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Heinrich Boell Stiftung Jahresbericht 2007
 

Heinrich Boell Stiftung Jahresbericht 2007

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Jahresbericht der Heinrich-Böll-Stiftung 2007. Übersicht aller Aktivitäten der Stifung.

Jahresbericht der Heinrich-Böll-Stiftung 2007. Übersicht aller Aktivitäten der Stifung.

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    Heinrich Boell Stiftung Jahresbericht 2007 Heinrich Boell Stiftung Jahresbericht 2007 Document Transcript

    • Jahresbericht 2007
    • Leitbild der Heinrich-Böll-Stiftung Die Heinrich-Böll-Stiftung versteht sich als Teil der «grünen» Immigranten. Nicht zuletzt treten wir für Gewaltfreiheit und politischen Grundströmung, die sich weit über die Bundesre- eine aktive Friedenspolitik ein. publik hinaus in Auseinandersetzung mit den traditionellen Für unser Engagement suchen wir strategische Partner- politischen Richtungen des Sozialismus, des Liberalismus und schaften mit anderen, die unsere Werte teilen. Wir handeln des Konservatismus herausgebildet hat. Unsere gemeinsamen unabhängig und in eigener Verantwortung. Grundwerte sind Ökologie und Nachhaltigkeit, Demokratie Wir haben unsere Wurzeln in der Bundesrepublik und sind und Menschenrechte, Selbstbestimmung und Gerechtigkeit. zugleich ideell wie praktisch ein internationaler Akteur. Ein besonderes Anliegen ist uns die Geschlechterdemokra- Unser Namensgeber, der Schriftsteller und Nobelpreisträ- tie, also die gesellschaftliche Emanzipation und die Gleich- ger Heinrich Böll, steht für eine Haltung, der wir uns selbst berechtigung von Frauen und Männern. Wir engagieren uns verpflichtet sehen: Verteidigung der Freiheit, Zivilcourage, für die Gleichberechtigung kultureller und ethnischer Min- streitbare Toleranz und die Wertschätzung von Kunst und derheiten und für die soziale wie politische Partizipation von Kultur als eigenständige Sphären des Denkens und Handelns. Wir sind eine grüne Ideenagentur Wir engagieren uns bei der Entwicklung einer euro- Wir geben Denkanstöße für demokratische Refor- päischen politischen Öffentlichkeit. men und soziale Innovationen. Wir unterstützen die politische Partizipation der Wir engagieren uns für ökologische Politik und nach- Zivilgesellschaft und beteiligen uns an Konferenzen haltige Entwicklung im globalen Maßstab. und Verhandlungen im Rahmen multilateraler Orga- Wir geben Kunst und Kultur Raum zur Darstellung nisationen. und Auseinandersetzung. Wir vermitteln Wissen von Expertinnen und Exper- Wir engagieren uns weltweit für Ökologie, ten an politische Akteure. Demokratie und Menschenrechte Wir sind ein Ort für offene Debatten und fördern den Ökologie und Demokratie sind für uns untrennbar. Dialog zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft Wir unterstützen deshalb Personen und Projekte, die und Gesellschaft. sich für Ökologie, Menschenrechte, Demokratie und Wir fördern begabte, gesellschaftspolitisch enga- Selbstbestimmung einsetzen. gierte Studierende im In- und Ausland. Wir fördern weltweit die Entwicklung von Rechts- Wir dokumentieren die Geschichte der grünen Bewe- staatlichkeit und demokratischer Partizipation. gung als Fundus für die Forschung und Quelle politi- Wir setzen uns für die Überwindung von Domi- scher Orientierung. nanz, Fremdbestimmung und Gewalt zwischen den Geschlechtern ein. Wir sind ein internationales Politik-Netzwerk Wir betrachten ethnische und kulturelle Vielfalt als Wir verstehen uns als Teil eines globalen grünen Bestandteil einer demokratischen Kultur. Netzwerkes und fördern die Entwicklung der grünen Wir ermutigen zu Zivilcourage und gesellschaftli- politischen Bewegung auf allen Kontinenten. chem Engagement. Ein besonderes Anliegen ist uns die Verbreiterung Wir vermitteln das Knowhow für erfolgreiche Selbst- und Vertiefung der europäischen grünen Bewegung. organisation und Intervention an politische Akteure. Engagement, fachliche und menschliche Kompetenz, Kreati- Wir überprüfen und verbessern unsere Arbeit in einem kon- vität und Flexibilität zeichnen unsere Mitarbeiterinnen und tinuierlichen Prozess und stellen uns der internen und exter- Mitarbeiter im In-und Ausland aus. Sie sind hoch qualifiziert, nen Bewertung. Wir stehen für einen wirtschaftlichen, effizi- teamorientiert und bilden mit ihrer überdurchschnittlichen enten Einsatz der uns zur Verfügung stehenden öffentlichen Motivation das Vermögen der Stiftung. Mittel und sorgen für transparente Geschäftsabläufe. Chancengleichheit und ein respektvoller Umgang zwischen Wir praktizieren ein produktives Miteinander von Bundes- Frauen und Männern verschiedenen Alters, verschiedener stiftung und Landesstiftungen. religiöser Bekenntnisse, ethnischer Herkunft und sexueller Wir sind ein verlässlicher Partner für ehrenamtliches En- Orientierung sind konstitutiv für die Stiftung. Interkulturel- gagement und für die Zusammenarbeit mit Dritten. le Kompetenz und ein produktiver Umgang mit Vielfalt sind Als politische Stiftung handeln wir unabhängig und in eige- Teil unserer Betriebskultur. ner Verantwortung auch gegenüber Bündnis 90/Die Grünen. Wechselseitiger Respekt und eine vertrauensvolle Zusam- Unsere Eigenständigkeit wahren wir auch bei der Auswahl menarbeit mit unseren Partnern bilden die Grundlage unse- unserer Führungskräfte und der Besetzung unserer Gremien. rer Geschäftsbeziehungen.
    • Inhalt Vorwort     2  GlobalisierungundNachhaltigkeit     4  InternationaleDemokratieförderung   12 Außen-undSicherheitspolitik   16 Gunda-Werner-Institut   21 GlobaleGeschlechterpolitik   23 Europapolitik   26 Wirtschaft,ArbeitundSoziales   29 Wissenspolitik   32 MigrationundInterkulturellesManagement   34 Nachwuchsförderung   36 Zeitgeschichte   42 Kommunalpolitik   45 KunstundKultur   47 Heinrich-Böll-HausLangenbroich   51 Preise   53 GrüneAkademie   54 GreenCampus   55 ArchivGrünesGedächtnis   56 AusderStiftung   57 FinanzenundPersonal   58 Gremien   64 VertrauensdozentinnenundVertrauensdozenten   65 Adressen   68 FördernundSpenden   71
    • 2 Vorwort  Vorwort AnfangJunibeziehtdieHeinrich-Böll-StiftungihrneuesDomizilinderSchumannstraße 8inBerlin-Mitte,direktgegenüberdemDeutschenTheater.DasneueGebäudenachEnt- würfendesSchweizerArchitektenbürose2Abietetdenrund180Mitarbeiterinnenund MitarbeiternderStiftungeinelichteArbeitsumgebung.DasSchmuckstückdesneuenStif- tungshauseswirddie«Beletage»sein:einmodernesKonferenz-undTagungszentrumim erstenStock,dasneueDimensionenfürunserepolitischeBildungsarbeiteröffnet. EinBlickzurück:ImJahre1990hatdieHeinrich-Böll-StiftungbeiReinhardLoske, heuteUmweltsenatorinBremen,eineStudieinAuftraggegeben;sieerschienalseineder erstenPublikationenderStiftungunterdemTitel«WegezurKlimastabilisierung–At- mosphärenschutzalsHerausforderunganWirtschaft,PolitikundGesellschaft».Eineder ForderungenderStudie:globaleGerechtigkeitdurchReduzierungderEmissioneninden IndustrieländernundHilfefürdieDritteWeltbeidemVersuch,«EntwicklungundÖkolo- giezusynchronisieren».VorachtzehnJahrengaltderKlimawandelfürvielenochalseine ÜbertreibungeinigerWissenschaftlerundgrünerIdeologen.HeuteisteralsTatsachean- erkannt.BesondersdramatischkönnteerfürdieSchwellen-undEntwicklungsländerwer- den.DorttrifftderKlimawandelvorallemdieArmen.Diejenigen,dieamallerwenigsten fürdenKlimawandelverantwortlichsind,sindamhärtestenvonihmbetroffen.DieHein- rich-Böll-StiftungstelltdeshalbihreinternationaleKlimaarbeitunterdasMotto«Klima derGerechtigkeit».EinBeispielfürunsereAktivitätenaufdiesemGebietistderAppell «AfrikasStimmegegendenKlimawandel».MitihmwendensichprominenteUmwelt- schützerinnenundUmweltschützerunterderSchirmherrschaftderFriedensnobelpreisträ- gerinWangariMaathaiandieVerantwortlichenindenIndustrie-undSchwellenländern, mehrfürdenKlimaschutzzutun.AuchmitunsererStudie«TheRighttoDevelopmentin aClimateConstrainedWorld»,diebeiderWeltklimakonferenzinBalivorgestelltwurde, sindwiraufgroßesinternationalesInteressegestoßen–beiRegierungeninNordundSüd, beiderEuropäischenKommission,beiderWeltbankundbeivielenKlimaaktivistenund -aktivistinnenweltweit. ChinawaralsaufstrebendesundwidersprüchlichesLandfürdieStiftungeinweiterer SchwerpunktinderAuslandsarbeit.EineAusgabeunseresMagazinsBöll.Themawidmete sichdeninnenpolitischenEntwicklungendiesesLandes.DerGesprächskreis«Chinaund IndieninderWeltwirtschaft»setztsichmitdeninternationalenwirtschaftlichenDimen- sionendieseraufstrebendenWeltmächteauseinander.MitderChinapolitikdesWestens beschäftigtesichdie8.AußenpolitischeJahrestagungimSeptember.Zudemunterstützen wirseitüberzehnJahrenverschiedeneProjektezurStärkungderkulturellenIdentität undSelbstbestimmungderTibeter;alsinternationalrenommierterPartneristdasTibetan CenterofHumanRightsandDemocracyimindischenDharamsalazunennen. EinwichtigesThemaunsererInlandsarbeitwarimvergangenenJahrdieSozialeSi- cherheit.Wennauchvom«EndederArbeitsgesellschaft»keineRedeseinkann,soistdoch dietraditionelle«Normalarbeit»miteinerlebenslangenFestanstellungaufdemRückzug. Befristete Arbeitsverhältnisse,Teilzeitjobs,mehrfacheBerufswechselundSelbstunter- nehmertumnehmenzu.IndiesemZusammenhangbekommtdieIdeeeinesGrundeinkom- menswiederKonjunktur.MitmehrerenProjektengriffdieStiftungdieDebatteumdas Grundeinkommenauf.Dazugehörteu.a.dieVeranstaltungsreihe«ZukunftdesSozialen», dieDiskussionumein«Bildungsgrundeinkommen»,mitdemdasRechtaufBildungfinan- ziellfundiertwerdensoll,undeinumfangreicherReader,derdieverschiedenenKonzepte undKontroversenvorstellte.AuchdasGunda-Werner-Institutbeteiligtesichandieser DiskussionauseinergeschlechterpolitischenPerspektive. DieStiftungkannmitFugundRechtbehaupten:DasThemaGeschlechterpolitikistei- nesihrerMarkenzeichen.MitderGründungdesGunda-Werner-InstitutsfürFeminismus undGeschlechterdemokratie(GWI)imJuniwollenwirunsereWirksamkeitaufdiesemGe- bietnocherhöhen.MitseinenVeranstaltungenundPublikationenundeinemeinmaligen WissensportalfürGeschlechterpolitikistdasInstituteineprofilierteAkteurininDeutsch- landunddarüberhinausgeworden.
    •  Vorwort  3 Vielewerdenesschonbemerkthaben:UnserInternetauftrittwurdegründlichüberar- beitet.DiesisteinProzess,dersichüberetlicheMonatehinzieht,schließlichumfasstun- sereWebsitemittlerweileüber5000Seiten!DieDarstellungunsererArbeitistjetztnach übergreifendenThemengegliedert,dieNavigationwurdeerleichtert,weitereMedienele- mentewiez.B.Blogssindhinzugekommen–unddiesalleserscheintineinemvisuellan- sprechenden,übersichtlichenLayout. WirhattenimvergangenenJahrgleichdreiJubiläenzufeiern.HeinrichBöllwäreim Dezember90Jahrealtgeworden.EswarfürunseineGelegenheit,aufVeranstaltungen undunsererWebsiteanPerson,WerkundWirkenBöllszuerinnern.DreiehemaligeSti- pendiatenimHeinrich-Böll-HausinLangenbroichtatendiesmitTexten,diezueinerHom- mageandenNobelpreisträgerwurden. ImNovember,zuihrem60.Geburtstag,habenwirPetraKellygefeiert.Ihristeingroß- formatigerBildbandgewidmet.BeieinerTagungwurdediesebekanntestePolitikerinder GrünenausderZeitihrerGründungindenfrühenachtzigerJahregewürdigt:Kellywar eineglobaleAktivistin;ihreThemenwiedieMenschenrechte,dieBewahrungderökologi- schenLebensgrundlagenunddieGleichberechtigunggehörenheutezudenKernbotschaf- tendergrünenBewegungweltweit. DieHeinrich-Böll-Stiftungselbstist20Jahrealtgeworden.Esistsehrvielpassiertseit derGründungimNovember1987inKöln:AuchdieFrauen-AnstiftungundderBuntstift gehörenzudieserGeschichtedergrünenStiftungsbewegunginDeutschland.Aberdamit istdieGeschichtenichtzuEnde:WirengagierenunsauchbeimAufbaueinereuropäischen grünenStiftung,dieinzwischeninBrüsselgegründetwurde.SiesolleinenBeitragzur HerausbildungeinereuropäischenÖffentlichkeitleistenundergänztdamitdieweitver- zweigteeuropapolitischeArbeitderHeinrich-Böll-Stiftung.ImvergangenenJahrstand dieAuseinandersetzungumeineeuropäischeVerfassungimZentrumunsererAktivitäten. IndieserganzenZeitwäredieArbeitohnebreiteehrenamtlicheUnterstützungnicht möglichgewesen.DieGelderdesFörderkreisesversetzenunsz.B.indieLage,Projektezu fördern,diewirnichtausöffentlichenMittelnfinanzierenkönnen.ZahlreicheMenschen unterstützendieStiftungauchdurchihreMitarbeitinunserenGremien.Beiihnenallen RalfFücks bedankenwirunsnachdrücklich. GanzbesondererDankgiltwiestetsunserenhauptamtlichenMitarbeiterinnenundMit- arbeitern.IhrengagierterundkreativerEinsatzistdasFundamentfürunserenunschon zweiJahrzehnteumfassendeerfolgreicheArbeit. EinherausragendesDankeschönrichtenwirheuteschonanalldiejenigen,diesichin denvergangenenJahrenmitgroßemEngagementfürdenNeubaueingesetzthaben.Stell- vertretendfürallemöchtenwirunsereGeschäftsführerinDr.BirgitLaubachnennen,bei derallefinanziellen,rechtlichenundorganisatorischenFädenzusammenliefen,sowiedie BaugruppederStiftung,diesichmitgroßerAkribieindieseweitgespannteAufgabestürz- te.NichtzuletztbedankenwirunsbeidemhochengagiertenArchitektenteamumdas SchweizerBüroEckert&EckertundbeidenbeteiligtenBaufirmen,namentlichbeider FirmaKirchneralsunseremGeneralübernehmer.SchließlichgiltunserDankauchdem BarbaraUnmüßig BundesverwaltungsamtundderBundesbaubehörde,diediesesProjektfachkundigbeglei- tethaben. Berlin,imApril2008 RalfFücks   BarbaraUnmüßig VorstandderHeinrich-Böll-Stiftung
    • 4 GlobalisierungundNachhaltigkeit Globalisierung und  Nachhaltigkeit Die Gletscher schmelzen, die sibirische Tundra taut auf. Stürme, Dürren, Über- schwemmungen – extreme Wetterereignisse nehmen zu und verursachen zunehmend  neue Flüchtlingswellen. Der Klimawandel drängt mit aller Macht auf die politische  Tagesordnung. Und die Wissenschaft schlägt Alarm wie nie zuvor. Höchste Zeit zum  Handeln, wenn wir den Klimawandel noch in erträglichen Grenzen halten wollen.   Die Heinrich-Böll-Stiftung hat die Klima- und Energiepolitik daher zu einem Schwer- punkt ihrer Arbeit im In- und Ausland gemacht. Kongress  Berlin: McPlanet.com – Klima der Gerechtigkeit Klima der Gerechtigkeit McPlanet.com–DasBuchzumKongress McPlanet.com–einallezweiJahrestattfindenderKongressrundumÖkologieundGloba- ErschienenimVSA-Verlag,Hamburg2007 lisierung–fandvom4.bis6.Mai2007zumdrittenMalstatt:Mehrals2.000Menschen MiteinerDVD-Videodokumentationdes ausderUmwelt-undderglobalisierungskritischenBewegung,ausPolitik,Wissenschaft KongressesvonderGreenpeace-Gruppe undKirchediskutiertenimVorfelddesG8-GipfelsüberMöglichkeitenundHandlungsan- Berlin,12,80Euro sätzefürein«KlimaderGerechtigkeit».VeranstaltetwurdederMega-Kongressmitüber ISBN978-3-89965-243-7  100EinzelveranstaltungenvonderHeinrich-Böll-Stiftung,Attac,BUND,demEvangeli- Wege aus der Klimafalle  schenEntwicklungsdienstundGreenpeaceinKooperationmitdemWuppertalInstitutfür Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftungund Klima,Umwelt,Energie.ZudenprominentenGästenzähltenu.a.derehemaligeUNEP- HermannE.Ottimoekomverlag DirektorKlausTöpfer,CandidoGrzybowskivombrasilianischenInstitutIBASE,Arne München2008,232Seiten,19,90Euro MogrenvonVattenfall,MartinKhorvomThirdWorldNetworkundReinhardBütikofer, ISBN978-3-86581-088-5 BundesvorsitzendervonBündnis90/DieGrünen. ZumThema«Agrotreibstoffe»sprachenRoquePedacevonFriendsoftheEarth,Ar- gentinien,undSergioSchlesingerausBrasilien.SaraLarrainvonderOrganisationChi- leSustentablestrittmitJoséEnqriquePeña,demHandelsattachédervenezuelanischen Botschaft in Berlin, über die Nachhaltigkeitsfrage in lateinamerikanischen Energie- Projekten. «Wirhabenessatt,dassdieBundesregierungsichinDeutschland,derEUundbeiden G8-VerhandlungenmitschönenFormulierungeninSzenesetzt,ihretatsächlichePolitik demKlimaschutzaberzuwiderläuft»,hießesineinergemeinsamenErklärungderVeran- stalter,dieaufdemKongressvonzahlreichenTeilnehmendenunterzeichnetwurde.Auch dieG8habemitihrerEnergiepolitikwirksamenKlimaschutzbisherverhindert.Unterden FolgenlittenvorallemdieArmen. EinesozialgerechteundökologischnachhaltigeGesellschaftseimöglich,sodieÜber- zeugungderKongressbesucher.ZurVerwirklichungbraucheesaberklare,politischge- setzteRahmenbedingungen.DiePolitikmüsseendlicheinengerechtenKlimaschutzzur Leitideemachen,stattweiterhinvorrangigWirtschaftsinteressenzubedienen.Dafürsei starkerDruckausallenBereichenderGesellschaftnotwendig.«WirwerdenunsereVer- antwortungfürunserKlimawahrnehmen:nichtnuralsKonsumenten,sondernauchals WählerundalspolitischaktiveBürger»,kündigtendieUnterzeichnerderResolutionan. DieKongressteilnehmendenforderten,dasssichdieEUaufeinEmissionszielvonminus 30Prozentbis2020festlegt.Deutschlandsollesichverpflichten,seineTreibhausgaseim selbenZeitraumum40Prozentzusenken.UmdiegravierendstenFolgendesKlimawan- delsabzuwenden,seiesnötig,dieweltweitenEmissionenbiszumJahr2050gegenüber demNiveauvon1990zuhalbieren.DeutschlandalsIndustrielandmüsseseineEmissionen ImAnschlussandenKongresszogenzahlreiche daherummindestens80Prozentreduzieren.ZudenweiterenForderungengehöreneine TeilnehmerundTeilnehmerinnenzumKanzler- radikaleSteigerungderEnergieeffizienzundderNutzungerneuerbarerEnergiensowie amtundübergabendortdieaufeinegroße derKraft-Wärme-Kopplung.DerAtomausstiegmüssebeibehaltenunddieNutzungvon LeinwandgedruckteDeklarationfürein«Klima Kohlesoschnellwiemöglichzurückgefahrenwerden.ZudemsolltenEmissionsrechtenicht derGerechtigkeit». längeranVerschmutzerverschenkt,sondernzu100Prozentversteigertwerden. 
    •  GlobalisierungundNachhaltigkeit 5 Aus der Kongresserklärung:   «Reclaim the Climate: Für ein Klima der Gerechtigkeit!» Wirwissen:Klimachaostötet.DieArmendesPlanetentrifftesamhärtesten.Dassind Kleinbäuerinnen,dieihreErntenverlieren.EssindKüstenfischer,derenFängedurch dasAbsterbenderKorallenzurückgehen.EssindViehhirten,derenHerdenbeiDürre- katastrophenverhungern.EssindSlumbewohnerinnen,derenHüttendurchFlutkatas- trophenweggespültwerden. Wirwissen:KlimachaosistradikalerAusdruckglobalerUngerechtigkeit.Estrifft diejenigenamhärtesten,dieamwenigstenzuseinenUrsachenbeitragen.Schonzulan- gemissbrauchenwirunsereAtmosphärealsMülldeponiefürCO².DieseDeponieistzu über85ProzentgefülltmitdenEmissionenderIndustrieländer:SiesinddieVerant- wortlichen.DieReichenderErdebauenihreFehlentwicklungdaraufauf,diefossilen TresorederErdezuplündern.AnderefolgennundiesemPfad. Wirwissen:UnsrenntdieZeitweg.UmdiegravierendstenAuswirkungendesKlima- chaosnochabzuwenden,mussdieglobaleErwärmungmöglichstunterzweiGradgehal- tenwerden. […] Wirhabenessatt,dassBilligfliegermitSubventionengepäppeltwerden,während Bahnreisen immer teurer werden. Die Reisepreise müssen die ökologische Wahrheit sagen. Wirhabenessatt,dassdieKlimaopferimSüdenmitdenFolgendesKlimachaosallein gelassenwerden.DieVerursacherdesKlimawandelsmüssenfürdieSchädeneinstehen unddieKostenfürAnpassungsmaßnahmentragen. Wirhabenessatt,dasseuropäischeAutokonzerneihreSelbstverpflichtungzurSen- kung des CO²-Ausstoßes ihrer Flotten missachten und die Einführung verbindlicher Standardstorpedieren. […] ReclaimtheClimate–FüreinKlimaderGerechtigkeit:DasKlimachaosistunserPro- blem.Daherwerdenwirunsihmentschlossenentgegenstellen.Druckmachenmüssen 2000überwiegendjungeLeutediskutiertenauf alle:FrauenundMänner,JungeundAlte,dieGewerkschaften,dieKirchen,dieWis- demKongress«McPlanet.com2007»,wieein senschaft,dieMedienunddieKunst,dieArbeitslosenundauchdieUnternehmen,die gerechtesKlimaschutzregimebeschaffensein gelernthaben,dasssieGewinnenichtmehraufKostenDrittermachenkönnen. sollte. Tagung  Berlin: Welchen Preis hat ein stabiles Klima? «WelchenPreishateinstabilesKlima?»fragtenFachleuteausPolitik,Unternehmen, UmweltorganisationenundWissenschaftaufeinerTagungzurZukunftdesEmissions- handelsvom11.bis12.Mai2007inBerlin,veranstaltetvonderHeinrich-Böll-Stiftung unddemFördervereinÖkologischeSteuerreform.DieerstePhasedesneuenKlimaschutz- instruments«Emissionshandel»ging2007zuEnde–ZeitalsofüreineZwischenbilanz, dievielfachernüchterndausfiel:StattKlimaschutzhabediebisherigeRegelungnurgroße MitnahmegewinnefürdieStromkonzernegebracht.FasteinhelligwardaherdieForde- rungnachvollständigerVersteigerungderEmissionsrechte,stattsiewiebisherandie emittierendenUnternehmenzuverschenken.DieEU-Kommissionscheintzugehörtzuha- ben:ihrVorschlagvonAnfang2008siehtgenaudiesvor. Aufruf Weltweit: Afrikas Stimme gegen den Klimawandel KeinKontinentwirddenKlimawandelsodeutlichzuspürenbekommenwieAfrika.Unre- gelmäßigeRegenfälle,Überschwemmungen,Dürren,MisserntenundzunehmendeWüs- DiekenianischeÖkologinundFriedensnobel- tenbildungbeginnenbereits,dasGesichtAfrikaszuverändern.DieArmenwerdenvon preisträgerinWangariMaathaiistAutorinund denFolgenbesondersbetroffensein.WährenddiereichenLänderdurchdenKlimawandel SchirmfraudesAufrufs«HotSpot–Afrikas StimmegegendenKlimawandel». ihrenWohlstandgefährdetsehen,isterinAfrikaeineFragevonLebenundTod.Unddas, obwohlderKontinentkaumzumKlimawandelbeiträgt.
    • 6 GlobalisierungundNachhaltigkeit «AfrikasStimmegegendenKlimawandel»isteinAufrufvonAfrikanerinnenundAfri- kanernanpolitischVerantwortlicheweltweit.DasZiel:Bewusstseinzuschaffenfürdie BedrohungAfrikasunddafür,dassdiePolitikumgehendhandelnmuss.DerAufruferhebt zweiForderungen:Erstens,derKlimawandelmussgestoppt,derAusstoßvonTreibhaus- gasensofortvermindertwerden.ZweitensmüssendienötigenMaßnahmenzurAnpassung andieEffektedesKlimawandels,mitdenenAfrikasarmeBevölkerungschonheutelebt, weltweitUnterstützungfinden. DiekenianischeÖkologinundFriedensnobelpreisträgerinWangariMaathai,Autorin undSchirmherrindesAufrufs,hofft,dassAfrikanichtlängerschweigtunddenMund aufmacht.UmweltschützerinnenundUmweltschützerausallenTeilenAfrikashabenden Aufrufbereitsunterzeichnetundsetzensichdafürein,dasserinAfrikaundüberallaufder NegusuAklilu,DirektordesEthiopianForum forEnvironment(FFE),stellteimNovember WeltGehörfindet.DieHeinrich-Böll-StiftungunterstütztdenAufruf.Sieinitiierteden 2007aufderBundesdelegierten-Konferenzder Dokumentarfilm«Hotspots»,derzeigt,welcheAuswirkungendesglobalenKlimawandels GrüneninNürnbergdenKlimaaufrufvor. bereitsheuteaufdemKontinentsichtbarwerden–undwiedieMenschendortdenneuen Herausforderungenbegegnen.DieStiftunghilftauch,denAufrufweltweitzuverbreiten unddadurchAfrikasForderungnachGerechtigkeitinderglobalenKlimakriseNachdruck www.africanclimateappeal.org zuverleihen.  Publikation Memorandum «Haben und Nichthaben – verantwortungsvolle Ressourcen- politik im 21. Jahrhundert»  Im21.JahrhundertstehtderRohstoffsektorvorzahlreichenHerausforderungen,dieeng miteinanderverknüpftsind.Hierzuzählenu.a.derKlimawandel,eineerhöhteNachfrage nachRohstoffen,«PeakOil»(derPunkt,andemÖlfelderihremaximaleFörderquoteer- reichthabenundvondaandieProduktionrückläufigist),Energiesicherheit,diesozialen undökologischenFolgenderRohstoffausbeutung,Korruption,Menschenrechtsverletzun- genundgewaltsameKonflikte. DerUmgangmitRohstoffenistaucheinthematischerSchwerpunktderHeinrich-Böll- Stiftung,denneintransparenterundgerechterUmgangmitdennatürlichenRessourcen derErdeistentscheidend,umweltweitFriedenzuschaffen,einenachhaltigeEntwicklung zufördernundArmutzubekämpfen. AusAnlassderdeutschenG8-PräsidentschafthatdieHeinrich-Böll-StiftungimJahr 2007einenDialoginsLebengerufen,beidemsichzivilgesellschaftlicheOrganisationen traditionellerRohstoffimporteuremitAkteurenausrohstoffreichenafrikanischenLän- dernsowieausSchwellenländernwieChina,Indien,Brasilien,RusslandundMexikoauf einengemeinsamenReformvorschlagfürnachhaltigesRessourcenmanagementverstän- digt haben. DaswichtigsteErgebnisdiesesDialogsistdasMemorandum«Habenund Nichthaben».EswurdeeineWochevordemG8-GipfelinHeiligendammaufderBundes- pressekonferenzgemeinsammitEntwicklungsministerinHeidemarieWieczorek-Zeulder Öffentlichkeitvorgestellt. DasvoneinerinternationalenExpertengruppeverfassteMemorandumanalysiertbeste- hendeInitiativen,StandardsundMechanismenderglobalenRessourcenpolitikundfor- muliertpolitischeForderungenundEmpfehlungenandieG8-Staatenfüreinenverantwor- tungsvollenUmgangmitnatürlichenRessourcen. PolitischunterstütztwirddasMemorandumvonderliberianischenPräsidentinEllen Johnson-Sirleaf:«IchunterstützeIhrewichtigenBemühungen,imRahmendesG8-Gip- felsdievielenkompliziertenundweltweitmiteinanderzusammenhängendenFrageneines verantwortungsvollenUmgangsmitnatürlichenRessourcenanzusprechen,umdenHan- delzubeiderseitigemNutzenzusteigernundeinenachhaltigeEntwicklungzufördern.In diesemkritischenAugenblicksinddieseThemenfüralleAkteuredieserWeltvonbesonde- Haben und Nichthaben rerBedeutung–vorallemaberfürschwacheStaatenwieLiberia,dasnacheinemKonflikt EinMemorandumderHeinrich-Böll-Stiftung VonPatrickAlley,CelioBermann,Luke dringendeineMöglichkeitsucht,seinenwertvollenBesitzanBodenschätzenzumdauer- Danielson,HeidiFeldt,SudhaMahalingam, haftenWohldesVolkes,daslangegelittenhat,zunutzen.» AlejandroNadal,ChandranNair,Samuel WeitereUnterstützer:derUS-amerikanischeInvestmentbankerundGründerdesOpen NguiffoundSilasSiakor SocietyInstitutsGeorgeSoros,EdZwick,derRegisseurdesFilms«BloodDiamond», Berlin2007,52Seiten PeterEigen,GründervonTransparencyInternationalundVorsitzenderderExtractiveIn- ISBN978-3-927760-63-9 dustriesTransparencyInitiative(EITI),sowiedie«FatalTransactionsCampaign.»
    •  GlobalisierungundNachhaltigkeit 7 Rostock: Aktivitäten rund um den G8-Gipfel in Heiligendamm  DieHeinrich-Böll-StiftunghatdiedeutscheG8-PräsidentschaftunddenGipfelinHeili- gendammvom6.bis8.Juni2007mitvielfältigenProjektenbegleitet,darunteru.a.: G8-Blog: Der Weg nach Heiligendamm.FastvierMonatelanghatdieHeinrich-Böll-Stif- tungzusammenmitdemInformationsbriefWeltwirtschaft&EntwicklungdenVorberei- tungsprozessunddenG8-GipfelmiteinemWeblogbegleitet.Inüber90Einträgenund zahlreichenGastkommentarenbliebkaumeinAspektdesGipfelgeschehensunbeleuchtet. www.g8-blog.blogspot.com DieResonanzwarsehrpositiv,hoheZugriffszahlenundzahlreicheVerlinkungenzuande- renBlogsundG8-SeitensprachenfürdenErfolgdes«Blogs». Workshops auf dem Alternativgipfel in Rostock.EinembreitenBündnisausZivilgesell- schaft,GewerkschaftenundpolitischenStiftungenistesmitdemAlternativgipfelvom5. bis7.Juni2007gelungen,einenGegendiskurszudenG8zuorganisierenundAlternativen zurderzeitigenPolitikaufzuzeigen.InternationaleFachleuteausNicht-G8-Staatende- battierteninPodiumsdiskussionenundüber100WorkshopsüberKlima,Handel,Soziale Gerechtigkeit,SicherheitundEnergie.AuchdieHeinrich-Böll-StiftungundihreLandes- stiftungen,diezumTrägerkreisdesGegengipfelsgehörten,organisiertenWorkshopszu denThemenRohstoffpolitik,NachhaltigeLandwirtschaftundKlimawandel.DieRosto- ckerBevölkerungzeigtesichfürglobalisierungskritischeThemenaufgeschlossenundwar füralternativeProtestformenzubegeistern. Art goes Heiligendamm.FastzehntausendMenschenhabenvom23.Maibis9.Juni2007 dasKunstprojekt«ArtgoesHeiligendamm»besucht.AdrienneGöhler,ehemaligeKurato- rindesHauptstadtkulturfonds,hattedasProjektals«künstlerischeInterventionimStadt- raumRostock»organisiertundüber100KünstlerinnenundKünstleraus27Nationen eingeladen.DiefinanziellenMittelkamenvonprivatenSpendern,demLandMecklenburg- VorpommernundeinigenStiftungen,darunterauchdieHeinrich-Böll-Stiftung.Zentraler OrtderVeranstaltungwardas«SilverPearlCongressCenter&Spa»,einetemporäre multifunktionaleInstallationdesBerlinerArchitekturbüros«raumlabor_berlin»aufdem GeländedesStadthafens.ImGegensatzzurabgeriegelten«WeißenPerle»anderOstsee, Das«SilverPearlCongressCenter&Spa»,eine demKempinski-HotelHeiligendamm,wodieStaats-undRegierungschefsderG8tagten, temporäremultifunktionaleInstallationaufdem GeländedesRostockerStadthafens. war«SilverPearl»einOrtfüröffentlicheGespräche,VorträgeundReflexionenüberdie großenThemenderGlobalisierungunddielokalenEreignisse.DerZulaufwargroß,gegen EndemusstensogardieAbendveranstaltungenverlängertwerden,sodassAdrienneGoeh- www.art-goes-heiligendamm.net lernach17Tagenresümierenkonnte:«DieErweiterungdesgesellschaftlichenResonanz- raumsvonKunstistgeglückt.» Konferenz Beirut: «Green Wars? – Umwelt zwischen Konflikt und Kooperation im  Nahen Osten und Nordafrika» DerKampfumRessourcen,insbesondereumWasser,giltvielfachalseinerderHauptaus- löserkünftigerzwischenstaatlicherKonflikte.DertransnationaleCharaktervielernatür- licherRessourcenkannjedochauchdazuführen,dasssichfeindlichgesinnteNachbar- staatenzueinemMinimumanKooperationbewegenlassen.EinezweitägigeKonferenz derHeinrich-Böll-StiftungkonzentriertesichimNovember2007aufUmweltprobleme imNahenOsten,diedasgrößtePotenzialzuKonfliktentragen.VerhandlungenumWas- serrechtezwischenJordanien,PalästinaundIsrael,DisputeumdieNutzungdesNilwas- serssowiederLandnutzungskonfliktinDarfurdientenalsBeispiele.Eswurdedeutlich, wiewichtigzwischenstaatlicheKooperationensind–siemüssenkünftignochverstärkt werden,umeinhalbwegsfriedlichesMiteinandertrotzsteigenderUmweltbelastungenzu gewährleisten.DieSchlussdiskussionbeschäftigtesichauchmitdenAuswirkungendes KlimawandelsaufdenNahenOsten–einThema,dasnunauchinderarabischenÖffent- PodiumderBeiruterKonferenz«GreenWars»: lichkeitangekommenist.Fazit:DurchdenKlimawandelwerdenbereitsbestehendeUm- (l–r)HansGünterBrauch,JörgHaas,Moham- medElRaeyundFouadHamidan weltproblemeverschärft,abererbirgtauchdieChance,überKooperationenmehrpoliti- scheZusammenarbeitzuerreichen.
    • 8 GlobalisierungundNachhaltigkeit Bali: Aktivitäten rund um die Weltklimakonferenz Vom3.bis15.Dezember2007fandaufBali(Indonesien)dieWeltklimakonferenzstatt, The Right to Development in a Climate Constrai- ned World. The Greenhouse Development Rights  eineweitereRundederUN-Klimaverhandlungen.AuchdieHeinrich-Böll-Stiftungwarauf Framework  BalivertretenundstelltedortdieStudie«TheRighttoDevelopmentinaClimateConstrai- AreportbyPaulBaer,TomAthanasiouand nedWorld»vor,dievonderbritischenEntwicklungsorganisationChristianAid,derHein- SivanKartha rich-Böll-StiftungundanderenOrganisationenherausgegebenwurde.DieStudieenthält Berlin2007,96Seiten einenIndexfürdiegerechteVerteilungvonKlimaschutzanstrengungen,deraufdenKrite- ISBN978-3-927760-71-4 rien«Verantwortlichkeit»und«Leistungsfähigkeit»basiert–Kriterien,diebereitsinder KlimarahmenkonventionalsGerechtigkeitsmaßstäbegenanntwerden.Dieser«Responsi- bilityandCapacityIndex(RCI)»beziehtdabeidieinnergesellschaftlicheUngleichheitmit WeitereInformationenunter einundberücksichtigt,dassz.B.auchintendenziellarmenLänderneinkleinerTeilder www.boell.de/GDRs BevölkerungsehrreichseinkannundzurFinanzierungvonKlimaschutzanstrengungen herangezogenwerdenkönnte. DerBerichtfandinBalieingroßesEcho.EristeinewichtigeGrundlagefürdiewei- tere Klimaarbeit der Stiftung und wird demnächst auch in Spanisch und Chinesisch erscheinen. DieHeinrich-Böll-StiftungorganisierteaucheineVeranstaltungzumThema«Gender andClimateChange»undeineweiterezurAtomenergiealsfalscheAntwortaufdenKli- mawandel.DarüberhinausbegleiteteYuJie,dieKlimaexpertinderStiftungausBeijing, eineDelegationchinesischerUmweltaktivistennachBaliundführtesieindieinternatio- naleUmweltpolitikein.IhrKlima-BlogfandinChinaeinegroßeLeserschaft. AufdemRückwegnachDeutschlandmachteJörgHaas,ÖkologiereferentderStiftung, JörgHaas,ÖkologiereferentderHeinrich-Böll- ZwischenstoppinTelAvivundhieltdorteineprogrammatischeRedezumThema«Von Stiftung,inNusaDaua,Bali,Indonesien BalinachKopenhagen».DieöffentlicheVeranstaltungwurdevomIsrael-BüroderHein- rich-Böll-StiftungzusammenmitdenführendenUmweltorganisationenIsraelsorgani- siert.WeitereReferentenwarenu.a.,derKnesset-AbgeordneteDovKhenin,Mitvorsit- www.klima-der-gerechtigkeit.de  zenderdesUmweltforumsimisraelischenParlament,Dr.YossiInbar,stellvertretender DerKlimablog:HierwerdenaktuelleEntwick- DirektordesUmweltministeriums,undLadeenFreimuthvonFriendsoftheEarthMiddle lungendernatio alenundinternationalenKli- n East,diemitUnterstützungderHeinrich-Böll-StiftunganderKonferenzinBaliteilge- mapolitikaufgegriffenundkritischbeleuchtet. nommenunddortdasPapier«Klimawandel:EineneueBedrohungfürdieSicherheitdes JörgHaas,freutsichaufIhreKommentare! NahenOstens»vorgestellthatte.   Konferenz Santa Barbara: Kalifornisch-Europäischer Dialog über Klimawandel AuchwennsichdieUS-BundesregierunghartnäckiginternationalenKlimaschutzabkom- menverweigert–US-BundesstaatenwieKaliforniensindseiteinigerZeitVorreiterund ExperimentierfeldambitionierterKlima-undEnergiepolitik.UmdietransatlantischeKo- operationvoranzubringenorganisiertedasBüroWashingtonderHeinrich-Böll-Stiftung vom13.bis15.November2007inSantaBarbaraeinehochkarätigbesetzteKonferenz. FachleutebeiderseitsdesAtlantiksdiskutierten,wieKalifornien,dieUSAundEuropain engererZusammenarbeitdenKlimawandelangehenkönnen.InihrerAbschlusserklärung vereinbartensieu.a.,neueNetzwerkezuschaffen.Siesollenhelfen,dietechnologische Forschungzuverbessern,Einkaufskonsortienzubilden,umdiePreisefürEnergiespar- produktezusenken,unddieEntwicklunggrünerTechnologienundProduktezubeschleu- nigen.DieKonferenzfandinKooperationmitderJohnsHopkinsUniversitystatt.Die Abschlusserklärung sowie die Unterzeichner sind zu finden unter: www.transatlantic. sais-jhu.edu/transatlantic_topics/environment/Santa_Barbara_Consensus_Nov2007.pdf Networking – drei Beispiele Israel: Town Meeting mit Boris Palmer.ImJahr2007organisierteLife&Environment, eine Dachorganisation von etwa 100 Umweltschutzinitiativen, mit Unterstützung der Heinrich-Böll-Stiftung mehrere sogenannte «Town-Meetings». Hintergrund waren die imNovember2008anstehendenKommunalwahlen.Umweltgruppennutzensie,umdie ThemenÖkologieundNachhaltigkeitinÖffentlichkeitundPolitikzustärken.Sieagieren
    •  GlobalisierungundNachhaltigkeit 9 bewusstaufderkommunalenEbene,dennaufnationalerEbenewerdenUmweltfragen allzuoftvonSicherheitsfragenverdrängt.Am24.JunierläuterteBorisPalmer,grüner OberbürgermeistervonTübingen,beieinemöffentlichen«TownMeeting»inTelAvivden HintergrundseinesWahlerfolges.Erzeigteauf,wasmitvorhandenenTechnologieninTü- bingenbereitsgetanwurde,umdenKohlendioxidausstoßzuverringen. AufeineminternenTreffenmitVertreterinnenundVertreternzahlreicherUmweltorga- nisationenhattePalmerzuvorbetont,wiewichtigessei,eineVerbindungzwischendem AlltagderMenschenundUmweltthemenherzustellen–dennmitdenvorhandenenTech- nologienseiesdurchausmöglich,greifbareVeränderungenherbeizuführen,diesowohl ökologischwieökonomischsinnvollsind,manmüssenureinBewusstseindafürschaffen. Äthiopien: Verschmutzer-Atlas für Addis Abeba.Seit2007arbeitetdasBüroderHein- rich-Böll-StiftunginAddisAbebamitderUmweltorganisationEnvironmentalProtection Authority(EPA)zusammen.ErstesErgebnisistder«Verschmutzer-Atlas»fürAddisAbe- ba,derknapp2.200Industriebetriebeerfasst.DerAtlaserzeugteinbesorgniserregendes Bild:Rund42%derIndustriebetriebesindinWohngebietenangesiedelt;nur10%entsor- genihreAbfälleordnungsgemäß;90%habenkeinerleiökologischesWissenundBewusst- sein.ImJahr2008wirdEPAmitUnterstützungderStiftungintensiveAufklärungskam- pagnenfürBürger,BetriebeundLokalpolitikerdurchführen. Äthiopien:Green Forum 2007.DasGreenForumisteinoffenesNetzwerkfürOrganisati- onen,dieeinkritischesUmweltbewusstseininÄthiopienschaffenwollen.Eswurde2006 vonvieräthiopischenNichtregierungsorganisationenunddemBüroderHeinrich-Böll- StiftunginAddisAbebagegründet.MitVeranstaltungen,PublikationenundeinerWebsite informiertesdieÖffentlichkeit.AuchpolitischeEntscheidungsträgerwendensichzuneh- mendandasGreenForum,soz.B.derParlamentsausschussfürnatürlicheRessourcen, wennGesetzentwürfediskutiertwerden.ImJahr2007konzentriertesichdasGreenFo- rumaufdieökologischen,wirtschaftlichenundsozialenAuswirkungendesKlimawandels aufÄthiopien.AufeinerdreitägigenKonferenzvom31.Oktoberbiszum2.November, dievomStaatspräsidentenGirmaWoldegiorgiseröffnetwurde,tauschtenerstmalsRe- gierungsexpertenundVertreterundVertreterinnenzivilgesellschaftlicherOrganisationen ihreEinschätzungenhinsichtlichderbereitsspürbarenAuswirkungendesKlimawandels aus.AufderKonferenzwurdeeineDeklarationzumKlimawandelverabschiedet.Einige derForderungen:denKlimawandelalsQuerschnittsthemainEntwicklungspläneundwirt- PräsidentGirmaWoldegiorgisunterstütztmit schaftspolitischeKonzepteintegrieren,einebreitereÖffentlichkeitbezüglichderBedro- seinerUnterschriftdenKlima-Appell,obgleich hungendurchdenKlimawandelherstellenunddiebestehendenUmweltschutzgesetzestrikt erkeindirekterUnterzeichnerist. anwenden,umeineweitereVerschlechterungderUmweltbedingungenzuverhindern. GreenForum2007.ImMittelpunktder K  onferenzstandendieAuswirkungendesKlima- wandelsaufÄthiopien.
    • 10 GlobalisierungundNachhaltigkeit Projekte zur Förderung erneuerbarer Energien – zwei Beispiele Libanon: Modelldorf im Südlibanon.DielibanesischeUmweltorganisationGreenlinehat sichderStärkungdesöffentlichenBewusstseinsfürerneuerbareEnergienverschrieben. SiebetreibtpolitischeLobbyarbeit,gibtPublikationenherausundinitiiertProjekte.Im Jahr2007hatGreenlinemitUnterstützungdesBeiruterBürosderHeinrich-Böll-Stiftung undinZusammenarbeitmitdenlokalenAutoritätensolarbetriebeneWassererhitzerin einemDorfimSüdlibanoninstalliert.DasDorfwardurchdenKriegimSommer2006 zerstörtworden.Das«Modelldorf»führtedenumliegendenGemeindendielangfristigen UmweltvorteileundStromersparnisseerneuerbarerEnergienvorAugen.Zudemdientees dazu,denStaatunddieinternationalenGeberzuermuntern,umweltschonendePraktiken undTechnologienindenWiederaufbauprozesseinzubeziehen.DerzeitsetztsichGreenline fürGesetzesänderungenein,diedieEinführungerneuerbarerEnergienerleichternsollen. Thailand: Aufwind für Ökostrom.NachmehrjährigerVorarbeitgelangesPalangThai, einerPartnerorganisationderHeinrich-Böll-Stiftung,dieEinspeisungvonerneuerbarem StromfürKlein-undKleinstproduzentenimJahr2007gesetzlichzusichern.Alsnächstes werdengemeindeverwalteteEnergieprojekteinSüdthailandundimGrenzgebietzuBur- mabetreutundvernetzt,umihnendenVerkaufihresüberschüssigenStromszuermögli- chen.PalangThaiistunterunabhängigenEnergiefachleutenanerkanntundfindetselbst imEnergieministeriumbeiwichtigenEntscheidungenGehör.EineneueHerausforderung fürPalangThai–undauchfürdieArbeitderHeinrich-Böll-Stiftung–istdieAbsichtder Regierung,mittelfristigAtomkraftindenEnergiemixdesLandeszuintegrieren. InspektiondesWasserkanalsder1.5kWPelton- KleinstwasserkraftanlageinBaanNaaTam. www.palangthai.org EinvonderStiftungunterstützterKlimablogversucht,dieEnergie-undKlimadebatte stärkerindasöffentlicheBewusstseinzurücken.ZwaristdasThema«Klimawandel»mit derVeröffentlichungdesIPCC-ReportsindenthailändischenMedienpräsentergeworden, www.thaiclimate.org  allerdingsbegrenztaufwissenschaftlicheAspekte.DerKlimablogbietetnundieMöglich- DerKlimabloginThailand keit,dieDebatteumdasFürundWiderderEnergiepolitikdesLandesöffentlichzuführen Publikation  Weltweit: Slow Trade – Sound Farming. Handelsregeln für eine global  zukunftsfähige Landwirtschaft DieLandwirtschaftist,wiederBegriff«Agrikultur»sotrefflichausdrückt,weitmehrals www.ecofair-trade.org bloßeinWirtschaftszweig:SieschafftArbeitsplätze,nutzt,pflegtunderhältÖkosysteme, isteinewichtigeStützefürWirtschaftundKulturinländlichenRäumenundbewahrtein vielfältigesWissenüberlandwirtschaftlichePraktiken.DieAusgestaltungderinternatio- nalenHandelspolitikberücksichtigtdiesemultifunktionaleBedeutungderLandwirtschaft allerdingskaumundbetrachtetzumeistnurihrenreinökonomischenWert.DieLiberali- sierungderAgrarhandelspolitiksetztdieLandwirtschafteinemzunehmendeninternatio- nalenWettbewerbausundgefährdetdamitihrenmultifunktionalenCharakter.Vordie- semHintergrundhabendieHeinrich-Böll-StiftungundMisereorinKooperationmitdem Wuppertal-InstitutfürKlima,Umwelt,EnergiedasProjekt«EcoFairTradeDialogue. NewDirectionsforAgriculturalTradeRules»insLebengerufen.Zielistes,Vorschlägefür einHandelsregimezuerarbeiten,dasdensozialenundökologischenBelangenimSinne einerzukunftsfähigenEntwicklungRechnungträgt.MittlerweileliegenersteErgebnisse vor.WolfgangSachsundTilmanSantariusvomWuppertal-Institutfasstensieineinem kohärentenReformvorschlagzusammen.ErwurdeunterdemTitel«SlowTrade–Sound Farming»imApril2007veröffentlichtundliegtmittlerweileauchaufDeutsch,Franzö- sisch,SpanischundItalienischvor.AufKonferenzeninThailand,Indonesien,denPhi- lippinen,Mexiko,ElSalvador,Kenia,Äthiopien,denUSA,derSchweizundDeutschland Slow Trade – Sound Farming wurdederReformvorschlaginzwischenvorgestelltundjeweilsausderlokalenoderregio- Handelsregelnfüreineglobalzukunftsfähige nalenPerspektivediskutiert. Landwirtschaft Im Rahmen des «EcoFair Trade Dialogue»-Projekts werden zudem acht Untersu- Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung chungenverfasst.DieerstewarfeinenkritischenBlickaufdenWeltentwicklungsbericht undMisereor (WDR),dendieWeltbankjedesJahrimOktoberveröffentlicht.EristdasFlaggschiffih- 2.Auflage,Berlin2008,92Seiten rerVeröffentlichungenundpräsentiertihregrundsätzlichenEntwicklungsstrategien.Der
    •  GlobalisierungundNachhaltigkeit 11 WDR2008beschäftigtsichdasersteMalseit1982(!)explizitmitderLandwirtschaft. UmdiemitderVeröffentlichungdesBerichtseinhergehendeDebatte–dieHerausforde- rungenderLandwirtschaftim21.Jahrhundert,ihreBedeutungimKampfgegendieAr- mutundihreRolleiminternationalenHandelssystem–mitzubeeinflussen,gabder«Eco- FairTradeDialogue»einenkritischenKommentarherausundorganisierteeineDiskussion mitVertreternderWeltbank. Brasilien und Cono Sur: Agrotreibstoffe  BrasilienkommtinderDiskussionumAgrotreibstoffealsAlternativezufossilenBrenn- stoffeneineSchlüsselrollezu.DasLandhatseitdensiebzigerJahrenErfahrungenmitder BeimischungvonAlkoholaufZuckerohrbasis.SeitkurzemsindMotorenaufdemMarkt, dieAlkoholundBenzininbeliebigerMischungtankenkönnen.ZudemhatdieRegierung LulaeinneuesAgrodieselprogramminsLebengerufen,dasdieProduktionvonÖlpflanzen durchKleinbauernfördert.DieAnstrengungen,auchinEuropaunddenUSAdieBeimi- schungvonAgrotreibstoffenzuforcieren,habeninBrasilieneinenwahrenZuckerrohr- boomausgelöst.NachanfänglichweitverbreiteterEuphoriesindNichtregierungsorgani- sationenundsozialeBewegungeninzwischenabereherskeptisch.DiemassiveExpansion desAnbausvonEnergiepflanzenistwohlkaumohnedasVordringeninsensibleÖkosys- temezuhabenundwirddiekleinbäuerlicheProduktionweitermarginalisieren.DasBüro derHeinrich-Böll-StiftunginRiohatdieDebatteaufgegriffenundfünfPublikationenzum Themaherausgegeben.DaruntereineStudiedesEnergiespezialistenCelioBerman,inder erzeigt,wiedieBiodieselproduktionbishervorwiegendaufSojabasiserfolgtunddamit eherGroßproduzentenalsKleinbauernfördert.DiejüngsteVeröffentlichungstelltInitia- tivenvor,dieauflokalerEbeneEnergiepflanzenanbauenundnutzen. DieDebattebleibtkontrovers–einTeilderKleinbauernbewegungsetztaufAnbauund VerarbeitungvonÖlpflanzenimRahmendesBiodieselprogramms,währenddieeinfluss- reicheLandlosenbewegungMSTdiesinzwischenablehnt.Ungeachtetdessenentstehen zahlreichelokaleInitiativen,diefürdenlokalenundregionalenBedarfproduzierenwollen –nichtaberfürdenExport. DieHeinrich-Böll-StiftunghatdenunterschiedlichenPositionenauchinDeutschland ZuckerrohranbauinBatatis,Brasilien.Die Gehörverschafft.FachleuteausBrasilienundArgentinien,daswegenderSojaproduk- steigendeNachfragenachAgrotreibstoffenhat tionebenfallseinewichtigeRollespielt,warenzuverschiedenAnlässeninDeutschland einenregelrechtenZuckerrohrboomimLand ausgelöst. unddiskutiertenmitPolitikern,FachpublikumundInteressiertendasFürundWiderder Agrotreibstoffe. Fotoausstellung Moskau/Tscheljabinsk: «Majak – Ein halbes Jahrhundert lang  Katastrophe»  Am29.September1957explodierteimrussischenAtomkombinatMajaknaheTschel- jabinskamUraleinTankmitradioaktivenAbfällen.Etwa20MillionenCurieStrahlung wurdenindieAtmosphäregeschleudert–fastsovielwiedreißigJahrespäterinTscherno- byl.DieradioaktiveWolkeverseuchteeineFlächevonetwa23.000Quadratkilometern, insgesamt270.000Menschenwarenbetroffen.Etwa10.000wurdenumgesiedeltund ihreDörferdemErdbodengleichgemacht. LangeZeitbliebdieKatastrophegeheim.OffiziellhatdieSowjetuniondenUnfallerst Anfang1990zugegeben.DiemeistenBetroffenenhabenwederKompensationenerhalten, nochsindsiealsOpferderKatastropheanerkannt.AlsolebensieweiterimSchattendes Atom-Kombinats,daszudenwichtigstenProduktionsstättenderrussischenAtomindus- DieHalbwertzeitvonAtomunfällenistlang, triezählt.UndMajakverseuchtdieUmweltkontinuierlichweiter.Schwachradioaktive auchwennsichdieNaturschnellderWarn- schilderbemächtigt. AbfällewerdenungefiltertindenFlussTetschageleitet.AuchBrennelementeausdeut- schenAtomanlagenwerdenbisheutezurWiederaufbereitungnachMajakgebracht. AusAnlassdes50.JahrestagesderKatastropheinitiierteundorganisiertedieHeinrich- Böll-StiftunginRusslandmitEcodefenseundderGruppe«PlanetderHoffnung»ausder «Majak–EinhalbesJahrhundertlang Katastrophe»–dieFotoausstellungistauchim KombinatsstadtOsjorskeineFotoausstellung,dieimSeptember2007inTscheljabinsk Internetunter www.boell.ru  zusehen. undMoskaugezeigtwurde.ImDezembergingeinTeilderAusstellungauchnachBali,wo siewährendderWeltklimakonferenzvorgestelltwurde.
    • 12 InternationaleDemokratieförderung Internationale  Demokratieförderung  Seit Ende des Ost-West-Konflikts ist die Zahl der autoritären Regime weltweit ge- sunken, zugleich nimmt der Staatszerfall in bestimmten Teilen der Welt zu, woraus  glo  ale Risiken erwachsen können. Der Zusammenhang zwischen zerfallenden Staaten  b und Terrorismus, Flüchtlingswellen oder die Zunahme transnationaler organisierter  Kriminalität verlangen eine vorausschauende Krisenprävention. Die Heinrich-Böll- Stiftung unterstützt Demokratisierungsprozesse weltweit und setzt sich für die Ach- tung der Menschenrechte ein. Hierzu gehört insbesondere das politisches Empower- ment und die Förderung der politischen Partizipation von Frauen. Die Stiftung arbei- tet primär mit der Zivilgesellschaft, sucht aber zugleich Kontakt zu demokratischen  Parteien und anderen für die politische Gestaltung relevanten Akteuren. Hintergrundpapier  Afghanistan: Illusionen und Realitäten: Der steinige Weg des   (ent  ick ungs-)politischen Aufbaus w l DieStrategiederDemokratisierungvia«Regimewechsel»scheintimFalleAfghanistans bislangnichtaufzugehen.IneinemgemeinsamenHintergrundpapiersprachensichBar- baraUnmüßig,VorstandderHeinrich-Böll-Stiftung,undUteKoczy,Entwicklungspoliti- scheSprecherinvonBündnis90/DieGrünen,imSeptember2007füreinenumfassenden KurswechselinderinternationalenAufbauhilfefürAfghanistanaus. DasPapierkritisiertdiemangelndeAbstimmungderStrategienfürdenzivilenAufbau unddiekonzeptionelleInkohärenzderexternenGeber.EntwicklungspolitischeAufbauar- beitalleinwerdediemassivensicherheitspolitischenundökonomischenProblemeAfgha- nistansnichtlösenkönnen,sodiebeidenAutorinnen.SiekönnenurdanneinenBeitrag International Assistance and Governance in  leisten,wennsicherheits-,außen-undentwicklungspolitischeZieleundAufgabenbesser Afghanistan AstudybyHamishNixon.Ed.bytheHeinrich aufeinanderabgestimmtwerden.AneinersolchenAbstimmungmangeleesnichtnurunter BöllFoundation deninternationalenAkteuren,sondernauchbeiderBundesregierung.DieKohärenzder PublicationseriesonPromotingDemocracy Afghanistan-PolitikmüssezuHausebeginnenundsichüberdieEUundinternationalfort- underConditionsofStateFragility,Volume2 setzen.Die«OperationEnduringFreedom»(OEF)seigescheitertundmüssebeendetwer- Berlin2007,40pages den.VorrangmüsstennunderzivileAufbauunddieentwicklungspolitischenLeistungen ISBN978-3-927760-66-0 haben.DieFortführungdesISAF-MandatssollteausschließlichderSicherungdeszivilen Aufbausdienen.OberstesZielderinternationalenHilfemüsseessein,dieHandlungsfä- higkeitunddieEigenverantwortungdesafghanischenStaatesundseinerInstitutionenzu stärken.DieafghanischeRegierungmüssebefähigtwerden,selbstSicherheitundRechts- staatlichkeitzugarantieren.Dazugehöreauch,denAufbauvonVerwaltung,Justizund PolizeikonzeptionellzuverschränkenundaufeinedeutlichbesserefinanzielleGrundlage zustellen. (l)DieZerrissenheitdesWiederaufbauszeigt sichimStadtbildvonKabul (r)FrischeFischeausAfghanistan
    •  InternationaleDemokratieförderung 13 VoraussetzungdafürseieinegrundlegendeReformderinternationalenEntwicklungs- zusammenarbeitinAfghanistan:DazuzähltennichtnureineMittelaufstockungfürdie zivileHilfe,sondernvorallemeinedeutlichverbesserteKoordinationderverschiedenen LeistungensowiederbeteiligtenInstitutionenundLänder.Außerdemmüssedieafghani- scheKritikandermangelndenEffektivitätderinternationalenEntwicklungszusammen- DownloaddesHintergrundpapiersunter www.boell.de/afghanistan arbeitberücksichtigtunddieBeteiligungderBevölkerunggewährleistetwerden.  Podiumsdiskussion  Berlin: Dr. Rangin Spanta berichtet aus Afghanistan Dr.RanginSpanta,afghanischerAußenministerundlangjährigesaktivesMitgliedvon Bündnis90/DieGrüneninseinerzeitweiligenHeimatstadtAachen,besuchteimJanuar 2007dieBundeshauptstadt.IneineröffentlichenPodiumsdiskussionderHeinrich-Böll- StiftungerläuterteerimGesprächmitStiftungsvorstandBarbaraUnmüßigundJürgen Trittin,AußenpolitischerKoordinatorvonBündnis90/DieGrünen,diepolitischenEnt- wicklungenundaußenpolitischenHerausforderungenAfghanistans.ErunterstrichdieBe- deutungzivilerWiederaufbauelementeinengerVerbindungmitKorruptionsbekämpfung undderForderungnachTransparenz.DieUnterstützungstaatlicherInstitutionenmüs- seauchdieafghanischeNationalarmeealsGrundpfeilereinererfolgreichenAnti-Terror- Strategiemiteinschließen.FürSpantabietetsichinAfghanistandieChance,aufBasis demokratischerPrinzipienerfolgreicheStaatenbildungzubetreiben.Dassolleundmüsse derWeltöffentlichkeitgezeigtwerden.Eskommevorallemdaraufan,kurzfristigePro- jektezufördern,umdieGlaubwürdigkeitundLegitimitätdesStaatsaufbauszuunterstüt- zen.AberesmüsseauchinlangfristigeProgrammeinvestiertwerden,umnachhaltigeAr- beitsmärkteaufzubauenundderBevölkerungPerspektivenzubieten.EinStaat,dernicht inderLagesei,dasLebenseinerBürgerzuschützenundServiceleistungenanzubieten,so Spanta,verliereseineLegitimität. AlsGastdesG8-AußenministertreffensimMai2007inPotsdamwarSpantaauchakti- Dr.RanginSpanta,afghanischerAußen- verTeilderInitiativezurVerbesserungdesDialogsundderZusammenarbeitzwischenAf- minister.SpantawareinerdererstenStipen- ghanistanundPakistan,zuderdasAuswärtigeAmtimRahmenseinesEU-Ratsvorsitzes diatenderHeinrich-Böll-Stiftungundmachte eingeladenhatte.MitseinempakistanischenAmtskollegenunterzeichneteereineVerein- seinenDoktorinPolitikwissenschaftenander barungzugrenzüberschreitenderZusammenarbeit.DerpolitischeWilleistalsoda,allein RWTHAachen. esbleibtnocheinlangerWegbiszueinergutenBeziehungbeiderNachbarstaaten. Fachkonferenz Berlin: «Pakistan: Wege aus der Dauerkrise» Pakistanstand2007imMittelpunktderinternationalenAufmerksamkeit.Aufgrundsei- nesspannungsreichenVerhältnisseszuAfghanistanundzuIndiensowieseinemRufals geschützteTerror-BasisfürAlQaidaundanderemilitanteGotteskriegergerietderautori- täreStaatimmerstärkerunterDruck.GleichzeitigbefindetsichdasLandineinertiefenin- nenpolitischenKrise.AnlässlichderbevorstehendenpakistanischenPräsidentschafts-und Parlamentswahlenfandvom22.bis23.Oktober2007aufderGaleriederHeinrich-Böll- StiftungdieFachkonferenz«Pakistan:WegeausderDauerkrise»statt,anderaucheine hochrangigeDelegationausPakistanteilnahm.ImMittelpunktderKonferenzstandendie FragennachdenUrsachenfürdieDauerkrisedesLandessowiedeninternenundexter- nenFaktoren,diezueinemAuswegausderKrisebeitragenkönnen.Überschattetwurden dieDiskussionenvondemSelbstmordanschlagaufBenazirBhuttobeiihrerAnkunftin Karachiam18.Oktober,derdieFrageauslöste,welcheRolledieetabliertenpolitischen ParteienfürdieDemokratisierungundBefriedungderGesellschaftspielenkönnten.Die EinschätzungderpakistanischenGästewarübereinstimmendsehrvorsichtig.Auchvon einermöglichenMinisterpräsidentinBenazirBhuttowurdenkeinetatsächlichenReform- schritteerwartet,bestenfallswerdemitderanstehendenWahleinSchrittinRichtung DemokratisierungderGesellschaftgegangen,dervielleichtspäterFrüchtetragenwürde. EinewirklicheTransformationderGesellschaftwerdegegenwärtigvorallemdurchdie überwältigendeMachtderMilitärsverhindert,diePolitikundWirtschaftdominieren.An- satzpunktefüreineStabilisierungundDemokratisierungderGesellschaftbestündeninder
    • 14 InternationaleDemokratieförderung UmsetzungvonRechtsstaatlichkeit,derÖffnungvonpolitischenRäumenfüralternative StrategienderInnen-undAußenpolitiksowieinderReformdesBildungswesens. AndieKonferenzschlosssicheineinwöchigesBesuchsprogramman.DievonderHein- rich-Böll-StiftungorganisierteTourführtediepakistanischeDelegationu.a.nachHeidel- ÜberdieaktuellenEntwicklungeninPakistan berginsSüdasien-InstitutderRuprecht-Karls-Universität,nachHamburginsInstitutfür informiertdasDossier:«KriseinPakistan» FriedensforschungundSicherheitspolitikundnachBrüssel,wodieDelegationmitMit- unterwww.boell.de gliedernderEuropäischenKommissionunddesParlamentszusammentraf. Internationale Projekte und Partnerorganisationen der   Heinrich-Böll-Stiftung – einige Beispiele Libanon: Kampagne für eine Reform des Wahlrechts.SeitüberzehnJahrenbeobachtet dieOrganisationLebaneseAssociationforDemocraticElections(LADE)dieParlaments- undKommunalwahlenimLibanonundlegtMissständeoffen.NachdempolitischenUm- schwungimJahr2005gehtesLADEvorallemumeineModernisierungdeslibanesi- schenWahlrechts.LADEistGründungsmitgliedderCivilCampaignforElectoralReform (CCER),einerKoalitionaus57libanesischenNichtregierungsorganisationen,diesichmit einerkonzertiertenzivilgesellschaftlichenKampagnefüreineWahlrechtsreformeinset- zen.InsbesonderedurchdieEinführungproportionalerElementesolleinebessereAb- bildungderpolitischenVielfaltgewährleistetunddieVertretungnicht-konfessioneller, programmorientierterpolitischerPositionenverbessertwerden.ImJahre2007führte LADEzahlreicheöffentlicheVeranstaltungen(«townhallmeetings»)inderlibanesischen Provinzdurch,organisierteVeranstaltungenanlibanesischenUniversitätensowieTref- fenmitVertreternderpolitischenFraktionen.LADEunterhältzudemeinNetzwerkzur Wahlüberwachung. Südafrika: Verbesserte Zusammenarbeit von Parlament und Zivilgesellschaft.Mitder neuenVerfassungSüdafrikaswurdenzahlreicheMöglichkeiteneinerpolitischenBeteili- gungderBürgerinnenundBürgergeschaffen.SofindenimsüdafrikanischenParlament regelmäßigöffentlicheAnhörungenstatt,beideneneinzelneBürgeroderzivilgesellschaft- licheGruppenzuneuenGesetzgebungsverfahrenoderPolicy-DebattenStellungbeziehen können.HiervonprofitierenimPrinzipbeideSeiten:DieParlamentarierkönnenihrWis- senüberspezielleSachthemenverbessern,unddieBürgerinnenundBürgerkönnenpoli- tischeEntscheidungsprozessebeeinflussen.InderPraxisistesfürvieleOrganisationen jedochschwierig,aneinerParlamentsanhörungteilzunehmen.Geradekleinenzivilgesell- schaftlichenGruppenmangeltesoftanInformationenüberZeitpunktundAblaufderAn- hörungensowiedenfinanziellenMitteln,umdiesestrategischundinhaltlichvorzuberei- ParlamentsanhörungzumThema tenundüberhaupterstanzureisen.DieHeinrich-Böll-StiftungversuchtindiesenFällen Nuklearenergie Unterstützungzubieten.SohatdasKapstadterBüroderStiftungz.B.zusammenmit EarthlifeAfricaimJuni2007südafrikanischeUmweltgruppenfüreineParlamentsanhö- rungzumThemaNuklearenergievorbereitet.AnderAnhörung,diezwölfStundendauer- te,warenrund50TeilnehmerundTeilnehmerinnenausderZivilgesellschaftzugegen.Die HälftedavonhattedenVorbereitungsworkshopimStiftungsbürobesucht,darunterauch ehemaligeMitarbeiteramTestreaktorinPelindaba,dieheuteunterGesundheitsschäden infolgeeinererhöhtenStrahlenbelastungleiden.IhreAussagenbeeindrucktendieAbge- Protokolledes«NuclearHearings»unter ordnetenderart,dasssieamEndederAnhörungbeschlossen,dieGemeindenimUmfeld www.pmg.org.za/report/20070620-nuclear-  derReaktoreninPelindabaundKoebergzubesuchen,umsicheinbesseresBildvonden energy-impact-south-africa-public-hearings SicherheitsrisikendersüdafrikanischenNuklearenergiezumachen. Simbabwe und Namibia: Freie Medien im südlichen Afrika.SeitmehrerenJahrensetzt sichdieHeinrich-Böll-Stiftungfüreinenfreien,unabhängigenRadiojournalismusinNa- mibiaundSimbabweein.SieunterstütztProgramme,dieaktuelleInformationenzupo- litischenFragenbietenundindenensichHörerfreiäußernkönnen.Diesistmomentan besondersrelevantfürSimbabwe,wosichdasohnehinkleineFensterfürdemokratische Dossier«WieweiterinSimbabwe?»zuden Meinungsäußerungimmerweitergeschlossenhat.DieStiftungunterstütztauchInitia- aktuellenEntwicklungennachdenWahlenim tiven,dieunabhängigeInformationenundAnalysenüberRadioundInternetverbreiten März2008unterwww.boell.deundinenglischer –unddamitsowohlurbanealsauchländlicheGegendenerreichenkönnen.DiePartnerder Spracheunterwww.boell.org.za StiftunggehörenzudenganzwenigenverlässlichensimbabwischenInformationsquellen
    •  InternationaleDemokratieförderung 15 undsinddamitfürdielaufendeninternationalenBemühungenzurLösungderKrisevon großerBedeutung. InNamibiawirddieMedienlandschaftvomstaatlichenRundfunkdominiert,unabhän- gigepolitischeStimmensindhäufigschwach.ZusammenmitihrennamibischenPartnern hatdieHeinrich-Böll-StiftungdieRadiostation«KatuturaCommunityRadio»(KCR)wie- derzumLebenerweckt.KCRsendetvonWindhuksgrößtemTownshipausundverschafft dermarginalisiertenTownship-GemeindeGehör.DieErgebnisseeinerHörerbefragung ausdemJahr2007bildenderzeitdieGrundlagefüreineProgrammreform.KCRsollhin- sichtlichseinerpolitischenBildungsarbeitnochbesserwerdenunddabeigleichzeitigauf KatuturaCommunityRadioinWindhuk,Namibia seineökonomischeSelbständigkeithinarbeitenkönnen,sodasZiel.  China: Hilfe für Strafverteidiger.ChinasWirtschaftistzumMotorderangeschlagenen Weltwirtschaft geworden, doch nicht alle Chinesen profitieren davon. Enteignungen, ZwangsumsiedlungenundExistenzbedrohendeUmweltverschmutzungsinddieBegleit- erscheinungderIndustrialisierung,dievorallemdieÄrmstentreffen.WerdieEinhaltung vonUmweltauflagenunddieZahlungvonEntschädigungeneinfordert,scheitertzumeist aufdemRechtsweg.ImmerhäufigergehendieMenschenaufdieBarrikaden.Vorallem protestierendeBauernwerdenkriminalisiertundlandenimGefängnis,dennlokaleIn- dustriemanagerundBehördensindengmiteinanderverstrickt.Bishergibtesnurwenige Rechtsanwälte,diesolcheFälleübernehmen.Nichtnur,weilmankaumetwasdamitver- dienenkann,auchwegenderzuerwartendenBehinderungenundEinschüchterungen.Es gibtdaherunterAnwältenkaumErfahrungmitderVerteidigungvonMenschen,diebeim KampffürihreRechtezuJustizopfernwerden. AufAnregungeinerReihemutigerAnwälte,die–oftkostenlos–Bauerninentlege- nenProvinzenverteidigen,entwickeltdasPekingerBüroderHeinrich-Böll-Stiftungmit demUmweltkomiteedeschinesischenAnwaltverbandes(ACLA)derzeiteinenLeitfaden fürAnwälte«inStrafsachen,dievonUmwelt-Massenkonfliktenverursachtwurden».Den BeginnmarkierteeineFallstudieausdemJahr2007:EinigevomProjektunterstützteAn- wältevertratenachtBauernausdersüdchinesischenProvinzGuangxi,diegegeneineum- welt-undgesundheitsschädigendePapierfabrikprotestierthattenundaufgrunddessenzu Gefängnisstrafenverurteiltwordenwaren.DerFallunddieErfahrungenausdiesemPro- zesswurdenwährendeinesWorkshopsinPekingvonAnwälten,Rechtswissenschaftlern undBauerndiskutiert.BisApril2008sollderLeitfadenfürAnwältefertiggestelltwerden. China. Volksrepublik China – Republik des  ErwirddurchdenAllgemeinenChinesischenAnwaltsverbandVerbreitungfindenundsoll Volkes? Rechtsanwälteermutigen,derartigeFälleanzunehmenunderfolgreichzuvertreten.Erste Ausgabe2/2007(Printausgabevergriffen!) Erfolgesindbereitszuverzeichnen:DieAnwältehabeninzweiterInstanzfürsechsderin- Berlin,34Seiten haftiertenBauerneinensofortigenFreisprucherzielt,fürdieübrigenwurdedasStrafmaß  reduziert.DerRichterdrückteinseinerUrteilsverkündungseinenRespektgegenüberden Downloadunter www.boell.de/thema BauernundseinenMissmutgegenüberdenUnternehmenaus.Inzwischenwurdenfast200 PapierfabrikendieserArtinderRegiongeschlossen. ChinasBauernbekommenUmweltschäden zunehmendzuspüren.
    • 16 Außen-undSicherheitspolitik Außen- und  Sicherheitspolitik  Die außen- und sicherheitspolitische Agenda ist in einem tiefgreifenden Wandel  begriffen. Heute stellt sich mehr denn je die Frage nach einem globalen Ordnungs- rahmen, der eine friedliche Austragung von Interessensgegensätzen gewährleistet,  Kooperation fördert und eine Eskalation der Konfliktpotenziale verhindert. Die Ent- wicklung einer solchen politischen Architektur ist umso dringender angesichts der  zunehmenden Verteilungskonflikte um knappe Ressourcen, des Aufkommens neuer  Mächte sowie der Herausforderung durch neue Formen außerstaatlicher Gewalt.   Die Heinrich-Böll-Stiftung trägt dazu bei, multilaterale Lösungsansätze für die außen-  und sicherheitspolitischen Herausforderungen und die Rolle Europas in der Welt zur  Diskussion zu stellen. (l–r)ReinhardBütikofer,Bundesvorsitzender vonBündnis90/DieGrünen;FraukeSeiden- sticker,DeutschesInstitutfürMenschenrechte; undSongXinning,UnitedNationsUniversity Brügge,aufder8.AußenpolitischenJahres- tagung. AußenpolitischeJahrestagung  Berlin: Die Chinapolitik des Westens – zwischen strategischer Konkurrenz  und Kooperation ChinahatsichindenvergangenenJahrenaufgrundseinerwachsendenwirtschaftlichen StärkeundeineraktiverwerdendenAußenpolitikzueinemimmerwichtigerenGegenüber auchfürdenWestenentwickelt.ZahlreichesicherheitspolitischeHerausforderungenkön- nenohneeineEinbindungChinasnichtmehrgelöstwerden.Gleichzeitigbergendieres- sourcen-undmachtpolitischenAmbitionenChinasauchKonfliktpotenziale. DieseAusgangslagewirfteinigegrundsätzlicheFragenauf:GibtesgegenüberChina einenlatentenKonfliktzwischen«Interessenpolitik»und«Menschenrechtspolitik»?Wie definierenbeideSeitenihrestrategischenInteressen–undistdieSchnittmengegemeinsa- merInteressengroßgenug,umKonfliktedurchKompromissezuüberbrücken?Könntedie Energie-undKlimapolitikeinFeldstrategischerKooperationzwischenderEUundChina werden? Die8.AußenpolitischeJahrestagungderHeinrich-Böll-Stiftungvom6.bis7.Septem- ber2007inBerlinstelltedieChina-PolitikdesWestensinHinblickaufdiezugrundelie- gendenWerte,InteressenundstrategischenEinschätzungenzurDiskussion.Soverwies DavidShambaughvonderGeorgeWashingtonUniversitydarauf,dassdiePolitikender USAundderEUgegenüberChinazunehmendvonGemeinsamkeitenbestimmtseien.Dem- gegenüberstellteEberhardSandschneidervonderDeutschenGesellschaftfürAuswärtige PolitikdieunterschiedlichenInteressenderEUundderUSAheraus.ReinhardBütikofer, BundesvorsitzendervonBündnis90/DieGrünen,betonte,dassdieAlternative«Chinaals GegenspieleroderPartner»ersetztwerdensolltedurchdieBeschreibung«Gegenspieler undPartner».IndiesemSinneliegeesnichtnuranderPolitikChinas,obundinwiefern ChinaPartneroderGegenspielerdesWestenssei.EsliegeauchanunseremVerhalten gegenüberChina.SongXinningvonderUnitedNationsUniversitätinBrüggebetontedie Dr.GudrunWacker,StiftungWissenschaftund Tatsache,dassChinaunddieEUunterschiedlicheVorstellungenüberdieGrundlagender Politik beiderseitigerklärten«strategischenPartnerschaft»haben.DiechinesischeDefinitionsei
    •  Außen-undSicherheitspolitik 17 zubreit,siedeckeallesab.AufdereuropäischenSeitewiederumseidieDefinitionzueng, daesdortnurumSicherheitgehe.Einigkeitherrschtedarüber,dassinEuropastrategi- scheErwägungenzurkünftigenRolleChinasimmultilateralenSystemundinnerhalbder globalenSicherheitsarchitekturnochweitgehendfehlen.ZurEntwicklungeinerrealenau- ßenpolitischenStrategiederEUundeinerstrategischenKooperationmitdenUSAwerden daherweitereausgeprägteDebattenundKonsultationenvonnötensein. Podiumsdiskussion Berlin: Russland vor den Wahlen  DieParlaments-undPräsidentschaftswahleninRusslandunddiedamitverbundenenauto- ritärenEntwicklungstendenzennachinnenwieaußenwarenGegendstandeinerPodiums- diskussionam19.Juni2007inBerlin.WladimirRyschkow,VorsitzenderderRepublika- nischenParteiRusslandsundeinzigverbliebenerliberalerAbgeordneterinderRussischen Staatsduma,berichtetevonderzunehmendenEinengungdemokratischerFreiheitenin Russland,dieeru.a.anderNichtzulassungseinerParteizudenDumawahlenimDezember festmachte.ZudembeklagteRyschkowdieUnfähigkeitderdemokratischenPolitikerin Russland,sichangesichtsderautoritärenRestaurationimLandzusammenzuschließen. MarieluiseBeck,MdBvonBündnis90/DieGrünen,undRuprechtPolenz,MdBfürdie CDU/CSUundVorsitzenderdesAuswärtigenAusschusses,teiltendieBersorgnisüberdie WladimirRyschkow,einzigverbliebenerlibera- zunehmendeEinschränkungpolitischerFreiheitsrechteundäußertensichdarüberhin- lerAbgeordneterinderRussischenStaatsduma, ausbeunruhigtüberdiekonfrontativeRhetorikrussischerPolitikerinaußen-undsicher- aufderBerlinerPodiumsdiskussion. heitspolitischenFragen.SiewarntenjedochvoreinerIsolierungRusslandsundforderten stattdessen,denKontaktmitRusslandaufallenEbenenzuintensivieren.MarieluiseBeck fordertezudemVisa-ErleichterungeninderEUfürRussinnenundRussenalswirksamste MaßnahmegegenderenzunehmendesGefühl,vonEuropazurückgesetztundausgeschlos- senzusein.PessimistischzeigtesichdasPodiumwieauchdasPublikumangesichtsder Frage,wiederzeitvonaußendirekterEinflussaufdieinnenpolitischenEntwicklungenin Russlandgenommenwerdenkönnte. Konferenz  Berlin: Roadmap to 1325 FriedenundSicherheitsindohneGeschlechterperspektivenichtzurealisieren.Fürdiesen AnsatzmachtsichdasGunda-Werner-InstitutinderHeinrich-Böll-Stiftung(GWI)stark. Human Security = Women’s Security?   ImJahr2007konzentriertesichdasInstitutaufdieUmsetzungderUN-Resolution1325 Keine nachhaltige Sicherheit ohne Geschlechter- indereuropäischenSicherheitspolitik.DieKonferenz«Roadmapto1325»vom4.bis6. perspektive  Mai2007inBerlin,einKooperationsprojektu.a.mitdemFrauensicherheitsrat,Amnes- Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung (über rbeiteterundaktualisierterNachdruck a tyInternationalundWOMNET,warderAuftaktfüreinenpolitischenStaffellaufdurch ausdemJahr2004) Europa:JeweilsindemLand,dasdieEU-Ratspräsidentschaftinnehat,sollendieInhalte Berlin2007,224Seiten derResolutionpublikgemachtundStrategienzuihrerUmsetzungmitderRatspräsident- ISBN978-3-927760-74-5 schafterörtertwerden. DieResolution1325schreibt–völkerrechtlichbindend–vor,dassFrauenbeiallen EntscheidungeninderFriedens-undSicherheitspolitikzubeteiligensindbzw.dieGen- derperspektiveeinzubeziehenist.DochgegendieResolutionwirdständigverstoßen.Auf derKonferenzentwickeltenmehrals150Fachleute,PolitikerinnenundPolitikersowie Aktivistinnenaus25LändernVorschlägefüreinebessereUmsetzungderUN-Resolution inEuropa.DieKonferenzendetemitdersymbolischenÜbergabeeinesStaffelstabsvom deutschenFrauensicherheitsratanRepräsentantinnenderZivilgesellschaftPortugalsund Sloweniens,dieinihrenLändernFolgeveranstaltungenzusagten. IndenMedienistdasThema«FrauenundSicherheitspolitik»bislangwenigpräsent.Es gibtkaumBerichte,ReportagenundAnalysen,diebewaffneteKonflikte,Kriegspolitikund militärischeAufrüstungunterdemAspektderGeschlechterverhältnissebeleuchten.Die GruppeGAMS(GenderAnalyse,Medien,Sicherheitspolitik),vomGWIsowieengagierten MehrInformationenzurRoadmap1325unter www.glow-boell.de JournalistinnenundJournalistenimHerbst2007initiiert,ersinntStrategienundKonzep- EinBuchzumThemaerscheintimJahr2008. te,wiedieBerichterstattungverändertunddieÖffentlichkeitfürdasThemasensibilisiert werdenkann. 
    • 18 Außen-undSicherheitspolitik Projekt  Israel: Itach beobachtet die Umsetzung des israelischen Gesetzes zur  Resolution 1325 UmdieResolution1325inIsraelumzusetzen,kooperiertdieHeinrich-Böll-Stiftungmit derOrganisation«ItachMaki–Women’sLawyersforSocialJustice»(Rechtsanwältin- nenfürsozialeGerechtigkeit).LauteinervergleichendenStudie,dievonItachalsTeildes Projektesinitiiertwurde,gibtesbislangnebenIsraelkeinanderesLandderWelt,dasdie Resolution1325inseineGesetzgebungaufgenommenhat.Itachbeobachtet,inwieweit FrauenunterschiedlicherHerkunftundpolitischerOrientierungtatsächlich–wieesdas Gesetzverlangt–indieKomiteesaufgenommenwerden,diezurUmsetzungdesFriedens- prozessesoderderInnen-,Außen-oderSicherheitspolitikeingesetztwerden.BeiFällen vonBeanstandungwendetsichItachandierelevantenMinisterienundsetztsichfürent- sprechendeVeränderungenein. Projekt  Palästina/Israel: Combatants for Peace – Kämpfer für den Frieden Die«CombatantsforPeace»sindehemaligeKämpfer:Israelis,diezumeistjahrelangin Eliteeinheiten der israelischen Armee in den besetzten palästinensischen Gebieten ge- dienthaben,umdieIntifadaniederzuschlagen,undPalästinenser,dienachbewaffneten AnschlägengegendieBesatzungsmachtfürJahreinisraelischenGefängnissengesessen haben.HeuteeintsiedieÜberzeugung,dassesfürdenisraelisch-palästinensischenKon- fliktkeinemilitärischeLösunggibt.NachoftfurchtbarenpersönlichenErlebnissenim TeufelskreisvonGewaltundGegengewaltsetzensichdie«Ex-Kombattanten»gemein- samfüreinegewaltloseRegelungdesKonfliktsein.Seit2005treffensiesichinkleinen Gruppen,umüberihreErfahrungenzusprechen,sichauszutauschenunddiejeweilsan- dereSeitekennenzulernen–einschwierigesundoftschmerzhaftesUnterfangen,dasan dieSubstanzgehtundderHilfevonÜbersetzernundPsychologenbedarf.Angesichtsder TrennungspolitikIsraelsunddervielfältigenReisebeschränkungenistesbesondersfür diePalästinenserschwer,dieTagungsortezuerreichen.MitfinanziellerUnterstützung derHeinrich-Böll-StiftungkonnteimJahr2007einMinimumanorganisatorischerIn- frastrukturaufgebautundvorallemdieÖffentlichkeitsarbeitder«Combatants»verstärkt werden.Jeweilseinpalästinensischerundeinisraelischer«Kämpfer»besuchenSchulen, UniversitätenundGemeindezentren,umüberihreDialogarbeitzuberichtenundvorallem www.combatantsforpeace.org jungeLeutefüreinegewaltloseKonfliktregelungzugewinnen.  Webdossier  Internet: Annapolis-Dossier NachdemdieUSAübermehrereJahrewenigEngagementhinsichtlicheinerLösungdes israelisch-palästinensischenKonfliktsgezeigthatten,schien2007einfrischerWindinden diplomatischenBemühungenzuwehen.DievonPräsidentBushangekündigteAnnapolis- KonferenzsollteeinweitererVersuchsein,einenWegfüreinegerechteZwei-StaatenLö- sungzwischenIsraelundeinemzukünftigenpalästinensischenStaatzufinden.ImVorfeld herrschtewenigHoffnungaufeinenDurchbruch.Am27.November2007fanddasinter- nationaleTreffenindenUSAunterBeteiligungallereingeladeneninternationalenGäste, einschließlichdersyrischenVertreter,statt.AußereinerallgemeinenErklärungdesguten WillensaufisraelischerundaufpalästinensischerSeiteunddervagenFestlegung,dass einAbkommenübereinenpalästinensischenStaatanderSeiteIsraelsnochinderverblei- bendenAmtszeitvonGeorgeW.Bushgeschlossenwerdensollte,wurdenkeinekonkreten Ergebnisseerzielt.AlsErfolgwurdegewertet,dassmanwiedermiteinandersprichtund verhandeltunddassauchdieinternationaleGemeinschaftbereitist,sichverstärktfürden Friedensprozesszuengagieren. DasMedieninteresseandemTreffenwargroß,dieInformationenberuhtenallerdings vorwiegendaufoffiziellenStellungnahmenausregionalenundinternationalenQuellen. IsraelischeSoldateninHebron UmeinedifferenziertereInformationzuvermittelnunddieinhaltlich-politischeDebatte
    •  Außen-undSicherheitspolitik 19 darzustellen,batdieHeinrich-Böll-StiftungFachleuteausderRegionsowiedenUSAund Dossier:«NahostkonferenzAnnapolis. DeutschlandumihreEinschätzungderEntwicklung.DieBeiträgedesAnnapolis-Dossiers EinbisschenFrieden?»unterwww.boell.de fandeneinbreitesInteresseundtrugenzueinerdifferenziertenBetrachtungderHinter- gründeundderaktuellenEntwicklungbei. Konferenzmodell Osnabrück und Duisburg: UN-Simulation an Universitäten  ImJuniundJuli2007fandenmitUnterstützungderHeinrich-Böll-Stiftungzweisimulier- teUN-KonferenzenandenUniversitätenDuisburg/EssenundOsnabrückstatt,mitjeweils etwa70Studierendenausüber10Nationen,darunterauchausPalästinaundIsrael.Im MittelpunktdesProjektsstanddieSimulationverschiedenerOrganederVereintenNatio- nen.DabeiübernehmendieStudierendendieRolleeines«Botschafters»odereiner«Bot- schafterin»undmüssensichmitdenaußenpolitischenInteressendesvonihnenvertreten- denLandesunddenjeweiligenThemenderTagungvertrautmachen.Aufgabeistes,diese InteressendurcheinegeschickteinformelleundformelleVerhandlungsführungunddurch dieBildungvonKoalitionensoweitwiemöglichdurchzusetzen.DieStudierendenkonnten tiefeKenntnisseinKonfliktregelungsmechanismenundMenschenrechtsschutzerwerben DelegiertedersimuliertenUN-Konferenzen undlernen,indenSimulationenproblembewusst,engagiertundprofessionellzuagieren. andenUniversitätenDuisburg/Essenund Osnabrück. DarüberhinaushabensichauchKontakteentwickelt,dieweitüberdieKonferenzenhin- ausreichenunddieGrundlagefürnachhaltigevölkerverbindendeBeziehungenbilden. Konferenz  Washington: Iraq’s Displacement Crisis and the International Response Europakannsichnichtheraushalten,wennesumdieFolgendesIrakkriegsgeht–das wurdeaufeinerKonferenzimDezember2007überdieFlüchtlingskriseimIrakschnell deutlich.DieinKooperationmitdemCenterforAmericanProgressinWashingtonorga- nisierteKonferenzwareinedererstenKonferenzenüberhaupt,diesichinderamerikani- schenHauptstadtmitderSituationderirakischenKriegsflüchtlingeauseinandersetzte. VertreterundVertreterinnenvonUN-undFlüchtlingsorganisationenfordertendieEU unddieUSAauf,mehrhumanitäreHilfeindieRegionzusendenundDruckaufdieAn- rainerstaatenIraksauszuüben,denStatusderFlüchtlingezuverbessernunddadurchden (l–r)ReinholdBrender,EUDelegation,Bill ZugangzuöffentlichenDienstleistungenzuerleichtern.  Frelick,HumanRightsWatch,SaidHakki,ira- kischerRoterHalbmond,aufderWashingtoner KonferenzüberdieFlüchtlingskriseimIrak. Fortbildung Berlin: Virtuelle Traumabehandlung DieirakischeBevölkerunghatdurchdenKriegsovielphysischeundpsychischeGewalt erfahren,dasseinGroßteilderKinderundErwachsenenschwereposttraumatischeStö- rungen(PTBS)aufweist.DochpsychischeKrankheitenunddieInanspruchnahmevonHil- fesindimarabischenRaumstarkstigmatisiert.Umdennochhelfenzukönnen,hatdas BerlinerZentrumfürdieBehandlungvonFolteropfernundseinPendantinKirkukeine besondereMethodeentwickelt:eineBehandlungübersInternet.SieermöglichtesGe- waltopfern,ineinemsicherenRaumüberihreErfahrungenzusprechen,umsoüberdie erlebte«Schande»hinwegzukommenunderneutamgesellschaftlichenLebenteilzuneh- men.MitUnterstützungderHeinrich-Böll-StiftungkamenimNovember2007Psycholo- ginnenundPsychologenausdemIrak,Syrien,ÄgyptenundPalästinanachBerlin,umsich indervirtuellenTraumabehandlungschulenzulassen.DieTeilnehmendenbekamenu.a. klinischesWissenüberdieDiagnoseunddasklinischeErscheinungsbildvonPTBSsowie komplizierterTrauervermittelt.EinSchwerpunktlagaufderBehandlungvonPatienten, diegefoltertwurden,undaufOpfernterroristischerAkte.Nebenunterschiedlichenthera- peutischenBehandlungsansätzengingesumFragendertherapeutischenBeziehung,der SicherheitundWirksamkeitvonschreibgestützterTherapie.Darüberhinauserhieltendie SchulunginvirtuellerTraumabehandlungfür TeilnehmendeneineEinführungindenUmgangmitgeschlechterspezifischerGewaltund PsychologenundPsychologinnenausdemIrak, Syrien,ÄgyptenundPalästina. indieinternationalenMenschenrechtskonventionen.WeitereTrainingsmaßnahmensind für2008geplant.
    • 20 Außen-undSicherheitspolitik Internet Dossier:«Afganistan.ZivilerAufbau,militä- rischeFriedenssicherungundinnenpolitische Dossier zu zivilem Aufbau und militärischer Friedenssicherung   Entwicklung»unterwww.boell.de in Afghanistan  MiteinerumfangreichenTextsammlungzur politischenundgesellschaftlichenEntwicklung DieHeinrich-Böll-StiftungistseitAnfang2002inAfghanistanaktiv.Siefördertdiezivile Afghanistans,zuregionalenPerspektivensowie unddemokratischeEntwicklungdesLandesundunterstütztdenAufbauvonNichtregie- zumBeitragDeutschlandsundderinternationa- rungsorganisationen.AfghanistanistaucheinPrüfsteindafür,obderProzessdes«state lenGemeinschaftzurFriedenssicherungvorOrt. building»unddesfriedlichenWiederaufbausineinemdurchKriegundBürgerkriegzer- rüttetenLandgelingt.Dasistumsowichtiger,weilAfghanistaneineSchlüsselrollefürdie gesamteRegioninnehat:FälltdasLandwiederzurückinKriegundGewaltherrschaft, wirddasdieDestabilisierungunddasVordringenradikalerKräfteauchindenNachbar- ländern befördern. Vor diesem Hintergrund produzierte die Heinrich-Böll-Stiftung im Sommer2007einumfangreichesInternetdossierzurEntwicklunginAfghanistan.Das Dossierdientedazu,angesichtsderkontroversenpolitischenDebattezumAfghanistan- EinsatzderBundeswehrderÖffentlichkeiteinbreitesInformationsangebotzurVerfügung zustellenundzurqualifiziertenMeinungsbildungbeizutragen. Konferenz Neu Delhi: Indo-US Nuclear Deal  Indienhatfürdas21.JahrhundertambitioniertenukleareZiele.MitderUnterzeichnung einesKooperationsvetrages(bekanntals«Indo-USNuclearDeal»)imJahr2006leiteten IndienunddieUSAeineneuenukleareÄraeinundliefertenvielStofffürinternationa- leDiskussionenzumThemaNichtverbreitung.NachderAushandlungdes«1-2-3Agree- ment»imJuli2007,dasdiegenauenBedingungenundtechnischenKonditionenfürden HandelmitNuklearbrennstoffenfestlegt,waresanderZeit,bisdahinvernachlässigteAs- pektedesDealsoffenzulegenunddieunmittelbarenAuswirkungenaufdieRegionunddas internationale Nuklearregime zu diskutieren. Die Heinrich-Böll-Stiftung veranstaltete hierzudieKonferenz«Indo-USNuclearDeal»inNeuDelhi,dievom31.Augustbis1.Sep- tember2007inZusammenarbeitmitderCoalitionforNuclearDisarmementandPeace (CNDP)unddemPopularEducationandActionCentre(PEACE)stattfand.Fachleuteaus denUSA,derEU,Pakistan,NepalundunterschiedlichenRegionenIndiensdiskutierten mitmehrals600TeilnehmerinnenundTeilnehmerndiestrategischeundgeopolitische DimensiondesAbkommens,seineAuswirkungenaufdiesüdasiatischeundinternationale AbrüstungsowiedieRisikenderAtomenergie.DerÖkonomJeanDrèzeunterstrichmit VerweisaufdieProblematikderAbschreckungspolitik,dasseskeinenverantwortungsvol- lenUmgangmitderNuklearenergie,insbesonderemitAtomwaffen,gibt.EinPlenumwies vorallemaufdielangfristigeglobaleSchlüsselpositionierungderUSAimNuklearhandel undderRüstungsindustriedurchdenVertraghin.Einandereskonzentriertesichaufdie GefahrdesverstärktenatomarenWettrüstensinSüdasienundAsienallgemein.Mitdem AbkommendistanzieresichIndien–undauchdieUSA–nichtnurvomNichtverbreitungs- pakt,sondernriskiereaucheineVerstärkungderAbschreckungspolitik,soderTenor.Ein weiteresPlenumdiskutiertediehöhereEnergie-undKosteneffizienzvonerneuerbaren EnergiequellenimVergleichzurAtomenergieundanalysiertediefinanziellenundöko- logischenRisikenderAtomkraft.DieKonferenzschlossmitderÜbereinkunft,dassder «Indo-USNuclearDeal»nichtinIndiensInteresseundeineAbkehrvondenPrämissen «nukleareAbrüstung»,«StrebennachfriedlicherKoexistenz»sowieeiner«nachhaltigen Energiepolitk»sei. Bericht iran-report Mitdem«iran-report»vonBahmanNirumandstelltdieHeinrich-Böll-Stiftungderinte- ressiertenÖffentlichkeiteineZusammenfassungrelevanterEreignisseinIranzurVerfü- Der«iran-report»erscheintmonatlichundwird gung.NachdervonderHeinrich-Böll-StiftungimApril2000veranstaltetenBerlin-Kon- alspdfverschickt.EinAbonnementistkosten- ferenzundverstärktinfolgederAnschlägeam11.SeptemberstellendieEntwicklungenin frei.E-Mailan vera.lorenz@boell.de IranundderRegioneinenzentralenArbeitsschwerpunktderStiftungdar.
    •  Gunda-Werner-Institut 21 Gunda-Werner-Institut «Geschlechterdemokratie», also die gesellschaftliche Emanzipation und gleich- be  echtigte Teilhabe von Frauen und Männern in Politik und Gesellschaft, ist ein  r zentrales Anliegen der Heinrich-Böll-Stiftung. Geschlechterdemokratie gehört seit  Jahren zu ihrem Leitbild; daher werden schon bei der Planung von Projekten und  Programmen Geschlechterperspektiven berücksichtigt. Über ihre Auslandsbüros  unterstützt die Stiftung weltweit frauen- und geschlechterpolitische Netzwerke und  Organisationen. Zudem berät sie Organisationen und Institutionen bei der Um  et  ung  s z von Gender Mainstreaming und Geschlechterdemokratie. Geschlechterdemokratie ist  mit einer feministischen Betrachtungsweise eng verbunden.  (l–r)AndreaFerber,FrauenrätinderHeinrich- Böll-Stiftung,KlausSchwerma,Dissense.V., ChristinaThürmer-Rohr,Frauenforscherin Eröffnung des Gunda-Werner-Instituts «Nurwersichändert,bleibtsichtreu»–GetreudiesemMottovonWolfBiermannha- www.glow-boell.de bensichdasFeministischeInstitut(FI)unddieStabsstelleGemeinschaftsaufgabeGe- www.gendertraining.de schlechterdemokratie(GAGD),diebeidenbisherigenArbeitseinheitenfürFeminismusund diebeidenbisherigenfeministischenund GeschlechterdemokratiederHeinrich-Böll-Stiftung,imJahr2007zueinemgemeinsa- geschlechterdemokratischenWebsiteswerden menInstitutverbunden:demGunda-Werner-InstitutfürFeminismusundGeschlechter- 2008gebündeltzueinemgemeinsamenWissen- sportal:www.gwi-boell.de demokratie(GWI).MitdiesemSchrittwerdenFeminismus,Frauen-undMännerpolitik organisatorischuntereinDachgebracht–derAnfangeinerneuengeschlechterpolitischen EtappeinderStiftung!GundaWerner,dieNamensgeberindesInstituts,hättesichsicher darübergefreut,standsiedochfürdieimmerwiederherausforderndeSuchenachneuen GundaWerner(1951–2000),dieNamens- institutionellenundorganisatorischenFormen. geberindesneuenInstituts,waralsVordenkerin Am15.Juniwaresendlichsoweit–dasGunda-Werner-Institutwurdefeierlicheröff- wesentlichanderEntwicklungdesKonzeptes net.DasFestwareineMischungausSelbstpräsentation,politischerDebatte,Musikund «Geschlechterdemokratie»beteiligtundtrug Kultur.DieDebattenundReaktionenaufdieZusammenlegungvonFIundGAGDwaren maßgeblichdazubei,einegeschlechterdemo- vielfältig:positiv-gespannteErwartungundZustimmungbishinzuSkepsisundkritischer kratischePraxisinnerhalbundaußerhalbder Heinrich-Böll-Stiftungzuetablieren. Auseinandersetzung über die GWI-«Geschichtsschreibung» von Frauenbewegung und Geschlechterdemokratie. Arbeitsschwerpunkte      ImJahr2007setztedasGWIdiegender-orientierteFriedens-undSicherheitspolitikdes FeministischenInstitutsfortundkonzentriertesichdabeiaufdieUmsetzungderUN- Resolution 1325 in der europäischen Sicherheitspolitik (mehr dazu unter Außen- und Sicherheitspolitik). EinweiteresThemawardieFragedereigenständigenExistenzsicherung,dennsieist derSchlüsselfürgleichberechtigte,selbstbestimmteGeschlechterarrangementsundda- mitfüreinegeschlechterdemokratischverfassteGesellschaft.Esgehtdementsprechend umdieFrage,welcheinstitutionellenVorgabenundMaßnahmeneineeigenständigeExis- tenzsicherungerschwerenodersogarverhindernundwelchesiefördernundvoranbringen HenningvonBargen,GittiHentschelundUlrike können.ImerstenSchrittkonzentriertesichdasGunda-WernaInstitutaufdieaktuel- AllroggenbeiderEröffnungdesGunda-Werner- Instituts. leDebatteumdasbedingungsloseGrundeinkommenbzw.diebedarfsorientierteGrund-
    • 22 Gunda-Werner-Institut Gender-Toolbox –   sicherung.EsgabeinFachgesprächmitinternationalerBesetzungundaucheinWebdos- Bausteine für Gender Mainstreaming sierzumThema.Zufindenunter:www.glow-boell.de DasMethoden-HandbuchistimInternetunter FortführungfanddasEnde2006begonneneundvonderEuropäischenUniongeförder- www.fit-for-gender.org teVier-Länder-Projekt«FitfürGenderMainstreaming–GeschlechtersensibelGrenzen abrufbarundauchalsCDerhältlich. zwischenOstundWestüberschreiten».KernstückwareineQualifizierungsmaßnahmefür MultiplikatorinnenundMultiplikatoren,inderInstrumenteundMethodendesGender Mainstreamingbzw.desGender-TrainingsundderGender-Beratungvermitteltwurden. Im«Ost-West-Dialog»entwickeltendieTeilnehmendenProjekte–z.B.Sensibilisierungs- kursefürSchülerinnenundSchüleroderMitarbeitendevonVerwaltungen–undführten dieseauchnachMöglichkeitdurch.SokonntederPraxisbezuggewährleistetwerden.Die imRahmenderQualifizierungentwickeltenMethodenwurdenindemHandbuch«Gen- der-Toolbox–BausteinefürGenderMainstreaming»zusammengefasst.ImMittelpunkt ergänzenderöffentlicherVeranstaltungeninPrag,Warschau,WienundBerlinstanden grenzüberschreitendeLernprozesseundderAustauschzugeschlechterpolitischenFragen: KannFamilienpolitikeineffizientesInstrumentderGleichstellungspolitiksein,oderist sienureineReaktionaufdendemographischenWandel?WiesiehtdieZukunftvonFrau- enaufdemArbeitsmarktaus?UndkannihrePositionz.B.durchdenEinsatzvonFlexi- curity-Konzeptenverbessertwerden?KanneinegeschlechtersensibleIntegrationspolitik negativeAuswirkungenvonMigrationaufGeschlechterverhältnisseeindämmenoderver- hindern?WelchenEinflusshabenReligionenundreligiöseInstitutionenaufGeschlechter- konstruktionenundRollenbilder,undinwelcheRichtungbeeinflussensieGeschlechterpo- litiken?VorträgeundThesenpapieredazufindensichunter:www.fit-for-gender.org. GemäßseinerProgrammatik«GeschlechterdemokratieundFeminismusweiterdenken» beganndasGWIinKooperationmitderRuhr-UniversitätBochumundderLandesstiftung NRWmitderVorbereitungeinerKonferenzzu«40JahreneueFrauenbewegungen»,die imJuni2008stattfindenwird.SiewirdsichsowohlmitdenEntwicklungenundinneren VeränderungenderNeuenFrauenbewegungenbeschäftigenalsauchmitdengeschlechter- politischenPositionierungendersogenannten«neuen»Männer. Green Ladies Lunch InsmittlerweilesiebenteJahrgingdas«GreenLadiesLunch»,dieanerkannteVeran- staltungsreihe des vormals Feministischen Instituts mit Claudia Roth als Schirmfrau. DieReihewendetsichzwecksVernetzungundAgenda-SettinggezieltanFrauenausdem grünenPolitikfeldundandasfeministischeMilieu.MittlerweileziehtdasLadiesLunch auchimmermehrjungeBesucherinnenan.DieThemenimJahr2007orientiertensichmit VeranstaltungenzudenFragen«FeministischeSteuerpolitik:UngleicheSteuern–glei- chesRecht?»oder«Grundeinkommen,Grundsicherung–WegezurEmanzipation?»am ClaudiaRoth,SchirmfrauderReihe«Green SchwerpunktdesGWI.AuchelfLandesstiftungenführtendiesesFormatinleichtabge- LadiesLunch» wandelterFormals«LadiesLunchonTour»fort. Männerpolitik(en)  Forum Männer in Theorie und Praxis der Geschlechterverhältnisse Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftungunddem ForumMänner SchriftendesGunda-Werner-InstitutsBand1 InKooperationmitdemNetzwerk«ForumMännerinTheorieundPraxisderGeschlech- Berlin2007,64Seiten terverhältnisse»werdenaufjährlichzweiFachtagungengeschlechterpolitischrelevante ISBN978-3-927760-67-7 ThemenausmännerpolitischerPerspektivediskutiertundbearbeitet.DieTagungimDe-  zember«Männerladenein:Geschlechterdialoge»wareinbesondererErfolg.Dieca.80 Männer und Alter(n) – Perspektiven in   Geschlechterverhältnissen Teilnehmenden,annäherndgleichvielFrauenwieMänner,diskutiertendenNutzenund Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftungunddem MehrwertvonGeschlechtergrenzenüberschreitenderZusammenarbeitunddieIntegrati- ForumMänner onvonGender-PerspektiveninunterschiedlichenArbeitsfeldern.EineumfangreicheDo- SchriftendesGunda-Werner-InstitutsBand3 kumentationderTagung(PublikationundFilm)erscheint2008.Sieenthältnebenden Berlin2007,48Seiten VorträgeneineAufzeichnungderPodienundWorkshopsundwirddurchInterviewsmit ISBN978-3-927760-75-2 Teilnehmendenergänzt.
    •  GlobaleGeschlechterpolitik 23 Globale  Geschlechterpolitik  Geschlechterpolitik sowie feministische Analysen und Strategien haben in der Arbeit  der Heinrich-Böll-Stiftung einen festen Platz und einen besonderen Stellenwert. Ge- schlechterpolitik ist eines ihrer wichtigsten politischen Markenzeichen. In der Orga- nisationsentwicklung ist die Stiftung deshalb Vorreiterin und Vorbild für viele andere  Organisationen geworden.  Organisationsentwicklung  Geschlechterpolitik macht einen Unterschied EsgehörtzurpolitischenKulturderStiftung,immerwiederauszuloten,obihregeschlech- terpolitische Orientierung – angesichts neuer gesellschaftlicher, politischer und wirt- schaftlicherHerausforderungen–aufdemrichtigenWegist.BeeinflusstdieStiftungden geschlechterpolitischenDiskurs?InwelcherWeise?SindwiralspolitischeStiftunginder Lage,geschlechterpolitischeImpulsefürmehrGeschlechtergerechtigkeitzugeben–welt- weit?Undschließlich:WierealisierenwirunserLeitbild«Geschlechterdemokratieals Gemeinschaftsaufgabe»indereigenenOrganisation? ZudiesenFragenhatdieHeinrich-Böll-StiftungimJahr2007vieldiskutiertundeini- gewichtigeVeränderungenvorgenommen:Dazugehörtu.a.dieVereinigungderbeiden bislanggetrenntarbeitendenEinheiten«StabsstelleGemeinschaftsaufgabeGeschlechter- demokratie»und«FeministischesInstitut»zum«Gunda-Werner-InstitutfürFeminismus undGeschlechterdemokratie»(GWI).EssolldasSpannungsverhältniszwischenFeminis- musundGeschlechterdemokratieaufneueWeiseproduktivbearbeitenundsopolitisch nochwirkungsvollerwerden.GleichzeitighatdieStiftungihreGleichstellungs-,Gleich- berechtigungs-undEmpowerment-PolitikinderAuslandsarbeiteinerumfassendenBe- standsaufnahmeunterzogenundneuethematischeWeichenfürdieZukunftgestellt.Und siehateinGrundsatzpapier«ZurZukunftvonfeministischerundgeschlechterdemokrati- scherPolitikinderHeinrich-Böll-Stiftung»verabschiedet.Essetztsichmitdengeschlech- terpolitischenHerausforderungenderZukunftfürdieIn-undAuslandsarbeitderStiftung auseinanderunderneuertdaseigeneSelbstverständnisbzw.dasLeitbildGeschlechterde- mokratie.ZudemwerdendarindieprogrammatischeAusrichtung,dieZieleundAufgaben indiesemBereichformuliertundBegriffeundInstrumentegeschlechterdemokratischer PolitikimStiftungskontextgeklärt.Nachzuesenunter:www.gwi-boell.de l SummerSchool  Washington: Für Geschlechtergerechtigkeit in der globalen Wirtschafts-  und Finanzpolitik  Wie kann die gegenwärtig weitgehend geschlechterblinde volkswirtschaftliche Theorie undPraxissoverändertwerden,dassnichtökonomischerProfitalsWertansich,sondern sozialeGerechtigkeit,AchtungvonMenschen-undinsbesondereFrauenrechtenunddamit letztlichGeschlechtergerechtigkeitdieZielewirtschaftlichenHandelnswerden?Daswar einedergrundlegendenFragen,mitdenensichdieTeilnehmerinnenundTeilnehmeraus37 Ländernwährendder5.InternationalenSummerSchool2007desWashingtonerBüros derHeinrich-Böll-StiftungindenUSAauseinandersetzten.SiebenTagelangvertieften dieTeilnehmendenihremakroökonomischenGrundkenntnisseundschärftenihreKritikan derOrthodoxieliberalerWirtschaftspolitik,dieWachstumalsalleinigesZielundHandel undHandelsöffnungfürEntwicklungsländeralswichtigstenWachstumsmotorpostuliert. 5.SummerSchoolinWashington:65Teil- VondenFinanzinstitutionenselbstalsgeschlechterneutralbewertet,zeigendiesePoli- nehmerinnenundTeilnehmeraus37Ländern tiken eindeutig geschlechterdifferenzierte Auswirkungen, die Frauen überproportional hinterfragtendieinternationaleWirtschafts- undFinanzpolitik. benachteiligen.DiesanalysiertendieSummer-Schülerinnenund-SchüleranBeispielen
    • 24 GlobaleGeschlechterpolitik wiedem«inflationbias»derglobalenWährungshüterdesIWF:FallenstaatlicheSozial-, Gesundheits-undErziehungsangebotefürdieärmerenBevölkerungsschichtenweg,über- nehmenFrauen–unbezahlt–dieseFürsorgepflichten,diesichinkeinernationalenWirt- schaftsstatistikeinesLandeswiederfinden.DiefeministischeKritikdergängigenHan- dels-,Steuer-oderFinanzpolitikaufstaatlicherwieinternationalerEbeneschärfteden TeilnehmendenaberauchdenBlickfürmachbareLösungsansätze–vonGenderbudgets biszueinemgeschlechtergerechtenSteuersystem. NebenderEröffnungneuerKontakteundkünftigerKooperationsmöglichkeitengabdie EinWebdossiermitLehrmodulenundBeispiel- SummerSchooldenTeilnehmendenGelegenheit,ihrneuerworbenesWissenundihreFä- lehrplänenzudenInhaltenderWashingtoner higkeitalsAdvokatenundAdvokatinnenfürgeschlechtergerechteWirtschafts-undFi- SummerSchoolwirdabApril2008unter nanzpolitikinDiskussionenmitVertreterinnenundVertreternderWeltbank,desIWFund www.boell.orgzufindensein. derUS-RegierungbeiBesuchenindenentsprechendenInstitutionenzutesten. Genderbudgeting und Gendermainstreaming – zwei Pilotprojekte Palästina: Genderbudgeting auf kommunaler Ebene.DerAnstoßerfolgteaufeinerKonfe- renzderHeinrich-Böll-StiftunginAmman(Jordanien):BeimAustauschüberihreErfah- rungenimKampfumeinegendersensitiveGestaltungöffentlicherHaushaltewarensich dieTeilnehmendenausvielenarabischenLändernschnelleinig,dasseszwarBemühungen aufnationalerEbenegebe,dieseindenKommunenzumeistaberfehlte. DiesgiltauchfürPalästina.SoentwickeltedasStiftungsbüroinRamallahinKoope- rationmitMIFTAH,einerpalästinensischenNichtregierungsorganisationfürDialogund Demokratie,einKonzeptfüreinsechsmonatigesPilotprojektaufkommunalerEbene,das mitUnterstützungderGesellschaftfürtechnischeZusammenarbeit(GTZ)inderGemein- deBirZeitnaheRamallahumgesetztwird.AufGrundlageeines«GenderAudits»,beidem esvorallemumdiegeschlechterrelevantenAuswirkungenlokalerDienstleistungenging, vermitteltenWorkshopsundTrainingsdenteilnehmendenGemeinderatsmitgliedernund kommunalenVerwaltungsangestelltenKenntnisseüberGenderMainstreamingundGen- derBudgeting.IndiesenProzesswurdenauchörtlicheFrauengruppeneinbezogen,um eineKooperationzwischenzivilgesellschaftlichenOrganisationenundGemeindegremien undsomitdienotwendigeTransparenzreformerischerProzessezugewährleisten. Aus den gewonnenen Erfahrungen entstand der Entwurf eines Handbuches, das als AnstoßundAnleitungfürgendersensitiveReformenindenHaushaltsverfahrenanderer Kommunalverwaltungendienenkann.DerzeitüberprüfteineGruppevonExpertinnenden Entwurf,verbessertunderweitertihnunterdidaktischenGesichtspunkten.NachDruckle- gungsolldasBuchaufeinerlandesweitenKonferenzdenKommunenvorgestelltwerden. AußerdembildendieExpertinneneinenPool:SiestehenfürFortbildungsmaßnahmenin anderenGemeinden,StädtenundBezirkenzurVerfügung,damitinmöglichstvielenKom- munengeschlechterdemokratischeEntscheidungsverfahrenundgendersensitiveBudget- gestaltungmöglichwerden. Mexiko-Stadt: Gendermainstreaming in der Menschenrechtskommission.Seiteinpaar JahrenunterstütztdasBüroderHeinrich-Böll-StiftunginMexikodieFrauenorganisati- on«EquidaddeGénero»,diemitderUmsetzungvonGendermainstreaminginderMen- schenrechtskommissioninMexiko-Stadtbetrautist.DasProjekthatnichtnurSymbol- charakter.DieErkenntnis,dassMenschenrechtsverletzungenanFrauenanderesindals dieanMännern,kannderPolitikhelfen,differenziertaufdieunterschiedlichenSchutz- bedürfnisseihrerBürgerinnenundBürgereinzugehen.DasProjektistsoerfolgreich,dass GendermainstreamingheutefesterBestandteilderinstitutionellenStrukturundderAr- beitsroutinederKommissiongewordenist.DieserErfolgliegtsowohlanderOffenheitund BereitschaftderKommissionsmitglieder,festgefahreneStrukturenaufzulösen,alsauch anderjahrelangenkonsistentenArbeitvonEquidaddeGénero.AuchnachEinführungder GeschlechterperspektivewirddieKommissionnichtalleingelassen.DieweitereBetreu- ungdurchEquidaddeGénerosichertdieFortschritte. DasModellstrahltaus:NachdemEqiudaddeGénerodasRathausvonSanSalvador geschlechtergerechtumstrukturierthat,kamjetzteineAnfragevomOberstenGerichtshof desLandes–auchdortsollimRahmenderJustizreformGenderMainstreamingeinge- führtwerden.
    •  GlobaleGeschlechterpolitik 25 Forschungsprojekt  China: Frauen und Zugang zu Arbeit und sozialer Sicherung  ChinasWirtschaftsreformenhabengrundlegendeAuswirkungenaufdieStrukturderchi- nesischenGesellschaft,insbesondereaufdieRollederFrauen.DieTransformationder Plan-zurMarktwirtschafterhöhtdenEffizienz-undKonkurrenzdruckunderfordertvon denArbeitnehmendenmehrMobilität.SozialeSicherungssysteme,diedenFamilieneinen grundlegendenLebensstandardgewährleistenkönnten,existierennicht.Unterdemdop- peltenDruckvonFlexibilität(fürdieArbeit)undVersorgung(derFamilie)diversifizieren sichdieAufgabenderFrau,undvieleneueProblemekommenhinzu. WissenschaftlicheUntersuchungenüberdieAuswirkungenderReformpolitikaufdas LebenderFrauengibteskaum.DaherfehlenauchkonstruktiveVorschläge,wieFrauen einbessererZugangzuArbeitundsozialerSicherunggewährleistetwerdenkann.Umdie- senblindenFleckderWissenschaftzuverkleinernermöglichtedieHeinrich-Böll-Stiftung Anfang 2007 zwei chinesischen Wirtschaftswissenschaftlerinnen eine Forschungsreise nachIndien.DortbesuchtensieWorkshopszumThema«InformelleArbeit»inIndienund China.DarausentstandeinNetzwerkvonWirtschafts-,Sozialwissenschaftlerinnenund Genderspezialistinnen,diegemeinsammitdemStiftungsbüroinPekingeinForschungs- projektentwickelten,dasErkenntnissefüreinegendersensibleArbeitsmarkt-undSozial- politikliefernsoll.ZweiForschungsteamsmitMitarbeitendenausstaatlichenBehörden undakademischenEinrichtungenausganzChinakonzentrierensichzumeinenaufdie AuswirkungendesRückzugsdesStaatesausdersozialenFürsorgeundaufdenZugang zuAusbildungundBeschäftigungunterFrauenundMädchenundzumanderenaufdie WiewirktsichdiechinesischeReformpolitik AuswirkungenderSchließungstaatseigenerBetriebeaufdieBeschäftigungsformen,den aufdasLebenderFraueninChinaaus?Die ZugangzumArbeitsmarktunddiesozialeAbsicherungderFrauen.DieErgebnisseder Heinrich-Böll-Stiftungunterstütztwissenschaft- licheUntersuchungenzudieserFrage. Forschungsteamswerden2008aufmehrerenKonferenzenvorgestellt.EinePublikation sollfolgen. Gender-Foren  Nairobi und Addis Abeba: Gleichstellung von Frauen in Politik und  Gesellschaft  ImDezember2007fandeninKeniaPräsidentschafts-undParlamentswahlenstatt.Die bereitstraditionellenGender-ForenderHeinrich-Böll-StiftunginNairobi,diefastjeden Monatrund200InteressierteausZivilgesellschaftundPolitik,ausUniversitätenundMe- dienzusammenbringen,standenimJahr2007ganzimZeichendieserWahlen.DasThe- menspektrumwarbreit:WelcheErfahrungenmachenKeniasPolitikerinnenimUmgang mitParteiapparatenundMedien?WelchenspezifischenRisiken–bishinzuGewaltdro- hungen–sindsieausgesetzt,sobaldsiesichumpolitischeÄmterbewerben?Und:Was habendieParteienKenianerinnenüberhauptzubieten?DasErgebnisderParlaments- wahlenblieb–imGegensatzzudemderPräsidentschaftswahlen–weitgehendunstrittig. EsbedeuteteeinenbegrenztenErfolg,dennderFrauenanteilimneuenParlamenthatsich fastverdoppelt.DieswarauchErgebnisderArbeitvonOrganisationenwiedem«Centre forMulti-PartyDemocracy»,dasmitUnterstützungderHeinrich-Böll-Stiftungspezielle TrainingsprogrammefürKandidatinnendurchführte.AufdemGender-Forumbekamdie OrganisationdieGelegenheit,ihreStrategienvorzustellen. AuchdasBüroderHeinrich-Böll-StiftunginAddisAbebaführtseit2007Gender-Foren inEigenregiedurch.Zielistes,dieinternationaleDiskussionumGeschlechtergleichstel- lungaufdieSituationunddieProblemeinÄthiopienzubeziehen.EinwichtigerNebenas- pekt:DasGender-ForumsollauchdiestarreundformalisierteDebattenkulturÄthiopiens neubeleben. ImMittelpunktderinsgesamtachtVeranstaltungenstanddasvonderäthiopischenRe- gierunggeradeerstverabschiedeteNationaleAktionsprogrammfürGeschlechtergleich- stellung.ErstmalsdiskutiertenVertreterinnenundVertretervonRegierungundZivilge- sellschaftoffenübereinsolchesDokumentderPolitikplanung.Eswurdedeutlich,dassdie DasNationaleAktionsprogrammfürGeschlech- UmsetzungdesAktionsplansnochintensiveNacharbeitenbenötigt.ImJahr2008werden tergleichstellungwarSchwerpunktderGender- ForeninAddisAbeba. dieForensichmitdenAuswirkungenvonökologischen,sozialenundwirtschaftlichenVer- änderungenaufdieRollevonFraueninÄthiopienbeschäftigen.
    • 26 Europapolitik Europapolitik Ein Arbeitsschwerpunkt der Heinrich-Böll-Stiftung ist die zukünftige politische Ge- staltung Europas. Die Vertiefung nach innen – durch die weitere demokratische Re- form europäischer Institutionen – und die Erwei  erung nach außen – durch Integration  t und Europäische Nachbarschaftspolitik – sind die zwei Seiten einer Medaille. Durch  ihre Bildungsarbeit will die Stiftung eine gut informierte, europäische Öffentlichkeit  schaffen, die sich in die Debatte um die Zukunft Europas einmischt. Die Stiftung koo- periert mit Nichtregierungsorganisationen und politischen Akteuren, mit Fachleuten  aus «Think Tanks», Universitäten und grünen Netzwerken. Studie Berlin: Die Zukunft des EU-Verfassungsvertrages  DerEuropäischenUnionfehltesderzeitanSchwung.DermitsovielenHoffnungenbe- frachteteEuropäischeVerfassungsvertragistblockiert,dieBeitrittsverhandlungenmit derTürkeisindinsStockengeraten,unddieErweiterungsmüdigkeitgreiftinzwischenauf ParlamenteundRegierungenüber.NachwievorgibteskeinentragfähigenKonsenszwi- schendeneuropäischenStaatenundVölkern,wohindieReisegehensoll.Nureinesscheint klar:EsmüssenneueWegegegangenwerden.ImFebruar2007stelltedieHeinrich-Böll- StiftunginBerlineinevonihrbeauftragteStudieüberdieZukunftdesVerfassungsvertra- gesvor.DieAutorin,Dr.MichaeleSchreyer,ehemaligeEU-Kommissarin,beschreibtda- rinMöglichkeiten,wiederVerfassungsprozesswiederbelebtundmitihmneueLegitimität erzeugtwerdenkann.Sieschlägtvor,denvorliegendenVerfassungsvertragineinVerfas- sungsdokumentimengerenSinnsowieineinen«Politikvertrag»zudenkonkretenHand- lungsfeldernderUnionaufzuteilen.AußerdemsollderVerfassungsvertragumergänzende GemeinschaftsinitiativenwiedieEinführungsozialerMindeststandardsundeine«Euro- päischeGemeinschaftfürerneuerbareEnergien»ergänztwerden.DieseflankierendenIn- «MitkonkretenVereinbarungen,diedemVer- fassungsvertragalsProtokollezugefügtwerden, itiativeninzentralen,dieBevölkerungdirektberührendenPolitikfeldernsollendieAkzep- zumsozialenSchutzundfüreinneuesgroßes tanzdesVerfassungsvertragsbeidenBürgerinnenundBürgernerhöhen. europäischesProjekteiner‹EuropäischenGe- Die Studie spricht sich gegen eine komplette Neuverhandlung des Vertrages sowie meinschaftfürerneuerbareEnergien›kanndem gegeneinen«Mini-Vertrag»aus,dernureinenTeilderReformenfürdieEUumsetzen weiterenRatifikationsprozesseinneuerpositiver würde, und formuliert konkrete Handlungsvorschläge für die EU-Präsidentschaft der Impulsgegebenwerden.»Dr.MichaeleSchreyer B  undesregierung.  Die Zukunft des Verfassungsvertrages Tagung EineStudievonMichaeleSchreyer Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung Bad Boll: Serbien und Kosovo. Gemeinsamkeiten und Differenzen auf dem  SchriftenreihezuEuropaBand2 Weg nach Europa Berlin2007,40Seiten ISBN978-3-927760-59-2 DieZukunftdesKosovoundSerbienswarThemaeinergemeinsamenTagungderHeinrich-  Böll-Stiftung,ihrerLandesstiftungBaden-WürttembergundderEvangelischenAkade- Downloadunterwww.boell.de mieBadBollam23.und24.März2007.DieVeranstaltungstandganzimZeichendes kurzzuvorveröffentlichtenVorschlagsdesUN-VermittlersAhtisaariüberdenvölker- rechtlichenEndstatusdesKosovo,einerstaatlichenUnabhängigkeitunterinternationaler Aufsicht,inderderEUerstmalseineSchlüsselrollezukommt.BiljanaKovacevic-Vuco, MenschenrechtlerinausBelgradwiesdaraufhin,dassDemokratieinSerbiennochimmer mehrFassadeseiunddassderunbestimmteStatusdesKosovoalszentralerFaktorder Transformationsblockadewirke.InBezugaufdieSituationderserbischenMinderheitim KosovozeigtesichinmehrerenDiskussionen,dassinterethnischeRessentimentsundder politischeEinflussBelgradseinedemokratischeRegelungderMinderheitenfragenschwer machenunddeshalbderinternationalenGemeinschaftindieserFrageeinezentraleRolle zukomme. TrotzteilsunterschiedlicherHaltungenzurStatusfragegabesKonsenshinsichtlichder BedeutungderIntegrationsowohlSerbiensalsauchdesKosovoindieEU.Alswichtige MaßnahmenwurdenhierbeiVisa-ErleichterungenunddieIntensivierungderwirtschaftli-
    •  Europapolitik 27 chenZusammenarbeitmitEU-Länderngenannt.BrüsselmüssejedochanklarenReform- anforderungenfesthalten.DarüberhinausmüssedieEUdurcheineninnerenReformpro- zessintegrationstauglicherwerden,alsdiesaktuellderFallsei. Podiumsdiskussion  Belgrad: Joachim Rücker über die Zukunft des Kosovo Am23.November2007veranstaltetedieHeinrich-Böll-StiftunginderserbischenHaupt- stadteinePodiumsdiskussionüberdieanstehendeStatusentscheidungdesKosovo.Gäste warenderLeiterderUN-Verwaltung(UNMIK)imKosovo,JoachimRücker,dergemä- ßigtekosovoserbischePolitikerOliverIvanovicundSonjaBiserko,dieVorsitzendedes serbischenHelsinki-Komitees.DerersteöffentlicheAuftrittdesUNMIK-Chefsnachden ParlamentswahlenimKosovoundzweiWochenvordemEndedesletzteninternationa- lenVermittlungsversuchsimStatuskonfliktwardabeivonbesondererpolitischerBrisanz. DieszeigtedasaußerordentlicheMedieninteresseundauchdasdemonstrativeFernblei- benderserbischenPolitelite.Rückerbetonte,dassesauchnacheinemmöglichenSchei- terndesletzteninternationalenVermittlungsversuchszukeinerweiterenVerschiebung derStatusentscheidungkommendürfe,dadieFortsetzungdesunbestimmtenZustands (l–r)JoachimRücker,ChefderUN-Verwaltung derProvinznurdenExtremistenaufbeidenSeitenindieHändespielenwürde.OliverIva- (UNMIK)inPrishtina,undOliverIvanovic , ´ VorsitzenderderSerbischenListefürKosovo novic,Vorsitzenderdereinzigengemäßigten«SerbischenListefürKosovoundMetohija», undMetohija zeigtesichzwaralsGegnereinerUnabhängigkeit,kritisierteaberdieRegierunginBel- gradwegenderPropagierungeinesWahlboykotts,derzurweitgehendenNichtbeteiligung derSerbenandenParlamentswahlenimKosovogeführthabe.DieKosovoserbenhätten sichvonBelgradverlassenundvergessengefühlt.SeineKritikandenBelgraderTeilungs- plänenfürdasKosovoteilteSonjaBiserko.IhrerMeinungnachwardieTeilungvonBe- ginnanBelgraderStrategie,teilweisehabesiebereitsstattgefunden.Sofunktioniereder mehrheitlichserbischeNordenweitgehendisoliertvommehrheitlichalbanischenRestdes Kosovo.SiebeklagtediefortschreitendeSelbstisolierungSerbiens,inderinsbesonderedie demokratischenKräfteaufdieVerliererseitegerieten.EinenHoffnungsschimmersahen diedreiDiskutantenindengemeinsamenAmbitionenvonSerbenundAlbanernfüreine EU-Mitgliedschaft. Dialogserie  Georgien/Istanbul: Aspekte des Georgisch-abchasischen Konfliktes SeitJahrenspieltdasRegionalbüroSüdkaukasusderHeinrich-Böll-StiftunginTifliseine wichtigeRollebeiderVermittlungundOrganisationinformellerDialogezumgeorgisch- abchasischenKonflikt.InregelmäßigenTreffen,andenenwichtigeVertreterinnenund VertreterausPolitikundZivilgesellschaftbeiderKonfliktparteienteilnehmen,werdendie AspektedesKonfliktesmitinternationalenGästendiskutiert.FürTransparenzundÖf- fentlichkeitsorgtdieVeröffentlichungderTagungsprotokolleundRadioübertragungen derDebatten.AlsTeildieserDialogseriefandvom12.bis15.Juni2007inIstanbuleine internationaleKonferenzüberdenaktuellenStanddesgeorgisch-abchasischenKonfliktes unddieAuswirkungeneinesmöglichengeorgischenNATO-BeitrittsaufdenFriedenspro- zessstatt.VonbesondererBedeutungwar,dasseserstmaligzueinemdirektenAustausch zwischeneinemoffiziellenNATO-VertreterundderabchasischenSeitekam.Dabeiwurde deutlich,wiestarkdieNATOihreKommunikationspolitiküberdenkenmuss,damitdie NATO-AnnäherungGeorgiensnichtkonfliktverschärfendaufdiegeorgischenSezessions- Serbien nach den Kriegen  konfliktewirkt.DennochwaraufabchasischerSeitekeineinheitliches«NATO-Feindbild» Hrsg.vonJensBeckerundAchimEngelbergin zuverzeichnen,vielmehrerhofftmansichvoneinerEinbindungGeorgiensinmächtige ZusammenarbeitmitderHeinrich-Böll-Stiftung internationaleOrganisationenaucheine«Disziplinierung»undMäßigungderpolitischen SuhrkampVerlag,Frankfurt2008 FührungimUmgangmitdenKonflikten.DierussischeSichtaufdieNATO-Frageließ 352Seiten,13Euro ISBN978-3-518-12482-6 erahnen,dassRusslandseineablehnendePositiongegenübereinergeorgischenNATO- AufnahmeindennächstenJahren(vorderOlympiade2014inSochi)ehernochverhärten wird. Downloadunter www.boell.ge EineDokumentationderTagungerscheint2008inrussischerundenglischerSprache alsBand14derReihe«Aspektedesgeorgisch-abchasischenKonfliktes».
    • 28 Europapolitik Kinofestival  Südkaukasus: «Nationality: Human» MitgroßemErfolgtourtevonMaibisOktober2007dasDokumentarfilmfestival«Nati- onality:Human»durch25OrtschaftenimSüdkaukasus.Gezeigtwurdeninternationale Dokumentarfilme,diesichmitMenschenrechtenundKonfliktenauseinandersetzen,aus- gewähltvoneinerinternationalenJurymitVertreterinnenundVertreternallerRegionen desSüdkaukasus. SchonalleindieTatsache,dassdieFilmeanOrtengezeigtwurden,andenenseitvielen JahrenkeineöffentlichenVeranstaltungenmehrstattfanden,sorgtefürAufsehen.EinMi- Dokumentarfilmfestival«Nationality:Human» nibusbrachtedasFestivalteamunddienötigeTechnikzudenlokalenOrganisatoren,die www.ya-chelovek.caucasus.net inEigenregiefüreinumfangreichesBegleitprogrammsorgten.DieDiskussionenmitJu- gendlichen,StudentenundderälterenGenerationnachdenFilmvorführungenberührten vieleKernfragen,diemitdenKonfliktenimSüdkaukasusverbundensind:Bereitschaftzu VergebungundVersöhnungzwischenOpfernundTätern,AufarbeitungvonKonfliktursa- chen,medialeKonstruktionvonFeindbildernoderdieSituationvonKriegsveteranen. InitiiertwurdedasFestivalvonderHeinrich-Böll-StiftunginZusammenarbeitmitder OpenSocietyFoundation. 12.Deutsch-RussischeHerbstgespräche Berlin: Potenziale ökologischer Modernisierung in Deutschland und  Russland  MittlerweileistdieFragenacheinerökologischnachhaltigenWirtschaftsweisedortan- gekommen,wosiehingehört:imZentrumderinternationalenPolitikdebatte.Deutschland undRusslandspielendabeieinewichtigeRolle.WährendDeutschlandgemeinsammitsei- nenEU-PartnerländerneinepolitischeVorreiterrolleimKlimaschutzeinnimmt,istRuss- landweltweiteinesderLändermitderhöchstenEnergieintensitätundeinerdergrößten ExporteurevonErdölundErdgas. Die12.Deutsch-RussischenHerbstgesprächeam26.und27.Oktober2007,organisiert vonderHeinrich-Böll-StiftunginKooperationmitdemDeutsch-RussischenAustausch e.V.undderEvangelischenAkademiezuBerlin,fragtennachdenPotenzialenfüreine ökologischeModernisierunginRusslandunddermöglichenRolle,diediedeutsch-russi- scheZusammenarbeitdabeieinnehmenkönnte. SwjatoslawSabelinvonderSozialökologischenUnion,einesderwichtigenrussischen NGO-NetzwerkeimUmweltbereich,zeigtesichenttäuschtüberdie«De-Ökologisierung» derrussischenPolitikderletztenJahre.ImWahlkampfspieltenUmweltthemenkeineRol- le,indenProgrammenderwichtigenParteienkommeKlima-oderNaturschutznichtvor. AuchseiengesetzlichvorgeschriebeneUmweltverträglichkeitsprüfungenabgeschafftwor- den.EinGroßteilderBevölkerunglebeunterBedingungenextremerLuftverschmutzung. DerUmweltjournalistGrigorijPaskobeklagtedenmangelndenZugangzuUmweltinfor- mationeninRussland.WasdieEindämmungderEnergieverschwendungimWohnungs- GrigorijPasko,Umweltjournalist sektorangehe,fehleesbislangvorallemangeeignetenManagement-undFinanzierungs- konzepten,soRainerLinke,eininRusslandengagierterdeutscherUnternehmer.Mitdem «Joint-Implementation»-MechanismusdesKyoto-ProtokollswurdezwareinInstrument geschaffen,daszuerheblichenInvestitionssummenführenkönnte–dieBeschaffungder GelderscheitereaberbislanganadministrativenHürden. AlspositivesErgebniswirtschaftlicherZusammenarbeitzwischenderEUundRussland wurde die Einführung ökologisch zertifizierter Forstwirtschaft in Russland angeführt, nachdemmehrundmehrwestlicheUnternehmendieEinhaltungvonUmweltstandards beiihrenrussischenZulieferernverlangthatten.DerartigeErgebnissewirtschaftlicher ZusammenarbeitwürdenwertvolleImpulsefüreineModernisierungderrussischenWirt- schaftsetzen,betonteClausHipp,PräsidentdesVerbandesderdeutschenWirtschaftin Russland.HierliegehervorragendesPotenzialfürKooperationenzwischendemrohstoff- reichenRusslandundderaufdemGebietderUmwelttechnologieführendendeutschen TobiasMünchmeyer,GreenpeaceDeutschland Wirtschaft.
    •  Wirtschaft,ArbeitundSoziales 29 Wirtschaft,   Arbeit und Soziales Globalisierung, die neue digitale Arbeitswelt, ein Wertewandel mit Tendenz zur In- dividualisierung, eine alternde und schrumpfende Bevölkerung – die Wirtschaft und  der Wohlfahrtsstaat stehen vor Herausforderungen, die neu sind oder sich dramatisch  zuspitzen. Aber es gibt auch Chancen. Wir verfügen über mehr Zeit, mehr Wissen  und bessere Kommunikationsmittel als frühere Generationen. In der Konsequenz ist  die Fähigkeit der Gesellschaft zur Selbstorganisation ganz erheblich gewachsen. Die  Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt die Weiterentwicklung grüner Kompetenz in der  Wirtschafts- und Sozialpolitik und organisiert Kongresse, Tagungen und Diskussionen  zu Fragen, deren Antworten unsere Zukunft unmittelbar berühren. Reihe  Berlin: Die Zukunft des Sozialen  InderReihe«DieZukunftdesSozialen»räsoniertenauchimJahr2007prominenteVor- Die Zukunft sozialer Sicherheit   undQuerdenkerüberdiegrundlegendenFragendessozialenZusammenlebensinhoch- Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung entwickeltenSozialstaaten.Am20.Junigingesz.B.umdieRückkehrdersozialenUn- SchriftenzuWirtschaftundSozialesBand2 sicherheitundderenAuswirkungenaufDemokratieundgesellschaftlicheEntwicklung. Berlin2007,148Seiten Professor Robert Castel, einer der führenden französischen Sozialwissenschaftler, be- ISBN978-3-927760-70-7 schriebdieaktuelleOrganisationvonArbeitalseinenProzessderReindividualisierung undEntkollektivierung:IndemsichArbeitsbereicheimmerstärkerindividualisierten,von den Beschäftigten eine immer höhere Mobilität und Anpassungsbereitschaft gefordert werde,steigedieKonkurrenzderBeschäftigtenuntereinander,diedurchdenEinsatzvon LeiharbeiternunddieVerlagerungvonArbeitanZuliefererbetriebenochverstärktwerde. GleichzeitigmüssesichderEinzelneimmerhäufigerselbstdenHöhenundTiefenderKon- junkturstellenund,etwadurchWeiterqualifizierunginPhasenderArbeitslosigkeit,den eigenenBerufswegselbststeuern.WobeiCastelnichtinAbredestellte,dassBeschäftigte vondieserIndividualisierungderArbeitauchprofitierenkönnen.Dochnichtallekönnten dasgleichermaßen,soCastel.IndemderstabileStatusvonBeschäftigungunddamitder sozialenSicherungssysteme,dieaufsolchendauerhaftenBeschäftigungsverhältnissenba- sierten,immermehrinFragegestelltwerde,verlieredasPrekariatimmerhäufigerden CharaktereinesProvisoriumsundwerdefüreinewachsendeGruppevonMenschenzum Dauerzustand. ProfessorPaulNoltevonderFreienUniversitätBerlinmachteinseinerkurzenGegen- rededreiDingedeutlich:FürihnistdieIndividualisierunginersterLinieeinsoziokultu- rellerProzess.NichtderindustrielleKapitalismus,nichtdasArbeitslebenseienfürdiese Individualisierungsprozesseverantwortlich,kritisierteer,sonderndie«individualistisch- expressiveRevolution»derwestlichenGesellschaftenseitdensechzigerJahren,zuderen AkteurenernebenderFrauen-auchdieÖkologiebewegungzählt.DesWeiterenkritisierte Noltedie«Erwartungsexplosion»dervergangenenJahre.DieAnsprücheanSicherheit undsozialeVersorgungseiengestiegen.Vielesseigarnichtschlechtergeworden,wirwür- deneinfachnurgenauerhinsehen,soNolte.Entsprechendregteeran,inderGegenwartso etwaswiedieRückkehrzum«NormalfallvonUnsicherheit»zusehen. EinZurückzudenaltenSicherheitengibtesnicht,darinwarensichalleBeteiligten inderanschließendenDiskussioneinig.Dochwieweiter?Als«einenTeilderLösung» plädierteEckhartHildebrandtvomWissenschaftszentrumBerlinfüreinestärkereAuf- wertungderNicht-Erwerbstätigkeiten.GesellschaftlichnotwendigeundwertvolleArbeit wieetwadasbürgerschaftlicheEngagementoderdieArbeitinfamiliärenBeziehungen würdenzuwenigindieFragedersozialenSicherungmiteinbezogen.Ersahangesichtsder hohenArbeitslosen-undTeilzeitquoteneineunzulässigeVerengungderPerspektiveauf dieErwerbsarbeit.DiesbezüglichäußertesichCasteleherskeptisch.NeueFormenderBe-
    • 30 Wirtschaft,ArbeitundSoziales Zur Lage der Welt 2008  schäftigungmüssteninersterLiniedemIndividuumwirtschaftlicheundsozialeUnabhän- Auf dem Weg zur nachhaltigen   gigkeitgeben.Erbezweifelte,dasssieindieserHinsichtdieBedeutungderErwerbsarbeit Marktwirtschaft?  ersetzenkönnten.WasdieSozialfürsorgeanbelangt,soforderteCasteleineSozialhilfeals Hrsg.vomWorldwatchInstitutein Bürgerrecht,dienichtderMarktlogikdesTauschesunterliegt. ZusammenarbeitmitderHeinrich-Böll-Stiftung WeitereThemenderReihewarenstaatlicheEinflussnahmeundTransferleistungenim undGermanwatch Münster2008,336Seiten,19,90Euro KontextsichverändernderFamilienundLebensgemeinschaften,diemoralischenKonse- ISBN978-3-89691-743-0 quenzenausdemWirtschaftswachstumunddieaktuelleDebatteumsozialeGerechtigkeit undzukünftigeFormendersozialenGrundsicherunginEuropa. Schwerpunktthema: Grundeinkommen und Teilhabegesellschaft DasFürundWidereinesbedingungslosenGrundeinkommenswurdeimJahr2007kontro- versdiskutiert.DieHeinrich-Böll-StiftungbegleitetedieDebatteu.a.miteinemumfang- reichenInternet-DossierundeinemReaderzumThema. Helmut Wiesenthal: Glanz und Elend eines radikalen Konzepts  Oder: Warum das Grundeinkommen nicht in unsere Zeit passt    FüreinTauglichkeitsurteilüberdasGrundeinkommenistentscheidend,obesmit dengegenwärtigenundzukünftigenBedingungenvonWirtschaftundArbeitsmarkt harmoniert.DiesesindbekanntermaßendurchdieanhaltendeGlobalisierungder WirtschaftunddieAblösungderklassischenModernitätszentrenUSA,Japanund EuropadurchdieneuenWachstumszentrenChina,IndienundBrasiliengeprägt.Sie manifestierensichimbeschleunigtenTechnologie-undStrukturwandelsowieden dadurchgesteigertenFlexibilitäts-undMobilitätsanforderungenandieArbeitskräftein neuenundaltenIndustrieländern. […]MitderOrientierungsalternativejenseitsdesArbeitsmarktsunddeminKaufzu nehmendenSozialprodukt,d.h.Wohlstandsopfer,widersprichtdasGrundeinkommen ungefährallem,wasDeutschlandunterdenaktuellenBedingungenbrauchtundverkraf- tenkann.AngesichtsderinsbesonderebeivielenJugendlichenbestehendenQualifika- tions-undMotivationsdefizite,derimmernochexistierendenSchrankenundMobili- tätshemmnisseimGewerbe-,Sozial-undArbeitsrechtsowiederQualitätsproblemeim BildungssystembedarfesReformen,diegenauindieentgegengesetzteRichtungzielen. Woranesmangelt,sindnichtRückzugsoptionen,sondernInklusionsanreize–Anreize, dieaufSeitenderIndividuenLustundFähigkeitenwecken,demrascherwerdenden WandeldesBeschäftigungssystemszufolgen.Wasfehlt,istmehr,nichtwenigerBe- reitschaft,seineErwerbschancenrealistischzukalkulierenundsichmitkomplexeren Erwerbsbiographienanzufreunden. DassunserSozialstaat,sowieergewachsenundinKrisenzeitenumgemodeltworden ist,kaumhilft,sichdenneuenBedingungenanzupassen,stehtaußerFrage.DasGrund- einkommenwürdedasnurverschlimmern.WährendjedezusätzlichbeschäftigteAr- beitskraftdasSozialprodukterhöht(undSozialtransfersspart),bringtjedeperGrund- einkommen«stillgelegte»ArbeitskrafteineEinbußeamSozialproduktunddrücktdamit aufdieWachstumsratedergesellschaftlichenWertschöpfung.EinGrundeinkommen, daszumAustrittausderErwerbsarbeitreizt,untergräbtdeshalbseineFinanzierungs- basis,egalobsiedurchhöhereEinkommensteuernodereinehöhereMehrwertsteuer gewährleistetseinsoll.EsführtindenselbenTeufelskreiswiedieArbeitslosenversiche- rung:StattdieFolgeneinesBeschäftigungsrückgangsmitgroßzügigenTransferleistun- genzukompensieren,müssendieTransferzahlungenlaufenddengeringerenBeitrags- einnahmenunddensteigendenHaushaltsdefizitenangepasstwerden. GrundeinkommensbefürwortermögenalsKompromissvorschlagen,zunächstmitei- Dossier:«GrundeinkommenundTeil abe- h nembescheidenenMonatsbetraganzufangenunddiesendannschrittweiseaufzubessern. gesellschaft»unter www.boell.de MiteinerumfassendenMaterial ammlung,Li- s DochsiebefindensichauszweiGründenimIrrtum.ZumeinendürftendieNettozahler teraturhinweisenunddiversenLinkszumThema. selbstin«guten»ZeitenwenigVerzichtsbereitschaftzeigen.DieSolidaritätsbereitschaft
    •  Wirtschaft,ArbeitundSoziales 31 derBürgerinnenundBürgerhat–unterdemStresshoherBerufsanforderungenund verschärfterKonkurrenz–eineanderenormativeBasisalszurZeitbreitverteilbarer Wohlstandsgewinne:SieberuhtaufderReziprozitätsnormdesfairenTauschsundsetzt aufSeitenderTransferempfängerdiegrundsätzlicheBereitschaftzuGegenleistungen voraus.ZumindestwirdalsGegenleistungerwartet,sichaktivumeineBegrenzungder Transferbedürftigkeit,konkret:eineigenesErwerbseinkommen,zubemühen. […]DerenormeFinanzbedarfeinesattraktivenGrundeinkommensstelltwohlsein größtesHandikapdar.DadieverfassungsrechtlichgeschütztenRentenversicherungsan- sprüchenichtzurGegenfinanzierungherangezogenwerdenkönnen,wirddasUmvertei- lungsvolumenfüreineherbescheidenesNiveauvonmonatlich800Euroauf150bis200 Mrd.EuroproJahrgeschätzt.ZurFinanzierungbleibennurdieOptionenderEinkom- men-bzw.Verbrauchsbesteuerung. SetztmanaufhöhereEinkommen-bzw.Lohnsteuer,soistinKaufzunehmen,dass zahlreicheanderRentabilitätsgrenzewirtschaftendeKleinunternehmerundvieleniedrig entlohnteArbeitnehmerihreErwerbsarbeitaufgebenundinsLagerderGrundeinkom- mensbezieherwechseln.DaraufkanndieSozialpolitiknichtandersalsdurchAbsenkung desTransferniveausreagieren.AllerWahrscheinlichkeitnachwerdendieBetroffenen wederhinreichendorganisations-nochkonfliktfähigsein,umsichgegendiesukzessive AbsenkungdesGrundeinkommenszuwehren.DamiterhöhtsichdersozialeExklusions- druck,undeswächstwiederderBedarfan«bedürftigkeitsgeprüften»Leistungen.Über kurzoderlangwärenwirwiederdort,womananfing:BSHGundHartzIV. DieAlternativeeinerdeutlichenErhöhungderVerbrauchssteuern–esistvoneinem Mehrwertsteuersatzvonmehrals40%dieRede–dürftedagegenamWiderstandder primärBegünstigtenscheitern:GeringeinkommensbezieherhabenallemaldieHaupt- lasthöhererPreisezutragen.GewissließensichLebensmittelundMietenweiterhinvon derSteuererhöhungausnehmen.AberauchUnterhaltungs-undMobilitätsgüterzählen zumkulturellenExistenzminimum.VordemHintergrundeinesohnehinsehrbescheide- nenLebensstandardswürdeihreVerteuerungalsProvokationempfundenwerden–trotz einesetwashöherenEinkommens.AußereinerunerwünschtenDämpfungdesKonsum- klimasbrächtedieradikaleMehrwertsteuererhöhungwiederumeinMehranExklusi- onsdruck.[...] Konferenz Berlin: Ökologische Marktwirtschaft: Wie die Wende gelingen kann WeltweitstehenGesellschaftenvordenHerausforderungen,LösungenfürUmweltprob- lemeunddieAuswirkungenderGlobalisierungzufinden.SeitdemStern-Reportundden neuestenIPPC-Berichtenwirddiskutiert,wiemöglichstschnell,effektivundkostenef- fizientKlimagaseundderEnergie-undRessourcenverbrauchreduziertwerdenkönnen. DerSchlüsselliegtimUmbaudesWirtschaftens.WiedieWendezueinerökologischen Marktwirtschaft gelingen kann, haben die Heinrich-Böll-Stiftung und das Institut für ökologischeWirtschaftsforschung(IÖW)ineinemThesenpapierzusammengefasst,das sieaufeinergemeinsamenTagungam9.November2007imBerlinerAbgeordnetenhaus vorstellten. UteBrümmer,ReferentinfürArbeitundSozia- AlsVoraussetzungfüreineWendewirddieKombinationvonInnovations-,Wirtschafts-, les,Heinrich-Böll-Stiftung,undThomasKorbun, Steuer-undUmweltpolitikgenannt.DurchUmweltpolitikkanneinSubstitutions-undIn- InstitutfürökologischeWirtschaftsforschung novationsdruckausgelöstwerdenundeineökologischeWirtschaftspolitikbautMarkt- eintrittsbarrierenfürökologischeInnovationenab.ÖkologischeInnovationenwiederum könnendieRessourceneffizienzsteigernunddieWettbewerbsfähigkeitderUnternehmen Grüne Marktwirtschaft  verbessern.AlsgesellschaftlicheTreiberderWendenenntdasPapierselbstbewussteund Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung kritischeKonsumenten,aberauchprivateundinstitutionelleKapitalgeber,ohnediees SchriftenzuWirtschaftundSozialesBand1 keinenDurchbruchfürumweltverträglicheProduktiongebenwird.AuchVersicherungen, Berlin2007,48Seiten ISBN978-3-927760-69-1 speziell Rückversicherungen, Investmentfonds und Pensionsfonds können strategische Treibersein.
    • 32 Wissenspolitik Wissenspolitik Unser Bildungssystem ist auf die Herausforderungen der Zukunft nicht gut vorberei- tet. Es ist auf die Bedürfnisse einer traditionellen Industriegesellschaft ausgerichtet,  ist ineffizient und sozial selektiv. Die bildungs- und wissenschaftspolitische Arbeit der  Heinrich-Böll-Stiftung orientiert sich am Wandel der Industrie- zur Wissensgesell- schaft. Wissen wird zur Schlüsselressource. Die Heinrich-Böll-Stiftung sucht daher  den Weg zu einer zukunftsfähigen Bildungspolitik, die den Menschen gesellschaftliche  Teilhabe ermöglicht und zugleich den gewandelten Anforderungen des Wirtschaftssy- stems Rechnung trägt. Kommission  Berlin: Empfehlungen für eine Schulreform Wissenschaft,Wirtschaft,PolitikundnichtzuletztvieleLehrkräfteundElternkritisieren dieQualitätsproblemeundunbefriedigendenLeistungenunsererSchulen.SiefordernRe- formenfürmehrEigenverantwortlichkeitderSchulen,damitLernenerfolgreicherwird. DochdienegativenEntwicklungenineinzelnenSchulformenkönnendurchinnereRefor- menalleinnichtaufgefangenwerden. DamitistdieFragenachderSchulstrukturwiederaufderTagesordnung.EineSchul- reformsollte,andersalsbeiderEinführungderGesamtschuleindensiebzigerJahren, dieGrenzenderWirksamkeitvonReformplänenbedenken.Die«richtigeLösung»gibtes nicht,sondernlediglichregionaleLösungsansätzezuregionalenProblemen.Zielsolltedie bessereIntegrationvonberuflicherundallgemeinerBildungsein. DieHeinrich-Böll-StiftunghatimJahr2007eineSchulkommissionberufen.Siesoll Empfehlungenzur«Governance»vonSchuleerarbeitenundwilldiesenochimJahr2008 vorlegen.MitgliederderSchulkommissionsind:SybilleVolkholz,SylviaLöhrmann,Pris- kaHinz,Prof.Dr.Heinz-ElmarTenorth,Prof.Dr.MartinBaethge,Prof.Dr.Helmut Fend,CorneliaSternundDr.AndreasPoltermann. Tagungen Berlin: Für eine demokratische Schule LernenüberDemokratienimmtandeutschenSchulenDankfachlicherAnbindunginWis- senschaft,LehrerbildungundCurriculumeinegutabgesicherteStellungein.Empirische EvaluierungenbescheinigendenSchülerinnenundSchülerneinenrelativgutenKenntnis- standüberPolitik,InstitutionenundProzeduren,demihredemokratischenEinstellungen allerdingsnichtingleichemMaßeentsprechen.DasLernenüberDemokratiehatinnur unbefriedigendemUmfangeinLernenfürDemokratiezurFolge.DennLernenfürDemo- kratieisteherErfahrungslernen,esvollziehtsichinderErfahrungderDemokratieals LebensformundalsLernendurchDemokratie. DieHeinrich-Böll-StiftunghatimJahr2007mitTagungenundBildungsangebotendie- sedemokratiepädagogischeWendeunterstützt.DieDemokratiepädagogikkonzipierteine demokratischeSchulkultur–indersolchesLernenmöglichist–alsanregungsreichen,ex- perimentellenundfehlerfreundlichenErfahrungsraumfürkooperativesHandelnundPro- blemlösenunterdenbesonderenBedingungenschulischenUnterrichts.Diedemokratische SchuleförderteineforschendeEinstellungzumLernenunddasforschendeEntdecken BrigitteKatherundSaschaWenzel:Netzwerk- undErfinden.UndsiefördertdieÜbernahmevonVerantwortungfürandereundfürdie koordinatorinundProjektleiterdesBerliner Gemeinschaft.DenndiedemokratischeGemeinschaftist,andersalsderdeutscheSprach- BLK-Modellprojekts«Demokratielernenund gebrauchnahelegt,durchUnterschiedlichkeitgekennzeichnetundmussdurchAushandeln leben»(RAA) undVerständigenzusammengehaltenwerden.
    •  Wissenspolitik 33 Tagungen Berlin: Selbstbestimmung am Lebensende MitTagungenundzweiBüchernhatsichdieHeinrich-Böll-StiftungimJahr2007ander DebatteüberdiegesetzlicheRegelungderPatientenverfügungbeteiligt.Strittigwarund ist,obeseinegesetzlicheRegelunggebensollundwieengdieGrenzenfürPatientenverfü- gungengezogenwerdensollten.MitdemprogrammatischenTitel«Selbstbestimmungim Dialog»derTagungvom27.SeptembergabdieStiftungdieRichtungvor:diePatienten- verfügungalskommunikativesInstrumentineinerSituationeingeschränkter,vonÄrztin- nenundÄrztenzugewährleistenderAutonomie. Patientenautonomiekannsinnvollerweisenurbedeuten,diehöchstpersönlicheSichtei- nesMenschenaufseineEndlichkeit,seinSterbenundseinenTodineinenkommunikati- Dr.AndreasPoltermann,ReferentfürBildung venKontextmitdemProfessionsverständnisvonÄrztinnen,ÄrztenundPflegenden,ihrer undWissenschaftderHeinrich-Böll-Stiftung BerufsethikundderstaatlichenVerpflichtungzumSchutzdesLebenszustellen.Derin PatientenverfügungenundVorsorgevollmachtendokumentierteWillezieltjanichtauf denschnellenTod,sondernaufden«gutenTod»alsTeilunsererVorstellungvom«guten Leben».HierzubrauchtesdenAusbauderPalliativmedizinundderHospizarbeit,also eineinstitutionelleAbsicherungeinervertrauensvollenBeziehungzwischenPatient,An- gehörigensowieÄrztinnenundÄrzten. DasInteresseaneinersolchenVertrauensbeziehungliefertauchdieGründe,sichfür eineliberalegesetzlicheAusgestaltungderPatientenverfügungauszusprechen. IndenVorschlägenfüreineengeBegrenzungderReichweitevonPatientenverfügungen schwingteinerheblichesMisstrauenmit.FürdiesesMisstrauengibtesmannigfacheGrün- deinderAlltagswirklichkeit,nichtzuletztaufgrunddesKostendrucks,demsichPflege- Die Freiheit zu sterben. Selbstbestimmung durch  heimeundKrankenhäuserausgesetztsehen.NursolltemandieheutigeMisereimGesund- Sterbehilfe und Patientenverfügungen heitswesennichtzurGrundlageeinerrechtlichenNormierungmachen,darinwarensich Berlin2007,112Seiten,6Euro dieTeilnehmerinnenundTeilnehmerderTagungenweitgehendeinig.Hospizbewegung  undPalliativmedizinjedenfallssprechensichsehrklarfürdaskompromissloseVerbot Selbstbestimmung im Dialog. Patienten- jederFormaktiverSterbehilfeaus,aberfüreinePatientenverfügungohneReichweiten- autonomie – Vorsorge – Verantwortung Berlin2008,124Seiten,6Euro begrenzung,weileszuihrerBerufsethikgehört,dieSelbstbestimmungeinesPatientenim Dialogzurespektieren. Projektpartnertreffen  Rio de Janeiro: Networking zu Biopolitik  SeitdenachtzigerJahrengiltdieFörderungderBiotechnologieinBrasilienalsvielver- sprechendeMaßnahme,umdieProduktivitätderLandwirtschaftzusteigernunddenAg- rarexportsektorauszubauen.AuchinanderenLändernLateinamerikasistdieBiotechno- logieseitJahrenaufdemVormarsch. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt mehrere zivilgesellschaftliche Organisationen u.a.inBrasilien,ChileundArgentinien,diesichmitGentechnologie(grünerBiotechno- logie)undReproduktionstechnologien(roterBiotechnologie)beschäftigen.Bislangsind dieseInitiativenuntereinanderkaumvernetzt.Umdieszuändern,organisiertedieHein- rich-Böll-StiftungimApril2007einProjektpartnertreffeninRiodeJaneiro,zudemauch VertreterinnenundVertreterderFreienSoftware-BewegungsowieNano-Wissenschaftler eingeladenwaren.Zielwaresherauszufinden,obundwiesichKräftebündelnlassen,da- mitdieOrganisationeneffektiveragierenkönnen.Schnellwarklar,dassesalleininder FragederPatentierungvonWissenoderSaatguteineMengegemeinsamerForderungen gibt.AufgroßesInteressestießauchderfachlicheInputzudenEntwicklungeninderNa- notechnologie.DiesebliebbislanginSüdamerikaweitgehendunbemerkt(undbisherfast unverstanden),gewinntaberimmermehranEinfluss.DieTatsache,dassohnehochspezi- alisierteswissenschaftlichesVorwissendieseTechnologienichtnutzbarist,janichteinmal inihrerNützlichkeitoderebenauchGefährlichkeiteingeschätztwerdenkann,sorgtefür regeDiskussionen. DasausdemTreffenhervorgegangeneKommunikationsnetzwerkundweitereInitiati- venwerdendurcheineneueingerichteteArbeitsgruppekoordiniert,umdieKontinuitätdes Austauscheszugewährleisten.
    • 34 MigrationundInter ulturellesManagement k Migration und  Inter  ulturelles  k Management Das Konzept einer interkulturellen Demokratie wird derzeit von vielen in Frage   gestellt. Die Heinrich-Böll-Stiftung hält daran fest und engagiert sich für eine offene  Gesellschaft, in der Menschen unterschiedlicher ethnischer, religiöser und kultureller  Herkunft gut miteinander leben können. Im Dialog mit Vertretern und Vertreterinnen  von Minderheiten setzt sich die Stiftung mit Fragen der Integrationspolitik auseinan- der und bildet strategische Allianzen für eine zeitgemäße Migrationspolitik. Auch  intern pflegt die Stiftung einen produktiven Umgang mit Vielfalt und fördert die inter- kulturelle Kompetenz ihrer Mitarbeitenden.  Reihe  Deutschland: Neue Allianzen für Integration  MigrantenundMigrantinnensindeinfesterBestandteilunsererGesellschaft,dennoch nimmteinGroßteilvonihnennurbegrenztamöffentlichenLebenteil.DieVeranstaltungs- reihe«NeueAllianzenfürIntegration»fragtenachdenGründenfürdieseunzureichende Teilhabe,zeigteaberauchBeispielevonMenschen,dieerfolgreichunsereGesellschaftmit gestalten.DieReihefandihrenAbschlussineinerKonferenzam30.November2007in Berlin.DortwurdendieDebattenundErgebnissederFachworkshopsderletztenbeiden Jahrepräsentiert.GrundvoraussetzungfüreineerfolgreicheIntegrationaufbreiterBa- sisseidieBeseitigungpolitisch-rechtlicherundstrukturellerBarrieren,sodasFazit.Der ÜberbrückungsozialerundsprachlicherHandicapsdurchdasBildungssystemwurdeda- beieineSchlüsselrollezugeteilt.AuchdieEigeninitiativederMigrantinnenundMigran- Cities of the South – Citizenship and Ex  lusion  c tenmüssebesserunterstütztwerden.FördermaßnahmenundUnterstützungsprogramme in the 21st Century (Sprachunterricht, Stipendien, Mentorenprogramme, Praktika) müssen differenzierter PublishedbySaqiBooks London,Beirut,330pages undzielgenauerausgestaltetwerden.WiedieBeispieleerfolgreicherMigrantinnenund  Migrantenzeigen,sindmitstarkemWillenundgroßerAusdauerauchErfolgemöglich. AutorenausneunLänderndiskutierendie Diese«Erfolgsgeschichten»müsstenbreiterkommuniziertwerden.Darüberhinausseiein RückwirkungvonGlobalisierungsprozessenauf grundlegenderPerspektivenwechselvonnöten:IntegrationdürfenichtalsProblem,son- traditionelleKonzeptionenvonStaatsbürgerlich- dernmüssealsChancegesehenwerden.HierseienvorallemneueAllianzenmitAkteuren keitindenMetropolendesSüdens. DiePublikationistErgebnisderKonferenz inPolitik,WirtschaftundGesellschaftgefragt,diedenPerspektivenwechselbereitser- «CitiesandGlobalization:Challengesfor kanntundvollzogenhaben. Citizenship»,veranstaltetvomBeiruterBüroder StiftunginZusammenarbeitmitdemInstitute FrançaisduProcheOrient(IFPO). Dialogreihe Deutschland: Grün trifft Grün GrünistdieFarbedesIslam.InihrerReihe«GrüntrifftGrün»suchtdieHeinrich-Böll- StiftungregelmäßigdenDialogmitMuslimenundMusliminnen.InKooperationmitder MuslimischenAkademieinDeutschlandlädtsieVertreterinnenundVertreterausWis- senschaft,PolitiksowiedermuslimischenGemeindeaneinenRundenTisch,umüberak- tuelleodergrundsätzlicheFragenderIntegrationspolitikzudiskutieren.ImApril2007 gingesz.B.umverschiedeneModellederSelbstorganisationvonMuslimenamBeispiel Österreichs,GroßbritanniensundDeutschlands.IneineröffentlichenVeranstaltungim NovemberstrittenprominenteFrauenausPolitik,ZivilgesellschaftundReligionsverbän- (l–r)BarbaraJohn,Kuratoriumsmitgliedder denüberdieimmerwiederkontroversdiskutiertenGeschlechterrollenindermuslimischen MuslimischenAkademieinDeutschland,und Gemeinschaft. AminaBaghajati,IslamischeGlaubengemein- schaftÖsterreichs
    •  MigrationundInter ulturellesManagement k 35 OpenSpace  Berlin: «Muslim + Deutsch = Na und ?!» InDeutschlandleben3,5MillionenMuslime.Mehrals40Prozentvonihnensindunter 25Jahrealt.SielebenbereitsinderzweitenoderdrittenGenerationinDeutschlandund kennendasHerkunftslandihrerElternoderGroßelternoftnurausErzählungen.Längst sindsieinmittenderdeutschenGesellschaftangekommen.ÜberihreChancenundHeraus- forderungeninDeutschlanddiskutiertenMuslimeundNichtmuslimeimFebruar2007auf einemOpenSpacederHeinrich-Böll-Stiftung. DieThemenderArbeitsgruppenfandensich,gemäßdemPrinzipdesOpenSpace,je nachInteressenlage.InderGruppe«InterkulturelleJugendarbeit»z.B.stelltenÖnder KurtundMuratLencpervomVereinKiezboomihreArbeitimBerlinerWeddingvor,ei- nemsogenannten«Problembezirk».OhneAussichtaufAusbildungoderJobbleibeden JugendlichendorthäufignurderHaltinderClique,dortverbindensichähnlicheProblem- lagenundähnlicherStyle–HipHop-KulturalsGemeinsamkeitundChance.Zusammen AbwannistmaneinMuslim?Workshopwäh- mitBreakdance-undHipHop-ProfisversuchtKiezboominTanz-undMusikworkshops rendderKonferenz«MuslimealsStaatsbürger» FähigkeitenundTalentezuentwickelnundzugleichPerspektivenundVorbilderzuschaf- fen.«WirmöchtenmitdenJugendlichenZieledefinierenunddiesemitDisziplinverwirk- lichen»,soÖnderKurt.AufdieseWeisewürdenauchscheinbarkonservativeWertewie PünktlichkeitundPflichtbewusstseinvermittelt,dienichtzuletztinderSchulenötigund erfolgversprechendseien.DerIslamspieleinderJugendarbeitvonKiezboomeinegeringe Rolle. ÜbergrundlegendeFragestellungenzumIslamgingesbeieinemWorkshopmitdem Theater-undFilmregisseurNecoCelik:WannisteinMusliminDeutschlandeinMuslim? WasistdasEntscheidendefürdasMuslim-Sein?IstdieBefolgungderfünfSäulendesIs- lamentscheidend,oderkommtesdaraufan,wiemansichselberwahrnimmt?Kontrovers undpersönlichwurdeindiesemWorkshopauchdieRolledesKoranunddasVerständnis derHeiligenMuslimischenSchriftdiskutiert. ZumAbschlusspräsentiertendieArbeitsgruppenihreErgebnissederBundesvorsitzen- denvonBündnis90/DieGrünen,ClaudiaRoth,unddebattierten–trotzdesDiskussions- marathonsdesTages–heftigweiterüberdasThema«PatriotismusvondeutschenMusli- men».AuchwennamEndenochvieleFragenoffenblieben,sonahmendieTeilnehmenden dochvieleAnregungenundvorallemneueKontaktemitnachHause. DieVeranstaltungfandimRahmendermehrtägigeninternationalenKonferenz«Mus- limealsStaatsbürger»statt,einerKooperationvonKonrad-Adenauer-Stiftung,Bundes- zentralefürpolitischeBildungundHeinrich-Böll-Stiftung,unterstütztvonderDeutschen WelleundderUS-Botschaft. Weitere Veranstaltungen – kurz gefasst:  Transatlantische Fachkonferenz »The Migration-Security Nexus – in the light of the Ger- man EU-Presidency»:EuropäischeundamerikanischeFachleutediskutiertenimMärz 2007inBerlindieaktuellensicherheitspolitischrelevantenGesetzeindenUSAundEu- ropasowieihreAuswirkungenaufdieEinwanderungundIntegrationvonImmigrantin- nenundImmigranten.AngesichtsderEU-PräsidentschaftDeutschlandswarenauchdie künftigenEntwicklungendereuropäischenEinwanderungspolitikimKontextderSicher- heitspolitikeinwichtigerAspektderDiskussion.DieKonferenzfandinKooperationmit demBambergerEuropeanForumforMigrationStudies(efms)unddemGermanMarshall FundoftheUnitedStatesstatt. Buchvorstellung: ImJuli2007präsentierteOmidNouripouraufderGaleriederHeinrich- www.migration-boell.de Böll-StiftungseinBuch«MeinJob–MeineSprache–MeinLand».DerinTeherangebo- DiemigrationspolitischeWebsitederHeinrich- renegrüneBundestagsabgeordneteschreibt,wieIntegrationgelingenkann.Erberichtet Böll-StiftungPräsentiertDossierszuaktuellen Themen,VortragsmanuskriptevonKonferenzen voneigenenErfahrungenoderdemArbeitsalltagvonSozialarbeitern.Erzeigtauf,wie undvielesmehr. sichDeutschlandveränderthat,wasdiePolitikversäumthatundwasjetztgetanwerden muss. 
    • 36 Nachwuchsförderung Nachwuchsförderung Studienwerk Die Heinrich-Böll-Stiftung fördert Studierende und Promovierende aller Fachrich- tungen aus dem In- und Ausland und bietet neben materieller Unterstützung auch  individuelle Beratung und Qualifizierung an. Ziel der Nachwuchsförderung ist es,  P   otenziale früh zu entdecken, diese zu fördern und junge Menschen dafür zu gewin- nen, sich weltweit für die Ziele der Stiftung einzusetzen: für mehr Demokratie,   Solidarität untereinander, ökologisches Handeln, nachhaltige Politik und Menschen- rechte weltweit. DieHeinrich-Böll-StiftungkombiniertinderNachwuchsförderungdenLeistungsgedanken mitChancengerechtigkeit.NebenhervorragendenSchul-bzw.Studienleistungenerwar- tetsievonihrenStipendiatinnenundStipendiaten,dasssie«überdeneigenenTellerrand schauen», dass sie Verantwortung für das Gemeinwesen übernehmen und sich gesell- schaftspolitischengagieren.UmjungeMenschenschonfrühzuerreichen,könnensich inzwischenbereitsAbiturientenundAbiturientinnenumeinStipendiumbewerben.Nach einemerfolgreichdurchlaufenenAuswahlverfahrenkönnensiebereitsabdem1.Semester gefördertwerden. Ausrund1300BewerbernundBewerberinnenimJahr2007wähltedasStudienwerk derHeinrich-Böll-StiftungineinemdreistufigenAuswahlverfahren326aus.AnderAus- wahlwaren25MitarbeitendederStiftung,rund140Vertrauensdozentenund-dozentin- nensowie40AuswahlkommissionsmitgliederausWissenschaft,PolitikundGesellschaft beteiligt;unterihnenauchStipendiatinnenundAlumniderStiftung.DiemeistenBetei- Dr. Karen BandlowstudierteEuropäischeund ligtenengagiertensichehrenamtlichundunterstütztendieStiftungtatkräftigindemauf- OstasiatischeKunstgeschichteundSinologie wändigenAuswahlprozess,derohnesienichtzurealisierengewesenwäre. inFreiburg,Chengdu/V.R.China,Heidelberg undLondon.SieistehemaligePromotionssti- pendiatinunduntersuchteinihrerDissertation Förderschwerpunkte und Finanzierung  dieBeziehungzwischen«RoyLichtensteinund Ostasien».Forschungsaufenthalteführtensiein ImJahr2007konnteninsgesamt769StipendiatinnenundStipendiatengefördertwer- dieUSA,nachChina,JapanundSingapur.Seit den,davon603Studierendeund166Promovierende.DieStipendienwurdenüberwiegend 2007arbeitetsieamInstitutfürKulturaus- tauschinTübingenundistVorstandsmitgliedim ausöffentlichenMittelnfinanziert:670StipendienausMittelndesBundesministeriums Alumni-VereinderHeinrich-Böll-Stiftung. fürBildungundForschung,98ausMittelndesAuswärtigenAmtes(InternationalesPro- gramm)undeinesausDrittmittelnderBritta-Lohan-Gedächtnisstiftung.DieDauerder FörderungvariiertimRegelfallzwischen1½und3Jahren.NebendenFörderschwer- punktenindenGeistes-undSozialwissenschaftensowieKunst-undKulturwissenschaften bautdieStiftungihreFörderunginbisherunterrepräsentiertenFachdisziplinen,wiez.B. Wirtschafts-,Rechts-,Technik-,Medien-undNaturwissenschaften,weiteraus.Frauen (imJahr2007ca.66ProzentderGeförderten)undMenschenmitMigrationshintergrund (imJahr2007ca.18Prozent)sindbesondereZielgruppen. Fächerverteilung  1 Kunst,Kunstwissenschaften  8% 2 Sprach-undKulturwissenschaften  34% 6% 1% 8% 7% 3 Rechts-und  Wirtschaftswissenschaften 15% 4 Sozialwissenschaften  21% 5 Mathematik,Naturwissenschaften  7% 21% 34% 6 Humanmedizin  6% 8 Agrar-,Forst-und   Ernährungswissenschaften 1% 15% 9 Ingenieurswissenschaften  8%
    •  Nachwuchsförderung 37 Internationaler Austausch  InternationaleBegegnungsräumezuschaffenunddenwissenschaftlichenAustauschzu fördern,isteinvorrangigesZielderStiftung.DasStudienwerkunterstütztStipendiatin- nenundStipendiaten,dieimAuslandstudieren,forschenodereinPraktikumabsolvieren wollen.BesondersbeliebtsindmehrmonatigePraktikaindenAuslandsbürosderStiftung. ImJahr2007gingeninsgesamt207StipendiatinnenundStipendiatenmitUnterstützung derStiftunginsAusland.DiebeliebtestenLänderfürAuslandsaufenthaltesindnachwie vorFrankreichundGroßbritannien. DasStudienwerkfördertauchStudierendeundGraduierteausdemAusland,diein DeutschlandihrStudiumaufnehmenoderpromovierenwollen.Diemeistenkommenaus Ost-undMittelosteuropasowiedenGUS-Staaten;unterdeninternationalenStipendiatin- nenundStipendiatenmachensieetwadieHälfteallerGefördertenaus. Ideelle Förderung  DasStudienwerkbietetseinenStipendiatinnenundStipendiatenmehralsnurfinanzielle Unterstützung.EigeneGestaltungsmöglichkeitenauszuloten,neueDenkräumezueröffnen undüberPolitikzustreiten,VernetzungundinternationalenAustauschzufördern–dies sindzentraleAnliegenderideellenNachwuchsförderunginderHeinrich-Böll-Stiftung. DasStudienwerkermuntertzurgesellschaftspolitischenAuseinandersetzung,fördertdie überfachlicheQualifizierungunddiepersönlicheEntwicklungseinerStipendiatinnenund Stipendiaten.DasumfangreicheBegleitprogrammfürStipendiatenundEhemaligebe- stehtaus70bis80bundesweitstattfindendenEinzelveranstaltungenimJahr,darunter zahlreicheTreffendervonStipendiatenselbstorganisiertenArbeitsgruppen.ZudenGroß- veranstaltungenmitjeweilsmehrals100Teilnehmendengehörendiehalbjährlichstatt- findenden Einführungsseminare, die einwöchige Sommerakademie «Campus» und das regelmäßigeTreffenderEhemaligen.HinzukommenVeranstaltungenderHeinrich-Böll- StiftunginBerlinundihrerLandesstiftungen. DarüberhinauserhaltendieStipendiatinnenundStipendiatenindividuelleBeratungen bezogenaufStudienplanung,Promotionsprojekt,AuslandsaufenthalteoderKarrierepla- nung.Vernetzungs-undKontaktinitiativenrundendasProgrammab.Dazugehörenregel- mäßigeTreffenundderAustauschuntereinander,dievirtuelleKommunikationüberdas Intranet(www.boell-studynet.de)sowiePraktika-Angebote,z.B.indenLandesstiftungen derHeinrich-Böll-StiftungundindenAuslandsbüros. Wichtige Veranstaltungen im Jahr 2007  «AnsichteneinerStiftung»–indenfüralle«Neuen»obligatorischenEinführungssemina- rennehmendieStipendiatinnenundStipendiatenerstmalsTuchfühlungmitderStiftung aufundknüpfenKontaktezuihrenMitstipendiaten.DieSeminarestehenjeweilsunter einemthematischenSchwerpunkt,imJahr2007warenes«Nachhaltigkeit»und«Kunst- förderung».ImRahmenderpolitischenDebattebeantwortetenDr.MichaeleSchreyerund EdithMüller,beidesMitgliederimAufsichtsratderHeinrich-Böll-Stiftung,Fragenzur grünenGeschichteundPolitikundberichtetenvonihrenpersönlichenErfahrungeninder politischenAuseinandersetzung. NichtmehrausdemVeranstaltungsprogrammwegzudenkenistdiealljährlicheSom- merakademieinBadBevensen–der»Campus».ImSommer2007gingesumdasThema «ZukunftderArbeit».WelcheVorstellungenvonrealenodergewünschtenArbeitsverhält- nissenhabenwir?Wasunterscheidet«Arbeit»von«Nichtarbeit»oder«Freizeit»,undwel- cheAlternativenzurErwerbsarbeitkönnteesgeben,umdieeigeneExistenzzusichern? Prof.GerdGrözingervonderUniversitätFlensburgstelltedasModelleiner«Arbeitszeit- agentur»vor,dieanalogzurBundeszentralbankpolitischunabhängigflexibleKontingente derArbeitszeitfreigibt,sodieIdee.DieArbeitszeitagenturlegtDurchschnittsarbeitszei- tenfest,FirmendiemehrArbeitszeitverbrauchen,leistendafüreineAbgabe.Ausgangs- KonzertmitJuliusHimmler(Cello)inBad punktvonGrözingersÜberlegungistdieTatsache,dassderhohenArbeitslosigkeitaufder Bevensen einenSeite,einestarkeBelastungvielerBeschäftigtendurchMehrarbeitgegenübersteht.
    • 38 Nachwuchsförderung Der«Campus»–alljährlicheSommerakademie inBadBevensen IndenvondenStipendiatinnenundStipendiatenwährenddesCampusselbstorganisier- tenSeminarengingesu.a.umdieEuropäisierungderArbeitswelt,umPrekarisierungund Überfluss,HannahAhrends«Vitaactiva»undumGeschlechterfrageninBerufundWis- senschaft.EsgabzudemverschiedeneWeiterbildungsmöglichkeiten;dasAngebotreich- tevomDiversity-TrainingbishinzuZeitmanagement-undSchreibtrainings.Abgerundet wurdederCampusdurcheinKonzertinderKlosterkirchemitWerkenvonVivaldi,Bach, Chopin,Saint-Saens–vorgetragenvonderStipendiatinPolinaKuchyk(Klavier)unddem StipendiatenJuliusHimmler(Cello)–unddemlegendären«Kulturcampus»:zweieinhalb StundenProgrammderStipendiaten–angefangenvoneinemSketch«grünerTalente»bis hinzurRezitationvonGedichtenvonJandlundMorgenstern. ZudenimJahr2007neuinsProgrammaufgenommenenVeranstaltungengehörtdas Seminar«Fortschreibung:DasLebenHeinrichBöllsimSpiegelderbundesrepublikani- schenGeschichte».UnterderkundigenAnleitungvonMarkusSchäferausdemKölner Böll-ArchivbeschäftigtensichdieStipendiatinnenundStipendiaten,dieaussehrunter- schiedlichenFachrichtungen–vonMaschinenbaubisPhilosophie–kamen,mitTexten, Bild-undTon-DokumentenHeinrichBöllssowiedenVerfilmungenseinerRomane«Haus ohneHüter»und«GruppenbildmitDame».ZuGastwarenaußerdemJochenSchubert vomBöll-ArchivsowieRenéBöll,derSohndesSchriftstellers,miteinemDiavortragmit persönlich-historischenundaktuellenImpressionenderirischenLandschaftrundumBölls FeriendomizilaufderInselAchill.DasabwechslungsreicheSeminar,zudemu.a.ein WaldspaziergangmitLesestationenzuBöllsWerkenausdensechzigerJahrengehörte, wecktebeidenTeilnehmendendieLustamWeiterlesen.EswirdkünftigeinenfestenPlatz imVeranstaltungsprogrammdesStudienwerkseinnehmen. NeuimJahr2007warauchdasSeminar«InternationalePerspektiven»,beidemesum FragenderinternationalenOrientierungwährenddesStudiums,aberauchimspäteren Berufslebenging.SeminarleiterwarenAlumnaeundAlumni,dieselbstübervielfältige AuslandserfahrungenverfügenunddenStudierendenEinblickindieMöglichkeitender beruflichenQualifizierungaufinternationalerEbenevermittelnkonnten. DritteNeuheitimProgrammisteineFilmreihe,inderinunregelmäßigenAbständen WerkevonStipendiatenundAlumnaegezeigtwerden.DenAuftaktmachtenimJahr2007 vier«Ehemalige»:CelesteVargaszeigteihrenFilmüberdie«Quilombola»imNordos- tenBrasiliens,AnnePützihreArbeitüber«JesusFreaks»,BiancaSchemelihrenFilm «Fremde(n) Nachbarn», der vier ehemalige vietnamesische Vertragsarbeiterinnen der Dr. Christian ChuaistehemaligerStudien- stipendiatundpromovierteimFachSoziologie/ DDRporträtiert,undDanielBurgholzseinenFilm«Brigadistas»überdieletztennochle- PolitischeÖkonomiezumThema«Chinese bendenKämpferderinternationalenBrigadeninSpanien. BigBusinessinIndonesia».Erabsolvierte AufgrundderüberauspositivenResonanzderVorjahreveranstaltetedasStudienwerk dasTraineeprogrammderDeutschenBank auchimJahr2007wiedereinDokumentarfilmseminar.DortkonntendieTeilnehmenden undbeschäftigtsichheutealsExperteinder eigeneFilmideenrealisierenunddieErgebnissewährendderSommerakademiepräsen- Personalentwicklungu.a.mitderFörderung vonJunior-TalentenundmitdemRelationship tierten.AuchdasSeminarzurPolitikberatung,daseinenEinblickindieunterschiedlichen ManagementChina.DanebenisterLehrbeauf- FacettendesBeratungsbedarfesvonPolitikverschafft,wurdefortgeführt.Mitdabeiwa- tragterimFachSüdostasienwissenschaftenan rendiesmalu.a.BärbelHöhn,MdBvonBündnis90/DieGrünen,UlrikeRiedel,Staatsse- derGoethe-UniversitätFrankfurt/M.undander kretärina.D.,Dr.RenéWildangel,MitarbeiterderFraktionvonBündnis90/DieGrünen Humboldt-UniversitätBerlin. undAlumnus,Dr.MichaelDaxner,BeraterdergrünenBundestagsfraktionundheuteu.a.
    •  Nachwuchsförderung 39 (l)Alumni-Salon:WeltcafezumThema «Klimawandel» (r)EinführungsseminarinWerftpfuhl MitgliedimFachbeiratStudienwerk,sowieDr.ViolaNeuvonderDeutschenGesellschaft fürPolitikberatunge.V. DieKooperationzwischendemStudienwerkunddenLandesstiftungenermöglichteden StipendiatinnenundStipendiatenderStiftungauchimJahr2007wiederdieTeilnahme anWorkshopsderReihe«PolitikManagement».DieReihebietetpraxiserprobteKonzepte fürjenean,dieihrepolitischeArbeitprofessionalisierenwollen.AufgebautimModulsys- temvermittelnWorkshopszuVorstandsarbeit,Interviewtraining,Redenschreibenoder KonfliktmanagementdasnotwendigeKnow-how,umerfolgreichPolitikzugestalten. Promotionsförderung und Promotionskollegs  BeimjährlichstattfindendenPromovierendenforumpräsentiertenPromotionsstipendia- tenund-stipendiatinnenderHeinrich-Böll-StiftungihreForschungsarbeitenundstellten sichderDiskussion.ÜberdenthemenbezogenenAustauschhinausgingesauchumprakti- scheFragenderPromotionsstipendiatenund-stipendiatinnenundumforschungsstrategi- scheFragen.ZweiGruppenvonPromovierendenorganisiertenzudemzweianspruchsvolle öffentlicheFachtagungenzudenThemen«Inklusion/Exklusion:TheoretischePerspekti- ven»und«PsychiatrischeKrankenaktenalsMaterialderWissenschaftsgeschichte». NebenderFörderungeinzelnerDoktorarbeiteninitiiertdasStudienwerkinKooperati- onmitHochschulenundjeweilseinerFachabteilungderHeinrich-Böll-Stiftungseitmeh- rerenJahrenPromotionskollegs.SiebietendenPromovierendeneinequalifizierteAus- bildungimKollegteam,bringensieinKontaktmitExpertinnenundExpertenausdem StiftungsumfeldundunterstützensomitdenPolitik-Wissenschafts-Transfer.Derzeitwer- deninsgesamtfünfKollegsgleichzeitiggefördert.Zweidavonwurden2007neuinitiiert: AnderHumboldt-UniversitätinBerlindasKolleg«DieZukunftdereuropäischenStadt. FormenundFolgenvonNewUrbanGovernance»unterderLeitungvonProf.Dr.Häu- ßermann(Humboldt-UniversitätBerlin)undProf.Dr.Helbrecht(UniversitätBremen); inKasselpromovierenseitApril2007fünfKollegiatenundKollgiatinnenderHeinrich- Böll-StiftunggemeinsammitStipendiatenderHans-Böckler-Stiftungzumgemeinsamen Themenfokus«GlobalSocialPoliciesandGovernance».LeiterdiesesKollegssindProf. Dr.ScherrerundProf.Dr.Burchardt,beidevonderUniversitätKassel.Bereitsseit2005 arbeitetdasKolleg«ÜberwindungvonDiktaturenundAufbauvonZivilgesellschaftenim Ost-West-Vergleich»mitgroßemErfolganderUniversitätHeidelberg.DiefünfKollegi- atinnenkonzipiertenimHerbst2007zweivielbeachteteinternationaleKonferenzenzu denThemen«AufarbeitungderDiktatur–DiktatderAufarbeitung?Normierungsprozesse beimUmgangmitdiktatorischerVergangenheit»und«DiktaturüberwindunginEuropa: NeuenationaleundtransnationalePerspektiven».DamitdokumentiertendiePromovie- renden,dasssiedenanregendenKontext,indemsiepromovieren,nichtnurfürdieeigene Weiterqualifikation,sondernauchfüreinenweiterführendenwissenschaftlichenDiskurs ausfüllenkonnten. Insgesamtsieben,vonStipendiatinnenundStipendiatenselbstinitiierteArbeitsgruppen beschäftigtensichauchimJahr2007mitSchwerpunktthemenderStiftung,beispielswei-
    • 40 Nachwuchsförderung semitMigration,Wirtschaftspolitikoderder«PartizipatorischenDemokratie».Finanzi- ellwerdendieseselbstorganisiertenArbeitsgruppenvonderStiftungunterstützt,müssen zuvorjedocheinedetaillierteundrealistischeProjektplanungvorlegenunderprobenda- mitsogleichTechnikendesProjektmanagements. Journalismus-Programme  UnterdemTitel«Medienvielfalt,anders:JungeMigrantinnenundMigrantenindenJour- nalismus!»hatdieHeinrich-Böll-StiftungimJahr2007einMedien-Stipendienprogramm fürjungeMigrantenundMigrantinnenaufdenWeggebracht.UnterstütztwirddasPro- grammvonderBerlinerTageszeitungtaz,von adiomultikulti(RBB),derDeutschen R Welle,derAgentur«ZumgoldenenHirschen»undderRobert-Bosch-Stiftung.«ÜberMi- grantenberichtenMedientäglich.EswirdZeit,dassMedienauchvonJournalistenmit Migrationshintergrundmitgestaltetwerden.InGroßbritannienoderFrankreichistge- Melanie HauensteinstudierteEntwicklungs- sellschaftlicheVielfaltinPrintmedienundamBildschirmzurPrime-Timesichtbar.In politikundInternationaleBeziehungenund DeutschlandsindMigrantennocheineAusnahmeerscheinung.Daswollenwirändern.»,so wurdemiteinemStudienstipendiumgefördert. StiftungsvorstandRalfFücksbeiderVorstellungdesneuenProgramms,dasnebendem BeiArbeitsaufenthaltenundPraktikainNicara- StipendiumaucheinumfangreichesBegleitprogrammsowiePraktikaundVolontariate gua,CostaRica,BerlinundNewYorksammelte beidenbeteiligtenMedienpartnernbeinhaltet.EsrichtetsichgezieltanAbiturientenund sieErfahrungimBereichländlicheEntwicklung undMigration.SeitMärz2005arbeitetsiefür StudierendeausEinwandererfamilienbzw.binationaleroderbikulturellerHerkunft,die dieFriedensmissionderVereintenNationenin indenJournalismuswollen.DasimHerbst2008beginnendeQualifizierungsprogramm derDemokratischenRepublikKongo,wosiesich umfasstu.a.KurseundSeminarezurVermittlungjournalistischer(«handwerklicher») insbesonderefürdieerstenfreienWahlenseit Kompetenz,ThemenworkshopsundSeminarezuMedienpolitikundberufsethischenFra- über40JahrenimKongoeinsetzte. gestellungen.DieZusammenarbeitmitdenbeteiligtenMedienpartnernermöglichtden StipendiateneinepraxisorientierteAnwendungderProgramminhalteundeinenZugang zujournalistischenNetzwerken.ImerstenAuswahlverfahrenimJahr2007konntenbe- reitssiebenStipendiatinnenundStipendiatenfürdieTeilnahmeandemProgrammausge- wähltwerden. BereitsimzweitenJahrbeteiligtesichdieHeinrich-Böll-Stiftungzudemandem«Euro- päischenJournalisten-Fellowship»-ProgrammanderFreienUniversitätBerlin(Institut fürPublizistikundKommunikationswissenschaft).JournalistenundJournalistinnenüber- wiegendausOst-undMittelosteuropasowieausdenGUS-StaatenhabendieMöglichkeit, einJahrlanginBerlinaneinerRecherchezuarbeiten;dieHeinrich-Böll-Stiftungunter- stützteimletztenJahreineJournalistinausSlowenienmiteinemStipendium. Alumni-Vernetzung  DasStudienwerksuchtdenKontaktzuseineninzwischenrund1800ehemaligenStipen- diatinnenundStipendiatenundfördertdenAustauschunddieKooperationunterihnen. EinregelmäßigerscheinenderNewsletterinformiertdieEhemaligenüberNeuigkeitenaus derStiftungundüberdieAktivitätenderAlumni.DerjährlichstattfindendeAlumni-Salon widmetesicham5.und6.Oktober2007demThema«Klima-Wende:Brauchenwireine Revolution?».Fast100ehemaligeStipendiatenbeteiligtensichaneinerlebhaftenDebatte zupolitischenRahmenbedingungenundderFrage,wasmanselbstinSachenKlimaschutz Dr. Sena Yawo Akakpo-Numadoschlossseine tunkann.KennzeichendesAlumni-Salonswar,wieindenVorjahren,dieaktiveTeilnah- PromotionimFachPädagogikzumThema mederEhemaligen,die–obalsModeratorenoderInterviewpartnerimWorld-Café,als «Mädchen-undFrauenbildungindendeutschen Stadtführerin,FotografoderDJ–denAlumni-SalonmitihrerExpertiseundKreativität Afrika-Kolonien1884–1914»miteinemStipen- diumderHeinrich-Böll-StiftunganderRuhr- zumErfolgführten. UniversitätBochumab.2006kehrteernach AmVorabendderVeranstaltunghattesichbereitsderVerein«EhemaligeStipendia- Togozurück.AlsDozentamInstitutfürPäda- tInnenderHeinrich-Böll-Stiftung»gegründet.SeinZiel:AustauschundgegenseitigeUn- gogikderUniversitätvonLoméunterrichteter terstützungauchüberdieFörderdauerhinaus.DerVereinwilleinen«Denkraum»bieten, heuteVergleichendeErziehungswissenschaft.Er indemsichdieEhemaligengemeinsammitgesellschaftspolitischenThemenbeschäftigen. istaußerdemHonorarlehreramGoethe-Institut LoméundExpertebeiWANEP-TOGO(West NebenderVernetzungs-undinhaltlichenArbeitwirdderVereindiefachlicheExpertise AfricanNetworkforPeaceBuilding)fürFrie- derAlumniundAlumnaedokumentierenundinteressiertenInstitutionenanbieten.Darü- denserziehung.ErsetztsichfürmehrBildung berhinausbietensichdieehemaligenStipendiatinnenundStipendiatenauchdenaktuell undAufklärungunterJugendlicheneinundfür GefördertenalsMentorenan.DieEinrichtungeines«Solidarfonds»istgeplant,uminNot einefriedlicheDemokratisierunginTogo. gerateneStipendiatinnenundStipendiatenzuunterstützen.
    •  Nachwuchsförderung 41 Internationales Parlaments-Stipendien-Programm  AuchimJahr2007hieltensichnahezu100HochschulabsolventenausFrankreich,Mit- tel-,Ost-undSüdosteuropaunddenUSAinBerlinauf,umineinemmehrmonatigenPrak- tikum bei einem Abgeordneten des Deutschen Bundestages die Entscheidungsprozesse deutscherPolitikkennenzulernen.DieTeilnehmerundTeilnehmerinnendesParlaments- Stipendien-ProgrammssehenihrenzukünftigenKarrierewegimDiplomatischenDienst, inPolitikundVerwaltungihrerHeimatländer.KernstückdesAufenthaltesinDeutschland sinddieStudienseminaredersechspolitischenStiftungen.DasStudienwerkistKoordi- natorinderSeminarederHeinrich-Böll-Stiftung;durchgeführtwerdensievonvierver- schiedenenLandesstiftungen.Themenwie«IntegrationspolitikamBeispielHamburgs», Dr. Franziska Fichtmülleristehemalige «NGOs als Korrektur der ‚Zuschauerdemokratie‘», «Interventionsmöglichkeiten gegen Promotionsstipendiatin.VordemStudiumder Rechtsextremismus»undFragenzudeutsch-deutscherIdentitätboteneinbreitesSpekt- Pflegepädagogikarbeitetesiezunächstals rumderinhaltlichenAuseinandersetzung. KrankenschwesterundalsLehrerinfürKranken- pflege,daihrinderDDRderWegzumAbitur versperrtblieb.InihrerDissertationuntersuchte «Wozu Geisteswissenschaften?»  siedieWirkungszusammenhängevonLehren undLernenindenPflegeausbildungen.Parallel dazuwarsiemehrereJahrealsDozentininder BrauchenwirdieGeisteswissenschaften?WelchenSinnund«Nutzen»habensieheutein Fort-undWeiterbildungvonPflegendensowie derGesellschaft?Undwaswäre,wennesdieGeisteswissenschaftennichtmehrgäbe?Die- inderFortbildungvonPflegelehrkräftentätig. seundähnlicheFragenstandenimMittelpunkteineröffentlichenFachtagungam16.No- Siearbeitetseit2007alswissenschaftliche vember2007inBerlin,dieimRahmenderalljährlichenTagungderVertrauensdozentin- MitarbeiterinamInstitutfürMedizin-/Pflege- nenund-dozentenstattfand.ZumEndedesJahresderGeisteswissenschaftenversuchten pädagogikundPflegewissenschaftderBerliner Charité. dierund60TeilnehmendeneineersteBilanzzuziehen.Prof.Dr.ClemensAlbrechtpro- gnostizierteinseinemprovokantenEinführungsvortragdenGeisteswissenschaftenkeine Zukunft;erkritisiertevorallemdenBedeutungsverlustderGeisteswissenschaftenunddie ÖkonomisierungstendenzeninallenGesellschaftsbereichen.DieanschließendeFishbowl- Diskussion,vonderWissenschaftspublizistinDr.HazelRosenstrauchmitvielEspritmo- deriert,kamjedochzueinemanderenSchluss:DieRelevanzderGeisteswissenschaftensei groß,nurmüsstensiesichdiesemAnspruchauchselbstbewusststellen.Kontroversdebat- tiertwurdehier,wiedieRollederGeisteswissenschaftenheutevonihrenRepräsentanten beschriebenwird,welcheSchnittstellenesmitanderenDisziplinengibtundwieMachtver- hältnisseinnerhalbderWissenschaftenetabliertwerden. DerzweiteTeilderTagungbliebdenVertrauensdozentenundAuswahlkommissionsmit- gliedernvorbehaltenundstandimZeicheninternerFragenwiebeispielsweisedemProb- lemderMessungundBeurteilungvongutenStudienleistungen. TeilnehmerundTeilnehmerinnendesRollen- spielszumThema«Wirtschaftspolitik»
    • 42 Zeitgeschichte Zeitgeschichte Die Interpretation historischer Ereignisse ist von großer politischer Bedeutung.   Gerade kollektive bzw. nationale Identitäten gründen auf solchen Geschichtsdeu- tungen. Diese kritisch zu hinterfragen, darum bemüht sich die Heinrich-Böll-Stiftung  regelmäßig in Veranstaltungen und Publikationen zur Erinnerungskultur und Gedächt- nispolitik. Dazu gehört auch die Beschäftigung mit Nationalsozialismus und den   Folgen anderer totalitärer Ideologien.  TagungundPublikation  Berlin: Erinnerung an Petra Kelly anlässlich ihres 60. Geburtstages PetraKellywareineherausragendePersönlichkeitderdeutschenGrünen,eineIkoneder weltweitenAntiatom-undFriedensbewegungundeineVorkämpferinfürÖkologieund Menschenrechte.ImNovember2007wäresie60Jahrealtgeworden.FürdieHeinrich- Böll-StiftungeinguterAnlass,sichanPetraKellyundihreBedeutungfürdieGrünenzu erinnern.DieStiftungwürdigtesiemiteinemgroßformatigenFotoband,deranhandvon, zumTeilunveröffentlichtenFotosdiewichtigstenStationenausihremLebenzeigt. EinenBlickzurücknachvornwarfdieStiftungaufderTagung«GrüneMetamorphosen –Zum60.GeburtstagvonPetraKelly»vom28.bis29.November2007.Washätteuns PetraKellyheutezusagen?KönnteihrPolitikansatznochGeltungbeanspruchen? DieinternationaleReputationPetraKellysalsmoralischeInstanzistungebrochenhoch, sovielwurdeindenRedebeiträgenihrerWeggefährtenschnelldeutlich.Nichtnurihre DerBildbandzeigtanhandvonzumTeilunver- Themenwiez.B.dieinternationaleFriedenspolitikoderihrEinsatzfürTibet,sondern öffentlichtenFotosdiewichtigstenStationenaus auchihrmoralischerRigorismusunddieFormenihrespolitischenHandelnsfandenund demLebenPetraKellys(1947–1992).Auszüge ausOriginaltextenKellysmachennichtnurdie findenbesondersindenangelsächsischenLänderngroßenAnklang. persönlichenMotivefürihrpolitischesEngage- InDeutschlandselbstgerietPetraKellyEndederachtzigerJahrezunehmendanden ment,sondernauchdieHoffnungen,Ängsteund RandderGrünenPartei.WaslagdiesemEntfremdungsprozesszugrunde?Wiegestaltet KämpfeihrerZeitdeutlich.DasBuchbeinhaltet sichdasVerhältnisvonMoralundPolitikheutefüreinePartei,dieihreErfahrungenmit zudemsechsEssayszuKellysLebenundWerk Regierungsverantwortunggemachthat?DaraufversuchtenverschiedenePodieneineAnt- sowieStellungnahmenvonWeggefährten. wortzugeben.StefanGosepath,ProfessorfürPraktischePhilosophieundPolitikwissen- schaftleranderUniversitätBremen,erläutertedasVerhältnisvonGesinnungs-undVer- antwortungsethik,dasalsParadigmaheutenochfürdiePolitikgültigsei.KristaSager, MdBfürBündnis90/DieGrünen,erklärte,einePolitikohnemoralischeGrundierungsei letztenEndesunverantwortlich. Petra Kelly. Eine Erinnerung   DerFragenachdemVerhältnisvonparlamentarischerPolitikundsozialenBewegungen Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung gingenMarieluiseBeck,MdBfürBündnis90/DieGrünen,undTobiasMünchmeyervon Berlin2007,192Seiten Greenpeacenach.Sieversichertenzwar,dassbeideSeitenaufeinanderangewiesenseien, 140Foto rafien,20Euro g MünchmeyerwarfderPolitikabervor,siehabesichihrerVerantwortunggegenüberden ISBN978-3-927760-68-4 AnliegenderNichtregierungsorganisationenentzogen. Fachtagung Berlin: Trauma und Terror. Der Deutsche Herbst und seine Folgen BisheuteistdieDebatteumdenpolitischenTerrorismusdersiebzigerJahreinderBun- desrepublikhochemotionalisiert.DreißigJahrenachdem«DeutschenHerbst»fragtedie Heinrich-Böll-StiftungaufeinerFachtagungam25.Oktober2007inBerlinnachdessen UrsachenundFolgen. Italien,alseinLandmitähnlichenTerrorerfahrungen,wurdezumVergleichherange- zogen.GroßesInteressefandendieAusführungenvonAngeloBolaffi,demLeiterdesita- lienischenKulturinstitutsinBerlin.ErstelltediepolitischeGewaltdersiebzigerJahrein ItalienunddendeutschenTerrorismusinihrenjeweiligenKontext:InItalienkamendie UrsprüngeausderArbeiterbewegung,diemitderlinksradikalenproletarischenBewe- gungengverbundenwar.InDeutschlandwarenesAußenseiterausdemBürgertum,die sichideologischalsInternationalistenverstanden.
    •  Zeitgeschichte 43 AufdemAbschlusspodiumgingesu.a.umdieFrage,wiedieGeschichtedesdeutschen Terrorshelfenkönne,mitdeminternationalenislamistischenTerrorismusumzugehen. DieAntwortenzeugtenehervoneinergewissenRatlosigkeit.GerhardBaum,ehemaliger Bundesinnenminister,warntevorderAusrufungdespermanentenAusnahmezustands.Er räumteinseinenAusführungenentscheidendeFehlerimdamaligenstaatlichenHandeln einundsprachsichengagiertgegendievomheutigenInnenministergeplantenMaßnah- menzurInnerenSicherheitaus. Tagung Berlin: Das Israelbild in Deutschland – der Sechstage-Krieg als  Wendepunkt?  DerSechstage-Kriegvom5.biszum10.Juni1967zwischenIsraelundseinenarabischen NachbarstaatenÄgypten,JordanienundSyrienhatnichtnurdiepolitischeLandkarteder Regionverändert,auchDeutschlandsSichtaufIsraelwardanacheineandere.Vielesahen IsraelnichtmehralsdenbedrohtenStaatderOpfer,sondernalsneuesMachtzentrumim NahenOsten.ImJuni2007–vierzigJahrenachdemKrieg–luddieHeinrich-Böll-Stif- tungundderZentralratderJudeninDeutschlandzueinerTagunginsBerlinerCentrum Judaicum,umüberdieAuswirkungendesKriegesaufdasIsraelbildinDeutschlandzudis- kutieren.Wiereagiertez.B.diedeutscheLinke?DergrüneBundestagsabgeordneteJerzy Montagverwiesdarauf,dassesdamalsverschiedenste,sichzumTeilablehnendeGruppie- rungengegebenhabe,vonderLinkenkönnealsokeineRedesein.Währendmanchedurch- ausSolidaritätmitIsraelbekundeten,spieltenantizionistischeArgumenteimdamaligen SozialistischenDeutschenStudentenbundeinegroßeRolle. DieAbschlussdebatteunterdemTitel«DeutschlandundIsrael–(K)einkrisenresisten- tesVerhältnis»wurdeSchauplatzeinespolitischenSchlagabtauschs,indemDieterGrau- mann,VizepräsidentdesZentralratesderJuden,derDDReinenTraditionsantisemitismus vorwarf,dersichinderIsraelfeindlichkeitderLinkenheutefortsetze.ErsahfürdieZu- kunftdieGefahr,dassDeutschlandmehrundmehraufDistanzzuIsraelgeht. EuropäischeSommer-Universität Ravensbrück: Zwangsprostitution und Krieg  HäftlingsbordelleinKonzentrationslagernwarenTeileinesvonderSSorganisiertenBor- dellsystems–eininderGeschichtederKonzentrationslagerwenigbeachtetesPhänomen. DiealljährlicheEuropäischeSommer-UniversitätderGedenkstätteRavensbrück,dieu.a. vonderHeinrich-Böll-Stiftungunterstütztwird,beschäftigtesichvom3.bis7.September 2007mitdiesemThemaundspanntedabeidenBogenvonderZwangsprostitutionweib- licherKZ-HäftlingeinEuropa,denasiatischenZwangsprostituiertenunterjapanischer BesatzungwährenddesZweitenWeltkriegesbisindieGegenwart.EinigederOpfer,dar- unterauchFrauenausKoreaundJapan,sogenannte«comfortwomen»,dieinjapanischen Lagerninhaftiertundmissbrauchtwurden,erzähltenvonihrenleidvollenErfahrungen. UmdenBegriff«Zwangsprostitution»schärferzufassen,wurdeheftigdarüberdisku- tiert,welcherEntscheidungsspielraumdenFrauenindiesenextremenGewaltsituationen zukomme.AuchFragendesjuristischenUmgangsiminternationalenKontextunddamit verbundendieRolledesInternationalenStrafgerichtshofsinDenHaagwurdenaufge- worfen.DieAbschlussveranstaltungstandganzimZeichenaktuellerKonfliktherde.So berichteteLotteLeichtvonHumanRightsWatchüberdieprekäreLagederFraueninDar- fur,dieextremuntersexuellerGewaltzuleidenhaben. Diskussion Kapstadt: Vergangenheitsbewältigung in Südafrika und Deutschland DasInteresseanderAufarbeitungderVergangenheitinSüdafrikaistnachwievorgroß. Über100BesucherdrängtensichimJuli2007indasNelsonMandelaGatewayAuditori- uminKapstadt,umdieVorträgevonMarianneBirthlerundVerneHarriszuhören.Ma- rianneBirthler,seit2000BundesbeauftragtefürdieUnterlagendesStaatssicherheits-
    • 44 Zeitgeschichte dienstes,berichtetevondenErfahrungen,dieDeutschlandseit1989mitderAufarbeitung undDokumentationdesDDR-RegimesundderStasi-Aktengemachthat,erzählteaber auchpersönlicheErlebnisseausderZeitdes(kollabierenden)DDR-Regimes. VerneHarris,einerderengagiertestenKöpfeaufdemGebietderAufarbeitungderVer- gangenheitinSüdafrika,übernahmdensüdafrikanischenPartundmachtekeinenHehl ausseinerKritikamUmgangmitderDokumentationderVergangenheitinseinemLand. InderDiskussionmitdemPublikumgingesu.a.umdasVerhältniszwischen«Frieden undVersöhnung»und«Gerechtigkeit»inbeidenLändern.KanneseineSchlussstrich-Re- gelunggeben?WiekönnendieDokumentezuForschungszweckenverwendetundgleich- zeitigdiePersönlichkeitsrechtederBetroffenengewahrtwerden? OrganisiertwurdedieDiskussionvonderHeinrich-Böll-Stiftungunddemsüdafrikani- schenInstituteforJusticeandReconciliation(IJR).DieVeranstaltungzeigte,dassesfür beideLänderbeimThemaVergangenheitsbewältigungenormesPotentialfürMeinungs- undErfahrungsaustauschundfüreingegenseitigesVoneinander-Lernengibt.EineFolge- veranstaltungfür2008istgeplant. Fachtagung Berlin: Kruzifixe, Karikaturen und Kopftuch: Demokratie und religiöser  Pluralismus im transatlantischen Vergleich Dieamerikanisch-religiöseRhetorikinderPolitikstößtinEuropaaufUnverständnis.Das moderneEuropaverstehtsichalseinHortreligiöserToleranz,dieAufklärunggiltalsei- nerihrerGründungsmythen.Dabeiwirdübersehen,dassinvieleneuropäischenLändern dieTrennungvonStaatundKircheniekonsequentdurchgeführtwurde.Bisheutewerden christlicheKirchenimöffentlichenLebenoftbevorzugtbehandelt.WiesäkularistEuropas politischeKulturtatsächlich?EineTagungderHeinrich-Böll-Stiftungam8.November 2007versuchteeinentransatlantischenVergleichzuziehen.WährendMarciaPally,Pub- lizistinundKulturwissenschaftlerin,NewYorkUniversity,USA,aufdieTraditiondesre- ligiösenPluralismusinderamerikanischenGesellschaftseitderGründungsepochehinwies undbesondersamBeispielderamerikanischenMuslimeaufdenUnterschiedzwischenAs- similationundPartizipationeinging,stellteSusanneLanwerd,Religionswissenschaftlerin ausBerlin,SäkularisierungalsMythosdeseuropäischenstaatlichenSelbstverständnisses vor.SieproblematisiertebesonderseineReduktionaufklärerischenDenkens,dasselbstin Intoleranzumschlagenkann. ImzweitenPanelkamenVertreterinnenundVertreterreligiöserMinderheitenselbst zuWort.SieberichtetenvondenSchwierigkeitenderIntegrationundAnerkennung.Eine wiederholteForderungvonSeitendesPublikumswardienachbessererIntegrationvon Minderheiten. Workshop-Reihe Deutschland: Analyse der parlamentarischen Arbeit von Neonazis InimmermehrdeutschenLandtagenundKommunalparlamentensitzenbekennendeNeo- nazisundrechtsextremeParteien.EinEndedieserEntwicklungistnichtabsehbar.Wie undweshalbknüpfenRechtsextrememitwachsendemErfolgandasAlltagsbewusstsein vielerMenschenan?EntsprichtesdenTatsachen,wenndieNPDaufihreguteVeran- kerungvorOrtverweist?Stimmtes,dasssichRechtsextremeinderparlamentarischen ArbeitinderRegelalsvölligunfähigerweisen?UntersuchungenzudiesenFragengibtes zwar,allerdingsnichtflächendeckend.DieHeinrich-Böll-StiftungwilldieAnalysegezielt vorantreiben.ZusammenmitdemsächsischenBildungswerkWeiterdenkeninderHein- rich-Böll-StiftungundderInitiativeNiPSachsen(NazisindenParlamenten)organisiert sieseit2007eineWorkshop-Reihe,umStandardszurAnalyserechtsextremerparlamen- tarischerArbeitzuerarbeiten.DenndiebloßeTabuisierungderNPDnütztnichts,wenn rechtsextremeInhaltenichtalssolcheerkanntwerden.Erstdannkönnenentsprechende Gegenstrategieneingesetztwerden. DieUntersuchungsergebnissezurArbeitderNPDineinzelnenBundesländernundderen LandesparlamentensowieaufkommunalerEbenewerdenimJahr2008veröffentlicht.
    • Kommunalpolitik 45 Kommunalpolitik Städte sind die entscheidenden Träger von Wirtschaftskraft und sozialer Integration. Sie sind Motor der geistig-kulturellen Entwicklung. Die Zukunftsfähigkeit unserer Gesellschaft hängt darum ganz wesentlich von der Kraft der Städte ab, die aktuellen ökonomischen und gesellschaftlichen Transformationen konstruktiv zu gestalten. Die Heinrich-Böll-Stiftung erarbeitet Empfehlungen für Politik und Gesellschaft, wie die Handlungsfähigkeit der Städte gesichert und der Wandel gemeistert werden kann. Konferenz Berlin: «Banlieue Europa» Soziale Deklassierung, ethnisch-kulturelle Diskriminierung und räumliche Isolation führen in Frankreichs Banlieues immer wieder zu Unruhen von Jugendlichen. Auch in Deutsch- land verbinden sich soziale Ausgrenzung, das Agieren der Polizei und ethnisch geprägte Jugendkulturen immer öfter zu explosiven Mischungen. Häufig wird dies als Scheitern der Integrationspolitik interpretiert. Die Konferenz «Banlieue Europa» hat im November 2007 im Drei-Länder-Vergleich zwischen Frankreich, Großbritannien und Deutschland die Zusammenhänge zwischen Ausgrenzung junger Menschen, Stadtstruktur, Integrati- onspolitik und Jugendkulturen untersucht. In der Diskussion der rund 160 Teilnehmenden mit Politikern, Wissenschaftlern und Bürgeraktivisten wurde deutlich, dass Jugendun- ruhen u. a. als Ausdruck eines enttäuschten Zugehörigkeitsgefühls und eines paradoxen staatsbürgerlichen Selbstbewusstseins zu sehen sind. Großbritannien scheint mit seiner Kombination aus kompromissloser Anti-Diskriminierungspolitik und kommunalen Pro- grammen, die den sozialen Zusammenhalt stärken, am erfolgreichsten zu sein. Das alles nützt aber nichts, wenn man wie in Frankreich die Kommunen als zuständige Instituti- Banlieue Europa. Jugendunruhen – Stadt – on am langen Arm verhungern lässt. Deutschland tut in jedem Fall gut daran, von den Migration Schriftenreihe Demokratie Band 3 guten und schlechten Beispielen der europäischen Nachbarn zu lernen, so das Fazit der Hrsg. von der Heinrich-Böll-Stiftung T agung. Berlin 2007, 64 Seiten ISBN 978-3-927760-73-8 ZukunftsWerkStadt5 Ruhrgebiet: Essen meets Europe – Kultur findet statt Die Stadt Essen hat sich stellvertretend für das Ruhrgebiet erfolgreich als «Kulturhaupt- stadt Europas 2010» beworben. Mit dem Titel sind große Hoffnungen auf einen umfassen- den Wandel der Region verbunden. Die «ZukunftsWerkStadt» der Heinrich-Böll-Stiftung beschäftigte sich am 30. März 2007 im Schauspiel Essen mit der Frage, wie Kultur eine Stadt im Strukturwandel bzw. eine Krisenregion regenerieren kann. Gäste aus anderen Kulturhauptstädten boten reichlich Anschauungsmaterial: Ulrich Fuchs, Projektleiter der Kulturhauptstadt Linz 2009, schilderte, wie die Ernennung zur Kulturhauptstadt die Ent- wicklung von der Industriestadt zur Kulturstadt aktuell unterstützt. Ina Klaasen vom Rot- terdamer Kulturamt zeigte, wie der Titel «Kulturhauptstadt» in der verarmten Hafenstadt einen Selbstfindungsprozess als «Stadt der vielen Erzählungen» initiiert hat. Auch Beat- riz Garcia, Direktorin des Forschungsinstituts «Impacts 08», berichtete von einem kom- pletten Imagewandel, den Glasgow vollzogen habe. Auch das Ruhrgebiet müsse mit Hilfe der Kreativwirtschaft den ökonomischen und demographischen «Turnaround» schaffen, so Dieter Gorny, künstlerischer Direktor der Ruhr 2010 GmbH. Er sah darin eine letzte Chance für das Ruhrgebiet, eine Dramatik, die nicht alle Podiumsgäste teilten. Fachgespräch Berlin: Kommunalpolitischer Dialog «Im grünen Bereich» Neu im Programm der Stiftung ist die Reihe «Kommunalpolitischer Dialog», die sich an grüne kommunalpolitische Entscheidungsträger und -trägerinnen richtet. Den Auftakt
    • 46 Kommunalpolitik machteimNovembereineVeranstaltungzumDauerbrenner«ZukunftkommunalerDa- seinsvorsorge».DieGewährleistungvonDienstleistungenimöffentlichenAuftragistdurch  die EU-Wettbewerbspolitik und die kommunale Finanzkrise in vielen Sektoren unter Druckgeraten.DieTeilnehmendenstimmtenüberein,dasseinedirekteEinflussnahmeauf diekommunalenLeistungsangeboteschwierigergewordensei,betontenabergleichzei- tigdenpositivenEffekteinerstärkerenWettbewerbsorientierungundEffizienz.DieKon- sequenzlautete,dassKommunenwettbewerbsfähigeStruktureninderDaseinsvorsorge brauchen,dieZielbestimmungaberdurchdiePolitikimDialogmitdemBürgermöglich seinmüsse. Fachgespräch Berlin: «Teile und Beteilige»? – Neues Regieren in fragmentierten  Städten Stadt – Land – Grün  Über drei Milliarden Menschen leben in Städten bzw. Ballungsgebieten. Ein Fachge- HandbuchfüralternativeKommunalpolitik sprächderHeinrich-Böll-StiftungundderHabitatUnitderTUBerlinimJuni2007legte Hrsg.vonRitaA.Hermann&GeraldMunierin denSchwerpunktaufdieEntwicklunginLateinamerika.Dortlebenmittlerweiledreivon ZusammenarbeitmitderHeinrich-Böll-Stiftung vierMenscheninStädtenundseitlangemgibtesVersuche,dieEntwicklungderexpan- imVereinzurFörderungkommunalpolitischer dierendenStädtemitBeteiligungsmodellenzusteuernunddemokratischzulegitimieren. Arbeit–AKP Bielefeld2008,320Seiten,16,80Euro Rund80FachleuteundStudierendeausDeutschlandundLateinamerikadebattiertenauf ISBN978-3-9803641-5-7 derzweitägigenVeranstaltungüberMöglichkeiten,durchPartizipationeinensozialge- rechtenKonsensüberdieZielederStadtentwicklungzuerreichen. EindrückevonstädtischerSegregationvermittelteStefanLanzvonderViadrina-Uni- versitätinFrankfurt/OderamBeispielderElendsviertelvonRiodeJaneiro.Paulados SantosausdemPlanungsministeriuminBrasiliasetztedemBeispielegelungenerIntegra- tion,geradedurchdieStärkungvonBürgerbeteiligung,entgegen.InderDiskussionwurde deutlich,dassPartizipationan(stadt)politischenEntscheidungeninLateinamerikasehr WebdossierzumFachgesprächunter vielstärkereinenWertansichbedeutet.SiewirdalsTeilbürgerschaftlicherTeilhabeund www.boell.de/alt gelebterDemokratiegefordertundauchgelebt. Pilotprojekt Palästina: Umweltprogramm auf kommunaler Ebene DiepolitischeEntwicklungindenpalästinensischenGebietenhatzueinerweitgehenden LähmungstaatlichenHandelnsgeführt.ZwarfandenindenletztenJahrenGemeindewah- leninderWestbankundimGaza-Streifenstatt,dochangesichtsunklarerKompetenzen kannvoneinerkommunalenSelbstverwaltungkaumdieRedesein.DerHandlungsbedarf istabergeradeinumweltrelevantenAngelegenheitenindenletztenJahrenerheblichge- wachsen.ImRahmeneinesgemeinsammitdenpolitischenStiftungenundderGesellschaft fürTechnischeZusammenarbeit(GTZ)erarbeitetenProgrammszurFörderungderZivil- gesellschaftaufkommunalerEbeneentwickeltedasBüroderHeinrich-Böll-Stiftungin RamallahzusammenmitderGemeindeBaniZeidAl-GharbiyaeinPilotprojekt,indem esumdiepartizipatorischeErarbeitungeineskommunalenUmweltprogrammsundeines Aktionsplanesgeht.WerdendielokalenUmweltprobleme,diedenMenschenaufdenNä- gelnbrennen,ineinempartizipativenProzessidentifiziertundWegezuihrerBehebung undVermeidunggemeinsamentwickelt,dann–sodieAnnahme–sinddieChancenzurer- folgreichenBewältigungwesentlichgrößeralswenn«vonoben»einMaßnahmeprogramm verordnetwird. NacheinerBestandsaufnahmederUmweltproblemeinderGemeindeerarbeitetenörtli- cheUmweltgruppen,VerbändeundFachleuteVorschlägefüreinkommunalesUmweltpro- gramm,dassichandenKriterienderDringlichkeitundMachbarkeitorientierte.Inöffent- lichenVersammlungen,KommissionenundTreffenmitdenGemeinderätenstandendie VorschlägezurDiskussion.AnregungenzurPrioritätensetzung,zurProblembeseitigung undkünftigenProblemvermeidungwurdenmitderBevölkerungkontroversdebattiert. SchließlichentstandeneinUmweltprogrammundeinAktionsplan,derkonkreteSchritte vorsieht.DerAktionsplanunddieErfahrungenausBaniZeidAl-Gharbiyawerdenmittels BroschürenundPosternauchanderenGemeindenzurVerfügunggestellt.
    •  KunstundKultur 47 Kunst und Kultur Die Entstehung und Vermittlung literarischer und künstlerischer Werke zu fördern  – auch das ist für die Heinrich-Böll-Stiftung ein elementarer Bestandteil ihrer poli- tischen Bildungsarbeit. In Podiumsdiskussionen und Konferenzen geht es insbesonde- re um die politische Dimension von Kunst und Kultur, ihr seismografisches Vermögen  und zeitdiagnostisches Potenzial. Lesungen «Wo ist Böll?» – Eine Spurensuche anlässlich Heinrich Bölls   90. Geburtstag    ImJahr2007wäreHeinrichBöll90Jahrealtgeworden.FürdieHeinrich-Böll-Stiftung einwillkommenerAnlass,sichaufSpurensuchezubegeben.GemäßdemMotto:«Böllent- decken,heißtimmernoch,ihnzulesen»,initiierteundunterstütztedieStiftungmehrere Veranstaltungen,dieBöllüberseineTextevorstellten.DaruntereineLesunginDuisburg, woderSchauspielerundRegisseurVadimGlowna(erspielte1977denErhardSchweigert inderVerfilmungvonBöllsRoman«GruppenbildmitDame»)SzenenausBöllsIrischem TagebuchvortrugunddamitzugleichaneinweiteresJubiläumerinnerte:dem50.Jahres- tagdesErscheinensdieserüberauspopulärenReisebeschreibung. IneinergutbesuchtenMatinéeimKölnerSchauspielhausgingenu.a.JürgenBecker, KonradBeikircher,LianeDirks,HugoHamiltonundGünterWallraffderFragenachder AktualitätdesAutorsnach.BeieinerLesunginderromanischenKircheMariaimKapitol wurdeeineTextcollagemitAuszügenausReden,ErzählungenundRomanenpräsentiert. DieStiftungbeteiligtesichdarüberhinausaneinerTagungdesdeutsch-irischenZent- (l–r)ThomasBöhmimGesprächmitHugo rumsderUniversitätvonLimerick/Irlandzudenbiographischen,werkgeschichtlichenund Hamilton.AufdemSofa:GünterWallraff, literarischenBetrachtungenundAnalysendesIrischenTagebuchs.Zudemwurdenauchim KonradBeikircher,HelgeMalchow,Angela Spitzig,LianeDirksundJürgenBecker JubiläumsjahrdreineueBändedervonderHeinrich-Böll-Stiftungunterstützten«Kölner Ausgabe»ediert,sodassinzwischen18von27Bändenvorliegen.Sieladendazuein,Böll inausführlichkommentierterFormneuzubegegnen.NichtzuletzterinnertedieStiftung auchmiteinemneugestaltetenunderweitertenWebdossieranihrenNamensgeber. Lahore/Pakistan: Wettbewerb für Nachwuchsschriftsteller  «FraueninPakistan»wardasThemaeinesvomBüroLahorederHeinrich-Böll-Stiftungin PakistanausgeschriebenenWettbewerbsfürGedichteundKurzgeschichtenanlässlichder Staatsgründungvor60Jahrenunddes90.GeburtstagesvonHeinrichBöll.Schirmfrau warNasiraIqbal,dieSchwiegertochterdesberühmtenpakistanischenStaatsphilosophen undDichtersMohammadAllamahIqbal. Vondenüber600Einsendungenwurdendie20bestenBeiträgeausgewählt.Siegerin desWettbewerbswurdedie20-jährigeMiraSethimitihremGedicht«MyFirstLove». EshandeltvonzweiFreundinnen,dieaufgrundvonkulturellenundKlassenunterschieden imStreitauseinandergehen.NachGhaziSalahuddin,einemderwichtigstenIntellektuel- lendesLandesundJurymitglieddesWettbewerbes,markiertderBeitrageinenzentralen KonfliktderpakistanischenGesellschaft:diePolarisierungzwischenüberliefertenisla- mischenTraditionenundliberalendemokratischenWerten.«Esgehtdarum,imDickicht derEreignisseSloganszuentwickeln,dieeinGefühlaufdenPunktbringenunddiesowohl voneinempaschtunischenGeldwechsler,einemBürokrateninIslamabadalsaucheinem SchafhirteninBalutschistanverstandenwerdenkönnen.» DiefehlendeKommunikationderGenerationenwareinweitereszentralesThemavieler Wettbewerbsbeiträge.SiewurdevondenAutorinnenundAutorenalsGrundfürkörperli- cheÜbergriffe,MagersuchtundSelbstmordunterTeenagerngenannt. In einer einwöchigen Schreibwerkstatt in Lahore unter der Leitung des deutschen SchriftstellersNormanOhlerundinAnwesenheitvonRenéBöllerhieltendieNachwuchs- SchreibwerkstattinLahore,Pakistan talentedieMöglichkeit,ihreTexteweiterzubearbeitensowieSchreibtechnikenundEr-
    • 48 KunstundKultur DieprämiertenGeschichtenundGedichtewur- zähltraditionenEuropasundSüdasienskennenzulernen.DiejungenAutorinnenundAuto- denvomVerlagOxfordUniversityPresszum ren,diesehrengagiertundoffendieDiskussionumdieZukunftdesLandesmitbestimmen 8.März2008,demInternationalenFrauentag, wollen,schlossensichimLaufederSchreibwerkstattzuderGruppeBolzusammen.Inder inBuchformpubliziert. LandesspracheUrdubedeutetdiessovielwie«Sprich»,angelehntandenVersdesDichters Faiz«Sprich,denndeineLippensindfrei». DiejungenDichterinnenundDichterkönntensomitdurchihreProtestpoesieeinenklei- nenBeitragzurLösungder«KrisederImagination»beitragen. Tagung Berlin: Kultur in neuer Mission? Roundtable zur Auswärtigen  Kulturpolitik Deutschlandhatnachdem2.WeltkriegvielinseinekulturellenAußenbeziehungenin- vestiert.UnterZuständigkeitdesAuswärtigenAmtesentstandeinvielgestaltigesNetz vonMittlerorganisationen,diesichweltweitumKulturaustauschbemühen.Stipendien- programme,Autorenlesungen,KunstausstellungenundwissenschaftlicheTagungensind heutewichtigeForenderBegegnung. DerKonsensdarüber,wasAuswärtigeKulturpolitikleistensollundwelcheErträgevon ihrzuerwartensind,istjedochbrüchiggeworden.Softpower,publicdiplomacyundinter- kulturellerDialogwerdenalsneueLeitbegriffeeinerkünftigenAußenkulturpolitikgehan- delt,dieSicherheitspolitikundStandortpolitikzugleichseinsoll. MitderFragenachderkünftigenAusrichtungderKulturpolitikbeschäftigtesicham29. März2007aucheinhochkarätigbesetztesExpertengesprächderHeinrich-Böll-Stiftung. DieTeilnehmendenwarensicheinig,dassdieAußenkulturpolitikgutdarantue,lern-und anpassungsfähigzubleiben.SoverwiesKurt-JürgenMaaß,GeneralsekretärdesInstituts fürAuslandsbeziehungen(ifa),aufeinehauseigeneStudiezumStandderdeutsch-ameri- kanischenKulturbeziehungen,dieoffenbarte,dasstrotz500damitbefassterOrganisa- tionenundInitiativenderGrabenzwischenDeutschlandunddenUSAwesentlichtiefer sei,alswirdaswahrhabenwollen.MitanderenWorten:SchiereMassebringtnichts,es kommtaufdieQualitätderDialogformatean. BeiallerUngesichertheitderErgebnisse–solldeshalbdieAußenkulturpolitikaufklare Zielvorgabenverzichten?Nein,meinteVolkerRittberger,Politikwissenschaftlerander UniversitätTübingen.EsliegedurchausinunseremInteresse,bestimmteLeitbilderund WerteindieAußenkulturpolitikeinfließenzulassen.EinewichtigeAufgabebestündedar- in,einem«homogenisierendenKulturbegriff»unddessenpolitischerInstrumentalisierung entgegenzuwirken:«DieAhmadinedschadsdieserWeltneigendazu,Auseinandersetzun- genzukulturalisieren,umaufdieseWeiseeineScheinhomogenitätinihrerBevölkerung herbeizuführen.» UschiEid,ehemaligeStaatssekretärinfürZusammenarbeitundEntwicklungundheu- tegrüneVertreterinimUnterausschussKulturpolitik,mahntean,dassesbislangkeine systematischeEvaluationsstrategiefürdieAuswärtigeKulturpolitikgebe.WilfriedGro- lig,DirektorderAbteilungfürKulturundErziehungimAuswärtigenAmt,verwiesauf erstmaligeZielvereinbarungenmitdenMittlerorganisationen.Hans-GeorgKnopp,seit 2006GeneraldirektordesGoethe-Instituts,betontedieLangfristigkeitvonProjektpart- nerschaften,diefürdenErfolgunabdingbarsei.InderEuropäischenVereinigungder NationalenKulturinstituteEUNICerkannteerersteSchritteaufdemWegzueinerge- meinsamenAußenkulturpolitik.Entscheidendfürdas«BohrendickerBretter»seijedoch dieVeränderungunserer«mentalenGeographie»,diekünftigstärkeranVermischungs- prozessendennannationalenGrenzenorientiertseinmüsse. Podiumsdiskussion Berlinale Talent Campus: Im Auge des Betrachters SeiteinigenJahrenermöglichtdieHeinrich-Böll-StiftungjungenFilmeschaffendendie DiskussionbeimBerlinaleTalentCampus,u.a. TeilnahmeamTalentCampusderBerlinerFilmfestspiele.KünftigwilldieStiftungauch mitStiftungsvorstandRalfFücksundBianca dieKooperationzwischenNichtregierungsorganisationen(NGO)undFilmemachernstär- Jagger,Menschenrechtsaktivistin kerfördern.EinersterSchrittwardiePodiumsdiskussion«IntheEyeoftheStorm–
    •  KunstundKultur 49 FilmmakersinTroubledAreas»am13.Februar2007inBerlin,woengagierteFilmschaf- fendeausIndien,IsraelunddemKongou.a.mitderMenschenrechtsaktivistinBianca Jaggerzusammentrafen.Themawardiewünschenswerte,aberoftnichtganzeinfache ZusammenarbeitzwischenFilmemachernundNichtregierungs-oderHilfsorganisationen. SosahThomasGebauer,Geschäftsführervonmedicointernational,NGOsineinemDilem- mazwischenaufklärerischemAktivismusunddenMarketingerwägungenimWettbewerb ummedialeAufmerksamkeit,öffentlicheZuwendungenundprivateSpenden.AlsKon- fliktstofffürdieZusammenarbeitzwischenNGOsundFilmemachernentpupptsichmitun- terauchderWunschnachinhaltlicherEinflussnahmeseitensderNGOs. RakeshSharmaausBombayillustriertedagegen,wieeinfachNGOsundFilmschaffende imBereichderDistributionkooperierenkönnen.SeineMammut-Dokumentation«Final Solution»(2003)überdenHindu-Nationalismuskonnte–trotzdesVerbotsinIndien– überNGOsundderenNetzwerkeheimlichvervielfältigtundverteiltwerden.«Pirateand circulate»–einVorgehen,dasdurchausSchulemachenkönnte. Kurzfilme Berlin: «Geschichten aus Burma/Myanmar»   InBurmagibteszwareineverhältnismäßigregeSpielfilmproduktion,Dokumentarfilme werdenjedochkaumgedreht.UnterderLeitungderanglo-burmesischenFilmemacherin LindseyMerrisonundunterstütztvonderHeinrich-Böll-StiftungfördertdieYangonFilm School(YFS)inBurmadiesesbislangvernachlässigteGenre.SeiteinpaarJahrenfinden inderYESregelmäßigmehrwöchigeWorkshopsstatt,indenendieTeilnehmendendasfil- mischeHandwerkfürDokumentationenlernen.BeiderUmsetzungihrerIdeenwerdensie vonerfahrenenFilmtutorenunterstützt. ImJahr2007hatdieStiftunginKooperationmitderYangonFilmSchooleinenKurz- filmwettbewerbinitiiert.DiejungenFilmschaffendensolltendenAlltagihresLandesein- fangen.DasBerlinerKinoBabylonMittezeigteimDezember2007dieviermitdem«Hein- richBöllDocumentaryAward»prämiertenFilme.SieerzähltenvondenAnstrengungen KurzfilmeausBurma/MyanmarimBerliner einesjungenBoxers,vondervomAussterbenbedrohtenRamayana-Theatertruppe,vom KinoBabylon LebeneinesblindenGitarristenunddemWettbewerbderRobenweberinnen,derjährlich währenddesDazaundain-Festesstattfindet. ImAnschlussandieFilmvorführungberichteteLindseyMerrison,vonderYangonFilm SchoolvonderEntstehungundProduktionderFilmeunterdensehrschwierigenBedin- gungeninYangon.DiePreisträgerinnenundPreisträgerdesWettbewerbswurdendarü- berhinauszumTalentCampusderBerlinale2008eingeladen. Diskussionsreihe Berlin: Von Kreativen und Kriegen – Der Spielstand im zweiten Jahr   DerSpielstand,dieimHerbst2006begonneneVeranstaltungsreiheindenBerlinerSo- phiensaelen,konnteauchimJahr2007miteinerganzenReiheillustrerGästeaufwarten: ImFebruardiskutiertendieSchriftstellerHansChristophBuch,AnnettePehntundBurk- hardSpinnenunterdemTitel«FluchderKönige»überihrpolitischesSelbstverständnis unddiemedialenMechanismen,mitdeneneinzelneAutorenaufdenThronderMeinungs- führerschaftgehobenwerden. ImMaigingesumdieKreativenunddieFrage,warumetwadie«digitaleBohème» (HolmFriebe)inderArbeitsmarktdiskussionnocheherrandständigbehandeltwird.Wäh- rend Melissa Logan mit einer Art Powerpoint-Karaoke das Betriebsgeheimnis um ihr Kunst-Pop-Design-Projekt«ChicksOnSpeed»lüftete,forderteAdrienneGoehlertiefgrei- fendeVeränderungeninderPraxisderArbeitsagenturen,umdiegemischtenKalkulatio- nenderkünstlerischenFreiberuflerzunormalisieren. ImSeptemberdurftedieStiftungmitMichaelSchirnereinenechtenGurudervisuellen Kommunikationbegrüßen.ZusammenmitderKulturwissenschaftlerinElkeGaugeleund demStraßenkünstlerNomaddiskutierteerüberdieunterschiedlichenWege,wiebildli- Spielstand«EslebedieBohème»: cheBotschaftenimurbanenRaumplatziertundwahrgenommenwerden.ImNovember JohannesRaether,BerlinerKünstler versuchtederletzteSpielstanddesJahres,derChiffredes«Nicht-Kriegs»aufdieSpurzu
    • 50 KunstundKultur kommen.CorneliaVismannundNielsWerbergingesumeinetheoretischeGrundlegung: WiekönntenwirunseranalytischesInstrumentariumimHinblickaufdieaktuellen«neu- en»Kriegeschulen?UndkönnenkünstlerischeProjekteandieserSensibilisierungsarbeit mitwirken?KatyaSanderundAshleyHuntpräsentiertenihrebereitsaufderdocumenta 12gezeigteVideoinstallation«9ScriptsFromANationAtWar»,undKarinMlodoch, ProjektkoordinatorinvonHAUKARIe.V.,beschriebdenAlltagdesAusnahmezustands imNordirak. Projekt  Kassel: «Hinein sehen» – Ein hunderttägiges Experiment auf der  documenta 12 AmAnfangjederdocumentastehteinAnspruch,undderwarimFalledesKuratoren- teamsBuergel/Noackgewaltig.SosolltedieimJahr2007gezeigteKunstauchfürBe- sucherohnespezielleKunstexpertiseerfahrbarsein,dieSchwellenangstbildungsferner odermarginalisierterGruppenmöglichstabgesenktwerden.Konsequenterweisewurden dieBesucherführungennichtmehralsreineDienstleistungoderWeitergabeautorisierten Wissenskonzipiert.NebenihrerTätigkeitalsBesucherbetreuerdurftendieKunstvermitt- lerinnenund-vermittleraucheigeneVorhabeninitiieren.SiebendieserProjektewurden durchdieHeinrich-Böll-Stiftunggefördert.SozumBeispieldergemeinsamedocumenta- BesuchvonJugendlichen,Arbeitslosen,Migranten,krankenoderbehindertenMenschen. DerAustauschüberdieAusstellungunddieDiskussionüberdieRollevonKunstalspoli- tischemMediumwurdeninverschiedenstenFormaten(Berichte,Fotos,Filme,mp3,Co- mics)dokumentiert,diezumTeilaufden«LunchLectures»inderdocumenta-Halleprä- sentiertwurden. BeidiesemhunderttägigenExperimentgingesauchumdieFrage,obdieBeschäftigung mitzeitgenössischerKunstdenBetrachternAnstößezurReflexiondereigenenLagegeben kann.Kannsiegardazubeitragen,aufzuvorÜbersehenes,politischnichtBehandeltes hinzuweisen?EineDokumentationderErgebnisseistfürHerbst2008geplant. Israelisch-deutscheLiteraturtage Tel Aviv: «Israel ist von Europa, aber nicht in Europa» (Dan Diner)  WechselseitigeSkepsisprägtdasVerhältniszwischenEuropaundIsrael.DerzweiteLi- banonkriegimSommer2006ließdieserneutaufbeidenSeitensichtbarwerden.Hierwie dortschufensichUnverständnisundEnttäuschungRaumüberdenjeweilsAnderenund bestimmtendasindenMediengezeichneteBild. Dieisraelisch-deutschenLiteraturtagevom2.bis7.Juni2007inTelAvivwidmeten sichdiesemnichtganzeinfachenVerhältnisundspürtendengesellschaftlichenBefindlich- keitennach.WelchesBildentwerfenjungeAutorinnenundAutorenvonihrerWelt? IsraelischeundeuropäischeAutorengabenKostprobenausihrenWerkenunddisku- tiertenüberdieMöglichkeitenvonVerständnis,AnnäherungundgegenseitigerKritik. Verstehtz.B.derdeutscheSchriftstellerPeterSchneiderdieKurzgeschichte«Cinderel- la»vonseinemSchriftstellerkollegenSayedKashua,indereinpalästinensischerIsraeli tagsübereinejüdischeIdentitätannimmt,umsichnachtsineinenumtriebigenAraber zuverwandeln?UndkannsichKashuawiederumindieRolledes«Mauerspringers»aus SchneidersgleichnamigerErzählungversetzen,derdieMauerbewusstignoriertundsich zwischenOstundWestbewegt,alsgäbeessiegarnicht?SindSchriftstellernichtzusehr inihrenjeweiligenDiskursenverhaftet? ZweiAbendewidmetensichgenerationsübergreifenddenEinstellungenzuKriegund Armee.SasaStanisic(Leipzig/Graz),SchriftstellerbosnischerHerkunft,ließmitAus- zügenausseinemRoman«WiederSoldatdasGrammophonrepariert»denJugoslawien- kriegwiederaufleben.ShimonRiklin(TelAviv)beschreibtin«WildNorth»dieAbstump- fungundZermürbungderSoldatenimKrieg.AufdieFrage,wiesichStanisicdenErfolg seinesBuchesinüber20Ländernerklärt,wurdeernachdenklich.Könnteessein,dasses anderwachsendenglobalenGemeinschaftvonKriegsbetroffenenliegt,unddassdasInter- Israelisch-deutscheLiteraturtageinTelAviv esseamLeidandererVölkerdeshalbwächst?
    •  Heinrich-Böll-HausLangenbroich 51 Heinrich-Böll-Haus  Langenbroich Weltweit vertreten Künstlerinnen und Künstler Positionen zu politischen und gesell- schaftlichen Themen, ungeachtet der vorherrschenden Meinung und trotz Repressa- lien und Verfolgung. Durch ihren Einsatz für die Freiheit des Geistes leisten sie einen  wertvollen Beitrag zur Entwicklung und zum Erhalt von Demokratie und Menschen- rechten. Die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützt dieses Engagement im Sinne ihres  Namensgebers durch ihr Stipendienprogramm im Verein Heinrich-Böll-Haus Langen- broich e.V. «WoistBöll?»–fragtedasZEIT-Magazinanlässlichdes90.GeburtstagesHeinrichBölls imletztenJahr.DieseFragehatsichimHeinrich-Böll-HausinLangenbroichniegestellt! GästeausallerWelt,diefüreinigeMonateimBöll-Hauslebenundarbeiten,fühlensich demSchriftstelleroftsehrnahe.FürvieleAutorenausLändern,indenendieGedanken- freiheitweniggilt,istHeinrichBölleinBeispiel,wieeinSchriftstellersichfür«dashöchs- teZielengagierenkann:dasspirituelleWachstumdesMenschenunddenKampfumseine FreiheitundseineTräume»,soderkubanischeAutorundehemaligeLangenbroich-Stipen- diatAmirValle. InbewährterZusammenarbeitmitderStadtDürenunddemLandNordrhein-Westfalen konntenseit1989mehrals130Gästeaus37LändernindasehemaligeSommerhausder DürensBürgermeisterPaulLaruebeim FamilieBölleingeladenwerden.DerAufenthaltinLangenbroichermöglichtihnen,für SommerfestinLangenbroich einigeZeitungestörtundfinanziellabgesichert,freivonstaatlicherKontrolleoderVer- folgungkreativzuarbeiten.DurchdieVermittlungvonLesungenundAusstellungenver- hilftdasBöll-HausdenKünstlernauchzuKontaktmitderÖffentlichkeit.Sopräsentierte dieReihe«KosmosLiteratur»dieLangenbroich-Stipendiatenz.B.währendderAachener Bewerbungenan: Literaturtage.DarüberhinausfandenLesungenundAusstellungenu.a.inKöln,Berlin,in Heinrich-Böll-Stiftung,FrauSigrunReckhaus SchlossSacrowinPotsdamsowieanverschiedenenSchulenstatt.Auchaufdemtraditio- AntwerpenerStr.19,50672Köln nellenSommerfestdesVereinsHeinrich-Böll-HausLangenbroichstelltensichdieAutorin- T 0221-2834850 F 0221-5102589 E reckhaus@boell.de nenundAutorenmitihrenTextenvor.Diekaribisch-afrikanischeBand«FulaniMC»spiel- tezumTanzaufundbildetedenRahmenfürdieFotoausstellungvonMaxwellSibanda. Stipendiatinnen und Stipendiaten im Jahr 2007 Maxwell Sibanda,Schriftsteller,JournalistundFotografausSimbabwe(Jahrgang1968). BisSeptember2003warSibandaKulturredakteurbeiderDailyNewsinHarare,dann stürmtenbewaffnetePolizistenaufAnordnungvonPräsidentMugabedieRedaktion,und dieeinzigeunabhängigeTageszeitunginSimbabwewurdegeschlossen.Sibanda,derauch fürReporterohneGrenzenarbeitete,mussteSimbabweverlassen.SeitherlebterinEu- ropa,unterstütztvondemeuropaweitenNetzwerkfürpolitischverfolgteSchriftsteller. AufDeutscherschienenbislang:«D’Zimbabwe–HausausStein»(Leykam-Verlag,Graz 2006);«SimbabwemitspitzerFeder–PolitischeKarikaturenseitderUnabhängigkeit» (Ausstellungskatalog,KulturreferatMünchen2006). Bashana  Abeywardene, Schriftsteller und Journalist aus Sri Lanka (Jahrgang 1972). BashanasersteGedichteentstandennochwährendseinerSchulzeitundreflektierenden SchreckendesBürgerkrieges.1991beganneralsJournalistzuarbeiten.Bashanagehört zudenGründungsmitgliedernderZeitschriftHiru,dieseit1993erscheint.Mittederneun- zigerJahregründetesichdie«HiruActionGroup»,diesichfürFriedenmitdenTamilen undfürPressefreiheiteinsetzt.DerMordandemtamilischenJournalistenSivaramDhar- meratnam,einemengenWeggefährtenBashanas,imApril2005machteschlagartigdeut- MaxwellSibanda lich,dassdiefreieMeinungsäußerunginSriLankaLebensgefahrbedeutet.AuchBashana AbeywardenewurdemitdemTodbedrohtundmusstefliehen.
    • 52 Heinrich-Böll-HausLangenbroich Sharnush Parsipur,SchriftstellerinausdemIran(Jahrgang1946).Siearbeitetebereits währendihresSoziologiestudiumsfürdasstaatlicheiranischeFernsehen.1974legtesie ausProtestgegendieHinrichtungzweierKünstlerihrenPostenalsRedakteurinnieder. KurzdaraufwurdesiewegenihreröffentlichenKritikamSchah-RegimefüreinJahrin- haftiert.UnterderislamischenRegierungwurdeParsipurfürdieVeröffentlichungder Erzählsammlung«Zananbedun-emardan»(dt.«FrauenohneMänner»)erneutinhaftiert undbliebohneweitereAngabevonGründenfürfastfünfJahreimGefängnis.Dortent- stand1983ihrRoman«Tuba–unddieBedeutungderNacht»(Unionsverlag1995).1994 entschlosssiesich,indieUSAzugehen,wosienochheutelebt. Daniel  Bãnulescu, Schriftsteller aus Rumänien (Jahrgang 1960). Nach einem Ingeni- SharnushParsipur eursstudiumarbeiteteeru.a.alsKorrektor,ReporterundNachtwächter.DerersteGe- dichtband«Ziuaîncareamfostpublicat»(dt.«DerTag,andemichpubliziertwurde») konnte1987alsBeilagederZeitschriftConvingeriComunisteerscheinen.DenRufdes «Enfantterrible»derrumänischenGegenwartsliteraturzementierteermitseinemersten Roman«Tepupinfund,conducãtoriubit!»(1994,dt.«IchküssedirdenHintern,geliebter Führer!»,Editionperprocura2005),fürdenerdenPreisderVereinigungRumänischer Schriftstellererhielt.EineAuswahlseinerGedichteindeutscherÜbersetzungistunter demTitel«SchrumpelnwirstduwirsteineexotischeFruchtsein»(Editionperprocura, 2003)erschienen.DerBandwurde2005mitdemPreisfürEuropäischePoesiederStadt Münsterausgezeichnet. Apti Bisultanov,SchriftstellerausTschetschenien(Jahrgang1959).Erstudierteander PhilologischenFakultätderTschetschenisch-InguschischenStaatsuniversitätinGrozny undwaralsDozent,RedakteurundHerausgebertätig.1986erschienseinersterGedicht- band«Noch–ze–tschö»(dt.«Pflug–Feuer–Haus»).DerTitelassoziiertdasWort «Nochtschitschö»,dassovielwie«LandderTschetschenen»bedeutet.1988folgteder Gedichtband«ZchaIlli»(dt.«DasLied»)und1991derdritteBandTkesanIndare(dt. (l–r)BashanaAbeywardene,MaxwellSibanda «SchatteneinesBlitzes»),dereineSerievonGedichtenenthält,diedenOpfernderDepor- undAptiBisultanov tationunterStalingewidmetsind.Bisultanoverhielt1992denTschetschenischenVolks- preisfürLiteratur.VonAnfanganunterstützteerdieUnabhängigkeitsbewegung,1999 wurdeerVizepräsidentfürSozialesinTschetschenien.Seit2002lebtBisultanovinBer- lin,2003erhielterdenPreisderPoetsofAllNationsFoundation.AufDeutscherschienen: «SchatteneinesBlitzes»(Kitab-Verlag2004);«EtüdendesAbschieds»(Rheinsberger Bogen24,2007) Viatcheslav Kuritsyn,SchriftstellerausRussland(Jahrgang1965).Erarbeitetealsfrei- erJournalist,LiteraturkritikerundKuratorinMoskau.DortgiltKuritsynalseinerder markantestenFigurenderliterarischenWelt,als«genialerWilder»undWegbereiterder modernenrussischenLiteratur.AlssichdieIllusionseinerGenerationzerschlug,dasLand neuzuordnen,zogsichKuritsynausdemKulturbetriebzurück,widmetesichseinerkünst- lerischenArbeitundveröffentlichteeineZeitlangunterPseudonym.2003wurdeerals Co-AutordesRomans«MonatArcachone»fürden«NazionalnijBestsellser»-Preisnomi- niert.ImHerbst2005erschienseinBuch«Kuritsyn-Weekly»–einKompendiumseiner KritikertätigkeitundChronikderSturm-und-Drang-JahreRusslands,fürdaser2005den renommierten«Andrej-Belyi-Preis»erhielt.HeutelebteralsfreierSchriftstellerinSt. Petersburg. ViatcheslavKuritsyn Jakub Sarwas,Komponist,DirigentundMusikerausPolen(Jahrgang1977).Seinemu- sikalischeAusbildungbeganneranderStaatlichenMusikschuleinGliwiceundschloss sie1996(Hauptinstrument:Akkordeon)ab.Von1996–2001studierteerKomposition, DirigierenundMusiktheorieanderMusikakademieinKattowitz.SeinAufbaustudium absolvierteSarwasanderStaatlichenHochschulefürMusikinKöln.EristMitgliedder PolnischenGesellschaftfürZeitgenössischeMusik,desVerbandesderPolnischenKompo- nistenundderGleiwitzerGesellschaftfürMusik.DarüberhinausisterGründerdes«Sar- wasProject»unddes«SarwasEnsemble»,mitdemeralsKomponist,Dirigentundmusi- kalischerLeiterarbeitet.ErkomponiertKammermusik,symphonische,elektronischeund elektroakustischeMusik,Schauspiel-undFilm-Musik.
    •  Preise 53 Preise Die Heinrich-Böll-Stiftung vergibt mehrere Preise: den Friedensfilmpreis, den  Hannah-Arendt-Preis und alle zwei Jahre den Petra-Kelly-Preis. Mit dem Kelly-Preis  werden Menschen und Vereinigungen ausgezeichnet, die sich auf besondere Weise für  die Achtung der Menschenrechte, für das gewaltfreie Lösen von Konflikten und den  Schutz unserer Umwelt einsetzen. Er wird wieder im Jahr 2008 vergeben. Friedensfilmpreis 2007 an «Goodbye Bafana» von Bille August Bille Augusts Charakterdrama «Goodbye Bafana» wurde im Februar 2007 mit dem 22.FriedensfilmpreisderBerlinerFilmfestspieleausgezeichnet.DerFilmzeigtdieWand- lungeinesrassistischenGefängniswärters,der20JahrelangeinenprominentenGefange- nenbewacht:NelsonMandela. «HineingeborenindasSystemderApartheid,dieeralsvernünftigundgottgegeben mitträgt,suchtderGefängniswärterJamesGregorynachbürgerlicherSicherheitinseiner FamilieundnachberuflicherKarriere:ÜberzeugtvonderGrausamkeitderSchwarzen undihrenAbsichten,dieWeißenausSüdafrikaverjagenzuwollen,wirderineinerneuen AufgabealsZensormitdemHäftlingNelsonMandelaunddessenMitgefangenenaufder berüchtigtenGefängnisinselRobbenIslandkonfrontiert. BeeindrucktvonderGedankenweltundderMenschlichkeitMandelasundderbruta- lenGewalt,derdieHäftlingetagtäglichausgesetztsind,beginntimKopfundimHerzen JamesGregoryseinProzessderVeränderung,derihnundseineFamilievorexistentielle Herausforderungenstellt. EinFilm,deraufeinerwahrenGeschichteberuhtundunszeigt,dassauchimstarrsten SystemunduntergroßemDruckZivilcouragewachsenkann,dieauseinemMittätereinen «GoodbyeBafana»(2007)vonBilleAugust selbstständigdenkendenundhandelndenMenschenwerdenlässt:eineErmutigung»,so erzähltvonderschicksalhaftenBeziehung dieBegründungderJury. zwischendemzulebenslangerHaftverurteilten DerFriedensfilmpreisistmit5.000EuroundeinerPlastikdesKünstlersOtmarAltdo- schwarzenAnti-Apartheid-KämpferNelson tiert.DasPreisgeldstelltdieHeinrich-Böll-Stiftung.DieSchirmherrschaftliegtbeider MandelaundseinemweißenGefängniswärter JamesGregory. InternationalenVereinigungderÄrztefürdieVerhütungdesAtomkrieges,Ärzteinsozia- lerVerantwortung(IPPNW),TrägerindesFriedensnobelpreises1985. Hannah-Arendt-Preis 2007 an Tony Judt DerHannah-Arendt-PreisfürpolitischesDenkengingimJahr2007andeninNewYork lebendenundlehrendenbritischenHistorikerTonyJudt.InihrerBegründungwürdigtedie JuryTonyJudtalseinePersönlichkeit,diesichinderöffentlichenDebatteüberEuropa unddenWestenaufvielfältigeWeiseengagiert:alsHistoriker,derwisse,dasshistorische EreignissenichtohneihrevielfältigenKontexteverstandenwerdenkönnen,alspolitischer Denker,derseineSichtaufdieGeschehnissederZeitindieöffentlicheKontroverseein- bringt,undschließlichalspolitischerEssayist,derstreitbarerZeugeseinerZeitsei. JudtsBlickaufEuropagehedabeiinvielerleiWeiseüberdieRealitätnationalstaatli- chenDenkenshinaus.ErfragenacheinemEuropaderVielfaltimUnterschiedzueinem Europader«Identität»,dabeidieunterschiedlichenGeschichtenberücksichtigend,dieje- deseuropäischeLandeinbringtunddieseineStellungzudem«Projekt»Europaprägen. DieJurywürdigteaußerdemseinenEinsatzfüreinbesseresVerständnisEuropasim amerikanischen Raum, ein Verständnis das nicht von unüberbrückbaren Gegensätzen, sondernvoneinerstreitbarenAuseinandersetzungübereinegemeinsameGegenwartund TonyJudt(geb.1948)istbritischerHistoriker, Zukunftausgehe. EssayistundHochschullehrer.ErstudierteGe- Dermit7.500EurodotiertePreiswurdeam30.November2007vonBremensBür- schichteamKing’sCollegeinCambridge(Eng- germeisterinKarolineLinnertanTonyJudtüberreicht,dieLaudatiohieltderungarische land).DerzeitleiteterdasRemarque-Institutan PhilosophundPublizistGasparM.Tamas.DerPreiswirdvomSenatorfürBildungund derNewYorkUniversityinNewYorkCity. WissenschaftderFreienHansestadtBremenundderHeinrich-Böll-Stiftungfinanziert.
    • 54 GrüneAkademie Grüne Akademie Die Grüne Akademie ist ein unabhängiges Forum zur Erörterung aktueller wie grund- legender politischer Fragen. Sie pflegt die thematische Vernetzung ihrer rund 60  Mitglieder und den Dialog zwischen Wissenschaft und Grüner Politik. Dazu arbeitet  sie in unterschiedlichen Formaten: Vorträge, Tagungen, «Werkstattgespräche» und  Veröffentlichungen. ImNovember2007endetedieaufzweiJahreangelegteVorlesungsreihe«Grenzgänge», dieinKooperationmitdemMenschenrechtszentrumderUniversitätPotsdamdurchge- führtwurde.DieReihefragtenachderchronischunzureichendenVerzahnungderGeis- tes- und Naturwissenschaften: Wo verlaufen die humanmedizinischen, ethischen, ver- fassungsrechtlichen oder politischen Grenzen zwischen Fortschrittsoptimismus und Machbarkeitswahn,zwischenderGestaltbarkeitundderUnverfügbarkeitmenschlichen Lebens?DieBeiträgesindnachzulesenunterwww.gruene-akademie.de. ZumanchenpolitischbrisantenThemenveranstaltetdieGrüneAkademiesogenannte «Werkstattgespräche»,derenResultateindenSchriftenreihenderHeinrich-Böll-Stiftung oderunterwww.boell.deveröffentlichtwerden.ImJahr2007gabesdreidavon,zweiim JanuarzudenThemen«BildungnachBedarf?»und«FrauenhandelundFreier»,dasdritte imJunizumThema«BedingungslosesGrundeinkommen». DieTagung«Vertrauen–Repräsentation–Partizipation»imSeptember2007beschäf- Bildung für den Bedarf? tigtesichmitdemVertrauensverlustpolitischerParteienundihrenHandlungsoptionen, ZumStellenwertvonNatur-undIngenieur- wissenschaftenimBildungssystem insbesonderediederGrünen.ClausOffe,HertieSchoolofGovernanceBerlin,sahdieQua- SchriftenreiheBildungundKulturBand1 litätskriterienfürPolitikdurchpolitischeParteienverletzt.PolitikstellekeineFragen Hrsg.vonderGrünenAkademieinder (wiesiesollte),sonderngebeungefragtAntworten,untergeordnetdemselbstgeschaffenen Heinrich-Böll-Stiftung Sachzwangeiner«Modernisierungspolitik».Dadurchentstehe«einVakuumanMotiven» Berlin2007,72Seiten fürdiesePolitik,undinfolgedesseneinVertrauensverlustbeimWähler.Vertrauenaber ISBN978-3-927760-72-1 seider«ZementderDemokratie». WillfriedMaier,GALHamburgundVorstandderGrünenAkademie,beleuchtetedie FragenachderaristotelischenAutoritätderEliten:SieseiunterDruckgeraten,weildie ElitensichwiePrivatpersonenverhielten.ÖffentlicheAutoritätabermüssemanerwerben, nichtzuletzt,indemeinEthosderöffentlichenKlassevertretenwerde.StattalsKonsum- undKommunikationspolitikmüssesichPolitik«alsTätigkeiteinesstolzenMenschen»an- bietenkönnen,umalsPraxisglaubwürdigundintegrativseinzukönnen. ImPanelüberdasVerhältnisderGrünenzudensozialenBewegungenbetontenDieter Rucht,WissenschaftszentrumBerlinfürSozialforschung,undFelixKolb,Bewegungs- stiftung,diezwischenParteienundBewegungenbestehendestrukturelleArbeitsteiligkeit undihreunterschiedlicheSystem-undHandlungslogik,dienurpunktuellversöhntwerden können.WennKooperationgewolltwerde,müsstenbeideSeitenumsiewerben.Bewe- gungsaktivistenhabeinzwischeneinskeptischesVerhältnisgegenüberdenGrünen,weil dieseheutenichtauf«ÄnderungderVerhältnisse»ausgerichtetseien,sondernauf«Ein- richtenindenVerhältnissen»undaufdasVerständnisvonOppositionalsÜbergangsphase zurnächstenRegierungszeit.FürdasVerhältniszwischenParteiundBewegungenwerde entscheidendsein,obdieGrünenindennächstenJahrenzeigen,dasssiefürPolitikwechsel auchaufMobilisierungderBewegungenvertrauen.PaulaRiester,SprecherinderGrünen Jugend,sahhierineinewichtigeRollefürdieGrüneJugend. InderAbschlussrundevertratParteienforscherJoachimRaschkedieAnsicht,dieGrü- nenmüsstenkünftigihrekoalitionspolitischenOptionenerweitern.Dasmüsseaberüber dieLändervorbereitetwerden,damitein«Lagerwechsel»nichtzumriskantenManöver werde.HierkorrigierteVolkerRatzmann,FraktionsvorsitzenderderBerlinerGrünen: Transformation des Politischen durch Gender  EineKoalitionmitderUnionseinichtsinnvollals«Lagerwechsel»interpretiert.Sowie Mainstreaming? Eine kritische Revision aus  dieSPDbeiKoalitionsbildungenihreVerortunginderlinkenMittenichtaufgebe,könnten frauenpolitischer Sicht auchdieGrünenunterbestimmtenVoraussetzungenals«linkesProjekt»überdieLager- SchriftenderGrünenAkademieBand8 grenzenwegmitderUnionkoalieren.Entscheidendsei,obmansichaufkonkreteAufga- Berlin2007,64Seiten beneinigenkönne–undobsichbeidePartnergenügendRaumfürdiepolitischeProfilie- ISBN978-3-927760-65-3 rungineinerKoalitionließen.
    •  GreenCampus–Weiter ildung,Politik,Management b 55 Green Campus –  Weiter  ildung,  b Politik, Management Unter dem Dach von GreenCampus vereinen sich die Weiterbildungsangebote der  Heinrich-Böll-Stiftung und ihrer Landesstiftungen. GreenCampus bietet Qualifizie- rung, Wissen und Beratung für Einzelpersonen, Organisationen und Unternehmen  an und leistet damit einen Beitrag zum Auf- und Ausbau von Kompetenzen, die für  die politische Arbeit und gesellschaftliche Partizipation notwendig sind. Dabei legt  GreenCampus Wert auf ein gelungenes Zusammenspiel aus Theorie und praxisnaher  Aufbereitung und schlägt so die Brücke vom «Wissen zum Handeln».  Professionell im Politikalltag SeitAnfang2007istGreenCampusmiteinembreitenAngebotanWeiterbildungsforma- tenaufdemMarkt.MiteinemNetzwerkanprofessionellenTrainerinnenundTrainernver- mitteltGreenCampusProfisundEinsteigerngleichermaßendasHandwerkszeugfürihre individuellenHerausforderungen.KernbereichederAngebotesindPolitikmanagement, Gender,DiversityundNachhaltigkeit. Zusammen mit den Landesstiftungen der Heinrich-Böll-Stiftung entwickelte Green- CampusimJahr2007das«Politikmanagement-Zertifikat».Esistvorallemfürpolitisch Engagierteinteressant,diesichumfassendqualifizierenundihreFähigkeitenweiterent- wickelnwollen.Aktuellgibtesüber20thematischundmethodischaufeinanderabge- stimmteModuleausdenBereichenKommunikation,OrganisationundGender,diesich entsprechend der persönlichen Interessen und des individuellen Qualifizierungsbedarfs kombinieren lassen. So können beispielsweise Seminare zu erfolgreicher Presse- und ChristianNeuner-Duttenhofer Öffentlichkeitsarbeit,zuProjekt-undZeitmanagementoderauchArgumentations-und LeitervonGreenCampus Gender-Trainingsbesuchtwerden.DieSeminarekönnenauchunabhängigvomWeiterbil- dungszertifikatgebuchtwerden. GreenCampusbietetsowohlEinzelpersonenalsauchOrganisationenpassgenaueBe- stellseminarean.SiegarantiereneinenoptimalenZuschnittaufdieBedürfnissedesKun- den und machen Weiterbildung zu einer maßgeschneiderten Dienstleistung. Inhaltlich DasgesamteProgrammunter www.greencampus.de reichendieWorkshopsvonKampagnen-undMedientrainings,Lobbying,DiversityMa- nagementbishinzuGesprächsführunginderMitgliederwerbung. SeitdemStartvonGreenCampusfandenbereitszahlreicheWorkshopsfürFraktionen, Landesverbände,denBundesverbandderGrünen,ParteienimeuropäischenAusland,aber auch für Wirtschaftsverbände, beispielsweise aus dem Bereich Erneuerbare Energien, statt. Ab2008wirdGreenCampusinZusammenarbeitmitdemGreenEuropeanInstitute auchCapacity-Building-ProgrammeimeuropäischenAuslanddurchführen. Einige Stimmen zu GreenCampus:  «DasCoachingvonGreenCampusvermittelteunseintiefesVerständnisfürunserebe- vorstehendeArbeitimParlament.»(Dr.KaterinaJacques,Mitgliedimtschechischen Parlament) «AbsolutpraxisbezogenesSeminarmitÜbungsteilendieAha-Erlebnisseauslösen. Sehrzuempfehlenfüralle,diepolitischagieren.»(Dr.PeterAhmels,PräsidentdesBun- desverbandesWindenergieBWE) «AuchalserfahrenePolitikerinhabeichguteErkenntnissezurGestaltungdesDirekt- wahlkampfsbekommen.DieMischungzwischenpraxisnaherAufbereitungundTheo- riestimmt.»(KordulaSchulz-Asche,LandesvorsitzendevonBündnis90/DieGrünenin Hessen)  
    • 56 ArchivGrünesGedächtnis Archiv Grünes  Gedächtnis Das Archiv Grünes Gedächtnis dient der historischen Überlieferung der Partei   Bündnis 90/Die Grünen und sammelt die Quellen zur Geschichte der Neuen Sozialen  Bewegungen. Es ist das Gedächtnis der Partei und zugleich der Ort, an dem Transpa- renz hergestellt wird. Alle im Archiv gesammelten Unterlagen werden unter Berück- sichtigung der notwendigen Schutzregeln der interessierten Öffentlichkeit und der  wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt.  Erschließungsarbeiten.AnlässlichPetraKellys60.GeburtstagimNovember2007ver- öffentlichtedieHeinrich-Böll-StiftungdenBildband«PetraKelly.EineErinnerung».Für diePublikationsichteteunderschlossdasArchivumfangreicheDokumenteundFotogra- fien.DarüberhinausverzeichneteesdieausgehendeKorrespondenzdesBundestagsbüros vonPetraK.KellyundihreArbeitsmaterialien,diewichtigeAufschlüsseüberdieinter- nationalenNetzwerkederAnti-Atom-undFriedensbewegungermöglichen,sowieeinen TeilbestandanDokumenten,derihrpolitischesEngagementinderFriedensbewegungin densiebzigerJahrenwiderspiegelt. Bearbeitet wurden zudem die Archivbestände der Bundestagsabgeordneten Monika KnocheundRitaGrießhaber.MitderErschließungderAktenderArbeitskreiseI(Wirt- schaft,Finanzen,BildungundWissenschaft,ForschungundTechnologie,Telekommuni- 11.Mai1983,AlexanderplatzinOstberlin. kation,Tourismus)undII(Umwelt,RaumordnungundVerkehr)fandauchdieBearbei- PetraKelly,LukasBeckmannundeinigeandere tungderArchivalienderBundestagsfraktionvon1994bis1998eineFortsetzung. GrüneentrolleneinTransparentmitder For erungnachAbrüstunginOstwieWest. d Archivbibliothek.Seit2006kanndieZeitschriftensammlungdesArchivsinderDaten- bankderStaatsbibliothekBerlinonlinerecherchiertwerden.ImvergangenenJahrhat dasArchiveineneigenenOnline-Kataloggestartet.BiszumJahresendekonntendortca. 10.000Titel,dasistetwadieHälftedesgesamtenBibliotheksbestands,recherchiertwer- den.HierfürbearbeitetedasArchivimJahr2007ca.5.000Datensätze.DieseArbeitwird indenkommendenJahrenfortgesetzt. Archivnutzung.DieZahlderer,dieimJahr2007EinsichtindiearchiviertenUnterlagen genommenhaben,istimVergleichzumVorjahrumca.10Prozentgestiegen.Runddie HälftedavonwarenDoktorandinnenundDotoranden–wirdürfenaufdiewissenschaft- lichenErgebnisseeinerneuenGenerationvonGrünen-Forscherinnenund-Forschernge- spanntsein. Veranstaltungen.GroßeResonanzfandder3.WorkshopderReihe«Archivevonunten» zumThema«BewegungsarchiveimelektronischenZeitalter».WeitereVeranstaltungen desArchivswareneinWorkshopzurarchivischenBehandlungvonZeitzeugeninterviews undeinFilmabendzufrauenpolitischenWahlkampfspotsmitderFilmemacherinHelke Sander. Jahrbuch «Grünes Gedächtnis 2008».PetraKellywaranlässlichihresrundenGeburtsta- gesaucheinSchwerpunktderzweitenAusgabedesJahrbuchsdesArchivs.DerAufsatz «PetraKelly:TheOtherGreen»deramerikanischenPolitikwissenschaftlerinRuthBevan befasstsichmitderpolitischenTheorieKellys. DerzweiteForschungsbeitragisteineZusammenfassungeinerDoktorarbeitvonAndrea Humphreys,diedasArchivzweimal,ausAustralienkommend,fürihreStudienaufge- suchthat.SieuntersuchtanhandderGeißler-Fischer-DebatteumdieVerantwortungfür Grünes Gedächtnis 2008 A  uschwitzimSommer1983dieBerufungaufdieGeschichte,insbesonderediedesNatio- Hrsg.vonderHeinrich-Böll-Stiftung nalsozialismusunddesHolocaust.Nebenhistorisch-politischenBeiträgenbietetdasJahr- Berlin2007,112Seiten buchhistorischeDokumente,stellteinzelneArchivierungsprojektevorundneueLiteratur ISBN978-3-927760-76-9 vonundüberdieGrünen.
    •  AusderStiftung 57 Aus der Stiftung Grundsteinlegung des neuen Stiftungshauses AnfangJuli2007wurdedieKellerplattedesneuenStiftungshausesinstalliert,Anlassfür einkleinesFestzursymbolischenGrundsteinlegung.RalfFücksundBarbaraUnmüßig, VorstandderHeinrich-Böll-Stiftung,gabendemBauihreWünschemitinsFundament, ebensoderSchweizerArchitektPietEckert.«Wirvergessennicht,wemwirdieMöglich- keitzuverdankenhaben,eineigenesGebäudezuerrichten:demDeutschenBundestag,der unsdafürHaushaltsmittelzuVerfügunggestellthat,unddenSteuerzahlern,diedieseMit- telaufbringen»,soderVorstand.«WirbegreifendasalsVerpflichtung,nichtnursparsam undeffektivmitdiesenMittelnumzugehen,sondernderGesellschafteinenmöglichstgro- ßenGegenwertzurückzugeben–interessanteAngebotederpolitischenBildung,spannen- deVeranstaltungen,lesenswertePublikationen,vorwärtsweisendeStudienundeinWei- terbildungsangebotfürallepolitischInteressierten.»DasneueHaussollWeltoffenheit, VorstandundGeschäftsführungmitFrank TransparenzundUmweltfreundlichkeitausstrahlen–Werte,fürdieauchdieStiftung SprengervonderFirmaKirchnerbeiderGrund- steinlegungam9.Juli2007 steht.UndnichtzuletztsollesdenMitarbeitendenbessereArbeitsmöglichkeitenbieten. Wettbewerb «Kunst am Bau» AchtrenommierteKünstlerinnenundKünstlerbeteiligtensichandemWettbewerb«Kunst amBau»,zudemdieHeinrich-Böll-Stiftungeingeladenhatte.FürdiekünstlerischeGe- staltungdesNeubauswurden50.000Euroausgelobt.AlsGewinnergingderBerliner KünstlerViaLewandowskyhervor.InderBegründungderJuryheißtes:«Lewandowskys grünerTreppenläufermitderfotografischenApplikationderLuftaufnahmeeinerSchaf- herdesetzteinstarkesästhetischesZeichen.DiesichbewegendeHerdewirdjenachStand- punktzueinemneuenMotiv.DasKunstwerkkorrespondiertmitdemGebäudeundver- wandeltdieTreppeineinenOrtmiteigenerästhetischerundkommunikativerQualität.Die HerdestehtalsMetapherfürdieVerantwortungEinzelnerinderGruppe.Veränderung undImpulsegehenoftgeradevonjenenaus,diederHerdeeinBewusstseinfürandere Richtungenvermitteln.DasBildmotivbrichtsichironischmitdemZweckeinerpolitischen Stiftung,derenAufgabeesist,politischeBildungzubetreibenunddamitmeinungsbildend zuwirken.»LewandowskysInstallation«Treppenläufer»wirddie11mbreiteTreppezur BeletageimEingangsbereichimneuenStiftungshausderHeinrich-Böll-Stiftungausklei- den.MitderEröffnungdesStiftungshauseswirdsieöffentlichzugänglichsein. 20 Jahre Heinrich-Böll-Stiftung Am18.November1987versammeltensichrund400Personenausdemgrün-alternativen undchristlichenSpektrumimSaalderKölnerFlora-Terrassen,umeinegemeinnützige StiftunginsLebenzurufen.RenéBöll,derSohndesNobelpreisträgers,formulierteda- malsalsersterRednerdieZielederStiftung,derenVorstanderdannangehörte:DieStif- tungsolledaspolitischeundgesellschaftlicheWirkenseinesVatersfortsetzen,Freiräu- mefürpolitischAndersdenkendeschaffen,ProjekteinderDrittenWeltunterstützenund möglichstauch«eigeneUtopien»entwickeln.IndenVorstandwurdendamalsnebenRené Böllu.a.auchdieTheologinDorotheeSölle,derVorsitzendedesZentralratsderSintiund Roma,RomaniRose,undderZukunftsforscherRobertJungkgewählt.Mittlerweilesind 20Jahrevergangen.DieStiftung–längstalsparteinaheStiftungderGrünenanerkannt– DieheutigeHeinrich-Böll-Stiftungist1997aus istseitherenormgewachsen,nichtnurwasdieZahlderMitarbeiterinnenundMitarbeiter, demStiftungsverbandRegenbogenhervorgegan- derProjekteundAuslandsbürosbetrifft;auchdieinhaltlicheAgendahatsichkontinuier- gen,derDachverbandderdreigrünenStiftungen licherweitert.DieStiftungistzueinemFaktorimöffentlichen,politischenundkulturellen Buntstift(Göttingen),Frauen-Anstiftung(Ham- LebenderRepublikgeworden.ImNovember2007feiertedieHeinrich-Böll-Stiftungihr burg)undHeinrich-Böll-Stiftung(Köln)war. 20-jährigesGründungsjubiläumimkleinenRahmenaufihrerMitgliederversammlung. 
    • 58 FinanzenundPersonal Finanzen und Personal DasManagementeinesBetriebsodereinerInstitutionwirdvielfachgleichgesetztmitder PositiondesManagers.WeilesunterManagernschwarzeSchafegibt,istauchManage- mentgründlichinVerrufgeraten.EinImagewechseltutnot.Daherfragensichglobale Wirtschaftsunternehmenheute,wassievonNon-Profit-Unternehmenlernenkönnen,die selbstbeiErfolglangeZeitalsveraltetgalten,weilsiemoderneManagementmethoden oderihren«ReturnonInvestment»(ROI)nichtverinnerlichthatten.Vorbildcharakterhat vorallemderKanonanWertenundGrundüberzeugungen,vondenensichNon-Profit- Unternehmenleitenlassen–sozialeVerantwortunglebenbedeutetimmernochetwasan- deresalsmarkenbezogeneCorporateSocialResponsibility. MitunsererWeiterbildungsakademieGreenCampus,dieseitdemletztenJahrwerteba- Dr.BirgitLaubach,Geschäftsführerinder sierteBeratung,FortbildungundQualifikationfürNGOssowiePolitikerinnenundPoliti- Heinrich-Böll-Stiftung kerbereithält,bietenwirauchWirtschaftsunternehmeneinenQuereinstiegzuStrategie- bildungundinnovativeDenkanstößean. AbJuli2008wirddieHeinrich-Böll-StiftunginihremneuenHausinderSchumann- straße,vis-à-visdemDeutschenTheater,Quartierbeziehen.MitderBeletage,demKon- ferenz-undTagungszentrum,verbessernsichdieBedingungenfürunserepolitischeBil- dungsarbeitumeinVielfaches.DasGebäudewirdzentraleGrundwertederStiftungwie Nachhaltigkeit,TransparenzunddemokratischeKulturvorbildlichumsetzen. MiteinemPrimärenergieverbrauchvon55.7[kWh/qmNGF,a]liegtderEnergiever- brauchweitunterdenWertenselbstmodernsterBürogebäude.TrotzdeshohenGlasan- teilsanderFassade,derzugleichHelligkeitundModernitätdesStiftungshausesprägt, DieMitgliederversammlungderHeinrich- sind Gebäudehülle, Baumaterialien und Gebäudetechnik so optimal aufeinander abge- Böll-Stiftungbestehtaus49Mitgliedern.Ihr stimmt,dasseineausgezeichneteEnergiebilanzrealisiertwerdenkann.Auchdasther- gehörtenzumStichtag31.12.2007vierAbge- modynamischwirksameLüftungskonzeptindenBüroetagen,beidemdienatürlicheLuft- ordnetedergrünenBundestagsfraktionundzwei zirkulationüberdasDachdesAtriumsunddenFlurhocheffizientausgenutztwerden,ist FunktionsträgerderParteiBündnis90/DieGrü- nenan.ImzweiköpfigenVorstandderStiftung eineklugeundungewöhnlicheLösungimenergiebewusstenBauen.Gleichzeitighatdie istkeinFunktionsträgervonParteiodereiner StiftunggroßenWertaufeingesundesundbehaglichesArbeitsumfeldgelegt. Fraktion;indenausneunPersonenbestehenden ÖffentlicherRaumistimmerauchRaumfürKunst.AlsSiegerdesWettbewerbs«Kunst AufsichtsratwurdeeinFunktionsträgerundeine amBau»gingderBerlinerKünstlerViaLewandowskyhervor.ErüberzeugtedieJurymit BundestagsabgeordnetevonBündnis90/Die seinerInstallation«Treppenläufer»,einerkünstlerischenGestaltungdesbreitenTreppen- Grünengewählt. aufgangszumKonferenzzentrum. Jahresabschluss zum 31. Dezember 2006 wiegendaufderBasisvonStichprobenbeurteilt.DiePrüfungumfasstdie Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers BeurteilungderangewandtenBilanzierungsgrundsätzeundderwesent- Wir haben den Jahresabschluss – bestehend aus Bilanz, Gewinn- und lichenEinschätzungendesVorstandssowiedieWürdigungderGesamt- VerlustrechnungsowieAnhang–unterEinbeziehungderBuchführung darstellungdesJahresabschlusses und desLageberichts.Wir sind der unddenLageberichtdesHeinrich-Böll-Stiftunge.V.fürdasGeschäfts- Auffassung,dassunserePrüfungeinehinreichendsichereGrundlagefür jahrvom1.Januar2006biszum31.Dezember2006geprüft.DieBuch- unsereBeurteilungbildet. führungunddieAufstellungdesJahresabschlussesnachdendeutschen UnserePrüfunghatmitAusnahmederfolgendenEinschränkungzu handelsrechtlichen Vorschriften liegen in der Verantwortung des Vor- keinenEinwendungengeführt: standsdesVereins. VermögensgegenständeundSchuldenderrechtlichunselbständigen UnsereAufgabeistes,aufderGrundlagedervonunsdurchgeführten AuslandsbürosdesHeinrich-Böll-Stiftunge.V.werdennichtbilanziert. PrüfungeineBeurteilungüberdenJahresabschlussunterEinbeziehung Mit dieser Einschränkung entspricht der Jahresabschluss nach un- derBuchführungundüberdenLageberichtabzugeben. serer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkennt- Wir haben unsere Jahresabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Be- nissedengesetzlichenVorschriftenundvermitteltunterBeachtungder achtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer (IDW) festgestellten Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung ein den tatsächlichen Ver- GrundsätzeordnungsmäßigerAbschlussprüfungvorgenommen.Danach hältnissenentsprechendesBildderVermögens-,Finanz-undErtragsla- ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten gedesVereins.MitdergenanntenEinschränkungstehtderLagebericht undVerstöße,diesichaufdieDarstellungdesdurchdenJahresabschluss in Einklang mit einem den gesetzlichen Vorschriften entsprechenden unter Beachtung der Grundsätze ordnungsmäßiger Buchführung und Jahresabschluss,vermitteltinsgesamteinzutreffendesBildvonderLage durchdenLageberichtvermitteltenBildesderVermögens-,Finanz-und desVereinsundstelltdieChancenundRisikenderzukünftigenEntwick- Ertragslagewesentlichauswirken,mithinreichenderSicherheiterkannt lungzutreffenddar. werden.BeiderFestlegungderPrüfungshandlungenwerdendieKennt-  nisseüberdieGeschäftstätigkeitundüberdaswirtschaftlicheundrecht- licheUmfelddesVereinssowiedieErwartungenübermöglicheFehler Berlin,den10.September2007 berücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogeneninternenKontrollsystemssowieNachweise PricewaterhouseCoopers fürdieAngabeninBuchführung,JahresabschlussundLageberichtüber- Wirtschaftsprüfungsgesellschaft
    • FinanzenundPersonal 59 Vorläufige Gewinn- und Verlustrechnung vom 1. Januar bis 31. Dezember 2007  Lfd. Jahr Berichtsjahr Vorjahr (2008) (2007) (2006) Planzahlen Vorläufige Zahlen Testierte Zahlen ErträgeGlobalmittelhaushalt* 14.192.000 12.820.792 12.936.322 ErträgeandererZuwendungsbereiche** 27.986.000 28.855.794 26.079.351 davonZuwendungenfürdasBauvorhaben:4.865.490Euro(Vj.3.260.582Euro) ErträgeAuflösungdesSonderpostens 350.000 311.910 358.164 SummederErträge 42.528.000 41.988.496 39.373.837 Personalaufwand 7.600.000 7.155.252 7.031.983 Abschreibungen 350.000 311.910 356.643 SächlicheVerwaltungskosten*** 2.355.000 2.253.736 2.409.324 Investitionen 2.316.000 5.001.468 3.481.593 davonInvestitionenindasBauvorhaben:4.865.490Euro(Vj.3.260.282Euro) FachausgabenbezogenaufdieGlobalmitteldesBVA 1.438.000 1.212.031 1.288.289 WeiterleitungvonZuwendungenausdemGlobalmittelhaushalt 2.094.000 2.063.797 1.987.237 FachausgabenbezogenaufdieanderenZuwendungen 8.106.000 6.473.709 5.534.732 WeiterleitungvonBMZ-Projektmitteln 18.269.000 17.516.593 17.284.036 SummederAufwendungen 42.528.000 41.988.496 39.373.836 Zwischenergebnis – – – Vereinserträge 100.000 90.667 72.523 Vereinsaufwendungen 70.000 66.292 57.612 AbschreibungenaufdieBetriebs-undGeschäftsausstattungdesVereins – 102 434 Vereinsergebnis 30.000 24.273 14.477 Jahresfehlbetrag/Überschuss 30.000 24.273 14.477 *enthältdieErträgeausGlobalmittelndesBVA,VerwaltungskostenzuschüssenandererZuwendungsgeberunddiesonst.Einnahmen **enthältProjektmitteldesBMZ,desAA,derEUsowiedieMittelfürdieStudienförderungdesBMBFundAA ***einschl.derRückstellungenfürRisiken BMI:BundesministeriumdesInneren BMZ:BundesministeriumfürwirtschaftlicheZusammenarbeitundEntwicklung AA:AuswärtigesAmt BMBF:Bundesministerium fürBildungundForschung BVA:Bundesverwaltungsamt Erträge 2007 Erträge Globalmittel aushalt h Summe 41.988.496 ErträgeandererZuwendungs- Die Heinrich-Böll-Stiftung e.V. finanziert sich fast ausschließlich aus öf- bereiche fentlichenZuwendungen.ImBerichtsjahr2007habensichdieErträgeohne BaumittelgegenüberdemVorjahrgeringfügigumrd.1Mio.Euro(entspricht 3Prozent)auf37,1Mio.Euroerhöht.DerZuwachskaminsbesondereder Aufwendungen 2007 StudienförderungundderinternationalenTätigkeitderStiftungzugute.Ge- Projektmittelfürdie wachsensindauchdieMittel,diebeiderEUakquiriertwordensind(um379 Auslandstätigkeit TEuroauf1.076TEuro). AufderAusgabenseitezeigtsich,dassdasmoderate,mittelfristigange- Personalaufwand legteSparprogrammderStiftungweiterhinFrüchteträgt.WährenddiePer- SächlicheVerwaltungskosten sonalkostengegenüberdemVorjahrnurgeringfügiggestiegensind,sinddie SachausgabenvorallemwegendesWegfallseinmaligerBelastungenumrd. Summe 150TEurogesunken.IndenNeubaudesStiftungshauses,dasMitte2008 41.988.496 Investitionen fertiggestelltseinwird,konnten4,9Mio.Euroinvestiertwerden(3,3Mio. Projektmittelfürdie EuroindenVorjahren). gesellschaftspolitische DemVereinsvermögenkonnteerneuteinkleinerÜberschuss(rd.24TEuro) BildungsarbeitInland zugeführtwerden.DasVereinsvermögenstelltaberweiterhinnureinenge- Zuwendungenandie ringfügigenAnteilvonetwa0,9ProzentamGesamtvermögendar.Diewei- 16Landesstiftungen tereTätigkeitderStiftungaufdemaktuellenNiveauistdurcheinemittel- Stipendien fristigeFinanzzusageseitensdesZuwendungsgebersgesichert.DieStiftung verfügteimJahr2007immerübereineausreichendeLiquidität.
    • 60 FinanzenundPersonal Vorläufige Bilanz zum 31. Dezember 2007  Aktivia Berichtsjahr 2007 Vorjahr 2006 Anlagevermögen ImmaterielleVermögensgegenstände Konzessionen,gewerblicheSchutzrechteund ähnlicheRechteundWertesowieLizenzenan solchenRechtenundWerten,zuwendungsfinanziert 53.670 49.268 geleisteteAnzahlungen,zuwendungsfinanziert – – Sachanlagen Grundstücke,einschließlichderBautenauf fremdenGrundstücken,zuwendungsfinanziert 3.864.784 3.947.958 Betriebs-undGeschäftsausstattung,zuwendungsfinanziert 369.879 463.049 Betriebs-undGeschäftsausstattung,Verein 2 103 geleisteteAnzahlungenundAnlagenimBau,zuwendungsfinanziert 5.948.052 1.032.261 Finanzanlagen Kautionen 1.450 1.418 Umlaufvermögen ForderungenundsonstigeVermögensgegenstände 666.431 723.064 KassenbestandundGuthabenbeiKreditinstituten 3.220.499 2.227.659 Rechnungsabgrenzungsposten 364.884 197.468 Summe 14.489.651 8.642.248 Passiva Vereinsvermögen Rücklagen 101.591 101.591 Jahresergebnis 24.273 – Sonderposten aus Zuwendungen SonderpostenausZuwendungenzumAnlagevermögen 10.098.550 5.323.048 SonderpostenausZuwendungenzuKautionen 1.450 1.418 Rückstellungen Steuerrückstellungen 20.100 21.990 SonstigeRückstellungen 516.900 384.200 Verbindlichkeiten VerbindlichkeitenausLieferungenundLeistungen 290.482 465.508 VerbindlichkeitengegenüberProjektpartnern ausBMZ-Mitteln 5.000 1.511 ausAA-Mitteln 43 – Verbindlichkeiten gegenüber Zuwendungsgebern gegenüberderEU 50 9.920 gegenüberdemBMZ 29.109 60.273 gegenüberdemAA – 2.660 gegenüberdemBVA – – SonstigeVerbindlichkeiten 106.044 143.289 Rechnungsabgrenzungsposten gegenüberderEU 331.767 656.911 gegenüberdemBVA 2.901.970 530.722 gegenüberdemBMZ 884 – gegenüberdemBMBF 39.082 914.592 gegenübersonstigen 22.356 24.615 Summe 14.489.651 8.642.248
    • FinanzenundPersonal 61 Internationale Zusammenarbeit 2007 5,5  2005  2006 5,0  2007 4,5 4,0 3,5 3,0 2,5 2,0 Die Projektmittel für die Aufgaben der internationalen Zusammenarbeit 1,5 (insgesamt19,4MioEuro)sindimBerichtsjahrgegenüberdemVorjahrge- ringfügiggestiegen(0,55Mio.Eurooderrd.3Prozent).DieKürzungder 1,0 Mittel des Auswärtigen Amtes im Vorjahr konnte wieder rückgängig ge- 0,5 machtwerden,sodassdasVolumenhierwiederauf1,1Mio.Euroangestie- Mio. genist.DieakquiriertenMittelderEuropäischenUnion(771TEuro)konn- Euro  ateinamerika L Asien Nah-Ost Afrika Europa Internationale tenfürProjekteinEuropa,Afrika,Lateinamerika,imNahenundMittleren       Politik OstenundimKaukasuseingesetztwerden. Fachmittel 2007 Internationale Politik 21% Demokratie 16% Kommunalpolitik 9% Migration und Interkulturelle Summe 4.266.669Euro Demokratie 7% FürdiepolitischeBildungsarbeitimInlandhatdieHeinrich-Böll-Stiftung GWI 14% imJahr2007rund1,2Mio.EuroanFachmittelnverausgabt.DerGroßteil Wirtschaft und davon,ca.75Prozent,fließeninVeranstaltungenundProjekte.Dieprozen- Soziales 7% Bildung und tualeVerteilungderMittelaufdieThemenistausderGrafikersichtlich.Au- Wissenschaft 5% ßerdemwerdenFachmittelfürProjektederWeiterbildungsakademieGreen- Ökologie 7% CampusundderGrünenAkademiesowiefürPublikationenverausgabt. Kunst und Kultur 14% 2,1Mio.EuroleitetedieStiftungimJahr2007fürdieregionalepolitische BildungsarbeitandieLandesstiftungenweiter. Stipendienmittel nach Mittelgebern 5000000 4000000 3000000 DerpolitischeEinsatzfürNachwuchsförderunghatsichgelohnt:Seit2005 sinddieStipendienmittelum12Prozentangestiegen.ImJahr2007konnte dieHeinrich-Böll-Stiftunginsgesamt326deutscheundinternationaleStu- 2000000 dierendeundPromovierendeneufördern.UnserStudienwerkerhältdafür ZuwendungenvomBundesministeriumfürBildungundForschung(BMBF) und vom Auswärtigen Amt (AA) sowie von der Britta-Lohan-Gedächtnis- 1000000 stiftung.DarüberhinausbeteiligtsichdieStiftungandemInternationalen  BMBF Parlaments-Stipendien-Programm des Deutschen Bundestages und führt  AA Euro    eitere w selbsteinambitioniertesBegleitprogrammfürdieStipendiatinnenundSti-  2005 2006 2007 (BMI,Drittmittel,Bundestag) pendiatendurch.
    • 62  FinanzenundPersonal Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Heinrich-Böll-Stiftung 225 200 22 23 22 26 27 175 198 176 173 184 168 150 125 100 DieHeinrich-Böll-Stiftunghatderzeit184MitarbeiterinnenundMitarbei- ter,hinzukommen26insAuslandentsandteBeschäftigte. 75 Engagement,ErfahrungundKompetenzenderMitarbeitendensindfür 50 denErfolgderStiftungentscheidend.NebenderPersonalauswahllegtdie StiftunggrößtenWertaufattraktiveArbeitsbedingungen.Dazuzählendie 25 ausdrücklicheUnterstützungvonWork-Life-Balance,dieErweiterungvon  Ausland  Inland Gestaltungsspielräumen sowohl für eigenständiges Arbeiten als auch für  2003 2004 2005 2006 2007 partizipativeArbeitsformenundeineoffeneDiskussionskultur. Verteilung der Personalkosten Geschäftsführungsbüro VorstandsbüroundGreenCampus 1% 4% Finanzen Internationale 7% Personalabteilung Zusammenarbeit 31% 5% 4% EDV/ TechnischeDienste 11% Öffentlichkeits  - 72 Prozent der Personalkosten fließen in die fachliche Arbeit (Fachabtei- arbeit lungen Inland, Internationale Zusammenarbeit, Studienwerk, Vorstands- 8% Studienwerk büro und GreenCampus). 11 Prozent stehen für die Umsetzung von Pro- jektenderÖffentlichkeitsarbeitzurVerfügung,dazugehörenPublikationen, 29% der Internetauftritt der Stiftung sowie die Veranstaltungsbetreuung. Die ManagementabteilungenPersonal,FinanzenundEDVsowiederGeschäfts- Inlandsabteilung führungsbereichnehmen17ProzentderPersonalkosteninAnspruch. Work-Life-Balance 100% 90 80 Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist in der Heinrich-Böll-Stiftung 70 selbstverständlicher Bestandteil der Personalpolitik. Die Stiftung verfügt übereinflexiblesArbeitszeitsystem,dasdenMitarbeitendenweitreichende 60 49 Spielräume in der Gestaltung ihrer Arbeitszeit lässt. In Abstimmung mit 52 51 51 50 53 51 denbetrieblichenBelangenkannauchvonzuHauseausgearbeitetwerden–  48 49 49 47 30TelearbeitsplätzestandenimJahr2007zurVerfügung. 40 51ProzentderBeschäftigtenarbeitenTeilzeit.FürgrößereprivateVor- 30 haben,wiezumBeispiellängereAuslandsreisenodereigeneBuchprojekte, 20 bestehtdieMöglichkeit,sichbeurlaubenzulassenbzw.einSabbaticalzu nehmen. 10 DieHeinrich-Böll-Stiftungführtseit2007einGesundheitsprojektdurch,  Vollzeitbeschäftigte  Teilzeitbeschäftigte um u.a. Gesundheitsgefährdungen in der Stiftung zu ermitteln. Darüber  2003 2004 2005 2006 2007 h  inauswerdenKurseinYoga,QiGongundAtemarbeitangeboten.
    • FinanzenundPersonal   63 Anteil der Frauen und Männer in den Tarifgruppen in Prozent 100% 90 16 19 80 74 81 25 70 75 41 60 59 50 50 50 40 30 Die Gemeinschaftsaufgabe «Geschlechterdemokratie» ist per Satzung für 20 alleArbeitsfelderderStiftungfestgeschriebenundwirdauchinderPerso- nalpolitikverwirklicht.SosindFrauenmit50Prozentimaußertariflichen 10 Bereich und mit 60 Prozent in den mittleren Führungspositionen deutlich  Männer  Frauen stärkervertretenalsinvergleichbarenOrganisationen.Gleichesgiltfürdie  AT IIa Vb-III bisVc Summe Auslandsbüros. Anteil von Migrantinnen und Migranten in Prozent Migrantenund Migrantinnen 12 % Anfang2007hatdieHeinrich-Böll-StiftungdieChartaderVielfaltunter- zeichnet.Damithatsiesichunteranderemverpflichtet,dieVielfaltderGe- sellschaftinnerhalbundaußerhalbderStiftungwertzuschätzen,einenre- spektvollen Umgang miteinander zu pflegen sowie eine Personalpolitik zu verfolgen,diedievielfältigenTalentederBeschäftigtenfördert. 12ProzentderbeiderHeinrich-Böll-StiftungBeschäftigtensindMigran- tinnenundMigranten,beideninsAuslandentsandtenBeschäftigtensindes 23Prozent.DieStiftunghatdamitihreinderSatzungverankerteZielvorga- bevonmindestens10Prozenterfolgreichumgesetzt. ZurUmsetzungihrerZielebeschäftigtdieHeinrich-Böll-Stiftunghochqua- Personalentwicklung lifizierteundengagierteMitarbeiterinnenundMitarbeiter.Siesetztdabei aufdieVielfaltihrerBeschäftigten,d.h.aufunterschiedlicheErfahrungen undFähigkeiten,seiesinBezugaufAusbildungoderBerufs-undLebenser- fahrung. Zur Weiterbildung bietet die Stiftung Fortbildungen auf verschiedenen Ebenenan: Organisationsentwicklung  asisqualifikationen, die Grundlage für den jeweiligen Arbeitsplatz B sind, u.a. EDV-Schulungen, Zuwendungsrecht und Fremdsprachen- 20 % kenntnisse.  rganisationsmanagement,dazugehörtu.a.Projekt-undQualitäts- O managementsowieTeamentwicklung. 11 % FührungundNach-  ührungundNachwuchsförderung,umFührungskompetenzenzuför- F wuchsförderung dernundMitarbeitendeaufFührungspositionenvorzubereiten. Basis-  56 % 6 %  eranstaltungenundTrainingszurWahrnehmungderGemeinschafts- V angebote Gemeinschaftsaufgaben 5 % aufgaben «Geschlechterdemokratie» und «Migration/Interkulturelle 2 % Kreativität Demokratie». undInnovation  örderungvonKreativitätundInnovation,umdiepolitischeBildungs- F sonstige arbeitkontinuierlichweiterzuentwickeln.
    • 64 Gremien Gremien Stand:März2008 Mitgliederversammlung  Dr.KatajunAmirpur,HartmutBäumer,KlausBaumgärtner,LukasBeckmann,BirgittBender,Dr.Marit- taBiebersteinvonKoch-Weser,FranziskaBranter,KajoBreuer,VolkerBulla,GiselaErler,Prof.Dr.RainerForst,UlrikeGauderer, Prof.InesGeipel,Prof.Dr.JoachimGessinger,JürgenGneiting,MartinGrimm,Dr.GasanGusejnov,AnjaHajduk,BrittaHaßelmann, M  ichaelHenke,ChristianeHowe,MechtildM.Jansen,Dr.ChristaKarras,UteKoczy,Dr.HermannKuhn,UndineKurth,JoostLagen- dijk,SteffiLemke,Prof.Dr.DirkMessner,Dr.MatiasMieth,BrigitteMoritz,EdithMüller,KlausMüller,ÖzcanMutlu,Prof.Dr.Ursula Neumann,AstridRothe-Beinlich,JürgenSuhr,DirkScheelje,StefanieSchiffer,M.MaxSchön,MichaeleSchreyer,MichaelSchwandt, KristinaSteenbock,Dr.EllenUeberschär,Dr.ElisabethvonThadden,AlenaWagnerova-Köhler,HenrietteWägerle,VirginiaWangare Greiner,Dr.YfaatWeiss Aufsichtsrat  BarbaraAssheuer,ReinhardBütikofer,JürgenGneiting,AnjaHajduk,ChristianeHowe,EdithMüller,Dr.AndreasPolter- mann,MichaeleSchreyer,KristinaSteenbock, Frauenrat MarenBock,GülayCaglar,Dr.AndreaFerber,UlrikeGauderer,JudyGummich,Prof.Dr.BirgitMeyer,IreneReifenhäuser (Sprecherin) Koordinationsgremium des Freundeskreises  MechtildM.Jansen,HelgaMetzner Mitglieder Grüne Akademie  Prof.Dr.GabrieleAbels,TarekAl-Wazir,BiggiBender,PDDr.MechthildBereswill,MarianneBirthler, Prof.Dr.AngeloBolaffi,Prof.Dr.ChristinavonBraun,Prof.Dr.ClaudiavonBraunmühl,Prof.Dr.HubertusBuchstein,MercedesBunz, Prof.Dr.ThomasChristaller,Prof.Dr.Dr.MichaelDaxner,Prof.Dr.SimoneDietz,Dr.TheaDückert,RainerEmschermann,AnkeErd- mann,Prof.Dr.RainerForst,RalfFücks,KarstenGerlof,Prof.Dr.ArnimvonGleich,AdrienneGöhler,CristinaGómezBarrio,Prof.Dr. StefanGosepath,Dr.SigridGraumann,Prof.Dr.L.HorstGrimme,Prof.Dr.HariolfGrupp,MelanieHaas,RebeccaHarms,Dr.Dietrich Hermann,Dr.JeanetteHofmann,Dr.RahelJaeggi,PicoJordan,Dr.OttoKallscheuer,BertramKeller,SybilleKnapp,Dr.FelixKolb, Dr.ReginaKreide,PDDr.GeorgKrücken,Prof.Dr.RainerKuhlen,Prof.Dr.BerndLadwig,Dr.SusanneLanwerd,Dr.ReinhardLoske, Dr.WillfriedMaier,ChristophMeertens,Prof.Dr.ChristophMenke,JohannesMoes,Prof.Dr.FrankNullmeier,RalphObermauer,Dr. AndreasPoltermann,Prof.Dr.U.K.Preuß,Prof.Dr.LotharProbst,Prof.Dr.Dr.F.J.Radermacher,UlrikeRiedel,ManuelaRottmann, DieterRulff,KristaSager,Prof.Dr.ThomasSaretzki,Prof.Dr.BirgitSauer,JoschaSchmierer,ThomasSchramme,Dr.Christine Schwarz,PeterSiller,PDDr.RudolfSpeth,Dr.TineStein,RenaTangens,Dr.EllenUeberschär,SybilleVolkholz,MatthiasWagner, Prof.em.HelmutWiesenthal Fachbeirat Nord-Süd  Dr.MurielAsseburg,Prof.Dr.MarianneBraig,Dr.AchimBrunnengräber,Dr.TobiasDebiel,UlfEngel,Sonja Grigat,IngridHoven,SebastianKasack,LotteLeicht,SabineMeyer,RogerPeltzer,Dr.ShaliniRanderia,WolfgangSchmitt,Dr.Imme Scholz,Dr.Karl-HeinzStecher Fachbeirat Europa/Transatlantik  JuanBehrend,ReinhardBütikofer,Dr.UlrikeGuérot,MilanHorácek,JoostLagendijk,Dr.Helmut Lippelt,BrigitteLuggin,UlrikeLunacek,LudwigMehlhorn,WinfriedNachtwei,SusanneNies,MarcOliverPahl,StefanieSchiffer,  JoschaSchmierer,UlrichSchneckener,JanSeifert,JaroslavŠonka,RainderSteenblock,Dr.ElisabethWeber Fachbeirat Studienwerk  TheresiaBauer,Prof.Dr.TimmBeichelt,Prof.Dr.Dr.MichaelDaxner,KaiGehring,UlrikeGote,Prof.Dr. UtaKlein,Prof.Dr.GerhardKockläuner,Prof.Dr.HansJ.Lietzmann,Prof.Dr.AndreasLob-Hüdepohl,Prof.SigridMetz-Göckel,  Dr.PeerPasternack,Dr.SimoneSchwanitz Stipendiatische Vertreterinnen und Vertreter NiCheng,EyüpVolkanCidam
    • VertrauensdozentinnenundVertrauensdozenten 65 Vertrauensdozentinnen  und Vertrauensdozenten  Augsburg  Dr.StefanBöschen,UniversitätAugsburg Bamberg  Prof.Dr.RainerDrewello,Otto-Friedrich-UniversitätBamberg Bayreuth  Dr.ErdmuteAlber,UniversitätBayreuth;Prof.Dr.BerndMüller-Jacquier,UniversitätBayreuth Berlin  PDDr.JörnAhrens,Humboldt-UniversitätzuBerlin;Prof.Dr.SusanneBaer,LL.M.,Humboldt-UniversitätzuBerlin;Prof.Dr. AnjaBandau,FreieUniversitätBerlin;Prof.Dr.HartmutBöhme,Humboldt-UniversitätzuBerlin;RaymondBoy,FilmbüroNWe.V.; Dr.AchimBrunnengräber,FreieUniversitätBerlin;Prof.Dr.MaríadoMarCastro Varela,AliceSalomonFachhochschuleBerlin;Dr. SergioCosta,FreieUniversitätBerlin;Prof.Dr.HansjörgDilger,FreieUniversitätBerlin;Prof.Dr.KerstinDörhöfer,Universitätder KünsteBerlin;PDDr.AngelikaEbrecht-Laermann,Sigmund-Freud-Institut; Dr.NorbertEpstein*;Prof.Dr.TrevorEvans,Fachhoch- schuleWirtschaftBerlin;Dr.Ursula Ferdinand,TechnischeUniversitätBerlin;Dr.Karin Fiege,HumboldUniversitätzuBerlin;Dr. UrsulaFlecken,Planergemeinschaft;Prof.Dr.BarbaraFritz,FreieUniversitätBerlin;Dr.SigridHaase,UniversitätderKünsteBerlin; Prof.Dr.CiljaHarders,FreieUniversitätBerlin;PDDr.SusanneHeim,EditionJudenverfolgung;Dr.DagmarHeymann*;Christian Hochfeld,Öko-Institute.V.;PDDr.ElkeHolst,DeutschesInstitutfürWirtschaftsforschung;Dr.MichiKnecht,Humboldt-Universität zuBerlin;Dr.MarianneKriszio,Humboldt-UniversitätzuBerlin;Prof.Dr.DorotheaKübler,TechnischeUniversitätBerlin;Prof.Dr. BerndLadwig,FreieUniversitätBerlin;Dr.AngelaLammert,AkademiederKünste;Dr.CorinnaLangelotz,Charité-Universitätsmedizin Berlin;Prof.Dr.BerndLutterbeck,TechnischeUniversitätBerlin;Prof.Dr.BirgitMahnkopf,FachhochschulefürWirtschaftBerlin;Dr. NazirPeroz,TechnischeUniversitätBerlin;PDDr.DanyelReiche,FreieUniversitätBerlin;Prof.Dr.BirgitRommelspacher,AliceSa- lomonFachhochschuleBerlin;Dr.RosalindeSartorti,FreieUniversitätBerlin;Dr.HelgaSatzinger*;Prof.Dr.ElviraScheich,Techni- scheUniversitätBerlin;Prof.Dr.DorotheaSchmidt,FachhochschulefürWirtschaftBerlin;Dr.RenateSchubert,AkademiederKünste; Dr.habil.AnnedoreSchulze*;Dr.EvaSternfeld*;Mg.ElzbietaSternlicht,UniversitätderKünsteBerlin;Dr.LouiseHelenStewart- Ladewig*;Prof.Dr.RoderichSüßmuth,TechnischeUniversitätBerlin,GünterUnterburger*;Prof.Dr.Christinavon Braun,Humboldt- UniversitätzuBerlin;Prof.Dr.Hans-JürgenWeiß,FreieUniversität erlin;Dr.GabrieleWohlauf,DeutschesTechnikmuseum B Biberach  Prof.Dr.GottholdBalensiefen,FachhochschuleBiberach,HochschulefürBauwesenundWirtschaft Bielefeld  Prof.Dr.KlausDammann,UniversitätBielefeld;Prof.Dr.AnkeFesenfeld,FachhochschulederDiakonieBielefeld;Prof.Dr. CorneliaGiebeler,FachhochschuleBielefeld;Dr.PaulMecheril,UniversitätBielefeld;AninaMischau,UniversitätBielefeld;Prof.Dr. UrsulaMüller,UniversitätBielefeld;Dr.MarleneMüller,UniversitätBielefeld Bochum  PDDr.BeateFieseler,Ruhr-UniversitätBochum;Prof.Dr.IlseLenz,Ruhr-UniversitätBochum;Dr.IsabelRichter*;Prof.Dr. LieselotteSteinbrügge,Ruhr-UniversitätBochum Bonn  Prof.Dr.AndreasPangritz,RheinischeFriedrich-Wilhelms-Universität Braunschweig  Prof.Dr.BettinaWahrig,TechnischeUniversitätCarolo-WilhelminaBraunschweig Breitenbrunn  Dr.ChristelWalter,StaatlicheStudienakademieBreitenbrunn Bremen  Prof.Dr.KlausBoehnke,JacobsUniversityBremen;Prof.Dr.JulianeFilser,UniversitätBremen;Prof.Dr.KarinGottschall, UniversitätBremen;Prof.Dr.ElfriedeLöchel,UniversitätBremen;Prof.Dr.MayaNadig,UniversitätBremen;Prof.Dr.FrankNull- meier,UniversitätBremen;Prof.Dr.KonstanzePlett,LL.M.,UniversitätBremen;Prof.Dr.Heinz-PeterPreußer,UniversitätBremen; Prof.Dr.LotharProbst,UniversitätBremen;Dr.CecileSandten,UniversitätBremen Brüssel  Dr.NicoBeger* Chemnitz  Prof.Dr.GünterVoß,TechnischeUniversitätChemnitz Coburg  Prof.Dr.GabyFranger-Huhle,FachhochschuleCoburg Cottbus  Prof.Dr.Marie-TheresAlbert,BrandenburgischeTechnischeUniversitätCottbus;Prof.Dr.SabinePickenhain,Brandenburgi- scheTechnischeUniversitätCottbus Darmstadt  Prof.Dr.MarliesFröse,EvangelischeFachhochschuleDarmstadt;Prof.Dr.BeateKrais,TechnischeUniversitätDarmstadt; Dr.RenateRuhne,TechnischeUniversitätDarmstadt Dortmund  Prof.Dr.SigridMetz-Göckel,UniversitätDortmund Dresden  Prof.Dr.UdoBecker,TechnischeUniversitätDresden;Prof.Dr.BirgitBenkhoff,TechnischeUniversitätDresden;Prof.Dr. LotharBöhnisch,TechnischeUniversitätDresden;AnnemarieMüller,M.A.,ÖkumenischesInformationsZentrum;Prof.Dr.Johannes Rohbeck,TechnischeUniversitätDresden;Prof.Dr.BernhardSchlag,TechnischeUniversitätDresden;Prof.Dr.GerdSchwerhoff,Tech- nischeUniversitätDresden;Dr.JohannesSiemens,TechnischeUniversitätDresden Düsseldorf  Prof. Dr. Simone Dietz, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf; Prof. Dr. Frank Liedtke, Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf Duisburg  Prof.Dr.ThomasHeberer,UniversitätDuisburg-Essen Eberswalde  Prof.Dr.HansPeterBenedikt,FachhochschuleEberswalde;Prof.Dr.PierreIbisch,FachhochschuleEberswalde
    • 66 VertrauensdozentinnenundVertrauensdozenten Erfurt  Prof.Dr.RonaldLutz,FachhochschuleErfurt;Prof.Dr.JamalMalik,UniversitätErfurt;Prof.Dr.TheresaWobbe,Universität Erfurt Erlangen  Prof.Dr.AndreaPagni,Friedrich-Alexander-UniversitätErlangen-Nürnberg;Prof.Dr.ChristophPflaum,Friedrich-Alexan- der-UniversitätErlangen-Nürnberg;Dr.des.GerdSebald,Friedrich-Alexander-UniversitätErlangen-Nürnberg Essen  Dr.LydiaDelaApedjinou*;Dr.ChristineHatzky,UniversitätDuisburg-Essen;Dr.KarenJaehrling,UniversitätDuisburg-Essen; Prof.Dr.AnneSchlüter,UniversitätDuisburg-Essen Esslingen  Prof.Dr.BirgitMeyer,HochschuleEsslingen Flensburg  Prof.Dr.GerdGrözinger,UniversitätFlensburg;Prof.Dr.MartinaWeber,UniversitätFlensburg Frankfurt a. M.  Prof.Dr.UrsulaApitzsch,JohannWolfgangGoethe-Universität;Prof.Dr.MargritBrückner,FachhochschuleFrank- furtamMain;Prof.Dr.RainerForst,JohannWolfgangGoethe-Universität;Dr.ReginaKreide,JohannWolfgangGoetheUniversität; Prof.Dr.HelmaLutz,JohannWolfgangGoetheUniversität;Dr.AndreasNölke,JohannWolfgangGoethe-Universität;Prof.Dr.Uta Ruppert,JohannWolfgangGoethe-Universität Frankfurt/Oder  Prof.Dr.TimmBeichelt,Europa-UniversitätViadrinaFrankfurt(Oder);JanineNuyken,Europa-UniversitätViadrina Frankfurt(Oder) Freiburg i. B.  Prof.Dr.ElisabethCheauré,Albert-Ludwigs-UniversitätFreiburgimBreisgau;Prof.Dr.ReinhardMarkowetz,Katholi- scheFachhochschuleFreiburg;Prof.Dr.BrittaSchinzel,Albert-Ludwigs-UniversitätFreiburgimBreisgau;MichaelSchlömer* Gießen  Prof. Dr. Adalbert Evers, Justus-Liebig-Universität Gießen; Prof. Dr. Marianne Friese, Justus-Liebig-Universität Gießen; R  enateNiekant,Justus-Liebig-UniversitätGießen Göttingen  Dr.SabineHorn,Georg-August-UniversitätGöttingen;Prof.Dr.med.MichaelM.Kochen,Georg-August-UniversitätGöttin- gen;Prof.Dr.med.NicolaiMiosge,Georg-August-UniversitätGöttingen;Prof.Dr.IlonaOstner,Georg-August-UniversitätGöttingen; Dr.UlrichSchwardmann,Georg-August-UniversitätGöttingen;PDDr.ThorstenUnger,Georg-August-UniversitätGöttingen Greifswald  Prof.Dr.Hubertus Buchstein,Ernst-Moritz-Arndt-UniversitätGreifswald;PDDr.phil.Dr.rer.med.habil.Mariacarla  Gadebusch Bondio,Ernst-Moritz-Arndt-UniversitätGreifswald;Prof.Dr.KonradOtt,Ernst-Moritz-Arndt-UniversitätGreifswald Halle/Saale  Prof.Dr.Thomas Bremer,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Dr.rer.nat.Karamba Diaby,Jugendwerkstatt FroheZukunftHalle-Saalkreise.V.;Prof.Dr.GesineFoljanty-Jost,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Prof.Dr.IsabellHen- sen,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Prof.FrithjofMeinel,HochschulefürKunstundDesignHalle;Prof.Dr.WernerNell, Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Prof.Dr.Thomas Olk,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Prof.Dr.Ursula Rabe-Kleberg,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Prof.Dr.PiaSchmid,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg;Dr. Kai-UweSchnapp,Martin-Luther-UniversitätHalle-Wittenberg Hamburg  Prof.Dr.BeateBinder,UniversitätHamburg;Dr.IrmtrautGensewich,UniversitätHamburg;Dr.SabineHöhler*;Dr.Karin Hörner,UniversitätHamburg;TrudelKarcher,UniversitätHamburg;Prof.Dr.YolandaM.Koller-Tejeiro,HochschulefürAngewandte WissenschaftenHamburg;Dr.WernerKonitzer,HamburgerInstitutfürSozialforschung;Prof.Dr.UllrichLaaser,UniversitätHam- burg;Prof.Dr.UrsulaNeumann,UniversitätHamburg;Dr.BettinaPaul,UniversitätHamburg;Dr.Janvan Aken,UniversitätHamburg; Dr.CorinnaVoigt-Kehlenbeck,GenderInstitutHamburg/Steinkimmen/Oldenburg;Prof.Dr.WolframWeiße,UniversitätHamburg Hannover  SusanneEser,BürofürkulturelleUnvernunft.Kunst-Forschung-Wissenschaft;Prof.Dr.Gudrun-AxeliKnapp,Gottfried-Wil- helm-LeibnizUniversitätHannover;Prof.Dr.BettinaOppermann,Gottfried-Wilhelm-LeibnizUniversitätHannover;Prof.Dr.Brigitte Reinwald,GottfriedWilhelmLeibnizUniversitätHannover;Prof.Dr.med.CarlaRosendahl,EvangelischeFachhochschuleHannover Heidelberg  Dr.HüseyinAguicenoglu,Ruprecht-Karls-UniversitätHeidelberg;Dr.DorotheaFischer-Hornung,Ruprecht-Karls-Univer- sitätHeidelberg;Prof.Dr.FraukeGewecke,Ruprecht-Karls-UniversitätHeidelberg;Dr.ElsbethKneuper*;Prof.Dr.JekatherinaLebe- dewa,Ruprecht-Karls-UniversitätHeidelberg;Dr.SteffenSigmund,Ruprecht-Karls-UniversitätHeidelberg Hildesheim  Prof.Dr.GaziCaglar,FachhochschuleHildesheim/Holzminden/Göttingen;Prof.Dr.LeonieWagner,Hochschulefürange- wandteWissenschaftundKunst,FachhochschuleHildesheim/Holzminden/Göttingen Jena  Prof.Dr.WolfgangBehlert,FachhochschuleJena;Prof.Dr.ThomasSauer,FachhochschuleJena Karlsruhe  Jun.Prof.Dr.HavvaEngin,PädagogischeHochschuleKarlsruhe Kassel  Prof.Dr.WolfgangJonas,UniversitätKassel;Dr.UlrikeLoch,UniversitätKassel;Prof.Dr.ClaritaMüller-Plantenberg,Uni- versitätKassel;Prof.Dr.med.AylâNeusel,UniversitätKassel;Prof.Dr.ChristophScherrer,UniversitätKassel;Dr.HelenSchwenken, UniversitätKassel Kiel  Prof.Dr.UtaKlein,FachhochschuleKiel;Prof.Dr.GerhardKockläuner,FachhochschuleKiel Klagenfurt  Prof.Dr.ChristinaSchachtner,UniversitätKlagenfurt Köln  Dr.Elke Beduhn,RechtsanwälteDecruppe&Kollegen;Prof.Dr.Boris Braun,UniversitätzuKöln;Prof.Dr.Ursula Bredel, UniversitätzuKöln;Prof.Dr.Wolf-DietrichBukow,UniversitätzuKöln;Prof.Dr.CorneliusNestler,UniversitätzuKöln;Dr.Gerda Schüler,UniversitätzuKöln  Konstanz  Prof.Dr.RainerKuhlen,UniversitätKonstanz Landau  HeideGieseke,UniversitätKoblenz-Landau Leipzig  Dr.phil.ChristaGrimm,UniversitätLeipzig;Dr.ReginaMetze,UniversitätLeipzig;Prof.Dr.IlseNagelschmidt,Universität Leipzig;Prof.Dr.StefanTroebst,UniversitätLeipzig Lüneburg  AnneDudeck,UniversitätLüneburg;Prof.Dr.SabineHofmeister,UniversitätLüneburg;Prof.Dr.Maria-EleonoraKarsten, UniversitätLüneburg;Prof.Dr.GerdaLischke,UniversitätLüneburg
    • VertrauensdozentinnenundVertrauensdozenten  67 Magdeburg  Prof.Dr.GeraldWarnecke,Otto-von-GuerickeUniversitätMagdeburg Mainz  Prof.PeterKiefer,JohannesGutenberg-UniversitätMainz;Prof.Dr.WolfgangRiedel,JohannesGutenberg-UniversitätMainz; Prof.Dr.HaraldSchleicher,JohannesGutenberg-UniversitätMainz Mannheim  Prof.Dr.BernhardEbbinghaus,UniversitätMannheim;Prof.Dr.Ernst-Ludwigvon Thadden,UniversitätMannheim Marburg  Prof.Dr.SusanneMaurer,Philipps-UniversitätMarburg;Dr.SabineToppe,Philipps-UniversitätMarburg Merseburg  Prof.Dr.WolfgangBerg,HochschuleMerseburg München  Prof.Dr.HelgaBilden*; Prof.Dr.ConstanceEngelfried,HochschuleMünchen;Dr.GabrieleHooffacker,Journalistenakade- mie;Prof.Dr.HeinerKeupp,Ludwig-Maximilians-UniversitätMünchen;WalterSehrer,M.A.,MünchnerProjektgruppefürSozialfor- schung;Prof.Dr.CarmenTatschmurat,KatholischeStiftungsfachhochschuleMünchen Münster  Dr.AnkeStrüver,WestfälischeWilhelms-UniversitätMünster Neubiberg  Prof.Dr.FranzKohout,UniversitätderBundeswehrNeubiberg Neuss  AngelaWagner* Nürnberg  Dr.HeidiHofmann,Ev.FachhochschuleNürnberg Oldenburg  Prof.Dr.IlseDröge-Modelmog,CarlvonOssietzkyUniversitätOldenburg;Prof.Dr.GesaLindemann,UniversitätOldenburg; Prof.Dr.BerndSiebenhüner,CarlvonOssietzkyUniversitätOldenburg;Prof.Dr.SilkeWenk,CarlvonOssietzkyUniversitätOldenburg Paderborn  Prof.Dr.MichaelHofmann,UniversitätPaderborn Passau  Prof.Dr.SiegfriedGraf,UniversitätPassau;Prof.Dr.SusanneSchröter,UniversitätPassau Potsdam  Prof.Dr.JoachimGessinger,UniversitätPotsdam;Prof.Dr.ErhardStölting,UniversitätPotsdam;Prof.Dr.KerstinStutter- heim,HochschulefürFilmundFernsehen«KonradWolf»Potsdam-Babelsberg Rostock  Prof.Dr.PeterA.Berger,UniversitätRostock;Dr.GudrunHeinrich,UniversitätRostock;Dr.HeikeKahlert,UniversitätRos- tock;Prof.Dr.Hans-Jürgenvon Wensierski,UniversitätRostock Saarbrücken  Prof.Dr.HolgerBuck,HochschulefürTechnikundWirtschaftdesSaarlandes;Prof.Dr.KlausKraimer,Hochschulefür TechnikundWirtschaftdesSaarlandes;Dr.ChristineSchwarz,InstitutfürSozialforschungundSozialwirtschaft(iso)e.V. Stuttgart  Dr.rer.nat.RalphO.Schill,UniversitätStuttgart Trier  PDDr.MichaelSchönhuth,UniversitätTrier Tübingen  Prof.Dr.GabrieleAbels,UniversitätTübingen;Prof.Dr.RegineGildemeister,Eberhard-Karls-UniversitätTübingen;Prof. Dr.ThomasHauschild,Eberhard-Karls-UniversitätTübingen;Prof.Dr.BarbaraLange,Eberhard-Karls-UniversitätTübingen;Dr.Ka- rinWidmayer* Ulm  Prof.Dr.FranziskaLamott,UniversitätUlm Utrecht  Dr.ChristophBaumgartner,UniversiteitUtrecht Wien  PDDr.CorneliaKlinger,InstitutfürdieWissenschaftenvomMenschen;Prof.Dr.HelmutLethen,InternationalesForschungszen- trumKulturwissenschaftenWien Wiesbaden  Prof.Dr.SilviaKontos,FachhochschuleWiesbaden;Prof.Dr.OjaEleonorePloil,FachhochschuleWiesbaden Wilhelmshafen  Dr.MichaelaKuhnhenne,FachhochschuleOstfriesland/Oldenburg/Wilhelmshafen Wismar  Prof.Dr.JostKramer,HochschuleWismar,UniversityofTechnology,BusinessandDesign Witten  Prof.Dr.MartinSchnell,PrivateUniversitätWitten/Herdecke Wuppertal  Prof.Dr.HansJ.Lietzmann,BergischeUniversitätWuppertal;Dr.GertrudOelerich,BergischeUniversitätWuppertal *keineHochschulangaben Mitglieder der Auswahlkommission des Studienwerks der Heinrich-Böll-Stiftung Dr. Doris Bachmann-Medick  Prof. Dr. Anja Bandau  Prof. Dr. Christine Bauhardt  Prof. Dr. Timm Beichelt  Prof.Dr.KlausBoehnke PaulaBradish Prof.Dr.MargritBrückner Dr.RalphBürk Prof.Dr.MaríadoMarCast- roVarela Dr.ChristianChua Dr.KarambaDiaby Prof.Dr.HansjörgDilger SandraDümer Prof.Dr.Christel Eckart Dr.WaltraudErnst Prof.Dr.AlbertEvers Prof.Dr.AnkeFesenfeld Prof.Dr.JulianeFilser Dr.Gernot Folkers Prof.Dr.BirgitGeissler Prof.Dr.JoachimGessinger Prof.Dr.GerdGrözinger Dr.InesHartwig Han- nahHempell Prof.Dr.SabineHofmeister PDDr.MarkusHöffer-Mehlmer Dr.GiselaHolfter Dr.ElkeHolst  Dr.GabrieleHooffacker MichaelJainzik Dr.UtaKlein Prof.Dr.ClaudiaKraft Prof.Dr.DorotheaKübler Dr. CarmenLeicht-Scholten Dr.Hans-AlbertLennartz Prof.Dr.AndreasLob-Hüdepohl Dr.AlexandraLübcke PDDr. MargrethLünenborg Prof.Dr.PaulMecheril ChristophMeertens Dr.WillfriedMaier Dr.BirgitMöller Janine Nuyken Prof.Dr.BettinaOppermann Prof.Dr.WolfgangRiedel Prof.Dr.UtaRuppert Prof.Dr.ChristophScherrer Prof.Dr.JoachimSchulze Dr.ChristineSchwarz EddaStelck Prof.Dr.KerstinStutterheim Dr.UlrikeStutz Prof.Dr.CajaThimm Prof.Dr.StefanTroebst Prof.Dr.Hans-JürgenvonWensierski PDDr.DorotheeWierling  Dr.RenéWildangel Prof.Dr.TheresaWobbe
    • 68   Adressen Adressen Stand:Mai2008 Archiv Grünes Gedächtnis Heinrich-Böll-Stiftung EldenaerStraße35 Schumannstraße8 10247Berlin 10117Berlin T 030-28534-260 F 030-28534-5260 T 030-285340 F 030-28534109 E archiv@boell.de E info@boell.de W www.boell.de Die Landesstiftungen der Heinrich-Böll-Stiftung Heinrich-Böll-Stiftung Baden-Württemberg e.V. Stiftung Leben Und Umwelt Niedersachsen Rieckestraße26,70190Stuttgart Warmbüchenstraße17,30159Hannover T 0711-26339410 F 0711-26339419 T 0511-3018570 F 0511-30185714 E info@boell-bw.de W www.boell-bw.de E info@slu-boell.de W www.slu-boell.de Petra-Kelly-Stiftung – Bildungswerk für Demokratie  Heinrich-Böll-Stiftung Nordrhein-Westfalen und Ökologie in Bayern e.V. HuckarderStraße12,44147Dortmund Reichenbachstraße3a,80469München T 0231-9144040 F 0231-91440444 T 089-24226730 F 089-24226747 E info@boell-nrw.de W www.boell-nrw.de E info@petra-kelly-stiftung.de W www.petra-kelly-stiftung.de Heinrich-Böll-Stiftung Rheinland-Pfalz Bildungswerk Berlin der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. Martinstr.2,55116Mainz KottbusserDamm72,10967Berlin T 06131-905264 F 06131-905269 T 030-6126074 F 030-6183011 Hauptstraße21,67280Ebertsheim E info@bildungswerk-boell.de W www.bildungswerk-boell.de T 06359-961800 F 06359-807355 E mainz@boell-rlp.de W www.boell-rlp.de Heinrich-Böll-Stiftung Brandenburg Charlottenstraße30,14467Potsdam Heinrich-Böll-Stiftung Saar e.V. T 0331-2800786 F 0331-292092 Talstraße56,66119Saarbrücken E info@boell-brandenburg.de W www.boell-brandenburg.de T 0681-583560 F 0681-583536 E boell.stiftung@t-online.de Heinrich-Böll-Stiftung Bremen Plantage13,28215Bremen Bildungswerk Weiterdenken in der Heinrich-Böll-Stiftung T 0421-352368 F 0421-352389 Schützengasse18,01067Dresden E ruedel.boell@arcor.de W www.boell-bremen.de T 0351-4943311 F 0351-4943411 E info@weiterdenken.de W www.weiterdenken.de Umdenken – Politisches Bildungswerk  Heinrich-Böll-Stiftung Hamburg Heinrich-Böll-Stiftung in Sachsen-Anhalt e.V. Max-Brauer-Allee116,22765Hamburg Leipzigerstraße36,06108Halle T 040-3895270 F 040-3809362 T 0345-2023927 F 0345-2023928 E info@umdenken-boell.de W www.umdenken-boell.de E info@boell-sachsen-anhalt.de W www.boell-sachsen-anhalt.de Heinrich-Böll-Stiftung Hessen Bildungswerk «Anderes Lernen» – Heinrich-Böll-Stiftung Niddastraße64,60329Frankfurta.M. Schleswig-Holstein T 069-231090 F 069-239478 Medusastraße.16,24143Kiel E info@hbs-hessen.de W www.hbs-hessen.de T 0431-9066130 F 0431-9066134 E info@boell-sh.de W www.boell-sh.de Bildungswerk Mecklenburg-Vorpommern in der  Heinrich-Böll-Stiftung Heinrich-Böll-Stiftung Thüringen Mühlenstraße9,18055Rostock Trommsdorffstraße5,99084Erfurt T 0381-4922184 F 0381-4922156 T 0361-5553255 F 0361-5553253 E post@boell-mv.de W www.boell-mv.de E info@boell-thueringen.de W www.boell-thueringen.de
    • Adressen  69 Auslandsbüros der Heinrich-Böll-Stiftung    Landesbüro Afghanistan   HeinrichBöllFoundation,Qala-e-Fathullah, Afrika Street1,HouseNr.25,Kabul T +93-70-295972 E marion@hbfasia.org Regionalbüro Ostafrika/Horn Von Afrika HeinrichBöllFoundation,ForestRoad Landesbüro China P.O.Box10799-00100,GPONairobi,Kenia HeinrichBöllFoundation T +254-20-3744227/3750329 F +254-20-3749132 8,XinzhongXijie,GongtiBeilu E nairobi@hbfha.com W www.hbfha.com AsiaHotel,OfficeBuildingNo.309,100027Beijing T +86-10-66154615-0 F -102 Landesbüro Nigeria E info@boell-china.org W www.boell-china.org HeinrichBöllFoundation 16A,OladipoDiyaStreet Europa Ikoyi,Lagos T +234-1-4721465 F +234-1-2694326 Regionalbüro Europäische Union E info@boellnigeria.org W www.boellnigeria.org HeinrichBöllFoundation,Rued’Arlon15,B–1050Bruxelles T +32-2-7434100 F +32-2-7434109 Regionalbüro Südliches Afrika E brussels@boell.be W www.boell.be HeinrichBöllFoundation Suite105,1stFloor,TheAvalonBuilding Regionalbüro Ost-/Mitteleuropa (Warschau) 123HopeStreet,Gardens,8001Kapstadt,Südafrika FundacjaHeinrichaBölla T +27-21-4616266 F +27-11-4474418 ul.Zurwia4500-680Warszawa,Polen E info@boell.org.za W www.boell.org.za T +48-22-59423-33 F +48-22-59423-37 E hbs@boell.pl W www.boell.pl Landesbüro Äthiopien HeinrichBöllFoundation Regionalbüro Ost-/Mitteleuropa (Prag) OffBoleMedhanealem,Houseno2264 ZastoupeniHeinrich-Böll-StiftungvCeskerepublice POBoxNumber3174,Code1250,AddisAbeba Spálená23,(EingangSpálená21) T +25-11-6631100 F +25-11-6185488 CZ–11000Praha1,Tschechien E info@hbf.addis.org.et T +420-251814173 F +420-251814174 E info@boell.cz Asien Landesbüro Ukraine Regionalbüro Pakistan/Afghanistan Heinrich-Böll-Stiftung HeinrichBöllFoundation,76-B,NisarRoad wul.WelykaWasylkiwska36,Büro1 LahoreCantt-54800,Pakistan 01004Kiew T +92-42-6666322 F +92-42-6664899 T +380442874525 F +380442466414 E gregor.enste@hbfasia.org W www.hbfasia.org E savin@boell.pl Regionalbüro Südostasien Landesbüro Türkei HeinrichBöllFoundation,91/9Mu14,BanMaiLang Heinrich-Böll-Stiftung,InönüCad.Haci MorSoi1,SuthepRoad,50200ChiangMai HanimSok.No.10/12 T +66-53-810430-2 F +66-53-810124 TR-34439Gümüssuyu–Istanbul E sea@hbfasia.org W www.hbfasia.org T +90-212-2491554 F +90-212-2523136 E info@boell-tr.org W www.boell-tr.org Landesbüro Kambodscha HeinrichBöllFoundation, Landesbüro Russland #224,184Street,DaunPenh(offMonivongBlvd.), HeinrichBöllFoundation,GrusinskijPereulok3-231, PhnomPenh RU123056Moskau T +85523210535 F +85523216482 T +7-495-2541453 F +7-495-9358014 E seidel@hbfasia.org E info@boell.ru W www.boell.ru Landesbüro Indien Regionalbüro Südkaukasus HeinrichBöllFoundation, HeinrichBöllFoundation C–20,1stFloor,QutubInstitutionalArea, Tbilisi0179,RadianiStr.5,Georgien NewDelhi110016 T +995-32-227705 F +995-32-912897 T +91-11-26854405 F +91-11-26516695 E info@boell.ge W www.boell.ge E india@hbfasia.org W www.boell-india.org
    • 70  Adressen Regionalbüro Südosteuropa Regionalbüro Mittlerer Osten FondacijaHeinrichBöll HeinrichBöllFoundation,266,RueGouraud, Dobracina43,11000Belgrad,Serbien Gemmayzeh,Beirut,Libanon T +381-11-180049 F +381-11-3285180 POBox175510,Gemmayzeh E hbs-bgd@hbs.org.yu T +961-1-562926 F +961-1-562978 E boell@terra.net.lb W www.boell-meo.org Landesbüro Bosnien-Herzegowina FondacijaHeinrichBöll,Cekalusa42 Regionalbüro Arabischer Naher Osten BIH-71000Sarajevo HeinrichBöllFoundation,Talaz-ZaatarSt.6,Ramallah T +387-33-260450 F +387-33-260460 Palestine,P.O.Box2018Ramallah,Palestine E h.boell@bih.net.ba T +972-2-2961121 F +972-2-2961122 E info@boell-ameo.org W www.boell-ameo.org Landesbüro Kroatien FondacijaHeinrichBöll,Berislaviceva20 Nordamerika HR-10000Zagreb T +38514812530 F +38514818977 Regionalbüro Nordamerika E hbs-hr@zamir.net HeinrichBöllFoundation,ChelseaGardens 1638RStreet,NW,Suite120, Lateinamerika Washington,DC,20009,USA T +1-202-4627512 F +1-202-4625230 Regionalbüro Brasilien E info@boell.org W www.boell.org FundaçãoHeinrichBöll,RuadaGloria190,ap.701 20241180RiodeJaneiro–Gloria T/F +55-21-32219900 E boell@boell.org.br W www.boell-latinoamerica.org Regionalbüro Cono Sur FundaciónHeinrichBöll, AvenidaFranciscoBilbao882 Providencia 752-0063SantiagodeChile T +56-2-3416441 E alvarez@boell.de Regionalbüro Mittelamerika/Mexiko /Karibik FundaciónHeinrichBöll,calleJoséAlvaradoNo.12 ColoniaRoma,DelegaciónCuauhtémoc, CP06700,México,D.F. T/F +52-5552641514 E ingrid.spiller@boell-latinoamerica.org.mx W www.boell-latinoamerica.org Landesbüro El Salvador FundaciónHeinrichBöll,ResidencialZanzibar,PasajeA-Oriente, No.24,SanSalvador T +503-22746812 F +503-22746932 E boell.programas@telesal.net W www.boell-latinoamerica.org Naher Osten Landesbüro Israel HeinrichBöllFoundation,NahalatBinyamin24, IL-65162TelAviv T +972-3-5167734/35 F +972-3-5167689 E hbstl@boell.org W www.boell.org.il
    • FördernundSpenden  71 Fördern und Spenden Wir danken unseren Förder/innen und Spender/innen!  Viele Menschen unterstützen die Heinrich-Böll-Stiftung durch ihre Mitgliedschaft im Werden Sie Pate oder Patin!  FreundeskreisoderdurchSpenden.AuchdurchehrenamtlicheTätigkeitenalsReferent/ innen,alsVertrauensdozent/innenoderalsMitgliedeinesBeratungsgremiumshelfensie mit,unsereZielezuverwirklichenundunsereBildungs-undProjektarbeitimIn-undAus- landweiterzuentwickeln.DemSpendenaufruffürdasStipendienprogrammfürAutor/in- nenundKünstler/innenimHeinrich-Böll-HausLangenbroich,dendiebeidenLiteraturno- belpreisträgerGünterGrassundImreKertészunterstützen,sindbereitsvieleMenschen gefolgt.SieermöglichtendamitinternationalenAutorenundKünstlerneinenAufenthalt imHeinrich-Böll-Haus,demfrüherenDomizildesSchriftstellers.Dortkonntensiefreivon ökonomischemoderpolitischemDruckungestörtarbeiten. So können Sie die Heinrich-Böll-Stiftung unterstützen: GüntherGrassundImreKertész mitIhrerMitgliedschaftbeidenFreundinnenundFreunden mitIhrerSpendeoderPatenschaftfürAutorenundKünstlerimHeinrich-Böll-Haus  iteinerlangfristigenPartnerschaft. m  InderBroschüreSpuren hinterlassengebenwirsachlicheInformationenrundum dieThemen«Erben,Vererben,Stiften».Wirzeigen,wieSiePartneroderPartnerin derHeinrich-Böll-Stiftungwerdenkönnen.GemeinsammitunskönnenSieIhrede- mokratischenIdealeundIhrpolitischesEngagementdauerhaftweiterführenundan dienächsteGenerationweiterreichen.GerneschickenwirIhnendieBroschürezuund beantwortenIhreFragen. Informationenunter: Dr.JaninaBach T 030-28534-112 F -119, E bach@boell.de W www.boell.de Beitrittserklärung: Absender/in Postkarte bittemit45  c Name: freimachen Vorname: Institution/ Organisation: l dienstlich l privat Anschrift  Straße: Heinrich-Böll-Stiftung PLZ rt: /O E-Mail:  FreundinnenundFreunde HackescheHöfe Telefon ax: /F RosenthalerStraße40/41 * Ihre Angaben werden gemäß dem Bundesdatenschutzgesetz streng vertraulich behandelt. 10178Berlin l BitteschickenSiemirInformationenüberdieHeinrich-Böll-Stiftungzu. Datum  / Unterschrift: BitteauchdieandereSeiteausfüllen!
    • 72 FreundinnenundFreunde Freundinnen und Freunde der Heinrich-Böll-Stiftung UnsereFreundinnenundFreundehattenimJahr2007vieleGelegenheiten,sichzutreffen. KontaktundInformationen: Dr.JaninaBach SozumBeispielbeiden«Galeriegesprächen»,beidenensiealsReferentinnenoderRefe- T 030-28534-112 rentenihreFachkompetenzzurVerfügungstellen.MarianneBirthler,Beauftragteder F 030-28534-109 BundesregierungfürdieUnterlagendesStaatssicherheitsdienstesderehemaligenDDR, E bach@boell.de hieltimJuni2007z.B.einenVortragzumThema«ErinnernstattBewältigen.Aufarbei- tungderSED-DiktaturanhandvonStasi-Unterlagen». Die«After-Work-Treffen»botendieMöglichkeit,inentspannterAtmosphäreAktuelles ausdemAuslandzuerfahren.WalterKaufmann,derLeiterdesStiftungsbürosinTbilisi, berichteteimSeptemberüberdieLageinGeorgien,undHelgaFloresTrejo,Leiterindes WashingtonerBüros,imNovemberüberdenUS-Präsidentschaftswahlkampf2008. HöhepunktewarendieJahresversammlungdesFörderkreisesam25.August2007in KölnmitderanschließendenFahrtzumSommerfestinsHeinrich-Böll-HausinLangen- broichsowiedieBegegnungsreisedesFreundeskreisesnachGeorgienundAzerbeidschan mitvielenpolitischenGesprächen. DieFreundinnenundFreundeunterstützendieWerteundZielederHeinrich-Böll-Stiftung. Mit ihren Mitgliedsbeiträgen fördern sie schnell und unbürokratisch Menschenrechts- aktivist/innen,Künstler/innenundkulturelleProjekte. AlsMitgliedzahlenSieeinenJahresbeitragvon92Euro,ermäßigt46EuroundSchüler/ Studierende25Euro.Sieerhaltenden«Info-Brief»mitaktuellenInformationenüberAk- tivitätenderStiftungunddesFreundeskreises,zudemEinladungenzubesonderenVeran- staltungenwiederPetra-Kelly-Preisverleihung.UnsereMitgliederhabendieMöglichkeit, MechtildM.JansenundHelgaMetzner, jährlich an einer politischen Begegnungsreise zu unseren Projektpartnern ins Ausland KoordinationsgremiumdesFreundeskreises teilzunehmen. BegegnungsreisenachGeorgienund Azer eidschanimOktober2007 b Beitrittserklärung Zahlungsweise IchunterstützedieZielederHeinrich-Böll-StiftungunderkläremeinenBeitrittzuden FreundinnenundFreundenderHeinrich-Böll-Stiftungals(bitteankreuzen): l Bankeinzug BittebuchenSiedenangekreuztenBetragvon ¤  Mitglied beiFälligkeitbisaufWiderrufvonmeinemKontoab. l mitdemRegelbeitragvon92¤imJahr l mitdemermäßigtenJahresbeitragfürGeringverdienendevon46¤ Konto-Nr: l l l l l l l l l l l mitdemJahresbeitragvon150¤ BLZ: l l l l l l l l l mitdemJahresbeitragvon300¤ Geldinstitut: l mitdemJahresbeitragvon ¤  l  itdemJahresbeitragvon25¤fürSchülerinnenundSchüler,Studierende, m WennmeinKontonichtausreichendgedecktist,istdieBanknichtverpflichtet,denBetrag abzubuchen. Erwerbsloseund–aufAntrag–MenschenimRuhestand  Institutionelles Mitglied (UnternehmenundOrganisationen) l   berweisung Ü DenBetragvon ¤ habeichaufdasKontobeiderBankfür l miteinemJahresbeitragvon184¤ Sozialwirtschaft BLZ 10020500 Konto-Nr. 3076702überwiesen. l miteinemBeitragfürBasisinitiativenvon92¤ IchwerdenichtMitglied,aberichunterstützedieHeinrich-Böll-Stiftung miteinereinmaligenSpendevon ¤  Datum/ Unterschrift: BitteauchdieandereSeiteausfüllen!
    • Impressum Herausgegeben von der Heinrich-Böll-Stiftung e.V. Redaktion: Susanne Dittrich, Bernd Rheinberg Umschlag: Installation «Treppenläufer» (Aus- schnitt) des Berliner Künstlers Via Lewandowsky. Der Läufer wird die Treppe zur Bel- etage im Eingangsbereich des neuen Stiftungshauses auskleiden Texte: Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Heinrich-Böll-Stiftung Fotos: Archiv der Heinrich-Böll- Stiftung sowie Ludwig Rauch (S. 3 o., 58), Bettina Keller (S. 3 u.), Philip Meinecke/ Greenpeace (S. 4), Paul Langrock/Zenit/Greenpeace (S. 5), raumlabor_berlin (S. 7 o.), Palang Thai (S. 10), AP Photo/Andre Penner (S. 11 o.), Ökologische Gruppe «Eco- defense!» (S. 11 u.), Gregor Enste (S. 12, 47 u.), Lars Borges (S. 13 o.), Heuer/Laif (S. 15 u. re), Polaris/laif (S. 15 u. li), Joachim Loch (S. 16), Maude Meinel (S. 18), David Bennemann (S. 19 o.), BZFO (S. 19 u.), Gabriele Fromm (S. 21, 22), Barbara Assheuer (S. 25 o.), DRA/Knut Hildebrand (S. 28), Karin Jobst (S. 38 o.), Julius Himm- ler (S. 41), Stefan Worring/Kölner Stadt-Anzeiger (S. 47 o.), Berlinale Talent Campus (S. 48 u.), Otto Böhr (S. 51, 52), Berlinale (S. 53 o.), Lukas Beckmann (S. 56), Andreas Böhmig (S. 57), Renate von Mangoldt (S. 71), Bildschön (S. 71, S. 72 u.) Gestaltung: blotto, Berlin Papier: Umweltfreundlich, chlorfrei gebleicht Auflage: 4000 Stand: 1. Juni 2008 Dieser Bericht ist kostenlos erhältlich bei der Heinrich-Böll-Stiftung, Schumannstraße 8, 10117 Berlin T 030–285 34–0 F 030–285 34–109 E info@boell.de W www.boell.de
    • Organisationsplan der Heinrich-Böll-Stiftung e.V., Stand: Mai 2008 Schumannstraße 8, 10117 Berlin T 030-285 34-0 F 030-285 34-109 E info@boell.de (Nachname@boell.de) W www.boell.de Mitgliederversammlung 49 Mitglieder Aufsichtsrat 9 Mitglieder Vorstand Geschäftsführung Gremien Heinrich-Böll-Stiftung und Fachbeiräte T 0711-26 33 94 10 Baden-Württemberg Ralf Fücks Barbara Unmüßig Dr. Birgit Laubach Freundinnen und Freunde Stephan Ertner Claudia Rolf Heike Knoop Frauenrat Diana Zink-Röhe Kathrin Klaua Jülide Arik Fachbeirat Studienwerk Petra-Kelly-Stiftung Fachbeirat Nord-Süd T 089-24 22 67 30 Fachbeirat Europa/Transatlantik Bayern Gemeinschaftsaufgaben Projektgruppen Bildungswerk Berlin T 030-612 60 74 Geschlechterdemokratie Interkulturelles Management/ Stiftungsbüro Fundraising/Sponsoring Globalisierung Demokratieförderung Außen- und Sicherheitspolitik Henning von Bargen Diversity Martina Kulla N.N. und Nachhaltigkeit und fragile Staatlichkeit N. N. Birgitta Henschel Mekonnen Mesghena Ellen Deuse Ellen Deuse Lilia Fuhr, Jörg Haas, Jost Pachaly Marc Berthold Heinrich-Böll-Stiftung Sabine König Sebastian Wienges (ab Juli 2008) (ab Juli 2008) T 0331-280 07 86 Brandenburg Politische Bildung Inland Internationale Zusammenarbeit Unternehmensdienste Studienwerk Bildungswerk Umwelt und Kultur Kommunikation und Medien Haushalt und Finanzen T 0421-35 23 68 Bremen Peter Siller Klaus Linsenmeier Annette Maennel Günther Öchsner Dr. Ulla Siebert Bettina Hermann Marlies Rüster Bärbel Karger, Anja Schleich, umdenken- Julia Bresgott Simone Zühr Liette Thill, Janina Bach Politisches Bildungswerk Andrea Mesch T 040-389 52 70 Hamburg Ökologie und Nachhaltigkeit Internationale Politik Regionalreferat Lateinamerika Regionalreferat EU/Nordamerika Presse- und Öffentlichkeitsarbeit Haushalt Studienförderung Sebastian Wienges Lilia Fuhr Annette von Schönfeld Bastian Hermisson Karoline Hutter Uta Kehr Gabriele Tellenbach Heinrich-Böll-Stiftung Rita Hoppe Tsewang Norbu Sven Hilbig Ewa Peteja Vera Lorenz Angelika Steinborn T 069-23 10 90 Finanzbuchhaltung Martina Hennies Monika Reddig Sandra Nenninger Angelika Mainusch Kathrin Tietz Hessen Wirtschaft, Arbeit und Soziales A nnette Kraus Petra Tapia Sigrid Lukoschus Karla Sieck Ute Brümmer Jutta Ganther Heike Borgemeister Online-Redaktion/ Internet Murat Pekün Studienförderung / Monika Steins I nternationale Ökologiepolitik Iciar Oquinena Frederik Lottje Bernd Herrmann Silke Richter Internationale Bildungswerk M.V. Jörg Haas Peggy Marquardt Miljka Müller Stipendienprogramme T 0381-492 21 84 Bildung und Wissenschaft Norberto Toruño Büro Mexiko-Stadt: Büro Brüssel: Kremena Lazova Jutta Rickmann und Alumni-Betreuung Mecklenburg- Dr. Andreas Poltermann Ingrid Spiller Claude Weinber Margit Kamp Kerstin Simonis Vorpommern David Handwerker Ecofair Trade Dialogue Büro Rio de Janeiro: Büro Prag: Lektorat Valerian Rautenberg Frank Roger Christine Chemnitz Dr. Thomas Fatheuer Bernd Rheinberg Demokratie und Zeitgeschichte Eva van de Rakt Marianne Brade Stiftung Leben Sonja Kundler Susanne Dittrich Promotionsförderung und Umwelt Dr. Marianne Zepp Büro Santiago de Chile Büro Warschau: Richtlinien Jutta Helm T 0511-301 85 70 Eike Botta-Venhorst A ußen- und Sicherheitspolitik Michael Alvarez Agnieszka Rochon Tagungsbüro Dr. Gerd Frickenhelm Wilma Weber Niedersachsen Marc Berthold Gundula Fienbork Kristina Heße Gesellschaft/EU-Programme Regionalreferat Nahost Büro Kiew: Barbara Assheuer Dr. Kyryl Savin Eva Klakl Reisekosten Michael Stognienko Bernd Asbach Heinrich-Böll-Stiftung Julia Reiter Hans-Jörg Wilhelm T 0231-914 40 40 Andrea Meinecke Regionalreferat Asien Birgit Arnhold Büro Istanbul: Nordrhein-Westfalen Julia Scherf Christa Drießen Dr. Ulrike Dufner Marketing Interkulturelle Demokratie Petra Zimmermann Renate Eisape Elke Paul Mekonnen Mesghena Büro Washington: Institute T horsten Volberg Büro Tel Aviv: Helga Flores Olga Drossou Besucherprogramme Heinrich-Böll-Stiftung Christina Sadeler Jörn Böhme T 06131-90 52 64 Simonetta Giuliano Neubert Arfasse Gamada Susanne Wienke Haushaltsreferat Rheinland-Pfalz Büro Ramallah: Susanne Raukamp IT/ Technische Dienste Personal Kommunalpolitik Büro Chiang Mai: Christian Sterzing Wolfgang Pohl, Sabine Drewes Dr. Heike Löschmann Kirsten Dagane Gunda-Werner-Institut Büro Beirut: Bert Bloss Anne-Gela Oppermann Birgitta Hentschel Heinrich-Böll-Stiftung Judith Utz Büro Lahore: Qualitätssicherung Layla Al-Zubaidi Henning von Bargen T 0681-58 35 60 Gregor Enste Christiane Dilger Server- und Netzbetriebe Personalbetreuung Karin Fröhlich Saarland Kunst und Kultur Büro Neu Delhi: Regionalreferat Südosteuropa/ Jan Engelmann Dietmar Grabbert Marzena Matuschak Christiane Bornstedt Dr. Michael Köberlein Osteuropa/Kaukasus Cristina Gómez Barrio Gabriele Holländer Sabine Popielski Dr. Azra Džaji´-Weber c Julian Haase Sylvia Spöhr Bildungswerk- Karin Lenski Büro China: Grüne Akademie Gudrun Fischer Karin Schmidt Weiterdenken Heinrich Böll – Leben und Werk K atrin Altmeyer Ruth Kleefisch Technische Dienste Dr. Anne Ulrich T 0351-494 33 11 Dr. Jochen Schubert Halina Bogusz Petra Stegemann Personalentwicklung Sachsen Regionalreferat Afrika Markus Schäfer Katrin Fielder Anita Roggen Kirsten Maas Büro Belgrad: Elsbeth Zylla Weiterbildungsakademie Heinrich-Böll-Stiftung Beate Adolf Dragoslav Dedovic ´ Hausmeister GreenCampus T 0345-202 39 27 Haus Langenbroich A ngelika Rössler Büro Moskau: Ralf Newiger Christian Neuner-Duttenhofer Sachsen-Anhalt Sigrun Reckhaus Nicola Egelhof Jens Siegert Daniela Jahn Margarete Tanzmann Archiv «Grünes Gedächtnis» Büro Tbilisi: Dr. Christoph Becker-Schaum Büro Kapstadt: Dr. Iris Kempe Bildungswerk Dr. Antonie Nord Immobilien anders lernen Robert Camp, Anne Vechtel, Jochen Mindak T 0431-906 61 30 Steffi Rönnefarth, Gabriele Büro Nairobi: Schleswig-Holstein Giwan, Anka Lück Dr. Axel Harneit-Sievers Büro Lagos: Heinrich-Böll-Stiftung Dr. Stefan Cramer T 0361-555 32 55 Thüringen Büro Äthiopien: Aufgeführt sind nur Auslandsbüros Christian Peters-Berries mit entsandten Leitungen
    • Die Heinrich-Böll-Stiftung mit Sitz in Berlin-Mitte, gegenüber Im Jahr 2007 vergab das Studienwerk der Heinrich-Böll-Stiftung 326 dem Deutschen Theater, ist eine politische Stiftung und steht der Partei Stipendien an Studierende und Promovenden neu. Die Heinrich- Bündnis 90/Die Grünen nahe. Die Stiftung versteht sich als Agentur Böll-Stiftung hat ca. 185 hauptamtliche Mitarbeiterinnen und Mitar- für grüne Ideen und Projekte, als reformpolitische Zukunftswerkstatt beiter, aber auch rund 370 Fördermitglieder, die die Arbeit finanziell und internationales Netzwerk mit über 100 Partnerprojekten in rund und ideell unterstützen. Die Mitgliederversammlung, bestehend 60 Ländern. Sie kooperiert mit 16 Landesstiftungen in allen Bundes- aus 49 Personen, ist das oberste Beschlussfassungsorgan und wählt ländern. Heinrich Bölls Ermutigung zur zivilgesellschaftlichen u. a. den Vorstand. Den hauptamtlichen Vorstand bilden z. Zt. Einmischung in die Politik ist Vorbild für die Arbeit der Stiftung. Ihre Ralf Fücks und Barbara Unmüßig. Die Geschäftsführung hat Dr. Bir- vorrangige Aufgabe ist die politische Bildung im In- und Ausland zur git Laubach inne. Die Satzung sieht für die Organe der Stiftung Förderung der demokratischen Willensbildung, des gesellschaftspoliti- und die hauptamtlichen Stellen eine Quotierung für Frauen sowie für schen Engagements und der Völkerverständigung. Dabei orientiert sie Migrantinnen und Migranten vor. Zur Zeit unterhält die Stiftung sich an den politischen Grundwerten Ökologie, Demokratie, Solidarität Auslandsbüros in Brüssel, in Polen, Tschechien, der Türkei, Russland, und Gewaltfreiheit. Ein besonderes Anliegen ist ihr die Verwirk- Georgien, Ukraine, Bosnien, Serbien, Kroatien, Israel, Libanon, dem lichung einer demokratischen Einwanderungsgesellschaft sowie einer Arabischen Nahen Osten, Äthiopien, Kenia, Nigeria, Südafrika, Thai- Geschlechterdemokratie als eines von Abhängigkeit und Dominanz land, Kambodscha, Pakistan, Indien, Afghanistan, China, Brasilien, freien Verhältnisses der Geschlechter. Darüber hinaus fördert die Chile, Mexiko, El Salvador und in den USA. Jährlich stehen der Stiftung Kunst und Kultur als Element ihrer politischen Bildungsarbeit Stiftung rund 40 Millionen Euro aus öffentlichen Mitteln zur Verfügung. und als Ausdrucksform gesellschaftlicher Selbstverständigung. Heinrich-Böll-Stiftung – Die grüne politische Stiftung, Schumannstr. 8, 10117 Berlin T 030–28 53 40 F 030–28 53 41 09 E info@boell.de W www.boell.de