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Heinrich Boell Stiftung Jahresbericht 2009

by Heinrich-Böll-Stiftung on Jul 01, 2010

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Klimawandel, Welternährungskrise und Armut bleiben herausragende Herausforderungen der internationalen Politik. Die Finanzkrise hat alle Länder betroffen, besonders jedoch in den ärmsten Ländern En...

Klimawandel, Welternährungskrise und Armut bleiben herausragende Herausforderungen der internationalen Politik. Die Finanzkrise hat alle Länder betroffen, besonders jedoch in den ärmsten Ländern Entwicklungsfortschritte wieder zunichte gemacht. Der fortwährende Krieg in Afghanistan, die Instabilität von Staaten wie Pakistan und die anhaltenden Spannungen im Nahen und Mittleren Osten sind große Herausforderungen für die Außen- und Sicherheitspolitik. Rüstungskontrolle und nukleare Abrüstung gewinnen an Brisanz. In vielen Ländern verzeichnen wir Rückschritte in der Demokratieentwicklung. Das sind einige der Rahmenbedingungen, mit denen die Heinrich-Böll-Stiftung in ihrer internationalen Arbeit konfrontiert ist. Für uns sind sie gleichzeitig Aufforderung und Ansporn, dazu beizutragen, diese Krisen mit neuen politischen Konzepten und Allianzen zu überwinden.

Das Scheitern der Klimakonferenz in Kopenhagen (COP 15) bedeutet nicht das Ende der Klimapolitik. Wir wissen, dass die Antworten auf den Klimawandel, die Wirtschaftskrise, die Welternährungskrise und die globale Armut eng miteinander verbunden sein müssen. Auch setzt sich immer mehr die Einsicht durch, dass Klimaschutz eine Quelle für neuen Wohlstand sein kann. Wir stehen an der Schwelle vom fossilen Industriezeitalter zu einer Epoche der Nachhaltigkeit – und das heißt: der erneuerbaren Energien, ressourceneffizienter Technologien und umweltfreundlicher Produkte. Auch die Heinrich-Böll-Stiftung engagiert sich mit vielen Projekten und Partnern bei dieser großen Transformation. Die Vision einer «Geschlechterdemokratie» gehört zu den Gründungsimpulsen der Stiftung. Welche Früchte diese Idee in unserer Auslandsarbeit trägt, haben wir erstmals in der Publikation «Geschlechterpolitik macht einen Unterschied» zusammengefasst. Im Gunda-Werner-Institut (GWI) hat die Arbeit für unser Leitbild Geschlechterdemokratie einen besonderen Platz.

Unser neues Haus bietet Möglichkeiten für eine Vielzahl von Veranstaltungsformaten: von Konferenzen über Ausstellungen bis zu Konzerten und Theateraufführungen. Exemplarisch sei auf das letztjährige Gastspiel der Neuköllner Oper in der Heinrich-Böll-Stiftung sowie auf die viel beachtete Kunstausstellung «nochnichtmehr» verwiesen.
Auch das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung hat in den letzten Jahren einen großen Aufschwung genommen. Die Zahl der Stipendiat/innen ist rasant gestiegen und die Alumni-Arbeit wurde ausgebaut.

Unsere Arbeit basiert auf dem Wissen und dem großen Engagement unserer hauptamtlichen Mitarbeiter/innen im In- und Ausland. Ihr kreativer Einsatz ist das Fundament für unsere nun schon über zwei Jahrzehnte währende erfolgreiche Arbeit.

Und wie alle Jahre zuvor: Diese Arbeit wird bereichert und ergänzt durch vielfältiges ehrenamtliches Engagement in den Gremien der Stiftung: den Fachbeiräten, dem Frauenrat, dem Aufsichtsrat und der Mitgliederversammlung sowie vielen weiteren ehrenamtlichen Tätigkeiten wie die der Grünen Akademie und der Fachkommissionen.
Besonders erfreulich hat sich der Verein «Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung» entwickelt. Immer mehr Mitglieder ermöglichen Projekte, die wir aus öffentlichen Mitteln nicht finanzieren können. Ihnen allen gilt unsere Hochachtung und besonderer Dank.

Berlin, im April 2010
Ralf Fücks Barbara Unmüßig
Vorstand der Heinrich-Böll-Stiftung

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