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Gibuci_welche_energie_bekommen_wir

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Energie ist zum Lebenselixier unserer modernen Gesellschaft geworden. In nahezu …

Energie ist zum Lebenselixier unserer modernen Gesellschaft geworden. In nahezu
allen Bereichen geht nichts ohne sie. Die Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit
sind daher essentielle Leitfragen in der öffentlichen Diskussion zur Energiewende.
Für die Unternehmen stellen steigende Energie- und Rohstoffkosten eine starke
Belas tung dar, die sich auf die Wirtschaftlichkeit und auf die langfristige Wettbewerbs
fähigkeit am Markt auswirkt. Besonders die energieintensiven Betriebe der
chemischen und chemienahen Industrie benötigen für ihre Prozesse, wie zum Beispiel
bei einer Schmelze oder beim Extrudieren, eine unterbrechungsfreie Versorgung.
Die in Deutschland begonnene Energiewende muss gelingen. Der internationale
Wettbewerbs- und Erwartungsdruck auf eines der weltweit größten Industrieländer
steigt. Aber auch die Mitarbeiter in den Betrieben der chemischen Industrie beobachten
die Entwicklungen genau. Die Frage nach energieeffizienten Produktionsstandorten
wird schnell zur Frage der Arbeitsplatzsicherheit. Mit großem Interesse
beteiligten sich Betriebsräte an der Fortbildung GIBUCI (Gesellschaft zur Information
von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie), einer gemeinsamen
Veranstaltung der Chemiesozialpartner.

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  • 1. festgehalten Die Veranstaltungen der Chemieverbände Rheinland-Pfalz INHALT GIBUCI – Welche Energie bekommen wir? >> Trends erkennen >> Energievision Rheinland-Pfalz >> Biogaseinspeiseanlage Ramstein- Miesenbach >> Energieeffizienz im Unternehmen EDITORIAL >> Energiewende als Gemein- Energie ist zum Lebenselixier unserer modernen Gesellschaft geworden. In nahezu schaftsprojekt allen Bereichen geht nichts ohne sie. Die Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit sind daher essentielle Leitfragen in der öffentlichen Diskussion zur Energiewende. >> Energieeffizienz und Nachhaltig- Für die Unternehmen stellen steigende Energie- und Rohstoffkosten eine starke keit bei Michelin Belastung dar, die sich auf die Wirtschaftlichkeit und auf die langfristige Wettbe- werbsfähigkeit am Markt auswirkt. Besonders die energieintensiven Betriebe der chemischen und chemienahen Industrie benötigen für ihre Prozesse, wie zum Beispiel bei einer Schmelze oder beim Extrudieren, eine unterbrechungsfreie Versorgung. Die in Deutschland begonnene Energiewende muss gelingen. Der internationale Wettbewerbs- und Erwartungsdruck auf eines der weltweit größten Industrieländer steigt. Aber auch die Mitarbeiter in den Betrieben der chemischen Industrie be- obachten die Entwicklungen genau. Die Frage nach energieeffizienten Produktions- standorten wird schnell zur Frage der Arbeitsplatzsicherheit. Mit großem Interesse beteiligten sich Betriebsräte an der Fortbildung GIBUCI (Gesellschaft zur Information von Betriebsräten über Umweltschutz in der chemischen Industrie), einer gemein- samen Veranstaltung der Chemiesozialpartner. Die Positionen zur Energiewende wurde>> mit allen Referenten intensiv diskutiert Tobias Göpel | Chemieverbände Rheinland-Pfalz
  • 2. GIBUCI – Welche Energie bekommen wir? | Kaiserslautern TRENDS ERKENNEN Das Ende der Kohleförderung in Deutschland ist in Sicht und der Ausstieg aus der Atomenergie soll bis 2022 vollzogen sein. Und dann? Wo kommt dann die dringend benötigte Energie für unsere Betriebe her? Und zu welchen Kosten wird dies geschehen? Die Teilnehmerrunde ging kritisch in die Veranstaltung, da bei der Umstellung auf regenerative Energien noch viele Fragen offen sind. Das Interesse der Betriebsräte an der Ent- wicklung in den nächsten Jahren war groß. Wichtig war es allen Teilneh- mern, ein solides Grundwissen zu erhalten, um Trends zu erkennen undDr. Hubert Lendle Michael Päckert aussagefähig für die Kolleginnen und Kollegen im Betrieb zu sein. An zweiLandesverband der Chemischen Industriegewerkschaft Tagen beleuchteten Referenten aus Unternehmen und Ministerien dieIndustrie Rheinland-Pfalz Bergbau, Chemie, Energie verschiedenen Aspekte genauer.Ludwigshafen Mainz Prof. Dr. Karl Keilen Aleksey Antanasov Ministerium für Wirtschaft, Juwi Bio GmbH Klimaschutz, Energie und Wörrstadt Landesplanung MainzENERGIEVISION RHEINLAND-PFALZ BIOGASEINSPEISEANLAGE RAMSTEIN-Das zentrale Thema der rheinland-pfälzischen Landesregierung ist MIESENBACHder Umbau des Energiesystems. Bis 2030 soll der Strom bilanziell Das 1996 gegründete rheinland-pfälzische Unternehmen JUWI bezeichnetzu 100% aus erneuerbaren Energien gewonnen werden. Windkraft sich selbst als Pionier für erneuerbare Energien mit Wurzeln in der Land-und Photovoltaik sind die wichtigsten Säulen des ehrgeizigen Pro- wirtschaft. Die bei GIBUCI vorgestellte Einspeisebiogasanlage entsprachjektes. Der Ausbau der regenerativen Energiequellen ist mit hohen diesem Bild in allen Bereichen. Etwas abgelegen von der nächsten Ort-Zusatzkosten verbunden, die im Vergleich zur Atomenergie gerne schaft, fügt sich die Anlage in den regionalen Kreislauf der Landwirtschaftdiskutiert werden. Doch die Atomkraft ist eine Hochrisikotechnolo- nahtlos ein. Pro Jahr liefern Landwirte aus der Umgebung rund 5.000 m³gie. Und diese Bewertung ist, neben der wirtschaftlichen Einschät- Gülle und 34.000 Tonnen Pflanzenreste von Mais und Getreide sowie Grün-zung, nicht zu vernachlässigen. Die Energiewende ist eine verant- schnitt an, die dann hier zu 30.000.000 Kilowattstunden Heizgas verarbeitetwortliche Entscheidung auch für die nachfolgenden Generationen. werden. Das reicht aus, um 1.500 Privathaushalte mit Wärme zu versorgen.Investitionen zahlen sich aus Die entstandenen Gärreste weisen einen hohen Mineralienanteil auf und werden von den Bauern wiederum zur Düngung der Felder genutzt.Aus der Sicht des Ministeriums rechnet sich der Ausbau der Erneu-erbaren Energien. Bereits jetzt wird mehr Strom erzeugt als ver- Während der Führung über das Betriebsgelände wurde ein weiterer Vorteilbraucht. So war Deutschland 2011 Stromexporteur auf dem euro- angesprochen: Rund 30 Landwirte und deren Familien profitieren durch diepäischen Energiemarkt. Prognosen gehen davon aus, dass in 2020 Anlieferung der Pflanzenreste direkt. Und durch den Verzicht auf teure Roh-rund 40 Terrawattstunden Strom exportiert werden. Und die Inves- stoff- und Energieimporte wird die gesamte Wertschöpfung in der Regiontitionen zahlen sich ab 2030 auch für die Betriebe aus, da der Aus- gehalten, was zum Beispiel höhere Steuereinnahmen für die Kommunenbau eine Kostenbremse für die fossilen Energiepreise ist. und mehr Aufträge für die hier ansässigen Handwerksbetriebe bedeutet. Bis zu drei Jahre dauerte das Projekt zum der Bau der Biogaseinspeiseanlage.Ausbau des StromnetzesOffen diskutiert wurde die Frage der Speicherung von Energie. Dasdeutsche Stromnetz hält zwar eine Einspeisung von bis zu 50 Pro- Mehr Informationen ...zent Erneuerbare Energien ohne zusätzliche Speicherkapazitätenaus. Festzuhalten ist aber auch, dass sich seit Abschaltung der acht ... zu Erneuerbaren Energien mit redaktionellenAtomkraftwerke die Eingriffe in das Stromnetz zu dessen Stabili- Artikeln und Übersichten zu Daten und Faktensierung verdreifacht haben. Einigkeit bestand darin, dass mehr Auf- finden Sie im Internet unter www.erneuerbar.comklärungsarbeit für ein rundes Bild notwendig ist.
  • 3. ENERGIEEFFIZIENZ IM UNTERNEHMEN Für eine erfolgreiche Energiewende ist es nicht nur wichtig, ENDENERGIEVERBRAUCH IN DER INDUSTRIE auf die Energieversorgung zu schauen, sondern auch auf den 2% Beleuchtung 1% IuK* Energieverbrauch. Seit Mitte 2012 steht die Energieagentur 8% Raumheizwärme Rheinland-Pfalz den Unternehmen mit neutralen Erstinforma- tionen und der Fördermittelrecherche beratend zur Seite. Ein Angebot, von dem die Betriebe profitieren können. Derzeit steigen die Strompreise jährlich um rund fünf Pro- zent an. Hinzu kommt, dass die fossilen Energieträger 22 %Dipl.-Ing. Daniela Findeis Mechanische endlich und damit nicht zukunftsfähig sind. Durch Inves-Energieagentur Rheinland-Pfalz Energie titionen in die Verbesserung der Energieeffizienz könnenGmbH, Kaiserslautern die Kosten langfristig gesenkt und die Wettbewerbs- 67% Prozesswärme fähigkeit erhalten werden. Die Agentur bietet Unternehmen, die Investitionen im Energiebereich tätigen wollen, ein »Energieinitialge- spräch mit Begleitung« an – ein Informationsgespräch vor Ort, Betriebsrundgang, Informationen zu Fördermöglich- keiten sowie weitere Unterstützung des Vorhabens. Eine STROMVERBRAUCH IN DER INDUSTRIE Beratungsleistung, welche Fördermittel zur Verfügung stehen, enthält unter anderem eine Analyse der Effizienz- 4% IuK* 1% Raumheizwärme 5% Beleuchtung potentiale beim Stromverbrauch oder den Gewinn durch Verwendung moderner Technologien, wie Kraft-Wärme- Kopplung für die Energienutzung. Um die Maßnahmen im Betrieb auch umsetzen zu können, stehen weitere Förder- mittel zur Verfügung, um die Belastungen für die Unter- 26% nehmen im Rahmen zu halten. Prozesswärme Links: 64% Mechanische Energie www.energieagentur.rlp.de http://beraterboerse.kfw.de Quelle: AG Energiebilanzen, BDEW-Projektgruppe Nutzenergiebilanzen, IfE/TU München | *IuK = Informations- und Kommunikationstechnik ENERGIEWENDE ALS GEMEINSCHAFTSPROJEKT Das Energiekonzept der Bundesregierung zielt auf eine und Umlagekosten gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz nachhaltige Energieversorgung in den Sektoren Strom, (EEG), müssen minimiert werden, damit weiter in Wärme und Mobilität durch Erneuerbaren Energien und Deutschland investiert werden kann. mehr Energieeffizienz. Ziele, die nicht nur politisch fest- Ein unabhängiges und transparentes Monitoring der Ener- gesetzt, sondern auch technologisch und wirtschaftlich giewende ist erforderlich, um Versorgungssicherheit, Wirt- umgesetzt werden wollen. Die Industrie erfüllt den tech- schaftlichkeit und Klimaschutz auszubalancieren. Aktuell nologischen Innovationsauftrag und generiert die ökono- liegt die größte Herausforderung in der Wirtschaftlichkeit. mischen Grundlagen, die die Energiewende finanzierbar Beispielsweise wird die Photovoltaik mit 56 Prozent derDr. Brigitta Huckestein machen können. Dafür benötigt sie geeignete Rahmenbe- Mittel aus der EEG-Umlage gefördert, kann gleichzeitigBASF SE dingungen: eine sichere, zuverlässige Energieversorgung aber nur einen Stromanteil von 21 Prozent vorweisen.Ludwigshafen am Rhein zu wettbewerbsfähigen Preisen. Außerdem kann das bestehende Stromnetz den steigenden Die chemische Industrie in Deutschland ist eine ener- Anteil Erneuerbarer Energien langfristig nicht aufnehmen. gieintensive Branche, deren Anteil beim Erdgasverbrauch Der Investitionsbedarf für die Energiewende wird unter- (13 Prozent) und beim gesamten Strombedarf (8 Prozent) schätzt: Bis 2050 gehen Prognosen von 500 Milliarden Euro beträchtlich ist. Die Energiepreise in Deutschland sind im aus. Um die aus dem Ruder laufenden Kosten in den Griff zu internationalen Vergleich bereits hoch. Kostengünstiges bekommen, müssen die Erneuerbaren Energien durch ein »Shale Gas« in den USA führt zu veränderten Rahmen- neues Strommarktdesign mit weniger Subventionen in den bedingungen im globalen Wettbewerb. Zusätzliche Belas- Markt gestellt werden. Ein einheitliches Handeln, auf Lan- tungen der Industrie, zum Beispiel durch Energiesteuer des- und Bundesebene als auch in Europa ist notwendig.
  • 4. GIBUCI – Welche Energie bekommen wir? | Kaiserslautern Dr. Lisa Janzen So wurde ein Nutzungsvertrag abgeschlossen, der es einer Drittfirma er- Werkleiterin Michelin Reifenwerke laubte, Solarmodule auf den Dächern der Hallen aufzubauen. Die Module Homburg an der Saar speisen den Strom in das kommunale Netz ein und versorgen darüber das Werk. Eine Kraft-Wärme-Kopplung-Anlage erzeugt im Werk acht Mega- wattstunden, was zu einer spürbaren Entlastung bei den Energiekosten geführt hat. Auch wurden Einzelmaßnahmen ergriffen, wie die Dämmung der Fassaden und die Erneuerung der Fenster. Das Zeitfenster zur Umset- zung hierfür wird auf zehn bis 15 Jahre angesetzt. Bei allen Maßnahmen werden die Mitarbeiter beteiligt, da diese täglich in die Prozesse eingebunden sind und so die besten Ideen haben. Durch gra-ENERGIEEFFIZIENZ UND NACHHALTIGKEIT fische Darstellungen werden die Verbräuche und die Auswirkungen der umgesetzten Vorschläge veranschaulicht. Erfolge gibt es zum Beispiel beiBEI MICHELIN der Druckluftherstellung, die mehr als ein Drittel des Strombedarfs für dieSeit 1971 produziert das Michelin Werk in Homburg Neureifen, MICHELIN Medienerzeugung in der Energiezentrale ausmacht. Durch verschiedeneRemix, Reifenmischungen und Stahlcordgewebe. Rund 1.200 Beschäftigte Optimierungsmaßnahmen wurden 2.754 kMWh Strom und 1.140 Tonnenmachen den Standort zu einem Spezialisten, unter anderem für Frontreifen CO2 jährlich eingespart. Auch der Neubau einer Kondithermanlage brachtefür Lkws und Busse. Der Energiebedarf für die Produktionsprozesse ist eine Wärmerückgewinnung von 24.000 MWh pro Jahr. Das entsprichthoch. So verbraucht das Werk pro Jahr rund 15 Megawatt Strom und so einer Heizwärme für circa 1.200 Vier-Personen Haushalte.viel Gas wie 13.000 Privathaushalte. Steigende Energiekosten machten es Mit all diesen Maßnahmen kann das Werk Homburg bereits heute 60notwendig, die Energieeffizienz im Werk zu steigern. Aus eigener Kraft Prozent seines Strombedarfs selbst decken.und mithilfe von externen Anbietern wurde dies erfolgreich umgesetzt. »Die Veranstaltung GIBUCI bietet sehr gute Einblicke und erlaubt den Blick hinter die Kulissen. « GIBUCI ist eine Veranstaltung in Kooperation mit:Impressum | HERAUSGEBER: Chemieverbände Rheinland-Pfalz, Bahnhofstraße 48, 67059 Ludwigshafen, Telefon 06 21-5 20 56 -0, Telefax 06 21-5 20 56 -20, info@chemie-rp.de, www.chemie-rp.de,REDAKTION: Tobias Göpel, FOTOS: Marcel Hasübert, mh-foto.de, GESTALTUNG: gestaltbar@netcologne.de, Köln, DRUCK: prints + forms GmbH & Co. KG, Mannheim, Auflage: 400, Stand: Dezember 2012Die Veranstaltung fand am 25./26.9.2012 in Kaiserslautern statt.