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Womens Dress im sozialen und kulturellen Kontext

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  • 1. Akademie Mode und Design Düsseldorf Modetheorie II Dozentin: Prof. Dr. E. Hackspiel-Mikosch Handout Women’s Dress im sozialen und kulturellen Kontext am Beispiel von Indien und Deutschland Tetyana Repetya, Sarah Hoffmann 30.06.2011 Mode- und Designmanagement, DM 18 6. Semester
  • 2. I Inhaltsverzeichnis Abbildungsverzeichnis………………………….……………………………………………II 1. Einleitung (Tetyana Repetya) .............................................................................................1 2. Die Stellung der Frau in Deutschland (Sarah Hoffmann)...................................................1 2.1 Die rechtliche Stellung der Frau..................................................................................1 2.2 Die gesellschaftliche Stellung der Frau.......................................................................2 3. Frauenmode und Geschlechterkonstruktion (Sarah Hoffmann) .........................................3 4. Darstellung der deutschen Frau in den Medien (Sarah Hoffmann) ....................................4 5. Die Stellung der Frau in der hinduistischen Kulturtradition (Tetyana Repetya)................5 5.1   Das Kastensystem in der indischen Kultur..................................................................5   5.2   Rechtliche und soziale Stellung der Frau ....................................................................6   6. Indische Frauenmode zwischen Tradition und Moderne (Tetyana Repetya)...................8   6.1   Bekleidungsregeln im orthodoxen Hinduismus...........................................................8   6.2   Der Sari......................................................................................................................10   6.3   Variationen der weiblichen Bekleidung ....................................................................11   6.4   Kontinuität und Wandel in der indischen Frauenmode.............................................12   7. Schlussbetrachtung (Sarah Hoffmann) .....................................................................13   Literaturverzeichnis:.................................................................................................III   Anhang:......................................................................................................................IV
  • 3. II Abbildungsverzeichnis: Abb. 1: die Hausfrau ................................................................................................................IV   Abb. 2: das Schönheitsideal .....................................................................................................IV   Abb. 3: das Objekt der Begierde ..............................................................................................IV   Abb. 4: die Karrierefrau ............................................................................................................ V   Abb. 5: Sari. http://hwevents.typepad.com/.a/6a00e54f137f8d8834011570c21ee9970c-pi, Zugriff 29.06.2011, 19:30 ......................................................................................................... V  
  • 4. 1 1. Einleitung Die Bekleidung der Frau muss in ihrem sozialen und kulturellen Kontext verstanden werden. Aus der langen Geschichte der Kultur eines Landes und ihrer kulturellen Entwicklung einerseits und dem Einfluss der Religion anderseits, ergeben sich unterschiedliche Normen und Geschmäcker für die Bekleidung des jeweiligen Landes. Die Rolle und die Stellung der Frau aus politischer und gesellschaftlicher Sicht sind für die Frauenmode in einem Land richtungsweisend und beeinflussen die aktuellen modischen Standards der Geschlechter weiterhin. Exemplarisch soll hier die Entwicklung der Frauenmode in den Ländern Deutschland und Indien untersucht werden. 2. Die Stellung der Frau in Deutschland 2.1 Die rechtliche Stellung der Frau Seit 1949 sind laut Artikel 3 des deutschen Grundgesetzbuch alle Menschen vor dem Gesetz gleich. Frauen und Männer sind somit gleichberechtigt und der Staat fördert die Umsetzung dieser Gleichberechtigung und versucht bestehende Benachteiligungen zu beseitigen. Ebenso besagt das deutsche Grundgesetz, dass niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden.1 Ein Grundsatz der deutschen Entwicklungspolitik ist : „gleiche Rechte, gleiche Pflichten, gleiche Chancen und gleiche Macht für Frauen und Männer“. Die Förderung der Gleichberechtigung ist eine Aufgabe die sich durch alle Bereiche der deutschen Entwicklungszusammenarbeit zieht. Ziel ist es, Frauen und Männer gleichberechtigt am Entwicklungsprozess zu beteiligen und langfristig eine Verbesserung der Stellung von Frauen und ihre Machtgleichstellung zu erreichen.2 Neben aller Gleichstellung gerät oft in Vergessenheit, dass auch in Deutschland bis 1977 Frauen ihre Ehemänner um Erlaubnis bitten mussten - laut BGB - wenn sie einen 1 Grundgesetzbuch Artikel 3 2 Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung/ www.bmz.de / Frauenrechte
  • 5. 2 Beruf ausüben wollten. Bis 1958 konnten Ehemänner auch jegliche berufliche Anstellung der Frau fristlos kündigen. Erst mit dem Gesetz der Gleichberechtigung welches am 01.07.1958 in Deutschland in Kraft trat wurde dem Mann das alleinige Entscheidungsrecht in Eheangelegenheiten abgesagt. Zuvor konnte der Mann über das von der Frau erwirtschaftete Geld verwalten. Mit dem Gesetz der Gleichstellung wurden auch erstmalig die väterlichen Vorrechte bei der Kindererziehung eingeschränkt. Seit 1977 gibt es keine gesetzlich vorgeschriebene Aufgabenteilung mehr. 3 2.2 Die gesellschaftliche Stellung der Frau In den letzten Jahrzehnten hat sich das Frauenbild in Deutschland stetig gewandelt. Dies wird durch die sehr gut ausgebildete Frauengeneration deutlich, die nach beruflicher Verwirklichung strebt und nicht mehr nur Hausfrau und Mutter sein will.4 Zwar findet die strikte Rollenverteilung, die der deutschen Frau vielmals die Rolle der Mutter und Erzieherin zuschreibt, bei den Männern immer noch Zustimmung jedoch haben sich in der Gesellschaft trotzdem nicht nur Strukturen sondern auch die Einstellungen der Frauen zur Arbeitsteilung in der Familie geändert. In Deutschland, wäre es heutzutage unvorstellbar zu verlangen, dass eine Frau ihren Beruf aufgibt nachdem sie geheiratet hat. Die deutsche Frau von heute ist vielmehr ein Multi - Talent und meistert neben den familiären häuslichen Aufgaben auch ihre berufliche Karriere.5 Auf Grund der Tatsache, dass die Frauen in Deutschland heute besser qualifiziert sind als je zuvor, sind sie immer mehr in wichtigen Entscheidungs- und Führungspositionen großer und kleiner Unternehmen vertreten. Allerdings ist deren Anteil im Vergleich zu den Männern noch immer geringer.6 3 Elisabeth Gabriel: Frauenrechte. Einführung in den internationalen frauenspezifischen Menschenrechtsschutz. Wien, Graz 2001 S. 4 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend : Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Stuttgart/ Berlin/ Köln ( 1996 ), S. 11 5 Hannah Schissler: Geschlechterverhältnisse im historischen Wandel, Frankfurt a.M. ( 1993 ), S. 83 6 Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend : Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Stuttgart/ Berlin/ Köln ( 1996 ), S. 36
  • 6. 3 3. Frauenmode und Geschlechterkonstruktion Die Bekleidung ist als Körperhülle das zentrale Element bei der Konstituierung der Geschlechterdifferenzierung. Durch Schnitt, Farbe, Form und Material der Bekleidung kommen sozio-kulturelle Vorstellungen von Männlichkeit und Weiblichkeit zur Darstellung. Die Kleidung formt den Körper, erweitert die Haltung und Bewegungsmöglichkeiten und beeinflusst dadurch auch die innere Haltung ihrer Träger/innen. In der Innen - und Außenwahrnehmung verschmelzen Körper und Bekleidung zu einem kohärenten Bild.7 Aber welches Bild möchte die deutsche Frau mit ihrer Kleidung vermitteln? In einem Interview über die weibliche Kleidungspraxis der deutschen Frau kamen diese zu einem gemeinsamen Punkt: Eine negative Einstellung einem bestimmten Frauenbild gegenüber und die klare Abgrenzung dessen. Weder soll sich die Frau zu lange mit ihrem Erscheinungsbild beschäftigen, noch soll sich das erzeugte Erscheinungsbild zu explizit an die Männer richten sowie der Verzicht auf die der offensive Zurschaustellung der körperlichen Reize der Frau. Die deutsche Frau möchte nicht mit dem klassischen Bild vom Weibchen verbunden werden.8 Der deutlichen Abgrenzung vom Weibchen Stereotyp steht eine diffuse Orientierung am Bild der selbstbewussten unabhängigen Frau gegenüber. Jedoch wollen viele moderne und unabhängige Frauen trotzdem nicht dem Bild der emanzipierten Frau entsprechen, sondern eine gewisse Weiblichkeit beibehalten.9 Frauen sind zu dem vor allem auch dem Druck des Schönheitskult und der Allgegenwart idealisierter medialer Bilder von Weiblichkeit ausgesetzt. Die deutsche Frau wird mit widersprüchlichen Konzepten konfrontiert, die es fast unmöglich machen, dass sie sich auf eine befriedigende und eindeutige Weise als Frau verstehen kann. Einerseits wollen und sollen sie weiblich und attraktiv sein, andererseits aber auch emanzipiert und das bedeutet keines Wegs zu weiblich und zu attraktiv. Innerhalb dieser 7 Elke Gaugele: Schurz und Schürze: Kleidung als Medium der Geschlechterkonstruktion, Köln Weimar (2002) S.9 8 Cordula Bachmann: Kleidung und Geschlecht, Bielefeld ( 2008 ), S. 71 9 Cordula Bachmann: Kleidung und Geschlecht, Bielefeld ( 2008 ), S. 72
  • 7. 4 beiden Identitätskonzepte sind Frauen zwar frei in ihrer Kleiderwahl werden durch diese aber auch beschränkt.10 Sucht man nach dem typischen Kleidungsstück der deutschen Frau, findet man im Gegensatz zu anderen Kulturen, kein eindeutiges Textil. Jedoch kann man die Hose als Zeichen der Emanzipation betiteln: durch das „Verkleiden“ der Frau wurde die Geschlechterbarriere überwunden. Die Hose wurde bei den Frauen zum Symbol der Gleichberechtigung.11 4. Darstellung der deutschen Frau in den Medien Lange Zeit waren die handelnden Personen in Politik, Wirtschaft und Kunst meist Männer folglich waren Frauen kaum bis gar nicht präsent in der öffentlichen Sphäre. Die Medienpräsenz der Frauen war auf Werbespots und Filme/Sendungen beschränkt die Frauen in ihren zugeschriebenen Rollen und Funktionen, darstellt. Es wurde stets ein männlicher Blick auf Frauen gezeigt oder aus diesem Blickwinkel berichtet. Das Gesamtspektrum der verwendetet Frauenbilder umfasst die mütterlichen, untergeordneten, schmückenden oder aufreizenden Funktionen der Frau. Zwar sind diese Rollen noch heute in den Medien zu finden allerdings hat sich die frühere diskriminierende Darstellung massiv verändert : Filme und Fernsehen zeigen Frauen als selbstbewusste und starke Personen, die ihren eigenen Weg gehen, Karriere machen oder aber die Männerwelt kopieren. Dennoch ist die grundsätzliche Aussage, dass Frauen in den Medien in einer sehr Geschlechter-typischen Weise präsentiert werden, nach wie vor gültig. 12 Betrachtet man das aktuelle Fernsehprogramm lässt sich feststellen, dass die Nachrichtensendungen der ARD und des ZDF darauf achten ein ausgeglichenes Verhältnis weiblicher und männlicher Moderatoren/innen zu schaffen, wobei die Chefsprecher immer männlich sind. Bei RTL und SAT1 hingegen werden die Nachrichtensendungen wie z.B. Stern TV, Nachtjournal und Focus TV, meist von 10 Cordula Bachmann: Kleidung und Geschlecht, Bielefeld ( 2008 ), S. 77 11 www.neon.de ( 02.09.2007 17:37 Uhr ) Der Kampf um die Hose 12 Heidrun Baumann: Frauen - Bilder in den Medien, Münster ( 2000 ), S. 7 - 9
  • 8. 5 Männern moderiert. Frauen werden stattdessen eher in Sendungen eingesetzt die sich mit den Themen: Familie, Lifestyle / Beauty sowie Emotionalität beschäftigen.13 Trotz allem Fortschritt, werden in den Medien noch häufig traditionelle Geschlechter- Bilder vermittelt somit auch die Verbindung von der Frau und der Schönheit. In den Medien sind meist schöne Frauen zu sehen, mangelnde Attraktivität kann für Frauen im Gegensatz zu den Männern, zum Ausschluss aus der medialen Präsenz führen.14 Frauen haben in ihrer Geschichte der Medienpräsenz unterschiedliche Stereotypen verkörpert, welche heutzutage auch zum Teil noch zutreffend sind: • die Hausfrau (s. Abb. 1) • das Schönheitsideal (s. Abb. 2) • das Objekt der Begierde (s. Abb. 3) • die Karrierefrau (s. Abb. 4) 5. Die Stellung der Frau in der hinduistischen Kulturtradition 5.1 Das Kastensystem in der indischen Kultur Die indische Gesellschaft ist in hierarchischen Gruppen angeordnet. Die als Kasten abgegrenzten sozialen Gruppen haben Anthropologen stets fasziniert. Die Zugehörigkeit zu einer Kaste hat teilweise bis heute große Auswirkungen auf den Einzelnen. Es gibt vier Hauptkasten (Varna=Farbe): Priester (brahmanen), Krieger (kshatriya), Händler und Bauern (vaishya) und Arbeiter (shudra). In der Realität findet man noch Aufteilungen in Untergruppen (Jatis), die auf tatsächliche soziale Gemeinschaften beruhen. Meist spielt hier die Blutsverwandtschaft eine große Rolle.15 Das Kastensystem in Indien ist für viele ausländische Beobachter ungerecht und wird oft scharf kritisiert.16 Zwar kann sich keine westliche Gesellschaft von Ungleichheit und Ungerechtigkeit freisprechen, dennoch garantiert zumindest unsere Verfassung die Gleichheit aller Menschen vor dem Gesetz. Ganz anders in Indien, wo man aufgrund 13 TV Digital Nr.14 ( 24.06.2011 ), Axel Springer Verlag, Hamburg, S. 72 14 Heidrun Baumann: Frauen - Bilder in den Medien, Münster ( 2000 ), S. 121 - 122 15 Vgl. Dietmar Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München: Beck 2008, S. 203 16 Vgl. ebd., S. 204
  • 9. 6 seines Karmas in eine bestimmte Kaste hineingeboren wird und diese das Schicksal eines jeden Inders bestimmt. Benachteiligungen und Ungleichheiten vor dem Gesetz, sind für Angehörige unterer Kasten alltäglich und werden gesellschaftlich toleriert. Wenngleich das Kastensystem, seit der Unabhängigkeit Indiens vom Britischen Königreich im Jahre 1947, von der Regierung offiziell abgeschafft wurde, hat es bis heute noch Bestand und bestimmt weiterhin die Entwicklung ihrer Mitglieder und der ganzen Gesellschaft. 5.2 Rechtliche und soziale Stellung der Frau Die kulturelle und gesellschaftliche Stellung der Frau, ist in Indien insbesondere durch Religion und Tradition geprägt. In den Gesetzesbüchern des Manu, einer heiligen Schrift der Hindus, wurden bereits Regeln für den Umgang mit Frauen festgelegt. Die Frau hat dort eine untergeordnete Stellung und soll vom Mann ökonomisch, sexuell und religiös bevormundet und kontrolliert werden. Selbständiges Handeln ist für eine Frau verboten, stattdessen habe sie stets abhängig von einem Mann zu sein. In der Kindheit von ihrem Vater, später von ihrem Ehemann und als Witwe von ihren Söhnen.17 Liebesheiraten sind in Indien eher selten, stattdessen werden Ehen weitgehend von den Eltern arrangiert. Nach der Ehe geht die Verantwortung für die Frau, von der Familie der Braut über auf die Familie des Bräutigams. Die Familie eines Mädchens muss eine hohe Mitgift zahlen um einen passenden Partner für sie zu finden. Auch Kinderehen sind bis heute in vielen Gebieten weit verbreitet. Um den gesellschaftlichen Status zu verbessern und in eine höhergestellte Gruppe aufzusteigen, werden oft sogar abenteuerliche Summen bezahlt. Damit werden Mädchen zu einer hohen Belastung in finanzieller Hinsicht und männlicher Nachwuchs wird bevorzugt. Abtreibungen und Tötung weiblicher Babys sind aus diesem Grund in Indien keine Seltenheit. Das Frauendefizit in der indischen Gesellschaft ist die Folge daraus.18 Die Pflicht der Gattenverehrung, ist ein weiteres Ideal aus der indischen Tradition und den Regeln der heiligen Schriften. Bedingungslosen Gehorsam und absolute Loyalität gegenüber ihrem Mann ist die oberste Pflicht einer Frau, selbst wenn er untreu oder gewalttätig ihr gegenüber sein sollte. Er soll ihr erster Gott sein und ihr Ziel ist es ihre 17 Vgl. Ute Weber: Die Darstellung der Frau im postkolonialen indo-englischen Roman, Marburg: Tectum 2003, S. 45 18 Vgl. ebd., S. 50
  • 10. 7 Identität vollkommen mit der ihres Mannes zu verschmelzen.19 Das traditionelle Frauenideal verlangt Eigenschaften wie Sanftmut, Leidensfähigkeit, Unterwürfigkeit, die Fähigkeit zu verzeihen, Selbstaufopferung. Als Vollendung des Ideals soll sie sich nach dem Tod ihres Mannes selbst verbrennen. Nach diesem Akt wird sie dann selbst als Sati oder Göttin verehrt und bringt ihrer Familie hohe Ehre ein. Obwohl diese Praxis der Selbstauslöschung bereits 1829 gesetzlich verboten wurde, werden gelegentlich noch Fälle dokumentiert. In ländlichen Gebieten werden diese tradierten Regeln und Bräuche bis heute praktiziert. In den Metropolen und im städtischen Umfeld, wo sich moderne Mittelschichtfrauen entwickelt haben, haben sich die Bedingungen für Frauen verbessert. Nicht zuletzt auch durch die Frauenbewegung in Indien, die seit Jahrzehnten versucht, die Bedingungen und die Rechte der Frauen in Indien zu verbessern. Durch die besseren Bildungsmöglichkeiten und moderne Entwicklungen in Gesellschaft und Wirtschaft, bieten sich Frauen heute andere Möglichkeiten der Entfaltung. So arbeiten in den Metropolen viele Frauen in Zweigstellen großer westlicher Konzerne oder sind politisch tätig. Durch die gewonnene finanzielle Unabhängigkeit entsteht ein neues Selbstbewusstsein. Dennoch sieht sich auch die moderne Frau gegenüber dem Gesetz und in der Gesellschaft weiterhin Diskriminierungen ausgesetzt. Eine in der Gesellschaft tief verwurzelte Haltung, betrachtet Frauen immer noch als Menschen zweiter Klasse, deren bürgerliche Rechte durch die Familie und Ehemänner bestimmt werden. Nach wie vor werden Frauen nach dem Gesetz nicht als unabhängig betrachtet. Neuere Statistiken und Untersuchungen zeigen, dass Gewalt gegen Frauen und Vergewaltigungen sehr verbreitet sind. Die moderne indische Frau ist heute einem Konflikt, zwischen Gleichberechtigung und kulturellen, tradierten Praktiken und Sichtweisen ausgesetzt.20 Dies hat zu einer Doppelbelastung von berufstätigen Frauen geführt, wenn es darum geht ihre tradierte familiäre Rolle zu erfüllen und gleichzeitig die Mühen und Anstrengungen im beruflichen Alltag unter einen Hut zu bringen. Konservative Familien beispielsweise erlauben einer Frau nur dann zu arbeiten, wenn sie ihre Pflichten als Hausfrau, Gattin und Mutter nicht vernachlässigt. Die Gefahr für Frauen, durch ein akademisches 19 Vgl. Weber: Die Darstellung der Frau im postkolonialen indo-englischen Roman, S. 53 20 Vgl. Maitrayee Chaudhuri: „Gender in the making of the Indian Nation-State“, in: Sharmila Rege(Hg.), Sociology of Gender.The Challenge of Feminist Sociological Knowledge, New Dehli: Sage Publications India 2003, S. 359
  • 11. 8 Studium und Berufstätigkeit, unverheiratet zu bleiben steigt. Nicht selten simulieren Frauen daher Unterwürfigkeit, trotz ebenbürtigem oder sogar höherem Status. Um negative Sanktionen durch die Gesellschaft zu vermeiden beugen sie sich dem Druck der Konformität.21 6. Indische Frauenmode zwischen Tradition und Moderne 6.1 Bekleidungsregeln im orthodoxen Hinduismus Zwischen 1720 und 1750 stellte ein großer indischer Gelehrter mit Namen Tryambaka, einen Satz von Normen und Geboten in Form eines komplexen Handbuchs auf. Sie beruhen auf den religiösen hinduistischen Ideologien aus dem dharmasatra, der klassischen Lehre vom rechten Verhalten, das als universelles kosmisches Gesetz angesehen wird. Darin finden sich auch zahlreiche Regeln für die rechtschaffene, gute indische Ehefrau und wie sie sich kleiden sollte.22 Das Leben der Frau wird traditionell in vier Stadien unterteilt:23 • Kindheit (bis zum Beginn der Menstruation) • Unverheiratete Jugend (die ersten 3 Jahre nach der Menstruation, bis dahin muss ein Mann gefunden werden) • Jugend (Gebärjahre einer Frau) • Alter (Jahre nach der Gebärzeit) In diesem Zusammenhang wird oft der Begriff des „nackten Mädchens“ (nagnika) verwendet. Darunter wird ein Mädchen verstanden, das noch nicht begonnen hat zu menstruieren und somit jung genug ist, um ohne Kleidung herumlaufen zu können. Wenn sie beginnt zu menstruieren, bedeckt sie ihren Körper um sich nicht vor dem Mann in Verlegenheit zu bringen. Ab diesem Stadium muss die Frau für ihre Bekleidung folgende wichtige Regeln einhalten:24 • Eine Frau darf nicht ihren Nabel zeigen • Sie sollte ein Gewand tragen bis zu ihren Knöcheln • Sie sollte nicht ihre Brüste zeigen • Sie sollte nicht aus dem Hause gehen ohne oberes Gewand 21 Vgl. Weber: Die Darstellung der Frau im postkolonialen indo-englischen Roman, S. 52 22 Vgl. Julia Leslie: „The Significance of Dress for the Orthodox Hindu Woman“, in: Ruth Barnes/Joanne B. Eicher (Hg.), Dress and Gender. Making and Meaning in Cultural Contexts, Providence/Oxford: Berg Publishers 1992, S. 198 23 Vgl. ebd., S. 200 24 Vgl. ebd., S. 201
  • 12. 9 Die Teile des Körpers, die eine Frau nicht entblößen darf, sind Brüste, Nabel und die Beine bis zu den Knöcheln. Das Verbot die Knöchel zu zeigen gilt nicht für Frauen, die draußen auf den Feldern arbeiten müssen, um ihre Arbeit dadurch nicht zu behindern. In diesem Kontext ist diese Regel ein Merkmal sozialer Klasse und wird unterschiedlich ausgelegt. Eine weitere Regel verbietet schmutzige oder ungewaschene Kleidung zu tragen. Dies gilt auch für die Männerbekleidung. Im religiösen Glaubenssystem der Inder spielen die Begriffe der Reinheit und der Verunreinigung eine große Rolle.25 Beispielsweise gelten Seide und Wolle immer als rein, „ungenähte“ Kleidung aus einem Stück ist reiner als ein genähtes oder zugeschnittenes Kleidungsstück. Auch eine Frau die ein Kind geboren hat, ist nach indischem Glauben in den ersten Wochen verunreinigt. Nachdem sie ein rituelles Bad genommen hat, ist es ihr erlaubt gelbe Kleidung oder andere helle Farben zu tragen.26 Desweiteren gibt es charakteristische äußerlich sichtbare Zeichen, die eine indische Frau tragen soll. Diese sagen etwas über ihre Beziehung zu ihrem Mann aus: ist er da oder auf Reisen, ist sie für ihn sexuell erreichbar oder menstruiert sie, lebt er oder ist er bereits tot. Das wohl bekannteste Zeichen ist das Tilaka, ein runder roter Punkt, der von Hindus auf der Stirn getragen wird und der Segen bringen und vor Unheil schützen soll. Bei Frauen heisst er oft Bindi und weist darauf hin, dass die Trägerin verheiratet ist und dass ihr Mann noch am Leben ist. Ein Fehlen des Tilaka deutet auf eine Witwe hin.27 Manchmal wird auch eine rote Linie am Haaransatz als gleichwertiges Zeichen benutzt (sindura). Ursprünglich wurde Safran auf die Stirn getupft. Heutzutage verwendet man ein weniger teures Puder oder Paste.28 Mittlerweile ist das Tilaka zu einem modischen Accessoires geworden, das auch von Kindern getragen wird. Ein weiteres äußeres Zeichen ist die Heirats-Halskette, versehen mit goldenen oder schwarzen Perlen. Sie wird während der Heiratszeremonie getragen und symbolisiert das Glück, das einer Frau zuteilwird, deren Ehemann am Leben ist. Ein unverzichtbares Zeichen einer verheirateten Frau, das lebenslang getragen werden muss. 25 Vgl. O. P. Joshi: „Continuity and Change in Hindu Women’s Dress“, in: Ruth Barnes/Joanne B. Eicher (Hg.), Dress and Gender. Making and Meaning in Cultural Contexts, Providence/Oxford: Berg Publishers 1992, S. 215 26 Vgl. Joshi: Continuity and Change in Hindu Women’s Dress, S. 217 27 Vgl. Leslie: The Significance of Dress for the Orthodox Hindu Woman, S. 210 28 Vgl. ebd., S. 207
  • 13. 10 Auch bunte Glass-Armreifen am Handgelenk einer Frau deuten darauf hin, dass sie verheiratet ist. Sobald eine Frau vom Tod ihres Ehemannes hört, muss sie sie zerstören.29 6.2 Der Sari Es gibt zwei Hauptbestandteile in der indischen traditionellen Bekleidung: Unterbekleidung und Oberbekleidung. Beide Teile sind jeweils „ungenäht“ und sehr lang, mit der Möglichkeit der Improvisation im Tragestil. Oft wurde ein Hüftband benutzt für die Unterbekleidung, von dem der spätere Rock (ghaghara) abstammt. In der antiken Periode war die Kunst der Weberei gut entwickelt. Auch der Sari stammt aus dieser Zeit, der wie heute zum Bedecken sowohl der unteren als auch der oberen Körperteile benutzt wird.30 Er ist das wohl bekannteste Kleidungsstück Indiens. Ein prächtiges Stück Stoff, das nur einen guten Meter breit, aber fünf bis neun Meter lang ist. (s. Abb. 5) Jede indische Provinz hat ihren eigenen Sari, die sich in Form, Farbe und Muster unterscheiden. Er wird seit Hunderten von Jahren getragen und ist immer noch in Mode. Es gibt mehr als einhundert Wickeltechniken für den Sari. Je nach Region tragen die Frauen ihn über die Schulter geworfen, über den Kopf drapiert oder zwischen den Beinen gewickelt. Seide, Viskose, Baumwolle, Chiffon oder Kunstfaser sind die am häufigsten verwendeten Materialien. Zu den typischen Veredelungstechniken gehören das Besticken und Bedrucken der Stoffbahnen. Das Tragen einer bestimmten Kleidung ist weiter beeinflusst von der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kaste. In einen Kastenstatus wird man hineingeboren und Frauen heiraten gewöhnlich innerhalb ihrer Kaste. Traditionell wird die Zugehörigkeit zu einer Kaste von der Bekleidung ausgedrückt. Frauen aller Kasten tragen zwar Sari, aber die Wahl des Stils, Blumendesigns und die Wahl der Ornamente wird beeinflusst von der Kaste, vor allem in ländlichen Regionen. Lange bevor Kleidung in Indien genäht wurde, trugen die Frauen ein gewickeltes Gewand. Denn nur Stoff, der nicht mit einer Nadel in Berührung gekommen war, galt als rein. Heute tragen den Sari nicht nur Frauen in Indien, sondern auch in Sri-Lanka 29 Vgl. Leslie: The Significance of Dress for the Orthodox Hindu Woman, S. 208 30 Vgl. Joshi: Continuity and Change in Hindu Women’s Dress, S. 218
  • 14. 11 und Bangladesch. Zwanzig bis dreißig Saris hat jede Inderin heute durchschnittlich in ihrem Kleiderschrank. Traditionell gehören zur Bekleidung einer Frau auch Ornamente und Körperdekorationen mit Farben, Henna, und Tattoos. 6.3 Variationen der weiblichen Bekleidung Die Bräuche derjenigen Klasse zu der das Individuum gehört, bestimmt den Stil und die Bekleidung die getragen werden soll, als auch das Material, Farbe und Ornamente, obwohl es regionale Variationen gibt. Die Grundelemente der Bekleidung sind heute drei Teile: der Petticoat (Unterrock), die Bluse und der Sari.31 In den drei höchsten Kasten ist der Sari oder der odhani und zusätzlich die Bluse und der Petticoat verbindlich vorgeschrieben. In der Rajputs-Kaste wird immer noch die purdah vorgeschrieben, die zusätzlich das Gesicht der Trägerin verdeckt.32 Der Sari ist vor allem in städtischen Gebieten beliebt. Bei den höheren Kasten und Klassen ist der Sari länger und die Bluse ändert sich je nach Mode. In ländlichen Gebieten in Zentralindien wird der ghaghara, ein langer Rock, bevorzugt. Dazu die kanchali Bluse, ein farbiger Mieder mit Knöpfen an der Vorderseite und der lugadi oder der odhani, ein kurzer Sari, der Rücken und Kopf bedeckt, wobei der Anteil des Kopfes beweglich ist und kann somit schnell über das Gesicht gesenkt werden, sobald sich ein Mann nähert.33 Die Ornamente repräsentieren eine bestimmte soziale Gruppe. Höhere Kasten und Gruppen, tragen eher leichtere Bekleidung und leichtere Ornamente. Feinere Stoffe und Ornamente aus Gold werden bevorzugt und gelten als Ausdruck höheren Status‘ innerhalb der Kaste.34 Frauen aus Punjab und Muslime tragen eher den salwar (Hosen die enger am unteren Ende der beine geschnitten sind) und kameez (langärmelige oder halbärmelige Hemden, 31 Vgl. Joshi: Continuity and Change in Hindu Women’s Dress, S. 219 32 Vgl. ebd., S. 221 33 Vgl. ebd., S. 222 34 Ebd.
  • 15. 12 die bis zu den Knien reichen). Schülerinnen und college-girls bevorzugen den salwar und die kurta (ähnlich einer Tunika) sowie genähte und eng anliegende Kleider.35 6.4 Kontinuität und Wandel in der indischen Frauenmode Über mehrere Jahrhunderte behielt die Bekleidung der Frauen ihre grundlegenden Charakteristiken bei, obwohl neue Formen erschienen sind und in die Grundelemente integriert wurden. Durch den Kontakt zu anderen Kulturen, hat sich historisch betrachtet die Frauenbekleidung weiterentwickelt. Spinn- und Webmaschinen, mechanisiertes Drucken und neue chemische Stoffe aus dem Westen haben zuletzt die Verfügbarkeit von Stoffen beeinflusst. Die traditionellen Werte jedoch, wurden dadurch nicht verändert. Der Sari blieb bis heute der wichtigste Bekleidungsartikel für viele indische Frauen. Männliche oder Unisex-Kleidungsstücke wie Jeans, Hosen und Hemden haben nicht allgemeinen Gefallen gefunden, selbst nicht bei gebildeten verheirateten Frauen. Für sie repräsentiert ihre Bekleidung ihr Geschlecht. Gelegentlich findet man bei jüngeren Unverheirateten oder College-Girls Einflüsse westlicher Kleidung, wenn sie jedoch den Status der verheirateten Frau erreichen, tragen sie den traditionellen Sari.36 Einzig die Art und Weise wie der Sari drapiert und befestigt wird und die Art und Weise wie der Unterrock getragen wird, hat sich im Laufe der Zeit geändert. Idealerweise sollten der Petticoat und der Sari den Nabel bedecken. Im städtischen Leben hat eine Wandlung der Mode dazu geführt, dass der Nabel gelegentlich gezeigt wird, entgegen der traditionellen Normen. Eine Andere Veränderung betrifft die Länge des Saris. Er ist länger geworden, von 4 Metern zu 8 oder 9 Metern. Der pallu (das schwebende Ende des Saris) ist von der rechten zur linken Schulter gewandert. Er kann sehr lang getragen werden – bis zu den Absätzen, oder mittellang – bis zu den Oberschenkeln, oder kurz – nur die Schulter bedeckend. Der Style der Blusen ändert sich häufig, manchmal reicht die Länge bis unter die Brüste, manchmal reicht er bis zum Nabel oder tiefer. Im städtischen Umfeld, werden ärmellose und ausgeschnittene Blusen als high-society-Mode angesehen. Auch einige Arten von Schuhmoden wurden 35 Vgl. Joshi: Continuity and Change in Hindu Women’s Dress, S. 222 36 Ebd.
  • 16. 13 übernommen, ausgenommen hochhackige Sandalen, die als unpraktisch und zu westlich gelten.37 Gerade beim Betrachten indischer Filme, wird die Bedeutung der traditionellen Bekleidung leicht sichtbar. Das Kino in Indien porträtiert Frauen im Allgemeinen gemäß den vorherrschenden Sitten mit einer starken Präferenz für traditionelle Bekleidung. Betont werden die traditionellen Werte und Lebensstile. Heldinnen, Gottheiten und normale Frauen tragen alle Saris und traditionelle Bekleidung. Die Bösen oder „leichten Mädchen“ tragen Jeans, kurze Hosen, kurze Kleider und westliche Frisuren. Abweichungen von der Tradition werden oft mit Spott oder Kritik bestraft.38 Einer Befragung zufolge von Frauen in Jaipur zur Bedeutung von Bekleidung ergab, dass sie durch das Tragen traditioneller Bekleidung ihre Rolle als Frau unterstreichen und betonen. Der Sari ermutigt sie weder schnell zu laufen noch zu rennen, aber sich mit Würde zu bewegen. Ein Sari erzeugt eine elegante Silhouette, da Teile des Saris am Rücken schweben wie die Schleppe einer Königin. Die Trägerin empfindet eine tiefe Befriedigung beim Tragen dieses graziösen Bekleidungsstücks.39 Das unverheiratete Mädchen, hat noch die Freiheit modisch zu sein und neue Bekleidung, während der Schulzeit oder auf der Hochschule auszuprobieren. Sie ist sich aber bewusst, dass die Hochzeit sie danach beschränken wird in der Wahl ihrer Kleidung. Männer haben dagegen uneingeschränkte Freiheit im Übernehmen neuer Mode. Religiöse Regeln werden von ihnen ignoriert.40 Für Frauen gilt da eher das indische Sprichwort: „Esse nach deinen Wünschen und bekleide dich nach den Wünschen der anderen.“ 7. Schlussbetrachtung Nach Betrachtung beider Länder fällt auf, dass das Leben der indischen Frau deutlicher durch Religion und Tradition geprägt ist. Der Satz des großen indischen Gelehrten Tryambaka stellt zahlreiche Regeln auf, wie sich die rechtsschaffende, gut indische Ehefrau zu kleiden haben. In Deutschland hingegen ist die Frau viel mehr der Frage 37 Vgl. Joshi: Continuity and Change in Hindu Women’s Dress, S. 221 38 Vgl. ebd., S. 225 39 Vgl. ebd., S. 225 40 Vgl. ebd., S. 226
  • 17. 14 ausgeliefert, welchem Kleidungsstil sie sich bedienen soll um weder dem Weibchen - Stereotyp noch der Emanze zu entsprechen. Sie ist dabei in ihrer Kleiderwahl völlig frei. Durch diese offene Einstellung zur Thematik der Bekleidung fällt es schwer der deutschen Frau ein für sie typisches Kleidungsstück zu zuordnen. In Indien ist bis heute der Sari die traditionelle Bekleidung der indischen Frau. Durch den Sari wird sowohl die gesellschaftliche Kastenzugehörigkeit symbolisiert als auch die Reinheit der Frau. In Deutschland kann man die gesellschaftliche Stellung höchstens durch das Tragen verschiedener Marken feststellen, jedoch nicht durch ein bestimmtes Kleidungsstück. Männliche oder Unisex - Kleidungsstücke wie Jeans, Hosen und Hemden finden in der indischen Kultur keinen Anklang. Hingegen ist die Hose bzw. Jeans in Deutschland von der Frau nicht mehr wegzudenken. Betrachtet man die Bedeutung der Kleidung im indischen und deutschen Film und Fernsehen, spielt vor allem in Indien die traditionelle Bekleidung eine wichtige Rolle. Die „gute“ Frau wird mit einem Sari bekleidet während die „böse“ oder „leichte“ Frau durch das Tragen von Hosen und Jeans charakterisiert wird. In beiden Länder lassen sich abschließend viele unterschiedliche Vorstellung zum Thema Frau und Bekleidung feststellen, jedoch besteht die Übereinstimmung beider darin, dass die Frau durch ihre Bekleidung ein bestimmtes Bild von sich vermittelt bzw vermitteln soll.
  • 18. III Literaturverzeichnis: Bachmann, Cordula: Kleidung und Geschlecht - Ethnographische Erkundungen einer Alltagspraxis, Bielefeld 2008 Baumann, Heidrun: Frauen-Bilder in den Medien - Zur Rezeption von Geschlechterdifferenzen, Münster 2000 Bundesministerium: Gleichberechtigung von Frauen und Männern, Band 117.3 Stuttgart, Berlin, Köln 1996 Gabriel, Elisabeth: Frauenrechte. Einführung in den int. frauenspezifischen Menschenrechtsschutz, Wien 2001 Gaugele, Elke: Schurz und Schürze: Kleidung als Medium der Geschlechterkonstruktion, Köln Weimar 2002 Grundgesetz: Artikel 3 Neon: www.neon.de , Der Kampf um die Hose, 02.09.2007 17:37 Uhr Schissler, Hannah: Geschlechterverhältnisse im historischen Wandel, Frankfurt a.M. 1993. Springer, Axel: TV Digital Nr.14, Hamburg 2011. Dietmar Rothermund: Indien. Aufstieg einer asiatischen Weltmacht, München: Beck 2008. Ute Weber: Die Darstellung der Frau im postkolonialen indo-englischen Roman, Marburg: Tectum 2003. Maitrayee Chaudhuri: „Gender in the making of the Indian Nation-State“, in: Sharmila Rege(Hg.), Sociology of Gender.The Challenge of Feminist Sociological Knowledge, New Dehli: Sage Publications India 2003, S. 341-366. Julia Leslie: „The Significance of Dress for the Orthodox Hindu Woman“, in: Ruth Barnes/Joanne B. Eicher (Hg.), Dress and Gender. Making and Meaning in Cultural Contexts, Providence/Oxford: Berg Publishers 1992, S.198-213. O. P. Joshi: „Continuity and Change in Hindu Women’s Dress“, in: Ruth Barnes/Joanne B. Eicher (Hg.), Dress and Gender. Making and Meaning in Cultural Contexts, Providence/Oxford: Berg Publishers 1992, S. 214-231.
  • 19. IV Anhang: Abb. 1: die Hausfrau Abb. 2: das Schönheitsideal Abb. 3: das Objekt der Begierde
  • 20. V Abb. 4: die Karrierefrau Abb. 5: Sari