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User-Experience-Wissen recyclen

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Bei der Entwicklung interaktiver Systeme herrscht eine große Meinungsvielfalt bezüglich guter Usability. UX Experten müssen mit Argumenten wie: „Der Markt will X“, „meine Tante macht dies so“, „das …

Bei der Entwicklung interaktiver Systeme herrscht eine große Meinungsvielfalt bezüglich guter Usability. UX Experten müssen mit Argumenten wie: „Der Markt will X“, „meine Tante macht dies so“, „das funktioniert nicht, wir haben das schon probiert“ und „ich kann das doch auch bedienen“, konfrontiert. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die eigentlichen Benutzer extern sind und die Rückmeldungen aus dem Markt lose verstreut in die Köpfe gelangen, so unter anderem bei Consumer Produkten. Dieser Beitrag stellt ein Kommunikationsmittel (Interaction Map) mit einer entsprechenden Methodik (Visual Feedback Consolidation) vor, mit welchen ein UX Experte die verstreut eintreffenden Feedbacks zusammentragen und konsolidieren kann. Der UX Experte bekommt ein Mittel an die Hand, mit dem eine langfristige strategische Planung von Usability Aktivitäten ermöglicht wird. Die Methodik holt dabei die internen Stakeholder und deren Wissen ab und hilft den Entscheidungsträgern, ihr Bild zu komplettieren und abzustimmen. Dies gibt den Entscheidungsträgern einen Rahmen, um gezielt Verbesserungsmaßnahmen in Auftrag zu geben. Die Organisation erhält so ein gemeinsames Wissen der erreichten Benutzungsqualität und ermöglicht es informiert zu entscheiden.

Der Vortrag "User Experience Wissen recyclen - Visual Feedback Consolidation mit Interaction Maps" wurde auf der "Mensch + Computer" (9.-12. September 2012) in Konstanz gehalten: http://hci.uni-konstanz.de/mc2012/.
Autoren: Stephanie Föhrenbach und Markus Flückiger (beide auf Xing).

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  • 1. User Experience Wissen recyclenVisual Feedback Consolidation mit Interaction MapsStephanie Föhrenbach Markus FlückigerZühlke Engineering AG Zühlke Engineering AGWiesenstrasse 10a Wiesenstrasse 10a8952 Schlieren 8952 SchlierenSchweiz Schweizsfo@zuehlke.com mdf@zuehlke.comAbstract Keywords:Bei der Entwicklung interaktiver Systeme herrscht eine große Meinungsvielfalt bezüglich /// Feedback Consolidationguter Usability. UX Experten müssen mit Argumenten wie: „Der Markt will X“, „meine /// MappingtechnikTante macht dies so“, „das funktioniert nicht, wir haben das schon probiert“ und „ich /// Usability Engineeringkann das doch auch bedienen“, konfrontiert. Dies ist besonders dann der Fall, wenn die /// Requirements Engineeringeigentlichen Benutzer extern sind und die Rückmeldungen aus dem Markt lose verstreutin die Köpfe gelangen, so unter anderem bei Consumer Produkten.Dieser Beitrag stellt ein Kommunikationsmittel (Interaction Map) mit einer entsprechen-den Methodik (Visual Feedback Consolidation) vor, mit welchen ein UX Experte die ver-streut eintreffenden Feedbacks zusammentragen und konsolidieren kann. Der UX Exper-te bekommt ein Mittel an die Hand, mit dem eine langfristige strategische Planung vonUsability Aktivitäten ermöglicht wird. Die Methodik holt dabei die internen Stakeholderund deren Wissen ab und hilft den Entscheidungsträgern, ihr Bild zu komplettieren undabzustimmen. Dies gibt den Entscheidungsträgern einen Rahmen, um gezielt Verbes-serungsmaßnahmen in Auftrag zu geben. Die Organisation erhält so ein gemeinsamesWissen der erreichten Benutzungsqualität und ermöglicht es informiert zu entscheiden.1. In dieser Situation besteht nun für einen Der so erschlossene FeedbackkanalDivergierende Ansichten Usability Professional das Hindernis, dass konkurriert jedoch mit den bestehendenüber die User Experience die Resultate aus Usability Maßnahmen Kanälen und führt so weniger zu einer den unterschiedlichen Meinungen der Einigung, sondern schafft mehr zerteiltesAls Usability Professionals werden wir Stakeholder nicht entsprechen und so Wissen. Die Erkenntnisse aus Usabilityim Projektalltag oft mit der Situation nicht von allen relevanten Stakeholdern Maßnahmen fließen dann nur bedingt inkonfrontiert, dass ein Produktportfolio aufgenommen werden können. die Produktentwicklung ein. Die Usabilityweiterentwickelt werden soll, unter den Maßnahmen laufen Gefahr, als nicht nutz-Stakeholdern jedoch Uneinigkeit über So kann beispielsweise eine Erfassung bringend wahrgenommen zu werden undRichtung und Fokus herrscht. Dabei der Benutzung mit einer Contextual die Bereitschaft zu investieren sinkt.hätten Firmen eigentlich reichlich Wissen Design Studie (Beyer, Holzblatt, 1998)über die Produkte und wie gut Benutzer einen Feedbackkanal schaffen und Storyboards und Mock-ups sind Mit-damit umgehen können. Das Feedback wichtige Erkenntnisse zusammentragen. tel, um in einem frühen Stadium mitvon Benutzern fliesst jedoch über viel-fältige Kanäle (Helpdesk, Usability Tests,persönliche Bekannte, Foren, eigeneErfahrungen und mehr) in die Entwick-lung. Dadurch ist dieses Wissen überdie ganze Organisation zersplittert undes entstehen divergierende Sichten aufdie Benutzung der Produkte. Die Folgesind unterschiedliche Gewichtungen derbestehenden Probleme und abweichende Abb. 1.Lösungsansätze. [Abb. 1] Vielfältige Feedbackkanäle für Informationen vom Endbenutzer in die Entwicklung102
  • 2. UsabilityProfessionals2012Nutzerwissen wissen und nutzenverschiedenen Stakeholdern zu sprechen Bekannte Techniken hierzu sind Mapping Kommunikationsmittel für die weiterenund eine Einigung zu erzielen (Richter, Techniken, wie z. B. eine Experience Map Interviews (siehe z. B. [Abb. 3]).Flückiger, 2010). Sie zeigen eine mögliche (Torio 2011) oder eine Requirements 1. Zusammenführen von InformationenLösung auf und fordern Widerspruch und Map (Adlin, Jameson, Krebs 2001). In der und KonsolidierenZuspruch heraus. Beiden Techniken ist Arbeit mit interaktiven Geräten, hat sich In Einzelinterviews wird das Wissengemein, dass sie auf eine künftige Lösung die nachfolgend beschriebene Interaction der Stakeholder über Probleme infokussieren. Herrscht jedoch zu große Map als gutes Hilfsmittel herausgestellt. der Benutzung und ihnen bekannteUneinigkeit über die wesentlichen Prob- Eine Produktgalerie wie beispielsweise Lösungsmöglichkeiten abgefragt. Dieleme der aktuellen Lösungen, wird diese eine CoWall (Löwgren 2005) mit früheren Interaction Map dient als LeitfadenUneinigkeit in der Diskussion der neuen und aktuellen Produkten, Konkurrenz- für das Interview und wird durch dieLösung ausgefochten. Die Techniken hel- produkten und alternativen Lösungen gewonnenen Informationen erweitertfen durch ihren Lösungsfokus nur bedingt, ergänzt die Interaction Map und lässt und verfeinert. Während des Interviewsabweichende Ansichten über bestehende Probleme und bekannte Lösungsansätze sollten idealerweise das besprocheneProbleme zu bereinigen. erfahrbar werden. Produkt und auch verwandte Produkte zum Ausprobieren dabei sein. So2. Diese Hilfsmittel erzielen die gewünschte können Sachverhalte anschaulichWissen konsolidieren, Wirkung aber erst, wenn sie mit einem demonstriert werden. Die Interactionum UX Maßnahmen zu planen Konsolidierungsprozess kombiniert Map ist das Arbeitsmittel und das werden, der die Stakeholder aktiv bei der Protokoll eines solchen Interviews undIn einer Firma, die viel, jedoch zersplit- Erstellung der Hilfsmittel involviert und wird im Nachgang eines Interviews fürtertes Wissen über die User Experience damit der nötige Wissensabgleich anges- das nächste Interview aufbereitet.besitzt, ist unser Ansatz, zuerst das beste- tossen wird. 2. Bewerten der Probleme undhende Wissen der Firma zu konsolidieren, Lösungsansätzeum dann mit Usability Engineering Metho- 3. Hat der Usability Professional dieden gezielt Wissenslücken zu schließen Visual Feedback Consolidation relevanten Stakeholder befragt undund bestehende Annahmen zu überprüfen. deren Wissen auf die Interaction MapDurch das dabei entstehende, gemein- Für die Konsolidierung verwenden transferiert, erfolgt eine Bewertungsame Verständnis der Stakeholder können wir einen Prozess, der zu den bereits der gefundenen Probleme undUsability Maßnahmen breiter abgestützt in erwähnten Mapping Techniken und der Lösungsansätze. Für die BewertungAuftrag gegeben werden und die Resul- Produktgalerie auch Methoden wie Sta- können verschiedene Methodentate in das Gesamtbild integriert werden. keholder Interview, Bewertungstechniken angewendet werden. Eine einfache aus dem Requirements Engineering Gewichtung in drei bis fünf Stufen kannEine passende Methode erzielt dabei (siehe z. B. Pohl 2008), mit Techniken aus schon ausreichen. Um Diskussioneninsbesondere die folgende Wirkung: dem Usability Engineering kombiniert. zu minimieren empfiehlt es sich den– Die Methode soll bekanntes Ebenfalls fließen auch Elemente aus Durchschnitt aus mehreren individual Wissen zusammentragen und in dem Konfliktmanagement (Vigenschow, Bewertungen zu bilden. ein Gesamtbild fügen, so dass Schneider, Meyrose 2011) ein. 3. Handlungsfelder beschliessen ein Stakeholder seine Punkte mit Durch das obige Vorgehen ist mit der genügend Gewicht wiederfindet. 3.1. Interaction Map eine konsolidierte– Die Methode soll umgekehrt das Ablauf einer Visual Sicht auf das im Unternehmen Wissen der Stakeholder abgleichen Feedback Consolidation vorhandene Wissen entstanden, in dem und erweitern. sich jeder Stakeholder wiederfindet.– Die Methode soll eine konsolidierte Der Konsolidierungsprozess verläuft in den Anhand dieser Darstellung können Gewichtung der Probleme und folgenden Schritten: dann Handlungsfelder gezielt Lösungen ermöglichen. Startpunkt setzen beschlossen werden (z. B. anhand der– Die Methode soll die Stakeholder dazu Der Usability Professional identifiziert durchgeführten Bewertung). bringen, die Probleme aus Sicht der zusammen mit einem oder zwei User Experience zu betrachten. Stakeholdern die Berührungspunkte des 3.2. Benutzers mit dem Produkt. Gleichzeitig Rollen und AufgabenDamit dies gelingen kann, sind Hilfsmittel nehmen sie für das Produkt relevantenotwendig, mit welchen die Stakeholder Eigenschaften der Benutzer auf. Die Der geschilderte Ablauf geht von denProbleme und Lösungsansätze einfach Informationen werden in einer ersten folgenden Rollen aus:überblicken, erfahren, diskutieren, und in Version der Interaction Map visualisiert. Stakeholder: Personen, die diese Rolleeinen Zusammenhang bringen können. So entstehen eine Grundstruktur und ein wahrnehmen, liefern die Informationen, 103
  • 3. Vorgehen und arbeitet die Erkenntnisse 4. in die Interaction Map ein. Eine solche Interaction Map Person kann die Diskussion auf die User Experience fokussieren und hat einen Als Hilfsmittel für den Konsolidierungs- entsprechenden Erfahrungshintergrund. prozess ist eine Interaction Map geeignet: Sie kann ebenfalls mit verschiedenen [Abb. 2] (siehe [Abb.2] für eine schemati- Persönlichkeiten umgehen, Workshops sche Abbildung). moderieren, Konflikte früh erkennen und in gewissen Grenzen auch vermitteln. Für Das Gerüst der Interaction Map sind die diese Rolle benötigt es erfahrene Usability Berührungspunkte zwischen Benutzer Professionals. und Produkt. Sie werden entlang des Benutzungsablaufs dargestellt. An diesem Auftraggeber: Nebst dem Erteilen des Gerüst lassen sich die weiteren zusammen- Auftrags, also dem konkreten Ziel, welches getragenen Informationen konsolidieren. erreicht werden soll, kann ein Auftragge- Eine Interaction Map enthält folgendes: ber Zugang zu den Stakeholdern verschaf- Die Inhalte einer Interaction Map sind in fen und dient als Eskalationsstufe, wenn [Tab. 1] aufgeführt.Abb. 2. die Zielerreichung gefährdet ist. Die RolleSchematische Abbildung einer Auftraggeber wird entsprechend von Die Interaction Map entsteht im Konsoli-Interaction Map Personen mit Leitungsfunktionen, z. B. ein dierungsprozess. Die folgenden Abbildun- Projektleiter, Programmleiter, Produktma- gen [Abb. 3], [Abb. 4] und [Abb. 5] zeigen nager, Bereichsleiter und mehr, wahrge- den Entstehungsprozess einer Interactionum die Interaction Map aufzubauen und nommen werden. Map exemplarisch. Als Beispiel dient einsind zugleich auch Empfänger für die Projekt zur Verbesserung eines Teppich-bereits konsolidierte Information. Das Ziel Nimmt eine Person mehrere Rollen war, messers. [Abb. 3]ist deren Wissen zu konsolidieren. Stake- dann besteht möglicherweise auch einholder bewerten im zweiten Schritt die Konflikt, der das Ziel gefährden kann. Ist Abbildung 3 zeigt das Gerüst der Inter-konsolidierten Probleme und Lösungsan- beispielsweise der Auftraggeber auch ein action Map. Dieses Gerüst entsteht beisätze. Als Stakeholder sind die für die User Stakeholder, dann besteht ein Interessen- der Vorbereitung der Interviews [Abb. 3].Experience relevanten Wissensträger und konflikt in dieser Person mit der Gefahr, Abbildung 4 zeigt nun den Berührungs-Entscheidungsträger in einer Organisation dass das Wissen des Auftraggebers domi- punkt Klinge wechseln nach dem erstenzu identifizieren. niert und die Konsolidierung zwar auf dem Interview. [Abb. 4] Papier, aber nicht in den Köpfen der ande-Moderator: Der Moderator wird typischer- ren Stakeholder stattfindet. Ein ähnlicher Mit der Menge der konsolidierten Infor-weise von einer Person wahrgenommen, Interessenskonflikt kann bestehen, wenn mation verändert sich auch das Gerüst,die weder Stakeholder noch Auftraggeber die Person, welche den Prozess moderiert, welches nach Bedarf durch den Usabilityist. Diese Person definiert und treibt das auch Stakeholder ist. Professional ergänzt wird. Dies ist imInformation DarstellungBerührungspunkte zwischen dem Produkt und dem z. B. als Kreisprozess, linearer ProzessBenutzer entlang dem BenutzungsablaufRelevante Eigenschaften der Benutzer z. B. ein Foto einer Person mit einem sehr charakteristischen Zitat im Zentrum der Interaction Map platziertBeobachtungen über Problemen an einem z. B. als Notizzettel zu einem BerührungspunktBerührungspunktDie Produktteile, welche an den Problemen beteiligt z. B. als Fotos, Skizzen, Screenshots, wichtige Punkte werdensind, in verschiedenen Varianten markiertBewertung der Probleme z. B. durch eine Markierung mittels Punkten oder mittels Farb- codierung der NotizzettelLösungsansätze zu einem Problem z. B. als Notizzettel zu einem Berührungspunkt oder zu einem Tab.1. Problem Auf der Interaction Map dargestellteBewertung der Lösungsideen Analog zur Bewertung der Problemen Informationen104
  • 4. UsabilityProfessionals2012Nutzerwissen wissen und nutzenAbb. 3. Abb. 4.Das Initiale Gerüst als Startpunkt Nach dem ersten Interviewfür die ersten InterviewsAusschnitt in Abbildung 5: nach weiteren Der Fokus für die kommenden Usability aus dem User Research empfehlen sichInterviews. gut zu sehen: der Berührungs- Maßnahmen ist sichtbar und die Akzeptanz z. B., um das Wissen über die Benutzer undpunkt Klinge wechseln wurde hier in drei für deren Erkenntnisse gestärkt. die bestehenden Probleme detaillierterSchritte aufgebrochen. [Abb. 5] zu untersuchen. Lo Fi Prototyping hilft bei Die Interaction Map enthält Inhalte aus der Entwicklung und dem Evaluieren vonBeim Erstellen einer Interaction Map lassen verschiedensten Quellen, und die Informa- neuen Produkteigenschaften. Jedes Hand-sich die herkömmlichen Mittel verwenden: tionen sind nicht notwendigerweise durch lungsfeld resultiert somit in einem oderZu Beginn sind dies in erster Linie Papier User Research oder andere UX Methoden mehreren Usability Projekten, wobei jedesund Bleistift, in den Interviews kommen belegt. Für die Erstellung der Interaction einzelne im Gesamtkontext eingeordnet istgrossflächiges Papier und Haftnotizzettel Map ist die Validität der Daten nicht ent- (sowohl inhaltlich als auch zeitlich) und aufzum Einsatz, später ausgedruckte Poster. scheidend. Umso wichtiger ist es dann, in vorhandenes Wissen aufsetzt.Dadurch kann der Usability Professional nachfolgenden Schritten die identifiziertenzusammen mit dem Stakeholder die Handlungsfelder genau zu untersuchen, 6.Interaction Map einfach umzeichnen und um die User Experience des Produkts im Tipps und Tricks bei der Anwendungergänzen. In diesem Prozess soll die Inter- Fokus zu optimieren.action Map immer zum Verändern, Durch- – Den Beteiligten den Zweck derstreichen und Ergänzen einladen. Es macht Unternehmen können die Interaction Visualisierung erklären:aus diesem Grunde Sinn, die Interaction Map als Startpunkt nutzen, um die User Ziel ist es, einen Überblick zuMap, wie beim Paper-Prototyping auch, Experience über einen längeren Zeitraum schaffen, um die Orte mit demskizzenhaft aussehen zu lassen. strategisch zu verbessern. Die Interaction größten Handlungsbedarf zu Map zeigt den Handlungsbedarf für Usa- identifizieren. Anschliessend werden5. bility Maßnahmen auf. Daraus kann eine die identifizierten HandlungsfelderWie geht’s weiter Roadmap abgeleitet werden, die aufzeigt genauer untersucht. Somit müssen nur in welcher Reihenfolge die identifizierten die relevanten Details aufgenommenMit der Visual Feedback Consolidation Handlungsfelder genauer untersucht werden und die Interaction Map bleibtwurde das im Unternehmen bekannte Wis- werden. Bei der Erstellung der Roadmap übersichtlich.sen über die Benutzer und die Benutzung lassen sich neben der Schwere der Prob- – Alle Punkte eines Stakeholder abbilden:des Produktes zusammengetragen, konso- leme auch andere Aspekte wie z. B. strate- Damit ist die Grundlage geschaffen,lidiert und mit der Interaction Map visua- gische Überlegungen oder Releasezyklen dass alle dem Stakeholder wichtigenlisiert. Neben dem Recycling des vorhan- berücksichtigen. Ein Usability Professional Aspekte erfasst werden und sich jederdenen User Experience Wissen wurden mit kann abhängig von der Problemstellung Stakeholder abgeholt fühlt. Es könnendem Prozess auch die relevanten Stakehol- des Handlungsfeldes Usability Maßnah- bewusst Punkte aufgenommen werden,der abgeholt und in den Benutzerzentrier- men definieren und gemäß der Roadmap die dem UX Experten unproblematischten Prozess eingebunden. Die Stakeholder aufsetzen. Der Usability Professional kann erscheinen. Über die Bedeutung eineserhielten so einen Blick auf die Gesamtsi- sich hierbei aus seinem Methoden- und berichteten Problems entscheidet dietuation und die vordringlichsten Punkte. Erfahrungsschatz bedienen. Methoden anschliessende Bewertung. 105
  • 5. Abb. 5.nach weiteren Interviews.– Bei der Bewertung der Probleme bewusst auf einen Teilbereich oder – Das Sammeln und Konsolidieren die ungünstigste Ausgangslage die Verteilung der Probleme gelenkt von Informationen ist getrennt von annehmen: werden. der Diskussion über den Wert und Ist z. B. ein Problem direkt davon – Lösungsideen für gewisse die Richtigkeit der Informationen. abhängig, ob der Benutzer über Diskussionen weglassen: Dieses aus dem Konfliktmanagement bestimmtes Wissen verfügt oder Dies ist z. B. hilfreich, wenn Designer entnommene Prinzip bringt die nicht, sollte bei der Bewertung völlig neue Konzepte basierend auf Fakten neutral auf den Tisch. Erst davon ausgegangen werden, dass den bestehenden Schwachstellen anschliessend bewerten Stakeholder dieses Wissen nicht vorhanden entwickeln sollen. Sind die die Information; nun in Relation zu der ist. Den Stakeholder kann es Lösungsideen bereits visualisiert, wird konsolidierten Sicht und nicht mehr schwerfallen, eine objektive Bewertung der Blick auf völlig Neues getrübt. zur individuellen Sicht. abzugeben. Die Schwere hängt – Ausgewiesenes Ziel ist es, vom Benutzer und Kontext ab. Je 7. vorhandenes Wissen zu verwenden. nach Wahrnehmung wird das eine Reflexion Die Aussage „das ist nicht Problem verharmlost und das andere repräsentativ“ kann, wenn sie denn übertrieben. Die Bewertung von Das Vorgehen mit der Visual Feedback überhaupt geäußert wird, nun der ungünstigen Ausgangslage gibt Consolidation und der Interaction Map konstruktiv angegangen werden. Ja, einen gemeinsamen Rahmen für die erzielt folgende Wirkung: die Probleme sind nicht repräsentativ, Bewertung vor und verhindert eine – Der Prozess kann durch eine Person die Darstellung zeigt aber Schönwetterbewertung. getrieben werden, welche die Handlungsfelder auf die nachfolgend– Bewertungen visuell codieren: Informationen zusammenträgt und genau untersucht werden können. Um besonders schwerwiegende konsolidiert. Stakeholder können schon Diese Untersuchungen können dann Probleme hervorzuheben, können mit ein bis zwei Stunden Aufwand diesem Anspruch gerecht werden. diese z. B. farblich hervorgehoben einbezogen werden. Der Bedarf – Mit der Interaction Map wird ein werden. Eine andere Möglichkeit ist nach mehrstündigen Workshops Mediationsmittel geschaffen, die Anordnung der Probleme in einem wird umgangen, was sehr gut in eine indem jeder Stakeholder abgeholt zwei-dimensionalen Koordinatensystem. typische Organisation passt. wird und die Konfliktparteien für Auf einer Achse sind die Touchpoints als – Alle Quellen können verarbeitet den Grossteil des Prozesses durch Bereiche abgetragen, die zweite Achse werden: sowohl internes Wissen die Einzelinterviews voneinander entspricht dem Schweregrad. So kann wie auch Beobachtungen aus getrennt sind. die Aufmerksamkeit der Stakeholder Benutzerforschung.106
  • 6. UsabilityProfessionals2012Nutzerwissen wissen und nutzen– Die Interaction Map spricht eine sehr Literatur informelle Sprache und ist deshalb 1. Adlin, T.; Jamesen, H., Krebs, T (2001). leicht verständlich. Fake People and Sticky Notes: Fostering– Die Interaction Map erzeugt eine Communication for Human-Centered Ordnung der Probleme und Lösungen Software Design. Whitepaper, published entlang der Benutzung und zeigt so under http://www.jamesen.com/publications/ die Situation die sich für den Benutzer FakePeople-G.pdf ergibt. Insbesondere für Personen die 2. Beyer, H. & Holtzblatt, K. (1998). Contextual stark segmentiert arbeiten und nur Design: Defining Customer-Centered einen Teil der Probleme sehen erlaubt Systems. San Francisco: Morgan Kaufmann. dies den Blick auf die Gesamtsituation. 3. Löwgren, J. (2005). Inspirational patterns– Die Darstellung als Poster bewirkt, for embodied interaction. Proceedings of dass die Beteiligten sowohl die the Nordic Design Research Conference wesentlichen Details als auch das (Nordes), Copenhagen. Gesamtbild immer vor Augen haben. 4. Pohl, K.(2008): Requirements Engineering– Das Poster als Papier schafft ein – Grundlagen, Prinzipien, Techniken. gemeinsames Arbeitsmittel, dass von Dpunkt-Verlag. jedem Beteiligten direkt verwendet 5. Richter, M & Flückiger, M. (2010). Usability werden kann. Kommentare und Engineering Kompakt: benutzbare Software Erweiterungen können direkt auf gezielt entwickeln. Heidelberg: Spektrum das Poster skizziert und festgehalten Akademischer Verlag. werden. Missverständnisse sind so 6. Torio, J. (2011). Experience Maps Identify weniger häufig. Inefficiencies and Opportunities. UX Mag,– Bilder und Ansichtsexemplare http://uxmag.com/, Article 738, October 4, erlauben Diskussionen über greifbares. 2011. Sachverhalte können demonstriert, 7. Vigenschow, U. Schneider B. & Meyrose ausprobiert und direkt am Produkt Ines (2011). Soft Skills für Softwareentwickler. diskutiert werden. Fragetechniken, Konfliktmanagement,– Der Usability Professional vernetzt sich Kommunikationstypen & Modelle. mit den relevanten Stakeholdern. Dpunkt-Verlag.– Es wird ein Bewusstsein für Usability im Unternehmen geschaffen.– Die Interaction Map zeigt den längerfristigen Bedarf an Usability Engineering Aktivitäten auf.8.SchlussfolgerungFür den Usability Professional ist VisualFeedback Consolidation und die InteractionMap eine Ergänzung zu dem bestehendenMethodenset, das neben den beschrie-benen Wirkungen in einem konkretenEntwicklungsprojekt ebenso für die lang-fristige strategische Planung von UsabilityAktivitäten geeignet ist. Im strategischenKontext eingesetzt ermöglicht das vorge-stellte Vorgehen, Feedback von Benutzernzu konsolidieren und so gezielt zu handeln.Das Vorgehen schliesst damit eine wichtigeLücke zum Usability Roadmapping und istein Baustein, um User Experience in einerOrganisation zu verankern. 107