Ökonomische Bildung
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Für mehr Wirtschaft in den rheinlandpfälzischen ...

Für mehr Wirtschaft in den rheinlandpfälzischen
Schulen plädieren die
Vertreter der chemischen Industrie. Viele Schüler haben keine Vorstellung
davon, wie Unternehmen und Wirtschaft funktionieren. Oft fehlt das Bewusstsein
dafür, dass der gesellschaftliche Wohlstand seinen Ursprung in
der Wirtschaftsleistung von Unternehmen hat.
Fundiertes Wirtschaftswissen sollte Teil der Allgemeinbildung sein. Lehrkräfte
engagieren sich bereits initiativ für eine Verknüpfung von Wirtschaftsund
Schulwelt, doch von einem flächendeckenden Angebot ist man weit entfernt.
Besonders in den unteren Klassen gibt es Defizite, dabei wünscht sich die
Mehrheit der Schüler einen Einblick in Wirtschaftsthemen.
Deswegen wurden auf der Fachtagung »Ökonomische Bildung in der Sekundarstufe
I« für alle Fächer Lehrkonzepte für ökonomische Themen entwickelt.
Eingeladen hatten die Chemieverbände RheinlandPfalz,
die Landesarbeitsgemeinschaft
SCHULEWIRTSCHAFT sowie das Bildungsministerium und
Wirtschaftsministerium.

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    Ökonomische Bildung Ökonomische Bildung Document Transcript

    • festgehalten Die Veranstaltungen der Chemieverbände Rheinland­Pfalz InHALT Wirtschaft in der Schule >> Schule und Wirtschaft – welchen Weg gehen? >> Rohstoffpreise und Produk­ tionsprozesse >> Wirtschaft, Ethik, Politik & Co EDITORIAL >> Ein »Paket Wissen« reicht nicht Für mehr Wirtschaft in den rheinland­pfälzischen Schulen plädieren die Vertreter der chemischen Industrie. Viele Schüler haben keine Vorstellung >> nachgefragt davon, wie Unternehmen und Wirtschaft funktionieren. Oft fehlt das Be­ wusstsein dafür, dass der gesellschaftliche Wohlstand seinen Ursprung in der Wirtschaftsleistung von Unternehmen hat. Fundiertes Wirtschaftswissen sollte Teil der Allgemeinbildung sein. Lehrkräf­ te engagieren sich bereits initiativ für eine Verknüpfung von Wirtschafts­ und Schulwelt, doch von einem flächendeckenden Angebot ist man weit entfernt. Besonders in den unteren Klassen gibt es Defizite, dabei wünscht sich die Mehrheit der Schüler einen Einblick in Wirtschaftsthemen. Deswegen wurde auf der Fachtagung »Ökonomische Bildung in der Sekun­ darstufe I« für alle Fächer Lehrkonzepte für ökonomische Themen entwickelt. Eingeladen hatten die Chemieverbände Rheinland­Pfalz, die Landesarbeits­ gemeinschaft SCHULEWIRTSCHAFT sowie das Bildungsministerium und Wirtschaftsministerium. Stefanie Lenze | Chemieverbände Rheinland­Pfalz Ökonomische Bildung in Schulen sollte selbstverständlich sein.>>Das Symposium gab Anregungen zur Unterrichtsgestaltung.
    • Wirtschaft in der Schule | BudenheimWirtschaft und Schule – welchen Weg gehen?Wirtschaftliches Grundlagenwissen ist unerlässlich für die Teilhabe an Je mehr man macht, umso mehr Ideen hat manwirtschaftlichen und politischen Prozessen. In der Podiumsdiskussion Doch die Lehrkräfte sehen sich an ihrer Kapazitätsgrenze, so wieging es um den richtigen Weg hin zu einem fundierten Wirtschafts­ Angelika Gröneveld-Olthoff, Leiterin des Göttenbach-Gymnasiums inwissen an allgemeinbildenden Schulen. Idar-Oberstein. Dennoch machte sie deutlich, dass auch Schulen »die»Wirtschaft, das sind wir alle«, so Wirtschaftsministerin Eveline Lemke. Region stärken und den Schülern zeigen wollen, dass sie hier vor OrtSie machte deutlich, dass die öffentliche Wahrnehmung von Wirtschaft arbeiten können.« Sie plädierte für einen Weg in kleinen Schritten.zwar auf die großen Krisen der Welt deute, es aber gerade jungen »Lehrer sollten nicht sofort an das große Ganze denken, sondern zuMenschen an Begegnungen mit betrieblichem Alltag mangele und es einzelnen Themen Projekte umsetzen. Je mehr man macht, umso mehran Bilder von realistischen Wirtschafts- und Arbeitswelten fehle. Ideen hat man.«Harald Schaub, Geschäftsführer der Chemischen Fabrik Budenheim, Hans Beckmann, Staatssekretär im Bildungsministerium, wies auf diekonstatierte, dass »ein Bewusstsein dafür zu fehlen scheint, dass Wohl­ Angebote zur Weiterbildung und Projektförderung hin. Wirtschaft sollestand – einschließlich Frieden und Freiheit – seinen Ursprung in der als Querschnittsthema in all seinen Facetten in die UnterrichtsfächerWirtschaftsleistung von Unternehmen hat.« Schaub appellierte an die integriert werden. »Dass wirtschaftliche Zusammenhänge am bestenVerantwortlichen in schulischen Einrichtungen, ein glaubhaftes Be­ verstanden werden, wenn sie aus mehreren Perspektiven beleuchtetkenntnis für die Soziale Marktwirtschaft abzulegen. Unternehmens­ werden, zeigen die hier angebotenen Workshops.« In Rheinland-Pfalzvertreter begrüßten die Kontaktaufnahme, egal ob es sich um Schul­ ist ökonomische Bildung im Unterrichtsprinzip und nicht als eigenesausflüge oder Praktika handelt. Fach organisiert.Rohstoffpreise und ProduktionsprozesseWelche Methode der Kraftstoffherstellung ist ökonomischer – cracken oderdestillieren? Wie sieht die Bilanz eines reichhaltigen Frühstücks aus – bezo­gen auf Nährstoffe und Kosten? Und wie kommt der Strompreis zustande –was ist elektrischer Strom überhaupt? Das fachliche und didaktische Poten­zial der MINT-Fächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft undTechnik ist beachtlich, wenn es darum geht, wirtschaftliche Grundlagenzu vermitteln. Das machten die Referenten Ruben Keuchel und ChristianeDietz vom Max-von-Laue-Gymnasium in Koblenz schnell klar.Gerade Chemie ist für die Verknüpfung von Chemie- und Wirtschafts­wissen sehr gut geeignet. Die Workshopteilnehmer analysierten echteLernaufgaben aus dem Unterricht der Referenten, so wie den selbster­wärmenden Espressobecher. Anhand dieses Beispiels (inklusiveGeschmackstest) lernen Schüler nicht nur die chemischen Abläufe einerexothermen Reaktion. Fragestellungen zu den Eigenschaften der betei­ligten Salze in Verbindung mit realen Rohstoffpreisen lassen Fragen überKostenkalkulation, Vermarktung und Rentabilität aufkommen.
    • EIn »PAKET WISSEn« REICHT nICHT »Der Kompetenzerwerb in der ökonomischen Bildung muss al­ tersadäquat sein, also an die Lebens­ und Erfahrungswelt der Schüler anknüpfen«, sagte Workshopleiterin Sabine Gans. Die Pädagogin ist als Beraterin für ökonomische Bildung beim Bil­ dungsministerium in Rheinland­Pfalz tätig. Ihr Fachgebiet ist der Wahlpflichtbereich der Realschule plus. Sie erläuterte Workshopleiter Bruno Zandonella Anschlusspunkte für ökonomische Bildung in den Wahlpflicht­ verfasst Themenblätter für die Bundes­ fächern Hauswirtschaft und Sozialwesen, Technik sowie natur­ zentrale für politische Bildung (bpb), wissenschaft und natürlich Wirtschaft und Verwaltung. zum Beispiel »Konjunktur – Gute Zeiten, schlechte Zeiten«, Oktober 2010. Werbung, Konsumtrends, Taschengeld – Berührungspunkte zur Wirtschaft sind vorhanden. Wichtig sei, Bezug zu nehmen auf die verschiedenen Blickwinkel, aus denen Wirtschaft betrachtet werden kann: Konsument und Produzent, Unternehmer undWIRTSCHAFT, ETHIK, POLITIK & CO Arbeitnehmer, Inland und Ausland, Staat und Gesetz. Ein »Paket Wissen« reicht also nicht.Wo steckt Wirtschaft drin? Diese Frage gilt auch in geisteswissenschaft­lichen Fächern. Bruno Zandonella, Lehrer am Gottlieb­Daimler­Gymnasium in Anhand des Unterrichtsbeispiels für die 7. Klasse »Bio in allerStuttgart­Bad Cannstatt stellte »Mikromethoden« für Fächer wie Ethik, Politik Munde« erarbeiteten die Teilnehmer eben diese verschiedenenoder Sozialkunde vor. Mikromethoden unterstützen, im Gegensatz zu »Makro­ Wissens­Päckchen. So können Schüler anhand von Biopro­methoden« wie Planspiele oder Firmenbesuche, einzelne Unterrichtsphasen. dukten Aspekte erarbeiten wie: Was ist die Besonderheit eines Bioproduktes? Wer produziert es? Welche Gesetze müssen ein­ gehalten werden? Wie bildet sich der Preis? Was sollten Ver­ Geldstrom braucher wissen? Welche Zielgruppe wird mit Werbung ange­ sprochen? So gewinnen junge Menschen ein Grundverständnis Lohn für wirtschaftliche Abläufe in unserem Wirtschaftssystem der sozialen Marktwirtschaft, erwerben Handlungskompetenz und Güterstrom können nachhaltige ökonomische Entscheidungen treffen. Arbeit Unternehmen Haushalte 10 1100 00 0 Güterstrom Weitere Workshops Konsumgüter 1 Geldstrom >> Fremdsprachlicher Be­ 21 Konsumausgaben reich: Die Teilnehmer erfuhren Anschlusspunkte an Curricula und Unterrichts­ materialien zur Behandlung von ökonomischenZandonella erläuterte Unterrichtsbausteine, die abstrakte Finanzvorgänge Gegenwartsdramen und kritischen Auseinander­wie Inflation oder die Geldschöpfung im europäischen Bankensystem veran­ setzungen mit medialen Formaten.schaulichen. Methodische Hilfen wie das »Ultimatum­Spiel« thematisieren >> Schülerfirmen: Die Teilnehmer analysierten erfolgreicheethische Aspekte und stellen wissenschaftstheoretische Konzepte wie das Beispiele für die Umsetzung an der eigenen Schule.des rationalen homo oeconomicus infrage. Auch die Frage, warum es zehn >> Mathematik: Wirtschaftliche Abläufe lassen sich inverschiedene Coffee­to­go­Sorten gibt, erklärte er mit einem anschaulichen mathematischen Modellen widergeben – wie, dasRechenbeispiel zur Preisdifferenzierung. zeigte der Workshop anhand laufender Projekte.Zandonella geht es »um die Zusammenhänge und das Verstehen, nicht um >> Ökonomische Bildung Online (ÖBO): SCHULE-abstrakte Größen. Es ist weniger wichtig, die exakte Inflationsrate zu kennen, WIRTSCHAFT bietet eine modularisierte Fortbildungals die Auswirkungen der Inflation richtig einschätzen zu können.« Seine Er­ mit fachlichen und methodischen Inhalten an.fahrung: Lehrer sollten sich nicht vor der »Mosaikdidaktik« scheuen, dennSchüler komplettierten über die Jahre ihr Weltbild selbst.
    • Wirtschaft in der Schule | BudenheimnACHGEFRAGT Wie sieht es zurzeit in der Bildungslandschaft mit der ökonomischen Bildung aus? Drei von vier Jugendlichen wünschen sich mehr Wirtschaftsthemen im Unterricht. Aber vier von zehn jungen Menschen können mit dem Begriff »Soziale Marktwirtschaft« als Wirtschafts­ und Werteordnung nichts anfangen. Wie wichtig die Kenntnis von Wirtschaftsthemen ist, zeigt die Dr. Hans­Peter Klös ist geschäfts­ Sicht von Unternehmen. Bei ihnen rangiert die Kenntnis von wirtschaft­ führender Leiter des Wissenschafts­ bereichs Bildungspolitik und Arbeits­ lichen Dingen gleich hinter den »großen Drei« Schreiben, Lesen und marktpolitik am Institut der deutschen Rechnen. Damit sind Kenntnisse von wirtschaftlichen Zusammenhängen Wirtschaft Köln (IW Köln) zentral für den beruflichen Werdegang. Können Sie einen Ansatz für die schulische Umsetzung nennen?Herr Dr. Klös, »Wissen schafft Kompetenz« ist der Wahlspruch Ihres Insti­ Die Wertschätzung von ökonomischer Bildung in Schulen kann amtuts. Übertragen wir diesen einmal auf den Kontext Wirtschaft und Schule. ehesten durch ein eigenständiges Schulfach gezeigt werden. Sonst wirdWer über Wissen verfügt, muss nicht glauben, was ihm andere sagen. auch die Weiterbildung der Lehrkräfte in wirtschaftsdidaktischen Kompe­Er verlässt sich auf die eigene Urteilskraft und kann seinen Lebensweg tenzen keine angemessene Verankerung finden. Ein wichtiger Zwischen­eigenverantwortlich gestalten. Die Schule die gesetzliche Aufgabe, die schritt wäre ein eigenständiges Curriculum für Ökonomische Bildung.Orientierung in der modernen Welt zu ermöglichen und zur Erfüllung der Auf der Agenda sollten auch die Aktualisierung der Lehrpläne in gesell­Aufgaben in Staat, Gesellschaft und Beruf zu befähigen. In Rheinland­ schaftswissenschaftlichen Fächern und die neuausrichtung der Zulas­Pfalz gibt es die Richtlinie, dass Ökonomie ein wesentlicher Bestandteil sungsverfahren bei Schulbüchern stehen. Hilfreich wäre es, wenn auch inschulischer Bildung ist – Wirtschaft geht jeden an. Deutschland wirtschaftskundliche Bildungstests eingeführt würden. »Wirtschaft ist Teil unseres Lebens. Unser Wunsch ist es, die Akzeptanz der sozialen Marktwirtschaft bei den Jugendlichen zu erhöhen. « Harald Schaub Geschäftsführer der Chemischen Fabrik BudenheimImpressum | HERAUSGEBER: Chemieverbände Rheinland­Pfalz, Bahnhofstraße 48, 67059 Ludwigshafen, Telefon 06 21­5 20 56 ­0, Telefax 06 21­5 20 56 ­20, info@chemie­rp.de, www.chemie­rp.de,REDAKTIOn: Stefanie Lenze, FOTOS: Marcel Hasübert, mh­foto.de, GESTALTUnG: gestaltbar@netcologne.de, Köln, DRUCK: prints + forms GmbH & Co. KG, Mannheim, Auflage: 600, Stand: Oktober 2012.Die Veranstaltung fand am 20.9.2012 in Budenheim statt. Zur Veranstaltung gibt es einen Filmbeitrag: goo.gl/sRkFd.