern; (seit 13. April 2011)Vorsitzender des Gesamtbetriebsrats der Daimler AG; Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats der Schulich School of BusinessDaimler AG Jörg Hofmann*Dr. Paul Achleitner StuttgartMünchen IG Metall, Bezirksleiter Baden-WürttembergMitglied des Vorstands der Allianz SE Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Robert Bosch GmbHBayer AG Heidelberger Druckmaschinen AGRWE AGAllianz Investment Management SE – Vorsitzender Dr. Thomas Klebe*Allianz Global Investors AG Frankfurt am Main Leiter des Justiziariats der IG MetallSari Baldauf Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:Helsinki Daimler Luft- und Raumfahrt Holding AGEhemals Executive Vice President and General Manager ThyssenKrupp Materials International GmbHof the Networks Business Group of Nokia CorporationMitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Gerard KleisterleeHewlett-Packard Company AmsterdamF-Secure Corporation Ehemals President and CEO of Royal Philips Electronics N.V.Fortum OYj – Vorsitzende Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Vodafone Group Plc. – VorsitzenderDr. Clemens Börsig De Nederlandsche Bank N.V.Frankfurt am Main Royal Dutch Shell Plc.Vorsitzender des Aufsichtsrats der Deutsche Bank AG Dell Inc.Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien:Linde AG Jürgen Langer*Bayer AG Frankfurt am MainEmerson Electric Co. Betriebsratsvorsitzender der Niederlassung Frankfurt/ Offenbach, Daimler AGProf. Dr. Heinrich Flegel*StuttgartLeiter Forschung Material, Leichtbau und Produktions­technologien, Daimler AG; Vorsitzender des Konzern­sprecherausschusses im Daimler-Konzern22
  • 1 | An unsere Aktionäre | Der AufsichtsratAnsgar Osseforth* Lynton R. WilsonSindelfingen TorontoTeamleiter Mercedes-Benz Forschung und Entwicklung; Chairman of the Board of CAE Inc.;Bis 30.11.2011 Mitglied des Betriebsrats des Werks Chancellor, McMaster UniversitySindelfingen, Daimler AGValter Sanches*São Paulo Aus dem Aufsichtsrat ausgeschieden:Secretary of International Relations of ConfederaçãoNacional dos Metalúrgicos/CUT Dr. Manfred Schneider LeverkusenStefan Schwaab* Vorsitzender des Aufsichtsrats der Bayer AGGaggenau (ausgeschieden am 13. April 2011)Stellvertretender Vorsitzender des Konzernbetriebsratsim Daimler-Konzern und des Gesamtbetriebsrats derDaimler AG; Stellvertretender Vorsitzender des Betriebsratsdes Werks Gaggenau der Daimler AG Ausschüsse des Aufsichtsrats:Jörg Spies* Ausschuss nach § 27 Abs. 3 MitbestGStuttgart Dr. Manfred Bischoff – VorsitzenderVorsitzender des Betriebsrats der Zentrale, Daimler AG Erich Klemm* Dr. Jürgen HambrechtLloyd G. Trotter Dr. Thomas Klebe*PlainvilleEhemals Vice Chairman General Electric; President & CEO Präsidialausschussof the General Electric Group’s Industrial Division; Dr. Manfred Bischoff – VorsitzenderManaging Partner, Founder, GenNx360 Capital Partners Erich Klemm*Mitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Dr. Jürgen HambrechtPepsiCo Inc. Dr. Thomas Klebe*Textron Inc.syncreon Holdings Ltd. Prüfungsausschusssyncreon.US Holdings Inc. Dr. h.c. Bernhard Walter – Vorsitzendersyncreon.US Inc. Erich Klemm* Dr. Clemens BörsigDr. h.c. Bernhard Walter Stefan Schwaab*Frankfurt am MainEhemals Vorstandssprecher der Dresdner Bank AG NominierungsausschussMitgliedschaften in Aufsichtsräten/Kontrollgremien: Dr. Manfred Bischoff – VorsitzenderBilfinger Berger SE – Vorsitzender Dr. Paul AchleitnerDeutsche Telekom AG Sari BaldaufHenkel AG & Co. KGaAUwe Werner*BremenVorsitzender des Betriebsrats des Werks Bremender Daimler AG * Vertreter der Arbeitnehmer 23
  • Die Daimler-AktieDie Ausweitung der Staatsschuldenkrise und eine wachsende Unsicherheit über die weiterekonjunkturelle Entwicklung verursachten hohe Volatilitäten an den Kapitalmärkten. Der Kursder Daimler-Aktie entwickelte sich im Jahresvergleich deutlich rückläufig. Vorstand undAufsichtsrat schlagen angesichts des nochmals gesteigerten Konzernergebnisses eine höhereDividende von 2,20 (i. V. 1,85) € je Aktie vor. Turbulentes Jahr an den Weltbörsen. Die Aktienmärkte entwickelten sich im Jahr 2011 weltweit sehr volatil und unein- heitlich. Vor dem Hintergrund der positiven konjunkturellen1.01 Entwicklung und freundlicher Unternehmensergebnisse setzteEntwicklung der Daimler-Aktie und wichtiger Börsenindizes sich der aufwärtsgerichtete Trend aus dem Vorjahr zu Beginn des Jahres 2011 zunächst fort. Doch eine Reihe negativer Ende 2011 Ende 2010 11/10 Faktoren führten im März zu kräftigen Kursrückgängen: Veränd. in % dazu zählten die sich verschärfende Schuldenkrise im Euro- raum, die gewaltsamen Auseinandersetzungen in Nord­­ -Daimler-Aktie (in €) 33,92 50,73 -33 afrika und dem Nahen Osten, die Naturkatastrophe in Japan sowie aufkeimende Inflationssorgen. Mit den guten Quar­DAX 30 5.898 6.914 -15 talsergebnissen der Unternehmen in Europa und den USADow Jones Euro STOXX 50 2.317 2.793 -17 erholten sich die Aktienmärkte jedoch rasch und erreichtenDow Jones Industrial Average 12.218 11.578 +6 im Mai ihre Jahreshöchstwerte. Nach einer längeren Seitwärts­Nikkei 8.455 10.229 -17 bewegung gaben die Kurse Anfang August aufgrund derDow Jones STOXX Auto Index 259 341 -24 sich eintrübenden konjunkturellen Erwartungen auf breiter Front nach. Die sich zuspitzende Finanzkrise in Europa und die Herabstufung der Bonität der Vereinigten Staaten ließen die Befürchtungen des Marktes vor einer Rezession in den Herbstmonaten weiter steigen. In der Folge blieben die1.02 Märkte sehr volatil.Kennzahlen je Aktie Der Index der wichtigsten Titel im Euroraum, der Dow Jones 2011 2010 11/10 Euro STOXX 50, gab insbesondere im zweiten Halbjahr 2011Werte in € Veränd. in % deutlich nach und verlor im Gesamtjahr insgesamt 17%. Der deutsche Leitindex DAX verlor 15%, in den USA stieg derKonzern-Ergebnis 5,32 4,28 +24 Dow Jones auf Jahressicht um 6%, und der Nikkei-Index inKonzern-Ergebnis (verwässert) 5,31 4,28 +24 Japan schloss zum Jahresende 17% tiefer.Dividende 2,20 1,85 +19Eigenkapital (31.12.) 38,77 35,62 +9 Daimler-Aktie mit volatiler Wertentwicklung im Jahres­Börsenkurs: Jahresende 1 33,92 50,73 -33 verlauf. Die Autowerte starteten positiv ins Jahr 2011.Höchst 1 58,46 54,87 +7 Unsere Aktie profitierte zu Jahresbeginn von den guten Absatz­Tiefst 1 29,16 30,35 -4 zahlen im Dezember und den ermutigenden Daten vom1 Schlusskurse US-amerikanischen Lkw-Markt. Die Daimler-Aktie erreichte am 18. Januar mit 58,46 € den höchsten Stand des Jahres. Danach setzte eine Phase der Konsolidierung ein. Dabei belastete die zunehmende Unsicherheit den Kursverlauf zyklischer Aktien wie Daimler überproportional. Trotzdem hielt sich die Daimler-Aktie bis Ende Juli auch angesichts negativer Faktoren, wie der Schuldenkrise in Europa, der Naturkatastrophe in Japan sowie der Konflikte in Nord- a ­ frika und im Nahen Osten, auf dem Kursniveau zum Jahres­ ende 2010. Im August gaben die Aktienkurse dann deutlich nach. Den starken Verkäufen stand in dieser Phase nur eine schwach ausgeprägte Aufnahmebereitschaft gegenüber. In diesem Handelsumfeld hatten insbesondere die konjunktur­24
  • 1 | An unsere Aktionäre | Die Daimler-Aktiesensitiven Automobiltitel hohe Kursverluste zu verzeichnen. Bezug auf Teile des Anteilsbesitzes von Aabar zu einerTrotz guter Absatzmeldungen während der Sommerpause doppelten Berücksichtigung. Einschließlich der Aktien, die inblieb die Risikoneigung der Investoren und insbesondere Verbindung mit Finanzierungstransaktionen an Dritteder US-Anleger, die ihr Engagement in risikobehaftete euro­ verliehen wurden und für die ein Rückübertragungsanspruchpäische Anlagen reduzierten, verhalten. Getragen von für Aabar besteht, hält Aabar weiterhin 9,04%.einer positiven Entwicklung am deutschen Aktienmarkt undder Veröffentlichung von guten, der Markterwartung ent- Die BlackRock Inc., New York, hat uns im August 2011sprechenden Ergebnissen für das dritte Quartal, konnte die mitgeteilt, dass sie die Meldeschwelle von 5% gemäß WpHGDaimler-Aktie im Oktober in einem sehr volatilen Umfeld überschritten hat und ihr Stimmrechtsanteil an Daimlerwieder deutlich an Wert gewinnen. Doch schon im Monat zum 11. August 2011 bei 5,7% lag. Weiterhin oberhalb derdarauf brachen die Aktienmärkte und die Automobilwerte Meldeschwelle von 3% gemäß WpHG liegt die Capitalerneut ein; zurückzuführen war dies darauf, dass die Unsicher­ Research and Management Company, Los Angeles, die unsheiten in Zusammenhang mit der Bewältigung der Euro-Krise im Mai 2010 einen Anteil von 3,1% mitgeteilt hatte.nochmals größer geworden waren. In dieser Phase erreichteder Kurs der Daimler-Aktie am 23. November mit 29,16 € Die noch zum Jahresende 2010 im Bestand befindlichenden tiefsten Stand des Jahres. Nach einer kurzfristigen kräf- eigenen Aktien (rund 0,2 Mio. Stück im Wert von rund 7 Mio. €)tigen Kurserholung bewegte sich unsere Aktie im letzten wurden im Berichtsjahr zur Erfüllung von AnsprüchenHandelsmonat seitwärts und schloss am 30. Dezember bei ehemaliger AEG-Aktionäre aus einem Spruchverfahren33,92 €.  1.01 Damit verlor der Kurs im Jahresverlauf verwendet.33% und entwickelte sich somit schwächer als der DowJones STOXX Auto Index (-24%) und der DAX (-15%). DieMarktkapitalisierung betrug am Jahresende 36,2 Mrd. €.In den ersten Wochen des Jahres 2012 legte die 1.03Daimler-Aktie deutlich zu. Höchst- und Tiefstkurse Daimler, 2011 in €Dividende von 2,20 €.  1.02 Vorstand und Aufsichts­ at rwerden der Hauptversammlung am 4. April 2012 vor­ - 65schlagen, angesichts der guten Geschäftsentwicklung die 60Dividende von 1,85 € auf 2,20 € pro Aktie zu erhöhen. 55Die Ausschüttungssumme beträgt damit 2.346 (i. V. 1.971) 50Mio. €. 45 40Breite Aktionärsstruktur.  1.07 Mit rund 1,0 Mio. 35Aktio­ ären verfügt Daimler weiterhin über eine breite Aktio- n 30när­ basis. Die Zahl der Aktionäre ist im Vergleich zum Vorjahr s 25stabil geblieben. Damit hat sich der Trend der rückläufigen 20Aktionärszahlen aus den Vorjahren nicht fortgesetzt. Im 1.11 2.11 3.11 4.11 5.11 6.11 7.11 8.11 9.11 10.11 11.11 12.11zweiten Halbjahr 2011 erfreute sich unsere Aktie einer stetigsteigenden Nachfrage bei den Privatinvestoren, hauptsächlichaus Deutschland. 1.04Die Kuwait Investment Authority hält einen Anteil von 6,9% an Börsenkursentwicklung (indiziert)der Daimler AG. Die Renault-Nissan-Allianz hält einen Anteilvon 3,1%. 140 130Aabar Investments PJS, Abu Dhabi, (Aabar) hat uns im 120Oktober 2011 mitgeteilt, dass ihr Stimmrechtsanteil an Daimler 110die Meldeschwelle von 5% unterschritten hat und zu diesem 100Zeitpunkt 4,99998% betragen hat. Auslöser für das Unter­ 90schreiten der Meldeschwelle war eine leichte Erhöhung 80des Grundkapitals von Daimler durch Ausübung von Stock 70Options. Im Februar 2012 teilte uns Aabar mit, dass sich 60ihr Bestand an physischen Daimler-Aktien auf rund 32,7 Mio. 50Aktien reduziert hat; dies entspricht einem Anteil von 31.12.10 28.2.11 29.4.11 30.6.11 31.8.11 31.10.11 31.12.113,07%. Im Zuge der jeweiligen Beteiligungsmeldungen hat Daimler AGAabar uns ferner mitgeteilt, dass darüber hinaus für die Dow Jones STOXX Auto IndexDifferenz zu den ursprünglich erworbenen 96,4 Mio. Aktien DAXein Anspruch auf Rückübertragung besteht. Aabar hatim Zusammenhang mit seinem Anteilsbesitz eine Reihe vonFinanzierungstransaktionen abgeschlossen. Seit dem1. Februar 2012 fordern die neuen Regelungen des Wertpapier­handelsgesetzes (WpHG) die separate Offenlegungbestimmter Elemente dieser Transaktionen. Dies führt in 25
  • Insgesamt halten institutionelle Anleger 67% des Aktien­1.05 kapitals, 20% befinden sich im Eigentum von Privat­ nlegern. aKennzahlen Europäische Investoren besitzen rund 69% des Kapitals, rund 18% liegen bei US-Investoren.  1.08 Ende 2011 Ende 2010 11/10 Veränd. in % Die Gewichtung der Daimler-Aktie in wichtigen Indizes hat sich im Jahresverlauf infolge der rückläufigen Kurs­ ntwicklung eGezeichnetes Kapital (in Mio. €) 3.060 3.058 +0 vermindert. Mit einer Gewichtung von 5,93 (i. V. 7,51)% standAnzahl der Aktien (in Mio.) 1.066,3 1.065,6 +0 Daimler am Jahresende 2011 an siebter Stelle im deutschendavon im eigenen Bestand 0 0,2 -100 Aktienindex DAX 30.  1.05 Im Dow Jones Euro STOXX 50 warBörsenkurswert (in Mrd. €) 36,2 54,0 -33 die Aktie mit einem Gewicht von 2,26 (i. V. 2,88)% vertreten.Anzahl der Aktionäre (in Mio.) 1,0 1,0 0 Die Daimler-Aktie ist in Frankfurt und Stuttgart notiert. ImIndexgewichtung Jahr 2011 lag der Börsenumsatz in Deutschland bei 1.728 DAX 30 5,93% 7,51% (i. V. 1.492) Mio. Aktien. Zunehmend wird Daimler auf den multi- Dow Jones Euro STOXX 50 2,26% 2,88% lateralen Handelsplattformen und im Over-The-Counter-­Langfristiges Credit Rating Markt gehandelt. Standard & Poor’s BBB+ BBB+ Moody’s A3 A3 Starker Anstieg bei Teilnahme am Belegschaftsaktien­ Fitch A- BBB+ programm. Im März 2011 konnten bezugsberechtigte DBRS A (low) A (low) Mitarbeiter wieder Belegschaftsaktien erwerben. Eine erst- mals eingeräumte Kaufpreisvergünstigung sowie Bonus­­­­­- aktien trugen zur Steigerung der Teilnehmerzahlen auf 32.200 (i. V. 19.400) Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei. Diese1.06 er­­warben insgesamt 610.300 (i. V. 350.700) Belegschafts-Börsendaten der Daimler-Aktie aktien. Hauptversammlung stimmt mit großer Mehrheit denISIN DE0007100000 Vorschlägen der Verwaltung zu. Unsere HauptversammlungWertpapierkennnummer 710000 am 13. April 2011 im Internationalen Congress CentrumBörsenkürzel DAI (ICC) Berlin besuchten rund 5.100 (i. V. 4.700) AktionärinnenTickersymbol Reuters DAIGn.DE und Aktionäre. Mit 43,3 (i. V. 40,3)% übertraf das vertreteneTickersymbol Bloomberg DAI:GR Grundkapital (Teilnahmepräsenz zuzüglich Briefwahlstimmen) das Niveau des Vorjahres. Bei der Abstimmung über die Tagesordnungs­ unkte folgten die Aktionäre jeweils mit großer p Mehrheit den Vorschlägen der Verwaltung.1.07Aktionärsstruktur am 06.02. 2012 Ihr Stimmrecht können die Anteilseigner in der Haupt­ er­ v -nach Aktionärsgruppen sammlung entweder selbst ausüben oder durch einen Bevollmächtigten ihrer Wahl oder einen weisungsgebundenenKuwait Investment Authority 6,9% Stimmrechtsvertreter der Gesellschaft ausüben lassen.Aabar Investments PJS 3,1%* Für die Hauptversammlung 2011 haben wir erstmals auch dieRenault-Nissan 3,1% Briefwahl angeboten. Alle Dokumente und InformationenInstitutionelle Investoren 66,5% zur Hauptversammlung sind unter www.daimler.com/ir/hvPrivate Anleger 20,4% verfügbar. Daimler nutzte die Ausstellungsflächen des ICC erneut dazu, den Anteilseignern das breite Produktspektrum und die Technologiekompetenz des Unternehmens, insbesondere1.08 im Bereich nachhaltiger Mobilität, zu demonstrieren.Aktionärsstruktur am 06.02. 2012 Das 125-jährige Jubiläum des Automobils haben wir auf dernach Regionen Hauptversammlung 2011 zum Anlass genommen, auf Höhepunkte in der langjährigen Geschichte des Unter­Deutschland 32,9% nehmens hinzu­weisen.Europa, ohne Deutschland 36,3%USA 17,9%Kuwait 6,9%Vereinigte Arabische Emirate 3,1%*Asien 2,6%Sonstige 0,3%* 9,04% einschließlich der Aktien, die in Verbindung mit Finanzierungstransaktionen an Dritte verliehen wurden und auf die Aabar einen Rücklieferungsanspruch hat26
  • 1 | An unsere Aktionäre | Die Daimler-AktieWiederum umfassende Investor Relations-Aktivitäten. Zahl der Online-Aktionäre bleibt auf hohem Niveau.Auch im Jahr 2011 hat der Bereich Investor Relations Die Angebote zur persönlichen elektronischen Informationinstitutionelle Investoren, Analysten, Ratingagenturen sowie und Kommunikation finden bei unseren Aktionärinnen unddie privaten Anleger zeitnah über die wirtschaftliche Aktionären weiterhin großen Zuspruch. Im Jahr 2011 habenEntwicklung des Unternehmens informiert. Für institutionelle rund 90.000 Aktionäre ihre Einladung zur HauptversammlungAnleger und Analysten veranstalteten wir Roadshows in nicht mehr per Post, sondern per E-Mail erhalten. Wir bedankenden Finanzzentren Europas, Nordamerikas, Asiens und Austra­ - uns bei diesen Aktionären, da sie dazu beigetragen haben,liens. Zusätzlich führten wir zahlreiche Einzelgespräche, die Umwelt zu schonen und Kosten zu sparen. Wie in früherensogenannte »one-on-one-Meetings«, durch. Unternehmens- Jahren haben wir unter diesen Aktionären über ein Gewinn­ -p­ räsentationen haben wir im Rahmen von Investoren­ spiel attraktive Preise verlost. Den Zugang und weitere Infor­­konferenzen abgehalten, insbesondere während der inter- mationen zum e-service für Aktionäre finden Sie imnationalen Automobilausstellungen in Genf, Paris und Internet unter https://register.daimler.com.Frankfurt. Über unsere Quartalsergebnisse wurde mittelsTelefonkonferenzen und Internetübertragungen regel­ Ein Teil des e-service für Aktionäre ist der elektronischemäßig berichtet. Die Präsentationen lassen sich auf unserer HV-Service. Im Rahmen der Einführung der Briefwahl für alleInternetseite unter http://www.daimler.com/ir/event/d Aktionäre haben wir im Jahr 2011 auch die Briefwahl imeinsehen. Schwerpunkte der Gespräche mit den Analysten e-service angeboten. Von diesem neuen Service haben rundund Investoren waren die aktuelle Ergebniserwartung für 2.100 Aktionärinnen und Aktionäre Gebrauch gemacht.das Jahr 2011 sowie die Geschäftsentwicklungen und dieErtragskraft in den einzelnen Geschäftsfeldern undRegionen.Am 9. März 2011 hat Daimler auf einer gemeinsamen Presse-konferenz mit Rolls-Royce ein öffentliches Übernahme­angebot für die Tognum AG angekündigt. Der Kapitalmarktwurde von den beiden Vorstands­ orsitzenden im Rahmen veiner im Internet übertragenen Pressekonferenz über Detailsder beabsichtigten Übernahme informiert. Über die einzelnenSchritte der Übernahme, die im September 2011 vollzogenwurde, haben wir die Öffentlichkeit und den Kapitalmarktjeweils zeitnah unterrichtet.Internetauftritt wurde weiterentwickelt. Das Spektrumvon Themen innerhalb unseres Internetauftritts wurdenochmals erweitert, und die Navigation haben wir noch nutzer­freundlicher gestaltet. Informative Texte, schematischeAnimationen und viel Filmmaterial laden die Nutzer dank ihrerinnovativen, multimedialen Präsentationsform zum eigen-ständigen Vertiefen ein. Alle Informationen der Konzernweb-site können auch optimiert für mobile Endgeräte – wie zumBeispiel Smartphones – schnell und bequem von unterwegsunter www.daimler.mobi abgerufen werden. Außerdem bietetdie Daimler-App für iPhone™ und iPad™ aktuelle Informationenzum Konzern, zu den Marken und Produkten sowie zuTechnologie- und Innovationsthemen.Unser interaktiver Geschäftsbericht 2010 wurde im Berichts­-jahr bei den renommierten International Business Awardsbranchenübergreifend als weltweit bester Online-Geschäfts­bericht ausgezeichnet. 27
  • Innovation und Wachstum 30 – 35 Innovation im großen Stil 36 – 39 Die jungen Kompakten 40 – 45 Faszination Elektromobilität 46 – 51 Was bewegt uns morgen? 52 – 57 Globaler Erfolg made by Daimler 58 – 61 Weltweit ganz nah beim Kunden 62 – 65 Zukunft ist unser Element 66 – 69 Avantgarde der zukünftigen Mobilität 28
  • 2 | Innovation und Wachstum150.000km Laufleistung bis zum ersten Ölwechsel 2.600.000 0,26 Fahrzeuge finanziert und verleast DFS weltweit bester cw-Wert in der Kompaktklasse 39260.000car2go Kunden +60 0 Emission kW Höchstleistung 8.000 °C höchste Temperatur im Warmkanal 50.000.000 Vertriebsstandorte in der ganzen Welt 1410 km Motorenerprobung auf Prüfstand und Straße neue Assistenzsysteme Jahre automobile Zukunft antizipiert 1.000 km emissionsfreie Reichweite: F-CELL Plug-in HYBRID Starke Zahlen verkörpern Innovation und Wachs- tum bei Daimler. Sie sind Ausdruck einer Strate- gie, mit der wir an unsere Pionierleistungen der Vergangenheit anknüpfen und das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen. Dabei geht es um Menschen, Mobilität und Märkte. Geschichten und Informationen rund um diese Zahlen finden Sie auf den folgenden Seiten. 29
  • Innovationim großen StilWirtschaftlichster Fernverkehr mit demWeltmeister. Nach 10.000 km »Record Run«steht fest: Der neue Mercedes-Benz Actrosverbindet sauberste Emissionswerte mitsparsamstem Verbrauch auf Rekordniveau.Auch bei Komfort, Sicherheit und Fahr-dynamik erreicht er neue Dimensionen.25l/100 km Verbrauch beim Record Run 2011150.000km Laufleistung bis zum ersten Ölwechsel1.200.000km maximale Laufleistung bis zum ersten technischen Überholungsintervall30
  • 2 | Innovation und Wachstum 31
  • Innovation im großen Stil Der neue Actros von Mercedes-Benz definiert die Zukunft des Fernverkehrs Aufbruch in ein neues Zeitalter. Der neue Actros stellt in Sein kraftvoll-markantes Design verkörpert auch die inneren puncto Wirtschaftlichkeit, Komfort und Fahrdynamik alles Stärken des neuen Actros. Extrem sparsame Motoren, bisher Dagewesene in den Schatten. eine ausgefeilte Aerodynamik und Services wie das Telema- tiksystem FleetBoard machen den Schwer-Lkw herausragend Neue Produktgenerationen bilden die Grundpfeiler unseres umweltfreundlich und wirtschaftlich. Sein freundliches Ambi- Erfolgs im weltweiten Lkw-Geschäft. So zählt der neue ente, die klare Trennung zwischen Arbeiten und Entspannen Actros zu den größten Lkw-Entwicklungen in der 115-jährigen sowie großzügiger Lebens- und Stauraum sorgen für Komfort. Geschichte von Mercedes-Benz Trucks. Als einziger Herstel- Mit Innovationen an Hinterachse, Lenkung und Rahmen sorgt ler entwickelte Mercedes-Benz mit Blick auf die ab 2014 der neue Actros für ein sicheres und solides Fahrgefühl und gültige Abgasnorm Euro VI nicht nur einen neuen Motor, setzt so Maßstäbe in Sachen Fahrdynamik. sondern einen zukunftsweisenden Schwer-Lkw. Als Flagg- schiff für den Fernverkehr steckt der neue Actros voller Innovationen und Emotionen.Revolution auf EuropasFernstraßen. Der neueActros folgt kompro-misslos der Prämisse»Trucks you can trust«und wurde als ersterund bisher einziger Lkwkonsequent auf dieAbgasstufe Euro VI hinentwickelt. Innovative Euro-VI-Motoren machen mehr Kilometer aus weniger Diesel 80/50 % weniger Stickoxid- und Partikel-Emissionen bei Euro VI Geballte BlueEfficiency Power und niedrigste Abgaswerte liefert der Sechszylinder-Reihenmotor mit 12,8 l Hubraum und vier Leistungsstufen von 310 bis 375 kW. Die neue Motorengeneration zeichnet sich durch die kompakte Bauweise sowie eine einzigartige Verbindung von Sauberkeit und Sparsamkeit aus. So liegt der Verbrauch trotz aufwendiger Abgasnachbehandlung bei Euro V um bis zu 7% und bei Euro VI um bis zu 4% unterhalb des Vorgängers. Im Praxistest erzielte der neue Actros sogar noch bessere Werte (siehe Seite 34). Das intelligente Zusammenspiel neu entwickelter Komponenten, wie Common-Rail-Einspritzung mit X-Pulse, das einen Einspritzdruck bis 2.100 bar realisieren kann, macht es möglich. 32
  • 2 | Innovation und Wachstum2.600Teststunden im WindkanalEin Lkw im Windkanal? Für einenPremium-Lkw von Mercedes-Benz eineSelbstverständlichkeit. 2.600 Stundenwurde der neue Actros im Windkanalerprobt und verbrauchsoptimiert. Bei 50.000.000 km Motorenerprobung auf Prüfstand und Straße 20.000.000einer Stirnfläche von rund 10 qm undeiner jährlichen Laufleistung von rund150.000 km kommt es auf jedes Detailan. Mit seiner perfekten Aerodynamikfährt der neue Actros jetzt alssparsamster Lkw voraus. km Vorserienerprobung auf der StraßeIm BlickpunktEin gutes Gefühl: Der neue Actros ist extrem hart im Nehmen Erster neuer Actros Euro VI nach Frankreich ausgeliefertNoch nie wurde ein neuer Lkw so intensiv getestet, und noch nie Im Rahmen eines Großauftrags über 500 Mercedes-Benz Lkw wurdemusste sich ein Lkw von Mercedes-Benz den Stern so hart verdie- im Oktober 2011 der erste neue Actros Euro VI an Transalliance,nen wie der neue Actros. Entwickelt nach den strengen Regeln der eines der größten Logistikunternehmen in Europa, übergeben.»Quality Gates« von Daimler Trucks, bestand er unzählige Tests vonMotor und Antrieb, von Chassis und Fahrerhaus. Ebenso Schlecht- Mit FleetBoard inside noch profitabler unterwegswege- und Dauerlauftests, Erprobungen in der Klimakammer und Als erster Hersteller bietet Mercedes-Benz das Flottenmanagement-auf der Straße. Im täglichen Einsatz wird der neue Actros solche system im neuen Actros serienmäßig an, und jeder FleetBoard KundeExtreme niemals antreffen, doch ist es beruhigend zu wissen, dass kann es vier Monate lang kostenlos testen.er ihnen gewachsen wäre. Die Spitze des Schwerlast-SegmentsSerienstart in Wörth Der neue Actros gewann im November 2011 in der Kategorie »LkwIm September 2011 lief der erste neue Actros im Mercedes-Benz ab 7,5 Tonnen« den »Europäischen Transportpreis für NachhaltigkeitWerk Wörth vom Band. Das größte Lkw-Montagewerk der Welt 2012«. Außerdem wurde das neue Flaggschiff von Mercedes-Benzbeweist nicht nur Effizienz, sondern auch Flexibilität, denn jeder Lkw von einer internationalen Experten-Jury zum »Truck of the Yearneue Actros wird genau nach Kundenwunsch gebaut. Statistisch 2012« gekürt. Damit erhält die Baureihe bereits zum vierten Malgleichen sich keine zwei Fahrzeuge einer Jahresproduktion. diese Auszeichnung. 33
  • 2 | Innovation und WachstumInnovation im großen StilRecord Run 2011:Klarer Sieg für den Rekordjäger –der neue Actros ist Verbrauchs-WeltmeisterSeit der spektakulären Langstrecken-Vergleichsfahrt über Sachverständige der DEKRA ermittelten die Rekordwerte. »Der neue Actros hat den10.000 km ist es offiziell: Der neue Actros ist der wirtschaft- Der neue Actros verbrauchte nach Euro V 2 l/100 km (-7,6%) angestrebten Kraftstoffverbrauchlichste Lkw aller Zeiten. Beim Record Run 2011 auf der Route und nach Euro VI 1,2 l/100 km (-4,5%) weniger als der auf unserer siebentägigenRotterdam – Stettin – Rotterdam bewies er seine Weltmeis- bekannt sparsame Vorgänger. Fahrt deutlich unterschritten.«terqualitäten. In den Lkw mit Standard-Aufliegern und Last- Richard Schneider, Berufskraftfahrerzuggesamtgewichten von 40t waren Berufskraftfahrer mitdurchschnittlich 80 km/h unterwegs. Das Ergebnis verblüffteselbst Experten.Maß der Dinge 10.000 km Langstrecken-Vergleichsfahrt 77,5 km/h Durchschnittsgeschwindigkeit 13 Fahrerassistenzsysteme für Sicherheit und Komfort34 35
  • Revolutionär36
  • 2 | Innovation und WachstumDie jungenKompaktenNicht nur die neue B-Klasse – eine ganzeGeneration Kompakter mit Stern ist aufdem Weg. Mit insgesamt fünf neuenModellen von Mercedes-Benz sprechenwir gezielt auch jüngere Kundenkreise an.3neue Motoren mit ECO Start-Stopp-Funktion10neue Assistenzsysteme976mm größte Beinfreiheit im Segment 37
  • Die jungen KompaktenSicher und komfortabel – aber auch jung und emotional:Aufbruch in das nächste Kompaktklasse-ZeitalterAls Erfinder des Automobils erneuern wir auch unsere Auf der IAA 2011 feierte der neue Kompakte Premiere. MitModellpalette in besonderer Weise. So startete dem partiellen Doppelboden (Energy Space) für alternativeMercedes-Benz Cars 2011 mit der neuen B-Klasse eine Antriebe ist er ideal für die Zukunft gerüstet. Die neueeinzigartige Kompaktklasse-Offensive. Die bisherige A- B-Klasse präsentiert sich mit so vielen Neuheiten wie nieund B-Klasse bereiteten erfolgreich den Weg. Mit inno- zuvor bei einem Modellwechsel von Mercedes-Benz. Vonvativen und faszinierenden Kompaktmodellen bauen diesem Quantensprung profitieren die Kunden durch nied-wir diesen konsequent weiter aus. rigste Verbrauchs- und CO2 - Werte, kombiniert mit Fahrspaß, reichlich Platz und dem höchsten Sicherheitsstandard, derPulsschlag einer neuen Generation: Concept A-CLASS diese Klasse in Zukunft ganz neu definiert.Das Concept A-CLASS signalisiert mit seinem expressivenDesign konzentrierte Dynamik. Die Studie eröffnet neue Premium in Sachen SicherheitSpielräume und gibt nicht nur optisch, sondern auch tech- Weltweit einmalig im Kompaktsegment erhalten die neuenisch den Takt vor für das neue Kompaktklasse-Zeitalter B-Klasse und die künftige neue A-Klasse serienmäßig denvon Mercedes-Benz. COLLISION PREVENTION ASSIST. Die radargestützte Kollisi- onswarnung mit adaptivem Bremsassistenten kann vor typi-Für alles, was vor uns liegt: die neue B-Klasse schen Auffahrunfällen schützen. Damit ist die neue B-KlasseDen Anfang dieser Ära macht die zweite Generation der in Sachen Sicherheit der Maßstab in ihrem Segment. DasMercedes-Benz B-Klasse. Sie präsentiert sich noch agiler, macht sie auch für junge Familien besonders attraktiv. Auchsicherer und effizienter als bisher, dabei gewohnt komforta- durch zahlreiche weitere Assistenzssysteme aus den größe-bel und geräumig. Das Multitalent ist ein ideales Fahrzeug ren Modellen wird die Kompaktklasse von Mercedes-Benzfür junge Familien. Optisch signalisiert der Premium-Sports- immer sicherer.Tourer dynamischen Anspruch durch die niedrigere Fahrzeug-höhe und die charakteristischen Linien des Exterieurs.Faszinierend Mit hochwertigen Materialien, fein strukturierten Oberflächen und edlen Details verschiebt das Concept A-CLASS den Maßstab der Kompakten nach oben.38
  • 2 | Innovation und WachstumDie Mercedes-BenzKompaktklasse-OffensivePremium ist keine Frage der Abmessungen, sondern vonWertanmutung, Qualität und Stil. Mit insgesamt fünf stattbisher zwei Kompaktklasse-Modellen von Mercedes-Benzwerden wir den Anspruch und das Lebensgefühl einerdynamisch wachsenden Kundengruppe perfekt adressieren.2011 Einführung neue B-Klasse2012 Einführung neue A-Klasse danach folgen:– Kompaktes Coupé– Kompakter Geländewagen und– ein weiteres Modell Über COMAND Online lassen sich bestimmte Applikationen, Dienste und Inhalte des digitalen Lebensstils bedienen.Mit einem für Vollheckfahrzeuge geradezu sensationellenLuftwiderstandsbeiwert (c w -Wert) setzt sich die neue B-Klassedeutlich an die Spitze ihres Segments. 0,26 bester cw-Wert in der Kompaktklasse 39
  • 2 | Innovation und WachstumFaszinationElektromobilitätVollelektrische Modelle von Daimlersind bereits ein lebendiger Teil desStraßenbildes. Unsere weltweit größteElektroflotte begeistert die Menschenund gestaltet emissionsfreie Mobilität.Weitere Fahrzeuge stehen kurz vor derEinführung, wie der SLS AMG E-CELL,der keinen Zweifel lässt: sauber undfaszinierend – das geht.880Nm max. Drehmoment392kW Höchstleistung Der Mercedes-Benz SLS AMG E-CELL weist den Weg bei der Entwicklung von atemberaubenden Sportwagen mit lokal emissionsfreiem Hightech-Antrieb. Elektrisierend40 41
  • Faszination ElektromobilitätGrünes Licht für Verantwortungund exzellentes FahrvergnügenDie weltweite Nachfrage nach individueller Mobilität wächst Der Schlüssel für die Elektrifizierung des Antriebs sind leis-ungebrochen weiter. Die Fahrzeuge sollen sicher, komfortabel, tungsstarke Lithium-Ionen-Batterien, die Daimler als einzigerleistungsstark sein – und gleichzeitig sparsam und umwelt- deutscher Hersteller deshalb auch selbst entwickelt und abverträglich. Als Erfinder des Automobils gestaltet Daimler die 2012 gezielt industrialisiert.Mobilität von morgen und ist dabei auf dem Weg zum grünenTechnologieführer. Über die voll alltagstaugliche Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL mit Brennstoffzellen-Technologie hinaus stellenNeben der weiteren Optimierung unserer hocheffizienten batteriebetriebene Fahrzeuge in allen Fahrzeugsparten dieVerbrennungsmotoren und der Effizienzsteigerung durch Meilensteine der emissionsfreien Mobilität von Daimler dar.Hybridisierung forcieren wir speziell auch die Elektromobilität. So verfügen wir schon heute über eine einzigartige FlotteFür das lokal emissionsfreie Fahren mit Elektrofahrzeugen an zuverlässigen Elektrofahrzeugen, die weltweit für grünesetzt Daimler sowohl auf die Batterie als auch auf die Brenn- Dynamik und Begeisterung sorgt.stoffzelle und entwickelt beide konsequent weiter – denndiesen Antriebstechnologien gehört die Zukunft.Die Elektroflotte von DaimlerBereits heute ist ein breites Spektrum an Elektrofahrzeugen aus allen Sparten unterwegs – damit sind die Weichen für unsere Pkw,Trucks, Transporter und Busse erfolgreich gestellt. Ergänzt wird unser grünes Portfolio mit über 3.000 Elektrofahrzeugen auf der Straßedurch eine Vielzahl bedarfsgerechter Hybridmodelle.smart fortwo electric drive (Generation III) Die erste und zweite Generation sind seit 2007 und 2009 erfolgreich im Einsatz.Mercedes-Benz Cars Die dritte Generation geht im Jahr 2012 sukzessive in 30 Märkten an den Start. Ab dem ersten vollen Produktionsjahr streben wir fünfstellige Stückzahlen an.Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL Der voll alltags- und familientaugliche Fünfsitzer mit batterieelektrischem AntriebMercedes-Benz Cars bietet großzügigen und flexibel nutzbaren Raum. Die Produktion von insgesamt 500 Fahrzeugen ist im Herbst 2010 angelaufen.Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL Der Elektro-Pkw mit Brennstoffzelle ging 2009 in Serie mit fast 200 FahrzeugenMercedes-Benz Cars für Europa und USA. 2011 untermauerte er seine Alltagstauglichkeit auf dem World Drive, und ab 2014 startet die Produktion großer Stückzahlen.Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid Leise, sparsam und emissionsfrei fahren heute bereits elf Brennstoffzellenbusse imDaimler Buses Liniendienst in Innenstädten und Metropolen. Der Stadtbus Mercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid wird seriennah seit 2011 auf dem Produktionsband des Citaro im Werk Mannheim produziert.Mercedes-Benz Vito E-CELL Seit der Einführung im Jahr 2010 sind mittlerweile rund 500 Fahrzeuge desMercedes-Benz Vans weltweit ersten Elektro-Serientransporters ohne Einschränkung der Zuladung und des Transportvolumens auf der Straße. Bis Ende 2012 sind insgesamt rund 2.000 Fahrzeuge geplant.Fuso Canter E-CELL Der batterieelektrisch angetriebene Lkw feierte auf der IAA NutzfahrzeugeDaimler Trucks 2010 Weltpremiere und ist der nächste Schritt auf dem Weg zum emissionsfreien Verteilerverkehr in Ballungsräumen.Freightliner Custom Chassis MT E-CELL Freightliner Custom Chassis ist führend bei alternativen Antrieben für Lieferwagen.All-Electric Delivery Van Das MT E-CELL Chassis bietet null Emissionen, Kraftstoffersparnis in Serie undDaimler Trucks Zuverlässigkeit.Mercedes-Benz SLS AMG E-CELL Markteinführung ist 2013. Mit seinen faszinierenden fahrdynamischen Möglich-Mercedes-Benz Cars keiten stellt das Konzeptfahrzeug die bisherigen Erwartungen an emissionsfreie Fahrzeuge auf den Kopf.Mercedes-Benz Concept B-CLASS E-CELL PLUS Ergänzt mit seinem Range Extender die Familie der kompakten ElektrofahrzeugeMercedes-Benz Cars und gibt als Konzeptfahrzeug einen Ausblick auf die Serieneinführung im Jahr 2014.42
  • 2 | Innovation und WachstumFaszination Elektromobilität F-CELL World DriveGrünes Licht für Verantwortungund exzellentes FahrvergnügenDie weltweite Nachfrage nach individueller Mobilität wächst Der Schlüssel für die Elektrifizierung des Antriebs sind leis- Einmal rund um den Globusungebrochen weiter. Die Fahrzeuge sollen sicher, komfortabel, tungsstarke Lithium-Ionen-Batterien, die Daimler als einzigerleistungsstark sein – und gleichzeitig sparsam und umwelt- deutscher Hersteller deshalb auch selbst entwickelt und abverträglich. Als Erfinder des Automobils gestaltet Daimler die 2012 gezielt industrialisiert.Mobilität von morgen und ist dabei auf dem Weg zum grünenTechnologieführer. Über die voll alltagstaugliche Mercedes-Benz B-Klasse F-CELL mit Brennstoffzellen-Technologie hinaus stellenNeben der weiteren Optimierung unserer hocheffizienten batteriebetriebene Fahrzeuge in allen Fahrzeugsparten dieVerbrennungsmotoren und der Effizienzsteigerung durch Meilensteine der emissionsfreien Mobilität von Daimler dar.Hybridisierung forcieren wir speziell auch die Elektromobilität. So verfügen wir schon heute über eine einzigartige FlotteFür das lokal emissionsfreie Fahren mit Elektrofahrzeugen an zuverlässigen Elektrofahrzeugen, die weltweit für grünesetzt Daimler sowohl auf die Batterie als auch auf die Brenn- Dynamik und Begeisterung sorgt.stoffzelle und entwickelt beide konsequent weiter – denndiesen Antriebstechnologien gehört die Zukunft.Die Elektroflotte von DaimlerBereits heute ist ein breites Spektrum an Elektrofahrzeugen aus allen Sparten unterwegs – damit sind die Weichen für unsere Pkw,Trucks, Transporter und Busse erfolgreich gestellt. Ergänzt wird unser grünes Portfolio mit über 3.000 Elektrofahrzeugen auf der Straßedurch eine Vielzahl bedarfsgerechter Hybridmodelle.smart fortwo electric drive (Generation III) Die erste und zweite Generation sind seit 2007 und 2009 erfolgreich im Einsatz. Höchstleistung von 30.923Mercedes-Benz Cars Die dritte Generation geht im Jahr 2012 sukzessive in 30 Märkten an den Start. Ab dem ersten vollen Produktionsjahr streben wir fünfstellige Stückzahlen an.Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL Der voll alltags- und familientaugliche Fünfsitzer mit batterieelektrischem Antrieb Technik und Logistik –Mercedes-Benz Cars bietet großzügigen und flexibel nutzbaren Raum. Die Produktion von insgesamt 500 Fahrzeugen ist im Herbst 2010 angelaufen. und das ReifezeugnisMercedes-Benz B-Klasse F-CELL Der Elektro-Pkw mit Brennstoffzelle ging 2009 in Serie mit fast 200 Fahrzeugen für die Brennstoffzelle KilometerMercedes-Benz Cars für Europa und USA. 2011 untermauerte er seine Alltagstauglichkeit auf dem 4/14 World Drive, und ab 2014 startet die Produktion großer Stückzahlen. Der F-CELL World Drive führte die drei Mercedes-BenzMercedes-Benz Citaro FuelCELL-Hybrid Leise, sparsam und emissionsfrei fahren heute bereits elf Brennstoffzellenbusse im B-Klassen F-CELL auf eine Weltumrundung in vierDaimler Buses Liniendienst in Innenstädten und Metropolen. Der Stadtbus Mercedes-Benz Citaro Etappen. Die Route verlief nicht nur auf Straßen in FuelCELL-Hybrid wird seriennah seit 2011 auf dem Produktionsband des Citaro im Innenstädten, auf Überlandstraßen und Autobahnen, Werk Mannheim produziert. sondern auch auf unbefestigten Pisten, auf denen Chassis und Antrieb ihre Offroad-Qualitäten erfolgreichMercedes-Benz Vito E-CELL Seit der Einführung im Jahr 2010 sind mittlerweile rund 500 Fahrzeuge des unter Beweis stellten.Mercedes-Benz Vans weltweit ersten Elektro-Serientransporters ohne Einschränkung der Zuladung Kontinente und Länder und des Transportvolumens auf der Straße. Bis Ende 2012 sind insgesamt 0 rund 2.000 Fahrzeuge geplant. 1. Etappe Europa 3. Etappe AustralienFuso Canter E-CELL Der batterieelektrisch angetriebene Lkw feierte auf der IAA Nutzfahrzeuge Von Stuttgart nach Lissabon ​ Von Sydney nach PerthDaimler Trucks 2010 Weltpremiere und ist der nächste Schritt auf dem Weg zum emissionsfreien Verteilerverkehr in Ballungsräumen.Freightliner Custom Chassis MT E-CELL Freightliner Custom Chassis ist führend bei alternativen Antrieben für Lieferwagen. 2. Etappe USA/Kanada 4. Etappe Asien – Russland – EuropaAll-Electric Delivery Van Das MT E-CELL Chassis bietet null Emissionen, Kraftstoffersparnis in Serie und Von Fort Lauderdale nach Vancouver Von Shanghai nach Stuttgart EmissionDaimler Trucks Zuverlässigkeit.Mercedes-Benz SLS AMG E-CELL Markteinführung ist 2013. Mit seinen faszinierenden fahrdynamischen Möglich-Mercedes-Benz Cars keiten stellt das Konzeptfahrzeug die bisherigen Erwartungen an emissionsfreie Fahrzeuge auf den Kopf.Mercedes-Benz Concept B-CLASS E-CELL PLUS Ergänzt mit seinem Range Extender die Familie der kompakten ElektrofahrzeugeMercedes-Benz Cars und gibt als Konzeptfahrzeug einen Ausblick auf die Serieneinführung im Jahr 2014.42 43
  • Mercedes-Benz F-CELL World DriveDie erste emissionsfreie automobile WeltumrundungAm Jahrestag der Erfindung des Automobils gaben Bundes- Eine weitere Botschaft der spektakulären Weltumrundungkanzlerin Angela Merkel und der Daimler-Vorstandsvorsit- war die Forderung nach einer flächendeckenden Infrastrukturzende Dieter Zetsche den Startschuss zum Mercedes-Benz an Wasserstofftankstellen. Diese wird Daimler als Initialzün-F-CELL World Drive. Die drei vollelektrischen Mercedes-Benz dung konsequent mit ausbauen und die automobile ZukunftB-Klassen F-CELL mit Brennstoffzellen-Technologie hatten so von der Spitze weg gestalten.30.923 km Pionierfahrt quer durch vier Kontinente und 14Länder zu absolvieren.Die Tour belegte die Reife der Brennstoffzellen-Technologievon Daimler. Die Fahrzeuge sind sicher, robust und alltags-tauglich. Zudem erlauben sie große Reichweiten bei kurzenTankzeiten. Und: Sie sorgen für Fahrspaß mit null Emissionen.
  • Faszination ElektromobilitätDas Beste aus zwei Welten:Mercedes-Benz Concept B-CLASS E-CELL PLUSmit Range ExtenderMit dem seriennahen Konzeptfahrzeug B-CLASS E-CELL Das zukunftsweisende und hochflexible Konzept erfülltPLUS ergänzt Mercedes-Benz die Elektroflotte um ein voll den Wunsch nach emissionsfreiem Fahren auf der einenalltagstaugliches Elektrofahrzeug im Kompaktwagenseg- und großer Reichweite auf der anderen Seite.ment mit Range Extender. Die Kombination aus Elektroan-trieb und Benzinmotor sorgt für bestmögliche Alltags- und Die Kombination eines Elektroantriebs mit einem OttomotorLangstreckentauglichkeit. Dank des zusätzlichen Verbren- erlaubt Langstreckenfahrten, die bisher nur rein verbren-nungsmotors kann die Batterie bei Bedarf während der Fahrt nungsmotorisch oder bei Elektrofahrzeugen mit Brennstoff-geladen werden, und dadurch erhöht sich die Reichweite zelle möglich sind. Die Lithium-Ionen-Batterie und der Kraft-von 100 km auf insgesamt 600 km – für uneingeschränkte stofftank befinden sich in einem speziellen Zwischenboden,Mobilität. dem »Energy Space«. Ladebuchse Benzintank Verbrennungsmotor Lithium-Ionen-Batterie Getriebe Elektromotor Das Vertriebsmodell »sale&care« macht E-Mobilität attraktiv Den Einstieg in die Elektromobilität erleichtern wir unseren Kunden mit einem neuen Vertriebsmodell: sale&care. Mit sale&care ist ein smart fortwo electric drive der dritten Generation für unter 16.000 € netto zu haben. Die Batterie muss der Kunde in diesem Fall nicht kaufen, er mietet sie einfach für weniger als 60 € netto im Monat dazu. Das Besondere: Mit Abschluss des Mietvertrags erhalten unsere Kunden eine Zusiche- rung für eine definierte Batteriekapazität während der gesamten Mietdauer. Außerdem sind mit der Mietrate alle Wartungen der Batterie abgedeckt – und wenn nötig, sogar der Austausch der Batterie.44
  • 2 | Innovation und WachstumShaping Future Transportation:reduzierter Kraftstoffverbrauchmit CleanDrive FahrzeugkonzeptenDaimler treibt die drastische Reduzierung von Kraftstoffver- Schon heute sind Fahrzeuge von Daimler Trucks mit Hybrid-brauch und Emissionen bei den Nutzfahrzeugen voran. Dies antrieb und batterieelektrisch unterwegs, so der Freightlinerumfasst auch die Elektrifizierung aller Fahrzeugklassen – vom Custom Chassis MT E-CELL All-Electric Delivery Van und derleichten Transporter bis zum schweren Truck. Fuso Canter E-CELL.Liefert Bestleistung:Freightliner Custom ChassisMT E-CELL All-ElectricSeit 2011 begeistert der Freightliner Custom Chassis MTE-CELL All-Electric Delivery Van in puncto Aerodynamik,Leichtbau und Umweltfreundlichkeit. Außerdem überzeugtder zukunftsweisende Walk-in-Van mit vollelektrischemAntrieb und Plug-in-Technologie bei jedem Einsatz in Ballungs-räumen oder anderen umweltsensiblen Bereichen durchseine kraftvolle Leistung und eine Reichweite von 160 kmmit nur einer Batterieladung.Lautloser Leicht-Lkw: Fuso Canter E-CELLDer Prototyp des ersten batterieelektrisch angetriebenen nahezu geräuschlos und abgasfrei fahrende Canter E-CELLLeicht-Lkw von Daimler markiert einen großen Schritt auf dem ideal für innerstädtische Belieferungen oder Arbeiten inWeg zur emissionsfreien Mobilität im anspruchsvollen Verteiler- sensiblen Grünzonen. Seit 2011 befindet sich der Prototyp desverkehr. Mit einer Reichweite von rund 120 km eignet sich der Canter E-CELL auf der Straße, und eine Kleinserie wird folgen. 45
  • 2 I Innovation und WachstumWas bewegt uns car2gomorgen?Mit dem gleichen Innovationsgeist wieunsere Gründer Gottlieb Daimler undCarl Benz gestalten wir die automobileZukunft – und geben mit nachhaltigenKonzepten weltweit die Impulse für eineneue Kultur der urbanen Mobilität.60.000car2go Kunden1.000.000vollautomatische car2go Mietvorgänge10.000.000km zurückgelegte Strecken46 47
  • Was bewegt uns morgen?Menschen und Metropolen mobilisieren –mit stadtgerechten, umweltfreundlichen undwirtschaftlichen LösungenDer Anspruch an »Premium« wird zunehmend vielfältiger Indem wir neue Kommunikationstechnologien, innovativeinterpretiert. Für immer mehr Menschen gilt ein Beitrag Dienstleistungen und saubere Antriebe konsequent mit-für die Gesellschaft und Umwelt als zeitgemäßer Ausdruck einander vernetzen, definiert Daimler die Spitze der urbanenvon Luxus. »Grünes Denken« ist Teil des persönlichen Mobilität von morgen.Lebensstils, genauso wie das neue Konsum- und Nutzungs-verhalten in der digitalen Vernetzung. Zugleich werden Mit visionären Konzepten wie car2go, car2gether und Busdie Arbeits- und Lebenswelten immer mobiler. Gerade in Rapid Transit (BRT), auch im intelligenten Mix mit weiterenden rasant wachsenden Städten und Regionen steigt innovativen Fortbewegungsmitteln wie dem smart ebikedamit das Bedürfnis nach klimafreundlichen, komfortablen oder mit emissionsfreien Wohnformen, bringt Daimler dieund bezahlbaren Möglichkeiten der Fortbewegung. Zukunft schon heute mitten ins Leben und auf die Straße. Ein wichtiger Impulsgeber ist der Bereich Business Innovation von Daimler. Hier identifizieren wir kontinuierlich zukünftige Marktanforderungen und fördern die Entwicklung von neuen automobilen Produkten, Programmen und Services.car2goDas Mobilitätskonzept von Daimlercar2go von Daimler ermöglicht als weltweit erstes flexiblesAuto-Kurzzeitmietmodell spontane Einwegfahrten und zeigt,wie der Individualverkehr in Zukunft funktionieren kann.car2go Kunden können jederzeit und überall im Service-gebiet zu günstigen Preisen einen smart fortwo mieten, ihnbeliebig lange nutzen und anschließend an einem öffentli-chen Parkplatz im car2go Bereich wieder abstellen. DasFinden und Buchen der Fahrzeuge wird über das Handy,Smartphone oder Internet abgewickelt und die Miete übereine Telematikeinheit im Fahrzeug. Damit macht car2go dasAutofahren in der Stadt so einfach wie mobiles Telefonieren.car2go im Living-Lab: Zukunft der urbanen MobilitätGestartet ist car2go im Jahr 2008 in Ulm und Neu-Ulm,weitere Städte folgten, und viele neue Anfragen liegen vor.2012 planen das Land Baden-Württemberg, die Landeshaupt-stadt Stuttgart, die Daimler AG und die car2go GmbH sowieder Energieversorger EnBW und die Stuttgarter Straßen-bahnen AG, die Region Stuttgart zum lebendigen Schaufensterfür die Zukunft der urbanen Mobilität zu machen. Kern desVorhabens ist eine neue Ladeinfrastruktur und eine car2goFlotte mit 500 smart fortwo electric drive.2007 03/2009 05/2010 04/2011 06/2011Initialzündung car2go Ulm/Neu-Ulm Austin Hamburg Vancouverdurch Daimler Business 300 smart fortwo 300 smart fortwo 300 smart fortwo 225 smart fortwoInnovation car2go edition car2go edition car2go edition car2go edition 21.000 registrierte 20.000 registrierte 10.000 registrierte 10.000 registrierte Kunden Kunden Kunden Kunden48
  • 2 | Innovation und WachstumUmweltfreundlich und intelligent mobil in Amsterdam.car2go ist hier mit 300 smart fortwo electric drive als eineder weltweit größten Carsharing-Elektroflotten unterwegs. <36 Im Blickpunkt car2gether – die webbasierte Mitfahr-Community Daimler ist das erste Automobilunternehmen, das auch Mit- fahrgelegenheiten erprobt. Die Mitfahr-Community car2gether vermittelt seit 2010 in Ulm und Aachen im Internet oder per Jahre sind 60% der car2go Kunden Smartphone freie Plätze in Fahrzeugen und bringt Fahrer und >50 Mitfahrer zusammen. Die Nachfrage ist mittlerweile so groß, dass der Umkreis auf jeweils 90 km ausgedehnt wurde. Im Rahmen des Pilotprojekts erforscht Daimler zudem die Mobili- tätsbedürfnisse der Zukunft. smart fortwo car2go edition – das clevere Carsharing-Auto Der neue smart fortwo car2go edition ist das weltweit erste Jahre sind 15% der car2go Kunden ab Werk konfigurierte Carsharing-Auto: ausgestattet mit Start- Stopp-Automatik, einer nutzerfreundlichen Telematik mit Radio und Navigationssystem sowie einem innovativen Solardach. One-Way011/2011 11/2011 12/2011 02/2012 2012Amsterdam San Diego Wien Lyon Stuttgart300 smart fortwo 300 smart fortwo 500 smart fortwo 200 smart fortwo 500 smart fortwoelectric drive electric drive car2go edition car2go edition electric driveErste rein elektrisch Erste rein elektrisch Größte car2go Flotte Größte elektrischebetriebene Flotte betriebene Flotte weltweit Düsseldorf car2go Flotte weltweitin Europa in Nordamerika 300 smart fortwo1.000 Vorregistrierungen car2go edition 49
  • Was bewegt uns morgen? Bus Rapid Transit: Lösungen für den Stadtverkehr heute und morgen Städte und Metropolen wollen lebenswerter werden – Weltweit operieren bereits über 16.000 Omnibusse von dazu muss der Verkehr fließen und umweltfreundlich sein. Mercedes-Benz auf BRT-Trassen, so in Bogotá, Istanbul, Daimler unterstützt mit wegweisenden Produkten und Lösun- Mexico City, Nantes und São Paulo. Künftige Anwendungs- gen den wirtschaftlichen Betrieb von Busflotten und verrin- gebiete für BRT finden sich insbesondere in den Austragungs- gert zugleich mit innovativen Services die Verkehrsdichte. städten der Fußball-Weltmeisterschaft 2014 in Brasilien und vielen Teilen der Welt. Mit unserem Engagement bei Bus Rapid Transit (BRT) bieten wir clevere Mobilitätskonzepte besonders für boomende BRT von Daimler erhält ÖkoGlobe 2011 Megacities und Ballungsgebiete. Moderne Linienbusse befah- Auch das ÖkoGlobe-Institut der Universität Duisburg-Essen ist ren in hoher Taktung eigens abgetrennte, bevorrechtigte von der Umweltfreundlichkeit des BRT-Konzepts überzeugt und Trassen mit separaten Ampelschaltungen. So können die würdigte das Engagement von Daimler bei BRT in der Kategorie Busse mit hoher Geschwindigkeit und Frequenz verkehren »Neue Mobilitätskonzepte« mit Platz 1. Die Anerkennung ist und Fahrgäste schnell und komfortabel befördern. für Daimler Buses Ansporn, auch weiterhin Vorreiter für nach- haltige, umweltbewusste Transportlösungen zu sein.42 BRT-Systeme zeichnen sich durch hohe Flexibilität, kurze Implementierungszeiten und niedrige Investitions- und Betriebskosten aus. Die Fahrgäste kommen rasch und effizient durch Ballungsräume – und gleichzeitig reduzieren sich die Emissionen pro Passagier-km deutlich.km lange Buslinie mit eigener Trasse*45-60Sekunden Taktfrequenz*600.000Passagiere pro Tag** BRT-System Metrobüs in Istanbul, Türkei 50
  • 2 | Innovation und WachstumUrban MobilityEffizienzhaus-Plus mit Elektromobilität: Zukunft erleben und erfahrenEinblicke in das nachhaltige Wohnen und Fahren eröffnet das Projekt »Effizienzhaus-Plus mit Elektromobilität« in Berlin. Das Hauserwirtschaftet durch modernste Technologien mehr Elektrizität, als es verbraucht. Der überschüssige Strom lässt sich auch für dasAufladen von batterie-elektrischen Fahrzeugen verwenden.Ab März 2012 bewohnt eine Familie das Haus für 15 Monate und erprobt in wissenschaftlicher Begleitung das Zusammenspiel derneuen Gebäudegeneration mit der Elektromobilität. Neben einer Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL mit innovativer induktiver (kabelloser)Ladeoption stellt Daimler einen smart fortwo electric drive, ein smart ebike sowie die erforderliche Ladeinfrastruktur am Hauszur Verfügung. smart ebike: emissionsfrei und voller Emotionen Die Mobilitätswünsche der Metropolen-Bewohner rund um den Globus und die Erfahrung von smart mit Elektromobilität formten ein unkonventionelles Fahrzeug, dessen natürliches Revier die Großstadt ist. Das smart ebike ist eine intelligente Ergänzung zum Auto und sorgt für lokal emissionsfreien Fahrspaß. Ab Frühjahr 2012 bringt das smart electric bike Menschen schnell, entspannt und lokal emissionsfrei durch die City. Das ebike setzt nicht nur im Fahrraddesign neue Maßstäbe, sondern begeistert mit weiteren Innovationen, wie dem integrierten USB-Anschluss für Smartphones oder der Bremsenergie-Rückgewinnung (Rekuperation). 51
  • 2 | Innovation und Wachstum Globaler Erfolg2008Startschuss für das BharatBenz Lkw-Werk made by Daimler2010Einweihung der modernen Truck-Teststrecke Daimler ist auf Wachstumskurs. Mit der Kraft, vorauszudenken und Neues zu erschaffen, sind wir in unseren Kernmärkten auf der2011Beginn der Produktions-Probeläufe Erfolgsspur. Zudem gewinnen wir durch neue Marken und Produkte sowie Netzwerke für die Entwicklung und Produktion weiter Fahrt in den Zukunftsmärkten.Im neuen Werk Oragadam bei Chennai fertigt Daimler Trucksseit dem Frühjahr 2012 Lkw der neuen Marke BharatBenz.52 53
  • Globaler Erfolg made by DaimlerFlagge zeigen – in unseren Kernmärktenund in den aufstrebenden Märkten der ZukunftDie weltweite Dynamik in den Märkten eröffnet Daimler Als zentraler Erfolgsfaktor gilt immer mehr die Produktionexzellente Perspektiven. Die Motoren des Wachstums vor Ort. Um die weltweite Nachfrage perfekt zu erfüllen,werden dabei künftig vor allem die BRIC-Staaten Brasilien, investieren wir gezielt – auch in lokale Marken und neueRussland, Indien und China sein. Aber auch unsere traditio- Produktionskapazitäten.nellen Automobilmärkte Europa, USA und Japan bleibenweiterhin von großer Bedeutung. Daimler ist bereits in vielen Ländern der Erde mit einer lokalen Produktion sehr gut aufgestellt. Unsere weltweitenInnerhalb kürzester Zeit haben sich die BRIC-Staaten zu Markterfolge beflügeln wir weiter – durch neue Werke,den wachstumsstärksten Automobilmärkten der Welt wie in Ungarn, länderspezifische Marken, wie BharatBenzentwickelt. Die geringen Fahrzeugdichten und eine auf- in Indien, und Kooperationen wie mit Foton in China oderstrebende Mittelschicht lassen die Wirtschaft weiter Kamaz in Russland.boomen. So werden die Pkw-Märkte der vier Länder baldunter den Top 10 positioniert sein, und Daimler Trucks Global positive Bilanz durch globales Engagementerwartet, den Lkw-Absatz in den BRIC-Staaten mittelfristig Mit unseren BRIC-Aktivitäten unterstreichen wir unserdeutlich steigern zu können. Ziel, ausgewogen zu wachsen. Neben den neuen Daimler- Standorten profitieren immer auch die traditionellen, denn hier ergibt sich ebenfalls ein positiver Rückkopplungseffekt, etwa durch Stellenaufbau oder die Sicherung von beste- henden Arbeitsplätzen.BharatBenz wird mit speziellen Produkten den »Modern Domestic Market«in Indien erobern. Vom Rahmen über das Fahrerhaus und die Lackierungbis hin zur Motorenfertigung deckt das neue Daimler-Werk alle Produktions-schritte für die leichten, mittelschweren und schweren Lkw ab.54
  • 2 | Innovation und Wachstum GlobalGlobaler Erfolg made by Daimler Europa Der Weltmarkt für AutomobileFlagge zeigen – in unseren Kernmärkten Kecskemét, Ungarn Pkw und Nfz in Millionen Fahrzeugeund in den aufstrebenden Märkten der Zukunft wachsend Neues Werk für Mercedes-Benz Pkw – Produktion neuer Modelle der Kompaktklasse von Mercedes-Benz Wachstumspotenzial 115-120 7 NAFTA im Verbund mit Rastatt, Deutschland, ab 2012 Westeuropa JapanDie weltweite Dynamik in den Märkten eröffnet Daimler Als zentraler Erfolgsfaktor gilt immer mehr die Produktion Kooperation mit Renault/Nissanexzellente Perspektiven. Die Motoren des Wachstums vor Ort. Um die weltweite Nachfrage perfekt zu erfüllen, Strategische Partnerschaft mit gegenseitiger Kapitalbeteiligung ca. 42werden dabei künftig vor allem die BRIC-Staaten Brasilien, investieren wir gezielt – auch in lokale Marken und neue – Gemeinsame Entwicklung: Nachfolgegeneration smart fortwo, ein Viersitzer der 35 Andere MärkteRussland, Indien und China sein. Aber auch unsere traditio- Produktionskapazitäten. Marke smart, nächste Generation des Renault Twingo, Markteinführung ab 2014nellen Automobilmärkte Europa, USA und Japan bleiben – Entwicklung eines neuen Mercedes-Benz Stadtlieferwagens, Markteinführungweiterhin von großer Bedeutung. Daimler ist bereits in vielen Ländern der Erde mit einer Ende 2012 lokalen Produktion sehr gut aufgestellt. Unsere weltweiten – Gegenseitige Lieferung von Antriebssträngen: kompakte Drei- sowie Vierzylinder- 77Innerhalb kürzester Zeit haben sich die BRIC-Staaten zu Markterfolge beflügeln wir weiter – durch neue Werke, Motoren für Daimler, Vier- und Sechszylinder-Motoren für Nissan und Infinitiden wachstumsstärksten Automobilmärkten der Welt wie in Ungarn, länderspezifische Marken, wie BharatBenz – Zusammenarbeit bei emissionsfreien Fahrzeugen: Daimler wird Batterien, 67entwickelt. Die geringen Fahrzeugdichten und eine auf- in Indien, und Kooperationen wie mit Foton in China oder Renault-Nissan Elektromotoren für smart und Twingo bereitstellenstrebende Mittelschicht lassen die Wirtschaft weiter Kamaz in Russland. – Gemeinsame Produktion von Mercedes-Benz Benzinmotoren in einem Nissan-Werk boomen. So werden die Pkw-Märkte der vier Länder bald für die C-Klasse Produktion in Tuscaloosaunter den Top 10 positioniert sein, und Daimler Trucks Global positive Bilanz durch globales Engagement 2008 2011 2020 Kooperation mit Kamazerwartet, den Lkw-Absatz in den BRIC-Staaten mittelfristig Mit unseren BRIC-Aktivitäten unterstreichen wir unser Joint Ventures: Mercedes-Benz Trucks Vostok und Fuso Kamaz Trucks Russiadeutlich steigern zu können. Ziel, ausgewogen zu wachsen. Neben den neuen Daimler- Der Weltmarkt für Automobile wächst – vor allem in den BRIC-Staaten – Produktion des Fuso Canter in Russland Standorten profitieren immer auch die traditionellen, denn Mit Pkw, Nutzfahrzeugen und Elektroautos, die genau auf den lokalen Bedarf zugeschnitten – Produktion der Mercedes-Benz Modelle Actros, Axor und Unimog in Russland hier ergibt sich ebenfalls ein positiver Rückkopplungseffekt, sind, und neuen Standorten für die Produktion und Entwicklung vor Ort erweitert Daimler das etwa durch Stellenaufbau oder die Sicherung von beste- Kooperation mit GAZ Engagement in den traditionellen Märkten und erschließt die Wachstumsregionen der Zukunft. henden Arbeitsplätzen. – Auftragsfertigung des Mercedes-Benz Sprinter durch GAZ in Russland ab 2013BharatBenz wird mit speziellen Produkten den »Modern Domestic Market«in Indien erobern. Vom Rahmen über das Fahrerhaus und die Lackierung USAbis hin zur Motorenfertigung deckt das neue Daimler-Werk alle Produktions- Tuscaloosa, Alabamaschritte für die leichten, mittelschweren und schweren Lkw ab. Erweiterung des bestehenden Pkw-Werkes – Produktion der Mercedes-Benz C-Klasse China für Nordamerika ab 2014 Kooperation mit BAIC – Produktion eines zusätzlichen neuen Modells (Beijing Automotive Industry Holding Co., Ltd.) ab 2015 Indien Strategische Partnerschaft und Joint Venture BBAC Decherd, Tennessee Chennai (Beijing Benz Automotive Co., Ltd.) – Produktion von Mercedes-Benz Benzinmotoren Neues Werk für Lkw – Erweiterung der Kapazitäten für lokale Produktion gemeinsam mit Nissan in einem Nissan-Werk – Produktion von leichten, mittelschweren der Mercedes-Benz C- und E-Klasse ab 2014 und schweren Lkw der neuen Marke – Produktion des Geländewagens Mercedes-Benz GLK BharatBenz ab Herbst 2012 – Produktion von drei Modellen der neuen Mercedes-Benz Kompaktklasse schrittweise ab 2013 Kooperation mit Sutlej Buses – Produktion von Vierzylinder-Ottomotoren ab 2013 – Bau von Mercedes-Benz Luxus-Reisebussen für den indischen Markt Kooperation mit BYD (Built Your Dreams) Co., Ltd. Brasilien Joint Venture zur Entwicklung eines Elektrofahrzeugs in China Kooperation mit dem Busaufbau-Hersteller MCV Juiz de Fora für den chinesischen Markt – Bau des Mercedes-Benz City Bus für den Neues Werk für Lkw – Markteinführung für 2013 geplant indischen Markt ab 2012 – Produktion von Mercedes-Benz Lkw – Vertrieb unter neuer Marke – Produktion des Schwer-Lkw Actros Kooperation mit FJMG (Fujian Motor Industry Group) ab 2012 und CMC (China Motors Corp.), Taiwan. Joint Venture FJDA (Fujian Daimler Automotive Co., Ltd.) Weltweit – Produktion der Transporter Vito und Viano von Mercedes-Benz seit 2010 – Produktion des Mercedes-Benz Sprinter seit 2011 Kooperation mit Beiqi Foton Motor Co., Ltd. präsent Joint Venture BFDAC (Beiqi Foton Daimler Automotive Co. Ltd.) – Produktion von schweren und mittelschweren Lkw der Marke Auman54 55
  • 2011 rollte der erste Mercedes-Benz Sprinter aus lokaler Produktionbei Fujian Daimler Automotive (FJDA) in Fuzhou vom Band. Nachdem Viano und Vito ist er der dritte Mercedes-Benz für Chinas rasantwachsenden Transporter-Markt.
  • Globaler Erfolg made by Daimler Daimler in Russland: Ausbau der Zusammenarbeit im größten europäischen Lkw-Markt Daimler Trucks und der russische Lkw-Hersteller Kamaz Seit 2010 beziehungsweise 2011 laufen in Russland Lkw von legen seit 2011 einen weiteren Gang in ihrer erfolgreichen Fuso sowie die Mercedes-Benz Modelle Actros, Axor und Kooperation zu. Auf der Nutzfahrzeugmesse Comtrans in Unimog vom Band. Künftig wird Daimler Trucks mit Kamaz Moskau präsentierten die Partner den ersten gemeinsam bei der Produktion von Achsen sowie Lkw-Fahrerhäusern entwickelten Lkw mit Daimler-Kompenten. kooperieren. Think globally Daimler in Ungarn: Das Beste oder nichts – Kompaktwagenproduktion im Verbund schafft Kapazitäten Da Mercedes-Benz künftig fünf – statt bisher zwei – neue Im März 2012 startet in Kecskemét die Produktion des ersten Kompaktmodelle anbietet, schafft das neue Werk im ungari- Kundenfahrzeugs – rund sechs Monate nach dem Schwester- schen Kecskemét zusätzlich zum Werk Rastatt weitere Pro- werk Rastatt. Das Werk in Ungarn kann so von den Erfahrun- duktionskapazitäten. Der Produktionsverbund ermöglicht gen des Produktionsanlaufs in Deutschland unmittelbar profi- eine flexible und damit wirtschaftliche Fertigung des erwei- tieren und damit die Herausforderungen eines neuen Produkts terten Produktangebots. in einem neuen Werk und mit neuen Mitarbeitern in einem neuen Land erfolgreich meistern.Das erste Produktionstestfahrzeug lief im Werk Kecskemét bereits imAugust 2011 vom Band – ein »Rohrputzer« wie die Produktioner sagen. 56
  • 2 | Innovation und WachstumDaimler in China:gut positioniert im größtenAutomobilmarkt der WeltDie Perspektiven sind bestens: Seit Jahren glänzt China mit Emissionsfrei mobil im Reich der Mitte – mit Daimlerzweistelligen Wachstumszahlen, und schon heute ist Daimler Ein weiterer Meilenstein des Jahres 2011 war für Daimler dieim weltweit größten Automobilmarkt erfolgreich aktiv. Pkw Genehmigung des Joint Venture »Shenzen BYD Daimler Newund Vans von Mercedes-Benz werden vor Ort produziert. Technology Co., Ltd.« (BDNT), in dem Daimler und sein Partner BYD gemeinsam ein Elektrofahrzeug für den chinesischenUm unser Engagement in der Volksrepublik auf ein noch brei- Markt entwickeln.teres Fundament zu stellen, haben wir weitere wegweisendeStrategien entwickelt. Zur deutlichen Ausweitung der Pkw- BDNT wird im Rahmen der Automobilmesse Auto China imund Van-Produktion wurde 2011 im Nutzfahrzeugbereich das April 2012 erstmals ein Showcar dieses Fahrzeugs vorstellen,Joint Venture mit Foton Motor gegründet. Das Gemeinschafts- das unter einer neuen Marke 2013 an den Start gehen soll.unternehmen wird in China künftig mittelschwere und schwereLkw der Marke Auman mit Mercedes-Benz Motoren anbieten. Act locally Auch mit dem Viano erfüllen wir die Ansprüche der chinesischen Kunden auf der ganzen Linie: mit der exzellenten Qualität von Mercedes-Benz und der lokalen Produktion vor Ort. 57
  • 2 | Innovation und Wachstum 1.000.000 neue Leasing- und Finanzierungsverträge weltweit pro Jahr 8.000 Vertriebsstandorte in der ganzen Welt +60 neue Vertriebsstandorte in ChinaWeltweit ganz nahbeim KundenPremiumklasse in puncto Absatz. Im Schulterschlussmit dem Vertrieb, den Ländergesellschaften undHändlern erzielt Daimler in China Rekordverkäufe.Auch Daimler Financial Services bringt mit Finanz-dienstleistungen nach Maß Fahrzeuge in China und Die Faszination des Sterns können Chinas Kunden seit 2011 hautnah im neu eröffneten Mercedes-Benz Centerin der ganzen Welt auf die Straße. in Peking erleben – einem der größten Mercedes-Benz Flagshipstores in Asien.58 59
  • Weltweit ganz nah beim KundenChinas Wirtschaft wächst – und Daimler schreibtdie Erfolgsgeschichte im größten Automobilmarkt fortDer wirtschaftliche Aufstieg Chinas verlief rasant, und ebenso Weiterer Vorsprung durch maßgeschneiderte Finanz-vielversprechend sind auch die langfristigen Aussichten: Mit dienstleistungen: Da Kunden, die ihr Auto finanzieren oderüber 300.000 geplanten Verkäufen von Mercedes-Benz Pkw leasen, nicht nur besonders markentreu sind, sondern auchim Jahr 2015 stehen die Zeichen für Daimler weiterhin auf ihr Fahrzeug doppelt so oft wechseln und sich häufiger fürWachstum. Auch in den anderen Fahrzeugsparten werden wir eine besonders hochwertige Ausstattung entscheiden, unter-unsere Marktanteile in der Volksrepublik deutlich ausweiten. stützen die Finanzdienstleistungen von Daimler Financial Services unseren Fahrzeugabsatz. Weltweit finanziert oderUm dieser Dynamik in Verkauf und Service Rechnung zu tra- verleast unsere Finanzdienstleistungssparte heute mehrgen, bauen wir unser Vertriebs- und Servicenetz kontinuierlich als 40% der Fahrzeuge des Daimler-Konzerns. Das Vertrags-weiter aus. Ziel ist, die Ansprüche unserer chinesischen Kun- volumen wird in den nächsten Jahren weiter zunehmen.den an die Verkaufs- und Servicequalität auch im Reich derMitte in herausragender Weise zu erfüllen. Ein weiterer konsequenter Schritt der globalen Wachstums- strategie von Daimler Financial Services ist das verstärkteDurch das langjährige Engagement in China kann Daimler auf Engagement in Wachstumsmärkten wie China und Indien.einer breiten Basis an lokalen Betrieben aufbauen. Derzeit Entsprechend unterstützt Daimler Financial Services mitwerden die Pkw von Mercedes-Benz und smart an rund 210 einem länderspezifischen Angebot an FinanzdienstleistungenStandorten in 90 Städten vertrieben, die Lkw und Transporter die erfolgreiche Präsenz von Daimler im chinesischen Markt.in rund 80 Betrieben. Im Jahr 2011 haben wir das Vertriebs- Auch im boomenden indischen Markt rückt Daimler seit 2011und Servicenetz für Mercedes-Benz Pkw und Nutzfahrzeuge mit maßgescheiderten Finanzierungs- und Leasingangebotendamit um 60 attraktive neue Standorte erweitert und die noch weiter in die Nähe der Kunden.Vertriebs- und Serviceteams zudem intensiv geschult – dennauch in China bieten wir unseren Kunden nur »Das Besteoder nichts«.»Vom smart bis zur S-Klasse begeistern wir unsereKunden mit einer perfekten Beratung und Betreuung.Auch für immer mehr junge Chinesen sind dieFahrzeuge von Daimler ein Teil ihres Lebensstils.«David Wang, Verkäufer Daimler in China auf Erfolgskurs Absatz Mercedes-Benz Cars in China in 1.000 300 223 160 68 49 31 2007 2008 2009 2010 2011 2015 Bereits heute ist das Reich der Mitte der größte Automobil- markt der Welt, und Daimler nimmt weiter Fahrt auf im Wachstumsmarkt der Superlative. So wird China künftig der größte Pkw-Markt für Mercedes-Benz sein.60
  • 2 | Innovation und WachstumJubiläum in ChinaDaimler Financial Services ist seit dem Jahr 2006 in China aktiv. Innerhalb von nur fünf Jahren erreichte das Vertragsvolumen imgrößten Automobilmarkt der Welt einen Wert von umgerechnet rund 1,8 Milliarden Euro. Um die Wünsche der Kunden und Händlerin diesem dynamischen Wachstumsmarkt auch in Zukunft perfekt zu erfüllen, baut Daimler Financial Services die Präsenz in ganzChina weiter aus.72Mrd. € beträgt das weltweite Vertragsvolumen von Daimler Financial Services2.600.000Fahrzeuge finanziert und verleast Daimler Financial Services weltweit Maßgeschneiderte Finanzdienstleistungen und die besondere Wertschätzung der chinesischen Kultur verleihen der starken Nachfrage nach Fahrzeugen von Daimler in China eine zusätzliche Dynamik. 61
  • 2 | Innovation und Wachstum Zukunft ist unser ElementZukunft ist Die neuen Klima-Windkanäle bringen extreme Wetterereignisse nach drinnen und Innovationen schneller auf die Straßeunser Element Nach dem neuen Fahrsimulator wurde das Mercedes-Benz Technology Center mit den beiden hochmodernen Klima- Windkanälen planmäßig um die nächste Stufe erweitert. Am Mercedes-Benz Standort Sindelfingen sind damit Forschung, Mit den neuen Klima-Windkanälen erzielt Mercedes-Benz bestmögliche Qualität – ein Anspruch, der seit 125 Jahren fest verankert ist.Eine der wichtigsten Traditionen von Entwicklung, Design, Planung und Produktion so direkt ver- zahnt wie bei sonst keinem anderen Automobilunternehmen weltweit. Da sogar im arktischen Teil Schwedens im Winter nicht immer so tiefe Minusgrade herrschen, wie sie bei den Erprobungsfahrten notwendig sind, und ebenso wenig aufDaimler ist die Innovation. So setzen Die neuen Klima-Windkanäle schlagen eine Brücke zwischen die Extremhitze im berüchtigten Death Valley in Amerika Verlass ist, können in den neuen Klima-Windkanälen dasdie neuen Klima-Windkanäle des Simulation und Realerprobung und erlauben es, neu entwi- ckelte Fahrzeuge und Komponenten von Mercedes-Benz früh- zeitig für alle Wetterbedingungen zu optimieren. Zur anschlie- ganze Jahr über alle gewünschten klimatischen Bedingungen in sehr engen Toleranzen selbst geschaffen werden. Unter freiem Himmel ist das nicht realisierbar.Mercedes-Benz Technology Center ßenden realen Erprobung auf der Straße in arktischer Kälte oder sengender Wüstenhitze starten deshalb künftig nur nochin Sindelfingen weltweit Maßstäbe Prototypen, die bereits im Klimakanal unter widrigsten Klima- einflüssen einen hohen Reifegrad bewiesen haben. Innovativfür eine umweltschonende undeffiziente Entwicklung. »Die neuen Klima-Windkanäle ersetzen nicht die Straßenerprobungen. Wir können sie aber deutlich reduzieren und sind besser vorbereitet. So erreichen wir unsere anspruchsvollen Ziele in kürzerer Zeit.« Tanja Mayer, Disponentin265km/h maximale Windgeschwindigkeit+60°C höchste Temperatur im Warmkanal 40°C tiefste Temperatur im Kaltkanal62 63
  • Zukunft ist unser ElementDie neuen Klima-Windkanäle bringenextreme Wetterereignisse nach drinnenund Innovationen schneller auf die StraßeNach dem neuen Fahrsimulator wurde das Mercedes-Benz Mit den neuen Klima-Windkanälen erzielt Mercedes-BenzTechnology Center mit den beiden hochmodernen Klima- bestmögliche Qualität – ein Anspruch, der seit 125 JahrenWindkanälen planmäßig um die nächste Stufe erweitert. Am fest verankert ist.Mercedes-Benz Standort Sindelfingen sind damit Forschung,Entwicklung, Design, Planung und Produktion so direkt ver- Da sogar im arktischen Teil Schwedens im Winter nichtzahnt wie bei sonst keinem anderen Automobilunternehmen immer so tiefe Minusgrade herrschen, wie sie bei denweltweit. Erprobungsfahrten notwendig sind, und ebenso wenig auf die Extremhitze im berüchtigten Death Valley in AmerikaDie neuen Klima-Windkanäle schlagen eine Brücke zwischen Verlass ist, können in den neuen Klima-Windkanälen dasSimulation und Realerprobung und erlauben es, neu entwi- ganze Jahr über alle gewünschten klimatischen Bedingungenckelte Fahrzeuge und Komponenten von Mercedes-Benz früh- in sehr engen Toleranzen selbst geschaffen werden. Unterzeitig für alle Wetterbedingungen zu optimieren. Zur anschlie- freiem Himmel ist das nicht realisierbar.ßenden realen Erprobung auf der Straße in arktischer Kälteoder sengender Wüstenhitze starten deshalb künftig nur nochPrototypen, die bereits im Klimakanal unter widrigsten Klima-einflüssen einen hohen Reifegrad bewiesen haben.Innovativ »Die neuen Klima-Windkanäle ersetzen nicht die Straßenerprobungen. Wir können sie aber deutlich reduzieren und sind besser vorbereitet. So erreichen wir unsere anspruchsvollen Ziele in kürzerer Zeit.« Tanja Mayer, Disponentin
  • Zukunft ist unser ElementAlle Wetter dieser Erde auf KnopfdruckTemperaturen von minus 40 bis plus 60 °C, Orkane mit Das neue Gebäude in Sindelfingen misst 18 m in der HöheWindgeschwindigkeiten bis 265 km/h, tropische Regen- und verfügt über eine Grundfläche von 70 x 60 m. Etwa zweigüsse, heftige Schneestürme und eine erbarmungslos Drittel davon beanspruchen die beiden Prüfstände mit ihrenscheinende Sonne gehören im neuen Klima-Windkanal zum Nebenräumen.ständig verfügbaren Repertoire der Versuchsingenieurevon Mercedes-Benz. Betankung mit Vmax = 265 km/h 5% bis 95% Luftfeuchtigkeit konditioniertem Kraftstoff Sonnensimulation 6 Konditionierboxen Transportsystem für Beheizbare Fahrbahn smart bis Sprinter -40 °C bis +60 °C Fahrzeugwechsel <  0 min. 1 Allradrolle Schnee-/Regensimulation und Verschmutzung 64
  • 2 | Innovation und WachstumFahrzeugerprobungder SuperlativeEiner der beiden neuen Klima-Windkanäle ist als Kaltkanalmit einem Temperaturbereich von minus 40 bis plus 40 °Ckonzipiert. Im neuen Warmkanal steht ein Temperaturbereichvon minus 10 bis plus 60 °C zur Wahl. Beide Kanäle habeneinen zweiachsigen Rollenprüfstand integriert und erlaubenGeschwindigkeiten bis zu 265 km/h – genug Reserven, umselbst Sportwagen auf den Prüfstand zu nehmen. 65
  • 2 | Innovation und WachstumAvantgardeder zukünftigenMobilitätDer Mercedes-Benz F125! eröffnetvisionäre Ausblicke auf die technologischenEntwicklungen im Luxussegment. Dabeireicht das Forschungsfahrzeug mit seinenIdeen über das Jahr 2025 hinaus.4Elektromotoren und e4MATICAllradantrieb4,9Sekunden bis 100 km/h1.000km emissionsfreie Reichweite: F-CELL Plug-in HYBRID66 67
  • Avantgarde der zukünftigen MobilitätIm Mercedes-Benz Forschungsfahrzeug F125!nimmt die Vision der Mobilität von morgen Gestalt anDie Grenzen zwischen den Verkehrsteilnehmern sind aufge- Dabei setzt das Forschungsfahrzeug die Vision der emissi-hoben. Wie Fisch- oder Vogelschwärme bewegen sich die onsfreien Individualmobilität konsequent um und machtFahrzeuge sicher im Verkehrsstrom. Über Informationen hal- diese schon heute erlebbar. Die Forscher und Entwicklerten sie Kontakt zueinander und vermeiden Zusammenstöße. bauen mit dem F125! auf die Weiterführung der bereits vonDie Mobilität ist entspannter, und Verkehrszeichen sind fast Mercedes-Benz zur Serienreife gebrachten Brennstoffzellen-unnötig. Emissionsfreie Automobile befahren die Boulevards Technologie in Kombination mit zukunftsweisenden Speicher-der Städte, aus denen Lärm und Abgas verschwunden sind. technologien sowie einzigartigen 3D-Displays und Bedien- konzepten via Touch-, Sprach- und Gestensteuerung.Der F125! zeigt, dass große, komfortable und sichereLimousinen glänzende Perspektiven haben, auch weil sieemissionsfrei fahren können. Leichtbau im intelligenten Materialmix Innovation verkörpert der Technologieträger F125! sowohlAls Höhepunkt des 125sten Automobiljubiläums eröffnet durch ausdrucksvolles Design als auch durch den Einsatz vonMercedes-Benz mit dem Forschungsfahrzeug F125! einen gezieltem Leichtbau, der das Fahrzeug damit noch sparsamervisionären Ausblick auf die Technologien der nächsten und effizienter macht. Um Gewicht, nicht aber die SicherheitFahrzeuggenerationen, die Daimler als Pionier maßgeblich zu reduzieren, setzt Mercedes-Benz bewusst nicht nur aufgestalten wird. So nimmt der F125! die Trends auf und einen bestimmten Werkstoff, sondern auf eine flexible undbereitet den Weg mit einem innovativen Premiumkonzept bedarfsgerechte Materialkombination. So baut der F125! nebenfür große und luxuriöse Automobile. faserverstärkten Kunststoffen mit einem hohen Anteil von Karbonfasern auch auf Leichtmetalle, hochfeste Stähle und Hybridmaterialien (vgl. S. 151).ZukunftsweisendAuch mit dem innovativen Infotainmentsystem »@yourCOMAND«führt der F125! den Mythos der S-Klasse in die Zukunft. Damit sindalle Multimedia-Systeme nahtlos vernetzt, sozial interaktiv undlenken nicht ab – für eine höchst komfortable und sichere Fortführungdes »Digitalen Lifestyles« im Fahrzeug.68
  • 2 | Innovation und WachstumF125! 40 % geringeres Rohbaugewicht als vergleichbare Fahrzeuge 10 kWh Speicherkapazität der induktiv aufladbaren Lithium-Schwefel-Batterie 14 Jahre automobile Zukunft antizipiertAutomobiler Luxus neu definiert. Der F125! stellt dieradikale Neuinterpretation einer Sport-Limousine dar.Seine sinnliche Sportlichkeit und die spannungsreichenOberflächen mit organisch geformten Kanten undFlächen inklusive der seitlichen Dropping-Line sind dieavantgardistische Weiterentwicklung des aktuellenMercedes-Benz Designs. 69
  • Lagebericht Das Geschäftsjahr 2011 hat sich für Daimler günstig ent­­­­­­­­­­­­­­­wickelt. Der Absatz stieg in allen Automobil­ geschäftsfeldern. Der Umsatz erhöhte sich um 9% auf 106,5 Mrd. €, und das operative Ergebnis (EBIT) erreichte 8,8 (i. V. 7,3) Mrd. €. Auch für das Jahr 2012 erwarten wir einen ins­ esamt positiven g Geschäfts­verlauf. 70
  • 3 | Lagebericht | Inhaltsverzeichnis3 | Lagebericht 72-85 Geschäft und Rahmenbedingungen 111-112 Gesamtaussage zur wirtschaftlichen Lage 72 Das Unternehmen 74 Corporate Governance 112 Ereignisse nach Ablauf des 74 Übernahmerelevante Angaben und Erläuterungen Geschäftsjahres 2011 77 Strategie 81 Wirtschaftliche Rahmenbedingungen 83 Geschäftsentwicklung 113-120 Risikobericht 113 Risiken und Chancen 86-97 Ertragslage 113 Risikomanagementsysteme 114 Volkswirtschaftliche Risiken 86 EBIT 116 Branchen- und unternehmensspezifische Risiken 89 Finanzielle Steuerungsgrößen 119 Finanzwirtschaftliche Risiken 90 Value Added 120 Rechtliche Risiken 91 Gewinn- und Verlustrechnung 120 Gesamtrisiko 92 Dividende 93 Forschung und Entwicklung, Umweltschutz 95 Beschäftigung 121-127 Ausblick 96 Einkauf 97 Informationstechnologie 121 Weltwirtschaft 122 Automobilmärkte 123 Absatz 98-104 Finanzlage 124 Umsatz und Ergebnis 125 Chancen und Risiken 98 Grundsätze und Ziele des Finanzmanagements 126 Investitionen 99 Cash Flow 126 Forschung und Entwicklung 101 Investitionen 127 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter 102 Refinanzierung 103 Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Transaktionen 161-166 Vergütungsbericht 104 Rating Der Vergütungsbericht im Abschnitt Corporate Governance auf den Seiten 161 ff. ist zugleich 105-107 Vermögenslage Bestandteil des Lageberichts. 108-110 Daimler AG (Kurzfassung nach HGB) 108 Ertragslage 109 Vermögens- und Finanzlage 110 Risiken und Chancen 110 Ausblick 71
  • Geschäft und RahmenbedingungenDas Unternehmen Das Produktangebot des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Cars reicht von den hochwertigen Kleinwagen der Marke smartDie Daimler AG ist das Mutterunternehmen des Daimler- über die Premiumfahrzeuge der Marke Mercedes-Benz bis hinKonzerns und hat ihren Sitz in Stuttgart (Mercedesstraße 137, zur Luxuslimousine Maybach. Der Schwerpunkt der Produk­ -70327 Stuttgart). Die Geschäftstätigkeit umfasst im Wesent­ tion liegt in Deutschland, das Geschäftsfeld fertigt aber auchlichen die Entwicklung, die Produktion und den Vertrieb von in den USA, in China, Frankreich, Südafrika, Indien, VietnamPkw, Lkw und Transportern in Deutschland sowie die Steue- und Indonesien. Weltweit verfügt Mercedes-Benz Cars derzeitrung des Daimler-Konzerns. Zusätzlich zur Daimler AG beinhaltet über 17 Produktions­ tätten. Zur Erweiterung der Modell– sder Daimler-Konzern weltweit alle Tochtergesellschaften, palette im Kompaktwagensegment haben wir in Ungarn einauf die die Daimler AG direkt oder indirekt beherrschenden neues Werk errichtet, das im Jahr 2012 den Betrieb aufnimmt.Einfluss ausüben kann. In diesen Konzerngesellschaften Mittelfristig erwarten wir weltweit ein deutliches Wachstum derbetreiben wir zum Beispiel auch das Omnibus- und das Finanz- Automobilnachfrage und überdurchschnittliche Zuwächsedienstleistungsgeschäft. Die Lageberichte für die Daimler AG im Pkw-Premiumsegment. Damit wir an diesem Potenzial teil-und den Konzern haben wir in diesem Bericht zusammenge- haben können, schaffen wir zusätzliche Produktions­fasst. kapazitäten – insbesondere in China und den USA. Die wichtig­ sten Märkte für Mercedes-Benz Cars waren im Jahr 2011Daimler blickt auf eine mehr als 125-jährige Tradition zurück, Deutschland mit 21% des Absatzes, die übrigen Märkte West-die bis zu Gottlieb Daimler und Carl Benz, den Erfindern des europas (24%), die USA (18%) und China (16%).Automobils, reicht und von Pionierleistungen im Automobilbaugeprägt ist. Heute ist das Unternehmen ein weltweit führender Als der größte weltweit aufgestellte Hersteller von Lkw überAutomobilhersteller mit einem in der Branche einzigartigen 6t entwickelt und fertigt das Geschäftsfeld Daimler Trucks inProdukt­ ngebot an hochwertigen Pkw, Lkw, Transportern a einem globalen Verbund Lkw der Marken Mercedes-Benz,und Omnibussen. Maßgeschneiderte Serviceleistungen rund Freightliner, Western Star und Fuso. Die insgesamt 27 Produk-um diese Produkte ergänzen das Angebot. tionsstandorte befinden sich in der NAFTA (14, davon 11 in den USA und 3 in Mexiko), in Europa (7), Asien (3), SüdamerikaMit seinen starken Marken ist Daimler in nahezu allen Ländern (2) und Afrika (1). In Brasilien werden ab dem Jahr 2012 derder Erde vertreten. Das Unternehmen verfügt über Fertigungs- schwere Lkw Mercedes-Benz Actros sowie der mittelschwerekapazitäten in insgesamt 18 Ländern und weltweit rund 8.000 Accelo für den lateinamerikanischen Markt produziert. EinVertriebsstandorten. Die globale Vernetzung der Forschungs- neues Lkw-Werk entsteht derzeit auch in Chennai, Indien; dortund Entwicklungsaktivitäten sowie der Produktions- und Ver- werden ab dem Herbst 2012 Lkw der neuen Marke Bharat-triebsstandorte eröffnet Daimler beachtliche Potenziale zur Benz gefertigt. Zum Ausbau unserer Marktposition in ChinaEffizienzsteigerung, Vorteile im internationalen Wettbewerb haben wir mit unserem Partner Beiqi Foton Motor Co., Ltd.und dadurch auch zusätzliche Wachstumsmöglichkeiten. ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet. Beide PartnerAußerdem können wir unsere »grünen« Antriebstechnologien werden Auman, die Lkw-Marke von Foton, als Plattform zur Aus­in einem umfangreichen Fahrzeugportfolio einsetzen und weitung des Geschäfts in China nutzen. Die Produktpalettegleichzeitig die Erfahrungen sowie das Know-how aus allen von Daimler Trucks umfasst leichte, mittelschwere und schwereTeilen des Konzerns nutzen. Im Jahr 2011 erzielte Daimler Lkw für den Fern-, Verteiler- und Baustellenverkehr sowieeinen Umsatz von 106,5 Mrd. €. Die einzelnen Geschäfts­ Spezialfahrzeuge für den Einsatz im kommunalen Bereich, infelder haben hierzu wie folgt beigetragen: Mercedes-Benz der Energiewirtschaft und bei der Feuerwehr. Aufgrund derCars 52%, Daimler Trucks 25%, Mercedes-Benz Vans 8%, engen produktionstechnischen Verknüpfung zählen auch dieDaimler Buses 4% und Daimler Financial Services 11%. Omnibusse der Marken Thomas Built Buses und Fuso zum 3.01 Mehr als 271.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Produktangebot von Daimler Trucks. Die wichtigsten Absatz-waren zum Jahresende 2011 weltweit für Daimler tätig. märkte für das Geschäftsfeld waren im Jahr 2011 Asien (32%), die NAFTA mit 27%, Europa (22%) und Lateinamerika ohne Mexiko (15%).72
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenNach der Übernahme von Tognum, die wir im Berichtsjahr An der European Aeronautic Defence and Space Companygemeinsam mit Rolls-Royce Holdings plc vollzogen haben, (EADS), einem führenden Unternehmen der Luftfahrt-, Raum-wird unsere 50%-Beteiligung an der neu gegründeten Engine fahrt- und Verteidigungsindustrie, war die Daimler AG überHolding GmbH durch Daimler Trucks verantwortet. Das eine Tochter­ esellschaft zum Jahresende 2011 mit 22,5% betei- gneue Unternehmen ist ein weltweit führender Anbieter von ligt. Wirtschaftlich betrachtet lag der Anteil von Daimler anKomplettsystemen im Bereich der Industriemotoren. der EADS bei 15%, da ein Konsortium von nationalen und inter- nationalen Investoren mit einem Drittel an der Tochter­Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans produziert an gesellschaft beteiligt ist, die den EADS-Anteil hält. Im Novemberinsgesamt sieben Standorten: in Deutschland, Spanien, USA, 2011 haben sich die Daimler AG und die BundesregierungArgentinien, Vietnam und seit April 2010 im Rahmen des grundsätzlich darauf verständigt, dass die KfW BankengruppeGemeinschaftsunternehmens Fujian Daimler Automotive Co., 7,5% der Aktienanteile von Daimler an EADS übernehmenLtd. auch in China. Ab dem Jahr 2013 soll der Mercedes-Benz soll. Der Verkauf der Aktien ist für 2012 vorgesehen.Sprinter in unserem Auftrag auch von unserem Partner GAZ inRussland gefertigt werden. Das Produktangebot besteht aus Über ein breit gefächertes Netz von Beteiligungen, Gemein-den Baureihen Sprinter, Vito, Viano und Vario in den Gewichts- schaftsunternehmen und Kooperationen ist Daimler in dieklassen von 1,9t bis 7,5t. Die wichtigsten Märkte liegen globale Automobilindustrie und in angrenzende Wirtschafts­mit insgesamt 76% des Absatzes bislang noch in Europa. Über bereiche eingebunden. Die Aufstellung des Anteilsbesitzesentsprechende Vertriebs- und Produktionsaktivitäten vor Ort der Daimler AG gemäß § 285 und § 313 HGB finden Sie imwerden zunehmend aber auch die Wachstumsmärkte in Süd- Internet unter http://www.daimler.com/ir/ergebnis2011.amerika und Asien sowie der russische Markt erschlossen.In den USA wird der Sprinter nicht nur als Mercedes-Benz,sondern auch unter der Marke Freightliner vertrieben.Mit den Marken Mercedes-Benz, Setra und Orion ist Daimler 3.01Buses in seinen Kernmärkten im Segment über 8t weiterhin Konzernumsatz nach Geschäftsfeldernmit Abstand Marktführer. Das Angebot umfasst Stadt-, Über-land- und Reisebusse sowie Fahrgestelle. Die größten derinsgesamt 15 Produktionsstandorte liegen in Deutschland, Mercedes-Benz Cars 52%Frank­ eich, Spanien, der Türkei, Argentinien, Brasilien, r Daimler Trucks 25%Kana­­ Mexiko und den USA. 43% des Umsatzes erzielte da, Mercedes-Benz Vans 8%Daimler Buses in Westeuropa, 11% in den NAFTA-Märkten Daimler Buses 4%und 29% in Lateinamerika (ohne Mexiko). Während wir in Europa Daimler Financial Services 11%und der NAFTA-Region hauptsächlich Komplettbusse ver­kaufen, konzentriert sich das Geschäft in Lateinamerika, Afrikaund Asien auf die Produktion und den Vertrieb von Fahr­gestellen.Das Geschäftsfeld Daimler Financial Services unterstütztweltweit den Absatz der Automobilmarken des Daimler-­Konzerns in nahezu 40 Ländern. Das Angebot beinhaltet imWesentlichen maßgeschneiderte Finanzierungs- und Leasing­angebote für Endkunden und Händler. Zum Leistungsspektrumgehören auch Versicherungen, Flottenmanage­ ent, mAnlageprodukte, Kreditkarten und Carsharing. Die Schwer-punkte der Aktivitäten liegen in Westeuropa und Nord-amerika. Im Berichtsjahr wurden mehr als 40% der von Daimlerverkauften Fahrzeuge von Daimler Financial Services finan-ziert. Das Vertragsvolumen von 71,7 Mrd. € entspricht einemBestand von 2,6 Mio. Fahrzeugen. Im zweiten Quartal 2011hat Daimler Financial Services den neuen Geschäftsbereich»Mobility Services« gestartet und damit sein Geschäfts­-modell erweitert. Hierzu wurde das Geschäft von car2go demGeschäftsfeld Daimler Financial Services zugeordnet. AmKonsortium Toll Collect, das in Deutschland ein System zurelektronischen Mauterhebung bei Lkw über 12t betreibt,ist Daimler Financial Services mit 45% beteiligt. 73
  • Corporate Governance Unternehmensgegenstand; Bestimmungen über die Änderung der Satzung. Der Umfang der Tätigkeit, die dasUmfassende Informationen zum Thema Corporate Governance Unternehmen ausüben kann, ist in § 2 der Satzung definiert.finden Sie im Abschnitt Corporate Governance auf den Seiten Die Satzung kann gemäß § 179 Aktiengesetz nur durch einen156 ff. dieses Geschäftsberichts. Beschluss der Hauptversammlung geändert werden. Soweit nicht zwingende Vorschriften des Gesetzes etwas AbweichendesErklärung zur Unternehmensführung. Die nach § 289a HGB bestimmen, werden Beschlüsse der Hauptversammlung – mitabzugebende Erklärung zur Unternehmensführung ist Bestand­ Ausnahme von Wahlen – nach § 133 Aktiengesetz, § 16 Abs.1teil dieses zusammengefassten Lageberichts für die Daimler AG der Satzung mit einfacher Mehrheit der abgegebenenund den Konzern und steht im Internet unter www.daimler. Stimmen und gegebenenfalls mit einfacher Mehrheit des ver-com/corpgov/de zur Verfügung. Gemäß § 317 Abs. 2 Satz 3 tretenen Kapitals gefasst. Für eine Änderung des Unter­HGB sind die Angaben nach § 289a HGB nicht in die Prüfung nehmensgegenstandes ist gemäß § 179 Abs. 2 Aktiengesetzdurch den Abschlussprüfer einbezogen. eine Mehrheit von 75% des vertretenen Grundkapitals erforderlich. Änderungen der Satzung, die lediglich die FassungVergütungsbericht. Die Beschreibung des Vergütungs­ betreffen, kann der Aufsichtsrat gemäß § 7 Abs. 2 dersystems sowie der individualisierte Ausweis der Vergütung von Satz­ ng beschließen. Satzungsänderungen werden nach § 181 uVorstand und Aufsichtsrat sind im Vergütungsbericht auf Abs. 3 Aktiengesetz mit Eintragung in das Handelsregisterden Seiten 161 ff. enthalten. Auch dieser ist zugleich Bestand- wirksam.teil des zusammengefassten Lageberichts. Gezeichnetes Kapital. Das Gezeichnete Kapital der Daimler AG zum 31. Dezember 2011 beträgt rund 3.060 Mio. €. Es istÜbernahmerelevante Angaben und Erläuterungen eingeteilt in 1.066.345.732 auf den Namen lautende Stück-(Bericht nach § 315 Absatz 4 HGB und § 289 Absatz 4 HGB) aktien. Alle Aktien gewähren die gleichen Rechte. Jede Aktie vermittelt eine Stimme und, gegebenenfalls mit AusnahmeUnternehmensleitung; Bestimmungen über die Ernennung eventueller nicht dividendenberechtigter junger Aktien, denund Abberufung von Vorstandsmitgliedern. Die Daimler AG gleichen Anteil am Gewinn. Die Rechte und Pflichten aus denist eine Aktiengesellschaft mit Sitz in Deutschland. Das Unter- Aktien ergeben sich aus den gesetzlichen Vorschriften. Zumnehmen wird vom Vorstand geleitet und gegenüber Dritten 31. Dezember 2011 befanden sich keine Aktien im eigenenvertreten. Besteht der Vorstand aus mehreren Personen, so Bestand.sind, wenn die Satzung nichts anderes bestimmt, sämtlicheVorstandsmitglieder nur gemeinschaftlich zur Vertretung der Beschränkungen, die Stimmrechte oder die ÜbertragungGesellschaft befugt. Die Satzung der Daimler AG sieht aller- von Aktien betreffen. Aus eigenen Aktien stehen der Gesell-dings vor, dass der Vorstand aus mindestens zwei Mitgliedern schaft keine Rechte zu. In den Fällen des § 136 Aktiengesetzbesteht und die Gesellschaft durch zwei Vorstandsmitglieder ist das Stimmrecht aus den betroffenen Aktien kraft Gesetzesoder durch ein Vorstandsmitglied gemein­ chaftlich mit einem s ausgeschlossen. Im Rahmen des Belegschaftsaktien­ ro­ pProkuristen vertreten wird. Bestellung und Abberufung der gramms von Mitarbeitern erworbene Aktien unterliegen bis zumMitglieder des Vorstands erfolgen auf der Grundlage der §§ 84, Ende des auf das Erwerbsjahr folgenden Jahres einer Ver­85 Aktiengesetz, § 31 Mitbestimmungsgesetz. Gemäß § 84 äußerungssperre. Berechtigte aus den Performance-Phantom-Aktiengesetz werden die Vorstandsmitglieder vom Aufsichtsrat Share-Plänen sind nach Maßgabe der Planbedingungen undfür eine Amtszeit von höchstens fünf Jahren bestellt. Der Auf- der sogenannten Stock Ownership Guidelines verpflichtet, bissichtsrat der Daimler AG hat jedoch beschlossen, die erstmalige zum Erreichen eines definierten Zielvolumens Daimler-AktienBestellung von Vorstandsmitgliedern in der Regel auf drei zu erwerben und für die Dauer ihrer Zugehörigkeit zum KonzernJahre zu begrenzen. Eine wiederholte Bestellung oder Ver­ zu halten.längerung der Amtszeit, jeweils für höchstens fünf Jahre,ist zulässig. Sie bedarf eines erneuten Aufsichtsratsbeschlusses,der frühestens ein Jahr vor Ablauf der bisherigen Amtszeitgefasst werden kann. Der Aufsichtsrat ernennt eines der Vor-standsmitglieder zum Vorsitzenden des Vorstands. In Aus­nahmefällen kann ein Vorstandsmitglied gemäß § 85 Aktien-gesetz gerichtlich bestellt werden. Der Aufsichtsrat kann dieBestellung zum Vorstand und die Ernennung zum Vorsitzendendes Vorstands widerrufen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt.74
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenDie Daimler AG und die Renault-Nissan-Allianz haben am Außerdem wurde der Vorstand mit Beschluss der Haupt­7. April 2010 ein Master Cooperation Agreement über eine versammlung vom 14. April 2010 ermächtigt,weitreichende strategische Kooperation und eine gegenseitige –  it Zustimmung des Aufsichtsrats bis zum 13. April 2015 mKapitalbeteiligung abgeschlossen. Renault S.A. und Nissan einmal oder mehrmals Wandel- und/oder Optionsschuld­Motor Co. Ltd. erhielten jeweils eine Beteiligung von 1,55% an verschreibungen oder eine Kombination dieser Instrumenteder Daimler AG, und die Daimler AG erhielt jeweils 3,1% an im Gesamtnennbetrag von bis zu 10 Mrd. € mit einerder Renault S.A. und an der Nissan Motor Co. Ltd. Für die Laufzeit von längstens zehn Jahren zu begeben sowieDauer der Laufzeit des Master Cooperation Agreement –  en Inhabern beziehungsweise Gläubigern dieser Schuld­ dbeziehungsweise für die Dauer von fünf Jahren können grund- verschreibungen Wandlungs- beziehungsweise Optionsrechtesätzlich weder i) die Daimler AG ihre Beteiligung an Renault auf neue, auf den Namen lautende Stückaktien der DaimlerS.A. und Nissan Motor Co. Ltd. noch ii) Renault S.A. und Nissan AG mit einem anteiligen Betrag des Grundkapitals von ins­Motor Co. Ltd. ihre Beteiligung an der Daimler AG ohne gesamt bis zu 500 Mio. € nach näherer Maßgabe der Wandel-vorherige Zustimmung der anderen Parteien an einen Dritten beziehungsweise Optionsanleihe­ edingungen zu gewähren. bübertragen. Übertragungen an Dritte, die in keinem Wett­bewerbsverhältnis zum Emittenten der betreffenden Aktien Die Schuldverschreibungen können auch durch unmittelbarestehen, sind unter bestimmten Voraussetzungen von diesem oder mittelbare Mehrheitsbeteiligungen der Daimler AGVerbot ausgenommen, unter anderem im Falle konzerninterner begeben werden. Dementsprechend wurde das GrundkapitalÜbertragungen, Übertragungen im Zusammenhang mit um bis zu 500 Mio. € bedingt erhöht (Bedingtes Kapitaldem Übernahmeangebot eines Dritten für die Anteile einer 2010). Von der Ermächtigung zur Ausgabe von Wandel- und/der anderen Parteien oder im Falle eines Kontrollwechsels oder Optionsschuldverschreibungen wurde bislang keinbeim Emittenten der betreffenden Aktien. Anlässlich des Gebrauch gemacht.Beteiligungserwerbs haben die Renault S.A. und die NissanMotor Co. Ltd. in ihrer Stimmrechtsmitteilung gemäß §§ 21 ff. Change-of-Control-Klauseln. Die Daimler AG hat die imWpHG angegeben, dass ihnen die von der jeweils anderen Folgenden aufgeführten wesentlichen Vereinbarungen abge-Gesellschaft gehaltenen Daimler-Aktien nach § 22 Abs. 2 schlossen, die Regelungen für den Fall eines KontrollwechselsWpHG (abgestimmtes Verhalten) zuzurechnen sind. beinhalten, wie er unter anderem aufgrund eines Übernahme- angebots eintreten kann:Ermächtigung zum Aktienrückkauf, Genehmigtes und –  ine unbeanspruchte syndizierte Kreditlinie über einen Betrag eBedingtes Kapital. Am 14. April 2010 hat die Hauptversamm- von insgesamt 7 Mrd. €, die ein Kündigungsrecht deslung der Gesellschaft die im Vorjahr erteilte Ermächtigung Darlehensgebers für den Fall vorsieht, dass die Daimler AGzum Erwerb eigener Aktien aufgehoben, soweit von ihr noch kein Tochterunternehmen einer anderen Gesellschaft oderGebrauch gemacht worden war. Gleichzeitig wurde die einer oder mehrerer gemeinsam handelnder Personen wird;Gesellschaft erneut ermächtigt, bis zum 13. April 2015 für –  reditverträge mit Darlehensgebern über einen Betrag von Kbestimmte definierte Zwecke eigene Aktien im Umfang von insgesamt 1,2 Mrd. €, die ein Kündigungsrecht derbis zu 10% des zum Zeitpunkt der Beschlussfassung der Haupt- Darlehensgeber für den Fall vorsehen, dass die Daimler AGversammlung bestehenden Grundkapitals zu erwerben. Tochterunternehmen einer anderen Gesellschaft oderUnter anderem ist der Kauf eigener Aktien für folgende Zwecke einer oder mehrerer gemeinsam handelnder Personen wird;zulässig: zum Zwecke der Einziehung, des Angebots an Dritte –  arantien und Bürgschaften für Kreditverträge von Gim Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses oder konsolidierten Beteiligungsgesellschaften über einen Betrag-erwerbs, zur Veräußerung in anderer Weise als über die Börse von insgesamt 605 Mio. €, die ein Kündigungsrecht deroder durch ein Angebot an alle Aktionäre und zum Zwecke der Darlehensgeber für den Fall vorsehen, dass die Daimler AGBedienung des Stock-Option-Programms. Eigene Aktien im Tochterunternehmen einer anderen Gesellschaft oderUmfang von bis zu 5% des im Zeitpunkt der Beschlussfassung einer oder mehrerer gemeinsam handelnder Personen wird;der Hauptversammlung bestehenden Grundkapitals können –  ine Vereinbarung über den Erwerb der Mehrheit (50,1%) eauch über Derivate erworben werden, wobei die Laufzeit der an der »AFCC Automotive Fuel Cell Cooperation Corp.«;einzelnen Option 18 Monate nicht überschreiten darf. Von diese hat das Ziel, die Brennstoffzelle für automobile Anwen-der Ermächtigung wurde bislang kein Gebrauch gemacht. dungen weiterzuentwickeln und vermarktungsfähig zu machen. Die Vereinbarung sieht für den Fall eines Kontroll-Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 8. April 2009 wechsels bei der Daimler AG ein Kündigungsrecht deswurde der Vorstand ermächtigt, das Grundkapital der Daimler anderen Hauptgesellschafters Ford Motor Company sowieAG bis zum 7. April 2014 mit Zustimmung des Aufsichtsrats eine Put-Option des Minderheitsgesellschafters Ballarddurch Ausgabe neuer, auf den Namen lautender Stückaktien Power Systems vor. Kontrolle im Sinne dieser Vereinbarunggegen Bar- und/oder gegen Sacheinlage ganz oder in Teil­ sind die wirtschaftliche Inhaberschaft (beneficial owner­beträgen einmal oder mehrmals um bis zu insgesamt 1 Mrd. € ship) der Mehrheit der Stimmrechte und die daraus folgendezu erhöhen (Genehmigtes Kapital 2009). Der Vorstand wurde Berechtigung, die Mehrheit der Mitglieder des Vorstandsunter anderem auch ermächtigt, unter bestimmten Vorausset- zu bestellen;zungen mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht –  in Master Cooperation Agreement über eine weitreichende eder Aktionäre auszuschließen. Von dieser Ermächtigung wurde strategische Kooperation mit Renault S.A., Renault-Nissanbislang kein Gebrauch gemacht. B.V. und Nissan Motor Co. Ltd. in Verbindung mit einer wechselseitigen Kapitalbeteiligung: Die Renault-Nissan-­ Allianz erhielt eine Beteiligung von 3,1% an der Daimler AG, und die Daimler AG erhielt jeweils 3,1% an der Renault S.A. 75
  • und an der Nissan Motor Co. Ltd. Im Falle eines Kontroll- –  in Vertrag über ein Gemeinschaftsunter­ ehmen mit der e n wechsels bei einer Vertragspartei ist jede der anderen Par- BAIC Ltd. zur Herstellung und zum Vertrieb von Pkw der teien berechtigt, die Vereinbarung zu kündigen. Ein Kontroll- Marke Mercedes-Benz in China, mit der der BAIC Ltd. das wechsel im Sinne des Master Cooperation Agreements Recht zur Kündigung oder zur Ausübung einer Put- oder liegt vor, wenn ein Dritter oder mehrere gemeinsam agierende einer Call-Option für den Fall eingeräumt wird, dass eine Dritte rechtlich oder wirtschaftlich direkt oder indirekt dritte Partei ein Drittel oder mehr der Stimmrechte an mindestens 50% der Stimmrechte der entsprechenden Partei der Daimler AG erwirbt; erwerben oder berechtigt sind, die Mehrheit der Mitglieder –  in Vertrag über die Gründung eines Gemeinschafts­ e des geschäftsführenden Organs zu bestellen. Unter dem unternehmens mit der Beiqi Foton Motor Co., Ltd. mit dem Master Cooperation Agreement wurden mehrere Koopera­ Geschäftszweck, schwere und mittelschwere Lkw der tionsverträge zwischen der Daimler AG einerseits und Renault Marke Foton Auman zu fertigen und zu vertreiben. Dieser und/oder Nissan andererseits über eine neue Architektur Vertrag räumt der Beiqi Foton Motor Co., Ltd. ein Kündi- für Kleinwagen abgeschlossen, die gemeinsame Nutzung von gungsrecht für den Fall ein, dass einer ihrer Wettbewerber verbrauchsarmen Diesel- und Benzinmotoren sowie mehr als 25% des Kapitals oder der Vermögensgegenstände Getrieben und die Entwicklung und Belieferung mit einem der Daimler AG erwirbt oder in die Lage gelangt, Beschlüsse kleinen Stadtlieferwagen abgeschlossen, die für den Fall ihres Vorstands zu beeinflussen; des Kontrollwechsels bei einer Vertragspartei ein Kündigungs- –  ine Vereinbarung zwischen Daimler und der Robert Bosch e recht für die andere Vertragspartei vorsehen. Der Kontroll- GmbH über die gemeinsame Gründung und den gemein­ wechsel knüpft dabei an einen Schwellenwert von 50% der samen Betrieb der EM-motive GmbH für die Entwicklung und Stimmrechte an oder an die Berechtigung, die Mehrheit die Produktion von Traktionselektromaschinen sowie der Mitglieder des geschäftsführenden Organs zu bestellen. Teilen und Komponenten für solche Maschinen für automobile Bei einer Kündigung der Kooperation im Bereich der Ent­ Anwendungen und zum Verkauf dieser Waren an die wicklung von Kleinwagen infolge eines Kontrollwechsels in Robert-Bosch-Gruppe und die Daimler-Gruppe. Gerät Daimler der Frühphase der Zusammenarbeit wäre die von dem unter die Kontrolle eines Wettbewerbers der Robert Bosch Kontroll­ echsel betroffene Partei verpflichtet, ihren Anteil w GmbH, ist die Robert Bosch GmbH berechtigt, den Konsor­ an den Kosten für die Entwicklung von gemeinsamen tialvertrag fristlos zu kündigen und alle von Daimler an Komponenten zu tragen, auch wenn die Entwicklung für dem Gemeinschaftsunternehmen gehaltenen Anteile zum diese Partei eingestellt würde; fairen Marktwert zu erwerben;–  in Vertragswerk, das die Ausübung der Stimmrechte an der e –  ine Vereinbarung zwischen Daimler, Toray Industries, Inc. e EADS N.V. regelt. Dieses sieht für den Fall eines Kontroll- und ACE Advanced Composite Engineering GmbH über die wechsels vor, dass die Daimler AG nach Aufforderung durch gemeinsame Gründung und den gemeinsamen Betrieb der die französischen Vertragspartner verpflichtet ist, sich nach Euro Advanced Carbon Fiber Composites GmbH für die besten Kräften zu bemühen, ihren Anteil an EADS an einen Entwicklung, die Herstellung und den Vertrieb von Automobil­ Dritten, der kein Wettbewerber von EADS beziehungsweise teilen aus carbonfaserverstärkten Kunststoffen. Gerät der französischen Vertragspartner der Daimler AG ist, zu Daimler unter die Kontrolle einer dritten Partei, sind die beiden angemessenen Konditionen zu veräußern. In diesem Fall anderen Partner des Konsortialvertrags jeweils einzeln steht der französischen Seite ein Vorkaufsrecht zu den von berechtigt, den Konsortialvertrag fristlos zu kündigen und Dritten angebotenen Bedingungen zu. Auch kann es im die von Daimler gehaltenen Anteile an dem Gemein­ Falle eines Beherrschungswechsels zu einer Auflösung des schaftsunternehmen zum Marktwert zu erwerben. Stimmrechtskonsortiums mit der französischen Seite kommen. Ein Beherrschungswechsel liegt nach dem EADS- Vertragswerk dann vor, wenn ein Wettbewerber der EADS N.V. oder der französischen Vertragspartner entweder so viele Aufsichtsratsmitglieder bei der Daimler AG be­­ nennt, dass er damit die Mehrheit der Mitglieder des Vorstands bestellen kann, oder über eine Beteiligung verfügt, auf­ grund derer er das Tagesgeschäft der Daimler AG bestimmen kann;–  in Shareholders’ Agreement mit Rolls-Royce Holdings e plc (Rolls-Royce) und Vinters International Limited, einem Tochter­ nternehmen von Rolls-Royce, betreffend die u Übernahme der Tognum AG, Friedrichshafen, durch die Engine Holding GmbH und zur geplanten Zusammenführung mit dem Bergen-Geschäft von Rolls-Royce. Daimler und Vinters International Limited halten je 50% der Anteile der Engine Holding GmbH. Die Vereinbarung sieht für den Fall eines Kontrollwechsels bei einer Vertragspartei für die andere Vertragspartei ein Recht vor, die Anteile der betroffenen Vertrags­ artei an der gemeinsam gehaltenen Gesellschaft p zu angemessenen Bedingungen zum Zeitpunkt des Kontroll- wechsels zu übernehmen;76
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenStrategie Zielsystem.  3.02 Unser oberstes Unternehmensziel ist es, nachhaltig profitabel zu wachsen und damit den Wert desAls Erfinder des Automobils blicken wir auf mehr als Unternehmens kontinuierlich zu steigern. In all unseren125 Jahre Automobilgeschichte zurück, die wir mit richtungs- Geschäften streben wir die Spitzenposition an. Mit unserenweisenden Innovationen und herausragenden Fahrzeugen Marken, Produkten und Dienstleistungen begeistern wir unseremaßgeblich geprägt haben. Auch für die Zukunft bleibt es unser Kunden. Mit wegweisenden Technologien beanspruchen wir dieAnspruch, Vorreiter bei der Weiterentwicklung der Mobilität Vorreiterposition bei umweltverträglichen Antriebstechno­zu sein. Wir sehen es als unsere Verpflichtung an, die Mobilität logien und bei der Sicherheit. Unsere globale Präsenz stärkender Zukunft sicher und nachhaltig zu gestalten. Im Fokus wir, indem wir unsere Position in den traditionellen Märktenunseres Handelns stehen die Bedürfnisse unserer Kunden. sichern und gleichzeitig in neuen Märkten wachsen.Wir wollen sie begeistern mit: Eine heraus­ agende Umsetzung und Effizienz sowie motivierte r–  aszinierenden Premiumautomobilen, die bei Design, f und leistungsstarke Mitarbeiter sind der Schlüssel für den Sicherheit, Komfort, Wertanmutung, Zuverlässigkeit und künftigen Unterneh­ ens­ rfolg. Dabei bestimmt Nachhaltig­ m e - Umweltfreundlichkeit Maßstäbe setzen, keit unser unternehmerisches Handeln: in den Bereichen Öko-–  utzfahrzeugen, die die Besten in ihrem jeweiligen N nomie und Corporate Governance, Umweltschutz und Wett­bewerbsumfeld sind, Sicherheit sowie in unseren Beziehungen zu Mitarbeitern,–  erausragenden Serviceleistungen rund um diese h Kunden und der Gesellschaft insgesamt. Die vier Unter­ Produkte sowie nehmenswerte Begeisterung, Wertschätzung, Integrität und–  euen Mobilitätslösungen, orientiert an den Bedürfnissen n Disziplin bilden das Fundament unseres Handelns und tragen unserer Kunden. dazu bei, dass wir unsere Ziele erreichen. Ein zentraler Grund- satz gilt dabei für alles, was wir tun: Kein Geschäft auf der Welt ist es wert, dass wir gegen Gesetze, Regelungen oder ethische Standards verstoßen. Für uns gehören Integrität und Geschäftserfolg zusammen. Deshalb wollen wir auch bei der Integrität an der Spitze im Wettbewerb stehen. Daran arbeiten wir mit Nachdruck.3.02Zielsystem Profitables Wachstum Exzellente Führende Innovations- Globale Produkte Marken und Präsenz mit her vor- Technologie- und ragendem führerschaft Vernetzung Kundenerlebnis Herausragende Umsetzung und Nachhaltigkeit Hoch motivierte und leistungsstarke Mitarbeiter Begeisterung Wertschätzung Integrität Disziplin 77
  • Klarer Führungsanspruch in allen Geschäften. Mit unserer Vier strategische Wachstumsfelder. Über vier strategischeWachstumsstrategie »Mercedes-Benz 2020« streben wir im Wachstumsfelder wollen wir unsere Ziele erreichen.  3.03Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars auch beim Absatz die Füh- Wir werdenrungsrolle bei Premiumfahrzeugen an. Im Jahr 2015 wollen –  as Kerngeschäft weiter stärken, dwir 1,6 Mio. Pkw der Marke Mercedes-Benz verkaufen und im – in neuen Märkten wachsen,Jahr 2020 mehr Pkw absetzen als jeder andere Premium­ – n »grünen« Technologien führend sein und ihersteller. Die Marke smart wird ihre Vorreiterrolle bei urbaner –  Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte und dieMobilität weiter ausbauen und führend bei alternativen Antrie- Dienstleistungen maßgebend vorantreiben.ben in diesem Segment sein. Bei Daimler Trucks wollen wir diePosition der Nummer eins im globalen Lkw-Geschäft weiter Das Kerngeschäft stärken. Ein starkes Kerngeschäft ist einefestigen und bis zum Jahr 2013 über 500.000 Fahrzeuge abset- wesentliche Grundlage für Profitabilität und Wachstum. Zurzen; mittelfristig planen wir mit über 700.000 Einheiten. Stärkung des Kerngeschäfts erneuern und erweitern wir unserDaimler Buses hat sich zum Ziel gesetzt, seine Spitzenposition Modellprogramm, entwickeln unsere Marken konsequentbei Bussen über 8t zulässigem Gesamtgewicht weiter zu weiter und setzen Maßnahmen zur Steigerung der Effizienzstärken, und Mercedes-Benz Vans strebt mit der strategischen und Wettbewerbsfähigkeit in allen Geschäften um.Initiative »Mercedes-Benz Vans goes global« weiteres Wachs-tum auch außerhalb der bisherigen Segmente und Märkte an. Bei Mercedes-Benz wird das Modellprogramm bis zumDaimler Financial Services zielt auf die Position als bester Jahr 2015 um insgesamt zehn neue Modelle erweitert,herstellergebundener Finanzdienstleister und wird mit unserem darunter drei zusätzliche Modelle im KompaktwagenbereichAutomobilgeschäft weiter wachsen. und drei neue Fahrzeuge im Segment der S-Klasse. »Das Beste oder nichts« dient als Anspruch, in allen Funktionen von Mercedes-Benz Cars die Spitzenposition der Marke Mercedes-­ enz weiter zu festigen. Durch die langfristig B an­ elegte strategische Kundenzufriedenheitsinitiative g3.03 »Customer Satisfaction #1« haben wir in vielen Märkten den Spitzenplatz in der Kundenzufriedenheit erreicht. Neue Kerngeschäft In neuen Bei grünen Mobilitäts- Mit dem neuen Actros, dem Flaggschiff und der wichtigsten stärken Märkten Technologien dienstleistungen wachsen führend sein gestalten Neueinführung des Jahrzehnts von Daimler Trucks, hat das Geschäftsfeld seine Produktoffensive in Europa fortge- setzt. Der neue Schwer-Lkw setzt neue Maßstäbe in Sachen Die vier Wachstumsfelder der Daimler-Strategie Wirtschaftlichkeit, Komfort und Fahrdynamik und erfüllt die Abgasnorm Euro VI bereits zwei Jahre früher als gesetzlich gefordert. Mit dem Actros wurde die letzte Phase der weltweiten Einführung der neuen schweren Motorengeneration abge- schlossen. Nach dem Muster dieser gemeinsamen Motoren- plattform wird auch die mittelschwere Motorenfamilie in den nächsten Jahren vereinheitlicht. Mercedes-Benz Vans wird mit neuen Produkten und Technolo- gien das geplante weltweite Wachstum unterstützen. Im Jahr 2012 werden wir den neuen City Van Citan einführen. Damit erschließen wir das Segment der Kleintransporter für die Marke Mercedes-Benz. Mit der neuen Stadtbusgeneration Mercedes-Benz Citaro und dem neuen Reisebus Mercedes-Benz Travego Edition 1, der bereits die Abgasnorm Euro VI erfüllt, setzt Daimler Buses weiter auf Wachstum und arbeitet gleichzeitig daran, die Profita­ bilität langfristig abzu­sichern. Daimler Financial Services setzt ebenfalls auf Wachstum, und das in mehrfacher Hinsicht. Das Geschäftsfeld wird mit den Modell- und Marktoffensiven bei Pkw und Nutzfahrzeugen weiter wachsen und gleichzeitig das Angebot im Bereich Kraftfahr- zeugfinanzierungen und Mobilitätsdienstleistungen sowie bei Versicherungen weiter ausbauen. Da­ über hinaus werden r die globalen Strukturen und Prozesse weiterentwickelt. Ein Beispiel hierfür ist die Neuausrichtung der Financial-­ Services-Standorte in Deutschland.78
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenIn neuen Märkten wachsen. Das Wachstum der weltweiten zellentechnologie von morgen aussieht. Der neue Actros istAutomobilnachfrage wird in den kommenden Jahren zum größten der wirtschaftlichste Lkw in seinem Marktsegment, und beiTeil in den Märkten außerhalb Europas, Nordamerikas und Bussen und Lkw mit Hybridantrieben ist Daimler Weltmarkt-Japans stattfinden. Zwar stärken wir auch weiterhin unsere führer. Und wir sind der einzige Automobilhersteller, derPosition in den traditionellen Märkten, darüber hinaus wollen bereits vier Elektrofahrzeuge in Serie produziert. Auch was diewir jedoch vor allem in Brasilien, Russland, Indien und China, aktive und passive Sicherheit betrifft, werden wir bei Pkwden sogenannten BRIC-Staaten, wachsen. Um die Absatz­ - und Nutzfahrzeugen unsere Vorreiterrolle weiter ausbauen. Soziele von Mercedes-Benz Cars zu erreichen, verstärken wir ins- sind beispielsweise die neue B-Klasse und der neue Actrosbesondere unsere Aktivitäten in China. Dort sollen künftig dank zahlreicher innovativer Sicherheitssysteme der Maßstabauch Varianten der neuen Kompaktwagen-Baureihe gefertigt in ihren Marktsegmenten.werden. Ein neues Motorenwerk für Vierzylinder-Motoren wirdim Jahr 2013 eröffnet. Daimler Trucks will seine Marktposition Die Entwicklung neuer Mobilitätskonzepte und Dienst­in den BRIC-Staaten deutlich stärken. In China setzen wir leistungen maßgebend vorantreiben. Mehr als die Hälfte derbei mittelschweren und schweren Lkw auf die Zusammenarbeit heutigen Weltbevölkerung lebt bereits in Städten, und diesermit unserem Partner Foton. Mercedes-Benz Vans produziert Anteil nimmt weiter zu. Darüber hinaus steigt das Bedürfnis derin Kooperation mit Fujian Motors Vito, Viano und Sprinter für Kunden nach individuellen, bedarfsgerechten und komfor­den chinesischen Markt. In Brasilien wird Daimler Trucks die tablen Mobilitätslösungen, auf die einfach und auch jederzeitProduktionskapazitäten erweitern und seine starke Marktposi- online zugegriffen werden kann. Darauf reagieren wir alstion mit neuen Lkw-Modellen weiter ausbauen. In Russland, Hersteller sowohl im privaten als auch im geschäftlichen unddem größten europäischen Lkw-Markt, expandieren wir weiter öffentlichen Bereich mit Mobilitätskonzepten wie car2go,in Kooperation mit unserem Partner Kamaz. Mercedes-Benz CharterWay und Bus Rapid Transit (BRT). Das car2go GeschäftVans wird mittels einer Lizenzvereinbarung mit dem Nutzfahr- wird in den nächsten Jahren deutlich erweitert. Um dies zuzeughersteller GAZ den Sprinter in Russland produzieren unterstützen, haben wir car2go organisatorisch Daimler Financiallassen. In Indien startet Daimler Trucks im Jahr 2012 mit Lkw Services zugeordnet. Bis zum Jahresende 2011 wurdender neuen Marke BharatBenz, die auf die Anforderungen bereits mehr als 60.000 Kunden in sieben Städten registriertdes indischen Marktes zugeschnitten sind. Daimler Buses ist und mehr als eine Million Mieten abgeschlossen. Mit system-in Indien mit dem Partner Sutlej bei Reisebussen und mit übergreifenden Konzepten wie dem »living lab« in Stuttgartdem Busaufbauhersteller MCV bei Stadtbussen aktiv. Daimler werden wir erproben, wie Verkehrssysteme miteinanderFinancial Services hat 2011 in Indien eine eigene Gesellschaft vernetzt werden können, um so die beste Mobilitätslösung ausgegründet, um die Aktivitäten der Fahrzeuggeschäfte vor Ort Kundensicht entwickeln zu können. Im Bereich innovativerunterstützen zu können. Über die BRIC-Staaten hinaus bauen Dienstleistungen bieten wir ab dem Jahr 2012 das neue Produktwir in weiteren Wachstums­ ärkten außerhalb der Triade unsere m sale&care für den neuen smart fortwo electric drive an, undMarktposition aus. wir gestalten neue Servicemarken wie »TruckWorks« für den Lkw-Bereich oder »Mein Service« und »mbrace« bei Pkw.Führend bei grünen Technologien sein. Als Pioniere des Außerdem entwickeln wir Kommunikationssysteme wieAutomobilbaus haben wir den Anspruch, die Zukunft der COMAND Online, die das Fahrzeug zur mobilen Kommuni­ ations­­­ kMobilität sicher und nachhaltig zu gestalten. Unterschiedliche zentrale werden lassen. Damit arbeiten wir an fahrzeugnahenMobilitätsanforderungen bedürfen verschiedener Antriebs­ Konzepten zur Gestaltung der künftigen Mobilität und setzenlösungen. Unser Portfolio reicht dabei von der Optimierung gleichzeitig auf Wachstum in allen Segmenten, Märktenvon Verbrennungsmotoren über die Hybridisierung bis hin und Geschäften.zum lokal emissionsfreien Fahren. Mercedes-Benz Cars verfolgtdas Ziel, die CO2-Emissionen der Neuwagenflotte in der Euro­ Anspruchsvolle Renditeziele. Ergänzend zu unserenpäischen Union bis zum Jahr 2016 auf durchschnittlich 125 g/ Wachstumszielen haben wir uns ein klares Renditeziel vonkm zu senken. Die bislang erzielten Erfolge können sich sehen durchschnittlich 9% für das Automobilgeschäft gesetzt.lassen: Bereits heute verbrauchen 75% unserer Pkw weniger als Basis hierfür sind die Zielrenditen der einzelnen Geschäfts­7 l/100 km. Weltweit haben wir als erster Automobilhersteller felder, die wir ab dem Jahr 2013 nachhaltig erreichendie Lithium-Ionen-Batterie in einem Hybrid in Serie gebracht. wollen: 10% für Mercedes-Benz Cars, 8% für Daimler Trucks,Und als einziges deutsches Automobilunternehmen ent­ 9% für Mercedes-Benz Vans und 6% für Daimler Buses.wickeln und fertigen wir unsere eigenen Lithium-Ionen-Batterien. Für das Geschäftsfeld Daimler Financial Services haben wirIn Sachsen, am Standort Kamenz, hat unsere hochmoderne uns eine Eigenkapitalrendite von 17% vorgenommen.Lithium-Ionen-Batteriefabrik inzwischen die Produktion auf­genommen und sichert so Hightech-Arbeitsplätze im Ent­wicklungs- und Produktionsbereich am Standort Deutschland.Unsere Brennstoffzellenfahrzeuge haben bereits mehr als4,5 Mio. Kilometer im Kundeneinsatz zurückgelegt – eine soumfassende Praxiserfahrung mit der Brennstoffzelle ist ein­zigartig in der Automobilbranche. Mit dem Pkw-Forschungs-fahrzeug F125! zeigen wir schon heute, wie die Brennstoff­ 79
  • Portfolioveränderungen. Mit gezielten Investitionen und Unsere Zusammenarbeit mit dem russischen Lkw-Herstellerrichtungsweisenden Partnerschaften haben wir im Jahr 2011 Kamaz haben wir im September erweitert. Daimler undunser Kerngeschäft gestärkt, neue Technologien voran­ Kamaz gehen über das bereits Ende 2010 beschlossene Jointgetrieben und zusätzliche Wachstumspotenziale erschlossen. Venture zur Produktion von Achsen hinaus und haben einDabei haben wir uns auf die kontinuierliche Weiterentwicklung Memorandum of Understanding zur Belieferung und Lizenzie-unseres bestehenden Geschäftsportfolios konzentriert. rung des Axor-Fahrerhauses unterzeichnet, das in der neuen Kamaz Lkw-Baureihe verbaut werden soll.Im Januar 2011 haben Daimler und Toray Industries, Inc. einenVertrag zur Gründung eines Joint Ventures für die Her­ tellung s Die Daimler AG und die Bundesregierung haben sich imund Vermarktung von Fahrzeugteilen aus carbonfaserverstärkten November 2011 grundsätzlich darauf verständigt, dass die KfWKunststoffen (CFK) abgeschlossen. Im Rahmen der Entwick- Bankengruppe 7,5% der Aktienanteile von Daimler an derlungsvereinbarung, die bereits im März 2010 unterzeichnet European Aeronautic Defence and Space Company N.V.wurde, gelang es beiden Unternehmen, eine hocheffiziente (EADS) übernehmen soll. Der Verkauf der Aktien ist für dasVerfahrenstechnologie für die Serienfertigung von CFK-Teilen Jahr 2012 vorgesehen. Daimler soll 7,5% der Aktien,15% derzu entwickeln, die einen deutlich kürzeren Formgebungs­ Stimmrechte und die industrielle Führung auf deutscherzyklus bringen wird. Daimler und Toray beabsichtigen, ihre Seite behalten.gemeinsamen Aktivitäten in der Entwicklung weiter voranzu­treiben, um eine Produktionstech­ ologie für die Serienfertigung n Daimler und die AKKA Technologies SA haben am 7. Dezemberzu erhalten, die auch hinsichtlich der Kosten äußerst attraktiv 2011 einen Vertrag zum Verkauf der Mehrheit der Daimler-ist. Das Joint Venture wird die CFK-Bauteile herstellen und ver- Tochter MBtech Group an AKKA unterzeichnet. Der Entwick-markten und so die Einführung von Carbonfaser-Verbund­ lungs- und Technologieberater AKKA übernimmt – vorbehalt-materialien im Automobilbereich gerade für den Serieneinsatz lich der Zustimmung der Kartellbehörden – 65% an der Sindel­ -weiter vorantreiben. finger Gesellschaft. Daimler bleibt dabei ein langfristig und strategisch engagierter Gesellschafter und wichtiger Kunde vonIm Juli haben Daimler und die Robert Bosch GmbH die MBtech. Durch den Einstieg von AKKA entsteht eines derVerträge zur Gründung eines 50:50-Joint-Ventures für Elektro- größten europäischen Ingenieurs- und Beratungsdienstleistungs-motoren unterzeichnet. Das neue Unternehmen firmiert Unternehmen. AKKA bedient die Branchen Automobil, Luft-unter dem Namen EM-motive GmbH und wird künftig innovative fahrt, Raumfahrt, Transport und Energie. MBtech hat seinenElektromotoren für Elektrofahrzeuge entwickeln und produ­ Tätigkeitsschwerpunkt im Automobilsektor. Beide Unter­zieren. nehmen ergänzen sich in ihrer regionalen Aufstellung und im Kundenportfolio.Mit der Zustimmung aller relevanten Behörden haben Daimlerund Rolls-Royce im August 2011 die Freigabe für die Über-nahme von Tognum durch die Engine Holding GmbH erhalten.Die Engine Holding, an der Daimler und Rolls-Royce jeweilszu 50% beteiligt sind, hat sich inzwischen rund 99% der Anteilegesichert. Mit der Übernahme werden Daimler und Rolls-Royce einen führenden Anbieter von Komplettsystemen imIndustriemotorenbereich schaffen. Das Unternehmen verfügtüber eine breite globale Aufstellung hinsichtlich Produkten,Dienstleistungen und Systemlösungen.Im September 2011 erhielten Daimler und Foton vom chine­sischen Handelsministerium die abschließende Genehmigungfür ihr Joint Venture Beijing Foton Daimler Automotive Co.,Ltd. zur Produktion und zum Vertrieb von mittelschweren undschweren Lkw. Daimler ist mit 50% an diesem Gemeinschafts­unter­ ehmen beteiligt und wird dadurch seine Wettbewerbs- nposition im chinesischen Markt weiter ausbauen. Die Lkwwerden unter dem Namen »Auman«, der Lkw-Marke von Foton,vertrieben. Daimler wird sein technologisches Know-how,insbesondere in den Bereichen Dieselmotoren und Abgas­systeme, einbringen.80
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenWirtschaftliche Rahmenbedingungen Noch ungünstiger war die Entwicklung in Westeuropa, die von der Eskalation der Schuldenkrise in der Eurozone geprägtWeltwirtschaft. Mit rund 3% lag das Wachstum der Weltwirt­ war. Die Zahl der Länder unter dem Rettungsschirm vergrößerteschaft im Berichtsjahr in der Größenordnung des lang­ sich, und die Krise beschränkt sich inzwischen schon langejährigen Durchschnitts.  3.04 ����������������������������� Im Vorjahr hatten Konjunktur- nicht mehr auf die kleineren Peripherieländer. Auch die Erwei-programme nach der tiefen Rezession des Jahres 2009 terung des Rettungsschirms und ein Umschuldungspaketnoch für ein Wachstumsplus von 4,3% gesorgt. 2011 war für für Griechenland konnten nicht verhindern, dass die Sorgen umdie Weltwirtschaft dennoch ein ausgesprochen ereignis-­ mögliche Ansteckungseffekte weiterhin bestanden und diereiches Jahr – mit ungewohnt hohen Volatilitäten an den Finanz- Finanzmärkte mit hoher Nervosität und entsprechenden Vola-märkten, mit einer dramatischen Naturkatastrophe in Japan tilitäten reagierten. In Summe erreichte die Europäischesowie mit erheblichen geopolitischen Turbulenzen in Nord­ frika a Währungsunion im Jahr 2011 einen Zuwachs des Bruttoinlands-und im Nahen Osten. Das im Jahresverlauf zunehmend produkts von rund 1,5%. Auch wenn die deutsche Volkswirt-dominierende ökonomische Thema war aber die Staatsschulden­ schaft im Gesamtjahr mit 3% abermals deutlich überdurch-krise, insbesondere in der Europäischen Währungsunion. schnittlich expandierte, konnte sie sich dem ungünstigenDoch auch in den USA beeinflusste die Diskussion um die Umfeld nicht entziehen und verlor zunehmend an Dynamik. ImBegrenzung der öffentlichen Verschuldung die wirtschaftliche Jahresschlussquartal war die konjunkturelle Entwicklung inEntwicklung. Als Folge der Staatsschuldenkrise traten Probleme der Eurozone vermutlich sogar leicht rückläufig.im Bankensektor zutage. Berücksichtigt man ferner die vonhohen Rohstoffpreisen und Wechselkurs­ erwerfungen ausge- v In diesem schwierigen Umfeld waren die Wechselkursehenden Belas­ ungen, so ist es bemerkenswert, dass die Welt- t erneut sehr volatil. So pendelte der Kurs des US-Dollar zumwirtschaft dennoch ein Wachstum von knapp 3% erreicht hat. Euro im Jahresverlauf zwischen Werten von 1,29 bis knapp 1,50. Zum Jahresende lag er aber mit 1,29 wieder ungefährDen überwiegenden Anteil an diesem Wachstum hatten wie auf dem Niveau wie zum Jahresbeginn. Mit einem Korridorschon in den Vorjahren die Schwellenländer: Deren reales von 100 bis 123 waren die Schwankungen des japanischen YenBruttoinlandsprodukt stieg um knapp 6% – das sind rund 70% gegenüber dem Euro ähnlich hoch. Hier lag der Wert desdes globalen Zuwachses. Zentraler Wachstumstreiber war Euro gegenüber dem Yen zum Jahresende um knapp 8% untererneut der asiatische Wirtschaftsraum, der mit China und Indien dem Anfangsniveau. Gegenüber dem britischen Pfundan der Spitze um annähernd 7% zulegen konnte. Allerdings schloss der Euro bei ebenfalls volatilem Verlauf zum Jahres-verhinderten gerade in dieser Region stark ansteigende Inflati- ende mit einer Abwertung von 3%.onsraten eine noch bessere Entwicklung. Besonders wichtigfür die Weltwirtschaft war dabei, dass die chinesische Wirtschafttrotz einer konjunkturellen Verlangsamung im Jahresverlaufein Plus von gut 9% erreichte. Auch in den anderen Schwellen-ländern war die wirtschaftliche Entwicklung insgesamt 3.04erfreulich. Osteuropa legte wie im Vorjahr um mehr als 4% zu; WirtschaftswachstumLateinamerika konnte zwar an das eher überhitzte Vorjahr Bruttoinlandsprodukt real in % zum Vorjahr 2010nicht ganz anschließen, expandierte aber weiterhin kräftig. 2011   10Die Industrieländer hingegen enttäuschten: In Japan führte die 8Mehrfachkatastrophe vom März zwangsläufig zu einem 6gesamtwirtschaftlichen Rückgang. Jenseits der menschlichen 4Tragödien konnte sich Japan aber schneller als zunächst 2erwartet den Wiederaufbaumaßnahmen zuwenden. Die massive 0Aufwertung des Yen verhinderte jedoch eine günstigere -2wirtschaftliche Entwicklung. In den USA kam die Konjunktur Gesamt NAFTA Westeuropa Japan Asien Übrige ohne Japan Märktenur schleppend voran, insbesondere im Vergleich zu früherenErholungsphasen nach einer Rezession. So verharrte vor allem Quelle: IHS Global Insightdie Arbeitslosenquote auf einem ungewöhnlich hohen Niveau,und dies beeinträchtigte den privaten Konsum. Zudem fiel derdurch die Krise massiv belastete Immobiliensektor als kon-junktureller Impulsgeber aus. Ausgehend von der Diskussionum die Erhöhung der öffentlichen Verschuldungsgrenze undeiner drohenden temporären Zahlungsunfähigkeit trübten sichzur Jahresmitte die Stimmungsindikatoren bei Konsumentenund Unternehmen deutlich ein. Erfreulicherweise stabilisiertesich die amerikanische Wirtschaft in der zweiten Jahreshälfte.Ein Zuwachs von nicht einmal 2% im Gesamtjahr war jedochalles andere als befriedigend und lag deutlich unter demlangjährigen Durchschnitt. 81
  • Automobilmärkte. Das Wachstum der weltweiten Auto­ Der chinesische Markt konnte trotz der zum Jahresbeginn aus-mobilnachfrage setzte sich im Berichtsjahr fort, allerdings mit gelaufenen staatlichen Kaufanreize um nahezu 10% wachsen.deutlich moderateren Zuwachsraten als im Vorjahr.  3.05 Die Nachfrage in den für Daimler wichtigen Premium- und Luxus­ segmenten stieg dabei deutlich überproportional, sodass derNach einem guten Start ins Jahr 2011 verlangsamte sich das chinesische Markt insbesondere für die deutschen Premium-Wachstum des globalen Pkw-Marktes zur Jahresmitte hin hersteller weiter an Bedeutung gewonnen hat. Der Zuwachsdeutlich. Lieferengpässe infolge der Naturkatastrophe in Japan, der Pkw-Nachfrage in Indien schwächte sich dagegen deutlichein hoher Ölpreis sowie steigende Inflationsraten und nicht ab und betrug nur noch etwa 5%. Das stärkste Wachstumzuletzt die sich verschärfende Schuldenproblematik in Europa aller Regionen verzeichnete im Berichtsjahr Osteuropa; diesund den USA dämpften den Pkw-Absatz spürbar. Im zweiten war zum Großteil dem fast 40%igen Zuwachs des russischenHalbjahr belebte sich die Nachfrage schneller als erwartet, Marktes zu verdanken.sodass die weltweiten Zulassungszahlen das Vorjahres­ -niveau um rund 5% übertrafen und damit erneut einen Rekord- Die weltweite Nachfrage nach mittelschweren und schwerenwert erreichten. Die regionalen Unterschiede in der Markt­ Lkw wuchs im Berichtsjahr ebenfalls nur noch moderat. Imentwicklung waren aber weiterhin sehr ausgeprägt. Gegensatz zu 2010 war das Wachstum allerdings überwiegend durch die Triade-Märkte (Nordamerika, Westeuropa undDer US-amerikanische Markt setzte seine Erholung mit einem Japan) getrieben. Im NAFTA-Raum erholte sich die Lkw-Nach-Zuwachs von gut 10% fort, bewegte sich damit aber immer frage kräftig und stieg vor allem aufgrund des hohen Ersatz­noch auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Geprägt von der bedarfs um gut 40% an. In Westeuropa verlor das Marktwachs-sich verschärfenden Staatsschuldenkrise waren die Pkw-­ tum im Jahresverlauf zwar spürbar an Dynamik, für dasVerkäufe in Westeuropa erneut leicht rückläufig (-1%). Während Gesamtjahr 2011 war aber trotzdem noch ein deutlicherder deutsche Markt deutlich zulegte (+9%), lag die Nachfrage Zuwachs von über 25% zu verzeichnen. Auch in Deutschlandin den anderen westeuropäischen Volumenmärkten zum Teil erhöhte sich die Nachfrage noch einmal um gut 20%, im vier-zweistellig im Minus. ten Quartal lag der Markt aber nur noch in etwa auf dem Vorjahresniveau. Der japanische Markt für mittelschwere undDie Marktentwicklung in Japan war von den Folgen der Natur- schwere Lkw, der im zweiten Quartal 2011 im Vorjahres­katastrophe im März überschattet: Die Pkw-Zulassungen vergleich um fast 50% eingebrochen war, erholte sich im zweitenhatten daher einen zweistelligen Rückgang (-16%) zu verzeich- Halbjahr dynamisch und konnte damit im Gesamtjahr dasnen. In den Schwellenländern bewegte sich das Nachfrage- Vorjahresvolumen sogar noch übertreffen. Außerhalb der Triadewachstum nach der rasanten Entwicklung der Vorjahre über- stagnierte die Nachfrage, was hauptsächlich auf einenwiegend auf einem moderateren Niveau. spürbaren Marktrückgang in China, dem weltweit größten Lkw- Markt, zurückzuführen war. Dort gab es bis Ende 2010 Steuervergünstigungen beim Kauf von Lkw. Nach Beendigung des Programms ging die Nachfrage deutlich zurück. Auch in Indien verlangsamte sich das Marktwachstum merklich, lag3.05 aber immer noch in der Größenordung von 10%. Der fürAutomobilmärkte weltweit Daimler bedeutende brasilianische Lkw-Markt profitierte imAbsatz im Jahr 2011 in % zum Vorjahr Pkw Jahr 2011 weiterhin von staatlichen Steuervergünstigungen Nutzfahrzeuge und übertraf das hohe Vorjahresniveau um rund 10%, und in45 Russland setzte sich die kräftige Markterholung mit einem30 deutlich zweistelligen Nachfragezuwachs fort.15 0 Der für Daimler besonders wichtige Transportermarkt West­-15 europa übertraf das Vorjahresniveau um über 11%. Besonders-30 ausgeprägt war das Marktwachstum in Deutschland, während Gesamt Westeuropa Japan 2 NAFTA1, 2 Südamerika 2 China in Südeuropa die Auswirkungen der Staatsschuldenkrise spürbar1 Segment Personenwagen einschließlich leichte Nutzfahrzeuge waren. Insgesamt günstig war das Marktumfeld für das2 Mittelschwere und schwere Nutzfahrzeuge Quelle: VDA, div. Institute Transportergeschäft auch in den USA, in Osteuropa, in Latein- amerika und in China. Die Omnibusmärkte entwickelten sich im Berichtsjahr sehr unterschiedlich: Einem deutlichen Marktwachstum in Latein- amerika und der Türkei stand ein Rückgang in Nordamerika gegenüber. In Westeuropa lag das Marktvolumen auf Vorjahres­ niveau. Hier zeigte sich eine anhaltende Kaufzurückhaltung der öffentlichen Auftraggeber, während die Marktsituation bei den Reisebussen stabil war.82
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenGeschäftsentwicklung Deutliche Zuwächse erzielten wir auch in Osteuropa (+50%), und in Lateinamerika war der Absatz um 4% höher als im Vorjahr.Absatz. Daimler hat den Absatz im Jahr 2011 wie angekündigt Trotz eines starken Wettbewerbsumfelds erreichten wir inweiter gesteigert. Mit 2,1 Mio. Fahrzeugen haben wir das Brasilien mit 44.100 verkauften Lkw einen Marktanteil vonVorjahresniveau um 11% übertroffen. Zu diesem Anstieg haben 25,2%.alle Automobilgeschäftsfelder beigetragen. Trucks NAFTA hat im Berichtsjahr weltweit 118.800 FahrzeugeDas Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars hat im Berichts­ahr j abgesetzt, das ist ein deutliches Plus von 50%. Dabei profi­1.381.400 (i. V. 1.276.800) Fahrzeuge abgesetzt und damit tierten wir in der NAFTA-Region von der anhaltend hohen Lkw-ein neues Rekordniveau erreicht.  3.06 Auch die Marke Nachfrage, die weitgehend vom ErsatzinvestitionsbedarfMercedes-Benz erzielte mit einem Zuwachs von 9% auf getragen wurde. Unsere führende Wettbewerbsposition bei1.279.100 Fahrzeuge eine neue Bestmarke. Damit konnten den mittelschweren und schweren Lkw der Klassen 6 bis 8wir unsere Position in zahlreichen Märkten verbessern. Die haben wir mit einem Marktanteil von 31,9% (i. V. 31,6%) bestätigt.Limousinen der S-Klasse und der C-Klasse sowie der CLS und  3.08das E-Klasse Cabriolet sind in ihren jeweiligen Markt­segmenten weltweit führend. Dank des großen Markterfolgs Trotz der Produktionsausfälle infolge der Naturkatastropheder neuen Generation unserer C-Klasse, des neuen C-Klasse in Japan lag der Absatz von Trucks Asia mit 147.700 Fahr­Coupés und des neuen Roadsters SLK stieg der Absatz im zeugen um 5% über dem Vorjahresniveau. Dank der hervor­C-Klasse Segment um 20% auf 411.800 Fahrzeuge. Auch ragenden Akzeptanz des Fuso Canter konnten wir in Japanim E-Klasse Segment haben wir den Absatz auf 340.100 mit 27.000 Fahrzeugen (+9%) den Absatz steigern und unsere(i. V. 330.800) Pkw gesteigert. Im Luxus­ eg­ ent setzten s m Marktposition deutlich verbessern. Sehr erfreulich warwir 80.700 (i. V. 80.400) Fahrzeuge ab, und bei den Gelände- auch die Absatzentwicklung in Indonesien (+11%) und Taiwanwagen konnten wir trotz des Modellwechsels bei der (+42%). Im Rahmen unserer Expansionsstrategie sind wir mitM-Klasse einen deutlichen Zuwachs von 25% auf 254.300 der Marke Fuso mittlerweile auch in weiteren asia-pazifischenFahrzeuge erzielen. Aufgrund der Modellwechsel in der Schlüsselmärkten, beispiels­ eise in Australien, sowie wKompaktklasse verringerten sich die Auslieferungen der A- und in Russ­and und in der NAFTA-Region aktiv. Die Belieferung lB-Klasse auf 192.300 (i. V. 222.400) Fahrzeuge. Die neue der europäischen Märkte mit dem neuen Canter erfolgtB-Klasse, die wir seit November 2011 an unsere Kunden aus- seit Oktober über unser portugiesisches Werk Tramagalliefern, wurde im Markt sehr positiv aufgenommen. Dies (vgl. S. 134 ff.).gilt auch für die neue M-Klasse, die seit September 2011verfügbar ist.Wie bereits im Vorjahr konnte Mercedes-Benz den Absatz inzahlreichen Märkten teilweise deutlich steigern. In Deutschland 3.06hat Mercedes-Benz mit 262.300 (i. V. 265.000) ausgelieferten Absatzstruktur Mercedes-Benz CarsFahrzeugen seine Position als erfolgreichste Premiummarkebehauptet. In Westeuropa (ohne Deutschland) erreichte derAbsatz vor allem aufgrund der schwierigen Marktsituation in A-/B-Klasse 14%Südeuropa nicht ganz das Vorjahresniveau. In der NAFTA- C-/SLK-Klasse 30%Region war hingegen ein Zuwachs von 13% auf die neue Rekord­ E-/CLS-Klasse 25%marke von 281.500 Fahrzeugen zu verzeichnen. Sehr positiv S-/CL-/SL-Klasse/SLR/SLS/Maybach 6%entwickelte sich unser Geschäft weiterhin in den Schwellen- M-/R-/GL-/GLK-/G-Klasse 18%ländern. So wurden in China 211.100 Fahrzeuge (+35%) smart 7%an Kunden ausgeliefert; zweistellige Wachstumsraten erzieltenwir auch in Russland (+47%), Brasilien (+41%), Taiwan (+34%),Indien (+28%) und Südkorea (+27%). 3.07Die Marke smart konnte den Absatz im Berichtsjahr auf 99.700 Absatzstruktur Daimler Trucks(i. V. 94.300) smart fortwo erhöhen. Besonders erfolgreichwar smart in China: Dort hat sich der Absatz mit 12.000 Fahr-zeugen mehr als verdreifacht (vgl. S. 130 ff.). Trucks Europa/Lateinamerika 37% Trucks NAFTA 28%Daimler Trucks steigerte den Absatz im Jahr 2011 um 20%. Trucks Asia 35%Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 425.800 schwere,mittelschwere und leichte Lkw sowie Omnibusse der MarkenThomas Built Buses und Fuso ausgeliefert; damit sind wirweiterhin der größte weltweit aufgestellte Hersteller von Lkwüber 6t.  3.07 Zu diesem deutlichen Absatzanstieg habenalle unsere Kernmärkte beigetragen – die NAFTA, Europa, Asienund Lateinamerika. Der Bereich Trucks Europa/Lateinamerikasteigerte den Absatz um 18% auf 159.300 Fahrzeuge. In West­europa konnten wir mit 57.100 Fahrzeugen (+14%) undeinem Marktanteil von 22,3% unsere führende Marktpositionbei den mittelschweren und schweren Lkw behaupten.  3.08 83
  • Der Absatz des Geschäftsfelds Mercedes-Benz Vans stieg im Jahr 2011 um 18% auf 264.200 Transporter der Modelle Sprinter, Vito, Viano und Vario. In Westeuropa, dem wichtigsten Absatzmarkt, wurde ein Zuwachs von 14% auf über 178.300 Fahrzeuge erreicht; mit 77.600 Transportern (+25%) erzielten wir in Deutschland sogar einen Absatzrekord. Sehr positiv entwickelte sich die Nachfrage auch in Osteuropa: Hier haben3.08 wir den Absatz um 38% auf 22.600 Fahrzeuge gesteigert.Marktanteile1 Damit konnte Mercedes-Benz Vans seine Marktführerschaft in der Europäischen Union im Segment mittelgroßer und großer 2011 2010 11/10 Transporter behaupten. In der NAFTA-Region konnten wir den Veränd.in % Prozentpunkte Absatz auf 22.300 Einheiten steigern; dies entspricht einem Plus von 68%. Nach der erfolgreichen MarkteinführungMercedes-Benz Cars in Europa im Vorjahr fährt die neue Generation der ModelleWesteuropa 4,9 4,8 +0,1 Vito und Viano seit April 2011 auch in China. Ingesamt wurden davon Deutschland 9,9 10,6 -0,7 dort im Berichtsjahr 13.500 Einheiten abgesetzt. DarunterUSA 1,9 1,9 +0,0 sind auch die ersten Sprinter aus lokaler Produktion, die EndeJapan 0,9 0,8 +0,1 2011 aufgenommen wurde. Auch in Lateinamerika war Mercedes-Benz Vans im Berichtsjahr sehr erfolgreich. HierDaimler Trucks konnten insgesamt 13.700 Transporter (+9%) verkauft werden.Mittelschwere und schwere Insgesamt stieg der weltweite Absatz des Sprinter gegenüberLkw Westeuropa 22,3 24,3 -2,0 dem Vorjahr um 14% auf 163.300 Einheiten. Die Modelle davon Deutschland 37,5 40,5 -3,0 Vito und Viano haben nach der Modellpflege um 26% aufSchwere Lkw NAFTA (Klasse 8) 30,9 32,4 -1,5 98.000 Einheiten zugelegt, und vom Vario haben wir 2.900Mittelschwere Lkw NAFTA (i. V. 2.900) Fahrzeuge ausgeliefert (vgl. S. 138 f.).(Klasse 6 und 7) 34,1 29,9 +4,2Mittelschwere und schwere Mit einem Absatz von 39.700 Komplettbussen und Fahr­Lkw Brasilien 25,2 26,4 -1,2 gestellen hat Daimler Buses trotz einer insgesamt schwierigenLkw Japan 20,8 19,8 +1,0 Marktsituation das Vorjahresniveau um 2% übertroffen und war auch im Jahr 2011 in seinen Kernmärkten im Segment fürMercedes-Benz Vans Busse über 8t mit Abstand Marktführer. Ausschlaggebend fürMittelgroße und große den Absatzanstieg waren insbesondere die positive Geschäfts-Transporter Westeuropa 18,0 17,8 +0,2 entwicklung bei den Mercedes-Benz Fahrgestellen in Latein- davon Deutschland 28,1 26,1 +2,0 amerika und Mexiko sowie deutliche Zuwächse bei den Komplett- bussen in der Türkei. In Westeu­ opa ging der Absatz um rDaimler Buses 17% auf 5.900 Omnibusse zurück. Insbesondere im Stadtbus-Busse über 8t Westeuropa 27,0 29,6 -2,6 geschäft war die andauernde Zurückhaltung der öffent- davon Deutschland 50,0 55,5 -5,5 l ­ichen Hand zu spüren. Dennoch gelang es Daimler Buses, dieBusse über 8t Lateinamerika 43,0 47,1 -4,1 führende Position in Westeuropa mit einem Marktanteil von1 Basierend auf Schätzwerten in einzelnen Märkten. 27,0 (i. V. 29,6)% zu behaupten.  3.08 In Lateinamerika steigerte Daimler Buses den Fahrgestellabsatz der Marke Mercedes-Benz um 8% auf 25.000 Einheiten. Der Marktanteil in Lateinamerika bewegte sich mit 43,0 (i. V. 47,1)% nach wie vor auf hohem Niveau. Während sich der mexikanische Markt weiter erholte, waren die Absätze in der Region Nordamerika rückläufig (vgl. S. 140 f.). Das Geschäft von Daimler Financial Services hat sich im Berichtsjahr in allen Regionen sehr positiv entwickelt. Das weltweite Vertragsvolumen stieg um 13% auf 71,7 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkurs­ ffekte ergab sich ein Anstieg e um 12%. Das Neugeschäft konnte im Vergleich zum Vorjahr um 15% auf 33,5 Mrd. € gesteigert werden. Hier hat sich der höhere Absatz unserer Automobilgeschäftsfelder ausgewirkt. Zum Wachstum trugen alle Regionen bei. Kräftige Zu­ ächse w gab es vor allem in China. In Indien unterstützt die neu gegrün- dete Gesellschaft Daimler Financial Services India Private Ltd. seit dem 1. Juli 2011 den Fahrzeugabsatz. Der Bereich Insurance Services hat im Jahr 2011 weltweit mehr als 940.000 Versicherungspolicen vermittelt; dies entspricht einem Zuwachs von 12%. Auch das Geschäft mit gewerb-­ lichen und Flottenkunden haben wir im Berichtsjahr weiter ausgebaut: Hier lag das Neugeschäft mit 118.000 Einheiten um 5% über dem Vorjahresniveau (vgl. S. 142 f.).84
  • 3 | Lagebericht | Geschäft und RahmenbedingungenAuftragslage. Die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Cars, In der regionalen Betrachtung erhöhte sich der Umsatz vonDaimler Trucks, Mercedes-Benz Vans und Daimler Buses fertigen Daimler in der Region Asien (+15% auf 22,6 Mrd. €) besondersnach den Wünschen von Kunden ausgestattete Fahrzeuge. deutlich.  3.09 Positiv wirkte hier wie schon im Vorjahr dieDabei passen wir die Kapazitäten flexibel der sich verändernden günstige Geschäftsentwicklung in China (+22% aufNachfrage an. Insbesondere aufgrund der hohen Nachfrage 11,1 Mrd. €). Auch in Lateinamerika (+12% auf 6,4 Mrd. €)in den Schwellenländern, aber auch wegen des Markterfolgs und in Osteuropa (+29% auf 6,4 Mrd. €) konnten wir denunserer Fahrzeuge hat sich der Auftragseingang im Berichts- Umsatz deutlich steigern. In der NAFTA-Region stieg dasjahr trotz der negativen Auswirkungen der europäischen Schul- Geschäftsvolumen um 10% auf 26,0 Mrd. €. In West­ -denkrise insgesamt sehr stabil entwickelt. europa war nur ein leichter Anstieg um 2% auf 39,4 Mrd. € zu verzeichnen; dabei konnten wir auch in Deutschland umBei Mercedes-Benz Cars übertrafen die Bestellungen noch- 2% zulegen. Grundsätzlich hat sich die regionale Aufteilung desmals das hohe Vorjahresniveau. Hierzu haben auf der Produkt- Geschäftsvolumens von Daimler in den zurückliegenden dreiseite vor allem die neue Generation der C-Klasse und die Jahren deutlich zugunsten neuer Märkte verändert. So erzielenFahrzeuge der M-, R- und GL-Klasse beigetragen. In regionaler wir mittlerweile 37% unseres Geschäftvolumens außerhalbHinsicht kamen die Zuwächse vor allem aus China und der Triademärkte USA, Westeuropa und Japan. Im Jahr 2008 laganderen Schwellenländern. dieser Anteil noch bei 28%.Bei Daimler Trucks war ein besonders deutlicher Anstieg desAuftrags­ ingangs zu verzeichnen. Für kräftige Zuwachsraten esorgte vor allem die Markterholung in der NAFTA-Region, aberauch in Asien, Euro­ a und Lateinamerika lagen die Bestel­ p 3.10lungen über dem Vorjahresniveau. Umsatz 2011 2010 11/10Wegen der günstigen Nachfrageentwicklung haben wir in Millionen € Veränd. in %die Produktion bei Pkw und Nutzfahrzeugen weiter erhöht.Die Auftragsbestände waren zum Jahresende insgesamt Daimler-Konzern 106.540 97.761 +9deutlich höher als im Vorjahr. Mercedes-Benz Cars 57.410 53.426 +7 Daimler Trucks 28.751 24.024 +20Umsatz. Der Konzernumsatz von Daimler stieg im Jahr 2011 Mercedes-Benz Vans 9.179 7.812 +17um 9% auf 106,5 Mrd. €; bereinigt um Wechselkurseffekte war Daimler Buses 4.418 4.558 -3ein Zuwachs um 10% zu verzeichnen. Damit hat sich die posi- Daimler Financial Services 12.080 12.788 -6tive Geschäftsentwicklung des Jahres 2010 – wie von uns zuJahresbeginn erwartet – fortgesetzt. Bei Mercedes-Benz Carsstieg das Geschäftsvolumen um 7% auf 57,4 Mrd. €, bei DaimlerTrucks um 20% auf 28,8 Mrd. €, bei Mercedes-Benz Vansum 17% auf 9,2 Mrd. €. Der Umsatz bei Daimler Buses ging um3% auf 4,4 Mrd. € zurück.  3.10 Beim Geschäftsfeld DaimlerFinancial Services lagen zwar das Vertragsvolumen und das Neu­geschäft deutlich über dem Vorjahresniveau, der Umsatzverringerte sich jedoch um 6%. Ursächlich hierfür ist vor allemdie geringere Anzahl an Leasingfahrzeugen in den USA, diein den Jahren 2008 und 2009 in den Markt kamen und nun amEnde der Vertragsdauer als Gebrauchtwagen vermarktetwerden.3.09Konzernumsatz nach Regionenin Milliarden € 2007 2009 2011 2008 20103025201510 5 0 Deutschland Westeuropa NAFTA Asien Übrige Märkte ohne Deutschland 85
  • Ertragslage EBIT3.11EBIT nach Segmenten Der Daimler-Konzern erzielte im Geschäftsjahr 2011 ein EBIT von 8,8 (i. V. 7,3) Mrd. € und konnte damit das hohe Ergebnis- 2011 2010 11/10 niveau des Vorjahres nochmals übertreffen.  3.11  3.12in Millionen € Veränd. in % Die Ergebnisentwicklung spiegelt in erster Linie die sehrMercedes-Benz Cars 5.192 4.656 +12 gute Absatzsituation in den Geschäftsfeldern wider. So konntenDaimler Trucks 1.876 1.332 +41 sowohl Mercedes-Benz Cars als auch Daimler Trucks undMercedes-Benz Vans 835 451 +85 Mercedes-Benz Vans im Jahr 2011 in den wichtigen RegionenDaimler Buses 162 215 -25 den Absatz im Vergleich zum Vorjahr deutlich steigern.Daimler Financial Services 1.312 831 +58 Daimler Financial Services profitierte insbesondere von gerin-Überleitung -622 -211 -66 geren Risikokosten.Daimler-Konzern 8.755 7.274 +20 Durch Sondersachverhalte entstanden dem Konzern die folgenden Aufwendungen: Im Zusammenhang mit der Natur- katastrophe in Japan wurden Aufwendungen von 80 Mio. €3.12 bei Daimler Trucks und bei Daimler Financial Services imErgebnisentwicklung Ergebnis erfasst; darin sind Versicherungsentschädigungenin Milliarden € EBIT aufwandsmindernd berücksichtigt. Des Weiteren beinhaltet das Konzernergebnis Konzern-EBIT Aufwendungen aus der Abwertung der Beteili-10 gungsbuchwerte an Renault (110 Mio. €) und Kamaz (32 Mio. €). 8 6 Im Vorjahr resultierte aus der Anpassung von Gesundheitsfür- 4 sorge- und Pensionsleistungen bei Daimler Trucks North 2 America ein Sonderertrag von 160 Mio. €. Darüber hinaus 0 führten der Verkauf der 5,3%igen Beteiligung an Tata-2 Motors sowie ein positiv beschiedenes Rechtsverfahren gegen-4 die Daimler AG zu weiteren Sondererträgen von insgesamt 2007 2008 2009 2010 2011 483 Mio. €. Gegenläufig belastete der Ergebnisbeitrag unserer at-equity bewerteten EADS-Beteiligung das Konzern-EBIT mit 261 Mio. €. Des Weiteren entstanden im Jahr 2010 Auf- wendungen von insgesamt 213 Mio. € für einen Jubiläums­ bonus und die Erhöhung des Stiftungskapitals der Daimler und Benz Stiftung. Ebenso ergebnismindernd wirkten im Vorjahr noch Aufwendungen für die Neuausrichtung der Geschäfts­ tätigkeiten bei Daimler Trucks und Daimler Financial Services (zusammen 122 Mio. €). Die Sonderfaktoren, die die Ergebnisentwicklung in den Jahren 2011 und 2010 beeinflussten, sind in der Tabelle  3.13 im Einzelnen dargestellt.86
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageDas Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars erzielte ein EBIT von5.192 Mio. € und konnte damit das operative Ergebnisgegenüber dem Vorjahr um 0,5 Mrd. € deutlich verbessern.Die Umsatzrendite betrug 9,0% (i. V. 8,7%).  3.14 3.13Der Ergebnisanstieg resultierte überwiegend aus dem Sonderfaktoren im EBITweiteren Absatzwachstum, insbesondere im Mittelklasse- und 2011 2010SUV-Segment. Vor allem in China und den USA konnte das in Millionen €Geschäftsfeld aufgrund der attraktiven Produktpalette seineFahrzeugabsätze deutlich steigern. Eine verbesserte Preis- Daimler Trucksdurchsetzung bei den Neufahrzeugen sowie geringere Garantie­ Abwertung der Beteiligung an Kamaz -32 –aufwendungen trugen darüber hinaus zum Ergebnisanstieg Naturkatastrophe in Japan -70 –bei. Ergebnisbelastend wirkten dagegen höhere Materialkosten Anpassung von Gesundheitsfürsorge- undund Aufwendungen im Zusammenhang mit dem Anlauf Pensionsleistungen – 160neuer Fahrzeuge, gestiegene Forschungs- und Entwicklungs- Neuausrichtung Daimler Trucksaufwendungen sowie negative Wechselkurseffekte. North America – -37 Neuausrichtung Mitsubishi Fuso Truck andDas EBIT des Geschäftsfelds Daimler Trucks lag mit Bus Corporation – -31.876 Mio. € ebenfalls deutlich über dem Vorjahresergebnisvon 1.332 Mio. €. Die Umsatzrendite belief sich auf 6,5% Daimler Financial Services(i. V. 5,5%).  3.14 Naturkatastrophe in Japan -10 – Neuausrichtung der GeschäftsaktivitätenDie positive Ergebnisentwicklung basiert im Wesentlichen auf in Deutschland – -82einem gegenüber dem Vorjahreszeitraum kräftigen Absatz­ Veräußerung nicht-fahrzeugbezogener Vermögenswerte – -9anstieg um 20%. Hierzu haben alle Kernregionen beigetragen.Die erfolgreich durchgeführten Optimierungen und Neu­ Überleitungausrichtungen der operativen Geschäfte unserer Tochtergesell­schaften Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation und Abwertung der Beteiligung an Renault -110 –Daimler Trucks North America haben in ihrer nachhaltigen Ertrag aus dem Verkauf der Beteiligung an Tata Motors – 265Wirkung auch im abgelaufenen Geschäftsjahr zu einer Ertrag im Zusammenhang mit einemdeutlichen Effizienzsteigerung und somit zu einer Ergebnis­ Rechtsverfahren – 218verbesserung beigetragen. Belastet war das Ergebnis durch Jubiläumsbonus und Zuwendung an Stiftung – -213höhere Materialkosten, durch Vorleistungen für die aktuelleProduktoffensive sowie durch die Abwertung des Beteili­gungsbuchwerts an Kamaz. Im Zusammenhang mit der Natur-katastrophe in Japan wurden im abgelaufenen GeschäftsjahrAufwendungen – nach Berücksichtigung von Versicherungs- 3.14entschädigungen – von 70 Mio. € erfasst. Diese Aufwendungen Umsatzrendite (Return on Sales)stehen insbesondere im Zusammenhang mit Vermögensschäden in % 2008 2010und dem Produktionsausfall im März 2011. 2009 2011 12Im Vorjahresergebnis waren Erträge aus der Anpassung von 9Gesundheitsfürsorge- und Pensionsleistungen von 160 Mio. € 6enthalten. Gegenläufig ergaben sich Belastungen von 3zusammen 40 Mio. € aufgrund der weiteren Umsetzung der 0Programme zur Neuausrichtung der Daimler Trucks North -3America und Mitsubishi Fuso Truck and Bus Corporation. -6 Mercedes-Benz Daimler Mercedes-Benz Daimler Cars Trucks Vans BusesAuch das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans schlossdas Geschäftsjahr 2011 mit einer deutlichen Ergebnisverbes-serung ab. Das EBIT nahm auf 835 (i. V. 451) Mio. € zu;die Umsatzrendite verbesserte sich entsprechend auf 9,1%gegenüber 5,8% im Vorjahr.  3.14Die positive Ergebnisentwicklung resultierte aus dem deutlichhöheren Fahrzeugabsatz, vor allem in Deutschland, NAFTAund in Osteuropa. Hierzu hat die hervorragende Marktresonanzder neuen Generationen des Vito und Viano wesentlich bei­getragen. Höhere Materialkosten wurden durch anhaltendeEffizienzsteigerungen und eine bessere Preisdurchsetzungmehr als ausgeglichen. 87
  • Das Geschäftsfeld Daimler Buses konnte mit einem EBIT von 162 (i. V. 215) Mio. € das hohe Niveau des Vorjahres nicht3.15 erreichen. Die Umsatzrendite belief sich auf 3,7% (i. V. 4,7%).Eigenkapitalrendite (Return on Equity)  3.14in % 2008 2010 2009 2011 Diese Ergebnisentwicklung ist auf einen rückläufigen Absatz30 von Komplettbussen in Westeuropa und Nordamerika zurück-25 zuführen. Hiervon war insbesondere das Stadtbussegment20 betroffen, das von einer geringeren Nachfrage geprägt war.15 Zudem wirkten sich inflationsbedingte Verteuerungen in10 Lateinamerika negativ auf das EBIT aus. Positiv auf das Ergebnis 5 des Geschäftsfelds wirkten höhere Auslieferungen von 0 Fahrgestellen in Lateinamerika sowie Wechselkurseffekte. Daimler Financial Services Daimler Financial Services übertraf mit einem Ergebnis von 1.312 Mio. € den Vorjahreswert (831 Mio. €) deutlich. Die Eigenkapitalrendite lag bei 25,5% (i. V. 16,1%).  3.153.16 Maßgeblich für den Ergebnisanstieg waren geringere Auf­ wendungen für die Risikovorsorge, verbesserte Refinanzierungs­ Kapital- Net Assets x kostensatz bedingungen sowie ein gestiegenes Vertragsvolumen. Value Added = Ergebnisgröße – Laufende Aufwendungen im Zusammenhang mit der Neuaus- Kapitalkosten richtung der Geschäftsaktivitäten in Deutschland belasteten das Ergebnis; im Vorjahr resultierte hieraus ein Sonderaufwand von 82 Mio. €. Zusätzlich mussten im Berichtsjahr aufgrund der Naturkatastrophe in Japan für erwartete Forderungsausfälle3.17 zusätzliche Wertberichtigungen gebildet werden. Darüber hinaus sind im Vorjahr noch Aufwendungen von 9 Mio. € infolge der Veräußerung nicht fahrzeugbezogener Vermögenswerte Value Return on Net-Assets- Kapital- angefallen. = x – x Net Assets Added Sales Produktivität kostensatz Die Überleitung der operativen Ergebnisse der Geschäfts­ felder auf das EBIT des Konzerns umfasst das anteilige Ergebnis der at-equity bewerteten Beteiligung an EADS, weitere zentral verantwortete Sachverhalte sowie Ergebniseffekte aus3.18 der Eliminierung konzerninterner Transaktionen zwischenKapitalkostensatz den Geschäftsfeldern. 2011 2010 Der Anteil von Daimler am Ergebnis von EADS betrug 143in Prozent (i. V. -261) Mio. €. Der Vorjahresverlust war überwiegend auf die bei EADS gebildeten Rückstellungen im Zusammen-Konzern, nach Steuern 8 8 hang mit dem Militärtransporter A400M zurückzuführen.Industrielle Geschäftsfelder, vor Steuern 12 12Daimler Financial Services, vor Steuern 13 13 Darüber hinaus sind Aufwendungen aus zentral verantworteten Sachverhalten in Höhe von 588 (i. V. Erträge von 21) Mio. € berücksichtigt. Im Jahr 2011 standen diese unter anderem im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren und der Abwertung des Beteiligungsbuchwerts an Renault (110 Mio. €). Da der Börsenkurs der Renault-Aktie zum Ende des dritten Quartals stark zurückgegangen war, mussten wir die Abwertung auf den beizulegenden Zeitwert vornehmen.88
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageIm Vorjahr beinhalteten die zentral verantworteten Sachverhalte Net Assets.  3.20  3.22 Die Net Assets stellen dieeinen Ertrag von 265 Mio. € aus dem Verkauf der 5,3%igen Bemess­ ngsgrundlage für die Verzinsungsansprüche der Kapital­- uBeteiligung an Tata Motors sowie einen Ertrag von 218 Mio. € geber dar. Die industriellen Geschäftsfelder sind für dieinfolge eines positiv beschiedenen Rechtsverfahrens gegen operativen Net Assets verantwortlich; ihnen werden daherdie Daimler AG. Ergebnisbelastend wirkten im Jahr 2010 sämtliche Vermögenswerte sowie Verbindlichkeiten bezie-Aufwendungen von insgesamt 213 Mio. € für einen Jubiläums­ hungsweise Rückstellungen zugerechnet, für die sie im opera-bonus und die Erhöhung des Stiftungskapitals der Daimler tiven Geschäft die Verantwortung tragen. Die Steuerungund Benz Stiftung sowie Aufwendungen im Zusammenhang von Daimler Financial Services erfolgt – der branchenüblichenmit rechtlichen Verfahren. Vorgehensweise im Bankengeschäft entsprechend – auf Basis des Eigenkapitals. Die Net Assets des Konzerns bein­Aus der Eliminierung konzerninterner Transaktionen ergab halten zusätzlich zu den operativen Net Assets der indust­sich im Jahr 2011 ein Aufwand von 177 (i. V. Ertrag von 29) riellen Geschäftsfelder und dem Eigenkapital von DaimlerMio. €. Financial Services noch Ertragsteuern sowie sonstige Überleitungsposten, die nicht durch die Geschäftsfelder zu verantworten sind. Die durchschnittlichen Net Assets desFinanzielle Steuerungsgrößen Jahres werden aus den durchschnittlichen Net Assets der Quartale berechnet. Diese ermitteln sich als DurchschnittDie im Konzern eingesetzten finanziellen Steuerungsgrößen der Net Assets zu Beginn und zum Ende eines Quartals.orientieren sich an den Interessen und Ansprüchen derKapitalgeber und stellen die Basis für eine wertorientierte Kapitalkostensatz.  3.18 Der Verzinsungsanspruch aufUnternehmensführung dar. die Net Assets, und damit der Kapitalkostensatz, wird aus den Mindestrenditen abgeleitet, die Anleger für ihr investiertesValue Added.  3.19 Zu Steuerungszwecken unterscheidet Kapital erwarten. Bei der Ermittlung der Kapitalkosten desDaimler zwischen der Konzern- und der Geschäftsfeldebene. Konzerns und der industriellen Geschäftsfelder werden dieDer Value Added (Wertbeitrag) ist dabei ein Element des Kapitalkostensätze des Eigenkapitals sowie der Finanzierungs-Steuerungssystems auf beiden Ebenen. Er ermittelt sich als verbindlichkeiten und Pensionsverpflichtungen des Industrie-Differenz aus der operativen Ergebnisgröße und den auf geschäfts berücksichtigt; mit umgekehrten Vorzeichen werdendas durchschnittlich gebundene Kapital (Net Assets) anfallen- die erwarteten Renditen der Liquidität und des Plan­ ermögens vden Kapitalkosten.  3.16 der Pensionsfonds des Industriegeschäfts einbezogen. Der Eigenkapitalkostensatz wird entsprechend dem Capital-Alternativ kann der Value Added der industriellen Geschäfts- Asset-Pricing-Modell (CAPM) bestimmt, also durch denfelder auch über die zentralen Werttreiber Return on Sales Zinssatz für langfristige, risikofreie Wertpapiere (zum Beispiel(ROS; Verhältnis von EBIT zu Umsatz) und Net-Assets-Produk- deutsche Staatsanleihen) zuzüglich einer Risikoprämie fürtivität (Verhältnis von Umsatz zu Net Assets) bestimmt das spezifische Risiko der Anlage in Aktien der Daimler AG.werden.  3.17 Der Fremdkapitalkostensatz ergibt sich aus dem Verzinsungs­ anspruch der Gläubiger unserer Finanzierungsverbindlichkeiten.Die Kombination aus ROS und Net-Assets-Produktivität zielt Der Kostensatz für Pensionsverpflichtungen wird auf Basisin Verbindung mit einer auf Umsatzwachstum ausgerichteten der nach IFRS verwendeten Diskontierungssätze bestimmt. DieStrategie auf eine positive Entwicklung des Value Added ab. erwartete Rendite der Liquidität orientiert sich am Geld-Der Value Added zeigt, in welchem Umfang der Konzern und marktzinssatz. Die erwartete Rendite des Planvermögens derseine Geschäftsfelder insgesamt den Verzinsungsanspruch Pensionsfonds ergibt sich aus der erwarteten Rendite desder Kapitalgeber erwirtschaften beziehungsweise übertreffen zur Erfüllung der Pensionsverpflichtungen angelegten Plan-und damit Wert schaffen. vermögens. Der Kapitalkostensatz des Konzerns ist der gewichtete Mittelwert der einzelnen VerzinsungsansprücheErgebnisgröße. Als operative Ergebnisgröße der Geschäfts- beziehungsweise -erwartungen; im Berichtsjahr lag derfelder wird das EBIT (Earnings before Interest and Taxes) Kapital­ ostensatz bei 8% nach Steuern. Auf der Ebene der kherangezogen. Als Ergebnis vor Zinsergebnis und Ertragsteuern industriellen Geschäftsfelder belief sich der Kapitalkosten­-reflektiert das EBIT die Ergebnisverantwortung der Geschäfts- satz vor Steuern auf 12%, für Daimler Financial Services wurdefelder. Die operative Ergebnisgröße auf Konzernebene ist der ein Eigenkapitalkostensatz vor Steuern von 13% verwendet.Net Operating Profit. Dieser beinhaltet zusätzlich zum EBITder Geschäftsfelder auch Ergebniseffekte, die nicht durch die Return on Sales. Als zentraler Werttreiber des Value AddedGeschäftsfelder zu verantworten sind. Hierzu zählen Ertrag- hat die Umsatzrendite (Return on Sales, ROS) eine besonderesteuern sowie sonstige Überleitungsposten. Bedeutung für die Beurteilung der Rentabilität der indus­ triellen Geschäftsfelder. Für Daimler Financial Services wird zur Beurteilung der Rentabilität nicht auf die Umsatzrendite, sondern – wie im Bankengeschäft üblich – auf die Eigenkapital- rendite (Return on Equity, ROE) abgestellt. 89
  • Value Added3.19Value Added Der Value Added des Konzerns stieg um 1,0 Mrd. € auf 3,7 Mrd. €; dies entspricht einer Verzinsung des eingesetzten 2011 2010 11/10 Kapitals von 19,9% (i. V. 17,5%). Der Mindestverzinsungs-in Millionen € Veränd. in % anspruch von 8% wurde somit erneut erheblich übertroffen. Der Anstieg des Value Added war vor allem auf die deutlicheDaimler-Konzern 3.726 2.773 +34 Steigerung der operativen Ergebnisse der Geschäftsfelder zurückzuführen. Belastend wirkten insbesondere höhereMercedes-Benz Cars 3.775 3.438 +10 Aufwendungen für Ertragsteuern sowie der Anstieg der durch-Daimler Trucks 796 428 +86 schnittlichen Net Assets.  3.19  3.20Mercedes-Benz Vans 690 303 +127Daimler Buses 23 71 -68 Der Anstieg des Value Added von Mercedes-Benz Cars umDaimler Financial Services 643 160 +302 0,3 Mrd. € auf 3,8 Mrd. € war durch die Ergebnisverbesserung infolge des weiteren Absatzwachstums, der verbesserten Preisdurchsetzung sowie geringeren Garantieaufwendungen bedingt. Gegenläufig wirkte der Anstieg der durchschnittlichen Net Assets von 10,1 Mrd. € auf 11,8 Mrd. €, der hauptsächlich3.20 auf das höhere Anlagevermögen aufgrund gestiegenerNet Assets (Durchschnitt) Investitionen zurückzuführen war. 2011 2010 11/10 Im Geschäftsfeld Daimler Trucks konnte der Value Addedin Millionen € Veränd. in % ebenfalls erhöht werden (um 0,4 Mrd. € auf 0,8 Mrd. €). Grund für den Anstieg war die deutliche ErgebnisverbesserungMercedes-Benz Cars 11.814 10.146 +16 infolge des kräftigen Absatzanstiegs in allen Kernregionen.Daimler Trucks 9.000 7.533 +19 Das durchschnittlich gebundene Kapital stieg insbesondereMercedes-Benz Vans 1.212 1.228 -1 aufgrund der höheren Vorratsbestände sowie des höherenDaimler Buses 1.161 1.200 -3 Anlagevermögens leicht an.Daimler Financial Services 1 5.147 5.156 .Net Assets der Geschäftsfelder 28.334 25.263 +12 Das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans konnte den ValueAt-equity bewerteteFinanzinvestitionen 2 2.643 2.449 +8 Added von 0,3 Mrd. € auf 0,7 Mrd. € mehr als verdoppeln.Vermögenswerte und Schulden Der Anstieg resultierte nahezu ausschließlich aus der erheb­aus Ertragsteuern 3 -385 1.278 -130 lichen Ergebnisverbesserung infolge der hervorragendenSonstige Überleitung 3 834 348 +140 Markt­ esonanz unserer Produkte und der damit verbundenen r Absatzsteigerung.Daimler-Konzern 31.426 29.338 +71 Eigenkapital. Der Value Added von Daimler Buses ging von 71 Mio. € auf2 Soweit nicht den Segmenten zugeordnet. 23 Mio. € zurück. Trotz gestiegener Auslieferungen von3 Industriegeschäft. Fahrgestellen in Lateinamerika ging das Ergebnis insbesondere aufgrund des rückläufigen Absatzes von Komplettbussen in Westeuropa und Nordamerika zurück. Das durchschnittlich gebundene Kapital reduzierte sich leicht.3.21Überleitung zum Net Operating Profit (Loss) Im Geschäftsfeld Daimler Financial Services konnte der Value Added ebenfalls erheblich erhöht werden (um 0,5 Mrd. € auf 2011 2010 11/10 0,6 Mrd. €). Die Eigenkapitalrendite lag bei 25,5% (i. V. 16,1%).in Millionen € Veränd. in % Die Entwicklung war hauptsächlich auf den Ergebnisanstieg infolge geringerer Aufwendungen für Risikovorsorge, verbesserteMercedes-Benz Cars 5.192 4.656 +12 Refinanzierungsbedingungen sowie ein gestiegenes Vertrags­Daimler Trucks 1.876 1.332 +41 volumen zurückzuführen. Das durchschnittliche Eigenkapital warMercedes-Benz Vans 835 451 +85 nahezu unverändert.Daimler Buses 162 215 -25Daimler Financial Services 1.312 831 +58 Wie sich die Net Assets aus der Konzernbilanz ableiten,EBIT der Geschäftsfelder 9.377 7.485 +25 kann der Tabelle  3.22 entnommen werden.Ertragsteuern 1 -2.515 -2.154 -17Sonstige Überleitung -622 -211 -195Net Operating Profit (Loss) 6.240 5.120 +221 Angepasst um Ertragsteuern auf das Zinsergebnis.90
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageGewinn- und Verlustrechnung 3.22Der Konzernumsatz von Daimler verbesserte sich im Jahr Net Assets (Nettovermögen) des Daimler-Konzerns zum Jahresende2011 um 9,0% auf 106,5 Mrd. €; bereinigt um negative Wech- 2011 2010 11/10selkurseffekte war eine Zunahme um 9,9% zu verzeichnen. in Millionen € Veränd. in %Der entscheidende Faktor für den Anstieg waren die höherenFahrzeugauslieferungen. Weitere Informationen zur Umsatz­ Net Assets des Industriegeschäftsentwicklung können dem Abschnitt »Geschäftsentwicklung« Immaterielle Vermögenswerte 8.174 7.444 +10des Lageberichts entnommen werden.  3.23 Sachanlagen 19.129 17.544 +9 Vermietete Gegenstände 10.849 9.611 +13Die Umsatzkosten betrugen im Berichtsjahr 81,0 Mrd. € Vorräte 16.575 14.056 +18und nahmen um rund 8,0% gegenüber dem Vorjahr Forderungen aus Lieferungen(75,0 Mrd. €) zu. Der Anstieg der Umsatzkosten war durch das und Leistungen 7.580 6.964 +9erhöhte Geschäftsvolumen und infolge dessen im Wesent­ - Abzgl. Rückstellungen fürlichen durch höhere Materialaufwendungen bedingt. In den sonstige Risiken -11.967 -12.078 +1höheren Materialaufwendungen spiegeln sich auch gestie­ - Abzgl. Verbindlichkeiten ausgene Rohstoffpreise wider. Gegenläufig fielen bei Daimler Lieferungen und Leistungen -9.233 -7.429 -24Financial Services geringere Aufwendungen für die Risiko- Abzgl. übrige Vermögenswerte und Schulden -13.954 -12.031 -16vorsorge sowie geringere Refinanzierungskosten an. Insgesamtentwickelten sich die Umsatzkosten leicht unterproportional Vermögenswerte und Schulden aus Ertragsteuern 24 718 -97zu den Umsatzerlösen, sodass der Anteil des Bruttoergebnisses Eigenkapitalam Umsatz mit 24,0% über dem des Vorjahres (23,3%) lag. Daimler Financial Services 5.373 4.865 +10Weitere Informationen zu den Umsatzkosten enthält Anmerkung5 des Konzernanhangs.  3.23 Net Assets (Nettovermögen) 32.550 29.664 +10Absatzbedingt erhöhten sich die Vertriebskosten um 1,0 auf9,8 Mrd. €. Höhere Aufwendungen für Provisionen, Marke-ting, IT-Leistungen und Personal waren wesentliche Faktorenhierfür. Der Anteil der Vertriebskosten an den Umsatzerlösen 3.23bewegte sich mit 9,2% leicht über dem Vorjahresniveau von Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung9,1%.  3.23 2011 2010 11/10 in Millionen € Veränd. in %Im abgelaufenen Geschäftsjahr stiegen die allgemeinen Ver-waltungskosten auf 3,9 (i. V. 3,5) Mrd. €. Die Zunahme ergab Umsatzerlöse 106.540 97.761 +9sich unter anderem durch höhere Aufwendungen für bezogene Umsatzkosten -81.023 -74.988 +8Leistungen, zum Beispiel IT- und Beratungsleistungen, sowie Bruttoergebnis vom Umsatz 25.517 22.773 +12durch höhere Personalaufwendungen. Der Anteil der allgemei- Vertriebskosten -9.824 -8.861 +11nen Verwaltungskosten an den Umsatzerlösen lag wie im Allgemeine Verwaltungskosten -3.855 -3.474 +11Vorjahr bei 3,6%.  3.23 Forschungs- und nicht aktivierte Entwicklungskosten -4.174 -3.476 +20Die Forschungs- und nicht aktivierten Entwicklungs­ ostenk Sonstige betriebliche Erträge 1.381 971 +42beliefen sich im Berichtszeitraum auf 4,2 (i. V. 3,5) Mrd. €. Sonstige betrieblicheDer Anstieg steht in erster Linie im Zusammenhang mit den Aufwendungen -355 -660 -46Vorleistungen für unsere Produktoffensiven. Der Anteil der Ergebnis aus at-equityForschungs- und Entwicklungskosten an den Umsatzerlösen bewerteten Finanzinvestitionen 273 -148 .erhöhte sich leicht von 3,6% auf 3,9%. Weitere Informationen Übriges Finanzergebnis -208 149 .zu den Forschungs- und Entwicklungsleistungen des Konzerns Ergebnis vor Zinsergebnis undkönnen dem Abschnitt »Forschung und Entwicklung, Umwelt- Ertragsteuern (EBIT) 1 8.755 7.274 +20schutz« des Lageberichts entnommen werden.  3.23 Zinserträge 955 825 +16 Zinsaufwendungen -1.261 -1.471 -14Die sonstigen betrieblichen Erträge nahmen auf 1,4 Mrd. € Ergebnis vor Ertragsteuern 8.449 6.628 +28(i. V. 1,0 Mrd. €) zu. Höhere Erträge für weiterverrechnete Ertragsteuern -2.420 -1.954 +24Leistungen an Dritte führten zu diesem Anstieg. Zudem wirken Konzernergebnis 6.029 4.674 +29sich die Versicherungsentschädigungen im Zusammenhang davon auf nicht beherrschende Anteilemit der Naturkatastrophe in Japan erhöhend aus.  3.23 entfallendes Ergebnis 362 176 +106 davon Anteil der Aktionäre der Daimler AG 5.667 4.498 +26 1  BIT enthält Aufwendungen aus der Aufzinsung von Rückstellungen sowie E Effekte aus der Änderung der Abzinsungsfaktoren (2011: -225 Mio. €; 2010: -240 Mio. €). 91
  • Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen gingen auf Im Geschäftsjahr 2011 verbesserte sich das Ergebnis aus0,4 (i. V. 0,7) Mrd. € zurück, unter anderem aufgrund geringerer at-equity bewerteten Finanzinvestitionen auf 0,3 (i. V. -0,1)Aufwendungen im Zusammenhang mit rechtlichen Verfahren. Mrd. €. Hierzu hat maßgeblich die Entwicklung des Ergebnis­Ferner ist im Vorjahr die Erhöhung des Stiftungskapitals der beitrags der EADS beigetragen: Im Jahr 2011 war das anteiligeDaimler und Benz Stiftung im Hinblick auf das 125-jährige Ergebnis mit 143 Mio. € positiv, während im Vorjahr ein an-Jubiläum des Automobils enthalten.  3.23 teiliger Verlust von 261 Mio. € anfiel. Der Vorjahresverlust war überwiegend auf die bei der EADS gebildeten RückstellungenWeitere Informationen zur Zusammensetzung der sonstigen im Zusammenhang mit dem Militärtransporter A400Mbetrieblichen Erträge und Aufwendungen sind in Anmerkung 6 zurückzuführen. 3.23des Konzernanhangs enthalten. Das übrige Finanzergebnis verringerte sich von 0,1 Mrd. € im Vorjahr auf -0,2 Mrd. € im Berichtsjahr. Der Rückgang ist zum einen mit 110 Mio. € durch die Abwertung des Betei- ligungsbuchwerts an der Renault SA verursacht. Die3.24 Abwertung auf den beizulegenden Zeitwert war aufgrund desDividende je Aktie starken Rückgangs des Börsenkurses der Renault-Aktie zumin € 30. September 2011 vorzunehmen. Zum anderen enthält das Vorjahr einen Ertrag von 265 Mio. € infolge der Veräußerung 2,20 der 5,3%-igen Beteiligung an Tata Motors.  3.232,50 2,00 1,852,001,50 Das Zinsergebnis lag bei -0,3 (i. V. -0,6) Mrd. € und verbesserte1,00 sich insbesondere aufgrund positiver Effekte aus Zins- 0,600,50 sicherungsinstrumenten. Die zinsbezogenen Aufwendungen 0,00 im Zusammenhang mit den Pensions- und Gesundheits- 0 2007 2008 2009 2010 2011 fürsorgeverpflichtungen bewegten sich auf dem Niveau des Vorjahres.  3.23 Der im Geschäftsjahr 2011 unter Ertragsteuern ausgewiesene Steueraufwand in Höhe von -2,4 (i. V. -2,0) Mrd. € ist durch den höheren Vorsteuergewinn des Konzerns bedingt. Erträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen auf aktive Steuer- latenzen bei ausländischen Tochtergesellschaften verminderten den Steueraufwand in beiden Jahren. Die Steuerquote lag im Geschäftsjahr bei 28,6% (i. V. 29,5%).  3.23 Das Konzernergebnis verbesserte sich deutlich auf 6,0 (i. V. 4,7) Mrd. €. Im Berichtsjahr entfällt auf nicht beherrschende Anteile ein Gewinn von 362 (i. V. 176) Mio. €. Der Anteil der Aktionäre der Daimler AG am Konzernergebnis beträgt 5,7 (i. V. 4,5) Mrd. €; das Ergebnis je Aktie lag bei 5,32 (i. V. 4,28) €.  3.23 Dividende Wir wollen unsere Aktionäre wieder in angemessener Form am Unternehmenserfolg beteiligen. Dabei orientieren wir uns an einer Ausschüttungsquote in der Größenordnung von rund 40% des auf die Daimler-Aktionäre entfallenden Konzern­ ergebnisses. Angesichts der guten Geschäfts­ ntwicklung e werden Vorstand und Aufsichtsrat der Hauptversammlung am 4. April 2012 die Ausschüttung einer Dividende von 2,20 (i. V. 1,85) € pro Aktie vorschlagen. Dies entspricht einer Aus- schüttungssumme von 2.346 (i. V. 1.971) Mio. €.  3.2492
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageForschung und Entwicklung, Umweltschutz 5,6 Mrd. € für Forschung und Entwicklung.  3.26  3.27 Wir wollen den in der Automobilbranche an­ tehenden sHöchste Priorität für Forschung und Entwicklung. technologischen Wandel auch künftig mit richtungswei-Forschung und Entwicklung haben bei Daimler seit jeher einen senden Innovationen aktiv mitgestalten. Deshalb haben wirhohen Stellenwert. Unsere Forschung antizipiert Trends, die Forschungs- und Entwicklungsleistungen im Jahr 2011Kundenwünsche und Anforderungen an die Mobilität der Zukunft, auf 5,6 (i. V. 4,8) Mrd. € erhöht, 1,5 (i. V. 1,4) Mrd. € davondie von der Entwicklung konsequent in serienreife Produkte wurden als Entwicklungskosten aktiviert. Basierend aufumgesetzt werden. Es ist unser Ziel, unseren Kunden faszinie- unserer Initiative »Der Weg zur emissionsfreien Mobilität« warenrende Produkte und maßgeschneiderte Lösungen für eine neue, besonders kraftstoffeffiziente und umweltschonendebedarfsgerechte, sichere und nachhaltige Mobilität anzubieten. Antriebstechnologien in allen automobilen Geschäfts­ eldernfDarauf richten wir unser Technologieportfolio und unsere Schwerpunkte.  3.25 Die Themen dabei sind: konventio-Kernkompetenzen aus (vgl. S. 148 ff.). nelle Antriebstechnologien optimieren, durch Hybrid­sierung i die Effizienz weiter steigern sowie Elektroautos mit Brenn-Wesentliche Faktoren für den Markterfolg unserer Fahrzeuge stoffzelle und Batterie. Ein weiterer Schwerpunkt sind neuesind das Know-how, die Kreativität und die Motivation Sicherheitstechnologien: Im Rahmen unseres »Wegs zumunserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Forschung und unfallfreien Fahren« verfolgen wir das Ziel, Unfälle weitest­Entwicklung. Zum Jahresende 2011 arbeiteten bei Daimler gehend zu vermeiden oder zumindest deren Folgen soweltweit 23.200 (i. V. 22.100) Personen in Forschungs- und in gering wie möglich zu halten.Entwicklungsbereichen. Davon waren 15.600 (i. V. 14.700)Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Ressort Konzernforschung& Mercedes-Benz Cars Entwicklung einschließlich derKonzerntöchter (AMG, MBtech und weitere) tätig; 5.500 (i. V.5.400) Beschäftigte sind dem Geschäftsfeld Daimler Trucks 3.25zuzurechnen, 1.000 (i. V. 900) dem Geschäftsfeld Mercedes- Der Weg zur emissionsfreien MobilitätBenz Vans und 1.100 (i. V. 1.100) Daimler Buses. Rund4.400 (i. V. 4.000) Forscher und Entwickler waren außerhalbDeutschlands beschäftigt. Optimierung Weitere Effizienz- Lokal emissionsfreies unserer Fahrzeuge steigerung durch Fahren mit Elektro- mit modernsten Hybridisierung fahrzeugen mitDie wichtigsten Standorte unseres Forschungs- und Entwick- Verbrennungsmotoren Brennstoffzelle oderlungsnetzwerkes sind Sindelfingen und Stuttgart-Untertürkheim Batteriein Deutschland. Zu unseren Forschungs- und Entwicklungs­einrichtungen in Nordamerika und Asien zählen Palo Alto,Kalifornien und Portland, Oregon, sowie das Forschungs­ Energiequellen für die Mobilität der Zukunftzentrum für Informations- und Kommunikations­ echnologie in t Saubere Kraftstoffe EnergiequellenBangalore, Indien und das Global Hybrid Center in Kawasaki, für Verbrennungsmotoren für lokal emissionsfreies FahrenJapan. Derzeit errichten wir auch in China ein Forschungs- undEntwicklungszentrum. Darüber hinaus arbeiten wir mitverschiedenen renommierten Forschungsinstituten weltweitzusammen und beteiligen uns an internationalen Austausch-programmen für Nachwuchswissenschaftler.Zulieferindustrie zielgerichtet einbinden. Um unsereanspruchsvollen Ziele zu erreichen, nehmen wir auchForschungs- und Entwicklungsleistungen der Zulieferindustriein Anspruch. Gerade mit Blick auf den rasanten technolo­gischen Wandel in der Automobilindustrie und auf die Notwen-digkeit, neue Technologien möglichst schnell zur Markt-reife zu bringen, ist eine enge Verzahnung mit Zulieferfirmenunabdingbar. Im Rahmen der gemeinsamen Forschungs-und Entwicklungsarbeit stellen wir sicher, dass die Kernkom-petenzen für Technologien, die für die Zukunft des Auto-m­ obils insgesamt und die Einzigartigkeit unserer Marken wichtigsind, im Unternehmen bleiben.Mehr als 2.100 Patente angemeldet. Daimler hat im Jahr2011 insgesamt 2.175 (i. V. 2.105) Patente neu angemeldet.Die Schwerpunkte lagen in den Bereichen Antriebe und Sicher-heit. Mehr als 1.000 Patentanmeldungen waren dabei demThemenbereich lokal emissionsfreie Mobilität, insbesonderedem Elektroantrieb mit Batterie oder der Brennstoffzelle,zuzurechnen. Wir werden in den nächsten Jahren unsere Tech-nologie- und Innovationsführerschaft über alle Produkte undMarken hinweg nicht zuletzt auch mithilfe von gewerblichenSchutzrechten weiter ausbauen. 93
  • Die wichtigsten Projekte bei Mercedes-Benz Cars waren die neuen Modelle in der Kompaktklasse, die Nachfolgemodelle für den Roadster SL und den Geländewagen GL sowie neue Motorengenerationen und alternative Antriebssysteme. Ins- gesamt sind die Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Mercedes-Benz Cars auf 3,7 (i. V. 3,1) Mrd. € gestiegen. Daimler Trucks hat 1,3 (i. V. 1,3) Mrd. € in Forschungs- und3.26 Entwicklungsprojekte investiert. Schwerpunkte waren hier derForschungs- und Entwicklungsleistungen neue Schwer-Lkw Actros, neue Motoren im mittelschwerenin Milliarden € gesamt und schweren Bereich sowie Nachfolgegenerationen beste- davon aktiviert hender Produkte. Bei Mercedes-Benz Vans standen Aufwen-6 dungen für die Weiterentwicklung der Motoren im Hinblick auf5 künftige Abgasnormen im Vordergrund. Das Geschäftsfeld4 Daimler Buses hat seine Entwicklungsaktivitäten vor allem3 auf neue Produkte, die Erfüllung neuer Abgasnormen und2 auf alternative Antriebssysteme konzentriert.10 CO2-Ausstoß bei Pkw weiter gesenkt. Mithilfe unserer neuen 2007 2008 2009 2010 2011 Motoren und den besonders sparsamen BlueEFFICIENCY- Modellen konnten wir den durchschnittlichen CO2-Ausstoß der von uns in der Europäischen Union verkauften Pkw im Berichtsjahr auf 150 (i. V. 158) g/km verringern, und das trotz eines höheren Anteils besonders hochwertiger Fahrzeuge.3.27 Unsere neuen Modelle, wie die M-Klasse, die neue GenerationForschungs- und Entwicklungsleistungen der C-Klasse oder die neue B-Klasse, benötigen durchschnitt­ lich rund 25% weniger Kraftstoff als die Vorgängermodelle. 2011 2010 11/10 Mittlerweile haben mehr als 40% der von uns in Europain Millionen € Veränd. in % verkauften Pkw einen CO2-Ausstoß von weniger als 140 g/km. Mit innovativen Technologien zur lokal emissionsfreienDaimler-Konzern 5.634 4.849 +16 davon aktiviert 1.460 1.373 +6 Mobilität werden wir die Verbrauchs- und CO2-Werte künftigMercedes-Benz Cars 3.733 3.130 +19 noch stärker reduzieren. Unser Ziel ist es, die durchschnitt­ davon aktiviert 1.051 940 +12 lichen CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in der Euro-Daimler Trucks 1.321 1.282 +3 päischen Union bis zum Jahr 2016 auf 125 g/km zu senken. davon aktiviert 251 373 -33 Auch die Schadstoffemissionen unserer Pkw haben wir in denMercedes-Benz Vans 358 267 +34 zurückliegenden Jahren kontinuierlich verringert: um mehr als davon aktiviert 126 29 +334 75% seit 1995 und immerhin um über 30% in den vergangenenDaimler Buses 225 223 +1 fünf Jahren. Besonders deutlich haben wir die Emissionen davon aktiviert 32 31 +3 mit unseren BlueTEC-Diesel-Pkw reduziert: um über 90% im Vergleich zu 1995 und um mehr als 75% im Vergleich zu 2005. Mit der BLUETEC-Technologie sind wir bei Dieselfahr­ zeugen weltweit führend. Die damit ausgestatteten Pkw erfüllen die strengsten Abgasnormen und sind die saubersten Diesel-Pkw der Welt. Verbrauchs- und schadstoffarme Nutzfahrzeuge. Auch bei den Nutzfahrzeugen haben wir den CO2-Ausstoß und die Schadstoffemissionen in den zurückliegenden Jahren konti­ nuierlich verringert. Der neue Actros ist weltweit der erste Lkw, der konsequent an der künftigen Abgasnorm Euro VI aus­ gerichtet ist. Gleichzeitig lautete eine wesentliche Vorgabe für den neuen Schwer-Lkw: geringerer Kraftstoffverbrauch trotz aufwendiger Abgasreinigung. Bereits das Vorgängermodell, der Mercedes-Benz Actros 1844 LS, hält den Rekord des welt- weit verbrauchsgünstigsten Serien-Lkw. In einer Langstrecken- Vergleichsfahrt mit dem Rekordhalter über 10.000 km auf der Ost-West-Transversale Rotterdam-Stettin-Rotterdam schnitt der neue Actros 1845 BlueTec 6 mit Abgasstufe Euro VI mit 25,9 l/100 km nochmals um 4,5% besser ab. Der neue Actros BlueTec 5 mit Euro V erreichte sogar 25,1 l/100 km. Damit unterbot er den Vergleichswert um 7,6%. Umgerechnet heißt das: Der neue Actros nähert sich pro Tonne Nutzlast einem Verbrauch von nur 1 l/100 km. Insbesondere bei Nutzfahr- zeugen für den Verteilerverkehr und bei Omnibussen kann der Dieselverbrauch auch durch den Einsatz der Hybridtechnik deutlich reduziert werden. So verbrauchen der Fuso Canter94
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageEco Hybrid rund 20% weniger Kraftstoff als ein vergleichbarer BeschäftigungDiesel-Lkw und der Freightliner M2e Hybrid im Vergleich zumherkömmlichen, dieselbetriebenen M2 106 bis zu 30% weniger  Zahl der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gestiegen.Kraftstoff. Kein anderer Nutzfahrzeughersteller kann mehr Die insgesamt positive Geschäftsentwicklung im Jahr 2011Erfahrung, Erprobung und Serienreife in Sachen alternative hat dazu geführt, dass sich die Zahl der Beschäftigten zumAntriebe und Elektromobilität aufweisen – vom Transpor- 31. Dezember auf weltweit 271.370 Mitarbeiterinnen und Mit-ter über den Bus bis hin zum Lkw. Weltweit sind weit über arbeiter erhöht hat. Das waren 11.270 mehr als Ende 2010.610.000 umweltfreundliche Daimler-Nutzfahrzeuge mit In Deutschland stieg die Belegschaft auf 167.684 (i. V. 164.026)SCR-Technologie sowie weitere 22.000 mit alternativer Antriebs- Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter; 20.702 (i. V. 18.295) warentechnik auf der Straße. in den USA, 14.533 (i. V. 13.484) in Brasilien und 11.479 (i. V. 12.836) in Japan beschäftigt. Bei unseren konsolidiertenFür unsere Gesamtflotte in Europa wollen wir im Zeitraum von Tochtergesellschaften in China waren zum Ende des Berichts-2005 bis zum Jahr 2020 den Verbrauch unserer Lkw um jahres 2.121 (i. V. 1.552) Beschäftigte tätig. Die Zahl derdurchschnittlich 20% pro Tonnenkilometer reduzieren. Hierfür Auszubildenden lag bei 8.499 (i. V. 8.841). Bei der Daimler AGarbeiten wir weiterhin mit Hochdruck an technologischen waren zum Ende des Berichtsjahres 148.651 (i. V. 145.796)Innovationen. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beschäftigt.2,6 Mrd. € für den Umweltschutz. Auch im Jahr 2011 haben Den größten Belegschaftsaufbau gab es bei Daimler Truckswir intensiv das Ziel verfolgt, die Ressourcen zu schonen und (+8%). Einen Beschäftigungsanstieg gegenüber Ende 2010alle relevanten Emissionen zu reduzieren. Von der Fahrzeug­ verzeichneten auch die Geschäftsfelder Mercedes-Benz Carsentwicklung über die Produktion bis hin zu Recycling und (+3%), Mercedes-Benz Vans (+2%), Daimler Buses (+2%)umweltschonender Entsorgung haben wir dabei die Auswir- und Daimler Financial Services (+5%) sowie unser Fahrzeug-kungen aller Prozesse im Blickfeld. Im Jahr 2011 erhöhten vertrieb (+3%).  3.28wir unsere Aufwendungen für den Umweltschutz um 13% auf2,6 Mrd. €.Umfangreiche Maßnahmen für den Umweltschutz inder Produktion. Mithilfe umweltschonender Produktions­ 3.28verfahren ist es uns in den zurückliegenden Jahren gelungen, Mitarbeiter nach Geschäftsfeldernbei einem vergleichbaren Produktionsvolumen den Energie­ Daimler-Konzern 271.370verbrauch und die CO2-Emissionen der Werke sowie die produk­tionsbedingten Lösemittelemissionen, die Lärmbelastung Mercedes-Benz Cars 99.091und die Geräuschemissionen kontinuierlich zu verringern. So Daimler Trucks 77.295sank der vergleichbare Energieverbrauch im Zeitraum von Mercedes-Benz Vans 14.8892006 bis 2011 um über 8% auf 11 Mio. Megawattstunden. Die Daimler Buses 17.495CO2-Emissionen gingen im gleichen Zeitraum um gut 10% Vertrieb Fahrzeuge 49.699auf insgesamt 3,5 Mio. Tonnen zurück. Bei einem zweistelligen Daimler Financial Services 7.065Zuwachs des Produktionsvolumens stieg der Energieverbrauch Sonstige 5.836im Vergleich zum Vorjahr nur um knapp 1,5%, während dieCO2-Emissionen um 1% zurückgingen. Mit ressourcenscho­nenden Techniken, zum Beispiel Kreislaufsystemen, haben wirden Wasserverbrauch zwischen den Jahren 2006 und 2011um knapp 3% gesenkt. Im Jahr 2011 erhöhte er sich im Vergleichzum Vorjahr aufgrund der höheren Produktion um rund 7%.In der Abfallwirtschaft lautet unser Leitsatz: Vermeiden undverwerten sind besser als beseitigen. Innovative technischeVerfahren und eine umweltgerechte Produktionsplanungermöglichen es uns, die Abfallmenge stetig zu reduzieren. Ins­gesamt verringerte sich die produktionsbedingte Abfallmengezwischen 2006 und 2011 um knapp 2% auf 1,1 Mio. Tonnen.Im Vorjahresvergleich erhöhte sich das Abfallaufkommenum 12%, darin sind jedoch deutlich gestiegene Mengen verwert-baren Schrotts enthalten. Die genannten Angaben für das Jahr2011 beziehen sich auf eine Hochrechnung der Umweltdaten;die genauen Größen werden wir mit dem neuen Nachhaltig-keitsbericht im April 2012 veröffentlichen.Um unsere Aktivitäten im Umweltschutz zielgerichtet voran­zutreiben, setzen wir auf umfassende Umweltmanagement­systeme: Mehr als 98% unserer Beschäftigten weltweitarbeiten heute in Werken, deren Umweltmanagementsystemenach den Umweltnormen ISO 14001 oder EMAS zertifiziertsind. 95
  • Verlängerung der Zukunftssicherung. Vorstand und EinkaufGesamtbetriebsrat der Daimler AG haben sich im Oktober2011 auf eine Gesamtbetriebsvereinbarung unter dem Weltumspannende Einkaufsaktivitäten. Der Einkauf derTitel »Zukunftssicherung Daimler« geeinigt. Darin werden im Daimler AG setzt sich aus den drei Einkaufsbereichen Procure­Wesentlichen die Inhalte der seit 2004 geltenden »Zukunfts- ment Mercedes-Benz Cars and Vans, Procurement Daimlersicherung 2012« bis Ende 2016 fortgeschrieben. Für die Trucks and Buses sowie Einkauf NichtproduktionsmaterialBeschäftigten mit unbefristetem Arbeitsvertrag der Daimler AG – International Procurement Services – zusammen und istsind dadurch betriebsbedingte Kündigungen bis zum Ende an über 50 Standorten weltweit vertreten. Ziel des Einkaufs istdieser Laufzeit ausgeschlossen. Im Gegenzug hat das Unter- es, das weltweit effektivste Lieferantennetzwerk zu schaffennehmen weiterhin die notwendige Flexibilität bei unterschied- und damit zum Unternehmenserfolg von Daimler beizutragen.lichen Auslastungssituationen an einzelnen Standorten. Die Die besten Lieferanten werden jährlich mit dem Daimlerneue Betriebsvereinbarung trat am 1. Januar 2012 in Kraft. Supplier Award für herausragende Leistungen ausgezeichnet.Ergebnisbeteiligung. Angesichts der positiven wirtschaftlichen Leistungsorientierte Partnerschaft mit unseren Liefe­ anten. rEntwicklung im Geschäftsjahr 2010 hatten Unternehmens­ Unter dem Motto »Commitment to Excellence« definiert dasleitung und Gesamtbetriebsrat vereinbart, die besonderen Daimler Supplier Network (DSN) die Geschäftsphilosophie desLeistungen der Beschäftigten mit einer hohen Ergebnisbetei­ Daimler-Einkaufs. Seine Prinzipien sind Leistung undligung zu honorieren: Ende April 2011 wurden 3.150 € an alle Partnerschaft: Lieferantenleistungen werden mithilfe der Externalanspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Balanced Scorecard in den Kategorien Qualität, Technologie,Daimler AG ausbezahlt. Erstmals kamen auch Auszubildende, Kosten und Liefertreue gemessen. Partnerschaft bedeutet fürStudierende der Dualen Hochschule und Doktoranden in den uns Fairness, Verlässlichkeit und Glaubwürdigkeit. DieGenuss entsprechend angepasster Leistungen. Tragfähigkeit solcher Partnerschaften hat sich im Berichtsjahr besonders bewährt: Das verheerende Erdbeben und derIn Anbetracht des Erfolgs des Unternehmens im abgelau- Tsunami vom 11. März 2011 in Japan hatten schwere Folgenfenen Geschäftsjahr haben Vorstand und Gesamtbetriebsrat für das Land, seine Bevölkerung und die Industrie – daruntervereinbart, den Einsatz der Belegschaft im Jahr 2011 mit einer auch viele Lieferanten der Daimler AG. Wir haben unsere Zuliefer­ -erneut hohen Ergebnisbeteiligung zu honorieren: In Deutschland f ­ irmen und deren Mitarbeiter unmittelbar unterstützt. Darübererhalten die anspruchsberechtigten Mitarbeiterinnen und hinaus war es unser Ziel, die Fahrzeugproduktion möglichstMitarbeiter der Daimler AG Ende April 2012 einen Betrag von rasch wieder aufzunehmen und zu stabilisieren. Dank der4.100 €. intensiven Zusammenarbeit mit unseren Lieferanten konnten wir die Lieferkette nach der Katastrophe schnell wiederAltersdurchschnitt. Der Altersdurchschnitt unserer Beschäf- aufbauen.tigten lag im Jahr 2011 weltweit bei 41,9 (i. V. 41,9) Jahren.In Deutschland waren unsere Mitarbeiter durchschnittlich Rohstoffpreise bleiben volatil. Nach dem deutlichen Anstieg43,0 Jahre alt. In den nächsten Jahren wird sich dieser der Rohstoffpreise im Vorjahr setzte sich dieser Trend auchAltersdurchschnitt weiter erhöhen. zum Anfang des Jahres 2011 fort. Marktunsicherheiten durch die europäische Schuldenkrise führten ab der JahresmitteUm den Herausforderungen dieser demografischen Entwicklung zu einer Preisstagnation beziehungsweise einem ‑rückgang beizu begegnen, haben wir im Jahr 2011 unter dem Motto einer Vielzahl von Rohmaterialien. Die Rohstoffpreisent­»Erfahren in die Zukunft« die HR-Initiative Generationenmana- wicklung insgesamt und vor allem auch die großen Preisschwan-gement gestartet. Sie umfasst verschiedene Maßnahmen, kungen im Jahr 2011 standen unter dem Einfluss der inter-die auch in Zukunft eine wettbewerbsfähige Belegschaft sicher­ nationalen Konjunkturerwartungen, die sich im Jahresverlaufstellen sollen. So wurde beispielsweise im Berichtsjahr das deutlich verändert haben, sowie der volatilen Finanz- undHR-Ressourcenmanagement an weiteren Standorten umge- Kapitalmärkte. Daimler sichert sich gegen Schwankungen durchsetzt. Damit wollen wir gewährleisten, dass auch langfristig eine Reihe von Maßnahmen ab, zu denen Laufzeitverträgedie geeigneten Mitarbeiter in der richtigen Anzahl und Qualifi- und Sicherungsgeschäfte gehören.kation zur Verfügung stehen. Risikomanagement hat sich bewährt. Im Jahr 2011 habenBetriebszugehörigkeit und Frauenanteil in Führungsfunk- wir die finanzwirtschaftliche Entwicklung bei unserentionen weiter gestiegen. Die durchschnittliche Betriebs­ Lieferanten im Rahmen unseres Risikomanagements weiterhinzugehörigkeit der Daimler-Beschäftigten ist im Berichtsjahr mit kontinuierlich beobachtet. Dabei stehen die folgenden15,9 Jahren annähernd konstant geblieben (i. V. 16,0 Jahre). Themen im Fokus: Refinanzierung, Working-Capital-AufbauIn Deutschland waren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am sowie die Weiterführung von Projekten zur Produktivitäts­Jahresende 2011 im Durchschnitt seit 18,8 (i. V. 18,7) Jahren steigerung aus dem Krisenjahr 2009. Nennenswerte Produkti­bei Daimler beschäftigt, in der Daimler AG seit 19,0 (i. V. 18,9) onsausfälle konnten bislang verhindert werden. AufgrundJahren. Außerhalb Deutschlands lag die durchschnittliche der großen Bedeutung der Zulieferer für unsere Produktions­Betriebszugehörigkeit bei 11,2 (i. V. 11,3) Jahren. Der Anteil prozesse tagt aber regelmäßig das Daimler Supplier Riskder Frauen an der Gesamtbelegschaft betrug in der Daimler Board, in dem im Bedarfsfall auch Maßnahmen entwickelt undAG zum Ende des Berichtsjahres 13,9% (i. V. 13,5%). In den verabschiedet werden, mit denen wir kurzfristig auf drohendeFührungsfunktionen der Ebenen 1 bis 4 stieg der Anteil der Lieferanteninsolvenzen reagieren.Frauen gegenüber dem Vorjahr von 11,6% auf 12,4%.96
  • 3 | Lagebericht | ErtragslageIntegrität im Einkauf. Um auch in Zukunft erfolgreich zu sein, IT-Systemwelt erfolgreich angelaufen. Die IT unterstreichtnehmen wir unsere Verantwortung der Umwelt und Gesell- damit ihre Rolle als Erfolgsfaktor für kommende Produkt­schaft gegenüber sehr ernst. Unsere Erwartungen an unsere projekte.Zulieferpartner hinsichtlich ökologischer, sozialer undgeschäftsethischer Standards haben wir in der »Richtlinie zur Wertschöpfungs- und Innovationsfaktor IT. Der TrendNachhaltigkeit für Lieferanten« formuliert. Sie ist verbindlicher zum »Digital Life« ist eine der wesentlichen Entwicklungen in derBestandteil unserer Einkaufsbedingungen »Mercedes-Benz Gesellschaft und im Unternehmen. Damit einhergehend hatSpecial Terms« und der »Allgemeinen Einkaufsbedingungen auch die Bedeutung der IT auf den Feldern Interne Zusammen­für Nicht-Produktionsmaterial«, die für einen Großteil unserer arbeit, Kommunikation mit Kunden, Erweiterung des Produkt­­ -Lieferanten gelten. Schrittweise verankern wir auch im inter­ programms und Neue Geschäftsmodelle im Jahr 2011 zugenom-nationalen Rahmen Nachhaltigkeitsklauseln in den Einkaufs- men. Die IT wird zunehmend Teil des vernetzten Fahrzeugsbedingungen. Außerdem setzen wir verschiedene Instru­ - beziehungsweise von Mobilitätsangeboten. So stellt die IT beimmente ein, mit denen wir die Umsetzung unserer Anforderungen Thema Elektromobilität sicher, dass die entsprechendenprüfen und auch unterstützen. Prozesse zwischen After Sales, Sales und Fahrzeug integriert sind. Dazu zählen die zentrale Infrastruktur, die ein einfaches Abrechnen des Stromverbrauchs und eine Zuordnung des Strom­Informationstechnologie vertrags zu einem Elektrofahrzeug ermöglicht oder den Batteriezustand per mobiles Internet an den Kunden übermittelt.Zunehmende Verschmelzung von IT und Geschäftspro­ Weitere kunden- und fahrzeugrelevante Internetanwendungenzessen. Die interne IT-Organisation von Daimler (Information wie die mobile Software zum Vorheizen und Vorkühlen desTechnology Management, ITM) ist mit rund 4.800 Mitarbeitern gesamten Fahrzeugs während des Ladevorgangs oder diean über 500 Standorten weltweit in nahezu alle Geschäfts- Autorisierung des Kunden zum Fahrzeug gehören ebenfalls zup­ rozesse des Unternehmens eingebunden – von der Produkt­ den Leistungen der IT.entwicklung über die Fahrzeugproduktion bis hin zu Abläufenim Vertrieb und Finanzwesen. Die zentrale Aufgabe der IT besteht Mit dem Projekt »next workplace« haben wir im Berichtsjahrdarin, diese Geschäftsprozesse mit effizienten und innovativen damit begonnen, die ab dem Jahr 2012 geplante UmstellungSystemen abzubilden und damit einen reibungslosen Ablauf der aller rund 190.000 PC-Arbeitsplätze weltweit auf eine neueGeschäftstätigkeit sicherzustellen. Der Analyse, Vernetzung Kollaborationsplattform vorzubereiten. Mit dieser Plattformund Bereitstellung vorhandener Daten kommt dabei im globalen schaffen wir die Voraussetzungen dafür, dass wir mit neuenKontext eine wachsende Bedeutung zu. Dabei liegt es in der Formen der Kommunikation und der Zusammenarbeit dieVerantwortung von ITM, die geeigneten Werkzeuge einzusetzen Anforderungen künftiger Arbeitsprozesse erfüllen können.und diese an die Anforderungen der Geschäftsfelder anzu­passen. Die durchgängige digitale Integration der Vertriebs­- prozesse haben wir mit dem neuen VerkäuferarbeitsplatzIn diesem Zusammenhang wird die Informationssicherheit mehr »Mercedes-Benz Point of Sales im Browser« realisiert.und mehr zum zentralen Thema. Dabei sind die Risiken Dabei sind wir im Jahr 2011 in der Schweiz als Pilotmarktzwischen durchgängigem Datenzugang und potenziellem mit einem mehrsprachigen und auf mehrere WährungenSchaden bei Datenmissbrauch abzuwägen. Dies gilt ins­ ausgelegten System an den Start gegangen. Mit der Integrationbesondere für Daten, die dem Datenschutz unterliegen. ITM von acht Systemen setzt das Verkaufsgespräch nun nahtlosmoderiert und überwacht deshalb die Klassifizierung der auf der Internetanfrage der Kunden auf, und dem VerkäuferDaten in die Kategorien öffentlich, intern, vertraulich und stehen auf einer Oberfläche alle notwendigen Funktionengeheim. zur Verfügung – von der Konfiguration neuer Pkw über die Bestandsfahrzeuge bis zu Finanzdienstleistungen. DadurchEffiziente IT-Systemlandschaften für Wachstums­ ärkte. m werden Systembrüche vermieden und die KundenberatungMit modularen und flexiblen IT-Lösungen hat die IT-Organisation deutlich verbessert.im Berichtsjahr maßgeblich dazu beigetragen, dass unserePräsenz an den Standorten Chennai (Indien), Kecskemét GreenIT leistet Beitrag zur Nachhaltigkeit. Die Initiative(Ungarn) und Peking (China) in rasantem Tempo ausgebaut GreenIT haben wir im Berichtsjahr konsequent weiterverfolgt,werden konnte. Parallel dazu wurde damit begonnen, in China, und die Ergebnisse werden anhand von Key-Performance-Indien, der Türkei und Brasilien Fachpersonal aufzubauen, Indikatoren in der ITM Balance Scorecard gemessen. Seitdamit wir unser Wachstum in diesen Märkten gezielt mit Projektbeginn im Januar 2009 konnten durch die GreenIT-IT-Fachkompetenz unterstützen können. Maßnahmen der Stromverbrauch konzernweit um mehr als 159 Mio. Kilowattstunden gesenkt und dadurch insgesamtIntegration durch IT leistet wichtigen Erfolgsbeitrag. 95.000 Tonnen CO2-Emissionen eingespart werden.Bei der Erschließung neuer Märkte und der Einführung neuerFahrzeugmodelle wird die Integrationsrolle der IT über die Darüber hinausgehend hat ITM im Jahr 2011 eine GreenIT-gesamten Unternehmensfunktionen hinweg immer wichtiger. Selbstverpflichtungserklärung unterzeichnet, die vom unab-Mit dem Projekt »IT Readiness for Future Products« wurden hängigen Netzwerk CIOcolloquium initiiert wurde. Mit diesersämtliche Systeme und Schnittstellen dahingehend überprüft, Erklärung will die IT der Daimler AG ihrer Verantwortung imob sie die Anforderungen künftiger Produktprojekte abbilden Bereich Nachhaltigkeit und beim umweltschonenden Ein­ -können. Insbesondere die Systeme des Vertriebs, der Produk- s ­ atz von Ressourcen Rechnung tragen und auch künftig einentionsplanung und -dokumentation sowie des After Sales sichtbaren Beitrag zur Reduktion von CO2-Emissionen undwurden dabei weiterentwickelt. Mit dem neuen Actros ist nun zur Ressourceneffizienz leisten.das erste Produktprojekt auf Basis der weiterentwickelten 97
  • FinanzlageGrundsätze und Ziele des Finanzmanagements Im Cash Management werden Zahlungsmittelbedarfe und -überschüsse zentral ermittelt. Das konzerninterne SaldierenDas Finanzmanagement bei Daimler umfasst das Kapitalstruktur­ (Netting) dieser Bedarfe und Überschüsse reduziert die Anzahlmanagement, das Cash- und Liquiditätsmanagement, das externer Bankgeschäfte auf ein Mindestmaß. Das NettingManagement des Pensionsvermögens sowie das Management erfolgt durch Cash-Concentration- oder Cash-Pooling-Verfahren.von Marktpreisrisiken (Währungen, Zinsen, Commodities) Daimler hat zur Steuerung seiner Bankkonten und der internenund von Kreditausfall- und Länderrisiken. Das weltweite Finanz­ Verrechnungskonten sowie zur Durchführung automatisiertermanagement wird von der Treasury-Organisation im Rahmen Zahlungsvorgänge standardisierte Prozesse und Systemeder gesetzlichen Bestimmungen für alle Konzerngesellschaften etabliert.einheitlich ausgeführt. Grundsätzlich operiert es in einemvorgegebenen Rahmen von Richtlinien, Limits und Benchmarks; Das Management von Marktpreisrisiken hat die Aufgabe,organisatorisch ist es getrennt von den Funktionen Abwick- die Auswirkungen von Schwankungen bei Währungen, Zins­lung, Finanzcontrolling, Berichterstattung und Rechnungslegung. sätzen und Rohstoffen (Commodities) auf das Ergebnis der Geschäftsfelder und des Konzerns zu begrenzen. Hierzu wirdDas Kapitalstrukturmanagement gestaltet die Kapitalstruktur zunächst das konzernweite Risikovolumen (Exposure) fürdes Konzerns und seiner Tochtergesellschaften. Die Kapital­ diese Marktpreisrisiken ermittelt; auf dieser Basis treffen wirausstattung von Financial-Services-, Produktions-, Vertriebs- dann Sicherungsentscheidungen. Diese beinhalten das zuoder Finanzierungsgesellschaften wird nach den Grundsätzen sichernde Volumen, den abzusichernden Zeitraum sowie diekosten- und risikooptimaler Finanz- und Kapitalausstattung Wahl der Sicherungsinstrumente. Entscheidungsgremien sindvorgenommen. Zudem berücksichtigen wir, dass die viel­ regelmäßig tagende Komitees für Währungen, Commodities undfältigen Kapitalverkehrsbeschränkungen und sonstigen Kapital- das Asset-/Liability-Management (Zinsen).sowie Devisentransferbeschränkungen eingehalten werden. Das Management von Pensionsvermögen beinhaltet dieDas Liquiditätsmanagement stellt sicher, dass der Konzern Anlage des Vermögens, das zur Deckung der Pensions­jederzeit seine Zahlungsverpflichtungen erfüllen kann. Hierzu verpflichtungen vorgehalten wird. Das Vermögen ist in Pensions­erfassen wir die Zahlungsströme aus dem operativen Geschäft fonds ausgelagert und steht damit für allgemeine Unterneh­und aus Finanzgeschäften in einer rollierenden Planung. Die menszwecke nicht zur Verfügung. Die Fondsvermögen verteilenentstehenden Finanzierungsbedarfe werden mittels geeigneter wir ausgehend von der erwarteten Entwicklung der Pensions­Instrumente zur Liquiditätssteuerung (zum Beispiel Bank- verpflichtungen mithilfe eines Prozesses zur Risiko-Rendite-kredite, Commercial Paper, Anleihen) gedeckt; Liquiditätsüber­ Optimierung auf verschiedene Anlageklassen, beispielsweiseschüsse legen wir risiko- und renditeoptimal im Geld- oder Aktien, festverzinsliche Wertpapiere, alternative InvestmentsKapitalmarkt an. Unser Ziel ist es, eine für notwendig erachtete und Immobilien. Den Erfolg der Vermögensanlage messenLiquidität kostenoptimal bereitzustellen. Zusätzlich zur ope­ a­- r wir mit festgelegten Referenz-Indizes. Das Risikomanagementtiven Liquidität verfügt Daimler über weitere Liquiditäts­ eserven, r der einzelnen Pensionsfonds obliegt den lokalen Treuhändern.die kurzfristig verfügbar sind. Bestandteile dieser zusätzlichen Über eine konzernweit verbindliche Richtlinie limitiert das »GlobalAbsicherung sind am Kapitalmarkt verbriefbare Forderungen Pension Committee« diese Risiken, wobei die jeweils maß­ ­aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft sowie eine vertrag- geblichen Gesetze beachtet werden. Zusätzliche Informationenlich zugesagte syndizierte Kreditlinie im Volumen von 7 Mrd. €. zu den Pensionsplänen und ähnlichen Verpflichtungen enthält Anmerkung 22 des Konzernanhangs.98
  • 3 | Lagebericht | FinanzlageDas beim Management von Kreditausfallrisiken betrachtete Cash FlowRisikovolumen umfasst weltweit alle Gläubigerpositionenvon Daimler gegenüber Finanzinstituten, Emittenten von Wert­ Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit  3.29 beliefpapieren und Kunden aus dem Finanzdienstleistungs- sowie sich im Jahr 2011 auf -0,7 (i. V. 8,5) Mrd. €. Dem positiven Ein­dem Liefer- und Leistungsgeschäft. Das Kreditrisiko gegenüber fluss aus dem verbesserten Konzernergebnis vor SteuernFinanzinstituten und Emittenten von Wertpapieren ergibt wirkten insbesondere das höhere Neugeschäft bei der Leasing-sich vor allem aus der Anlage liquider Mittel im Rahmen des und Absatzfinanzierung sowie deutlich höhere ZuwendungenLiquiditätsmanagements sowie durch den Einsatz derivativer an die Pensionsfonds (2,0 Mrd. €; i. V. 0,3 Mrd. €) entgegen.Finanzinstrumente. Das Management dieser Kreditrisiken basiert Darüber hinaus wurde der absatz- und modellwechsel­ edingte bim Wesentlichen auf einem internen Limitsystem, das sich an Anstieg der Vorratsbestände durch die Entwicklung derder Bonität des Finanzinstituts beziehungsweise des Emitten­ Forderungen aus Lieferungen und Leistungen im Vergleichten orientiert. Das Kreditrisiko gegenüber Kunden aus dem zum Vorjahr nur teilweise ausgeglichen. Gegenüber demLiefer- und Leistungsgeschäft resultiert von Vertragshändlern Vorjahres­ eitraum ergaben sich weitere belastende Einflüsse zund Generalvertretern, sonstigen Firmenkunden sowie infolge der Auszahlung der ergebnisabhängigen VergütungPrivatkunden. Im Rahmen des Exportgeschäfts werden bei für das Geschäftsjahr 2010 sowie aus höheren Zahlungen fürGeneralvertretungen, die – als Ergebnis unserer Bonitäts­ Ertragsteuern (2,8 Mrd. €; i. V. 1,2 Mrd. €); die höherenanalysen – über keine ausreichende Bonität verfügen, im Regel­- Mittel­ bflüsse für Ertragsteuern beruhten unter anderem auf afall Kreditsicherheiten, beispielsweise erstklassige Bank­ Nachzahlungen für frühere Jahre in Nordamerika.garantien, angefordert. Das Kreditrisiko gegenüber Endkundenaus dem Finanzdienstleistungsgeschäft steuert Daimler FinancialServices auf Basis eines einheitlichen Risikomanagement­prozesses. In diesem Prozess werden Mindestanforderungenan das Kredit- und Leasinggeschäft definiert und Standards 3.29für die Kreditprozesse sowie für das Identifizieren, Messen und Verkürzte Konzern-KapitalflussrechnungSteuern von Risiken gesetzt. Wesentliche Elemente für die 2011 2010 11/10Steuerung der Kreditrisiken sind eine sachgerechte Kredit­ in Millionen € Veränderungbeurteilung, die durch statistische Analysemethoden undBewertungsverfahren unterstützt wird, sowie eine strukturierte Zahlungsmittel undPortfolioanalyse und -überwachung. Zahlungsmitteläquivalente zum Jahresanfang 10.903 9.800 +1.103Das Management von Länderrisiken beinhaltet mehrere Cash Flow aus derRisikoaspekte: das Risiko aus Kapitalanlagen in Tochter­ Geschäftstätigkeit -696 8.544 -9.240gesellschaften und Joint Ventures, das Risiko aus grenzüber­ Cash Flow aus derschreitenden Finanzierungen von Konzerngesellschaften in Investitionstätigkeit -6.537 -313 -6.224Risikoländern sowie das Risiko aus dem direkten Verkauf an Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 5.842 -7.551 +13.393Kunden in diesen Ländern. Ein »Credit Committee« legt Einfluss von Wechselkursänderun-für diese grenzüberschreitenden Finanzierungen Länderlimite gen auf die Zahlungsmittel undfest. Daimler verfügt über ein internes Ratingsystem, bei Zahlungsmitteläquivalente 64 423 -359dem alle Länder, in denen Daimler operativ tätig ist, in Risiko­ Zahlungsmittel undklassen eingeteilt werden. Eigenkapitalmaßnahmen in Risiko­ Zahlungsmitteläquivalenteländern werden durch Investitionsschutzversicherungen, wie zum Jahresende 9.576 10.903 -1.327Investitionsgarantien der Bundesrepublik Deutschland, gegenpolitische Risiken abgesichert; grenzüberschreitende Forde­rungen gegenüber Kunden sichern wir teilweise durch Export­kreditversicherungen, erstklassige Bankgarantien und Akkre­ditive. Ferner wird im Rahmen eines Komitees die Höhe vonHartwährungsportfolios bei Financial-Services-Gesellschaftenin Risikoländern festgelegt und begrenzt.Weitergehende Informationen zum Management der Markt­preis-, Kreditausfall- und Liquiditätsrisiken enthält Anmerkung31 des Konzernanhangs. 99
  • Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit  3.29 ergab sich ein Mittelabfluss in Höhe von 6,5 (i. V. 0,3) Mrd. €. Die Veränderung gegenüber dem Vorjahr resultierte insbeson­ dere aus den im Rahmen des Liquiditätsmanagements vor­ genommenen Käufen und Verkäufen von Wertpapieren, die in der Berichtsperiode zu insgesamt geringeren Erlösen (netto) führten. Weiterhin ergab sich aus dem Erwerb von Anteilen an3.30 der Tognum AG ein Mittelabfluss in Höhe von insgesamtFree Cash Flow des Industriegeschäfts 0,7 Mrd. €. In der Vorperiode waren Erlöse aus dem Verkauf der Anteile an Tata Motors von 0,3 Mrd. € enthalten. Darüber 2011 2010 11/10 hinaus stiegen die Mittelabflüsse für Investitionen in Sach­in Millionen € Veränderung anlagen und immaterielle Vermögenswerte um 0,7 Mrd. € auf 5,9 Mrd. €.Cash Flow aus derGeschäftstätigkeit 7.346 10.066 -2.720Cash Flow aus der Aus dem Cash Flow der Finanzierungstätigkeit  3.29Investitionstätigkeit -6.263 -741 -5.522 resultierte im Berichtszeitraum ein Mittelzufluss von 5,8 Mrd. €,Veränderung Zahlungsmittel der insbesondere durch die Aufnahme von Finanzierungs­(> 3 Monate) und in die Liquidität verbindlichkeiten (netto) bedingt war. Mittelabflüsse resultierteneinbezogene Wertpapiere -36 -3.893 +3.857 vor allem aus der Auszahlung der Dividende für das Geschäfts­-Übrige Anpassungen -58 - -58 jahr 2010 (2,0 Mrd. €). Darüber hinaus wurden Minderheits­-Free Cash Flow des gesellschaftern von Tochterunternehmen Dividenden inIndustriegeschäfts 989 5.432 -4.443 Höhe von 0,3 Mrd. € bezahlt. Im Vorjahr ergab sich insgesamt ein Mittelabfluss von 7,6 Mrd. €, der nahezu ausschließlich auf der Tilgung von Finanzierungsverbindlichkeiten (netto) beruhte.3.31Netto-Liquidität des Industriegeschäfts Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente  3.29 verminderten sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 31.12.2011 31.12.2010 11/10 einschließlich der Berücksichtigung von Wechselkurseffektenin Millionen € Veränderung um 1,3 Mrd. €. Die Liquidität, die zusätzlich die verzinslichen Wertpapiere umfasst, wurde um 1,1 auf 11,9 Mrd. € gesenkt.Zahlungsmittel 8.908 9.535 -627Wertpapiere undlängerfristige Geldanlagen 1.171 1.258 -87 Die von Daimler verwendete Messgröße für die FinanzkraftLiquidität 10.079 10.793 -714 seiner industriellen Aktivitäten ist der Free Cash Flow desFinanzierungsverbindlichkeiten 2.275 1.358 917 Industriegeschäfts  3.30, dessen Ableitung auf GrundlageMarktbewertung und der veröffentlichten Cash Flows aus der Geschäfts- undWährungsabsicherung für In­ estitionstätigkeit erfolgt. Darauf aufsetzend wird eine Korrek- vFinanzierungsverbindlichkeiten -373 -213 -160 tur in Höhe der im Cash Flow aus der InvestitionstätigkeitFinanzierungsverbindlichkeiten enthaltenen Zahlungsströme aus dem Kauf und Verkauf von(nominal) 1.902 1.145 +757 verzinslichen Wertpapieren vorgenommen, da diese Wert­Netto-Liquidität 11.981 11.938 +43 papiere der Liquidität zugeordnet sind und deren Veränderung daher nicht Bestandteil des Free Cash Flow ist. Die übrigen Anpassungen betreffen insbesondere Zugänge3.32 an Sachanlagen, die dem Konzern aufgrund der AusgestaltungNetto-Verschuldung des Daimler-Konzerns der ihnen zugrunde liegenden Leasingverträge als wirtschaft­ lichem Eigentümer zuzuordnen sind. Darüber hinaus werden 31.12.2011 31.12.2010 11/10 die im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit auszuwei­in Millionen € Veränderung senden Erwerbe von Minderheitsanteilen an Tochtergesell­ schaften hinzugerechnet.Zahlungsmittel 9.576 10.903 -1.327Wertpapiere undlängerfristige Geldanlagen 2.281 2.096 +185 Der Free Cash Flow verminderte sich gegenüber dem VorjahrLiquidität 11.857 12.999 -1.142 um 4,4 Mrd. € auf 1,0 Mrd. €.Finanzierungsverbindlichkeiten -62.167 -53.682 -8.485Marktbewertung und Dieser Rückgang war vor allem durch die erheblichen Zuwen­Währungsabsicherung für dungen an die Pensionsfonds (2,0 Mrd. €), die EntwicklungFinanzierungsverbindlichkeiten -369 -213 -156 der Vorräte sowie die Auszahlung der erfolgsabhängigenFinanzierungsverbindlichkeiten Vergütung bedingt. Zudem haben der Erwerb der Anteile an(nominal) -62.536 -53.895 -8.641 der Tognum AG (0,7 Mrd. €), die Auszahlung des Jubiläums­Netto-Verschuldung -50.679 -40.896 -9.783 bonus (0,1 Mrd. €), die Erhöhung des Stiftungskapitals der Daimler und Benz Stiftung (0,1 Mrd. €) und höhere Investi­ tionen in Sachanlagen den Free Cash Flow belastet. Im Vorjahr wirkten überdies die Erlöse aus dem Verkauf der Anteile an Tata Motors (0,3 Mrd. €). Die weiter verbesserten Ergebnis-100
  • 3 | Lagebericht | Finanzlagebeiträge der Geschäftsfelder, geringere Mittelabflüsse für Zinsen In Sindelfingen laufen bereits die Vorbereitungen für diesowie die Übertragung der Händlerbestandsfinanzierung Produkt­on der neuen S-Klasse ab dem Jahr 2013, und im Werk ieiner Tochtergesellschaft des Industriegeschäfts an Financial Bremen standen Aufwendungen für die Nachfolgemodelle derServices haben sich positiv ausgewirkt. Die höheren Mittel­ Roadster SLK und SL im Vordergrund. Weitere Mittel entfielenabflüsse für an Dritte zu leistende Steuern wurden teilweise durch auf Motorenprojekte sowie auf die Erweiterung unserer Pkw-konzerninterne Zahlungseingänge, die das Industrie­ eschäft g Produktionskapazitäten in den Wachstumsmärkten China undim Rahmen steuerlicher Organschaften von Gesellschaften des Indien. Daimler Trucks investierte im Berichtsjahr in beträcht­-Finanzdienstleistungsgeschäfts erhielt, kompensiert. li­ hem Umfang in die Einführung des neuen Schwer-Lkw Actros c und in Plattformen im Bereich der schweren und mittel­Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts  3.31 errechnet schweren Lkw. Ein weiterer Schwerpunkt waren Projekte zursich als Bestand der bilanziell ausgewiesenen Zahlungsmittel, globalen Harmonisierung und Standardisierung von MotorenZahlungsmitteläquivalente und der in das Liquiditätsmanagement und Aggregaten und zur Erfüllung strengerer Emissionsvor­einbezogenen verzinslichen Wertpapiere abzüglich des schriften. Darüber hinaus haben wir in unsere Produktions­währungsgesicherten Rückzahlungsbetrags der Finanzierungs­ kapazitäten in Brasilien und in Indien investiert. Insgesamtverbindlichkeiten. betrugen die Investitionen in Sachanlagen bei Daimler Trucks 1,2 (i. V. 1,0) Mrd. €. Im Geschäftsfeld Mercedes-Benz VansSoweit die konzerninterne Refinanzierung des Finanzdienst­ lag der Schwerpunkt auf den Vorbereitungen für die Nach­leistungsgeschäfts durch Gesellschaften des Industriegeschäfts folgegene­ ation des Vito und des Großraum-Pkw Viano sowie rerfolgt, wird diese bei der Ermittlung der Verschuldung des der lokalen Fertigung und der Vermarktung des Sprinter inIndustriegeschäfts in Abzug gebracht. Zum 31. Dezember 2011 Lateinamerika. Darüber hinaus haben wir die Vertriebsorgani­hatte die konzerninterne Refinanzierung aufgrund der Ver­ sation erweitert und modernisiert. Daimler Buses hat imwendung von Eigenmitteln des Industriegeschäfts wie schon Berichtsjahr in neue Produkte und in die Produktionsstandortezum 31. Dezember 2010 einen höheren Umfang als die investiert.originär im Industriegeschäft aufgenommenen Finanzierungs­verbindlichkeiten. Hieraus ergab sich ein positiver, dieNetto-Liquidität erhöhender Wert für die Finanzierungs­verbindlichkeiten des Industriegeschäfts. 3.33Die Netto-Liquidität des Industriegeschäfts belief sich zum Sachinvestitionen31. Dezember 2011 auf 12,0 Mrd. € (i. V. 11,9 Mrd. €). in Milliarden €Die Entwicklung resultierte aus dem Free Cash Flow undkonzerninternen Dividendenzahlungen des Finanzdienst­ 5leistungsgeschäfts sowie der Auszahlung der Dividende für 4das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 2,0 Mrd. €. 3 2Die auf Konzernebene vor allem aus der Refinanzierung 1des Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäfts resultierende 0Netto-Verschuldung  3.32 hat sich gegenüber dem 2007 2008 2009 2010 201131. Dezember 2010 insbesondere aufgrund des höheren Neu­geschäfts bei der Leasing- und Absatzfinanzierung undder Zahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2010 um9,8 Mrd. € erhöht. Gegenläufig wirkte in geringerem 3.34Umfang insbesondere der Free Cash Flow des Industrie­ Sachinvestitionengeschäfts. 2011 2010 11/10 in Millionen € Veränd. in %Investitionen Daimler-Konzern 4.158 3.653 +14 Mercedes-Benz Cars 2.724 2.457 +11Investitionen weiter erhöht.  3.33 Im Rahmen unserer Daimler Trucks 1.201 1.003 +20globalen Wachstumsstrategie wollen wir die Chancen auf Mercedes-Benz Vans 109 91 +20den internationalen Automobilmärkten konsequent nutzen. Daimler Buses 103 95 +8Dies erfordert umfangreiche Investitionen in Produktions­ Daimler Financial Services 21 12 +75stätten vor Ort, neue Produkte und neue Technologien. ImBerichtsjahr haben wir deshalb die Sachinvestitionen auf4,2 (i. V. 3,7) Mrd. € erhöht. Davon entfielen 2,7 (i. V. 2,1) Mrd. €auf Deutschland.Bei Mercedes-Benz Cars stiegen die Sachinvestitionen imJahr 2011 um 11% auf 2,7 Mrd. €.  3.34 Ein Schwerpunkt warder Aufbau der Produktionskapazitäten für die Nachfolge­modelle der A/B-Klasse im Werk Rastatt und im neuen Montage­werk in Kecskemét, Ungarn. Darüber hinaus haben wir inTuscaloosa, USA, in den Anlauf der neuen M- und GL-Klasseinvestiert und den Start der C-Klasse Produktion ab 2014vorbereitet. 101
  • Refinanzierung Im Jahr 2011 hat der Konzern seinen Liquiditätsbedarf insbesondere durch die Emission von Anleihen sowie überUm seinen Refinanzierungsbedarf zu decken, nutzt Daimler Bankkredite gedeckt. Eine weitere wichtige Refinanzierungs­ein breites Spektrum von unterschiedlichen Finanzierungs­ quelle waren die unverändert hohen Kundeneinlagen bei derinstrumenten in den internationalen Geld- und Kapitalmärkten. Mercedes-Benz Bank. In einem vergleichsweise geringenKapital benötigt Daimler vor allem für die Finanzierung von Umfang wurden auch Mittel über Commercial-Paper-EmissionenFahrzeugen im Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft. Das aufgenommen.Unternehmen begibt nicht nur kurzfristige Schuldverschrei­bungen im Geldmarktbereich (Commercial Paper), sondern Für längerfristige Mittelaufnahmen im Kapitalmarkt existierenemittiert auch im Kapitalmarkt Anleihen in verschiedenen verschiedene Emissionsprogramme. Dazu zählt beispielsweiseWährungen mit mittleren und langen Laufzeiten. Diese beinhal­ das 35 Mrd. € umfassende Euro-Medium Term Note Pro­ten neben sogenannten Benchmarkemissionen (Anleihen gramm (EMTN), unter dem mehrere Konzerngesellschaftenmit großem Volumen und hohem Handelsvolumen) auch Anleihen in verschiedenen Währungen emittieren können.Emis­ ionen mit geringerem Volumen. Zusätzlich werden s Im Jahr 2011 wurde das Programm für die Emission einer Viel­-Kredi­ linien bei Banken und die Verbriefung von Kundenforde­ t zahl kleinerer Anleihen im Markt genutzt. Weitere, im Ver­-rungen des Finanzdienstleistungsgeschäfts zur Finanzierung gleich zum EMTN-Programm jedoch weniger bedeutsame Kapital­-des Mittelbedarfs eingesetzt. marktprogramme existieren in Südafrika, Mexiko und Argen­ tinien. Kapitalmarktprogramme ermöglichen es Daimler formal, jederzeit in den jeweiligen Kapitalmärkten Anleihen zu emittieren.3.35 Darüber hinaus haben wir Privatplatzierungen im EuromarktRefinanzierungsinstrumente sowie in den USA und in Kanada vorgenommen und Anleihen in den lokalen Kapitalmärkten in Südafrika, Mexiko und Argen­ Durchschnittszinssätze Buchwerte tinien emittiert. Ferner wurden im Jahr 2011 in den USA drei 31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010 ABS-Transaktion über insgesamt 3,7 Mrd. US-$ erfolgreich in % in Millionen € bei Investoren platziert; hierfür nutzte Daimler seine US-Platt­ formen Mercedes-Benz Auto Receivables Trust sowieAnleihen und Verbind­ Mercedes-Benz Auto Lease Trust. Daneben wurde im Jahr 2011lichkeiten aus eine kleinere ABS-Privatplatzierung in Kanada getätigt.ABS-Transaktionen 3,17 4,58 29.507 27.237Verbindlichkeiten gegen Zum Jahresende 2011 bestanden für Daimler kurz- und lang­über Kreditinstiuten 4,16 4,42 19.175 14.328 fristige Kreditlinien von insgesamt 29,0 (i. V. 24,0) Mrd. €,Einlagen aus Direkt­ von denen 9,3 (i. V. 9,4) Mrd. € nicht in Anspruch genommenbank-Geschäft 2,40 2,29 11.035 10.876 waren. Diese beinhalten eine im Jahr 2010 mit einem Kon­ sortium internationaler Banken vereinbarte syndizierte Kredit­ linie von 7 Mrd. € mit einer Laufzeit von fünf Jahren. Die Buchwerte der wesentlichen Refinanzierungsinstrumente sowie die gewogenen Durchschnittszinssätze sind in Tabelle  3.35 dargestellt. Die in Tabelle  3.35 dargestellten Refinanzierungsinstrumente entfallen zum 31. Dezember 2011 überwiegend auf die folgenden Währungen: 43% auf Euro, 25% auf US-Dollar, 7% auf brasilianische Real, 5% auf japanische Yen und 3% auf kanadische Dollar. Zum 31. Dezember 2011 betrugen die in der Konzernbilanz ausgewiesenen gesamten Finanzierungsverbindlichkeiten 62.167 (i. V. 53.682) Mio. €. Detaillierte Informationen zu den Beträgen und Laufzeiten der Finanzierungsverbindlichkeiten können den Anmerkungen 24 und 31 des Konzernanhangs entnommen werden. Anmerkung 31 des Konzernanhangs gibt zudem Auskunft über die Fällig­ keiten der übrigen finanziellen Verbindlichkeiten.102
  • 3 | Lagebericht | FinanzlageSonstige finanzielle Verpflichtungen und Weitere Risiken ergeben sich aus einer Garantie, die der Konzernaußerbilanzielle Transaktionen für Verpflichtungen der Toll Collect GmbH gegenüber der Bundesrepublik Deutschland übernommen hat. Diese GarantieIm Rahmen seiner gewöhnlichen Geschäftstätigkeit ist der steht im Zusammenhang mit der Fertigstellung und demKonzern sonstige finanzielle Verpflichtungen eingegangen, die Betrieb des Mautsystems; eine Inanspruchnahme dieserüber die in der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2011 aus­ Garantie entsteht im Wesentlichen, falls technisch bedingtgewiesenen Verbindlichkeiten hinausgehen. Diese betreffen Mautgebühren ausfallen oder bestimmte vertraglich definierteüberwiegend Einkaufsverpflichtungen und Verpflichtungen Leistungsparameter nicht erfüllt werden, falls die Bundes­für Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen. Darüber hinaus sind republik Deutschland zusätzliche Aufrechnungen aufstellt oderwir Zahlungsverpflichtungen im Rahmen von Miet-, Pacht- die endgültige Betriebserlaubnis verweigert wird. Gegen denund Leasingverträgen zur Nutzung von Produktionsstätten und Konzern ist auch ein Schiedsgerichtsverfahren anhängig. Dassonstigen Sachanlagen eingegangen. Zudem gewährte maximale Verlustrisiko für den Konzern aus dieser Garantieinsbesondere Daimler Financial Services im Rahmen seiner ist beträchtlich, kann jedoch nicht mit ausreichender SicherheitGeschäftstätigkeit unwiderrufliche Kreditzusagen. bestimmt werden.Tabelle  3.36 gibt einen Überblick über diese Verpflich­ Darüber hinaus hat der Konzern eine Mehrzahl von jeweilstungen und deren Fälligkeiten. kleineren Garantien abgegeben, bei denen Daimler unter anderem finanzielle Verpflichtungen von Gesellschaften garan­Außerbilanzielle Transaktionen des Konzerns betreffen tiert, die uns mit Zulieferteilen, Fahrzeugkomponenten oderSach­ erhalte, bei denen Daimler Garantien gewährt hat und v Dienstleistungen beliefern oder Produktionseinrichtungen andamit im Zusammenhang mit diesen Transaktionen weiterhin uns vermieten.einem Risiko ausgesetzt ist. Hierunter fallen jedoch nicht dieGewährleistungs- und Kulanzzusagen (Produktgarantien), die Rückkaufverpflichtungen ergeben sich für den Konzern ausder Konzern im Rahmen seiner Fahrzeugverkäufe bereitstellt. Vereinbarungen, bei denen wir bestimmte Rückkaufwerte oder Marktwerte von verkauften Fahrzeugen garantieren. DerDie von uns ausgewiesenen Garantien (ohne Produktgarantien) überwiegende Teil dieser Garantien begründet für denentfallen überwiegend auf Finanzgarantien, bei denen wir Begünstigten das Recht, erworbene Fahrzeuge an den Konzernzur Leistung von bestimmten Zahlungen verpflichtet sind, sofern zurückzugeben, soweit der Kunde erneut ein Fahrzeug vonein Garantienehmer seine finanziellen Verpflichtungen nicht Daimler erwirbt. Zum 31. Dezember 2011 betrug das maxi­erfüllt. Die maximal möglichen Zahlungsverpflichtungen aus male Verlustrisiko aus diesen Garantien 0,7 (2010: 0,6)solchen Finanzgarantien belaufen sich zum 31. Dezember 2011 Mrd. €; dafür gebildete Rückstellungen beliefen sich zum Jahres­auf 1,4 (2010: 1,1) Mrd. €; hierfür gebildete Rückstellungen ende 2011 auf 44 (2010: 60) Mio. €.betragen 0,2 (2010: 0,2) Mrd. €. Weitergehende Informationen zu den sonstigen finanziellenDie Finanzgarantien entfallen überwiegend auf folgende Verpflichtungen und den bedingten Verpflichtungen ausSachverhalte: Im Zusammenhang mit der Abgabe der Mehrheit gewährten Garantien beziehungsweise zum elektronischenan Chrysler garantiert der Konzern Zahlungen bis insgesamt Mauterhebungssystem und den damit verbundenen Risiken200 Mio. US-$ an die Chrysler-Pensionsfonds. Die Laufzeit können den Anmerkungen 29 (Garantien und sonstige finanzi­dieser Garantie ist auf den Zeitraum bis August 2012 elle Verpflichtungen) beziehungweise 28 (Rechtlichebegrenzt. Zudem garantiert der Konzern für weitere Verpflich­ Verfahren) des Konzernanhangs entnommen werden.tungen von Chrysler; zum 31. Dezember 2011 beliefen sichdiese Garantien auf 0,3 Mrd. €, wobei als Sicherheit für diezugrunde liegenden Verpflichtungen eine Einlage vonChrysler von 0,2 Mrd. € auf einem Treuhandkonto zur Ver­fügung steht. Eine weitere Finanzgarantie entfällt mit0,1 Mrd. € auf Bankverbindlichkeiten der Toll Collect GmbH,der Betreibergesellschaft für das elektronische Lkw-Maut­erhebungssystem in Deutschland.3.36Sonstige finanzielle Verpflichtungen und außerbilanzielle Transaktionen Zahlungen, die fällig werden innerhalb: von nach Insgesamt einem Jahr 1-3 Jahren 4-5 Jahren 5 Jahrenin Millionen €Einkaufsverpflichtungen, Ersatz- und Erweiterungsinvestitionen 8.861 7.370 1.265 148 78Zukünftige Mietzahlungen im Rahmen von Miet- und Leasingverhältnissen 2.480 401 632 490 957Unwiderrufliche Kreditzusagen 1.960 1.642 135 183 – 103
  • Rating Am 15. Juli 2011 hob Standard & Poor’s Ratings Services (S&P) den Ausblick für das Langfristrating der Daimler AGDie signifikante Erholung der Unternehmensergebnisse im von stabil auf positiv an. Die Ratingeinstufung blieb mit BBB+Geschäftsjahr 2010 und deren Fortsetzung im Geschäfts- unverändert. Damit verbunden war eine verbesserte Ein­j­ahr 2011 wurde von allen vier Ratingagenturen, die ein von schätzung des finanziellen Risikoprofils von Daimler durch S&P.Daimler beauftragtes Emittentenrating vergeben, positiv Sowohl die verbesserten Geschäftsbedingungen als auchbewertet.  3.37 der Dividendenverzicht im Jahr 2010 für das Geschäftsjahr 2009 haben gemäß S&P zu dieser geänderten Risikoein­Bei Fitch Ratings ergab sich daraus eine Verbesserung unseres schätzung beigetragen. Für eine Hochstufung des Ratings inlangfristigen Unternehmensratings um eine Stufe, während die Kategorie A müsse die Verbesserung der Ergebnis­­-Moody’s Investors Services und Standard & Poor’s Rating situation aber fortgesetzt werden.Services jeweils den Ausblick für unser Unternehmen ange­hoben haben. Auch die kanadische DBRS hat den stärker als Am 21. März 2011 hob die Ratingagentur Moody’s Investorsvon ihr erwartet ausgefallenen Aufschwung unserer Geschäfts- Service (Moody’s) den Ausblick für das Emittentenratingtätigkeit anerkannt, wenngleich sich daraus keine Verän­ von Daimler zunächst von negativ auf stabil an und bestätigtederung des Ratings ergeben hat. gleichzeitig das bestehende Langfristrating mit A3. Damit reagierte Moody’s auf die gute Geschäftsentwicklung des Konzerns im Geschäftsjahr 2010, die stärker ausgefallen sei als von der Agentur erwartet. Am 30. August wurde der Ratingausblick für Daimler ein weiteres Mal verbessert und3.37 auf positiv angehoben. Auch dieser Schritt wurde mit einerRating besser als erwarteten Geschäftsentwicklung und der damit verbundenen verbesserten finanziellen Kennzahlen begründet. Ende 2011 Ende 2010 Daimler verfügt gemäß Moody’s damit nun über ein sehr starkes Rating in der Stufe A3.Langfristiges Credit RatingStandard & Poor’s BBB+ BBB+ Fitch Ratings (Fitch) hob das Langfristrating von Daimler amMoody’s A3 A3 10. Juni 2011 um eine Stufe von BBB+ auf A- an und bewerteteFitch A- BBB+ den Ausblick für das neue Rating als stabil. Fitch verwiesDBRS A (low) A (low) auf die soliden Finanzkennzahlen des Konzerns. Außerdem wurde die starke Geschäftsentwicklung von Daimler undKurzfristiges Credit Rating dessen führende Position in den für uns relevanten MärktenStandard & Poor’s A-2 A-2 anerkannt.Moody’s P-2 P-2Fitch F2 F2 Die kanadische Agentur DBRS bestätigte am 25. Oktober 2011DBRS R-1 (low) R-1 (low) das Langfristrating für die Daimler AG und ihre verbundenen Unternehmen von A (low) mit stabilem Ausblick. Das Finanz­- profil des Konzerns habe sich nach dem Einbruch im Geschäftsjahr 2009 deutlich erholt und habe nun wieder das Niveau der Vorjahre erreicht. Das Finanzprofil von Daimler lag nach Einschätzung von DBRS sogar über dem tatsächlich vergebenen Rating. Allerdings verwies DBRS auf bestehende Unsicherheiten hinsichtlich der weiteren gesamtwirt­ schaftlichen Entwicklung und damit verbundenen möglichen Belastungen für den Unternehmenserfolg. Sollten sich diese Unsicherheiten auflösen und die Ergebnisentwicklung des Unternehmens anhalten, könne Daimler mit einer positiven Entwicklung seines Ratings rechnen. Die Kurzfristratings blieben im Jahresverlauf 2011 bei allen vier Ratingagenturen unverändert.104
  • 3 | Lagebericht | VermögenslageVermögenslageDie Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2010um 12,3 Mrd. € auf 148,1 Mrd. €. Währungsbereinigt hätte der 3.38Anstieg 11,7 Mrd. € betragen. Von der Bilanzsumme entfallen Verkürzte Konzernbilanz75,6 (31. Dezember 2010: 67,9) Mrd. € auf das Finanzdienst- 31.12.2011 31.12.2010 11/10leistungsgeschäft; dies entspricht 51% (31. Dezember 2010: Veränderung50%) aller Vermögenswerte im Daimler-Konzern. in Millionen € in %Die Ausweitung der Bilanzsumme ist überwiegend auf den AktivaAnstieg der Vermieteten Gegenstände und Forderungen Immaterielle Vermögenswerte 8.259 7.504 +10aus Finanzdienstleistungen zurückzuführen. Diesem Anstieg Sachanlagen 19.180 17.593 +9stehen auf der Passivseite höhere Finanzierungsverbindlich­ Vermietete Gegenständekeiten gegenüber. Der Anteil der kurzfristigen Vermögenswerte und Forderungen ausan der Bilanzsumme liegt mit 41% leicht unter dem Niveau Finanzdienstleistungen 68.378 60.955 +12des Vorjahres (42%). Der Anteil der kurzfristigen Schulden liegt At-equity bewertetebei 37% der Bilanzsumme (31. Dezember 2010: 39%).  3.38 Finanzinvestitionen 4.661 3.960 +18 Vorräte 17.081 14.544 +17Der Anstieg der Immateriellen Vermögenswerte um Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 7.849 7.192 +90,8 Mrd. € auf 8,3 Mrd. € entfällt insbesondere auf die akti- Zahlungsmittel undvierten Entwicklungskosten im Segment Mercedes-Benz Cars. Zahlungsmitteläquivalente 9.576 10.903 -12Im Konzern betrug der Anteil der aktivierten Entwicklungs­ - Verzinsliche Wertpapiere 2.281 2.096 +9kosten an den gesamten Entwicklungsleistungen 25,9% Übrige finanzielle Vermögenswerte 4.964 5.441 -9(2010: 28,3%). Sonstige Vermögenswerte 5.903 5.642 +5 Summe Aktiva 148.132 135.830 +9Die deutlich über den Abschreibungen liegenden Investiti­ -onen führten bei den Sachanlagen zu einem Anstieg auf Passiva19,2 Mrd. € (31. Dezember 2010: 17,6 Mrd. €). Die Investiti­ Eigenkapital 41.337 37.953 +9onen von insgesamt 4,2 Mrd. € betrafen neben den deutschen Rückstellungen 19.137 20.637 -7Standorten vor allem unsere Aktivitäten in den USA, Brasilien, Finanzierungsverbindlichkeiten 62.167 53.682 +16Ungarn und Indien und dienen neben der ständigen Moder­ Verbindlichkeiten ausnisierung insbesondere dem Anlauf neuer Produkte sowie der Lieferungen und Leistungen 9.515 7.657 +24Erweiterung von Kapazitäten. Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 9.693 10.509 -8 Sonstige Schulden 6.283 5.392 +17Die Vermieteten Gegenstände und Forderungen aus Finanz­ Summe Passiva 148.132 135.830 +9dienstleistungen stiegen auf insgesamt 68,4 Mrd. €(31. Dezember 2010: 61,0 Mrd. €). Der wechselkursbereinigteAnstieg in Höhe von 6,8 Mrd. € war durch das gestiegeneNeugeschäft aufgrund des höheren Absatzvolumens der auto-mobilen Geschäftsfelder bedingt und resultierte insbesondereaus dem Geschäft mit Endkunden. Der Anteil an der Bilanz-summe beläuft sich auf 46% (31. Dezember 2010: 45%). 105
  • Die At-equity bewerteten Finanzinvestitionen in Höhe von 4,7 Mrd. € umfassen vor allem die Buchwerte unserer Beteiligungen an EADS, Beijing Benz Automotive und Kamaz sowie an der zusammen mit Rolls-Royce gehaltenen Engine Holding GmbH. Der Anstieg um insgesamt 0,7 Mrd. € ist im Wesentlichen auf den Erwerb von Anteilen an der Tognum AG3.39 durch die Engine Holding zurückzuführen.Bilanzstruktur Daimler-Konzernin Milliarden € 2010 Die Vorräte stiegen um 2,5 Mrd. € auf 17,1 Mrd. €; der Anteil 2011 an der Bilanzsumme beträgt 12%. Der absatz- und modell-Aktiva 87 41 Passiva wechselbedingte Anstieg entfiel insbesondere auf die fertigen Erzeugnisse. Aufgrund des gestiegenen Produktionsvolumens 79 38Langfristige Eigenkapital erhöhten sich in geringem Umfang die Roh-, Hilfs- und Betriebs­Vermögenswerte 52 stoffe sowie die unfertigen Erzeugnisse. 45 LangfristigeKurzfristige Schulden Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen habenVermögenswerte 61 57 53 55 sich um 0,7 Mrd. € auf 7,8 Mrd. € erhöht. Der Anstieg Kurzfristige steht im Zusammenhang mit dem hohen Absatz in 2011.davon Liquidität Schulden 12 13 148 136 136 148 Die Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente gingen gegenüber dem 31. Dezember 2010 um 1,3 Mrd. € auf 9,6 Mrd. € zurück. Der Bestand an Verzinslichen Wertpapieren wurde gegen-3.40 über dem 31. Dezember 2010 von 2,1 Mrd. € auf 2,3 Mrd. €Bilanzstruktur Industriegeschäft erhöht. Er beinhaltet die der Liquidität zugeordneten Schuld­in Milliarden € 2010 titel, die auf einem aktiven Markt gehandelt werden. 2011 Die Übrigen finanziellen Vermögenswerte gingen vonAktiva 43 36 Passiva 5,4 Mrd. € auf 5,0 Mrd. € zurück. Sie bestehen vor allem aus 43 33 Beteiligungen, derivativen Finanzinstrumenten sowie KreditenLangfristige EigenkapitalVermögenswerte und sonstigen Forderungen an Dritte. Der Rückgang beruht vorwiegend auf den veränderten Marktwerten der derivativen 24 Langfristige Finanzinstrumente.Kurzfristige 30 17 SchuldenVermögenswerte 25 Die Sonstigen Vermögenswerte in Höhe von 5,9 18 Kurzfristigedavon Liquidität 13 Schulden (31. Dezember 2010: 5,6) Mrd. € beinhalten insbesondere 10 11 latente Steuern sowie Steuererstattungsansprüche. 73 68 68 73 Das Eigenkapital des Konzerns erhöhte sich gegenüber dem 31. Dezember 2010 um 3,4 Mrd. € auf 41,3 Mrd. €. Der wech- selkursbereinigte Anstieg in Höhe von 3,2 Mrd. € resultiert im Wesentlichen aus dem positiven Konzernergebnis in Höhe von 6,0 Mrd. €. Gegenläufig wirkte die Ausschüttung der Divi- dende für das Geschäftsjahr 2010 in Höhe von 2,0 Mrd. €. Für das Geschäftsjahr 2011 wird eine Dividendenzahlung von 2,20 € pro Aktie vorgeschlagen. Die Eigenkapitalquote lag bei 26,3% (31. Dezember 2010: 26,5%); für das Industriegeschäft belief sich die Eigen­ kapitalquote auf 46,4% (31. Dezember 2010: 45,8%). Die Eigenkapitalquoten 2010 und 2011 sind um die tatsächliche beziehungsweise vorgeschlagene Dividendenzahlung für die Geschäftsjahre 2010 und 2011 bereinigt.106
  • 3 | Lagebericht | VermögenslageDer Anteil der Rückstellungen an der Bilanzsumme beträgt13%. Sie umfassen vor allem Garantie-, Personal- und Pensions-verpflichtungen und lagen mit 19,1 Mrd. € unter dem Niveauzum 31. Dezember 2010 (20,6 Mrd. €). Der Rückgang betrafinsbesondere die Rückstellungen für Pensionen und ähnlicheVerpflichtungen und war auf die hohen Zuwendungen an diePensionsfonds in 2011 zurückzuführen. Darüber hinausverminderten sich die Rückstellungen für Ertragsteuern.Die Finanzierungsverbindlichkeiten, die insbesondere aufdas Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft entfallen, stiegenum 8,5 Mrd. € auf 62,2 Mrd. € an. Der wechselkursbereinigteAnstieg in Höhe von 8,2 Mrd. € entfiel im Wesentlichen auf dieVerbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten, aus Geldmarkt­papieren sowie den ABS-Transaktionen.Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungenhaben sich unter anderem aufgrund der hohen Produktion um1,9 Mrd. € auf 9,5 Mrd. € erhöht.Die Übrigen finanziellen Verbindlichkeiten gingen auf9,7 (31. Dezember 2010: 10,5) Mrd. € zurück. Sie umfassenvor allem die Verbindlichkeiten aus Restwertgarantien undaus der Lohn- und Gehaltsabrechnung, die derivativen Finanz­instrumente sowie die Zinsabgrenzungen auf Finanzierungs­verbindlichkeiten.Die Sonstigen Schulden in Höhe von 6,3 (31. Dezember 2010:5,4) Mrd. € beinhalten insbesondere latente Steuern,Steuer ­­verbindlichkeiten und Rechnungsabgrenzungsposten.Der Anstieg betraf die latenten Steuern und die Rechnungs­abgrenzungen.Der Finanzierungsstatus der Pensionsverpflichtungen alsDifferenz zwischen dem Barwert der Pensionsverpflichtungenund dem Marktwert der Fondsvermögen lag wie im Vorjahr bei-6,5 Mrd. €. Am Bilanzstichtag betrugen die Pensionsver-pflichtungen des Konzerns 19,1 Mrd. € gegenüber 17,7 Mrd. €im Vorjahr. Der Anstieg resultierte vor allem aus der Auf­zinsung der Verpflichtungen sowie der Absenkung des Diskon-tierungszinssatzes bei den inländischen Pensionsplänen um0,3%-Punkte auf 4,7%. Die Fondsvermögen zur Finanzierungder Pensionsverpflichtungen nahmen insbesondere auf­ -grund der geleisteten Zuwendungen (2,0 Mrd. €) von 11,2 auf12,6 Mrd. € zu. Die von den Pensionsfonds erzielten Erträgebeliefen sich im Jahr 2011 auf 42 (i. V. 835) Mio. €. WeitereInformationen zu Pensionen und ähnlichen Verpflichtungenkönnen der Anmerkung 22 des Konzernanhangs entnommenwerden. 107
  • Daimler AGKurzfassung nach HGBErgänzend zur Berichterstattung über den Daimler-Konzern Der Umsatz stieg um 6,5 Mrd. € auf 69,5 Mrd. €. Im Bereicherläutern wir im Folgenden die Entwicklung der Daimler AG. Pkw nahm das Geschäftsvolumen absatz- und strukturbedingt um 7% auf 49,4 Mrd. € zu. Auch bei Lkw und TransporternDie Daimler AG ist das Mutterunternehmen des Daimler-­ ist absatzbedingt ein deutlicher Umsatzanstieg um 18% aufKonzerns und hat ihren Sitz in Stuttgart. Die Geschäftstätig- 20,1 Mrd. € zu verzeichnen.keit umfasst im Wesentlichen die Entwicklung, Produktionund den Vertrieb von Pkw, Transportern und Lkw in Deutschland Der Bereich Pkw konnte im Berichtsjahr das Ergebnis nochmalssowie die Steuerung des Daimler-Konzerns. verbessern. Dies ist vor allem auf das hohe Absatzniveau, eine verbesserte Preisdurchsetzung sowie geringere Garantie-Produziert werden die Fahrzeuge in den inländischen Werken aufwendungen zurückzuführen. Gegenläufig belasten nebender Daimler AG sowie mittels Auftragsfertigung bei in- und Rohstoffverteuerungen auch Aufwendungen für Modellpflegeausländischen Tochtergesellschaften und bei Spezialfahrzeug- sowie Modellwechsel das Ergebnis. Zudem ergeben sichherstellern. Der Vertrieb der Daimler AG erfolgt über das Belastungen aus gestiegenen Forschungs- und Entwicklungs-eigene Vertriebsnetz mit 34 deutschen Niederlassungen, über kosten. Der Absatz des Bereichs Pkw stieg im Berichtsjahrdie ausländischen Vertriebstochtergesellschaften und über um 4% auf 1.311.000 Einheiten1. Insbesondere in den USA undVertragspartner. in China sowie bei der C-Klasse und bei der M-, R- und GL-Klasse konnten die Fahrzeugabsätze deutlich gesteigertDer Jahresabschluss der Daimler AG wird im Gegensatz zum werden. Der Absatz der C-Klasse erhöhte sich als FolgeKonzernabschluss nicht nach den International Financial der Modellpflege sowie der neuen Generation des Coupés umReporting Standards (IFRS), sondern nach deutschem Handels­ 23% auf 487.000 Einheiten. Bei der A- und B-Klasse ging derrecht (HGB) aufgestellt. Daraus resultieren Unterschiede bei Absatz im Vergleich zum Vorjahr aufgrund des Modellwechselsden Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden. Diese betreffen auf 181.000 (i. V. 232.000) Einheiten zurück.vor allem die immateriellen Vermögensgegenstände, dieRückstellungen, die Finanzinstrumente, das Leasinggeschäft Auch das Ergebnis bei Lkw und Transportern lag aufgrund desund die latenten Steuern. gestiegenen Absatzes sowie Effizienzsteigerungen über dem Niveau des Vorjahres. Belastungen ergaben sich unter anderem aus Wechselkurseffekten. Der Absatz bei Lkw erreichteErtragslage 99.000 (i. V. 77.000) Einheiten1. Der Transporterabsatz stieg infolge der positiven Marktentwicklung um 22% auf 254.000Die Daimler AG hat im Jahr 2011 beim operativen Ergebnis Einheiten1. Der Anstieg bei Lkw und Transportern betrifft über­die positive Geschäftsentwicklung des Vorjahres fortgesetzt. wiegend die Baureihen Actros (+41%), Axor (+26%), VianoWesentliche Automobilmärkte entwickelten sich weiterhin (+66%) und Sprinter (+20%).positiv und bewegten sich auf insgesamt hohem Niveau. BeimAbsatz konnte in allen Bereichen das Vorjahresniveau Das Finanzergebnis ging unter anderem aufgrund desübertroffen werden. geringeren Beteiligungs- und Zinsergebnisses um 0,7 Mrd. € auf 2,3 Mrd. € zurück.Die Daimler AG weist für das Jahr 2011 ein Ergebnis dergewöhnlichen Geschäftstätigkeit von 5,5 (i. V. 5,6) Mrd. € Die Umsatzkosten (ohne Forschungs- und Entwicklungskosten)aus und liegt damit leicht unter Vorjahresniveau. Die Ergebnis- stiegen im Verhältnis zu den Umsatzerlösen unterpropor­ -entwicklung ist überwiegend durch den Rückgang des Finanz- tional um 9,6% auf 54,8 (i. V. 50,0) Mrd. €. Der Materialaufwandergebnisses geprägt. Gegenläufig wirkt die positive Entwick­- stieg aufgrund des erhöhten Geschäftsvolumens deutlich.lung des operativen Ergebnisses, die hauptsächlich auf den Dies schlägt sich insbesondere im Fertigungsmaterial und ingestiegenen Fahrzeugabsatz zurückzuführen ist. den Aufwendungen für bezogene Leistungen nieder. 1 m Absatz der Daimler AG sind auch an Konzerngesellschaften fakturierte I Fahrzeuge enthalten, die von den Gesellschaften noch nicht an Konzern- dritte verkauft wurden. Fahrzeugverkäufe von Produktionsgesellschaften des Daimler-Konzerns sind im Absatz der Daimler AG nicht berücksichtigt.108
  • 3 | Lagebericht | Daimler AGDie Forschungs- und Entwicklungskosten, die in den Die Forderungen, Wertpapiere und Sonstige Vermögens­Umsatz­ osten ausgewiesen werden, stiegen von 4,2 Mrd. € k gegenstände stiegen im Vergleich zum 31. Dezember 2010auf 4,8 Mrd. €; der Anteil an den Umsatzerlösen erhöhte um 0,7 Mrd. € auf 26,8 Mrd. €. Ausschlaggebend für densich von 6,7% auf 6,9%. Der Anstieg ist vor allem auf die Erneue- Anstieg sind vor allem die sonstigen Vermögensgegenständerung des Produktportfolios, hierbei insbesondere in den Fahr- (+0,5 Mrd. €), die Wertpapiere des Umlaufvermögenszeugbaureihen S-, C-, E-, A-, B- Klasse und smart, sowie Inves- (+0,4 Mrd. €) sowie die Forderungen gegen Unternehmen,titionen in Aggregateprojekte zurückzuführen. Zusätzlich mit denen ein Beteiligungsverhältnis besteht (+0,4 Mrd. €).wurden die Forschungs- und Entwicklungsprojekte für die Gegenläufig wirkt der Rückgang der Forderungen gegen ver-alternativen Antriebstechnologien Hybrid, eDrive sowie bundene Unternehmen aus dem konzerninternen Verrech-Brennstoffzelle weiter intensiviert. Zum Jahresende arbeiteten nungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditäts­rund 17.000 Personen im Forschungs- und Entwicklungs­ managements (-0,7 Mrd. €). Die Zahlungsmittel reduziertenbereich. sich um 0,9 Mrd. € auf 4,8 Mrd. €.Im abgelaufenen Geschäftsjahr erhöhten sich die Vertriebs- Die Bruttoliquidität – bestehend aus Zahlungsmittelnkosten auf 5,7 (i. V. 4,9) Mrd. €. Der Anstieg war bedingt und sonstigen Wertpapieren – lag am Bilanzstichtag mitdurch das gestiegene Geschäftsvolumen und die damit im 6,5 Mrd. € leicht unter dem Niveau des Vorjahres.Zusammenhang stehenden höheren Aufwendungen fürbezogene Leistungen sowie gestiegene Ausgangsfrachten, Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit belief sich imProvisionen und IT-Aufwendungen. Geschäftsjahr 2011 auf 4,0 (i. V. 6,7) Mrd. € und war ins­ besondere durch das deutlich positive Jahresergebnis geprägt.Die Verwaltungskosten stiegen um 11,3% auf 2,4 (i. V. 2,2) Gegenläufig wirkte hauptsächlich der absatzbedingte AnstiegMrd. €. Diese Entwicklung resultiert überwiegend aus der Forderungen aus dem Lieferungs- und Leistungsverkehr.höheren Aufwendungen für IT-Leistungen und Beratungen. Des Darüber hinaus wurden deutlich höhere Zuwendungen inWeiteren sind gestiegene Personalaufwendungen, im Wesent­ das Pensionsvermögen geleistet.lichen bedingt durch die Aufhebung der Arbeitszeitverkürzung,zu verzeichnen.Das sonstige betriebliche Ergebnis verbesserte sich um0,4 Mrd. € auf 1,3 Mrd. €. Ursächlich hierfür waren insbesondere 3.41die gestiegenen Erträge aus der Weiterberechnung von Verkürzte Gewinn- und Verlustrechnung der Daimler AGLeistungen und das positive Ergebnis aus der Währungsum- 2011 2010rechnung. Zusätzlich reduzierten sich die Aufwendungen in Millionen €für Spenden und Stiftungen. Umsatzerlöse 69.486 63.002Der Aufwand aus Steuern vom Einkommen und vom Umsatzkosten (inkl. F&E-Aufwendungen) -59.562 -54.241Ertrag beträgt 0,7 Mrd. € und ist überwiegend auf die Steuer- Vertriebskosten -5.655 -4.907belastung für das laufende Jahr zurückzuführen. Allgemeine Verwaltungskosten -2.443 -2.194 Sonstiges betriebliches Ergebnis 1.309 923 Operatives Ergebnis 3.135 2.583Vermögens- und Finanzlage Finanzergebnis 2.323 3.024 Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 5.458 5.607Die Bilanzsumme stieg im Vergleich zum 31. Dezember 2010 Außerordentliches Ergebnis - 254leicht auf 78,7 Mrd. €. Steuern vom Einkommen und vom Ertrag -701 -462 Jahresüberschuss 4.757 5.399Das Anlagevermögen hat sich im Jahresverlauf um 1,5 Mrd. €auf 40,6 Mrd. € erhöht. Der Anstieg resultiert im Wesentlichen Einstellung in die Gewinnrücklagen -2.378 -2.699aus den Beteiligungen und steht hauptsächlich im Zusammen-hang mit einer Kapitaleinbringung in die Engine Holding GmbH Bilanzgewinn 2.379 2.700zur Finanzierung des Erwerbs von Anteilen an der Tognum AG.Die Investitionen in das Sachanlagevermögen (ohne Vermiet­vermögen, rund 2,3 Mrd. €) betreffen insbesondere Investitio-nen in die Produktion der neuen B-, S- und SL-Klasse sowieInvestitionen in Aggregate- und Getriebeprojekte.Die Vorräte stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 0,8 Mrd. €auf 6,3 Mrd. €. Der Anstieg betrifft hauptsächlich unfertigeund fertige Erzeugnisse und steht im Zusammenhang mit demhöheren Produktionsvolumen. 109
  • Aus dem Cash Flow aus der Investitionstätigkeit ergab sich im Geschäftsjahr 2011 ein Mittelabfluss von 4,4 (i. V. Mittel­ zufluss 0,4) Mrd. €. Dieser resultiert überwiegend aus Investi- tionen in das Sach- und Finanzanlagevermögen. Der Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit weist im3.42 Berichtszeitraum einen Mittelabfluss von 0,5 (i. V. Mittel­Bilanzstruktur der Daimler AG abfluss 3,6) Mrd. € auf. Durch die Auszahlung der Dividende für das Geschäftsjahr 2010 flossen 2,0 Mrd. € ab. Gegenläufig 31.12.2011 31.12.2010 führt hauptsächlich der Rückgang der Forderungen gegen ver-in Millionen € bundene Unternehmen aus dem konzerninternen Verrech- nungsverkehr im Rahmen des zentralen Finanz- und Liquiditäts­Aktiva managements zu einem Mittelzufluss.Anlagevermögen 40.623 39.151Vorräte 6.331 5.574 Das Eigenkapital erhöhte sich gegenüber dem 31. DezemberForderungen, Wertpapiere undsonstige Vermögensgegenstände 26.820 26.123 2010 um 2,8 Mrd. €. Die Veränderung steht im WesentlichenZahlungsmittel 4.827 5.753 im Zusammenhang mit dem Jahresüberschuss 2011, von demUmlaufvermögen 37.978 37.450 in Übereinstimmung mit § 58 Abs. 2 AktG 2,4 Mrd. € denRechnungsabgrenzungsposten 97 99 Gewinnrücklagen zugeführt wurden. Zusätzlich wurden im 78.698 76.700 Rahmen der Beschlussfassung über die Verwendung des Bilanzgewinns durch die Hauptversammlung weitere 0,7 Mrd. €Passiva den Gewinnrücklagen zugeführt. Die Eigenkapitalquote liegtGezeichnetes Kapital 3.060 3.057 bei 39,5 (zum 31. Dezember 2010: 36,9) %.(Bedingtes Kapital 600 Mio. €)Kapitalrücklage 11.351 11.321 Die Rückstellungen gingen im Vergleich zum 31. DezemberGewinnrücklagen 14.298 11.193 2010 um 1,0 Mrd. € auf 14,5 Mrd. € zurück. Dies warBilanzgewinn 2.379 2.700 hauptsächlich auf geringere Rückstellungen für Pensionen undEigenkapital 31.088 28.271 ähnliche Verpflichtungen zurückzuführen.Rückstellungen für Pensionenund ähnliche Verpflichtungen 3.313 4.027 Die Verbindlichkeiten sind um 0,6 Mrd. € auf 32,5 Mrd. €Übrige Rückstellungen 11.179 11.463 angestiegen. Die Veränderung ist vor allem auf die Verbind-Rückstellungen 14.492 15.490 lichkeiten aus Lieferungen und Leistungen (+0,8 Mrd. €)Verbindlichkeiten aus Lieferungen zurückzuführen.und Leistungen 5.175 4.334Übrige Verbindlichkeiten 27.361 27.598Verbindlichkeiten 32.536 31.932 Risiken und ChancenRechnungsabgrenzungsposten 582 1.007 78.698 76.700 Die Geschäftsentwicklung der Daimler AG unterliegt im Wesentlichen den gleichen Risiken und Chancen wie die des Daimler-Konzerns. An den Risiken der Beteiligungen und Tochterunternehmen partizipiert die Daimler AG grundsätzlich entsprechend ihrer jeweiligen Beteiligungsquote. Die Risiken werden im Risikobericht dargestellt. Aus den Beziehungen zu unseren Beteiligungen können zusätzlich aus gesetzlichen oder vertraglichen Haftungsverhältnissen (insbesondere Finan- z­ie­rungen) Belastungen resultieren. Ausblick Aufgrund der Verflechtungen der Daimler AG mit den Konzern- gesellschaften und ihres Gewichts im Konzern verweisen wir auf unsere Aussagen im Kapitel Ausblick, die insbesondere auch die Erwartungen für die Muttergesellschaft widerspiegeln. Die Daimler AG erwartet für das Jahr 2012 einen geringeren, jedoch weiterhin deutlich positiven Jahresüberschuss. Mittelfristig wird von steigenden Jahresüberschüssen aus­ gegangen.110
  • 3 | Lagebericht | Gesamtaussage zur wirtschaftlichen LageGesamtaussage zur wirtschaftlichen LageDie Geschäfte von Daimler haben sich im Berichtsjahr ins­ Insbesondere aufgrund unseres Erfolgs in neuen Märktengesamt besser entwickelt als noch zu Jahresbeginn erwartet. konnten alle Automobilgeschäftsfelder von Daimler den AbsatzDie von uns beim Absatz, Umsatz und Ergebnis angestrebten im Jahr 2011 steigern: Mercedes-Benz Cars erzielte einenZiele wurden teilweise deutlich übertroffen. Gleichzeitig haben neuen Absatzrekord, Daimler Trucks und Mercedes-Benz Vanswir im Jahr 2011 rund 10 Mrd. € in die Zukunft unseres haben deutlich zweistellig zugelegt, und auch bei DaimlerAutomobilgeschäfts investiert und richtungweisende neue Buses lag der Absatz trotz schwieriger Marktbedingungen überFahrzeuge präsentiert. dem Vorjahresniveau. Der Umsatz von Daimler erhöhte sich ingesamt um 9% auf 106,5 Mrd. €. Dabei stieg der Anteil desMit dem neuen Actros sind wir einmal mehr der Maßstab im Geschäftsvolumens, das wir außerhalb der Triademärkte USA,Marktsegment der schweren Lkw – in den Kriterien Wirt­ Westeuropa und Japan erwirtschaften, auf 37%.schaftlichkeit, Komfort, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit.Und mit der neuen B-Klasse haben wir das erste von fünf Doch wir haben im Berichtsjahr nicht nur den Absatz und denfaszinierenden Fahrzeugen unserer völlig neuen Kompaktwagen­ Umsatz deutlich gesteigert, sondern auch unsere Programmegeneration in den Markt eingeführt, mit der wir neue und zur Verbesserung der Effizienz und zur Senkung der Kostenjüngere Kunden ansprechen wollen. Auch bei den neuen mit Nachdruck weiterverfolgt. Deshalb ist das EBIT deutlichAntriebstechnologien sind wir im Berichtsjahr ein gutes stärker gestiegen als der Umsatz – um 20% auf 8,8 Mrd. €.Stück vorangekommen: Kein anderer Automobilhersteller hat Auch die Umsatzrendite unseres Automobilgeschäfts erhöhteein derart breites Spektrum an Elektrofahrzeugen im sich von 7,4 auf 8,1%, und das Konzernergebnis erreichtePraxisein­ atz auf der Straße. Bei den Trucks und bei den Bus­ s 6,0 (i. V. 4,7) Mrd. €. Den größten Beitrag zur Ergebnisverbes­sen sind wir der weltweit führende Anbieter von Hybrid­ serung leistete das Geschäftsfeld Daimler Trucks, aber auchfahrzeugen – mehr als 6.000 Hybrid-Lkw und -Omnibusse von Mercedes-Benz Cars, Mercedes-Benz Vans und Daimler FinancialDaimler sind mittlerweile weltweit unterwegs. Auch mit Services erzielten ein deutlich höheres EBIT als im Vorjahr.unseren neuen Verbrennungsmotoren haben wir bei der Redu­ Nur Daimler Buses konnte aufgrund der schwierigen Markt­zierung des Kraftstoffverbrauchs große Fortschritte gemacht. situation in Westeuropa nicht an das hohe VorjahresniveauSo verringerten sich die CO2-Emissionen unserer Pkw-Neuwa­ anknüpfen.genflotte in den Ländern der Europäischen Union nochmalsum 8g/km auf durchschnittlich 150g/km, obwohl der Anteil Dank der günstigen Ergebnisentwicklung sind unsere finanz­besonders hochwertiger Fahrzeuge gestiegen ist. wirtschaftlichen Kennziffern weiterhin sehr solide. Zum 31. Dezember 2011 lag die Eigenkapital­ uote im Konzern bei qTriebfeder für unser derzeitiges und künftiges Wachstum sind 26,3% (31. Dezember 2010: 26,5%), im Industriegeschäftaber nicht nur neue Produkte und Technologien, sondern stieg sie auf 46,4% (31. Dezember 2010: 45,8%). Unsere Netto­-auch neue Märkte. So sind wir mit unserem langfristigen und liquidität im Industriegeschäft bewegte sich zum Jahresendeumfangreichen Engagement in China, Indien, Brasilien und mit 12,0 Mrd. € weiterhin auf einem hohen Niveau. Der FreeRussland gerade im Berichtsjahr sehr gut vorangekommen. Das Cash Flow aus dem Industriegeschäft – die von uns verwen­Wachstum der weltweiten Automobilnachfrage findet mehr dete Messgröße für die Finanzkraft – ging im Berichtsjahr aufund mehr in diesen Ländern statt; China ist mittlerweile der 1,0 (i. V. 5,4) Mrd. € zurück. Dies ist unter anderem auf diedrittgrößte Absatzmarkt für unsere Pkw. hohen Investitionen, außergewöhnlich hohe Zuführungen zum Pensionsvermögen, die Übernahme der Tognum AG gemein­ sam mit Rolls-Royce und deutlich gestiegene Steuerzahlungen zurückzuführen. 111
  • Ereignisse nach Ablauf des Geschäfts­ jahres 2011An der günstigen Ergebnisentwicklung im Jahr 2011 wollen wir Nach Ablauf des Geschäftsjahres 2011 sind keine weiterenunsere Aktionäre in angemessener Form beteiligen. Dabei Ereignisse eingetreten, die für Daimler von wesentlicherorientieren wir uns an einer Ausschüttungsquote in der Größen­ Bedeutung sind. Der Geschäftsverlauf in den ersten beidenordnung von rund 40% des auf die Daimler-Aktionäre ent­ Monaten des Jahres 2012 bestätigt die im Kapitel »Ausblick«fallenden Konzernergebnisses. Auf dieser Basis haben Vorstand getroffenen Aussagen.und Aufsichtsrat entschieden, der Hauptversammlung am4. April 2012 vorzuschlagen, die Dividende für das Jahr 2011von 1,85 € auf 2,20 € pro Aktie zu erhöhen.Obwohl sich die Perspektiven für die gesamtwirtschaftlicheEntwicklung infolge der Staatsschuldenkrise vorübergehendmerklich eingetrübt haben, blicken wir mit großer Zuversichtauf die anstehenden Herausforderungen. Denn in den kommen­den Jahren bietet der weltweite Automobilmarkt hervor­ragende Wachstumschancen. Insbesondere in den Marktseg­menten, in denen wir tätig sind, eröffnen sich weitreichendePerspektiven. Und in den Wachstumsmärkten haben wir unsmittlerweile hervorragend positioniert.Unser oberstes Unternehmensziel ist es, nachhaltigprofitabel zu wachsen und damit den Wert des Unternehmenszu steigern. Darüber hinaus wollen wir mittelfristig beimAbsatz, Umsatz und in der Profitabilität führend sein, und zwarin allen Geschäften, in denen wir tätig sind.Um diese anspruchsvollen Ziele zu erreichen, werden wirunser Produktangebot in den kommenden Jahren grundlegenderneuern und deutlich erweitern. Darüber hinaus investierenwir in den Ausbau und die Modernisierung unserer Produktions-kapazitäten. Gerade in China, Indien und Russland werdenwir unsere Präsenz über Produktionsaktivitäten vor Ort festigen.Aus einer gesunden finanziellen Position heraus werden wirin den Jahren 2012 und 2013 insgesamt mehr als 21 Mrd. €für Sachinvestitionen sowie Forschungs- und Entwicklungs­leistungen ausgeben.Damit schaffen wir die Voraussetzungen, um vom Wachstumder Automobilmärkte weltweit profitieren zu können.Das ist die Basis für den künftigen Unternehmenserfolg.112
  • 3 | Lagebericht | RisikoberichtRisikoberichtRisiken und Chancen bedeutenden Gemeinschaftsunternehmen und assoziierten Unternehmen sowie der zentralen Bereiche identifiziertDie Geschäftsfelder von Daimler sind einer Vielzahl von Risiken und bezüglich ihrer Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadens-ausgesetzt, die untrennbar mit unserem unternehmerischen höhe bewertet.Handeln verbunden sind. Um Risiken frühzeitig zu erkennen,zu bewerten und konsequent zu handhaben, setzen wir wirk- Die Schadenshöhe wird in der Regel danach bewertet, wie sichsame Steuerungs- und Kontrollsysteme ein; diese haben wir die Risiken auf das EBIT auswirken. Darüber hinaus werdenzu einem einheitlichen Risikomanagementsystem zusammen­ beispielsweise Risiken für die Reputation des Konzerns nachgefasst, das nachfolgend dargestellt ist. qualitativen Kriterien bewertet. Die Berichterstattung über relevante Risiken orientiert sich an festgelegten Wertgrenzen.Unternehmerisches Handeln besteht unter anderem darin, Aufgabe der Verantwortlichen ist es auch, Maßnahmen zuChancen zu erschließen und zu nutzen und so die Wettbewerbs- entwickeln und gegebenenfalls einzuleiten, die dazu dienen,fähigkeit des Unternehmens zu sichern und auszubauen. Die Risiken zu vermeiden, zu reduzieren oder sich gegen diesedirekte Verantwortung, Chancen frühzeitig zu erkennen und abzusichern. Im Rahmen unterjähriger Prozesse werden diezu nutzen, liegt bei den Geschäftsfeldern. Im Rahmen des wesentlichen Risiken sowie eingeleitete GegenmaßnahmenStrategieprozesses werden längerfristig die Chancen für weite- überwacht. Zusätzlich zur Regelberichterstattung gibt es fürres profitables Wachstum ermittelt und in den Entscheidungs- unerwartet auftretende Risiken eine konzerninterne Bericht­prozess eingebracht. Unternehmerische Chancen werden nicht erstattungspflicht. Das zentrale Risikomanagement berichtetinnerhalb unseres Risikomanagementsystems berichtet, regelmäßig über die identifizierten Risiken an Vorstand undsondern im Rahmen der strategischen und der mittelfristigen Aufsichtsrat.Planungsrechnungen erfasst und unterjährig im Rahmender periodischen Berichterstattung verfolgt. Weitere Aussagen Das interne Kontroll- und Risikomanagementsystem imhierzu enthalten die Ausführungen auf Seite 125 des Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess hat zum Ziel,Lageberichts. die Ordnungsmäßigkeit und Wirksamkeit der Rechnungs-­ legung und Finanzberichterstattung sicherzustellen. Es wird kontinuierlich weiterentwickelt und ist integraler BestandteilRisikomanagementsysteme der Rechnungslegungs- und Finanzberichterstattungsprozesse(Bericht und Erläuterungen gemäß § 315 Absatz 2 Nr. 5 in allen relevanten rechtlichen Einheiten und Zentralfunk-und § 289 Abs. 5 HGB) tionen. Das System beinhaltet Grundsätze, Verfahren sowie präventive und aufdeckende Kontrollen. Unter anderemDas Risikomanagementsystem im Hinblick auf wesent­ prüfen wir regelmäßig, dassliche und bestandsgefährdende Risiken ist in das wert­ –  onzerneinheitliche Bilanzierungs-, Bewertungs- und korientierte Führungs- und Planungssystem der Daimler AG und Kontierungsvorgaben fortlaufend aktualisiert und regel­ äßig mdes Konzerns eingebettet. Es ist integraler Bestandteil des geschult sowie eingehalten werden;gesamten Planungs-, Steuerungs- und Berichterstattungspro- –  onzerninterne Transaktionen vollständig erfasst und kzesses in allen relevanten rechtlichen Einheiten, Geschäfts- sachgerecht eliminiert werden;feldern und Zentralfunktionen. Es zielt darauf ab, wesentliche –  ilanzierungsrelevante und angabepflichtige Sachverhalte bund bestandsgefährdende Risiken systematisch zu identifi­ aus getroffenen Vereinbarungen erkannt und entsprechendzieren, zu beurteilen, zu kontrollieren und zu dokumentieren. abgebildet werden;Die Risikoeinschätzung erfolgt prinzipiell für einen zwei- –  rozesse existieren, die die Vollständigkeit der Finanz­ Pjährigen Planungszeitraum, wenngleich Daimler in den Diskussi- berichterstattung gewährleisten;onen zur Ableitung der mittelfristigen und strategischen –  rozesse zur Funktionstrennung und zum Vier-Augen-Prinzip PZiele auch längerfristige Risiken identifiziert und überwacht. im Rahmen der Abschlusserstellung bestehen undIm Rahmen der zweijährigen Operativen Planung werden Autorisierungs- und Zugriffsregelungen bei relevanten– unter Berücksichtigung definierter Risikokategorien – Risiken IT-Rechnungslegungssystemen vorhanden sind.der Geschäftsfelder und der operativen Einheiten, der 113
  • Die Wirksamkeit des internen Kontroll- und Risikomanagement­ Im Vorstand und im Prüfungsausschuss des Aufsichtsratssystems im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess der Daimler AG wird regelmäßig über die aktuelle Risikosituationwird systematisch bewertet. Zu Beginn stehen eine Risikoanalyse sowie über die Wirksamkeit, Funktionsweise und Angemes-und eine Kontrolldefinition. Dabei identifizieren wir bedeu- senheit des internen Kontroll- und Risikomanagementsystemstende Risiken für die Rechnungslegungs- und Finanzbericht­ berichtet. Ferner werden Risiken aus dem operativen Geschäfterstattungsprozesse in den wesentlichen rechtlichen Ein­ durch die Verantwortlichen regelmäßig im Vorstand diskutiert.heiten und Zentralfunktionen. Die zur Ermittlung der Risikennotwendigen Kontrollen werden daraufhin definiert und gemäß Die Überwachung des internen Kontroll- und Risiko­den konzernweiten Vorgaben dokumentiert. Um die Wirksamkeit managementsystems obliegt dem Prüfungsausschuss desder Kontrollen zu beurteilen, führen wir regelmäßig Tests Aufsichtsrats. Die Interne Revision prüft, ob gesetzlicheauf Basis von Stichproben durch. Diese bilden die Grundlage Rahmenbedingungen und konzerninterne Richtlinien für dasfür eine Selbsteinschätzung, ob die Kontrollen angemessen Kontroll- und Risikomanagementsystem des Konzerns ein­ausgestaltet und wirksam sind. Die Ergebnisse dieser Selbst- gehalten werden, und entwickelt bei Bedarf Maßnahmen, dieeinschätzung werden in einem globalen IT-System dokumen­ vom Management initiiert werden. Der Abschlussprüfertiert und berichtet, erkannte Kontrollschwächen werden unter prüft das in das Risikomanagementsystem integrierte Risiko­Beachtung ihrer potenziellen Auswirkungen behoben. Die früherkennungssystem auf seine grundsätzliche Eignung,ausgewählten rechtlichen Einheiten und Zentralfunktionen bestandsgefährdende Risiken frühzeitig erkennen zu können;bestätigen am Ende des jährlichen Zyklus die Effektivität zudem berichtet er dem Aufsichtsrat über wesentliche fest­des internen Kontroll- und Risikomanagementsystems im Hin- gestellte Schwächen des internen Kontroll- und Risikomanage-blick auf den Rechnungslegungsprozess. Der Vorstand und mentsystems.der Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats werden regelmäßigüber wesentliche Kontrollschwächen sowie die Wirksamkeitder eingerichteten Kontrollen informiert. Das interne Kontroll- Volkswirtschaftliche Risikenund Risikomanagementsystem für den Rechnungslegungs-prozess kann jedoch keine absolute Sicherheit dafür bieten, Die Weltwirtschaft verzeichnete im konjunkturell schwierigendass wesentliche Falschaussagen in der Rechnungslegung Jahr 2011 ein eher durchschnittliches Wachstum von 3,0%vermieden werden. – deutlich schwächer als im Vorjahr, als die Krisenerholung und damit verbundene Konjunkturprogramme noch für ein dyna­Zur Sicherstellung einer gesamtheitlichen Risikodarstellung misches Plus von 4,3% gesorgt hatten. Die weltwirtschaftlicheund -würdigung sowohl der wesentlichen und bestands­ Entwicklung bleibt auch 2012 fragil und ist damit äußerstgefährdenden Risiken als auch der Kontroll- und Risikoprozesse anfällig für externe Störungen. Wir sehen die größten Einzel­im Hinblick auf den Rechnungslegungsprozess hat Daimler risiken für das Jahr 2012 in der sich weiter verschärfendendas Group Risk Management Committee (GRMC) eingerichtet. Staatsschuldenkrise in der Eurozone, daraus resultierendenEs setzt sich aus Vertretern der Bereiche Finanzen & Control- Turbulenzen an den Finanzmärkten und im Bankensektor,ling, Rechnungswesen sowie Recht und Compliance zusammen einem Wachstumseinbruch in China oder/und den USA, inund wird vom Finanzvorstand geleitet. Die Interne Revision hohen Preisvolatilitäten auf den Rohstoffmärkten, weiterbringt wesentliche Feststellungen über das interne Kontroll- steigenden Inflationsraten sowie aufkeimendem Protektionismus.und Risikomanagementsystem mit ein. Das Gremium befasst Die für das Jahr 2012 von der Mehrzahl der Wirtschafts­sich mit Grundsatzfragen sowie mit den nachfolgenden Auf- forschungsinstitute und auch von Daimler unterstellte Entwick-gaben: lung der Weltwirtschaft ist maßgeblich von Änderungen–  as GRMC schafft und gestaltet die Rahmenbedingungen D dieser Risikofaktoren abhängig. Einige dieser Faktoren haben hinsichtlich der Organisation, Methoden, Prozesse und im Falle ihres Eintritts durchaus das Potenzial, die Welt­ Systeme, die wir benötigen, um ein funktionsfähiges konzern­ wirtschaft in eine erneute Rezession zu führen. Damit bestehen weites und gesamtheitliches Kontroll- und Risikomanage- weiterhin beträchtliche ökonomisch bedingte Risiken für die mentsystem sicherzustellen. Vermögens-, Finanz- und Ertragslage von Daimler.–  as GRMC überprüft regelmäßig die Wirksamkeit und Funk- D tions­ähigkeit der installierten Kontroll- und Risikomanage- f mentprozesse. Dabei können Mindestanforderungen an die Ausgestaltung der Kontrollprozesse und des Risikomanage- ments vorgegeben sowie erforderliche und angemessene Korrekturmaßnahmen zur Beseitigung eventuell fest- gestellter Systemmängel oder -schwächen beauftragt werden. Die Verantwortung für das operative Risiko­ management der bestandsgefährdenden Risiken sowie der Kon­ roll- und Risikomanagementprozesse im Hinblick auf t den Rechnungslegungsprozess verbleibt jedoch direkt in den Konzernbereichen, Gesellschaften und Zentralfunktionen. Die Maßnahmen des GRMC stellen sicher, dass relevante Risiken und gegebenenfalls bestehende Prozessschwächen im Rechnungslegungsprozess möglichst frühzeitig identi­ fiziert und beseitigt werden.114
  • 3 | Lagebericht | RisikoberichtWie schon in den beiden Vorjahren bleibt die Verschuldungs­ In Westeuropa ist die wirtschaftliche Erholung zum Jahres-­problematik der öffentlichen Haushalte in der Triade ende 2011 zum Stillstand gekommen, und die Aussichten für– insbesondere in der Eurozone – das nach wie vor vorherr- 2012 sind nicht übermäßig positiv. Es bestehen signifikanteschende Risiko für die Weltwirtschaft. Sollten auch im Jahr Risiken, die größtenteils von der Staatsschuldenkrise in der2012 keine glaubwürdigen Maßnahmen ergriffen werden, die Eurozone und den damit verbundenen Volatilitäten auf dendafür sorgen, dass die Schuldenlast langfristig tragbar bleibt, Finanzmärkten ausgehen und das Wachstum in der Eurozonekönnte das die Vertrauenskrise bei Investoren und Konsumenten erheblich negativ beeinflussen könnten. Wenn sich die globalenoch weiter verschärfen und eine anhaltende Rezession aus­ - Wachstumsverlangsamung und die andauernde Euro-Krise nochlösen. Die Gefahr ist groß, dass sich die negative Stimmung stärker als bisher angenommen auf die Stimmung von Ver-auf das Verhalten von Banken, Konsumenten und Unter­ - brauchern und Unternehmen auswirken, könnte die Eurozonenehmen auswirkt und sich in niedrigeren Konsum- und Inves- einen erneuten Konjunktureinbruch erfahren. So könnte eintitionsausgaben niederschlägt. Eine andauernde Ungewiss­ »ungeordneter« Staatsbankrott und/oder Euro-Austritt einesheit über mögliche Belastungen des Bankensektors durch die oder mehrerer Euro-Mitglieder signifikante Ansteckungs­Staatsschuldenkrise könnte außerdem dazu führen, dass effekte auf das globale Finanzsystem und die Weltwirtschaftsich Geschäftsbanken untereinander weiterhin misstrauen und haben. Anders als nach der Insolvenz von Lehman Brothersals Folge die Kreditvergabe der Banken untereinander sowie vor drei Jahren könnten sich die meisten Staaten in Europa einean die Realwirtschaft weiter zurückgeht. Eine derartige Kredit- Rekapitalisierung ihrer nationalen Banken wohl nicht mehrklemme würde die Volkswirtschaften der Triade gerade in leisten. Die damit unvermeidbare Bankenkrise im EuroraumZeiten langsameren Wachstums und rückläufiger Unterneh- würde angesichts der Vernetzung im Finanzsektor vermutlichmensgewinne massiv treffen und wichtige Investitionen auf andere Länder übergreifen und hätte gravierende Konse­erschweren oder verhindern. quenzen. Eine globale Bankenkrise und Rezession wären in einem solchen Fall wohl die Folge. Durch die unvermeidlicheDie US-amerikanische Wirtschaft befand sich zum Jahres- Vertrauenskrise und den Einbruch der Kreditversorgungende 2011 auf einem noch immer recht schmalen Erholungs- würden sowohl Konsum als auch Investitionen heftig getroffenpfad. Der Aufschwung blieb über weite Strecken zu schwach, – und damit auch die Nachfrage nach Pkw und Nutzfahr­um für eine nachhaltige Entlastung auf dem Arbeitsmarkt zu zeugen. Für Daimler wäre das nicht nur absatzseitig eine erheb-sorgen, weshalb die Arbeitslosigkeit bis zuletzt für US-ameri­ l ­iche Belastung; auch auf die Refinanzierungskosten undkanische Verhältnisse ungewöhnlich hoch blieb. Sollte sich die -möglichkeiten hätte eine derartige Entwicklung massiveArbeitslosigkeit nicht zumindest ansatzweise verbessern oder Auswirkungen.sogar weiter verschlechtern, würde das den privaten Konsummassiv beeinträchtigen. Hinzu kommen die Risiken aus dem Die wirtschaftliche Entwicklung in Japan ist in den JahrenImmobiliensektor. Die Immobilienpreise haben sich zwar Ende 2011/2012 durch Sondereffekte geprägt und weist deshalb2011 stabilisiert, aber noch immer sind viele Haushalte mit ein anderes Muster auf als die der anderen Triadeländer.ihren Darlehensraten im Rückstand. Folglich werden Banken Durch die Folgen der Mehrfachkatastrophe im März ist dieauch künftig mit Verlusten aus Immobilienfinanzierungen Wirtschaftsleistung Japans 2011 insgesamt geschrumpft,zu kämpfen haben. Falls sich der Immobilienmarkt weiterhin dafür sorgen die Wiederaufbaumaßnahmen 2012 für einenschwach entwickelt, könnte dies die Vermögenspositio­ en n Wachstumsschub. Diese Erholung findet aber in einemvon Privathaushalten und Banken zusätzlich unter Druck bringen äußerst schwierigen weltwirtschaftlichen Umfeld statt, sodassund im schlimmsten Fall zu neuen Verwerfungen an den auch für Japan Risiken bestehen. Schon 2011 stellte dieFinanzmärkten führen. Wenn die Staatsschuldenkrise in der massive Aufwertung des Yen eine deutliche Belastung für denEurozone im Falle eines Lehmann-ähnlichen Schocks eine japanischen Exportsektor dar und verhinderte eine bessereerneute globale Finanzkrise verursachen würde, könnten die wirtschaftliche Entwicklung. Sollte der Yen weiterhin derartUSA in eine schmerzhafte Rezession stürzen. Darüber hinaus stark bleiben oder sogar noch weiter aufwerten, würde dasist die Schuldenproblematik in den USA aktuell weniger akut die japanische Wirtschaft noch stärker belasten und könnteals in der Eurozone, die Höhe der Verschuldung ist allerdings die Erholung gefährden. Mittel- bis langfristig besteht auchnicht minder gravierend, und es besteht auch hier ein dringen- die Gefahr, dass Produktionskapazitäten aus Japan in andereder Konsolidierungsbedarf. Ein erhebliches Risiko ergibt Märkte verlagert werden, um den starken Yen zu umgehen.sich aus den Differenzen innerhalb des US-Kongresses über Die Kosten für den Wiederaufbau nach Erdbeben und Tsunami,notwendige Einsparungen im US-Haushalt. Aufgrund der die durch mehrere Konjunkturpakete der japanischen Regie-fehlenden Einigung über Konsolidierungsmaßnahmen greift rung finanziert sind, werden den ohnehin schon angespanntenab 2013 eine automatische Schuldenbremse, deren Aus­ japanischen Haushalt, dessen Gesamtverschuldung 200%wirkungen auf das Wirtschaftswachstum schwer abzuschätzen des Bruttoinlandsprodukts übersteigt, noch auf mehrere Jahresind. Je länger die politische Unsicherheit andauert, desto zusätzlich belasten. Dies birgt auf lange Sicht ein erheb­-größer ist die Gefahr, dass die resultierende Vertrauenskrise liches Risikopotenzial und könnte zu einer Staatsschuldenkrisedie wirtschaftliche Erholung ausbremst oder sogar einen führen sowie künftiges Wachstum gefährden. Ungünstigere»Double-dip« auslöst. In Summe würden sich all diese Ereig- konjunkturelle Perspektiven in Japan würden nicht nur dennisse sowohl auf die Pkw- als auch auf die Nutzfahrzeug­ Export von Produkten des Konzerns dorthin erheblichnachfrage negativ auswirken. belasten, sondern auch die Ergebnisentwicklung unserer opera- tiven Einheiten in Japan beeinträchtigen. 115
  • China ist als Absatzmarkt für Daimler in den vergangenen Geopolitische Unruhen, wie sie sich im Jahr 2011 im NahenJahren immer wichtiger geworden. Angesichts der nachlassenden Osten und in Nordafrika ereigneten, haben deutlich gemacht,Dynamik der Weltwirtschaft und der damit einhergehenden dass auch solche Ereignisse Einfluss auf die Entwicklung dergeringeren Exportnachfrage steht China vor der Herausforde- Weltwirtschaft nehmen können. Auch wenn die Unruhenrung, die heimische Wirtschaft neu auszurichten: von einer regional begrenzt bleiben, könnten doch indirekte FaktorenInvestitions- und Exportabhängigkeit hin zu einer gestärkten wie höhere Öl- und Rohstoffpreise einen bremsenden EffektInlandsnachfrage. Wir gehen grundsätzlich von einer kontrol­ auf das globale Wachstum haben.lierten Wachstumsverlangsamung der chinesischen Wirtschaftaus, aber eine neuerliche globale Rezession würde das Risikoeiner »harten Landung«, also eines heftigeren Wachstumsein­ Branchen- und unternehmensspezifische Risikenbruchs, vergrößern. Auch im Inland gibt es Gefahren fürdas chinesische Wachstum. Diskussionen über eine mögliche Allgemeine Marktrisiken. Wie in den vorangehendenKredit- oder Immobilienblase haben durch das umfassende Abschnitten erläutert, bestehen beträchtliche ökonomischKonjunkturprogramm der vergangenen Jahre noch an Intensität bedingte Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung aufgewonnen. Angesichts dieses Kreditbooms besteht das Risiko den Automobilmärkten. Zudem hält der Wettbewerbsdruckeiner Zunahme nicht werthaltiger Kredite, vor allem bei staats- auf den Automobilmärkten unverändert an. Die Kundeneigenen Banken. Die chinesischen Behörden versuchen zwar haben sich zwischenzeitlich an ein bestimmtes Niveau vonseit rund einem Jahr, das Kreditwachstum mit geldpolitischen absatzunterstützenden Maßnahmen gewöhnt. SollteMitteln und administrativen Maßnahmen einzudämmen, sich dieser Wettbewerbsdruck weiter erhöhen, gegebenenfallsaber die Preise steigen weiter. Eine abrupte Korrektur auf dem auch ausgelöst durch eine zusätzliche Eintrübung der welt-Immobilienmarkt hätte weitreichende Folgen. Zusätzlich zu wirtschaftlichen Entwicklung, könnte dies dazu führen, dasseiner möglichen Bankenkrise würde auch die Baubranche als absatzfördernde Finanzierungsangebote und Kaufanreizewichtiger Wachstumstreiber der chinesischen Wirtschaft verstärkt eingesetzt werden. Dies würde nicht nur die Erträgemassiv unter Druck kommen. Darüber hinaus wären die privaten des Neufahrzeuggeschäfts belasten, sondern auch zu nied­Haushalte durch die damit verbundenen Vermögensverluste rigeren Preisniveaus auf den Gebrauchtwagenmärkten underheblich belastet. Zusammen mit einer weiterhin hohen oder damit zu abnehmenden Fahrzeugrestwerten führen. Insogar steigenden Inflation würde das die Gefahr von sozialen vielen Märkten ist weiterhin eine Tendenz im Nachfragever-Unruhen in China stark vergrößern. Da China als zweitgrößte halten hin zu kleineren, verbrauchsgünstigeren FahrzeugenVolkswirtschaft mehr denn je die Rolle der Wachstums­ zu verzeichnen; dies ist die Folge einer stark gestiegenenlokomotive der Weltwirtschaft spielt und durch die immense Sensibilität der Kunden hinsichtlich der Umweltfreundlich­ -Nachfrage nach Gütern und Rohstoffen zu Wachstum in keit der Fahrzeuge und der Kraftstoffpreisentwicklung. Um dievielen Regionen beiträgt, hätte das zudem weitreichende Folgen Attraktivität von weniger verbrauchsgünstigen Fahrzeugenfür die Weltwirtschaft. zu steigern, könnten ebenfalls zusätzliche ergebnisbelastende Maßnahmen notwendig werden. Dies sowie die VerschiebungRisiken sehen wir auch in der Entwicklung der Rohstoffpreise. im Modell-Mix hin zu kleineren, renditeschwächeren FahrzeugenSollten die Preise stark ansteigen und sich von den funda­ würde die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzernsmental gerechtfertigten Niveaus entfernen, wäre der angenom- belasten. Infolge des Wettbewerbsdrucks auf den Automobil-mene konjunkturelle Ausblick der Weltwirtschaft gefährdet. märkten ist es unerlässlich, dass wir unsere Produktions-Die Rohstoffmärkte haben in den zurückliegenden Monaten und Kostenstrukturen laufend und erfolgreich an sich verän-bereits einen Teil der spekulativen Übertreibungen wieder dernde Rahmenbedingungen anpassen. Sollte uns dasabgebaut, aber bei einer Fortsetzung der expansiven Geld­ nicht gelingen, würde sich dies auf die Wettbewerbsfähigkeitpolitik drohen hier weiterhin spekulative Blasen. Platzen des Konzerns auswirken und könnte erneut kostenintensivediese, würde dies das Wachstum insbesondere in den rohstoff­ - Restrukturierungsmaßnahmen auslösen.exportierenden Ländern belasten. In Bezug auf einige spezielleRohstoffe, beispielsweise Seltene Erden, bestehen – insbeson- Die vergangenen Krisenjahre haben nicht zuletzt auch dazudere durch die Konzentration der globalen Rohstoffproduktion geführt, dass sich die wirtschaftliche Lage einiger Zulieferer,auf wenige Länder – teils hohe Versorgungsrisiken. Händler und Fahrzeugimporteure verschlechtert hat. Insofern können einzelne oder gemeinschaftliche Stützungs-Risiken für den Marktzugang und die globale Vernetzung von maßnahmen seitens der Fahrzeughersteller weiterhin nichtStandorten könnten sich aus einer Schwächung des inter­ ausgeschlossen werden, wodurch die Ertrags-, Finanz- undnationalen Freihandels zugunsten regionaler Handelsblöcke Vermögenslage von Daimler ebenfalls belastet würde.oder verstärkter protektionistischer Tendenzen ergeben.Letztere könnten insbesondere aus einem Abwertungswettlaufresultieren, der Ergebnis der unzureichenden Anpassung derWechselkurse und des Anstiegs spekulativer Kapitalbewegungenist. Darüber hinaus könnten neue Handelshemmnisse wiedie Erhöhung von Importsteuern die Geschäftstätigkeit vonmultinationalen Unternehmen wie Daimler behindern. Aberauch die Zunahme von bilateralen Freihandelsabkommenaußerhalb der Europäischen Union könnte die Position vonDaimler in wichtigen ausländischen Märkten beeinträchtigen.116
  • 3 | Lagebericht | RisikoberichtRisiken im Zusammenhang mit dem Leasing- und Absatz­ Risiken infolge gesetzlicher und politischer Rahmen­finanzierungsgeschäft. Im Zusammenhang mit der Veräu- bedingungen. Rechtliche und politische Rahmenbedingungenßerung von Fahrzeugen bietet Daimler seinen Kunden auch haben einen großen Einfluss auf den künftigen Geschäfts­vielfältige Finanzierungsmöglichkeiten an – vor allem das erfolg von Daimler. Dabei spielen insbesondere die Emissions-,Leasing oder die Finanzierung von Konzernprodukten. Damit Verbrauchs- und Sicherheitsbestimmungen für Fahrzeugeverbunden ist insbesondere das Risiko, dass die bei Ablauf eine wichtige Rolle. Um die vielfältigen und weltweit oftmalsvon Leasingverträgen erzielbaren Gebrauchtwagenpreise unter- divergierenden Regelungen einzuhalten, sind erheblichehalb der Buchwerte des Leasingvermögens liegen (Restwert­ Anstrengungen seitens der Automobilindustrie erforderlich.risiko). Zusätzlich besteht im Finanzdienstleistungsgeschäft Wir erwarten, dass wir auch in Zukunft unseren Mitteleinsatzdas Risiko, dass Forderungen aufgrund der Zahlungsunfähig­ - in der Forschung und Entwicklung auf einem hohen Niveaukeit von Kunden ganz oder teilweise uneinbringlich werden halten müssen, um diese Anforderungen zu erfüllen. Viele(Kreditrisiko). Weitere Risiken im Zusammenhang mit dem Länder haben bereits strengere Regelungen zur ReduzierungLeasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft betreffen mögliche von Emissions- und Verbrauchswerten von Fahrzeugenhöhere Refinanzierungskosten infolge potenzieller Zinsände- erlassen oder sind im Begriff, entsprechende Gesetzesvorgabenrungen. Bei einer Anpassung der Kreditkonditionen für Kunden auf den Weg zu bringen. Dies trifft unter anderem auf dieim Leasing- und Absatzfinanzierungsgeschäft infolge höherer europäische CO2-Gesetzgebung zu. So sehen zum Beispiel dieRefinanzierungskosten könnten sich das Neugeschäft und das wesentlichen Elemente der Mitte 2009 in Kraft getretenenVertragsvolumen von Daimler Financial Services und damit CO2-Verordnung der Europäischen Union ab dem Jahr 2012auch der Absatz der Fahrzeugsegmente verringern. Zuletzt eine deutliche Reduzierung des Kohlendioxidausstoßesbestehen auch Risiken aus einer fristeninkongruenten Refi- für neue Pkw vor, wobei stufenweise bis zum Jahr 2015 dienanzierung. Daimler begegnet den Restwert- und Kreditrisiken gesamte europäische Neuwagenflotte eines Herstellers immit entsprechenden Marktanalysen, Bonitätsprüfungen und Durchschnitt die verbindlichen Grenzwerte einhalten muss.Besicherungen der Forderungen. Um Zinsänderungsrisiken Werden diese Grenzwerte überschritten, müssen die Her­­ -zu steuern, werden fest- und variabel verzinsliche sowie deri­ steller Strafzahlungen leisten. Ähnlich ambitionierte und kom­-vative Finanzinstrumente eingesetzt. Durch eine auf die Lauf- plexe Gesetzesvorgaben oder -vorschläge gibt es im Pkw-zeiten der Finanzierungsverträge abgestimmte Refinanzierung Bereich auch in den USA, China, Südkorea, Japan, Kanada undwird das Risiko der Fristeninkongruenz minimiert. Weitere der Schweiz. Um zum Beispiel die Emissions- und Verbrauchs-Informationen zum Kreditrisiko und zu den risikobegrenzenden wertvorgaben in den USA auch mittelfristig zu erfüllen, müssenMaßnahmen des Konzerns können der Anmerkung 31 des wir ab dem Jahr 2016 zusätzliche VerbrauchsverbesserungenKonzernanhangs entnommen werden. von jährlich durchschnittlich 4,5% erzielen. Im Jahr 2010 wurde zudem die CO2-Gesetzgebung für leichte Nutzfahrzeuge inProduktions- und Technologierisiken. Beim Duchsetzen eines der Europäischen Union weitestgehend verabschiedet. Die sichangestrebten Preisniveaus spielen Faktoren wie Marken­ daraus ergebenden Ziele sind vor allem langfristig eineimage, Design und Produktqualität sowie zusätzliche tech- Herausforderung für das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Vans.nische Merkmale auf der Basis innovativer Forschung und Für die schweren Nutzfahrzeuge sind ebenfalls bereitsEntwicklung eine wichtige Rolle. Überzeugende Lösungen, die Gesetze zur Reduzierung von Treibhausgasen und Kraftstoff-zum Beispiel ein unfallfreies Fahren unterstützen oder das verbrauch verabschiedet worden oder befinden sich inVerbrauchs- und Emissionsverhalten unserer Fahrzeuge weiter Diskussion. Wir müssen davon ausgehen, dass wir die gesetz-verbessern, wie die Diesel-Hybrid-Technologie, sind für eine lichen Vorgaben nicht in allen Ländern erfüllen werden.sichere und nachhaltige Mobilität von zentraler Bedeutung. So können aufgrund der starken Nachfrage nach großen, leis-Da diese Lösungen in der Regel einen höheren Mitteleinsatz tungsstarken Motoren in den USA, Kanada und China mone-und eine größere technische Komplexität erfordern, nimmt die täre Strafen nicht ausgeschlossen werden. Zusätzlich zu Emis-Herausforderung zu, weitere Effizienzsteigerungen bei gleich­ sions-, Verbrauchs- und Sicherheitsbestimmungen nehmenzeitiger Einhaltung der Daimler-Qualitätsstandards zu realisie­ in Städten und Ballungszentren der Europäischen Union undren. Sollte uns eine optimale Lösung dieses Spannungsfelds anderer Regionen der Welt verkehrspolitische Restriktionennicht gelingen oder sollten sich Entwicklungsleistungen in einem zur Bekämpfung von Staus und Emissionen an Bedeutung zu.späteren Stadium als nicht vermarktungsfähig erweisen, Drastische Maßnahmen wie generelle Zulassungsbeschrän-könnte sich dies nachteilig auf die künftige Profitabilität des kungen, beispielsweise in Peking oder Shanghai, können dieKonzerns auswirken. Absatzentwicklung, insbesondere in den Wachstumsmärkten, dämpfen. Daimler verfolgt ständig die Entwicklung der gesetz-Die Produktqualität hat einen wesentlichen Einfluss auf die lichen und politischen Rahmenbedingungen und versucht,Entscheidung des Kunden beim Kauf von Pkw und Nutz­ absehbare Anforderungen und langfristige Zielsetzungen bereitsfahrzeugen. Gleichzeitig nimmt die technische Komplexität im Produktentstehungsprozess zu antizipieren.infolge zusätzlicher Merkmale, unter anderem auch für dieErfüllung der vielfältigen Emissions-, Verbrauchs- und Sicher-heitsvorschriften, weiter zu und erhöht die Gefahr derFehleranfälligkeit der Fahrzeuge. Technische Probleme könntenzu Rückrufaktionen und Reparaturmaßnahmen führen odersogar Neuentwicklungen notwendig machen. Darüber hinauskann eine sich verschlechternde Produktqualität zu vermehrtenGarantie- und Kulanzansprüchen führen. 117
  • Beschaffungsmarktrisiken. Risiken auf der Beschaffungs- von Daten zur Folge haben könnten, werden deshalb über denseite ergeben sich für den Konzern insbesondere aus den gesamten Lebenszyklus der Applikationen und IT-SystemePreisschwankungen bei Rohstoffen. Nach den Preisanstie- hinweg identifiziert und bewertet. Daimler hat geeignete Maß­gen an den Rohstoffmärkten in den Jahren 2009 und 2010 nahmen definiert, damit Risiken vermieden und möglichehaben die Preise bis Mitte des Jahres 2011 diesen Trend bei Schäden begrenzt werden können. Wir passen diese Maßnahmenhohen Volatilitäten fortgesetzt. Marktunsicherheiten durch laufend an sich verändernde Umstände an. Diese Aktivitätendie europäische Schuldenkrise führten ab der Jahresmitte zu sind in einen mehrstufigen IT-Risikomanagementprozess ein­ -einer Preisstagnation oder einem -rückgang bei einer Viel­ gebettet. Zum Beispiel minimiert der Konzern potenziellezahl von Rohmaterialien. Die Rohstoffpreisentwicklungen und Störungen der betrieblichen Abläufe in den Rechenzentren-volatilitäten in den zurückliegenden drei Jahren sind auch durch Maßnahmen wie gespiegelte Datenbestände, dezen­ -Ausdruck der weltweit expansiven Geldpolitik sowie divergie- trale Datenhaltung, ausgelagerte Archivierung, Hochverfügbar­render Konjunkturerwartungen in den Triademärkten keitsrechner sowie entsprechende Notfallpläne. Um dengegenüber den Schwellenländern. Der Ausblick, wie sich die wachsenden Anforderungen an Vertraulichkeit, Integrität undPreise auf den Rohstoffmärkten entwickeln, bleibt ins­ Verfügbarkeit der Daten Rechnung zu tragen, betreiben wirbesondere angesichts der weiteren Entwicklung der Schulden- zudem ein eigenes Risikomanagement für die Sicherheit vonkrisen und des zunehmenden Einflusses durch institutionelle Informationen. Trotz aller ergriffenen VorsichtsmaßnahmenKapitalanleger ungewiss. Letzterer drückt sich in verstärkter können wir nicht vollständig ausschließen, dass Störungen inNachfrage nach Rohmaterialinvestments aus und begründet der Informationstechnologie auftreten und sich negativ aufdadurch eine hohe Preisvolatilität an den Rohstoffmärkten. unsere Geschäftsprozesse auswirken.Generell sind der Weitergabe der Rohstoff- und Material­verteuerungen über höhere Preise für die hergestellten Fahr- Reputation. Das Verhalten von Unternehmen in Fragen derzeuge aufgrund des ausgeprägten Konkurrenzdrucks auf Ethik und Nachhaltigkeit wird von der Öffentlichkeit verstärktden internationalen Automobilmärkten enge Grenzen gesetzt. wahrgenommen. Dass das unternehmerische Handeln mitDaimler begegnet den Risiken auf der Beschaffungsseite gesetzlichen und ethischen Regeln übereinstimmt, ist für denweiterhin mit einem gezielten Material- und Lieferantenrisiko­ Konzern unerlässlich. Darüber hinaus verfolgen Kunden undmanagement. Im Rahmen des Materialmanagements ver- Kapitalmärkte kritisch, wie das Unternehmen auf die techno-suchen wir unter anderem, durch technologische Fortschritte logischen Herausforderungen der Zukunft reagiert und wie esdie Abhängigkeiten von einzelnen Materialien zu reduzieren. ihm gelingt, zeitgemäße und technologisch führende ProdukteGegen die Volatilität bei Rohstoffpreisen sichern wir uns durch auf den Märkten anzubieten. Der sichere Umgang mitden Abschluss von Laufzeitverträgen ab, die kurzfristige sensiblen Daten ist auch Voraussetzung dafür, die Geschäfts-Risiken für die Materialversorgung sowie Effekte aus den Preis­- beziehungen zu Kunden und Lieferanten in einem vertrauens-schwankungen besser kalkulierbar machen. Darüber hinaus vollen, partnerschaftlichen Umfeld zu betreiben. Der Konzernnutzen wir bei verschiedenen Metallen das Instrumentarium setzt umfassende Maßnahmenpakete ein, damit Risikender derivativen finanziellen Sicherungsgeschäfte. Das Liefe- mit Wirkung auf die Reputation des Unternehmens geregeltenrantenrisikomanagement zielt darauf ab, mögliche finanzielle internen Kontrollen unterliegen.Engpässe bei Lieferanten frühzeitig zu erkennen undgeeignete Abwehrmaßnahmen einzuleiten. Auch nach den Spezifische Risiken im Personalbereich. Der Erfolg vonvergangenen Krisenjahren ist die Situation bei einigen Daimler ist wesentlich vom Know-how und von der Einsatz­Lieferanten aufgrund des hohen Wettbewerbdrucks weiterhin bereitschaft der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter abhängig.angespannt. Dies hat dazu geführt, dass einzelne oder Der Wettbewerb um hoch qualifizierte Mitarbeiter undgemeinschaftliche Stützungsmaßnahmen seitens der Fahr- Führungskräfte ist in der Branche und in den Regionen, in denenzeughersteller notwendig wurden, um deren Produktion wir tätig sind, nach wie vor sehr stark. Unser künftigerund Absatz sicherzustellen. Im Rahmen des Lieferantenrisiko­ Erfolg hängt auch davon ab, inwiefern es uns gelingt, Führungs-managements werden in Abhängigkeit von der internen kräfte, Ingenieure und anderes Fachpersonal einzustellen,Einstufung regelmäßige Berichtstermine für Lieferanten ver­ zu integrieren und dauerhaft an das Unternehmen zu binden.einbart, an denen wichtige Leistungskennziffern an Daimler Der Einsatz unserer Personalinstrumente berücksichtigtberichtet und etwaige Stützungsmaßnahmen bestimmt werden. solche bestehenden Personalrisiken, trägt zu einer gezielten Nachwuchs- und Know-how-Sicherung bei und stelltInformationstechnische Risiken und unvorhersehbare gleichzeitig die Transparenz über unsere Ressourcen sicher.Ereignisse. Die Produktions- und Geschäftsprozesse könnten Ein Schwerpunkt unseres Personalmanagements liegt inauch durch unvorhersehbare Ereignisse, beispielsweise der zielgerichteten Personalentwicklung und WeiterbildungNaturkatastrophen oder terroristische Anschläge, gestört unserer Belegschaft. Unsere Mitarbeiterinnen und Mit­ -werden. Das Verbrauchervertrauen würde dadurch spürbar arbeiter profitieren dabei unter anderem von den Angebotenbeeinträchtigt werden, und es könnte zu Produktionsunter- der Daimler Corporate Academy und der Transparenz, diebrechungen infolge von Zulieferproblemen und verstärkten durch das weltweit einheitliche Performance- und Potenzial-Sicherheitsmaßnahmen an den Landesgrenzen kommen. Bei managementsystem LEAD geschaffen wird.der Abwicklung unserer Geschäftsprozesse spielt die Infor­mationstechnologie eine entscheidende Rolle. Informationen Die demografische Entwicklung zwingt das Unternehmenzeitaktuell, vollständig und korrekt vorzuhalten und auszu­ zudem, mit den Veränderungen durch eine älter werdendetauschen sowie voll funktionsfähige IT-Applikationen einsetzen Belegschaft umzugehen und einen qualifizierten Fach- undzu können sind für ein globales Unternehmen wie Daimler Führungskräftenachwuchs zu sichern. Darüber hinaus kannvon zentraler Bedeutung. Risiken, die im Schadensfall eine es im Rahmen von Tarifverhandlungen möglicherweise zuUnterbrechung unserer Geschäftsprozesse aufgrund von IT- Auswirkungen auf die Produktion in Deutschland kommen.Systemausfällen oder den Verlust oder die Verfälschung118
  • 3 | Lagebericht | RisikoberichtRisiken im Zusammenhang mit Beteiligungen und Verpflichtungen ansteigen lassen. Der Marktwert der Plan­Kooperationen sowie sonstige unternehmensspezifische vermögen wird maßgeblich von der Lage auf den Kapital­Risiken. An den Risiken seiner Beteiligungen, zum Beispiel märkten bestimmt. Ungünstige Entwicklungen, vor alleman denen der Gemeinschaftsunternehmen in Wachstums- bei Aktien und festverzinslichen Wertpapieren, könnten denmärkten, partizipiert Daimler grundsätzlich entsprechend Marktwert vermindern. Sowohl höhere Verpflichtungen alsseiner jeweiligen Anteilsquote. Zur Realisierung zusätzlicher auch verminderte Planvermögen oder eine Kombination ausWachstumschancen und auch vor dem Hintergrund zu­­ beidem würden den Finanzierungsstatus unserer Versorgungs-nehmender staatlicher Regulierungen, insbesondere in den pläne negativ beeinflussen. Die Vermögen der PensionsfondsSchwellenländern, gewinnt die Zusammenarbeit mit Partnern beinhalteten zum 31. Dezember 2011 keine wesentlichenin Gemeinschaftsunternehmen (Joint Ventures) an Bedeutung. Anlagen in Anleihen von Ländern, die gegenwärtig von der euro-Als Konsequenz gilt das auch für die daraus resultierenden p ­ äischen Staatsschuldenkrise besonders betroffen sind.Risiken. Der Konzern berücksichtigt assoziierte Unternehmen Geringere Erträge aus den Planvermögen könnten zudem dieund Gemeinschaftsunternehmen nach der Equity-Methode Netto-Aufwendungen im Zusammenhang mit diesen Versor-im Konzernabschluss; Faktoren, die die Profitabilität dieser gungsplänen in den Folgeperioden erhöhen. Weitere Informati-Unternehmen negativ beeinflussen, belasten anteilig das onen zu den Pensionsplänen finden sich in der AnmerkungKonzernergebnis. Zudem können negative wirtschaftliche Ent­ - 22 des Konzernanhangs.wicklungen bei unseren Beteiligungen oder auch starkeRückgänge der Aktienkurse von börsennotierten Beteiligungendazu führen, dass Beteiligungsbuchwerte oder Wertansätze Finanzwirtschaftliche Risikenauf Basis der At-equity-Bewertung erfolgswirksam abzuwertensind. Sollte der Aufbau von Joint Ventures in den für uns Daimler ist Marktpreisrisiken in Form von Veränderungen vonwichtigen Märkten scheitern oder sich verzögern, könnten zu­ - Wechselkursen, Zinssätzen, Commodity-Preisen und Aktien-dem unsere Wachstumsziele beeinträchtigt werden. Auch k ­ ursen ausgesetzt. Marktpreisrisiken können einen negativendie erfolgreiche Umsetzung von Kooperationen mit anderen Einfluss auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage desUnternehmen ist für uns von zentraler Bedeutung, wenn es Konzerns haben. Daimler steuert und überwacht Marktpreis­darum geht, Kostenvorteile zu realisieren und damit dem Wett- risiken vorwiegend im Rahmen seiner operativen Geschäfts-bewerbsdruck in der Automobilindustrie zu begegnen. und Finanzierungsaktivitäten und bei Bedarf durch den Einsatz derivativer Finanzinstrumente. Ferner ist der Konzern Kredit-Der Konzern ist auch Risiken ausgesetzt, da er Garantien und Liquiditätsrisiken ausgesetzt. Im Rahmen des Risikomanage-begeben hat. Außerdem ist er am Mauterhebungssystem m ­ entprozesses beurteilt Daimler diese Risiken regelmäßig,beteiligt, das Autobahngebühren bei Nutzfahrzeugen mit indem Änderungen ökonomischer Schlüsselindikatoren sowiemehr als 12t zulässigem Gesamtgewicht erfasst. Der Betrieb Marktinformationen berücksichtigt werden. Die von dendes elektronischen Mauterhebungssystems erfolgt durch Pensionsfonds gehaltenen marktsensitiven Anlagen, einschließ-die Betreibergesellschaft Toll Collect GmbH, an der Daimler lich Eigenkapitaltitel und zinstragende Wertpapiere, sind45% der Anteile hält und die nach der Equity-Methode in nicht Bestandteil der folgenden Betrachtung.den Konzernabschluss einbezogen wird. Zusätzlich zur Konsor­tialmitgliedschaft und zur Kapitalbeteiligung an der Toll Wechselkursrisiken. Aus der globalen Ausrichtung derCollect GmbH resultieren Risiken aus Garantien, die der Kon- Geschäftsaktivitäten des Konzerns folgt, dass mit dem opera­zern für Verpflichtungen der Toll Collect GmbH gegenüber tiven Geschäft sowie den Finanztransaktionen Risiken ausder Bundesrepublik Deutschland im Zusammenhang mit der Wechselkursschwankungen verbunden sind. Diese resultierenFertigstellung und dem Betrieb des Mautsystems über­ - insbesondere aus Schwankungen des US-Dollar und anderernommen hat. Eine Inanspruchnahme dieser Garantien könnte wichtiger Währungen gegenüber dem Euro. Ein Wechselkurs­entstehen, falls technisch bedingt Mautgebühren ausfallen risiko entsteht im operativen Geschäft vor allem dann,oder bestimmte vertraglich definierte Leistungsparameter nicht wenn Umsatzerlöse in einer anderen Währung anfallen als dieerfüllt werden, falls die Bundesrepublik Deutschland zusätz­ zugehörigen Kosten (Transaktionsrisiko). Dies betrifft inliche Aufrechnungen geltend macht oder falls die endgültige besonderem Maße das Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars,Betriebserlaubnis verweigert wird. Weitergehende Infor­ bei dem ein größerer Anteil der Umsatzerlöse in Fremd­mationen zu den bedingten Verpflichtungen aus gewährten währungen erzielt wird, während die Produktionskosten vor-Garantien sowie zum elektronischen Mautsystem und zu wiegend in Euro anfallen. Das Geschäftsfeld Daimler Trucksden damit verbundenen Risiken können den Anmerkungen ist ebenfalls einem solchen Transaktionsrisiko ausgesetzt,28 (Rechtliche Verfahren) und 29 (Garantien und sonstige jedoch aufgrund des weltweiten Produktionsnetzwerkes nurfinanzielle Verpflichtungen) des Konzernanhangs entnommen in einem geringeren Ausmaß. Daimler sichert das Währungs-werden. exposure anhand fortlaufend überprüfter Devisenkurser­ wartungen mit geeigneten Finanzinstrumenten, vorwiegendRisiken im Zusammenhang mit den Pensionsplänen. Devisentermin- und Devisenoptionsgeschäften, schrittweiseDaimler hat Pensionsverpflichtungen und in einem geringen ab. Des Weiteren bestehen Wechselkursrisiken in Bezug aufUmfang Zuschussverpflichtungen für Gesundheitsfürsorge- die Umrechnung des bei ausländischen Konzerngesellschaftenleistungen, die nicht vollständig durch Planvermögen gedeckt außerhalb der Eurozone gebundenen Netto-Vermögens undsind. Der Saldo aus Verpflichtungen abzüglich Planvermögen deren Erträge und Aufwendungen (Translationsrisiko), gegenergibt den Finanzierungsstatus für diese Versorgungspläne. die sich der Konzern nicht absichert.Selbst geringe Änderungen der für die Bewertung derVersorgungs­ läne verwendeten Annahmen, im Besonderen pdie Absenkung der Diskontierungszinssätze, könnten die 119
  • Zinsänderungsrisiken. Daimler nutzt eine Vielzahl zinssensi­ Risiken aus Ratingveränderungen. Die Ratingagenturentiver Finanzinstrumente dazu, die Liquiditätsanforderungen Standard & Poor’s Ratings Services, Moody’s Investors Service,des täglichen Geschäfts zu erfüllen. Der überwiegende Teil Fitch Ratings und DBRS bewerten die Kreditwürdigkeitdieser Finanzinstrumente steht im Zusammenhang mit dem von Daimler. Heraufstufungen der von den RatingagenturenFinanzdienstleistungsgeschäft von Daimler Financial Services, ver­ ebenen Ratings könnten zu geringeren Fremdkapitalkos­ g -das grundsätzlich eine fristenkongruente Refinanzierung ten ­­ des Konzerns führen. Risiken liegen in möglichen Herab-vornimmt. In geringem Umfang wird jedoch auf eine solche stu­ ungen, die sich negativ auf die Konzernfinanzierung fverzichtet, wodurch ein Zinsänderungsrisiko besteht. Die aus­wirken könnten.Kapitalbeschaffungsmaßnahmen für das Industrie- und dasFinanzdienstleistungsgeschäft werden im Konzern zentral Weitergehende Informationen zu finanzwirtschaftlichen Risiken,koordiniert. Derivative Zinsinstrumente wie Zinsswaps und risikobegrenzenden Maßnahmen und zum Management dieserForward Rate Agreements werden mit dem Ziel eingesetzt, Risiken enthält Anmerkung 31 des Konzernanhangs. Informa-die gewünschten Zinsbindungen und Aktiv-/Passiv-Strukturen tionen zu Finanzinstrumenten des Konzerns finden sich in(Asset-/Liability-Management) zu erreichen. der Anmerkung 30.Aktienkursrisiken. Daimler besitzt fast ausschließlichAnlagen in börsennotierten Eigenkapitalanteilen (unter anderem Rechtliche RisikenEADS, Kamaz, Renault und Nissan), die als langfristige In­ es­ vtitionen klassifiziert werden. Dementsprechend bezieht der Gegen Daimler sind verschiedene Rechtsstreitigkeiten undKonzern diese Anlagen nicht in die Bewertung des Aktien­ behördliche Verfahren (rechtliche Verfahren) anhängig oderkursrisikos ein. könnten anhängig werden. Unserer Auffassung nach handelt es sich bei diesen rechtlichen Verfahren hauptsächlich umCommodity-Preis-Risiken. Im Rahmen seiner Geschäfts­ Routinevorgänge, die im Zusammenhang mit den Geschäftentätigkeit ist Daimler einem Marktpreisrisiko aus dem Bezug von des Konzerns stehen und teilweise auch Auswirkungen aufTeilelieferungen und Rohstoffen ausgesetzt. Wir begegnen die Reputation des Konzerns haben können. Der Konzern bildetdiesen beschaffungsseitigen Risiken mit einem gezielten Com- Rückstellungen für rechtliche Verfahren, wenn die darausmodity- und Supplier-Risk-Management. In geringem Umfang resultierenden Verpflichtungen wahrscheinlich sind und diewerden auch derivative Finanzinstrumente eingesetzt mit dem Höhe der Verpflichtungen hinreichend genau bestimmbar ist.Ziel, die Marktpreisrisiken vornehmlich aus dem Bezug Es ist jedoch möglich, dass sich die für rechtliche Verfahrenbestimmter Metalle zu reduzieren. gebildeten Rückstellungen nach abschließenden Verfahrens­ entscheidungen teilweise als unzureichend erweisen. Infolge­ -Liquiditätsrisiken. Im normalen Geschäftsverlauf setzen dessen können erhebliche zusätzliche Aufwendungen ent­wir Anleihen, Commercial Paper und verbriefte Transaktionen stehen. Dies trifft auch auf rechtliche Verfahren zu, für die aussowie Bankdarlehen in verschiedenen Währungen ein, über­ Sicht des Konzerns keine Rückstellungen zu bilden waren.wiegend mit dem Ziel, das Leasing- und Absatzfinanzierungs- Obwohl der endgültige Ausgang einzelner rechtlicher Verfahrengeschäft zu finanzieren. Eine negative Entwicklung an den gegebenenfalls einen wesentlichen Einfluss auf das ErgebnisKapitalmärkten könnte die Finanzierungskosten des Konzerns von Daimler in einer bestimmten Berichtsperiode haben kann,erhöhen. Eine Verteuerung der Refinanzierung würde werden die daraus eventuell resultierenden Verpflichtungensich negativ auf die Wettbewerbsfähigkeit und Profitabilität nach Einschätzung des Konzerns keinen nachhaltigen Einflussunseres Finanzdienstleistungsgeschäfts auswirken, soweit auf die Finanz-, Vermögens- und Ertragslage von Daimlerdie höheren Refinanzierungskosten nicht an die Kunden weiter- haben. Weitere Informationen über rechtliche Verfahren könneng­ egeben werden können; eine Begrenzung des Finanzdienst­ der Anmerkung 28 des Konzernanhangs entnommen werden.leistungsgeschäfts hätte zudem negative Folgen für das Fahr-zeuggeschäft. GesamtrisikoKreditrisiken. Der Konzern unterliegt Kreditrisiken, die vorallem aus dem Finanzdienstleistungsgeschäft und dem Die Gesamtrisikosituation des Konzerns setzt sich aus denoperativen Geschäft resultieren. Darüber hinaus ergeben sich Einzelrisiken aller Risikokategorien der GeschäftsfelderKreditrisiken aus den Liquiditätsanlagen des Konzerns. Sollte und Zentralfunktionen zusammen. Dort sind Risiken, die alleines zu Zahlungsausfällen kommen, würde das die Vermögens-, oder in Kombination mit anderen Risiken den FortbestandFinanz- und Ertragslage des Konzerns belasten. Für die des Konzerns gefährden könnten, nicht erkennbar. Vor demKreditrisiken aus den Liquiditätsanlagen hat Daimler bereits Hinter­ rund, dass weiterhin beträchtliche gesamtwirtschaft­ gim Zusammenhang mit der Finanzmarktkrise 2008/2009 liche und branchenbedingte Risiken bestehen, können Rück-das Limitsystem überarbeitet und mit Beginn der europäischen schläge auf dem Weg zur nachhaltigen Realisierung unsererStaatsschuldenkrise weiter verfeinert. Bei den Anlageent­ angestrebten Wachstums- und Renditeziele nicht völlig aus­scheidungen wird höchste Priorität auf die Bonität des Schuld- geschlossen werden.ners sowie eine ausgewogene Risikodiversifizierung gelegt.Der Großteil der liquiden Mittel wird in Anlagen mit einemexternen Rating von A oder besser gehalten.120
  • 3 | Lagebericht | AusblickAusblickDie im Kapitel »Ausblick« getroffenen Aussagen basieren und wird ebenfalls deutlich an Zugkraft verlieren. Dennochauf der im Dezember 2011 von Vorstand und Aufsichtsrat sollte in Deutschland ein Zuwachs des realen Bruttoinlands­verabschiedeten operativen Planung der Daimler AG für produkts erreichbar sein. Der konjunkturelle Ausblick fürdie Jahre 2012 und 2013. Grundlage dieser Planung sind zum die USA ist zum Jahresanfang deutlich günstiger als für Europa.einen Prämissen zu den gesamtwirtschaftlichen Rahmen­ Die Frühindikatoren der zurückliegenden Wochen haben sig­bedingungen, die sich aus den Einschätzungen renommierter nalisiert, dass die US-amerikanische Wirtschaft einen neuer­Wirtschaftsforschungsinstitute ergeben, und zum anderen lichen Rückfall vermeiden sollte und stattdessen eher einendie Zielsetzungen unserer Geschäftsfelder. Die dargestellten mode­ aten Wachstumspfad einschlägt. Mit prognostizierten rEinschätzungen für den künftigen Geschäftsverlauf orientieren gesamtwirtschaftlichen Zuwachsraten um die 2% bleibt diesich an den Chancen und Risiken, die die erwarteten Markt­ US-Konjunktur aber zu schwach, um den immens angespanntenbedingungen und die Wettbewerbssituation im Planungszeit­ Arbeitsmarkt nennenswert zu entlasten. Außerdem darfraum bieten. Vor dem Hintergrund der aktuellen Prognosen zur nicht vergessen werden, dass in den USA trotz einer erheblichenEntwicklung der Weltwirtschaft und der Automobilmärkte Verschuldungsproblematik bislang noch kein überzeugendessowie der jüngsten Geschäftsentwicklung passen wir unsere Konsolidierungsprogramm auf den Weg gebracht wurde. InErwartungen laufend an. Die im Folgenden getroffenen Aus­ Japan wiederum sorgen die Wiederaufbaumaßnahmen nachsagen basieren auf unserem Kenntnisstand im Februar 2012. der Naturkatastrophe für einen entsprechenden Wachstums­ impuls; die massive Aufwertung des Yen ist jedoch eine erheb­- liche Belastung für die japanische Industrie. Insgesamt werdenWeltwirtschaft die Industrieländer in diesem Jahr vermutlich nur um etwas mehr als 1% expandieren, was deutlich unter dem langjährigenZu Beginn des Jahres 2012 befindet sich die Weltwirtschaft Trend liegt. Bei ähnlichen Wachstumsmustern wie im Vorjahrinsgesamt zwar weiterhin auf Wachstumskurs, im Vergleich könnten die Schwellenländer um rund 5% und damit deutlichzum Vorjahr hat sich das Wachstumstempo aber deutlich stärker als die Industrieländer zulegen, womit sich die Welt­verringert. Während die Schwellenländer im Jahr 2012 erneut konjunktur der zwei Geschwindigkeiten fortsetzt. Aufgrund dereinen soliden Wachstumsbeitrag beisteuern sollten, resul­- immens gestiegenen globalen Bedeutung wird insbesonderetieren die Unsicherheiten für die globale Konjunktur insbeson­ die wirtschaftliche Entwicklung in China entscheidend sein.dere aus der instabilen Lage in den Industrieländern. An Hier ist zwar ein Nachlassen der Wachstumsdynamik unüber­vorderster Stelle steht hier sicherlich die weitere Entwicklung sehbar, aber allen Prognosen zufolge bleibt ein gesamtwirtschaft-der Europäischen Währungsunion. Angesichts der Staats­ licher Zuwachs von rund 8% erreichbar. Auch für die anderenschuldenkrise, der notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen Regionen wie Osteuropa und Lateinamerika werden in diesemsowie der inzwischen merklich abgebremsten Konjunktur Jahr solide Wachstumsraten erwartet. In Summe könntewird die Wirtschaftsleistung in der Eurozone in Summe in sich damit für die Weltwirtschaft im Jahr 2012 zwar ein Zuwachsdiesem Jahr vermutlich leicht zurückgehen. Die verfügbaren von rund 2,5% ergeben, die Anfälligkeit für externe StörungenFrühindikatoren und die Anspannung an den Finanzmärkten bleibt aber sehr hoch.geben dabei durchaus Anlass zur Sorge, dass die konjunk­turelle Entwicklung sogar noch merklich schlechter ausfallen In Bezug auf die für unser Geschäft wichtigen Währungenkönnte. Dreh- und Angelpunkt bleibt eine nachhaltige und erwarten wir weiterhin stark schwankende Wechselkurs­die Finanzmärkte überzeugende Bewältigung der Schuldenkrise. relationen.Vor diesem Hintergrund sind die Perspektiven für die Inlands­nachfrage in Europa eher bescheiden. Die Arbeitslosenquotenwerden mit Ausnahme von Deutschland relativ hoch bleiben,und die Einkommensentwicklung wird keine nennenswertenImpulse setzen können. Daher dürfte auch der private Konsumkaum zulegen. Aufgrund der ausbleibenden Nachfrage sowieteilweise unterausgelasteten Kapazitäten sind die Erwartungenauch auf der Investitionsseite nur verhalten. Die deutscheWirtschaft kann sich von dieser Entwicklung nicht entkoppeln 121
  • Automobilmärkte In den Schwellenländern dürfte die Lkw-Nachfrage im laufenden Jahr insgesamt nur moderat wachsen. In China wird eineNach heutiger Einschätzung dürften die weltweiten Auto­ Normalisierung der Zulassungszahlen erwartet, nachdem sichmobilmärkte im laufenden Jahr weiter wachsen, mit Ausnahme der Markt im vergangenen Jahr nach Beendigung staatlicherdes durch die Schuldenkrise zunehmend belasteten west­ Anreize bereits rückläufig entwickelte. Für Indien ist mit einereuropäischen Marktes. Global dürften die Pkw-Zulassungen Nachfragestabilisierung zu rechnen. Infolge der Einführungum rund 4% zulegen, wobei das Wachstum im Wesentlichen einer strengeren Abgasstufe (analog Euro V) erwarten wir invon den asiatischen Schwellenländern, dem US-amerikanischen dem für Daimler bedeutenden brasilianischen Markt einenMarkt und dem von Nachholeffekten beeinflussten japan­- i Nachfragerückgang, der in der Größenordnung zwischen 10schen Markt getrieben wird. und 15% liegen dürfte. In Russland ist im Vergleich zu den beiden Vorjahren von deutlich moderateren ZuwachsratenIn den USA sollte die Pkw-Nachfrage aufgrund des weiterhin auszugehen.sehr hohen Ersatzbedarfs ihren Erholungskurs fortsetzen; siewird voraussichtlich im höheren einstelligen Prozentbereich Für den europäischen Transportermarkt erwarten wirwachsen. Der Zuwachs im japanischen Markt dürfte nach dem aufgrund der Schuldenkrise und deren Auswirkungen auf diekatastrophenbedingten Nachfrageeinbruch im Jahr 2011 dank Gesamtwirtschaft insgesamt einen leichten Marktrückgang.der aufgestauten Nachfrage und der wiederbelebten staatlichen Dies ist vor allem auf die Schwäche der Märkte in SüdeuropaKaufzuschüsse für besonders verbrauchsgünstige Autos sogar zurückzuführen, in den anderen Märkten Europas ist hin­-zweistellig ausfallen. In Westeuropa hingegen ist aufgrund der gegen mit einer stabilen oder teilweise sogar leicht wachsendenSchuldenkrise und der wirtschaftlichen Eintrübung abermals Transporternachfrage zu rechnen. Nachdem sich der Marktmit einer schwachen Marktentwicklung und einem weiteren für große Transporter in den USA bereits im Jahr 2011 sehrspürbaren Rückgang der Nachfrage zu rechnen. Auch der positiv entwickelt hat, erwarten wir für das Jahr 2012 erneutdeutsche Markt kann sich diesem Trend nicht entziehen und ein deutliches Wachstum. Auch der chinesische Markt für mit­dürfte allenfalls noch leichte Zuwächse verzeichnen. In den telschwere und schwere Transporter dürfte abermals zulegen,Schwellenländern dagegen ist in Summe weiterhin mit einem und auch in Lateinamerika rechnen wir mit einem weiterensoliden Nachfragewachstum zu rechnen. Der chinesische Marktzuwachs.Markt dürfte dabei erneut eine treibende Rolle spielen und miteiner ähnlichen Dynamik wachsen wie im Vorjahr. In Indien Bei den Omnibussen rechnen wir in Westeuropa mit einersind nach der merklichen Wachstumsabschwächung im vergan­ stabilen Entwicklung. Angesichts der unsicheren wirtschaft­genen Jahr wieder höhere Zuwachsraten zu erwarten. In lichen Situation dürfte der Markt auf dem relativ niedrigenLateinamerika ist hingegen von einer weiteren Verlangsamung Niveau des Jahres 2011 verharren. In Lateinamerika gehendes Marktwachstums auszugehen. Auch in Osteuropa ist wir von einem Nachfragerückgang im Zusammenhang mit dernur noch mit einem leichten Anstieg der Zulassungszahlen zu Einführung neuer Abgasnormen aus.rechnen. Vor allem in Russland wird nach Beendigung desstaatlichen Verschrottungsprogramms nur noch ein moderater Unabhängig von der konjunkturellen Entwicklung der MärkteNachfragezuwachs erwartet. haben sich die Schwerpunkte der weltweiten Automobilnach­ frage in den vergangenen Jahren deutlich verschoben. NichtBei mittelschweren und schweren Lkw gehen wir davon aus, nur für die gesamte Industrie, sondern auch für die Herstellerdass die weltweite Nachfrage im Jahr 2012 mindestens auf von Premiumfahrzeugen hat die Bedeutung der Schwellen­dem Niveau des Vorjahres liegen wird. Der nordamerikanische länder massiv zugenommen, und dieser Trend wird voraussicht­Markt dürfte sich trotz etwas verringerter Dynamik mit lich auch in den kommenden Jahren anhalten. Das stellt dieeinem Wachstum zwischen 15 und 20% weiterhin als wichtigster Industrie vor große Herausforderungen, was die Produktions­Nachfragetreiber weltweit erweisen. Vor allem in den USA standorte und deren Flexibilität sowie die Bedürfnisse dersollten das anhaltend robuste Investitionswachstum und der unterschiedlichen Kunden in einem globalen Markt anbelangt.zunehmende Ersatzbedarf aufgrund relativ alter Fahrzeug­ Dazu kommt die anhaltende und zunehmende Notwendigkeit,flotten erneut ein kräftiges Nachfragewachstum ermöglichen. in verbrauchsgünstige und zukunftsorientierte Technologien zuDie Lkw-Nachfrage in Europa steht dagegen im Zeichen der investieren sowie innovative und nachhaltige Mobilitäts- undanhaltenden Staatsschuldenkrise und der daraus resultierenden Transportlösungen zu entwickeln und anzubieten. Wer dieseKonjunkturschwäche. Deshalb kann hier bestenfalls mit einem Heraus­ orderungen annimmt und diese grundlegenden fNachfragevolumen in etwa auf dem Vorjahresniveau gerechnet Veränderungen aktiv für sich nutzt, hat künftig hervor­ agende rwerden. Auch ein Marktrückgang von bis zu 10% ist aus Wachstumsperspektiven. Insgesamt wird die Fähigkeit,heutiger Sicht nicht auszuschließen; dabei sehen wir für das sich durch Innovationen, faszinierende Produkte und starkezweite Halbjahr eine bessere Entwicklung als für die erste Marken von den Wettbewerbern zu differenzieren, mehrJahreshälfte. Der japanische Markt für schwere und mittel­ denn je zum Erfolgsfaktor.schwere Lkw sollte hingegen dank des Wirtschaftswachstums,das durch Wiederaufbaumaßnahmen gestützt wird, im Vergleichzum Vorjahr um weitere 5 bis 10% zulegen.122
  • 3 | Lagebericht | AusblickAbsatz strengeren Abgasstufe nach dem Rekordjahr 2011 zunächst von einem Absatzrückgang aus. Bereits für das Jahr 2013Mercedes-Benz Cars geht davon aus, den Absatz in den erwarten wir aber erneut eine Belebung aufgrund von öffentli­Jahren 2012 und 2013 weiter steigern zu können und dabei chen Projekten sowie In­­ frastrukturmaßnahmen. Die Erholungstärker zu wachsen als der Gesamtmarkt. Obwohl von der des Lkw-Marktes im NAFTA-Raum wird sich voraussichtlichStaatsschuldenkrise und den daraus resultierenden Einflüssen fortsetzen; aufgrund des hohen Durchschnittsalters der Fahr­auf die Weltwirtschaft eine gewisse Unsicherheit ausgeht, zeugflotten ist dort der Erneuerungsbedarf nach wie vor sehrerwarten wir insbesondere für die Schwellenländer weiterhin hoch. Auf der Basis gut gefüllter Auftragsbücher erwartenein stabiles Absatzwachstum. Außerdem wird unser attrak­ wir, dass Daimler Trucks davon überdurchschnittlich profitierentives Modellangebot dazu beitragen, dass wir in unseren tradi­ kann. Auch für Japan erwarten wir steigende Verkaufszahlen,tionellen Märkten auch unter weniger günstigen Bedingungen denn der Wiederaufbau nach der Naturkatastrophe führt zuwachsen können. Dabei werden wir 2012 von einer weiterhin einer verstärkten Lkw-Nachfrage.sehr hohen Nachfrage nach unseren Modellen im Segmentder C-Klasse profitieren. Im Luxussegment wird ab Ende März Durch unsere Aktivitäten in Russland, Indien und China2012 die Neuauflage des SL für neue Impulse sorgen. Bei haben wir die Voraussetzungen für weiteres Wachstum in diesenden Geländewagen erwarten wir vor allem von der vollen Verfüg­- Märkten geschaffen: Für unser Joint Venture in China habenbarkeit der neuen M-Klasse sowie ab September 2012 dann wir die finalen behördlichen Genehmigungen in 2011 erhalten,auch vom neuen GL weiteres Wachstum. Zusätzlich kommen unser Werk in Indien wird im April 2012 eröffnet, und inim Juni 2012 sowohl der kompakte Geländewagen GLK als Russland konnten wir im abgelaufenen Jahr im Rahmen unseresauch die G-Klasse als neue Generationen auf den Markt. Einen Joint Ventures den ersten Kamaz Truck mit Komponentenweiteren Beitrag zum Absatzwachstum werden die neuen von Daimler präsentieren. Darüber hinaus haben wir weitereModelle im volumenstarken Kompaktwagensegment leisten. relevante Wachstumsmärkte definiert, in denen wir unserBereits im November 2011 ging die neue B-Klasse an den Produktangebot erweitern oder bestimmte Fahrzeuge neuStart, und die neue A-Klasse folgt ab September 2012. Auf präsentieren. Grundsätzlich gehen wir davon aus, dass wirder Motorenseite führen wir unsere neuen und besonders unsere weltweite Marktposition in den kommenden Jahreneffizienten Vier-, Sechs- und Achtzylinder-Motoren sowie die weiter verbessern können. Dabei stützen wir uns auf eineECO Start-Stopp-Technologie in weiteren Modellen ein. Dies Vielzahl neuer Modelle und die Flexibilität unseres globalenwird unter anderem für Impulse im Geschäft mit gewerblichen Produktionsverbunds.Kunden sorgen. Im Rahmen unserer langfristig ausgelegtenWachstumsstrategie »Mercedes-Benz 2020« werden wir unser Bei Mercedes-Benz Vans dürfte sich der positive AbsatztrendProduktangebot in den kommenden Jahren über alle Seg­ in den Jahren 2012 und 2013 fortsetzen. Auf der Produkt­­-mente hinweg deutlich erweitern. Allein im Kompaktwagen­ seite sollte hierzu der neue City Van Citan beitragen, mit demsegment wird es künftig fünf Modelle mit Stern geben, mit wir ab dem Jahr 2012 zusätzliche Wachstumspotenziale indenen wir gezielt auch jüngere Kundengruppen ansprechen. einem neuen Marktsegment erschließen. Die Produktion inGleichzeitig werden wir am oberen Ende des Modellspektrums Argentinien wurde zum Jahresbeginn 2012 auf die aktuellewachsen – beispielsweise mit drei zusätzlichen Varianten der Modellgeneration des Sprinter umgestellt. Dadurch wertennächsten S-Klasse, einer weiteren SUV-Variante sowie mit wir unser Angebot in den lateinamerikanischen MärktenModellen wie dem CLS Shooting Brake, der als völlig neues Fahr- deutlich auf. Über die Fertigung vor Ort wollen wir auch denzeugkonzept im September 2012 auf den Markt kommen wird. Absatz in China deutlich steigern. Deshalb produzieren wir in dem Gemeinschafts­ nternehmen Fujian Daimler Automotive uIn regionaler Hinsicht sehen wir für den Planungszeitraum 2012 zusätzlich zu den Modellen Vito und Viano seit Ende 2011und 2013 vor allem in Nordamerika sowie in China, Indien nun auch den Sprinter.und Russland weitere Wachstumschancen. Demgegenüber sinddie Perspektiven in Westeuropa eher begrenzt. Wir gehen Daimler Buses geht davon aus, die Marktführerschaft inaber davon aus, dass wir insbesondere durch die Ausweitung seinen Kernmärkten bei den Omnibussen über 8t mit innova­unseres Modellportfolios unsere Position auch in diesen sehr tiven und hochwertigen neuen Produkten behaupten zu können.wettbewerbsintensiven Märkten weiter stärken können. Für die Dabei erwarten wir für das Jahr 2012 einen leichten Absatz­Marke smart erwarten wir ein weitgehend stabiles Absatz­ rückgang aufgrund der Einführung der Euro-V-Abgasnorm inniveau. Brasilien. In Westeuropa erwarten wir für das Jahr 2012 einen leichten Absatzanstieg, weil wir auf diesem stabilen KernmarktAuch Daimler Trucks erwartet für die Jahre 2012 und 2013 mit dem neuen Mercedes-Benz Citaro ein qualitativ heraus­jeweils steigende Absätze. Nach dem deutlichen Absatz­ ragendes Produkt eingeführt haben.anstieg im Jahr 2011 wollen wir uns in Europa besser als derGesamtmarkt entwickeln; dabei dürften wir mit dem neuenActros speziell im Langstreckensegment unsere Marktanteileweiter steigern können. Im Jahr 2013 sollten dann sowohldie für das folgende Jahr anstehende Einführung der strengerenAbgasstufe Euro VI als auch bislang aufgeschobene Ersatz­investitionen die Nachfrage weiter ankurbeln. Für den brasili­anischen Markt gehen wir aufgrund der Einführung einer 123
  • Der Fokus von Daimler Financial Services liegt auch in den – m Rahmen unserer Wachstumsstrategie erweitern wir unsere Ikommenden Geschäftsjahren auf profitablem Wachstum. Im Produktionskapazitäten und Vertriebsstrukturen in Nord­Kerngeschäft mit Fahrzeugfinanzierung und -leasing erwarten amerika, Osteuropa und insbesondere in den BRIC-Staaten.wir sowohl beim Vertragsvolumen als auch beim Neugeschäft Damit sind zwar erhebliche Aufwendungen verbunden, wirweitere Zuwächse. Dazu dürften insbesondere das Wachstum können auf diese Weise jedoch am Wachstum der weltweitenin den BRIC-Märkten und das Angebot von Finanzdienst­ Automobilnachfrage profitieren, das vor allem in denleistungen für die neuen Fahrzeugmodelle im Kompaktwagen­ Schwellenländern stattfindet.segment beitragen. Im Versicherungsbereich wollen wir die –  amit wir unsere Wettbewerbsposition sichern und aus­ DZahl der vermittelten Policen weiter steigern und die Markt­ bauen können, liegen unsere Aufwendungen für diedurchdringung erhöhen. Ein kräftiges Wachstum erwarten wir Zukunftssicherung in den Jahren 2012 und 2013 weiter­-auch in unserem neuen Geschäftsbereich »Mobility Services«, hin auf einem sehr hohen Niveau.in den wir im Jahr 2011 das Mobilitätskonzept car2go integ­ –  ie derzeit sehr hohen Aufwendungen für unsere Modell- Driert haben. offensive und die Erschließung neuer Märkte werden sich erst mit einer gewissen zeitlichen Verzögerung positiv imAuf Basis unserer Annahmen zur Entwicklung wichtiger Absatz­- Ergebnis niederschlagen.märkte und der Planungen der Geschäftsfelder rechnen wir für – ndem wir unsere Modulstrategien in den jeweiligen Iden Daimler-Konzern, dass der Absatz in den Jahren 2012 Geschäfts­eldern über das gesamte Produktportfolio hinweg fund 2013 insgesamt weiter deutlich gesteigert werden kann. umsetzen, können wir vor allem bei den Materialkosten erheblich sparen.Umsatz und Ergebnis Auf der Basis der oben genannten Faktoren und Markt­ erwartungen sowie der Planungen unserer GeschäftsfelderNach dem deutlichen Anstieg im Jahr 2011 gehen wir davon streben wir für Daimler im Jahr 2012 ein EBIT aus demaus, dass der Umsatz von Daimler in den Jahren 2012 und laufenden Geschäft in der Größenordnung des Vorjahres an.2013 weiter zunehmen wird. Die Unsicherheiten bezüglich Dabei unterstellen wir Wechselkurse auf dem derzeitigender künftigen Entwicklung unserer Märkte haben im Verlauf Niveau.des Jahres 2011 aber spürbar zugenommen. Nach dem der­zeitigen Stand der Dinge müssen wir davon ausgehen, dass die Für die einzelnen Geschäftsfelder streben wir die folgendenInstabilität der internationalen Finanzmärkte auf die Real­ EBIT-Ziele an:wirtschaft übergreifen und damit auch die Absatzper­ pektiven s –  ercedes-Benz Cars: auf Vorjahresniveau Mfür unsere Fahrzeuge in einem gewissen Umfang beeinträch­ –  aimler Trucks: mindestens auf Vorjahresnivau Dtigen wird. Vor diesem Hintergrund erwarten wir, dass unser –  ercedes-Benz Vans: mindestens auf Vorjahresniveau MGeschäftsvolumen im Jahr 2012 etwas weniger deutlich als im –  aimler Buses: mindestens auf Vorjahresniveau DVorjahr zulegen wird. Im Rahmen unserer Wachstumsstrategie –  aimler Financial Services: leicht unter Vorjahresniveau Dwerden wir aber gerade in den kommenden Jahren zahlreicheneue Modelle einführen. Außerdem werden wir die Wachstums- Für unser Automobilgeschäft streben wir über die Markt- undmärkte in Asien, Osteuropa und Lateinamerika verstärkt für Produktzyklen hinweg eine jahresdurchschnittliche Umsatz­unsere Produkte erschließen – teilweise auch, indem wir vor rendite von 9% an. Basis hierfür sind die Zielrenditen der ein­Ort produzieren. Das von uns erwartete Wachstum wird zelnen Geschäftsfelder, die wir ab dem Jahr 2013 nachhaltigvoraussichtlich von allen Geschäftsfeldern getragen. Dabei erreichen wollen: 10% für Mercedes-Benz Cars, 8% für Daimlerdürften Daimler Trucks und Mercedes-Benz Cars absolut Trucks, 9% für Mercedes-Benz Vans und 6% für Daimler Buses.gesehen die größten Beiträge leisten. Hohe prozentuale Zu­ ­ Für das Geschäftsfeld Daimler Financial Services haben wir unswächse erwarten wir auch bei Mercedes-Benz Vans. In eine Eigenkapitalrendite von 17% vorgenommen.regionaler Hinsicht rechnen wir in den Schwellenländern undin Nordamerika mit überdurchschnittlichen Wachstumsraten. Auch in den kommenden Jahren wollen wir unsere Aktionäre in angemessener Form am Unternehmenserfolg beteiligen.Für die Ertragssituation des Daimler-Konzerns in Dabei orientieren wir uns an einer Ausschüttungsquote vonden Jahren 2012 und 2013 sind insbesondere die folgenden rund 40% des auf die Daimler-Aktionäre entfallenden Konzern-Faktoren von Bedeutung: ergebnisses. Auf dieser Basis werden Vorstand und Aufsichtsrat–  ir profitieren von der Tatsache, dass wir mit einer Vielzahl W der Hauptversammlung am 4. April 2012 vorschlagen, neuer und attraktiver Produkte und mit innovativen an­ esichts der guten Geschäftsentwicklung und des nochmals g Technologien auch in schwierigen Märkten überzeugen deutlich gesteigerten Konzernergebnisses die Dividende von können. Mit unserer Initiative »Der Weg zur emissions­- 1,85 € auf 2,20 € pro Aktie zu erhöhen. Die Ausschüttungs­ freien Mobilität« wollen wir die Umweltfreundlichkeit und summe beträgt damit 2.346 (i. V. 1.971) Mio. €. Verbrauchseffizienz unserer Fahrzeuge über den Einsatz neuer Technologien weiter verbessern und gleichzeitig mit Für die Jahre 2012 und 2013 streben wir eine Liquiditäts­ unseren typischen Produkteigenschaften Sicherheit, ausstattung an, die der allgemeinen Risikosituation auf den Komfort und vor allem Faszination am Markt überzeugen. Finanzmärkten sowie dem Risikoprofil unseres Unternehmens angemessen ist. Unseren Finanzbedarf decken wir über eine Vielzahl von Instrumenten, insbesondere über Bankkredite, Kundeneinlagen im Direktbankgeschäft und Anleihen, die wir in verschiedenen Währungen regelmäßig weltweit begeben. Aus heutiger Sicht gehen wir davon aus, dass wir uns auch im Planungszeitraum zu guten Konditionen refinanzieren können.124
  • 3 | Lagebericht | AusblickChancen und Risiken Aus einem solchen Szenario würden sich dann auch Perspek­ tiven für eine deutlich günstigere Geschäftsentwicklung beiBasis unserer Einschätzungen für die Jahre 2012 und 2013 Daimler in den Jahren 2012 und 2013 eröffnen. Zusätzlichesind insgesamt stabile politische Rahmenbedingungen sowie Absatz- und Ertragschancen sehen wir insbesondere dann,die Annahme, dass die Weltwirtschaft als Ganzes nicht erneut wenn die reifen Automobilmärkte der Triade USA, Westeuropain eine Rezession zurückfällt. Außerdem erwarten wir, dass und Japan schneller als allgemein erwartet wieder die Größen­sich der moderate Aufwärtstrend der weltweiten Automobil­ ordnung der Rekordjahre vor der Finanz- und Wirtschaftskrisenachfrage in den Jahren 2012 und 2013 fortsetzt. Zusätzlich erreichen.zu den Einschätzungen, die wir in diesem Ausblick beschreiben,gibt es weitere Chancen und Risiken, die unsere Absatz-, Mittelfristig eröffnen sich vor allem durch den Ausbau unsererUmsatz- und Ergebnisperspektiven in positiver oder negativer Präsenz in Asien und Osteuropa zusätzliche Wachstums­Hinsicht beinflussen. Hierzu zählen die Entwicklung der potenziale. Über unsere Aktivitäten vor Ort schaffen wir dieWechselkurse und der Rohstoffpreise ebenso wie der Markt­ Voraussetzungen dafür, dass wir diese Chancen nutzenerfolg unserer Produkte. können. Gemeinsam mit unseren lokalen Partnern erweitern wir in China die Produktion von Pkw und Transportern undDie größten Einzelrisiken für das laufende Jahr 2012 sehen wir werden künftig auch Lkw und Lkw-Motoren fertigen. Auch inin der sich weiter verschärfenden Staatsschuldenkrise in Indien errichten wir ein neues Lkw-Werk und erhöhen dieder Eurozone und daraus resultierenden Turbulenzen an den Fertigungskapazitäten für Pkw. In Russland intensivieren wirFinanzmärkten und im Bankensektor. Weitere Risiken sind für die Partnerschaft mit dem Lkw-Hersteller Kamaz, und inuns ein Wachstumseinbruch in China oder/und in den USA, die Ungarn werden wir im Jahr 2012 ein neues Pkw-Werk für diehohen Preisvolatilitäten auf den Rohstoffmärkten, weiter stei­ Fertigung unserer neuen Kompaktklasse in Betrieb nehmen.gende Inflationsraten sowie ein aufkeimender Protektionismus.Wenn eines dieser Risikoereignisse eintreten sollte, wäre es Darüber hinaus sind die grundlegenden Veränderungen inmöglich, dass die Weltwirtschaft nochmals eine rezessive Phase der Fahrzeugtechnologie, die sich gegenwärtig abzeichnen,erfährt. Insbesondere aufgrund der Verschuldungskrise in zwar einerseits ein Risikofaktor, andererseits können darausEuropa ist die Wahrscheinlichkeit hierfür im Vergleich zum aber auch beträchtliche Chancen entstehen: Wenn es – wieVorjahr noch einmal deutlich gestiegen. von uns angestrebt – gelingt, mit innovativen Technologien eine Vorreiterrolle bei Fahrzeugen und Lösungskonzepten für nach­Die Risiken, die sich aus Wechselkursschwankungen für unser haltige Mobilität einzunehmen, dann können sich sowohl beimGeschäft ergeben, haben wir für das Jahr 2012 über geeignete Absatz als auch beim Ergebnis zusätzliche Wachstums­-Finanzinstrumente bereits weitgehend ausgeschlossen. potenziale ergeben.Speziell beim US-Dollar waren wir Mitte Februar 2012 zu85% abgesichert. Neue Perspektiven eröffnen sich auch durch richtungweisende Kooperationen, die wir auf verschiedenen Feldern vereinbartGrundsätzlich gibt es aber durchaus auch Chancen für eine haben. Gemeinsam mit unseren Partnern bündeln wir Know-insgesamt positivere Entwicklung der Weltwirtschaft: Vor how. Dadurch können wir neue Technologien schneller undallem wenn eine tragfähige Lösung für die Staatsschulden­ kostengünstiger zur Marktreife bringen. Darüber hinaus habenkrise gefunden wird, könnten Investoren und Konsumenten wir die Möglichkeit, in größeren Stückzahlen kostengünstigschneller als erwartet wieder mehr Zuversicht in die Trag­ zu produzieren.fähigkeit des Aufschwungs und die Stabilität des weltweitenFinanzsystems gewinnen. Dies würde sich in Form von ver­mehrter Nachfrage, höheren Investitionen und steigenderProduktion niederschlagen. Dadurch würde sich das Wachstumgerade in den Industrieländern wieder deutlich beschleunigen.Dies gilt vor allem dann, wenn die Geschäftsbanken diesen Auf­schwung über entsprechende Kreditexpansion unterstützenund außerdem die Bremswirkungen der staatlichen Konsoli­dierungsmaßnahmen weniger deutlich ausfallen würdenals angenommen. 125
  • Investitionen Um unsere anspruchsvollen Wachstumsziele zu erreichen, werden wir unser Produktangebot in den kommenden Jahren3.43 gezielt erweitern sowie zusätzliche Produktions- und Ver-Sachinvestitionen 2012–2013 triebskapazitäten aufbauen. Gleichzeitig beabsichtigen wir,in % den tief greifenden technologischen Wandel in der Auto­ mobilbranche federführend mitzugestalten. Hierzu werden wirMercedes-Benz Cars 67% in den Jahren 2012 und 2013 insgesamt rund 10,6 Mrd. €Daimler Trucks 23% in Sachanlagen investieren; das sind 2,7 Mrd. € mehr als inMercedes-Benz Vans 8% den beiden vorausgegangenen Jahren.  3.43  3.44 ImDaimler Buses 2% Geschäftsfeld Mercedes-Benz Cars liegt der Schwerpunkt aufDaimler Financial Services 0,2% der Erneuerung und der Erweiterung unseres Produktange- bots. Dabei sind die zusätzlichen Modelle im Kompaktwagen- segment und die Vorbereitungen für die neue S-Klasse im Werk Sindelfingen die wichtigsten Projekte. Umfangreiche Mittel sind aber auch für die Modernisierung und Erweiterung3.44 der Motoren- und Getriebeproduktion im Werk UntertürkheimSachinvestitionen sowie für den Ausbau unserer Produktionskapazitäten in den USA und in Indien vorgesehen. Daimler Trucks wird in den Ist 2010 Ist 2011 2012-2013 kommenden Jahren vor allem in Folgegenerationen für beste-in Milliarden € hende Produkte und neue globale Motorenprojekte investieren. Weitere Schwerpunkte sind der Ausbau der Fertigungskapa­Daimler-Konzern 3,7 4,2 10,6 zitäten in Lateinamerika und das neue Lkw-Werk in Indien. BeiMercedes-Benz Cars 2,5 2,7 7,1 Mercedes-Benz Vans stehen der neue City Van Citan, dieDaimler Trucks 1,0 1,2 2,5 Weiterentwicklung der bestehenden Modellpalette, die FertigungMercedes-Benz Vans 0,1 0,1 0,8 und Vermarktung des Sprinter in Argentinien sowie der Aus-Daimler Buses 0,1 0,1 0,2 bau der Vertriebs- und Serviceorganisation im Vordergrund.Daimler Financial Services 0,01 0,02 0,02 Wichtige Projekte bei Daimler Buses sind Vorleistungen für neue Modelle und alternative Antriebe. Über die Sachinvestitionen hinausgehend bauen wir unsere Position in den Schwellenländern über zielgerichtete Finanz­3.45 investitionen in Gemeinschaftsunternehmen und BeteiligungenForschungs- und Entwicklungsleistungen 2012–2013 aus. Darunter fallen beispielsweise unsere Joint Venture mitin % BAIC und Foton in China.Mercedes-Benz Cars 69%Daimler Trucks 21% Forschung und EntwicklungMercedes-Benz Vans 6%Daimler Buses 4% Mit unseren Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten verfol- gen wir das Ziel, die Wettbewerbsposition von Daimler vor dem Hintergrund der anstehenden technologischen Heraus­ forderungen auszubauen. Insbesondere mit innovativen Lösungen für eine emissionsarme und sichere Mobilität wollen wir uns Vorteile im Wettbewerb verschaffen. Darüber hinaus möchten wir mit neuen und attraktiven Produkten, die auf die3.46 Anforderungen der Kunden zugeschnitten sind, die Wachs-Forschungs- und Entwicklungsleistungen tumschancen der weltweiten Automobilmärkte ausschöpfen. Hierzu wird Daimler im Zeitraum von 2012 bis 2013 ins­ Ist 2010 Ist 2011 2012-2013 gesamt 10,9 Mrd. € für Forschungs- und Entwicklungsaktivitätenin Milliarden € einsetzen.  3.45  3.46 Nochmals deutlich höher als in den vorausgegangenen beiden Jahren sind mit 7,6 Mrd. € dieDaimler-Konzern 4,8 5,6 10,9 Forschungs- und Entwicklungsleistungen bei Mercedes-BenzMercedes-Benz Cars 3,1 3,7 7,6 Cars. Ein Großteil dieser Mittel fließt in neue Fahrzeugmodelle.Daimler Trucks 1,3 1,3 2,3 Im Rahmen der Wachstumsstrategie »Mercedes-Benz 2020«Mercedes-Benz Vans 0,3 0,4 0,6 wird Mercedes-Benz Cars das Modellprogramm bis zum JahrDaimler Buses 0,2 0,2 0,4 2015 um insgesamt zehn neue Fahrzeuge erweitern – und zwar über alle Segmente hinweg, von den neuen Kompakten bis hin zum S-Klasse Segment. Wesentliche Projekte sind auch die Nachfolgemodelle der C- und S-Klasse, der neue smart sowie neue Motoren und alternative Antriebssysteme. Bei Daimler Trucks werden sich die Forschungs- und Entwick- lungskosten weiterhin auf einem hohen Niveau bewegen.126
  • 3 | Lagebericht | AusblickEin Schwerpunkt liegt dabei auf der Entwicklung und Anpassungneuer Motorengenerationen, mit denen wir die sich laufendverschärfenden Abgasvorschriften erfüllen, sowie auf Folge­generationen für bestehende Produkte. Die Erfüllung künf­tiger Abgasnormen ist auch bei Mercedes-Benz Vans und beiDaimler Buses ein wichtiger Forschungs- und Entwicklungs­schwerpunkt. Insbesondere bei Daimler Buses spielen zudemalternative Antriebssysteme eine wichtige Rolle.Über die oben genannten Projekte hinausgehend hat Daimlerim Forschungsbudget umfangreiche Mittel für neue Technolo­gien eingeplant, mit denen wir die Sicherheit, Umweltverträg­lichkeit und Wirtschaftlichkeit des Straßenverkehrs verbessernwollen.Mitarbeiterinnen und MitarbeiterVor dem Hintergrund der erwarteten Geschäftsentwicklungwerden die Produktionsumfänge in den Jahren 2012 und 2013weiter ansteigen. Um unsere anspruchsvollen Wachstumszieleerreichen zu können, werden wir in allen Geschäftsfeldernzusätzliches Personal benötigen. Im Rahmen der Erweiterungunserer Produktionskapazitäten werden wir vor allem inNordamerika, Asien und Ungarn weitere Arbeitsplätze schaffen.Mit dem Aufbau der Produktionskapazitäten im Auslandsichern wir aber auch die Arbeitsplätze in Deutschland ab.Aufgrund der angestrebten Produktivitätsfortschritte wirddie Zahl der Beschäftigten insgesamt deutlich geringer steigenals das Absatzniveau.Vorausschauende Aussagen:Dieses Dokument enthält vorausschauende Aussagen zu unserer aktuellenEinschätzung zukünftiger Vorgänge. Wörter wie »antizipieren«, »annehmen«,»glauben«, »einschätzen«, »erwarten«, »beabsichtigen«, »können/könnten«,»planen«, »projizieren«, »sollten« und ähnliche Begriffe kennzeichnen solchevorausschauenden Aussagen. Diese Aussagen sind einer Reihe von Risikenund Unsicherheiten unterworfen. Einige Beispiele hierfür sind eine ungünstigeEntwicklung der weltwirtschaftlichen Situation, insbesondere ein Rückgangder Nachfrage in unseren wichtigsten Absatzmärkten, eine Verschärfung derStaatsschuldenkrise in der Eurozone, eine Verschlechterung unserer Refinan­zierungsmöglichkeiten an den Kredit- und Finanzmärkten, unabwendbare Ereig­nisse höherer Gewalt wie beispielsweise Naturkatastrophen, Terrorakte,politische Unruhen, Industrieunfälle und deren Folgewirkungen auf unsereVerkaufs-, Einkaufs-, Produktions- oder Finanzierungsaktivitäten, Verände­rungen der Wechselkurse, eine Veränderung des Konsumverhaltens in Richtungkleinerer und weniger gewinnbringender Fahrzeuge oder ein möglicherAkzeptanzverlust unserer Produkte und Dienstleistungen mit der Folge einerBeeinträchtigung bei der Durchsetzung von Preisen und bei der Auslastungvon Produktionskapazitäten, Preiserhöhungen bei Kraftstoffen und Rohstoffen,Unterbrechungen der Produktion aufgrund von Materialengpässen, Beleg­schaftsstreiks oder Lieferanteninsolvenzen, ein Rückgang der Wiederverkaufs­preise von Gebrauchtfahrzeugen, die erfolgreiche Umsetzung von Kosten-reduzierungs- und Effizienzsteigerungsmaßnahmen, die Geschäftsaussichtender Gesellschaften, an denen wir bedeutende Beteiligungen halten, ins-besondere EADS, die erfolgreiche Umsetzung strategischer Kooperationen undJoint Ventures, die Änderungen von Gesetzen, Bestimmungen und behörd­-lichen Richtlinien, insbesondere soweit sie Fahrzeugemission, Kraftstoffverbrauchund Sicherheit betreffen, sowie der Abschluss laufender behördlicher Unter­suchungen und der Ausgang anhängiger oder drohender künftiger rechtlicherVerfahren und weitere Risiken und Unwägbarkeiten, von denen einige in diesemGeschäftsbericht unter der Überschrift »Risikobericht« beschrieben sind. Sollteeiner dieser Unsicherheitsfaktoren oder Unwägbarkeiten eintreten oder solltensich die den vorausschauenden Aussagen zugrunde liegenden Annahmen alsunrichtig erweisen, könnten die tatsächlichen Ergebnisse wesentlich von denin diesen Aussagen genannten oder implizit zum Ausdruck gebrachten Ergeb­nissen abweichen. Wir haben weder die Absicht noch übernehmen wir eineVerpflichtung, vorausschauende Aussagen laufend zu aktualisieren, da dieseausschließlich auf den Umständen am Tag der Veröffentlichung basieren. 127
  • Geschäftsfelder Dank eines attraktiven Produkt­ angebots haben die Geschäfts­- felder von Daimler vom Wachstum der weltweiten Automobilnach­­- frage profitiert. Bei Absatz und Umsatz wurden überwiegend deutliche Wachstumsraten erzielt. Unsere Marktposition konnten wir in vielen Bereichen ausbauen. 128
  • 4 | Geschäftsfelder | Inhaltsverzeichnis4 | Geschäftsfelder130-133 Mercedes-Benz Cars 140-141 Daimler Buses– Absatz, Umsatz und Ergebnis auf Rekordniveau – Absatz trotz schwieriger Bedingungen auf 39.700 Einheiten– Neue Kompaktwagengeneration mit B-Klasse gestartet gesteigert– Zusätzliche Modelle im Luxussegment angekündigt – Positive Geschäftsentwicklung in Lateinamerika– CO2-Ausstoß mit neuen Motoren weiter gesenkt und in der Türkei– Zahlreiche Auszeichnungen für Mercedes-Benz – Neuer Stadtbus Mercedes-Benz Citaro vorgestellt– EBIT von 5,2 Mrd. € und Umsatzrendite von 9,0% – EBIT von 162 Mio. €134-137 Daimler Trucks 142-143 Daimler Financial Services– Fahrzeugabsatz in den Kernmärkten deutlich über Vorjahr – Positive Geschäftsentwicklung in allen Regionen– Der Actros – neues Flaggschiff für Mercedes-Benz Trucks – Neuer Geschäftsbereich »Mobility Services«– Präsenz in den RIC-Staaten ausgebaut – Auszeichnungen zur Kunden- und Händlerzufriedenheit– Global-Excellence-Initiative fortgesetzt – EBIT erreicht mit 1,3 Mrd. € neuen Rekordwert– EBIT auf 1,9 Mrd. € kräftig gesteigert138-139 Mercedes-Benz Vans– Deutliches Plus beim Absatz mit 264.200 Einheiten– Führende Marktposition in der Europäischen Union behauptet– Neue Produkte für Lateinamerika– EBIT mit 835 Mio. € fast verdoppelt 129
  • Mercedes-Benz CarsDas Jahr 2011 war für Mercedes-Benz Cars ein Jahr der Rekorde. Bei Absatz, Umsatz, Produktionund Ergebnis haben wir Höchstwerte erzielt. Wichtige Produktneuheiten waren die neue Generationder C-Klasse, das C-Klasse Coupé, der neue SLK Roadster und die M-Klasse. Darüber hinaus habenwir die neue B-Klasse eingeführt – das erste von insgesamt fünf Modellen der neuen Kompakt­wagen­ eneration. Mit unserer Produktoffensive und dem gezielten Ausbau des weltweiten Produktions­ g -verbunds schaffen wir die Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Absatz, Umsatz, Produktion und Ergebnis auf Rekord-4.01 niveau. Mercedes-Benz Cars mit den Marken Mercedes-Benz,Mercedes-Benz Cars Maybach und smart hat im Berichtsjahr 1.381.400 (i. V. 1.276.800) Fahrzeuge abgesetzt und damit ein neues Rekord- 2011 2010 11/10 niveau erreicht.  4.01 Auch der Umsatz konnte um 7% auf€-Werte in Millionen Veränd. in % den Höchststand von 57,4 Mrd. € gesteigert werden. Das EBIT stieg auf 5,2 (i. V. 4,7) Mrd. €, und die Umsatzrendite erreichteEBIT 5.192 4.656 +12 9,0%. Triebfeder dieser positiven Entwicklung waren der ErfolgUmsatz 57.410 53.426 +7 unserer Fahrzeuge und die Absatzdynamik vor allem in denUmsatzrendite 9,0% 8,7% . Märkten Asiens. Dass wir das Ergebnis trotz hoher VorleistungenSachinvestitionen 2.724 2.457 +11 für Forschung und Entwicklung und der Einführung zahlreicherForschungs- undEntwicklungsleistungen 3.733 3.130 +19 neuer Modelle verbessern konnten, ist aber auch auf umfang­ - davon aktiviert 1.051 940 +12 reiche Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz und zurProduktion 1.392.083 1.312.456 +6 Senkung der Kosten zurück­ uführen. zAbsatz 1.381.416 1.276.827 +8Beschäftigte (31.12.) 99.091 96.281 +3 Mercedes-Benz mit Rekordabsatz. Im Jahr 2011 haben wir mit 1.279.100 (i. V. 1.178.300) abgesetzten Pkw der Marke Mercedes-Benz eine neue Bestmarke erzielt und damit unsere Position in zahlreichen Märkten verbessert.  4.02 Die Limousinen der S-Klasse, der C-Klasse sowie der CLS und das4.02 E-Klasse Cabriolet sind in ihren jeweiligen MarktsegmentenPkw-Absatz weltweit führend. 2011 2010 11/10 Dank des großen Markterfolgs der neuen Generation unsererin 1.000 Einheiten Veränd. in % C-Klasse, des neuen C-Klasse Coupés und des neuen Roads- ters SLK stieg der Absatz im C-Klasse Segment um 20% aufMercedes-Benz 1.279 1.178 +9 411.800 Fahrzeuge. Auch im Segment der E-Klasse unddavon: A-/B-Klasse 192 222 -14 CLS-Klasse haben wir den Absatz um 3% auf 340.100 Fahrzeuge C-/CLK-/SLK-Klasse 412 342 +20 gesteigert. Besonders erfolgreich war hier der CLS, dessen E-/CLS-Klasse 340 331 +3 Absatz sich durch den Modellwechsel mit 35.300 Fahrzeugen S-/CL-/SL-Klasse/ SLR/SLS/Maybach 81 80 +0 mehr als verdreifacht hat. Im Luxussegment erreichte der M-/R-/GL-/GLK-/ Absatz von Mercedes-Benz 80.700 (i. V. 80.400) Fahrzeuge, G-Klasse 254 203 +25 und bei den Geländewagen konnten wir trotz des Modell­smart 100 94 +6 wechsels bei der M-Klasse einen deutlichen Zuwachs von 25%Mercedes-Benz Cars 1 1.381 1.277 +8 auf 254.300 Fahrzeuge erzielen. Aufgrund der Modellwechseldavon: Westeuropa 625 636 -2 in der Kompaktklasse verringerten sich die Auslieferungen der davon: Deutschland 291 293 -1 A- und B-Klasse auf 192.300 (i. V. 222.400) Fahrzeuge. Die NAFTA 288 256 +13 neue B-Klasse, die wir seit November 2011 an unsere Kunden davon: USA 250 220 +14 ausliefern, wurde im Markt sehr positiv aufgenommen. Dies China 223 160 +39 gilt auch für die neue M-Klasse, die seit September 2011 ver- Japan 32 31 +4 fügbar ist.1 ­ Einschließlich in Südafrika gefertigter und/oder verkaufter Mitsubishi-Fahrzeuge.130
  • 4 | Geschäftsfelder | Mercedes-Benz CarsMit dem komplett neu entwickelten Luxusroadster SL setzt Mercedes-Benz im Jahr 2012 eine Tradition fort, die vor 60 Jahren begann.Wie bereits im Vorjahr konnte Mercedes-Benz den Absatz in Die neue B-Klasse: perfekter Raum in seiner schönstenzahlreichen Märkten teilweise deutlich steigern.  4.02 In Form. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA)Deutschland hat Mercedes-Benz mit 262.300 (i. V. 265.000) in Frankfurt feierte Mercedes-Benz im September sechs Welt­ausgelieferten Fahrzeugen seine Position als erfolgreichste premieren. Im Mittelpunkt des Messeauftritts stand diePremiummarke behauptet. Dabei sorgten die neuen Modelle neue Mercedes-Benz B-Klasse, die sich noch vielseitiger undder B- und M-Klasse zum Jahresende für positive Impulse. gleichzeitig noch dynamischer, effizienter und sicherer alsIn Westeuropa (ohne Deutschland) erreichte der Absatz vor das Vorgängermodell präsentiert. Maßstäbe setzt die neueallem aufgrund der schwierigen Marktsituation in Südeuropa B-Klasse unter anderem mit vier hocheffizienten Motoren,nicht ganz das Vorjahresniveau. In den USA konnten wir hin­ die sou­ eränen Fahrspaß ab einem Verbrauch von 4,4 l/100 km vgegen einen Zuwachs von 14% auf 246.700 Fahrzeuge (114 g CO2/km) ermöglichen. Die umfassende Sicherheits­erzielen und somit stärker als der Markt wachsen. Ausschlag­ aus­ tattung, darunter die serienmäßige Kollisionswarnung sgebend dafür war insbesondere der Erfolg der neuen Collision Prevention Assist, ist einzigartig im Kompaktwagen-C-Klasse Generation sowie der neuen M-Klasse. Sehr positiv segment. Im Rahmen unserer Modelloffensive werden wir unserentwickelte sich unser Geschäft weiterhin in den Schwellen­ Angebot im Kompaktwagensegment in den nächsten Jahrenländern. So wurden in China im Berichtsjahr 211.100 Fahr- schrittweise verbreitern.zeuge (+35%) abgesetzt. Sehr begehrt waren dort besondershochwertige Modelle der S-Klasse, der M-Klasse und der Dass wir mit der neuen B-Klasse auch für elektrische Antriebs-R-Klasse. Hohe zweistellige Wachstumsraten erzielten konzepte bestens gerüstet sind, zeigt das Concept B-Classwir auch in Russland (+47%), Brasilien (+41%), Taiwan (+34%), E-CELL PLUS, das erste Mercedes Elektrofahrzeug mit RangeIndien (+28%) und Südkorea (+27%). Extender. Die Kombination aus batterie-elektrischem Antrieb und Benzinmotor sorgt für bestmögliche Alltags- und Langstre-C-Klasse erneuert und mit neuem Coupé. Umfassend moder- ckentauglichkeit mit bis zu 600 km Reichweite (vgl. S. 44nisiert präsentierte sich im Frühjahr die C-Klasse. Front- und und S. 150).Heckpartie sind markanter gestaltet, und das deutlich aufge-wertete Interieur unterstreicht den Premiumanspruch der Weitere Modellneuheiten 2011. Der völlig neu entwickelteneuen Modellgeneration. Mit den neuen Motoren, dem weiter- Mercedes-Benz SLK, der seit Ende März ausgeliefert wird,entwickelten Automatikgetriebe 7G-TRONIC PLUS sowie hebt Fahrvergnügen und Open-Air-Genuss auf ein neues Niveau.der ECO Start-Stopp-Funktion konnte der Verbrauch um bis zu Eine Weltpremiere im SLK ist das Panorama-Variodach mit31% gesenkt werden. Zehn neue Fahrassistenzsysteme, von MAGIC SKY CONTROL, das sich auf Knopfdruck hell oder dunkelder Müdigkeitserkennung ATTENTION ASSIST bis zur Abstands­ schalten lässt. Beispielhafte Effizienz und sportliches Tempe­regelung DISTRONIC PLUS, sorgen für einen herausragenden rament garantieren neue kraftvolle Vier- und Sechszylinder-Sicherheitsstandard. Die neue Telematikgeneration bietet unter Motoren mit serienmäßiger ECO Start-Stopp-Funktion.anderem Internetanschluss und bei der Navi­ ation 3-D-Optik gmit plastischen Stadtmodellen. Im Juni haben wir die dritte Generation der M-Klasse der Öffentlichkeit präsentiert. Die neue M-Klasse überzeugt vorMit dem neuen Coupé der C-Klasse betritt Mercedes-Benz allem durch ihre niedrigen Verbrauchs- und Emissionswerte.ein neues Marktsegment und bietet erstmals ein kompaktes Die gesamte Modellpalette der neuen M-Klasse benötigt imklassisches Coupé an. Elegantes Design und ein expressiver Vergleich zu den Vorgängerfahrzeugen durchschnittlich 25%Charakter prägen das neue Coupé, das seit Juni an unsere weniger Kraftstoff. Ausgezeichnete Sicherheit sowie ausge­Kunden ausgeliefert wird. wogener Fahrkomfort bei hoher Fahrdynamik sowohl auf der Straße als auch abseits befestigter Wege gehören zu den weiteren Stärken des permanent allradgetriebenen Premium- Geländewagens. Besonders sparsam ist der ML 250 BlueTEC 4MATIC, der sich mit einem NEFZ-Verbrauch von 6,0 l/100 km (158 g CO2/km) begnügt. 131
  • Die neue B-Klasse läutet ein neues Zeitalter in der Kompaktklasse bei Mercedes-Benz ein.Offensive im Luxussegment. Im November 2011 haben wir Die SLS AMG Familie ist komplett. Nach dem Flügeltürer, denentschieden, dass es für den Maybach keinen Nachfolger unsere Performance-Marke AMG im Jahr 2009 präsentiertgeben wird. Spätestens wenn im Jahr 2013 die neue S-Klasse hatte, folgte im Jahr 2011 für den SLS GT3 der Rennwagen­startet, wird die Maybach-Produktion auslaufen. Um den einsatz im Kundensport. Als dritte SLS-Variante wurde imbisherigen Maybach-Kunden auch weiterhin attraktive Alter­ Berichtsjahr der SLS Roadster vorgestellt. Der offene SLS istnativen anbieten zu können, werden wir das Angebot der Kern- Supersportwagen, Cruiser und Traumwagen in einem. Dasmarke Mercedes-Benz im Luxussegment schrittweise um drei gilt auch für die vierte Variante, den SLS E-CELL: Nach demzusätzliche Modelle erweitern. Insgesamt haben wir seit dem Produktionsbeschluss für eine Kleinserie arbeitet AMG mitJahr 2002 mehr als 3.000 Maybach-Fahrzeuge produziert. Im Hochdruck am SLS mit Elektroantrieb. Weitere AMG High-Perfor-Durchschnitt der vergangenen Jahre hatte Maybach in der mance-Fahrzeuge sind der CLS 63, der E 63 und der ML 63,Klasse der absoluten Luxuslimousinen einen Marktanteil von angetrieben vom effizienten Achtzylinder-Biturbomotor M157.rund 25%. Das neue C 63 Coupé und die Black-Series-Variante runden das Portfolio ab. Besonders effizient zeigt sich der SLK 55: Seinsmart fortwo electric drive. Umweltfreundlicher Fahrspaß zum neu entwickelter Achtzylinder-Saugmotor M152 fasziniertkundenfreundlichen Preis: Unter diesem Motto startet der mit einer aus der Formel 1 abgeleiteten Zylinderabschaltungneue smart fortwo electric drive ab dem Jahr 2012 sukzessive und kombiniert höchste Performance mit niedrigenin über 30 Märkten rund um den Globus. Im Rahmen unseres Verbrauchswerten.neuen sale&care-Vertriebsmodells bieten wir den Elektrosmartin Deutschland für deutlich unter 16.000 € netto an – plus Investitionen in das weltweite Produktionsnetzwerk.weniger als 60 € netto Monatsmiete für die Batterie. Das Fahr- Der gezielte Ausbau des internationalen Produktionsnetzwerkszeug kann aber auch inklusive Batterie gekauft oder geleast ist ein wichtiger Baustein unserer Wachstumsstrategiewerden. Seinen Vorgänger übertrifft der neue smart fortwo »Mercedes-Benz 2020«. Gleich­ eitig unterstreichen wir mit zelectric drive in vielerlei Hinsicht: Für mehr Fahrspaß sorgt substanziellen Investitionen in die deutschen Werke, dassdie weiterentwickelte Antriebstechnik. Deutlich über 140 km der Standort Deutschland unverändert das Herzstück unseresReichweite ermöglicht die neue Lithium-Ionen-Batterie, die Produktionsverbunds bleibt.erstmals von der Deutschen Accumotive kommt. Komplett ent­leert lässt sich die Batterie in maximal acht Stunden an der Um die enormen Wachstumschancen des chinesischen MarktesHaushaltssteckdose wieder voll aufladen. Mit der optionalen nutzen zu können, werden wir mit unserem Partner BeijingSchnellladefunktion verkürzt sich die Ladezeit sogar auf Automotive Industry Corporation (BAIC) künftig noch inten­ iver sweniger als eine Stunde. Als perfekte Ergänzung zum smart zusammenarbeiten. Hierzu werden wir rund 2 Mrd. € in dasfortwo electric drive bietet smart ab 2012 auch das elek-­ Joint Venture Beijing Benz Automotive Co., Ltd. (BBAC) inves-trische smart ebike an, das seinen Fahrer dank Motorunter­ tieren. In diesem Rahmen sollen die Fertigungskapazitätenstützung entspannt und stressfrei zum Ziel bringt. von BBAC für die C-Klasse und die E-Klasse Langversion von derzeit jährlich rund 80.000 Fahrzeugen der Marktlage ent-Insgesamt haben wir im Berichtsjahr 99.700 smart fortwo sprechend in den kommenden Jahren schrittweise erhöht wer-abgesetzt und damit das Vorjahresniveau um 6% übertroffen. den. Bereits im Jahr 2011 haben wir die lokale Fertigung fürBesonders erfolgreich war smart in China: Dort hat sich der den chinesischen Markt um den kompakten Geländewagen GLKAbsatz mit 12.000 Fahrzeugen mehr als verdreifacht. erweitert; ab 2013 sollen dann schrittweise auch drei unserer neuen Kompaktklasse-Fahrzeuge in China vom Band laufen. In einem neuen Motorenwerk wird ab 2013 die Produktion von Vierzylinder-Ottomotoren aufgenommen. Darüber hinaus errichten wir in China ein neues Forschungs- und Entwick- lungszentrum.132
  • 4 | Geschäftsfelder | Mercedes-Benz CarsForm vollendet – Mit dem expressiven Coupé der C-Klasse bietet Mercedes-Benz erstmals ein kompaktes klassisches Coupé an.Im Werk Tuscaloosa, USA, investieren wir im Zeitraum von 2010 Zum »Besten Auto des Jahres« wählten die Leser der Fach­bis 2014 insgesamt 2,4 Mrd. US-$. Das Werk ist der traditio- zeitschrift »auto motor und sport« die S-Klasse und dennelle Standort für Geländewagen der M-, GL- und R-Klasse und Mercedes-Benz SLS AMG. Zum dritten Mal in Folge hatwird ab 2014 auch die C-Klasse für den nordamerikanischen Mercedes-Benz mit dem neuen SLK den AUTO BILD DesignMarkt produzieren. Ab 2015 soll in Tuscaloosa zusätzlich eine Award gewonnen, und unser Design-Team wurde beim Auto­neue Mercedes-Benz Baureihe als fünftes Produkt vom Band motive Brand Contest zum »Team of the Year« gekürt. Im Rahmenlaufen. der »Vehicle Ownership Satisfaction Studie« für Deutschland des Marktforschungsinstituts J.D. Power erhielten die C-, die E-Für die Produktion unserer neuen Kompaktklasse-Modelle und die M-Klasse von Mercedes-Benz in ihrem Segment dieinvestieren wir im Werk Rastatt 600 Mio. € und in unserem Bestnoten. Außerdem wurden unsere Werke Bremen und Eastneuen Werk in Kecskemét, Ungarn, 800 Mio. €. In Rastatt London mit dem J.D. Power Gold Plant Quality Award als besteist die Fertigung der neuen B-Klasse im September 2011 Produktionswerke in Europa und Afrika ausgezeichnet. Für diean­ elaufen. Ab Frühjahr 2012 wird das neue Werk in Ungarn g hervorragende Insassensicherheit erhielten die B-Klasse, dieim Verbund mit Rastatt die Produktion aufnehmen. M-Klasse und das C-Klasse Coupé als Sieger ihrer Fahrzeug- klasse von der unabhängigen europäischen Sicherheitsver­Angesichts der zahl­ eichen Produktanläufe und der mittel­ r einigung Euro NCAP jeweils die Bestwertung von fünf Sternen.fristig angestrebten Produktionsumfänge wird die Fertigung Auch die Werkstätten von Mercedes-Benz konnten im Testvon Motoren, Achsen und Getrieben im Stammwerk Unter­ des deutschen Automobilclubs ADAC mit der Note »sehr gut«türkheim in den Jahren 2011 und 2012 für mehr als 1,5 Mrd. € erneut den Spitzenplatz in der Branche erreichen. Darübererweitert und modernisiert. hinaus hat Mercedes-Benz die zufriedensten Händler in Deutsch- land – zu diesem Ergebnis kommt der in Frankfurt am MainCO2-Ausstoß weiter gesenkt. Mit unseren neuen und ver- verliehene »SchwackeMarkenMonitor« 2011.brauchsarmen Motoren, der ECO Start-Stopp-Technologie undneuen, besonders sparsamen Modellvarianten konnten wir Das Beste oder nichts. Im Jubiläumsjahr 2011 konnten wirden durchschnittlichen CO2-Ausstoß der von uns in der Euro- mit einer Vielzahl von Kommunikationsaktivitäten rund um daspäischen Union verkauften Pkw im Berichtsjahr von 158 g/km Thema »Zukunft der Mobilität« international Akzente setzen.auf 150 g/km verringern, und das trotz eines höheren Anteils Unser Marken-Claim »Das Beste oder nichts« ist inzwischenbesonders hochwertiger Fahrzeuge. Unser Ziel ist es, die weltweit erfolgreich verankert. Das international renommiertedurchschnittlichen CO2-Emissionen unserer Neuwagenflotte in Interbrand-Ranking bestätigt dies: Mercedes-Benz ist erneut dieder Europäischen Union bis zum Jahr 2016 auf 125 g/km zu wertvollste Automobilmarke im Premiumsegment sowie diesenken (vgl. S. 94 f. und 148 f.). wertvollste europäische Marke insgesamt. Mit neuen Modellen wie dem CLS, SLK und SLS AMG Roadster haben wir verstärktZahlreiche Auszeichnungen für Mercedes-Benz Pkw. In die für Mercedes-Benz typische, kultivierte Sportlichkeit unter-den Kategorien Sicherheit, Design, Wertbeständigkeit, Service strichen. Dies wirkt auch positiv auf die Öffnung der Markeund insbesondere auch für die Qualität unserer Pkw wurde in Richtung neue Zielgruppen, die maßgeblich durch unsere Pro-Mercedes-Benz im Jahr 2011 erneut von verschiedenen Insti- duktoffensive im Kompaktwagensegment vorangetrieben wird.tutionen ausgezeichnet. Einen ersten Ausblick auf die neue kompakte Modellgeneration haben wir bereits im April in Shanghai mit dem Concept A-Class (vgl. S. 38) gegeben, das auch außerhalb des klassi- schen Automobilumfelds begeistert aufgenommen wurde. 133
  • Daimler Trucks2011 war für Daimler Trucks ein starkes Geschäftsjahr; jedoch hat sich gezeigt, dass daswirtschaftliche Umfeld volatil bleibt. Mit unserer Global-Excellence-Strategie sind wir darauf sehrgut vorbereitet: Wir erneuern unsere Produktpalette in allen Geschäftsbereichen und Regionenüberaus erfolgreich. Bestes Beispiel: der neue Mercedes-Benz Actros, der bereits im Jahr seinerEinführung zum »Truck of the Year« gekürt wurde. Nach der Naturkatastrophe in Japan konnteFuso dank des außerordentlichen Einsatzes seiner Mitarbeiter schnell wieder an das vorherigeProduktionsniveau anknüpfen. Darüber hinaus steigern wir weltweit die Effizienz durch einenoch stärkere globale Zusammenarbeit zwischen Einkauf, Produktion und Produktionsplanung. Sehr positive Entwicklung von Absatz, Umsatz und EBIT.4.03 Die wirtschaftliche Erholung der Lkw-Märkte hat sich im JahrDaimler Trucks 2011 fortgesetzt, allerdings belastete die Vertrauenskrise infolge der öffentlichen Verschuldung die Entwicklung im zwei- 2011 2010 11/10 ten Halbjahr. Daimler Trucks konnte seine Absatz- und€-Werte in Millionen Veränd. in % Ergebnissituation im Vergleich zum Vorjahr nochmals signifikant verbessern. In unseren Kernregionen NAFTA, Europa, AsienEBIT 1.876 1.332 +41 und Lateinamerika übertrafen unsere Fahrzeugabsätze dieUmsatz 28.751 24.024 +20 Vorjahreswerte deutlich. Weltweit stieg der Absatz um 20%Umsatzrendite 6,5% 5,5% . auf 425.800 Fahrzeuge, der Umsatz erhöhte sich ebenfalls umSachinvestitionen 1.201 1.003 +20 20% auf 28,8 Mrd. €, und beim EBIT konnten wir einen kräfti­-Forschungs- undEntwicklungsleistungen 1.321 1.282 +3 gen Anstieg um 41% auf 1,9 Mrd. € erzielen. davon aktiviert 251 373 -33Produktion 435.918 360.896 +21 Absatzerfolge in Europa und Lateinamerika. TrucksAbsatz 425.756 355.263 +20 Europa/Lateinamerika trägt die globale Verantwortung fürBeschäftigte (31.12.) 77.295 71.706 +8 alle Lkw-Aktivitäten des Daimler-Konzerns unter der Marke Mercedes-Benz. Mit einer nochmals deutlichen Steigerung auf 159.300 (i. V. 135.200) Fahrzeuge erreichte der Gesamt­ absatz von Trucks Europa/Lateinamerika das hohe Niveau von 2007. Einen wesentlichen Beitrag lieferte die Region West-4.04 europa, wo wir unsere Marktführerschaft im Bereich derAbsatz mittelschweren und schweren Lkw behaupten konnten. Hier lag der Anstieg bei 14% auf 57.100 Lkw; dabei sind wir auch 2011 2010 11/10 im wichtigen deutschen Markt führend. In Osteuropa haben wirin 1.000 Einheiten Veränd. in % mit einem kräftigen Absatzanstieg um 50% auf 28.500 Fahr- zeuge in vollem Umfang an der guten Marktentwicklung parti-Gesamt 426 355 +20 zipiert. Im wichtigen türkischen Markt stiegen unsere Ver­ -Westeuropa 61 55 +11 käufe um 46% auf 16.800 Fahrzeuge. Dort bieten wir seit Endedavon: Deutschland 31 30 +3 2010 die komplette Mercedes-Benz Modellpalette an. In Großbritannien 8 6 +30 Russland haben sich unsere Verkäufe mit 3.300 Fahrzeugen Frankreich 8 6 +32 dank der erfolgreichen Kooperationsaktivitäten mit KamazNAFTA 114 77 +49 verdoppelt. Mit 52.600 Fahrzeugen erzielten wir in Latein­davon: USA 97 63 +55 amerika einen neuen Absatzrekord. Im größten MarktLateinamerika (ohne Mexiko) 62 58 +7 Brasilien erreichte unser Absatz trotz eines intensiven Wett­davon: Brasilien 44 44 -0 bewerbs mit 44.100 Fahrzeugen wieder das hohe NiveauAsien 135 120 +12 des Vorjahres. Angesichts der historisch hohen Nachfragedavon: Japan 27 25 +9 nach mittleren und schweren Lkw werden neben dem Werk in São Bernardo seit Anfang 2012 auch in Juiz de Fora Mercedes-Benz Lkw für den lateinamerikanischen Markt produziert. Zusätzliche Absatzimpulse kamen insbesondere aus Argentinien. Die Ablösung der bisherigen Euro-III-Emissions­ vorschriften durch den strengeren Euro-V-Standard im Jahr 2012 in Brasilien und im Jahr 2013 in Argentinien führt derzeit zu einer Umstellung der Modellpaletten bei den Lkw-Her­ stellern. Wir sind mit unserem Portfolio dafür bestens gerüstet.134
  • 4 | Geschäftsfelder | Daimler TrucksDas Jahr 2011 stand bei Daimler Trucks im Zeichen der Markteinführung des neuen Actros.Starker Auftritt von Trucks NAFTA. Trucks NAFTA ist der Trucks Asia weitet internationale Marktpräsenz aus.führende Lkw-Hersteller in den Klassen 6-8 in Nordamerika. Die Marke Fuso hat sich dank der Lkw-Modelle Canter, FighterMit den Marken Freightliner, Western Star und Thomas Built und Super Great im Segment leichter bis schwerer Lkw welt-Buses bieten wir hochinnovative, leistungsfähige Fahrzeuge weit einen Namen als qualitätsbewusster Hersteller gemacht.im Bereich der schweren Klassen für den Spezial- und Lang-­ Fuso ist außerdem das Kompetenzzentrum für leichte Lkws­­­ treckeneinsatz, mittelschwere Lkw vor allem für den Ver­ - und modernste Hybridtechnologie von Daimler Trucks. Vorteiler­ erkehr sowie Sonderfahrzeuge für Kommunen und v diesem Hintergrund hat Fuso auf der Tokyo Motor Show imdas Baugewerbe an. November das Fahrzeugkonzept eines schweren Hybrid-Lkw vorgestellt. Erste Tests des Super Great HEV haben eineIm Geschäftsjahr 2011 konnte Trucks NAFTA weltweit erhebliche Verbesserung der Kraftstoffeffizienz gegenüber118.800 Fahrzeuge absetzen; das ist ein signifikanter Anstieg konventionellen Dieselfahrzeugen bewiesen.gegenüber dem Vorjahr um 50%. Dabei profitierten wir inder NAFTA-Region von der anhaltend hohen Lkw-Nachfrage, Auch in den Fuso Produktionswerken wurde als Folge derdie weitgehend vom Ersatzinvestitionsbedarf getragen wurde. Naturkatastrophe in Japan die Produktion zunächst eingestellt.Dank des hervorragenden Produktangebots haben wir unsere Mittels effizienter Maßnahmen konnte jedoch trotz einesführende Wettbewerbsposition in den Klassen 6-8 mit einem schwierigen Versorgungs- und Marktumfelds bereits im JuniMarktanteil von 31,9% (i. V. 31,6%) nochmals gefestigt. Auf wieder mit hoher Auslastung produziert werden. Die voran-anderen Kontinenten ist die Nachfrage nach unseren Pro­ schreitenden Wiederaufbauaktivitäten in Japan haben einendukten ebenfalls hoch: Im Geschäftsjahr 2011 haben wir den erhöhten Transportbedarf mit sich gebracht, der sich in einerCoronado auch in Australien und Neuseeland eingeführt. verstärkten Nutzfahrzeugnachfrage niederschlägt. Experten-Bei seiner Vorstellung in Melbourne und Christchurch wurden teams von Fuso haben fallweise auftretende Störungen, diebereits während der Präsentations-Events erste Bestellungen durch Versorgungsschwierigkeiten unserer Lieferanten verur-abgegeben. Auch in Sachen Umwelt sind wir Vorreiter: Mit ins- sacht waren, intensiv verfolgt und deren Behebung aktivgesamt 3.800 Erdgasfahrzeugen unterstreicht Trucks NAFTA unterstützt. Dadurch konnte Fuso im Gesamtjahr mit 147.700die Akzeptanz alternativer Antriebstechnologien bei seinen Fahrzeugen weltweit sogar 5% mehr absetzen als im JahrKunden und ist in diesem Bereich der führende Nutzfahrzeug- davor. Dabei entfielen 27.000 Fahrzeuge auf den japanischenhersteller in Nordamerika. Auf der 40. Mid-America Trucking Markt, was einem Anstieg von 9% entspricht. Hier konntenShow (MATS) in Louisville, der größten Lkw-Messe in den wir dank der hervorragenden Kundenakzeptanz des Fuso CanterUSA, hatten der Western Star 4700 sowie ein Lkw der Freight­ im Segment leichter Lkw unseren Marktanteil auf 23,5%liner SD-Baureihe ihren ersten großen Auftritt. Die beiden deutlich steigern. Sehr erfreulich ist auch die Absatzentwicklungneuen Lkw erweitern das Angebot im Vocational-Segment. in Indonesien (+11%) und Taiwan (+42%): In beiden Märkten sind wir mit 48,7% beziehungsweise 55,8% Marktanteil klar dieNeue Marke Detroit. Unter der neuen Marke »Detroit« Nummer eins im Lkw-Segment. In Osteuropa beträgt derwerden ab sofort alle Komponenten des Lkw-Antriebsstrangs Anstieg 28%. Dabei haben wir in Russland mit 2.000 verkauftengebündelt. Dazu gehören vor allem die hochmodernen Diesel- Fahrzeugen (i. V. 800) einen weiteren Meilenstein im Rahmenmotoren vom Typ DD13, DD15 und DD16; der Name steht in unserer Kooperationsaktivitäten erreicht. Auch in der NAFTA-Anlehnung an die bekannte Marke Detroit Diesel. Mit diesem Region stiegen die Absätze von Trucks Asia deutlich umSchritt optimieren wir unser Angebot an maßgeschneiderten, 16% auf 3.500 Fahrzeuge. Zusätzlich fand Anfang Oktober dieaufeinander abgestimmten Komponenten. Neben dem Einbau Markt­ inführung von mittelschweren Fuso Lkw in Südafrika ein unsere Fahrzeuge bei Trucks NAFTA werden die Produkte statt.auch von anderen Nutzfahrzeuganbietern als Antriebskom­ponenten für deren Fahrzeuge nachgefragt. Mit dem Zukunftsprogramm »Fuso 2015« will Trucks Asia die Herausforderungen der kommenden Jahre angehen. Das Programm definiert fünf strategische Ziele: Vorreiter bei grünen Innovationen, Nummer eins bei den Kunden in Japan, profi­ tabler Global Player, Effizienz-Meister sowie Nutzfahrzeug- Arbeitgeber Nummer eins in Japan. 135
  • Die Vorreiterrolle bei grünen Innovationen ist ein strategischer Eckpfeiler des Zukunftsprogramms »Fuso 2015«.Der Actros – neues Flaggschiff für Mercedes-Benz Trucks. Wachstum, Synergien und Flexibilität mittels GlobalGottlieb Daimler verkaufte 1896 den ersten Lkw der Welt. Excellence. Dank unserer hervorragenden strategischen Auf-Auch mehr als 100 Jahre später sind Mercedes-Benz Lkw auf stellung mit dem Global-Excellence-Programm können wirdem europäischen und lateinamerikanischen Markt das unsere Produktpalette und unsere Produktionssysteme welt-Synonym für höchste Zuverlässigkeit und Wirtschaftlichkeit weit flexibel an die jeweilige Absatz- und Marktsituationsowie für erstklassige Produkt- und Servicequalität. Hohe anpassen. Wir haben so für jeden Markt das richtige Produkt-Kompetenzen für vielseitige, kundenorientierte Transport­ portfolio mit der passenden Technologie im Angebot. Daslösungen beweisen die Modelle Actros, Axor und Atego Programm umfasst vier Initiativen:im Segment der schweren und mittleren Lkw für den Fern-,Baustellen- und Verteiler­ erkehr sowie die Mercedes-Benz v Ziel der ersten Initiative, des »Managements von Markt­­ -Special Trucks Econic, Zetros und Unimog. zyklen«, ist es, Daimler Trucks weniger stark von den branchen­ typisch hohen Marktschwankungen abhängig zu machen.Der komplett neu entwickelte Actros, der Ende September Externe Faktoren, wie der Lebenszyklus von Flotten, Wechsel-im Werk Wörth in Serienproduktion ging, bestätigt eindrücklich kursschwankungen sowie insbesondere die weltweiteunsere Innovationsführerschaft. Nur wenige Wochen nach Konjunkturentwicklung, und immer schärfere Abgasgesetz­Beginn seiner Serienproduktion wurde der neue Actros bereits gebungen führen zu rasch aufeinanderfolgenden Auf- undzum »Truck of the Year« gewählt. Laut der internationalen Abschwüngen in der Lkw-Nachfrage. Mit Instrumenten wieExperten-Jury hat der neue Actros »…die Messlatte bei Effizienz, flexiblen Produktionskapazitäten und ArbeitszeitmodellenSicherheit und Komfort neu aufgelegt«. Der Actros ist das sowie einem globalen Produktionsnetzwerk sind wir in der Lage,Ergebnis einer kompletten Neuentwicklung. Seine Stärken zeigt die Produktion von Nutzfahrzeugen und Aggregaten kurz-er insbesondere bei Wirtschaftlichkeit, Fahrdynamik und fristig anzupassen. Unsere schnelle und nachhaltige ErholungKomfort. So reduziert sich im Vergleich zum bewährten Vor- nach dem Krisenjahr 2009 sowie unser sehr erfolgreichesgängermodell der Kraftstoffverbrauch in der Euro-V-Aus­ Geschäftsjahr 2011 sind ein deutlicher Beleg für die Wirkungs-führung um bis zu 7% und in der Euro-VI-Ausführung um bis kraft unserer Maßnahmen.zu 4%. Umgerechnet heißt das: Der neue Actros nähertsich pro Tonne Nutzlast einem Verbrauch von nur 1 l/100 km. Ein spezielles Augenmerk haben wir in den vergangenenInsbesondere dieser geringe Kraftstoffverbrauch war ange- Jahren auch auf den zweiten Pfeiler gelegt: »Operationalsichts der einzigartigen Euro-VI-Technologie ausschlaggebend Excellence«. Grundlage dafür ist das Managementsystembei der Verleihung des »euro­ äischen Transportpreises für p »Truck Operating System« (TOS), das nicht nur in der Produk-Nachhaltigkeit«, der ebenfalls an den neuen Actros ging. Doch tion, sondern in allen Fachbereichen zum Einsatz kommtder neue Lkw bietet noch wesentlich mehr: mehr Fahr­ und somit Auswirkungen sowohl auf die Organisation als auchdynamik, zum Beispiel durch das neue »PowerShift-Getriebe«, auf unsere Produkte hat. Aktuelles Beispiel für die Umsetzung:sowie ein vollautomatisiertes Zwölfgangaggregat, das Die Bereiche Einkauf, Aggregateproduktion und Produktions-schneller und präziser schaltet als selbst gute Fahrer. Mit einem planung wurden neu geordnet und eng verzahnt. Dank des»Mehr« an Komfort setzt der Actros Maßstäbe in Raum­ standort- und produktübergreifenden Produktionsnetzes steigernangebot und Ergonomie, in Materialqualität und Ausstattung. wir die Effizienz, Flexibilität und Qualität, wohingegen die Komplexität deutlich reduziert wird. Dass unsere StrategieDer neue Actros ist außerdem Vorreiter in Sachen Sicherheit: erfolgreich ist, zeigt sich in unseren Produkten: Im RahmenDie Werksserienausstattung beinhaltet nicht nur das bewährte der Einführung der neuen schweren Lkw-Motorengenerationelektronische Bremssystem, sondern auch eine neue Motor- wurde das frühere Portfolio von ehemals vier Motorenfamilienbremse mit verbesserter Bremsleistung. Insgesamt stehen den aus vier Werken auf eine einzige Familie reduziert, die an nurKunden 13 Brems-, Sicherheits- und Assistenzsysteme zur noch zwei Standorten gebaut wird. Die Motoren sind bereitsVerfügung (vgl. S. 30 ff.). erfolgreich bei Fuso und Trucks NAFTA implementiert und wurden im Jahr 2011 in der europäischen Version vorgestellt. Diese Motoren erfüllen bereits heute die ab 2014 geltende Abgasnorm Euro VI.136
  • 4 | Geschäftsfelder | Daimler TrucksTrucks NAFTA konnte im Jahr 2011 an der Markterholung in den USA und Kanada überdurchschnittlich partizipieren.Mit diesen beiden Maßnahmen haben wir die Voraussetzungen Außerdem haben wir weitere relevante neue Wachstums-dafür geschaffen, uns nun auf die zwei weiteren Global- märkte identifiziert und sind mit unterschiedlichen KonzeptenExcellence-Initiativen zu fokussieren. »Profitables Wachstum dort aktiv. Mit der Übernahme von Tognum durch die Engineund Marktausschöpfung« werden wir in unseren Kernmärkten Holding GmbH, an der Daimler und Rolls-Royce jeweils 50% dererfolgreich fortsetzen und in den neuen Wachstumsmärkten Anteile halten, wollen wir einen führenden Anbieter vonausbauen. So wird der Mercedes-Benz Actros seit Dezember Komplettsystemen im Industriemotorenbereich schaffen.2010 auch in Aksaray, Türkei, und seit Anfang 2012 zusätzlichfür den lateinamerikanischen Markt in Juiz de Fora, Brasilien, Hohe Innovationskraft und zahlreiche Auszeichnungen.produziert, um der wachsenden Nachfrage nach schweren Fern­ Daimler Trucks investiert konsequent in künftige Produkt­verkehrs-Lkw in beiden Märkten nachzukommen. Als Reaktion generationen und Technologien. Dabei gehen Wachstum undauf das starke Marktwachstum im NAFTA-Raum hat Trucks die Umsetzung umweltfreundlicher Antriebe Hand in Hand.NAFTA die Produktionskapazitäten in seinen Lkw-Werken Im Rahmen der vierten Global-Excellence-Initiative »Zukünftigebereits im zweiten Halbjahr 2011 deutlich gesteigert und auch Produktgenerationen« haben wir in den zurückliegendenschon für das Jahr 2012 zusätzliche Erweiterungen ange­ 24 Monaten eine annähernd komplette Erneuerung unsererkündigt, unter anderem in Form einer zweiten Schicht für die Produktpalette durchgeführt. Der Erfolg dieser Modelloffen­ -Produktion der schweren Lkw der Marke Western Star. sive zeigt sich nicht zuletzt in zahl­ eichen Auszeichnungen, zum r Beispiel als »beste Nutz­ ahrzeuge« für den Axor und den fAuch bei Trucks Asia sind wir mit unseren Maßnahmen erfolg- Actros bei der Leserwahl des Fachverlags ETM. Der Ategoreich: Seit Oktober wird der westeuropäische Markt mit BlueTec Hybrid erhielt als europaweit erster Serien-Hybrid-dem neuen Canter-Modell aus unserem portugiesischen Werk Lkw einen »ÖkoGlobe« in der Kategorie »Serienfahrzeug mitTramagal versorgt. Mit der Einführung der neuen Canter-Gene­ Nachhaltigkeitsfaktor«. Mit dem ÖkoGlobe werden jährlichration in Nordamerika bringt Fuso einen der modernsten und die umweltfreundlichsten Produkte und Innovationen der Auto­effizientesten Leicht-Lkw der Welt in den USA und in Kanada mobil­ ranche in insgesamt neun Kategorien bedacht. bauf den Markt und setzt mit dem sehr geringen Schadstoffaus- Der Unimog, der im Jubiläumsjahr des Automobils seinenstoß und seinen niedrigen Betriebskosten weitere Maßstäbe. 60. Geburtstag feierte, war bei der Leserwahl der Fachzeit- schrift »Off Road« unter den Sonderfahrzeugen »besterPräsenz in den RIC-Staaten ausgebaut. Daimler Trucks ist Gelände­ agen des Jahres«. Einen außergewöhnlichen Titel wauch in den RIC-Staaten erfolgreich: In Russland werden bei erlangte ein Freightliner Cascadia in der Rennversion: AlsFuso Kamaz Trucks Rus seit 2010 Fuso Canter Fahrzeuge pro- erster Schwerlast-Lkw überhaupt meisterte er das Bergrennenduziert. Anfang 2011 wurde dann die neue Mercedes-Benz »Climb to the Clouds«, eines der ältesten Motorsport-EventsTrucks Vostok-Produktionsline offiziell eingeweiht, auf der Actros, in den USA. Pünktlich zum europäischen ProduktionsbeginnAxor und Unimog Modelle gebaut werden. Das Truck-Werk erhielt der neue Canter die Auszeichnung »Irish Truck of theim indischen Chennai steht kurz vor der Fertigstellung. Ab dem Year«. Die Bewertung basiert auf den gleichen Prinzipien, wieHerbst 2012 werden hier Fahrzeuge unter der neuen Marke sie auch bei der Auszeichnung »International Truck of the»BharatBenz« vom Band laufen. Im Geschäftsjahr 2011 ist uns Year« angewandt werden.ein weiterer großer Erfolg gelungen: Wir haben die abschlie-ßende behördliche Genehmigung erhalten, ein Joint Venturemit Foton Motor zu gründen. Mit unserem 50%igen Anteil anBeijing Foton Daimler Automotive Co., Ltd. werden wir unserePosition im Segment mittlerer und schwerer Lkw auf demchinesischen Markt weiter festigen und ausbauen. Daimlerwird sein technolo­ isches Know-how in das Joint Venture geinbringen, insbesondere in den Bereichen Dieselmotoren undAbgassysteme. Beide Partner werden Auman, die Lkw-­Marke von Foton, als Plattform zur Ausweitung des Geschäftsin China nutzen. 137
  • Mercedes-Benz VansMercedes-Benz Vans setzte seine starke Entwicklung auch im Geschäftsjahr 2011 fort. Vor allemdie neuen und attraktiven Fahrzeuggenerationen des Vito und des Viano haben dazu beigetragen.Die Erhöhung der Produktionskapazitäten in Argentinien schafft die Voraussetzung für weiteresWachstum im Premiumtransportergeschäft. Beim Ergebnis konnten wir einen neuen Rekordwerterzielen, sodass die Umsatzrendite bereits das von uns angestrebte Zielniveau erreichte. Absatz, Umsatz und EBIT nochmals deutlich gesteigert.4.05 Der weltweite Absatz von Mercedes-Benz Vans stieg um 18%Mercedes-Benz Vans auf 264.200 Einheiten der Modelle Sprinter, Vario, Vito und Viano.  4.05 Treiber dieser Entwicklung waren erneut unser 2011 2010 11/10 attraktives Angebot an hochwertigen Mehrzweckfahrzeugen€-Werte in Millionen Veränd. in % sowie unsere starke Wettbewerbsposition. Zudem partizipierten wir am Marktwachstum bei mittelgroßen und großen Trans-EBIT 835 451 +85 portern. Der Umsatz übertraf mit 9,2 (i. V. 7,8) Mrd. € eben-Umsatz 9.179 7.812 +17 falls deutlich das Vorjahresniveau. Das EBIT konnte im Ver-Umsatzrendite 9,1% 5,8% . gleich zum Vorjahr nochmals signifikant auf 835 (i. V. 451) Mio. €Sachinvestitionen 109 91 +20 gesteigert werden.Forschungs- undEntwicklungsleistungen 358 267 +34 davon aktiviert 126 29 +334 Mercedes-Benz Vans bleibt auf Wachstumskurs. Vor demProduktion 268.851 227.975 +18 Hintergrund einer positiven Marktentwicklung ist unser AbsatzAbsatz  264.193 224.224 +18 in Westeuropa, dem wichtigsten Absatzmarkt, um 14% aufBeschäftigte (31.12.) 14.889 14.557 +2 178.300 Einheiten gestiegen.  4.06 Dazu haben insbesondere die westeuropäischen Schlüsselmärkte beigetragen. Vor allem in Deutschland erfreuten sich unsere Produkte einer großen Beliebtheit bei den Kunden; wir verkauften hier so viele Transporter wie noch in keinem Jahr zuvor. Der Absatz im4.06 Heimatmarkt erhöhte sich um 25% auf einen neuen Rekord­ -Absatz wert von 77.600 Transportern. Sehr erfreulich entwickelte sich auch der Absatz in Osteuropa: Mercedes-Benz Vans erzielte 2011 2010 11/10 hier im Jahr 2011 – nach einem starken Vorjahr – mit 38% Veränd. in % erneut ein deutlich zweistelliges Absatzplus. In Südeuropa hingegen waren die Auswirkungen der Euro-Krise spürbar.Gesamt 264.193 224.224 +18Westeuropa 178.335 156.775 +14 Der Markterfolg des Sprinter in den USA und Kanada führte davon: Deutschland 77.585 62.193 +25 in der NAFTA-Region zu einem deutlichen Absatzanstieg aufOsteuropa 22.646 16.404 +38 22.300 Einheiten. Dies entspricht einem Plus von 68% gegen-USA 18.027 10.482 +72 über dem Vorjahr. Die hohe Akzeptanz bei unseren KundenLateinamerika (ohne Mexiko) 13.659 12.528 +9 spiegelt sich auch in den gewonnenen Marktanteilen wider.China 13.514 12.151 +11Übrige Märkte 18.012 15.884 +13 In China steigerte Mercedes-Benz Vans seinen Absatz nach der Aufnahme der lokalen Produktion des Vito und Viano im Frühjahr 2010 sowie des Sprinter als Bus-Version im Oktober 2011 um 11% auf 13.500 Einheiten. Mit einem Zuwachs um 9% auf 13.700 Einheiten war Mercedes-Benz Vans im Berichtsjahr auch in Latein- amerika erfolgreich. Nach der Erhöhung der Produktions- kapazitäten Mitte des Jahres lagen die Absatzvolumina insbe- sondere im zweiten Halbjahr deutlich über dem Niveau des Vorjahres. Ab 2012 werden wir unseren Kunden die aktuelle Modellgeneration des Sprinter in Lateinamerika anbieten können und erwarten uns davon – insbesondere in Brasilien und Argentinien – weitere positive Impulse für den Absatz.138
  • 4 | Geschäftsfelder | Mercedes-Benz VansEine Yacht auf vier Rädern: Mit dem Showcar Viano Vision Pearl zeigt Mercedes-Benz, was in der Fahrzeugklasse der Vans machbar ist.Vom Sprinter setzten wir im Jahr 2011 weltweit 163.300 Standort aus. Dabei ist der Sprinter klarer Marktführer inEinheiten ab (+14%). Die neuen Fahrzeuggenerationen des Vito Argentinien und gleichzeitig Exportschlager: Das Fahrzeug wirdund des Viano erzielten ein Wachstum von 26% gegenüber von Argentinien aus in rund 50 Länder verkauft, darunterdem Vorjahr. Der Viano verbuchte sogar einen neuen Rekord: Brasilien, Südafrika und Australien.Der Absatz legte um 40% auf 30.500 Einheiten zu. Emissionsfreies Fahren mit dem Mercedes-Benz VitoSomit konnten wir im Segment der mittelgroßen Transporter E-CELL. Zusätzlich zur Nutzung neuer Wachstumschancen istunseren Marktanteil in der Euro­ äischen Union um 2 Prozent- p auch die Technologieführerschaft eine wesentliche Säule derpunkte auf 18% ausbauen. Zudem konnte Mercedes-Benz Strategie von Mercedes-Benz Vans. Besonderes AugenmerkVans seine Marktführerschaft in der Europäischen Union im richten wir darauf, umweltschonende Technologien zu ent­Segment mittelgroßer und großer Transporter behaupten. wickeln und für unsere Kunden nutzbar zu machen. Mit dem Mercedes-Benz Vito E-CELL haben wir den ersten elektro­Mercedes-Benz Vans setzt auf Wachstum in China. motorisch angetriebenen Transporter aus SerienproduktionWesentliche Säulen für profitables Wachstum bei Mercedes-Benz bereits heute im Kundeneinsatz. Dank seines lokal emissions-Vans sind die konsequente Internationalisierung des Geschäfts­- freien Antriebs eignet sich der Vito E-CELL ideal für den inner-felds und der Ausbau des Produktportfolios. Diese Strategie städtischen Logistikeinsatz sowie für besonders umweltsen­ -fassen wir unter dem Begriff »Mercedes-Benz Vans goes sible Gebiete. In sieben europäischen Ländern fahren derzeitglobal« zusammen. Besonders deutlich wird das in China: Wir bereits rund 500 Fahrzeuge. Insgesamt sollen europaweitsind der bisher einzige Hersteller von Transportern mit rund 2.000 Einheiten bis Ende 2012 sukzessive ausgelieferteigener lokaler Produktion, die wir in einem Joint Venture mit werden. Und die Fachwelt gibt ein klares Urteil ab: Der Vitoder Fujian Motors Group betreiben. Im Jahr 2011 produzierte E-CELL ist das richtige Konzept für nachhaltige Mobilität imMercedes-Benz Vans im Werk in Fuzhou rund 10.300 Trans- Transportersegment.porter der Modelle Vito und Viano. Und im Oktober 2011haben wir unser Transporter-Flaggschiff, den Mercedes-Benz Für jeden Einsatz den richtigen Van. Mercedes-BenzSprinter, als drittes Premiumfahrzeug im schnell wachsenden Vans hat im Berichtsjahr insgesamt drei neue Modelle und einchinesischen Markt platziert. Den Sprinter bieten wir in einer Showcar präsentiert. Anlässlich des 125. Jubiläums des Auto-Busvariante an, um die gestiegene Nachfrage nach gehobenen mobils haben wir das Sondermodell Viano »Avantgarde EditionShuttle-Services in China bedienen zu können. Die Produktion 125« auf den Markt gebracht. Premiere feierte der Großraum-dieser Fahrzeuge erfolgt ebenfalls im Werk in Fuzhou. Pkw auf dem Genfer Automobilsalon. Der Viano AvantgardeGleichzeitig werden wir das Händlernetz von derzeit rund Edition 125 überzeugt durch seinen V6-Antrieb, ein Exterieur50 Vertriebspartnern mittelfristig deutlich ausbauen. mit sportlicher Linienführung und hochwertige Innenausstattung. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung (IAA) inNeue Produkte für Lateinamerika und ein rundes Jubiläum. Frankfurt haben wir mit unserem Showcar »Viano Vision Pearl«Bereits vor 60 Jahren errichtete Mercedes-Benz in Argentinien gezeigt, was im Van-Premiumsegment in der Zukunft realisier­das erste Werk außerhalb Deutschlands und legte damit den bar ist: Das Fahrzeug kombiniert großzügiges RaumangebotGrundstein für ein heute global aufgestelltes Automobil­ mit exklusivem Innenraumdesign, einem neuen Frontdesignunternehmen. Im September 2011 feierte Mercedes-Benz sowie einer speziellen Lackierung. Die Produkt­ alette des pArgentinien dieses Jubiläum in Buenos Aires. Während der Mercedes-Benz Vito haben wir mit dem Vito Crew und demFeierlichkeiten stellten wir zudem zwei Neu­ eiten vor: den h Vito Shuttle um zwei neue Modelle erweitert: Mit dem Vito CrewMercedes-Benz Sprinter, wie er zurzeit in Europa verfügbar bieten wir Kunden aus Handwerk und Dienstleistung eineist, sowie den Dieselmotor OM 651 von Mercedes-Benz. Beide robust ausgestattete Variante für den Transport von GepäckProdukte werden ab Anfang 2012 im argentinischen Werk und Material. Damit passt der Vito Crew ins Baugewerbe,»Centro Industrial Juan Manuel Fangio« gefertigt. Für diese zu Reinigungsunternehmen oder Montagebetrieben. Der VitoProjekte investierten wir rund 70 Mio. € und rüsten das Shuttle zielt auf Kunden aus der professionellen Personen­Werk für die Sprinter- und Motorenproduktion um. Denn klares beförderung, die das Fahrzeug als Hotelzubringer, Flughafen-Ziel von Mercedes-Benz Vans ist es, in Lateinamerika in den Shuttle oder Großraumtaxi einsetzen. Der Vito Shuttlenächsten fünf Jahren den Absatz von Transportern um über kombiniert eine umfangreiche Komfortausstattung mit groß­30% zu steigern. Bereits seit 1996 produzieren, vermarkten zügigen Platzverhältnissen.und vertreiben wir den Mercedes-Benz Sprinter vom lokalen 139
  • Daimler BusesDaimler Buses konnte im Geschäftsjahr 2011 seinen Absatz weiter steigern und in seinenKernmärkten im Segment für Busse über 8t die Marktführerschaft mit Abstand verteidigen.Mit der Vorstellung des neuen Mercedes-Benz Citaro setzten wir im Premiumstadtbussegmentneue Maßstäbe. Strukturelle Verschiebungen beim Absatz belasteten Umsatz und Ergebnis. Absatzanstieg durch höhere Nachfrage in den lateinameri-4.07 kanischen Märkten. Im Jahr 2011 konnte Daimler BusesDaimler Buses den Absatz von Bussen und Fahrgestellen trotz schwieriger Bedingungen bei den Komplettbussen weiter auf 39.700 2011 2010 11/10 ( i. V. 39.100) Einheiten steigern.  4.07 Damit verteidigte€-Werte in Millionen Veränd. in % ( Daimler Buses die Marktführerschaft in seinen Kernmärkten im Segment für Busse mit einem zulässigen Gesamtgewicht überEBIT 162 215 -25 8t. Der Anstieg des Absatzes resultierte insbesondere ausUmsatz 4.418 4.558 -3 der positiven Geschäftsentwicklung bei Mercedes-Benz Fahr-Umsatzrendite 3,7% 4,7% . gestellen in Lateinamerika und Mexiko sowie bei Komplett­Sachinvestitionen 103 95 +8 bussen in der Türkei. Dem standen schwächere Komplettbus-Forschungs- undEntwicklungsleistungen 225 223 +1 absätze in den Regionen Westeuropa und Nordamerika davon aktiviert 32 31 +3 gegenüber. Der Umsatz lag mit 4,4 (i. V. 4,6) Mrd. € leicht unterProduktion 40.391 39.405 +3 dem Vorjahresniveau. Das EBIT ging aufgrund der gerin­ -Absatz 39.741 39.118 +2 geren Komplettbusabsätze von 215 auf 162 Mio. € zurück.Beschäftigte (31.12.) 17.495 17.134 +2 Unterschiedliche Geschäftsentwicklung in den Regionen. In Westeuropa bietet Daimler Buses mit den Marken Mercedes-Benz und Setra die gesamte Produktpalette von Stadt-, Überland- und Reisebussen sowie Fahrgestelle der Marke4.08 Mercedes-Benz an. Das Absatzvolumen verringerte sich inAbsatz dieser Region von 7.200 auf 5.900 Einheiten.  4.08 Insbeson- dere bei den Stadtbussen ging der Absatz gegenüber dem 2011 2010 11/10 Vorjahr noch einmal deutlich zurück; die Zurückhaltung der Veränd. in % öffentlichen Auftraggeber war hier weiter zu spüren. Im Reisebusgeschäft wurde das Vorjahresniveau ebenfalls nichtGesamt 39.741 39.118 +2 erreicht. Daimler Buses gelang es, die führende MarktpositionWesteuropa 5.943 7.168 -17 in Westeuropa mit einem Marktanteil von rund 27% (i. V. 30%) davon: Deutschland 2.214 2.635 -16 zu behaupten. In der Türkei verzeichneten wir einen Absatz­NAFTA 4.042 3.878 +4 zuwachs um 55% auf 1.100 Einheiten. Als Bushersteller profitier-Lateinamerika (ohne Mexiko) 25.048 23.215 +8 ten wir in diesem Land auch von den gegenüber dem VorjahrAsien 1.667 1.462 +14 höheren Touristenzahlen.Übrige Märkte 3.041 3.395 -10 In Lateinamerika (ohne Mexiko) steigerte Daimler Buses den Fahrgestellabsatz der Marke Mercedes-Benz um 8% auf 25.000 Einheiten. Dies war nicht nur durch die hohe Kunden- akzeptanz unserer Produkte bedingt, sondern unter anderem auch durch Vorzieheffekte, die im Zusammenhang mit der Ein- führung der Euro-V-Abgasnorm in Brasilien im Jahr 2012 standen. Der Marktanteil in Lateinamerika bewegte sich mit rund 43% nach wie vor auf hohem Niveau. Aufgrund der weiteren Erholung des mexikanischen Marktes konnte Daimler Buses hier 3.500 Einheiten (+14%) absetzen. Mit einem Marktanteil von rund 50% verteidigten wir auch im Jahr 2011 die Marktführerschaft in Mexiko.140
  • 4 | Geschäftsfelder | Daimler BusesDer innovative Citaro setzt als Stadtbus neue Maßstäbe bei Wirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit, Komfort, Sicherheit und Design.Auf dem nordamerikanischen Markt ging der Absatz im Daimler Buses setzt weiter auf Innovation bei moderns­ en tJahr 2011 auf 600 Einheiten zurück, da sich auch hier das Antriebstechnologien. Weltweit steigt der MobilitätsbedarfStadtbusgeschäft rückläufig entwickelte. einer wachsenden und zunehmend urbanisierten Bevölkerung – mit entsprechenden Auswirkungen auf Umwelt und Klima.Der neue Mercedes-Benz Citaro: wirtschaftlich, komfortabel Da dem Omnibus innerhalb der erforderlichen Mobilitätsnetz-und sicher. Nach mehr als 31.000 verkauften Exemplaren werke eine Schlüsselrolle zukommt, stellt sich Daimlerin 13 Jahren wurde im Mai 2011 der komplett neu entwickelte Buses mit zukunftsweisenden Antriebstechnologien denMercedes-Benz Citaro vorgestellt. Mit seinen niedrigen daraus resultierenden Anforderungen.Verbrauchswerten setzt der Premiumstadtbus Maßstäbe beiWirtschaftlichkeit, Umweltfreundlichkeit, Komfort, Sicherheit Dies gelingt unter anderem durch die Optimierung derund Design. Für unsere Kunden ergeben sich Vorteile aus der Fahrzeuge mit modernsten Verbrennungsmotoren. So hatnochmals gesteigerten Wirtschaftlichkeit und dem Know-how Daimler Buses im Berichtsjahr mit dem Mercedes-Benzdes weltweit größten Busherstellers. Die Fahrgäste erhalten Travego Edition 1 den ersten Reisebus der Abgasstufe Euro VIeinen gesteigerten Komfort und ein einzigartiges Sicherheits­ vorgestellt. Die Abgasnorm wird Anfang 2014 verbindlich vor-niveau. Erstmals ist für den Stadtlinienbus das elektronische geschrieben. Im Ergebnis bedeutet das eine weitere drastischeStabilitätsprogramm ESP verfügbar. Außerdem stellen wir Reduzierung der Abgas­ missionen. eden Fahrern einen komplett neuen Arbeitsplatz zur Verfügung.Beim Thema Umweltfreundlichkeit können wir durch den Die Hybridisierung, also die Kombination von Elektro- undEinsatz von sparsamen und umweltschonenden Motoren mit Verbrennungsmotor, ist ein weiterer Schwerpunkt unsererBlueTec-Dieseltechnologie in den Abgasstufen Euro V und Arbeit. Nach ihrer Vorstellung im Jahr 2009 bewähren sich dieEEV (Enhanced Environmentally Friendly Vehicle) die Umwelt­ Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybridbusse bereits in 15bilanz für den Omnibus weiter verbessern. europäischen Städten. Bei dem Citaro G BlueTec Hybrid handelt es sich um den bislang einzigen Hybridbus, der einzelneMercedes-Benz mit erneuerter und erweiterter Produkt- Streckenabschnitte rein elektrisch zurücklegen und nahezupalette in Brasilien. Mit einem erneuerten Produktportfolio geräuschlos Haltestellen anfahren kann. Die Einsparung anführt Daimler Buses die wirtschaftliche und schadstoffarme Dieselkraftstoff und damit an CO2-Emissionen liegt abhängigBlueTec-V-Motorentechnologie in den brasilianischen Markt von den Einsatzbedingungen bei rund 20%.ein. So erfüllen alle Mercedes-Benz Fahrgestelle den Euro-V-Emissionsstandard, der seit Januar 2012 in Brasilien gilt. Komplett emissionsfrei fahren unsere Brennstoffzellenbusse,Mit mehr als 20 Fahrgestellmodellen für Stadt- und Überland- von denen bereits die ersten in Deutschland, Italien und derbusse ist Daimler Buses auf dem brasilianischen Markt als Schweiz im Praxiseinsatz sind. Die Busse werden mit Wasser-der Hersteller mit dem breitesten Produktportfolio vertreten. stoff betankt, der im Fahrzeug in elektrische AntriebsenergieDazu zählen unter anderem die neu eingeführten Fahrgestell­ umgewandelt wird. Nach der ersten Generation, die von 2003modelle O 500 MDA und UDA. Diese ermöglichen Busaufbauten an erprobt wurde, hat nun der weiterentwickelte Citarovon bis zu 23 m Länge und erlauben so die Beförderung FuelCELL-Hybrid wesentliche Neuerungen aufzubieten. Dazuvon rund 200 Passagieren im öffentlichen Personennahverkehr. zählen nicht nur leistungsstarke Radnabenantriebe und elektrifizierte Nebenaggregate, sondern auch weiter verbesserteDaimler Buses führt Stadtbus im Wachstumsmarkt Brennstoffzellen. Diese sollen eine auf mindestens fünf JahreIndien ein. Im Jahr 2012 führt Daimler Buses den ersten oder 12.000 Betriebsstunden verlängerte DauerhaltbarkeitMercedes-Benz Stadtbus für den indischen Markt ein. Nach erreichen.der Einführung eines Zwei-Achser-Reisebusses im Jahr2008 und eines Drei-Achser-Reisebusses im Jahr 2010 willsich Daimler Buses mit der Marke Mercedes-Benz nun imStadtbus-Markt etablieren. Ausgehend von einem bereits heutehohen Volumen von rund 50.000 Bussen pro Jahr werdendem indischen Markt für die nächsten Jahre kräftige Wachs-tumsraten prognostiziert. Schon heute weist Indien dennach China weltweit größten Busmarkt auf. 141
  • Daimler Financial ServicesDaimler Financial Services konnte 2011 einen dreifachen Rekord erzielen: Vertragsvolumen,Neugeschäft und EBIT erreichten jeweils neue Bestmarken. Mit dem Marktstart in Indien, derGeschäftsausweitung in China und neuen Mobilitätsdienstleistungen sind die Weichen für weiteresWachstum gestellt. Bei der Kunden- und Händlerzufriedenheit belegten wir erneut Spitzenplätze. erfolgreichen Betrieb in Ulm und Hamburg (Deutschland) sowie4.09 Austin (USA) haben wir unseren Mobilitätsservice imDaimler Financial Services Geschäftsjahr 2011 in Vancouver (Kanada), Wien (Österreich), Amsterdam (Niederlande) und San Diego (USA) aufgenom­ 2011 2010 11/10 men. Die Flotten in Amsterdam und San Diego bestehen aus€-Werte in Millionen Veränd. in % jeweils 300 smart fortwo electric drive. Seit Anfang 2012 sind wir auch in Lyon (Frankreich) aktiv, und im Laufe des JahresEBIT 1.312 831 +58 werden wir unter anderem den Betrieb in Stuttgart auf­Umsatz 12.080 12.788 -6 nehmen.Neugeschäft 33.521 29.267 +15Vertragsvolumen 71.730 63.725 +13 Künftig wird Daimler Financial Services weitere Mobilitäts­Sachinvestitionen 21 12 +75 dienstleistungen entwickeln, die dem Anspruch der KundenBeschäftigte (31.12.) 7.065 6.742 +5 nach neuen Verkehrskonzepten im urbanen Raum gerecht werden. Dabei kann das Geschäftsfeld auf seinen umfang­ reichen Erfahrungen mit Bankdienstleistungen, Flotten­ management und Mobilitätspaketen aus Finanzierung und Versicherung aufbauen.Daimler Financial Services auf Wachstumskurs. DasGeschäft der Finanzdienstleistungssparte hat sich im Geschäfts­ Positive Geschäftsentwicklung in Europa. Daimler Financialjahr 2011 in allen Regionen sehr positiv entwickelt. Das welt­ Services konnte in Europa das Geschäft weiter ausweiten.weite Vertragsvolumen stieg um 13% auf den Rekordwert von Erstmalig stieg das Vertragsvolumen in dieser Region über71,7 Mrd. €. Bereinigt um Wechselkurseffekte lag der Anstieg den Wert von 30 Mrd. € und lag zum Jahresende 2011 mitbei 12%. Das Neugeschäft konnte infolge des höheren Absatz­ 31,2 Mrd. € um 7% über dem Vorjahreswert. Das Neugeschäftvolumens der automobilen Geschäftsfelder um 15% auf stieg in Europa um 11% auf 16,4 Mrd. €. Besonders dyna­33,5 Mrd. € ausgeweitet werden. Mit einem EBIT von 1.312 misch entwickelten sich die Märkte in Rumänien (+115%) und(i. V. 831) Mio. € konnte ein weiterer Rekordwert erzielt der Türkei (+52%).werden.  4.09 Das Vertragsvolumen der Mercedes-Benz Bank in DeutschlandPositive Entwicklung der Kreditrisiken. Im Berichtsjahr sind lag mit 17,0 Mrd. € um 6% über dem Vorjahreswert. Imdie Kreditausfälle bei Daimler Financial Services in allen Direktbankgeschäft der Mercedes-Benz Bank blieb das Einlage­­Regionen gegenüber dem Jahr 2010 deutlich zurückgegangen. volumen mit 11,0 Mrd. € auf dem Niveau des Vorjahres. DieZusätzlich zu der guten wirtschaftlichen Entwicklung in den Mercedes-Benz Bank hat im ersten Quartal 2011 die Internet­Kernmärkten von Daimler Financial Services hat auch ein pro­ plattform »FlexibleStars« zum kundenfreundlichen Ein- undfessionelles Risikomanagement bei der Kreditvergabe zu Ausstieg bei laufenden Leasingverträgen gestartet und damitder positiven Risikoentwicklung beigetragen. ihr Angebot flexibler Mobilitätslösungen erweitert.Neuer Geschäftsbereich »Mobility Services«. Daimler Geschäft in Nord- und Südamerika ausgeweitet. In derFinancial Services hat im Berichtsjahr sein Geschäftsmodell Region Nord- und Südamerika erhöhte sich das Vertrags­erweitert: Neben dem klassischen Fahrzeugfinanzierungs­ volumen im Geschäftsjahr 2011 um 18% auf 30,6 Mrd. €.geschäft werden künftig auch vermehrt Mobilitätsdienstleis­ Wechselkursbereinigt betrug der Anstieg 17%. Das Neu­tungen angeboten. Dazu wurden im zweiten Quartal 2011 geschäft lag mit 12,5 Mrd. € um 15% über dem Vorjahreswert.der neue Geschäftsbereich »Mobility Services« gestartet und Eine besonders starke Geschäftsentwicklung gab es indas Mobilitätskonzept car2go in das Geschäftsfeld Daimler Argentinien (+34%) und Brasilien (+30%).Financial Services integriert. Bei car2go standen die Zeichenim Jahr 2011 weiterhin auf Wachstum: Zum Jahresende warenweltweit mehr als 60.000 Kunden registriert; insgesamt waren2.100 Fahrzeuge in sieben Städten im Einsatz. Nach dem142
  • 4 | Geschäftsfelder | Daimler Financial ServicesDaimler Financial Services ist der weltweit größte Nutzfahrzeugfinanzierer.Mercedes-Benz Financial Services hat in den USA zusammen Gestiegenes Geschäft mit Flottenkunden. Im Flotten-mit Mercedes-Benz USA und American Express ein gemein­ management mit gewerblichen Kunden konnte Daimler Financialsames Kreditkartenprogramm gestartet. Mercedes-Benz Services sein Geschäft nochmals ausweiten. Das NeugeschäftFahrer und Freunde der Marke können künftig zwei maßge­ lag in diesem Jahr mit 118.000 Einheiten um 5% über dem Vor­schneiderte Kreditkartenangebote nutzen, die das Member- jahresniveau. Der Vertragsbestand stieg um 2% auf 309.000ship-Rewards-Programm von American Express und exklusive Einheiten. Das Angebotsspektrum reicht von Finanzierung undJahresprämien von Mercedes-Benz kombinieren. Leasing über Full-Service-Leasing bis hin zum kompletten Management des Fuhrparks für gewerbliche EinzelkundenWeiteres Wachstum in Asien. In der Region Afrika & Asien- ebenso wie für internationale Großkunden.Pazifik stieg das Vertragsvolumen gegenüber dem Vorjahres­-wert um 15% auf 9,9 Mrd. €. Das Neugeschäft lag mit 4,5 Mrd. € Zahlreiche Auszeichnungen zur Kunden- und Händler­ -um 25% über dem Vorjahreswert. Besonders dynamisch ent­ zu­friedenheit. Die hohe Zufriedenheit der Kunden und Händlerwickelte sich erneut das Geschäft in China: Hier stieg das Ver­ mit den Dienstleistungen von Daimler Financial Servicestragsvolumen zum Jahresende 2011 um 93% auf 1,8 Mrd. €. führte auch im Geschäftsjahr 2011 wieder zu einer Reihe vonStarkes Wachstum verzeichneten auch die Märkte Südkorea Auszeichnungen. Die Mercedes-Benz Bank wurde sowohl(+30%) und Hongkong (+17%). beim Autohaus Bankenmonitor als auch beim Autohaus Versi­ cherungsmonitor als bester Finanzdienstleister im Premium­Mit der neu gegründeten Gesellschaft Daimler Financial Services segment ausgezeichnet. Mercedes-Benz CharterWay gewannIndia Private Ltd. unterstützt Daimler Financial Services in Deutschland erneut den Image-Award der Fachzeitschriftseit dem 1. Juli 2011 den Fahrzeugabsatz in Indien durch das VerkehrsRundschau in der Kategorie Miete/Leasing. Bei derAngebot von Finanzierungen, Leasing und Versicherungen diesjährigen J. D. Power-Umfrage zur Händlerzufriedenheitfür Kunden und Händler der Marke Mercedes-Benz. Zum Jahres­ in den USA belegte Mercedes-Benz Financial Services erstmalsende lag das Vertragsvolumen der neuen Gesellschaft bei den ersten Platz in allen Kategorien. Auch bei Umfragen zur54 Mio. €. Für die neue, von Daimler Trucks speziell für den Kunden- und Händlerzufriedenheit in Südafrika, China, Groß­indischen Markt entwickelte Lkw-Marke BharatBenz wird britannien, Australien und den Niederlanden lag DaimlerDaimler Financial Services India ab 2012 ebenfalls Finanz­ Financial Services jeweils auf dem ersten Platz.dienstleistungen anbieten. Toll Collect-Mautsystem läuft weiter reibungslos. DasErfolgreiche Entwicklung des Versicherungsgeschäfts. System zur Erhebung der Lkw-Maut auf deutschen Auto­Das Geschäft mit fahrzeuggebundenen Versicherungen hat bahnen arbeitete auch im Jahr 2011 stabil und störungsfrei.sich im Berichtszeitraum ebenfalls sehr positiv entwickelt. Im Zum Jahresende waren insgesamt 704.428 FahrzeuggeräteJahr 2011 wurden weltweit mehr als 940.000 Versicherungs­ zur automatischen Mauterfassung im Einsatz. Insgesamt wurdenpolicen vermittelt; das entspricht einem Anstieg von 12% im im Berichtsjahr 26,7 Mrd. Streckenkilometer erfasst. DaimlerVergleich zum Vorjahr. Auch in diesem Geschäftsbereich war Financial Services ist am Toll Collect-Konsortium mit einemdas Wachstum in China besonders ausgeprägt: Hier wurde bei Anteil von 45% beteiligt.über 40% aller Mercedes-Benz Fahrzeugkäufen ein Versiche­rungsvertrag mit vermittelt. Dadurch stieg die Zahl der neuvermittelten Policen in China im Vergleich zum Vorjahr um52% auf 76.500 Verträge an.Zum Start des neuen Mercedes-Benz Actros hat die Mercedes-Benz Bank in Deutschland die erste nutzungsbasierte Lkw-Versicherung in den Markt eingeführt. Die Versicherungs­prämie richtet sich erstmals nach dem Einsatz des Lkwund der Fahrweise. Die Daten für die individuelle Berechnungder Prämie werden durch das Telematiksystem FleetBoarderfasst. 143
  • Nachhaltigkeit Daimler hat sich dem Leitbild der Nachhaltigkeit verpflichtet und versteht dieses ganzheitlich. Deshalb gehören wirtschaftlich, sozial und ökologisch verantwort­ - liches Handeln für uns untrenn- bar zusammen. 144
  • 5 | Nachhaltigkeit | Inhaltsverzeichnis5 | Nachhaltigkeit146-147 Nachhaltigkeit bei Daimler Umfassende Berichterstattung zum Thema Nachhaltigkeit. Detaillierte Informationen finden Sie in unserem Nachhaltig­– Leitbild der Nachhaltigkeit ist fester Bestandteil keitsbericht. Er beschreibt transparent und faktenorientiert der Unternehmensstrategie die Nachhaltigkeitsbilanz des vergangenen Geschäftsjahres.– Nachhaltige Steigerung des Unternehmenswerts als Ziel– Intensiver Dialog mit Stakeholdern Der online-basierte »Interaktive Nachhaltigkeitsbericht« (http://nachhaltigkeit.daimler.com) ergänzt unsere Nachhaltigkeitsberichterstattung mit vertiefenden und weiterführenden Informationen.148-151 Innovation, Sicherheit und Umwelt Im Jahr 2012 wird der neue Nachhaltigkeitsbericht zur– Forschungs- und Entwicklungsleistungen Hauptversammlung ab Anfang April verfügbar sein. auf 5,6 Mrd. € erhöht– Patente belegen Innovationskraft Weitere Informationen zum Thema Nachhaltigkeit finden Sie– Verbrauch und CO2-Emissionen weiter reduziert im Internet unter http://www.daimler.com/nachhaltigkeit– Der neue Actros: noch sparsamer und sauberer– Elektrofahrzeuge in Serie– Lkw und Omnibusse mit Hybridantrieb– Neue Technologien für mehr Sicherheit152-153 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter– Zahl der Beschäftigten wächst mit höherem Produktionsvolumen– greenHR-Initiative gestartet– Förderung von Nachwuchskräften auf hohem Niveau– Umfangreiches Aus- und Weiterbildungsangebot– Diversity im Unternehmen hat große Bedeutung154-155 Gesellschaftliche Verantwortung– Vielfältiger Austausch mit gesellschaftlichem Umfeld– Unterstützung gemeinnütziger Institutionen und gesell- schaftlicher Vorhaben– Förderung von Projekten und Initiativen an unseren Standorten– Erfolgreiche Partnerschaften weiter ausgebaut 145
  • Nachhaltigkeit bei DaimlerNachhaltigkeit ist ein wesentlicher Bestandteil unserer Unternehmensstrategie. EffizienteManagementstrukturen unterstützen die Umsetzung von Nachhaltigkeitsthemen in allenGeschäftsfeldern. Den intensiven Dialog mit den Stakeholdern haben wir im Berichtsjahrfortgeführt und weiter ausgebaut.Unsere Nachhaltigkeitsstrategie. Wir wollen den Wert Ökologische Dimension: Umweltschutz, Innovation und Sicher­ -unseres Unternehmens nachhaltig steigern. Deshalb müssen heit sind die größten Herausforderungen auf unserem Wegwir Wertschöpfung in einem umfassenden Sinne verstehen zur Nachhaltigkeit. Unsere Pkw und Nutzfahrzeuge zählen inund den Erfolg unserer Geschäftstätigkeit nicht nur an finanzi- ihren jeweiligen Marktsegmenten in puncto Umweltschutz undellen Kennzahlen, sondern auch an deren gesellschaftlichen Sicherheit zu den Besten. Mit neuen Mobilitätskonzepten denkenAkzeptanz messen. Um das zu erreichen, haben wir Nachhaltig- wir über das einzelne Fahrzeug hinaus und erprobenkeit als integralen Bestandteil in unserer Zielpyramide und um­ eltverträgliche Ansätze für urbane Mobilität. Auch bei wals Grundprinzip in der Unternehmensstrategie verankert. Von der Produktion unserer Fahrzeuge achten wir darauf,grundsätzlicher Bedeutung sind für uns zudem die zehn Prin­ jeden Herstellungsschritt so umweltverträglich wie möglichzipien des Global Compact, dem wir als Gründungsmitglied und zu gestalten.seit 2011 als Mitglied des LEAD-Teams besonders verbundensind. Darüber hinaus orientieren wir uns an den Arbeitsnormen Soziale und gesellschaftliche Dimension: Wir verstehender International Labour Organization (ILO) und den OECD- uns als »mitgestaltender Akteur in der Gesellschaft«. Des­Leitlinien für multinationale Unternehmen. wegen setzen wir uns für unsere Mitarbeiter, unsere Kunden und für die Menschen im gesellschaftlichen Umfeld unsererEffektive und aufeinander abgestimmte Strategien und Initia­ Standorte ein. Denn wir profitieren von einer hoch motiviertentiven sorgen dafür, dass Nachhaltigkeit in unserer Geschäfts­ und qualifizierten Belegschaft, von zufriedenen Kunden undtätigkeit ihren festen Platz hat. In unserem konzernweiten Nach­­ von vertrauensvollen Beziehungen zu unseren Stakeholdern.haltigkeitsmanagementsystem sind diese Strategien mit Wir wollen Werte für die Gesellschaft schaffen und engagierenMaßnahmen hinterlegt und mit messbaren Zielindikatoren uns mit unserer Spenden-, Sponsoring- und Stiftungstätigkeitver­ unden. Ein wichtiger Schritt in diese Richtung ist unser b unter anderem für in Not geratene Menschen, für die Ver­»Nachhaltigkeitsprogramm 2010-2020«, das wir im April 2011 ständigung zwischen den Kulturen sowie die Förderung vonvorgestellt haben. Darin sind die wesentlichen Handlungs­ Kunst, Kultur, Bildung, Wissenschaft und Sport.felder für die kommenden Jahre festgelegt. So wollen wir Schad-stoffe und Emissionen weiter verringern, die Sicherheit Stakeholder-Dialog. Als Global-Compact-Mitglied haben wirunserer Fahrzeuge nochmals erhöhen, den Dialog mit unseren im Rahmen unseres Nachhaltigkeitsengagements den DialogLieferanten und Händlern ausbauen sowie unser gesellschaft­ mit unseren Stakeholdern intensiviert. Damit unterstützen wirliches Engagement weiter stärken. auch die »Leitbild-Initiative für verantwortliches Handeln in der Wirtschaft«, die sich für eine soziale Marktwirtschaft mitÖkonomische Dimension: Profitables Wachstum und fairen Regeln im globalen Wettbewerb stark macht. Mit demlangfristiger ökonomischer Erfolg sichern unser Engagement »Daimler Sustainability Dialogue« bringen wir Vertreterfür eine nachhaltige Entwicklung. Als technologischer Schritt­ aus Gesellschaft, Politik und Wissenschaft mit Vertretern desmacher der Automobilbranche wollen wir mit Spitzenleistungen Daimler-Top-Managements zusammen. Anspruch der Dialog-überzeugen und die Zukunft einer sicheren und umwelt­ veranstaltungen ist es, den Austausch auch zu kritischenverträglichen Mobilität gestalten. Grundlage unserer Geschäfts­ Themen zu vertiefen und gemeinsam praktische Lösungen zutätigkeit ist eine verantwortungsbewusste Unternehmens­ suchen. Im Jahr 2011 haben wir nicht nur den Sustainabilityführung, die auf Integrität, gute Corporate Governance und Dialogue in Stuttgart, sondern auch weitere VeranstaltungenCompliance-Grundsätze setzt sowie ein in ethischer Hinsicht an mehreren internationalen Standorten durchgeführt.einwandfreies Verhalten jedes einzelnen Mitarbeiters und jederFührungskraft fordert und fördert.146
  • 5 | Nachhaltigkeit | Nachhaltigkeit bei DaimlerDie dritte Generation des smart fortwo electric drive ist ein Meilenstein auf dem Weg zum emissionsfreien Fahren.Zum vierten Daimler Sustainability Dialogue kamen im In vierteljährlichen Abständen informieren wir zusammenfassendNovember 2011 in Stuttgart 130 Teilnehmer zusammen. Der mit dem elektronischen »Sustainability Quarterly« über unserSchwerpunkt der Veranstaltung lag auf Workshops zu den Engagement im Bereich der Nachhaltigkeit. Sie können dasfolgenden Themen: Erneuerbare Energien für Elektromobilität, »Sustainability Quarterly« unter sustainability@daimler.comnachhaltige Mobilitätssysteme und -dienstleistungen, Soziale abonnieren oder unter http://www.daimler.com/nachhaltigkeitNetzwerke, Genera­ ionen- und Talentmanagement, Menschen- t herunterladen.rechte, Lieferantenmanagement und Community Relations.Die Ergebnisse der Workshops werden in den folgenden zwölfMonaten in gemeinsamen Arbeitsgruppen mit den Stake­holdern weiterbearbeitet; sie schaffen Anknüpfungspunkte fürden nächsten Sustainability Dialogue.Im Mai 2011 haben wir zum zweiten Mal in China einen Stake­holder-­ ialog zum Thema Nachhaltigkeit durchgeführt. Das D»Daimler Sustainability Forum« fand nach Shanghai im Jahr 2010dieses Mal in ­ eking statt. Themenschwerpunkte waren die PEntwicklung einer nachhaltigen Mobilität in China, Talentmanage­ment in der Automobilindustrie sowie Geschäfts­ thik und eCompliance.Erstmals wurde im Oktober 2011 auch in den USA ein Sustain­ -ability Dialogue durchgeführt. In Washington, D.C., standenvor allem Diskussionen zu Innovations- und Umweltmanagement,Community Relations und Nachhaltigkeit in der Lieferanten-kette im Mittelpunkt.Umfassende Nachhaltigkeitsberichterstattung. ImJahr 1993 haben wir erstmals einen Umweltbericht veröffentlichtund damit den Grundstein für unsere Nachhaltigkeitsbericht­erstattung gelegt. Im Jahr 2011 erschien zum siebten Mal unserkonzernweiter Nachhaltigkeitsbericht 360 GRAD, der an denRichtlinien der Global Reporting Initiative (GRI) ausgerichtetist. Er liefert eine detaillierte und umfassende Nachhaltig­keitsbilanz des zurückliegenden Geschäftsjahres und wirdergänzt durch einen online-basierten interaktiven Nachhaltig­keits­­ bericht mit vertiefenden und weiterführenden Informatio-nen (http://nachhaltigkeit.daimler.com). Zur Haupt­versammlung 2012 Anfang April präsentieren wir den neuenNachhaltigkeitsbericht. 147
  • Innovation, Sicherheit und UmweltForschung und Entwicklung nehmen bei Daimler schon seit jeher eine Schlüsselrolle ein. UnserZiel ist es, mit innovativen Fahrzeugen und maßgeschneiderten Verkehrskonzepten eine sichereund nachhaltige Mobilität zu schaffen. Hierzu entwickeln wir faszinierende Fahrzeuge, modernsteAntriebskonzepte und richtungweisende Sicherheitssysteme. Im Berichtsjahr haben wir 5,6 Mrd. €für Forschung und Entwicklung eingesetzt.Innovation als Erfolgsfaktor. Seit der Erfindung des Automobils Im Rahmen unserer Strategie »Der Weg zum emissionsfreiendurch unsere Gründerväter Carl Benz und Gottlieb Daimler ist Fahren« setzen wir dies für unsere Pkw und NutzfahrzeugeDaimler eine treibende Kraft bei der Entwicklung des gesamten um. Dabei haben wir die folgenden Schwerpunkte festgelegt:Straßenverkehrs: von der individuellen Mobilität mit dem Pkw 1.  nsere Fahrzeuge mit modernsten Verbrennungsmotoren Ubis hin zum Gütertransport mit Nutzfahrzeugen. Forschung und entwickeln wir weiter und optimieren sie für deutlichEntwicklung nehmen schon immer eine Schlüsselrolle in weniger Verbrauch und Emissionen.unserem Unternehmen ein. Dies gilt heute mehr als je zuvor 2.  urch maßgeschneiderte Hybridisierung, also die D– denn angesichts des beschleunigten technologischen Kombination von Verbrennungs- und Elektromotor,Wandels und aktueller Herausforderungen wie Klimawandel erzielen wir weitere, spürbare Effizienzsteigerungen.und Umweltschutz stehen wir vor der Aufgabe, das Auto neu 3.  it Brennstoffzellen- und Batteriefahrzeugen ermöglichen Mzu erfinden. Unsere Kundinnen und Kunden erwarten sichere, wir ein lokal emissionsfreies Fahren.komfortable und leistungsfähige Fahrzeuge, die gleichzeitigimmer sparsamer und umweltverträglicher werden. Um diesen Verbrauch und CO2-Emissionen weiter reduziert. DurchAnsprüchen gerecht zu werden, treiben wir die Arbeit in unseren unsere vielseitig optimierten Verbrennungsmotoren, Down­Forschungs- und Entwicklungsbereichen mit Nachdruck voran. sizing-Konzepte mit Aufladung und neue Getriebe haben wir den Kraftstoffverbrauch und die CO2-Emissionen unsererIm Jahr 2011 erhöhten sich die Forschungs- und Entwicklungs­ Pkw in den zurückliegenden Jahren bereits signifikant gesenkt.leistungen bei Daimler auf insgesamt 5,6 (i. V. 4,8) Mrd. €. Unser Angebot an Motoren wurde in den Jahren 2009 bisZum Jahresende 2011 waren rund 23.200 (i. V. 22.100) Beschäf- 2011 nahezu vollständig erneuert. Damit verfügen wir nun übertigte in der Forschung und in den Entwicklungsbereichen ein breites Spektrum an Fahrzeugen, die mit herausragendenvon Mercedes-Benz Cars, Daimler Trucks, Mercedes-Benz Vans Fahreigenschaften bei niedrigem Verbrauch überzeugen. Imund Daimler Buses tätig. Insbesondere für unsere inter­ Jahr 2011 konnten wir deshalb die CO2-Emissionen unserernationalen Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen wurden Neu­ agenflotte in der Europäischen Union im Durchschnitt von wzusätzliche Fachkräfte angeworben, nachdem wir in den 158 g/km im Vorjahr auf 150 g/km verringern, und dies,zurückliegenden Jahren die Belegschaft vor allem in unseren obwohl der Anteil besonders hochwertiger Fahrzeuge gestiegendeutschen Standorten aufgestockt haben. ist – unter anderem auch wegen des geringeren Absatzes der B-Klasse vor dem Modellwechsel im November 2011. MitPatente belegen Innovationskraft. Der Erfindung des Auto- unseren neuen und besonders sparsamen Modellen dermobils vor 126 Jahren folgten bei Daimler und den Vorgänger­ Kompaktklasse sowie mit wachsenden Stückzahlen von Fahr-unternehmen mehr als 80.000 angemeldete Patente. Heute zeugen mit Hybrid- und Elektroantrieb werden wir den Flotten-verfügt Daimler über ein umfangreiches Patentportfolio von über verbrauch und die CO2-Emissionen in Europa in den nächsten21.000 Schutzrechten sowie ein breites Spektrum an Marken- Jahren kontinuierlich verringern. Dabei wollen wir 125 g/kmrechten und geschützten Designs. Ein Schwerpunkt unserer bis zum Jahr 2016 erreichen. Unsere neuen Modelle derInnovationen liegt auf dem Gebiet der Hybrid-, Batterie- und B-Klasse, C-Klasse und M-Klasse, deren KraftstoffverbrauchBrennstoffzellentechnologie. Dort haben wir mehr als 2.000 mit neuen Motoren und dem neuen Automatikgetriebe 7GtronicPatentfamilien eingereicht – die Hälfte davon allein in den Plus im Vergleich zu den Vorgängermodellen um bis zu 30%zurückliegenden fünf Jahren. gesenkt werden konnte, unterstreichen, dass wir unsere Sprit- spartechnologien konsequent in allen FahrzeugsegmentenUnsere Vision: ein intelligenter Antriebsmix. Vor dem Hinter- einsetzen.g­ rund des weltweit dynamisch wachsenden Mobilitätsbedarfs,schrumpfender Ölreserven, steigender Energiepreise und des Sparsame Motoren für die neue B-Klasse. Mit den neuenzunehmenden Umweltbewusstseins setzt Daimler auf maß­ Vierzylinder-Ottomotoren haben wir im Jahr 2011 einegeschneiderte Lösungen für die viel­ältigen Mobilitätsansprüche f komplett neue Motorenbaureihe gestartet. Ihr Brennverfahrenin allen Bereichen des Straßenverkehrs. Unser Ziel ist es, basiert auf der Mercedes-Benz Direkteinspritzung der drittenmit einem intelligenten Antriebsmix für jeden Bedarf den Ver- Generation, die bereits im Jahr 2010 mit den BlueDIRECT-V6-brauch und den Schadstoffausstoß unserer Fahrzeuge schonheute deutlich zu verringern und langfristig ganz zu vermeiden.148
  • 5 | Nachhaltigkeit | Innovation, Sicherheit und UmweltBestätigung im Praxistest: Der neue Actros ist noch sparsamer und nochmals deutlich sauberer als der bekannt sparsame Vorgänger.und V8-Aggregaten eingeführt wurde. Vielfältige Verbesse- Für die Gesamtflotte in Europa verfolgen wir das Ziel, denrungen haben die Energieeffizienz deutlich gesteigert: Abgesehen Verbrauch unserer Lkw bis zum Jahr 2020 um durchschnittlichvon dem niedrigen Motorgewicht, der geringen Reibung 20% pro Tonnenkilometer zu reduzieren. Hierfür arbeitenund den bedarfsgeregelten Nebenaggregaten ist dies vor allem wir weiter mit Hochdruck an technologischen Innovationen.die »low end torque«-Auslegung zurückzuführen, die einhohes Dreh­ oment bei niedrigen Drehzahlen ermöglicht. Hinzu m Hybrid-Lkw im Praxiseinsatz. Hybridtechniken bringenkommt die serienmäßige ECO Start-Stopp-Funktion. beim Kraftstoffverbrauch deutliche Einsparungen. Das zeigen Erfahrungen aus den USA und Japan, wo unsere KundenEingesetzt werden die sparsamen Vierzylinder-Ottomotoren Hybrid-Omnibusse und -Lkw der Daimler-Marken Orion, Freight-zunächst in den neuen Modellen der Kompaktklasse, für die liner und Fuso bereits in großen Stückzahlen verwenden.wir auch einen neuen Vierzylinder-Diesel anbieten – die Weiter- Der Fuso Canter Eco Hybrid verbraucht rund 20% weniger Kraft-entwicklung eines Common-Rail-Direkteinspritzers der dritten stoff als ein vergleichbarer Diesel-Lkw. Diese EinsparungGeneration. Unterstützt durch die neuen Getriebe – das Doppel- erzielt er, indem er den Betriebsmodus immer genau an diekupplungs-Getriebe 7G-DCT und das neue Sechs-Gang-Schalt­ Fahrsituation anpasst. Zum Anfahren wird der Elektroantriebgetriebe – kommen die beiden Dieselmodelle der B-Klasse genutzt. Bei starker Beschleunigung schaltet sich der Diesel-(B 180 CDI BlueEFFICIENCY und B 200 CDI BlueEFFICIENCY) motor zu, der auch bei gleichmäßiger Fahrt den Antriebmit nur noch 4,4 l/100 km aus; dies entspricht einem CO2- übernimmt. Weltweit sind inzwischen rund 1.200 Canter EcoAusstoß von 114 g/km. Hybrid im Einsatz.Noch sparsamer und sauberer: der neue Actros. Auch Der mit dem »Hybrid Electric Drivetrain System« ausgestattetebei unseren schweren Nutzfahrzeugen haben wir den Kraft- Freightliner M2e Hybrid nutzt den elektrischen Teil des Antriebsstoffverbrauch und die Emissionen in den vergangenen Jahren auch zum emissionsfreien und leisen Betrieb der Nebenag­stetig verringert. Dies gelang durch noch effizientere Motoren gregate. Auf diese Weise spart der Hybrid-Lkw im Vergleich zumsowie durch Verbesserungen bei Reifen und Aerodynamik herkömmlichen, dieselbetriebenen M2 106 bis zu 30% Kraft-und eine bedarfsgerechte Achsübersetzung. Auch unsere BLUE- stoff ein. Rund 600 Hybrid-Lkw von Freightliner sind bereits anTEC-Technologie hat dazu einen wesentlichen Beitrag Kunden ausgeliefert. Der Mercedes-Benz Atego BlueTecge­eistet. Deren Markterfolg spiegelt sich in den Absatzzahlen l Hybrid kombiniert einen Vierzylinder-Dieselmotor nach derwider: Im Berichtsjahr haben wir weltweit mehr als 155.000 EU-Abgasrichtlinie Euro V mit einem Elektromotor, der sichLkw mit BLUETEC-Technologie verkauft. aus leistungsstarken Lithium-Ionen-Batterien speist. Damit können der Kraftstoffverbrauch und der CO2-Ausstoß umDer neue Actros ist weltweit der erste Lkw, der konsequent an 10 bis 15% gesenkt werden – in Abhängigkeit von Topografieder künftigen Abgasnorm Euro VI ausgerichtet ist. Gleich­ eitig z und Einsatzbedingungen können sich sogar noch höherewar ein niedrigerer Kraftstoffverbrauch trotz aufwendiger Einsparungen ergeben. Nach der erfolgreichen Erprobung derAbgasreinigung eine wesentliche Vorgabe für den neuen Schwer-­ ersten Prototypen haben wir seit Anfang 2011 eine FlotteLkw. Bereits das Vorgängermodell, der Mercedes-Benz Actros von 50 Atego BlueTec Hybrid an deutsche Kunden ausgeliefert.1844 LS, hält den Rekord des weltweit verbrauchsgünstigstenSerien-Lkw. Bei einer Vergleichsfahrt legten nun zwei neue Hybridbusse im öffentlichen Nahverkehr. Im öffentlichenActros 1845 sowie ein Actros 1844 der Vorgängerbaureihe auf Personennahverkehr sorgen verschiedene Hybridbusmodelleder Route Rotterdam-Stettin-Rotterdam jeweils 10.000 Kilo- von Daimler bereits heute für deutliche Einsparungen beimmeter zurück. Das Ergebnis: Der Actros 1845 BlueTec 6 (Abgas- Kraftstoffverbrauch und bei den CO2-Emissionen. In Nordamerikastufe Euro VI) erreichte einen Wert von 25,9 l/100 km und sind bereits über 3.200 Orion-VII-Busse mit dieselelektrischemverbrauchte damit 4,5% weniger als sein Vorgänger. Der Actros Hybridantrieb im Einsatz. Der serielle Hybridantrieb im OrionBlueTec 5 (Abgasstufe Euro V) unterbot den Referenzwert senkt den Kraftstoffverbrauch im Vergleich zu herkömmlichenmit 25,1 l/100 km sogar um 7,6%. Damit nähert sich der neue Linienbussen um bis zu 25%. Bereits seit dem Jahr 2009 ist inActros pro Tonne Nutzlast einem Verbrauch von nur 1 l/100 km. Nordamerika eine Hybridausführung des Schulbusses von Thomas Built Buses erhältlich: der Saf-T-Liner® C2 Hybrid. Analog zu schweren Transportern und Lkw von Freightliner verwendet Thomas Built Buses einen Parallelhybrid. 149
  • Bei Elektrofahrzeugen setzt Daimler sowohl auf die Batterie als auch auf die Brennstoffzelle.Der Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid ist bislang der Die gleichen Komponenten stecken auch im Citaro FuelCELL-einzige Hybridbus, der Teilstrecken rein elektrisch ohne Hybrid. Dank der verbesserten BrennstoffzellenkomponentenDieselmotor fahren kann. Der Dieselmotor arbeitet in diesem und der Hybridisierung mit Lithium-Ionen-Batterien spart derseriellen Hybridbus nicht als ständiges Antriebsaggregat, neue Citaro FuelCELL-Hybrid im Vergleich zur Vorgängergene-sondern treibt bei Bedarf den Generator zur Stromerzeugung ration fast 50% Wasserstoff. Zunächst werden 30 Einheitenan. Im Vergleich zum herkömmlichen Citaro verbraucht dieses Brennstoffzellenbusses gebaut.der Mercedes-Benz Citaro G BlueTec Hybrid so um bis zu 30%weniger Dieselkraftstoff. Concept B-Class E-CELL PLUS mit Range Extender. Mit dem Concept B-Class E-CELL PLUS präsentierteElektrofahrzeuge in Serie. Elektrofahrzeuge mit Batterie- Mercedes-Benz auf der IAA 2011 in Frankfurt sein erstesoder Brennstoffzellenantrieb sind unser Weg zum lokal emissi- Elektro­ ahrzeug mit Range Extender. Die Kombination aus fonsfreien Fahren. Viele Elektrofahrzeuge haben sich bereits einem Elektroantrieb mit einem Benzinmotor sorgt für best-in Feldtests bewährt. Größere Reichweiten, mehr Leistung und mögliche Alltags- und Langstreckentauglichkeit. Als Energie-geringere Systemkosten sind Schwerpunkte unserer Entwick- speicher kommt eine Lithium-Ionen-Batterie zum Einsatz, die bislungsarbeit beim Thema Elektro­ obilität. m zu 100 km lokal emissionsfreies Fahren ermöglicht. Dank des zusätzlichen Dreizylinder-Ottomotors summiert sich dieDer weiterentwickelte smart fortwo electric drive ist ab Gesamt­ eichweite des Concept B-Class E-CELL PLUS auf rdem Jahr 2012 sukzessive in mehr als 30 Märkten erhältlich. bis zu 600 km. Das Konzeptfahrzeug gibt einen Ausblick aufEr fährt mit einer Batterie der Deutschen Accumotive, die Serien­ inführung im Jahr 2014 (vgl. S. 44). eeines Joint Venture der Daimler AG und Evonic Industries. Auchwegen der verbesserten Effizienz des Antriebsstrangs ermög- Emissionsfrei fahren first class. Einen Ausblick auf die tech-licht die Lithium-Ionen-Batterie eine Reichweite von deutlich nologische Entwicklung im Luxussegment zeigt Daimler mitmehr als 140 km. Die Mercedes-Benz A-Klasse E-CELL dem Forschungsfahrzeug F125!. Mit diesem visionären Fahr-er­ öglicht mit ihrem batterieelektrischen Antrieb eine Reich- m zeug setzen wir unsere Vision vom emissionsfreien Fahrenweite von rund 250 km. Im Jahr 2011 haben wir die ersten mit Wasserstoff konsequent um und unterstreichen dabei dasFahrzeuge an Kunden in Deutschland übergeben. Potenzial von H2 als Energieträger der Zukunft. Während die bisherigen Mercedes-Benz Forschungsfahrzeuge etwa eineDer Mercedes-Benz Vito E-CELL ist das erste serienmäßige Fahrzeuggeneration – sieben bis acht Jahre – »vorausschauen«,Nutz­ ahrzeug seiner Klasse mit reinem Elektroantrieb. Das f geht der neueste Technologievisionär F125! noch einen großeninnovative Fahrzeugkonzept eignet sich dank seines emissi- Schritt weiter: um mehr als zwei Generationen bis über dasonsfreien Antriebs ideal für den Logistikeinsatz im innerstädti- Jahr 2025 hinaus (vgl. S. 66 ff.).schen Bereich und somit auch für besonders umweltsensibleGebiete. Mit seiner Reichweite von rund 130 km erfüllt der Vito Regenerative Erzeugung von Wasserstoff für Brennstoff-E-CELL typische Kundenanforderungen an Transporter im zellenfahrzeuge. Ohne eine flächendeckende Tank- undKurzstreckenverkehr. Seit der Einführung im Jahr 2010 sind Stromlade-Infrastruktur können sich Elektrofahrzeuge nicht immittlerweile rund 500 Fahrzeuge des weltweit ersten Elektro- Markt durchsetzen. Deshalb engagiert sich Daimler für denSerientransporters ohne Einschränkung der Zuladung und des Aufbau von Stromladestationen und Wasserstofftankstellen.Transportvolumens europaweit im Einsatz. Bis Ende 2012 Im Rahmen der Initiative H2 Mobility arbeiten wir gemeinsamsind in Summe rund 2.000 Fahrzeuge geplant. mit dem Bundesverkehrsministerium und Partnern aus der Energiewirtschaft am Aufbau einer WasserstoffinfrastrukturDie B-Klasse F-CELL produzieren wir unter Serienbedingungen. in Deutschland: Ab 2012 werden wir zusammen mit dem Tech-Die insgesamt rund 200 Fahrzeuge werden bis Ende 2012 nologiekonzern Linde 20 neue Wasserstofftankstellen inan Kunden ausgeliefert. Die Komponenten des Brennstoff­ ellen­ z Deutschland errichten, um die stetig wachsende Zahl vonaggregats, das die B-Klasse F-CELL antreibt, stammen aus Brennstoffzellenfahrzeugen mit Wasserstoff zu versorgen.dem E-Drive-Systembaukasten, den wir für unterschiedlichste Unsere Kooperation mit dem Technologiekonzern Linde schließtElektrofahrzeuge entwickelt haben. auch die regenerative Erzeugung des angebotenen Wasser- stoffs mit ein. Vielversprechende Optionen sind die regene­ rative Wasserstofferzeugung mittels Elektrolyse mit regene­150
  • 5 | Nachhaltigkeit | Innovation, Sicherheit und UmweltDas ACTIVE CURVE SYSTEM sorgt in der neuen M-Klasse von Mercedes-Benz für mehr Fahrspaß, Fahrkomfort und Sicherheit.rativ erzeugtem Strom oder aus biogenen Reststoffen (Biomass- Sicher durch die Kurven. Die jüngste Innovation von Daimlerto-Hydrogen, BTH). Diese Verfahren eröffnen die Möglichkeit, auf dem Gebiet der Fahrzeugsicherheit ist das ACTIVE CURVEin absehbarer Zeit große Mengen Wasserstoff zu wirtschaftlichen SYSTEM. In der neuen Mercedes-Benz M-Klasse sorgt esKosten regenerativ zu erzeugen. für wankfreie Kurvenfahrten und bringt so mehr Agilität, mehr Fahrspaß und, besonders bei höheren Geschwindigkeiten,Leichtbau spart Kraftstoff und Ressourcen. Komfort- deutlich mehr Sicherheit. Hydraulisch betätigte Querstabilisato-und Sicherheitsausstattung, aber auch alternative Antriebs- ren an der Vorder- und Hinterachse gleichen den Wankwinkeltechnologien erhöhen das Fahrzeuggewicht. Damit der aus, der sich bei Kurvenfahrten je nach FahrgeschwindigkeitEnergie­ erbrauch dennoch reduziert werden kann, muss dieses v und Kurvenradius einstellt. Die Regelung der Querstabilisie-Zusatzgewicht überkompensiert werden. Neue Werkstoffe und rung passt sich an die jeweilige Fahrsituation an. So gewähr-Herstellungsverfahren sowie innovative Bauteilkonstruktionen leistet das System bei Autobahnfahrten eine hohe Stabilität,helfen, das Gewicht unserer Fahrzeuge deutlich zu reduzieren. während es bei langsamer Fahrt in unwegsamem Terrain eineMit der sogenannten Soft Kill Option (SKO) lassen sich zum bessere Gelände­ ängigkeit ermöglicht. gBeispiel Werkstoffe in weniger beanspruchten Bereichenvon Fahrwerkskomponenten und Karosserie nach Computer- Innovative Sicherheitssysteme im Kompaktsegment. Imberechnung weicher und dünner gestalten oder sogar völlig Jahr 2002 hatte es Premiere in der S-Klasse, jetzt gibt es»herausschneiden« (»killen«). Die hoch beanspruchten Stellen PRE-SAFE® auch in der neuen B-Klasse. Damit hält das voraus-dagegen werden gezielt verstärkt. Auf diese Weise verringert schauende Insassenschutzsystem von Mercedes-Benz Einzugsich das Gewicht mit der SKO-Methode um bis zu 30%. in das Segment der Kompaktfahrzeuge. In der neuen Baureihe umfasst es Sicherheitsfunktionen wie das Schließen derDie Anwendungsmöglichkeiten neuer Werkstoffe demonstriert Seitenscheiben und des Schiebedachs bei kritischer Querdy-das jüngste Mercedes-Benz Forschungsfahrzeug F125! (vgl. namik, die reversible Gurtstraffung und die Verstellung desS. 66 ff.). Eine exakt auf die jeweilige Anforderung abgestimmte elektrischen Beifahrersitzes mit Memory-Funktion.Kombination aus faserverstärkten Kunststoffen (FVK) mithohem Karbonfaseranteil (CFK) sowie Leichtmetallen, hoch- Ein weiteres innovatives Assistenzsystem kommt in der neuenfesten Stählen und Hybridmaterialien reduziert das Rohbau­ B-Klasse zum Einsatz: der COLLISION PREVENTION ASSIST.gewicht des innovativen Fahrzeugs auf rund 250 kg. Der Roh- Das radargestützte System macht den Fahrer auf einen drohen-bau des F125! wiegt damit etwa 40% weniger als der eines den Auffahrunfall aufmerksam. Das System misst mithilfevergleichbaren Serienfahrzeugs der aktuellen Produktion. von Radar den Abstand zu vorausfahrenden Fahrzeugen und erkennt, wenn eine Kollision droht. Ausgehend vom berech­Auf dem »Weg zum unfallfreien Fahren«. Fahrzeugsicherheit neten Aufprallzeitpunkt aktiviert es optische und akustischegehört zu unseren Kernkompetenzen und ist zentraler Warngeber. Gleichzeitig wird das Bremssystem auf die erfor­Bestandteil unserer Produktstrategie. Seit über 60 Jahren sind derliche Abbremsung des Fahrzeugs vorbereitet. Reagiert derunsere Entwicklungen für die Sicherheit von Pkw, Lkw, Trans- Fahrer auf die Warnung und tritt beherzt auf die Bremse,portern und Omnibussen weltweit wegweisend. Der Einsatz für stellt der COLLISION PREVENTION ASSIST automatisch die opti-mehr Sicherheit im Straßenverkehr liegt im Interesse aller Ver- male Bremskraft zur Verfügung. Beschleunigt das voraus­kehrsteilnehmer und ist für uns eine Aufgabe von gesellschaft- fahrende Fahrzeug während des Bremsvorgangs, reduziert daslicher Bedeutung. Deshalb setzen wir unseren »Weg zum System die Bremsverzögerung.unfallfreien Fahren« Schritt für Schritt in die Realität um, unddas wird auch von externer Seite honoriert. So zeichnete EuroNCAP, eine unabhängige europäische Sicherheitsvereinigung,die B-Klasse, die M-Klasse und das C-Klasse Coupé vonMercedes-Benz als jeweils Beste ihrer Fahrzeugklasse mit fünfSternen für hervorragenden Insassenschutz aus. Darüberhinaus erhielt die Marke Mercedes-Benz mehrere »Euro NCAPAdvanced Rewards« für Sicherheitsinnovationen, darunterPRE-SAFE® und die radargestützte Kollisionswarnung COLLI-SION PREVENTION ASSIST. 151
  • Mitarbeiterinnen und MitarbeiterWir stellen die Weichen für eine wettbewerbsfähige Belegschaft in der Zukunft. Mit unserenInitiativen greenHR und Generationenmanagement richten wir unsere Personalarbeit auf dieAuswirkungen neuer Technologien und den demografischen Wandel aus. Mit einem umfang-reichen Aus- und Weiterbildungsangebot steigern wir die Qualifikation unserer Mitarbeiterinnenund Mitarbeiter und erhalten und stärken ihre Leistungsfähigkeit. Die Vielfalt im Unternehmenstellt einen nachhaltigen, sozialen und wirtschaftlichen Erfolgsfaktor dar. Bei der Personalbedarfsanalyse und -planung untersuchen wir5.01 sowohl die quantitativen als auch die qualitativen VeränderungenMitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Personalbedarfs und leiten entsprechende Maßnahmen daraus ab: Wie werden sich neue Antriebskonzepte auf die 2011 2010 11/10 Beschäftigung, die Arbeitsinhalte und die Qualifikation derBeschäftigte (31.12.) Veränd. in % Mitarbeiter auswirken? Mit dieser Frage befasst sich unter anderem das wissenschaftliche Forschungsprojekt »ELAB –Daimler-Konzern 271.370 260.100 +4 Elektromobilität und Beschäftigung«, das wir zusammen mitMercedes-Benz Cars 99.091 96.281 +3 dem Gesamtbetriebsrat in Auftrag gegeben haben. DiesesDaimler Trucks 77.295 71.706 +8 Projekt wird gemeinsam vom Unternehmen, der IG MetallMercedes-Benz Vans 14.889 14.557 +2 und der Hans-Böckler-Stiftung finanziert. Erste Ergeb­ -Daimler Buses 17.495 17.134 +2 nisse der Studie werden im Laufe des Jahres 2012 vorliegen.Vertrieb Fahrzeuge 49.699 48.299 +3Daimler Financial Services 7.065 6.742 +5 Beim Recruiting stehen vermehrt Hochschulmessen sowie derSonstige 5.836 5.381 +8 Einstieg in Social Media, beispielsweise Facebook und Twitter, im Vordergrund, um uns langfristig qualifizierte Nachwuchs- kräfte zu sichern. Im Rahmen des Handlungsfelds Ausbildung passen wir die bestehenden Berufsbilder an die sich verän- dernden Technologien an. So werden »grüne Technologiebau-Beschäftigungsentwicklung. Am 31. Dezember 2011 steine« insbesondere auf den Gebieten des Elektroantriebsbeschäftigte der Daimler-Konzern weltweit 271.370 Mitarbeiter­ und des Leichtbaus berücksichtigt. Beim Thema Weiterbildunginnen und Mitarbeiter. Vor allem aufgrund der gestiegenen haben wir in den vergangenen zwei Jahren rund 44.000Nachfrage nach unseren Produkten haben wir den Personalstand Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Technologien zur Förderunggegenüber dem Ende 2010 um 11.270 Mitarbeiterinnen und einer nachhaltigen Mobilität qualifiziert. Schwerpunkte lagenMitarbeiter erhöht.  5.01 In Deutschland wuchs die Zahl der dabei in den Bereichen alternative Antriebs­ onzepte und Leicht- kBeschäftigten auf 167.684 (i. V. 164.026); 20.702 (i. V. 18.295) bau. Im Rahmen unserer PersonalentwicklungsmaßnahmenMitarbeiterinnen und Mitarbeiter waren in den USA, 14.533 ist unter anderem das Daimler-Academic-Programm erfolgreich(i. V. 13.484) in Brasilien und 11.479 (i. V. 12.836) in Japan gestartet; weitere Erläuterungen hierzu finden Sie unter derbeschäftigt. Bei unseren konsolidierten Tochtergesellschaften Überschrift »Nachwuchskräfte sichern und fördern« innerhalbin China waren zum Ende des Berichtsjahres 2.121 (i. V. 1.552) dieses Kapitels.Beschäftigte tätig. Die Zahl der Auszubildenden lag bei 8.499(i. V. 8.841). Weitere Informationen zur Beschäftigungs­ Umfangreiches Ausbildungsangebot. Wer Wissen sät, wirdentwicklung in den einzelnen Geschäftsfeldern finden Sie im Erfolg ernten: Nach diesem Motto entwickeln und fördern wirLagebericht auf Seite 95 dieses Geschäftsberichts. unsere Nachwuchskräfte auf qualitativ hohem Niveau. Unsere Initiative Genius vermittelt bereits Kindern und JugendlichengreenHR-Initiative. Im Rahmen einer nachhaltigen Unter­ wertvolle Einblicke in Zukunftstechnologien und Berufsbildernehmensentwicklung hat der Personalbereich die strategische in der Automobilindustrie. Schulabgänger können sich anInitiative »greenHR« ins Leben gerufen. Deren Ziel ist es, unseren Standorten für eine technische oder kaufmännischekünftige Personalanforderungen und Rahmenbedingungen, die Berufsausbildung sowie ein Studium an der Dualen Hoch-sich aus unserem Nachhaltigkeitsmanagement ergeben, schule bewerben.proaktiv zu gestalten. Dabei wurden folgende fünf Handlungs­felder identifiziert: Personalbedarfsanalyse und -planung, Ende 2011 beschäftigten wir weltweit 8.499 AuszubildendeRecruiting, Ausbildung, Weiterbildung und Personalentwicklung. (i. V. 8.841), in Deutschland haben im Berichtsjahr 2.067 (i. V. 2.034) junge Menschen eine Ausbildung bei uns aufgenom- men. Bei entsprechenden Leistungen erhalten die Auszu­ bildenden attraktive Übernahmeangebote. Für die Daimler AG lag die Übernahmequote im Jahr 2011 bei 92% (i. V. 84%).152
  • 5 | Nachhaltigkeit | Mitarbeiterinnen und MitarbeiterVielfalt ist ein Wertfaktor in unseren Personalprozessen und unserer Unternehmenskultur.Dabei richten wir die Ausbildungs- und Übernahmezahlen kon­ Eine besondere Art der Mitarbeiterqualifizierung findetsequent am Bedarf und an der künftigen Entwicklung des derzeit für Beschäftigte unseres neuen Pkw-Werks in Kecskemét,Unternehmens aus. Mit dem Betriebsrat wurde vereinbart, dass Ungarn, statt, wo im Frühjahr 2012 die Produktion derwir in Deutschland bis zum Jahr 2013 aufgrund der Doppel­ Mercedes-Benz Kompaktbaureihe anläuft. Um sie für ihre ver-abiturjahrgänge und des Aussetzens der Wehrpflicht mehr als schiedenen Aufgaben zu qualifizieren, haben bereits hunderte280 zusätzliche Ausbildungsplätze anbieten. ungarische Mitarbeiter im Werk Rastatt ein auf ihren Kenntnis- stand zugeschnittenes Qualifizierungsprogramm durchlaufen.Nachwuchskräfte sichern und fördern. Im Jahr 2011 haben Ziel ist es, nicht nur fachliches Wissen zu vermitteln, sondernwir weltweit erneut rund 500 Absolventen und Berufseinstei- sich auch gegenseitig kennenzulernen. Dadurch sollen diegern mit erster Praxiserfahrung einen erstklassigen Einstieg Kollegen aus beiden Werken als Team zusammenwachsen.ins Berufsleben ermöglicht. CAReer, unser konzernweitesTraineeprogramm, richtet sich an Absolventen technischer und Diversity-Management. Daimler will im Diversity-Managementkaufmännischer Studiengänge mit überdurchschnittlichem zu den führenden deutschen Automobilunternehmen gehören.Studienabschluss, Praxiserfahrung, überzeugender Persönlich- Deshalb haben wir vielfältige Aktivitäten und Initiativen gestartetkeit und Motivation für die internationale Automobilindustrie. – von Diversity-Workshops und Mentoringprogrammen bisDer Frauenanteil in CAReer liegt aktuell bei 34%, und unsere hin zu Mitarbeiternetzwerken –, um Vielfalt zu einem WertfaktorTrainees kommen aus rund 30 verschiedenen Nationen. in unseren Personalprozessen und unserer Unternehmens­Darüber hinaus fördert das Daimler-Student-Partnership-Pro- kultur zu machen. Handlungsschwerpunkte sind die Förderunggramm qualifizierte Studierende mit dem Ziel, sie als poten­ von Frauen in Führungspositionen (Gender Diversity), Inter­zielle Nachwuchskräfte für unser Unternehmen zu gewinnen. nationalisierung des Managements und Generationenmanage- ment.Mit Daimler Academic Programs investieren wir in unsereeigenen Ressourcen. Dieses neue Studienförderprogramm Die gezielte Förderung von Frauen unterstützen wir unterrichtet sich an Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die berufs­ anderem mit flexiblen Arbeitszeitmodellen, betriebsnahenbegleitend oder im Rahmen eines Vollzeitstudiums einen Krippenplätzen und einem speziellen Mentoringprogramm fürBachelor- oder Master-Abschluss erwerben möchten. Das Frauen. Daimler hat sich verpflichtet, den Anteil von FrauenStudienangebot ist an den technologischen Zukunftsthemen in leitenden Führungspositionen bis zum Jahr 2020 konzernweitdes Konzerns ausgerichtet. Die ersten Studierenden haben zum auf 20% zu erhöhen. Diese Quote ist in den vergangenenWintersemester 2010 ihr Studium an verschiedenen Hoch- Jahren kontinuierlich gestiegen und lag Ende 2011 bei deutlichschulen in Deutschland aufgenommen. Es ist vorgesehen, das über 10%. Als technisch orientiertes Unternehmen haben wirFörderprogramm kontinuierlich auch außerhalb Deutschlands bei der Zielvorgabe branchenspezifische Gegebenheiten sowieauf- und auszubauen. den aktuellen Frauenanteil in der Belegschaft der Daimler AG von 13,9% beziehungsweise von 15,6% im Daimler-KonzernMitarbeiterqualifizierung. Unsere Beschäftigten erhalten berücksichtigt. In unseren Nachwuchsprogrammen habenwährend ihres gesamten Berufslebens Qualifizierungs- und wir teilweise schon Frauenanteile von 35% erreicht.Weiterentwicklungsmöglichkeiten. Im Jahr 2011 haben wir vorallem auf dem Gebiet »grüner« Technologien umfangreiche Dank an die Belegschaft. Der Vorstand dankt der gesamtenRessourcen für Qualifizierungsmaßnahmen bereitgestellt. Belegschaft, deren Leistung und Einsatz den Erfolg vonDamit wollen wir die Kompetenzen unserer Mitarbeiter ins­ Daimler im Jubiläumsjahr 2011 erst möglich gemacht haben.besondere im Bereich Forschung und Entwicklung weiter aus- Die Motivation und das Know-how unserer Mitarbeiterinnenbauen. Allein in Deutschland haben wir im Berichtsjahr 101 und Mitarbeiter bilden auch weiterhin die Grundlage für eine(i. V. 73) Mio. € in die Qualifizierung unserer Beschäftigten nachhaltig erfolgreiche Zukunft unseres Unternehmens.investiert; jeder Mitarbeiter wurde im Schnitt 3,8 (i. V. 2,3) Der Dank gilt auch den Arbeitnehmervertretern für ihr Engage-Tage im Jahr qualifiziert. ment und die konstruktive Zusammenarbeit. 153
  • Gesellschaftliche VerantwortungUnternehmertum und gesellschaftliche Verantwortung gehören für Daimler untrennbarzusammen. Wo immer wir tätig sind, stehen wir als Arbeit- und Auftraggeber im vielfältigenAustausch mit unserem regionalen Umfeld. Daraus erwachsen für uns der Auftrag und dieChance, das gesellschaftliche Umfeld an unseren Standorten aktiv mitzugestalten und denDialog zwischen den Kulturen zu fördern.Unsere Förderschwerpunkte. Unser breites gesellschaftliches Wir sehen es als unsere Verantwortung an, die Vielfalt anEngagement bündeln wir in fünf Bereichen: Spenden, Spon­ Lebensräumen, Arten und Genen für künftige Generationen zusoring, Stiftungsförderung, Corporate Volunteering und Com- bewahren. Daher unterstützt Daimler den Global Nature Fund,munity Relations. Dabei konzentrieren wir uns auf fünf Hand- der mit seinem Projekt »Living Lakes« weltweit das Ziel verfolgt,lungsfelder: Wissenschaft, Technologie und Umweltschutz, Seen, Feuchtgebiete und andere Gewässer zu schützen undBildung, Verkehrssicherheit, Kunst und Kultur sowie karitative zu renaturieren. Anlässlich des Weltumwelttages im Juni 2011Projekte. Im Bereich Corporate Volunteering stehen soziale wandte sich Mercedes-Benz do Brasil gezielt an die kom­ -und ökologische sowie Bildungsthemen im Mittelpunkt. mende Generation: Bei Aufführungen des Theaterstücks »Planeta Mercedes-Benz – Our Sustainable World« im Lkw-Werk desBei all unseren Aktivitäten pflegen wir einen intensiven Dialog Unternehmens erlebten rund 7.000 Kinder, wie wichtig es ist,mit den Kommunen und lokalen Institutionen. Dabei bringen achtsam mit der Natur umzugehen.wir gerade auch unsere Kompetenzen als Automobilherstellerin gemeinwohlorientierte Projekte ein und berücksichtigen Förderung der Bildung. Bildung öffnet Türen. Sie stärkt Indi­regionale Gegebenheiten ebenso wie gesamtgesellschaftliche viduen wie Familien und damit letztlich auch die Gesellschaft.Belange. Unser grundlegender Anspruch ist es, erkennbaren Deshalb unterstützen wir eine Vielzahl von Bildungsprojektengesellschaftlichen Nutzen zu stiften und unser Engagement weltweit.kontinuierlich weiterzuentwickeln. Im Jahr 2011 haben wirgemeinnützige Institutionen und gesellschaftliche Vorhaben Mit »Genius – die junge WissensCommunity« möchten wir Kindermit Projektmitteln in Höhe von insgesamt 59 Mio. € unter- und Jugendliche für Naturwissenschaft und Technik begeis-stützt. tern. So erklären etwa Daimler-Ingenieure Gymnasiasten im Schulunterricht, wie ein Brennstoffzellenfahrzeug funktioniert.Koordiniert werden die Aktivitäten des Unternehmens durch Auf großes Interesse stieß 2011 auch das von Ingenieuren undden Spenden- und Sponsoringausschuss. In enger Abstimmung Lehrern gemeinsam entwickelte Arbeitsheft zum Themamit dem Vorstand sowie den weltweiten Produktions­ Antriebstechnik.standorten und Werkleitungen definiert und verantwortet erdie landes- und regionalpolitischen Handlungsfelder. Er prüft Um die Gesellschaft und die Wirtschaft Südafrikas zualle substanziellen Projekte und Fördervorhaben und entscheidet fördern, unterstützt Daimler soziale Bildungsprojekte wie dasüber diese. Bei der Vergabe von Fördermitteln folgen wir St. Anthony’s Education Centre. Das Projekt verschafftdem Grundsatz größtmöglicher Transparenz. benachteiligten Jugendlichen und arbeitslosen Erwachsenen aus Elendsvierteln die Chance, sich weiterzubilden. SoFörderung von Wissenschaft, Technologie und Umwelt- können sie etwa handwerkliche Fähigkeiten erwerben oderschutz. Wer eine nachhaltige Entwicklung befürwortet, muss Schulabschlüsse nachholen.in die menschliche Innovationskraft investieren. Aus diesemGrund fördern wir weltweit Universitäten und Forschungsein- Initiativen zur Verkehrssicherheit. Sicherheit im Verkehr istrichtungen. ein Kernthema unserer Bildungsarbeit. Um Unfallgefahren zu bannen, bedarf es nicht nur technisch verbesserter Fahrzeuge;Die »Daimler und Benz Stiftung« fördert Wissenschafts­ es gilt auch, die Verkehrsteilnehmer für mögliche Gefahren zuprojekte, die sich mit den Wechselbeziehungen von Mensch, sensibilisieren.Umwelt und Technik beschäftigen. Anlässlich des125. Automobiljubiläums haben wir das Kapital der Stiftung Um Kinder auf den Straßenverkehr vorzubereiten, habenauf 125 Mio. € aufgestockt. Daimler gehört außerdem zu wir bereits im Jahr 2001 unsere Verkehrserziehungs-Initiativeden Gründungs­ itgliedern des Stifterverbands für die Deutsche m »MobileKids« ins Leben gerufen. Spielerisch vermittelt Mobile-Wissenschaft. Dieser größte private Wissenschaftsförderer Kids alle Facetten einer sicheren und nachhaltigen Mobilität.in Deutschland unterstützt Wissenschaft und Technik und fördert Unter anderem starteten im September 2011 die bundes­insbesondere den wissenschaftlichen Nachwuchs. weiten MobileKids-Schultage, die Grundschülern das Thema Verkehrssicherheit direkt vor Ort näherbringen.154
  • 5 | Nachhaltigkeit | Gesellschaftliche VerantwortungUnsere Verkehrserziehungs-Initiative »MobileKids« schärft das Bewusstsein von Kindern für umsichtiges Verhalten im Straßenverkehr.Wenn Kinder zu Teenagern werden, nehmen sie auch aktiver Weil ein Notfall schnelle und effektive Hilfe erfordert, habenam Straßenverkehr teil. Daher hat Daimler im Jahr 2010 in wir für die Katastrophenhilfe einen eigenen Prozess installiert.Stuttgart das Bildungsprogramm RoadSense gestartet. Sein Auf dieser Basis konnten wir im Jahr 2011 unmittelbar reagierenZiel ist es, Heranwachsende für die Gefahren im Straßen­ – zum Beispiel bei dem Erdbeben und dem Tsunami in Japan,verkehr zu sensibilisieren. 4.750 Jugendliche haben bislang an dem Tornado in Alabama, der Hungerkatastrophe in Ostafrika,RoadSense teilgenommen. der Flutkatastrophe in Thailand und dem Erdbeben in der Türkei – und überzeugende Hilfsprojekte für unser EngagementUnterstützung für Kunst und Kultur. Die Förderung von auswählen.Kunst und Kultur hat für uns einen hohen Stellenwert. Ausdiesem Grund unterstützen wir weltweit vielfältige Projekte, Corporate Volunteering. Um an unseren Standorten Dingeinsbesondere im Umfeld unserer Standorte. Durch die Begeg- zu bewegen, machen wir uns für ein funktionierendes Gemein-nung mit der Kunst erhalten unsere Mitarbeiterinnen und wesen stark. Wir fördern Bildung und Ausbildung und unter-Mitarbeiter zudem neue Impulse und Ideen, die sie bei ihrer stützen den Ausbau betriebsnaher Kindertagesstätten. Außer-Arbeit kreativ umsetzen können. dem bringen sich viele unserer Mitarbeiter in Nachbarschafts­ - projekte ein und engagieren sich ehrenamtlich in gemeinnützigenDurch eine langfristig angelegte Partnerschaft mit der Staats­ Initiativen.galerie Stuttgart fördert Daimler das kulturelle Leben derStadt und ermöglicht darüber hinaus kulturelle Bildungsange- Alle Daimler-Mitarbeiter haben seit Dezember 2011 mitbote für Mitarbeiter und deren Familien. Unsere erfolgreichen der »ProCent«-Initiative die Möglichkeit, den Cent-Betrag ihrerPartnerschaften mit Kunstinstituten haben wir im Jahr 2011 monatlichen Netto-Entgeltauszahlung zu spenden. Jederauf weitere Regionen und Einrichtungen ausgedehnt. gespendete Cent wird zudem vom Unternehmen verdoppelt. Die in einem Förderfonds angesparte Summe kommt öko­Karitative Projekte. Noch immer leidet ein großer Teil der logischen und sozialen Projekten zugute.Weltbevölkerung unter Armut. Aus diesem Grund unter­ -stützen wir zum Beispiel Projekte, die Hilfe zur Selbsthilfe Mit der Initiative »Wir bewegen was!« hat Daimler imleisten, sammeln Spenden und helfen bei Katastrophen. Rahmen der Aktivitäten zum 125. Jubiläum des Automobils das ehrenamtliche Engagement von Mitarbeitern unterstützt.Die »Laureus Sport for Good«-Stiftung, an der Daimler Mit­ Bis Ende 2011 wurden 125 soziale und ökologische Mitarbeiter-begründer ist, hilft Kindern und Jugendlichen in schwierigen initiativen mit jeweils bis zu 5.000 € gefördert.Lebenslagen. Mehr als 80 Sportprojekte hat die Stiftung bis-lang auf der ganzen Welt unterstützt. Jedes Jahr kommen neue Weiterführende Details zu den Förderprojekten und gesellschaft-Projekte hinzu, so etwa 2011 das Kölner Projekt »Kids for lichen Aktivitäten des Konzerns finden Sie im Daimler-Nach­future«, in dem Boxathleten Kinder und Jugendliche aus sozialen haltigkeitsbericht und auf unseren Internetseiten unter demBrennpunkten trainieren. Stichwort Nachhaltigkeit (www.daimler.com/nachhaltigkeit).Mit dem SEED-Programm will Daimler die Lebensbedingungenvon Slum-Bewohnern und Straßenkindern der indischenStadt Chennai verbessern. Die Ziele: erschwinglicher Wohnraum,Bildung für Kinder und Kompetenzentwicklung für jungeErwachsene, um diesen bessere Beschäftigungschancen zueröffnen. Der Startschuss für das Projekt fiel im Juli 2011anlässlich des Marktstarts von Daimler Financial Services India. 155
  • Corporate Governance Vorstand und Aufsichtsrat von Daimler bekennen sich zu den Grund­- sätzen guter Corporate Governance. Unser gesamtes Handeln ist auf eine verant­wortungsvolle, transparente und nachhaltige Unternehmensführung ausgerichtet. 156
  • 6 | Corporate Governance | Inhaltsverzeichnis6 | Corporate Governance158-160 Bericht des Prüfungsausschusses 169-174 Corporate Governance Bericht – Selbstverständnis – Rahmenbedingungen, Corporate Governance Kodex161-166 Vergütungsbericht – Die Organe der Daimler AG – Aktienbesitz von Vorstand und Aufsichtsrat,– Grundsätze der Vergütung des Vorstands Directors’ Dealings– Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2011 – Risikomanagement, Rechnungslegung und Transparenz– Zusagen bei Beendigung der Tätigkeit – Integrität– Vergütung des Aufsichtsrats 175 Entsprechenserklärung zum167-168 Integrität und Compliance Deutschen Corporate Governance Kodex– Unser Ansatz – Selbstbehalt bei der D&O-Versicherung für den Aufsichtsrat– Integrität – Ausgestaltung der Vergütung der Aufsichtsratsmitglieder– Compliance– Compliance-Organisation gestärkt– Compliance-Management-System verbessert– Mitarbeiter werden intensiv geschult– Anlaufstellen für die Mitarbeiter 157
  • Bericht des PrüfungsausschussesSehr geehrte Aktionärinnen und Aktionäre, Ergebnisse dieser bilateralen Gespräche informierte der Prü- fungsausschussvorsitzende den Prüfungsausschuss jeweilsder Prüfungsausschuss behandelt auf der Basis der in der bei der nächsten sich bietenden Gelegenheit. Der Prüfungs-Geschäftsordnung des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse ausschussvorsitzende informierte auch den Aufsichtsrat ingeregelten Aufgabenzuweisung insbesondere Fragen der Rech- der jeweils folgenden Sitzung über die Tätigkeit des Ausschussesnungslegung. Ferner erörtert er die Wirksamkeit und die Funk­ und den Verlauf von Sitzungen und Gesprächen.tionsfähigkeit des Risikomanagementsystems, des internen Kon-trollsystems und des internen Revisionssystems sowie das In einer Sitzung Mitte Februar 2011 behandelte der Prüfungs-Compliance-Management. Außerdem befasst er sich mit der ausschuss im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers dieAbschlussprüfung und überprüft die Qualifikation und vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und KonzernabschlussesUn­ bhängigkeit des Abschlussprüfers. a sowie den Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstands. Die vorläufigen Kennzahlen wurden in der JahrespressekonferenzNach Beschluss durch die Hauptversammlung beauftragt der am 16. Februar 2011 veröffentlicht.Prüfungsausschuss den Wirtschaftsprüfer mit der Abschluss-prüfung beziehungsweise mit der prüferischen Durchsicht von Ende Februar 2011 befasste sich der PrüfungsausschussZwischenfinanzberichten, legt die Prüfungsschwerpunkte fest in Anwesenheit von Vertretern des Abschlussprüfers mit demund trifft die Honorarvereinbarung mit dem Prüfer. vom Abschlussprüfer jeweils mit einem uneingeschränkten Bestätigungsvermerk versehenen Jahresabschluss, Konzern­Sowohl der Vorsitzende des Prüfungsausschusses, abschluss und zusammengefassten Lagebericht für dieDr. h. c. Bernhard Walter, als auch Dr. Clemens Börsig ver­ Daimler AG und den Konzern für das Geschäftsjahr 2010 sowiefügen als unabhängige Mitglieder des Prüfungsausschusses mit dem Gewinnverwendungsvorschlag. Zur Vorbereitungüber Sachverstand auf dem Gebiet der Rechnungslegung und standen den Prüfungsausschussmitgliedern wie allen Aufsichts-besondere Kenntnisse und Erfahrungen in der Anwendung ratsmitgliedern umfangreiche Unterlagen zur Verfügung,von Rechnungslegungsgrundsätzen und internen Kontrollver- unter anderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschlussfahren. nach IFRS und dem zusammenge­ assten Lagebericht für f die Daimler AG und den Konzern, der Jahresabschluss derAn den sieben Sitzungen des Prüfungsausschusses im Daimler AG, die Prüfungs­ erichte der KPMG für den Jahres­ bGeschäfts­ahr 2011 nahmen neben den Ausschussmitgliedern j abschluss der Daimler AG, für den Konzernabschluss nach IFRSin der Regel auch der Aufsichtsratsvorsitzende, der Vorstands- und für den zusammengefassten Lage­ ericht, der Gewinn­ bvorsitzende, die für Finanzen und Controlling sowie Integrität verwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Entwürfe derund Recht zuständigen Vorstandsmitglieder und die Vertreter Berichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.des Abschlussprüfers teil. Darüber hinaus waren zu einzelnen Die Prüfungsberichte und wesentliche Vorgänge hinsichtlich derTagesordnungspunkten die Leiter von Fachabteilungen sowie Rechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschluss­weitere Sachverständige vertreten. Zusätzlich führte der Prü- prüfer diskutiert. Dabei hat sich der Prüfungsausschuss derfungsausschussvorsitzende regelmäßig Einzelgespräche, Daimler AG auch mit der Überwachung des Rechnungslegungs-unter anderem mit dem Abschlussprüfer, mit den für Finanzen prozesses, der Wirksamkeit des internen Kontroll­ ystems, des sund Controlling beziehungsweise Integrität und Recht zu­ - Risikomanagement­ ystems und des internen Revisions­ sständigen Vorstandsmitgliedern, mit dem Monitor und einem systems sowie mit Fragen der Compliance einschließlich kartell-weiteren Compliance-Berater des Prüfungsausschusses rechtlicher Themen befasst. Dies um­asste auch die vom Vor- fsowie mit den Leitern des Bilanzbereichs und der Bereiche stand beschlossenen Weiterentwicklungen und erforderlichenInterne Revision, Group Compliance und Recht. Über die Anpassungen innerhalb der konzernweiten Compliance-­ Strukturen und -Aktivitäten. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsrat nach intensiver Prüfung und Erörterung, die aufgestellten Abschlüsse zu billigen und sich dem Gewinn- verwendungsvorschlag des Vorstands anzuschließen. Der Prüfungsausschuss stimmte ferner dem Bericht des Prüfungs- ausschusses in der vorliegenden Fassung zu.158
  • 6 | Corporate Governance | Bericht des PrüfungsausschussesBernhard Walter, Vorsitzender des Prüfungsausschusses.Darüber hinaus erörterte der Prüfungsausschuss in dieser Die Berichterstattung über Nicht-Prüfungsleistungen desSitzung den Bericht über die im Geschäftsjahr 2010 an Abschlussprüfers nahm der Prüfungsausschuss in seinerden Abschluss­ rüfer gezahlten Honorare für Prüfungs- und für p Sitzung im Juni 2011 entgegen. In dieser Sitzung wurden auchNicht-Prüfungsleistungen und – vorbehaltlich der Wahlent- die Prüfungsschwerpunkte für die Abschlussprüfung desscheidung der Haupt­ ersammlung – die Honorarvereinbarung v laufenden Geschäftsjahres und die Genehmigungsrahmen fürfür das Geschäftsjahr 2011. Unter Berücksichtigung der die Beauftragung des Abschlussprüfers mit Nicht-Prüfungs­Ergebnisse der Unabhängigkeitsprüfung beschloss der Prüfungs- leistungen festgelegt. Darüber hinaus diente diese Sitzung derausschuss eine an den Aufsichtsrat beziehungsweise im Analyse der Abschlussprüfung für das abgelaufene Geschäfts-weiteren Verlauf an die Hauptversammlung gerichtete Empfehlung jahr 2010 und der Wahrnehmung der Kontrollaufgaben deszur Bestellung von KPMG als Abschlussprüfer und Prüfer für Prüfungsausschusses hinsichtlich des Rechnungslegungs­die prüferische Durchsicht von Zwischenfinanzberichten. Dabei prozesses, der Funktionsfähigkeit des internen Kontrollsystems,stützte der Prüfungsausschuss seine Empfehlung auf die des Risikomanagementsystems und des internen Revisions­sehr guten Ergebnisse der vom Prüfungsausschuss im Juni 2011 systems. Gestützt auf die vom Prüfungsausschuss gewürdigtendurch­ eführten Qualitätsanalyse der Abschlussprüfung des g Stellungnahmen des Abschlussprüfers wurde in diesemvoran­ egangenen Geschäftsjahres. Schließlich befasste sich der g Zusammenhang auch das Internal Control System behandelt,Prüfungsausschuss auf der Basis seiner Zuständigkeit mit dem das im Geschäftsjahr 2010 die frühere Internal Control overEntwurf der Tagesordnung für die ordentliche Hauptversammlung Financial Reporting gemäß Abschnitt 404 des Sarbanes-Oxley2011 und mit dem Jahresprüfplan der Internen Revision. Acts abgelöst hatte. Über den rechnungslegungsbezogenen Bereich hinaus umfasst das Internal Control System auch dasIm Jahresverlauf 2011 erörterte der Prüfungsausschuss in interne Kontroll- und Risikomanagement einschließlich derden quartalsbezogenen Sitzungen die Zwischenfinanzberichte Bereiche Interne Revision und Compliance-Management. Derbeziehungsweise den Halbjahresbericht vor deren Veröffent­ Ausschuss erörterte die Tätigkeitsberichte zum Internallichung mit dem Vorstand, behandelte die jeweiligen Risiko­ Control System und befasste sich dabei insbesondere mitberichte und nahm die Tätigkeitsberichte der Fachbereiche Änderungen und Weiterentwicklungen des Systems.Group Compliance und Corporate Audit entgegen. Regelmäßigtauschte sich der Prüfungsausschuss mit dem unabhängigen Des Weiteren informierte sich der Prüfungsausschuss in dieserMonitor aus. In diesem Zusammenhang war er auch in die Ver- Sitzung über den Stand kartellrechtlicher Präventionsmaß­einbarung und Bewertung der jährlichen Compliance-Ziele nahmen, über Grundsatzfragen zum Finanzierungsstatus undfür den Vorstand eingebunden und befasste sich quartalsweise zum Management der Pensionsfonds sowie über weiteremit Mitteilungen, die vertraulich und auf Wunsch anonym aktuelle Themen einschließlich Neuerungen auf dem Gebietüber ein unternehmenseigenes sogenanntes Whistleblowing- der International Financial Reporting Standards.System entgegengenommen und intern vom BusinessPractices Office bearbeitet wurden. In der Sitzung zum zweiten In einer zusätzlichen Sitzung im Dezember 2011 befasste sichJahrestätigkeitsbericht des Konzerndatenschutzbeauftragten der Prüfungsausschuss mit den Ergebnissen und Empfehlungen2010/2011 und in der Sitzung zum dritten Quartal 2011 den des vom Monitor erstellten Fortschrittsberichts und derBericht über die Entwicklung offener rechtlicher Verfahren. hiermit korrespondierenden Stellungnahme des Vorstands. In einer Sitzung Anfang Februar 2012 behandelte der Prüfungs- ausschuss im Beisein von Vertretern des Abschlussprüfers die vorläufigen Kennzahlen des Jahres- und des Konzernab- schlusses sowie den Dividendenvorschlag des Vorstands. Die vorläufigen Kennzahlen wurden in der Jahrespressekon­ ferenz am 9. Februar 2012 veröffentlicht. 159
  • Ende Februar 2012 prüfte und erörterte der Ausschuss imBeisein des Abschlussprüfers, der über die Ergebnisse seinerPrüfung berichtete und für ergänzende Fragen und Auskünftezur Verfügung stand, den jeweils mit einem uneingeschränktenBestätigungsvermerk des Abschlussprüfers versehenenJahresabschluss, Konzernabschluss und zusammengefasstenLagebericht für die Daimler AG und den Konzern für dasGeschäftsjahr 2011 sowie den Gewinnverwendungsvorschlag.Zur Vorbereitung standen den Mitgliedern des Prüfungsaus-schusses umfangreiche Unterlagen zur Verfügung, unteranderem der Geschäftsbericht mit dem Konzernabschlussnach IFRS und dem zusammengefassten Lagebericht fürdie Daimler AG und den Konzern, der Jahres­ bschluss der aDaimler AG, die Prüfungsberichte der KPMG für den Jahres­abschluss der Daimler AG, für den Konzernabschluss nach IFRSund für den zusammengefassten Lagebericht, der Gewinn­verwendungsvorschlag des Vorstands sowie die Entwürfe derBerichte des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses.Die Prüfungsberichte und wesentliche Vorgänge hinsichtlich derRechnungslegung wurden gemeinsam mit dem Abschluss­prüfer diskutiert. Dabei hat sich der Prüfungsausschuss derDaimler AG auch mit der Überwachung des Rechnungsle-gungsprozesses, der Wirksamkeit des internen Kon­ rollsystems, tdes Risikomanagementsystems und des internen Revisions­systems sowie mit Fragen der Compliance auseinander­gesetzt. Der Prüfungsausschuss empfahl dem Aufsichtsratnach intensiver Prüfung und Erörterung, die auf­ estellten gAbschlüsse zu billigen und sich dem Gewinn­ erwendungs­ vvorschlag des Vorstands mit dem Vorschlag der Zahlungeiner Dividende von 2,20 € je dividendenberechtigter Stückaktieanzuschließen. Der Prüfungsausschuss stimmte ferner demBericht des Prüfungsausschusses in der vorliegenden Fassungzu. Unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Unabhängig-keitsprüfung beschloss der Prüfungsausschuss eine an denAufsichtsrat beziehungsweise im weiteren Verlauf an dieHauptversammlung gerichtete Empfehlung zur Bestellung vonKPMG als Abschlussprüfer und Prüfer für die prüferischeDurchsicht von Zwischenfinanzberichten. Schließlich befasstesich der Prüfungsausschuss auf der Basis seiner Zuständigkeitmit dem Entwurf der Tagesordnung für die ordentliche Haupt-versammlung 2012 und mit dem Jahresprüfplan der InternenRevision.Auch im Jahr 2011 führte der Prüfungsausschuss wie in denVorjahren eine Selbstevaluierung seiner Tätigkeit durch. Hand-lungsbedarf im Hinblick auf die Aufgaben des Ausschussesoder auf den Inhalt, die Frequenz oder den Ablauf der Sitzun-gen ergab sich dabei nicht.Stuttgart, im Februar 2012Der PrüfungsausschussDr. h. c. Bernhard WalterVorsitzender160
  • 6 | Corporate Governance | VergütungsberichtVergütungsberichtDer Vergütungsbericht fasst die Grundsätze zusammen, die Auf Basis des verabschiedeten Vergütungssystems entscheidetfür die Festlegung der Vergütung des Vorstands der Daimler AG der Aufsichtsrat zu Beginn des Jahres über die Grund- undangewendet werden, und erläutert sowohl die Höhe als auch Zielvergütung der einzelnen Vorstandsmitglieder und legt fürdie Struktur der Vorstandseinkommen. Darüber hinaus werden das anstehende Geschäftsjahr die für die variablen Vergü-die Grundsätze und die Höhe der Vergütung des Aufsichts­ - tungskomponenten relevanten Erfolgsparameter fest. Jährlichrats beschrieben. Der Vergütungsbericht ist Bestandteil des werden zudem zwischen dem Aufsichtsratsvorsitzenden,Lageberichts für die Daimler AG und den Konzern. dem Vorstandsvorsitzenden und jedem Vorstandsmitglied indi- viduelle Ziele für den jeweiligen persönlichen Verantwortungs­ bereich für das anstehende Geschäftsjahr vereinbart, die nachGrundsätze der Vergütung des Vorstands Abschluss des Geschäftsjahres zusätzlich in die Festlegung des Jahresbonus durch den Aufsichtsrat einfließen.Zielsetzung. Zielsetzung des Vergütungssystems für denVorstand ist, die Vorstandsmitglieder gemäß ihres Tätigkeits- Somit stehen zu Beginn des Geschäftsjahres die individuellenund Verantwortungsbereichs sowie im Einklang mit den Grund- und Zielvergütungen sowie die dafür relevantengesetzlichen Vorgaben angemessen zu vergüten, um auch für Erfolgsparameter fest. Diese Festlegungen werden durch denSpitzenkräfte ein attraktiver Arbeitgeber zu sein. Durch eine Aufsichtsrat verabschiedet.adäquate Variabilität sollen die gemeinsame und persönlicheLeistung des Vorstands sowie der nachhaltige Unter­ Nach Ablauf des Geschäftsjahres werden auf dieser Basis dienehmenserfolg deutlich und unmittelbar berücksichtigt werden. Zielerreichung gemessen sowie die tatsächliche Vergütung durch den Präsidialausschuss ermittelt und dem AufsichtsratUmsetzung in der Praxis. Für jedes anstehende Geschäftsjahr zur Beschlussfassung vorgelegt.bereitet der Präsidialausschuss zunächst auf Basis eines Wett-bewerbsvergleichs die Überprüfung der Vergütungssystematik Systematik der Vorstandsvergütung im Jahr 2011. Dieund -höhe durch den Aufsichtsrat vor. Im Mittelpunkt steht Jahresvergütung setzt sich aus einer fixen Grundvergütungdabei die Prüfung der Angemessenheit, die auf einem horizon- (etwa 29% der Zielvergütung), einem Jahresbonus (etwa 29%talen und vertikalen Vergleich basiert. Dazu werden mit Bezug der Zielvergütung) sowie einer variablen Vergütung mit lang-auf eine Gruppe vergleichbarer Unternehmen aus Deutschland fristiger Anreizwirkung (etwa 42% der Zielvergütung) zusammen.insbesondere die folgenden Aspekte geprüft: Gegenüber dem Vorjahr wurde eine Anpassung innerhalb der Zielvergütung vorgenommen. Dabei wurde die bisherige–  ie Wirkungsweise der einzelnen fixen und variablen d Summe aus Grundgehalt und Jahresbonus wertgleich auf Komponenten, also deren Methodik und Bezugsparameter, beide Komponenten verteilt. In diesem Zusammenhang wurde–  ie Gewichtung der Komponenten zueinander, das heißt d der Zielbonus auf den einfachen Wert der Grundvergütung das Verhältnis der fixen Grundvergütung zu den kurzfristigen abgesenkt. Die Bandbreite der Zielerreichung und die Bezugs- und langfristigen variablen Bestandteilen, parameter sind unverändert geblieben. Weiterhin wird der–  ie Relation des durchschnittlichen Einkommens der d Jahresbonus abweichend von den Vorjahren nicht mehr voll- Belegschaft zu dem eines Vorstandsmitglieds ständig im März des folgenden Geschäftsjahres ausbezahlt, sondern nur zu 50%. Die zweiten 50% werden ein Jahr spätersowie die sich daraus ergebende Zielgesamtvergütung, unter Anwendung einer Bonus-/Malusregelung zur Auszahlungbestehend aus einem Grundgehalt, einem Jahresbonus und kommen, und zwar in Abhängigkeit von der Entwicklungeiner langfristig orientierten Vergütung unter Berücksichtigung der Daimler-Aktie im Vergleich zu einem automobilbezogenenauch von Altersversorgungsansprüchen und Nebenleistungen. Index (Auto-STOXX vgl. S. 24 f.), den die Daimler AG als Maß­ - stab für die relative Entwicklung der Aktie heranzieht. SowohlDazu nehmen Präsidialausschuss und Aufsichtsrat unab­ der verzögert – unter Anwendung der Bonus-/Malusregelunghängige externe Beratung in Anspruch, um insbesondere den – ausgezahlte Jahresbonus als auch die variable Vergütung mitVergleich mit den marktüblichen Vergütungssystemen zu mittel- und langfristiger Anreizwirkung mit ihrer Anbindungerleichtern. Soweit sich als Ergebnis hieraus Änderungsbedarf an zusätzliche, anspruchsvolle Vergleichsparameter und an denfür das Vergütungssystem für den Vorstand ergibt, legt derPräsidialausschuss entsprechende Änderungsvorschläge demgesamten Aufsichtsrat zur Beschlussfassung vor. 161
  • Aktienkurs tragen den Empfehlungen des Deutschen Corporate Kurs der Daimler-Aktie zur Auszahlung. Durch die GewährungGovernance Kodex Rechnung und berücksichtigen dabei virtueller Aktien und deren Auszahlung zu Planende auf Basispositive wie auch negative Entwicklungen. Im Einzelnen stellt des dann gültigen Aktienkurses ist ein Chancen- und Risiko­sich das System wie folgt dar: potenzial durch die Entwicklung des Aktienkurses gegeben. Von der Hälfte des Netto-Auszahlungsbetrags müssen echteDie Grundvergütung ist eine fixe, auf das Gesamtjahr bezogene Aktien der Gesellschaft gekauft und dauerhaft gehaltenVergütung, die sich am Verantwortungsbereich des jeweiligen werden, bis die geltenden Richtlinien für den AktienbesitzVorstandsmitglieds orientiert und in zwölf Monatsraten ausbe- (siehe unten) erfüllt sind.zahlt wird. Für die Zuteilung legt der Aufsichtsrat im Rahmen der jährlichenDer Jahresbonus ist eine variable Vergütung, deren Höhe sich Zielvergütung einen absoluten Euro-Betrag fest. Die Zahl derprimär am operativen Ergebnis des Daimler-Konzerns (EBIT) zugeteilten Phantomaktien ergibt sich rechnerisch durch Divi-orientiert. Für das abgelaufene Geschäftsjahr wurden dabei sion dieses Betrags durch den relevanten, über einen längerensowohl die vom Aufsichtsrat festgelegte Zielsetzung für das Zeitraum ermittelten Durchschnittskurs. Zudem ist dieser Durch­jeweilige Geschäftsjahr, abgeleitet aus dem mittelfristig zu erzie- schnittskurs nicht nur maßgeblich für die Zuteilung des neuen,lenden Renditeniveau und den Wachstumszielen, als auch sondern auch für die Auszahlung des vier Jahre zuvor gewährtender Istwert im Vergleich zum Vorjahr und die individuelle Leistung Plans.der Vorstandsmitglieder sowie die Ereichung von Compliance-Zielen herangezogen. Optional ist die Einbeziehung weiterer Bezugsparameter für den Plan 2011:Kennzahlen/Bemessungsgrundlagen und Ziele möglich; –  u 50% die erzielte Umsatzrendite im Vergleich zu einer Wett- Zfür 2011 war dies die Gesamtrendite der Daimler-Aktie, beste- bewerbsgruppe (BMW, Fiat, Ford, Honda, Paccar, Re­ ault, nhend aus der Kursentwicklung und der Dividende (Total Toyota, Volvo, Volkswagen). Für die Messung dieses Erfolgs-Shareholder Return). kriteriums wird über drei Jahre hinweg die durchschnittliche Umsatzrendite der Wettbewerber ermittelt, wobei der jeweilsPrimäre Bezugsparameter: schlechteste und beste Wert nicht berücksichtigt werden.– Zu 50% Vergleich EBIT Istwert 2011 zu Zielwert 2011. In dem Maß, in dem die Umsatzrendite von Daimler um +/- 2– Zu 50% Vergleich EBIT Istwert 2011 zu Istwert 2010. Prozentpunkte vom ermittelten Durchschnitt abweicht, er­ - gibt sich die Bandbreite der Zielerreichung. Eine ZielerreichungWert bei 100%-Zielerreichung: von 200% ergibt sich also, wenn die Daimler-UmsatzrenditeIm Jahr 2011 nur noch 100% des Grundgehalts gegenüber um 2 Prozentpunkte oder mehr vom Durchschnittswert derfrüher 150%. Wettbewerber nach oben abweicht. Eine Zielerreichung von 0% ergibt sich entsprechend bei einer Abweichung von 2 Pro-Bandbreite der Zielerreichung: zentpunkten oder mehr nach unten.0 bis 200%, das heißt, der Jahresbonus aufgrund der EBIT- –  u 50% die erzielte Kapitalrendite unter Berücksichtigung der ZZielerreichung ist nach oben begrenzt auf das Zweifache Kapitalkosten. Maßstab ist die Wertschaffung durch dasdes Grundgehalts, und ein Totalausfall ist möglich (s. u.). Unternehmen. In dem Maß, in dem die Kapitalrendite von Daimler über drei Jahre hinweg um +/-2 Prozentpunkte vonAuf den sich daraus ergebenden Zielerreichungsgrad kann einem Zielwert von 8% abweicht, ergibt sich die Bandbreiteabhängig von den genannten, vorab festgelegten Kennzahlen/ der Zielerreichung. Eine Zielerreichung von 200% ergibtBemessungsgrundlagen ein bis zu 10%iger Zu- oder Abschlag sich also, wenn Daimler eine Kapitalrendite von 10% odervorgenommen werden. Zusätzlich hat der Aufsichtsrat die mehr erwirtschaftet. Eine Zielerreichung von 0% ergibt sichMöglichkeit, unter anderem auf Basis der genannten Zielverein­ entsprechend bei einer Kapitalrendite von 6% oder weniger.barungen die persönliche Leistung des einzelnen Vorstands­mitglieds mit einem Zu- oder Abschlag von bis zu 25% zu berück- Wert bei Zuteilung:sichtigen. Festlegung jährlich abhängig vom Marktvergleich; im Jahr 2011 rund das 1,3- bis 1,6-Fache des Grundgehalts.Auch im Jahr 2011 wurden mit dem Vorstand zusätzlich Zielemit Blick auf den Aufbau und die nachhaltige Funktion eines Bandbreite der Zielerreichung:Compliance-Systems vereinbart. Die ganz oder teilweise Nicht- 0 bis 200%, das heißt, der Plan ist nach oben begrenzt.erfüllung der individuellen Compliance-Ziele kann mit einem Ein Totalausfall ist möglich.Abschlag von bis zu 25% auf die Zielerreichung wirken. Aus denCompliance-Zielen kann jedoch selbst bei vollständiger Wert der virtuellen Aktien bei der Auszahlung:Erfüllung keine Erhöhung der individuellen Zielerreichung Entsprechend dem ermittelten Aktienkurs und der nach denresultieren. oben genannten Kriterien erreichten Zahl von Aktien. Die Auszahlung ist in jedem Fall auf das 2,5-Fache des AktienkursesDer Performance Phantom Share Plan ist eine langfristig bei Planbeginn begrenzt.orientierte Vergütung. Zu Planbeginn wird eine Anzahl virtuellerAktien gewährt und es werden für die Dauer von drei Jahren Während des Vier-Jahres-Zeitraums entfällt auf die zugeteiltenmittelfristige Erfolgsziele gesetzt. Auf Basis des zum Ende des virtuellen Aktien ein Dividendenäquivalent, dessen Höhedritten Planjahres ermittelten Zielerreichungsgrades wird die sich nach der Dividende bestimmt, die im betreffenden Jahrendgültige Anzahl der virtuellen Aktien ermittelt, die dann zum auf eine echte Daimler-Aktie bezahlt wird. Hinsichtlich derEnde des vierten Planjahres ausbezahlt wird. Diese end­ - aktienorientierten Vergütung ist eine nachträgliche Änderunggültige Anzahl kann zwischen 0% und 200% der zu Planbeginn der festgelegten Erfolgsziele oder Vergleichsparametergewährten virtuellen Aktien liegen. Der im Jahr 2011 bege- ausgeschlossen.bene Plan kommt nach vier Jahren mit dem dann geltenden162
  • 6 | Corporate Governance | VergütungsberichtRichtlinien für den Aktienbesitz. In Ergänzung zu den drei Vergütung des Vorstands im Geschäftsjahr 2011Komponenten der Vorstandsvergütung wurden Richtlinienfür den Aktienbesitz des Vorstands (»Stock Ownership Guide­ Höhe der Vorstandsvergütung im Jahr 2011. Die vonlines«) verabschiedet. Danach sind die Vorstandsmitglieder Konzernunternehmen gewährte Gesamtvergütung für dengehalten, über mehrere Jahre hinweg einen Teil ihres Privat­ Vorstand der Daimler AG berechnet sich aus der Summevermögens zum Erwerb von Daimler-Aktien einzusetzenund diese Aktien während der Zugehörigkeit zum Vorstand zu –  es Grundgehalts, dhalten. Die Festlegung der Zahl der zu haltenden Aktien orien­ –  es in 2012 zur Auszahlung kommenden hälftigen Anteils dtierte sich bei Einführung des Performance Phantom Share des Jahresbonus,Plans für ein Vorstandsmitglied am Zweifachen und für den –  es in 2013 zur Auszahlung kommenden hälftigen mittel­ dVorstandsvorsitzenden am Dreifachen der damaligen Grund­ fristig aktienorientierten Anteils des Jahresbonus mit Wertvergütung. Zur Erfüllung der Richtlinien ist grundsätzlich die zum Abschlussstichtag (Anspruchshöhe in AbhängigkeitHälfte der Netto-Auszahlungsbeträge aus den Performance von der Entwicklung der Daimler-Aktie im Vergleich zu einemPhantom Share Plänen zum Erwerb echter Aktien der Gesell­ automobilbezogenen Index Auto-STOXX),schaft zu verwenden; der Aktienerwerb kann aber auch ander­ –  em Wert der langfristigen aktienorientierten Vergütung dweitig erfolgen. zum Gewährungszeitpunkt und –  er steuerpflichtigen geldwerten Vorteile. dUmsetzung des Gesetzes zur Angemessenheit derVorstandsvergütung. Der Aufsichtsrat der Daimler AG hat Für beide aktienorientierten Umfänge, sowohl die zweiten 50%vor dem Hintergrund des Gesetzes zur Angemessenheit der des Jahresbonus als auch den langfristigen PPSP können dieVorstandsvergütung (VorstAG) Ende 2010 eine Begutachtung jeweiligen Auszahlungsbeträge in Abhängigkeit der Entwicklungdes Vorstandsvergütungssystems durch einen unabhängigen der Daimler-Aktie sowie der Erreichung der jeweiligen Ziel­Prüfer veranlasst. Im Ergebnis wurde das oben dargestellte parameter deutlich von den dargestellten Werten abweichen.Vergütungssystem als konform mit den gesetzlichen Vorgabenbestätigt. Dieses Vergütungssystem ist im April 2011 von der Die Vergütung des Vorstands für das Geschäftsjahr 2011Hauptversammlung mit einer Mehrheit von 97,4% der abge­ beträgt insgesamt 29,0 (i. V. 25,8) Mio. €. Davon entfallengebenen Stimmen gebilligt worden. 7,4 (i. V. 4,8) Mio. € auf fixe, das heißt erfolgsunabhängige, 12,8 (i. V. 13,5) Mio. € auf variable, das heißt kurz- und mittel­Als weiterer Anreiz zur Förderung einer nachhaltigen Geschäfts­- fristig erfolgsbezogene Vergütungskomponenten und 8,8entwicklung bei der Ermittlung des Jahresbonus ist zukünftig (i. V. 7,5) Mio. € auf im Geschäftsjahr gewährte, variable erfolgs­-beabsichtigt, die bislang optional möglichen, zusätzlichen finan­- bezogene Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreiz­ziellen Kennzahlen und Ziele durch nicht-finanzielle Kennzahlen wirkung.  6.01und Indikatoren mit einer Orientierung am Global Compact derUN und seinen zehn Prinzipien abzulösen. Hier­ ber wurde üdie Hauptversammlung 2011 bereits informiert.6.01Vorstandsvergütung 2011 Grund­ Verzicht Kurz- und mittelfristig orientierte Langfristig orientierte Vergütung Summe vergütung Vergütung (Jahresbonus) (PPSP) kurzfristig mittelfristig in Stück     Wert bei Zuteilung (2011: bei Kurs 51,08 €) (2010: bei Kurs 30,61 €)€-Werte in TausendDr. Dieter Zetsche 2011 2.008 2.038 2.038 50.311 2.570 8.654 2010 1.530 -115 4.819 80.269 2.457 8.691Dr. Wolfgang Bernhard 1 2011 715 726 726 20.125 1.026 3.193 2010 472 - 30 1.487 29.554 905 2.834Dr. Christine Hohmann- 2011 624 618 618 17.609 899 2.759Dennhardt 2010 – – – – – – –Wilfried Porth 2 2011 715 708 708 20.125 966 3.097 2010 535 -39 1.679 32.108 983 3.158Andreas Renschler 2011 755 747 747 22.467 1.148 3.397 2010 575 - 43 1.771 35.829 1.079 3.382Bodo Uebber 3 2011 866 879 879 24.058 1.054 3.678 2010 660 - 50 2.079 38.383 997 3.686Prof. Dr. Thomas Weber 2011 715 726 726 21.369 1.092 3.259 2010 545 - 41 1.679 34.078 1.043 3.226Summe 2011 6.398 6.442 6.442 176.064 8.755 28.037 2010 4.317 - 318 13.514 – 250.221 7.464 24.9771 PPSP-Wert nach Abzug von Mandatsvergütung eines Beteiligungsunternehmens in Höhe von 2.250 €.2 PPSP-Wert nach Abzug von Mandatsvergütung eines Beteiligungsunternehmens in Höhe von 61.575 €.3 PPSP-Wert nach Abzug von Mandatsvergütung eines Beteiligungsunternehmens in Höhe von 174.867 €. 163
  • Im Vorjahresvergleich sind bei der Summe der Grundver­ Diese Ruhegehaltszahlungen beginnen auf Antrag als Alters­gütung, wie auch bei der Summe des Jahresbonus, die wert- leistung, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendunggleiche Verschiebung zwischen Grundvergütung und Ziel­ des 60. Lebensjahres endet, oder als Invalidenleistung, wennjahresbonus zu berücksichtigen sowie die Berufung von Frau das Dienstverhältnis aufgrund von Dienstunfähigkeit vor demDr. Hohmann-Dennhardt mit Wirkung zum 16. Februar 2011. 60. Lebensjahr endet. Es erfolgt eine jährliche Erhöhung um 3,5% (abweichend davon erfolgt für Wilfried Porth eine Anpas-Im Wesentlichen durch Aufwendungen für Sicherheitsleistungen sung gemäß den gesetzlichen Regelungen). Die Verträgeund die Gestellung von Dienstwagen entstanden für die enthalten eine Regelung, nach der bei Ableben eines Vorstands-Vorstandsmitglieder im Jahr 2011 zu versteuernde geldwerte mitglieds dem Ehepartner 60% des jeweiligen RuhegehaltsVorteile, die in der nachstehenden Tabelle ersichtlich sind. zustehen. Der Betrag kann sich je nach Anzahl unterhaltspflich- 6.02 tiger Kinder um bis zu 30 Prozentpunkte erhöhen. Mit Wirkung zum Beginn des Jahres 2006 wurden die Pensions-Zusagen bei Beendigung der Tätigkeit verträge der Vorstandsmitglieder auf ein neues Altersver­ sorgungssystem, das sogenannte Pension Capital, umgestellt.Altersversorgung. Die Pensionsverträge der Vorstands­ Hierbei wird dem Vorstandsmitglied jährlich ein Kapitalbau-mitglieder enthalten teilweise Zusagen auf ein jährliches Ruhe- stein gutgeschrieben. Dieser Kapitalbaustein setzt sich ausgehalt, das sich in Abhängigkeit von der Dauer der Vorstands­ einem Beitrag in Höhe von 15% der Summe der Grundver­tätigkeit als Prozentsatz der früheren Grundvergütung errechnet. gütung und des tatsächlich erreichten gesamten JahresbonusDiese Pensionsansprüche wurden bis 2005 gewährt und (50% + 50%) zusammen, multipliziert mit einem Altersfaktor,blieben bestehen; sie wurden jedoch auf dem damaligen der einer Verzinsung von derzeit 6% (Wolfgang Bernhard undNiveau eingefroren. Wilfried Porth: 5%) entspricht. Gemäß den bei der Daimler AG geltenden Regelungen wird Pension Capital nur bis zum Alter 60 gewährt. Der Pensionsplan kommt im Erlebensfall zur Aus­ zahlung, wenn das Dienstverhältnis mit oder nach Vollendung des 60. Lebensjahres endet, oder als Invalidenleistung,6.02 wenn das Dienstverhältnis aufgrund von Dienstunfähigkeit vorSteuerpflichtige geldwerte Vorteile und sonstige Leistungen dem 60. Lebensjahr endet. 2011 2010 Die Auszahlung kann in drei Varianten erfolgen:€-Werte in Tausend – als Einmalbetrag; – n 12 Jahresraten, wobei jeder Teilbetrag bis zur Auszahlung iDr. Dieter Zetsche 159 133 weiter verzinst wird;Dr. Wolfgang Bernhard 71 52 –  ls Rente mit oder ohne Hinterbliebenenversorgung, aDr. Christine Hohmann-Dennhardt 121 – mit einer jährlichen Erhöhung (s. o.).Wilfried Porth 123 101Andreas Renschler 169 148 Die Verträge enthalten Regelungen, nach denen bei AblebenBodo Uebber 165 217 des Vorstandsmitglieds vor Erreichen des VersorgungsfallsProf. Dr. Thomas Weber 149 162 dem Ehepartner beziehungsweise den unterhaltspflichtigen Kindern der gesamte Zusagebetrag, bei einem Ableben nachSumme 957 813 Eintritt des Versorgungsfalls den gesetzlichen Erben im Falle der Auszahlungsvariante von zwölf Jahresraten der Restbar- wert und im Falle der Auszahlungsvariante Verrentung mit Hinter­ bliebenenversorgung dem Ehepartner beziehungsweise den unterhaltspflichtigen Kindern 60% des Restbarwertes zustehen. Ausscheidende Vorstandsmitglieder erhalten für den Zeitraum beginnend nach dem Ende der ursprünglichen Vertragslaufzeit Zahlungen in Höhe der im vorherigen Abschnitt beschriebenen Ruhegehaltszusagen und eine Fahrzeuggestellung, teilweise für einen definierten Zeitraum. Bei diesen bis zum Erreichen des 60. Lebensjahres gewährten, gegebenenfalls einer Anrech- nung anderer Einkünfte unterliegenden Zahlungen kommen die zuvor beschriebenen Erhöhungsbeträge ebenfalls zur Anwendung.164
  • 6 | Corporate Governance | VergütungsberichtDer Dienstzeitaufwand für die Pensionsverpflichtungen nach Nebentätigkeiten der Vorstandsmitglieder. Die Vorstands-IFRS lag im Geschäftsjahr 2011 bei 2,210 Mio. € (2010: mitglieder sollen Vorstands- oder Aufsichtsratsmandate1,945 Mio. €). Der Barwert der Gesamtverpflichtung (Defined und/oder sonstige administrative oder ehrenamtliche Funk­Benefit Obligation) nach IFRS betrug zum 31. Dezember 2011 tionen außerhalb des Unternehmens nur in begrenztem56,839 Mio. € (2010: 49,327 Mio. €). Unter Berücksichtigung Umfang übernehmen. Zudem benötigen sie zur Aufnahme vonvon Lebensalter und Dienstjahren ergeben sich die in der Nebentätigkeiten die Zustimmung des Aufsichtsrats. So istTabelle dargestellten individuellen Ansprüche, Dienstzeit­ sichergestellt, dass weder der zeitliche Aufwand noch die dafüraufwendungen und Barwerte.  6.03 gewährte Vergütung zu einem Konflikt mit den Aufgaben für das Unternehmen führt. Soweit es sich bei den Nebentätig­Zusagen bei vorzeitiger Beendigung der Tätigkeit. Die keiten um Aufsichtsratsmandate oder Mandate in vergleich­Zahlung einer Abfindung an ein Vorstandsmitglied im Fall der baren Kontrollgremien handelt, sind diese im Jahresabschlussvorzeitigen Beendigung des Dienstverhältnisses ist nicht der Daimler AG aufgeführt, der im Internet veröffentlichtvorgesehen. Allein für den Fall der vorzeitigen Beendigung des wird. Für die Übernahme von Mandaten in KonzerngesellschaftenDienstverhältnisses im gegenseitigen Einvernehmen enthalten erfolgt keine Vergütung.die Vorstandsverträge eine Zusage auf Auszahlung der Grund-vergütung und auf Gestellung eines Fahrzeugs bis zum Ende Kredite an Vorstandsmitglieder. Im Jahr 2011 wurdender ursprünglichen Vertragslaufzeit. Ein Anspruch auf die Aus- keine Vorschüsse oder Kredite an Vorstandsmitglieder derzahlung erfolgsbezogener Vergütungskomponenten besteht Daimler AG gewährt.dagegen nur zeitanteilig bis zum Tag des Ausscheidens aus derGesellschaft. Der Anspruch auf die Auszahlung der erfolgs­ Vergütungen an ehemalige Vorstandsmitglieder derbezogenen Vergütungskomponenten mit langfristiger Anreiz- Daimler AG und ihre Hinterbliebenen. Die im Jahr 2011wirkung orientiert sich an den festgelegten Ausübungs­ gewährten Bezüge ehemaliger Vorstandsmitglieder derbedingungen der jeweiligen Pläne. Für den Fall der vorzeitigen Daimler AG und ihrer Hinterbliebenen beliefen sich auf 13,9Beendigung des Dienstverhältnisses im gegenseitigen (i. V. 17,5) Mio. €. Die Pensionsrückstellungen für frühereEin­ ernehmen ist die Summe der vorstehend beschriebenen v Mitglieder des Vorstands sowie deren Hinterbliebene betrugenZahl­ ngen einschließlich Nebenleistungen, soweit diese der u zum 31. Dezember 2011 insgesamt 195,9 (i. V. 197,1) Mio. €.Regelung zum sogenannten Abfindungs-Cap des deutschenCorporate Governance Kodex unterliegen, begrenzt aufden zweifachen Wert der Jahresvergütung und beläuft sichmaximal auf die Gesamtvergütung für die Restlaufzeit desDienstvertrages.6.03Individuelle Versorgungsansprüche, Dienstzeitaufwendungen und Barwertefür die in den Geschäftsjahren 2010/2011 verdienten Versorgungsansprüche des Vorstands Jährliches Ruhe­gehalt Barwert der (aus Regelung bis 2005) bei Dienstzeitaufwand Verpflichtungen Erreichen des (für Ruhegehalt und (für Ruhegehalt und 60. Lebensjahres Pension Capital) Pension Capital)€-Werte in TausendDr. Dieter Zetsche 2011 1.050 794 29.633 2010 1.050 712 26.149Dr. Wolfgang Bernhard 2011 - 234 715 2010 – 205 410Wilfried Porth  2011 156 140 4.303 2010 156 118 3.715Andreas Renschler 2011 250 278 7.067 2010 250 243 6.102Bodo Uebber 2011 275 461 6.439 2010 275 397 5.357Prof. Dr. Thomas Weber 2011 300 303 8.682 2010 300 270 7.594Summe 2011 2.031 2.210 56.839 2010 2.031 1.945 49.327Frau Dr. Hohmann-Dennhardt hat keinen Anspruch auf betriebliche Altersversorgung 165
  • Vergütung des Aufsichtsrats Die Mitglieder des Aufsichtsrats und seiner Ausschüsse erhalten für jede Aufsichtsrats- und Ausschusssitzung, anVergütung des Aufsichtsrats im Jahr 2011. Die Vergütung der sie teilnehmen, ein Sitzungsentgelt von 1.100 €.des Aufsichtsrats wird von der Hauptversammlung derDaimler AG festgelegt; sie ist in der Satzung des Unternehmens Für persönlich erbrachte Leistungen außerhalb der obengeregelt. Die von der Hauptversammlung im April 2011 beschriebenen Gremientätigkeiten, insbesondere für Beratungs-an­ epasste Vergütung sieht vor, dass die Mitglieder des Auf- g und Vermittlungsleistungen, wurden keine Vergütungensichtsrats zusätzlich zum Ersatz von Auslagen und der ihnen gewährt. Ausgenommen davon ist die Vergütung der betrieb­für die Aufsichtsratstätigkeit zur Last fallenden Umsatzsteuer lichen Arbeitnehmervertreter aus dem jeweiligen Arbeits­nach Abschluss des Geschäftsjahres eine feste Vergütung verhältnis.von 100.000 € erhalten. Der Vorsitzende des Aufsichtsratserhält zusätzlich 200.000 €, der Stellvertreter des Vorsitz­ Damit lag die Vergütung für die gesamte Tätigkeit der Mit­enden des Aufsichtsrats zusätzlich 100.000 €. Die Mitglied- glieder des Aufsichtsrats der Daimler AG im Jahr 2011 beischaft im Prüfungsausschuss wird mit zusätzlich 50.000 €, 3,0 (i. V. 2,7) Mio. €.die im Präsidialausschuss mit zusätzlich 40.000 € und die Mit-gliedschaft in sonstigen Ausschüssen des Aufsichtsrats mit Kredite an Aufsichtsratsmitglieder. Im Jahr 2011 wurdenzusätzlich 20.000 € vergütet; abweichend davon werden für den keine Vorschüsse oder Kredite an AufsichtsratsmitgliederVorsitz im Prüfungsausschuss zusätzlich 100.000 € vergütet. der Daimler AG gewährt.Bei der Vergütung werden Tätigkeiten für höchstens drei Aus-schüsse berücksichtigt, wobei bei Überschreiten dieser Zahldie drei höchstdotierten Funktionen maßgeblich wären. DieVergütung von Ausschusstätigkeiten für ein Geschäftsjahrsetzt voraus, dass der betreffende Ausschuss in diesem Zeit-raum zur Erfüllung seiner Aufgaben tatsächlich getagt hat.Die individuelle Vergütung der Mitglieder des Aufsichtsrats istin der nachstehenden Tabelle ausgewiesen.  6.046.04Vergütung für die Mitglieder des AufsichtsratsName Vergütete Funktion(en) Gesamt 2011in €Dr. Manfred Bischoff Vorsitzender des Aufsichtsrats, des Präsidial- und des Nominierungsausschusses 374.300Erich Klemm 1 Stellvertretender Vorsitzender des Aufsichtsrats, des Präsidial- und des Prüfungsausschusses 309.800Dr. Paul Achleitner Mitglied des Aufsichtsrats und des Nominierungsausschusses (ab 13. April 2011) 121.011Sari Baldauf Mitglied des Aufsichtsrats und des Nominierungsausschusses (ab 13. April 2011) 122.111Dr. Clemens Börsig Mitglied des Aufsichtsrats und des Prüfungsausschusses 165.400Prof. Dr. Heinrich Flegel Mitglied des Aufsichtsrats 107.700Dr. Jürgen Hambrecht Mitglied des Aufsichtsrats und des Präsidialausschusses (ab 13. April 2011) 136.522Petraea Heynike Mitglied des Aufsichtsrats (ab 13. April 2011) 76.455Jörg Hofmann 1 Mitglied des Aufsichtsrats 106.600Dr. Thomas Klebe 1, 3 Mitglied des Aufsichtsrats und des Präsidialausschusses 152.100Gerard Kleisterlee Mitglied des Aufsichtsrats 106.600Jürgen Langer 1 Mitglied des Aufsichtsrats 107.700Ansgar Osseforth 4 Mitglied des Aufsichtsrats 107.700Valter Sanches 2 Mitglied des Aufsichtsrats