The Coca cola Killing Industry

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Boykotiert Coca Cola

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The Coca cola Killing Industry

  1. 1. Dossier K a m p a g n e f ü r M e n s c h e n r e c h t e STOPPT DEN TERROR DER MULTIS B e r n, O k t o b e r 2 0 0 2 T E R R O R . Fe l i p e Po l a n í a Coca-Cola des Mordes angeklagtHINTERGRUNDINFORMATIONEN ZUR ANKLAGE,DER POLITISCHEN UND SOZIALEN SITUATION IN KOLUMBIEN,ZUM TRANSNATIONALEN KONZERN COCA-COLAUND DEN INTERNATIONALEN UND NATIONALEN KAMPAGNEN
  2. 2. I n h a l t s v e r z e i c h n i s Zur Zeit stehen Coca-Cola Company und verschiedene ihrer Tochterfirmen in Atlanta (USA) vor Gericht. Den Coca- S e i t e 0 3 Cola Unternehmen wird von Seiten der Kapitel 1: Menschenrechtsverletzungen in Klägern, der kolumbianischen Lebens- den Abfüllbetrieben von Coca-Cola in mittelgewerkschaft SINALTRAINAL, vor- Kolumbien geworfen, sich mit Paramilitärs verbün- 1.1 Coca-Cola vor Gericht det zu haben und für Mord, Entführung, 1.1.1 Die Käger Folter und Einschüchterung von Coca- Cola Gewerkschaftern verantwortlich zu 1.1.2 Die Angeklagten sein. 1.1.3 Beziehung zwischen den Angeklagten Zur Unterstützung der Gewerkschaft 1.1.4 Beziehung zwischen der Coca-Cola Company und den übrigen Angeklagten SINALTRAINAL hat sich eine breite internationale Kampagne gebildet, 1.1.5 Die Vorfälle deren Aktivitäten als Höhepunkte drei 1.1.6 Anklagepunkte Volkstribunale im Jahr 2002 haben, an 1.2. Stellungnahmen der Angeklagten denen die Vorfälle in den Coca-Cola Betrieben aufgerollt werden. S e i t e 1 5 Teil dieser internationalen Kampagne Kapitel 2: Politische Situation in Kolumbien ist „Stoppt den Terror der Multis! Kam- 2.1 Der Krieg gegen die Armen pagne für Menschenrechte“ in der 2.2 Straflosigkeit als Gesetz Schweiz. Diese Broschüre entstand, um S e i t e 2 3 den Aktivitäten dieser Kampagne ein Fundament zu verleihen und den Akti- Kapitel 3: Hintergrundinformationen über den vistInnen und der interessierten Oefent- transnationalen Konzern Coca-Cola Company lichkeit eine Wissensbasis für adäquates 3.1 Entwicklungsgeschichte Handeln zu verschaffen. 3.2 Struktur des Unternehmens 3.3 Produkte VerfasserInnen: 3.4 Ökonomische und statistische Angaben Felipe Polanía Rodriguez, Schweizerisches Unter- 3.5 Verwicklungen stützungskommitee Colombia Núnca Más und Mit- S e i t e 3 1 glied der Kampagnen-Koordination Kapitel 4: Internationale und nationale Kam- Marianne Aeberhard, attac bern und Mitglied der pagnen Kampagnen-Koordination 4.1 "Kampagne gegen die Straflosigkeit, Kolumbien Barbara Rimml, attac bern und Mitglied der Kam- verlangt Gerechtigkeit" pagnen-Koordination 4.2 Schweizerische Kampagne: "Stoppt den Terror Übernommene Texte von: der Multis - Kampagne für Menschenrechte" Raul Zélik, Kampagne gegen Coca-Cola in 4.2.1 Entstehungsgeschichte und Mitglieder Deutschland „Cola Sucks“ 4.2.2 Ziele und Forderungen Hauptquellen: 4.2.3 Bisherige und zukünftige Aktivitäten www.coca-cola.org S e i t e 3 7 www.cokewatch.org 5. Literaturhinweise www.iuf.org www.laborrights.org Anklageschrift Jahresbericht Coca-Cola 2001 Layout und Gestaltung, Felipe Polanía.02 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  3. 3. Menschenrechtsverletzungenin den Abfüllbetrieben von Coca-Cola in Kolumbien 5. Dezember 1996, Carepa, und Alimentos keine Gewerk- Kolumbien: Um neun Uhr mor- schaft im Betrieb haben will. gens erscheinen zwei Paramili- Sie hätten die Wahl, entweder tärs vor den Toren des Coca- aus der Gewerkschaft auszutre- Cola Abfüllbetriebes Bebidas y ten oder Carepa zu verlassen, Alimentos. Sie erkundigen sich ansonsten würden sie umge- bei Isidro Segundo Gil, einem bracht. Daraufhin führen sie die Mitglied der Gewerkschaftsdi- Gewerkschafter ins Büro des rektion, ob er tatsächlich Isidro Mangers, damit sie Rücktritts- Gil sei, und als er fragt, wes- formulare unterschreiben, die halb, entgegnen die Paramili- von Bebidas y Alimentos vorbe- tärs, sie müssten mit jeman- reitet worden sind. Aufgrund dem im Betrieb sprechen. Als der Drohungen treten die Isidro zum Tor schreitet, um sie ArbeiterInnen massenhaft aus einzulassen, eröffnen die Para- der Gewerkschaft aus, wodurch militärs das Feuer und töten die Gewerkschaft vollständig ihn. zerstört wird. Am selben Abend brechen die Zum Zeitpunkt von Gils Paramilitärs in das Büro der Ermordung war die Gewerk- Gewerkschaft ein, legen Feuer schaft in Verhandlungen mit und brennen es nieder. dem Unternehmen involviert. Nach dem Mord wurde nicht Am nächsten Tag treten die mehr weiter verhandelt. Wäh- Paramilitärs an Mitglieder des rend zwei Monaten campierten Gewerkschaftsvorstandes die Paramilitärs vor den Toren heran. Sie teilen ihnen mit, sie des Betriebs. 27 ArbeiterInnen hätten Idisdro Gil umgebracht von 12 verschiedenen Abteilun- und das Büro niedergebrannt, gen verliessen den Betrieb und und dasselbe Schicksal würde die Region. Sie hatten zwischen sie alle ereilen, falls sie nicht 380-400 US$/Monat verdient die Stadt verlassen würden. Sie und wurden ersetzt durch neue kündigen für den nächsten Tag Angestellte zum Mindestlohn- eine Versammlung mit den ansatz von 130 US$/Monat. ArbeiterInnen des Betriebes an. In einer folgenden Untersu- Am 7. Dezember 1996, um 8 chung des kolumbianischen Uhr morgens, erscheinen die Justizministeriums wurden der Paramilitärs. Sie rufen die Betriebsdirektor und der Pro- ArbeiterInnen zusammen und duktionsmanager verhaftet, teilen ihnen mit, dass Bebidas zusammen mit einem lokalenS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 03
  4. 4. Führer der Paramilitärs. Alle (http://www.laborrights.org/pro- drei wurden später wieder ohne jects/corporate/coke/index.html). Anklageerhebung entlassen. Während vier Jahren versuch- ten die GewerkschafterInnen Die Kläger vor kolumbianischen Gerichten, SINALTRAINAL: kolumbiani- die verantwortlichen Leute zur sche Gewerkschaft, welche Rechenschaft zu ziehen - ohne ArbeiterInnen in der Lebens- Erfolg. Stattdessen wurden mittel- und Getränkeindustrie einige der ArbeiterInnen selbst repräsentiert, darunter auch verhaftet. Da die kolumbiani- ArbeiterInnen von Coca-Cola schen Gerichte unfähig schie- Abfüllbetrieben. In den vergan- nen, Gerechtigkeit zu gewährleis- gen Jahren wurden mehrere ten, beschloss die Gewerkschaft, ihrer Mitglieder und Funktio- diesen Fall vor US-amerikani- näre durch paramilitärische sche Gerichte zu bringen. Einheiten ermordet und gefol- tert. Die Gewerkschaft macht in der Anklage geltend, dass die Coca-Cola vor Gericht Paramilitärs dabei als Agenten Am 20. Juli 2001 reichte die der Angeklagten handelten. kolumbianische Gewerkschaft SINALTRAINAL versucht mit der SINALTRAINAL mit Unterstüt- Anklage, zukünftige Morde und zung der US-amerikanischen Folterungen seiner Mitglieder United Steel Workers of Ame- zu stoppen. Zusätzlich verlan- rica und dem International gen sie Entschädigungen für Labor Rights Fund in Florida Ausgaben, die sie getätigt eine Klage gegen Coca Cola haben, um ihre Mitglieder zu und seine Partner in Kolumbien, schützen, die Morddrohungen Panamerican Beverages und erhielten. Bebidas y Alimentos ein. Die Hinterlassenschaft von Isidro paramilitärischen Einheiten, Gil: Isidro Gil war lokaler Gewerk- welche Mord, Entführung und schaftsfunktionär in Bebidas y Ali- Folter an Gewerkschaftsmitglie- mentos und wurde ermordet. dern begangen hatten, hätten dies als Agenten der angeklag- Luis Eduardo Garcia, Alvaro ten Unternehmen getan, heisst Gonzales und José Domingo es in der Anklage. Flores: sie wurden willkürlich und ungerechtfertigterweise für Die Gewerkschaft SINAL- längere Zeit inhaftiert. TRAINAL erhofft sich von dieser neuen Strategie, der Welle von Jorge Humberto Leal: er Ermordungen und Einschüchte- wurde entführt, gefoltert und rungen von Gewerkschaftern in mit Mord bedroht. Kolumbien ein Ende zu setzen. Juan Carlos Galvis: er erhielt Allein in den letzten zehn Jah- Drohungen, unter anderem Mord- ren sind in Kolumbien über drohungen. 1’500 Gewerkschafter ermordet worden. Die nachfolgenden Informa- Die Angeklagten tionen sind alle der Anklage- Coca-Cola Company: der welt- schrift vom 20. Juli 2001 ent- weit grösste Hersteller, Verteiler nommen. und Verkäufer von alkoholfreien04 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  5. 5. Getränken. Geschäftshauptsitz ist welchen sie Coca-Cola Produkte Atlanta (Georgia) in den USA. abfüllt und von dort aus ver- Coca-Cola Company verfügt treibt. über Büros, Produktions- und Richard I. Kirby und sein Marketingeinrichtungen und Sohn Richard Kirby Keilland: Abfüllbetriebe auf der ganzen Richard I. Kirby ist der Haupt- Welt. besitzer von Bebidas y Alimen- Coca-Cola de Colombia: tos, deren Geschäfte in Kolum- Tochtergesellschaft im Alleinbe- bien er persönlich und durch sitz von Coca-Cola Company, seine Familie managt, kontrol- steht unter dessen direkter liert und führt. Kontrolle. Im Wesentlichen ist Bebidas y Alimentos: ein Coca-Cola de Colombia ein Ver- Coca-Cola Abfüllbetrieb in kaufs- und Marketingbüro von Carepa, Kolumbien. Bebida y Coca-Cola Company in Kolum- Alimentos bezeichnet sich bien. selbst als Coca-Cola Unterneh- Panamerican Beverages: men und plaziert das Coca-Cola Unterhält Coca-Cola Abfüllbe- Logo auf seinem Briefpapier triebe durch ihre im alleinigen über seinem eigenen Namen. Besitz stehende Tochtergesell- schaft Panamco. Beide Firmen haben ihren Hauptsitz in Miami Beziehungen zwischen (Florida) in den USA, und wer- den Angeklagten den im folgenden kollektiv als Coca-Cola de Colombia steht “Panamco” bezeichnet. Panamco als Tochtergesellschaft im ist der grösste Abfüllbetrieb in Alleinbesitz von Coca-Cola Lateinamerika und arbeitet nur Company unter deren direkter und exklusiv für Coca-Cola Kontrolle. Alle grösseren Ent- Company. Panamco besitzt das scheide werden von Coca-Cola exklusive Recht, Coca-Cola Soft Company gefällt und als Wei- Drinks in Kolumbien zu produ- sungen den Tochtergesellschaf- zieren und zu vertreiben. ten mitgeteilt, wodurch Coca- Panamco wird von Coca-Cola Cola de Colombia als Agent von Company als “anchor bottler” Coca-Cola Company bzw. als bezeichnet , als einer von Coca- deren Alter Ego handelt. Cola Company’s strategischen Partner im Abfüllsystem. Gemäss Panamco Colombia steht als Jahresbericht von Coke ist ein Tochtergesellschaft im Alleinbe- “anchor bottler” streng dazu sitz von Panamco unter deren- verpflichtet, die strategischen direkter Kontrolle. Alle grösse- Ziele des Unternehmens zu ren Entscheide bezüglich befolgen. Coca-Cola Company Produktion, Vertrieb, Marketing besitzt 25% der Anteile an und Präsentation werden von Panamco und verfügt über zwei Panamco gefällt, Panamco Sitze im Aufsichtsrat von Colombia verfügt nicht über die Panamco. unabhängige Autorität, Ent- scheide bezüglich ihrer Panamco Colombia: Tochter- Geschäftspraktiken selbst zu gesellschaft von Panamco im fällen. Panamco Colombia, alleinigen Besitz von Panamco, inklusive ihre im alleinigen besitzt und kontrolliert 17 Besitz stehenden Abfüllbetriebe Abfüllbetriebe in Kolumbien, in in Kolumbien, ist demnach einS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 05
  6. 6. Alter Ego von Panamco bzw. langt von ihnen, dass sie auf handelt als Agent von Panamco. Aktivitäten verzichten, welche Coca-Cola’s Markennamen Bebidas y Alimentos ist ein schädigen. So haben sich z.B. streng geführtes Unternehmen Direktoren von Coca-Cola Com- im Besitze von Richard I. Kirby, pany mit Direktoren von der zusammen mit seinem Panamco getroffen und ihnen Sohn Richard Kirby Keilland alle mitgeteilt, sie müssten Stellen wichtigen Entscheide des abbauen, um Kosten zu sparen. Unternehmens fällt. Diese kom- plette Kontrolle über das Unter- Coca-Cola Company verfügt nehmen machen Bebidas y Ali- über das Recht, das Bottler mentos zum Alter Ego bzw. zum Agreement zu beenden, falls Agenten von Richard I. Kirby die Vertragsbedingungen nicht und Richard Kirby Keilland. befolgt werden und verlangt zur Überprüfung der Befolgung des Bottler Agreements häufige Beziehungen zwischen und umfassende Berichte von Coca-Cola Company und ihren Partnern. den übrigen Angeklagten Coca-Cola Company hat Coca-Cola Company beliefert demnach umfassende Kontrolle Panamco und Bebidas y Alimen- über Panamco und Bebidas y tos via Coca-Cola de Colombia Alimentos. Würden diese Unter- mit den Coca-Cola Produkten, nehmen die Weisungen von die abgefüllt und in Kolumbien Coca-Cola Company nicht vertrieben werden. Zusätzlich befolgen, würden sie ihre überwacht und kontrolliert Abfüll-Konzessionen verlieren Coca-Cola Company via Coca- und somit auch ihr Geschäft. Cola de Colombia die Befolgung Die Individuen, so heisst es des “Bottler Agreements” sei- weiter in der Anklageschrift, ner Partner. welche die gewalttätigen Akte Das “Bottler Agreement”, gegen die Kläger verübt hatten, also der Vertrag zwischen Coca- handelten als Agenten von Cola Company und ihren Part- Coca-Cola de Colombia, nern, regelt Coca-Cola Compa- Panamco, Richard I. Kirby ny’s Ansprüche bezüglich und/oder Richard Kirby Keil- Produktqualität, Präsentation, land, und sie verübten diese Marketing und Abfüllung bis Akte im Zusammenhang mit ins kleinste Detail der Produk- und in Förderung von Coca- tion. Ebenso sind darin Stan- Cola Company’s Geschäftsinte- dards enthalten bezüglich der ressen und -aktivitäten. Sie Qualifikation der Arbeitnehme- handelten im Rahmen einer rInnen und deren Erscheinung, Agenten-Beziehung, mit der Anweisungen bezüglich vorhergehenden Kenntnis, Ein- Umweltschutz und Anweisun- willigung oder anschliessenden gen zur Befolgung des Code of Bestätigung durch die Ange- Conducts (Verhaltenkodizes), klagten Coca-Cola de Colombia, welcher die Behandlung von Panamco, Richard I. Kirby Angestellten regelt. Coca-Cola und/oder Richard Kirby Keil- Company überwacht auch die land. Die angeklagte Coca-Cola Arbeitspraktiken ihrer Zuliefe- Company ist deshalb stellver- rer und Abfüllbetriebe und ver- tretend haftbar für alle durch06 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  7. 7. ihre Agenten verübten Gewalt- musste. Kurz darauf begann akte, welche im Zusammen- Manager Mosquera damit zu hang mit und in Förderung von drohen, die Gewerkschaft zu Coca-Cola Company’s zerstören. Er verkündete Geschäftsinteressen und -akti- öffentlich, dass er den Paramili- vitäten in Kolumbien verübt tärs den Auftrag erteilt habe, wurden. diese Aufgabe zu übernehmen. Paramilitärs begannen erneut, Gewerkschaftsmitgliedern zu Die Vorfälle bedrohen, unter anderem droh- Die Vorfälle in Bebidas y Ali- ten sie Tuborquia mit Mord, mentos in Carepa worauf er aus Carepa floh. Die Paramilitärs beschlagnahmten April 1994: Paramilitärs ermor- daraufhin Tuborquia’s Haus, um deten Jose Eleazar Manco David es für ihre Operationen zu und Luis Enrique Gomez Granado, benutzten. beide Arbeiter bei Bebidas y Ali- mentos und Mitglieder von 1996: Das ganze Jahr hin- SINALTRAINAL. durch waren SINALTRAINAL Mitglieder Zeugen davon, wie Die Paramilitärs begannen Manager Mosquera mit Mitglie- daraufhin, weitere Mitglieder dern der Paramilitärs soziali- und die lokalen Funktionäre von sierte und ihnen Coca-Cola Pro- SINALTRAINAL unter Gewaltdro- dukte für ihre Parties zur hungen einzuschüchtern. Sie Verfügung stellte. Inzwischen sollten aus der Gewerkschaft aus- hatten Bebidas y Alimentos und treten oder Carepa verlassen. SINALTRAINAL Verhandlungen Mehrere Gewerkschaftsmitglieder über einen neuen Vertrag verliessen daraufhin die Stadt. begonnen. In diesen Verhand- April 1995: nach weiteren lungen ging es auch um die Morddrohungen flohen alle Vor- Vorschläge von SINALTRAINAL standsmitglieder aus Angst um bezüglich mehr Sicherheit für ihr Leben. bedrohte Gewerkschafter und das Aufhören von Mosquera’s Juni 1995: die lokale SINAL- Drohungen gegen die Gewerk- TRAINAL Gewerkschaft wählte schaft. Richard Kirby Keilland einen neuen Vorstand, unter nahm an diesen Verhandlungen ihnen ein gewisser Dorlahome persönlich teil und lehnte diese Tuborquia und Isidro Gil. Forderungen der Gewerkschaft Juli 1995: Kurz darauf begann deutlich ab. Bebidas y Alimentos Mitglieder August 1996: Aufgrund der der Paramilitärs in der Verkaufs- Vorfälle startete SINALTRAINAL und Produktionsabteilung einzu- eine nationale Kampagne und stellen. forderte Bebidas y Alimentos, September 1995: Aristo Panamco Colombia und Coca- Milan Mosquera wurde Manager Cola Colombia auf, die SINAL- von Bebidas y Alimentos in TRAINAL GewerkschafterInnen Carepa. Er entliess Dorlahome zu beschützen. Tuborquia, woraufhin SINAL- September 1996: SINAL- TRAINAL diese Entlassung vor TRAINAL sandte dem Bebidas y Gericht anfocht und Bebidas y Alimentos Manager Mosquera Alimentos Tuborquia im Dezem- einen Brief, worin sie ihn ber 1995 wieder einstellenS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 07
  8. 8. beschuldigten, mit Paramilitärs Betrieb sprechen. Als Isidro zusammen zu arbeiten, um die zum Tor schritt, um sie einzu- Gewerkschaft zu zerstören und lassen, eröffneten die Paramili- ihn aufforderten, die Sicherheit tärs das Feuer und töteten ihn. der Arbeiter zu garantieren. Am selben Abend brachen die Kopien des Briefes wurden an Paramilitärs in das Büro der Coca-Cola Colombia und Gewerkschaft ein, legten Feuer Panamco Colombia gesandt. und brannten es nieder. Mosquera forderte die Gewerk- 6. Dezember 1996: Paramili- schaft daraufhin auf, ihre Äus- tärs traten an Mitglieder des serungen zurückzunhemen. Gewerkschaftsvorstandes November 1996: SINALTRAI- heran. Sie teilten ihnen mit, sie NAL präsentierte Bebidas y Ali- hätten Idisdro Gil umgebracht mentos einen schriftlichen Ver- und das Büro niedergebrannt, tragsvorschlag, der unter und dasselbe Schicksal würde anderem eine Bestimmung zur sie alle ereilen, falls sie nicht Sicherheit der ArbeiterInnen die Stadt verlassen würden. Sie enthielt. Mosquera nahm diesen kündigten für den nächsten Tag Vorschlag nach Bogota mit, um eine Versammlung mit den ihn mit Richard Kirby Keilland ArbeiterInnen des Betriebes an. zu diskutieren. 7. Dezember 1996: Um 8 Uhr 5. Dezember 1996: Um neun morgens erschienen die Para- Uhr morgens erschienen zwei militärs wie angekündigt. Sie Paramilitärs vor den Toren des riefen die ArbeiterInnen zusam- Coca-Cola Abfüllbetriebes Bebi- men und teilten ihnen mit, dass das y Alimentos. Sie erkundig- Bebidas und Alimentos keine ten sich bei Isidro Segundo Gil, Gewerkschaft im Betrieb haben der für die Gewerkschaft in die wolle. Sie hätten die Wahl, ent- Verhandlungen mit Bebidas y weder aus der Gewerkschaft auszutreten oder Carepa zu verlassen, ansonsten würden sie umgebracht werden. Daraufhin führ- ten sie die Gewerkschaf- ter ins Büro des Man- gers, damit sie Rücktrittsformulare unterschrieben, die von Bebidas y Alimentos vorbereitet wurden. Auf- grund der Drohungen traten die ArbeiterInnen massenhaft aus der Gewerkschaft aus, wodurch die Gewerk- schaft vollständig zer- stört und seither nie Alimentos involviert war, ob er mehr aufgebaut wurde. 14 tatsächlich Isidro Gil sei, und SINALTRAINAL Mitglieder, als er fragte, weshalb, entgeg- inklusive die verbleibenden neten die Paramilitärs, sie Vorstandsmitglieder, flohen müssten mit jemandem im nach diesem Treffen aus08 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  9. 9. Carepa. Sie fürchten weiterhin Während vieler Jahre pflegte um ihr Leben und halten sich SINALTRAINAL Verhandlungs- versteckt. beziehungen mit Panamco in Bucaramanga. Nach dem Mord an Isidro Gil präsentierten sich die Paramili- 1992: Der Manager des Betrie- tärs im Bebidas y Alimentos bes in Bucaramanga, Jose Castro, Betrieb mit den Krankenversi- begann Antipathie gegenüber cherungskarten der ArbeiterIn- SINALTRAINAL zu zeigen. So nen, welche sie aus dem teilte er z.B. den ArbeiterInnen Gewerkschafsbüro entwandt während Vertragsverhandlungen hatten, bevor sie es nieder- mit, dass der Vertragsvorschlag brannten. Bebidas y Alimentos von SINALTRAINAL von den Guer- zahlte den Paramilitärs die die- rillas unterstützt würde. Ausser- sen Karten entsprechenden dem beschuldigte er Gewerk- Beträge aus. Die Paramilitärs schafter, sie seien “Guerrillas”. stellten daraufhin das Gewerk- 1995: Panamco begann, schaftsbüro wieder in Stand, seine Vertragsverpflichtungen das sie niedergebrannt hatten mit SINALTRAINAL zu brechen. und beschlagnahmten es als So stellte Panamco z.B. die Waffenlager. erforderlichen Zahlungen für 26. Dezember 1996: Die die Krankenversicherung ein. Paramilitärs ermordeten José Als Antwort führten die lokalen Herrera, einen weiteren Bebi- SINALTRAINAL Mitglieder einen das y Alimentos Arbeiter. Dies- 120 Stunden-Streik durch, selben Paramilitärs ermordeten organisiert durch Mitglieder des später im Jahr 2000 die Ehefrau lokalen Gewerkschaftsvorstan- von Isidro Gil, ihre zwei Kinder des inklusive Luis Eduardo Gar- als Waisen zurücklassend. cia, Alvaro Gonzales Perez und Jose Domingo Flores. 1997: Peggy Ann Keilland, eine nahe Verwandte von Kurz nach diesem Streik Richard I. Kirby und Richard teilte der Sicherheitschef des Kirby Keilland, wird neue Mana- Betriebes, Jose Alejo Aponte, gerin von Bebidas y Alimentos den Behörden mit, dass er eine in Carepa. Kurz nach ihrem Bombe im Betrieb gefunden Amtsantritt schaut sie mit dem habe und beschuldigte fünf Mit- Chef der kolumbianischen glieder des Gewerkschaftsvor- Armee in der Zone, dass die standes, die Bombe gelegt Paramilitärs vom Betrieb fern- zuhaben. gehalten werden. Ebenfalls 6. März 1996: Die lokale Poli- 1997 ersuchen Richard I. Kirby zei verhaftet Luis Eduardo Gar- und Richard Kirby Keilland cia, Alvaro Gonzalez und Jose Coca-Cola-Company um Bewil- Domingo Flores bei der Arbeit. ligung, das Bebidas y Alimentos Jose Domingo Flores wurde Geschäft inklusive dem Betrieb dabei wiederholt auf brutale in Carepa verkaufen zu dürfen. Weise von der Polizei geschla- Coca-Cola Company verweigert gen. ihnen die Erlaubnis. Wie offizielle Papiere belegen, Die Vorfälle in Panamco wurden die Anklagen gegen die Colombia in Bucaramanga drei Gewerkschafter im Namen (“Embotelladoras de San- von “Coca Cola Embotelladora tander”)S TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 09
  10. 10. Santander” getätigt. Aufgrund SINALTRAINAL Gewerkschafts- dieser Anklagen waren die drei funktionäre gefährliche Subver- Gewerkschafter während sechs sive seien. Da Cucuta seit Jah- Monaten im lokalen Gefängnis ren von Paramilitärs beherrscht inhaftiert. Sie und ihre Familien wird, welche mehrere Personen wurden als Terroristen gebrand- aufgrund ihres (friedlichen) markt, woraufhin die Frau von Engagements in der Bewegung Alvaro Gonzalez ihre Arbeit ver- für sozialen Wandel hingerich- lor. Die Trennung, Brandmar- tet hatten, konnte eine solche kung und der Einkommensverlust Anschuldigung die Gewerk- verursachte grossen psychologi- schaftsfunktionäre in grosse schen und wirtschaftlichen Druck Gefahr bringen. auf die Gewerkschafter und ihre 17.Januar 1998: Rafael Cara- Familien. Luis Eduardo Garcia vajal Penaranda, Arbeiter von und Jose Domingo Flores wur- Panamco Colombia und lokaler den im Hochsicherheitstrakt Sekretär für kulturelle Angele- des Gefängnisses unterge- genheiten von SINALTRAINAL, bracht, wo die Mehrheit der wartete ausserhalb des Gefangenen Paramilitärs Betriebs auf eine Mitfahrgele- waren. Sie mussten sich unter genheit, und als sich keine Gewaltandrohungen den Regeln ergab, wollte er zurück in den der Paramilitärs anpassen und Betrieb, um ein Taxi anzurufen. lebten in ständiger Angst vor Er wurde von einem Sicher- Übergriffen. heitswächter, Martin Ortega, Nach sechs Monaten Haft aufgehalten. Caravajal zeigte wurden die drei Gewerkschafter seinen Arbeiterausweis und auf Weisung des regionalen versuchte zu erklären, dass er Staatsanwalts (Regional Prose- ein Taxi anrufen wollte, worauf cutor) entlassen. Der Staatsan- Ortega den Revolver zog und walt befand nicht nur, dass die auf Caravajal schoss,und ihn drei Gewerkschafter nichts mit knapp verfehlte. Caravajal der Bombenlegung zu tun konnte daraufhin entfliehen. gehabt hatten, sondern dass in 18. Januar 1998: Der Sicher- Wirklichkeit gar nie eine Bombe heitswächter Ortega suchte im Betrieb gefunden worden Caravajal zu Hause auf und bat war, wie das Unternehmen um Entschuldigung für den Vor- behauptet hatte. fall. Er erklärte, er hätte in Noch heute leiden die drei Angst gehandelt, da das Gewerkschaftsfunktionäre und Management von Panamco ihm ihre Familien unter dem psy- gesagt hätte, Caravajal wäre chologischen Trauma, den öko- eine “gefährliche” und “explo- nomischen Folgen und der sive” Person. Am selben Tag sozialen Brandmarkung auf- suchte Ortega auch den Ver- grund der Vorfälle. sammlungsraum der Gewerk- schaft auf, während der Die Vorfälle in Panamco Gewerkschaftsvorstand eine Colombia in Cucuta (“Embo- Sitzung abhielt, und wieder- telladoras de Santander”) holte seine Bitte um Verzeihung 1997: Das Management von mit denselben Argumenten. Panamco Colombia in Cucuta 15. Juli 1999: Nach mehre- verkündete öffentlich und ohne ren Drohungen erhielt Rafael Grundlage, dass die lokalen10 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  11. 11. Caravajal’s Frau einen Anruf Panamco Colombia in Barranca- von einem anonymen Sicher- bermeja hat offen die Partei für heitsbeamten des Betriebes, die Paramilitärs ergriffen im der ihr mitteilte, dass ihr Mann Bürgerkrieg, der sich in Barran- zusammen mit anderen cabermeja besonders intensiv Gewerkschaftern auf der manifestiert. Das Management schwarzen Liste der Paramili- hat sich mit paramilitärischen tärs war und dass er und seine Führern getroffen und die Para- Familie ihr Wohnviertel verlas- militärs mit Erfrischungen ver- sen sollten. Auf diesen Telefon- sorgt, als sie gegen den Frie- anruf hin flohen Caravajal und densprozess zwischen der Familie tatsächlich von ihrem kolumbianischen Regierung und Wohnort und kehrten nie mehr der ELN (einer der zwei grossen zurück. Caravajal lebt weiter in Guerrilla-Gruppierung in Angst um sein Leben. Kolumbien) demonstrierten. Ohne Grundlage veröffentlichte 13. Dezember 1999: Jorge Panamco Colombia Mitteilun- Humberto Leal, ein anderer gen, worin sie SINALTRAINAL Gewerkschaftsfunktionär im beschuldigte, ein Arm der gleichen Betrieb, wurde von Guerrilla zu sein. Eine solche zwei bewaffneten Männern ent- Anklage ist provokativ und führt, als er sich im Taxi nach gefährlich in Barrancabermeja, Hause befand. Er wurde zu sei- das vollständig von Paramilitärs ner Rolle in der Gewerkschaft kontrolliert wird, welche unge- befragt. Schliesslich wurde er fähr 50 Leute pro Monat ermor- wieder freigelassen, nachdem den, v.a. Menschenrechtsarbei- er entführt, gefoltert und fest- ter, Gewerkschafts- und gehalten worden war. Es wurde Bauernführer. ihm mitgeteilt, er solle von sei- nen Gewerkschaftsaktivitäten Juan Carlos Galvis, der Präsi- ablassen, ansonsten würde er dent der lokalen SINALTRAINAL seine Peiniger wieder zu Gewerkschaft, hat in den letz- Gesicht bekommen. Paramili- ten zehn Jahren Morddrohun- tärs besuchten und bedrohten gen von Paramilitärs erhalten. Jorge Humberto Leal zu Hause So wurden sowohl ihm als auch mehrere Male in der Folge. seiner Frau persönlich am Tele- fon und schriftlich gedroht, Jorge Humberto Leal lebt dass er umgebracht würde, seither in ständiger Angst, dass wenn er nicht von seinen er ermordet oder wieder ent- Gewerkschaftsaktivitäten ablasse führt werden könnte. Obwohl und Coca-Cola verlasse. Einige über die Morddrohungen infor- dieser Drohungen waren auch miert, haben Coca-Cola Com- auf den Wänden innerhalb des pany, Coca-Cola Colombia, Panamco Betriebes erschienen, Panamco und Panamco Colom- so z.B. im Juni 2000 die Worte bia keine Massnahmen ergrif- “Bringt Galvis aus Coca-Cola fen, um Humberto Leal zu heraus, unterschrieben AUC”. beschützen. AUC (Autodefensas Unidas de Die Vorfälle in Panamco Colombia) ist die grösste parami- Colombia in Barrancaber- litärische Einheit in Kolumbien. meja (“Embotelladoras de Galvis beklagte sich beim regio- Santander”): nalen Manager von Panamco Das Management von Colombia über diese Drohung.S TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 11
  12. 12. Galvis befindet sich zur Zeit José Domingo Flores, Jorge in unmittelbarer Gefahr von Humberto Leal und SINALTRAI- den Paramilitärs ermordet zu NAL. werden. Auch die Menschen- Freiheitsberaubung von Luis rechtsdivision des kolumbiani- Eduardo Garcia, Alvaro Gonza- schen Innenministeriums ist zu lez Perez, José Domingo Flores, diesem Schluss gelangt und hat Jorge Humberto Leal von Galvis in das staatliche Pro- SINALTRAINAL. gramm zur Unterstützung von bedrohten Gewerkschaftern Tätliche Angriffe auf Luis aufgenommen. Obwohl über die Eduardo Garcia, Alvaro Gonza- Morddrohungen informiert, lez Perez, José Domingo Flores, haben Coca-Cola Company, Jorge Humberto Leal und Coca-Cola Colombia, Panamco SINALTRAINAL. und Panamco Colombia keine Überfall auf Luis Eduardo Massnahmen ergriffen, um Gal- Garcia, Alvaro Gonzalez Perez, vis zu beschützen. José Domingo Flores, Jorge Humberto Leal, Juan Carlos Galvis und SINALTRAINAL. Anklagepunkte Absichtliche Zufügung von Die Anklage stützt sich emotionaler Verzweiflung an sowohl auf US-amerikanisches Luis Eduardo Garcia, Alvaro als auch internationales Recht. Gonzalez Perez, José Domingo Folgende Anklagepunkte wer- Flores, Jorge Humberto Leal, den in der Anklage aufgeführt: Juan Carlos Galvis. Mord, evt. Totschlag an Gewerkschaftsführer Isidro Segundo Gil und Beraubung Stellungnahmen der seiner Versammlungsfreiheit. Angeklagten Entführung, Freiheitsberau- Ein Sprecher von Coca-Cola bung, Verbrechen gegen die in Atlanta erklärte, dass die Menschlichkeit gegen Luis Edu- Abfüllbetriebe in Kolumbien von ardo Garcia, Alvaro Gonzalez Geschäftspartnern geführt wer- Perez, José Domingo Flores, den und verneinte jegliches fal- Jorge Humberto Leal, Juan Car- sches Verhalten des Unterneh- los Galvis und SINALTRAINAL. mens. Coca-Cola lehne jeglichen Zusammenhang zu Folter gegenüber Luis Edu- den Menschenrechtsverletzun- ardo Garcia, Alvaro Gonzalez gen ab, erklärte ein Sprecher Perez, José Domingo Flores, vom Hauptsitz in Atlanta. Coca- Jorge Humberto Leal, Juan Car- Cola besitze und betreibe die los Galvis und SINALTRAINAL. Betriebe in Kolumbien nicht. Entzug des Rechts der Ver- (20.7.01, BBC sammlungsfreiheit für Luis Edu- www.corpwatch.org/news/PND.jsp? ardo Garcia, Alvaro Gonzalez articleid=52) Perez, José Domingo Flores, Ein Sprecher des Coca-Cola Jorge Humberto Leal, Juan Car- Hauptsitzes in Atlanta verneinte los Galvis und SINALTRAINAL. jegliches falsches Verhalten des Willkürliche Festnahme und Unternehmens bezüglich der Inhaftierung von Luis Eduardo Menschenrechtsverletzungen in Garcia, Alvaro Gonzalez Perez, Kolumbien. Coca-Cola habe12 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  13. 13. einen strikten Verhaltenskodiz, Panamco de Colombia Verleum- zu welchem sich alle Tochterge- dungsklage gegen die Gewerk- sellschaften und Unternehmen, schaft, inklusive gegen Präsi- die mit Coca-Cola zusammen dent Luis Javier Correa Suarez arbeiten, bekennen müssen. und regionale SINALTRAINAL- Weiter habe Coca-Cola sehr Funktionäre eingereicht: Juan spezielle Sicherheitsmassnah- Carlos Galvis von Barrancaber- men für alle seine Angestellten meja, Jorge Leal von Cucuta und die Angestellten seiner und Luis Eduardo Garcia, Abfüllbetriebe in Kolumbien. Alvaro Gonzalez und Jose Domingo Flores von Bucara- Befragt zum Gebrauch seiner manga. (22.02.02, SINALTRAINAL, Firma von Paramilitärs um www.cokewatch.org/news/hn_0202 Gewerkschaftsmitglieder zu 22_1.htm) Anlässlich der jährli- chen Aktionärsver- sammlung (bei der vor den Türen eine Protest- aktion der Teamsters Gewerkschaft zu den Vorfällen in Kolumbien stattfand) erklärte Coca-Cola Generaldi- rektor Douglas N. Daft den Investoren, dass die Ermordungen nichts zu tun hätten mit der Unternehmung oder ermorden und einzuschüchtern, ihren vielen Abfüllbetrieben. entgegnete Richard Kirby, der Die Klagen gegen das Unter- Besitzer von Bebidas y Alimen- nehmen seien schlicht und ein- tos, dass man Paramilitärs fach nicht wahr. Coca-Cola nicht benützen könne, sondern halte nicht nur an internationa- dass sie einem benützen wür- len Konventionen fest, welche den. Niemand sage den Parami- Kinderarbeit und körperliche litärs, was sie zu tun hätten. Er Bestrafung verbieten, sondern behauptet auch, die Tatsachen dem Untrnehmen verfüge bezüglich der Ermordung von bereits über ihre eigenen stren- Isidro Gil seien verdreht wor- gen Prinzipen um ihre Arbeite- den. Die Paramilitärs seien rInnen zu beschützen, welche eines Tages im Betrieb aufge- auch auf alle zuträfen, die ihre taucht, hätten den Betrieb Getränke herstellten und geschlossen, alle gegen die abfüllten. Wand gestellt und begonnen zu Natürlich genüge ein schiessen. Und jetzt werde es geschriebener Code nicht, so verdreht, als ob es ihr Fehler wurde später auf das Argument sei. des Teamster-Präsidenten ent- (23.07.01, Information Network of gegnet, dass diese Prinzipien the Americas (INOTA), www.colom- freiwillig seien und kaum biareport.org/colombia73.htm) umgesetzt würden, das seien Als Vergeltungsmassnahme nur Worte auf Papier und sie auf die Anklage in Florida habe wüssten das. Aber sie hättenS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 13
  14. 14. erste wichtige Schritte unter- sammlung im Verhältnis 9 zu 1 nommen, ihre Partnerfirmen abgelehnt wurde . genau zu prüfen. (18.04.01, The New York Times,www.nytimes.com/2002/04/ Wütend über die Behauptun- 18/business/18COKE.html) gen der Anklage meinten die Direktoren von Coca-Cola, dass Rodrigo Calderon, ein Coca- anstatt dass die ArbeiterInnen Cola Direktor in Mexico, sagte, vor zukünftigen Angriffen die Anklage enthalte unver- geschützt würden, die Anklage schämte Behauptungen, welche nur noch mehr Gewalt verursa- dazu dienen, Schlagzeilen zu chen würde. Es sei nicht nur machen und eine politische falsch, es sei unverantwortlich, Agenda voranzutreiben. Coca- sagte Rodrigo Calderon, ein Cola habe beim Richter bean- Sprecher von Coca-Cola in tragt, die Anklage abzuweisen. Mexico. Durch die Behauptung, Es sei sehr tragisch sei, sagte dass Coca-Cola sich mit Para- Calderon, aber das Unterneh- militärs verbünde, um gewerk- men und die Abfüllbetriebe hät- schaftliche Aktivitäten zu ten nichts mit den Angriffen auf unterdrücken, würden die die Gewerkschafter zu tun. Coca-Cola Direktoren gefähr- Wegen Ermordung von Ange- det. stellten, Verbrennung von Last- Die Anklage führte zu einer wagen und Erpressung durch Ansammlung von Coca-Cola Kolumbiens linksgerichtete Aktionären, welche neue Politi- Gruppierungen hätten Coca- ken verlangten, um ArbeiterIn- Cola Verteiler 3% ihrer Abneh- nen zu schützen. Ihr Vorschlag mer fallen gelassen und sie forderte das Unternehmen auf, seien unfähig, in mehr als 80 sich darum zu kümmern, dass Gemeinden zu operieren. alle seine ArbeiterInnen fair Ein Anwalt des Angeklagten behandelt würden und einen Kirby sagte, dass alle die existenzsichernden Lohn erhiel- Gesetzeslosigkeit anerkannten, ten, wo auch immer in der glo- die in gewissen Teilen Kolum- balen Wirtschaft sie arbeiteten. biens herrschte. Solle das nun Vertreter von Coca-Cola bedeuten, dass Coca-Cola und beschrieben den Vorschlag andere für die begangene aufgrund der schon existieren- Gewalt verantwortlich seien? den Politik des Unternehmens Das sei schon sehr weit herge- als überflüssig, worauf der Vor- holt. Sie würden diese Behaup- schlag von der Aktionärsver- tungen zurückweisen. (06.06.02, Atlanta Journal and Constitution,www.laborrights.org/pr ess/coke060602.htm)14 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  15. 15. Politische Situation in KolumbienD e r K r i e g g e g e n d i e A r m e nUebernommen von Raul Zélik, Journalist Kolumbien, von der man diffusund Mitglied der Deutschen Kampagne immer wieder in Medien hört,gegen Coca-Cola „Cola Sucks“ recht rationale Erklärungen besitzt. Der Bürgerkrieg und In diesem Land werden jähr- die schätzungsweise 30.000 lich so viele Oppositionelle Morde jährlich haben viel mit ermordet wie in Chile in 17 Jah- den sozialen Verhältnissen zu ren Pinochet Diktatur zusam- tun. Kolumbien ist ein für die mengezählt! Industriestaaten geopolitisch wichtiges Land. Mit 1,2 Millio- Wenn das Stichwort Kolum- nen Quadratkilometer dreiein- bien fällt, sind die ersten Asso- halb Mal so groß wie die BRD, ziationen immer die gleichen: besitzt es schon aufgrund sei- Man denkt an Kokain, Mafia, ner Ausdehnung und der Lage Terrorismus und Gewalt. In am Isthmus von Panamá Europa lebende KolumbianerIn- immense militärstrategische nen betonen dann gerne, dass Bedeutung. Es ist so etwas wie ihre Heimat aAuch ganz andere die natürliche Drehscheibe zwi- Seiten besitze. Sie verweisen schen Zentral- und Südame- auf die kulturelle Vielfalt des rika, besitzt Zugang zu beiden Landes, das afrikanische, indi- Ozeanen, der für den kapitalis- gene, europäische und arabi- tischen Welthandel so wichtige sche Einflüsse aufgenommen Panamá-Kanal liegt ganz in der hat, auf die Literatur von Nähe, und die Außengrenzen zu Schriftstellern wie Gabriel Gar- Venezuela (dem wichtigsten cía Márquez’ oder die reichen Erdölproduzenten des Konti- Musiktraditionen. Für deutsche nents), Brasilien (dem Indus- Rucksacktouristen schließlich triegiganten Lateinamerikas, ist Kolumbien einfach ‘der Perus und Ecuadors (einem Geheimtip’, ein Land, wo man weiteren wichtigen Erdölprodu- von tropischen Regenwäldern zenten) gelten als unkontrol- und Wüsten bis hin zu Glet- lierbar. Das ist der Hintergrund, scherlandschaften alles haben warum US-Strategen Kolum- kann. bien seit 1988 mit steter Regel- mäßigkeit als “Unsicherheits- faktor für die ganze Region” Wirtschaftliche und stra- bezeichnen. tegische Interessen: Aber nicht nur geostrate- Seltener wird darüber gisch, auch wirtschaftlich ist gesprochen, daß die Gewalt inS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 15
  16. 16. das Land von Bedeutung. Der “Gefährlicher, eine ehemalige US-Präsidentschafts- Gewerkschaft aufzubauen berater Bernard Aronson nannte als eine Guerillaorganisa- Kolumbien vor einigen Jahren tion.” “das bestgehütete Geheimnis Lateinamerikas”. Kontinuierliche Am charakteristischen für Wachstumraten, eine relativ Kolumbien ist, dass die Ober- niedrige Auslandsverschuldung schicht alles unternimmt, um und gigantische Rohstoffvor- den herrschenden Status Quo kommen machen das Land für mit Gewalt aufrecht zu erhal- ausländische Investoren hochin- ten. In keinem anderen Land teressant. So ist Kolumbien Amerikas besitzt der Terror heute der weltweit größte gegen die Opposition vergleich- Exporteur von Qualitätskaffee bare Ausmaße, nirgends gibt es und Smaragden sowie einer der so viele Massaker an der Zivil- wichtigsten Exporteure von bevölkerung, nirgends sind die Schnittblumen und Bananen. Spielräume für eine legale Die von der BP und der US-ame- Opposition so klein wie hier. rikanischen OXY beanspruchten Paramilitärs überfallen mit Erdölvorkommen im Osten des Rückendeckung von Armee und Landes gehören zu den größten Polizei ganze Dörfer und ermor- auf dem Kontinent, in Nordko- den 50 Personen auf einen lumbien befinden sich gewaltige Schlag, Bauern werden bei Steinkohleminen, die von lebendigem Leib mit der Motor- EXXON (Esso) im Tagebau aus- säge zerteilt, politische Aktivis- gebeutet werden, und unweit ten entführt und ‘beseitigt’. Die der Touristenstadt Cartagena Gewalt überschreitet die Gren- wurden vor kurzem Goldreser- zen der Vorstellungskraft. So ven entdeckt, die zu den wich- bemerkte der Jesuitenpater tigsten in Amerika zählen sollen. Javier Giraldo, Gründer der kirchlichen Untersuchungskom- Von diesen gewaltigen Reich- mission JUSTICIA Y PAZ und tümern hat die Bevölkerung inzwischen selbst exiliert, in allerdings wenig. Nach gewerk- seinem Buch “The genocidal schaftlichen Zahlen leben 55 democracy” : Prozent der (knapp 40 Millionen) KolumbianerInnen in Armut, 20 “Die Wahrheitskommission in Prozent in absolutem Elend, 50 Chile registrierte in den 17 Jah- Prozent haben keine Sozialversi- ren brutaler Militärdiktatur cherung, 20 Prozent der Erwach- 2700 Fälle von politischen Mord senen sind arbeitslos, 1,8 Millio- und Verschwundenen. Diese nen Menschen leben von Zahl, so schrecklich sie ist, ist Gelegenheitsarbeiten, eine Mil- weitaus niedriger als die Anzahl lion Familien haben kein Dach von Fällen, die unsere Daten- über dem Kopf, 15 Prozent der bank jährlich registriert hat, Haushalte verfügen über keinen seitdem wir unsere Arbeit auf- Trinkwasseranschluß. Gleichzei- genommen haben.” (Giraldo tig befinden sich mehr als 90 1996, S. 24) Prozent der kolumbianischen Nach Angaben Giraldos sind Aktienanteile in den Händen von zwischen 1988 und 1995 6177 weniger als 0,9 Prozent der Menschen aus ‘politischen’ und Aktionäre. weitere 10.556 aus ‘wahr- scheinlich politischen Gründen’16 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  17. 17. ermordet worden. 2459 Perso- dent der Gewerkschaft erschos- nen wurden zum Opfer sozialer sen. Und den Goldunternehmen Säuberungen, wie sie Polizei CORONA GOLDFIELDS und und Paramilitärs gegen Stra- FRONTIN GOLDMINES wird ßenkinder, Drogenabhängige sogar eine direkte Beteiligung und Prostituierte durchführen, bei der Vorbereitung von Mas- 1451 Personen verschwanden. sakern vorgeworfen. Dazu kommen jährlich Zehn- Auf dem Land hat diese Poli- tausende, die Opfer einer diffu- tik, die auf ihre Weise auch eine sen sozialen Gewalt werden, Facette der Globalisierung dar- und die Tendenz ist weiter stei- stellt - es geht darum, dem gend. Weltmarkt Ressourcen zur Die Medien schieben diese Vefügung zu stellen -, immer Verbrechen in der Regel diffus neue Flüchtlingsströme verur- “Gewalttätern” oder “Extremis- sacht. Von den 9 Millionen ten von rechts und links” in die BäuerInnen Kolumbiens befin- Schuhe. Unabhängige Untersu- den sich inzwischen fast zwei chungen belegen jedoch, daß Millionen auf der Flucht. Wer der Großteil der Morde auf das Vertriebene befragt, stellt fest, Konto von rechten Privatar- dass diese Vertreibungen nicht meen geht, die von Industriel- einfach “Folge von bewaffneten len, Viehzüchtern und Drogen- Zusammenstößen zwischen händlern finanziert werden und Guerilla und Armee sind”, wie logistisch von den Sicherheits- vielfach behauptet wird, son- organen unterstützt werden. dern eine klar umrissene öko- Das Ziel dieser Aktivitäten ist nomische Logik besitzen. Auf die physische Vernichtung der dem “Ersten landesweiten Tref- sozialen Bewegungen. Tatsäch- fen von Kriegsflüchtlingen” im lich hat allein das sozialistische Februar 2000 in Bogotá wiesen Wahlbündnis UNIÓN PATRIÓ- fast alle 35 RednerInnen auf TICA zwischen 1985 und 1995 den Zusammenhang von neoli- knapp 4000 AktivistInnen ver- beraler Wirtschaftspolitik, den loren, darunter zwei Präsident- Interessen der Multis und den schaftskandidaten. Die Gewerk- Verbrechen der Paramilitärs schaftsbewegung ihrerseits hin: Zu Vertreibungen komme musste seit 1990 mehr als es immer dort, so die Bauern, 2000 Todesopfer beklagen. In wo finanziell einträchtige Groß- diese Fälle involviert sind auch projekte (wie Staudämme oder transnationale Unternehmen, Straßenverbindungen) geplant die in Ruhe ihrem Geschäft sind oder große Rohstoffvor- nachgehen wollen. So enga- kommen vermutet werden. gierten die Erdölmultis TEXACO “Wir haben eine mehr als und BP private Sicherheits- 500jährige Geschichte der Ver- dienste, um die Gewerkschafts- treibung”, so ein Vertreter der arbeit auf den Erdölfeldern zu ‘Sozialen Bewegung der Ver- überwachen und ein Spitzelnetz triebenen Antioquias’. “Zuerst in der Nachbarschaft der För- waren wir Opfer von Kirche und deranlagen aufzubauen. Bei der Krone, später der Viehzüch- Coca-Cola wurde 1995 die ter und heute der Drogenhänd- Betriebsgewerkschaft in Carepa ler und transnationalen Unter- (Nordkolumbien) durch Parami- nehmen. Sie alle verbindet das litärs zerschlagen, der Präsi- Interesse, sich unser LandS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 17
  18. 18. anzueignen.” Die Sprecherin Unterstützung für das kolum- der Indígena-Organisation bianische Regime. Seit 1997 ONIC sprach gar von einer wird die Einmischung des gro- “zweiten Conquista.” ßen Nachbarns immer offen- sichtlicher, die Militärinterven- Die kolumbianische Regie- tion hat längst begonnen. Seit rung nützt natürlich alle Mög- Sommer 1999 nehmen Aufklä- lichkeiten, diese Systematik zu rungsflugzeuge der US-Luft- vertuschen und sich als Vertei- waffe direkt an Angriffen auf diger der Menschenrechte zu Guerillaeinheiten teil. Von profilieren. Der angeblich so ecuadorianischen Stützpunkten demokratische Präsident aus überfliegen US-Maschinen Andrés Pastrana, der 1998 Frie- kontinuierlich kolumbianisches densgespräche mit der Guerilla Gebiet, um alle Bewegungen aufnahm und sich im Ausland der Guerilla zu beobachten. als Friedensstifter feiern lässt, Gesandte des US State Depart- erklärt seit 2 Jahren, dass er ment haben 1998 / 99 in Peru “hart gegen die Paramilitärs und Argentinien für die Zusam- vorgehen werde”. Doch gesche- menstellung einer internationa- hen ist nichts, im Gegenteil. len Eingreiftruppe geworben, Während seiner Präsidentschaft die in Kolumbien einmarschie- (seit 1998) hat es so viele Mas- ren soll, während US-amerika- saker gegeben wie noch nie in nische Special Operation Forces den vergangenen 40 Jahren. gleichzeitig entlang der kolum- Die engen Verbindungen zwi- bianischen Grenzen Vorposten schen politischen Eliten, Armee aufgebaut haben. Anfang 2000 und Industriellen einerseits und bewilligte der US-Kongress eine den Paramilitärs andererseits Militärhilfe in Höhe von knapp bestehen fort. Während die Mili- 1,5 Milliarden US-Dollar, der tärs zur Guerillabekämpfung sogenannte ‘Plan Colombia’. aufgerüstet werden, können die Das ist fünf Mal so viel, wie das Todesschwadrone weiterhin mit salvadorenische Regime in den Straflosigkeit rechnen. Generäle, 80er Jahren zur Aufstandsbe- denen schwere Kriegsverbre- kämpfung erhielt. Außerdem chen nachgewiesen wurden, wurde bekannt, dass sich meh- bleiben im Dienst. Die Regierung rere Hundert US-Militärberater Pastrana und ihr Menschen- Kolumbien befinden und dort rechtsbeauftragter, Vizepräsi- vor allem die Geheimdienstar- dent Bell, bemühten sich darum, beit auf Vordermann bringen noch mehr Militärhilfe zu erhal- sollen. ten, und der Innenminister profi- liert sich als Rechter. Die Frie- Doch nicht nur die US-Regie- denspolitik des Ex-Präsidenten rung unterstützt den schmutzi- Pastrana ist eine Farce, da die gen Krieg der kolumbianischen ‘Demokratie’ im Land noch blut- Eliten. Britische Sicherheitsun- rünstiger und intoleranter ist, als ternehmen, wie das (von ehe- es eine Militärdiktatur jemals maligen MI-5-Agenten gegrün- sein könnte. dete) Defense System Limited, spielen eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung von Privattrup- Ein Krieg des Nordens: pen im Dienste der Erdöl-Com- panies. Und die französische Möglich ist dieser Krieg nur Polizei bildet Sondereinheiten aufgrund der massiven US-18 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  19. 19. der kolumbianischen GAULA also nicht um eine Demobilisie- aus, welche wiederum nach rung der Guerilla, sondern vor Angaben von Menschenrechts- allem um den Kampf gegen aktivisten mehrmals Oppositio- Armut und Marginalisierung, nelle entführt und an Paramili- um eine Demokratisierung der tärs übergeben haben. Offiziell Gesellschaft und die Abschaf- dient diese Waffenhilfe dem fung der Nationalen Sicher- Kampf gegen die Drogenmafia. heitsdoktrin. Doch interessanterweise gibt es Und schließlich gibt es neben nur in jenen kolumbianischen der kaum zu übersehenden Gebieten Anti-Drogenoperatio- politischen Apathie und der in nen, in denen die Guerilla oder den Städten kaum präsenten Bauernbewegungen stark sind. Guerilla, auch weiterhin überra- Das nordkolumbianische Urabá schend aktive Gewerkschafs- hingegen, das von der XVII. und Bauernbewegungen, sowie Armeebrigade und paramilitäri- Indigene- und Schwarze schen Einheiten des Drogenba- Gemeinschaften, die sich der rons Carlos Castaño Hand in neoliberalen Verarmungspolitik Hand kontrolliert wird, bleibt entgegenstellen. So hat es seit von solchen Aktionen unbe- 1996 eine Vielzahl sozialer Pro- rührt, und das obwohl dort teste gegeben: Bauernmär- nach Zahlen der US-Regierung sche, Straßensperren, General- 80% des für den nordamerika- streiks, Gefängnisaufstände, nischen Marktes bestimmten spontane Proteste von Stadt- Kokains verschifft wird. teilbewohnerInnen. Diese Demonstrationen zeigen, dass es in Kolumbien um mehr geht Der schwierige Kampf als um den undurchschaubaren einer kriminalisierten Kampf zwischen Mafias. Es han- Opposition: delt sich um einen militarisier- Wer in Kolumbien regimekri- ten sozialen Konflikt, um einen tisch ist, hat es schwer. Die Krieg der Besitzenden gegen Guerillaorganisationen FARC die Bevölkerungsmehrheit, der und ELN sind trotz des immen- international ignoriert wird. sen militärischen Druck in den Dass es für die AktivistInnen letzten Jahren gewachsen. der kolumbianischen Basisbe- Zusammen mobilisieren sie wegungen in der Vergangenheit heute an die 20.000 Kämpfe- kaum Solidarität gab, ist rInnen, die im ganzen Land schrecklich, denn wahrschein- präsent sind. Auch wenn die lich hätte die internationale beiden Organisationen nach wie Öffentlichkeit Tausende von vor eine sozialistische Gesell- Morden verhinden können. schaft anstreben, versuchen sie Doch noch beschämender wäre den Bürgerkrieg in Kolumbien es, wenn die kolumbianische mit Verhandlungen zu beenden. Opposition auch jetzt, ange- Sie haben 1998 Gespräche mit sichts der massiven Militärhilfe Regierung und Gesellschaft für das Regime, erneut im Stich aufgenommen und sich zum gelassen wird. Andere Beispiele Ziel gesetzt, die sozialen Ursa- in Lateinamerika haben schließ- chen beseitigen, die zum Ent- lich gezeigt, dass das Ausland stehen der Guerillas führten. eine wesentliche Rolle spielen Anders als in Zentralamerika kann, um die Politik der Todes- geht es bei den Verhandlungen schwadrone zu stoppen.S TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 19
  20. 20. Politische Situation in KolumbienD i e S t r a f l o s i g k e i t a l s G e s e t z t Die ernste Krise bezüglich chen erlaubt ist, wenn sogar der Menschenrechte, unter der die schwersten Verbrechen Kolumbien in den letzten Jahr- nicht bestraft werden sollen. zehnten gelitten hat, ist wie Damit verhindert man die Wie- eine steigende Spirale, die das dergutmachung der angerichte- ganze Staatsgebiet jeden Tag ten Schäden. Die Unterlassung mit Blut und Terror durchtränkt der Bestrafung der einen und und an der alle möglichen Prog- die Bestrafung derer, die man nosen zerbrechen. Die schau- unterdrücken will, sind nur die derhaften Zahlen der Men- beiden Seiten derselben schenrechtsverletzungen in Medaille. Es regiert das Gesetz Kolumbien, die zahlreich in der Herrschaft des einen über nationalen und internationalen den anderen. Folglich ist die Berichten gesammelt wurden Straflosigkeit in sich eine Ver- und teilweise sogar vom kolum- letzung der Menschenrechte, da bianischen Staat anerkannt sie den vorliegenden Verletzun- worden sind, sind eine dau- gen ein neues Verbrechen hin- ernde Bekanntmachung des zufügt. prekären politischen Zustands Die Straflosigkeit funktioniert auf dem Weg, die Demokratie wie ein Mechanismus, der den im Land zu errichten. Die Ver- mächtigen Gruppen, die für die wunderung bezüglich der aku- Menschenrechtsverletzungen ten Krise der Menschenrechte veranwortlich sind, hilft, die steigt noch weiter, wenn man Macht zu halten. Die Straflosig- weiss, dass in Kolumbien mehr keit unterstützt die Korruption als 97% der Menschenrechts- und zerreisst das soziale Netz, verletzungen in Straflosigkeit so dass das heutige und enden. zukünftige Zusammenleben Die Straflosigkeit ist zum gestört werden. Sie wirkt sich „Gesetz“ geworden. Aber der nicht nur auf die politischen Verzicht auf die Bestrafung der und zivilen, sondern auch auf Menschenrechtsverbrecher und die sozialen, kulturellen, und dessen Auswirkungen beein- ökonomischen Rechte aus. flussen die kolumbianische Unter der unablässigen star- Gesellschaft als Ganzes. Die ken Verbreitung von Menschen- Sraflosigkeit verschwört sich rechtsverletzungen, die den gegen die Werte der Mensch- kolumbianischen Alltag weitge- lichkeit, banalisiert die per- hend prägen, sind die Verbre- verse Idee, dass jedes Verbre- chen gegen die Menschlichkeit20 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  21. 21. von besonderer Bedeutung, Organisationen, die sich von sowohl auf Grund ihrer extre- seiner Politik distanzieren oder men Grausamkeit als auch sie bekämpfen, zu verfolgen. durch ihre tief greifende politi- Zu diesem Zweck wurde in sche Bedeutung als zerstöreri- Kolumbien ein juristisches und sche Handlung. Die Menschen- politisches System errichtet, rechtskommission der UNO das hauptsächlich auf folgen- definierte diese im Jahre 1954 den Elementen beruht: als grausame Taten, vergleich- bar mit Vergehen wie Mord, Ausrottung, Sklaverei, Zwangs- Die Militärgerichtbarkeit verbannung oder Verfolgung und die Gehorsams- aus sozialen, politischen, ras- pflicht: sistischen, religiösen oder kul- Sie garantieren Straflosigkeit turellen Gründen, die die bei Menschenrechtsverletzun- Behörden eines Staates oder gen. Auf dieser Basis wird jede Einzelpersonen, die von diesen Verletzung der Menschen- Behörden angestiftet oder nicht rechte, die ein Angehöriger der an ihrem Handeln gehindert kolumbianischen Armee aus- werden, ausüben lassen. Die übt, als reine Befehlsausübung aktuellsten Modalitäten dieser betrachtet und untersteht Verbrechensart in Kolumbien daher nur den Militärgerichten. sind: der Mord aus politischen Gründen, der Genozid an bestimmten sozialen und politi- Die wiederholte Ausru- schen Gemeinschaften, das Zwangsverschwinden von Per- fung des Ausnahmezu- sonen und die Folter. standes: Die Krise der Menschen- Diese Massnahme hat dazu rechte in Kolumbien beruht auf geführt, dass Kolumbien in den verworrenen, aber nicht unlös- letzten 30 Jahren im Zustand baren Faktoren, zu denen der einer eigentlichen Diktatur Fortbestand des Bürgerkrieges gelebt hat, die sich allerdings zählt. Wenn sich der bewaffnete als parlamentarische Demokra- Konflikt verschärft, verschlech- tie zu präsentieren weiss. Der tern sich die Lebensbedingun- Ausnahmezustand führt zur gen der lokalen Bevölkerung. vorübergehenden Aufhebung Das bedeutet aber nicht, dass der in der Verfassung festge- der Staat keine Schuld daran schriebenen Garantien betref- tragen würde, denn die Ent- fend der Ausübung der zivilen wicklung des Krieges ist auch und politischen Rechte. Ausser- Ausdruck politischer Entscheide dem können der Präsident der der Regierung. Deshalb ist der Republik und die Armee unter kolumbianische Staat für die dem Ausnahmezustand auf Verbrechen, die jeden Tag an ausserordentliche Befugnisse der Bevölkerung begangen wer- zurückgreifen, um die sozialen den, als Täter sowie als Dulder Probleme als Fragen von natio- verantwortlich. nalem Interesse und „innerem Krieg“ zu behandeln. Im letz- Im Rahmen seines Krieges ten Jahr haben der Kongress gegen die Guerillas hat der und der Präsident das Gesetz Staat sich dafür entschieden, 684 (2001) verabschiedet, das alle sozialen und politischenS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 21
  22. 22. sogenannte „Gesetz für die Bevölkerung. Gleichzeitig ver- nationale Sicherheit“. Mit diesem zichtet er darauf, die Verant- Gesetz wird noch das letzte wortlichen für die Menschen- Stück Rechtsstaat, das in Kolum- rechtsverletzungen zu bien existiert, abgeschafft. Es bestrafen, indem verschiedene sanktioniert die Gewaltexzesse Mechanismen geschaffen wur- der Armee und schafft die den, um Straflosigkeit zu gesetzliche Basis für eine eigent- garantieren. liche Diktatur im Lande. Alle zwei Stunden wird in Kolumbien eine Person aus poli- tischen Gründen umgebracht. Der Einsatz von Zivilisten Es gibt an die zwei Millionen in „Selbstverteidigungs- intern Vertriebene im Land, die gruppen“: Hälfte davon sind Kinder, 36% Ausgebildet in der US-ameri- gehören laut Schätzungen der kanischen „Escuela de las Ameri- UNO den Gemeinschaften der cas“, haben die kolumbianischen schwarzen oder indigenen Streitkräfte mit finanzieller Bevölkerung an. Unterstützung der Drogenbarone Allein im letzten Jahr wurden und der kolumbianischen Oligar- 167 Gewerkschafter umge- chie den Aufbau irregulärer, bracht. Jedes Jahr masakrieren die Paramilitärs tau- sende von Personen. Gemäss dem Bericht der Menschenrechts- konvention der Verei- nigten Nationen des Jahres 2001, sind Mit- glieder der paramilitäri- schen Gruppen nicht nur verantwortlich für die zunehmende Unter- grabung und Verletzung der Menschenrechte, sondern tragen mit ihrer systematischen Anwendung von Gewalt und Terror gegen die Zivilbevölkerung in den von ihnen kontrollierten Regionen einen wesent- lichen Teil dazu bei, dass der bewaffneter Truppen mitgetra- Konflikt sich zuspitzt. Die Grau- gen. Diese paramilitärischen samkeit der Paramilitärs ist bei- Kräfte arbeiten im Kampf gegen spiellos und es ist ein offenes die Guerillas mit der Armee und Geheimnis, dass die Armee mit der Polizei zusammen. diesen Todesschwadronen eng Mit Hilfe dieser Instrumente zusammenarbeitet. Der Staat verletzt der kolumbianische ist mitverantwortlich an der Staat systematisch und Gewalt, weil er die Straflosig- bewusst die zivilen und politi- keit für die Täter und ihre Hin- schen Menschenrechte der termänner zulässt.22 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t
  23. 23. HintergrundinformationenDer multinationalen Konzern Coca-Cola Company Entwicklungsgeschichte erfrischenderen Wirkung ver- half. Coca-Cola wurde von da Coca-Cola verdankt sein Ent- an mit kohlesäurehaltigem stehen einem Apotheker und Wasser zubereitet. Erfinder von Hustensirupen und Haarfärbemitteln, der ursprüng- Die Nachfrage nach Coca- lich ein Mittel gegen Kopf- Cola wuchs bald über Atlanta schmerzen, Schwäche und hinaus. John S. Pemberton, der Müdigkeit (als Folge von Alkoho- sich mehr für das Pröbeln, Tüf- lismus) zu erfinden gedachte. teln und Mischen in seinem John S. Pemberton mixte im Labor als für das Geschäftliche Jahre 1886 in seinem Laborato- interessierte, verkaufte sein rium, der Jacob’s Pharmacy, in Rezept für Coca-Cola und alle Atlanta (Georgia), einen dick- damit verbundenen Rechte im flüssigen, dunkelbraun Sirup. Jahre 1888 dem Kaufmann Asa Das als Heilmittel vorgesehene G. Candler zum Preis von 2300 Elixier wirkte jedoch mit Wasser Dollar. 1892 gründete Candler verdünnt so anregend, dass die Coca-Cola Company und daraus der beliebte Durstlöscher liess den Namen Coca-Cola Coca-Cola entstand. Pember- gesetzlich schützen. tons Geschäftspartner Frank M. Joseph A. Biedenharn aus Robinson kam auf die Idee, den Mississippi versuchte 1894 als Namen Coca-Cola aus den erster Candler dazu zu bewe- dafür verwendeten Ingredien- gen, Coca-Cola als fixfertiges zen, Kokablätter und Kolanüs- und bereits mit Sodawasser sen, abzuleiten und schuf auch angereichertes Getränk in Fla- gleich den Schriftzug, der noch schen abzufüllen. Doch erst heute praktisch unverändert in 1899 liess sich Candler endgül- der ganzen Welt kennzeichnend tig von dieser Idee überzeugen, für das Erfrischungsgetränk die sich zu einem der renta- steht. Anfänglich wurde das belsten Geschäfte der amerika- Sirup-Konzentrat mit gewöhnli- nischen Getränkeindustrie ent- chem Wasser verdünnt und in wickelte. den Erfrischungshallen, den „Soda-Fountains“, glasweise Im ganzen Land entstanden ausgeschenkt. Ein Zufall wollte, Abfüllstationen, an deren Besit- dass ein Angestellter das Coca- zer die Coca-Cola Company das Cola Konzentrat mit Sodawas- Konzentrat als Grundstoff lie- ser verdünnte, das dem ferte. 1919 verkauften die Kin- Getränk dadurch zu einer noch der von Asa G. Candler dieS TO P P T D E N T E R R O R D E R M U LT I S D o s s i e r 23
  24. 24. einst für 2300 Dollar erworbe- System weitergeführt. Es gab nen Rechte für 25 Millionen kaum mehr ein Land, wo Coca- Dollar an eine amerikanische Cola nicht erhältlich war. Die Bankenvereinigung unter dem Werbung spielte dabei eine Vorsitz von Ernst Woodruff. wesentliche Rolle und prägte den 1923 wurde sein Sohn Robert Konsumartikel in erheblichen Präsident der Coca-Cola Com- Masse. pany. Nachdem sich die volkstümli- Robert W. Woodruff war ein che Bezeichnung „Coke“ immer Geschäftsmann mit neuen Ideen mehr durchgesetzt hatte, liess und Vorstellungen von Verkaufs- man diese Bezweichnung im methoden. Er beabsichtigte Jahre 1945 als eingetragenes Coca-Cola für jedermann auf der Markenzeichen patentieren. ganzen Welt verfügbar zu Seither gilt „Coke“ als offizielles machen. Er führte erstmals Qua- Synonym für Coca-Cola. litätskontrollen der Fertigpro- Der Berner Automobil-Impor- dukte ein, um Geschmack, Qua- teur Max Stooss brachte 1936 lität, Zusammensetzung, Coca-Cola in die Schweiz. Nach Aufmachung und Verpackung Verhandlungen mit der Coca- von Coca-Cola überall gleich zu Cola Company in Atlanta schloss gewähren. er den ersten schweizerischen Die Zusammenarbeit mit Hol- Konzessionsvertrag und grün- lywood, der amerikanischen dete in Lausanne die Boissons Filmwelt und Coca-Cola leistete Désalérantes SA, um die Region einen grossen Beitrag zur gesell- mit Coca-Cola zu beliefern. Nach schaftlichen Ausbereitung des der Eröffnung einer Filiale in Produktes, für welches Filmper- Genf begann sich Coca-Cola sönlichkeiten plakativ propagier- auch in der Deutschschweiz zu ten. verbreiten. 1937 entstand die Refresca AG in Zürich mit eige- Mit dem Zweiten Weltkrieg nem Abfüllbetrieb und 1939 die kam für Coca-Cola der interna- Refresca AG in Bern. 1948 tionale Durchbruch. Als Freund erhielt die Luzerner Firma Pius von General Eisenhower gab Hürlimann & Sohn, heute Woodruff Anweisungen, dass Lufrisca AG, die Konzession für jeder Mann in Uniform seine Fla- die Zentralschweiz. 1949 wurde sche Coca-Cola für fünf Cents in Basel die Delisca AG gegrün- bekommen sollte – egal wo. det. 1957 schloss Calanda Bräu Komplette Abfüllanlagen wurden in Chur einen Konzessionsver- nach Übersee verschifft, um den trag für den Kanton Graubün- Truppen an der Front ein Stück den, das Fürstentum Lichten- Heimat zu vermitteln. Coca- stein und weitere angrenzende Cola, das Nationalgetränk, Gebiete. 1958 übernahm die wurde zur moralischen Stütze Firma Rodolfo Solati SA in der amerikanischen Truppen an Bioggo den Vertrieb für den Kan- allen Fronten und zum Begriff ton Tessin. Von da an war Coca- für den „American way of life“. Cola im ganzen Land vertreten. Nach dem Krieg wurden die in Übersee eingerichteten Abfüll- Den im Laufe der Zeit verän- stationen von einheimischen derten Konsumgewohnheiten Unternehmen übernommen und hatte Coca-Cola stets Rechnung nach dem bewährten Franchise- getragen. Das Getränkesorti-24 D o s s i e r C o c a - C o l a d e s M o r d e s a n g e k l a g t

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