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Bilanzkosmetik und Bilanzbetrug (Folien zum Referat)
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Bilanzkosmetik und Bilanzbetrug (Folien zum Referat)

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Im Rahmen des Referat-Themas „Bilanzkosmetik und Bilanzbetrug“ sollen die Unterschiede zwischen legalen-, illegalen und zweifelhaften Bilanzierungspraktiken deutlich gemacht werden. Es soll skizziert …

Im Rahmen des Referat-Themas „Bilanzkosmetik und Bilanzbetrug“ sollen die Unterschiede zwischen legalen-, illegalen und zweifelhaften Bilanzierungspraktiken deutlich gemacht werden. Es soll skizziert werden, wo die legalen Bilanzierungsspielräume in einer rechtlichen Grauzone enden. Anhand von Praxisbeispielen sollen die Folgen fragwürdiger Bilanzierungspraktiken dargestellt werden.


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  • Zur Reihenfolge: Legale und Illegale sind eindeutiger abzugrenzen als zweifelhafte
  • Umsatzkostenverfahren bietet größenabhängige Erleichterungen nach § 276 und bietet dadurch größere Spielräume Sale-and-lease-back: Verkauf vor Bilanzstichtag und Rückmietung. Gewinnrealisierung beim betriebsnotwendigen AV und Mobilisierung stiller Reserven
  • Transcript

    • 1. Bilanzkosmetik und Bilanzbetrug BIL01 – Bilanzmanagement Referat, Thema 6 Stuttgart, 09./10.10.07 Ulf Schröder
    • 2.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 3.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 4.
      • Bilanzpolitik Ist die gezielte Gestaltung des Jahresabschlusses im Rahmen gesetzlich zulässiger Maßnahmen.
      • Bilanzkosmetik Maßnahmen zur kurzfristigen optischen Verbesserung der Bilanz im Grenzbereich zwischen legalen und Illegalen Bilanzierungspraktiken („Schaufensterdekoration“, „Bilanzschönung“, „Windowdressing“ „Kreative Buchführung“, „Creative Accounting“, …)
      • Bilanzbetrug Verstöße gegen Rechnungslegungsvorschriften (insbes. Bilanzwahrheit u. –klarheit)
        • Bilanzbetrug / Bilanzfälschung (Bewust unrichtige Wiedergabe der Verhältnisse)
        • Bilanzverschleierung (Bewuste od. unbwuste unklare oder undurchsichtig Darstellung)
      Begriffsdefinition und -abgrenzungen
    • 5.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 6. Legale Bilanzierungspraktiken
      • Maßnahmen der Bilanzpolitik, die sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegen
      • Folgende rechtlichen Vorschriften sind einzuhalten:
        • Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
        • Ansatzvorschriften (u.a. Vollständigkeitesgrundsatz)
        • Bewertungsvorschriften (u.a. Stetigkeitsgrundsatz)
        • Gliederungs- und Offenlegungsvorschriften
        • Berichtspflichten
    • 7. Legale Bilanzierungspraktiken z.B. Ausweis von Ersatzteilen im Anlage- oder Vorratsvermögen Vorrangig durch Maßnahmen die eine Veränderung der Kapitalstruktur und des Liquiditätsausweises erzielen Gestaltung von Sachverhalten zur Darstellungsbeeinflussung z.B. Verzögerung/Beschleunigung des Absatzes von Erzeugnisse zur Verschiebung der Gewinnrealisierung, Sale-and-lease-back-Maßnahmen Zeitliche Verlagerung von Geschäftsvorfällen sowie Einleitung von Maßnahmen, die ohne ein bilanzpolitisches Motiv voraussichtlich nicht erfolgt wären Gestaltungen von Sachverhalten zur Ergebnisbeeinflussung Aufstellung der GuV nach Gesamtkosten- oder Umsatzkostenverfahren Aufgliederung von Abschlussposten Darstellungsbeeinflussungen z.B. die Einbeziehung nur der Einzelkosten in die Herstellkosten, Wahl der Abschreibungsmethode, Höhe der Einzelwertberichtigungen bei Forderungen (optimistischere / pessimistischere Einschätzungen). Nutzung von Bewertungswahlrechten und –spielräumen Bewertungsalternativen z.B. die Aktivierung von Disagio, Latenten Steuern oder die Auflösung von Rückstellungen bei Wegfall drohender Risiken. Nutzung von Aktivierungs- und Passivierungswahlrechten und –spielräumen Bilanzierungsalternativen
    • 8.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 9. Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Die Bilanzpolitik erreicht dort eindeutige Grenzen , wo absichtlich oder unabsichtlich Verstöße erfolgen:
        • Gegen Gesetze
        • Gegen Satzungen
        • Gegen die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung
    • 10. Illegale Bilanzierungspraktiken Diese verändern nicht das Jahresergebnis, führen aber zu einer willkürlichen Verkürzung oder Aufblähung der Bilanzsumme. Unberechtigte Saldierung oder Unterlassung notwendiger Saldierungen Posten in der Bilanz werden unter einer Bezeichnung geführt, die dem Charakter des Postens nicht gerecht werden und für die Jahresabschlussadressaten irreführend sind. Falschbenennung Bildung imaginärer Aktiva oder Passiva; z.B. durch der Ausweis von nicht existenten Vorräten durch manuelle Fälschung von Bestandslisten. Einstellen von nicht vorhandenen Posten in die Bilanz Nicht- bzw. unvollständige Erfassung von aktivierungspflichtigen Aktiva oder passivierungspflichtigen Passiva: z.B. die Nichterfassung von Verbindlichkeiten (Schuldentarnung). Nicht-Bilanzierung von Bilanzposten Über- bzw. Unterbewertung von Bilanzposten, z.B. die vorsätzliche Unterbewertung von Rückstellungen, unterlassene außerplanmäßige Abschreibungen oder auch überhöhte Bewertungen die auf grund von Gefälligkeitsgutachten bzw. gefälschten Bestätigungen getätigt werden. Bewertungsdelikte
    • 11.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 12. Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Zwischen den legalen- und illegalen Bilanzierungspraktiken existiert ein breiter Grenzbereich in dem eine scharfe Trennung nicht immer vorgenommen werden kann.
      • Besonders häufig wird in wirtschaftlichen Extremlagen wie etwa bei ungewöhnlich hohen Jahresüberschüssen oder in Krisensituationen wird im Grenzbereich der Bilanzierung gearbeitet.
      • Insbesondere gegen das Windowdressing und gegen Sachverhaltsgestaltungen wird u.U. schnell der Vorwurf der Bilanzmanipulation und des Gestaltungsmissbrauch erhoben.
    • 13. Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken: Windowdressing
      • Metapher für eine „unschöne“ Bilanz, die durch „verzierende Gardinen“ in einem freundlicheren Bild dargestellt wird.  Legal, aber im Grenzbereich!
      • Kein Instrument der Bilanzpolitik, da die Wirkung kurzfristigen Charakter hat und nach dem Bilanzstichtag wieder neutralisiert wird.
      • Kritik: Blick auf die tatsächliche Lage des Unternehmens wird ggf. nicht nur geschönt, sondern verstellt. Die Grenze zur Bilanzverschleierung kann fließend sein.
      Es werden Einlagen in das Einkapital geleistet um nach dem Bilanzstichtag unter Verweis auf den Gesellschafterwillen wieder Entnahmen zu tätigen.  Wirkung: Schönung der Liquiditätslage und der daraus gebildeten langfristigen Liquiditätsaussagen wie z.B. Verschuldungsgrad und Deckungsgrad des Anlagevermögens. Maßnahmen des Windowdressing in Bezug auf das Eigenkapital Verkauf von Vorräten an verbundene Unternehmen bzw. der entsprechende Kauf und Rückkauf bzw. Rückverkauf nach dem Bilanzstichtag.  Wirkung: Schönung der Bilanzstruktur durch einen Aktivtausch (Vorräte gegen Forderungen bzw. Finanzmittel). Maßnahmen des Windowdressing in Bezug auf den Vorratsbestand Die Kreditaufnahme vor oder am Bilanzstichtag mit der Vereinbarung, diese Kredite unmittelbar nach dem Bilanzstichtag wieder zu tilgen.  Wirkung: Schönung der Liquiditätslage und der daraus gebildeten kurzfristigen Bilanzkennzahlen erzielt. Maßnahmen des Windowdressing in Bezug auf den Bestand an liquiden Mitteln
    • 14.
      • Definition Sachverhaltsgestaltungen: Maßnahmen im Rahmen der Bilanzpolitik, die gegebene Sachverhalte vor dem Bilanzstichtag verändern bzw. gestalten.
      • Beispiele:
        • Zeitliche Vor- oder Nachverlagerung von Geschäftsvorfällen aus Gründen der Bilanzpolitik zur Gewinnrealisierung bzw. Gewinnverschiebung
        • Leasing statt Kauf zur Reduzierung der Bilanzsumme (wichtiges Größenmerkmal bei Kapitalgesellschaften)
      • Problem:
        • Handlungsmotive für Sachverhaltsgestaltungen sind für Dritte kaum nachvollziehbar
        • Voraussetzungen für die bilanzrechtliche Anerkennung z.B. für ergebnisbeeinflussende Sachverhaltsgestaltungen (ernsthaft gewolltes Geschäft, angemessene Konditionen) können im Einzelfall umstritten und kaum nachprüfbar sein.
      Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken: Sachverhaltsgestaltungen
    • 15.
      • Begriffsdefinitionen und -abgrenzung
      • Legale Bilanzierungspraktiken
      • Illegale Bilanzierungspraktiken
      • Zweifelhafte Bilanzierungspraktiken
      • Praxisbeispiele
      Agenda
    • 16. Praxisbeispiel: Enron, USA , 2001
      • Gilt hinsichtlich der gesamtwirtschaftlichen Auswirkungen als: „Die Mutter aller Bilanz-Skandale“
      • Im Jahr 2000 durch Fehlinvestitionen, den Verfall der Energiepreise und der allgemeinen Konjunkturkrise in eine kritische wirtschaftliche Lage geraten. Daraufhin Versuch, Verbindlichkeiten zu Verbergen und nicht existente Gewinne vorzutäuschen. (Gewinnausweis um 1,2 Mrd. $ zu hoch, Schulden bis zu 711 Mio. $ nicht ausgewiesen)
      • Hierfür umfangreiche Nutzung von Ermessensspielräume sowie komplexer Sachverhaltsgestaltungen.
      • Auslagerung risikobehafteter Geschäftbereiche in ca. 5.000 eigens gründete Zweckgesellschaften.
      • Verstoß gegen Konsolidierungspflicht für Zweckgesellschaften.
      • Zweckgesellschaften mussten rückwirkend voll im Konzernabschluss konsolidieren werden.
      • Großer Vertrauensverlust und letztendlich Auslöser für die Insolvenz innerhalb von sechs Wochen.
    • 17. Praxisbeispiel: Philipp Holzmann
      • 1996: Operativer Verlust in Höhe von 1 Mrd. DM konnte durch Ausübung handelsrechtlicher Wahlrechte und teilweise unter Verstoß gegen GoB in einen Jahresüberschuss von 1 Mio. DM umgewandelt werden.
      • 1997: Wechsel des Vorstandsvorsitzenden und Einleitung eines regieren Sparkurses
      • 1998: Auflösung stiller Reserven in Höhe von ca. 3 Mrd. DM zur Ergebnisverbesserung. Bewertungsänderungen, Sachverhaltsgestaltende Maßnahmen. Meldung eines positiven Jahresergebnisses.
      • 1999: Im November musste Holzmann überraschend eine Überschuldung von 2,4 Mrd. DM bekannt geben.
      • Trotz Gewährung staatlicher Krediten bzw. Bürgschaften konnten keine operativen Gewinne erzielt werden.
      • März 2002: Insolvenz
      • November 2003: Einstellung des Verfahrens gegen Mitarbeiter einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Die von den Prüfern testierten Abschlüsse sind nach wie vor gültig
    • 18. Zusammenfassung
      • Legale Bilanzierungspraktiken sind Maßnahmen der Bilanzpolitik, die sich im rechtlich zulässigen Rahmen bewegen
      • Illegale Bilanzierungspraktiken verstoßen gegen Gesetze, Satzungen oder GoB
      • Zwischen den legalen- und illegalen Bilanzierungspraktiken existiert ein breiter Grenzbereich in dem eine scharfe Trennung nicht immer vorgenommen werden kann.
      • Insbesondere gegen Sachverhaltsgestaltungen und das „Windowdressing“ kann schnell der Vorwurf der Bilanzmanipulation und des Gestaltungsmissbrauchs erhaben werden.