Your SlideShare is downloading. ×
Will jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, was zu tun ist? Vortrag DGPs Fachgruppen-Tagung AO-Psychologie - Trier 2007
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×

Thanks for flagging this SlideShare!

Oops! An error has occurred.

×

Introducing the official SlideShare app

Stunning, full-screen experience for iPhone and Android

Text the download link to your phone

Standard text messaging rates apply

Will jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, was zu tun ist? Vortrag DGPs Fachgruppen-Tagung AO-Psychologie - Trier 2007

115
views

Published on

Published in: Business

0 Comments
0 Likes
Statistics
Notes
  • Be the first to comment

  • Be the first to like this

No Downloads
Views
Total Views
115
On Slideshare
0
From Embeds
0
Number of Embeds
1
Actions
Shares
0
Downloads
0
Comments
0
Likes
0
Embeds 0
No embeds

Report content
Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
No notes for slide

Transcript

  • 1. Universität zu Köln Institut für Wirtschafts- und Sozialpsychologie Nadine Kampkötter & Christian Bosau Will jeder Mitarbeiter selbst entscheiden, was zu tun ist? Eine Studie zur Akzeptanz von Empowerment in verschiedenen Kulturen
  • 2. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 2 Bisherige Forschungslage Zusammenhang von Empowerment und Kultur: § kultureller Einfluß auf Empowerment wird überhaupt nicht thematisiert (Conger & Kanungo, 1988) § Empowerment soll in allen Kulturen funktionieren (Randolph & Sashkin, 2002; Randolph, 2000) jedoch: § die Wirksamkeit von Empowerment wird auf nationaler sowie auf individueller Ebene moderiert von der Ausprägung von Machtdistanz (Hui, Au & Fock, 2004): nur bei geringer Machtdistanz wirkt Empowerment positiv ! jedoch kein Test von anderen Kulturdimensionen § ein moderierender Einfluß von Kultur wird inzwischen durchaus anerkannt (Seibert, Silver & Randolph, 2004) § kein Unterschied bzgl. Zufriedenheit bei Empowerment zwischen Ostasiaten (hohe Machtdistanz) und Kanadiern (geringe Machtdistanz) (Eylon & Au, 1999) ! jedoch keine explizite Messung von Machtdistanz § Empowerment führt zwar zu geringerer Arbeitszufriedenheit in Indien, aber zu höherer in USA, Mexiko und Polen (Robert, Probst, Martocchio, Drasgow & Lawler; 2000) ! jedoch nur Messung von nationalem Individualismus/Kollektivismus
  • 3. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 3 Ausgangspunkt der Studie Aktuelle thematische Einbindung: § Internationalisierung/Globalisierung § unkritische Übertragung von amerikanisierten Management-Konzepten § jedoch: Sensibilität in cross-kultureller Forschung für Unterschiede von Kulturen Fazit Forschungslage: § bloße Behauptung der globalen Wirksamkeit von Management-Konzepten § oft keine explizite Messung von Kultur – nur ex-post-Schlußfolgerung aufgrund von nationaler Zugehörigkeit § oft nur Beschränkung auf eine Kulturdimension
  • 4. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 4 Die Untersuchung - I Ablauf der Untersuchung: § Rekrutierung von deutschen und ausländischen Studenten der Uni Köln § Messung anhand von Szenario-Studie § Betrachtung aller Kulturdimensionen von Hofstede (nationales Level) und explizite Messung von Schwartz´s Kulturwerten (individuelles Level) § between-subject-Design mit 2 (Empowerment vs. Nicht-Empowerment) x 2 (Kulturdimension hoch vs. niedrig) § Einteilung der Stichprobe für jede Kulturdimension in 2 Gruppen a) Nationale Kultur: deutsche Stichprobe vs. jeweilige Extremgruppe à d.h. zum Beispiel für Individualismus (Hofstede): Deutschland = individualistisch vs. Extremgruppe = kollektivistisch b) individuelle Kultur: Mediansplit à d.h. zum Beispiel für Conformity (Schwartz): hoch konformistisch vs. gering konformistisch
  • 5. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 5 § abhängige Variablen: a) Akzeptanz (α = .86) „In der geschilderten Situation könnte ich nicht dauerhaft arbeiten.“ „Diese Arbeitssituation entspricht meiner Vorstellung von einem optimalen Arbeitsplatz.“ „Wäre ich in dieser Situation, würde ich mich nach einer neuen Aufgabe umsehen.“ „In dieser Arbeitssituation steigt die Mitarbeiterzufriedenheit.“ b) Leistung(sfähigkeit) (α = .75) „In der geschilderten Situation könnte ich gute Leistungen erbringen.“ „In dieser Arbeitssituation steigt die Produktivität des Unternehmens.“ „Die Situation wirkt sich negativ auf die Leistung der Mitarbeiter aus.“ Die Untersuchung - II Stichprobe: § n=231 Studenten, 105 deutsche Studenten, 126 ausländische Studenten § Durchschnittsalter = 23,7 Jahre § ausländische Studenten waren Austauschstudenten, die erst seit kurzem in Deutschland sind und sich daher noch nicht stark an die deutsche Kultur angepaßt haben können
  • 6. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 6 Hypothesen – nationale Kultur Akzeptanz und Leistung(sfähigkeit) bzgl. Empowerment ist höher in … … individualistischen Kulturen … Kulturen mit niedriger Machtdistanz … Kulturen mit niedriger Unsicherheitsvermeidung … Kulturen mit hoher Maskulitinität
  • 7. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 7 Ergebnisse – nationale Kultur – Individualismus Akzeptanz: Leistung: F(1) = 10,339; p < .01; η² = 0,055 F(1) = 7,980; p < .01; η² = 0,043 3,76 3,48 2,53 2,82 2,5 3 3,5 4 IND (D) KOLL (Welt) empowered nicht-empowered 3,56 3,30 2,29 1,90 1,5 2 2,5 3 3,5 4 IND (D) KOLL (Welt) empowered nicht-empowered
  • 8. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 8 Ergebnisse – nationale Kultur – Machtdistanz Leistung: F(1) = 5,775; p < .05; η² = 0,028 F(1) = 7,126; p < .01; η² = 0,035 3,75 3,52 2,54 2,82 2,5 3 3,5 4 MD niedrig (D) MD hoch (Welt) empowered nicht-empowered 3,57 3,40 2,21 1,91 1,5 2 2,5 3 3,5 4 MD niedrig (D) MD hoch (Welt) empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 9. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 9 Ergebnisse – nationale Kultur – Unsicherheitsvermeidung Leistung: F(1) = 4,458; p < .05; η² = 0,025 F(1) = 5,432; p < .05; η² = 0,030 3,76 3,52 2,53 2,77 2,5 3 3,5 4 UV niedrig (D) UV hoch (Welt) empowered nicht-empowered 3,56 3,37 2,13 1,90 1,5 2 2,5 3 3,5 4 UV niedrig (D) UV hoch (Welt) empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 10. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 10 Ergebnisse – nationale Kultur – Maskulinität Leistung: F(1) = 5,036; p < .05; η² = 0,026 F(1) = 6,070; p < .05; η² = 0,031 3,75 3,51 2,56 2,80 2,5 3 3,5 4 Mask hoch (D) Mask niedrig (Welt) empowered nicht-empowered 3,57 3,33 2,16 1,96 1,5 2 2,5 3 3,5 4 Mask hoch (D) Mask niedrig (Welt) empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 11. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 11 Ergebnisse – nationale Kultur § Akzeptanz ist in der Empowerment-Bedingung höher und in der Nicht-Empowerment- Bedingung niedriger in … … individualistischen Kulturen … Kulturen mit niedriger Machtdistanz … Kulturen mit niedriger Unsicherheitsvermeidung … Kulturen mit hoher Maskulitinität § Leistung(sfähigkeit) ist in der Empowerment-Bedingung höher und in der Nicht- Empowerment-Bedingung niedriger in … … individualistischen Kulturen … Kulturen mit niedriger Machtdistanz … Kulturen mit niedriger Unsicherheitsvermeidung … Kulturen mit hoher Maskulitinität
  • 12. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 12 Hypothesen – individuelle Kulturwerte Akzeptanz und Leistung(sfähigkeit) bzgl. Empowerment sollte eher vorhanden sein bei ... … hohen Power- und Achievement-Werten … hohen Stimulation- und Self-Direction-Werten … niedrigen Conformity- und Security-Werten
  • 13. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 13 Ergebnisse – individuelle Kultur – Power Leistung: F(1) = 4,616; p < .05; η² = 0,02 F(1) = 5,370; p < .05; η² = 0,023 3,69 3,46 2,57 2,78 2,5 3 3,5 4 Power hoch Power niedrig empowered nicht-empowered 3,49 3,33 2,22 1,98 1,5 2 2,5 3 3,5 4 Power hoch Power niedrig empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 14. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 14 Ergebnisse – individuelle Kultur – Stimulation Leistung: F(1) = 17,615; p < .00; η² = 0,072 F(1) = 3,339; p < .10; η² = 0,014 3,65 3,51 2,58 2,78 2 2,5 3 3,5 4 Stim hoch Stim niedrig empowered nicht-empowered 3,58 3,22 2,31 1,90 1,5 2 2,5 3 3,5 4 Stim hoch Stim niedrig empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 15. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 15 Ergebnisse – individuelle Kultur – Conformity Leistung: F(1) = 24,900; p < .00; η² = 0,099 F(1) = 15,423; p < .00; η² = 0,064 3,47 3,73 2,90 2,45 2 2,5 3 3,5 4 Conf hoch Conf niedrig empowered nicht-empowered 3,31 3,53 1,77 2,44 1,5 2 2,5 3 3,5 4 Conf hoch Conf niedrig empowered nicht-empowered Akzeptanz:
  • 16. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 16 Ergebnisse – individuelle Kulturwerte § Akzeptanz ist in der Empowerment-Bedingung höher und in der Nicht-Empowerment- Bedingung niedriger bei … … hohen Power- und Achievement-Werten … hohen Stimulation- und Self-Direction-Werten … niedrigen Conformity- und Security-Werten § Leistung(sfähigkeit) ist in der Empowerment-Bedingung höher und in der Nicht- Empowerment-Bedingung niedriger bei … … hohen Power-Werten … hohen Stimulation-Werten … hohen Conformity-Werten
  • 17. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 17 Fazit Wirksamkeit von Empowerment: Die Wirksamkeit von Empowerment ist nicht unabhängig von kulturellen Werten – weder auf der nationalen noch auf der individuellen Ebene: § Empowerment wird eher akzeptiert in individualistischen Nationen, bei geringer Machtdistanz, bei hoher Maskulinität und bei geringerer Unsicherheitsvermeidung § Empowerment wird eher akzeptiert von Mitarbeitern mit hohem Bedarf nach persönlicher Weiterentwicklung (Achievement, Power), mit hoher Veränderungsbereitschaft (Stimulation, Self-Direction) und weniger bei Mitarbeitern mit Verlangen nach Sicherheit und Angepaßtheit (Conformity, Security) Bedeutung: § Management-Konzepte aus einem kulturellen Umfeld (zumeist westlich/amerikanisch) lassen sich nicht unkritisch und ohne Beachtung des jeweiligen kulturellen Umfeldes auf andere Nationen übertragen
  • 18. Kampkötter & Bosau – Kultur und Empowerment 21.09.2007 – 5. Fachtagung der Fachgruppe AO-Psychologie Seite 18 Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit! nadine.kampkoetter@t-online.de christian.bosau@uni-koeln.de