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    Ps arbeit crowds.-steiner_falkínger_ws2011 final Ps arbeit crowds.-steiner_falkínger_ws2011 final Document Transcript

    • Universität Salzburg Fachbereich für Kommunikationswissenschaft „Ein Staat der deinen Namen trägt― Crowdfunding in Österreich. Sind wir schon so weit? ____________________Eine Untersuchung zur Situation Crowdfunding in Österreich anhand des Crowdfunding-Projekts der Radiofabrik „Ein Sender der deinen Namen trägt― und anhand eines Selbstversuches. von Corinna Steiner (0920545) und Matthias Falkinger (0920204) im Rahmen des Proseminars „Crowdsourcing für Kommunikationsprojekte― im Wintersemester 2011/2012 unter der Leitung von Mag. David Röthler eingereicht am 29. Februar 2012 Kontakt: matthias.falkinger@stud.sbg.ac.at / corinna.steiner@stud.abg.ac.at
    • Eidesstattliche ErklärungHiermit versichere ich an Eides statt, dass wir die vorliegende□ Seminararbeit □ Bakkalaureatsarbeit □ Magisterarbeitohne fremde Hilfe und ohne Benutzung anderer als der angegebenen Quellen und Hilfsmittelangefertigt und die den benutzten Quellen wörtlich oder inhaltlich entnommenen Stellen alssolche kenntlich gemacht haben.Diese Arbeit wurde in gleicher oder ähnlicher Form noch bei keiner anderen Prüferin/ keinemanderen Prüfer als Prüfungsleistung eingereicht.Uns ist bekannt, dass Zuwiderhandeln mit der Note —nicht genügend (ohne Möglichkeiteiner Nachbesserung oder Wiederholung) geahndet wird und weitere rechtliche Schrittenach sich ziehen kann.Diese Arbeit wurde in digitaler Fassung zur Prüfung der o.g. Erklärung bei der zuständigenPrüferin/dem zuständigen Prüfer hinterlegt. Matthias Falkinger Corinna Steiner 0920204 0920545 Salzburg, 29.02.2012 Salzburg, 29.02.2012
    • Inhaltsverzeichnis 1. Einleitung 01 2. Was ist Crowdfunding? 02 3. Freie Radios in Österreich 03 3.1 Die Anfänge der Freien Radios in Österreich 03 3.2 Prinzipien und Grundsätze Freier Radios in Österreich 05 3.3 Der Verband der Freien Radios Österreich- VFRÖ 07 4. Die Radiofabrik. Freier Rundfunk Salzburg 08 4.1 Die Anfänge 09 4.2 Programm und Konzept 10 4.3 Die Organisation 12 5. Ein Sender der deinen Namen trägt – Das Crowdfunding Projekt der Radiofabrik 12 5.1 Grund für das Crowdfunding Projekt 12 5.2 MySherpas- die Plattform für Crowdfunding und Fundraising 13 5.3 Der Verlauf des Crowdfunding Projekts Ein Sender der deinen Namen trägt 15 6. Ein Staat der deinen Namen trägt – Crowdfunding im Selbstversuch 18 7. Fazit 21 8. Literaturverzeichnis 22
    • 1. EinleitungDer Begriff des Crowdfundings ist zwar noch relativ unbekannt, doch der Trend zeigtdeutlich nach oben. In einigen Branchen wird Crowdfunding inzwischen regelmäßigeingesetzt und auch die mediale Aufmerksamkeit ist stark gestiegen.Während eines Redaktions-Praktikums bei der Radiofabrik, dem freien Radio inSalzburg, waren die AutorInnen dieser Arbeit unmittelbar an einem CrowdfundingProjekt beteiligt. Ziel war es, innerhalb von 3 Monaten 5000€ zu sammeln, um denWechsel des Senderstandorts zu finanzieren.Durch diesen ersten Kontakt mit Crowdfunding wurde das Interesse geweckt undauch so manch andere Crowdfunding Projekte mit verfolgt. Dabei war sehr auffällig,dass v.a. in den USA und Südamerika Crowdfunding schon sehr erfolgreich ist undDeutschland langsam nachzuziehen scheint. Doch in Österreich scheint diese Formvon Spenden kaum zu existieren. Die Radiofabrik bildete da eine Ausnahme.Daher stellt sich nun folgende Frage, welche im Laufe der Arbeit beantwortetwerden soll: Funktioniert Crowdfunding in Österreich (schon)?Beantwortet werden soll diese Frage vor allem mit Hilfe des bereits erwähntenCrowdfunding der Radiofabrik und einem eigenen, von den AutorInnendurchgeführten, Projekt.Damit dies möglich ist, wird zuerst der Begriff des Crowdfunding definiert underläutert. Weiters werden auch die Radiofabrik und freie Radios im Allgemeinenvorgestellt. Dabei geht es von den Anfängen des freien Radios, über derenPrinzipien, bis hin zum Verband der Freien Radios Österreich. Auch bei derRadiofabrik selbst werden zuerst die Anfänge erläutert, um dann noch Programm,Konzept und Organisation darzulegen.Anschließend werden dann die beiden Crowdfunding Projekte, das der Radiofabrikund der Selbstversuch, detailliert erläutert.Abschließend wird in einem Fazit die Arbeit nochmal kurz zusammengefasst, dasErgebnis des eigenen Crowdfundings interpretiert und ein kurzer Ausblick auf dieZukunft gegeben. 1
    • 2. Was ist Crowdfunding?Um den Begriff des Crowdfunding zu definieren, gilt es zuerst ganz kurz zuerwähnen, dass Crowdfunding ähnlich und ausgehend vom Prinzip dessogenannten Crowdsourcing funktioniert. Beim Crowdsourcing geht es darum, dassdurch die Hilfe vieler Menschen, finanziell, aber auch durch Wissen oderFähigkeiten, Projekte erstellt werden (vgl. Wenzlaff 2011: 4).Crowdfunding behandelt nun speziell den Bereich der finanziellen Unterstützung.Um Crowdfunding zu definieren, wird erst mal bewusst das, auf dem Prinzip desCrowdsourcing basierende, Online Lexikon Wikipedia herangezogen. Dort heißt es: „Crowdfunding [H.i.O.] [kɹ aʊ dˈf ndiŋ] oder Schwarmfinanzierung ʌ [H.i.O.] ist eine Art der Finanzierung. Mit dieser Methode der Geldbeschaffung lassen sich Projekte, Produkte, die Umsetzung von Geschäftsideen und vieles andere mit Fremdkapital versorgen. Eine so finanzierte Unternehmung und ihr Ablauf werden auch als eine Aktion bezeichnet. Ihre Kapitalgeber sind der Schwarm – in aller Regel bestehend aus Internetnutzern, da zum Crowdfunding meist im World Wide Web aufgerufen wird.“ (Wikipedia 2011: o.S.)In dieser Definition, in der Wissen als Crowdsourcing-Hilfsmittel verwendet wurde,werden die Geldgeber, also die Crowd, als Schwarm bezeichnet, wodurch auch dieHerkunft des deutschen Begriffs Schwarmfinanzierung geklärt ist.Doch so sehr sich diese Arbeit mit dem Thema des Crowdfunding, und damitindirekt mit Crowdsourcing, auseinandersetzt, muss auch hier erwähnt werden, dassWikipedia keine wissenschaftliche Quelle darstellt.Zudem ist Crowdfunding keine deutsche Erfindung, weshalb auch eineinternationale, wissenschaftlichere Definition des Begriffs Crowdfunding angebrachtscheint. “The basic idea of crowdfunding is to raise external finance from a large audience (the “crowd”), where each individual provides a very small amount, instead of soliciting a small group of sophisticated investors.” (Belleflamme/Lambert/Schwienbacher 2010: o.S.)Belleflamme, Lambert und Schwienbacher erwähnen also explizit das Individuum,das beim Crowdfunding einen Beitrag leisten kann. 2
    • Doch noch immer ist nicht ganz klar, was so ein Crowdfunding eigentlich genau istund wie genau die Individuen in so ein Projekt involviert sind. Gut erläutert hat diesAlf Altendorf, der Geschäftsführer der Radiofabrik, dem freien Radio in Salzburg, ineinem Interview des eigenen Nachrichtenmagazins Magazin um 5. „Crowdfunding ist ein Modebegriff. […] Crowd [H.d.V.] ist eine Menge an Leuten und Funding [H.d.V.] ist Finanzierung. Eine Menge an Leuten finanziert etwas. Der Unterschied zwischen Spenden und Funding ist eben: Crowdfunding Projekte bieten immer Gegenleistungen in Form von Goodies [H.d.V.].“ (Magazin um 5, Altendorf 2011: 3:07min.)Er bringt hier die wichtigsten Punkte zusammen. Crowdfunding ist ein ziemlichneuer Begriff und auch eine relativ neue Art, finanzielle Mittel zu sammeln. DesWeiteren erklärt Altendorf den Begriff Crowdfunding wortwörtlich, indem er nichtversucht diesen komplett zu übersetzen, sondern in zwei Wörter auftrennt. Und zuguter Letzt weist er auf den entscheidenden Unterschied zwischen Crowdfundingund einer normalen Spendenaktion hin.Ein letzter wichtiger Punkt fehlt allerdings noch in allen drei Definitionen. BeimCrowdfunding werden immer ein Zielbetrag und ein bestimmter Zeitrahmenangesetzt. Sollte das Funding in der vorgegebenen Zeit nicht erfolgreich sein unddie vorgegebene Zielsetzung verfehlt werden, fließt das bis zu diesem Zeitpunkteingegangene Geld komplett zurück an die jeweiligen Funder.Zusammenfassend kann man Crowdfunding also als Mittel zur Geldbeschaffungdurch eine Vielzahl von Individuen sehen, welche für ihre Unterstützung eine kleineGegenleistung bekommen. Im Erfolgsfall kann durch Crowdfunding dann einbestimmtes Projekt ermöglicht und umgesetzt werden.3. Freie Radios in ÖsterreichAn diesem Punkt wird, aufgeteilt auf drei einzelne Bereiche, das freie Radio inÖsterreich erläutert. Die Punkte befassen sich mit den Anfängen, den Prinzipien unddem Verband Freier Radios (VFRÖ).3.1 Die Anfänge der Freien Radios in ÖsterreichAlles begann mit der Entwicklung der sogenannten Piratenradios. Piratenradiosbildeten sich bereits in der 1. Republik mit dem Ziel das Rundfunkmonopol, damalsdie RAVAG (Vorgänger des ORF), aufzuheben (vgl. VFRÖ- Geschichte des FreienRadios Österreich 2006: o.S.). Grund dafür war die Unzufriedenheit mit der RAVAG.Man wollte gegen eine einseitige Berichterstattung arbeiten. Es gab zu der Zeit 3
    • sogar Forderungen nach einer Legalisierung proletarischer Radiosender, jedochwurden diese nach kurzer Zeit wieder eingestellt (vgl. ebd.). Die Programme derPiratenradios behandelten zum Großteil politische Themen, in Form vonAuflehnungen gegen politische Entscheidungen etc. „Die ersten RadiopiratInnen der2. Republik waren die Macher von Ö-Frei. Sie sendeten ab Dezember 1979 in Grazvier Sendungen á 15 Minuten.― (VFRÖ- Geschichte des Freien Radios Österreich2006: o.S.) Danach gab es erst wieder im Jahr 1987 Piratenaktivitäten. DiePiratentätigkeit hatte von Anfang an politische Gründe mit dem Gedanken derDurchsetzung des legalen Freien Radios. Die Legalisierung würde ermöglichen,dass nicht nur eine einheitliche Meinung in der Gesellschaft generiert wird, siewürde die Entstehung einer Meinungsvielfalt ermöglichen. Anfangs wurde vonSeiten des Staates versucht dieses Vorhaben mit allen Mitteln zu verhindern (vgl.VFRÖ- Geschichte des Freien Radios Österreich 2006: o.S.). Ende des Jahres1992 verschärfte sich die Situation drastisch, bis dann im Juli 1993 der regelmäßigeBetrieb der Piratenradios eingestellt wurde. „Die verschärfte Verfolgung stand inZusammenhang mit dem Regionalradiogesetzesentwurf, in dem Freie Radios nichtvorgesehen waren.― (VFRÖ- Geschichte des Freien Radios Österreich 2006: o.S.)Im gleichen Jahr als man den Betrieb der Piratenradios eingestellt hatte wurde derVerein IG Freies Radio, (heute der Verband Freier Radios Österreich) gegründetum die Interessen der Freien Radios zu vertreten und die Legalisierung wie dieLizenzverteilung zu ermöglichen. Nach einigen Unstimmigkeiten undGesetzesänderungen kam es dann 1997 endlich dazu das der Nationalrat dieNovelle zum Regionalradiogesetz beschlossen hat, welches Regional- und endlichauch Lokalradio vorsah. In einer vorausgesetzten Frist konnte man sich nun umRadiolizenzen bewerben. Die Behörde vergab 42 Lokalfrequenzen. Im Kampf umdiese Lizenzen erhielten von 12 Freien Radiobewerbern, 8 BewerberInnen eineLizenz oder wurden in Form eines Sendefensters integriert (vgl. VFRÖ- Geschichtedes Freien Radios Österreich 2006: o.S). Danach hatten die erfolgreich lizenziertenFreien Radios ein Jahr Zeit um auf Sendung zu gehen. Eine Überschreitung dereinjährigeFrist hätte zu einem Lizenzentzug geführt (vgl. ebd.). Das Problem dabeiwar für viele die finanzielle Situation und die hohen Investitionskosten. Jedochhaben alle lizenzierten Radios die Hürde gemeistert und gingen in vielen TeilenÖsterreichs auf Sendung.Bereits 1995, also noch vor der Lizenzvergabe, verpflichteten sich die Freien Radiosin Österreich, im Rahmen einer Charta des Verbandes Freie Radios Österreich, zu 4
    • ethischen Grundprinzipien die bis heute noch gültig sind (vgl. Purkarthofer, Pfisterer,Busch 2008: 14). Diese werden im nächsten Kapitel noch genauer erläutert.3.2 Prinzipien und Grundsätze freier Radios in Österreich„Als dritte Säule der Rundfunklandschaft neben öffentlich-rechtlichen undkommerziell-privaten RundfunkveranstalterInnen erweitern Freie Radios dieMeinungsvielfalt.― (VFRÖ- Charta der Freien Radios Österreich 2007: o.S.) Einerder wesentlichen Unterschiede zwischen den drei Rundfunksystemen ist ihreVorstellung von RezipientInnen. Öffentlich-rechtliche Medien folgen einemgesetzlich festgelegten öffentlichen Auftrag, der zum Großteil durch Gebührenfinanziert wird, aber auch zu einem geringen Teil durch Werbeeinnahmen (vgl.Institut für Medienkompetenz 2011: o.S.). Die Aufgabe liegt darin die Bürgerinnerhalb eines nationalstaatlichen Gefüges zu informieren, um eine Partizipation andemokratischen Prozessen zu ermöglichen (vgl. Purkarthofer, Pfisterer, Busch2008: 15). Hingegen sind kommerzielle Medien privat organisiert und dereneinziger Zweck ist sich wirtschaftlich, ausschließlich durch Werbeeinnahmen, zubereichern (vgl. Institut für Medienkompetenz 2011: o.S.). Dabei wird das Publikumals Markt gesehen, dem Konsumgüter jeglicher Art durch die Medien verkauftwerden sollen (vgl. Purkarthofer, Pfisterer, Busch 2008: 15). Davon ausgehendwerden also Medien nur als Instrument benutzt um möglichst viel verkaufen zukönnen. Anders sind da freie Radios, die weder gesetzlich festgelegten Vorlagenfolgen, noch auf Profit aus sind. Sie sind demnach eben frei, nicht-kommerziellorganisiert und leben von öffentlichen Förderungen, Spenden, Sponsoren undEigenleistungen. Das Ziel oder der Gegenstand der Arbeit Freier Radios istGemeinnützigkeit, Offenheit, Unabhängigkeit und Transparenz der Organisation zugewährleisten. Freie Radios sehen sich zumal als Sprachrohr der Gesellschaft ohnejegliche Aussicht auf Gewinnmaximierung. Der Gedanke dabei ist, dass der Zugangzum Radio jedem offen stehen soll, der sich an der Programmgestaltung beteiligenmöchte. Somit haben auch diverse Randgruppen, wie ethische Minderheiten, dieMöglichkeit ihre Meinungen kund zu tun und einen Beitrag für die Allgemeinheitherzustellen. „Tendenziell geht es darum, die Trennung zwischen Produzenten/-innen und Konsumenten/-innen aufzuheben.― (Purkarthofer, Pfisterer, Busch 2008:16) Das bedeutet die RezipientInnen werden aus der Rolle des passiven Publikumsgenommen und zu aktiven Produzenten von Radioinhalten gemacht (vgl. u.a.Radiofabrik Salzburg o.J.a: o.S.). Demnach ist auch von einem aktiven Publikum die 5
    • Rede, dem es möglich ist, zu einem Teil des Bürgerradios zu werden. Wie bereits inKapitel 3.1 angeschnitten, verpflichten sich Freie Radios in Österreich seit 1995 denGrundsätzen, die in Form einer Charta des Verbandes Freier Radios Österreichfestgehalten wurden. Demzufolge müssen Freie Radios folgende Grundsätzeerfüllen:Offener Zugang / Public Access.Freie Radios geben allen Personen und Gruppen innerhalb des gesetzlichenRahmens die Möglichkeit zur unzensierten Meinungsäußerung undInformationsvermittlung. Vorrang haben dabei soziale, kulturelle und ethnischeMinderheiten, sowie solche Personen und Gruppen, die wegen ihrergesellschaftlichen Marginalisierung oder sexistischen oder rassistischenDiskriminierung in den Medien kaum oder nicht zu Wort kommen.Partizipation.Freie Radios stellen Trainings-, Produktions- und Verteilungsmöglichkeiten zurVerfügung. Sie bilden Plattformen lokaler und (über-)regionaler Musik-, Kunst- undKulturproduktion für gesellschaftspolitische Initiativen und für gesellschaftlich odermedial marginalisierte Communities. Sie laden ihre HörerInnen zur aktivenBeteiligung ein, spiegeln die gesellschaftliche, kulturelle und sprachliche Vielfaltihrer Ausstrahlungsgebiete wider und fördern den interkulturellen Dialog.Gemeinnützigkeit / Nichtkommerzialität.Freie Radios sind kein Privateigentum eines/r Einzelnen, sondern sind gemeinsamvon ihren NutzerInnen getragene Organisationsformen, die vor allem dem Prinzipder Gemeinnützigkeit unterliegen. Ihre Tätigkeit ist nicht auf Gewinn ausgerichtetund verfolgt das Prinzip eines werbefreien Radios ohne kommerzielleProduktwerbung. Um die Existenz und Unabhängigkeit gewährleisten zu können,braucht es eine Diversifizierung der Einnahmequellen. Die Finanzierung erfolgtdurch Eigenleistungen wie Projekte oder Kooperationen, öffentliche Förderungen,Mitgliedsbeiträge und Spenden oder auch Sponsoring.Transparenz / OrganisationIn Freien Radios sind die Organisation und die Auswahlkriterien für Sendeinhaltedurchschaubar und nachprüfbar zu halten. Die TrägerInnen Freier Radios 6
    • handhaben ihr Management, ihre Programmgestaltung und ihre Beschäftigungs-praxis so, dass sie jede Form der Diskriminierung ausschließt; sie sind dabeigegenüber allen UnterstützerInnen, dem Personal und den ehrenamtlichenMitarbeiterInnen offen und verantwortlich. Sie fördern die Mitwirkung vonMigrantInnen und Frauen in allen Bereichen.Lokalbezug/ Regionale EntwicklungFreie Radios verstehen sich als Kommunikationsmittel im lokalen und regionalenRaum und unterstützen die regionale Entwicklung. Damit fungieren Freie Radiosauch als fördernde Plattformen für regionalbezogene Kunst- und Kulturschaffende,in denen es für KünstlerInnen Auftritts- und Verbreitungsmöglichkeiten gibt. Darüberhinaus findet eine Auseinandersetzung mit überregionalen und internationalenThemen statt. Freie Radios arbeiten aktiv zusammen, z.B. durchProgrammaustausch oder die gemeinsame Realisierung von medialen, kulturellen,künstlerischen oder gesellschaftspolitischen Projekten.UnabhängigkeitFreie Radios sind im Besitz, in der Organisationsform, in der Herausgabe und in derProgrammgestaltung unabhängig von staatlichen, kommerziellen und religiösenInstitutionen und politischen Parteien.AnspruchFreie Radios fördern eine selbstbestimmte, solidarische und emanzipatorischeGesellschaft. Sie wenden sich gegen jede Form der Diskriminierung aufgrund vonGeschlecht oder sexueller Orientierung, Herkunft, Abstammung Hautfarbe oderEthnie, religiöser oder politischer Anschauung, aufgrund körperlicher oder geistigerFähigkeiten, sozialer Herkunft, Sprache oder Alter. Sie treten für freieMeinungsäußerung, Meinungsvielfalt, Gleichberechtigung, Menschenwürde undDemokratie ein.(VFRÖ-Charta der Freien Radios Österreich 2007: o.S. )3.3. Der Verband der Freien Radios Österreich - VFRÖUm die Interessen der Freien Radios auch durchsetzen zu können, wurde derVerband Freier Radios im Jahr 1993, gegründet. Der Verband setzte sich vor allem 7
    • medienpolitisch stark für die Lizenzerteilung an die Freie Radios ein. In denAnfängen der Freien Radios wurde noch ohne Lizenz gesendet. Diese illegaleAusstrahlung von Radioprogrammen fiel unter den Begriff des „Piratenradios“.Dieses Thema wird aber in einem der folgenden Kapitel nochmal aufgegriffen undnäher erläutert. Ab 1998, nach der Liberalisierung des Rundfunks kamen dann stattLizenzverteilungen andere Aufgaben auf den Verband zu. Heute konzentriert sichder Verband der Freien Radios auf folgende Bereiche: Durchsetzung der gesetzlichen Verankerung Freier Radios Durchsetzung der Finanzierung Freier Radios aus Gebührensplitting Stellungnahme zu für die Freien Radios relevanten Gesetzesentwürfen Vertretung der Freien Radios gegenüber Urheberrechtsgesellschaften Vertretung der medienpolitischen Interessen der Freien Radios auf nationaler und europäischer Ebene Koordination der Ausbildungsangebote der Freien Radios (siehe www.freie- radios.at) Organisation von Veranstaltungen zu medien- und kulturpolitischen Themen Förderung der Zusammenarbeit zwischen den Mitgliedern Beteiligung an Radioprojekten (z.B. Literadio – Literatur zum Hören; Inter.Media – Intercultural Learning for noncommercial Media in Europe) Unterstützung für Freie Radios und Radioinitiativen bei Lizenzierungs- verfahren Anbieten technischer Lösungen für die Mitglieder Unterstützung von Sendeaustausch zwischen den Freien Radios durch das Cultural Broadcasting Archive CBA http://cba.fro.at. (VFRÖ Was ist Freies Radio und was tut der VFRÖ? 2007: o.S.)4. Die Radiofabrik. Freier Rundfunk SalzburgDie Radiofabrik, das Bürgerradio der Stadt Salzburg, wird in diesem Kapitel näherbeschrieben, um eine Vorstellung über das Unternehmen und deren Arbeit zubekommen. Es bildet für vorliegende Arbeit den Rahmen, da es um die Frage geht,ob denn Crowdfunding in Österreich funktioniert und die Radiofabrik selbst ein 8
    • Produkt ist, das nur durch die große Crowd oder Community funktioniert unddeshalb an sich ein gutes Beispiel bietet. Die Radiofabrik wird jedoch eher demBegriff des Crowdsourcing zugeteilt wird. Da dies nicht Bestandteil unserer Arbeitist, wird auf den Begriff auch nicht näher eingegangen. Zudem hat aber dieRadiofabrik im Jahr 2011 selbst ein Crowdfunding Projekt gestartet. Wir wollen nunanhand dessen veranschaulichen wie gut oder schlecht Crowdfunding in Österreichfunktioniert. Der Aspekt, dass Crowdfunding insgesamt noch ein sehr junger Begriffist und es in Österreich/Deutschland erst seit einem Jahr Crowdfunding Plattformengibt, muss dabei natürlich berücksichtigt werden. Da das Projekt der Radiofabrik fürdiese Arbeit als Beispiel fungiert, ist es zu Beginn wichtig einige theoretischeHintergründe darzulegen, wie die Erläuterung der Radiofabrik.4.1 Die AnfängeDie Geschichte der Freien Radios und deren Entwicklung von Piratenradios zueinem anerkannten Medium, ist auch Teil der Entstehungsgeschichte derRadiofabrik. (siehe Kapitel 3.1 Anfänge der Freien Radios Österreichs).Die Radiofabrik hat seine Wurzeln in dem Salzburger Piratenradio Bongo 500, daseinmal wöchentlich ab November 1992 von einem der umliegenden Stadtbergegesendet wurde (vgl. Radiofabrik Salzburg o.J.a: o.S.). Nachdem 1998 dasösterreichische Rundfunkmonopol gestürzt wurde, gründete man in Salzburg denVerein Freier Rundfunk Salzburg. Dieser hatte sich dann für die Frequenz 107,5MHz beworben, aber stattdessen nur ein 5-stündiges Sendefenster bei demkommerziellen Radio Arabella bekommen, bei dem dann einmal wöchentlich ab 20hgesendet werden konnte. Der offizielle Sendestart war am 7. Oktober 1998. (Vgl.ebd.)Am Anfang war es noch schwierig diese 5 Stunden Sendezeit auch mit Programmzu füllen, jedoch dauerte es nicht lange und die Anzahl der InteressentInnen fürSendungsgestaltung stieg rasant an. Es gab plötzlich viel zu vieleSendungsmacherInnen und viel zu wenig Platz im Programm. 1999 übersiedeltedas Büro der Radiofabrik von der Kaigasse in einen Container des KulturgeländeNonntal (vgl. ebd.). Zum Jahreswechsel 1999/2000 gestaltete die Radiofabrik inZusammenarbeit mit „MilleniumRadio Y2K― einen Eventfunk auf der damals nochungenutzten Frequenz 107,5MHz. Um den Anspruch einer eigenen Frequenz zuunterstreichen, gestalteten zahlreiche Organisationen, Institutionen und 9
    • Einzelpersonen 2 Wochen lang ein 24-Stunden-Programm rund um denJahreswechsel (vgl. ebd.).Schlussendlich wurde im März 2001 der Radiofabrik die Frequenz 107,5MHz zugesprochen. Jedoch noch nicht als alleiniger Nutzer. Die Radiofabrik musstesich anfangs die Frequenz mit der Objekt Werbung GmbH teilen. Die Radiofabriksendete zu der Zeit an Wochentagen von 18.00 bis 5.00 Uhr und am Wochenenderund um die Uhr.Ab 23. Jänner 2004 wurde der Radiofabrik dann endlich die Vollfrequenzzugesprochen, da die Objekt Werbung GmbH Konkurs ging (vgl. ebd.). „Seit 2004verfügt die Radiofabrik auch über ein Sendeautomations-Programm YARM (YetAnother Radio Manager), das von Radiofabrik-IT-Techniker HermannHuber entwickelt wurde […]― (Ebd.) Diese Entwicklung ermöglicht Live-Übertragungen von Konzerten, Konferenzen etc. außerhalb des Studios derRadiofabrik. Zum vorerst letzten Mal übersiedelt der Firmensitz von dem Containeram Kulturgelände Nonntal in das neuerrichtete ARGEkultur Gebäude in den 1.Stock. Seit 2002 ist die Radiofabrik auch an EU Projekten beteiligt. Am Anfang nurals Projektpartner, aber in weiterer Folge dann auch als Initiator undKoordinator. Außerdem sendet die Radiofabrik seit dem Jahr 2008 zusätzlich aufder Frequenz 97,3 MHz. Damit wird auch ein Teil des südlichen Salzburgsabgedeckt und auch über das Kabel der Salzburg AG auf 98,6 MHz ist manempfangbar. (Vgl. ebd.) Im April 2011 verlängerte die KommAustria sogar dieLizenz um weitere zehn Jahre. Die Radiofabrik kann bis auf weiteres bis zum Jahr2021 auf Sendung gehen (vgl. RTR 2011: o.S.).4.2 Programm und KonzeptDie Radiofabrik ist Mitglied des Verbandes Freier Radios Österreich (VFRÖ) undunterliegt deshalb auch den Grundsätzen der Charta von VFRÖ. Die Radiofabrikgewährt einen offenen Zugang und versteht sich als der Sender mit dergrößten Meinungsfreiheit und Meinungsvielfalt in der Stadt Salzburg. „Ziel ist die Gleichstellung der Geschlechter und die Verständigung zwischen den Generationen und Kulturen (über elektronische Medien wie Radio, TV und Internet) zu fördern werden.“ (Leitbild Radiofabrik) 10
    • Sie gewährt die Vermittlung von Medienkompetenz durch das Angebot diverserWorkshops, welche Produktions- sowie Aufnahmetechniken und journalistische, wieauch rechtliche Grundlagen, vermitteln. Gemeinnützigkeit im Sinne vonUnabhängigkeit von staatlichen, wirtschaftlichen und religiösen Institutionen undpolitischen Parteien. Die Radiofabrik versteht sich als Sprachrohr derZivilgesellschaft (vgl. ebd.). Außerdem gewährleistet sie, wie alle freie Radios,Transparenz in der Organisation sowie der regionalen Entwicklung (vgl. RTR 2011:o.S.).Die Radiofabrik steht als nicht-kommerzielles, freies Radio allen interessiertenPersonen offen. Insbesondere denen, die in öffentlich-rechtlichen sowie inkommerziellen Medien unterpräsentiert sind (vgl. Radiofabrik Salzburg o.J.b: o.S.).Dazu zählen ethnische, kulturelle und soziale Minderheiten wie Menschen mitkörperlichen oder geistigen Beeinträchtigungen, Obdachlose, ältere Menschen,Kinder und Jugendliche, Menschen mit Migrationshintergrund aber auch Frauen.Von und für diese Personen haben sich eigene Sendungen entwickelt, die festerBestandteil der Programmgestaltung sind, wie die Sendung Jugendradio,Frauenzimmer, Radio Laila in Türkisch, Apropos - das Straßenmagazin und vielesmehr (vgl. Programm der Radiofabrik). Zudem liegt das Augenmerk auch vermehrtauf regionalen Berichterstattungen aus dem Raum Salzburg, aber auchinternationale Nachrichten, die sozusagen fernab des Mainstreams liegen, sindBestandteil des Programms der Radiofabrik. Voraussetzung für die Teilhabe derProgrammgestaltung ist, Mitglied des Vereins zu werden, und einen Basisworkshopzu absolvieren. Dabei werden Medienrecht sowie Techniken wie Schnitt/Studiotechniken vermittelt die für die Entstehung einer Sendung notwendig sind. „Keinen Platz im Programm haben Sendungen mit rassistischen, sexistischen, gewaltverherrlichenden oder demokratiefeindlichen Inhalten. Sendungen dürfen nicht zur Religionsausübung und zur religiösen Propaganda verwendet.“( Radiofabrik Salzburg o.J.a: o.S.)Den Grundsatz dieses Zitates verfolgt aber nicht nur die Radiofabrik, sondern gehörtzu dem Konzept der meisten Freien Radios.Das Musikprogramm der Radiofabrik ist breit gefächert und unterliegt keinerspeziellen Richtung, da das freie Radio alle Altersgruppen erreichen möchte. DieBetreiber der Radiofabrik beschreiben eine Musikpalette, die von Electronica undAlternative über 50er-Jahre-RocknRoll bis zu Operette und Heavy Metal reicht. 11
    • 4.3 Die OrganisationOrganisiert wurde die Radiofabrik bis 2009 durch 2 Strukturen: zum Einen durchden Verein freier Rundfunk Salzburg und zum anderen durch die GesellschaftSendeanlagen GesmbH. Im Oktober 2009 wurde die GesmbH durch den Verein imRahmen einer Gesamtrechtsnachfolge übernommen, damit die Sendelizenzaufrecht erhalten werden kann. Somit bleiben alle Verträge und Verpflichtungenaufrecht, nur werden diese nun durch den Verein freier Rundfunk Salzburggehandelt (vgl. Altendorf 2009: o.S.). Der Verein fördert freie- lokale Radio- undFernsehprojekte und ist zugleich Rundfunkveranstalter der Radiofabrik. Der Vereinbeschäftigt die Mitarbeiter des Betriebs und betreibt die Infrastruktur (vgl. Vereinfreier Rundfunk 2011: o.S.). Der Vorstand des Vereins wird jährlich von derGeneralversammlung gewählt. Seit 2011 besteht dieser aus der ProjektmanagerinMonika Pink-Rank als Vorstandsvorsitzende, Pädagoge und Journalist OliverBaumann als Stellvertretender Vorstandsvorsitzender, Pädagogin und SoziologinElisabeth Katzdobler und Kommunikationswissenschaftler Tom Herdin alsSchriftführerIn und Wirtschaftstreuhändler und Steuerberater Wolfgang Stöger alsFinanzreferent. Geschäftsführer der Radiofabrik ist seit 2008 Medienmanager undKünstler Alf Altendorf, der unter anderen auch im Vorstand des VFRÖ sitzt.5. Ein Sender der deinen Namen trägt - Das Crowdfunding Projekt der RadiofabrikIn diesem Kapitel wird das Crowdfunding Projekt der Radiofabrik ausführlichdargelegt. Es wird geklärt aus welchem Grund man sich dafür entschieden hat, wiesich der Verlauf des Projekts entwickelte, welche Maßnahmen gesetzt wurden unddie Crowdfunding- Plattform mysherpas, duch die das Crowdfunding Projekt derRadiofabrik verwirklicht wurde, wird ausführlich vorgestellt.5.1 Grund für das Crowdfunding ProjektDerzeit sendet die Radiofabrik ihr Programm über die Frequenz 107,5MHz, jedochmit geringer Leistung und in Mono (einkanalig). Der derzeitige Senderstandort istMaria Plain, ein Wallfahrtsort am Plainberg, der im Norden der Stadt liegt. Dieschwache Sendeleistung kommt aufgrund des zu niedrigen Standorts des Senders,der Nähe und des flachen Sendewinkels zu Bayern. Aus diesem Grund arbeitet die 12
    • Radiofabrik seit 2008 an der Übersiedlung des Senders auf den Hochgitzen inBergheim der um 160m höher liegt als der Plainberg und somit auch einen steilerenWinkel bildet in dem die Radiowellen ein besseres und vor allem weiteres Signalabwerfen können (vgl. Magazin um 5, Diess 2011: 4:33min). Dieser Umzug würdeeine deutlich höhere Reichweite und einen besseren Empfang, auch durch denUmstieg von Mono auf Stereo, erzielen. Wobei die Radiofabrik dann nicht mehr nurim Kerngebiet der Stadt Salzburg empfangbar wäre, sondern auch in denumliegenden Gebieten, wie beispielsweise Seekirchen (vgl. Magazin um 5, Wimmer2011: 1:03min.). Solch ein Umzug ist jedoch mit hohen Kosten verbunden,insgesamt 20.000€. Wobei 10.000€ von der Stadt Salzburg finanziert wurden (vgl.Magazin um 5, Altendorf 2011: 3:35min.). So entstand die Idee, die restlichen5.000€ im Rahmen eines Crowdfunding Projekts, mit Hilfe der Plattform mysherpasaufzubringen. Dabei appellieren sie insbesondere an ihre große Community, dieCrowd, die aus den HörerInnen, Vereinsmitgliedern, ProduzentInnen aber auch ausPersonen besteht, die Interesse daran haben, ihr Community-Radio zu unterstützen.Wobei die Finanzierungsform Crowdfunding in Österreich noch nicht so populär ist(vgl. Kaltenbeck 2011: 88) wie beispielsweise in den USA, wo Crowdfunding seineWuzeln hat (vgl. Hübner 2011, SWR-Online). Das erklärt auch, weshalb es kaumLiteratur zu Crowdfunding in Österreich gibt. In Österreich steht Crowdfundinggerade in den Startlöchern und deshalb könnte das gesamte Crowdfunding Projektmit Schwierigkeiten verbunden sein. Das ist jedoch auch den Betreibern derRadiofabrik von Anfang an bewusst gewesen, jedoch sahen sie es zum Teil auchals ein kleines Experiment an (vgl. Altendorf 2011: o.S.)5.2 mysherpas- die Plattform für Crowdfunding und FundraisingDa die Plattform mysherpas als Grundstein für die Realisierung des CrowdfundingProjekts der Radiofabrik, wie auch für unser eigenes Projekt fungiert, ist es vonBedeutung einen kurzen Überblick über die Plattform zu schaffen.Gegründet wurde die Plattform mySherpas GmbH im August 2010 von 2 Herren, Dr.Tim Busse und Markus Zabel, die die Crowdsponsoring-Idee nach Europa bringenwollten. Eine Mischung aus Crowdfunding und Fundraising wird zumCrowdsponsoring, so beschreiben es die Gründungsmitglieder von mysherpas.Crowdfunding (bereits in Kapitel 2 definiert) und der Begriff Fundraising- übersetztalso Kapitalbeschaffung- beschreibt die finanzielle Unterstützung von karitativen 13
    • Projekten und die Beschaffung von Sponsoren (vgl. Haibach 2006: 19). Hintermysherpas steht ein Team von 6 Personen aus unterschiedlichen Sparten, die sichzusammen getan haben und das Ziel verfolgen, die führende CrowdsponsoringPlattform in Deutschland zu werden. Nach einer Studie über Crowdfunding imdeutschsprachigen Raum (vgl. Eisfeld-Reschke, Wenzlaff 2011: o.S.), ist mysherpasdie zweitbekannteste Crowdfunding Plattform nach „startnext―. mysherpas ist füralle Arten von guten und überzeugenden Ideen offen. „Es werden alle unterstützt, die interessante, kreative, nützliche, engagierte, mutige, soziale oder völlig ausgefallene Ideen haben – ob Einmannshow oder Gemeinschaft, ob Existenzgründer oder Abenteurer, ob Künstler, Filmemacher oder Autoren, Sportverein oder Stadtteilprojekt. Wir wollen allen helfen, ihre Projektideen, Ambitionen, Veranstaltungen und Geschäfte zum Leben zu erwecken und erfolgreich werden zu lassen.“ (mysherpas GmbH 2011:o.S.)Jeder der also eine gute Idee jeglicher Form hat, dem jedoch die finanziellen Mittelnfehlen, kann sein Projekt durch mysherpas und mit Hilfe seiner Community,realisieren. Das bedeutet aber auch dass die Community entscheidet, welchesProjekt gut ist und es Wert ist zu fördern. Deshalb ist es notwendig, möglichst vielZeit in das Marketing des eigenen Projekts zu investieren, damit es wahrgenommenwird. Die Plattform, die nach einem Bergvolk des Himalayas benannt wurde, denSherpas, ist auch nach dieser alpinistischen Form aufgebaut. Es gibt die 4Hauptkategorien: Expeditionen: Hier findet man alle Projekte, die es auf der Plattform gibt und die man unterstützen kann. Man kann die Suche durch gewisse Filter nach Dauer des Projekts, Länder und Kategorien eingrenzen. Basislager: Hier erhält man allgemeine Informationen über mysherpas, wie Richtlinien und Crowdsponsoring, aber auch wie man zu einem Gipfelstürmer, das bezeichnet den Projektleiter, wird. Gipfelbuch: Hier gelangt man zu deren Blog. Bergwacht: Hier erfährt man alles über das Team von mysherpas, den Pressespiegel, die Presse und die Medien.Die Sherpas sind demnach die Unterstützer eines oder mehrerer Projekte. 14
    • mysherpas basiert hier auf dem Prinzip „Alles oder nichts―. Das heißt einProjektinhaber oder Gipfelstürmer bekommt entweder nur die vorher angesetztevolle Summe, falls diese in der vorgegebenen Zeit erreicht wurde, oder er fälltwieder auf null zurück und bekommt Nichts. Nur im Falle eines erfolgreichenProjekts erhält mysherpas 10% vom gesammelten Geld, ansonsten verlangt auchmysherpas keine Gebühr.Um ein Projekt anlegen zu können, muss man zuerst einen Account erstellen, dervon der Plattform verifiziert werden muss. Danach kann man anhand einesvorgegebenen Leitfadens die Projektseite gestalten. Die Seite muss beinhalten, werman ist, was für ein Projekt man umsetzen will, wofür das Geld benötigt wird, inwelchem Zeitraum das Projekt unterstützt werden kann, wie hoch die erforderlicheGeldsumme ist und nicht zu vergessen sind die Prämien, die man vergeben kann.Prämien oder Goodies als Dankeschön für die Beteiligung an der Finanzierung desProjektes. Die Regel ist, je höher die gesponserte Geldsumme desto attraktiver diePrämien. Zudem ist es vorgeschrieben, ein Video zu produzieren, wobei mandeutlich machen sollte, um was für ein Projekt es sich handelt. Es dient eigentlichauch dem Zweck der Eigenwerbung. So kann man damit das Interesse der Sherpaswecken. Ist das alles geschafft muss man nur noch kräftig die Werbetrommel rührenund abwarten. Dieser Vorgang läuft bei den meisten Crowdfunding-Plattformenidentisch ab.5.3 Der Verlauf des Crowdfunding Projekts Ein Sender der deinen Namen trägtDa wir, Corinna Steiner und Matthias Falkinger, zu der Zeit, als das CrowdfundingProjekt lief, auch Teil der Radiofabrik waren, haben wir den Verlauf des Projektesmit seinen Stärken und Schwächen persönlich miterlebt und verfolgt. Wir haben imMagazin um 5, dem Nachrichtenmagazin der Radiofabrik, mit Geschäftsführung,Redaktionsleiter und Techniker, Interviews geführt und haben zum Teil bei derBekanntgabe und Werbung mitgeholfen. Der bevorstehende Umzug des Sendersder Radiofabrik von Maria Plain hinauf auf den Hochgitzen in Bergheim wirdinsgesamt 20.000€ kosten, 5.000€ will die Radiofabrik im Rahmen einesCrowdfunding Projekts aufbringen. Die Laufzeit dieses Projekts ist auf 3 Monatebegrenzt. Das Projekt trägt den Namen Ein Sender der deinen Namen trägt. DieserName steht im Zusammenhang mit der Höchstprämie, die die Spender alsGegenleistung erhalten. Der Höchstspender im gesamten Projekt erhält demnach 15
    • auch die Höchstprämie und damit die Möglichkeit, dem neuen Sender einen Namenzu verleihen. Das wiederum ist auf historischem Fundament gebaut. So hat man inder Piratenradiozeit, den Anfängen der Freien Radios Salzburg, in der noch illegalgesendet wurde, dem Sender einen Namen gegeben. Das hatte damals den Grunddass die Radiopiraten von der Polizei abgehört wurden. Um trotzdem senden zukönnen bekam der Sender den Codenamen Schorsch. Diese Tradition hat dieRadiofabrik wieder aufgegriffen, und so entstand auch der Name Ein Sender derdeinen Namen trägt. (Vgl. Magazin um 5, Wimmer 2011: 5:44 min)Die weiteren Prämien waren, ab einer Spende von 10€ ein Abo derProgrammzeitung Hörsturz der Radiofabrik, ab 50€ konnte man sich ein T-Shirt ausder „Radio to wear“ Kollektion aussuchen, ab 100€ bekam man einenWorkshopgutschein, ab 250€ vergab die Radiofabrik 10x Sendungspatronanz-Jinglevor und nach dem Lieblingsprogramm und ab 500€ 10x Sendungspatronanz- Jinglevor und nach dem Magazin um 5 (vgl. Radiofabrik 2011b: o.S.)Das Crowdfunding startete am 1.8.2011, nach dem Dreh des Informationsvideos,worin Techniker Markus Diess und Geschäftsführer Alf Altendorf das Projektausführlich darstellten und auch die Notwendigkeit für die Durchsetzung schilderten.Das Ende der Laufzeit wurde am 30.10.2011 festgemacht. In der Anfangsphase wares ein etwas schleppender Beginn. Es wurde nicht viel gespendet, jedoch wurdeauch anfangs nicht viel Werbung dafür gemacht. Man versuchte zuerst, es vonselbst anlaufen zu lassen. „[…] das nur ins Netz zu stellen und darauf zu warten,dass da jetzt das Geld rein kommt, so leicht ist es nicht[…]― (Magazin um 5,Wimmer 2011: 9:03min.). Eine gute Idee zu haben und ein interessantesCrowdfunding Projekt anzulegen reicht also nicht, es ist notwendig das Projekt auchzu bewerben um Aufmerksamkeit zu erlangen. Dabei hatte die Radiofabrik auch denVorteil dass sie selbst ein Medium ist und die Möglichkeiten der Bekanntgabedadurch einfach sind. Eine Privatperson die ein Crowdfunding realisieren möchtehat im Vergleich auf jeden Fall mehr Aufwand, sein Projekt bestmöglich zuverbreiten und zu bewerben.Die Radiofabrik produzierte also desweiteren einen Radiojingle, der auffordern solltedas Crowdfunding der Radiofabrik zu unterstützen. Dabei wurde mit gutem Karmaund der Möglichkeit, dem neuen Sender einen Namen zu geben, geworben. DerJingle lief danach bis zum Ende der Projektphase jeden Tag im Radio. Es wurden,wie schon erwähnt, Interviews im Magazin um 5 geführt, dem Nachrichtenformat dereigenen Redaktion, das auch die Transparenz des Verlaufes des Projekts für 16
    • RezipientInnen gewährleistet hat. Die Transparenz des Projekts war der Radiofabrikein großes Anliegen um den ganzen Prozess auch für die Community offenzulegen.Das Crowdfunding Projekt wurde im Internet auf diversen Plattformen wieFacebook, Twitter und auf der eigenen Homepage der Radiofabrik, aber auch durchMundpropaganda verbreitet. Am 15.Oktober wurde dann auch eine Senderwallfahrtzu dem neuen Standort des Senders am Hochgitzen in Bergheim veranstaltet.Wobei jeder der Interesse an der Pilgerreise hatte mitmachen konnte. Damit sollteauch ein Teil der Kosten für die Senderübersiedlung aufgebracht werden, indemsich jeder Teilnehmer der Wallfahrt einen persönlichen Sponsor suchen sollte, derdie Wallfahrt und somit auch das Crowdfunding Projekt mit einem kleinen odergroßen Geldbetrag unterstützt (Magazin um 5, Wimmer 2011: 7:50min.). Nachdieser Senderwallfahrt gingen tatsächlich einige Spenden ein, jedoch nicht durchmysherpas sondern größtenteils durch direktes zahlen an die Radiofabrik. Von dengesamten Spenden wurde nur ein geringer Teil, ca. 1300€ (vgl. Magazin um 5,Altendorf 2011: 5:20min.) über mysherpas eingezahlt. Die meisten Spender zahltenauf direktem Weg an die Radiofabrik. Aus diesem Grund entschied man sich auchdazu, zusätzlich zu dem Account auf mysherpas, Überweisungsscheineanzufertigen. Diese wurden dann an potenzielle Spender verteilt. Diese Entwicklungbeschreibt Geschäftsführer Alf Altendorf (Magazin um 5 2011: 6min.) mit derBegründung, dass einigen aus unserer Gesellschaft das Überweisen durch diverseInternetplattformen noch zu suspekt erscheint und dass viele damit überfordertwaren, sich zuerst einzuloggen, zu registrieren ein Paypal- Konto zu erstellen unddabei persönliche Daten preis zugeben. Die Angst vor einem möglichen Missbrauchder persönlichen Daten im Internet ist bei vielen noch gegeben. Altendorf meintaußerdem, dass wir in Österreich einfach noch nicht soweit sind, mit solchenWerkzeugen wirklich professionell arbeiten zu können. Die Erkenntnis aus ihremeigenen Crowdfunding- Projekt ist jedenfalls, dass es rein durch mysherpas nichtfunktioniert hätte, die 5000€ zu erreichen und damit ein erfolgreiches CrowdfundingProjekt abzuschließen (vgl. Magazin um 5, Altendorf 2011: 7:15min). Wenn man indem ganzen Prozess nicht zusätzliche Maßnahmen ergriffen hätte, wie es dieRadiofabrik in Form von Annahmen von direkten Spenden und einer direktenKommunikation mit den potenziellen Spendern, dann wäre das CrowdfundingProjekt womöglich gescheitert. Dieses ganze Vorhaben ist mit einem hohen Maß anAufwand und regelmäßiger Betreuung verbunden (vgl. Magazin um 5, Altendorf2011: 5:35min.) Es ist nach den Erkenntnissen, die man durch das Crowdfunding 17
    • Projekt bekommen hat, nur möglich, durch eine möglichst große und vor allembekannte Masse das Geld aufzubringen. In dem Fall wurden tatsächlich nurinsgesamt ca. 200€ von Unbekannten gesponsert (vgl. Magazin um 5, Altendorf2011: 12:05min.). Kurz vor Projektende hatte die Radiofabrik dann auchbeschlossen, eine Sammeleinzahlung, also Geld das zuvor persönlich in dereigenen Radiofabrik Community gesammelt wurde, gemeinsam auf mysherpaseinzuzahlen. Somit kamen dann insgesamt 5624€ zusammen (vgl. Magazin um 5,Altendorf 2011: 4:50min). Der Höchstspender ist die Computerwissenschaft derUniversität Salzburg, die schlussendlich den neuen Sender auch taufen darf (vgl.Magazin um 5, Altendorf 2011: 13:20min.). Der Senderumzug wird sodannvorrausichtlich im Frühjahr beginnen und spätestens im Juni 2012 wird der neueSender in Betrieb genommen (vgl. Magazin um 5, Altendorf 2011: 15:55min.). DieComputerwissenschaftler haben bereits angekündigt, den Namen erst bekannt zugeben, wenn der Sender dann in Betrieb genommen wird.6. Ein Staat der deinen Namen trägt – Crowdfunding im SelbstversuchIn diesem Kapitel werden das Vorgehen und der Verlauf unseres empirischenSelbstversuchs eines eigenen Crowdfundings beschrieben.Zu Beginn stand nur die Idee, ein eigenes Crowdfunding zu starten, um sich dann indieser Arbeit kritisch damit auseinander zu setzen. Dabei gab es noch keinen festenPlan, was wir gerne finanziert hätten und es war auch nicht sicher, ob es überhauptmöglich sein wird, ein Crowdfunding in diesem Rahmen durchzuführen. Auf Grundunseres Mitwirkens beim Crowdfunding der Radiofabrik zum neuen Senderstandortwussten wir jedoch bereits von Anfang an, wie so ein Crowdfunding in etwa abläuft.Der Ursprungsgedanke reifte weiter und es entstand die Überlegung, dass wir unsdie vorliegende Arbeit finanzieren lassen. Die Kosten für so eine Arbeit sind zwarrecht gering, wenn man jedoch alle Kleinigkeiten mit einberechnet, schien es imBereich des Machbaren zu liegen.Zweifel gab es vor allem am Themenbereich. Es stellte sich die Frage, wie sehr dieMenschen dazu bereit sind in den Bildungsbereich zu investieren? Jedoch kannCrowdfunding im Bildungsbereich aus verschiedenen Gründen eine interessanteOption sein. In Bezug auf größere Projekte, z.B. Bildungsveranstaltungen kann sichdas Verhältnis zwischen Spende und erhaltener Dienstleistung mehr als nurausgleichen. (Vgl. Röthler 2011: 22) 18
    • Doch auch im kleinsten Rahmen, wie das bei uns der Fall war, sahen wir Chancenauf Erfolg. Vor allem Neulinge im Bereich des Crowdfunding konnte man als unsereZielgruppe sehen. Ein kleines Projekt zu unterstützen und als Goodie für dieHöchstspende die vorliegende Arbeit in gebundener Form zu erhalten, sollte alleinwegen des eventuell hilfreichen Inhalts ein schöner Anreiz sein. Deshalb wurde dieAnfangsidee nun endgültig in die Tat umgesetzt und alle Vorbereitungen für denStart des Crowdfundings getroffen.Alle anderen Spender sollten als Goodie eine Danksagung in dieser Arbeit erhalten.Als Plattform haben wir uns, wegen der Erfahrung durch die Radiofabrik, fürmysherpas entschieden. Ein weiterer Grund war, dass diese Plattform themen-übergreifend aufgebaut ist. Der Titel des Crowdfundings und somit auch dieserArbeit, Ein Staat der deinen Namen trägt, wurde aus verschiedenen Gründengewählt. Einerseits natürlich in Anlehnung an den Titel des Crowdfundings derRadiofabrik, welches ja auch großer Bestandteil dieser Arbeit ist. Andererseits istunser ausformuliertes Ziel, herauszufinden, ob Crowdfunding in Österreich (schon)funktioniert.Dazu mussten wir das erforderliche Video drehen, in dem erläutert wird, warum wirdieses Crowdfunding durchführen. Das Video haben wir dann auf YouTube, einer imweiteren Sinne auf dem Prinzip des Crowdsourcing aufbauenden Online-Video-Plattform, gestellt. Dort ist es, Stand 29.02.2012, unter dem URLhttp://www.youtube.com/watch?v=8oQUxYEAro0&context=C39e2f4fADOEgsToPDskKwE3vaGAVh-PsT3i6YRPYd weiterhin abrufbar.Mit dem nächsten Schritt, der Anmeldung auf der Plattform mysherpas, kamen dannerste Schwierigkeiten und Probleme auf.Während die Anmeldung an sich ganz einfach ist, fordert mysherpas zum Starteines Projekts das Ausfüllen eines Verifizierungsformulars, die Angabe einerKontonummer, eine Ausweiskopie samt Adressennachweis, eine Unterschrift unddas Überweisen von 1€ auf das mysherpas-Konto. Zudem muss natürlich einYouTube-Account vorhanden sein. So sehr man diese Sicherheitsvorkehrungenverstehen kann, ist es mit viel Aufwand verbunden und sehr umständlichumzusetzen, ein Projekt zu starten. Dazu kam das aus den Informationen auf derPlattform nicht ersichtlich wurde welches Konto das mysherpas Konto war. Auchnach mehrmaligen Versuchen einer Kontaktaufnahme durch Email wurde man nichtaufgeklärt. Ein weiteres Problem stellt die Mindestspende von 10€ da. Bei einemkleinen Projekt wie unserem steht es nicht mehr im Verhältnis, wenn man 10€ für 19
    • eine Danksagung und 20€ für die gebundene Arbeit investieren müsste. Daherwurde die Zielsumme auf 50€ festgesetzt.In der Regel sollte die Verifizierung nicht länger als drei Tage dauern. Doch hierbeihat sich ein für uns entscheidendes Problem aufgetan, denn der Account, über denunser Crowdfunding laufen sollte, wurde erst nach ca. einem Monat verifiziert undes war uns nicht möglich, unser eigenes Projekt zu veröffentlichen.Auf eine Nachfrage per Mail bei mysherpas, wo denn das Problem liegen könnte,wurde uns nicht geantwortet. Beim überprüfen, ob uns bei der Anmeldung einFehler unterlaufen ist, konnten wir auch nur feststellen, dass wir genau nachVorgabe vorgegangen sind.Spätestens jetzt standen Aufwand und der erhoffte Erfolg unseres kleinenCrowdfundings in keinem fairen Verhältnis mehr zueinander. Bei so einem kleinemProjekt sollte man tatsächlich sehr gut überlegen, wie sinnvoll es ist ein Funding zustarten. Selbst wenn unsere Verifizierung ohne Probleme funktioniert hätte, wäre esletztendlich sehr viel Aufwand für eine äußerst geringe Erfolgsaussicht. Da wirdadurch auch viel Zeit und womöglich auch Geld in die Vermarktung hätteninvestieren müssen.So lässt sich also nur sagen, dass Crowdfunding in der Theorie hervorragendfunktioniert, in Praxis zeigt sich jedoch, dass dies keinesfalls ein Selbstläufer ist. 20
    • 7. FazitAbschließend möchten wir uns nochmal auf die Frage beziehen, die wir am Anfangdieser Arbeit gestellt haben und klären was nun unser Fazit nach dieserUntersuchung ist. Funktioniert Crowdfunding in Österreich (schon)?Leider muss eingesehen werden, dass diese anhand der Proseminararbeit nichtsicher zu beantworten ist.So wurde zwar das Crowdfunding der Radiofabrik letztlich erfolgreichabgeschlossen, doch ohne so manche Tricks wäre dies nicht möglich gewesen. Erstdurch eine Sammeleinzahlung der Community wurde letztlich die Zielsummeerreicht. Allein über mysherpas wäre dies wohl nicht gelungen, wie auchGeschäftsführer Alf Altendorf verkündet hat.Bei unserem eigenen, nicht durchführbaren Crowdfunding kann man natürlich keineRückschlüsse ziehen, ob es erfolgreich abgeschlossen werden hätte können. Unddoch drängt sich die Vermutung auf, dass es sehr schwierig geworden wäre, dasFunding erfolgreich abzuschließen. Diese Vermutung deckt sich auch mit denAussagen des Geschäftsführers der Radiofabrik, Alf Altendorf. Hat er sich zwar aufdie Radiofabrik bezogen, könnte man wohl seine Aussagen über die Erfolgschancennahezu unverändert auch auf den Selbstversuch beziehen.Was sich sicherlich sagen lässt ist, dass Crowdfunding hier in Österreich seinenHöhepunkt noch vor sich hat. Tendenziell muss die gestellte Frage mit „Nein, nochnicht― beantwortet werden. Denn derzeit ist Crowdfunding einfach noch zuunbekannt. Doch wenn sich der Trend fortsetzt, dann ist es nur noch eine Frage derZeit, bis in Österreich große Crowdfunding Projekte, Aufmerksamkeit geschenktbekommen.So kann man nur sagen, dass es zwar nicht gelungen ist, die gestellteForschungsfrage mit absoluter Sicherheit zu beantworten. Aber es ist gelungen,Crowdfunding verständlicher zu machen und in deren möglichen Verlauf einmalEinblick zu erhalten, sowie Freie Radios und speziell die Radiofabrik näher zuerläutern. 21
    • 8. LiteraturverzeichnisAltendorf, Alf (2009): Verein Freier Rundfunk übernimmt Senderanlagen GesmbH.Online unter http://www.radiofabrik.at/home/home-news-einzelansicht/article/verein-freier-rundfunk-uebernimmt-sendeanlagen-gesmbh.html (16.02.2012).Altendorf, Alf (2011): Radiofabrik- Sendewallfahrt am 15.Oktober. Online unterhttp://www.radiofabrik.at/presse/presse-aussendungen/press2011/radiofabrik-senderwallfahrt-am-15-oktober.html (16.02.2012).Belleflamme, Paul/ Lambert, Thomas/ Schwienbacher, Armin (2010): Crowdfunding.Tapping the Right Crowd. Online unterhttp://papers.ssrn.com/sol3/papers.cfm?abstract_id=1578175 (28.02.2012).Eisfeld-Reschke, Jörg/ Wenzlaff, Karsten (2011): Crowdfunding Studie 2010/11.Online unter http://www.ikosom.de/2011/06/13/crowdfunding-studie-2011/(16.02.2012).Haibach, Marita (2006): Handbuch Fundraising. Spenden, Sponsoring, Stiftungen inder Praxis. Frankfurt/Main: Campus Verlag GmbH.Hübner, Melanie (2010): Crowdfunding. Spendensammeln 2.0. Online unterhttp://www.swr.de/kultur/crowdfunding/-/id=3270/nid=3270/did=8889002/1kb4ego/index.html (28.02.2012).Institut für Medienkompetenz (2011): Das duale Rundfunksystem Österreichs.Onlineunter http://www.medienkompetenz.cc/2011/03/06/das-duale-rundfunksystem-osterreichs/ (14.02.2012).Kaltenbeck, Julia (2011): Crowdfunding und Social Payments inAnwendungskontext von Open Educational Resources. Berlin: epubli GmbH.Magazin um 5 (2011). Die Radiofabrik, ohne Datum, von 17:06h bis 18:00h,Altendorf, AlfMagazin um 5 (2011). Die Radiofabrik, ohne Datum, von17:06h bis 18:00h,Wimmer, GeorgMagazin um 5 (2011). Die Radiofabrik, ohne Datum, von 17:06h bis 18:00h, Diess,Markusmysherpas GmbH (2011): Online unter http://www.mysherpas.com/# (20.02.2012).Purkarthofer, Judith / Pfisterer, Petra / Busch, Brigitta (2008): NichtkommerziellerRundfunk in Österreich und Europa. 10 Jahre Freies Radio in Österreich. Band 3.Wien: RTR GmbH.Radiofabrik Salzburg (o.J.)a: Leitbild der Radiofabrik. Online unterhttp://www.radiofabrik.at/aboutus/leitbild.html (15.02.2012). 22
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