Sozialpsychologie prüfungsfragen (2.prüfer maderthaner)

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  • 1. 1 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Contents KONDITIONIERUNG .................................................................................................................................................... 2 HEURISTIKEN .............................................................................................................................................................. 5 SOZIALE PROZESSE (CIALDINI + KAPITEL 10 IN MADERTHANER) .................................................................................... 6 WAHRNEHMUNG UND SCHEMA/SCHEMATA ............................................................................................................. 13 EINDRUCKSBILDUNG ................................................................................................................................................ 16 EINSTELLUNGEN, STEREOTYPE, VORURTEILE & DISKRIMINIERUNG (FORGAS KAPITEL 14) ................................................ 18 SOZIALE INTERAKTION UND KOMMUNIKATION (FORGAS) ............................................................................................ 25 KOMMUNIKATION .................................................................................................................................................... 28 ATTRIBUTION UND URSACHENZUSCHREIBUNG (FORGAS - KAP 5, HOGG – KAP 3) ...................................................... 31 SELBSTWAHRNEHMUNG+ SELBSTATTRIBUTION (FORGAS – KAPITEL 6) ........................................................................... 36 MACHT UND GEHORSAM (FORGAS – KAPITEL 14) .................................................................................................... 38 AGGRESSION .......................................................................................................................................................... 40 DISSONANZTHEORIE/KONSISTENZTHEORIE (FORGAS: KAPITEL 11) ............................................................................... 42 REAKTANZ ............................................................................................................................................................... 44 GRUPPENPHÄNOMENE (FORGAS – KAPITEL 15) ........................................................................................................ 49 SOZIALE DILEMMATA ............................................................................................................................................... 57 SONSTIGES: ............................................................................................................................................................. 58 COMPUTERSIMULATIONEN: ...................................................................................................................................... 60 ALLGEMEINER TIPP: Maderthaner hat ein eigenes Buch „Psychologie“ - das Kapitel 10 ("soziale prozesse") ist SEHR SEHR hilfreich beim lernen - viele seiner Fragen kann man mit Hilfe dieses Kapitels gut beantworten!!! ANMERKUNG: Seitenangaben verweisen auf entsprechende Zusammenfassungen von: FORGAS: http://www.slideshare.net/alena_romanenko/forgas-1999-soziale-interaktion-und- kommunikation MADERTHANER: http://www.slideshare.net/alena_romanenko/maderthaner-2008-psychologie- kapitel-10-soziale-prozesse HOGG & VAUGHAN: http://www.students.uni- marburg.de/~Nauj/downloads/02.%20Semester/sozpsy/hogg.pdf CIALDINI (Bamboo Paper Version): http://www.slideshare.net/alena_romanenko/sozialpsychologie-cialdini-psychologie-des- berzeugens-kurze-zusammenfassung CIALDINI: http://www.slideshare.net/alena_romanenko/cialdini-2007-die-psychologie-des- berzeugens Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 2. 2 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS KONDITIONIERUNG Welche Art von Konditionierungsprozessen kennen Sie? Jeweils ein Bsp. aus dem Alltag. Operante (verbales Konditionieren) und klass. Kond. jew. 1 Bsp (x3) Klassische und operante Konditionierung:  Klassisches Konditionieren: ist eine von Iwan Petrowitsch Pawlow begründete behavioristische Lerntheorie, die besagt, dass einem natürlichen (meist angeborenen) unbedingten Reflex durch Lernen ein neuer, bedingter Reflex hinzugefügt werden kann.  Es geht um Aufbau von bedingten Reflexen, indem Verknüpfung von unbedingtem (meist angeborenem) Reflex (Speichelfluß) mit bedingtem Reiz (Klingelton) passiert.  „Unbedingt“ bedeutet, dass der lernende Organismus keine Kontrolle über den Reiz oder seine Reaktion hat. Unbedingter Reiz - Reiz, der ohne vorangegangenes Lernen eine Reaktion auslöst  Unbedingte Reaktion - angeborene Reaktion, die durch den unedingten Reiz ausgelöst wird Neutraler Reiz Reiz, der zu einer unspezifischen Reaktion führt  Bedingter Reiz - ursprünglich neutraler Reiz, der aufgrund einer mehrmaligen Kopplung mit einem inbedingten Reiz eine gelernte oder bedingte Reaktion bewirkt  Bedingte Reaktion - erlernte Reaktion, die durch den bedingten Reiz ausgelöst wird. BSP.: Der Pawlowsche Hund, bei dem die Gabe von Futter (Unbedingter Reiz) immer mit einem Glockenton (Neutraler Reiz) verbunden wurde. Nach mehreren Wiederholungen war schon allein auf den Glockenton hin ein Speichelfluss des Hundes zu beobachten (Bedingte Reaktion); BSP: Fliegeralarm; Werbung: Produkte mit positiven emotionen Kombinieren. UNTERSCHIED ZW. KLASSISCHEM UND OPERANTEM KONDITIONIEREN:  Klassiches Konditionieren betrifft ausgelöstes Verhalten  Operantes betrifft spontan gezeigtes Verhalten. ?? BEISPIEL.: Das Wahrnehmen verschiedener "Cues" in einer Gesprächssituation (z.b. andere anwesende Menschen, oder der Raum an sich), die dann später allein für sich das Gefühl auslösen, welches beim gespräch beim Individuum entstanden ist.  Operantes (instrumentelles bzw. verbales) Konditionieren: GRUNDGEDANKE: Verhalten wird durch seine Konsequenzen kontrolliert. Der Verstärker dienen dazu, das Auftreten einer bestimmten Reaktion zu begünstigen. Bestrafung senkt das Auftreten von bestimmten Reaktionen. Positive Verstärkung bedeutet die Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn das Verhalten einen angenehmen Reiz auslöst (z. B. Anerkennung, Achtung, Nahrung, Geld). Negative Verstärkung die Erhöhung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn das Verhalten einen unangenehmen Reiz verhindert oder beendet (z. B. jeweils das Entfernen von Lärm, grellem Licht, Hitze oder Kälte). Positive Bestrafung - die Senkung der Auftretenswahrscheinlichkeit eines Verhaltens, wenn das Verhalten einen aversiven Reiz auslöst (z. B. Lärm, Stromschlag). Negative Bestrafung - [das Gleiche] wenn das Verhalten einen appetitiven Reiz verhindert oder beendet (z. B. Wegnahme von Futter, Weihnachtsgeld). Typische Verstärker: Belohnungen, Linderung unangenehmer Zustände. Verhalten erzeugt verhindert/beendet appetitive Konsequenz positive Verstärkung negative Bestrafung aversive Konsequenz positive Bestrafung negative Verstärkung Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 3. 3 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS ARTEN VON VERSTÄRKERN:  Primäre Verstärker - jene Verstärker, die bereits von Geburt an wirken (Essen und Trinken, Körperkontakt)  Sekundäre Verstärker – „gelernte Verstärker“. i.e. neutrale Reize, die durch wiederholte Koppelung an einen Verstärker selbst Verstärkungswert erhalten. BEISPIEL: Geld - denn die Funktion wird erst gelernt. Zunächst ist Geld ein komplett neutraler Reiz, bis gelernt wird, dass es zur Bedürfnisbefriedigung herangezogen werden kann. Auch: „Tokens“ in therapeutischen Einrichtungen für bestimmte Verhaltensweisen von Patienten (siehe „shaping“). Unterschied zw. instrumenteller und operanter Konditionierung Bei der instrumentellen Konditionierung geht es um das Verstärken/Abschwächen von instrumentellem Verhalten: Je nach dem, ob Erfolgreich (das Ziel erreicht) wird das selbe Verhalten wiederholt. Bei der operanten Konditionierung geht es um beliebiges spontanes Verhalten, das vom Lebewesen auch unbeabsichtigt oder rein zufällig gezeigt werden kann. Lernen durch Beobachtung (Modelllernen) BANDURA: Lernen am Modell („Beobachtungslernen“) bezeichnet jene Lernvorgänge, die durch eine Beobachtung von Vorbildern determiniert sind. „Modelle“ sind dabei Menschen, deren Verhalten beobachtet werden kann. Anwesenheit des Modells ist dabei von untergeordneter Bedeutung (obwohl wirksamer bei tatsächlicher Anwesenheit – Exp mit Kindern/Eltern und Aggression). 3 MÖGLICHKEITEN DES MODELL-LERNENS: 1. Neue Verhaltensweisen lernen 2. Bestehende Verhaltensweisen modifizieren 3. Diskriminative Hinweisreize schaffen, um das bereits bestehende Verhaltensweisen zu erleichtern  Menschen lernen von Vorbildern (Modellen) durch 1. Verhalten anderer WAHRNEHMEN  2. Auf eigenes PROIJIZIEREN  3. ANWENDEN. Es kann auch zu HEMMENDEN Wirkungen kommen (wenn das Verhalten misslingt bzw. missfällt) WICHTIGE VORAUSSSETZUNGEN FÜRS „LERNEN AM MODELL“: Aufmerksamkeitsprozesse:  Beziehung Modell ↔ Beobachter  Persönlichkeitsmerkmale des Modells (wie wird es bewertet? Kompetent? Mächtig?)  Persönlichkeitsmerkmale des Beobachters  Situationsbedingungen Gedächtnisprozesse: Wie oft wurde das Verhalten gezeigt? Wie wurde es gespeichert? Z.B. sprachlich-bildlich, nur sprachlich Bedeutung von Verstärkern:  Lob vom Modell  Selbstlob Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 4. 4 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Shaping (x2) Shaping, or behavior-shaping – eine “aktive” Variante von operantem Konditionieren:  Statt Abwarten, bis die Verhaltensweise vom Organismus “spontan” gezeigt wird, jedes Verhalten, das zum Ziel führt, wird aktiv belohnt. SKINNER EXPERIMENT MIT RATEN: um eine Ratte den Hebel drücken zu trainieren, hat SKINNER entdeckt, dass es günstig ist, jedes zielführendes Verhalten zu belohnen. Also, jede Bewegung in Richtung, wo der Hebel war, wurde belohnt bis endlich mal die Rate trainiert wurde, den Hebel tatsächlich zu drücken. Nach dem aber das Ziel erreicht ist, werden keine weiteren Verhaltensweisen belohnt – das Verhalten wird somit geformt, je nach Wunsch des Experimentators. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 5. 5 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS HEURISTIKEN  Kennen Sie Urteilsheuristiken/Heuristiken? (x3) + Bsp. Empirische Untersuchungen zeigen, dass die menschliche Informationsverarbeitungskapazität beschränkt ist, es kommt zu Urteilsheuristiken = Entscheidungsregeln, die zwar eine Zeit und Energie sparende Entscheidung ermöglichen, aber zu fehleranfälligen Urteilen führen. S.19 HOGG & VAUGHAN:  Repräsentativitätsheuristik  Verfügbarkeitsheuristik  Anker-/Anpassungsheuristik  Repräsentativitätsheuristik Aus FELSER: Repräsentativitätsheuristik - "Was aussieht wie eine Ente, watschelt wie eine Ente, quakt wie eine Ente und auf dem Wasser schimmt, wird wohl eine Ente sein" Folgt dem Prinzip der Ähnlichkeit: "Große Ereignisse haben große Ursachen": Die Wahrscheinlichkeit, mit der ein Gegenstand einer Kategorie angehört, wird nach der Ähnlichkeit beurteilt, die er mit der Kategorie hat: eine SP ist repräsentativ für die Grundgesamtheit, ein Verhalten ist repräsentativ für einen Handelnden; Problematisch ist diese Heuristik, wenn wir statistische Regeln missachten Bsp. Regression zur Mitte.  Prospect-Theorie (x2), Framing Prospect-Theorie • Ergebnisse, Ereignisse, Werte werden nicht absolut, sondern relativ zu einem Referenzpunkt bewertet. • Der subjektive Wert eines Gewinns wird geringer geschätzt als ein objektiv gleich großer Verlust. • Über die Zeit werden sowohl Gewinne als auch Verluste diskontiert. Framing je nach Problempräsentation, je nach semantischem Rahmen, kann die Aufmerksamkeit auf einen Gewinn oder Verlust gelenkt werden, und entsprechend unterschiedlich sind die Präferenzen der Entscheidungsträger (FRAMING EFFECT). Bsp. asiatische Krankheit (einmal Augenmerk auf den „Gewinn“ – 200 aus 600 werden sicher gerettet; einmal auf den Verlust „400 von 600 sterben sicher“). Auch hedonic framing – aufgrund von mental-accounting (mentale Buchführung) verbuchen auch Entscheidungsträger die Gewinne/Verluste auf utnerschie auch Gewinne separieren/segregieren, Verluste integrieren. Bsp. Dem Vorgesetzten über Gewinne/Verluste berichten. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 6. 6 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS SOZIALE PROZESSE (CIALDINI + KAPITEL 10 IN MADERTHANER) Cialdini: 6 Prinzipien aufzählen und zu jedem kurz was erklären 1. Reziprozität  Wir sind bemüht, anderen das zurückzugeben, was wir von ihnen bekommen haben.  Wir fühlen uns auch dann anderen gegenüber verpflichtet, wenn sie uns etwas gegeben haben, um das wir gar nicht gebeten hatten.  BSP.: door-in-the-face, Weihnachtskarten an Fremde, Rote Kreuz in Ätziopien 5000 $ an Mexiko,  Hare Krishna-Sakte mit der Blume,  „Eine Hand wäscht die andere“ + Watergate-Scandal in der Politik,  Wissenschaft – 100% Befürwörter von kontroversen Medikanten (etwa Kalzium-Kanal-Blocker) haben Zuwendungen der Pharmaindustrie bekommen Vs. 37% der Kritiker, Gratisproben im Handel,  Amway mit ihrem ganzen Sortiment zum „kostenlos“ ausprobieren,  Studenten gebeten, Straftäter bei einem Zoo-Besuch zu begleiten – 83% lehnten ab, andere zuerst gefragt 2 Jahre lang bei einer Stelle für Deliquenten zu arbeiten und dann Zoo-Angebot – 3 so viele sagten JA. 2. Commitment & Konsistenz  Wir wollen mit unseren Worten, Überzeugungen und Handlungen konsistent mit unseren früheren Entscheidungen erscheinen. Unsere einmal getroffenen Entscheidungen tendieren deshalb dazu, sich selbst aufrechtzuerhalten.  BSP.: Ein vorgetäuschter Diebstahl am Strand: 4 von 2 greifen an, im anderen Fall wurden die Nachbarn gebeten auf die Sachen auf die Sachen aufzupassen – 19 von 20 greifen an),  Kalifornische Hausfrauen „Augen auf im Strassenverkehr“ Sticker und grosse Plakate,  Koreakrieg – „politik der Milde“ – Überzeugungstechniken;  Gewinnspiele, wo man irgendwas gewinnen kann, wenn man einen Satz ergänzt „An dem Produkt gefällt mir, dass...“:  Rauchen aufhören funktioniert am besten, nachdem man allen darüber erzält hat. Commitment am effektivsten wenn: aktiv, öffentlich, mit Anstrengung verbunden und freiwillig! 3. Soziale Bewährtheit  Wenn wir unsicher sind, in einer neuen Situation uns befinden oder die Situation uns mehrdeutig erscheint, so orientieren wir uns sehr stark am Verhalten anderer, vor allem wenn diese uns ähnlich sind (Werbespots wo „normale Leute“ das Produkt anpreisen, schulisches Program gegen Rauchen – erfolgreich nur wenn von gleichaltrigen durchgeführt, ).  BSP.: Barkeeper legen am Anfang des Abends Ggeldscheine in ihre Trinkgeldgläser, damit Gäste es als üblicher betrachten; Diskobesitzer ließen Schlange vor dem Lokal stehen, auch wenn drinnen noch Platz war;  Elektroschocks (tatsächlich) als weniger schmerzhaft empfunden, wenn eine weitere Versuchsperson die Schocks ohne Anzeichen von Schmerzen ertrug;  Kinder mit Hundephobie beobachteten 20 Minuten täglich ein Kind im Spiel mit einem Hund, nach 4 Tagen waren 67 % bereit, einen Hund zu streicheln!  Mord in NYC mit 38 Zeugen – niemand hat die Polizei angerufen 4. Sympathie  Wir haben eine höhere Bereitschaft, uns von jemandem überzeugen zu lassen, den wir kennen oder sympathisch finden.  Sympathiefördernde Faktoren sind … o gutes Aussehen o äußerliche Attraktivität (Halo-Effekt) o Ähnlichkeit  BSP.: attraktive politische Kandidaten erhalten 2,5x mehr Stimmen  Bewerbungsgespräche + um ca.10% höhere Gehalte von attraktiven Menschen  Mildere Strafen für gut aussehende Deliquenten  Attraktiven Menschen öfter geholfen, wenn sie in Not sind  Aggressive Handlungen von hübschen Kindern als weniger verwerflich angesehen Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 7. 7 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS 5. Autorität  Wir sind gerne dazu bereit, auf Menschen zu hören, die wir als legitime und glaubwürdige Autorität anerkennen.  Autoritätssymbole: 1. Titel [Exp riefen in Spitälern an und gaben sich als Arzt der Klinik aus und gaben der Pflegekraft am Telefon die Anweisung, einem bestimmten Patienten eine Überdosis eines nicht genehmigten Medikaments zu verabreichen. 95% der Pflegenden machten sich sofort auf den Weg],  2. Kleidung: Passanten wurden um etwas Ungewöhnliches gebeten, der Bitte kamen viel mehr Leute nach, wenn der Bittsteller eine Wachdienstuniform anhatte  3. Luxus (Schmuck, Auto): BSP.: Ärzte, auch in der Tierwelt (wenn neue Nahrung zuerst den dominierenden Tieren beigebracht – setzt sich das innerhalb von wenigen Stunden durch, wobei im umgekehrten Fall – auch evtl. nicht in Jahren). 6. Knappheit  Dinge oder Informationen sind für uns umso begehrenswerter, je schwieriger sie zu bekommen sind.  BSP.: Sammler sind sich der Bedeutung des Knappheitsprinzips bewusst. In der Regel sind Sammlerstücke, die rar sind, auch wertvoller. Precious mistake – Phänomen: Stücke mit Mängeln – z.B. eine doppelt geprägte Münze – sind oft diejenigen mit dem höchsten Wert (Seltenheitswert).  Brustkrebsvorsorge-Broschüren sind erfolgreicher, wenn sie auf mögliche Verluste hinweisen statt auf positive Folgen einer frühen Diagnose.  Im Verkauf: „Taktik der kleinen Menge“, Zeitlimits  Variation vom Knappheitsprinzip: Reaktanz, z.B.  bei Kindern: Wenn ein Spielzeug hinter einer 30 cm hohen Plexiglasscheibe stand, war es nicht begehrenswerter als andere, war die Scheibe jedoch so hoch, dass man darum herumgehen müsste, um das Spielzeug zu bekommen, bevorzugten die Kinder (24 Monate) dieses Spielzeug.  Einmal gewonnene Freiheiten werden nicht kampflos wieder aufgegeben  für die Kindererziehung relevant: beim Durchsetzen von Verboten sollte man konsequent sein, wenn man etwas manchmal erlaubt und manchmal nicht, ist der Widerstand stärker, als wenn man es immer verbietet.  bei Erwachsenen: Romeo-und-Julia-Effekt - Möglicherweise wäre die „starke Liebe“ der beiden, wenn man sie in Ruhe gelassen hätte, nur eine kurze Schwärmerei geworden. ;-)  Zensur  der Zugang zu Material mit sexuellen Inhalten wird häufig beschränkt. Faktoren/ Formen der Beeinflussung / Beeinflussungsstrategien / Strategien von Einstellungsänderung bzw. Wann kommt es zu Einstellungsänderungen? Welche Faktoren dazu wichtig sind? ALLGEMEIN: Je mehr man sich zu Gegenleistungen verpflichtet fühlt [Reziptozität], bereits Zugeständnisse gemacht hat [Konsistenz] oder sich in seiner Meinung abgestützt sieht [Konsensus], desto eher ändert man Einstellungen und Verhaltensweisen in die gewünschte Richtung. Personen, die sympathisch sind [Sympathie] oder als Autoritäten wahrgenommen werden, haben größere Überzeugungsmacht; alles, was schwer erreichbar ist [Knappheit], gewinnt an Attraktivität.  Faktoren der Beeinflussung bzw. Beeinflussungsstrategien:  Allgemein könnte man hier die 6 Cialdinis Prinzipien aufzählen:: Reziprozität, Commitment & Konsistenz, Soziale Bewährtheit, Sympatie (zusätzlich mit unterpunkten psysische und psychische Attraktivität und Ähnlichkeit), Autorität (also Expertenstatus und Kommunikative Fähigkeiten) sowie Knappheit.  BSP. YALE KOMMUNIKATIONSPROGRAMM:  „ WER sagt WAS zu WEM und mit welchem Effekt?“ Dabei untersuchten sie 3 Variable, die in Überzeugung involviert sind: Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 8. 8 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  der Mitteilende oder der Sender (wer)  die Kommunikation oder die Nachricht, das Signal (was)  das Publikum, der Empfänger (zu wem)  WER  Mitteilende/ Sender:  Glaubwürdigkeit des Senders (Sleeper-Effekt – eine Nachright von einer unglaubwürdigen Quelle gehört, die Quelle wird aber nach einiger Zeit vergessen, aber die Message bleibt und wird dann wiedererkannt, etc. sein)  Expertenstatus  Attraktives Aussehen  Kommunikative Fähigkeiten  Ähnlichkeit zum Empfänger WAS  Nachricht / Signal:  Wiederholung (eine Nachricht soll oft wiederholt werden, um verstanden und wieder abrufbar zu sein, einfache Wiederholung eines Statements lässt es mehr wahr erscheinen, Wiederholung eines Namens lässt einen Namen berühmt wirken)  Beängstigung (beim Rauchen-Aufhören – hohe Beängstigung, bei Zahngesundheit – leichte Beängstigung am effektivsten)  Fakten vs. Gefühle (unterschieden zw. bewertender („gutes Gefühl“ über Produkt) und faktischer (viel Info) – kombinieren am effektivsten.  Medium und Nachricht (bei einfachen Nachrichten  Videopräsentation bringt die meisten Einstellungsänderungen; bei einfachen  bei geschriebenem Material.  Gestaltung einer Nachricht (je nach Kontext  eher auf Gewinne (Motivieren zu regelmäßigen Bewegungsübungen  man wird attraktiv, schlank) oder auf Verluste Aufmerksamkeit lenken (Brustkrebs für Frauen) ZU WEM  Publikum/Empfänger:  Einstellung zur Nachricht  Fähigkeit, die Nachricht zu verstehen  Selbstachtung  Bei einfachen Nachrichten: Abgelenktes Publikum einfacher zu überzeugen als eins, das voll aufmerksam ist  Leute mit niedrigerer Selbstachtung sind leichter zu beeinflussen als diejenigen mit hoher: mit niedriger Selbstachtung: nicht so aufmerksam und ängstlicher in Bezug auf den Prozess der Verarbeitung einer Nachricht; mit hoher Selbstachtung: weniger anfällig für Beeinflussung, weil selbstbewusster  Das gleich gilt für den Zusammenhang von Intelligenz und Beeinflussbarkeit  Geschlecht des Empfängers (Frauen sind leichter als Männer zu beeinflussen, wenn das Produkt mannorientiert ist und umgekehrt)  Individuelle Differenzen (Abhängig von Bedürfnis zur Kognition und zur Bewertung, der Präferenz zur Beständigkeit und in Wichtigkeit von Einstellungen)  Alter (Laut „Lifelong openness“: das Alter ist irrelevant für die Beeinflussbarkeit)  Andere Variablen: Vorausgegangene Einstellungen (disconfirmation bias: Die Tendenz Argumente, die unseren ursprünglichen Einstellungen widersprechen, als haltlos anzusehen und anzufechten). Schritte im Überzeugungsprozess:  Aufmerksamkeit  Einbezug  Akzeptanz  Zurückhalten  Das Publikum muss Aufmerksamkeit der Nachricht des Mitteilenden schenken, den Inhalt verstehen und darüber nachdenken, was gesagt wurde. Sonstige Ergebnisse von Yale-Untersuchungen:  Third-person-effect: Die meisten Leute denken, dass sie weniger beeinflussbar sind als andere Leute [Eigenschaften des Empfangers]  Benutzung von beiden Seiten eines Argumentes hängt eng zusammen mit der Intelligenz des Publikums [Eigenschaften der Nachricht] Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 9. 9 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Überzeugungsprozesse und Einstellungänderung - was fördert hier?  CIALDINIs Faktoren  Yale Studien (Hogg S. 40-43) Techniken der Beeinflussung: „Foot in the door“ (x4), „Door in the face“-Taktik (x4) Nutzung von Gegenseitigkeitsprinzipien:  Door in the face - Tür-ins-Gesicht-Technik: [Reziprozität + Kontrastprinzip] von einer großen Forderung etc. wird ein Zugeständnis gemacht, die Position wird somit abgeschwächt und dem Partner wird entgegengekommen; damit ist dieser in der Position ein Zugeständnis machen zu müssen. EXPERIMENT zur Betreuung jugendlicher Delinquenten (2 Jahre betreuen; nachher: Begleiten beim Zoobesuch), BSP.: Haustür-Vertreter, wenn die Ware abgelehnt, haben gebeten Namen von Freunden zu nennen, die Interesse haben könnten.  That´s-not-all: Verbesserung des Angebots, die spontan erfolgt und nicht ausgehandelt wurde Nutzung von Dissonanztheorie im Verkauf/Werbung  Foot in the door - Fuß-in-der-Tür-Technik [Commitment/Konsistenz]: sogar eine Binding, die uns andere irrtümlich unterstellen, die wir also gar nicht eingegangen sind, stellt eine Art Verpflichtung dar. „Getting a small YES, then getting a BIGGER YES“ (kleineres Commitment, um danach ein größeres leichter zu bekommen). Zuerst unrealistisch große Forderung, danach „Zugeständnis“ – kleinere (eigentliche) Forderung. EXPERIMENT mit Telefonat mit 156 kalifornischen Hausfrauen und anschließende Haushaltsprodukten-Klassifizierung.  Low-balling [Commitment/Konsistenz]: oft von Autohändlern angewandt: zuerst sehr vorteilhafte Konditionen angeboten/sehr günstiger Preis, etc.; mündliche & schriftliche Verpflichtung eingeholt, dann werden aber Konditionen geändert, das ursprüngliche Angebot fällt weg, aber durch Commitment/Konsistenz (und vermutlich durch schon investierte Mühe, z.B. Testride, Freuden/Famile zeigen, etc.) Bsp: der günstige Preis motiviert zum Kauf, die weiteren Vorzüge werden positiv aufgenommen, entpuppt sich der Preis dann doch als nicht so günstig, sind genug andere „Argumente“ vorhanden;  „Thats not all“-Technik: Ein Verköufer macht ein Angebot, und bevor sein Gegenüber ihm antworten kann, verbessert er das Angebot noch durch eine Dreingabe oder einen Preisnachlaß.  Oversufficient-justification-Effekt: Ein Produkt wird nur aufgrund einer zusätzlichen Beigabe, wie z.B. kleine Gratisproben, Sondergrößen und Werbegeschenke, gekauft. Fällt dieser Zusatznutzen weg, verliert das Produkt an Attraktivität. So kann Markentreue nicht etabliert werden; Sympathie (Interessensübereinstimmung!) Einstellungsähnlichkeit (x2) CIALDINI: Kapitel 5 Wir sind am ehesten bereit, den Bitten von Leuten nachzukommen, die wir kennen und mögen. Bsp. Tupperware – Parties: die Person, die die Party gibt, verdient an allen gekauften Produkten mit – dadurch kaufen deren Freunde die Artikel eigentlich von einer befreundeten Person anstatt von einer fremden Verkäuferin (die auch anwesend ist). Zusätzlich spielen dabei eine Rolle: Reziprozität (am Anfang bekommt jeder ein Geschenk), Commitment (jeder soll die Vorteile der Produkte, die er besitzt, schildern) und soziale Bewährtheit ins Spiel (sobald der Verkauf beginnt, bestätigt jeder Artikel, der den Besitzer wechselt, erneut, dass andere die Produkte haben wollen). 1. Äußerliche Attraktivität Halo-Effekt: Wenn der Gesamteindruck, den eine Person auf eine andere macht, durch ein einzelnes positives Merkmal, das sie hat, dominiert wird. Gut aussehenden Menschen schreiben wir automatisch Begabung, Ehrlichkeit, Freundlichkeit und Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 10. 10 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Intelligenz zu, noch dazu, ohne uns über den Einfluss ihrer Attraktivität bewusst zu sein. Bsp:  Attraktive politische Kandidaten häufiger gewählt,  Vorteil in Bewerbungssituationen  das Einkommen von gutaussehenden Menschen liegt 12 bis 14 % über dem der weniger attraktiven Kollegen  sogar Im juristischen System eine Vorzugsbehandlung (die gut aussehende Verbrecher waren zu signifikant geringeren Strafen verurteilt worden)  Attraktiven Menschen wird auch eher geholfen, wenn sie in Not sind;  aggressive Handlungen von hübschen Kindern werden als weniger verwerflich angesehen etc. 2. Ähnlichkeit Wir mögen Leute, die uns ähnlich sind. Ähnlichkeit im Bereich von Meinungen, Charaktereigenschaften, Herkunft oder Lebensstil besteht. Bsp: Kunden waren eher geneigt, eine Versicherung abzuschließen, wenn zwischen ihnen und dem Vertreter Ähnlichkeit hinsichtlich Alter, Religion, politischer Einstellung und Tabakkonsum bestand. Ähnlichkeiten beeinflussen, wem wir lieber das Leben retten: Versuchspersonen, die entscheiden sollten, welche nierenkranken Personen es am ehesten verdienen, sobald wie möglich behandelt zu werden, wählten solche Patienten, die dieselbe politische Partei bevorzugten wie sie selbst. Im Verkauf: Körperhaltung, Stimmung und Ausdrucksweise des Kunden zu übernehmen (mirror and match). 3. Komplimente Bsp: der erfolgreichste Autoverkäufer der Welt Joe Girard schickte jedem seiner 13000 früheren Kunden 12 Mal pro Jahr (!) eine Karte mit dem Aufdruck „Ich mag Sie.“ Er verkaufte an jedem Tag durchschnittlich mehr als 5 Pkws und LKWs. Dabei müssen die Komplimente nicht einmal stimmen, um zu wirken.. 4. Kontakt und Kooperation In der Regel mögen wir das, was wir kennen. Bsp: 2 Abzüge eines Porträts, eines normal, eines seitenverkehrt. Selber gefällt man sich auf der seitenverkehrten Aufnahme besser, da man dieses „Gesicht“ täglich im Spiegel sieht. Freunde bevorzugen die normale Aufnahme, da das jenes Gesicht ist, das sie immer sehen. Vertrautheit ruft unbewusst Zuneigung hervor. Bsp: Gesichter wurden so kurz auf eine Meinwand projiziert, dass die Versuchspersonen sich später nicht erinnern konnten, diese gesehen zu haben. Doch fanden sie eine Person bei einer späteren Begegnung umso sympathischer, je öfter das Gesicht der Person auf der Leinwand erschienen war. Danach sollte eigentlich die Rassenintegration an Schulen bewirken, dass eine Annäherung der ethnischen Gruppen stattfindet, jedoch ist das Gegenteil der Fall. Warum? In der Schule herrscht Konkurrenz, einzig mögliche Lösung: mehr auf kooperatives Lernen zu bauen. Jigsaw- bzw. Puzzle-Ansatz an US-Schulen: Schüler sind zur Zusammenarbeit gezwungen, um sich den Stoff für eine Prüfung anzueignen, da jeder Schüler nur einige der relevanten Infos besitzt, die Schüler müssen sich gegenseitig helfen.  sehr gute Erfolge! Mehr Freundschaft, Abbau von Feindschaft, Minoritäten und die übrigen Schüler werden selbstbewusster und erbringen bessere Leistungen. Dennoch ist auch Wettbewerb wichtig, darf nicht komplett eliminiert werden. Kontakt ist also in der Regel sympathiefördernd, nicht aber, wenn der Kontakt mit negativen Erlebnissen verbunden ist. Auch Kooperation bewirkt Sympathie. Bsp: good cop, bad cop bei Verhören. Der gute Polizist sagt dem bösen, er solle sich nicht so aufregen, beruhigen; sagt er möchte dem Verhörten eine lange Strafe ersparen, wenn er gesteht Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 11. 11 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS etc. Er erweckt den Eindruck, als stünde er auf seiner Seite, als arbeite er mit ihm zusammen. Kann oft zu einem Geständnis führen. 5. Konditionierung und Assoziationen Wettersprecher werden sehr häufig für das Wetter verantwortlich gemacht und angegriffen – es gibt eine elementare menschliche Abneigung gegen Personen, die schlechte Nachrichten überbringen. Die bloße Assoziation mit schlechten oder guten Dingen hat einen Einfluss darauf, wie beliebt wir bei anderen sind. Bsp: In einer Studie schätzten Männer, die eine Werbung für ein Auto gesehen hatten, in der auch eine verführerische Frau abgebildet war, als schneller, ansprechender, teurer aussehend und besser gestylt ein als Männer, die dieselbe Werbung ohne das Model gesehen hatten-  positive Assoziation Model und Auto. Bsp: Kreditkarten werden meist mit den positiven Aspekten von Einkäufen assoziiert, da man damit Dinge kaufen kann, für die man erst viel später bezahlt. Wenn auf einer Restaurantrechnung, an der Wand oder irgendwo Kreditkarten-Signets zu sehen sind, sind die Leute bereit, mehr Geld zu geben (sei es Trinkgeld, Spenden, etc.), unabhängig davon, ob sie bar zahlen oder mit Kreditkarte!  Erfolg von Merchandising. luncheon technique: man kann die Meinung von Personen über Menschen, Dinge, Aussagen,… dadurch verbessern, dass sie beim Essen mit ihnen in Berührung kommen. In umgekehrten Fall: Wir sind darauf bedacht (auch wenn unbewusst), selber nicht der Überbringer schlechter Nachrichten zu werden. Was ist der Werther-Effekt (x3) und andere formen der Konformität (claquer effekt,) Werther-Effekt - Annahme, dass ein kausaler Zusammenhang zw. Suiziden, über die in den Medien ausführlich berichtet wurde, und einer Erhöhung der Suizidrate in der Bevölkerung besteht. CIALDINI: S. 17-18 Bewährtheit? Z.B.  Claqueur-effekt (Beifallklatscher-Effekt) - Sauton und Porcher gründeten 1820 eine Organisation, die sich für Beifall und Jubel in der Oper bezahlen ließ. Diese waren nicht einmal getarnt und saßen oft Tag für Tag am selben Platz!  Lachkonserven bei TV-Serien  Werbespots mit offensichtlich gestellten Interviews, um soz.Bewährtheit zu täuschen.  Bank in Singapur, wo all Kunden ließen sich ganz plötzlich ihre Einlagen auszahlen – aufgrund eines Busstreiks hatte sich eine Ansammljung vor der Bank (Bushaltestelle) gebildet. Passanten dachten es sei die letzte Möglichkeit vor einem Bankzusammenbruch das Geld zu bekommen und liesen es auszahlen.  Werther-Effekt (siehe oben)  Jonestown Massensuizid Reziprozität + Bsp? CIALDINI: Kapitel 2 S. 3-8 Die Reziprozitätsregel besagt, dass wir uns bemühen sollen, anderen zurückzugeben, was wir von ihnen bekommen haben. BSP.:  Alltag: Zurückgeben im allgemeinen, Geschenke, auch ungebetene, Gegenseitige Zugeständnisse  Handel: Gratisproben + door-in-the-face: Neuverhandeln nach Zurückweisung – Taktik  Politik: Watergate-Skandal  Wissenschaft: 100% der Wissenschaftler, die Ergebnisse zu Gunsten kontroversieller Medikamente (Kalziumkanalblocker) gefunden hatte, Zuwendungen der Pharmaindustrie bekommen hatten, jedoch nur 37% der Kritiker. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 12. 12 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Mentale Shortcuts? CIALDINI: Kapitel 2 S. 3 Automatosiertes Reagieren auf Auslöserreize ("nur noch wenige Tage", "bis Vorrat reicht"), kurzschlüssige Beurteilungen, die meist auf unvollständigen Informationen basieren – etwa Heuristiken. In vielen Fällen ist es am effizientesten, sich automatisch und stereotyp zu verhalten. Unsere Welt ist komplex und schnelllebig – daher brauchen wir shortcuts, um ohne langes Überlegen reagieren zu können. Es können nicht alle Menschen und Situationen in allen Details analysiert werden – mit Stereotypen kann man die Dinge anhand weniger Schlüsselmerkmale einordnen und dementsprechend reagieren. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 13. 13 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS WAHRNEHMUNG UND SCHEMA/SCHEMATA Was sind (Wahrnehmungs)Schemata und wie werden sie (mehr/ weniger) eingesetzt? (x3) S.11 HOGG & VAUGHAN: Ein Schema ist eine „kognitive“ Struktur, die das Wissen über ein Konzept oder einen Typ von Stimulus darlegt (die Kennzeichen des Stimulus und die Verbindungen zw. diesen). Ermöglich uns, möglichst schnell eine bestimmte Vorstellung von einer Person, einer Situation, Ereignis oder Ortes zu haben - auch wenn wir nur wenig Informationen haben. Attributionstheorie von KELLEY: S.24 FORGAS: S.5 FORGAS: Personen Wahrnehmung und „Menschentypen“: Wir sehen unsere Umwelt nicht, wie sie ist, sondern gemäß den Kategorien, über die wir zu ihrer Beschreibung verfügen. An jeder Wahrnehmung oder jeder Reaktion auf ein Objekt oder ein Ereignis in der Umgebung sei ein „Akt der Kategorisierung“ beteiligt. „Schemata“ – ein System kognitiver Repräsentationen der Umwelt. Anhand der Schemata klassifizieren und interpretieren wir jegliche neue Information. Indem wir Menschen in Typen einteilen, systemstisieren wir unser Wissen über unsere Mitmenschen und erleichtern uns die Aufgabe der Personenwahrnehmung. Personen-Prototypen – mentale Schemata von Menschentypen, die uns aus unserer sozialen Umgebung vetraut sind. Einem Prototyp entspricht man nur „mehr oder weniger“. Ob jemand „prototypisch“ ist, hängt davon ab, über wieviele der den Prototyp definierrenden Merkmale er verfügt (wie „hausfrauen-haftig“ bzw. wie „punk-haftig“ ist der Mensch). Prototypisch ist aber nicht gleich „einfacher zu erinnern“: Beurteiler erinnern sich besser an insonsistente, nicht-prototypsiche Menschen mit ungewöhnlichen, unseren Erwartungen nicht ensprechenden Merkmalen. S.11 HOGG & VAUGHAN:  Personenschema: Individuelles Wissen über eine bestimmte Person: Freund/Politiker/Nachbar  Rollenschema: Wissen über eine bestimmte soziale Gruppe (Ärzte, Banditen)  Skripte = Ereignisschema: Vorlesungen/Parties/Kino/Restaurants – Wissen über Abläufe dabei  Selbstschema: Wissen über einen Selbst. Wer bin ich? Wovon hängt der Einsatz von Schemata ab? (x3) S.12-14 HOGG & VAUGHAN: Schema häufiger benutzt wenn:  Stimmungskongruent  durch klare Anhaltspunkte leicht zu definieren: Hautfarbe, Kleidung, etc.  gut im Gedächtnis verhaftet (alltägliches) Einsatz von persönlichen Einflüssen/Unterschieden abhängig:  attributional complexity: Komplexität und Anzahl der Erklärungen die Menschen für Andere suchen/brauchen  uncertainty orientation: wie viel Information sie über andere suchen/brauchen; manche Menschen wollen uninformiert bleiben!  need for cognition: wie tiefgründig über eine andere Person/Umstände/Situation nachgedacht wird  cognitive complexity: Komplexität (Ausprägung) der kognitiven Strukturen und Repräsentationen Kausalschemata? Eine durch Erfahrung erworbene, vorgefertigte Vorstellung über mögliche relevante Ursachen. KELLEY nennt solche Vorstellungen Kausalschemata = Konzeptionen über die Art des Zusammenwirkens von mehreren Ursachenfaktoren im Hinblick auf eine bestimmte Art von Effekt. Hinreichende Ursachen: Effekt tritt ein, wenn wenigstens eine von 2 möglichen Ursachen gegeben Notwendige Ursachen: Effekt tritt ein, wenn beide von zwei möglichen Ursachen gegeben. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 14. 14 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  Soziale Wahrnehmung/Aufmerksamkeit: Was löst sie aus und was bewirkt sie, lenkt Aufmerksamkeit in eine Richtung? (x4), S.15 HOGG & VAUGHAN: Stimuli die unsere Aufmerksamkeit erregen sind hervorstechende Stimuli (saliente Stimuli). Auslöser von Aufmerksamkeit:  Auffälligkeit: herausragende Personen haben mehr Einfluss innerhalb der Gruppe und werden eher beachtet in Diskussionen und anderen Akvititäten  Salienz (Herausragen)  Einzigartig (schwangere Frau), ldlich/symbolisch (buntes Shirt) im Vergleich zur Ungebung  Wiederspricht unseren Erwartungen (erregt Aufmerksamkeit  leitet eine höhere Kognition ein  Verbindungen zw. den Aussagen gestärkt)  Persönlich wichtig  Es gab eine explizite Instruktion, „diese Person zu beachten“.  Klarheit von Stimuli (vividness)  Emotional interessant (z.B. gewalttätiges Verbrechen)  Konkret und bilderreich (z.B. detaillierte Beschreibung eines Verbrechens)  Persönlich nahe in Bezug auf Raum und Zeit (das Verbrechen gestern in deiner Straße)  Zugänglichkeit (verfügbare Stimuli, im Gegensatz zu weniger erreichbaren, „rumschwebenden“)  Durch Priming salient gemacht (Kategorien leicht abrufbar): Nachdem eine Kategorie dem Priming-Prozess unterlaufen ist, so tendiert die Kategorie dazu weitere Stimuli an diese abgerufene Kategorie anzugleichen.  Ein Spezialfall: Reihenfolgeneffekte (Recency, Primacy...)  Hat Auffälligkeit eine Auswirkung auf die Attribution?  Die Auffälligkeit sozialer Informationen,  ihre Bedeutung sowie  ihre Reihenfolge beeinflussen die soziale Wahrnehmung Positionseffekt: die ersten Infos werden langfristig und die letzten Infos kurzfristig besser gemerkt Primacy-Effekt: stärkere Beachtung anfangs erbrachter Leistungen; Recency-Effekt: stärkere Wirksamkeit der letzten Informationsanteile. Auffäligkeit lenkt die Aufmerksamkeit: auffäliger gekleidete Personen mehr in Diskussionen beachtet, Halo-Effekt – Tendenz vom Vorliegen positiver Eigenschaften auf weiter positive Eigenschaften zu schlißen. Implizite Persönlichkeitstheorien – subjektive Annahmen über das gemeinsame Vorkommen von Personeneigenschaften; dadurch werden z.B. die Assoziationsnähe zw. Personenmerkmalen erklärt (z.B. die Erwartung eines gemeinsamen Auftretens von „herzlich“, „glücklich“ und „gutmütig“, siehe Halo-Effekt).  Welche Konsequenzen/Effekte hat Aufmerksamkeit? (x4)  Auffäligkeit lenkt die Aufmerksamkeit und  Unsere Attributionen folgen unserem Aufmerksamkeitsfokus. (S.10 FORGAS:) BSP. Beobachter attributieren derjenigen Person, die sie am besten sehen konnte, (der sie also gegenübersaß), größere kausale Kontrolle über eine Interaktion. Unsere Attributionen werden jedoch nicht nur von unseren begrenzten Wahrnehmungs- und Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 15. 15 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Kognitionfähigkeiten bestimmt, sondern auch von allgegenwärtigen normativen und kulturellen Faktoren. Kosequenzen/Effekte von Aufmerksamkeit:  Attributionen bzw. Attributionsverzerrungen (Selbstwertdienliche Verzerrungen, Falscher Konsens)  Informationsverarbeitung  Heuristiken (i.S.v.: selektive und ungewichtete Beachtung von einzelnen Merkmalen, die dann als Entscheidungshilfe genommen werden bei Urteilsbildung und Entscheidugnen).  Verzerrung zugunsten von Kausalität. Wir tendieren dazu, die Welt - selbst dann, wenn wir nur über sehr bruchstückhafte Information verfügen- in Form kohärenter und bedeutungsvoller Muster wahrzunehmen. Diese Tendenz zur Kausalität, kann unsere Wahrnehmung erheblich verzerren und uns Ursachen und Intentionen erkennen lassen, wo zwischen einer Aktion und ihren Folgen nur ein zufälliger Zusammenhang besteht. Siehe oben +  ATTRIBUTIONEN FÜR REICHTUM am häufigsten mit den 4 Variablen extern/sozial, intern/individuell, familiärer Hintergrund und Glück/Risikobereitschaft erklärt.  ATTRIBUTIONEN FÜR LEISTUNG: abhängig von Geschlecht, Einkommen, politischer Neigung der Beurteiler und dem ethnischen Hintergrund sowie der sozialen Herkunft der Zielperson.  ATTRIBUTIONEN FÜR ALLGEMEINE PHÄNOMENE den Erklärungen bestimmter sozialer und politischer Gruppen wie Parteien, Religionsgemeinschaften oder Institutionen. Attribution von Verantwortlichkeit: häufig offensichtlich irrationale Erwägungen beeinflußen Attribution, WICHTIG:  Wer? (uns ähnliche Menschen machen wir weniger verantwortlich)  mit welchen Folgen? (bei ernsthaften Folgen mehr verantwortlich zugeschrieben)  intentional? Verzerrung zugunsten innerer Attribution: Attributionsurteile offenbaren eine starke Tendenz, innere Verursachung selbst dann anzunehmen, wenn Umweltfaktoren offensichtlich dominieren. BSP.: Internale Attribution bei nicht freier Themenwahl von einem Aufsatz über Fidel Castro und Cuba. Akteur-Beobachter-Verzerrung: Wir neigen nicht nur dazu, den Handlungen eines Menschen, den wir beobachten, innere Ursachen zu attributieren (Tendenz zur Dispositionsattribution), sondern auch dazu, unser eigenes Verhalten mit äußeren, situationalen Faktoren zu erklären: Wir handeln, weil die äußeren Umstände es erzwingen, während andere so handeln weil sie es wollen. Auffälligkeits-Effekte Unsere Attributionen folgen unserem Aufmerksamkeitsfokus. EXP.: Beobachter attributieren derjenigen Person, die sie am besten sehen konnte, (der sie also gegenübersaß), größere kausale Kontrolle über eine Interaktion. Kontra Konsens-Information: wir sind von den konkreten Verhaltensdetails unseres Gegenübers zumeist so gefesselt, daß wir statistische Häufigkeiten darüber nicht berücksichtigen (Tversky & Kahnemann). Selbstwertdienliche Verzerrungen: Neben fehlerhafter Wahrnehmung kann auch die Motivation die Quelle von Attributionsverzerrungen sein  Wir neigen dazu, uns selbst für unsere Erfolge verantwortlich zu machen, während wir äußere Umstände als Grund für die Erfolge anderer vermuten. Unsere Mißerfolge führen wir dagegen auf die Situation zurück und Mißerfolge anderer auf innere Ursachen. Selbstwertdienliche Verzerrungen helfen uns, ein positives und konsistentes Selbstbild aufrechtzuerhalten. Falscher Konsens: Wir neigen zu der Annahme, daß unsere Einstellungen, Werte oder Verhaltensweisen im großen und ganzen von anderen geteilt werden. Erklärung: wir sehen uns gerne als „normale Menschen“. EXP.: Studentische Tp gefragt, ob Sie bereit seien, mit dem Schild "Eßt bei Joe!" über den Campus zu stiefeln. Dann sollten Sie angeben welcher Anteil der Studenten ihrer Meinung nach dieselbe Entscheidung treffen würde?  62 % (bei denjenigen die den Reklamemarsch ablehnten, glaubten 67 % der Probanten würden ihre Entscheidung teilen). Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 16. 16 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS EINDRUCKSBILDUNG Primacy und Recency-Effekt (Positionseffekt) (x4) Beschreibt das Phänomen, dass die erste Information in Folge mehrerer Informationen stärker prägt als die folgenden Informationen Effekt des ersten Eindrucks (x7) / Vorrangeffekt / Primacy-Effekt und wie man ihn vermindern/ abschwächen kann? Effekt des ersten Eindrucks Im ENG-sprachigen-Raum: "You never get a second chance to make a first impression". Die erste Eigenschaft in der Liste (z.B. wie jemand beschrieben wird: intelligent, strebsam, ehrgeizig, sparsam, introvertiert) - hat einen prägenden Einfluss auf die Eindrucksbildung. Wege, den Effekt abzuschwächen/zu vermindern: wenn wir allzu schnell von jemandem begeistert sind - hinterfragen, ob hier vl. eine Blendung durch den 1. positiven Eindruck vorliegt und ob wir vl. unbewusst die negativen Merkmale verdrängen. S.7-8 FORGAS: Primacy-Recency-Effekte: Primacy (die zuerst erhaltene Info beeinflusst die Beurteilung unverhätlnismmäßig stark)  EXP.1: Personenbeschreibungen: Gruppe 1: " Intelligent, fleißig, impulsiv, kritisch, neidisch"; Gruppe 2 : " Neidisch, kritisch, impulsiv, fleißig, intelligent" Gr. 1 > Gr. 2. EXP.2: 2 Prüfungssituation, 2 Bedingungen, jeweils 15 richtige Antworten, aber in Bed.1 hatte die Testperson einen „besseren Start“ und liest etwas nach zum Schluss, in Bed.2 – umgekehrt  Tp1 als „intelligenter“ eingeschätzt. ENTGEGENWIRKEN: 1) eine Pause bzw. andere Aktivität dazwischen einlegen; 2) Aufforderung, alle Info gleich zu Gewichten. Dann: Recency-Effekte zu erwarten (die zuletzt präsentierte Info dominiert bei der Eindrucksbildung). PRAKTISCHE EMPFEHLUNG FÜR BEWERBUNGSGESPRÄCHE BZW. MÜNDLICHE PRÜFUNGEN: beste Argumente zu Beginn vorbringen! S.9 HOGG & VAUGHN: Asch (1946): Wenn wir unsere ersten Eindrücke von einem Menschen machen, so hängen wir uns an bestimmte Informationsinhalte an, welche central traits (zentrale Merkmale) genannt werden. Diese Merkmale haben einen unausgeglichenen Einfluss auf unser letztlich gebildeten Eindruck. Andere Informationsinhalte, welche peripheral traits (periphere Merkmale) genannt werden, haben viel weniger Einfluss. S.9 HOGG & VAUGHN: Asch (1946): Primacy (häufiger) und Recency (wenn müde, ohne Motivation, abgelenkt): die Abfolge in der Information über eine Person präsentiert wird kann erheblichen Einfluss auf die darauf folgende Urteilsbildung haben. Negativitätstendenz (x6). Gründe? Im Leistungsbereich: Positivitätstendenz (x6) Gründe von Negativitätstendenz: 1) Ungewöhnliche, auffällige und externe Information wird leichter gemerkt 2. Negative Eigenschaften könnten eine potentielle Gefahr für den Bewerter darstellen. Im Leistungsbereich - Positivitätstendenz: Wenn wir noch keine Information besitzen, bewerten wir andere Personen positiv. ABER: Sobald eine negative Information vorliegt --> Bias in Richtung Negativität Auch S.9 HOGG & VAUGHN Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 17. 17 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Soziale Wahrnehmung - FORGAS: Kapitel 2/3 PROBLEM DER MEHRDEUTIGKEIT  Problem der Ungenauigkeit der Wahrnehmung  Wahrnehmung von Emotionen  Wahrnehmung von Persönlichkeitszügen  Stimmungsabhängigkeit von Urteilen  Stereotypisierung als Quelle von Wahrnehmungsungenauigkeit Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 18. 18 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS EINSTELLUNGEN, STEREOTYPE, VORURTEILE & DISKRIMINIERUNG (FORGAS KAPITEL 14) Einstellungen sind kognitive oder emotionale Bewertungsergebnisse für Objekte, Personen, Tätigkeiten oder Situationen. Stereotype - stark verallgemeinerte Meinungen über Gruppen von Menschen. Vorurteile - ungerechtfertigte, gruppenbezogene Einstellungen. Publikumseffekt - Auswirkungen von Publikum auf die Leistung? Viele Aufgaben werden von Menschen in Anwesenheit anderer besser bewältigt, also in sozialen Gruppen. Dies ist unabhängig davon, ob man von anderen beobachtet wird (Publikumseffekt), oder ob die anderen mit ähnlichen Handlungen beschäftigt sind (Koaktions-Effekt). Exp.: Der Zuschauer-Effekt (Publikumseffekt) bei der Beobachtung der Squash-Spieler: beobachtete Spieler koordinierten ihre Schläge besser miteinander als die nicht beobachteten (heimlich beobachteten). Die besseren Spieler sind ein bisschen „schlechter“ geworden und die schlechteren – ein bisschen besser  das Spiel ist insgesamt „fließender geworden“, als hätten die beiden gemeinsam beschlossen sich dem Publikum von der besten Seite zu präsentieren. + S.37 FORGAS ELM – Elaboration-Likelihood-Modell von PETTY & CACIOPPO (x2) 2 Wege Was trägt dazu bei beim peripheren Weg, das ist trotzdem hängen bleibe? S.17 HOGG & VAUGHAN ELM (PETTY/CACCIOPO) charakterisiert den Prozess der Einstellungsänderung, wonach es 2 Wege der Informationsverarbeitung gibt:  Zentraler Weg: bei Interesse, wenn Nachricht sorgfältig beachtet  Periphärer Weg: bei Charisma, Attraktivität, Kompetenz des Spreches, Sympathie, Rhetorik Zentral verarbeitete Einstellungänderungen sind beständiger, wobei die perphär verarbeitete – kurzzeitiger und weniger verhaltensrelevant. Heuristik-Systematik Modell von CHAIKEN Systematische Verarbeitung: bei Interesse, wenn Nachricht sorgfältig beachtet Heuristische Verarbeitung: verarbeitung mit Hilfe von mentalen Abkürzungen Was trägt dazu bei beim peripheren Weg, das ist trotzdem hängen bleibe? -> non/para-verbale Merkmale, rhätorische Fähigkeiten, Charisma, Attraktivität des Spreches, Experten-Status, Ähnlichkiet, etc. Einstellungen (Nach Petty und Cacioppo) - ein generelles, andauerndes positives oder negatives Gefühl einer Person gegenüber einem Objekt oder Sachverhalt dar. Was sind Stereotype? S.12 HOGG & VAUGHAN Stereotype – geteilte Annahmen über Persönlichkeiten, Gesinnungen und Verhalten- welche von Gruppenzugehörigkeiten abhängig gemacht werden. BSP.: Ethnische Gruppe, Nationalität, Geschlecht, Bevölkerungsschichten Stereotypen sind nicht ungenau oder falsch und dienen dazu bestimmte Verhältnisse zw. Gruppen zu verstehen. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 19. 19 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS AUFRECHTUNG VON STEREOTYPEN:  Die Medien tragen bei („dekorative Rolle“ von Frauen in Game- Shows, „Faceism“ (ARCHER et al, 1983)Männer treten eher durch Gesichter hervor, Frauen durch Körper – aufgrund von 1750 Fotos und Zeitungen und Magazinen  „Maskuline“ Sprache an sich: Wörter wie „mankind“ tragen auch zur Aufrechterhaltung von Stereotypen bei.  Fehlerhafte „traditionelle“ Attribution: Wenn ein Mann eine Aufgabe gut bearbeitet hat, wird das oft auf seine Fähigkeiten zurückgeführt. Wenn die Frau allerdings etwas gut erledigt, wird das oft auf Glück oder darauf zurückgeführt, dass die Aufgabe besonders einfach war. ERKLÄRUNGEN VON VORURTEILEN UND DISKRIMINIERUNG: Similarity-attraction-Hypothese von TAJFEL (Das Anhebungsprinzip)  Selbst-Kategorisierungs-Theorie: wir ordnen uns zu zu bestimmten sozialen Gruppen  Soziale Identitätstheorie von TURNER: aus Selbst-Kategorirerung entsteht die soziale Identität eines Individuums  Die Überlieferung von elterlichen Vorurteilen durch elterliche Modelle, instrumentale Konditionierung und klassische Konditionierung  Psychodynamische Erklärung: Übertragung von negativen Gefühlen auf eine einzelne Person bzw. auf eine Gruppe, aber nicht auf die Gruppe, die ursprünglich die negativen Gefühle verursachte (als Konsequenz von Frustration durch Campleiter verschlimmern sich die Einstellungen von jüngen Männern im Sommercamp zu den zwei Minderheitsgruppen).  „The authoritarian Personality“ Theorie von ADORNO (nur Leute, die eine ausgeprägte „Vorurteilspersönlichkeit“ haben, können auch Vorurteile bilden: Respekt für autoritäre Figuren, Leidenschaft für Ränge und Status, eine Tendenz, Ärger zu verdrängen und eine Abneigung gegen Schwächere).  Dogmatismus - ert durch Isolation von widersprüchlichen Glaubenssystemen  Rechtsstehender Autoritarismus = Konventionalismus (Anhänglichkeit an soziale Konventionen) + Autoritäre Aggression + Autoritäre Unterwürfigkeit (gegenüber sozial gängigen Autoritären)  Social Dominace Theory von SIDANIUS und PRATTO - Menschen, die den Wunsch haben, ihre eigene Gruppe dominant zu sehen und den Outgroups überlegen zu sein, haben eine hohe soziale dominante Orientierung, was sie wiederum dazu ermutigen kann, egalitären Ideologien nachzugehen und Hierarchie und Diskriminierung zu legitimieren.  Belief Congruence Theory von ROKEACH: alle, die an etwas Gleiches glauben und die gleichen Werte haben, auch sozial harmonisch miteinander klarkommen, während Leute, die sich nicht besonders ähnlich sind, Vorurteile und Abneigungen produzieren. Was versteht man unter Vorurteilen? Vorurteil - nachteilige Einstellung gegen eine soziale Gruppe und ihre Mitglieder (gleich wie Einstellungen haben 3 Komponente: kognitiv, affektiv und konativ). Spezialfall von Vorurteilen: Sexismus - Vorurteile und Diskriminierung gegen Menschen beruhend auf ihrem Geschlecht (Frauen – historisch öfter Opfer von Vorurteilen). SEXISMUS-BSP.: „Männer sind eher kompetent und unabhängiger und Frauen eher warmherzig“. Geschlechter werden gesehen in:  Subtypen: weibliche Subtypen: Hausfrau + sexy Frau (=typische Frau), Karrierefrau; Männer- Subtypen: „sexy Mann“ oder „Macho Mann“;  Geschlechterrollen (Männer sind mehr handlungs-orientiert, während Frauen eher kommunikativ orientiert sind; bei Beschreibung wurden einem Hausmann mehr weibliche Attribute zugesprochen als einem Mann, der einer Vollzeitarbeit nachgeht). VORURTEIL/SEXISMUS-BSP.: Glass-ceiling-Effekt (Glasdeckenphänomen): Frauen sind eher im mittleren Management repräsentiert und nicht auf den höheren Positionen. Rasismus – die meisten Studien zum Thema: Antiblack- Einstellungs- Studien in den USA: „Menschen Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 20. 20 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS mit einer schwarzen Hautfarbe für faul, ignorant und abergläubig“. Nach Ender der Segregation (1933) dies ging zurück, aber heute gibt es neue Formen von Rasismus. EXP: kalifornische Studenten shauten fern: ein Gespräch zw. einem weißen Mann und schwarzen Mann. In der Konversation kam es zu einem Argument, und bei diesem schubste der Eine den Anderen. Wenn der weiße Mann derjenige war, der den Schubs verursachte, interpretierte dies 13% Prozent der Studenten als kleinen, spielerhaften Schubser, wenn der schwarze Mann - 73 % als gewaltsamen Schubser. Ageismus, Diskiminierung von Homosexuellen, Diskriminierung von physisch und geistig behinderten menschen Was fällt Ihnen ein zur Bedrohung von Stereotypen? Bedrohung von Stereotypen  Diskrimination  Stigmatisierung  extremes Vorurteilsverhalten (Hass und Intoleranz, Kukluxklan, Hitlers drittes Reich, Segregation in Südafrika. Die extremste Form von legitimen Vorurteilen ist aber der Völkermord: Massenvernichtung im zweiten Weltkrieg, Hutus und Tutsis in Ruanda)  Bei Spannungen zw. Gruppen werden Stereotype ausgeprägter und feindseliger. Formen der Diskriminierung: Abneigung zur Hilfe - Menschen helfen oft nicht, um sich oder ihrer Gruppe Vorteile in der Gesellschaft zu verschaffen. Tokenismus - Man macht einer Minderheit gegenüber öffentliche Zugeständnisse, um den Vorwurf von Diskriminierung und persönlichen Vorurteilen von sich zu weisen. „reverse discrimination“ - Eine Minderheit, gegen die man ein Vorurteil hat, wird favorisiert, um den Vorwurf von Diskriminierung gegen diese Gruppe von sich zu weisen Soziale Stigma – Nach Sichtbarkeit (Aussehen, Geschlecht – sichtbat, Sexuelle Präferenz und Religion- nicht) und Kontrollierbarkeit: Fettleibigkeit, Rauchen (Unkontrollierbarkeit: Rasse, Geschlecht) klassifiziert.  negatives Image durch die Abwertung von der Gesellschaft  Diskriminierung kann zum Verlust des Selbstwertgefühls führen Folgen von Diskriminierung: hohe Standards erwartet  die Leute reagieren apathisch und demotivierend: sie geben leichter auf, weil sie die Möglichkeit, Erfolg zu haben, als geradezu unmöglich ansehen. Kann man Vorurteile verlieren? Kontakthypothese von GORDON ALLPORT: situationale Schlüsselbedingungen, welche verhelfen im Intergruppenkontakt optimal Vorurteile abzubauen. Allport ging davon aus, dass Vorurteile nur reduziert werden, wenn diese vier Bedingungen eingehalten werden. 1) durch gleichen Status in der Gruppe: Die Gruppen sollen in der Kontaktsituation den gleichen Status wahrnehmen. 2) durch dauerhafte persönliche Interaktionen 3) durch gemeinsame Ziele und notwendige Kooperation; Wichtig ist, dass die Gruppen aktiv am Erreichen eines gemeinsam Zieles arbeiten und gegenseitig abhängig sind. Das gemeinsame Ziel soll durch Kooperation und nicht durch Kompetition erreicht werden. 4) Unterstütztung durch Normen, Autoritäten, Recht und Regeln: Explizite soziale Sanktionen erleichtern die Akzeptanz von Intergruppenkontakt und erstellen Normen. Z.B. STEPHAN und ROSENFIELD (1978) fanden heraus, dass „interracial contact“ wichtiger ist als der elterliche Hintergrund für die Einstellungen von Kindern Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 21. 21 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Zusammenhang: Einstellung – Verhalten/Handeln (x2) Kann man von Verhalten auf Einstellungen schließen?  Theorie des überlegten (vernünftigen) Handelns von FISHBEIN & AJZEN  Theorie des geplanten Verhaltens von AJZEN (x2) Laut AJZEN (Theorie des geplanten Verhaltens) ist die Intention (Verhaltensabsicht) der beste Prädiktor des Verhaltens, falls ausreichend Motivation, Zeit und geistige Kapazität (keine Ablenkungen, Müdigkeit o.ä.) Fundamentaler Attributionsfehler – im Alltagsdenken wird oft davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten hauptsächlich von Einstellungen, Werthaltungen oder Willensakten determiniert sei, wobei der Einfluss der physischen oder sozialen Situation vernachlässigt wird (Begabung – Erklärung für gute Leistung, hohes ethisches Niveau – Erklärung für selbstlose Hilfeleistungen, etc.). Ja schon aber Ausnahmefälle berücksichtigen wie: „moralische Scheinheiligkeit“ (Diskrepanz zw. Verhalten /Einstellung). Self-fulfilling prophecy Self-fulfilling prophecy - eine Vorhersage, die sich deshalb erfüllt, weil diejenigen, die an die Prophezeiung glauben, sich – meist unbewusst – aufgrund der Prophezeiung so verhalten, dass sie sich erfüllt. S.83 HOGG & VAUGHAN Rosenthal-Effekt EXP von ROSENTHAL und JACOBSON (1984): Bei Schülern einer Grundschule sollte ein IQ Test gemacht werden. Rosenthal und co. sagten den Lehrern, der Test solle voraussagen, welche Kinder später „blühen“, das heißt, welche Kinder schnelle intellektuelle Entwicklung in naher Zukunft zeigen . Den Lehrern wurde der Name von zwanzig Schülern gegeben, die später „blühen“ würden. Die Kinder wurden jedoch zufällig ausgewählt, es waren „Blüher“ und „Nichtblüher“ dabei. Die Lehrer schätzten die Kinder, von denen sie dachten, sie wären „Nichtblüher“ wesentlich schlechter ein als die Kinder, von denen sie dachten, dass sie „Blüher“ sind und bildeten zwei stereotypische Gruppen und behandelten beide auf eine unterschiedliche Art und Weise. Rosenthal und Jacobson haben den IQ der Kinder jedes Jahr gemessen und konnten feststellen, dass die Kinder, die als „Blüher“ ausgewählt wurden, dann später wirklich einen höheren IQ hatten! In 345 Folgestudien bestätigten den Effekt. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 22. 22 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Theorie des überlegten (vernünftigen) Handelns von FISHBEIN & AJZEN (x4) Die Theorie des vernünftigen Handelns (theory of reasoned action) von Fishbein und Ajzen (1975) dient der Vorhersage und Erklärung von Verhalten. Kann Verhalten voraussagen (z.B. wieviel Zeit eine Person für das Lernen aufbringen wird), nicht aber Ergebnisse (z.B. Zeugnisnoten). Es wird zw. konkreten Verhaltensweisen und Verhaltenskategorien unterschieden: Da Verhaltenskategorien (z.B. Umweltschutzverhalten) nicht direkt beobachtbar sind, müssen sie aus der Beobachtung konkreter Verhaltensweisen (z.B. Mülltrennung) erschlossen werden. Nach Fishbein und Ajzen (1975) stellt die Intention (Verhaltensabsicht) den besten Verhaltensprädiktor dar. "Intentionen sind ein Spezialfall von Meinungen, nämlich Meinungen über das eigene Verhalten. Genauer: Intentionen sind subjektive Wahrscheinlichkeiten bezüglich des Auftretens bestimmter Verhaltensweisen" (Herkner, 1991, S. 216). Korrelationen zw. Intentionen und Verhalten können sehr unterschiedlich sein. Die Höhe der Korrelation hängt v.a. vom Grad der Übereinstimmung zw. Intention und Verhalten hins. der wichtigsten Aspekte – also hinsichtlich Handlung, Ziel, Kontext und Zeit – ab. Stimmen Verhaltensabsichten bezüglich dieser Aspekte mit dem Verhalten überein, das vorausgesagt werden soll, dann sind Intentionen gute Verhaltensprädiktoren. Intentionen werden von 2 unmittelbaren Ursachen determiniert: – von der Einstellung zum Verhalten – von der subjektiven Norm Die Einstellung zum Verhalten hängt wiederum unmittelbar von Meinungen über das Verhalten ab; sie besteht aus zwei Komponenten: – Erwartungen von Verhaltenskonsequenzen; Meinungsstärken; subjektive Wahrscheinlichkeit, mit der die Konsequenzen auftreten – Bewertungen der Verhaltenskonsequenzen Die subjektive Norm stellt den wahrgenommenen sozialen Druck dar und wird unmittelbar von normativen Meinungen bestimmt; sie setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: – (vermeintliche) Verhaltensvorschriften wichtiger Personen; Annahmen bezüglich der Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 23. 23 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Verhaltenserwartungen oder Verhaltenswünsche anderer Personen – Ausmaß der Motivation, sich entsprechend der Verhaltensvorschriften, der normativen Erwartungen oder der Wünsche anderer Personen zu verhalten; Einwilligungsmotivation Die beiden Intentionsursachen können unterschiedliche Gewichte aufweisen und sind v.a. dann von Bedeutung, wenn Einstellung zum Verhalten und subjektive Norm entgegengesetzt sind; ihre relativen Stärken müssen mit Hilfe von Regressionsanalysen empirisch ermittelt werden. Wenn die Einstellung stärker ist als die Norm, werden Intention und Verhalten mehr von der Einstellung zum Verhalten beeinflusst als von der subjektiven Norm; wenn hingegen die Norm stärker als die Einstellung ist, hängen Intention und Verhalten mehr von den Ansprüchen anderer Personen als von der eigenen Einstellung ab. ANWENDUNG: Untersuchungen zur Gewichtsreduktion, zum Wählerverhalten, zum Konsumentenverhalten, zur Familienplanung und zur Berufswahl berichtet. Theorie des geplanten Verhaltens von AJZEN (x2) Theorie des geplanten Verhaltens von AJZEN befasst sich damit, inwiefern man das Verhalten einer Person gegenüber einem Einstellungsobjekt (Person, Sachverhalt, Idee usw.) vorhersagen kann, wenn man die Einstellung der Person gegenüber dem Einstellungsobjekt kennt. Die Theorie des geplanten Verhaltens (theory of planned behavior) von AJZEN (1985) ist die Revision der Theorie des vernünftigen Handelns (Fishbein & Ajzen, 1975). Ergänzt durch die zusätzliche Intentionsursache "wahrgenommene Kontrollierbarkeit des Verhaltens" erweitert. Die Intention wird somit von 3 unmittelbaren Ursachen bestimmt: – von der Einstellung zum Verhalten ( – von der subjektiven Norm – von der subjektiven Verhaltenskontrolle Die subjektive Verhaltenskontrolle wird von früheren Erfahrungen mit dem Verhalten und von erwarteten Behinderungen determiniert. Die objektive (und subjektive) Kontrollierbarkeit eines Verhaltens ist von inneren und äußeren Faktoren abhängig: Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 24. 24 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS – innere Faktoren: verhaltensrelevante Informationen, Fähigkeiten, interne vs. externe Kontrolle, Willensstärke, Gefühle und Zwänge – äußere Faktoren: Zeit, Gelegenheit, Mittel (z.B. Geld) und Abhängigkeit von anderen Personen Die wahrgenommene Verhaltenskontrolle beeinflusst die Verhaltensintention einer Person. Wenn die subjektive Kontrolle in bestimmtem Ausmaß mit der tatsächlichen Kontrolle übereinstimmt, so kann die wahrgenommene Verhaltenskontrolle auch direkt auf das Verhalten selbst Einfluss nehmen. BSP.: Wenn eine Person nicht gut Tennis spielen kann, wird es ihr trotz starker Intention zum Sieg nicht möglich sein, ein Match zu gewinnen. Die wahrgenommene Kontrollierbarkeit des Verhaltens wirkt sich darauf aus, ob eine Handlung aufrechterhalten, fortgeführt und trotz auftretender Schwierigkeiten weiterverfolgt oder nach Misserfolgen wieder aufgegriffen wird. Die 3 Intentionsursachen werden unmittelbar von verhaltensbezogenen Meinungen, normativen Meinungen und Kontrollmeinungen bestimmt. "Ajzen (1975) betrachtet die (alte) Theorie des vernünftigen Handelns als Spezialfall der Theorie des geplanten Verhaltens, der dann vorliegt, wenn subjektive und objektive Kontrollierbarkeit maximal sind" (Herkner, 1991, S. 220 f). Durch die Einbeziehung der subjektiven Verhaltenskontrolle als weitere Intentionsursache ermöglicht die Theorie des geplanten Verhaltens eine genauere Vorhersage des Verhaltens als die ursprüngliche Theorie des vernünftigen Handelns. Aufgrund der Berücksichtigung der wahrgenommenen Verhaltenskontrolle ist es auch weniger problematisch, die erweiterte Theorie zur Voraussage und Erklärung von Ergebnissen – im Unterschied zu Verhalten – heranzuziehen. Was beeinflusst die wahrgenommene Verhaltenskontrolle?  Internale Faktoren:  locus of control (Rotter, 1966): internal, external, Kontrollillusion  Fertigkeiten und Fähigkeiten  Handlungs- versus Lageorientierung (Kuhl, 1981)  Zwänge und Gewohnheiten  Externale Faktoren Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 25. 25 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS SOZIALE INTERAKTION UND KOMMUNIKATION (FORGAS) Entstehung von sozialen Beziehungen? Gründe unserer Soziabilität Sozialer Austausch muß positiv verstärkend sein. Verschiedene Theorien der Soziabilität: • Gesellschaft anderer ist lohnend und verstärkend  vermutlich Vermächtnis/Erbe der Evolutionsgeschichte, dass wir andere Leute eher als Quelle positiver denn negativer Erfahrungen sehen. • FESTINGER: brauchen Kriterien zum sozialen Vergleich um ein konsistentes Selbstbild aufzubauen (SB ist ja ein Resultat unserer Interaktionen mit anderen und der Rückmeldung). • THEORIE DES SOZIALEN AUSTAUSCHS: Kooperation ist lohnender und befriedigender als der Versuch es alleine zu schaffen = notwendige Interaktion um Ziele zu erreichen • STREßABBAU bzw. Angstreduktion durch das Zusammensein mit anderen (Menschen, die Angst vor etwas haben oder unter Stress stehen, suchen oft Gesellschaft anderer: EXP. mit Studenten: als Teil eines Experimentes stellte man ihnen Elektroschocks in Aussicht und dann lies sie einige Minuten warten, wobei gefragt wurde, ob die Personen lieber alleine oder in Gesellschaft warten würden: die Mehrheit der „ängstlichen“ Tp wollte in Gesellschaft warten. EXP.ERWEITERUNG: in Gesellschaft der Personen, die an dem gleichen Experiment teilnahmen (sich also in ähnlicher Situation befanden) oder ganz „unbeteiligte“ Personen  lieber doch mit den Teilnehmern: „Geteiltes Leid ist halbes Leid!“). Faktoren für Beziehungsentstehung und –weiterentwicklung (x16) bzw. „Beziehungsgestaltung“ Faktoren, die Entstehung sozialer Beziehungen bewirken/ vertiefen Damit verbunden Selbstwerterhaltungstheorie von TESSER MADERTHANDER: Tendenz zu Kritik an der Person, nicht am Verhalten; Abwehr von Verantwortung bzw. Schuld; Verachtung (Beleidigen, Sarkasmus); Abblocken (Schweigen, Zurückziehen). Frauen: geringe Offenheit, zu wenig Autonomie, Mangel an Verteilungsgerechtigkeit. Männer: zu wenig „Romantik“. FORGAS S.28: Beziehungsentwicklung 1. Kein Kontakt 2. Einseitige Wahrnehmung 3. Oberflächlicher Kontakt 4. Gegenseitigkeit FORGAS S.28-32: Beziehungsweiterentwicklung (Faktoren, die Entstehung soz. Beziehungen bewirken): 1. Körperliche/physische Nähe (mere-exposure) 2. Soziale und demographische Ähnlichkeit 3. Körperliche Attraktivität 4. Einstellungsähnlichkeit (NICHT WIRKSAM: Bei negativen/unsympathischen Eigenschaften bzw. bei Konkurrenz) 5. Komplementarität von Bedürfnissen 6. Kompetenz 7. Selbstwert(gefühl) erhöhende Personen - gemocht 8. Positive Persönlichkeitsmerkmale 9. Gegenseitigkeit (=Reziprozität) 10. Gewinn- und Verlusteffekte in Beziehungen 11. Selbstenthüllung (self-disclosure) Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 26. 26 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Selbstwerterhaltungstheorie von TESSER (HOGG & VAUGHAN S.28) TESSER(1988): Selbst-Evaluations-Aufrechterhaltungs-Modell: Bei zwingenden Vergleichen mit besseren Personen und damit verbunden Schäden des Selbstbewusstseins versucht man,  die Ähnlichkeit mit diesen Personen zu reduzieren und  die Beziehung zu ihnen einzuschränken. Gründe für einen Beziehungsabbruch Hauptgründe für Beziehungsabbrüche in Partnerschaften:  Tendenz zu Kritik an der Person, nicht am Verhalten;  Abwehr von Verantwortung bzw. Schuld;  Verachtung (Beleidigen, Sarkasmus);  Abblocken (Schweigen, Zurückziehen).  Frauen: geringe Offenheit, zu wenig Autonomie, Mangel an Verteilungsgerechtigkeit.  Männer: zu wenig „Romantik“. Einfluss der Stimmung je nach Verarbeitungsweg  Affect-Infusion-Model von FORGAS (x12) S.20 HOGG & VAUGHAN Affect-infusion-model von FORGAS: Kognition wird von Affekten geprägt  soziale Urteile spiegeln die momentane Stimmung wieder. KERNAUSSAGE: affekt-infusion kommt nur dann vor, wenn Menschen Info in einer offenen und konstruktiven Art und Weise verarbeiten. Dies beinhaltet aktives Ausarbeiten von Stimulusdetails und Erinnerungen 4 WEGE DER INFOVERARBEITUNG/URTEILSBILDUNG:  Direkter Zugang: direkter Zugriff auf Schemas bzw. gespeicherte Urteilen im Gedächtnis möglich  Motivierte Verarbeitung: aufgrund von bestimmten Motivationen statt - so wird ein Ziel erreicht/ oder eine Stimmung wieder geregelt  Heuristische Verarbeitung: aufgrund von verschiedenen kognitiven Abkürzungen/Heuristiken  Substantive Verarbeitung: willentliche und vorsichtige Urteilsbildung anhand mehrerer Informationsquellen. Nonverbale Kommunikation? Bei Sachinformationen? Bei Beziehungsinfos? Wann orientieren wir uns was? Bei Sachinformationen – ist verbale Kommunikation besser: wenn Info über die äußere Welt, Handlungsanweisungen zu übermitteln sind. Bei Beziehungsinfos – besser nonverbal, z.B. um Werthaltungen, Einstellungen, Sympathien und andere persönliche Reaktionen zu kommunizieren. Nonverbal drücken wir das aus, was sprachlich schwer zu fassen ist.  Aufzählen von nonverbalen Cues (Nonverbale Kommunikation)? Wie interpretieren wir?  Mimik:  Gestik:  Blick  Langer Blick signalisiert: konzentriertes Interesse  Pupillen verändern ihre Größe mit dem Erregungszustand  Blick auch als ein Zeichen für Aggression, Herausforderung und Dominanz  Blickkontakt:  Übernahme/Übergabe des Rederechts („turn-taking“). Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 27. 27 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Beginn und Ende von Äußerungen sind durch verschiedene Muster des Blickverhaltens  markiert  Ein einziges Augenzwinkern kann andeuten, dass alles verbal Kommuniziertee nicht ernst zu nehmen ist  rändern  Körperhaltung/-orientierung (Proxemik): Vorwärtsneigung des Körpers = Sympathie  Distanz  Berühren und Körperkontakt  Männer und Frauen reagieren unterschiedlich auf Berührungen (Berührung durch Krankenschwester vor der Operation von weiblichen Patientinnen  weniger ängstlich, niedriger Blutdruck, Männer - umgekehrt ).  Berührungen haben rituellen Charakter: sie können Dominanz, Superiorität (Ranghöhere Leute sind weniger „berühbar“), Intimität oder „Besitzrecht“ signalisieren Unmittelbarkeitsreize – zur Kommunikation von Sympathie und Antipathie;  Blickkontakt  Körperorientierung  Vorwärtsneigung des Körpers  Interpersonale Distanze  Berühren Entspanntheitsreize – zur Kommunikation von Status und sozialer Kontrolle;  Seitwärtsneigung des Körpers, Entspanntheit des Torso/Neigunswinkel  Arme gekreuzt/nicht gekreuzt  Entspanntheit der Hände  Beine übereinandergeschlagen/nicht übereinandergeschlagen Aktivitätsreize – zur Kommunikation von Aktivierung;  Ausmaß der Gestik  Bein- und Fußbewegungen  Kopfnicken  Aktivität des Gesichts und Freundlichkeit  Stimmvolumen, Sprechgeschwindigkeit und Intonation Paralingvistische Merkmale?  Stimme: Interpretation  Bei hoher Stimme = nervös  Aussprache:  Akzent (Akzent ist nicht nur ein paralingvistisches Merkmal, sondern kann auch den ethnischen Hintergrund, sozialen Status und Bildungsniveau des Spreches verraten),  Dialekt Vs. Hochsprache (sympathischer)  Schweigen  Konvergenzprinzip – „Anpassung ist sympatisch“  Intonation, Sprachmelodie, Tonfall  Rhythmus, Sprechtempo  Negative Emotionen: langsames Tempo, kleine Tonhöhenvariation  Positive Gefühle: hohes Tempo, große Tonhöhenvariation  Lautstärke  Gesten Wie kann Anpassungen überhaupt stattfinden / Anpassung? z.B. Bei Kompromiss - Konvergenz NONverbal? Kompromissbereit: Lautstärke anpassen, Aussprache: Hochsprache/Dialekt anpassen, Körperhaltung anpassen: Vorlehnen, etc. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 28. 28 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS KOMMUNIKATION Nonverbale Kommunikation: Wichtig oder zählt mehr der verbale Inhalt? (x2) Man kommuniziert aber viel mehr als man mit Worten sagt, interpersonale Kommunikation besteht nur zu einem kleinen Teil aus verbalen Botschaften. Nonverbale Signale: Blick, Lächeln, Nicken, Gestik, Körperhaltung/-orientierung, Tonfall, Distanz. Ohne die Fähigkeit, solche nonverbaeln Botschaften zu senden und zu empafangen, ist erfolgreiche soziale Interaktion unmöglich. Gesichtsausdruck S.129 HOGG & VAUGHAN  Darwin (1872): Glaube an wenige universelle Gesichtsausdrucke → heutige Forschung nach Ekman (1982): 6 Basis-Gesichtsausdrucke (verbunden mit speziellen Muskelkontraktionen): Freude, Uberraschung, Traurigkeit, Angst, Ekel und Wut (Bild S. 594, Hogg)  Kulturell ubergreifendes Verstandnis dieser Basisausdrucke → Begrundung: Phylogenese (→ Stammesentwicklung), durch Untersuchungen (z.B. mit Blinden) wurde These unterstutzt, da diese ohne Vergleich die gleichen Basisgesichtsausdrucke zeigen - insbesondere Freude wird generell erkannt - „Display rules“: kulturelle und situative Regeln, die uns sagen, ob und wie angemessen es ist  Emotionen im gegebenen Kontext auszudrucken (Bsp.: In Japan werden negative Gesichtsausdrucke stark kontrolliert → Menschen zeigen auserlich fast nur positive Emotionen)  Menschen lacheln wesentlich ofter in der Gesellschaft anderer als allein, wobei die Tatsache, ob sie in diesem Moment wirklich frohlich sind weniger bedeutsam ist → Lacheln eher Kommunikationsmittel als ein wahres Zeichen von Freude Semantisches Differential (x5) ( bis 20 Polaritäten) idealerweise 3 Faktoren (welche in der Sozialps? SEMANTISCHES DIFFERENTIAL (klassisch nach OSGOOD): - erlaubt mehrdimensionale Einstellungsmessungen - es wird dabei ein Stimulus vorgelegt (ein Produkt), und dazu eine Liste von Assoziationen, anhand derer das Produkt beurteilt werden soll. Für jede Beschreibungsdimension 2 gegensätzliche Wortpaare angeführt, die in ihrem Bewertungsaspekt differieren: sparsam Vs. verschwenderisch UND geizig Vs. freigiebig. SEMANTISCHES DIFFERENTIAL: ERWEITERUNG NACH PEABODY: sind für jede Beschreibungsdimension 2 gegensätzliche Wortpaare angeführt, die in ihrem Bewertungsaspekt differieren: sparsam vs. verschwenderisch UND geizig vs. freigiebig. Die Beschreibungskomponente errechnet sich aus dem Absolutbetrag der Differenz der Urteile auf beiden Skalen. Die Bewertungskomponente ergibt sich aus der Summe der Urteile aus den 2 Skalen. Grundidee ist Trennung von Bewertungs- / Beschreibungskomponenten (Bewertungsaspekt (affektiv): +/- insgesamt, Beschreibungsaspekt (deskriptiv): konkrete Worte). Jemand kann als „sparsam oder als „geizig“ beschrieben werden, wobei die affektive Bewertungskomponent ändert sich , die kognitive Beschreibungskpomponente bleibt gleich. Semantischer Raum (x 7) Es gibt 3 Dimensionen des Zeichenprozesses zu unterscheiden:  syntaktische Dimension,  semantische Dimension und  pragmatische Dimension: Syntax (Lehre von der Zeichen-Kombinatorik), Semantik (Lehre von der Zeichen-Bedeutung) und Pragmatik (lehre von der Zeichen-Verwendung). Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 29. 29 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Konnotation und Dennotation eines Wortes Denotation steht einerseits für eine neutrale Bedeutung (die Grundbedeutung, d.h. überlagert jede subjektive, emotionale und assoziative Nebenbedeutung) und damit für den inhaltlichen Kern eines Wortes. Gegensatz ist die Konnotation. Konnotation bezeichnet in der Sprachwissenschaft die Nebenbedeutung Wie nennt man die Überführung zw. Oberflächen- und Tiefenstruktur der Sprache? Die Oberflächenstruktur eines Satzes vermittelt seine Form, die Tiefenstruktur seine Bedeutung. Alle Sprachen enthalten Transformationen, die Tiefenstrukturen zu Oberflächenstrukturen transformieren. Diese Transformationen sind Regeln, wie eine Tiefenstruktur in eine Oberflächenstruktur zu überführen sei und umgekehrt. Transformationen sind also Operationen, die auf Elemente der Tiefenstruktur angewendet werden. Diese Transformationen sind die drei Modellbildungsprozesse: Generalisierung ( Verallgemeinerung), Tilgung und Verzerrung. Die Tiefenstruktur ist nun nicht mit der Erfahrung identisch, von der sie abgeleitet ist: um die sprachliche Struktur einer Bedeutung der einmal gemachten Erfahrung zuzuordnen, muß Erfahrung aktualisiert werden. Daher sind bei der Transformation der ursprünglichen Erfahrung zur Tiefenstruktur eines Satzes die gleichen drei Modellbildungsschritte zu beobachten. Phrasenstruktur in der Sprache (x3) Phrasenstruktur ist ein zentrales linguistische Konzept = die hierarchische Zergliederung des Satzes in Einheiten, die Phasen genannt werden.  Kognitionen,  Sprachl. Inhalte,  Bedeutung Phoneme, Morphem, Lexeme, Semiotik (Gliederung), Propositionen, Kasusgrammatik, Konstituenten, Oberflächen- Tiefenstruktur der Sprache, (Merkmale in der Liste eines Polaritätsprofils) (x4) Kommunikationsstrukturen: zentralisiert & dezentralisiert Ergebnisse zu Kommunikationsstrukturen und Leistung Sind Primaten fähig, Sprache zu lernen? 230-280 Wörter CHOMSKY vs SKINNER bei der Sprache Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 30. 30 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Transformationsgrammatik (x2) Transformations-Grammatik, Transformations-Regeln Noam Chomsky hat in den fünfziger und sechziger Jahren die These entwickelt, daß sich die natürlichen Sprachen nicht alleine mit Hilfe kontextfreier Regeln beschreiben lassen, sondern daß darüberhinausgehend kontextspezifische Transformations-Regeln notwendig sind (1973 (1957)). In dieser Theorie wird Sprache hinsichtlich ihrer Tiefen- und ihrer Oberflächen-Struktur unterschieden, wobei die Umformung von der einen zu der anderen Struktur durch Transformations-Regeln beschrieben wird. (Dieser Prozeß wird Ableitung genannt). (Bandler und Grinder 1996 (1975), 19). Die Transformations-Grammatik von Chomsky bildet die theoretische Basis für das Meta-Modell und das Milton-Modell (als inverses Meta-Modell). Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 31. 31 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS ATTRIBUTION UND URSACHENZUSCHREIBUNG (FORGAS - KAP 5, HOGG – KAP 3)  verschiedene Attributionstheorien (x8)  Naive Handlungsanalyse von FRITZ HEIDER (Menschen als „naive Wissenschaftler“ verbinden das beobachtbare Verhalten mit nicht beobachtbaren Ursachen)  Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen von JONES & DAVIS (Nur wenn die ausgeführte Handlung im Vergleich zu den Alternativhandlungen möglichst wenige Effekte aufweist, und diese spezifisch (d.h. nicht bei den Alternativhandlungen auftreten) und sozial unerwünscht sind, kann von der Handlung auf die Intention und von ihr auf die Disposition geschlossen werden).  Attributionstheorie von KELLEY (Verhalten wird attribuiert: 1. DISTINKTHEIT, 2. KONSENSUS, 3. KONSISTENZ)  Fehlattribution physiologischer Erregung von SCHACHTER & SINGER ()  Attributionstheorie von WEINER () S.1 MADERTHANER: Das Verhalten von Personen kann eher als situativ (durch Umweltbedingungen) oder eher als dispositionell (durch Personeneigenschaften) bedingt angesehen werden. S.9 in FORGASAttributionstheorie: es handelt sich um eine Vielzahl von Ideen, Regeln und Hypothesen, die alle eine Erklärung versuchen, wie wir zu Schlüssen über die Ursachen eigenen und fremden Verhaltens gelangen. „Warum verhalten sich Menschen auf eine bestimmte Art und Weise? 2 Grundfragen: - Was hat ursächlich zu der Handlung geführt ? – kausale Ursprünge einer Handlung - Was bezweckt der Handelnde mit seinem Verhalten? - Intentionalität der Handlung S.22 in HOGG & VAUGHAN: Attribution = Alltägliche Ursachenerklärung Attributionstheorien beruhen auf der Annahme, dass Menschen ein Bedürfnis haben, kausale Erklärungen für das zu finden, was um sie herum und mit ihnen selbst passiert. Er will sich Situationen erklären können, um Kontrolle (über die Umwelt) zu erlangen und um somit eine gewisse Sicherheit zu haben. Denn wer ein kausales Verständnis von Vorgängen und Vorfällen besitzt, kann künftige Entwicklungen besser antizipieren und kontrollieren. Attributionstheorien haben für die Sozialpsychologie eine zentrale Bedeutung, da sie die Beschreibung, Erklärung und Vorhersage von Verhalten und Erleben im sozialen Kontext behandelt.  Attributionstheorie von FRITZ HEIDER S.22 in HOGG & VAUGHAN: Naive Handlungsanalyse von Fritz Heider (1958) S.9 in FORGAS Theorie: Menschen versuchen widersprüchliche Ansichten zu ändern, sodass Harmonie entsteht; das Resultat heißt Konsistenz [Gegenteil von Dissonanz]) Heiders Logik von Attribution: Um an sozialer Interaktion erfolgreich teilnehmen zu können, müssen wir unsere soziale Umwelt auf effektive Weise verstehen, vorhersagen und kontrollieren können. Laut Heider (1958) gehen wir davon aus, daß Verhalten verursacht wird und suchen die Verursachungsquelle entweder in der Person (interne/dispositionale/durch pers.Faktoren bedingte Attrribution) oder in der Umwelt (extrene/situationale/umweltwedingte Attrribution) Wichtig dabei, ob auf innere oder äußere Ursachen geschlossen wird ist die Handlungserklärung, also ob der äußere Druck bzw. Autonomie der Entscheidung vorhanden waren. Es gibt innere und äußere Einflüsse - auf innere Ursachen wird man nur dann schließen können, wenn sich keinerlei äußerer Druck als Handlungserklärung anbietet. Im Umkehrschluß, läßt eine Handlung gegen äußere Widerstände eine innere Ursache vermuten.  Attributionsmodell von WEINER (x4) S.25 NUR in HOGG & VAUGHAN Attributionsprozesse für Emotionen wichtig, aber psysiologische Erregung (arousal) hat keine Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 32. 32 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Bedeutung. Bei emotionalen Episoden handelt es sich um sequentielle Prozesse: 1. Valenz – Ereignis hinsichtlich seiner Konsequenzen als positiv/negativ bewertet 2. Ursachenattribution – Ursache gesucht nach folgenden Kriterien:  Lokus der Verursachung: internal/external  Stabilität: stabil/variabel  Kontrollierbarkeit: selbst-/fremd-kontrolliert Vor allem anwendbar wenn es um die Ursachen und Konsequenzen betreffend Erfolg/Misserfolg geht: e.g. Schultest  Attributionstheorie von KELLEY (x4) – Attributionsprozesse S.1 in MADERTHANER S.3 + S.9 in FORGAS (Multidimensionale Attributionsmodell von KELLY) S.23-24 in HOGG & VAUGHAN Berücksichtigt 3 Dimensionen : 1. Situation (Kontext) des Verhaltens 2. Ziel/Objekt der Handlung 3. der Akteur, der die Handlung ausführt Jede Handlung läßt sich einer der 3 Dimensionen Situation, Ziel oder Akteur attributieren. Der zentrale Grundgedanke in Kelleys System ist der der Kovariation: Wir attributieren Kausalität wenn Ursachen und Wirkungen gleichzeitig auftreten und auch gleichzeitig wieder verschwinden. - Konsistenz: Als erstes möchte der Beobachter wissen ob das Verhalten über eine gewisse Zeit und über verschiedene Situationen konsistent ist (Maria lacht IMMER über den Komiker). Bei geringer Konsistenz  Zufall, keine äußere oder innere Attribution. - Distinktheit: Als zweites muß der Beobachter in Erfahrung bringen, ob die Handlung distinktiv ist (Maria hat sonst über NIEMANDEN gelacht). Geschieht ein beobachtetes Verhalten einzig in Reaktion auf diese besondere Person, diesen besonderen Reiz, bzw. diese besondere Situation führt dies zu einer äußeren situationsgebundenen Attribution. - Konsens: Drittens möchte der Beobachter wissen, wie andere auf denselben Reiz reagieren, also wie hoch der Konsens im beobachteten Verhalten ist (Alle anderen haben auch über den Komiker gelacht)  Hoher Konsens (alle anderen reagieren genauso)  Attribution zum Reiz. Grundannahmen von Attributionsmodellen: (a) Attribution ist ein rationaler, logischer und somit vorhersagbarer Prozeß, in dessen Verlauf (b) (b) der Wahrnehmende zur Erklärung einer Handlung zunächst deren Hauptursachen identifizieren muß. PROBLEM: irrationale, motivationsbedingte Verzerrungen, unsere Unfähigkeit, mit der zur Verfügung stehenden Information effektiv umzugehen.  Bsp: KONSENSUS, DISTINKTHEIT, KONSISTENZ Bei Ursachenzuschreibung: Konsistenz-Information: Häufiges Auftreten des Ereignisses im Zeitablauf (der Verkäufer war immer schon kompetent). BSP. aus FORGAS: Maria lacht IMMER über den Komiker. Distinktheits-Information: Auftreten nur bei bestimmten Ereignissen (der Verkäufer ist nur bei bestimmten Fragestellungen kompetent); BSP.: Maria hat sonst über niemanden gelacht Konsensus-Information: viele Personen verhalten sich auf die gleiche Weise (alle Kundenberater dieser Bank sind kompetent); BSP.: Alle anderen haben auch über den Komiker gelacht  Hoher Konsens (alle anderen reagieren genauso)  Attribution zum Reiz.  Was sagt Ihnen die Attributionstheorie von JONES & DAVIS (x2) Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 33. 33 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS (Wahlfreiheit/Personenwahrnehmung: Wie kann man von Verhalten auf die Einstellung schließen? Wahlfreiheit- F. Castro) (x5) S.9 in FORGAS (Inferenztheorie von JONES und DAVIS) Wie erkennen wir Motivation einer Handlung/Entscheidung? Nach JONES und DAVIS: wir müssen uns rückwärts orientieren und uns fragen, welcher der Effekte der Handlung der intendiert war. Am einfachsten Disposition zu attribuieren: Handlungen, die sozial unerwüscht, wenige Effekte zeigen die sich wiederum direkt auf die Handlung zurückführen, z.B. wenn sich ein Verhalten über äußeren Druck und gelegentlich auch über eigene Interessen hinwegsetzt. EXP.: Die Probanten beobachten ein Bewerbungsgespräch in der entweder eine introvertierte oder extrovertierte Persönlichkeit für die Stelle gefordert wurde. Stand das Verhalten der Bewerber im Einklang mit den Stellenanforderungen, erhielten die Bewerber Beurteilungen ihrer Intro- /Extrovertiertheit die sich im neutralen Bereich der Beurteilungsskala befanden. Stand das Verhalten dagegen im Widerspruch zu der Stellenanforderung, schlossen die Beobachter auf genuine persönliche Eigenschaften. @ Wahlfreiheit & F. Castro S.10 in FORGAS: Verzerrung zugunsten innerer Attribution: Attributionsurteile offenbaren eine starke Tendenz, innere Verursachung selbst dann anzunehmen, wenn Umweltfaktoren offensichtlich dominieren. BSP.: Internale Attribution bei nicht freier Themenwahl von einem Aufsatz über Fidel Castro und Cuba. S.22 in HOGG & VAUGHAN: (Theorie der korrespondierenden Schlussfolgerungen)  Fundamentaler Attributionsfehler (x9) S.26 in HOGG & VAUGHAN S.9 in FORGAS: Fundamentaler Attributionsfehler – im Alltagsdenken wird oft davon ausgegangen, dass menschliches Verhalten hauptsächlich von Einstellungen, Werthaltungen oder Willensakten determiniert sei, wobei der Einfluss der physischen oder sozialen Situation vernachlässigt wird (Begabung – Erklärung für gute Leistung, hohes ethisches Niveau – Erklärung für selbstlose Hilfeleistungen, etc.). GRÜNDE:  Selektive Aufmerksamkeit  Mangelnde Info zur Distinktion und Konsistenz  Kulturelle und Enwicklungsfaktoren  Beobachter-Akteur-Effekt / actor-observer bias S.1 in MADERTHANER: Akteur-Beobachter-Verzerrung: Personen, die aktiv in einen sozialen Prozess (Diskussion) eingebunden sind, erklären ihr eigenes Verhalten eher durch Situationseinflüsse, wobei Beobachter den gleichen Prozess durch Dispositionseinflüsse (Persönlichkeit, Einstellung) erklären. S.10 in FORGAS S.26 in HOGG & VAUGHAN (Beobachter-Akteur-Effekt = „actor-observer bias“ von Jones & Nisbett) ERKLÄRUNG:  Info-Unterschiede zw. Handelndem/Beobachter (Inhalte + Bedeutung)  Motivation-Unterschiede (Kontroll-, Selbstwertdienlichkeit der Attribution bei Handelndem)  Arten (4) an Attributionsmöglichkeiten aufzählen (x2)  Lokus der Verursachung: internal/external von WEINER  Stabilität: stabil/variabel von WEINER  Kontrollierbarkeit: selbst-/fremd-kontrolliert von WEINER zusätzlich  external/internal von HEIDER Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 34. 34 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  Sach- / Personenattribution nach KELLEY  Was kann man tun, damit es zu einer Sachattribution kommt? Sachattribution - Zurückführen von Folgen auf Merkmale eines Sachverhaltes (z.B. „sachlich begründetes“ Feedback) Personenattribution – Zurückführen von Folgen auf die Eigenschaften der kritisierenden Person [z.B. sehr hohes Anspurchsniveau]. Sachlich attribuiert wenn:  wiederholt [Konsistenz],  von verschiedenen Personen [Konsensus]  möglichst spezifisch [Distinktheit] geäußert wird. Es wird „persönlichkeitsbezogen attribuiert“ wenn das Verhalten:  nicht konsistent, also „ab und zu“ [Konsistenz niedrig],  manchmal von einer, manchmal von verschiedenen Personen [Konsensus niedrig]  wenig spezifisch [nicht distinkt] geäußert wird.  Beschreiben Sie den falschen Konsensuseffekt (x3) Der falsche Konsensus-Effekt - das eigene Verhalten und die eigene Einstellung wird als typisch und als weit verbreitet angesehn. Exp. „Eat at Joes“ FORGAS: S.11: Verzerrung durch falschen Konsens: Wir neigen zu der Annahme, daß unsere Einstellungen, Werte oder Verhaltensweisen im großen und ganzen von anderen geteilt werden. Erklärung: wir sehen uns gerne als „normale Menschen“. EXP.: Studentische Tp gefragt, ob Sie bereit seien, mit dem Schild "Eßt bei Joe!" über den Campus zu stiefeln. Dann sollten Sie angeben welcher Anteil der Studenten ihrer Meinung nach dieselbe Entscheidung treffen würde?  62 % (bei denjenigen die den Reklamemarsch ablehnten, glaubten 67 % der Probanten würden ihre Entscheidung teilen).  Implizite Persönlichkeitstheorien (x13) + zentrale & periphere Merkmale (Experiment) - Bewertung (x5) MADERTHANER: Implizite Persönlichkeitstheorien – subjektive Annahmen über das gemeinsame Vorkommen von Personeneigenschaften; dadurch werden z.B. die Assoziationsnähe zw. Personenmerkmalen erklärt (z.B. die Erwartung eines gemeinsamen Auftretens von „herzlich“, „glücklich“ und „gutmütig“, siehe Halo-Effekt). FORGAS: KAPITEL 3 AB S.5: HOGG & VAUGHAN S.9-10  Psysisches Erscheinungsbild  Stereotypen  Soziale Urteilsfähigkeit  Halo-Effekt (x7) Halo-Effekt – Tendenz vom Vorliegen positiver Eigenschaften auf weiter positive Eigenschaften zu schlißen. FORGAS: S.7, 29  Psyhisches Erscheinungsbild  Was versteht man unter Self-Handicapping (x3)? Was könnte das heißen bezüglich Diplomprüfung?  Welche Art von Attribution wird dadurch befördert? Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 35. 35 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS FORGAS: S.12 Welche Art von Attribution wird dadurch begünstigt?  Lokus der Verursachung: external  Stabilität: variabel  Kontrollierbarkeit: fremd-kontrolliert  Welche Auswirkungen hat Ursachenzuschreibung? Halo-Effekt Kategorisierung  Prototypisierung  Stereotypisierung [FORGAS: S.5-6:] Attributionsmuster in engen Beziehungen: FUNKTIONEN von Attributionen: Erklären, Rechtfertigen oder Entschuldigen für Verhalten, Schuldzuweisungen  bei schlechter Beziehungsqualität:  negatives Partnerverhalten als absichtlich / böswillig attribuiert  positives Partnerverhalten - als egoistisch  bei guter Beziehungsqualität:  negatives Verhalten des Partners - als extern, unstabil und unkontrolliert  positives Verhalten - als intern, stabil und kontrolliert Attributionen in unterschiedlichen Phasen von engen Beziehungen: 1. Bildung: Attribution vereinfachen Kommunikation 2. Erhaltung: Attribution werden weniger, stabile Bindung 3. Auflösung: Anstieg von Attributionen, um Ursachen zu erklären Attributionen in Gruppen: Verhalten von „in-group“ Mitgliedern ist ähnlich attribuiert wie in guten Beziehungen (um Selbstwert aufrechtzuerhalten) Soziale Attributionen: um Armut, Reichtumm und Arbeitslosigkeit zu erklären.  FORGAS S.11 VORSICHT: kultur-abhängige Attributionen  Selbstkontrolle - Locus of control (Attributionsstile von ROTTER) Selbstkontrolle/Locus of control - bezieht sich auf das Ausmaß, mit dem ein Subjekt glaubt, dass das Auftreten eines Ereignisses abhängig vom eigenen Verhalten ist: "internale vs. externale Kontrollüberzeugung. Internale KÜ korreliert mit geringem Stresserleben und geringerer Mortalität.  internale - das Gefühl großer Kontrolle  externale - das Gefühl geringer Kontrolle Exp. „Wer davon ausgeht, dass eine bestimmte Tür defekt ist, wird sie nicht benutzen, selbst wenn der Hausmeister schon lange das Schloss ausgetauscht hat“. Ein typischer Gedanke, der eine nicht vorhandene Kontrollüberzeugung thematisiert, wäre: "Das bringt nichts. Das ist sinnlos. Da kann man nichts machen."  Erlernte Hilflosigkeit von SELIGMAN Es gibt eine Korrelation zw. Attributionsstil, dem Paradigma der erlernten Hilflosigkeit und klinischer Depression Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 36. 36 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS SELBSTWAHRNEHMUNG+ SELBSTATTRIBUTION (FORGAS – KAPITEL 6) Selbstattribution? Selbstattribution: Erklärung eigenes Verhaltens: Vermutlich erschließen wir unsere eigenen Einstellungen, Annahmen und Intentionen nach denselben Prinzipien, die uns auch bei der Beurteilung anderer hilfreich sind und haben nicht die priverligierte Kontrolle über darüber, was in unserem Kopf vorgeht. FORGAS: S.12 Selbstwahrnehmungstheorie von BEM (x5) Wann kann ich von Verhalten auf Einstellung schließen? Was ist der wichtigste Faktor. Was ist noch wenig aussagekräftig. FORGAS: S.12 + HOGG: S.31  Unser Verhalten ist Ursache unserer Einstellungen!  „Wir können unser Selbst durch selbstattributionen erforschen, indem wir unsere Einstellungen auf unserem Verhalten erschliessen.“ Also Selbstattributionen sind nicht anders als Fremdattributionen (also wenn wir das Verhalten anderer beobachten und die Ursachen attribuieren: Bsp.: Ich weiss, dass ich Curry mag, weil ich ihn aus eigener Initiative (freiwillig) esse und nicht alle Menschen mögen und essen Curry.  Das äußere beobachtbare Verhalten ist wichtiger und der innere Zustand kann daraus sekundär erschlossen weren. wichtigste Faktor -> Freiwilligkeit wenig aussagekräftig -> positive Konsequenzen Selbstwahrnehmung? Effekte / Konsequenzen? In welchen Situationen nehmen wir uns intensiver wahr? Effekte von Selbstwahrnehmung:  Beeinflussung, z.B. bei Interviews, z.B. durch zielgerichtete Fragen, wi den Interviewten entweder als eher extrovertiert oder als eher invtrovertiert darstellen. Konsequenzen von Selbstwahrnehmung:  weniger beeinflussbar, halten uns eher an soz.Regeln und Normen,  unsere Interaktionen werden kontrollierter und „strategischer“. Situationen, wo wir uns intensiver wahrnehmen:  Spiegel, Kamera, das Vorspielen der eigenen Stimme...  Selbstwahrnehmung wird AKTIV bei Unsicherheit Wann schließen wir von Selbstwahrnehmungen auf bestimmte Interpretationen? Bei objektiver Selbstaufmerksamkeit? Objektive Selbstwahrnehmungstheorie (x7) bzw. Theorie der objektiven Selbstaufmerksamkeit (x6). Zustand der objektiven Selbstaufmerksamkeit - was ist das und wozu führt er? FORGAS: S.12 & 20 Akteur als Beobachter: Objektive Selbstaufmerksamkeit: Gewöhnlich nehmen wir uns selbst nur subjektiv wahr. Um einen Zustand der objektiven Selbstaufmerksamkeit herbeizurufen, reicht es aber Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 37. 37 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS gewöhnlich schon, wenn wir in einen Spiegel schauen oder bemerken, daß wir fotografiert oder von anderen beobachtet werden - hat mit dem Aufmerksamkeitsfokus der attributierenden Person zu tun. Objektiv selbstaufmerksame Menschen beurteilen dann ihr eigens Verhalten ähnlich, wie sie es normalerweise als außenstehender Beobachter tun. „Akteur als Beobachter“-Zustand veranlasst uns auf eigene Einstellungen zu konzentrieren - wir sind weniger beeinflussbar. Bei einer Diskrepanz zw. Verhalten/Standards oder Einstellungen entsteht ein Motiv für eine Diskrepanzreduktion mittels: Verhaltensänderung oder Defensivreaktion (Leugnen, ... ) – siehe kogn.Dissonanz. Fehlerattribution bei Selbstwahrnehmung? - Selbstwahrnehmung kann verzerrt sein,.. z.B.  Exp. Sie bekommen Fedback über - Bilder vorgelegt, um zu schätzen, wie attraktiv sind die Personen. In Kopfhörern hört man „eigenen“ Herzschlag. So kann man auf „eigene“ Erregung zurückschließen . Nachher wurden die Tp gebeten, ihre präferenzen von Frauen auf den Bildern anzugeben, wurden sie von falschen Herzschlag Aufnahmen verleitet und beurteilten die Frauen besser, wo der Hezschllag dichter war. Die Tp haben die fehlerhafte Erregung als eigene Erregung attribuiert und fehlerhaft auf ihre reale Präferenzen daraus geschlossen. Das Experiment von TICE (1992) – Erklären, wie das Verhalten in der Öffentlichkeit die Selbstbeurteilung beeinflusst Die Experimente von Tice (1992) zeigen, das looking- glas self (man betrachtet sich selbst, wie man denkt dass andere einen sehen) wirkt für die eigene Selbsteinschätzung als ein Art "Vergrößerungsglas": Ein Verhalten (z.B: die Markenwahl), das für andere sichtbar ist, verändert die Selbsteinschätzung stärker als ein rein privates Verhalten. Dadurch kann die öffentliche Auffälligkeit eines Produkts die eigentlich private Selbstergänzung verstärken. Experimente zeigen, daß die Öffentlichkeit eines Verhaltens vor allem bei starken Selbstüberwachern zu einer größeren Wirkung auf die Selbsteinschätzung führen. Gerade starke Selbstüberwacher bemühen sich darum, sich selbst auch durch die Augen der anderen zu sehen. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 38. 38 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS MACHT UND GEHORSAM (FORGAS – KAPITEL 14) Was beeinflusst Gehorsam? Moderatoren von Gehorsam/Gehorsam-mildernde/steigernde Faktoren (x3) Welche objektiven Bedingungen führen dazu dass jemand nicht gehorsam ist? was hebt, was senkt den Gehorsam? S.39 FORGAS S.48 HOGG (sehr genau beschrieben, mit Aufbau des Experiments, etc.) Gehorsam impliziert, daß wir unsere individuelle Handlugnsfreiheit aufgeben und fremde Instruktionen als kontrollierrende Kraft unseres Verhaltens akzeptieren. Situative und soziale Bedingungen haben oft stärkeren Einfluss auf Gehorsam als Einstellungen und Werthaltungen. Gehorsam-mildernd:  Nähe zum Opfer,  ein geringer Status der Autoritätspersonen sowie  die Anwesenheit von nicht konformen Versuchs-/Autoritäts-personen Gehorsam-steigernd:  Anonymität und  (vermutete) Unsichtbarkeit von Kontrolle Experimente zum Thema Gehorsam (x3)  Milgram-Experimente – die klassischen, als „Lernexperiment“ getarnte Untersuchungen  Modifikationen, wo „Lehrer“ selber die Strafe bestimmen konnten mit Komplizen des Versuchsleiters  Modifikation, wo Anweisungen über Gegensprechanlage gegeben wurden  Modifikation, wo mehrere Versuchsleiter gab, mit unterschiedlichem Status und die dazu noch nicht einig  Modifikation, wo „Lehrer“ unterschiedliche Nähe zu „Schülern“ hatten  Frauen zeigen ungefähr den selben Grad an Gehorsam  Interkulturelle Unterschiede (siehe unten) Gehorsam – MIGRAM-Experiment erklären (x7) (Genauere Frage: Wieviel % haben weitergemacht? Gibt es interkulturelle Übereinstimmungen? weiterführende Fragen; ziemlich detailliert S.24 CIALDINI S.39-40 FORGAS  über 65% gingen bis zum letzten (450 Volt) Stromschlag  per Gegensprechanlage hatten „nur“ 45% gehorcht (Nähe des Versuchsleiters)  nur 20% zogen mit bis 450 Volt - In MODIFIKATION mit der Möglichkeit eigenständig die jeweils angemessene Stromstärke selbst vorzuschlagen (man könnte einfach immer beim Minimum von 15 Volt bleiben), wobei zwei „Teilnehmer“ waren Komplizen des Versuchsleiters und empfahlen immer größere Stromstärken. Fast 70% fügten sich dem Gruppendruck und verabreichten jedoch Stromstöße von 150 Volt,  weniger „seriose“ Studie (im heruntergekommenen Büro: 48%) Unterkulturelle Studien zeigen, dass es interkult.Unterschiede in Bezug auf Gehorsam gibt: - ESP, NL – 90% - ITA, AUT, DE – 80% - AUS – 40% bei Männern und 16% - bei Frauen Gerechtigkeitsforschung Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 39. 39 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  Equity-Theorie von ADAMS: das Verhältnis des geleisteten Inputs und der erhaltenen Outputs relativ an einem sozialen Bezug orientiert, z.B. Entlohnung und Arbeitsleistung am Einkommen einer Referenzperson. [Verteilungsgerechtigkeit].  Alle Individuen versuchen das Verhältnis von Ertrag/Nutzen (Output/Input) zu maximieren.  Die Individuen einer Gruppe gehen davon aus, dass sie durch Kooperation den Gesamtnutzen steigern können.  Equity wird erreicht durch Proportionalität  Innerhalb von Gruppen werden allgemein akzeptierte Regeln zur Verteilung entwickelt und diejenigen belohnt, die den Regeln entsprechen (Abweichler werden sanktioniert).  Fühlen sich Personen innerhalb von Gruppen ungerecht behandelt, erzeugt dies Unbehagen („Je größer die vorhandene Unausgewogenheit ist, desto größeres Unbehagen und desto mehr werden sie sich bemühen, einen Zustand der „equity“ wiederherzustellen.“  Die Hypothese der "gerechten Welt": ERKLÄRUNG: selbstwertdienliche Verzerrungen widerspiegeln den Wunsch nach einer gerechter Welt, in der jeder bekommt was er verdient, z.B. Opfer eines Raubüberfalls werden manchmal „mitverantwortlich“ gemacht - die Opfer für schuldig zu erklären ist unser Versuch den Glauben an die Kontrollierbarkeit von Ereignissen zu erhalten.  Verfahrensgerechtigkeit von LEVENTHAL: wahrgenommene Gerechtigkeit wird nicht nur durch die Verteilung als solche, sondern auch durch das Verteilungsverfahren bestimmt. LEVENTHAL hat 6 Regeln zur prozeduralen Fairness aufgestellt: 1. Konsistenz: Zuteilungen müssen über die Zeit und über Mitarbeiter hinweg konsistent sein 2. Unvoreingenommenheit: Verfahren sollten nicht durch das persönliche Eigeninteresse des Anwenders beeinflusst sein 3. Genauigkeit: Relevante Infoquellen müssen ausgeschöpft werden 4. Korrekturmöglichkeit: für alle Betroffenen müssen Berufungs- und Einspruchsrecht gelten 5. Repräsentativität: Interessen aller Beteiligten sollen berücksichtigt werden 6. Ethische Rechtfertigung: das Verfahren soll moralischen Standards entsprechen Machiavellismus-Skala? Machiavellismus (wiki) - politisch-ideologische Auffassungen, Zielsetzungen und theoretische Konzeptionen von Herrschern und nach Herrschaft Strebenden Thema „Eindruckssteuerer“ (in Forgas, 1999). Eindruckssteuerer haben eine gute Vorstellung davon, was von ihnen erwartet wird wissen wie Urteile zustande kommen und haben ein gutes Gespür dafür, was die jeweilige soziale Situation von ihnen verlangt. Skala von CHIRSTIE & GEIS, die zw. guten und schlechten Eindruckssteuerern unterschieden soll. Eine große Studie zeigte, daß männliche Mittelschichtsangehörige die im Management arbeiteten oder unmittelbar im Beruf mit Menschen zu tun hatten auf dieser Skala höhere Werte erreichten als andere. Es gab jedoch KEINEN Zusammenhang zw. Machiavellismus (rücksichtslose Machtpolitik) und Intelligenz, Schulbildung oder politischer Überzeugung. Was versteht man in der Sozialpsychologie unter Machiavellismus? (x2) Auf welche Weise gehen Machiavellisten vor? Ein Experiment? Mit Kindern/Keksen? DIE ERFOLGREICHEN MACHIAVELLISTEN KENNZECHNEN SICH DURCH gute Überzeugungskraft, kühle, intellektuelle Distanz zur Situation und fehlendes emotionales Engagement, bereit zu unredlichen Taktiken wie Lüge und Betrug falls sie die Ergolgschancen hoch und die Wahrscheinlichkeit entlarvt zu werden, gering einschätzen; manipulatives Geschick (aufgrund von Machiavellismus-Skala für Kinder, wobei Zehnjährige sollten andere Kinder überreden, ein bitter schmeckendes Pätzchen zu essen): mit hohen Machiavellismus-Werten: 6,46 Vs. 2,79 mit niedrigen; machiavellistische Kinder schienen dabei ehrlicher, effektiver, argloser und angenehmer. MACHIAVELLISMUS-EXPERIMENTEN: 10 Dollar unter sich aufzuteilen; eine Frau zur Party zu gehen überreden; jemanden ablenken, der sich gerade einem Test unterzog. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 40. 40 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS AGGRESSION  Aggressionsentstehung (x2) - Was führt dazu? HOGG & VAUGHAN: Kapitel 12 (S.90) Aggression - Verhalten, bei dem absichtlich jemand anderem Schaden zugefügt wird. Interessanterweise Gewalt  assoziiert mit hoher Selbstachtung; wenn „rosige Selbstbilder“ der Individuen mit hoher Selbstachtung bedroht werden. Meist sind die Opfer von Aggression - Menschen, die schwach sind oder in irgendeiner Art und Weise benachteiligt sind (z.B. Kinder, ältere Menschen, Kranke, Ausländer). WAS FÜHRT ZUR AGGRESSION?  Lerneffekte:  Lernen am Modell (durch Beobachtung und Imitation, nach BANDURA)  Lernen durch direkte Erfahrung (SKINNERS operante Konditionieren)  Umweltbedingungen –  Individuelle Unterschiede:  Persönlichkeit (Risikofaktoren: ↓ Selbstwertgefuhl, ↓ Frustrationstoleranz, Narzissmus, „Typ A Personlichkeit“: Drang nach Zeitdruck, Konkurrenzkampf und Feindseligkeit)  Hormone (Testosteron-Spiegel, aber: nur 2% aller aggressven Verhalten auf T-Spiegel zurückzuführen)  Geschlecht (die Zahl der Verurteilungen ist bei Frauen mehr gestiegen als bei den Männern, trotzdem kommt Kriminalität bei Männern häufiger vor)  Sozialisation (die personlichen Erfahrungen: von der fruhen Kindheit an werden Jungs mehr ermutigt sich aggressiv zu verhalten als Madchen  Kultur (Werte und kulturelle Normen, z.B. gibt es Kulturen, die einen Angriff gegen eine Person als Angriff auf die ganze Familie sehen; Subkultur der Gewalt wie etwa Mafia)  Alter – aggressive Kinder tendieren auch als Erwachsene zur Aggression  Frustration (entscheidend, ob zur Aggression führt: Intensitat des Frustrations-Ereignisses und wie legitim, angemessen oder unvermeidbar das Ereignis ist) – Katharsis Hypothese ist falsch, also es stimmt nicht, dass Aggression durch das zuschauen von gewaltsamen Sportarten verringert werden konnte, im Gegenteil: Aggression wird erhoht.  Direkte Provokation - Studien haben gezeigt, dass verbale und körperliche Provokation zu Aggression führen kann, auch wenn die Provokation völlig schwach ist  Alkohol - die Enthemmungshypothese besagt, dass Alkohol zu einer erhohten Aktivierung von Gehirnregionen fuhren kann, die fur Impulshandlungen zustandig sind und dagegen die soziale Kontrolle hemmen. Menschen die mehr trinken, sind auch aggressiver, aber Menschen, die nicht trinken sind auch manchmal aggressiv.  Enthemmung - der Drang sich sozial, gesetzmäßig oder moralisch zu verhalten wird hier gehemmt  Deindividuation und Dehumanisierung – siehe oben  Soziale Benachteiligung - kann manchmal Aggression erzeugen, dabei kommt es auf das Ausmaß an relativer Deprivation  Vandalismus, Dienstahl.  Physikalische Umwelt - z.B. „harmlose“ Bedingungen wie das Wetter, z.B. zu kaltes oder zu nasses Wetter ruft eher negative Empfindungen hervor und Fremden gegenüber werden weniger Sympathien entgegengebracht. Unangenehme Wetterlagen wie Hitze (Höhepunkt: 27 bis 32 C°, wenn höher, dann ist die Hitze sogar für Gewalttaten zu unangenehmn) erregen die Aggression.  Interaktionismus: Aggression ist nie das Ergebnis einer einzigen Ursache, Personlichkeits-, soziale-, situationsbezogene- und kulturelle Faktoren mussen miteinbezogen werden  Massenmedien – siehe BANDURAs „Lernen durch Beobachtung“ + Neo-Assoziationsanalyse: Gewaltbilder, die einem Publikum präsentiert werden, können in die Realität umgesetzt werden, umgekehrt können Bilder, bei denen anderen Menschen geholfen wird, andere dazu bringen sich sozial zu verhalten. Wenn wir einen Gedanken haben, kann es zum sog. Priming (das Abrufen von Kategorien oder Schemata, die wir schon im Gedächtnis gespeichert haben) kommen.  Soziale Ansteckung - Emotionen, Aggression und Gewalt von einer Menge (ähnlich wie eine Krankheit) kann Besitz ergreifen. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 41. 41 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  Stress und finanzielle Schwierigkeiten, Arbeitslosigkeit und Krankheit erhöhen die Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten in intimen Beziehungen ERKLÄRUNGSMODELLE von Aggression werden unterteilt in biologische und soziale Erklärungsmodelle.  Biologische Erklärungsmodelle: Aggression ist ein angeborener Drang oder Impuls der genetisch ubertragen wird (Instinkt)  Psychodynamische Theorie von FREUD (1930) - menschliche Aggression ist zurückzuführen auf einen angeborenen „Todesinstinkt“ (Thanatos), welcher auf Selbstzerstörung gerichtet ist und im Gegensatz zu einem Lebensinstinkt“ (Eros) steht.  Ethologische Theorie von LORENZ das Potential fur Aggression angeboren sein mag, allerdings sind spezielle Stimuli aus der Umwelt in diesem Moment als Ausloser beteiligt sind. Dient der Nahrungserhaltung oder Paarungsverhalten.  Evolutionäre Sozialpsychologie – 1) die Basis für Aggression ist angeboren; 2) jedes soziale Verhalten hat eine biologische Basis; 3) komplexes soziales Verhalten wie Aggression dient dazu das Individuum, das Rudel sowie die ganze Art vom aussterben zu bewahren  Soziale Erklärungsmodelle:  Frustration  Frustration-Aggressions-Hypothese von DULLARD: jede Frustration zu Aggression führt und jede Aggression ein Resultat aus vorhergehender Frustration  „Das Auftreten von aggressivem Verhalten bedingt immer die Existenz von Frustration und andersherum, die Existenz von Frustration führt immer zu einer Form von Aggression“ (Frustration  Aktivierung psychischer Energie)  Erklärung von Intergroup Aggression. BANDURA kritisiert und sagt, Frustration sei nicht unbedingt notwendig, wichtiger sind situationsbedingte Hinweise zur Aggression und das subj.Gefühl frustriert zu sein.  Erregungs-Transfer-Modell von ZILLMANN - der Ausdruck von Aggression ist eine Funktion von gelerntem Verhalten, Erregung durch einen anderen Ursprung und der Interpretation des eigenen Erregungszustandes. Erhöhte Erregung einer Person kann dazu führen, dass sie aggressiver in einer ituation reagiert als sie normalerweise würde.  Soziale Lerntheorie von BANDURA - menschliches soziales Verhalten kann anhand geeigneter Modelle gelernt werden. BSP.: Kinder können lernen sich aggressiv zu verhalten, indem sie Videospiele spielen, bei denen heldenhafte Charaktere für Aggression belohnt werden  Lernen durch direkte Erfahrung (basiert auf SKINNERs Prinzip des operanten Konditionierens): best. Verhalten erzeugen/unterdrücken durch Belohnung/Strafe.  Lernen durch Beobachtung von anderen bzw. Imitation: abhöngig von  den Bisherigen Erfahrungen von aggressivem Verhalten  dem bisherigem Erfolg von aggressivem Verhalten  der momentanen Wahrscheinlichkeit für Belohnung oder Bestrafung von Aggression  der komplexen Anordnung von kognitiven, sozialen und Umweltfaktoren in der Situation EXP. von BANDURA: Kinder verhalten sich aggressiver wenn sie vorher ein Modell gesehen haben. Besonders effektvoll bei direkter Anwesenheit im Raum. REDUKTION VON AGGRESSION Techniken für Verhaltensänderung wie z.B. soziales Kompetenz-Training, nicht-aggressives Modelllernen, Ärger-Bewältigung und Selbstverteidigungstrainingn  OFFENE/VERDECKTE AGGRESSION Autoritäre Aggression (S.88): Aggression unterstützen gegen sozial Außenstehende Aggression kann offen (körperlich, verbal) oder verdeckt (phantasiert), sie kann positiv (von der Kultur gebilligt) oder negativ (missbilligt) sein. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 42. 42 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS DISSONANZTHEORIE/KONSISTENZTHEORIE (FORGAS: KAPITEL 11)  Dissonanztheorie FESTINGER (x4) Die kognitive Dissonanztheorie [FESTINGER] erklärt Verhaltens- und Einstellungsveränderungen durch das menschliche Bedürfnis nach Konsonanz im kognitiven System. Wenn unvereinbare Einstellungen (Rauchen ist gesundheitsschädlich) und Verhalten (Rauchen) auftreten, entsteht eine unangenehme Spannung (Dissonanz), die umso größer ist, je wichtiger die betreffenden Kognitionen und je auffallender die Widersprüche sind. Dieser Spannungszustand soll aufgelöst werden: durch  Veränderung der Einstellung (1) / des Verhaltens (2);  Hinzufügen weiterer kosonanter Kognitionen (3)  Beseitigung dissonander Kognitionen (4). + S.27 in FORGAS Wichtiger Unterschied zur Reaktanztheorie: Dissonanz tritt nur unter der Voraussetzung der Freiwilligkeit auf  Neuere Dissonanztheoretische Ansätze (x2) (Kap. 4 Herkner) + erklären - (Entstehung/Voraussetzung, Konsequenzen, Einschränkungen bei Gültigkeit) - (x5) Es wird das Streben des einzelnen nach Harmonie und seelischem Gleichgewicht im Rahmen seines Lebensablaufs und seiner Einstellungen und Verhalten postuliert. ENTSTEHUNG DER DISSONANZ / VORAUSSETZUNG VON DISSONANZ:  äußere Einflussversuche zur Änderung oder Kontrolle von Einstellungen (Gesetz, das besagt alle Erwachsene müssen eine Schusswaffe besitzen)  Barrieren werden errichtet [wörtlich: Interesse für den Spielzeug nur wenn Plexiglas zw.dem Spielzeug und dem Kind hoch genug, dass man um es herum gehen muss, um das Spielzeug zu erreichen]  Zwang zur Auswahl zw. verschiedenen Alternativen. VORAUSSETZUNG VON DISSONANZ [LAUT NEUEN DISSONANZTHEORETISCHE ANSÄTZEN]: 1. Negative Voraussetzungen 2. Handlungsfreiheit (Kontrollierbarkeit) 3. Attribution der Aktivierung, z.B. auf innere Spannung (resultierend aus Dissonanz zw.Einstellungen und Verhalten) bzw. auf externe Reize KONSEQUENZEN VON DISSONANZ:  Selektives Informations- und Wahrnehmungsverhalten: Um eine kognitive Dissonanz zu vermeiden, tendiere der Mensch zu einem selektiven Informations- und Wahrnehmungsverhalten  Sonst irgendwas? EINSCHRÄNKUNGEN DER GÜLTIGKEIT VON DISSONANZ : Die Stärke der Reaktanz hängt von folgenden Faktoren ab:  Umfang des subjektiven Freiheitsverlusts [wahrgenommene Konsequenzen]: Je größer die Anzahl der bedrohten oder eliminierten Entscheidungsalternativen, desto stärker die Reaktanz  Stärke der Freiheitseinengung: Je größer die Bedrohung der Freiheit (eventuell bedroht, stark bedroht, für immer verloren etc.), desto stärker die Reaktanz.  Reversibilität Konsequenzen – stärker bei irreversiblen als bei reversiblen Konsequenzen  Wichtigkeit der eingeengten Freiheit: Die Reaktanz ist umso größer:  je größer der instrumentelle Wert der bedrohten Verhaltensweise, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen  je größer die Stärke des entsprechenden Bedürfnisses  Die Erwartung, ein bestimmtes Ziel erreichen zu können. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 43. 43 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  Dissonanz erklären (x5), WOVON ABHÄNGIG, FOOT-IN-THE-DOOR-EFFEKT, BERÜHMTES BSP (RAUCHEN) Kognitive Dissonanz: Status psychologischer Spannung, produziert durch das gleichzeitige Besitzen von zwei gegensätzlichen Kognitionen. Menschen sind motiviert, diese Spannung zu reduzieren – oft durch Wechseln oder Ablehnen einer der Kognitionen. Festinger schlug vor, dass Menschen in ihren Einstellungen, im Glauben und Verhalten nach Harmonie streben und versuchen die Spannung aus der Widersprüchlichkeit der Elemente untereinander herauszunehmen. Foot-in-the-door [Commitment/Konsistenz]: kleineres Commitment, um danach ein größeres leichter zu bekommen, EXPERIMENT mit Telefonat mit 156 kalifornischen Hausfrauen und anschließende Haushaltsprodukten-Klassifizierung.  Konsistenztheorien (x2) S.25 in FORGAS Kognitive Konsistenztheorien (s. Kapitel: kognitive Balance) Streben nach Stimmigkeit und Übereinstimmung. Wichtig ist das Wissen darum, welche Einstellungen andere in meiner Umgebung zu bestimmten Objekten haben  je ausgeglichener die Einstellungen desto wahrscheinlicher wird eine Beziehung. S.37 in FORGAS: Balance Theorie von HEIDER Theorie: Menschen versuchen widersprüchliche Ansichten zu ändern, sodass Harmonie entsteht; das Resultat heißt Konsistenz [Gegenteil von Dissonanz])  Balancetheorie von HEIDER Einstellungstheorie: Einstellungen besitzen Tendenz zu Balance: P – Person, O - andere Person (other), X – Einstellungsobjekt bzw. Elementen der Umwelt Triaden veranschaulichen Beziehungen von 3 Elementen, z.B. P mag X [+], O hasst X [-], P hasst O [-]  Es gibt 8 mögliche Kombinationen von Beziehungen zw. 2 Personen und einem Einstellungsobjekt: 4 balancierte & 4 unbalancierte; Bez. sind balanciert, wenn das Produkt der Vorzeichen positiv ist (s.o.). Unbalancierte Beziehungen sind unangenehm, erzeugen einen Spannungszustand, der zur Ausbalancierung drängt. Dies geschieht auf die möglichst einfachste Weise. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 44. 44 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS REAKTANZ Reaktanz (x12), Definition, Auslöser/Ursachen und Folgen (x2): Welche Phänomene können da auftreten? Reaktanz bezeichnet den Widerstand gegen Freiheitseinengung, der Gegenreaktionen im Einstellungs- und Verhaltensbereich bewirkt. MADERTHANER Reaktanz - der motivationale Zustand, in den wir geraten, wenn wir unsere Freiheit auf irgendeine Weise bedroht sehen. BSP.: Unser plötzliches Interesse für Dinge die verboten werden sollen (Zensur); Teenager die elterlichen Verboten zuwiderhandeln, um symbolisch ihre Freiheit zu erhalten, etc. (Reaktanz).  FORGAS: S.12 Reaktanz (NACH CIALDINI: S.27-30) – Variation vom Knappheitsprinzip - Dinge, die nur schwer zu bekommen sind, sind in der Regel besser als solche, die leicht zu bekommen sind. Oft lässt daher die Verfügbarkeit einer Sache schnell und treffsicher auf ihre Qualität schließen. BEDINGUNGEN DER REAKTANZ:  Reaktanz ist an die vorhandene Freiheit geknüpft. Wo keine Freiheit erwartet wird, entsteht auch keine Reaktanz. Wo keine Freiheit erwartet wird, ist mi einem „Saure-Trauben-Effekt“ zu rechnen: das, was nicht mehr erreichbar ist, wird abgewertet. Bei Einstellungen und Meinungen erwarten wir immer Freiheit. Dort kann also auch immer Reaktanz auftreten.  Bedeutung der Freiheit BEISPIELE DER REAKTANZ:  Bei Kindern: Wenn ein Spielzeug hinter einer 30 cm hohen Plexiglasscheibe stand, war es nicht begehrenswerter als andere, war die Scheibe jedoch so hoch, dass man darum herumgehen müsste, um das Spielzeug zu bekommen, bevorzugten die Kinder (24 Monate) dieses Spielzeug.  Kindererziehung: beim Durchsetzen von Verboten sollte man konsequent sein, wenn man etwas manchmal erlaubt und manchmal nicht, ist der Widerstand stärker, als wenn man es immer verbietet.  Gesetze: in USA wurde das Gesetz erlassen, dass jeder Erwachsene der Stadt eine Schusswaffe besitzen müsse. Daraufhin boomte in der Stadt das Geschäft mit Schusswaffen – allerdings kauften nur Leute von außerhalb der Stadt welche, deren Freiheit war ja nicht eingeschränkt worden. Die Bewohner der Stadt reagierten mit Reaktanz und kauften keine Waffen. AUSLÖSER/URSACHEN VON REAKTANZ:  Freiheitseinengung im Einstellungs- und Verhaltensbereich - der Verlust von einmal besessenen Freiheit. Konzept der Freiheit: ein unabhängiges Wesen kann seine eigenen Entscheidungen treffen.  Knappheit von Ressourcen (wenn Möglichkeiten weniger erreichbar werden, bedeutet das einen Verlust von Freiheiten)  Konkurrenz  Exklusivität der knappen Information - Experiment, Verkäufer riefen Kunden an, um deren Rindfleischbestellung aufzunehmen. Wenn man ihnen mitteilte, dass in den kommenden Monaten mit einer Verknappung zu rechnen war, bestellten sie doppelt so viel wie diejenigen, die das nicht dachten. Wenn man zusätzlich dazusagte, dass die Verknappung noch nicht allgemein bekannt war, bestellten die Kunden 6 Mal so viel!!!  Zensur – vor allem in einer Zeit, in der die Möglichkeit, Informationen zu erlangen, zu speichern und zu verarbeiten, eine immer größere Bedeutung ist. Bsp.: Studenten wurde Werbeanzeige für Roman vorgelegt, bei einer Hälfte der Zusatz „nur für Erwachsene ab 21 Jahren“. Später diejenigen mit der Altersbeschränkung waren stärker an dem Buch interessiert und es hatte ihnen besser gefallen als es bei denen ohne Beschränkung der Fall war. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 45. 45 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS FOLGEN DER REAKTANZ (WELCHE PHÄNOMENE KÖNNEN DA AUFTRETEN):  Je nach Auslöser der Freiheitseinschränkung: Freiheitseinschränkung durch Personen ist wirksamer als durch äußere Umstände.  Erlernte Hilflosigkeit: Wenn Menschen längere Zeit unkontrollierbaren unangenehmen Ereignissen ausgesetzt sind, stellen sie schließlich alle Versuche, der Situation Herr zu werden ein, oder geben ganz auf - ein Zustand den Seligman (1975) "erlernte Hilflosigkeit" genannt hat. Entscheidend bei der erlernten Hilflosigkeit, ist die Attribution äußerer Faktoren die sich unserer Kontrolle entziehen. BSP.: Arbeitslose z.B. die sich die Ursachen ihrer Arbeitslosigkeit sich selbst zuschreiben (auch wenn diese objektiv an äußeren Faktoren liegt), werden die Suche nach einem Arbeitsplatz eher fortsetzen, als Arbeitslose die äußere Umstände verantwortlich machen und so unter Umständen in einen Zustand der erlernten Hilflosigkeit geraten.  Regret-Phänomen – (Reaktanz-Phänomen) - eine Entscheidung wird bedauert, was sich in einer kurzfristigen AttraktivitätsABNAHME der gewählten und einer AttraktivitätsZUNAHME der nicht gewählten Alternative äußert. ERKLÄRUNG (wie bei Monty Hall Dilemma)  Verlustaversion (loss aversion) aus der Prospect Theory – Das antizipierte Bedauern, wenn man irgendwas aktiv tut und eventuell Verluste erlebt. Also NICHT ZU HANDELN ist eine „bessere“ Lösung, als aktiv irgendwas tun, was nacher bedauert wird. In Bezug auf Monty Hall Dilemma – das antizipierte Bedauern, wenn man die Tür gewechselt hat, falls doch anfangs die richtige Tür/den richtigen Kuvert ausgewählt wurden.  Romeo-und-Julia-Effekt - Studie mit 140 Teenagern – Einmischung der Eltern ging mit mehr Problemen, aber auch mit größerer Zuneigung und Heiratswunsch einher.  Saure-Trauben-Effekt (Exp von BREHM) - Wo keine Freiheit erwartet wird, das, was nicht mehr erreichbar ist, wird abgewertet EXPERIMENT Zwei Versuchsgruppen sollten im Laufe von zwei Tagen verschiedene Schallplatten bewerten. Den Personen der einen Gruppe wurde mitgeteilt, dass sie sich als Belohnung für die Teilnahme am Ende eine Schallplatte aussuchen könnten. Die Personen der anderen Gruppe erhielten die Information, dass sie als Belohnung eine der Platten zugeteilt bekämen. Am zweiten Versuchstag erhielten beide Gruppen die Information, dass zwei der vier Schallplatten nicht mehr verfügbar seien. In der Gruppe, die sich eine Schallplatte aussuchen durfte, stieg daraufhin die Bewertung der eliminierten Alternative deutlich an. In der anderen Gruppe (die Platten zugeteilt) sank sie dagegen (Saure-Trauben-Effekt). ERKLÄRUNG: Die Platte, welche nun unerreichbar ist, hätte den Teilnehmern der zweiten Gruppe prinzipiell zugeteilt werden können. Durch den Wegfall dieser unkontrollierbaren Alternative entsteht kognitive Dissonanz. Diese kann leicht abgebaut werden, indem die eliminierte Alternative als weniger präferabel bewertet wird. Es findet hier sozusagen eine Minimierung eines virtuellen Verlustgefühls statt. Romeo & Julia-Phänomen (Reaktanz) (x3) In der Pubertät wird die Reaktanz wieder besonders stark. Romeo-und-Julia-Effekt: Gegen alle Versuche, sie voneinander fernzuhalten, schafften es die jungen Liebenden durch ihren Doppelsuizid, eine ultimativen Demonstration des freien Willens, für alle Zeiten vereint zu bleiben. Möglicherweise wäre die starke Liebe der beiden, wenn man sie in Ruhe gelassen hätte, nur eine kurze Schwärmerei geworden. ;) Bsp: Studie mit 140 Teenagern – Einmischung der Eltern ging mit mehr Problemen, aber auch mit größerer Zuneigung und Heiratswunsch einher. Bsp: wenn die Eltern den Kindern eine Beziehung verbieten, dann wird diese aufgewertet. Bumerangeffekt (x3) Bumerang-Effekt – passiert beim Überschreiten vom Akzeptanzbereich für eine Einstellungsveränderung (bei stabilen Meinungen ist der Akzeptanzbereich wesentlich kleiner als bei instabilen), indem sich die ursprüngliche Meinung verfestigt bzw. entwickelt sich sogar in die unerwünschte Richtung. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 46. 46 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Alt.Def von Bumerang-Effekt der Fall, wo die Unterdrückungsversuche scheitern; zeigt sich indem ein unterdrücktes Stereotyp sich wieder bemerkbar macht und einen noch größeren Einfluss auf die Urteile eines Menschen über eine Person aus einer stereotypisierten Gruppe hat. Erklärt z.B. durch ironic processing theory (IPT) von Wegner (1994). Ironische Prozesse treten beim Versuch der Gedankenunterdrückung auf. Das Objekt oder das Verhalten, das man in Gedanken zu vermeiden suchte, drängt sich gerade dann in den Vordergrund. EXPERIMENTE:  Versuchsteilnehmende, die aufgefordert wurden, „nicht an einen weißen Bären zu denken“, erlebten eine verstärkte Intrusion genau dieses Bildes in den nachfolgenden Minuten.  Versuchsteilnehmende, die ein Pendel ruhig halten sollten und spezifisch instruiert wurden, es nicht in eine bestimmte Richtung schwingen zu lassen, produzierten Ausschläge in genau dieser Richtung ERKLÄRUNG: Nach Wegner wird jedes Bemühen, einen bestimmten Impuls zu unterdrücken, von der Besorgnis begleitet, dieser Impuls könnte trotzdem noch auftreten. Um dies zu verhindern, tritt ein innerer Monitor (eine Art Bewacherfunktion) in Kraft, der aber paradoxerweise alleine durch seine Existenz dafür sorgt, dass der jeweilige Gedankeninhalt besonders verfügbar bleibt und einem daher auch leichter einfällt. Wenn die kognitive Belastung durch weitere Anforderungen so groß wird, dass bewusste Ablenkung behindert wird, führt der Monitorprozess dazu, dass der Gedankeninhalt wieder in den Vordergrund tritt. "Jeder Versuch, die eigenen Gedanken unter Kontrolle zu bringen, trägt schon den Keim des Scheiterns in sich" Vorurteilsunterdrückung löst einen Bumerang-Effekt aus, d.h. der Versuch geht "nach hinten los" und verursacht das Gegenteil dessen, was die Versuchspersonen eigentlich wollten: sie wollten weniger Vorurteile zeigen, de facto zeigten sie aber mehr. BSP:  Vergeblicher Versuch der Unterdrückung belastender Gedanken in einer Depression  Schlaflosigkeit (und der Versuch, nicht daran zu denken, dass man nicht einschlafen kann)  Selbstmord- und Selbstverletzungs-Fantasien Reaktanzeffekte des Alltags (x5) aus der Wirtschaft/Werbung  Hausverkäufer erwähnen einen anderen Interessenten (Prinzip der Knappheit nach CIALDINI), auch wenn es ihn nicht gibt (am liebsten jemand mit viel Geld).  Auktion / Versteigerungen - funktionieren nach dem Prinzip des Konkurrenzkampfes.  Ausverkauf ⇒ die Ware erscheint begehrenswerter als vorher limitierte Auflagen.  Große Nachfrage (social demand) führt zu einer besseren Bewertung der knappen Sache. Auch in Liebesbeziehungen – hört man von einem Konkurrenten, wird die Leidenschaft plötzlich wieder entfacht.  REAKTANZTHEORIE VON BREHM REAKTIONSMUSTER AUF ÄUßEREN DRUCK ODER EINSCHRÄNKUNGEN (NACH BREHM): 1. Reaktanz 2. Passivität (wie auch nach SELIGMAN) 3. Überkonformität Reaktanz (ein emotionaler Spannungszustand) entsteht in Fällen wahrgenommener Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 47. 47 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Beeinflussungsversuche beim beeinflussten Individuum. Der Rezipient wehrt sich reaktiv gegen den Beeinflussungsversuch oder wehrt eine bereits erfolgte Beeinflussungnachträglich ab und versucht, seine bedrohte Freiheit dadurch wiederherzustellen, dass er die ihm suggerierte Alternative entweder abwehrt oder auch die Attraktivität aller nicht suggerierten Alternativen aufwertet. Personen sind offenbar dazu motiviert, sich nicht beeinflussen zu lassen. BREHM differenziert zw.  subjektiven Effekten, die sich nicht direkt im beobachtbaren Verhalten äußern und daher nicht durch die Umwelt kontrollierbar sind, und  Verhaltenseffekten - diese enthalten jedoch häufig antisoziale Reaktionen, die negativ sanktioniert sind. Deshalb treten unter bestimmten Umständen lediglich subjektive, jedoch keine Verhaltenseffekte auf. REAKTIONEN AUF BEEINFLUSSUNGSVERSUCHE/EINENGUNG VON FREIHEIT:  Direkte Wiederherstellung der Freiheit durch entsprechende Verhaltensaktionen:  effektivste Art der Reaktanzreduktion, aber häufig nicht möglich, wegen negativer Sanktionen oder irreversibler Elimination der Freiheit  Indirekte Wiederherstellung der Freiheit durch Ausführung einer Verhaltensweise, die der verlorenen möglichst ähnlich ist.  Aggression, die differenziert werden kann in:  instrumentelle Aggression  unspezifische Aggressivität  Attraktivitätsveränderungen: Als kognitive Strategie zur Dissonanzreduktion wird die verlorene Freiheit in ihrer Attraktivität abgewertet. Wie hängen Reaktanz und gelernte Hilflosigkeit zusammen? Erlernte Hilflosigkeit: Wenn Menschen längere Zeit unkontrollierbaren unangenehmen Ereignissen ausgesetzt sind, stellen sie schließlich alle Versuche, der Situation Herr zu werden ein, oder geben ganz auf - ein Zustand den Seligman (1975) "erlernte Hilflosigkeit" genannt hat. Entscheidend bei der erlernten Hilflosigkeit, ist die Attribution äußerer Faktoren die sich unserer Kontrolle entziehen. BSP.: Arbeitslose z.B. die sich die Ursachen ihrer Arbeitslosigkeit sich selbst zuschreiben (auch wenn diese objektiv an äußeren Faktoren liegt), werden die Suche nach einem Arbeitsplatz eher fortsetzen, als Arbeitslose die äußere Umstände verantwortlich machen und so unter Umständen in einen Zustand der erlernten Hilflosigkeit geraten. Nach WORTMANN und BREHM (1975) beziehen sich Reaktanz und Erlernte Hilflosigkeit auf vergleichbare Situationen. Der Freiheitsverlust der Reaktanztheorie kann nach ihnen mit der Unkontrollierbarkeitskomponente der Hilflosigkeitstheorie gleichgesetzt werden. Betreffend der Folgen der Unkontrollierbarkeitserfahrung unterscheiden sich Reaktanz und Hilflosigkeitstheorie aber erheblich: Nach Antwort des Individuums  Aufwertung Reaktanztheorie  Aggression Kontrolverlust   Rückzug Hilflosigkeitstheorie  Passivität WORTMANN und BREHM integrierten diese Reaktionsformen in einem gemeinsamen Modell: Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 48. 48 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS kurze Unkontrollierbarkeitserfahrungen beim gleichzeitigen Bestehen einer übergeordneten Kontrollerwartung zu Reaktanzverhalten, während andauernde Unkontrollierbarkeitserfahrungen ohne übergeordnete Kontrollerwartungen zu Hilflosigkeitseffekten führen. Individuelle Erfahrungen dabei wichtig (hatt ich immer Möglichkeit, das zu tun, was ich wollte?) + Verbote aus der Vergangenheit des Individuums wie auch übernommene Bewertungen aus der Kommunikation mit anderen Personen. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 49. 49 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS GRUPPENPHÄNOMENE (FORGAS – KAPITEL 15) Was fällt Ihnen zu Gruppen ein? Einleitend und allgemein – siehe Unterkapitel „Gruppenprozesse“ im Kapitel 10 von MADERTHANER. Gruppendynamik / Gruppenprozesse Gruppenphänomene wie  Soziale Nachlässigkeit / social facilitation  Bystander-Phänomen + De- oder Entindividualisierung  Soziale Falle  Konformität / Nonkonformismus  Normativer Einfluss (Konformität aufgrund von sozialer Akzeptanz  social identity theory) / Informationseinfluss (Konformität aufgrund Infobedarf)  Gruppendenken  Homogenität der Gruppe / Heterogenität  Minderheiteneinfluß  Identifikation mit der Gruppe  Social Identity Theory  Polarisierung (Tendenz von Gruppendiskussionen, dass die Gruppenmeinung extremer ausfällt als die mittlere Meinung der Individuen und zwar in die Richtung der Mehrheit, z.B. risky shift – riskantere Entscheidungen in Gruppen als bei Einzelindividuen). ERKLÄRUNG: Selbstkategorisierungstheorie: Ingroup soll intern möglichst gleich und extern möglichst verschieden von der Outgroup sein). + FORGAS - Kapitel 15 „Interaktion in Gruppen“ (S. 42-46)  Gruppenbildung: 1. forming (Orientierung, Gewohnung)  2. Storming (ernsthafte Diskussion über Ziele, Umsetzung)  3. norming (gemeinsame Identität)  4. performing (geteilte Normen, Ziele normal verfolgen)  5. adjourning (Nachlass von Interessen und Effektivität).  Gruppenstruktur  Soziometrie von MORENO  Soziogramm  Kommunikationskanäle und Zufriedenheit  Gruppenkohäsion und Referenz-/Bezugsgruppen  Polarisierende Wirkung von Gruppen  Konflikt und Kooperation zwischen Gruppen (risky shift)  Dynamik in Trainings- und Encountergruppen Social loafing (x6)/ Soziale Faulheit/ soziales Faulenzen (x4) - Was ist was? Was kanns verringern? MADERTHANER: Soziale Nachlässigkeit („social loafing“) – die Reduktion von Motivation und Leistung bei Zusammenarbeit in Gruppen.  Je größer die Gruppe, desto geringer der Einsatz jedes Einzelnen (Ringelmann-Effekt), aber ab Gruppengröße von 8 Personen führt weiteres Mitglied nicht zu weitere Einzellleistungsreduktion VOR ALLEM GEGEBEN, WENN:  die Leistungen der anderen als ohnehin hoch eingestuft sind;  Aufgaben nicht als bedeutend erachtet werden;  bei unidentifizierbarer Einzelleistung. Ähnlich: Verantwortungsdiffusion - die Verminderung des individuellen Verantwortungsgefühls durch Answesenheit mitverantwortlicher Personen.  Bystander-Phänomen (siehe unten) + FORGAS – S. 37 FAKTOREN, DIE „SOCIAL LOAFING“ REDUZIEREN:  Abgrenzbarkeit vom VL  persönliche Verwicklung in Aufgabe/ persönliches Interesse Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 50. 50 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  „partner effort“ (Anm.: war nicht näher erklärt)  Intergruppenvergleich  bedeutsame/wichtige/sinnvolle Aufgabe und Erwartung, dass die anderen der Gruppe schlechte Leistung zeigen → selbst anstrengen um zu kompensieren GRUNDE FÜR „SOCIAL LOAFING-EFFEKT“: 1) „output-equity“ → Erwartung, dass sich dass andere in Gruppe weniger anstrengen werden → auch weniger eigener Anstrengung 2) „evaluation apprehension“  Mensch unmotiviert und in Gruppe → fällt nicht auf wenn er nichts tut  Mensch unmotiviert und allein → ganz klar, was man genau geleistet hat → Angst vor Bewertung → Motivationsverlust überwinden 3) „matching to standard“ → keine Vorgabe/ Vorschrift über Leistung, die man bringen muss GRUNDE FÜR „UMGEKEHRTEN LOAFING-EFFEKT“ (SOCIAL FACILITATION) = größere individuelle Produktivität in Gruppe als wenn allein gearbeitet o Bedeutung/Wichtigkeit der Aufgabe o Bedeutung der Gruppe fürs Individuum → Individuen arbeiten härter in auffälligen, hervorragenden Gruppen als allein (Uniform, starker Zusammenhalt wegen gegenseitiger Sympathie, Intergruppenwettbewerb…) o „social compensation effect“  härter arbeiten um voraussichtliches „loafing“ der anderen Mitarbeiter auszugleichen (bei wichtigen Aufgaben)  Gruppe bringt Individuum dazu sein persönliches Potenzial zu überschreiten  je größer Gruppe desto größer individuelle Leistung o kollektivistische Weltanschauung (statt individualistische) → legen mehr Wert auf Gruppe als auf Individuum o Glaube daran als Gruppe wichtige Ziele erreichen zu können Deindividuation/ Dehumanisierung/ Depersonalisierung/ Verantwortungsdiffusion (x5) Deindividuation (Depersonalisierung) – ist ein Prozess bei dem die Person ihren Sinn für sozialisierte individuelle Identität verliert und sich unsozial verhält. VORAUSSETZUNG: geringe Wahrscheinlichkeit für aggressives Verhalten bestraft zu werden, z.B. werden Soldaten im Krieg nicht als Individuen für das Töten bestraft, es herrscht eine Anonymität Dehumanisation bedeutet, dass das Opfer vom Täter nicht als Mensch gesehen wird  Schuld- und Schamgefühle des Täters abgeschwächt, z.B. wenn Gefangene entkleidet werden oder identisch gekleidet werden, damit sie sich als Individuen nicht mehr unterscheiden. Verantwortungsdiffusion - die Verminderung des individuellen Verantwortungsgefühls durch Answesenheit mitverantwortlicher Personen. Bystander-Effekt (x4)  AUSWIRKUNG DER VERANTWORTUNGSDIFFUSION (MADERTHANER): Bystander-Phänomen - Mord einer Frau in NYC mit 38 Zeugen; Kommunikationsexperiment mit einem inszenierten Epilepsie-Anfall – Schnelligkeit der Reaktion und Prozentanzahl der Helfenden variiert nach Anzahl der Personen in der Gruppe (langsamer und weniger geholfen in größeren Gruppen). Bedingungen von Bystander-Effekt - Wann es dazu kommt und Bsp. nennen wie Massenhysterie? S. 45 FORGAS  Allgemein Situationen, wo das Individuum weniger erkenntlich wird, i.e. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 51. 51 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS  große Menschenmengen,  Dunkelheit,  Uniform: bei der Polizei, die Hüte der Ku Klux Klan, etc.  Zusätzlich: gewisse Dauer der Situation Was muss passieren damit menschen eher helfen bei einem Unfall? MADERTHANER: in Notsituationen Hilfe am ehesten, wenn  sich einzelne Helfer angesprochen fühlen, wenn  diese sich zur Hilfeleisutng in der Lage sehen und wenn  sie mehr Vorteile (Lob) als Nachteile erwarten. Siehe auch CIALDINI (S.16-17): “Soziale Bewährtheit“: Die Chancen auf Hilfe stehen wesentlich besser, wenn nur ein einziger Zuschauer anwesend ist. Darley, Latané und Mitarbeiter führten dazu ein Forschungsprogramm durch, indem sie Notsituationen vortäuschten. Wenn nur eine weitere Person anwesend war, half sie in 85% der Fälle, wenn mehrere anwesend waren, wurde dem Opfer nur in 31% der Fälle geholfen. Die Wahrscheinlichkeit, Hilfe zu erhalten, am geringsten: wenn Personen anwesend sind, die so tun, als wäre nichts. Wenn die Zuschauer überzeugt davon sind, dass tatsächlich eine Notsituation vorliegt, sind die Zahlen derer, die helfen, beruhigend hoch. Wenn jedoch Unsicherheit herrscht, ist die Wahrscheinlichkeit für Hilfe sehr viel höher, wenn nur ein Zuschauer anwesend ist. Anscheinend ist das kollektive Nicht-sehen-wollen in Gruppen vom Fremden am stärksten. Ort des Geschehens: In der Großstadt herrschen Bedingungen, die die Chancen eines Opfers, Hilfe zu bekommen, stark verringern: 1. viel Lärm, Ablenkung und rasche Veränderungen, was die Bewertung von Ereignissen erschwert, 2. die Anwesenheit vieler Leute, 3. diese Leute kennen sich nicht. Wenn man selber in eine Notlage gerät, ist es am besten, eine konkrete Person anzusprechen (Verantwortlichkeit hervorrufen) und genau zu sagen, welche Art von Hilfe man braucht (Unsicherheit beseitigen). Konformität – Definition? Konformität – basiert auf subjektiver Gültigkeit sozialer Normen (und nicht auf wahrgenommener Macht - wie bei Compliance) Menschen wolle n davon überzeugt u. sicher sein, dass das, as sie tun, denken u. fühlen richtig u. angemessen ist, vor, wenn Menschen unsicher sind. Durchschnittliche oder mittlere Urteile werden zudem im Allgemeinen als mehr korrekt erachtet, als über-/ oder unterdurchschnittliche Urteile, also neigen Menschen eher dazu durchschnittliche Meinungen anzunehmen. KONFORMITÄT FORSCHUNG: S.49 HOGG EXP. von ASCH mit Länge von Strichen, wo die Assistenten des Versuchleiters die Teilnehmer spielen (die Mehrheit der Gruppe), die eine offensichltich falsche Meinung (Gruppendruck) äußer über die Länge von Strichen. Obwohl die Aufgabe sehr einfach und eindeutig war (nur 1% der KG lösten sie falsch, wenn alleine), passten sich 50% den Fehlerhaften Aussagen der Mehrheit bei 6 oder mehr Durchgängen. Die Personen berichteten, dass sie Unsicherheit und Selbstzweifel empfanden und befürchteten Missbilligung seitens der Gruppe  Wenn die Vpn keiner Angst mehr vor sozialer Missbilligung haben müssen, ist folglich zu erwarten, dass die Anpassungsrate sinkt.  Ein weiteres EXP. von ASCH mit 1 Komplizen in der Gruppe von 16, der bewusst falsch die Urteile Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 52. 52 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS abgab  oft ausgelacht und „irgnoriert“ von der Gruppe EXP. von SCHERIF – Autokinese (= optische Illusion, in der sich ein Lichtpunkt in kompletter Dunkelheit zu bewegen scheint)  Aus diesem Experiment lässt sich also schließen, dass normativer Druck einer der effektivsten Wege ist, um das Verhalten von Menschen zu verändern. EXP. von DEUTSCH UND GERARD: Ausmaß des Gruppendrucks sowie das Ausmaß der Unsicherheit der Vp bez. Lösung der Aufgabe variiert.  Je ↓ die Unsicherheit u. der Gruppendruck, desto ↓ Konformität war zu beobachten Trotzdem konnte weder das höchste Maß an Eindeutigkeit in Bezug zur Lösung der Aufgabe noch das höchste Maß an Anonymität der Vp die Konformität vollkommen abbauen. Konformität (bzw. Gruppendruck) kann durch gesteigert werden:  durch subjektive Unsicherheit bzw. Inkompetenz  der Status und die Attraktivität der Bezugsgruppe hoch eingestuft werden (Zugehörigkeitswunsch hoch),  Homogenität der Gruppe und durch  kollektivistische Sozialstandards, in kolektivistischen Gesellschaften  Gruppe zumindest aus 3 Personen besteht, die anderen Mitglieder einig sind. Konformität (bzw. Gruppendruck) kann durch gesenkt werden: Je mehr sich der Einzelne auf seine individuellen Einstellungen und Normen konzentriert FAKTOREN, DIE KONFORMITÄT BEEINFLUSSEN:  Geschlecht der Person: Frauen passen sich mehr an bei mannorientierten Items (spezielle Kombischlüssel identifizieren) und Männer – bei frauenorientierten (Handarbeit identifizieren))  Kulturelle Normen: signifikante interkulturelle Variation:  Der Anpassungslevel variierte von 14% (Belgien) bis hin zu 58% (Fiji), Der allgemeine Durchschnitt lag bei 31,2%.  Individualistische Kulturen in Nordamerika bzw. Nordwesteuropa (25,3%) erreichten einen allgemein niedrigeren Wert als die kollektivistischen Kulturen ,z.B. in Afrika, Asien, Ozeanien, Südamerika, etc (37,1%).  Eine Meta Analyse von 133 Replikationen des Asch Paradigma in 17 Ländern: mehr Anpassung in kollektivistischen Ländern (nach Hofstede’s collektivism scale)  Obwohl der Anpassungslevel in individualistischen Staaten niedriger ist, liegt der Wert immer noch relativ hoch  Größe der Gruppe: die Anpassung am stärksten bei einer Gruppenmehrheit von 3-5 Personen: wenn objektiv korrekte Antwort möglich: Individuum möchte korrekt antworten, daher sind die Sichtweisen von 1-2 anderen Personen ausreichend als Bestätigung oder zum Überdenken der eigenen Sichtweise, bei keiner richtigen Lösung - linearer Effekt mit wachsender Gruppengröße, wenn das Individuum zu dieser Gruppe dazugehören möchte.  Diskussionesthema, Motivation Kohäsion – Definition? Kohäsion - Gruppenkohäsion = Ausmaß, indem sich die Gruppenmitglieder den gemeinsamen Normen und Zielen der Gruppe verpflichtet fühlen und einander und der Gruppe gegenüber positive Gefühle entgegenbringen. Positive Gefühle haben einen wesentlichen Einfluß auf die Leistung der Gruppe. So kann es unter extremen Bedingungen zu einem Geborgenheitsgefühl und Zugehörigkeitsgefühl kommen. Besonders gebunden fühlen wir uns an die Gruppen, für die wir Opfer gebracht haben, z.B. Militär (US-Marines), Elitärtruppen, etc. Der Zusammenhalt in der Gruppe beeinflußt auch deren Interaktionsprozesse: In engen Gruppen findet abweichendes Verhalten weniger Toleranz und der Konformitätsdruck ist wesentlich stärker. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 53. 53 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Zusammenhalt und Konformität sind „zwei Seiten derselben Medaille“. Zufriedenheit und positives Identitätsgefühl beziehen wir aus unserer Gruppenmitgliedschaft nur, wenn wir bereit sind, unsere individuellen Wünsche den Gruppennormen unterzuordnen, obwohl sich diese Opfer in Grenzen halten. Hat sich die Gruppe etabliert, kann man sich diesen Erwartungen relativ problemlos unterwerfen. Wir machen die Werte und Normen der Gruppe zu unseren eigenen. Untersuchungen zeigen, dass sich persönliche Werte und Einstelungen im Sinne des Gruppenstandards wandeln. EXP von NEWCOMB Studenten aus konservativen Mittelschicht- Elternhäusern kamen an eine Institution (Bennington College), die bekannt für ihre liberalte Grundhaltung. Wie erwartet kam es zum Einstellungswandel, und innerhalb kurzer Zeit was das liberale College für diese Studenten zur neuen Bezugsgruppe. Der Effekt blieb bestehen auch nach 25 Jahren. Gruppendenken (x5) – Definition S. 44 FORGAS Gruppendenken - eine Situation, in der sich eine sehr kohäsive Gruppe, unter dem Einfluß eines starken, dynamischen Führers, von der Realität entfernt und ein komplexes System nur von einer Seite betrachtet. Es besteht die Überzeugung, daß nichts wichtiger ist als der Gruppenzusammenhalt (nach JANIS). Gruppendenken ist ein Extremfall nicht-optimaler Gruppenleistung AUFGRUND  des normativen Drucks,  hoher Kohäsion,  Konformität und  emotionaler Bindung. KONSEQUENZEN VON GRUPPENDENKEN:  Vernachlässigung der Kosten und Risiken getroffener Entscheidungen,  Mangelnde Suche nach Entscheidungsalternativen,  allgemein eingeschränkte Informationssuche. STRATEGIEN DEM GRUPPENDRUCK ENTGEGENZUWIRKEN:  gegen geplannten Entscheidungen Einwände einbringen, Kritisieren  „advocatus diaboli“ zu haben  rationaler Problemlösungsstrategien anzuwenden:  Analyse von Entscheidungsalternativen durch eine Bilanz: die positive und negative Aspekte aller relevanten Alternativen abwägen.  Entscheidungsfolgen im Rollenspiel vorwegzunehmen etc.  verschiedene Gruppen sollen die Problemlösung unabhängig bearbeiten  Stellungnahmen von außenstehenden Experten einzuholen Gruppendruck (x4), Majoritäten & Minoritäten, Minderheiteneinfluß Gruppendruck – das Gruppenphänomen, das sich darin zeigt, dass die Gruppe ihre Mitglieder dazu bringen kann, sich gegenseitig anzupassen u. eine ähnliche Meinung zu haben (Menschen in Gruppen weniger extreme u. mehr konservative Urteile). MAJORITÄTEN üben üblicherweise mehr Einfluss auf die Gruppe, vor allem in Gruppen mit hoher Kohäsion:  abweichendes Verhalten/Denken wird nur in gewissem Maß toleriert. Es kommt evt. Zum Ausschluß aus der Gruppe.  Zusammenhalt und Konformität sind „zwei Seiten derselben Medaille“  Der Zusammenhalt in der Gruppe beeinflußt auch deren Interaktionsprozesse: In engen Gruppen findet abweichendes Verhalten weniger Toleranz und der Konformitätsdruck ist wesentlich stärker. Es gibt aber Möglichkeiten, dass MINORITÄTEN auch Einfluss ausüben. Minderheiteneinfluß:  Minderheiten können die Sichtweisen der Mehrheit ändern. Oftmals hat dieser Einfluss mit Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 54. 54 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Leadership zu tun. ASCH (1952) fand heraus, dass über einen einzelnen Deviate gelacht wird und dieser mit seinen Ansichten nicht ernst genommen wird. In einer Variante fand Asch heraus, dass eine größere Minderheit (9 Personen, die einer Mehrheit von 11 Personen gegenüber standen), ernster genommen wurden, auch wenn die Mehrheit konstant bei ihrer Sichtweise blieb. Minderheiten, vor allem die, die aktiv und organisiert sind, leiten neue Ideen ein und stellen so sozialen Wandel her. Ohne Minderheiteneinfluss wäre sozialer Wandel nur schwer zu erklären. EINFLUSS VON MINDERHEITEN AUF VERHALTEN: Menschen meiden den sozialen Konflikt. Funktioniert dies nicht, kapitulieren sie oft, um den Konflikt zu verhindern. Aktive Minderheiten schaffen Konflikte und betonen diese.  Minderheit unterbricht die Mehrheitsnorm  stellt somit Unsicherheit und Zweifel her  Minderheit präsentiert sich selbst als Einheit  Sie stellt dar, dass es Alternativen zu der Überzeugung der Mehrheit gibt  Sie demonstriert Sicherheit in ihrer Sichtweise Wichtig für den Einfluss von Minderheiten:  Investment: Minderheiten sind effektiver, weil sie für ihre Überzeugung größere persönliche oder materielle Opfer erbringen müssen  Autonomie: Minderheiten sind effektiver, wenn sie aus ihrer Überzeugung handeln und nicht aus niederen Motiven  Stabilitat vs. Flexibilitat: eine Minderheit muss absolut konsistent in ihrer Position bleiben und trotzdem offen und flexibel erscheinen  Konsistenz, z.B. Anpassungsrate (bei Farbwahrnehmungsaufgabe) bei konsistenter Minderheit  10 %, konsistenter Mehrheit  40%, inkonsistenter Mehrheit  12%. EINFLUSS VON MINDERHEITEN AUF ATTRIBUTION: Effektive Minderheiten sind konsistent, unabhängig von der Mehrheit, unbeeinflusst von externem Druck und flexibel.  Diese Kombination lässt uns denken, dass Minderheiten ihre Position frei ausgewählt haben (Attributionsprozess). Dies führt dazu, dass Personen Minderheiten ernst nehmen und ihre eigenen Einstellungen überdenken. SOZIALE AUSWIRKUNGEN VOM MINDERHEITENEINFLUSS Soziale Auswirkungen hängt oft von Gruppengröße und zeitlicher Unmittelbarkeit ab. LATANÉ und WOLF (1981) zeigten, dass eine Einflussquelle mit der Anzahl der Personen steigt. Doch muss eine bestimmte Anzahl von Personen erreicht sein, damit eine Minderheit Einfluss ausüben kann und nicht belächelt wird. Zusätzliche Mitglieder haben dann allerdings wenig Auswirkungen. Somit haben die einzelnen Personen einer Minderheit mehr Einfluss als die einzelnen Personen einer Mehrheit. Ob Minderheiten oder Mehrheiten einflussreich sind, kann einfach davon abhängen, ob es Menschen gibt, die sich selber als Mitglieder einer Minderheit zuordnen können oder nicht. Auswirkungen von Gruppeneffekten auf die Leistung Die Anwesenheit fremder Personen bewirkt eine erhöhte psychische Aktivierung, die sich in der Regel bei einfachen Aufgaben positiv und bei komplexen Aufgaben negativ auswirkt.  Soziale Aktivierung / social facilitation - (siehe unten) Auswirkungen einer Gruppe auf die individuelle Leistung → bloße körperliche Anwesenheit anderer Personen hat Einfluss auf Verhalten einer Person:  gut gelernte/ einfach Aufgabe → Verbesserung  schlecht gelernte/ schwierige Aufgabe → Verschlechterung  Social inhibition / „social loafing“ (siehe oben) - Soziale Nachlässigkeit („social loafing“) – die Reduktion von Motivation und Leistung bei Zusammenarbeit in Gruppen.  Je größer die Gruppe, desto geringer der Einsatz jedes Einzelnen (Ringelmann-Effekt), aber ab Gruppengröße von 8 Personen führt weiteres Mitglied nicht zu weitere Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 55. 55 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Einzellleistungsreduktion Siehe unten und S.58 HOGG Social facilitation / Soziale Aktivierung (x5) - Auswirkungen einer Gruppe auf die individuelle Leistung → bloße körperliche Anwesenheit anderer Personen hat Einfluss auf Verhalten einer Person: · gut gelernte/ einfach Aufgabe → Verbesserung · schlecht gelernte/ schwierige Aufgabe → Verschlechterung Je nach - Art der Anwesenheit (passive Zuhörer, aufmerksames Publikum) - Art der Aufgabe (kompliziert / einfach, gewöhnlich/neu) ERKLARUNGEN: Drive theory  „Drive“ Vs. “Evaluation apprehension“ Reaktion des Publikums nicht vorhersagbar→ Person wachsam, aufmerksam→ verstärkte Motivation/ Antrieb (drive)→ Antrieb des gewöhnlichen Verhaltens in dieser Situation 1.) gewöhnliches Verhalten liegt mir/ einfach →Verbesserung 2.) gewöhnliches Verhalten liegt mir nicht/ fällt mir schwer→ Verschlechterung „drive“ = angeborene Reaktion auf physische Anwesenheit von Personen “Evaluation apprehension“ - wir wissen, dass Belohnung und Bestrafung unseres Verhaltens (Lob, Applaus etc.) von Bewertung abhängt → Angst vor Bewertung (evaluation apprehension) → Antrieb/ Motivation (vor allem wenn aufmerksames Publikum)  bloße Anwesenheit des Publikums  Motivation/Antrieb (drive), notwendig für „social facilitation“  Angst vor Bewertung („evaluation apprehension“) nicht nötig für social facilitation  „Distraction-conflict-theory“ (gehört irgendwie zu „drive theory“) Publikum = Ablenkung (distraction) → Konflikt: Aufmerksamkeit Publikum oder Aufgabe widmen? Aufmerksamkeitskonflikt→ Antrieb→ Förderung des üblichen/gewöhnlichen Verhaltens in dieser Situation → Verschlechterung der schwierigen Aufgaben → Verbesserung der einfachen/ leichten Aufgaben /weil die Motivation die Ablenkung überwindet) „Social facilitation“ ohne „drive“ als Ursache: 1.) „self-awareness-theory“ (objektive Selbstaufmerksamkeit) Aufmerksamkeit auf sich selbst gerichtet (Selbst = Objekt, self-awareness → Vergleich zw. „aktuellem Selbst“(wie man Aufgabe bewältigt) und „idealem Selbst“(wie man Aufgabe gerne bewältigen würden) → Diskrepanz zw. aktuellem und idealem Selbst → verstärkte Motivation und Bemühung die beiden anzugleichen, also Diskrepanz aufzuheben 1.)einfache Aufgaben → Verbesserung 2.)schwierige Aufgaben → Diskrepanz zu groß → aufgeben → Verschlechterung AUSLÖSER FÜR „SELF-AWARENESS“: o Spiegel schauen o Anwesenheit von anderen, die auch eine Aufgabe lösen o Anwesenheit von Publikum 2.) Bestreben der Menschen, sich gegenüber anderen möglichst gut darzustellen/möglichst guten Eindruck zu hinterlassen bei einfachen Aufgaben möglich → Verbesserung bei schwierigen Aufgaben: Fehler → Peinlichkeit/ Verlegenheit → Verschlechterung 3.) Anwesenheit von Personen hat Konsequenzen für Aufmerksamkeit begrenzte Aufmerksamkeitskapazität → Anwesenheit von Publikum führt zu Überlastung → Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 56. 56 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS Eingrenzung des Blickfeldes der Aufmerksamkeit = Konzentration auf eine kleine Gruppe von Hinweisen schwierige Aufgaben erfordern Aufmerksamkeit für viele Dinge gleichzeitig → Aufmerksamkeitsbegrenzung durch Publikum → Aufmerksamkeit auf wichtige Hinweise verloren → Verschlechterung einfache Aufgaben erfordern nur Aufmerksamkeit für einige wenige Dinge → Aufmerksamkeitsbegrenzung durch Publikum schaltet Ablenkung aus, die durch belanglose Hinweise entstanden ist → Konzentration auf wesentliche Dinge → Verbesserung 4) automatische Vs. kontrollierte Aufgabenausführung schwierige Aufgaben = hoch kontrolliert → große Aufmerksamkeit nötig → Publikum = Ablenkung → Verschlechterung einfache Aufgaben = automatisch → wenig Aufmerksamkeit nötig → Publikum bewirkt verstärkte Aufmerksamkeit auf Aufgabe → kontrolliertere Aufgabe → Verbesserung Soziale Deprivation (x2) (hat es Auswirkungen, wenn man als Kind wenig Zuwendung erhält?) Kurzzeitige sensorische Deprivation  Experiment an der McGill Universität in Kananda: Effekte von kompletter sensorischer Isolation nach 3 Tagen  Schwierigkeiten beim Sehen (Verschwommen und 2-Dimensional),  Versagen bei kognitiven Aufgaben;  nach Hören langer monotoner Propagandareden  Meinungsänderung Studien der Langzeitdeprivation bei Tieren Aufzucht von Babyaffen ohne Mutter zeigt ein Scheitern dieser Affen im sozialen Leben Studien der Langzeitdeprivation bei Säuglingen  Hospitalismus: Babys, die in überfüllten Institutionen lebten (keine Zuneigung, meiste Zeit nur in ihrem Bettchen gelegen) zeigen später weniger Fortschritte in der mentalen und sozialen Entwicklung, hohe Mortalitätsrate. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 57. 57 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS SOZIALE DILEMMATA  Soziale Falle? Soziale Falle = Sozialles Dillema – Soziale Falle („social dilemma“/ „Almende-Klemme“) – entwickelt sich, wenn in einem Lebensraum eine begrenzte Ressource (z.B. Erdöl) von einem Kollektiv ausgebeutet wird. Jeder einzelne nimmt aus Furcht benachteligt zu werden so viel der kollektiven Ressource, dass deren Bestand langfristig nicht mehr für alle gewährleistet ist. AUSBEUTUNG LÄSST SICH REDUZIEREN WENN: die Gruppe klein ist; innerhalb der Gruppe Kommunikation entsteht, wenn Standards für die Ressourcenaufteilung eingefüht werden.  Gefangenendilemma Ein der experimentellen Spiele, die oft in Ökonimischen Psychologie werwendet werden, um zu überprüfen, wie Menschen in Entscheidungssituationen mit mit Wahl zw. sicherem Gewinn ohne Risiko und höherem/gar keinem Gewinn (Ultimatumspiel/Diktatorspiel). Gefangenendilemma – man kann kooperieren oder nicht kooperieren (defektieren) [Defektion = nicht-kooperation], Beide leugnen: beide Partner minimal bestraft. Wenn Partner A kooperiert mit der Polizei – er wird entlassen und der Partner 2 geht ins Gefängnis (und umgekehrt), beide defektieren: beide gehen ins Gefängnis. Beste Strategie: Tit-for-tat-Strategie = „Wie du mir so ich dir!. Erweiterung von AXELROD – eigentlich die erfolgreichste Strategie: [Tit-for-tat + 1]: zweite Chance bei einmaligem Verrat, aber weitere Defektion wird nicht mehr toleriert und auch mit Defektion beantwortet. Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 58. 58 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS SONSTIGES: Geschichte der Sozialpsychologie HOGG & VAUGHAN: S.5 & 7 Sleeper-Effekt (x2) Sleeper-Effekt (x2) - ein Phänomen zwischenmenschlicher Kommunikation. Die Langzeiteffekte einer Mitteilung auf den Empfänger, wenn die mit der Mitteilung assoziierten Einstellungen geg. dem Sender „vergessen“ wurden. Dies bedeutet z.B. dass die Effektivität der Inhalte von einem sehr glaubwürdigen Sprecher mit der Zeit ab- und jene eines unglaubwürdigen Kommunikators zunimmt. Nach 4 Wochen hat sich die Effektivität der beiden Mitteilungen von glaubwürdigem und unglaubwürdigem Sender angeglichen. Faktoren dabei: 1) Attraktivität und Glaubwürdigkeit des Senders; 2) Inhalt der Mitteilung. IN DER WERBUNG: Der Sleeper-Effekt bewirkt, dass über die Zeit ein unglaubwürdiger Sender vergessen wird und nur noch die Werbebotschaft haften bleibt. Abschwächungsprinzip Abschwächungsprinzip - Wenn mehrere plausible Ursachen für ein Ereignis vorhanden sind, wird jeder einzelnen Ursache weniger Gewicht begemessen, als wenn sie allein vorhanden wäre. Erregungstransfer? Aktivierung erleben, Aktiv zu sein ist leichter nach aktivierten Situationen parapsy z.B: Psychokinesis - most scientists try to explain observed and observable phenomena. Parapsychologists try to observe unexplainable phenomena  Support Theorie (in Prüfungsfach allgemeine psychologie) Support Theorie steht in cognitive psychology drinnen (also prüfungsfach allgemeine psychologie), ist eine theorie in anlehnung an die verfügbarkeitsheuristik (von tversky und köhler) - ein event ist mehr oder weniger wahrscheinlich in abhängigkeit davon wie es beschrieben ist, Bsp: wahrscheinlichkeit im nächsten sommer zu streben? wird gering eingeschätzt, aber wenn man die frage expliziter macht: also wie groß ist die wahrscheinlichkeit in den nächsten sommerferien an einer krankheit, autounfall, flugzeugabsturz etc. zu streben? wird höher eingeschätzt. Explizitere Beschreibung => größere subjektive wahrscheinlichkeitseinschätzung  Atmosphären-Effekt = Atmosphärenhypothese, auch: Atmosphäre-Effekt, Heurismus, der viele Antworten bei Syllogismen (aus zwei Prämissen und einer Konklusion bestehend) von vielen (aber nicht von allen) Personenvorhersagen hilft. Beispiel: Alle G sind H, alle F sind G, alle F sind ??? Demnach schaffen die logischen Ausdrücke "alle", "einige", "keine", wenn sie in den Prämissen vorkommen, eine "Atmosphäre", die dieVersuchspersonen in psychologischen Experimenten dazu disponieren, eine Konklusion mit logischen Ausdrücken bevorzugt zu verwenden: a) Prämissen mit "alle" führen zu einer Konklusion mit "alle" usw. b) Enthält eine Konklusion "alle" und die andere "einige", so wird eine Konklusion mit "einige" gewählt. c) Ist eine Prämisse bejahend und die andere verneinend, so dominiert bei der Konklusion die Verneinung. Das heuristische Vorgehen orientiert sich dabei anrelativ oberflächlichen Aspekten: Die unmittelbar greifbaren Elemente werden ausgewählt und schlicht wiederholt (Heuristiken). Egozentrischer bias? Egozentrischer bias ist auch self-righteous bias genannt. So tendieren Menschen dazu, ihre eigenen Leistungen und Güteransprüche überzubewerten, und die der anderen unterzubewerten Above-Average-Effekt/ Above-than-Average/better-than-average-Effekt/ Overconfidence bias Above-Average-Effekt [overconfidence effect/ Illusory superiority / primus inter pares effect] – opposite to below-average effect, which describes human tendency to underestimate ones Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 59. 59 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS achievements and capabilities in relation to others, esp. when success chances are perceived to be extremely rare. Above-than-Average/better-than-average-Effekt – überzogener Optimismus im Vergleich mit anderen (ich fahre besser Auto als die moisten; ich habe bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt) a cognitive bias that causes people to overestimate their positive qualities and abilities (concerning intelligence, performance, relationship happiness) and to underestimate their negative qualities, relative to others ≈ Overconfidence bias – systematischer Selbstüberschätzung in Bezug auf eigenes Wissen und eigene Bewertungen, vor allem bei Fragestellungen mit mittleren/schwierigen Aufgaben. Befragungen zeigen Verhältnis von „überdurchschnittlicher― zu „unterdurchschnittlichen― Händlern: 13,6 : 1, was klarerweise statistisch überhaupt nicht möglich ist. Personen-Wahrnehmungs-Modell (x2) Dezentralisierte und zentralisierte systemat. Unterschiede (Studien: Zufriedenheit) (x2)  Bsp. EXPERTENWISSEN, ARTEFAKTE, TENDENZEN  AUSLÖSER, EFFEKTE, AUSMASS, ALTERNATIVE, AUSWEICHMÖGLICHKEITEN, AUSWIRKUNGEN, AUFLEHNUNG  Zentrale/dezentrale Gruppen Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum
  • 60. 60 FRAGEN Maderthaner (Sozialpsychologie 2.Fach) - Literatur: HOGG, CIALDINI, FORGAS COMPUTERSIMULATIONEN:  Computersimulationen, was kann man damit erforschen, was nicht? Warum Simulationen und nicht Intelligenztests? Problemlosekompetenz, es geht um „operative Intelligenz“  Was sind besondere Probleme dabei? Mehrere Aspekte berücksichtigt, weniger Themenwechsel, weniger Kreativität, Innovationsindex  LOHAUSEN–Experiment „Dorf-Simulation“ ?  Probleme, mit welchen man öfter zu tun gehabt hat? Übungseffekte behindern Kreativität.  Funktion von Simulationen in Psychologie? Welche Vorteile hat es simulierte Umgebung zu schaffen? Es geht um Zeitablauf  Realitaetsgehalt bei Situationen? - andere Realität, zwar nahe an die Wirklichkeit  MODELLE DER UMWELTPSYCHOLOGIE  RahmenModell zum Umwelthandeln von Fietkau & Kessel  Umweltpsychologie  Umweltbewusstsein und –verhalten NOCH ZU BEANTWORTEN:  Wann schließen wir von Selbstwahrnehmungen auf bestimmte Interpretationen?  Zentrale/dezentrale Gruppen  Merkmale von Freiheitsbeschränkungen Autorin: Alёna Romanenko Basiert auf den Fragen aus dem Psychologie Forum