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Technologietransferstelle FITT: Innovationen für die Praxis

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  • 1. 2/2011 MAGAZINTechnologietransferstelle FITT: Innovationen für die Praxis Nachhaltig innovativVon der Theorie in die Praxis Die Aargauer Wirtschaft lebt von der Qualität ihrer Dienstleistungen und Pro- dukte. Um Qualität zu entwickeln undDie AIHK unterstützt seit bald dreissig Jahren die Vermittlung von Forschung und auf höchstem Standard zu produzieren,Technologie von der Hochschule in die Unternehmen. Gemeinsam mit der Fachhochschule braucht es neben unternehmerischerNordwestschweiz, FHNW ist sie Trägerin der Technologietransferstelle FITT. Der Leiter Leistung und qualifizierten Mitarbeiten-von FITT, Markus Krack, koordiniert die Anliegen der unterschiedlichsten Firmen den auch Innovationen. Die Entwicklungund vermittelt geeignete Studierende, die in Projektarbeiten die Fragestellungen aus von neuen, zuverlässigen Produkten undder Praxis bearbeiten. Drei Mitgliedunternehmen haben dem AIHK-Magazin über ihre optimierten Prozessen ist ein Qualitäts-Zusammenarbeit mit FITT Einblick gewährt. merkmal von «made im aargau». Im rauen Wind des Weltmarktes ist es fürSeverin Ramseyer ist schon ein bisschen stolz. Der frisch- muss auch bremsen und beschleunigen, damit der Faden viele Firmen unerlässlich geworden,gebackene Bachelor der FHNW, Hochschule für Technik ohne zu reissen verwoben werden kann. Projektmanager laufend in Innovation und Entwicklungin Windisch hat im Rahmen seiner Abschlussarbeit im Hartmut Kipp verspricht sich vom Einsatz der neuen zu investieren, um der Konkurrenz denStudiengang Maschinenbau untersucht, wie der dynami- Motoren auf den Müller Webmaschinen einen Vorsprung einen Schritt voraus zu sein.sche Fadenantrieb für Textilmaschinen der Firma Jakob von ein paar Jahren. «Solche Entwicklungen brauchen wir auch, um unseren technologischen Vorsprung vor den Kopisten zu hal- Bilder: Sebastian Utz, SU Productions ten», beschreibt Kipp den rauen Wind in der Schmalbandweberei- Branche. Talentierter Nachwuchs Kipp schätzt die Projektarbeiten von Studierenden der FHNW, weil die Peter Lüscher, Geschäftsleiter AIHK Zusammenarbeit «eine win-win- Situation ist». Die Studierenden Nicht alle Unternehmen – speziell klei- seien auf dem neuesten Stand der nere – können sich eigene Forschungs- Theorie und sehr motiviert, ihr Wis- und Entwicklungsteams leisten. Deshalb sen in die Praxis der Arbeitswelt investiert die Aargauische Industrie- einzubringen. Tobias Leuppi, der vor und Handelskammer (AIHK) seit bald seiner Tätigkeit als Entwickler bei 30 Jahren in den Forschungs- und Tech-Severin Ramseyer (links) präsentiert seinen Prototypen dem Entwicklungsingenieur Müller Frick selber Assistent an der nologietransfer von den (Fach-)hoch-Tobias Leuppi. Im Hintergrund das Alpenpanorama – gewoben auf einer Mügrip MB J3 Hochschule für Technik war, hat die schulen in die Aargauer Unternehmen. Arbeit von Severin Ramseyer beglei- Die AIHK betreibt «FITT – Forschung,Müller AG in Frick beschleunigt werden kann. «Es ist tet. Auch er hat vor einigen Jahren über ein Studieren- Innovation, Technologietransfer»schon toll, wenn man etwas findet, das dann auch funk- denprojekt den Weg in die Arbeitswelt gefunden. Mit gemeinsam mit der Hochschule fürtioniert und nützlich ist.» Auch Tobias Leuppi, Ingenieur den durch FITT vermittelten Projektarbeiten und Praktika Technik der FHNW. Die Gründung diesesHTL und Entwickler bei Müller freut sich über den gelun- verschaffen sich die Studierenden der FHNW also nicht Joint Ventures war 1982 eine eigentli-genen Prototypen des kleinen Motors, der sich hinter che Pionierleistung. FITT vernetzt an dereiner Spule mit rotem Faden versteckt. Der unscheinbare Schnittstelle zwischen FachhochschuleMotor mit dem Hightech-Innenleben schnurrt und und Unternehmen und sorgt dafür, dassbeschleunigt den Faden im Nu auf rasante 6 Meter pro auch kleineren Firmen das aktuellsteSekunde. «Wir sind sehr zufrieden mit dieser Arbeit.» Die Wissen zugänglich ist. Und durch dieFricktaler sind in der Entwicklung und Produktion von Projektarbeit in den Unternehmen führt sie Studierende in die Praxis. So können «Wir sind sehr zufrieden motivierte junge Leute ihr Wissen und mit der Arbeit dieses Studenten.» ihre Ideen in die Arbeit der Unterneh- men tragen. Mit FITT bleiben HightechWebmaschinen für Bänder und Schmaltextilien führend und Innovation nicht graue Theorie,auf dem Weltmarkt. Damit sie der internationalen Kon- sondern bewähren sich in der Praxis derkurrenz die entscheidende Nasenlänge voraus bleiben, Der neue Motor soll solche Fäden an den Webmaschinen der Unternehmen.setzen sie auf Innovation. Der Fadenantrieb, den der Jakob Müller AG, in Fahrt zu bringen.Maschinenbaustudent Ramseyer entwickelt hat, ver- Peter Lüscherspricht eine solche Innovation zu sein, die Müller Frick nur Einblick in die Arbeitswelt. Künftige Arbeitgeber Geschäftsleiter AIHKweiterentwickeln und zum Einsatz bringen will. In der können sich so auch ein Bild von ihnen und ihrer Arbeits-Bandweberei gilt es nicht nur, den Faden rasend schnell weise machen und dabei talentierte Nachwuchsmitarbei-und regelmässig von der Spule zu wickeln; der Antrieb tende gewinnen.
  • 2. AIHK MAGAZIN AIHK Aargauische Industrie- und Handelskammer Innovation kann, nicht muss breites Sortiment. Um Lagerkosten zu sparen, werden Ganz wichtig ist den beiden vom Entwicklungsteam aber, jeweils nur kleinere Losgrössen produziert. Die Firma dass die Erwartungen von den Firmen an die Studieren- investiert lieber in Innovation statt Lagerraum. Von der denprojekte «ergebnisoffen sind». Man dürfe als Auf- Beschleunigung des Einrichtprozesses des Schleifroboters traggeber nicht erwarten, dass die Studierendenprojekte versprechen sich die Armaturenhersteller also einen Pro- zwingend eine Innovation hervor bringen. Für Innovatio- duktivitätsgewinn. Nicht nur die Formulierung der Frage«Das ist ja auch für die nen braucht es den Freiraum genau hinzuschauen, einen ist komplex, auch die eigentliche Aufgabe dahinter. DerStudenten interessant» Lösungsweg einzuschlagen, der sich dann eventuell auch Roboter muss etwas lernen, das sein Computerhirn als nicht gangbar erweist. Diesen Freiraum können und eigentlich übersteigt: Er soll den Anstellwinkel und den sollen sich Studierende nehmen. Wichtiger Pluspunkt der Druck mit dem er das Gussteil an das Band der Schleifma- Studierenden sei schliesslich auch, dass sie mit einem fri- schine bringt, «selbständig» ermitteln. Der Roboter schen Blick an die Arbeit gehen. «Wir sind manchmal müsste also quasi spüren lernen. Bis jetzt waren bereits vielleicht etwas betriebsblind.» «Das Resultat gibt uns Gewissheit, dass wir nichts brach liegen lassen» zwei Studierende dem Rätsel auf der Spur: Pascal Keller hat in seiner Bachelor Thesis «Analyse eines Schleifrobo- ters» die Funktionsweise untersucht. Und mit der Abschlussarbeit von Patrick Hunziker «Aktorik und Sen- sorik für einen Schleifroboter» sind erste Schritte in Richtung des «spürenden Roboters» gemacht. Betreut von Roland Anderegg, Professor am Institut für Automa- tion ist jetzt Max Edelmann daran, im Rahmen seines Master-Abschlusses den «spürenden» Schleifroboter von KWC umzusetzen. Entwicklungsleiter Beat Zobrist ist zuversichtlich, dass auch dieser weitere Schritt im komple- xen Prozess gelingt. Er freut sich über die Zusammenar- beit mit den Studierenden: «Unsere Türen stehen ihnen offen. Sie haben hier für ihre Projektarbeit einen eigenen Bilder: Sebastian Utz, SU ProductionsStudierende im ersten Semester desStudiengangs Wirtschaftsingenieurs- Ergebnisoffen war auch der Projektauftrag von Pneuwesen machen sich bereits am Einfüh- Egger in Aarau formuliert. Bei der Runderneuerung einerrungstag mit der betrieblichen Praxis Werkhalle stellte sich die Frage, ob eine Wärmerückge-bei der KWC AG in Unterkulm bekannt. winnungsanlage nützlich sei, berichtet Simon Müller von Pneu Egger. «Und weil wir im Arbeitsalltag manchmal etwas Scheuklappen haben, haben wir via FITT die Zusammenarbeit mit der Fachhochschule gesucht.» Auch wenn jetzt aufgrund dieser Projektarbeit nichts Konkre- tes umgesetzt werde, seien sie mit der Zusammenarbeit sehr zufrieden. «Das Resultat der Studie gibt uns die Gewissheit, dass wir nichts brach liegen lassen», freut sich Müller. «Der Arbeitsbereich ist für die MitarbeitendenDie Aargauische Industrie- und Handels- gut und auch umwelttechnisch sind wir gut.» Müller undkammer (AIHK) dankt ihren Mitglied- auch der Leiter der Runderneuerung, der das Projektfirmen KWC AG, Unterkulm, Jakob betreut hat, schätzen die grosse Motivation der Studie-Müller AG, Frick und Pneu Egger AG, renden, einer Fragestellung auf den Grund zu gehen undAarau für ihre Bereitschaft zur Mitarbeit ihr Wissen in der Praxis einzusetzen und zu prüfen. «Dasam AIHK-Magazin. ist ja auch für die Studenten interessant, dann schreiben sie ihre Arbeiten nicht für die Schublade.» Zumindest nicht nur für die kritische Lektüre des Prüfers. Komplexe Aufgabe Eine komplexe Fragestellung hat Beat Zobrist, Leiter von Wird dieser Schleifroboter bald selber «spüren» können wie Industrial Engineering von KWC in Unterkulm gestellt: er arbeiten muss? «Automation des Einrichtprozesses des Schleifens und Polierens von Armaturen». Wenn die Armaturen gegos- Arbeitsplatz.» Und gute Aussichten auf einen festen sen sind, werden sie von einem Roboter geschliffen und Arbeitsplatz beim einen oder anderen Unternehmen, das poliert. Das so genannte Einfahren dieses Roboters auf Projektaufträge an Studierende vergibt, haben die gut die exakte Form eines anderen Gussteiles bedeutet einen ausgebildeten jungen Ingenieure nach Studienabschluss Aufwand von jeweils rund vier Stunden. KWC pflegt ein auch. (kk)
  • 3. AIHK Aargauische Industrie- und Handelskammer AIHK MAGAZIN FITT vermittelt Wissen und frische Perspektiven Eine innovative Idee bewährt sich Als FITT 1982 von der AIHK und der damaligen HTL Brugg-Windisch als Schnittstelle für den Transfer von Wissen, Know-how und Entwicklungen von der Hochschule in die Unternehmen gegründet wurde, gab es im Alltag weder Laptops noch Handys und an den wenigsten Arbeitsplätzen standen Computer. Die Idee, Wissen und neue Ideen von der Hochschule in die unternehmerische Praxis zu tragen, war damals an sich eine Innovation. Nach fast 30 Jahren nachhaltigem Wirken hat sich diese Idee in der Praxis bewährt und FITT ist unterdessen gut vernetzt – auch mit Technologietransfer- stellen von anderen Trägern.Markus Krack, der seit Mai 2009 FITT leitet, sieht seine Die Königsdisziplin sind grössere Montage: Sebastian UtzAufgabe «als eine Art Partnervermittler». Eine Kern- Forschungs- und Entwicklungspro-aufgabe besteht darin, für die Anfragen aus den jekte mit der FHNW oder / und weite-Unternehmen bei Studiengängen und Instituten der ren Hochschulpartnern. Sie werdenFHNW oder einer anderen Hochschule die geeignete nach Bewilligung mit Drittmitteln,Person für eine Beratung oder die Durchführung eines zum Beispiel der Kommission fürProjektes zu finden. Dabei hilft ihm nicht nur sein Wis- Technologie und Innovation (KTI)sen darüber, wo welche Spezialisten für eine bestimmte des Bundes, gefördert. FITT berätAufgabe zu finden sind, sondern auch sein diplomati- dann die Industriepartner über mög-sches Geschick: «Viele Wissenschafter sind scheue liche Hochschulpartner und Förder-Cracks. Würden die Anfragen direkt an sie gerichtet, möglichkeiten. Mit den Fördermit-kann es vorkommen, dass ein Wissenschafter, der ganz teln werden grundsätzlich nicht diein seine Forschung vertieft ist, in Versuchung kommt, Firmen direkt, sondern die Hoch- Eine spielerische Variante von Technolo-die Störung abzuwimmeln.» schulpartner unterstützt. Dienstleistungsprojekte, also gietransfer: Für das Museum Aargau aufDie beliebteste der drei von FITT vermittelten Projektar- kurzfristige Gutachten oder Analysen, werden meist in Schloss Lenzburg hatten Studierendeten sind Studierendenprojekte. Für einen relativ günstigen Anspruch genommen, wenn es bereits brennt. Auch hier der damaligen HTL Brugg-Windisch den vermittelt FITT schnell und unbüro- Drachen «Fauchi» entwickelt und kratisch die richtige Fachperson. gebaut; vergangenes Jahr haben Studie- rende der FHNW dem lädierten «Fauchi» Der studierte Maschinenbau-Ingeni- ein neues Hightech-Innenleben eur Krack bringt für seine Vermittler- eingepflanzt. position an der Schnittstelle zwischen (Fach-)Hochschule und Unternehmen beste Voraussetzungen mit. Er hat lange Jahre mit verantwortungsvol- len Aufgaben in der Unternehmens- praxis gewirkt, bevor er 2000 als Dozent an die Fachhochschule Win- disch gewechselt hat. Seine Wurzeln in der Praxis sind tief. Seine Begeis- terung für die Wissensvermittlung ist gross. Er lebt gleichsam die Ver- netzung zwischen Wissenschaft, Forschung und Lehre mit der unter-FITT-Leiter Markus Krack in seinem Element: Er begeistert Studierende für die Praxis nehmerischen Praxis. Sein Engage-und Unternehmen für kreative Ideen. ment als Dolmetscher zwischen die- Weitere Informationen zu FITT, den sen Welten kommt zum Tragen, Angeboten, dem Spektrum der Kompe-Beitrag können Unternehmen Aufgaben von Studieren- wenn er für FITT bei den unterschiedlichsten Partnern tenzen und den Bedingungen für eineden in ihrer Firma bearbeiten lassen. Davon profitieren aus Politik, Wirtschaft, Forschung und Lehre unterwegs Zusammenarbeit finden Interessierteauch die Studierenden, die ihr Wissen praktisch umsetzen. ist. Und man glaubt es ihm sofort, wenn er sagt: «Im auf den Websites der beiden PartnerRund 200 Projekte pro Semester werden allein an der Moment habe ich den spannendsten und interessantes- AIHK und FHNW. Stichwort FITT unterHochschule für Technik in dieser Form bearbeitet. ten Beruf in meinem Leben.» (kk) www.aihk.ch oder www.fhnw.chAargauische Industrie- und Mehr als 1500 Unternehmen sind Mitglied der Aargauischen Die AIHK bietet ihren Mitgliedern eine umfangreiche PaletteHandelskammer (AIHK) Industrie- und Handelskammer (AIHK). Die AIHK vernetzt KMU von Dienstleistungen: Die Expertinnen und Experten derEntfelderstrasse 11, 5001 Aarau und Grossunternehmen aus Industrie, Handel und Dienstleis- AIHK-Geschäftsstelle beraten die Mitgliedfirmen konkret inTelefon +41 (0)62 837 18 18 tung und vertritt deren Anliegen gegenüber Politik und Rechts-, Wirtschafts- und Exportfragen. Neben BeratungFax +41 (0)62 837 18 19 Gesellschaft. Seit 1982 engagiert sich die AIHK als Trägerin der Mitglieder gehören Information und Schulung zu alleninfo@aihk.ch der Technologietransferstelle FITT gemeinsam mit der FHNW Unternehmensfragen sowie die politische Arbeit und diewww.aihk.ch, www.ahv-aihk.ch an der Schnittstelle von Hochschule und Wirtschaft. Ausgleichskasse zum Angebot der AIHK.
  • 4. AIHK MAGAZIN AIHK Aargauische Industrie- und Handelskammer Nachwuchsförderung soll in der Primarschule beginnen Für Naturwissenschaft begeistern: Das MobiLab Bruno Biberstein – MobiLab, das Mobile Lernlabor Natur und Technik, ist ein rollendes Labor mit einer Vielzahl von naturwissenschaftlichen und technischen Experimenten. Bepackt mit einer Vielzahl von hands-on-activities für Kinder der 4. bis 6. Klassen bringt das MobiLab für eine vereinbarte Zeit Staun-und-Lern-Gelegenheiten an die Primarschule. Der direkte Kontakt soll bei den Schülerinnen und Schülern Interesse und Motivation für Naturwissenschaften und Technik wecken. Getragen wird es durch den Verein MobiLab, finanziert durch Beiträge von Unternehmen, Stiftungen und Privaten. Betrieben wird das Labor von der Pädagogischen Hochschule der FHNW. Fachkräftemangel ihnen in der Folge undurchdringlich zu sein scheinen. Der Kanton Aargau ist ein grosser Industriekanton. Pro- Wenn die Kinder dann in der Sekundarstufe oder beim minent vertreten sind Industrien im naturwissenschaft- Zeitpunkt der Berufswahl ankommen, sind ihre Selbst- lich-technischen Bereich: grosse Firmen und viele KMU. bilder zu den eigenen Fähigkeiten und Interessen weit- Seit einiger Zeit verzeichnen diese Betriebe Schwierigkei- gehend gemacht. Es ist dann reichlich spät und oft ten, genügend und kompetente Fachleute aus der erfolglos, Veränderungen erreichen zu wollen. Schweiz zu finden. Eine verstärkte Nachwuchsförderung ist deshalb angesagt. MobiLab zur frühen Förderung Hier setzt das Mobile Lernlabor Natur und Technik an. Technische und naturwissenschaftliche Zusammenhänge Bild: FHNW müssen den Kindern möglichst frühzeitig, in ihrem lern- fähigsten Alter zugänglich gemacht werden. Um die Kinder für Technik und Naturwissenschaften zu begeis- tern, ist es am wirkungsvollsten, wenn sie selbst durch praktisches Tun Erfahrungen sammeln und damit Erfolge erleben können. Die Begeisterung der Lehrpersonen und «Durch praktisches Tun für die Naturwissenschaften begeistern» Schlüsselerlebnisse der Kinder wecken Interesse und Freude an naturwissenschaftlich-technischen Fragen. Einen weissen Lichtstrahl in farbiges Licht zerlegen, einen Mini-Heissluftballon bauen, eine unsichtbare Zauber- Tinte für Geheimbriefe herstellen: Derartige Tätigkeiten faszinieren die meisten Kinder. Spielerisch nähern sie sich naturwissenschaftlich-technischen Phänomenen und Erkenntnissen.MobiLab bringt Experimente und Das MobiLab wird Neugierde und Interesse von KindernWissen der Naturwissenschaften zu den Unsere Schülerinnen und Schüler erbringen gemäss PISA- an naturwissenschaftlichen Phänomenen und FragenPrimarschülerinnen und Primarschülern Studie gute Leistungen im Fachbereich Naturwissenschaf- fördern. Schülerinnen und Schüler werden Gelegenheitenund weckt so ihr Interesse. ten. Dennoch ist ihr Interesse am Fachgebiet und die zum Tüfteln, Konstruieren und Staunen geboten, Aha- Motivation, eine entsprechende Berufslaufbahn einzu- Erlebnisse entstehen. Damit gewinnen Jungen und insbe- schlagen relativ gering. Offenbar gelingt es nicht sehr sondere Mädchen mehr Selbstvertrauen bezüglich Natur- gut, sie nachhaltig für Naturwissenschaften und Technik wissenschaften und Technik. Aber auch ihre Lehrpersonen zu begeistern. werden profitieren. Zu späte Antworten Trägerschaft und Start Der Fachkräftemangel im naturwissenschaftlichen und Das Labor wird vom gemeinnützigen, steuerbefreiten technischen Bereich hat unter anderem mit einer späten Verein* MobiLab, einer Gruppe von Persönlichkeiten Hinführung der Kinder auf diese Interessen zu tun. Kin- aus Politik, Bildung und Wirtschaft getragen und vom der kommen heute zwar früh mit technischen Geräten in Zentrum Naturwissenschafts- und Technikdidaktik, Kontakt und verwenden diese mit grosser Leichtigkeit, Prof. Dr. Peter Labudde, der Pädagogischen Hochschule doch bleiben ihnen die Grundlagen der Technik fremd. der FHNW entwickelt und betrieben. Die Bildungsdirek- toren der Nordwestschweiz unterstützen das Projekt,* Verein MobiLab Der Lehrplan der Primarschule hat diese Problematik der alv Aargauischer Lehrerinnen- und Lehrerverband c/o Bruno Biberstein vorläufig noch nicht integriert. Viele Lehrpersonen macht im Verein aktiv mit. In den nächsten Wochen Kornweg 14, 5000 Aarau trauen sich nicht zu, naturwissenschaftliche und techni- startet der Aufbau des Labors. In der zweiten Hälfte bruno.biberstein@bluewin.ch sche Themen in den Unterricht einzubauen. So bleiben des Schuljahrs 2012 /13 soll das MobiLab zu den ersten PC 60-124846-7 die Kinder weitgehend auf Distanz zu diesen Fragen, die Schulen kommen.

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