Barcamp-Interview für BQB aus 2009
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×
 

Barcamp-Interview für BQB aus 2009

on

  • 1,255 views

Ein Interview, das Franz Patzig und Ich (Sascha Aßbach) 2009 für BQB-Online gegeben haben. Die Seite ist leider nicht mehr online.

Ein Interview, das Franz Patzig und Ich (Sascha Aßbach) 2009 für BQB-Online gegeben haben. Die Seite ist leider nicht mehr online.

Statistics

Views

Total Views
1,255
Views on SlideShare
1,255
Embed Views
0

Actions

Likes
0
Downloads
0
Comments
0

0 Embeds 0

No embeds

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Adobe PDF

Usage Rights

CC Attribution-NoDerivs LicenseCC Attribution-NoDerivs License

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment

Barcamp-Interview für BQB aus 2009 Barcamp-Interview für BQB aus 2009 Document Transcript

  • BarCamp Cologne 3 – Die Unkonferenz bei QSCAm 6. und 7. Juni hat die QSC AG das dritte BarCamp Cologne organisiert. Innerhalb von nur knapp16 Minuten war die Veranstaltung ausgebucht. Zum Web 2.0-Gegenstück zur klassischenKonferenz kamen rund 250 Menschen, fast ausnahmslos Digital Natives. Web-Aktivisten,Programmierer, Blogger und Startup-Gründer diskutierten, hörten zu und knüpften neue Kontakte.Fast so, wie es im Mitmach-Web getan wird, nur IRL, also „In Real Life“.Doch von Anfang an: Was ist überhaupt ein BarCamp? Schon der Name ist unkonventionell, so ist„Bar“ eine „metasyntaktische Variable“. Dieses kryptische Fremdwort stammt aus derSoftwareprogrammierung und ist einfach ein Platzhalterwort für einen beliebigen Begriff. Auch wennBarCamps einigen Grundregeln folgen sind sie, ähnlich wie das Web 2.0 sehr frei und leben von derPartizipation der User, beziehungsweise der Teilnehmer. Diese offenen Diskussionsplattformengrenzen sich deutlich von klassischen, straff organisierten Konferenzen ab: Statt eines vorgegebenProgramms wird im BarCamp von den Teilnehmern bestimmt, worüber referiert wird. Jeder kann inein so genanntes „Grid“ (Gitternetz) seine Sessions mit dem Wunschthema aus den BereichenInternet, Software und Digitalkultur eintragen. Auch die klassische Trennung von Redner undZuhörer wird nicht verfolgt, im Gegenteil: Im BarCamp wird jeder aufgefordert, selbst einen Vortragzu halten, beziehungsweise einen zu organisieren. Kosten fallen nicht an, denn diverse Sponsorenermöglichen Verpflegung, Location und WLAN-Zugänge. Den Grundstein für die Bewegung, diemomentan zu den großen Hypes der Szene gehört, legte Tim O’Reilly, Gründer des bekanntenVerlags für IT-Titel im Jahr 2003 mit dem „FooCamp“. Auch Foo ist eine metasyntaktische Variable,gleichzeitig aber auch Abkürzung für „Friends of O’Reilly“. Bei diesem Ur-Camp kamen eingeladeneInternet-Profis zu einem Brainstorming zusammen. Es wurde gezeltet, diskutiert und den Gedankenfreier Lauf gelassen. 2005 wurden dann auch offene Veranstaltungen organisiert, das BarCamp wargeboren. Von da an schwappte die BarCamp-Begeisterung schnell auf andere Kontinente über undauch in Deutschland schießen die Camps des regen Informationsaustauschs wie Pilze aus dem Boden,ganz passend zum Graswurzel-Journalismus der Blogosphäre. Damit ein BarCamp nicht in einemChaos untergeht, gibt es stets ein Wiki, welches vor, während und nach der Veranstaltung für denGedankenaustausch bereit steht. Zudem werden alle Teilnehmer ermutigt, Fotos, Videos und Texteüber die bekannten Plattformen des Social Webs zu teilen. Eine Liste mit entsprechenden Linksfinden Sie am Ende des Artikels.Die Organisatoren Franz Patzig, Consultant und BarCamp-Koryphäe, sowie Sascha Aßbach, LeiterOnline Marketing, QSC AG, standen BQB Rede und Antwort zum diesjährigen BarCamp Cologne.Herr Aßbach, warum nicht eine klassische Konferenz? Wieso gerade ein BarCamp?BarCamps verfolgen das Ziel des freien gegenseitigen Wissensaustausches. Teilnehmer bezahlendank Sponsoring keinen Eintritt, kleiden sich leger. Das trägt viel zur kreativen Atmosphäre desEvents bei. Bei den auf maximal 45 Minuten beschränkten Sessions handelt es sich nicht umlangweilige Präsentationen und Vorträge, die man bereits in- und auswendig von anderenVeranstaltungen kennt, sondern vielmehr um offene inspirierende Diskussionsrunden zuinteressanten, innovativen Fachthemen, in denen jeder Teilnehmer aufgefordert ist mitzumachenund nicht nur zuzuhören. Es gibt keine Agenda im Vorfeld, lediglich Sessionideen und -vorschlägesind bekannt. Welche Session wann in welchem Raum stattfindet, wird spontan und gemeinsam am
  • Veranstaltungstag festgelegt nachdem die Sessions vorgestellt wurden. Das faszinierende an dieserIdee ist, dass so jeder Teilnehmer in die Planung involviert ist.Herr Patzig, was war der Ansporn, ein BarCamp zu veranstalten? Was haben Sie sich von derVeranstaltung erhofft?Ich veranstalte BarCamps seit 2006 in China und Deutschland. Die Dynamik, die sich bei diesenVeranstaltungen entwickelt, ist einzigartig. Neben der Vermittlung von Wissen, haben BarCampseinen sehr starken Netzwerkcharakter. Mit BarCamps ist in Deutschland eine stark vernetzte Web 2.0Szene entstanden. Sascha Aßbach ergänzt: Franz hat mich 2006 auf das Thema gebracht nachdem erselbst in Shanghai ein BarCamp mit organisiert hatte. Ich war sofort von der Idee angetan, da ich keinFan der herkömmlichen Konferenzformate bin und der BarCamp-Spirit, der auch durch zahlreicheFotos, Videos und Berichte im Netz spürbar wurde, mich sehr interessierte und motivierte. Kurzdanach starteten wir mit der Planung für das 1. Kölner BarCamp bei QSC.Herr Aßbach, die Vorzüge von BarCamps liegen nun auf der Hand, aber wie passen die Marke QSCund ein BarCamp-Event zusammen?Von Anfang an standen viele Entscheider und Mitarbeiter der QSC der Idee von BarCamps sehr offenentgegen. QSC ist als TecDax Unternehmen und Breitbandanbieter für Geschäftskunden sehr an derBeobachtung und Entwicklung von Innovationen und Trends im Internet interessiert. BarCampsbieten eine ideale Plattform zum Wissensaustausch nicht nur auf der technischen Ebene, sondernauch zum Dialog über Erfahrungen und Wünsche der Nutzer. Für QSC liegt die Unterstützung solcherEvents insofern durchaus nahe.Herr Patzig, können Sie uns Parallelen zwischen BarCamp und virtueller Kollaboration, wie z.B. inWikis, aufzeigen?Ganz einfach: BarCamps sind quasi die "Real-Life" Verlängerung des Web 2.0. Die auffälligstenParallelen sind der Kollaborationsgedanke und das Teilen von Wissen.Herr Aßbach, haben sich Ihre Erwartungen bezüglich der Veranstaltung bestätigt?Absolut. Nachdem sich einige vergangene BarCamps immer mehr zu überorganisiertenVeranstaltungen im Stil von gängigen Konferenzen entwickelt haben, hatte ich die Idee beim BCC3wieder einen Schritt zurückzugehen und bewusst organisatorisch nicht zu strapazieren. Das hießkonkret: Keine Hochglanz-Namensschilder sondern Gaffer-Tape mit Edding beschriftet, keine T-Shirtsfür die Teilnehmer, damit wir das Geld für Verpflegung nutzen konnten. Mehr Mithilfe durch alleTeilnehmer anstatt nur durch die Orgamitglieder. Die Ideen wurden sofort von allenOrganisationsmitgliedern und vielen Teilnehmern auch schon im Vorfeld begrüßt.Sie sind ein erfahrener Organisator von BarCamps, Herr Patzig. Was waren Ihre persönlichenHighlights des Tages?Highlights sind für mich eher die kleinen Dinge. Es ist der Wille, Technologien zu verbessern und eineneue Art des Miteinanders, bei dem Wissen nicht mehr eingeschlossen sondern geteilt wird. Auchwenn sich der QSC-Sicherheitschef mit einem Beamten aus dem Innenministerium NRW undMitgliedern des Chaos Computer Club, Aktivisten, die sich mit Datensicherheit beschäftigen, in einerkleinen Runde diskutiert und spontan ihre Vorträge zusammenlegen, weil sich ihre die Positionennicht sehr unterscheiden. Solche Begegnungen kommen eher selten zustande - BarCamps bietenaber eine perfekte Plattform dafür.
  • Das hört sich in der Tat vielversprechend an. Können Sie uns auch sagen, wie das Event von derCommunity aufgenommen wurde?Ja. BarCamp Cologne war bereits das dritte BarCamp, das bei der QSC AG stattfand. Alle 240 Plätzewaren für beide Tage nach 14 bzw. 16 Minuten vergeben. Weitere 5 Minuten später standenzusätzlich etwas mehr als 200 Personen auf den Wartelisten für Samstag und Sonntag. QSC, alsLocation-Sponsor wird deutlich als Unterstützer dieser Szene wahrgenommen und besonders auchals guter Gastgeber. Die Teilnehmer danken es mit zahllosen Erwähnungen in Blogs,Zeitungsberichten und nicht zuletzt durch Mundpropaganda. Da so gut wie alle Teilnehmer in ITnahen Berufen arbeiten, sind diese Empfehlungen sehr wertvoll.Eine abschließende Frage, Herr Aßbach. Wird es ein BarCamp 2010 geben?In Köln? Wenn es nach mir geht sehr gerne.Text: Frederik van TetterodeLinkshttp://www.flickr.com/groups/BarCampcologne/pool/http://vimeo.com/channels/BarCampcolognehttp://BarCampcologne.mixxt.de/http://twitter.com/barcampcologne