IRIS 2010: Vortrag Bonität und Datenschutz,

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Vortrag Kastelitz/Leiter, IRIS 2010, Bonität und Datenschutz - Aktuelle Entwicklungen in Österreich und Deutschland

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  • BDSG-Novelle I (Inkrafttreten 1.4.2010) : Tätigkeit von Auskunfteien u. das sog. Scoring: v.a. (neu) §§ 28a, 28b; (geändert) § 29 Novelle III: § 29 Abs. 6 und 7, grenzüberschreitende Bonitätsabfragen
  • BDSG-Novelle I (Inkrafttreten 1.4.2010) : Tätigkeit von Auskunfteien u. das sog. Scoring: v.a. (neu) §§ 28a, 28b; (geändert) § 29 Novelle III: § 29 Abs. 6 und 7, grenzüberschreitende Bonitätsabfragen
  • Verbraucherkreditgesetz - VKrG
  • Verbraucherkreditgesetz - VKrG
  • IRIS 2010: Vortrag Bonität und Datenschutz,

    1. 1. Bonität und Datenschutz Aktuelle Entwicklungen in Österreich und Deutschland Markus Kastelitz und Martin Leiter
    2. 2. Einleitung <ul><li>Auskunfteien (1888: Kunstwort aus „Auskunft“ u. „Kauffahrtei“, siehe Simitis; Peilert ; seit 2001 im BDSG ) </li></ul><ul><li>verarbeiten gewerbsmäßig personenbezogene </li></ul><ul><li>Identitätsdaten und Bonitätsdaten (Kreditwürdigkeit) und übermitteln diese an ihre </li></ul><ul><li>Kunden (v.a. Kredit gewährende Unternehmen) </li></ul><ul><li>auch: Warndienste (z.B. Ö: UKV-Liste, D: HIS) Kreditschutzgemeinschaften (Ö: KSV; D: Schufa) Abgrenzung? </li></ul>
    3. 3. Rechtsgrundlagen <ul><li>Gewerberecht </li></ul><ul><li>Ö: § 152 GewO 1994, geht auf GewO 1859 iVm VO RGBl. 117/1893 zurück, s.a. § 303 GewO 1973 </li></ul><ul><li>D: § 38 Abs 1 Z 2 dGewO </li></ul><ul><li>Datenschutzrecht </li></ul><ul><li>Ö: DSG 2000 – (allgem. verfügbare Daten ausgenommen) Interessenabwägung oder Zustimmung </li></ul><ul><li>D: bislang §§ 28, 29 BDSG – Interessenabwägung, Einwilligung; BDSG-Novelle I (Inkrafttreten 1.4.2010): Tätigkeit von Auskunfteien u. das sog. Scoring Novelle III: Umsetzung VerbraucherkreditRL (11.6.2010) </li></ul>
    4. 4. Auskunfteien in der Praxis <ul><li>Über Unternehmen </li></ul><ul><li>„ klassische“ Wirtschaftsauskunft </li></ul><ul><li>Über Nicht-Unternehmen („Private“) </li></ul><ul><li>Einsatzgebiet - Onlinehandel, Mobiltelefonie, zunehmend Kreditfinanzierung </li></ul><ul><li>Identifikation – gibt es den Käufer auch? </li></ul><ul><li>Bonität – liegen negative Zahlungserfahrungen vor? </li></ul><ul><li>Geschäftsentscheidung trifft immer der Auskunfteikunde, niemals die Auskunftei! </li></ul>
    5. 5. Aktuelles I <ul><li>VerbraucherkreditRL: Art 8, 9 </li></ul><ul><ul><li>Folgen des Verstoßes: Haftung cic? Irrtumsanfechtung? Aufsichtsrechtliche Konsequenzen? </li></ul></ul><ul><ul><li>VerbrKrG idF des ME: Richterl. Mäßigungsrecht (§ 7) + VwStr (§ 28) </li></ul></ul><ul><li>Bericht EU-Expertengruppe für Kredithistorien </li></ul><ul><li>Österr. Judikatur: </li></ul><ul><ul><li>AG-Eigenschaft beim Scoring, VwGH 2009/17/0223 </li></ul></ul><ul><ul><li>Immaterieller Schadenersatz (§ 33 DSG), OGH 6 Ob 247/08d </li></ul></ul><ul><ul><li>Widerspruchsrecht (§ 28 Abs 2 DSG), zuletzt OGH 6 Ob 41/09m </li></ul></ul><ul><li>Österr. Datenschutzrat zu § 28 Abs 2 </li></ul>
    6. 6. Aktuelles II – der Widerspruch <ul><li>§ 28 öDSG (Fassung seit 1.1.2010) </li></ul><ul><li>(2) Gegen eine nicht gesetzlich angeordnete Aufnahme in eine öffentlich zugängliche Datenanwendung kann der Betroffene jederzeit auch ohne Begründung seines Begehrens Widerspruch erheben. Die Daten sind binnen acht Wochen zu löschen. </li></ul><ul><li>RV zu § 28: Beispielfälle wären etwa (…), Einwohnerverzeichnisse, Verzeichnisse von Fernsprechteilnehmern, Telefaxanschlüssen, E-Mailadressen Usw) </li></ul><ul><li>§ 29 dBDSG </li></ul><ul><li>(3) Die Aufnahme personenbezogener Daten in elektronische oder gedruckte Adress-, Rufnummern-, Branchen- oder vergleichbare Verzeichnisse hat zu unterbleiben, wenn der entgegenstehende Wille des Betroffenen aus dem zugrunde liegenden elektronischen oder gedruckten Verzeichnis oder Register ersichtlich ist. (...) </li></ul><ul><li>Folgen: </li></ul><ul><li>Anspruch auf Löschung aus Bonitätsdatenbank in Österreich </li></ul><ul><li>Keinerlei Auswirkungen auf diese Anwendungen in Deutschland </li></ul>
    7. 7. Judikatur des OGH <ul><li>„ öffentlich zugängliche Datenanwendung“ in § 28 (2) und „öffentlich zugängliche Verwendung“ in § 33 bedeutet dasselbe </li></ul><ul><li>Öffentlich zugänglich , wenn </li></ul><ul><ul><li>Ein „entsprechend großer Kreis“ von Abfrageberechtigten und </li></ul></ul><ul><ul><li>Das berechtigte Interesse an der Einsichtnahme im Einzelfall nicht überprüft wird (OGH 6 Ob 156/09y u.a.) </li></ul></ul><ul><li>Nicht öffentlich zugänglich, wenn </li></ul><ul><ul><li>Bonitätsinformationen nur identifizierten Kunden (…) gegeben werden, deren Mitteilungen auch als glaubwürdig im Sinne einer Bescheinigung angesehen werden können (OGH 6 Ob 41/09m) </li></ul></ul><ul><ul><li>Folge: Bei Widerspruch: Beschränkung der Abfrage § 28 (2) </li></ul></ul>
    8. 8. Fragen zur Judikatur des OGH 1 <ul><li>Manchmal gründet sich die Abfrage auf die Zustimmung des Betroffenen </li></ul><ul><ul><li>Frage: Muss in diesem Falle ein Interesse bescheinigt werden, obwohl dieses gar nicht Voraussetzung der Übermittlung ist? </li></ul></ul><ul><ul><li>Der E 6 Ob 195/08g lag ein solcher Fall zugrunde. Hätte hier die „Bescheinigung der Zustimmung des Betroffenen“ ausgereicht? </li></ul></ul><ul><li>Ist der Maßstab der Prüfung die konkrete Anfrage/Übermittlung ODER die abstrakte Bedingung der Zugangs zu einer Datenanwendung? </li></ul><ul><ul><li>Inwieweit sind AGBs ein taugliches Beurteilungsinstrument? </li></ul></ul><ul><ul><li>Hat der OGH das „deutsche Bescheinigungsmodell“ im Auge? </li></ul></ul>
    9. 9. Fragen zur Judikatur des OGH 2 <ul><li>Löschung als „ultima ratio“: </li></ul><ul><ul><li>Viele Kreditgeber sind gegenüber nicht identifizierten Kunden skeptisch </li></ul></ul><ul><ul><li>Folge: Löschung erreicht nicht den angestrebten Zweck und führt zu Nachteilen </li></ul></ul><ul><li>Konkurrenz mit anderen Grundrechten </li></ul><ul><ul><li>Art 11: Informationsfreiheit </li></ul></ul>
    10. 10. Danke für die Aufmerksamkeit! <ul><li>Mag. Markus Kastelitz, LL.M. </li></ul><ul><li>wissenschaftlicher Mitarbeiter </li></ul><ul><li>Leibniz Universität Hannover, Institut für Rechtsinformatik (IRI) </li></ul><ul><li>[email_address] </li></ul><ul><li>http://www.iri.uni-hannover.de </li></ul><ul><li>Mag. Martin Leiter </li></ul><ul><li>Leiter der Rechtsabteilung </li></ul><ul><li>Deltavista GmbH </li></ul><ul><li>[email_address] </li></ul><ul><li>http://www.deltavista.com </li></ul>

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