BMWI Branchenreport Medizintechnik

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BMWI Branchenreport Medizintechnik

  1. 1. Innovativer Gesundheitstourismusin DeutschlandBranchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“
  2. 2. Inhaltsverzeichnis1. Der „Neue Gesundheitstourismus“ im Überblick ............................................................................................ 32. Gesundheitstouristische Marktsituation der Medizintechnik und Kommunikationstechnologie.........73. Handlungshilfen, Erfolgsfaktoren und Impulse für innovative Angebote ................................................. 9 3.1 Medizintechnik ................................................................................................................................................ 9 3.2 Kommunikationstechnologie ......................................................................................................................154. Fazit ........................................................................................................................................................................ 20
  3. 3. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 31. Der „Neue Gesundheitstourismus“ im Überblick Projekt „Innovativer Gesundheitstourismus in Deutschland“ Wie sehen erfolgreiche Angebote im Gesundheitstourismus aus? Welche Produktanforderungen müssen Anbieter erfüllen? Welche Trends und Neuerungen gibt es, was sind Innovationen und wie lassen sich diese umsetzen? Welches sind die Erfolgsstrategien? Diese Fragen standen im Mittelpunkt des vom Deutschen Tourismusverband e. V. (DTV) initiierten und vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie geför­ derten Projektes „Innovativer Gesundheitstourismus in Deutschland“. Über 400 Hinweisen aus einer bun­ desweiten Veranstaltungsreihe, Experteninterviews und umfassenden Recherchen zu innovativen Ansätzen und Best Practices ist der DTV nachgegangen. Die Ergebnisse wurden in einem Leitfaden zusammengefasst, der einen umfassenden Überblick zu den Projektergebnissen bietet. Vertiefend dazu wurden insgesamt sieben Branchenreports zu verschiedenen gesundheitstouristischen Anbietersegmenten verfasst. ƒ Alle Informationen zum Projekt, zum Download des Leitfadens und der Branchenreports unter www.innovativer­gesundheitstourismus.de oder www.bmwi.de Branchenreport „Gesundheitstourismus für Medizintechnik und Kommunikations­ technologie“ Ihnen stehen neben dieser Ausgabe mit speziell zugeschnittenen Informationen für Medizintechnik und Kommunikationstechnologie sechs weitere Branchenreports zu folgenden Themen zur Verfügung: „Kurorte und Heilbäder“, „Beherbergungsanbieter“, „Kliniken und Gesundheitszentren“, „Flächendestina­ tionen“ sowie „Städtedestinationen“ und „Gesundheitsregionen und Gesundheitsinitiativen“. Neben einer einführenden Beschreibung der Marktsituation mit Blick auf den Status quo und auf zukünftige Entwicklungen stehen den interessierten Fachlesern Praxisbeispiele, Checklisten und Handlungsempfehlun­ gen für die jeweiligen Segmente zur Verfügung. Eine Auswahl innovativer Ansätze, guter Beispiele und Hintergründe soll Orientierung bieten, interessante Impulse für die eigene Marktbearbeitung geben und wichtige Erfolgsfaktoren aufzeigen.Neue Nachfrageformen, technischer Fortschritt und 1 Neue Zielgruppen und neue BedürfnisseKooperationen – der Zukunftsmarkt Gesundheits­ durch den demographischen Wandeltourismus bietet vielfältige Chancen für die Anbieteraus Tourismus und Gesundheitswirtschaft. Die Markt­ Der demographische Wandel bietet Chancen, erfor­und Trendforscher bescheinigen dem Gesundheits­ dert aber auch im Gesundheitstourismus ein Umden­tourismus in den nächsten Jahren einen klaren Be­ ken. Barrierefreiheit und eine medizinisch­therapeu­deutungszuwachs (vgl. Leitfaden S. 11). Immer mehr tische Grundsicherung am Urlaubsort sind nur einigeMenschen sind bereit, auch im Urlaub etwas für ihre Beispiele, um sich auf die älter werdende ZielgruppeGesundheit zu tun. Der demographische Wandel, einzustellen. Aufgrund von Mobilitätseinschränkun­wachsendes Gesundheitsbewusstsein und Werte­ gen oder chronischen Krankheiten will man in Zu­wandel, neue Altersanforderungen, Lebensstile, Be­ kunft nicht auf den Urlaub verzichten müssen. Dasdürfnislagen und Indikationen aber auch der Einsatz heißt spezielle Service­ und Komfortleistungen stellenneuer Technologien – für Anbieter aus Tourismus besondere Ansprüche der älteren Zielgruppe dar,und Gesundheitswirtschaft ergeben sich zahlreiche die sich in der gesamten Dienstleistungskette wider­Möglichkeiten der Angebotsgestaltung und Speziali­ spiegeln sollten. Aber auch zielgerichtete Präventi­sierung. Was sind die wichtigsten Treiber für die Ent­ onsangebote für „Better Aging“ und Programme, diewicklung des „Neuen Gesundheitstourismus“? die besonderen Bedürfnislagen bei alterstypischen
  4. 4. 4 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“Erkrankungen in einem urlaubstypischen Ambiente 4 Innovationen und neue Kooperationenberücksichtigen, haben gute Chancen. auf AnbieterseiteNicht nur ältere Menschen nutzen künftig gesund­ Neue Möglichkeiten können sich zudem durch denheitstouristische Angebote. Neue Nachfrage ent­ Einsatz neuer Technologien im Gesundheitstouris­steht mit großer Dynamik auch durch jüngere, mit­ mus ergeben: Präventivdiagnostik mittels Hightechten im Arbeitsleben stehenden Menschen mit hohen Check­ups, Einsatz von Telemedizin, NachbetreuungAnforderungen im privaten und beruflichen Lebens­ gesundheitstouristischer Aufenthalte am Wohnort.umfeld. Stressprävention wird gerade für wert­ Angetrieben von der medizinischen und technologi­schöpfungsstarke und jüngere Nachfragesegmente schen Entwicklung entstehen innovative Angebots­immer bedeutsamer. formen. Neue, einfache und preisgünstige Diagno­ se­ und Behandlungsformen (zum Beispiel mit2 Gesundheit wird zum Lifestyle Einsatz von Sensoren) ermöglichen massentaugliche Produkte im Präventionsmarkt. Online­Coaching­Die Deutschen sind sich zunehmend bewusst, dass Instrumente ergeben beispielsweise gänzlich neuesie selbst für ihre Gesundheit verantwortlich sind Formen des Dialogmarketings und der Kundenbin­und eine Eigenvorsorge persönlich lohnend ist. dung. Die Möglichkeiten zum unterstützenden Ein­Mehr Eigenverantwortung für die Gesundheit ergibt satz von Telekommunikation bei Präventions­sich dabei nicht nur aus dem stetigen Rückzug der angeboten in den Bereichen Stressmanagement,Sozialversicherungsträger. Immer mehr Menschen Ernährung oder Bewegung sind noch längst nichtfördern aktiv eine gesunde Lebensweise – auch im ausgeschöpft.Urlaub. „Soft Health“, die Durchdringung gesund­heitlicher Aspekte in fast allen Wirtschafts­ und Zukunftsmarkt Gesundheitstourismus –Lebensbereichen, hält Einzug in den Tourismus. Der AngebotspotenzialeWunsch zum Erhalt der physischen und psychischenLeistungsfähigkeit äußert sich auch in neuen konkre­ Günstige Rahmenbedingungen und neue Nachfra­ten Produkten, die sich beispielsweise um mentale gepotenziale bedeuten jedoch nicht automatischesGesundheit, Selfness und innere Balance oder Ernäh­ Wachstum. Der Markt steht derzeit an der Schwellerungsurlaube drehen. Klassische Erholungsformen zu einem „Neuen Gesundheitstourismus“, der zu­wie Wandern und Radfahren werden zudem mit nehmend an Fahrt gewinnt. Neben selbstzahlerori­nachweislich gesundheitlichen Mehrwerten aufge­ entierten Angeboten ist vor dem Hintergrund demo­laden. graphischer Wandel und Fachkräftemangel auch das betriebliche Gesundheitsmanagement als Chan­3 Neue Rahmenbedingungen durch ce für den Gesundheitstourismus zu nennen. Öffnung der Marktstrukturen Die Ergebnisse des Projektes „Innovativer Gesund­In der Vergangenheit war der Gesundheitstouris­ heitstourismus in Deutschland“ haben zwar gezeigt:mus in Deutschland vor allem von kurativen Aufent­ Viele Anbieter und Kooperationen bearbeiten denhalten in prädikatisierten Kurorten und Heilbädern Markt bereits erfolgreich. Deutlich wurde aber auch,geprägt. Im Zuge der Veränderungen im Gesund­ dass sich der „Neue Gesundheitstourismus“ insge­heitswesen haben sich die Rahmenbedingungen samt noch in einer frühen Marktphase befindet. Tou­inzwischen aber grundlegend geändert. Durch den rismus und Gesundheitswirtschaft fangen erst an,Rückzug der Sozialversicherungsträger werden die Synergien systematisch zu nutzen.einstmals marktprägenden, kurfokussierten Anbie­ter zur Neuausrichtung angeregt. Gleichzeitig wird Doch in welchen konkreten Bereichen lassen sich ge­der Weg frei für neue Anbieter. Diese partizipieren sundheitstouristische Angebote entwickeln und er­nicht nur am gesundheitstouristischen Markt, son­ folgreich am Markt platzieren? Generell lässt sich derdern prägen diesen durch innovative, zielgruppen­ Gesundheitstourismus drei verschiedenen Ausrich­scharfe Angebotsformen und neue Vertriebswege. tungen zuordnen (vgl. Infobox). Neben klassischen
  5. 5. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 5 Projekt „Innovativer Gesundheitstourismus in Deutschland“ Gesundheitstourismus i.w.S. Beispiele Motivation und Ziel 1 Urlaub für gesunde Personen­ ƒ Familienurlaub an der See (Abhärtung, ƒ klassische Urlaubsmotivation gruppen mit gesundheitlichen Reizklima) ƒ keine primäre gesundheitliche Zielsetzung Mehrwerten ƒ Wellness­ und Genussurlaub ƒ Gesundheit als Mehrwert ƒ Aktiv­ und Sporturlaub 2 Urlaub für gesundheit­ ƒ barrierefreier Urlaub für Personen mit ƒ klassische Urlaubsmotivation lich eingeschränkte Mobilitätseinschränkungen ƒ spezialisierte gesundheitliche Personengruppen ƒ betreuter Urlaub für chronisch Kranke und Versorgung am Urlaubsort entsprechend Angehörige Einschränkung 3 Primär gesundheitsorien­ Ohne Indikation: ƒ klar definierte medizinisch­therapeutisch tierte Reiseformen bzw. ƒ Primärprävention geprägte Motivation und Zielsetzung Angebotssparten ƒ Leistungsfähigkeit ƒ Attraktivität Indikationsbezogen: ƒ Sekundär­ und Tertiärprävention ƒ Rehabilitation ƒ Heilung und Linderung Quelle: PROJECT M & KECK MEDICAL 2011 ƒ Ausführliche Informationen zu den verschiedenen gesundheitsorientierten Reiseformen finden Sie im Leitfaden „Innovativer Gesundheitstourismus in Deutschland“ unter www.innovativer­gesundheitstourismus.de oder www.bmwi.deErholungsreisen, die mit gesundheitstouristischen rung insbesondere für den GesundheitstourismusElementen aufgeladen sind und sich an gesunde im engeren Sinne, der mit primär gesundheitsorien­Personen richten (1), zählen auch Urlaubsangebote tierten Reiseformen (3) beschrieben werden kann.für gesundheitlich eingeschränkte Personengrup­ Dazu zählen:pen (2) zum Gesundheitsurlaub im weiteren Sinne.Beide Formen versprechen gesundheitliche Mehr­ ƒ indikationsunabhängige Angebotssparten –werte für den Gast ohne vorrangig auf Gesundheits­ richten sich an gesunde Personen und zielen aufförderung bzw. Gesundheitserhaltung ausgerichtet die Erhaltung der Gesundheit und Leistungsfä­zu sein. Den Kernbereich des Gesundheitstourismus higkeit abstellen die primär gesundheitsorientierten Reisefor­men bzw. Angebotssparten (3) dar. Ihnen liegen klar ƒ Primärprävention mit den Zielen der Krank­definierte medizinisch­therapeutische Ziele zu heitsvermeidung, Gesundheitserhaltung undGrunde. Aus dem Spektrum der gesundheitstouristi­ dem Aufbau von Kompetenzen für eineschen Ausrichtungen ergibt sich eine Vielzahl an gesundheitsfördernde LebensweiseMöglichkeiten für die Ent wicklung und Platzierungvon Angeboten. ƒ Erhöhung der LeistungsfähigkeitAm Markt für Gesundheitstourismus gewinnt der ƒ Erhöhung der Attraktivitätmedizinische Aspekt zusehends an Bedeutung – dieNachfrage wird vielfältiger und differenzierter, eine ƒ indikationsbezogene Angebotssparten –stärkere Indikations­, Bedürfnis­ und Nutzenorien­ richten sich an Personen, bei denen ein gesund­tierung der Kunden ist zu beobachten. Für Anbieter heitliches Problem bzw. eine Diagnose bereitsergeben sich hieraus gute Chancen zur Spezialisie­ vorliegt
  6. 6. 6 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ ƒ Sekundär­ und Tertiärprävention mit dem ƒ Rehabilitation zur Wiederherstellung der Ziel der Früherkennung, der Verhinderung Gesundheit der Verschlimmerung oder des Wiederauftre­ tens einer Erkrankung ƒ Behandlungen von Erkrankungen zur Hei­ lung und LinderungWelche Merkmale kennzeichnen den „Neuen Gesundheitstourismus“?Dieser…ƒ gehört künftig zum Angebot jeder Urlaubsdestination – Sicherheit, Komfort und Barrierefreiheit gewinnen vor allem bei der wachsenden Zielgruppe der Älteren an Bedeutung und werden als wichtige Angebotsbestandteile nachgefragt.ƒ wird zunehmend differenzierter – für Anbieter ergeben sich zahlreiche Möglichkeiten der Spezialisie­ rung auf Subthemen und für die Ausbildung von Alleinstellungsmerkmalen (zum Beispiel nach Indi­ kationen).ƒ ist zunehmend medizinisch-therapeutisch abzusichern – messbare Ergebnisse und Wirkungsnachwei­ se sind gefragt, reine Wohlfühlangebote verlieren zusehends an Bedeutung.ƒ wird indikationsorientierter – Primärprävention wird deutlich medizinischer und wird langfristig in ihrer Bedeutung von den indikationsbezogenen Angebotssparten der Sekundär­ und Tertiärprävention abgelöst.ƒ wird nachhaltiger – Vorsorgeuntersuchungen, Gesundheitschecks sowie Coachingangebote mit dem Ziel der langfristigen Lebensstiländerung bzw. des Entgegenwirkens von Altersbeschwerden, ­krank­ heiten und Attraktivitätsverlust werden immer bedeutender.ƒ fordert deshalb neue Kombinationen und Paketangebote, die über den Aufenthalt hinausgehen – gesundheitliche Mehrwerte aus dem Urlaub werden in das Wohnumfeld übertragen.ƒ braucht starke Anbieternetzwerke zwischen professionellen Gesundheitsdienstleistern und der Hotel­ lerie, Fitnessanbietern und Ärzten etc., um den vielfältigen Anforderungen der Gäste gerecht werden zu können.ƒ benötigt zielgruppenspezifische Vertriebswege abseits der klassischen, touristischen Marketingkanäle – veränderte Interessenlagen und wandelndes Kommunikationsverhalten schaffen neue Orte der Kom­ munikation, die eine zielgerichtete Ansprache ermöglichen.
  7. 7. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 72. Gesundheitstouristische Marktsituation der Medizintechnik und KommunikationstechnologieTechnik im Gesundheitstourismus tik geht, auch in Präventionszentren. Die Anschaffung ist mit sehr hohen Investitionskosten verbunden undEs sind zwei grundsätzlich verschiedene Ansätze des rechnet sich nur durch einen breitestmöglichen Ein­Technikeinsatzes im Gesundheitstourismus zu unter­ satz. Gesundheits­ bzw. Medizintouristen sind in die­scheiden: sem Rahmen willkommen.ƒ Medizintechnik, die als „Hightech“­Alleinstel­ Der alleinige Einsatz von medizintechnischen Groß­ lungsmerkmal besondere diagnostische und/ geräten zum Beispiel im Kontext der Präventivmedi­ oder therapeutische Möglichkeiten eröffnet (zum zin bleibt in Deutschland aus diesem Grunde nur sehr Beispiel ein besonders leistungsfähiges Magnet­ wenigen großen Präventionszentren vorbehalten. resonanztomographiegerät) oder die, in einem Auch außerhalb der medizinischen Dienstleistungs­ einfacheren Rahmen, als Unterstützung im Ge­ zentren werden im Gesundheitstourismus jedoch aus sundheitscoaching eingesetzt wird (zum Beispiel der Medizintechnologie abgeleitete Geräte benutzt. Biofeedback) Häufiger eingesetzte Technologien sind Geräte zur Herzfrequenzmessung und Blutdruckmessung, dieƒ Kommunikationstechnologie, über die gesund­ Körperkompositionsanalyse (Messung der Fett­, Mus­ heitstouristisch orientierte Kommunikation abge­ kel­ und Wasseranteile des Körpers) und das Biofeed­ wickelt wird (zum Beispiel Blog oder Fachforum) back (im Gesundheitstourismus überwiegend Mes­ oder die gesundheitsorientierte Funktionalitäten sung des An­ bzw. Entspannungszustandes). bereitstellt (zum Beispiel Smartphone­Applica­ tion, die durch Gesundheitswege navigiert und Marktsituation der Kommunikations­ den individuellen Energieumsatz berechnet) technologie im GesundheitstourismusBeide Bereiche bieten erhebliche gesundheitstouris­ Die Nutzung des Internets, in frühen Zeiten nur destische Innovationsoptionen. Infolgedessen haben stationären, heute auch des mobilen Internets, hatbeide Bereiche bereits heute das Gesicht einiger ge­ die Kommunikation im und über den Gesundheits­sundheitstouristischer Angebote und auch deren tourismus grundlegend verändert. Es ist zur RegelVermarktung und Vertrieb grundlegend verändert. geworden, dass sich ein rasch wachsender und zah­Der Veränderungsprozess hat jedoch erst begonnen lungskräftiger Kundenkreis der vielfältigen Ebenenund wird zukünftig weite Teile des Gesundheitstou­ des Internets virtuos bedient und ein gesundheits­rismus neu definieren. touristisches Angebot zunächst im Wesentlichen über seine Internetdarstellung beurteilt. Dazu gehö­Marktsituation der Medizintechnik im ren u.a. Filme, Life­Kameras, Onlinebuchungen undGesundheitstourismus der Austausch über soziale Medien.Gesundheits­ bzw. medizintouristisch beworbene Die rasch zunehmende Verbreitung von Smartpho-Großgeräte für Diagnose und/oder Therapie stehen nes hat den Einsatz komplexer gesundheitsorientier­in der Regel in Kliniken oder, falls es nur um Diagnos­ ter Technologien bereits für unzählige Menschen Im Gesundheitstourismus lassen sich grundsätzlich zwei unterschiedliche technolo­ gische Ebenen unterscheiden: 1. Die Medizintechnologie der medizinischen Dienstleister (u.a. Bildgebung) und die aus der Medizintech­ nologie abgeleiteten vereinfachten Geräte (Körperkompositionsanalyse usw.) und die 2. Kommunikationstechnologie, die im Wesentlichen die verschiedenen Ausprägungen des stationären und mobilen Internets sowie gesundheitsorientierte Smartphone­Anwendungen umfasst.
  8. 8. 8 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“zum Alltag werden lassen. Diabetiker führen ihreDokumentation auf speziellen Applications und sen­den diese an ihren Arzt, Läufer dokumentieren perGPS ihre Laufstrecke und lassen parallel ihren Ener­gieumsatz berechnen. Viele dieser Anwendungenkommen ursprünglich aus dem medizintech­nischen Bereich und sind zwecks Alltagstauglichkeitmodifiziert worden.Häufig sind die Kunden den gesundheitstouristi­schen Anbietern technologisch voraus und bringenbeispielsweise „ihre“ Sportapplication in die Aktivitä­ten am Urlaubsort selbst ein.
  9. 9. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 93. Handlungshilfen, Erfolgsfaktoren und Impulse für innovative Angebote3.1 Medizintechnik Arztpraxis. Das Angebot reicht von Präventions­ maßnahmen, Akupunktur, speziellem TrainingMedizintechnik im Rahmen diagnostischer gegen Burn­out bis hin zu medizinischen Check­und therapeutischer Prozesse im Medizin­ ups, wie dem „Dr. Wolff Back­check“ zur Rücken­tourismus analyse für anschließendes Rückentraining. Schwerpunkte dieses Gesundheitshotels sindKliniken und andere medizinisch­therapeutische außerdem die Felke­Kur und das Heilfasten nachDienstleister können eine besondere diagnostische Buchinger. Des Weiteren bietet das Resort Bera­oder therapeutische Ausstattung als ein Alleinstel­ tung und Programme im Bereich Betriebliches Ge­lungsmerkmal im Rahmen ihrer medizintouris­ sundheitsmanagement an. (www.menschel.com).tischen Angebote herausstellen. ƒ Das Parkhotel Igls – Gesundheit im Zentrum istNicht nur medizinische Großgeräte sind dabei rele­ ein Haus der gehobenen 4­Sterne Kategorie mitvant, auch schon kleinere Geräte, beispielsweise zur 51 Zimmern und Appartements und integriertemKnochendichtemessung, können als ein differenzie­ Gesundheitszentrum. TheMedGolf – Programm,rendes Merkmal in einem Check­up­Angebot genutzt das von einem Arzt, einem TheMedGolf­Instruc­werden. In den folgenden Beispielen wird insbeson­ tor (Therapeut) und einem Golf­Professionaldere deutlich, wie Diagnostik sinnvoll mit Coaching­ betreut wird. Im Vordergrund steht die richtigeProgrammen verbunden werden kann. Wirbelsäulen­ und gelenkschonende Bewegung beim Golfschwung. TheMedGolf­ PersonaltrainingPraxisbeispiele: Medizintechnik im Rahmen und alle Golfstunden werden als Einzeltrainingvon Check­up­Angeboten angeboten. Medical Check – neben der Basisdiag­ nose bietet das Parkhotel Igls ein umfangreichesƒ „Mit Genuss gesund in die Zukunft“ in Bad Aibling, Diagnostikmodul. Dieses Angebot richtet sich ins­ Integration der medizinischen Kompetenz von besondere an Personen, die im Rahmen einer per­ drei Fachkliniken über Vorsorgeuntersuchungen sönlichen Standortbestimmung wichtige Funkti­ zu Schlaganfallrisiko, inneren Krankheiten (zum onsabläufe ihres Organismus analysieren und Beispiel Herz­Kreislauf) und Osteoporose (Kno­ mögliche Risikofaktoren bewerten möchten. Es chendichtemessung), Kombination mit Bewe­ besteht eine Kooperation mit der Universitätskli­ gungsprogrammen. (www.aib­kur.de) nik Innsbruck. (www.parkhotel­igls.at)ƒ AlpenMedHotel Lamm, Hotel mit Schwerpunkt ƒ Frankenklinik, Bad Neustadt: „Aus vollem Herzen Medical Wellness. Umfangreiches Angebot mit – dem Infarkt vorbeugen“. Selbstzahlerangebot: ärztlicher Betreuung umfasst u.a Belastungs­EKG, 14­tägiges Urlaubs­ und Check­up­Programm für Back­Check, Ernährungsberatung, psychologi­ Herzerkrankungen in Herz­ und Gefäßklinik, das sche Gespräche, physiotherapeutische Funktions­ Wege zu einem neuen Lebensstil aufweisen und analyse, Bioimpedanzmessung sowie Pauschalen den Kreislauf in Schwung halten soll. Zu den Pro­ zu Gewichtsreduktion, Anti­Stress und Burn­out, gramminhalten zählen ein Check­up zur Leistungs­ Health Check, Medical Wellness, Personal Golf­ fähigkeit von Herz und Körper, die Erstellung eines Physio und Cryotherapie. Besonderheit: Golfspe­ persönlichen Risiko­ und Belastbarkeitsprofils zifische Funktionsanalyse (sportartspezifische, sowie die Erarbeitung der persönlichen Gesund­ physiotherapeutische Untersuchung, bei welcher heitsziele zur Minderung des Herzinfarktrisikos. etwaige muskuläre Dysbalancen festgestellt und Das Programm wird zusätzlich durch Psycholo­ darauf aufbauend Übungen entwickelt werden). gen, Sportlehrer sowie Ernährungsberater beglei­ (www.alpenmedhotel.com) tet und betreut. (www.rhoen­klinikum­ag.com/ rka/cms/fkg_2/deu/53778.html)ƒ Das Menschels Vitalresort in Bad Sobernheim ist ein 4­Sterne Gesundheitsresort mit eigener Ther­ ƒ Der „HerzurlaubTM Bad Bevensen“ bietet Urlaub me und Wellnessangeboten sowie integrierter (mit Übernachtung und Verpflegung im Hotel),
  10. 10. 10 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ der durch ein intensives herzorientiertes Untersu­ schlaf­assoziierte Bewegungsstörungen und Tages­ chungs­ und Trainingsprogramm im Herz­ und müdigkeit. Ergänzend werden Bewegungs­ und Gefäßzentrum Bad Bevensen ergänzt wird. Thera­ Entspannungsprogramme, Stressbewältigung, peutische Leistungen finden vormittags statt, am Ernährungsberatung, Naturheilverfahren und Nachmittag bleibt Zeit für Urlaubsunternehmun­ Homöopathie angeboten. Kooperation zwischen gen. Das medizinische Programm umfasst: Kardio­ Schlaflabor und regionalen Tourismusbetrieben. Check­up (Echokardiographie, Belastungs­EKG, (www.bad­hindelang.info;Stichwort: Gesunder Fitness­Test, Labor, modifizierte Ernährungsana­ Schlaf; www.ifapi.de Stichwort: Schlaflabor ) lyse, Sichtung mitgebrachter Befunde), Kardio­Fit­ Training (sporttherapeutisches Ausdauertraining, Insbesondere in den Metropolen haben sich Check­ Nordic­Walking oder ­Jogging, Kardiotraining, up­Zentren etabliert, die spezielle Hightech­Diag­ Entspannungstraining, Schnupperkochkurs zu nostik nutzen. bewusster Ernährung und Vollkornkost, medizi­ nische Vorträge, Werkstatt zur Verhaltensände­ Praxisbeispiele: Hightech­Diagnostik rung mit Unterstützung durch psychologische in urbanem Ambiente Experten). Im Anschluss an das medizinische Pro­ gramm wird ein Kardio­Pass inklusive aller medi­ ƒ Mit dem Medizinischen PräventionsCentrum zinischen Untersuchungsergebnisse, einer Doku­ Hamburg wurde ein universitäres Zentrum mit mentation des aktuellen Herzinfarkt­Risikos, hochmoderner Technik (u. a. Ganzkörpertomo­ individuelle Checklisten und Handlungsempfeh­ graphie, Osteodensitometrie, Spiroergometrie) lungen erstellt. (www.herzurlaub.de) und einem straff durchorganisierten halbtägigen Untersuchungsdurchgang entwickelt. Jeder Kun­Auch für einzelne Erkrankungsgruppen wurden de hat ein eigenes Zimmer, zur Ausstattung gehö­Angebote entwickelt. Diese basieren jeweils auf einer ren u. a. eine Chaiselongue, ein Schreibtisch mitsehr spezifischen medizintechnologischen Ausstat­ Computer sowie ein Flachbildschirmfernseher.tung. Angesprochen durch Angebote dieser Art sind u. a. Berufstätige, die in der kürzestmöglichenPraxisbeispiele: Medizintechnik im Rahmen Zeit ein Maximum an Check­up­Qualität erhaltenindikationsorientierter Angebote möchten. (www.mpch.de).ƒ Feriendialysezentrum Friedrichroda: Die medizi­ ƒ Das Centrovital in Berlin stellt eine Synthese aus nische Begleitung ermöglicht Dialysepatienten hochspezialisiertem medizinischen Angebot und (Hämodialyse, Lipidapherese (HELP), Peritoneal­ Wellness­Hotel dar: zum Beispiel Programme mit dialyse) den Urlaub im Thüringer Wald. spezieller Diagnostik und Therapie, Gesundheits­ (www.feriendialyse­friedrichroda.de) checks, Prävention und fachärztliche Betreuung sowie Sightseeing, Kultur, Unterhaltung. Dasƒ Das Schlaflabor im Allgäu bietet in den Urlaub Hotel bietet 158 allergikerfreundliche Zimmer integrierte persönlich zugeschnittene Behand­ und Suiten, Thermenlandschaft, Beauty Lounge, lungskonzepte für Menschen mit Schlafstörun­ Sportness Centrum, Gesundheitszentrum, moder­ gen und Tagesmüdigkeit. Urlaub und Erholung ne Geräteausstattung, Fachärzte und Fachperso­ werden ergänzt durch ärztliche Hilfestellung bei nal. Gesundheitsleistungen reichen von ambu­ gestörtem Schlaf. Die ganzheitlichen medizi­ lanter Rehabilitation über Präventionskurse und nisch­therapeutischen Konzepte richten sich an privatärztlichen Leistungen bis hin zu Medical Menschen mit folgenden Störungen: Schnarchen Wellness Reisen, Ernährungsberatung oder Ange­ und Atmungsstörungen im Schlaf, Schlaflosig­ boten der betrieblichen Gesundheitsvorsorge. keit, Einschlaf­ und Durchschlafstörungen, Hypo­ Bezuschussung einzelner Angebote durch die ventilationssyndrome, Restless Legs (unruhige Krankenkasse, Mitglied der „Leading Medical Beine im Schlaf), Bewegungsstörungen im Schlaf, Wellness Hotels & Resorts“ (www.lmwh.de) und Zähneknirschen sowie „Schlafwandeln“, traum­ vom TÜV Rheinland Medical Wellness­zertifiziert.
  11. 11. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 11 Vertrieb u.a. über TUI Vital. (www.centrovital­ ƒ Das Essener Preventicum bietet Privatpersonen berlin.de) und Unternehmen medizinische Diagnostik, Beratung und Therapie. Es verfügt u. a. über einƒ Das European Prevention Center (EPC) in Berlin interdisziplinäres Team von Fachärzten, modern­ vereint ärztliche Kompetenz der Vorsorgemedi­ ste Medizintechnik und verspricht eine sehr per­ zin mit Hightech­Diagnostik sowie einer Lounge sönliche, individuelle Gesundheitsleistung. (www.epc­checkup.de) (www.preventicum.de)ƒ Swiss Prevention Center mit dem Spezialangebot Insbesondere Kliniken der Maximalversorgung kön­ „Gesund in Luzern“. Bewerbung über Luzern Tou­ nen auch international relevante therapeutische rismus, bei Übernachtungsbuchung gibt es Spe­ Alleinstellungsmerkmale bieten: zialpreise für den Gesundheitscheck. Das Swiss Prevention Center hat u. a. das Ziel, die Übernach­ Praxisbeispiel: Hochinnovative therapeu­ tungszahlen in Luzern und Umgebung zu stei­ tische Medizintechnik gern und damit den Tourismus zu fördern. Zu den Leistungen gehören zum Beispiel ein umfassen­ ƒ Partikeltherapie mit Kohlenstoffionen: Heidel­ der individueller und ganzheitlicher Gesund­ berger Ionenstrahl­Therapiezentrum, Partikel­ heitscheck (Bewegung, Ernährung, Medizin, Life therapiezentrum Marburg (im Aufbau): Die Par­ Balance und Selfness), Betreuung durch die Ärzte tikeltherapie ist nur an wenigen Orten weltweit des Swiss Olympic Medical Centers Nottwil, um­ verfügbar (Investitionen bis zu 100 Millionen Euro) fassender Medical­Check im Rahmen von betrieb­ und ermöglicht eine sehr präzise und wirksame licher Gesundheitsvorsorge, Team­Check für Behandlung von Krebserkrankungen. Ein Tumor Gruppen, Sport­Check (sportmedizinische Unter­ lässt sich punktgenau bestrahlen, wodurch das suchung), Beratungen zum Thema Burn­out, Res­ umliegende gesunde Gewebe geschont wird. Nach sourcen­Management für Firmen (Leistungsfä­ bisherigen Erfahrungen treten bei den Patienten higkeit steigern), Team Events für Firmenkunden, keine oder wenig Nebenwirkungen auf. So kön­ Beratungen zum betrieblichen Gesundheitsma­ nen die Heilungschancen bei manchen Krebsarten nagement. (www.swisspreventioncenter.ch) auf über 90 Prozent steigen. Therapeutische Mög­ lichkeiten auf diesem, auch international gese­ƒ Die Diagnoseklinik München bietet u. a. Früherken­ hen, äußerst wettbewerbsfähigem Niveau kön­ nung/Vorsorgeuntersuchungen unter Verwen­ nen zu einer (patienten­)touristischen Nachfrage dung eines hochwertigen diagnostischen Instru­ in der Region (zum Beispiel im Rahmen von Re­ mentariums. (www.diagnoseklinik­muenchen.de) habilitation, Wellness und Angehörigenaufent­Checkliste: Schritte zur Integration der Medizintechnik in Angebote der BereicheVorsorge/Früherkennung, indikationsorientierte Diagnostik und TherapieSchritt 1: Erstellen einer Geräteliste und Ableitung der Einsatzmöglichkeiten im Medizintourismusƒ Screening aller diagnostischen und therapeutischen Geräte auf medizintouristische Eignung: Bewertung in den Kategorien Früherkennung, indikationsorientierte Diagnostik und Therapie.Schritt 2: Einbettung des Geräteeinsatzes in ein medizintouristisches Angebotƒ Bei der Früherkennung zum Beispiel zusätzlich ein Bewegungscoaching.ƒ Bei der indikationsorientierten Diagnostik und bei der Therapie insbesondere Einbettung in die not­ wendige Logistik und Servicekette.
  12. 12. 12 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ halt) führen. Die Finanzierung durch Kranken­ Wandern und Gesundheit unter Nutzung des kassen ist im Einzelfall zu klären, sie hängt in Heilklimas der Region. Die Verbindung aus Ruhe­ Deutschland von der jeweiligen Indikation ab. phasen und Bewegung in der Natur kann jedem (www.ukgm.de Stichwort: Partikeltherapiezent­ Leistungsniveau angepasst werden. Sowohl im Be­ rum) reich der Prävention als auch der Rehabilitation kann das Heilklima­Wandern eingesetzt werden.Medizintechnik im Rahmen des Sport­ Um einen optimalen Einsatz zu gewährleisten,und Lifestyle­Coachings, der Sicherheit werden die Angebote durch Klimatherapeutenund der Kosmetik begleitet und durch Pulsuhren überwacht. (www.willingen.de;Stichwort: Urlaub – Heilkli­Sport- und Lifestyle-Coaching umfasst die Berei- ma­Wandern)che Ernährung, Bewegung und Entspannung. ƒ Laufcamp Bodensee, Überlingen. Lauftraining,Der Einsatz hochentwickelter überwiegend miniatu­ Lauftechnik, Leistungsdiagnostik, Trainingsbera­risierter Medizintechnik (vor allem aus dem Bereich tung. 1­wöchiges Laufseminar mit Betreuungder Sensorik) und medizinischer Forschungsergeb­ durch Sportwissenschaftler. Leistungen umfassennisse im Tourismus kann durch eine Ausweitung des zum Beispiel Laktatleistungsdiagnostik, sportme­Angebotsportfolios völlig neue Geschäftsfelder für dizinische Leistungsdiagnostik, Erstellung indivi­den Gesundheitstourismus erschließen. dueller Trainingsprofile, Laufstilanalyse/Lauf­ bandanalyse und Vorträge. Außerdem werdenIm Rahmen des Sport­ bzw. Bewegungscoachings Einführungen in Bewegungs­ und Entspan­werden im touristischen Bereich Geräte wie Herzfre­ nungs­, Kraft­ und Ausdauertraining angeboten.quenzmesser, professionelle Leistungsdiagnostik Organisation von Übernachtung mit Vollpensionund sogar spezielle Geräte zur Leistungssteigerung im Kneipp­ und Vital­Hotel Röther.eingesetzt. (www.laufcamp.com)Praxisbeispiele: Medizintechnik im Rahmen ƒ Hotel Bornmühle, Höhentrainingszentrum sowiedes Sport­/Bewegungs­Coachings zwei speziell ausgerüstete „Höhenzimmer“ mit „Lowoxygen­Technologie“ ermöglichen Höhen­ƒ RS800CX MULTI Herzfrequenz­Messgerät inkl. training bzw. Akklimatisierungstraining im Flach­ Geschwindigkeits­, Distanz­ und Höhenmessung. land. Zielgruppen: Komplettsystem für Multisportler mit G3­GPS a) Sportler und Alpinisten Sensor misst Geschwindigkeit und Distanz in b) Gesundheitsgäste jedem Gelände und bei Sportarten wie zum Bei­ Zu den Effekten des Höhentrainings zählen zum spiel Mountainbiking, Trailrunning, Kajak fahren, Beispiel Verbesserung der physischen und menta­ Langlauf und Inlineskating. Die Positionsdaten len Leistungsfähigkeit, Senkung des Blutzucker­ werden gespeichert, so dass sich die Route an­ spiegels, Normalisierung des Bluthochdrucks und schließend am PC darstellen lässt. Die Software Cholesterinlevels; Minderung der Beschwerden unterstützt bei der Trainingsplanung und ­aus­ bei Atemwegserkrankungen und Allergien. Der wertung. Hochempfindlicher barometrischer Hö­ Einsatz in der Hotellerie ist neu, bisher überwie­ henmesser, mit dem sich detailreiche Höhenpro­ gend Einsatz im medizinischen bzw. sport­ file aufzeichnen lassen. (www.polar­deutschland. medizinischen Bereich (Leistungssport). de/de/produkte/laufen_multisport/RS800CX_ (www.bornmuehle.de) MULTI) ƒ „TeutoVitalWanderwelt“ koordiniert durch dieƒ Heilklima­Wandern unter fachmännischer Be­ OstWestfalenLippe Marketing GmbH gleitung, Tourist­Information Willingen Kurort/ (www.vitalwanderwelt.de) oder die „Gesund­ Heilbad Willingen Hessen. Das Konzept des Heil­ heitsPfade Wanderherz“ (Schüchtermann­Klinik klima­Wanderns basiert auf der Kombination aus in Kooperation mit Bad Rothenfelde und dem
  13. 13. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 13 Tourismusverband Osnabrücker Land), die so­ heitstourismus könnte beispielsweise das Erfolgs­ wohl auf primärpräventive als auch indikations­ monitoring eines Fitnessangebotes sein. orientierte Angebotsformen setzen (zum Beispiel (www.vitaphone.de/unternehmen/partner.html) Herz­Kreislauf). Spezielle Wanderwegenetze für Gesundheitswanderer werden mit technischen Gesundheitliche Sicherheit ist in Zeiten der Alterung Innovationen im Bereich der Telemedizin ge­ der Gesellschaft ein zentrales Thema. Die Gesund­ koppelt. Gesundheitsorientierte Wanderwege, heitssicherheit kann beispielsweise erhöht werden, Betreuung durch Klinik, Remotemonitoring, indem Geräte zur Begleitung spezieller Erkrankun­ geführte Touren. Zu den Zielgruppen zählen Koro­ gen zur Verfügung stehen. nar­Patienten (Sekundär­ und Tertiärprävention), gesundheitsbewusste Wanderfreunde wie auch So kann zum Beispiel auch der Einsatz von gesund­ Herzsport­ und Herz­Rehabilitationsgruppen heitsorientierten Ambient-Assisted-Living (AAL)­ sowie rein touristische Zielgruppen. Die Klinik Technologien zu einer umfassenden Erhöhung der bietet Check­ups an, gibt Empfehlungen für Wan­ Sicherheit im Urlaub (mobiler Notruf, Sturzsensor) derwege und ermöglicht ein Livemonitoring bei führen. Unter Ambient Assisted Living werden Kon­ Wanderungen. Die Erweiterung des Spektrums zepte, Produkte und Dienstleistungen verstanden, auf weitere Grunderkrankungen, wie beispiels­ die neue Technologien und soziales Umfeld mitein­ weise auf orthopädische Erkrankungen, ist ge­ ander verbinden. Sie verfolgen das Ziel, die Lebens­ plant. In diesem Zusammenhang sollen auch qualität für Menschen in allen Lebensabschnitten zu Wegstrecken ausgewiesen werden, die per Fahr­ erhöhen. (www.aal­deutschland.de) rad und Pedelecs („Radlerherz“) abgefahren wer­ den können oder für Nordic Walking geeignet Praxisbeispiele: Gesundheitliche Sicherheit sind. Weitere Zielsetzungen/Ideen sind die Ein­ durch Technologie bindung von Smartphones, die Erfassung meteo­ rologischer Daten, ein Film zu mobilem/digita­ ƒ Die Webseite www.diabetikerhotels.de ist eine lem Leben und die Einbindung der Wii­Konsole. Suchmaschine für Hotels, die an die Bedürfnisse (www.gewinet.de; Stichwort: Projekte/Gesund­ von Diabetikern angepasst sind. Hotels, die über heitspfade; www.schuechtermann­klinik.de; die Website empfohlen werden, müssen Stichwort: „Entdecken Sie Ihr Wanderherz“) bestimmte Anforderungen erfüllen. Dazu zählen u. a.: Vorhandensein eines Blutzuckermessgerätsƒ Das Forschungsprojekt „Gesunde Radrouten mit Teststreifen im Hotel, Bereithalten von Dext­ NRW“ der Deutschen Sporthochschule Köln zum ro­ bzw. Jubin­Lösung gegen Unterzuckerung, Themenbereich der telemedizinischen Betreu­ Bereithalten von Notfallvorräten Glucagon Kit, ung bietet individuelle, onlinegestützte Beglei­ der gängigsten Extra­Pens, Insulin­Einmalsprit­ tung und Belastungssteuerung, Empfehlung von zen, geschultes Hotelpersonal, BE (Broteinheiten)­ Routen und Geschwindigkeiten. Ein übertragba­ Kennzeichnung der Speisen à la carte und am rer Ansatz auch für andere Destinationen. Buffet, Wellness­Angebot mit speziellen Leistun­ (www.gesunde­radrouten.de) gen für Diabetker. Über die Empfehlung von dia­ betikergerechten Hotels hinaus stellt die Websiteƒ Kooperation von Vitaphone und dem ADAC mit ein Forum zum Austausch von Erfahrungsberich­ dem Ziel, telemedizinisch gestützte Präventions­ ten. (www.diabetikerhotels.de) programme für die mehr als 16 Millionen Mitglie­ der und rund 8.200 Mitarbeiter des Mobilitäts­ ƒ Das transportable gesundheitsorientierte multi­ Dienstleisters zu entwickeln. Vitaphone bietet funktionale Caresystem Butler® ist u. a. mit Not­ u. a. die Erfassung von Gesundheitsdaten und fallortung, Telecare, Sturzmelder und Medika­ ­werten (zum Beispiel Blutdruck, Gewicht, EKG) mententimer ausgestattet. Die Verfügbarkeit und die drahtlose Datenübermittlung in die elek­ des Gerätes kann auch die Sicherheit in der Ur­ tronische Akte des Telemedizinischen Service laubsumgebung eines Hotels erhöhen. Centers. Ein Einsatz dieser Technologie im Gesund­ (www.fonium.de)
  14. 14. 14 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ƒ Projekte des Fraunhofer Institutes zur Entwicklung ƒ SenseWear – Armband zur Messung des Energie­ von AAL­Technologien, u. a.: PoxiDai (autonomer umsatzes (http://sensewear.bodymedia.com) Pulsoximetriesensor mit drahtloser Anbindung an mobile Geräte des Nutzers), BAN (Body Area ƒ Im Rahmen des EU­geförderten Projekts „Guide­ Network). Fraunhofer­internes Projekt mit dem 4Blind – Neue Wege im Tourismus auch für blin­ Fokus auf die Realisierung von Funkschnittstellen de und sehbehinderte Menschen“ werden derzeit zur Kommunikation in körpernahen Netzen, zum Software­Lösungen entwickelt, um das touris­ Beispiel „Ein sicheres Leben im Alter“ (Ubiquitous tische Angebot für blinde und sehbehinderte Men­ Security für die älter werdende Generation). Ziel schen zu erweitern. Dazu gehören unter ande­ ist dabei, die körperliche Sicherheit älterer Men­ rem die Entwicklung geeigneter touristischer schen in ihrem häuslichen Umfeld zu erhöhen. Stadtrundgänge mit Hilfe eines GPS­Systems, die (www.vde.com/de/Technik/AAL/Steckbriefe/Docu­ gezielte Einbeziehung und Nutzung des ÖPNV ments/Fraunhofer_IZM_steckbrief.pdf) durch Kommunikation zwischen einem mobilen Endgerät eines sehbehinderten/blinden Men­Auch noch weitgehend unbekannte neue gesund­ schen und den Bussen sowie die Installation vonheitsorientierte Technik kann Angeboten, bei sinn­ geführten Tandemradrouten unter Einsatz mobi­hafter Integration in das Gesamtkonzept, ein Allein­ ler Endgeräte, mit denen touristisch interessantestellungsmerkmal verleihen. Informationen vermittelt werden. (www.guide4blind.de)Praxisbeispiele: Integration neuerTechnologien Auch das Thema „Biofeedback“ – also die Rückmel­ dung körperlicher Prozesse wie Herzschlag, Haut­ƒ Gesundheitsförderung im Alltag mit dem Bewe­ temperatur etc. mit dem Ziel des Erlernens der be­ gungs­ und Kalorien­Coach AiperSunnyTM: Be­ wussten Wahrnehmung und ggf. Steuerung der wegungs­ und Kalorien­Coach mit dem ein Ge­ Prozesse – hat bereits Einzug in gesundheitstouris­ wichtsmanagement durchgeführt, Ziele gesetzt tische Programme gehalten. und die Zielerreichung dokumentiert werden kann. Das System ermöglicht eine Tages­, Wochen­, Praxisbeispiele: Biofeedback Monats­ und Langzeitauswertung. Das Gerät soll einen permanenten Bewegungsreiz liefern und ƒ Der Stresspilot ist ein mobiles Gerät zum Herz­ kann im Alltag, an Schulen, am Arbeitsplatz, beim kohärenztraining. Es ermöglicht die Messung des Sport oder in der Freizeit eingesetzt werden. Der Stresslevels und der Wirksamkeit von Entspan­ Umgang mit dem Gerät kann auch in Coaching­ nungsmethoden. Die Anwendung zum Beispiel Programme integriert werden. Merkmale: direk­ im Rahmen von Entspannungskursen könnte tes Feedback, Erfassung von Bewegungszeit und durch eine bessere Selbstkontrolle zu einer höhe­ motorischem Kalorienverbrauch, Aktivitätsdaten ren Wirksamkeit führen. (www.biocomfort.de). können per USB­Kabel an die Software AiperSun übertragen werden, persönlicher Bewegungser­ ƒ Lebensresort Ottenschlag: Online­Portal, auf das folg und Kalorienverbrauch durch Langzeitan­ sich Gäste von zu Hause einloggen und ihren The­ sichten analysierbar, Gewichtsveränderung durch rapieerfolg nachhaltig überwachen können. Software visualisiert. Die Programme können auf (www.lebensresort.at) Abnehmen, Alltagsbewegung, Lauftraining usw. fokussiert werden. (www.aipermon.com)
  15. 15. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 15Checkliste: Schritte zur Integration der Medizintechnik im Rahmen von Angeboten desSport­ und Lifestyle­Coachings, der gesundheitlichen Sicherheit und der KosmetikSchritt 1: Entscheidung für ein gesundheitsorientiertes Schwerpunktthema und sorgfältigesScreening des Technologiemarktesƒ Nach Entscheidung über das Suchfeld (zum Beispiel Marathontraining) sollte die Einbeziehung von Spezialisten zur Auswahl möglicher unterstützender Technologie erfolgen.Schritt 2: Integration der Technologie in das Gesamtkonzept und ausführliche Personalschulungƒ Die Technologie sollte grundsätzlich nur ein (auch aus Sicht des Kunden) sinnvoller Teil des Programms sein und nicht als Selbstzweck vermarktet werden. Dabei ist es wichtig, Technologien zu verwenden, die auch fehlertolerant sind.ƒ Das Personal ist auch darauf zu schulen, den Einsatz der Technologie allgemeinverständlich zu kommuni­ zieren.3.2 Kommunikationstechnologie dar, welche neben Facebook und Twitter verschie­ dene weitere Kanäle wie Social Networks, Blogs,Kommunikationstechnologie im Rahmen Audio/Video­Portale, Bewertungsplattformen,der gesundheitsorientierten Kunden­ Fansites, Wissens­ und Newsseiten sowie E­Com­kommunikation merce umfasst. Zur Ansprache der jüngeren Ziel­ gruppe wurde beispielsweise ein Facebook­Perso­Die Einbeziehung des Internets in gesundheitsorien­ nality­Quiz zur Bestimmung des Wellness­Typstierte Angebote hat sich weit über das herkömm­ entwickelt. (www.berchtesgadener­land.com;liche Website­Konzept hinaus entwickelt. Es existie­ Stichwort: Gesundheit)ren bereits komplexe Internetkonstrukte, die vonder Bewertungsplattform bis zu Social Media die ver­ Eine weitere Ausprägung ist das indikationsorien­schiedensten Ansätze des Internets vereinen. Der tierte Portal bzw. das Portal für gesundheitsdefinier­gesundheitsorientierte Ansatz ist im folgenden Bei­ te Zielgruppen. Hier wird spezifisch auf die Bedürf­spiel in die Gesamt­Internetstrategie integriert. nisse von Urlaubern mit bestimmten Erkrankungen eingegangen bzw. auf die gesundheitlichen Bedürf­Praxisbeispiel: Umfassende nisse bestimmter Altersgruppen. Portale dieser ArtInternetpräsenz haben somit eine sehr hohe Zielgruppenspezifität.ƒ Online­Strategie für Gesundheitstourismus im Praxisbeispiele: Indikationsorientierte Berchtesgadener Land. Gewinnung von Selbst­ Portale und Portale für gesundheitsdefi­ zahlern im Gesundheitstourismus u. a. durch nierte Zielgruppen Social Media­Marketing. Zur Akquise von Selbst­ zahlern setzt das Berchtesgadener Land auf ver­ ƒ Das Internetportal „Urlaub für Allergiker“ ist eine schiedene, teils neuartige Vertriebs­ und Vermark­ Website mit Tipps zu Reisen als Allergiker und tungswege, u.a. Directmarketing (offline und integriertem Hotelfinder. Mit Hilfe einer Suchma­ online), Dialogmarketing via Social Media, Spa­ schine können bestimmte Städte, Bundesländer Camp: Forum für Gesundheits­ und Wellnessan­ oder Länder für den Urlaub ausgewählt werden. bieter. Eine umfassende Social Media­Präsenz stellt Das System präsentiert nur Unterkünfte, die be­ dabei eine der drei Säulen der Online­Strategie stimmte Kriterien erfüllen. Darüber hinaus hält
  16. 16. 16 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ die Seite spezielle Informationen zur Urlaubspla­ Fitnessplan, Fortschritte grafisch dargestellt nach­ nung, zu Medikamenten oder Essen im Ausland vollziehbar und von Experten kommentiert, bereit. Auch allgemeine Informationen zu Ursache, videogestützte Übungen und praktische Ernäh­ Diagnose und Therapie einzelner Allergien wer­ rungstipps. Stop Smoking Coach – tägliche Emp­ den aufbereitet. (www.urlaub­fuer­allergiker.de) fehlungen, Entspannungsübungen für Stressrau­ cher, Tagebuchführung, Protokollierung desƒ herzwochen – Onlineportal mit Reiseangeboten Schmachtfaktors, Onlinebetreuung, Austausch für Herzpatienten, Angehörige oder Interessierte in einer Community möglich. Die Programme basierend auf der Idee, in einem veränderten orientieren sich an allgemeinen Bestimmungen Umfeld ein neues Leben zu erlernen. Angebote wie die der DGE (Deutsche Gesellschaft für Ernäh­ mit intensiver medizinischer Betreuung durch rung e. V.), WHO (Weltgesundheitsorganisation) Kardiologen und Notfall­Ausrüstung in der usw. Die Software kann nahtlos in den Online­ Unterkunft. Entstehung des Portals durch Zusam­ Auftritt integriert werden. Sie kann zur Trainings­ menschluss interessierter und engagierter Medi­ begleitung und Nachbetreuung der Kunden die­ ziner, Therapeuten, Dienstleister und Patienten nen und so den nachhaltigen Gesundheitseffekt mit dem Ziel, neue Formen und Angebote einer unterstützen. (www.xx­well.com) erfolgreichen Therapie für Betroffene von Herz­ Kreislauf­ und Gefäßerkrankungen zu entwi­ ƒ Der Feelgood Coach ist ein Online­Coachingpro­ ckeln. (www.herzwochen.de) gramm für Fitnesstraining und Gewichtsredukti­ on, mit dessen Hilfe die Teilnehmer langfristigZunehmend wird auch die Gesundheitsberatung auf und nachhaltig abnehmen bzw. ihre Ernähungs­Internetbasis angeboten. Die Integration in ein ge­ und Bewegungsgewohnheiten umstellen sollen.sundheitstouristisches Programm, zum Beispiel im Aufbauend auf einem Check­up zur ErstanalyseRahmen der Vor­ und Nachbetreuung, würde den werden individuelle Ernährungs­ bzw. Bewe­Kundennutzen deutlich erhöhen und zu einer ver­ gungsempfehlungen erstellt. Interaktivität durchstärkten Kundenbindung führen. Eine wissenschaft­ Anpassung des Trainingsplans auf Basis der vomliche Weiterentwicklung der Onlinebetreuung chro­ Teilnehmer eingegebenen Protokolle.nisch Kranker (Beispiel siehe unten) wird ggf. in Kürze (www.feelgoodcoach.com)ebenfalls zu einer möglichen Ergänzung von Urlaub­sangeboten für Chroniker führen. ƒ well.com.e ist ein BMBF­Projekt zur Entwicklung einer Gesundheitsplattform mit dem Kernziel derPraxisbeispiele: Online­Gesundheits­ Motivation und Unterstützung gesundheitsorien­beratung tierten Verhaltens chronisch Erkrankter. Well. com.e entwickelt Lösungen, die das Wohlbefindenƒ xx­well ist ein Online­Gesundheitsanbieter, der dauerhaft fördern und eröffnet mit der Marktein­ eine Beratung in fünf Segmenten anbietet: Diät, führung einer Gesundheitsplattform neue Mög­ Ernährungsumstellung, Rauchentwöhnung, kör­ lichkeiten. Die Nutzerplattform umfasst drei perliche und mentale Fitness. Hierfür stellt er wesentliche Funktionen: Selbstmonitoring per­ Online­Coaches und Personal Trainer zur Verfü­ sönlicher Gesundheitsparameter basierend auf gung. Angebotsbeispiele: Diät – Angaben aus einem mikrosystemtechnischen Multi­Sensor­ Fragebogen als Basis für individuellen Plan zur System, verbindendes Element für Menschen mit gesunden Ernährung und Abnehmprogramm, ähnlichen Ausgangs­ und Interessenslagen in der Onlinebetreuung, Ernährungsumstellung – Re­ Community, Plattform für die Zusammenfüh­ zeptpläne und hilfreiche alltagstaugliche Empfeh­ rung von Dienstleistern und Nutzern. lungen mit permanenter Motivation, persönliche (www.well­com­e.de). Ernährungsberater. Fitnesscoach – Personal Trai­ ner erstellt individuellen maßgeschneiderten
  17. 17. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 17 Checkliste: Schritte zur Nutzung der Kommunikationstechnologie für die gesundheits­ orientierte Kundenkommunikation Schritt 1: Erfassung des gesamten gegebenen und zusätzlich sinnvollen Informationsaustausches mit den Gästen bzw. Patienten im Rahmen eines gesundheitsorientierten Angebotes ƒ Detaillierte Dokumentation des gesundheitsorientierten Kommunikationsablaufes (Erstkontakt, Empfang usw.) und Ergänzung zusätzlich wünschenswerter Inhalte. Schritt 2: Überprüfung der Kommunikationskette auf Internettauglichkeit ƒ Können Segmente der Kommunikationskette auch in das Internet verlagert werden? Schritt 3: Transfer der sinnvoll in das Internet zu verlagernden Segmente ƒ Transfer zum Beispiel durch Kooperation mit bestehenden Internetanbietern oder durch maß­ geschneiderte Programmierung.Kommunikationsplattformen für Anbieter Ein Effekt wird allerdings ebenfalls zu beobachten sein: Die hierarchische Struktur vieler Gesundheits­Wenn die Kommunikation mit den Kunden bereits destinationen (zum Beispiel Lenkungsgruppe gibtteilweise in das Internet verlagert wurde, sollte dies übergeordnetes Gesundheitsthema vor) wird zu­für die Kommunikation zwischen den gesundheits­ gunsten der von den Anbietern selbst gestaltetentouristischen Anbietern auch gelingen. Insbesonde­ Fachforen (ggf. unter zusätzlicher Inanspruchnah­re bei den Flächendestinationen ist die Austausch­ me von Spezialisten) an Bedeutung verlieren – diehäufigkeit zwischen den Anbietern zu gering, um Region wird jedoch durch das Engagement dereine ausreichende Eigendynamik aufrecht zu erhal­ Anbieter gewinnen.ten – dies ist nicht zuletzt den jedes Mal zu überwin­denden Kilometern und dem damit verbundenen Praxisbeispiel: Lern­ und Austausch­Zeitverlust geschuldet. In den Zeiten von Online­ plattform/Blended LearningVorlesungen und weit verbreiteter privater internet­basierter Bildtelefonie erscheint in der Tat die ƒ Online­Seminar Stressbewältigung, KarlsruherGewohnheit, sich für jede Besprechung physisch zu Institut für Technologie in Zusammenarbeit mitbegegnen, nicht mehr zeitgemäß. Institut für Berufspädagogik: Fortbildungssemi­ nar für das Erlernen von Blended­Learning, Medi­Regionen, die eine internetbasierte Austauschplatt­ en­ und Technikkompetenzen und die Anwen­form für Anbieter etablieren, werden einen dung des Gesundheitscoachings. Thema diesesentscheidenden Standortvorteil gegenüber den Pilotprojekts ist Stressbewältigung am Arbeits­Regionen erlangen, die nur im Rahmen persönlicher platz. Im Rahmen einer Dissertation sollen On­Treffen zusammenarbeiten, da der Austausch über line­Lernphasen evaluiert werden. Durch dieInternetplattformen wesentlich besser in den Alltag Befragung der KIT­Mitarbeiter und ­Mitarbeiterin­der Anbieter integrierbar ist und damit die Zusam­ nen sollen die Ziele der Einführung von Blended­menarbeit effizienter geleistet werden kann. Insbe­ Learning­Konzepten eruiert, der Zielerreichungs­sondere werden die jeweiligen regionalen Kompe­ grad festgestellt und kritische Erfolgsfaktorentenzträger eigene Fachforen aufbauen und damit identifiziert werden. Dafür werden in zwei Semi­der gesundheitstouristischen Entwicklung eine nardurchgängen Mitarbeiter gesucht, die Zuganghohe Eigendynamik verleihen. zum Internet haben. Ziele des Seminars:
  18. 18. 18 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“ Checkliste: Schritte zur Nutzung der Kommunikationstechnologie für eine Austauschplattform für gesundheitstouristische Anbieter Schritt 1: Aufbau einer internetbasierten Basisplattform ƒ Aktivierung u. a. Videokonferenzoption, Wiki, moderierte Fachforen Schritt 2: Aktivierung der gesundheitstouristischen Anbieter ƒ Können Segmente der Kommunikationskette auch in das Internet verlagert werden? Schritt 3: Transfer der sinnvoll in das Internet zu verlagernden Segmente ƒ Transfer zum Beispiel durch Kooperation mit bestehenden Internetanbietern oder durch maßgeschnei­ derte Programmierung. Zunächst mit einer Probephase und Testkunden beginnen, damit Fehler früh­ zeitig behoben werden können. Vorstellung des Web­Based Trainings, Erlernen Praxisbeispiel: Die gesundheitstouristisch von Medien­ und Technikkompetenz, Erweite­ genutzte Spielekonsole rung der didaktischen und methodischen Kompe­ tenz durch internetbasierte Wissensvermittlung, ƒ Die Wii­Kur in Bad Dürrheim vereint Training auf Gesundheitscoaching (Entspannungsmethoden, der Wii­Konsole des Spieleherstellers Nintendo gesundheitliche Ressourcen und Schutzfaktoren mit Bewegungskursen in Nordic Walking, mit kennenlernen, Gesundheitsziele definieren). Ernährungsvorträgen sowie einem ergänzenden (www.fortbildung.kit.edu/159.php) Programm im Wellness­ und Gesundheitszentrum Solemar. Der Kunde kann die erlernten ÜbungenKommunikationstechnologie als Basis zu Hause auf eigener Wii­Konsole fortsetzen undgesundheitstouristischer Funktionalitäten seine Fitness verbessern. (www.wii­kur.de)Schon vor Jahren haben stationäre und Handheld­ Das mobile Internet auf der Grundlage des Smart­Spielekonsolen zu einer raschen Verbreitung kom­ phones ermöglicht gegenüber der stationären Spie­plexer Technologien, die gesundheitsorientierte Pro­ lekonsole auch die gesundheitsorientierte Beglei­gramme in völlig neuen Formen transportieren tung durch die Landschaft bzw. durch Orte. Auchkönnen, in privaten Händen geführt. Die sich weiter­ diese Option wurde bereits gesundheitstouristischhin schnell verbreitenden Smartphones haben die­ in einem ersten Schritt umgesetzt.sen Trend potenziert. Ein zunehmend größerer Teilder Bevölkerung hat kontinuierlich Zugang zu die­ Praxisbeispiel: Der virtuelle Gesundheits­sen in das mobile Internet eingebundenen Miniatur­ weg/die interaktive Fitnessroute –computern. Dies eröffnet unübersehbar viele Mög­ Gesundheitsorientierte App für einenlichkeiten für innovative gesundheitsorientierte Kurortbzw. gesundheitstouristische Produkte und ebensofür neue Vertriebswege. So wurden die neuen Mög­ ƒ Bad Zwischenahn­App: Diese Smartphone­Appli­lichkeiten auch umgehend im Gesundheitstouris­ cation („App“) navigiert den Gast auf einem virtu­mus umgesetzt. ellen Gesundheitswanderweg von 12,5 Kilome­ tern um das Zwischenahner Meer. Sie berechnet dabei kontinuierlich die zurückgelegte und noch vor ihm liegende Entfernung. In Abhängigkeit
  19. 19. Branchenreport „Medizintechnik und Kommunikationstechnologie“ 19 von der Fortbewegungsart (Gehen, Walken, Jog­ RunKeeper FitnessReport gibt dem Anwender die gen, Fahrradfahren) und dem individuellen Kör­ Möglichkeit, seine Daten visualisiert darzustellen, pergewicht wird zusätzlich der jeweilige Kalori­ um so auch den Fortschritt ersichtlich werden zu enverbrauch angezeigt. Parallel dazu werden lassen. Die Daten sind auch für Fitnessstudio­ Fitnesstipps eingeblendet. Die App bietet auch Work­Outs abrufbar: Abruf der gemessenen Daten Informationen und Videos u. a. zu Gesundheits­ über Lautsprecher während des Trainings, Mög­ angeboten Bad Zwischenahns. (iPhone­App: Bad lichkeit seine Aktivitäten und Erfolge auf anderen Zwischenahn) Websites zu posten (Facebook, Twitter), Musik hören auch während des Laufens des RunKeeperWeitere, bereits im App­Store befindliche Apps kön­ Apps möglich, sprachgesteuerte Führung durchnen auch für den Gesundheitstourismus als Vorbild das Training (Zeit, Distanz, Intervalle), Geo­taggeddienen. Fotos (Fotos, die während der Route aufgenom­ men werden, können veröffentlicht werden).Praxisbeispiele: Gesundheitsorientierte (iPhone­App: Runkeeper)Apps ƒ iBody – Application zur Dokumentation allgemei­ƒ RunKeeper – Smartphone Application u. a. zur ner Gesundheits­ und Fitnessdaten. Die App funk­ Dokumentation von Outdoor­Fitnessaktivitäten tioniert benutzerdefiniert und es besteht die Mög­ und zur Berechnung des Energieumsatzes. Er­ lichkeit, individuelle Daten einzugeben, um den möglicht dem User dank der eingebauten GPS­ Umgang zu personalisieren. Umfasst u. a. die Funktion im iPhone 3G eine Messung und Doku­ Dokumentation von gelaufenen/gefahrenen Dis­ mentation aller Outdoor­Fitness­Aktivitäten (wie tanzen, Blutdruck, Cholesterin, Gewicht und Distanzberechnungen, Geschwindigkeit, Kalorien­ Körperfettanteil sowie die Berechnung des Kalo­ verbrauch, Laufzeit, Tempo, Höhenprofilmessun­ rienverbrauches. Es existiert eine integrierte GPS­ gen). Die gewonnenen Daten können auf der Funktion. Auch für Fahrradfahrer als Routenplan RunKeeper­Webseite gespeichert und mit ande­ und Dokumentationsgerät geeignet. (iPhone­ ren Usern geteilt oder verglichen werden. Der App: iBody)Checkliste: Schritte zur Nutzung der Kommunikationstechnologie als Basis neuergesundheitstouristischer FunktionalitätenSchritt 1: Anstoßen eines kreativen Prozesses zur Herausarbeitung innovativer Funktionalitäten,die Gesundheitsorientierung und Regionalität vereinbaren.ƒ Ggf. Herausarbeitung im Rahmen eines fachlich gesteuerten Kreativprozesses in einer Gruppe regionaler Experten aus Gesundheitswirtschaft und Tourismus.ƒ Erstellung eines Meilensteinplanes für kurz­ und mittelfristige Aktualisierungen sowie Erweiterungen der Funktionalitäten: Es sollte bereits bei Aktivierung der Anwendung festgelegt werden, welche Funk­ tionalitäten zu welchem Zeitpunkt erweitert oder ergänzt werden sollen.Schritt 2: Schrittweise Umsetzung in den vorgesehenen Stufenƒ Sorgfältige Überprüfung der Funktionalitäten im Beta­Modus vor allgemeiner Verfügbarkeit.
  20. 20. 20 Branchenreport „Medizintechnik undKommunikationstechnologie“4. FazitMedizintechnik und Kommunikationstechnologiestellen für den Gesundheitstourismus Füllhörner derInnovation dar.ƒ Medizintechnik kann gesundheitstouristische Innovationen insbesondere in den Bereichen Vor­ sorge/Früherkennung, indikationsorientierte Diagnostik und Therapie sowie Sport­ und Life­ style­Coaching, gesundheitliche Sicherheit und Kosmetik befördern.ƒ Kommunikationstechnologie (u. a. stationäres und mobiles Internet) kann zum Träger der gesund­ heitstouristischen Innovation in den Bereichen gesundheitsorientierte Kundenkommunikation, Kommunikation zwischen den gesundheitstou­ ristischen Anbietern und im Rahmen neuer ge­ sundheitsorientierter Funktionalitäten (insbeson­ dere durch Smartphone­Applications) werden.Beide Bereiche haben bereits heute das Gesicht eini­ger gesundheitstouristischer Angebote grundlegendverändert. Der Veränderungsprozess hat jedoch erstbegonnen und wird weite Teile des Gesundheitstou­rismus neu definieren.
  21. 21. ImpressumText und RedaktionPROJECT M GmbHCornelius Obier, Christoph Creutzburgwww.projectm.deKECK MEDICAL GmbHDr. med. Andreas Keckwww.keck­medical.deInstitut für Tourismus­ und Bäderforschungin Nordeuropa GmbH (N.I.T.)Prof. Dr. Martin Lohmannwww.nit­kiel.deGestaltungPRpetuum GmbH, MünchenBildnachweisM. Osterrieder – Digital Stock (Titel)Herausgeber Das Bundesministerium für Wirtschaft undBundesministerium für Technologie ist mit dem audit berufundfamilie®Wirtschaft und Technologie (BMWi) für seine familienfreundliche PersonalpolitikÖffentlichkeitsarbeit ausgezeichnet worden. Das Zertifikat wird von11019 Berlin der berufundfamilie gGmbH, einer Initiative derwww.bmwi.de Gemeinnützigen Hertie­Stiftung, verliehen.StandAugust 2011Diese pdf­Broschüre wird im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit des Bundesministeriums für Wirtschaft undTechnologie herausgegeben. Sie wird kostenlos abgegeben und ist nicht zum Verkauf bestimmt. Sie darfweder von Parteien noch von Wahlwerbern oder Wahlhelfern während eines Wahlkampfes zum Zwecke derWahlwerbung verwendet werden. Missbräuchlich ist insbesondere die Verteilung auf Wahlveranstaltungen,an Informationsständen der Parteien sowie das Einlegen, Aufdrucken und Aufkleben parteipolitischer Infor­mationen oder Werbemittel. Untersagt ist gleichfalls die Weitergabe an Dritte zum Zwecke der Wahlwer­bung. Unabhängig davon, wann, auf welchem Weg und in welcher Anzahl diese Schrift dem Empfänger zuge­gangen ist, darf sie auch ohne zeitlichen Bezug zu einer Wahl nicht in einer Weise verwendet werden, die alsParteinahme der Bundesregierung zugunsten einzelner politischer Gruppen verstanden werden könnte.

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