Smarte Komunen - Lebenslanges und individuelles Lernen (p. 12)

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Kommunales Bildungsmanagement ermöglicht es den Menschen, sich in allen Phasen des Lebens weiterzubilden. Dabei spielen innovative IT-Konzepte eine wichtige Rolle.
Sie tragen zur Modernisierung des Bildungssystems bei. Schulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungenwerden attraktiver für Lehrende und Lernende.

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Smarte Komunen - Lebenslanges und individuelles Lernen (p. 12)

  1. 1. Smarte KommunenWie Städte, Gemeinden und Kreise mit intelligenten IT-Lösungen und innovativenOrganisationsformen die Herausforderungen der Zukunft meistern können.
  2. 2. Inhaltsverzeichnis 03 VORWorT 04 1. Der Wandel zur smarten Kommune 06 2. Professionelle Kundenschnittstelle 06 2.1. Direkter Draht zur Verwaltung 07 2.2. Schnelle Lösung mit Perspektive 08 2.3. Digitale Dokumente sicher aufbewahren 09 2.4. Das Bürgeramt am Automat 10 2.5. Das „Flagschiff“ der Kommune 11 2.6. Integriertes Informations- und Wissensmanagement 12 3. Intelligente Prozesse 12 3.1. Lebenslanges und individuelles Lernen 13 3.2. Vernetzte Versorgung und Prävention 14 3.3. Schneller ans Ziel mit intelligenten Verkehrssystemen 14 3.4. Konzepte für den Klimaschutz 16 3.5. Digitale Beurkundung im Standesamt 16 3.6. Eine Plattform für komplexe Aufgaben 18 4. Effiziente Service-Center 18 4.1. Das Ende der Medienbrüche 18 4.2. Moderne Instrumente der Personalverwaltung 20 4.3. Organisationsmodell der smarten Kommune 20 4.4. Öffentlich-private Kooperation made in UK 22 5. Nachhaltiger Ressourceneinsatz 22 5.1. Der Blick aufs Ganze 22 5.2. Informationsbasierte Steuerung in Kommunen 23 5.3. Hochverfügbare und energieeffiziente Rechenzentren 24 5.4. Innovative IT-Systeme für Leis­ ungskontrolle und Risikomanagement t 25 5.5. Effizienter Einsatz von Personalressourcen 26 6. Autoren 2
  3. 3. Vorwort Der Fokus von Verwaltungsmodernisierung und eGovernment lag bislang auf der Optimierung von Verwaltungsabläufen. Dieser Ansatz scheint mit Blick auf die Wirtschafts- und Finanzkrise kurzfristig und auch langfristig – angesichts des demografischen Wandels, der Globalisierung und der Diskussionen um Nachhaltigkeit – nicht weit- reichend genug. IBM hat deshalb mit „Smarter Cities“ ein neues Leitbild entwickelt. Im Mittelpunkt steht dabei die Kommune als Lebensraum und Wirtschaftsstandort. Die Stadtverwaltung ist Teil eines komplexen Ökosystems im kommunalen Raum, in dem zahlreiche (halb)- öffentliche und privatwirtschaftliche Einrichtungen die Qualität der Aufgabenerledigung beein­ ussen. Um die Standortqualität zu erhöhen fl und im internationalen Wettbewerb um Fachkräfte und Unternehmen zu bestehen, gilt es dieses Netzwerk effizienter und effektiver zu gestalten. Denn eine Kommune, die ihren Bürgerinnen und Bürgern mehr Dienstleistungen, weniger Verkehrsaufkommen, eine saubere Umwelt und Sicherheit bietet, kann sich langfristig von anderen Regionen abheben. In dem vorliegenden Papier werden innovative Lösungen vorgestellt, mit denen die „smarte Kommune“ auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten eine Vorbildfunktion einnehmen kann. Das Whitepaper zeigt neue Chancen für Vorreiter auf, die angesichts des gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Wandels in Deutschland mit kommu- nalen Leuchtturmprojekten an den Start gehen wollen. Im Vorder- grund steht nicht die Problembeschreibung, sondern eine Bestands- aufnahme der Herausforderungen sowie Lösungen und Beispiele, die zeigen, wie ein umfassender Wandel der Kommune zu einem smarten Lebensraum für ihre Bürgerinnen und Bürger und einem attraktiven Wirtschaftsstandort für Unternehmen aussehen kann. Wir haben uns für einen ganzheitlichen Ansatz entschieden, der trotz der Vielzahl an Herausforderungen Instrumente für mehr Service- und Standortqualität vorstellt. Den Weg zu einer modernen, „smarten Kommune“ beschreiben vier Handlungsfelder, die über eine Prozess­ optimierung hinausgehen und einen grundlegenden Wandel durch strukturelle Veränderungen implizieren. Zeigen, wie es gehen kann, Beispiele geben, den innovativen Dialog anregen – das sind die Ziele dieses Papiers für die „smarte Kommune“. Ich wünsche Ihnen, liebe Leserinnen und Leser, eine anregende Lektüre. Michael A. Maier, Geschäftsbereichsleiter Öffentlicher Dienst, IBM Deutschland GmbH3
  4. 4. 1. Der Wandel zur smarten KommuneDer Druck zur Veränderung in den Kommunen nimmt zu. Neue Chancen für VorreiterMassive Haushaltsprobleme drohen, die Handlungsspiel­ Obwohl der Handlungsspielraum kleiner wird, können die Kom­räume werden enger. Deshalb gilt es, jetzt aktiv gegen­ munen mehrere Instrumente wählen, um diesen Herausforderungenzusteuern. Ziel muss es sein, alle Aufgaben effizienter zu zu begegnen.erfüllen und Bürgern sowie der Wirtschaft besseren Servicezu bieten. Die Instrumente dazu sind vorhanden. • Industrialisierung der Dienstleistung: Heutzutage lassen sich Dienstleistungen weitgehend in Teilschritte zerlegen, wie man esFinanz- und Wirtschaftskrise, demografischer Wandel sowie ständig traditionell nur aus der Fertigungsindustrie kennt. Der Ort derneue Erwartungen und Anforderungen stellen die Kommunalver­ Dateneingabe kann ein anderer sein als der Ort der Bearbeitung.waltungen vor große Herausforderungen. Folgende Entwicklungen Die Trennung von „Vertrieb“ und „Produktion“ einer Dienstleistungillustrieren dies: wird ebenfalls möglich. An der Leistungserstellung können zudem Partner beteiligt werden oder – über Internet und Selbstbedie-• Verwaltung als Standortfaktor: Kommunen stehen im besonderen nungs-Terminals – die Kunden der Verwaltung selbst. Maße im Wettbewerb der Regionen. Innovative Städte nutzen • Intelligenz ist überall: Täglich nimmt die Datenflut zu. Das Internet die Anforderungen der EU-Dienstleistungsrichtlinie, um sich orga- verbindet nicht nur Menschen, sondern Dinge. Das steigende nisatorisch neu aufzustellen und den Unternehmen besseren Datenvolumen erfordert nicht nur Strategien zu dessen zielgerich­ Service zu bieten. teter Bewältigung. Gut aufbereitete Informationen eröffnen der• Demografische Entwicklung: Altersbedingt werden viele Mitarbei- öffentlichen Hand bisher ungeahnte Möglichkeiten der wirkungs­ terinnen und Mitarbeiter in den kommenden Jahren aus den gerichteten Leistungssteuerung. Verwaltungen ausscheiden, der Wettbewerb um talentierten • Neue Kooperationsformen: In der Autoindustrie liegt die Fertigungs­ Nachwuchs wird zunehmen. Dies verändert die Personalsituation tiefe teilweise bei unter 10 Prozent, das Fachamt einer Kommune massiv. Langfristig muss das Ziel verfolgt werden, mit weniger erfüllt seine Aufgaben mit mehr als 90 Prozent Eigenleistung. Die Personal effektive Leistungen zu erbringen. Chance liegt nicht in der Abkehr von dezentraler Verantwortung,• Steigende Erwartungen: Kundenorientierung, Vielfalt der sondern in deren Stärkung durch neue Formen der Zusammen­ Kommunikationswege und der Wunsch nach Partizipation prägen arbeit zur dezentralen Leistungserstellung. Dies betrifft die Zusam- heute mehr denn je die Erwartungen der Bürger. Die heutige menarbeit innerhalb der Verwaltung (Abkehr von den Silos der Organisationsform der Verwaltung kann diese Erwartungen nur Dezernate), unter Partnern entlang der Wertschöpfungskette im schwerlich erfüllen. kommunalen Raum (Smarter Cities) und die Zusammenarbeit mit• Sinkende Budgets: Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise der Industrie in Form von strategischen Partnerschaften (Public geraten die kommunalen Haushalte massiv unter Druck. Wenn Private Partnerships, PPP). Leistungen der Stadt nicht signifikant eingeschränkt werden sollen, müssen die Fäden der Marionette getrennt und Effizienz- Aufbauend auf bewährten Erfahrungen kann mit diesen Instrumenten – gewinne, insbesondere in Unterstützungs- und Querschnitts­ auch mit weniger Personal – die Servicequalität stetig verbessert prozessen, genutzt werden. werden. Der Wandel zur smarten Verwaltung gelingt jedoch nicht, indem lediglich bestehende Prozesse optimiert werden. Nötig sindAngesichts dieser Entwicklungen lautet die Frage: Kann die heutige vielmehr grundlegende strukturelle Veränderungen hin zu einerOrganisation kommunaler Aufgabenerfüllung in den nächsten modernen Dienstleistungsorganisation. Vier Handlungsfelder sindJahren weiter aufrechterhalten werden? Der Handlungsspielraum dabei zu beachten (siehe Abb. 1).der Kommunalverwaltungen wird künftig kleiner werden. IBMempfiehlt daher, jetzt aktiv einen umfassenden Wandel zu initiieren.Einerseits wird dadurch eine bessere Servicequalität möglich,was dem Standort nützt. Andererseits ergibt sich für die Beschäftigtender Verwaltung eine höhere Arbeitsplatzsicherheit und -qualität. 4
  5. 5. Professionelle Kundenschnittstelle Intelligente Prozesse Mit modernen Kundencentern erreicht die Durch intelligente Prozesse und neue Verwaltung eine neue Servicequalität in der Formen der Zusammenarbeit wird der Kommunikation Bürokratieaufwand verringert. Smarte Kommune Effiziente Service-Center Nachhaltiger Ressourceneinsatz Mit Dienstleistungszentren Effizienzvorteile Durch zielgerichtete Leistungssteuerung nutzen und die Fachbereiche entlasten. und nachhaltigen Umgang.Abb. 1Professionelle Kundenschnittstelle Effiziente Service-CenterDer Einheitliche Ansprechpartner gemäß der EU-Dienstleistungsricht­ Die Einführung von dezernatsübergreifend agierenden Dienst­eis­llinie und die Behördenrufnummer 115 sind Vorboten einer grundlegen­ tungs­ entren (Shared Service Centern, SSC) ist der nächste zden Neuausrichtung der Kundenschnittstelle in der Kommunalver­ Schritt zu einer modernen und effizienten Verwaltungsorganisation.waltung. Informationen und Genehmigungen werden künftig in profes- Shared Service Center bündeln meist unterstützende Prozessesionellen Kunden-Centern ämterübergreifend je nach Zielgruppen und unter einheitlicher Verantwortung, die bisher dezentral in denLebenslagen aus einer Hand in einheitlicher Qualität angeboten. Der Fachämtern erbracht werden und die diese fortan als Service inKunde kann dabei zwischen mehreren Kanälen wählen: Im Internet Anspruch nehmen. Von den Service-Centern geht ein Modernisie-informiert er sich, klärt im Call Center erste Fragen und im modernen rungseffekt für die Gesamtverwaltung aus, da sich die FachämterBürgerbüro lässt er sich persönlich beraten. Einfache Transaktionen auf wertschöpfende Tätigkeiten konzentrieren und ihre Aufgabenwickelt er über Selbstbedienungskioske ab. Alle Anlaufstellen stehen neu organisieren und priorisieren können.dabei unter einheitlicher Führung, sodass eine gleichbleibende Qualitätund eine integrierte Datenbasis sichergestellt sind. Nachhaltiger Ressourceneinsatz Die Ressourcen einer Kommune müssen zielgerichtet eingesetzt,Intelligente Prozesse flexibel gesteuert, nachhaltig entwickelt und schonend genutztDie Stadtverwaltung ist Teil eines komplexen Ökosystems im kommu- werden. Die Anforderungen an die Mitarbeiterqualifikation und dienalen Raum, in dem zahlreiche (halb)-öffentliche und privatwirtschaft­ Flexibilität des Personaleinsatzes steigen. Gleichzeitig wird Qualitätliche Einrichtungen die Qualität der Aufgabenerledigung beeinflussen. durch ein Klima der Servicekultur mitbestimmt. Die QualifikationDies gilt für die Qualität von Bildung und Gesundheitsversorgung in und Motivation der Beschäftigten sind daher ein kritischer Erfolgsfaktoreiner Stadt oder Region genauso wie für die Bereiche Verkehr, Umwelt für ein modernes Dienstleistungsunternehmen.oder Soziales. Das komplexe Zusammenspiel der an der Wertschöp-fung beteiligten Organisationen wird durch intensivere Kooperation undden Einsatz moderner Informationstechnologie wesentlich einfacher Fazitund effizienter. Will eine Stadt die Bildungsqualität am Standort ver-bessern, lassen sich durch Vernetzung mehr denn je, Chancen aus der Auf dem Weg zur smarten Kommune ist eine neue AufgabenteilungZusammenarbeit von Kitas, Schulen, Hochschulen, Volkshochschulen innerhalb der Stadtverwaltung erforderlich und damit verbundenund sonstigen Bildungseinrichtungen im kommunalen Raum ziehen. eine neue Arbeits- und Organisationskultur, die Kundenservice undDieses Konzept der Smarter Cities hilft der Verwaltung, die Aufgaben- Zusammenarbeit in den Mittelpunkt stellt. Dies ist ein verwaltungs-erfüllung zu optimieren und verwaltungsinterne Prozesse zu vereinfachen. weites und langfristiges Vorhaben. Aber jede Stadt kann jetzt be­­Damit wird auch der Standort im regionalen Wettbewerb gestärkt. ginnen, indem sie ein Leitbild für eine smarte Verwaltung definiert und mit ersten Projekten startet, die Bürgern und Unternehmen kurz- fristige Erfolge liefern und spüren lassen: Meine Stadt ist smart. Dr. Thorsten Gorchs / Eckard Schindler 5
  6. 6. 2. Professionelle Kundenschnittstelle2.1 Direkter Draht zur Verwaltung und IBM OmniFind als Wissensmanagement-Tool basiert, erlaubt es den Service-Center-Mitarbeitern, Bürgeranliegen so schnell wie mög-Eine Rufnummer für alle Ämter und Behörden in Deutschland – lich software-gestützt zu beantworten oder zu bearbeiten. Im Mittel-dieses Ziel verfolgt das Projekt D115. Die Vorteile: Besserer punkt steht dabei nicht der Verwaltungsprozess, sondern der Bürger.Bürgerservice durch Auskünfte aus einer Hand und Entlastung der Ziel ist es, möglichst viele Anfragen schon im ersten Gespräch ab­­Fachämter. Auch kleinere Kommunen können am D115-Verbund schließend zu beantworten. IBM bietet darüber hinaus einen modularenteilnehmen: ASP-Modelle reduzieren die Investitionskosten. Full-Service-Ansatz – von der Einrichtung einer zentralen Front-Office- Struktur durch ein Service-Center bis hin zur Integration möglicherDas Projekt D115 sorgt für einen besseren Service der Ämter und zusätzlicher Fachanwendungen inklusive dem Betrieb von HardwareBehörden. Unter der deutschlandweit einheitlichen Rufnummer 115 und Software.erhalten die Bürger Auskünfte über Leistungen der öffentlichen Ver-waltung – unabhängig von Thema und Zuständigkeit – direkt am Geringe Investitionen beim ASP-ModellTelefon oder innerhalb von maximal 24 Stunden. Ziel der Bundesre- Für kleinere Kommunen ist es meist schwieriger, sich dem D115-gierung ist eine flächendeckende Erreichbarkeit der Behördenruf­ Verbund anzuschließen, da sie, anders als große Städte, über wenignummer. Pilotprojekte für insgesamt rund 10 Millionen Bürger sind Service-Center-Erfahrung verfügen oder die Etablierung einer neuenbereits erfolgreich angelaufen. IT-Infrastruktur nicht finanzieren können. Aus diesem Grund bietet es sich für kleine Kommunen an, die D115-Dienste als Service einzu­Entlastung der Fachämter kaufen und so Investitionen in die Infrastruktur zu vermeiden. EinVielen Kommunen fehlt es an Erfahrung mit dem Aufbau und Betrieb Application-Service-Provider (ASP-Modell) hostet und liefert die fürvon telefonischen Service-Centern. Zwar haben die meisten eine Tele- den Betrieb der D115-Service-Center notwendigen Anwendungenfonzentrale, deren Mehrwert geht jedoch selten über eine reine Ver- und die damit verbundenen Dienstleistungen an die Kommunen. Damittlungsfunktion hinaus. Eine solche Kommunikationslandschaft zu die benötigten Anwendungen über den Provider gehostet werden,modernisieren, bietet augenscheinlich Vorteile: besserer Service mit sind die Investitionskosten für Kommunen geringer. Darüber hinaushöherer Qualität aus einer Hand für die Bürger und Unternehmen, werden die angebotenen Leistungen vertraglich geregelt und gewähr-Größenvorteile moderner Service-Center und vor allem die Entlastung leisten somit mehr Planungssicherheit und eine bessere Kosten­der Fachämter von Standardanfragen. Für den Aufbau der notwendigen kontrolle. Das ASP-Modell der IBM ist mandantenfähig und ermöglichtKommunikations- und IT-Infrastruktur sind jedoch beträchtliche Investi­ es kleinen Kommunen, gemeinsame Service-Center zu betreiben undtionen erforderlich. Diese Ausgaben scheuen viele Kommunen, man- so weitere Kosten einzusparen.chen fehlen schlichtweg die Mittel dafür. D115 in der Modellregion MitteDennoch kann eine Region, eine Stadt, Gemeinde oder ein Landkreis Mit diesem Konzept hat IBM im Rahmen eines EU-weiten Vergabe-grundsätzlich von den Vorteilen der Einführung der einheitlichen verfahrens vom Kommunalen Gebietsrechenzentrum ekom21 – KGRZBehördenrufnummer profitieren. IBM hat einen ganzheitlichen Ansatz Hessen den Zuschlag für die D115-Umsetzung in der Modellregionfür den Aufbau und Betrieb von D115-Service-Centern entwickelt, der Mitte erhalten. Der zwischen ekom21 und IBM abgeschlossene Rahmen­auf IBM Standard-Software, IT-Servicestandards und den Erfahrungs- vertrag umfasst die Lieferung der Standard-Software-Produkte sowiewerten der IBM Service-Center basiert. Die flexible Lösung, die auf die damit verbundenen Dienstleistungen zum Aufbau der Infrastrukturdem IBM Tivoli Service Request Manager als Frontend-Anwendung kommunaler Service-Center. Kommunen erhalten die im Vertrag festgelegten Leistungen zu besonders günstigen Konditionen. Damit haben die Kommunen der Modellregion Mitte die besten Vorausset- zungen, um die einheitliche Behördennummer zeitnah einzurichten. Darüber hinaus tragen flexible und finanzierbare Lösungen wie die der IBM dazu bei, dass die 115 mittelfristig in ganz Deutschland erreichbar ist. Roman Schröder / Simone Michel 6
  7. 7. 2.2 Schnelle Lösung mit Perspektive In der IBM-Lösung übernimmt die Komponente des Tivoli Service Request Managers zunächst die Aufgabe, eingehende Anfragen an­­Die dienstleistungsorientierte Kommune sollte allen Kunden einen zunehmen (Eröffnung eines „Tickets“) und dem Service-Desk-Mitar-zentralen Zugang zur Verwaltung bieten. IBM hat eine Lösung beiter zuzuleiten. Dabei ist es unerheblich, ob die Anfrage telefonischentwickelt, die nicht nur einfach und schnell die Anforderungen in einem Call Center oder persönlich / schriftlich über ein Bürgerbüroder EU-Dienstleistungsrichtlinie erfüllt. gestellt wurde, oder ob sie über ein Internet-Formular generiert wurde. Kann der Service-Desk-Mitarbeiter die Anfrage unmittelbar zuordnen,Die EU-Dienstleistungsrichtlinie hat die deutsche Verwaltung auf so leitet er sie an die zuständige Stelle weiter. Andernfalls kann erkommunaler und Landesebene vor eine völlig neue Herausforderung auf eine Wissensbasis zugreifen, um Zuständigkeiten zu ermitteln odergestellt: Erstmals wurde eine rechtlich verbindliche Norm geschaffen, vergleichbare Fälle aus der Vergangenheit zu finden. Diese mit derdie vorschreibt, die unterschiedlichen Prozesse eines Genehmigungs- Komponente IBM OmniFind realisierte Wissensbasis ermöglicht esverfahrens an einer einzelnen Schnittstelle hin zum Verwaltungskunden ihm auch, einfache Fragestellungen selbst zu beantworten, ohne dasszu bündeln. Doch diese Anforderung ist nicht unbekannt und besteht eine Fachabteilung eingeschaltet werden muss.keineswegs nur im Rahmen der EU-Dienstleistungsrichtlinie. DerWandel der öffentlichen Verwaltung zum Dienstleister erfordert es, den Status der BearbeitungKunden gegenüber einheitlich aufzutreten. Denn Unternehmen und Im weiteren Verlauf übernehmen die Mitarbeiter der FachabteilungBürger sind immer weniger bereit, wie bisher zahlreiche Behörden die Bearbeitung. Sie übertragen die Angaben aus der Serviceanfrageaufzusuchen, um sich für einen komplexen Verwaltungsvorgang unte­­ r in ihr jeweiliges Fachsystem und stoßen dort die gewohnten Bear­schiedliche Einzelbescheinigungen und Genehmigungen ausstellen beitungsschritte an. Im „Ticketsystem“ wird der Status der Bearbei-zu lassen. Vielmehr besteht die Erwartung, das Anliegen an einer tung abgebildet und es ist auch hinterlegt, welcher Sachbearbeiterzentralen Stelle – in einem Bürgerbüro, einem Call Center oder per mit dem Fall befasst ist. Somit ist der Service-Desk-Mitarbeiter beiInternet – vorzubringen. Rückfragen jederzeit auskunftsfähig und kann bei Bedarf Fragen auch an den Sachbearbeiter weiterleiten. Die IBM-Lösung basiert auf einemViele Fachverfahren und isolierte Datenquellen offenen Konzept. Somit ist einerseits eine Integration in die unter-Innerhalb der Verwaltung werden jedoch viele Fachverfahren einge- schiedlichsten Fachsysteme möglich; andererseits ist eine Erweite-setzt und es existieren isolierte Datenquellen, die in die Bearbeitung der rung um eine Vielzahl optionaler Komponenten möglich. Exempla-Anträge eingebunden werden müssen. Auch mit anderen Behörden risch erwähnt seien hier Kollaborationsfunktionen, Prozesssteuerung,oder externen Dienstleistern müssen Informationen ausgetauscht Portaleinbindung und Dokumentenmanagement.werden. Kategorisiert man die Verwaltungsabläufe, so lassen sich imWesentlichen drei Gruppen herausarbeiten: Fazit• Abläufe an der Schnittstelle zwischen der Verwaltung sowie den Bürgern und Unternehmen, Somit bietet IBM den Kommunen eine schlanke und zudem kos-• Abläufe innerhalb der Verwaltung, also Steuerung und tengünstige Lösung, mit der die aktuellen Aufgabenstellungen im Koordinierung der Abläufe zwischen den einzelnen Ämtern Rahmen der EU-Dienstleistungsrichtlinie sowie des Projektes D115 und Fachverfahren, sowie Austausch von Informationen angegangen werden können. Die Stadt Dortmund beispielsweise mit externen Dienstleistern oder anderen Behörden, hat sich entschieden, die EU-Dienstleistungsrichtlinie auf Basis der• Abläufe am Arbeitsplatz des Verwaltungsmitarbeiters. IBM-Lösung umzusetzen. Die Lösung kann aber auch nahtlos in übergreifende E-Government-Konzepte integriert werden und ist inIBM hat für die beschriebenen Anforderungen insbesondere der vielerlei Richtungen ausbaubar.kommunalen Verwaltung eine Lösung auf Basis der KomponentenIBM Tivoli Service Request Manager und IBM OmniFind entwickelt. Karsten Seliger 7
  8. 8. 2.3 Digitale Dokumente Der elektronische Safe erleichtert den Bürgern den elektronischen sicher aufbewahren Zugang zur Verwaltung. Er stattet sie mit geeigneten Werkzeugen aus, um die Verwendung persönlicher Daten zu steuern und nach­ zuvollziehen. Die öffentliche Verwaltung wiederum erhält über denDer elektronische Safe ist ein virtuelles Schließfach für persönliche elektronischen Safe einen medienbruchfreien Zugriff auf Daten undDaten und digitale Dokumente. Die Lösung erfüllt zwei Zwecke: Dokumente, die nötig sind, um Anträge zu bearbeiten. AdministrativeSie erleichtert den Bürgern den Zugang zur Verwaltung, Ämter Abläufe in den Kommunalverwaltungen können so optimiert werden.und Behörden erhalten automatisch und medienbruchfrei Zugriffauf Informationen für die Antragsbearbeitung. Einfacher Datenaustausch Zudem besteht die Möglichkeit, verschiedene Ämter und BehördenDer elektronische Austausch von Daten und Dokumenten trägt dazu zu integrieren. Unter einer Oberfläche findet der Bürger – wie in einembei, die Kommunikation zwischen Behörden und Bürgern effizienter Cockpit – seine im elektronischen Safe abgelegten Informationen,zu gestalten. Die Bürger akzeptieren diesen Kommunikationskanal und er kann alle für sein spezifisches Profil in Frage kommendenaber nur, wenn gewährleistet ist, dass sie die digitalen Dokumente Verwaltungsvorgänge starten. Wenn ein Vorgang gestartet wird –sicher und beweiskräftig aufbewahren können. Dieses Thema gewinnt beispielsweise die Anmeldung eines Kindes an einer Schule – werdenzusätzlich an Aktualität durch Initiativen der Verwaltungsmodernisie- alle beteiligten Behörden in den Prozess eingebunden und erhaltenrung. Die EU-Dienstleistungsrichtlinie etwa schreibt durchgängige automatisch die notwendigen Daten und Dokumente.elektronische Verfahren vor, deren Arbeitsgrundlage zum Teil sensibleDaten der Antragsteller sind. Bei der Bearbeitung müssen die grund- Im Sinne einer kundenorientierten modernen Verwaltung ist es not-legenden Prinzipien des Datenschutzes – wie Datensparsamkeit und wendig, den Datenaustausch zwischen Bürger und Behörde möglichstZweckgebundenheit – in den Prozessen unterstützt werden können. einfach zu gestalten. Insbesondere die Datenerhebung wird durch die Lösung stark vereinfacht. Daten, die bereits vom Bürger in seinemSchließfach für digitale Dokumente Safe hinterlegt und Dokumente, die bereits vorhanden sind, müssenIn diesem Zusammenhang wird der elektronische Safe eine nicht erneut erfasst oder beschafft werden. Der elektronische SafeSchlüsselposition einnehmen: Die Lösung, deren Service-Infrastruktur kann so einfach bedient werden wie Office-Software. Zudem ist eineFraunhofer FOKUS gemeinsam mit der IBM realisiert hat, ist ein am Kontext eines Vorganges orientierte Hilfefunktion integriert.über das Internet erreich­ ares virtuelles Schließfach, in dem elektro­ bnische Daten und Dokumente abgelegt, verwaltet und freigegeben Vertraulichkeit garantiertwerden können (siehe Abb. 2). Als elektronisches Pendant zum Das Systemdesign des elektronischen Safes garantiert die absoluteherkömmlichen Bankschließfach gewährleistet der Safe unbedingte Vertraulichkeit der hinterlegten Daten und Dokumente. Ein mehrstufigesVertraulichkeit. Der Eigentümer des elektronischen Safes ist alleiniger Konzept der Verschlüsselung und Anonymisierung sorgt dafür,Verwalter des Inhaltes. dass die Informationen in kleinen, verschlüsselten Datenpaketen bei Bürger Einwohnermeldeamt A-Gemeinde Personalausweis Meldebescheinigung Kind Gibt Dokumente frei, stößt Prozesse an elektronischer Safe Bürgercockpit Lohnsteuerkarte Sozialversicherungsausweise Einkommensnachweise Meldebescheinigung Kind Kindergeldbescheid Fahrzeugbrief Anmeldungsbestätigung Meldebescheinigung Kind Steuerbescheid Einwohnermeldeamt B-Stadt GirokontoAbb. 2 8
  9. 9. unterschiedlichen Anbietern gespeichert werden. Dadurch ist es tech- ausweisen. Der Einsatz von Kiosk-Systemen als Ergänzung zunisch ausgeschlossen, dass die Datenpakete bestimmten Bürgern persönlichem Kontakt, Internet und Telefon bietet den Kommunenzugeordnet werden können, auch die Speicheranbieter können die spezifische Vorteile:Daten nicht entschlüsseln. Allein der Bürger besitzt den Schlüssel zuseinen Daten und kennt die Adressen der Datenpakete. Wenn er einer • Präsenz in der Fläche bei hoher Verfügbarkeit: Self-Service-Behörde oder einem Dritten bestimmte Daten geben möchte, erstellt Kioske können Verwaltungsangebote auch dort verfügbar machen,er ein Ticket, das nur diesem Berechtigten, einen – eventuell zeitlich wo sich Bürger täglich aufhalten, beispielsweise in Banken oderbegrenzten – Zugriff erlaubt. Einkaufszentren. • Automatisierung von unterstützenden Prozessen: Einfache Anträge beispielsweise für Bescheinigungen, Lizenzen oderFazit Hundemarken können von den Bürgern nahezu komplett selbst- ständig abgewickelt werden. Bei komplexeren Prozessen können Der elektronische Safe löst das Problem, digitale Daten und Doku- zumindest Teile des Prozesses verlagert werden. Fotos können mente sicher aufzubewahren und in Geschäftsprozesse der Kom- direkt aufgenommen, Anträge vom Bürger digital ausgefüllt werden. munen ein­ ubinden. Darüber hinaus ermöglicht er eine bürgerzen- z Erforderliche Bescheinigungen können über Scanner vom Bürger trierte Schnittstelle zu den Leistungen der öffentlichen Verwaltung, erfasst werden und das Terminal kann diese Dokumente an einen deren Bedienungsqualität weit über die bisherigen Ansätze zu einer Sachbearbeiter oder eine Zentrale weiterleiten. Zudem können Punkt-zu-Punkt Kommunikation hinausgeht. IBM sieht die Chance fällige Gebühren per EC- oder Kreditkarte direkt am Self-Service- für Kommunen, ihren Bürgern den elektronischen Safe als Service Kiosk bezahlt werden. anzubieten, um damit die Dienstleistungsqualität und die Verwal- • Bündelung von Informationen und Dienstleistungen: Die Vorteile tungseffizienz zu erhöhen. des Internet und der einheitlichen Behördenrufnummer 115 können durch einfach bedienbare Kiosk-Systeme auch vor Ort in den Ämtern für Kunden nutzbar gemacht werden – bei Bedarf auch mehrsprachig oder integriert mit privatwirtschaftlichen Dienstleistungen oder Werbeinformationen. Auch Anregungen, Hinweise und Meinungen der Bürger können mit dem Kiosk- System erfasst werden. Eine Self-Service-Terminal-Lösung macht Boris Baltzer / Wolfgang Götte / Christian Breitenstrom (Fokus) jedoch nur Sinn, wenn sie die unterschied- lichsten Anforderungen der Kommunen oder Behörden hinsichtlich der zu erbrin-2.4 Das Bürgeramt am Automat genden Dienstleistungen abbilden kann. Schon einfache Lösungen in Be­­ hörden wieEin Service-Kiosk hat für Bürger und Verwaltung Vorteile. beispielsweise ein Wegeleitsystem undDurch die Einführung des elektronischen Personalausweises im das Angebot eines lebenslagenorientiertenJahr 2010 sind weitergehende Dienstleistungen möglich. „Aktionsplans“ können die Transparenz der Behörde gegenüber einem Besucher dra-In vielen Dienstleistungsbranchen ist es selbstverständlich geworden, matisch erhöhen und die Arbeitsbelastungdass sich die Kunden selbst bedienen. Geld am Automaten abzuheben der Mitarbeiter senken. Andere Dienstleis-ist der Regelfall, und jeder zweite Flugreisende checkt an Self-Service- tungen erfordern eine deutlich komplexereTerminals der Fluggesellschaften ein. Der Nutzer hat den Vorteil, dass technische Ausstattung. Anstatt einesder Service sofort und jederzeit verfügbar ist. Für die Unternehmen Standard-Terminals bietet IBM eineergeben sich beträchtliche Einsparungen. Sie wollen deshalb möglichst individuell anpassbare sowie flexibleviele Kunden dazu bringen, diese Angebote zu nutzen. Self Services Lösung und adressiert damit diesespielen auch im Internet eine Rolle. Da die Kunden ihre Daten direkt Unterschiede.eingeben, werden Medienbrüche vermieden, die Fehlerrate sinkt unddie Geschäftsprozesse können effizienter abgewickelt werden. Aber: IBM ist seit 1986 im Self-Service-BereichÜber das Internet wird nicht jede Zielgruppe erreicht. tätig und einer der weltweit führenden Anbieter von Kiosk-Systemen. Der IBMBürgerservice durch Terminals Anyplace Kiosk ist ein PC mit Touchscreen,Auch Kommunalverwaltungen können ihre Kunden über einen Self- der ohne viel Platzbedarf als Tisch- oderService-Kiosk erreichen. Wie im Internet werden Informationen und Wandlösung betrieben werden kann. DerLeistungen aus unterschiedlichen Ämtern angeboten und der Kiosk komplette Self-Service-Kiosk kann auchkann Ausgangspunkt für unterschiedliche Verwaltungsprozesse sein. in ein individuell gefertigtes GehäuseNach der Einführung des elektronischen Personalausweises im Jahr in­egriert werden, inklusive aller notwen­ t2010 können auch Dienstleistungen angeboten werden, die eine digen Peripheriegeräte wie Drucker,Identifikation des Kunden erforderlich machen. Denn über das an­­ Kamera, Scanner, Aus­ eis­eser w lgebrachte Kartenlesegerät können sich die Bürger direkt am Terminal und auch Bezahl-Terminals. 9
  10. 10. Fazit • Zielgruppenausrichtung: Damit den Bürgern zielführend ein Fenster zu allen Verwaltungsangelegenheiten aufgestoßen werden kann, Die Einführung von Kiosk-Systemen als zusätzlichen Kommunika- ist eine konsequente Zielgruppenorientierung nötig. Die Freie und tionskanal zwischen Verwaltung und Bürger ist ein weiterer Schritt Hansestadt Hamburg hat beispielsweise neben Kundenzentren hin zu einer modernen Kundenschnittstelle. Insbesondere in den für reguläre Bürgerangelegenheiten auch Zentren für soziale Dienst- Bürgerbüros sieht IBM die Chance, schnelle erste Erfolge zu erzie- leistungen, Wirtschaft, Bauen und Umwelt gegründet. len und den Kiosk-Ansatz im Zuge der Einführung des elektroni- • So nah am Bürger wie möglich: Bei der Wahl neuer Vertriebsko­ schen Personalausweises schrittweise auszubauen. IBM kann hier operationen gilt für jede Dienstleistung die Maxime „so nah am die Kommunen mit umfangreichen Erfahrungen aus anderen Bran- Bürger wie möglich“. Wenn andere Institutionen zuerst Kontakt mit chen bei der Planung, Konzeption, Einführung und dem Betrieb dem Bürger haben, wie z. B. bei der Kfz-Zulassung das Autohaus von Kiosk-Systemen unterstützen. oder die Versicherung, so können die Front-Office-Funktionen auch dort übernommen werden. • Single-Window-Service: Der Zugang zu Angeboten aller Ver­ al­w - Markus Dierkes tun­ en und Dienstleister, die in einer bestimmten Lebenslage g oder Geschäftssituation erforderlich sind (beispielsweise Umzug oder Gewerbeanmeldung), kann komplett vom Bürgerbüro2.5 Das „Flagschiff“ der Kommune organisiert werden. • Unterstützung verschiedenartiger Geschäftsprozesse: ZahlreicheModerne Bürgerbüros zeichnen sich durch innovative Vertriebs­ Anliegen lösen komplexe Arbeitsabläufe aus. Wichtig ist, dass diekonzepte und Kooperationen mit anderen öffentlichen oder Vorqualifikation von Anträgen bereits im Bürgerbüro erfolgt. Umfas-kommerziellen Organisationen aus. Dadurch sinken die Kosten sende Schulung der Mitarbeiter und ein hoher Integrationsgrad in dieund qualitativ hochwertige Dienstleistungen bleiben in kleinen Fachverfahren sind die Voraussetzung für eine hohe Dienstleistungs­ländlichen Gemeinden oder in Stadtteilen verfügbar. qualität und die Akzeptanz der kommunalen Service-Agentur. • Multikanalfähigkeit und Mehrzonenprinzip: Die freie Kombinierbar-Das kommunale Bürgerbüro ist der wichtigste Kommunikationskanal keit verschiedener Zugangsformen, in Ergänzung zum persönlichenzwischen Bürger und Verwaltung. Ähnlich wie im Bankenbereich wird Kontakt im Bürgerbüro, ist für viele Bürger unverzichtbar. Auch dieder persönliche Gang zur Behörde auch auf lange Sicht der am meisten Gestaltung der Räumlichkeiten vor Ort durch attraktive Mehrzonen-genutzte Zugang zu Verwaltungsleistungen bleiben – ungeachtet der konzepte liefert einen wichtigen Beitrag für die Leistungsqualität.weiter zunehmenden Bedeutung von Online-Services und der Einfüh- • Gewährleistungsarchitektur: Für die Leistungserbringung kommenrung der einheitlichen Behördenrufnummer 115. In den Bürgerämtern, nicht nur Verwaltungsträger, sondern auch halb-öffentliche unddie vielerorts Ende der 1990er-Jahre entstanden sind, hängt jedoch private Träger in Betracht (Sparkassen, Post, Lotto-Toto-Annahme-in Sachen Serviceorientierung und One Stop Government noch häufig stellen). Damit kann im ländlichen Raum die Präsenz der Verwal-der Mief der Amtsstuben. IBM sieht jedoch die Bürgerbüros als tung bewahrt werden oder beispielsweise Verwaltungsleistungentragen­ es Element und Aushängeschild einer modernen Verwaltung. d dorthin gebracht werden, wo der Kunde sich bewegt.Dazu tragen innovative Vertriebswege und -kooperationen bei.Gestaltungsmöglichkeiten durch IT FazitDie Informationstechnik eröffnet im Verhältnis zwischen Bürger undVerwaltung neue Gestaltungsmöglichkeiten. Zahlreiche kommunale Kommunen können durch innovative Vertriebskonzepte und Ver-Ver­ altungsleistungen können ihren Empfängern woanders zugäng- w triebskooperationen mit öffentlichen oder kommerziellen Anbieternlich gemacht werden als am Ort ihrer Produktion, dem Fachamt. Der auch bei eingeschränkten finanziellen Handlungsspielräumen denZugang zu öffentlichen Services und bei Bedarf ergänzenden kom- Bürgerservice steigern. Durch niedrigere Vertriebskosten werdenmerziellen Dienstleistungen kann in modernen Bürgerbüros umfassend qualitativ hochwertige Dienste und Informationen auch in kleinengebündelt werden. Solche Bürgerbüros sind nicht nur One Stop Shops ländlichen Gemeinden oder in Stadtteilen verfügbar. Persönlichefür Dienstleistungen der Kommune, vielmehr ermöglichen sie eine Ver- Bedienung setzt Zugangsschwellen herab, stellt sich auf die Bür-triebskooperation zahlreicher öffentlicher und privater Organisationen. ger ein und erzeugt Kundenbindung. Damit liefert das moderneIBM hat sechs Anforderungsdimensionen identifiziert, die bei der Kon- Bürgerbüro als „Flagschiff“ der Kommune mit einem positivenzeption und Umsetzung innovativer Vertriebskonzepte zentral sind: Erlebniswert einen wichtigen Beitrag zur Identifikation der Bürger mit der Stadt und ihrer Verwaltung. Cornelia Pehse 10
  11. 11. 2.6 Integriertes Informations- und Der ganzheitliche Ansatz von IBM Wissensmanagement Die Einführung der Pressestelle 2.0 stellt Behörden vor die Herausfor- derung, die Möglichkeiten der Web-2.0-Technologien in die geltenden Standards des Verwaltungshandelns zu integrieren. IBM antwortetWeb-2.0-Technologien ermöglichen eine neue Qualität der auf diese Anforderungen mit einem auf die öffentliche Verwaltung zu­­Kommunikation zwischen Kommune und Bürgern. Mit der geschnittenen, ganzheitlichen, methodischen Vorgehen zum Transfor-Pressestelle 2.0 bietet IBM einen neuen Ansatz für eine effiziente mationsmanagement. Der Ansatz umfasst sowohl die Ablauf- undPresse- und Öffentlichkeitsarbeit im Internet-Zeitalter. Die Aufbauorganisation einschließlich der IT als auch die personalrecht­kommunale Pressestelle wird dabei mit lokalen und regionalen lichen, wirtschaftlichen und projektorganisatorischen Aspekte.Wissensträgern vernetzt. Zentraler Bestandteil eines ganzheitlichen Transformationsmanage-Die kommunale Pressestelle ist das Sprachrohr der Gemeinde. ments ist die aktive Gestaltung des Wandels. Die Etablierung derBislang dominiert in diesem Bereich die klassische Einweg-Kommu­ Pressestelle 2.0 geht mit ablauf- und aufbauorganisatorischen Um­­nikation, Medien werden auf Anfrage oder aktiv informiert und die strukturierungen einher, die deutliche Veränderungen für die Beschäf-Inhalte über Printkanäle, Radio, TV und Internet gestreut. Im Web-2.0- tigten der Kommune mit sich bringen. Insbesondere die TransparenzZeitalter ist jedoch Interaktion statt Einweg-Kommunikation gefordert: erhöht sich: Wissen – bislang vor allem auf lokalen FestplattenWissen vermehrt sich durch Teilen, Mitteilen, Weitersagen, Bewerten der Mitarbeiter oder auf Referatslaufwerken abgelegt – muss auf einerund Kommentieren – verwaltungsintern ebenso wie im Dialog mit den integrierten Wissensplattform zugänglich gemacht werden. IT-Bürgerinnen und Bürgern. Voraussetzung für eine effiziente Presse- gestützte Echtzeitkommunikation, etwa mittels Chats (Lotus Sametime),und Öffentlichkeitsarbeit im Internet-Zeitalter des Web 2.0 ist ein inte- erfordert die Bereitschaft der Mitarbeiter erreichbar zu sein, indemgriertes Informations- und Wissensmanagement, das die kommunale sie ihre Verfügbarkeit innerhalb eines Geschäftsbereiches, einesPressestelle mit den lokalen und regionalen Wissensträgern vernetzt. Dezernates oder eines Fachamtes anzeigen.Diesen Ansatz verfolgt IBM mit der Pressestelle 2.0.Katalysator für Informations- und Wissensmanagement FazitMitarbeiter einer kommunalen Pressestelle und Öffentlichkeitsarbeiterkönnen mit der IBM Pressestelle 2.0 durch einen auf Web-2.0-Tech- Mit der Pressestelle 2.0 bietet IBM einen ganzheitlichen Ansatz fürnologien basierenden Dialog auf die Anforderungen der Medien und die Einführung von Web-2.0-Technologien an und unterstützt diedie wachsenden Erwartungen der Bürger an eine kundenfreund­ichel smarte Kommune beim Wandel zu einem öffentlichen Dienstleis-und interaktive Verwaltung noch schneller reagieren und interagieren. tungsunternehmen. Ein entscheidendes DifferenzierungsmerkmalBehördenintern setzen die mit dem Web-2.0-Ansatz erweiterten dieses Ansatzes ist die Optimierung der KommunikationsprozesseDialogmöglichkeiten das in der Organisation verteilte Know-how unter Berücksichtigung der Grundprinzipien und der Maßstäbe desfrei und führen es in der IBM Pressestelle 2.0 zusammen. Mit der Verwaltungshandelns. Nur unter dieser Voraussetzung wird aus demPressestelle 2.0 demonstriert IBM, dass Web-2.0-Technologien Hype rund um Web 2.0 mehr als ein Strohfeuer für eine nachhaltigenicht nur eine neue Qualität der Kommunikation zwischen Staat und Verwaltungsmodernisierung.Bürgern ermöglichen, sondern auch eine nachhaltige Verwaltungs­reform und -transformation im Sinne einer Knowledge Sharing Cultureunterstützen können. Markus Tofote / Cornelia Pehse / Marco SchraderMit dem Software-Paket Lotus Connections Web 2.0 bietet IBMBehörden und Unternehmen die zurzeit einzige Software-Lösung an,die gezielt Kernthemen von Web 2.0 und IT-gestütztem Wissens­management adressiert: Expertise und Know-how inKöpfen und Datenbanken finden, Lösungen für sozialePlattformen und Vernetzung, Verschlagwortung,Ad-hoc-Zusammenarbeit, Echtzeitkommu­ ikation nund vieles andere mehr. Auch diePortaltechnologie IBM WebSpherePortal ist speziell auf den Einsatzvon Web-2.0-Techno­ogienlabgestimmt und optimiert. 11
  12. 12. 3. Intelligente Prozesse3.1 Lebenslanges und Diese fünf Wegweiser sind deckungsgleich mit dem sogenannten individuelles Lernen „Ausbildungskontinuum“, das die traditionellen Grenzen zwischen akademischen Segmenten, Bildungsanbietern und Initiativen zur wirt- schaftlichen Entwicklung auflöst (siehe Abb. 3). Das Ausbildungs­Kommunales Bildungsmanagement ermöglicht es den kontinuum gewährleistet ein besser ineinandergreifendes und ausge-Menschen, sich in allen Phasen des Lebens weiterzubilden. stattetes, intelligenteres Bildungssystem im regionalen und kommuna-Dabei spielen innovative IT-Konzepte eine wichtige Rolle. len Raum. Hier ist eine nachhaltige Zusammenarbeit von Bildungs­Sie tragen zur Modernisierung des Bildungssystems bei. einrichtungen mit kommerziellen Partnern, Stiftungen und anderenSchulen, Universitäten und andere Bildungseinrichtungen Beteiligten für Städte, Landkreise und Regionen von hoher Bedeutung.werden attraktiver für Lehrende und Lernende. Kommer­ ielle Partner und Institutionen müssen zusammenarbeiten, z um moderne Standards und Plattformen zu definieren und Innovatio-Bildung ist ein zentrales Zukunftsthema in Deutschland. Deshalb nen zu schaffen. Durch eine Kooperation der Lehrenden können neuemüssen die Kommunen ganzheitliche Bildungskonzepte entwickeln, Technologien nutzbar gemacht, Erfahrungen ausgetauscht und damitmit denen sie lebensbegleitendes Lernen von der frühkindlichen eine neue Form des Lernens und Lehrens ermöglicht werden.Förderung bis hin zu breit gefächerten Weiterbildungsangeboten fürErwachsene umsetzen können. Denn „Lebenslanges Lernen“ wird Kundenorientierte Bildungsdienstleisterzu einem Wettbewerbsfaktor in unserer heutigen Gesellschaft. IBM unterstützt und berät Bildungs- und Forschungseinrichtungen auf dem Weg zu einem kunden- und serviceorientierten Bildungsdienst-Wegweiser für bessere Bildung leister. Das innovative Lösungsportfolio umfasst akademische wieIBM hat fünf Wegweiser identifiziert, die zeigen, wo die Herausforde- technologische Beratung für Schule, Studium, Lehre und Verwaltung.rungen für ein lebenslanges Lernen im kommunalen Raum liegen.Um die Richtung und den Stellenwert des Wandels nachzuvollziehen • Smarte Schulklassen und Seminargruppen: Traditionelle Ausgabenund umsetzbare Strategien für die Bildungspolitik, für Investitionen werden ergänzt durch Investitionen in PCs, lizenzierte Software,und Bildungsprogramme zu entwickeln, ist die Betrachtung der Thin Clients, gehostete Desktops, Open Source Tools in Formfolgenden Punkte hilfreich: von Inhalten und Unterrichtsmaterialien sowie intelligente Systeme, die einen besseren Überblick über schulische und studentische• Vertiefung des technologischen Wissens. Leistungen geben. Mit dem Campus-Management-System Cam-• Personalisierte und vielseitige Lernpfade. pusNet können Studierende über ein Webportal ihre individuelle• Fachwissen für eine dienstleistungsorientierte Wirtschaft. Lernumgebung einrichten. Ferner wird den Lehrenden ermöglicht,• Globale Integration von Systemen, Ressourcen und Kulturen. über diese Plattform ihr Lehrangebot anzubieten.• Die Rolle der Bildung in der Wirtschaft des 21. Jahrhunderts. Grundschule In di vi du el Weiterführende Schule le s Personal- Le fähigkeiten rnk Hochschulen on tin uu m Lebenslanges Lernen Das Ausbildungs- Kontinuum Intelligent • Integrierter Datenabgleich m • Überblick über Leistungen uu und Ergebnisse in ont -K Instrument Ökonomische m • Zentriert auf den Lernenden Nachhaltigkeit te • Integrierte Bewertungsprozesse ys g ss un Ineinander greifend ld • Unterstützung von Shared Services Bi • Vollständig kompatible ProzesseAbb. 3 12
  13. 13. • Smarte Administration: IBM bietet die Implementierung von SAP Patientendaten rechtssicher koordinieren ERP in Form des IBM-Hochschulmasters an. Dabei handelt es sich Moderne Technologielösungen von IBM helfen heute schon, die kom- um eine hochschulspezifische SAP-Lösung, in der Funktionalitäten, plexen Daten der Patienten rechtssicher zu koordinieren. Damit wird Prozessabläufe, Stammdaten und Strukturen ausgeprägt sind, Risikopatienten frühzeitig geholfen, versorgungsspezifische Abläufe die speziell für Lehr- und Forschungseinrichtungen von Bedeutung werden in einer sektoralen Gesundheitsversorgung optimiert, Kosten sind. Mit dem System wird das Rechnungswesen auf die Doppik gesenkt und für jeden Bürger der Weg zu einer individualisierten umgestellt. Damit rückt die Wirtschaftlichkeit des Verwaltungshan- Medizin geebnet. Solche Lösungen müssen aus Sicht von IBM delns in den Vordergrund und Transparenz wird geschaffen auf Basis einer stabilen, integrierten IT-Architektur. • integriert sein für eine zuverlässige Steuerung des Informations-• Innovation durch Forschung: Mit Hochleistungsrechnern wie dem flusses zur aussagekräftigen Interpretation von medizinischen Daten, Supercomputer IBM Blue Gene werden wissenschaftliche Forschung • vernetzt sein zur Nutzung der Telematikinfrastruktur für sichere und Innovation und damit auch die Förderung der wirtschaftlichen und patientenorientierte Dienstleistungen, Entwicklung von Regionen und Ländern beschleunigt. • intelligent sein zur innovativen Unterstützung klinischer Entscheidungen und integrierter Versorgungsprozesse.Fazit In Hannover beispielsweise nutzt eine Klinik moderne IT-Lösungen von IBM, um Abläufe in der ambulanten Unfallchirurgie zu verbessern, Der Einsatz innovativer IT-Konzepte und -Lösungen verschafft Bil- Wartezeiten zu reduzieren und so die Behandlungsqualität für die dungsinstituten im kommunalen Raum viele Vorteile. Die Bildungs- Patienten zu erhöhen. IBM bietet auch eine integrierte Lösung für einrichtungen werden attraktiver, auch überregional und internatio- Behörden, Kliniken und Ministerien an, welche die effiziente Steuerung nal können die besten Talente rekrutiert und gehalten werden. der Kommunikation bei Pandemiefällen zum Schutz der Gesundheit Schulen und Hochschulen können sich mit anderen vergleichen von Personal und Patienten möglich macht. Die Lösung wird derzeit und sich so im Wettbewerb besser positionieren. Moderne Tech- u.a. auch in Kanada für Massenimpfstrategien des Gesundheitsminis- nologien wie Cloud Computing bieten Bildungseinrichtungen neue teriums genutzt. Möglichkeiten zur Schaffung von regions-, bereichs- und system- übergreifenden Shared Services. Der Zugang zu Bildungsangebo- In Bozen (Italien) und in Dänemark setzt man mittels Telemedizin- ten in ländlichen Gemeinden wird verbessert, die Qualität der Lösungen von IBM auf die Fernüberwachung von Gesundheitsdaten Dienstleistungen erhöht und die anfallenden Kosten gesenkt. in Echtzeit, damit ältere Patienten länger zu Hause leben können. In Bad Oeynhausen wird derzeit eine Telemedizin-Lösung für Patienten mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen ausgebaut, um nach der stationären Yvonne Krampe / Yvonne Balzer / Cornelia Pehse / Stephan Mautner Behandlung eine optimierte Nachsorge für chronisch kranke Patien- tengruppen sicherzustellen. In Erlangen nutzt eine Klinik ein intuitives, auf die klinischen Belange zugeschnittenes Berichtswesen von IBM3.2 Vernetzte Versorgung zur Steuerung von medizinischen und wirtschaftlichen Kennzahlen und Prävention gemäß den gesetzlichen Bestimmungen für die einzelnen medizini- schen Fachabteilungen. Erst auf der Grundlage einer solchen Lösung kann eine Klinik unter DRG-Bedingungen ihre strategischen Entschei-Kommunen müssen stärker als bisher in die Gesundheitsvor­ dungen fundiert untermauern.sorge investieren. Voraussetzung für eine aktive Versorgungs-und Präventionspolitik ist, dass die Beteiligten des Gesundheits­wesens vernetzt zusammenarbeiten. FazitGesundheit ist ein hohes Gut und ihre Erhaltung setzt beim Umfeld Alle diese Lösungen haben großes Potenzial weit über ihren aktu-des Menschen an. Deshalb müssen Kommunen in Deutschland heute ellen kommunalen oder medizinischen Radius hinaus. In einer ver-in die Gesundheit und in die Qualität der Versorgung investieren und netzten, integrierten Versorgungssteuerung können sich gute Ideenmit Vorsorge- und Gesundheitsprogrammen dazu beitragen, dass im kommunalen Umfeld schnell verbreiten. Das Ergebnis: Sinkendedie Bürger gesund bleiben. Denn gezielte Vorsorgeuntersuchungen, Kosten, steigende Behandlungsqualität und ein „intelligentes“,eine aktive Beteiligung der Patienten und eine individuelle Betreuung bezahlbares Gesundheitssystem, das dafür sorgt, dass es demtragen dazu bei, die Entstehung von chronischen Krankheiten wie Einzelnen und der Gesellschaft besser geht.Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes frühzeitig zu erkennenund entgegenzuwirken, bevor diese ausbrechen. Integrierte Präven­tionsangebote setzen voraus, dass verschiedene lokale Partner aus Manuela Müller-Gerndtdem Gesundheitswesen – niedergelassene Hausärzte, Fachärzte,Psychotherapeuten, Krankenhausärzte, medizinische Forschungsein-richtungen und Krankenkassen – vernetzt sind und zusammenarbeiten. 13
  14. 14. 3.3 Schneller ans Ziel mit Das Mautsystem hatte einen positiven Einfluss auf die Verkehrssitua- intelligenten Verkehrssystemen tion und die Lebensqualität der Einwohner von Stockholm insgesamt. Am Ende des Versuchszeitraums war die Verkehrsbelastung um fast 25 Prozent zurückgegangen. Die Fahrpläne im öffentlichen Nahver-Zäh fließender Verkehr und tägliche Staus prägen die Verkehrs­ kehr mussten überarbeitet werden, weil Busse und Straßenbahnenlage in vielen Städten. Abhilfe schaffen intelligente Verkehrssys­ die Haltestellen wegen des geringeren Verkehrsaufkommens schnellerteme, die dafür sorgen, dass Fahrzeuge schneller ans Ziel kom­ erreichten. Darüber hinaus verzeichnete der Einzelhandel in der Innen-men und die Umweltbelastung sinkt. Das Beispiel Stockholm stadt Umsatzsteigerungen von sechs Prozent.könnte hier Schule machen.Für viele Städte wird das Thema Verkehr zunehmend zu einer Belas- Fazittungsprobe. Da insbesondere in Ballungsräumen die Bevölkerungs-zahl kontinuierlich steigt, wird auch das Verkehrsaufkommen immer Mit den richtigen Konzepten und Partnern ist die Umsetzung vongrößer. Zäh fließender Verkehr und Staus sind hier an der Tagesord- smarten und individuellen Ideen für ein intelligentes Verkehrswesennung. Das zehrt nicht nur an den Nerven der Autofahrer, sondern unabhängig von den jeweiligen Bedingungen einer Kommune lös-belastet auch die privaten Haushalte: Bis zu drei Prozent des Brutto- bar. Viele Städte haben wie Stockholm bereits wichtige Schritteinlandsprodukts werden für Treibstoff ausgegeben. Zudem nimmt die eingeleitet, um ihren Bürgern intelligente Verkehrssysteme zur Ver-Umweltbelastung zu. Der Großteil der weltweiten CO2-Emissionen fügung zu stellen, die ihnen ein besseres Zeitmanagement, niedri-stammt nicht aus der Industrie, sondern von Fahrzeugen auf städti- gere Kosten und weniger Umweltbelastung gewährleisten und soschen Straßen. ihre Lebensqualität positiv beeinflussen. Ein reibungslos fließender Verkehr ist damit einerseits ein echter Standortfaktor für Kommu-CO2-Ausstoß senken nen und andererseits ein Garant für zufriedenere Bürger.Ein reibungsloser Verkehrsfluss auf den Straßen ist also aus mehrerenGründen wünschenswert. Voraussetzung dafür ist ein gut funktionie-rendes, intelligentes Verkehrssystem, das dafür sorgt, dass alle Fahr- Kristina Temmel / Steffen Schäferzeuge schneller ans Ziel kommen, der CO2-Ausstoß nachhaltig sinkt,dabei kosteneffizient ist und einen Beitrag zur Verkehrssicherheit leis-tet. Der Aufbau intelligenter Verkehrssysteme ist oft schwierig, weil die 3.4 Konzepte für den KlimaschutzVoraussetzungen dafür von Stadt zu Stadt verschieden sind. Mit denrichtigen Strategien ist es dennoch möglich, gemeinsam mit Kommu- Kommunen tun bereits viel für den Klimaschutz. Die einzelnennen und kommunalen oder regionalen Verkehrsbetrieben individuelle Maßnahmen sollten jedoch koordiniert und in ihren WirkungenLösungen für die jeweils spezifischen Anforderungen zu entwickeln. analysiert werden. Auf dem Weg zur „Energieeffizienten Stadt“Die Einführung von intelligenten Software-Lösungen ist ein erster wichtiger geben indikatoren-gestützte Informationssysteme die Richtung vor.Schritt, um die Verkehrssituation zu verbessern. Doch Strategien fürsmarte Verkehrssysteme müssen weit mehr umfassen. IBM stellt daher Kommunen sind sich ihrer Verantwortung beim Thema Energieeffizienzein Leistungsspektrum zur Verfügung, das ganzheit­iche Analysen, l und Klimaschutz bewusst. Viele engagieren sich deshalb aktiv inBewertungen und Optimierungen komplexer Szenarien ermöglicht. Klimabündnissen und entscheiden sich für die Teilnahme am euro­ - pä­schen Energie-Zertifizierungssystem European Energy Award, iCity-Maut in Stockholm um ihre Energieeffizienz zu bewerten und zu verbessern. Eine „Energie­Die schwedische Hauptstadt Stockholm hat gemeinsam mit IBM einen effiziente Stadt“ steckt sich beispielsweise folgende Ziele:Ansatz für ein intelligentes Verkehrssystem zur Lösung ihrer wachsen-den Verkehrsprobleme entwickelt. Die Ausgangssituation war mehr • Reduktion des Energieverbrauchs der Stadtverwaltungals brisant: Über eine halbe Million Fahrzeuge pro Tag verstopften die um 30 Prozent bis zum Jahr 2020,Straßen, die Fahrtzeit für Pendler stieg von Jahr zu Jahr. Als Reaktion • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien der privaten undauf diese Entwicklung entschied sich die Swedish National Road gewerblichen Verbraucher auf 30 Prozent im Sektor Strom,Administration (SNRA) für die Einführung eines City-Mautsystems, das • Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energien auf 20 Prozentdie Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln erhöhen und somit das im Sektor Wärme.Verkehrsaufkommen und die Umweltbelastung verringern sollte. IBMund seine Partner unterstützten die SNRA und die Stadtverwaltung in Viele Kommunen stehen vor der Herausforderung, dass zwar ein kon-Stockholm dabei, eine Lösung zu entwickeln, mit der Gebühren beim kreter Aktionskatalog vorliegt und sich teilweise auch bereits in derPassieren von Kontrollstellen auf dem Weg in die Stockholmer Innen- Umsetzung befindet, andererseits jedoch die Effektivität und dasstadt und zurück berechnet werden. Die Stadt richtete an den Zusammenwirken der einzelnen Maßnahmen noch schwer zu belegenZufahrtsstraßen ein störungsfrei arbeitendes System auf der Grund- sind. In der Praxis mangelt es zumeist an den personellen Ressourcen,lage von Lasertechnologie, Kameras und IT-Systemen ein, mit dem die Daten für die Nachweisführung und Dokumentation von Energie­Fahrzeuge erfasst und identifiziert sowie die zugehörigen Gebühren effizienzmaßnahmen verfügbar zu machen.eingezogen werden. 14
  15. 15. Energierelevante Funktionen CO2-Berichts- und InformationssystemDie Kommunen haben eine Vielzahl energierelevanter Funktionen. IBM bietet interessierten Kommunen den Aufbau eines indikatoren-In den folgenden Handlungsfeldern lassen sich beispielsweise gestützten Informationssystems an, welches zum einen die CO2-Ein-konkrete Einsparungen erzielen: sparungen der Einzelmaßnahmen nachweist und bilanziert und zum anderen die Möglichkeit gibt, frühzeitig steuernd einzuwirken, falls• Entwicklungsplanung und Raumordnung bestimmte Messgrößen vom Ziel abweichen. Für die Konzeption und (z.B. Energieplanung, Einhaltung von Standards), Umsetzung eines CO2-Berichts- und Informationssystems sind einige• kommunale Bauten und Anlagen Aktivitäten und Schritte notwendig, deren Reihenfolge und Ergebnisse (z.B. Sanierungskonzepte, Energiesparlampenaktion etc.), die Qualität und den Aufwand für die Realisierung entscheidend• Energieversorgung und Entsorgung (z.B. Überprüfung von beeinflussen. Dazu gehören insbesondere: Kooperationen und Lieferverträgen, Steigerung Ökostromanteil, Ausbau Kraftwärmekopplung), • die Spezifikation der Anforderungen,• Mobilität und Verkehr (z.B. Überprüfung des Mobilitätskonzepts • die Zusammenstellung der vorliegenden und nutzbaren Informationen, hinsichtlich Umweltverträglichkeit), • die Analyse der fehlenden Informationen und die Abstimmung• interne Organisation (z.B. Ausbau des Beschaffungswesens, von Alternativen zur Informationsgewinnung, Energieberatung und Audits), • die Projektplanung und die Priorisierung der Leistungskennzahlen• Kommunikation und Kooperation (Intensivierung der für die nachfolgenden Ausbaustufen, Öffentlichkeitsarbeit, Standortmarketing etc.). • die Realisierung selbst, deren Effizienz vor allem von den vorhergehenden Schritten beeinflusst wird.Die wechselseitigen Beziehungen der einzelnen Aktionspakete bedür-fen in einem hohen Maß der fortlaufenden Abstimmung, Rückkopp-lung und regelmäßigen Erfolgskontrolle, um alle Maßnahmen auf Fazitderen Wirksamkeit hin zu prüfen. Ein adäquates Informationssystemfür die Effizienzanalyse der verschiedenen Maßnahmen und die Prä- Solitäre Energiesparmaßnahmen genügen nicht mehr, vielmehrsentation der erzielten Ergebnisse ist unerlässlich. So lässt sich bei- wird es in Zukunft darauf ankommen, sich verstärkt auf effektivespielsweise die Stromversorgung durch eine Steuerung der Lastspit- Methoden zu konzentrieren und diese gezielt auszubauen. Auchzen intelligenter gestalten. Vom Stromzähler zu Hause bis zu den Tur- aus diesem Grund bieten sich durch die steuernde Wirkung einesbinen im Kraftwerk lässt sich jedes Teil des Netzes in ein gemeinsa- Informations- und Kontrollsystems neue Möglichkeiten der Effizienz-mes System einbinden. Diese Vernetzung liefert neue Daten, die steigerung und ein berechtigtes Umsetzungspotenzial für Kommunen.durch moderne Analyseverfahren zu aussagekräftigem Wissen ver-dichten werden können und als Grundlage für schnellere, bessereEntscheidungen dienen. Peter Sprongl 15
  16. 16. 3.5 Digitale Beurkundung reich umgesetzten Konzepte auch viele Anforderungen des deutschen im Standesamt Datenschutzes erfüllen. Durch die Wiederverwendung von Konzepten und Bestandteilen dieses bereits realisierten und im Betrieb befindlichen Systems kann die Einführung elektronischer PersonenstandsregisterPersonenstandsbücher werden ab 2014 von elektronischen in Deutschland vereinfacht und beschleunigt werden.Registern abgelöst. Dies erleichtert die Arbeit in den Standes­ämtern und ermöglicht einen besseren Bürgerservice. Beim Die Langzeitarchivierung von signierten Dokumenten und der lang­Aufbau der entsprechenden Infrastruktur spricht vieles für fristige Erhalt der Beweiskraft elektronischer Signaturen ist einezentrale Register in den Bundesländern. Herausforderung, die über das eigentliche Register hinausgeht. IBM hat auch in diesem Bereich großes Know-how, das in die UmsetzungIn den Standesämtern der Kommunen werden künftig alle Daten, die des elektronischen Personenstandsregisters eingebracht werdenzur Beurkundung des Personenstandes eines Bürgers erforderlich kann. Zudem hat IBM viel Erfahrung mit den sensiblen Themensind, elektronisch erfasst und dauerhaft digital archiviert. Das elektro- Datensicherheit und Datenschutz, etwa aus dem Projekt „Elektroni-nische Personenstandsregister löst die bisherigen Personenstands­ sche Gesundheitskarte“.bücher ab. Die Rechtsgrundlage dafür wurde 2006 mit dem Perso-nenstandsrechtsreformgesetz geschaffen. Eine elektronische Regis- Selbstverständlich ist es notwendig, den Mitarbeiterinnen und Mit­terführung ist ab dem Jahr 2014 verbindlich vorgeschrieben. Bis arbeitern der Standesämter ein Fachverfahren zur Verfügung zu stellen,zum 31. Dezember 2013 können die Register übergangsweise noch welches einerseits den Anforderungen des neuen Personenstands­auf Papier geführt werden, jedoch bereits nach den Vorgaben des gesetzes und den Konzepten der Zentralisierung entspricht, undneuen Gesetzes. andererseits auf bereits bekannten und schon bisher bestehenden Arbeitsabläufen aufbaut. Die zum Einsatz kommenden PrinzipienElektronischer Austausch von Registerdaten der Diensteorientierung ermöglichen es, die bisherigen VerfahrenIn den elektronischen Ehe-, Lebenspartnerschafts-, Sterbe- und Ge­­ weiterzuverwenden und diese in neue, verbesserte Abläufe undburtenregistern werden die Beurkundungen jährlich fortlaufend num- Infrastrukturen einzufügen. Dadurch können auch spezifischemeriert und mit der Angabe des Familiennamens des Standesbeamten Anforderungen einzelner Bundesländer in den Standesämtern erfülltabgeschlossen. Jede Beurkundung wird mit einer qualifizierten elekt- werden.ronischen Signatur des Standesbeamten versehen. Die elektronischenPersonenstandsregister sollen die Arbeit in den Standesämtern ver- Friedemann Höller / Dr. Heinz Fanderleinfachen und ihnen den Zugriff auf landesweite Registerdatenbeständeerlauben. Auch die Bürger profitieren: Die Online-Registerauskunft wirdebenso möglich wie Beantragung von Urkunden über das Internet. 3.6 Eine Plattform fürDas elektronische Personenstandswesen ist ein priorisiertes Vorhaben komplexe Aufgabendes Aktionsplans Deutschland-Online. Ziel des Projektes ist es, nachMaßgabe des Gesetzes, die zukünftigen Strukturen der elektronischen An die Verfahren des kommunalen Sozialwesens werden immerPersonenstandsregistrierung zu schaffen. Dazu gehört auch, dass die wieder hohe Anforderungen gestellt. Eine prozessorientierteRegisterdaten zwischen den Standesämtern und anderen Behörden Fallmanagement-Plattform erlaubt es, Gesetzesänderungen undelektronisch ausgetauscht werden können. Zu diesem Zweck wird das neue Ausführungsbestimmungen leicht zu integrieren.einheitliche Datenaustauschformat „XPersonenstand“ entwickelt. Beider Einführung des elektronischen Personenstandswesens steht es den Das Sozialwesen in den Kommunen ist durch eine komplexe undBundesländern offen, zentrale Register auf Landesebene aufzubauen. vielschichtige Entscheidungsfindung geprägt. Erschwert wird die Arbeit in den Sozialämtern durch häufige Gesetzesänderungen, neueDer Freistaat Bayern hat eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, Qualitätsanforderungen und Ausführungsbestimmungen. Dies führtum zu klären, ob und in welcher Form ein landesweites elektronisches zu vermeintlich gegensätzlichen Anforderungen im Sozialwesen.Personenstandsregister eingeführt werden kann. Aus Kosten- und Einerseits sollen die Bürger individuell und flexibel beraten und unterSicherheitsgesichtspunkten wird in der Studie ein zentrales Register Einhaltung des Prinzips der Gleichbehandlung und der Standardi­ ie­ sfavorisiert, für dessen Aufbau werden webbasierte Systemarchitekturen rung der Verfahren unterstützt werden. Andererseits besteht dieempfohlen. IBM teilt diese Ansicht. Eine zentrale Lösung als sicherer Pflicht, die jeweils gültige Rechtssituation zu beachten.und hochverfügbarer Dienst erfüllt die Anforderungen des elektroni-schen Personenstandsregisters und kann zudem für künftige fachliche Prozessorientiertes FallmanagementAnforderungen erweitert werden. Insbesondere können damit auch Die Fachverfahren der Kommunen müssen deshalb so gestaltet sein,bestimmte Ziele, wie eine Online-Registerauskunft für die Bürger, dass sie leicht an Gesetzesänderungen und neue Anforderungenleichter umgesetzt werden. angepasst werden können. IBM empfiehlt einen Ansatz auf Basis einer prozessorientierten Fallmanagement-Plattform. Diese kombiniertDas Know-how von IBM die Vorteile mehrerer Systeme zu einer integrierten Anwendung, in derIBM hat in der Vergangenheit eine Reihe von Erfahrungen in diesem Fallmanagement, Vorgangssteuerung und GeschäftsregelmanagementBereich gesammelt, insbesondere beim Aufbau eines zentralen Melde­ zusammenspielen (siehe Abb. 4). Die unterschiedlichen Anforde­ungen rregisters in Österreich. Es wird davon ausgegangen, dass die in Öster­ können so entkoppelt und ein langfristiger Mehrwert erzielt werden. 16
  17. 17. Das Fallmanagement hat seine Stärken als fachliche Klammer aller Steht eine Begleitung des Bürgers durch bestimmte LebenssituationenProzesse, Maßnahmen und Aktivitäten, die einen Menschen und seine oder Entwicklungsphasen im Vordergrund, so kommen Methodenpersönliche Situation betreffen. Es bietet dem zuständigen Sachbear- und Werkzeuge der Fallbetreuung über Maßnahmenentwicklung zumbeiter eine einheitliche Sicht auf alle relevanten Informa­ionen und t Einsatz. Ein typischer Vertreter für diese Fälle wäre hier die „AnleitungBeziehungen des betroffenen Bürgers. Die Vorgangs­ teuerung fokus- s zum eigenverantwortlichen Leben“ (§ 41 Sozialgesetzbuch VIII). Aufsiert auf die strukturierte und exakte Durchführung eines konkreten der nächsthöheren Schicht sind die grundsätzlichen FachanwendungenArbeitsvorgangs. Prozesse werden als vordefiniertes Modell im und Prozesse des Sozialwesens verortet. Diese können einfach umSystem hinterlegt und gesteuert. Hierüber werden die Aspekte der zusätzliche Elemente der Sozialgesetzgebung erweitert werden, wieStandardisierung, Kontrolle und Automatisierbarkeit berücksichtigt. etwa den kommunalen Aspekt „Wohngeld“ des SGB I.Durch Geschäftsregelmanagement können fachliche Entscheidungen, Um die Spezifika der jeweiligen Kommune zu berücksichtigen,Bewertungen und Berechnungen leicht auf einem hohen Niveau for- müssen die so beschriebenen Fachverfahren an die geltenden Ver-muliert, verwaltet, qualitätsgesichert und ausgeführt werden. Zudem waltungsvorschriften, lokalen Arbeitsabläufe und die jeweiligewird so die Dokumentation und Konformitätsprüfung auf fachlicher Aufbauorganisation angepasst werden.Ebene ermöglicht.Phasenmodell für Prozesse im Sozialwesen FazitDie Lösung von IBM für das Sozialwesen basiert auf dem prozess­orientierten Fallmanagement und erweitert es um die wesentlichen Durch den Einsatz eines prozessorientierten Fallmanagementsys-fachlichen Konzepte zur Fallbetreuung. Um finanzielle Hilfen oder tems für das Sozialwesen können die Kommunen den Bürger wiederSachleistungen festzulegen, werden hier Methoden der Fallbetreuung verstärkt als Kunden wahrnehmen. Entlang seiner persönlichenüber Bedürftigkeitserhebung genutzt. Problemstellung werden alle ihn betreffenden Aktivitäten „siloüber- greifend“ ausgerichtet. Die Kompetenz der Bearbeiter kann gezieltHier kommen die Vorzüge des Geschäftsregelmanagements zum eingesetzt werden, wenn bei komplexeren Entscheidungszusam-Tragen, da bei der Bestimmung des Leistungsanspruches teilweise menhängen menschliche Abwägung vonnöten ist. Einfache Prü-hochkomplexe Berechnungen durchgeführt und komplizierte Regel- fungen können durch Anwendung der entsprechenden Regelnsätze angewendet werden müssen. Ein charakteristisches Beispiel automatisch durchgeführt werden.aus dem Bereich der Sozialhilfe wäre hier die „Hilfe zum Lebensunter-halt“ (§§ 27 – 40 Sozialgesetzbuch XII) als bedarfsorientierte sozialeLeistung zur Sicherstellung des soziokulturellen Existenzminimums. Jörg Kunsmann Kundenspezifische Anpassungen An­ as­ ung p s Fachanwendung SGB VIII SGB XII SGB I ... Sozialwesen für das Fallmanagement für Sozialwesen Fallbetreuung über Bedürftigkeitserhebung/Maßnahmenentwicklung Prozessorientierte Fallmanagement-Plattform Fallmanagement- fachliche Basisdienste, Fallakte, Workflow, Geschäftsregeln Plattform Anwendungsplattform Technische Basisdienste Hardware-Plattform Kundenspezifische Hardware-PlattformAbb. 4 17

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