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FazitEs ist durchaus nicht so, dass Internetquellen insgesamt unwissenschaftlichersind als gedruckte Publikationen. Im Geg...
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Recherchieren wie die Profis - Tipps von der ZBW - Teil 8: Verwendung von Internetquellen in wissenschaftlichen Arbeiten

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Recherchieren wie die Profis - Tipps von der ZBW - Teil 8: Verwendung von Internetquellen in wissenschaftlichen Arbeiten

  1. 1. RECHERCHIEREN WIE DIE PROFIS – TEIL VIIIvon Nicole Krüger, ZBW – Deutsche Zentralbibliothek für Wirtschaftswissen-schaftenJuli 2010Verwendung von Internetquellen in wissenschaftlichen Arbeiten -Wikipedia zitieren oder nicht zitieren?Das Internet ist fast immer der erste Einstieg in die Recherche nach Informatio-nen für die wissenschaftliche Arbeit. Man sucht in Google, geht in die Wikipedia,um sich einen Überblick zu verschaffen. Das ist völlig okay - als erster Einstieg…Wenn Sie Internetquellen und Publikationen aus dem Internet jedoch in wissen-schaftlichen Arbeiten zitieren wollen, muss Wissenschaftlichkeit und Autorschaftder Quellen genau geprüft werden.Warum darf ich Wikipedia nicht in wissenschaftlichen Arbeiten zitieren?Wikipedia ist eine großartige Quelle und verfügt heute wohl über mehr Informati-onen als der Brockhaus oder die Encyclopaedia Britannica. Sie liegt in mehrerenSprachen vor und liefert zu einer Fülle von Themenbereichen und Personen In-formationen. Die Community ist so groß, dass neu eingegebene Inhalte meistvon anderen gegengelesen und gegebenenfalls korrigiert werden. Trotzdem. Inder Wikipedia kann sich jede und jeder anonym anmelden und Inhalte einstellen.Wenn Sie Wikipedia in einer wissenschaftlichen Arbeit zitieren, könnten Sie ge-nau so gut den 13-jährigen Nachbarsjungen zu Ihrem Thema zitieren oder denEisverkäufer, der sich schon immer für das Thema interessiert hat. Denn auchdiese sind die Autorinnen und Autoren in Wikipedia. Und dass die Informationendort schwarz auf weiß stehen, ändert nichts an der Tatsache, dass sie nicht wis-senschaftlich geprüft wurden und darum gegebenenfalls falsch sind.Häufig gibt es in Wikipedia weiterführende Literatur oder Hinweise auf Internet-quellen zu dem Thema. Diese stellen häufig wertvolle Hinweise dar.Tipp: Sehen Sie auch in gedruckte Lexika, Fachlexika und Lehrbücher, um sicheinen ersten Einblick in Ihr Thema zu verschaffen.Und welche Internetquellen darf ich in wissenschaftlichen Arbeiten zitie-ren?Um die Qualität einer Website zu prüfen gibt es einige Anhaltspunkte:Herausgeberin / Herausgeber einer Internetseite oder eines Volltexts: Auf wel-cher Website ist der Inhalt veröffentlicht? - Ist es eine anerkannte Einrichtung? Eine Hochschule, Forschungsein- richtung, ein Ministerium, ein Amt, eine Internationale Organisation, ein Berufs- oder Branchenverband, o.ä.? - Hat die Autorin / der Autor einen akademischen Titel, gehört sie / er ei- ner wissenschaftlichen Einrichtung an? - Ist ein Volltext als Teil einer Serie oder Zeitschrift einer anerkannten Einrichtung erschienen? - Oder handelt es sich um eine private oder kommerzielle Website z.B. mit Werbung? Kommerzielle Websites haben meist nur Interesse an einer möglichst hohen Besucherzahl und nicht an der Verifizierbarkeit von Informationen und scheiden damit als zitierfähige Quellen aus. - Auch Seiten, deren Autorin / Autor:  nicht genannt ist (kein Impressum o.ä.), Recherchekniffe_VIII_pdf / Seite 1 von 3
  2. 2.  nicht identifizierbar ist (öffentlich zugängliche Social-Web- Angebote wie Foren, Wikis, u.ä.) oder  Seiten von Autorinnen oder Autoren, deren Befähigung nicht ein- geschätzt werden kann, scheiden aus, wenn es um das Zitieren in wissenschaftlichen Arbeiten geht.Aufmachung der Seite oder des Volltexts: - Sieht die Seite seriös aus? - Ist der Textstil wissenschaftlich? - Werden andere Seiten oder Publikationen zitiert? - Oder blinken überall Banner und Werbung und - der Textstil ist eher reißerisch?AktualitätAuch die Aktualität einer Website ist ein Qualitäts-Kriterium. Wird die Internetsei-te seit Längerem nicht mehr aktualisiert und gepflegt, könnten die Informationenveraltet sein. Fehlende Aktualität weist häufig darauf hin, dass die Seite nichtinstitutionell, sondern privat betrieben wird und daher besonders gut geprüft wer-den muss.Wichtige Tipps für das Zitieren von Internetquellen Sprechen Sie mit Ihrer Professorin / Ihrem Professor über das Zitieren von Internetquellen und elektronischen Volltexten und holen Sie ihre Meinung zu dem Thema ein. Prüfen Sie, ob es von elektronischen Volltexten auch eine Printversion gibt bzw. ob der Volltext in Bibliothekskatalogen nachgewiesen ist. Wissenschaft- liche Bibliotheken nehmen bereits eine Qualitätskontrolle vor und verzeich- nen i.d.R. nur wissenschaftlich verwendbare Publikationen. Tipp: Nutzen Sie für diese Überprüfung den KVK - Karlsruher Virtueller Kata- log, der alle deutschen Bibliotheksverbünde gleichzeitig durchsucht. Zitieren Sie - wenn vorhanden - die gedruckte Version, da Internet-Volltexte jederzeit aus dem Netz genommen oder geändert werden können. Da Zitie- ren der Nachvollziehbarkeit von Informationen und Aussagen in Ihrem Text dient, ist eine längere Verfügbarkeit der Quelle vorteilhaft. Tipp: Nennen Sie auch bei der Zitation gedruckter Quellen wo möglich die URL der Web-Version. Das erleichtert den Lesern den Zugriff auf die Texte solange diese noch im Netz verfügbar sind. Recherchieren Sie nach qualitätsgeprüften Internetquellen z.B. in Virtuellen Fachbibliotheken, wie dem Verzeichnis der Internetquellen in EconBiz, der Virtuellen Fachbibliothek Wirtschaftswissenschaften. Tipp: Ein Verzeichnis der von Bibliotheken angebotenen Virtuellen Fachbib- liotheken finden Sie in Webis. Wählen Sie Ihr Fach. In der rechten Spalte fin- den Sie die Virtuelle Fachbibliothek verlinkt. Berücksichtigen Sie die Besonderheiten der Literaturangabe von Internet- quellen (diese ist je nach Zitier-Stil oder nach Hochschulvorgaben verschie- den). Dazu gehört i.d.R. die Angabe des Abrufdatums der Internetquelle. Recherchekniffe_VIII_pdf / Seite 2 von 3
  3. 3. FazitEs ist durchaus nicht so, dass Internetquellen insgesamt unwissenschaftlichersind als gedruckte Publikationen. Im Gegenteil wird immer mehr wissenschaftli-cher Output zuerst oder ausschließlich im Internet publiziert. Das Internet ist aberein Sammelsurium von Informationen aller Art und jeder hat die Möglichkeit, dortungeprüfte Informationen einzustellen. Darum ist die individuelle Qualitätsprü-fung und die Sensibilität für das Thema Informationsqualität sehr wichtig.Tipp: Sehen Sie auch das Tutorial "Einstiege ins Internet" in LOTSE, dem Onli-ne-Tutorial zum wissenschaftlichen Arbeiten. Recherchekniffe_VIII_pdf / Seite 3 von 3

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