Picadoras Minoicas Fotos

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  • 1. Cuerpo y Alma Andrés Ginestet Zusammenhang aus minoischer, moderner und philosophischer Kultur im Werk Ginestets. Bildernachweis und Erklärungen. Ein Schnelldurchlauf. © Ginestet, 2006
  • 2. All information about the Minoan culture on: www.fhw.gr/chronos/02/crete/en/index.html
  • 3. Das Kreuz Das nicht christliche Kreuz oder neolitische Kreuz ist nach der Wortschöpfung der amerikanischen Autorin Riane Eisler „gylanisch“, ein Symbol der Weiblichkeit, der Fruchtbarkeit, der Kooperation, des partnerschaftlichen Modells, anstelle des Konkurrenz- oder Herrschermodells. Im Zusammenhang mit dem hier vorgestellten Werk darf die Konzeption als eigenständige Schöpfung verstanden werden, die sich nicht ideologisch anbiedert. Es werden in dem Sinne „gylanische“ Konzepte sichtbar, die im Werk Ginestets schon seit den 80er Jahren vorhanden und prägend sind. Seine dialogische Kunst findet hiermit nur eine weitere akademische Referenz und auch Erklärung mehr. Die Seiltänzer, sowohl in ihrer ästhetischen wie in ihrer konzeptionellen Ausführung sind der beste Nachweis für einen androgynen Geist. Der „Elan“ stellt in diesem Zusammenhang den ersten sichtbaren und konkreten Realisationsansatz dar. Das neolitische Kreuz als solches ist ein symmetrisches Kreuz, kein formalästhetisches christliches Leidenskreuz. Es dient aber sowohl dem ägyptischen als auch dem christlichen Kreuz als Vorbild, wobei es in der christlichen Version jedoch in seiner Bedeutung umgekehrt wird. In der ägyptischen Version findet sich noch die Variante mit dem elliptischen auf den Kopf gestellten Tropfen oder „Loop“. Später tauchen viele weitere Kreuze in der modernen Kunst auf, wo sie ihrer christlichen Bedeutung entleert werden und in diesem Sinne befreit sind. Antoni Tapies hat hierzu ganz entscheidende Beiträge geleistet, aber ebenso ist das Werk von Malevitsch in diesem Zusammenhang zu sehen, auch wenn die Deutungen in der modernen Kunst anders lauten. In diesem Sinne ist das Ginestetsche Kreuz eine weitere Ausführung des schon bekannten, die sich von dem bekannten dadurch unterscheidet, dass sie den Grad der Distinktion erreicht, ganz nach Pierre Bourdieu. Das Kreuz ist bei Ginestet entweder ganz leicht asymmetrisch, so dass es kaum spürbar ist, oder aber inhaltlich so besetzt, dass es dem christlichen Inhalt täuschend nahe kommt und der graduelle Unterschied wieder nur im Titel und in der zentralen Figur am Lichtkreuz zu erkennen ist. Diese Nähe zum christlichen Ethos ist bewusst gewählt. Damit wird die Verwandtschaft zur ursprünglichen Botschaft Jesu klar. Das Kreuz nähert sich der Proportion des dargestellten Körpers und nicht der christlichen Proportion. Das christliche Kreuz entspricht meist dem Folterkreuz Jesu, das Kreuz an das er hoch oben über der Menge genagelt wurde. Dort wo das christliche Kreuz andere Proportionen annimmt, weicht es von dem androcratischen Prinzip ab, wie Riane Eisler schreiben würde, und nähert sich wieder dem ursprünglichen Kreuz an.
  • 4. Minoisches Kreuz in schlichter Steinverarbeitung, symmetrisch. Ginestet Kreuze asymmetrisch und farblich unterlegt sowie in der skulpturalen Fotographietechnik erstellt. Das Kreuz wird durch die Bildbegrenzung erst zu einem Kreuz, das heißt durch Lichtfelder oder Farbfelder gezeichnet und gekennzeichnet. Somit ist es ein Lichtkreuz und die darin verkörperte Haltung nichts anderes als die Anflehung des Lichts, sowie es der Titel des Werkes verlauten lässt. Die Proportion des Kreuzes schließt die Aura des Körpers ein und beschneidet diese nicht. Ginestet fand in seiner wissenschaftlichen Arbeit heraus, dass dieses womöglich ein wichtiges Kriterium dafür sein könnte, ob der Betrachter bei einem Bild eher Wohlempfinden oder Unbehagen verspürt.
  • 5. imploración de la luz – tríptico negro. Beispiel für die Kombination zweier Haltungen auf schwarzem Nachtlicht.
  • 6. imploración de la luz de día – exhalación + inhalación + exhalación – Beispiel für die gleiche Kombination auf weissem Tageslicht.
  • 7. Die Haltung der Figur bei Ginestet Die nun folgenden Bilder weisen auf einen Zusammenhang hin, der erst ex-post erstellt wurde. Ginestet hat an seinem Werk seit 2001 gearbeitet, seit 9.11.2001 um genau zu sein. Es ist im Zusammenhang mit seiner wissenschaftlichen Arbeit zu verstehen, durch die er damit bemüht war, Bilder zu prägen und zu gestalten, die der latenten und der sichtbaren Gewalt entgegen treten, um deutlich Position zu beziehen, sowie es dann wiederum in seinem Essay „Epoch“ argumentiert wird. Das Fragment soll revitalisiert werden, lebensbejahende Räume schaffen für Geist und Körper, sie der Ignoranz entziehen. Freiheit wird durch Anteilnahme gewonnen. Seine figürlichen Kreationen entstanden wie bereits erklärt als Teil seines gesamten Werkes, das dem androgynen Prinzip gewidmet ist. Es machte keinen Sinn in dem politischen und kulturellem Umfeld, in dem sich der Autor befand, an die Öffentlichkeit zu gehen. Wie immer ist Kunst eine verschlüsselte Verschlüsselung einer Botschaft. Die Redundanz zielt hier darauf ab, den kryptographischen Gehalt zu verdeutlichen, denn dieser impliziert automatisch die Übersetzung und die lexikalische Definition. In der Tat arbeitet der Künstler und Wissenschaftler seit Jahren unermüdlich daran, gemeinsam mit seiner Frau der Gewalt Einhalt zu bieten, im wissenschaftlichen wie im künstlerischen Umfeld. Dabei ist die wechselseitige Befruchtung des Künstler- und Wissenschaftlerpaares Methode und nicht bloßer Anschein. Es gehört zu dem Konzept wie so oft in der Kunst, nicht nur das Endergebnis sondern auch der Weg dahin: die Arbeitsmethode. Ebenso nehmen aber auch andere Wissenschaftler das Werk von Ginestet sowohl in Anspruch für ihre eigene Arbeit als auch für eine dialogische Auseinandersetzung zwischen Theorie und Praxis. Dabei geschieht es wie im vorliegenden Fall, dass eine Wissenschaftlerin das künstlerische Werk sieht, den Künstler wiederum auf eine bestimmte Fährte hinweist, ein Buchtitel nennt und der Künstler dann wieder forscht und nachsieht, was dort geschrieben steht, um wie in diesem Fall auf die minoische Kultur und Riane Eisler zu kommen. Seine Skulpturen wandeln sich in dem Sinne mit der Plastik Lisa (1999), zu der auch ein gleichnamiger Essay entstand: „Lisa oder die Unberührbarkeit der Unantastbarkeit“ (2003). Ab dann beginnt ein neuer Zyklus, der zu den Ihnen vorliegenden Ergebnissen führt. Die hier präsentierte Auswahl hat direkt mit dem Thema zu tun, das auch theoretisch dargelegt wird. Seine fotographischen Werke entstanden ab Sommer 2004 in der Folge der skulpturalen Suche nach neuen vitalen Inhalten, abgesehen davon dass sie auch technisch eine Emanzipation der Fotographie als solche - als Medium- beinhalten. Umso frappierender ist dann dafür der deutlich sichtbare Zusammenhang zwischen den minoischen Kunstwerken und den Kunstwerken bei Ginestet. Es ist fast so als ob eine bestimmte Geisteshaltung selbstverständlich zu einer bestimmten Ästhetik führt.
  • 8. Minoische Statuette, die Stärke Die Figur in diesem Kreuz hat die und die Haltung der Frau gleiche Haltung wie in der Statuette. verdeutlichend. Sie Trägt die Obwohl das Foto entstand, 2005, weit Eule als Symbol des Wissens bevor der Künstler von der minoischen und die Schlangen als Symbol Kultur durch Riane Eisler erfuhr, 2006, der Macht des Wissens in den ist die Ähnlichkeit der Konzepte Händen. Diese Statuette weist verblüffend. Der Unterschied besteht in auch schon das Raffinement der Wertung des Umfeldes, das sich aus des späten neolitischen der Modernität verpflichtet. Stadiums der Kultur auf.
  • 9. In diesem Bild wird mehr als nur ein Stück Kleidung der Minoer dargestellt. Dahinter steht ein ganzer Lebensentwurf. Aber ist auch nicht die einzige Form die überliefert ist. Die vorliegenden Entwürfe von Andrés Ginestet sind als Folgekollektion gedacht zu der aktuellen Kollektion „Picadoras“. Es erübrigen sich jegliche Kommentare. Die Ähnlichkeit ist offenkundig, ebenso wie die Unterschiede es sind.
  • 10. Erste Skizze von 2002 zum Thema „Picadoras“ mit einer eindeutigen Verbindung zu 9-11. Es ging um die architektonischen Entwurfsalternativen sowohl zu den Twin-Towers in New York als auch zu den Entwürfen von Liebeskind, die mehr Schmerz als alles andere ausdrücken und als Modelle zwar verständlich, als realisierte Architektur jedoch ein Gräuel sind. Diese Skizzen wollen keine Architektur zeigen, aber ästhetische Prinzipien, die einer Architektur zugrunde liegen könnten. Architektur ist ein wesentlicher Bestandteil der Kommunikation zwischen den Geschlechtern durch alle Zeiten. Architektur ist ein Ausdruck der geschlechtlichen Räume, seien es Kommunikations-, Arbeits-, Gemeinschafts- oder Freiräume. Ginestet wählt deshalb auch seine Architektur als einen Spiegel der Kommunikationsfähigkeit und der Qualität des Dialoges zwischen den Geschlechtern. Architektur ist demnach in Formen, Material, Farbe, Klang, Geruch und Textur artikulierte Sprache. Dies ist nichts anderes als die Verdeutlichung dessen was in seiner Plastik „Seiltänzer“ dargestellt wird. Es ist die zweite Wesensstufe des Menschlichen nach der Emanzipation, die als Voraussetzung zur Dialogfähigkeit dient. Mündige Kommunikation ist erst ab der Emanzipation möglich. Vorher ist jede Dialogform erst ein mal der Persönlichkeitsdefinition zuzuordnen. In diesen Skizzen entsteht eine klare Zuordnung der Geschlechter und des Dialoges. Im Gegensatz dazu dient die Auseinandersetzung in der ersten bereits realisierten Kollektion „Picadoras“ zur Emanzipation und Persönlichkeitsdefinition. Ein drittes Lebenswerk steht noch an, dessen Entwurf noch nicht ein mal als Idee vorliegt. Diese Arbeiten sind alle über große Zeiträume entstanden und werden auch weiter in dem Stil entstehen.
  • 11. Drei weitere Beispiele für die Entwicklung der zweiten Kollektion aus dem Thema „Picadoras“.
  • 12. Weiteres Beispiel für die Übereinstimmung von Ideen zwischen den Minoern und Ginestet. Sowohl die Materialauswahl als auch die Haltung wie die anatomische Gestaltung der Figur stimmen überein. So sind alle Frauendarstellungen der Minoer barbusig, wie auch die „Picadoras“. Ebenso sind sie sehr oft sehr aufwendig inszeniert und mit Gold und Edelsteinen verziert.
  • 13. Siehe vorangegangene Seite.
  • 14. Hier wieder zwei Einzelbeispiele für eine gebende Haltung
  • 15. Zwei minoische Ausführungen in Gold mit Drei unterschiedliche Darstellungen von barbusigen Frauen, reich verziert verschiedenen Haltungen sowie und geschmückt sowie ohne Kopfbedeckung, jedoch mit aufwendig unterschiedlichen Kleidungen, wobei alle gestaltetem Haar, Kopfschmuck und mit Schmuck beladen. weiterhin barbusig dargestellt werden.
  • 16. Hier stimmt wiederum die Haltung in der Fotographie mit der minoischen Statuette ein
  • 17. Die wesentliche Erneuerung gegenüber den minoischen Objekten besteht darin, dass Ginestet den Körper seiner Statuetten aus zwei getrennten Elementen zusammenstellt: Das Horn und den Torso der Frau, die gemeinsam eine Einheit bilden. Somit ist hier die Artikulation der Figuren, sowohl als Repräsentanten von sieben Emotionen, Gefühlen und Handlungen, die Voraussetzungen zur kreativen Arbeit sind, als auch noch nicht eindeutig geschlechtlich definierte Wesen, demnach also als androgyne Wesen, eindeutig dem Elan und der Emanzipation zuzuordnen. Es mag manch einem Betrachter so vorkommen, als ob der Künstler sich und auch seiner Kunst hier ein strenges Korsett anzieht. Der Künstler folgt aber nur seiner freien Interpretation der Welt, da er sein eigenes Leben nicht wie es dem Ideal entspricht leben kann. Es ist und bleibt der Ausdruck einer Sehnsucht.
  • 18. Erste Kollektion „Picadoras“ in Bronze, Gold und Edelsteinen ausgeführt. Die 7 Positionen werden in der folgenden fotographischen Arbeit dargestellt sowie in dem folgenden Text erklärt..
  • 19. La imploración y la importación de la luz Diese Arbeiten sind der „Anflehung des Lichts“ und seinen sieben Hauptfarben gewidmet. Die sieben Farben erscheinen in sieben Edelsteinen in einer anderen Kollektion des Künstlers und symbolisieren sieben Gefühle oder emotionale Stufen, Voraussetzung für jegliche Art von Kreation, sei sie künstlerisch oder menschlich. Die Installation umfasst neun Blätter. Das erste – das weiße – steht für Tageslicht. Das letzte – das schwarze – hingegen symbolisiert die Nacht. Dazwischen sind zu finden: Orange steht für Prädisposition. Rosa steht für Inspiration. Blau steht für Entwicklung. Grün steht für Perfektion. Violet steht für Reflektion. Gelb steht für Glücklichsein und Eitelkeit. Rot steht für Emanzipation. Die grauen Farben des Kreuzes wecken die „Anflehung des Lichts“. Das Kreuz ist ein weitverbreitetes künstlerisches Symbol und in diesem Falle leicht asymmetrisch.
  • 20. imploración de la luz – siete cristales más día y noche
  • 21. Überlagerung von Umarmungen Die Überlagerung ergibt das unten sichtbare zentrale Motiv. Aus diesem Motiv werden wieder Skulpturen entstehen, dessen Prinzip die vitale Neuorientierung von Fragmenten impliziert.
  • 22. flor de luz I-III