IBS AG: Kundenzeitschrift contact 1/13

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Die neue Kundenzeitschrift der IBS AG
Auch in dieser Ausgabe möchten wir unseren Lesern wieder eine Reihe interessanter Informationen und Denkanstöße zu den Themen Qualität-, Produktion- und Traceability liefern. In diesem Zusammenhang möchten wir Ihnen besonders den Beitrag zu unserem Leitthema „Produktion 2020“ von Prof. Markus Glück, Professor an der Hochschule Augsburg, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik, empfehlen. Daneben finden Sie interessante Praxisbeispiele, zum Beispiel einen Anwenderbericht der Blechwarenfabrik Limburg und weitere nützliche Informationen... Lassen Sie sich inspirieren!

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IBS AG: Kundenzeitschrift contact 1/13

  1. 1. Ausgabe 1/2013INDUSTRIE 4.0:Flexible Prozessautomation,sichere Rückverfolgung IBS:MES in der Metallverpackungsindustrie: Blechwarenfabrik Limburg Die Bahnindustrie im Wandel: 16. IBS:expertenkreis: Qualität, Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit Werksbesichtigung im Siemens Gerätewerk Amberg
  2. 2. IBS America Inc., sondern vermehrt auch mit den Qualitäts- und Produktionsma- nagement Lösungen der IBS AG und der IBS Sinic GmbH. Das Geschäft in China wurde weiter ausgebaut, und neben Implementierungen bei langjährigen Be- standskunden konnte die IBS Shanghai Ltd. bereits erste Neukunden gewinnen. Die IBS Business Consulting GmbH konn- te wertvolle Beiträge zum methodischen Aufbau einheitlicher Fehlerkataloge bei unseren Bestandskunden leisten. Darüber hinaus arbeiten wir - zusammen André Bertram mit unseren Kunden und Partnern - kon- Vorstand IBS AG sequent und nachhaltig an der Moderni- sierung und Weiterentwicklung unserer Den ausgeschiedenen Kollegen möchten Software-Produkte. wir auch an dieser Stelle noch einmal Dabei sind neben neuen Versionen mit für ihre Aufbauarbeit und die langjährige deutlich erweitertem Funktionsumfang, Treue zum Unternehmen unseren beson-Volker Schwickert weiter verbesserter grafischer Bedien- deren Dank aussprechen.Vorstandsvorsitzender IBS AG oberfläche und einem umfangreichen Die begonnene Zusammenarbeit mit Sie- Kennzahlencockpit unter anderem auch mens hat bereits zu Projekterfolg ge-Liebe Leserin, lieber Leser, hochmoderne Erfassungsmöglichkeiten führt, und wir versprechen uns neben über Tablet-PC´s wie zum Beispiel dem der Erhöhung der Reichweite durch diedie IBS AG blickt zurück auf ein ereignis- iPAD© entstanden. Kooperation mit dem Siemens Vertriebreiches Geschäftsjahr 2012, geprägt von und Marketing besonders auch eine be-zahlreichen interessanten Bestands- und Nach der erfolgten Übernahme der IBS Aktienmehrheit durch Siemens ist der deutende Stärkung unserer langfristigenNeukundenprojekten. Entwicklung, was für Sie als Kunden eine Gründer und langjährige Vorstandsvorsit-So konnten wir insbesondere in der Auto- zende der IBS AG, Herr Dr. Klaus-Jürgen wesentlich höhere Investitionssicherheitmobilindustrie wichtige Aufträge von Her- Schröder, aus dem Unternehmen ausge- mit sich bringt.stellern und Zulieferern gewinnen durch schieden. Auch in dieser Ausgabe möchten wir un-Überzeugung der Kunden, wie sie mit seren Lesern wieder eine Reihe interes-unseren innovativen Best Practice Lö- Nachdem der bisherige Aufsichtsrats- vorsitzende Christoph Köchling und das santer Informationen und Denkanstöße zusungen den Weg ihrer Unternehmen zur den Themen Qualität, Produktion, Tracea-Operational Excellence und Null-Fehler- Aufsichtsratsmitglied Andreas Münster ihre Mandate niedergelegt hatten, wurden bility Compliance Management liefern. InProduktion gestalten können. Aber auch diesem Zusammenhang möchte ich Ihnenin anderen Industriebranchen haben wir Herr Roland Melzer und Herr Wolfgang Seltmann in den IBS Aufsichtsrat gewählt. besonders den Beitrag zu unserem Leit-erfolgreich viele Projekte akquiriert, so thema „Produktion 2020“ von Prof. Mar-zum Beispiel in der High-Tech- und Elek- Herr Professor Dr. Heiko Aurenz wurde nach langjähriger Mitgliedschaft im IBS kus Glück, Professor an der Hochschuletronikindustrie sowie im Bereich der er- Augsburg, Fakultät für Maschinenbau undneuerbaren Energien. Aufsichtsrat zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Verfahrenstechnik, empfehlen. DanebenDazu gehören viele mittelständische Un- finden Sie interessante Praxisbeispiele,ternehmen aus Deutschland, Österreich Seit dem 01. Juli 2012 zeichne ich als Vor- zum Beispiel einen Anwenderbericht derund der Schweiz – und zunehmend auch standsvorsitzender gemeinsam mit Herrn Blechwarenfabrik Limburg und weitereaus Nordamerika, aber auch bedeutende André Bertram als meinem für die Be- nützliche Informationen. Lassen Sie sichIndustriekonzerne aus der ganzen Welt. reiche Finanzen, Investor Relations und inspirieren!Die Geschäftsentwicklung in den USA IT zuständigen Vorstandskollegen für diegestaltet sich besonders erfolgreich, nicht Gesellschaft sowie deren Aktionäre, Mit-nur mit den Compliance-Lösungen der arbeiter und Sie als unsere Kunden und Partner verantwortlich. Seite 17 - 19 Seite 34 - 35 Seite 36 - 37 IBS:MES in der Metall- Die Bahnindustrie Internationales verpackungsindustrie im Wandel - Qualität, Qualitätsmanagement Produktivität, Wettbe- – Enterprise Quality werbsfähigkeit Management 2
  3. 3. Seite 18 - 20Industrie 4.0: Flexible Prozessautomation, sichere RückverfolgungINHALTNews & Facts Tipps & Tricks4 I IBS AG excellence, collaboration, manufacturing 26 I Die Qualität von FMEA muss bewertet werden!5 I Rutronik Elektronische Bauelemente GmbH 27 I FMEA-Tipp 13: Verschwendung/Stillstand/Nacharbeit/5 I NWS Ausschuss bei Prozess-FMEA berücksichtigen 28 I FMEA-Tipp 14: Spracheinstellungen bei CAQ=QSYS® optimieren 29 I Ausreichende Erprobung in der BahnindustrieQualitäts - und Produktionsmanagement IBS on tour6-13 I 2020 Flexible Prozessautomation, sichere 30-31 I IBS:forum IBS Fachveranstaltung für die Rückverfolgung und Null-Fehler-Produktion Industrie im Mittelstand14-15 I 10 Punkte zur Vorbereitung auf zukünftige 32-33 I IBS AG zieht positives Resumée aus der Control 2012 Produktions-Herausforderungen 34-35 I Die Bahnindustrie im Wandel – Qualität,16 I IBS Warranty Management Software unterstützt Produktivität, Wettbewerbsfähigkeit Wuppertaler Zuverlässigkeitsprognosemodell 36-39 I 16. IBS:expertenkreis17-19 I IBS:MES in der Metallverpackungsindustrie 40 I Internationales Qualitätsmanagement – bei der Blechwarenfabrik Limburg Enterprise Quality Management20-21 I Das MES-System: 43 I Veranstaltungskalender Kennzahl OEE wird vorgestellt22 I Industrie 4.0: Informationswelt und Produktionswelt wachsen zusammen24-25 I Erfolgreiche KundenprojekteImpressumHerausgeber: Redaktion: Die Vervielfältigung jeder ArtIBS AG, Rathausstr. 56 Stefan Ströder, IBS AG - auch auszugsweise - bedarf derD-56203 Höhr-Grenzhausen Verantwortlich im Sinne der Redaktion Genehmigung der IBSTelefon +49 (0) 26 24 / 91 80-0www.ibs-ag.de Projektkoordination & Redaktionelle Mitarbeit: Layout & Satz: Dagmar Senft, IBS AG Potter Werbeagentur 3
  4. 4. CONTACT Ausgabe 1/2013 I NEWS & FACTS NEWS & FACTS IBS AG EXCELLENCE, COLLABORATION, MANUFACTURING: Prof. Dr. Heiko Aurenz neuer Aufsichtsratsvorsitzender der IBS AG, Volker Schwickert neuer Vorstandsvorsitzender, André Bertram Finanzvorstand Aufsichtsrat der IBS AG Prof. Dr. Heiko Aurenz Roland Melzer Wolfgang Seltmann Vorsitzender des Aufsichtsrates Mitglied des Aufsichtsrats Mitglied des Aufsichtsrats Der Aufsichtsrat der IBS AG hat Herrn Prof. Dr. Heiko Aurenz zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats gewählt. Prof. Dr. Aurenz gehört dem Aufsichtsrat der IBS AG seit dem Jahr 2000 an. „Dem bisherigen Vorstandsvorsitzenden und Unternehmensgründer Herrn Dr. Klaus- Jürgen Schröder möchte ich im Namen des Aufsichtsrates, Vorstands und der gesam- ten IBS-Belegschaft für sein großes Engagement beim Aufstieg der IBS AG zu einem der führenden Software- und Lösungsanbieter für das Produktivitätsmanagement danken“, sagt der Aufsichtsratsvorsitzende Herr Prof. Dr. Aurenz. „Mit der Übernahme des Vorstandsvorsitzes durch Herrn Schwickert haben wir die Grundlage geschaf- fen, die erfolgreiche Vorstandsarbeit fortzusetzen. Wir freuen uns darüber hinaus mit Herrn Bertram einen ausgewiesenen Finanzexperten für den IBS-Vorstand gewonnen zu haben, der mit seiner langjährigen internationalen Erfahrung und seiner Führungs- expertise das Management der Gesellschaft ergänzen wird.“ Roland Melzer ist seit dem 28.6.2012 Mitglied des Aufsichtsrats der IBS AG. Er ist Lei- ter des Business Segments Industrial Automation Systems Software bei der Siemens AG und CEO der Industry Automation Holding AG. Roland Melzer ist seit 1989 bei der Siemens AG rund um das Thema Industrielle Software in verschiedenen Positionen verantwortlich tätig. Er bringt aus diesen Tätigkeiten vor allem Kompetenzen in den Bereichen Softwareentwicklung, Produktmanagement, Strategie und Geschäftsaus- bau mit. Roland Melzer studierte Nachrichtentechnik an der Fachhochschule Nürn- berg. Wolfgang Seltmann ist seit 2001 in der Siemens AG tätig. Dort verantwortete er zu- nächst Grundsatzfragen der Rechnungslegung und ist nun in der Beteiligungsver- waltung für inländische Tochtergesellschaften zuständig. Zuvor betreute er als Wirt- schaftsprüfer insbesondere Finanzdienstleister im In- und Ausland. 4
  5. 5. CONTACT Ausgabe 1/2013 I NEWS & FACTSNEWS & FACTSRUTRONIK ELEKTRONISCHE BAUELEMENTE GMBHBEAUFTRAGT DIE IBS AGEinführung einer ganzheitlichen Qualitätsmanagementlösung für alle QualitätsprozesseDie Rutronik Elektronische Bauelemente GmbH Erfassung über den gesamten Produktions-ist ein international aufgestellter Distributeur von lebenszyklus. Die Harmonisierung und Stan-elektronischen Bauelementen. dardisierung der Qualitätsprozesse sowie das frühzeitige Erkennen von Fehlern führt zu einerAbgerundet wird das Leistungsangebot von Ru- Kostenreduzierung und Effizienzsteigerung.tronik durch Beratungs- und Supporttätigkeiten Mit ihrer CAQ Softwarelösung bietet die IBS AGsowie durch logistische Dienste wie einem Lie- ein System, das durch seine Prozessorientierung,ferservice und einem individuell ausgerichteten Integrationsfähigkeit und Modularität kundenspe-Supply Chain Management. Der Kundenstamm zifische Anwendungen ermöglicht – unabhängigbesteht insbesondere aus Hightech-Unterneh- von Fertigungs- und Verfahrenstiefe, Produkti-men. onsverfahren und –modell sowie der Stufe der Zulieferkette.Seinen Stammsitz hat Rutronik in Ispringen bei Durch den Einsatz der IBS Reklamationssoft-Pforzheim in Baden-Württemberg. Unweit davon ware entstehen wesentliche Benefit für Rutronik.befinden sich das Logistic Center in Eisingen undder Wareneingang in Wilferdingen. Photovolta- Reduzierung der Garantie- und Kulanzkosteniklösungen werden über die Tochterfirma Rusol Reduzierung der Rückrufaktionenabgewickelt. Dazu kommen deutschlandweit Reduzierung der Rückrufkostendreizehn Büros in größeren Städten und Nieder- Vermeidung von Kunden-Abwanderungenlassungen in 25 europäischen Ländern sowie in aufgrund von QualitätsmängelnMexiko und den USA. Verminderte Kundenreklamationen Warranty Performance ManagementHelmut Rudel gründete das Unternehmen 1973.In den Neunzigern begann eine Phase der Ex- Das System kommt zum Einsatz im Bereich derpansion. 1991 wurden die ersten Vertriebsnie- Kunden- und Lieferantenreklamationen.derlassungen außerhalb der Bundesrepublik er- CAQ=QSYS® RQMS unterstützt dabei effek-öffnet. Zudem konnten zwischen 1994 und 2001 tiv die strukturierte Vorgehensweise der Rekla-fünf Firmenübernahmen im In- und Ausland er- mationsbearbeitung. Durch die integrierte, de-folgreich abgeschlossen werden. taillierte Dokumentation, Nachverfolgung und Analyse ergeben sich erhebliche Einsparungs-Ende 2011 hat sich das Unternehmen für die potenziale. Vielseitige Auswertefunktionen kön-Einführung der Qualitätsmanagementlösung der nen Schwachstellen schnell und effizient iden-IBS AG entschieden. Unterstützt werden sollen tifizieren und Gegenmaßnahmen können recht-damit alle Qualitätsprozesse unterhalb des be- zeitig eingeleitet werden. Durch fristgerechtestehenden ERP (Enterprise Resource Planning) Bearbeitung von Anfragen wird eine höhere Kun-Systems mit dem Ziel der Erhöhung von Produk- denzufriedenheit erreicht.tivität und Effektivität sowie einer Steigerung derProfitabilität.Erreicht werden soll mit dem Einsatz des CAQ-Systems eine Rationalisierung der administrati-ven Qualitätsaufwände durch eine prozesssichere NWS NEW WEI SAN BESUCHT IBS HEADQUARTER IN HÖHR-GRENZHAUSEN v. l.: Maria Walther (IBS AG), Ray T. Lin (Quality Director NWS), Volker Schwickert (Vor- standsvorsitzender IBS AG), Jessica Liu (Tranlator Stone Cui IT), André Bertram (Vorstand IBS AG), Kevin Kühn (IBS AG) Matthias Grossmann (IBS AG) 5
  6. 6. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement INDUSTRIE 4.0 - MIT MES, FLEXIBLER AUTOMATION UND VERNETZUNG ZUR 4. INDUSTRIELLEN REVOLUTION UND NULL-FEHLER-PRODUKTION 2020 Prof. Dr.-Ing. Markus Glück, Hochschule Augsburg, Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik Aktuell stehen wir vor dem vierten gewalti- „Cyber-Physical Systems“ (CPS). Gemeint gen Umbruch der Industrie. Auf dem Weg zur sind auto-nome, selbststeuernde, wissens- intelligenten Fabrik, der über eine intelligente basierte und sensorgestützte Produktions- Vernetzung der Produktion führt, wurde die systeme, die in naher Zukunft die klassische, vierte industrielle Revolution1 – die Innovati- zentrale Produktionshierarchie ablösen onsoffensive „Industrie 4.0“ - ausgerufen. werden. Sie gelten als eines der Kernelemen- Ein Eckpfeiler sind dabei so genannte te der nächsten industriellen Revolution. Doch was verbirgt sich wirklich hinter den Kon- lung von Produktionsanlagen und industriellen zepten der Industrie 4.0? Und wie kann man von Erzeugnissen sowie deren Zusammenführung einer MES Plattform dieses Ziel schnell errei- mit intelligenten Softwaresystemen zur Verbesse- chen? rung von Fertigungsautomation, -steuerung und -logistik sowie die Anpassung der IT-Strukturen Industrie 4.0 steht für ein visionäres Konzept, für eine Kommunikation zwischen Datenquellen, das gegenwärtig in der Automatisierungsbranche Anlagen und Produkten. In Produktionsbetrieben jede Menge Diskussionsstoff liefert. Die primären führt diese Veränderung zu einem fundamentalen Ziele sind die Flexibilisierung der Fertigung und Paradigmenwechsel, bei dem das entstehende die Steigerung der Produktivität durch den de- Produkt eine aktive Rolle übernimmt, der als die zentralen Einsatz vernetzter maschineller Intel- von Internet und Systemintegration getriebene ligenz. Dabei erzählt ein Produkt seine Historie, vierte industrielle Revolution bewertet wird. vom Entstehungsprozess bis zur Auslieferung. Bei genauerem Hinsehen ergibt sich, dass MES Fertigungsanlagen verwalten sich selbst und Nutzer heute schon bestens für diesen unab- kommunizieren weltweit miteinander. Montageli- dingbaren Paradigmenwechsel in der Produktion nien parametrisieren sich automatisch auf die zu 2020 – der intelligenten Fabrik der Zukunft – ge- fertigenden Varianten eines Produkts. rüstet sind und sich durch einen konsequenten MES Einsatz die Produktivität im zweistelligen Zentrale Herausforderungen für eine derartige Prozentbereich steigern lässt. produktgesteuerte Produktion sind die Verede- 6
  7. 7. CONTACT Ausgabe 1/2013 I ProduktionsmanagementEinführung cherte Prozessergebnisse zu erzielen sowie beiDie Arbeitswelt - und damit auch die Produktions- minimalen Wartungs- und Anlagenstillstandszei-technik - hat sich in den letzten Jahren drama- ten zuverlässig und mit höchster Prozesseffizi-tisch verändert. Hochvariante und komplexe Pro- enz zu produzieren; lückenlos über Jahre hinwegdukte lassen sich in einem Hochlohnland einfach rückverfolgbar.nicht mehr manuell fertigen. Rasant steigendeProduktivitätsanforderungen, eine wachsende Zusätzlich gilt es, sich heute schon rechtzeitig fitVariantenvielfalt, reduzierte Losgrößen und welt- zu machen für die vom Internet getriebene, vonweite Beschaffungsketten erfordern die ständige einer noch effizienteren Systemintegration undAuseinandersetzung mit neuen Steuerungs-, Au- einer flexiblen industriellen Automation bestimm-tomatisierungs- und Qualitätssicherungskonzep- te vierte industrielle Revolution. Aus einfachenten, denn nachhaltiger unternehmerischer Erfolg Produktionsanlagen werden im Zuge dieses Um-und Wertschöpfung setzt profitable Produktions- bruchs flexibel einsetzbare Fertigungszellen, dieprozesse unter kontinuierlicher Verbesserung sich selbstständig überwachen und regeln - fle-von Qualität, Effizienz und Kostenstruktur kom- xibel aufgebaut, weltweit einsetzbar - mit in derbiniert mit einem schonenden Umgang mit Res- Konsequenz stark verkürzten Umrüstzeiten.sourcen voraus. Diese im Rahmen der Zielsetzungen der „Indust-Die zunehmende Komplexität der Produktion rie 4.0“ angestrebte Veredelung von Produktions-führt dazu, dass auch die Steuerung sehr hete- anlagen und industriellen Erzeugnissen sowierogener Produktionssysteme erforderlich wird. deren Zusammenführung mit intelligenten Soft-Der Fokus liegt dabei auf operationeller Ex-zel- waresystemen zur Verbesserung von Fertigungs-lenz als ganzheitlichem Ansatz. automation, -steuerung und –logistik eröffnet immense Optimierungs- und Wertschöpfungspo-Ganzheitlich darum, weil es bei der Erhaltung tenziale. Sie ist eindeutig eine Überlebenschan-der Wettbewerbsfähigkeit nicht nur um Kosten- ce für den Produktionsstandort Deutschland,senkung geht, sondern um die Schaffung und denn der hohe Automatisierungsgrad deutscherErhaltung von zielführenden Steuerungs- und Fertigungen wird künftig alleine nicht mehr aus-Beschaffungsstrategien, IT- und Organisations- reichen. Auch Konkurrenten aus China profitierenstrukturen und Prozessen. Dieses Verständnis seit längerem von einem ähnlich hohen Automa-bedingt, Verbesserungen nicht nur auf isolierte tisierungsgrad. Und dies bei niedrigeren Stand-Maßnahmen in Teilbereichen oder auf punktuelle ortkosten!Effizienzsteigerungsmaßnahmen zu beschrän-ken, sondern einen Rahmen für ganzheitlicheLösungen zu schaffen. Zielmarke ist die Null-Fehler-Produktion.Zu deren Erreichung werden die Entwicklung undIntegration neuer Technologien und Prozessewesentlich beitragen. Gleichzeitig wird die Wei-terentwicklung des Maschinen- und Anlagen-baus durch die Mechatronik und die zu immergünstigeren Preisen verfügbare zunehmendeRechenleistung beflügelt und eröffnet neue Mög-lichkeiten der Systemoptimierung über vermehrteingebettete Sensoren und Systeme. Kernelemente der Industrie 4.0 - Entwick-Zunehmend gilt es, sich im weltweiten Wettbe- lungschance Integrierte Produktion 2020werb der Produktionsstandorte durch bahnbre- In der Fabrik der Zukunft – der Industrie 4.0 – gibtchende Innovationen zu behaupten. Innovativ der Rohling in der Roboterzelle selbst an, wie erwird es dann, wenn integrationsfähige Echtzeit- in den einzelnen Fertigungsschritten bearbeitetsysteme eingesetzt werden, die für Transparenz werden muss. Produkte und ihre Komponentenin den Prozessen sorgen. Sie geben relevante spielen eine zentrale Rolle in allen Herstellungs-Echtzeitinformationen bis hinauf in die Unterneh- und Logistikprozessen. Sie wissen, welche Bau-mensleitebene zur Unternehmenssteuerung. Ge- teile integriert wurden, wie sie transportiert undfordert sind hierbei neben einer Optimierung der gelagert werden müssen und sie geben die ent-Einzelsysteme vor allem die verstärkte Verzah- scheidenden Signale für den weiteren Produk-nung der Hard- und Softwaresysteme. Nur unter tionsprozess, dessen Ablauf in ihrem digitalenBerücksichtigung der Korrelationen und Interakti- Produktgedächtnis gespeichert ist, das über dieon zwischen den einzelnen Fertigungsschritten, gesamte Wertschöpfungskette bis hin zur Logis-Prozessparametern und Einflussgrößen wird es tik beschrieben und wieder ausgelesen werdengelingen, auch bei extrem hohen Taktraten gesi- kann. 7
  8. 8. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement Das entstehende, mit Sensoren bestückte Pro- Auf dem Weg zur Industrie 4.0 mit MES ideal dukt steuert den Produktionsprozess selbst, positioniert! überwacht über die Sensoren relevante Umge- MES Nutzer erkennen bei der Lektüre der voran- bungsparameter, Werkzeugzustände oder Ma- gehenden Leitgedanken zur Industrie 4.0 bemer- schinenkomponenten und löst bei Abweichun- kenswerte Übereinstimmungen und Chancenpo- gen oder Störungen Gegenmaßnahmen bis hin tenziale, die auf eine exzellente Start-position im zum sicheren und geplanten Stillstand aus. Vo- Hinblick auf die Erfüllung zukünftiger Anforderun- raussetzung ist ein permanenter elektroni-scher gen der Produktion 2020 hinweisen. Fertigungs- Datenaustausch, der zum einen die schnelle anlagen, die innerhalb einer Fabrik miteinander Reaktion auf eine veränderte Bedarfssi-tuation sprechen, sind heute schon für sie Standard. ermöglicht, zum anderen einen durchgängigen Doch diese Produktionsanlagen genügen den objektbegleitenden Datenfluss sicherstellt. Die zukünftigen Anforderungen an Wandelbarkeit Fabrik der Zukunft integriert zu diesem Zweck und Dynamik noch nicht. Produktionseinrichtungen, Zulieferketten und in- dividuelle Kundenwünsche in Echtzeit. Die Integration moderner Messtechnik, neuer Komponenten in einer Fertigungszelle wird nach In der Produktion 2020 kommen Cyber-Physical wie vor zum Beispiel dadurch erschwert, dass die Systems – hochflexible autonome Produktions- bekannten Roboter- und Automati-sierungssys- systeme – zum Einsatz, die sich untereinander teme noch immer proprietäre Bedienersprachen, über die MES Ebene und standortübergreifend unterschiedlichste Datenformate und verschie- über das Internet vernetzen. So verschmilzt die dene Bussysteme nutzen. Die meisten erfüllen physikalische mit der virtuellen Welt. allenfalls in Teilbereichen die Anforderungen hin- sichtlich der geforderten Kommunikationsfähig- Inline Prüfmessungen liefern die für eine 100 keiten. %-ige Qualitätskontrolle und die autonome Steu- erung der Fertigungseinrichtungen nötige Daten- Auf dem Weg zur Industrie 4.0 sind noch einige und Informationsbasis. Hürden zu meistern, die bisher vielfach zu Insel- Störungen im Produktionsablauf, differierende lösungen geführt haben. Aber was im Kleinen Rohstoffqualitäten, Energie- oder Materialeng- gelöst ist, funktioniert selten von Werk zu Werk, pässe werden durch die dezentrale Sensorik und schon gar nicht über Unternehmensgrenzen erfasst. Kürzeste Reaktionszeiten bei Störungen hinweg. Zudem werden Datenbestände mehr- und eine optimale Ressourcennutzung in allen fach gehalten, dabei ändern sich Produktdaten Prozessphasen werden dadurch si-chergestellt. während eines Lebenszyklus. Der Ressourcenbedarf wird dynamisch ermittelt und geplant. Dies führt in Summe zu einer erheb- In der Praxis wird man sich diesen Realitäten lich gesteigerten Anlagennutzungseffizienz. nicht verschließen und sich nur schrittweise auf den Weg machen können. Was bedeutet dies? Wie lassen sich Fertigungssysteme mit Teilin- formationen der einzelnen Prozessschritte ver- sorgen, die weltweit verteilt sind? Wer hält Infor- mationen vor? Wie muss das Produkt gefertigt werden? Welche Kommunikations-protokolle kommen zum Einsatz? Zunächst werden weiterhin heterogene Sys- temlandschaften existieren, die künftig in einem ersten Entwicklungsschritt bis auf die Maschine- nebene miteinander vernetzt werden müssen. Durch eine intensive Maschine-zu-Maschine Kommunikation (M2M) werden die Pro-duktions- systeme in die Lage versetzt, eigenständig Infor- mationen austauschen, Aktionen auslösen und sich wechselseitig steuern. Dazu braucht es stan- dardisierte Schnittstellen und vor allem eine leis- tungsfähige Sandwichschicht, die es ermöglicht, unterschiedlichste Maschinendaten zu ziehen und diese zusammenzuführen.Drei Ebenen des Produktionsmanagements. Über die operative Ebene wird fertigungsbegleitend Ein entscheidender Lösungsansatz für diese Pro-ein Datenaustausch mit dem ERP-System auf der Koordinierungsebene sichergestellt. In derTraceability erfolgt die Harmonisierung der Shopfloor Daten 8
  9. 9. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagementblematik ergibt sich über die Möglichkeiten der sie per Scanner leicht und fehlerfrei zu erfassen.MES Ebene, die eine zentrale Rolle als lokaler Sie werden neben den RFID Tags der Cyber-Datenkonzentrator übernimmt, und deren Opti- Physical Systems auch in der Produktion 2020mierung. noch ihren berechtigten Platz haben.Grundvoraussetzung sind ein zentraler Daten- Mehrwert an Qualität durch MES Einsatzpool, harmonisierte Systemlandschaften auf der Die Prozesskontrolle in der Produktion 2020 mussShopfloor Ebene sowie eine durchgängige Kom- über das bloße Gewinnen statistischer Kennzah-munikations- und Datenstruktur. Sie übernimmt len, die nur eine Rückschau auf Vergangenesdie Rolle des digitalen Produktgedächtnisses. ermöglichen, hinaus erweitert werden. Wer eine Null-Fehler-Fertigung bei höchster Anlagenver-Von entscheidender Bedeutung ist die zuverläs- fügbarkeit und Produktivität erreichen möchte,sige Identifikation der Werkstücke, hergestellter muss Fehler von vorne herein vermeiden.Komponenten, der ein- und ausgehenden Wa-renströme. MES Nutzer kennen und nutzen dies MES ermöglichen ein proaktives Qualitätsmoni-bereits: Alle Baugruppen, die zugeliefert werden, toring der Produkt-, Prozess- und Lieferqualitätmüssen am Kopf der Supply Chain im Warenein- über die kontinuierliche Erfassung und Auswer-gang, während des gesamten Fertigungsprozes- tung der Prozess- und Produktionsdaten. Derses „inline“ und am Ende der Wertschöpfungsket- Schlüssel liegt in der geschickten Analyse undte im Warenausgang verlässlich erfasst werden. Verknüpfung dieses Datenbestands.Eingesetzt werden Scanner- und Kamerasyste-me, die alle Informationen erfassen und die er- Anhand statistischer Datenanalysen lassen sichmittelten Daten eindeutig im Datenbanksystem zum Beispiel frühzeitig Trends erkennen, Maschi-zuordnen. nen- und Bearbeitungsparameter nachführen. Deutlich erkennbar wird, bei welchem Prozess-Einheitliche Labels ermöglichen eine problem- schritt die meisten Fehler entstehen, wo Rüst-lose eindeutige Identifikation aller Bauteile und und Stillstandszeiten allzu häufig auftreten.deren Zusammenführung mit den Auftrags- und Die Produktion 2020 denkt mit! Über die MESProzesskenndaten. Ihr Vorteil liegt auf der Hand: Umgebung wird das Störungsmanagement ef-ein hoher Standardisierungsgrad, eine ausrei- fizienter gestaltet und die Ausbeute bedeutsamchend hohe Informationsdichte bei geringstem verbessert. Produktionsprozesse organisierenPreis. sich selbst. Probleme werden autonom gemeis-Die hierzu eingesetzten optischen Identsysteme tert. Somit können rechtzeitig Gegenmaßnahmenhaben einen hohen Reifegrad, der z. B. beim eingeleitet werden, bevor ein ProduktionsstoppStrich- und Data Matrix Code Lesen ein effizien- unvermeidlich ist oder Ausschuss produziert wird.tes Plug & Play in die MES Umgebung sicher- Dies ist eine entscheidende Voraussetzung fürstellt. Schnell auf dem Werkstück auffindbar, sindProduktion heute: Kooperierende Roboter und zunehmende Systemintegration bestimmen Produktions-, Steuerungs-,Rückverfolgungs- und Produktionsmanagementebene (Bild: KUKA AG) 9
  10. 10. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement eine Null-Fehler-Fertigung und den Erfolg des steuerung übermitteln und deren korrekte Bear- Transformationsprozesses zur Industrie 4.0! beitung (z. B. eine Lackgütenkontrolle oder das Auftragen von Dichtpasten) einleiten. Herausforderung „vertikale Integration“ ideal gelöst Robotersysteme müssen die Feinjustage der Eine weitere Verzahnung der IT Systeme, wie es Bearbeitungswerkzeuge und die Optimierung die Industrie 4.0 zur Unternehmensebenen über- der Bahnführung selbst anhand der Messsignale greifenden Kommunikation mit den Fertigungs- der Laserscanner übernehmen. Hierzu wurden systemen und zur weiteren Verbesserung der optoelektronische Sensorsysteme und Funki- Produktions- und Auftragssteuerung entlang der dentifikationschips (RFID) im Steuerungsumfeld Wertschöpfungskette fordert, lässt sich über ein moderner Roboterzellen integriert und unter Re- MES schnell realisieren. albedingungen getestet. Vom Laserscanner auf seiner Bahn geführt, erfolgt zum Beispiel die Ver- So wird die für die Produktion 2020 unabdingba- messung einer beliebig im Messraum platzierten re nahtlose Anbindung der Produktionssysteme Autotüre, die zunächst detektiert und dann - über an die Koordinierungsebenen und ein effizientes Laserabstandsmessung kontrolliert - vermessen Zusammenspiel von Fertigungssystemen und wird. Gleichzeitig werden zentrale Qualitätsdaten betriebswirtschaftlicher Planungsebene sicher- erfasst und an das übergeordnete CAQ-System gestellt; zum Beispiel der Abgleich mit Bestell-, übertragen. Auftrags- und Lieferantendaten aus dem eigenen ERP System oder Produktionssystemen der Lie- Cyber-Physical Testsysteme feranten und Kunden, die Rückmeldung von Ma- im Roboterumfeld schinenzeiten, Auftragsan- und -abmeldungen, Doch eine flexible Fertigung in robotergestützten die Dokumentation qualitätsrelevanter Zwischen- Produktionslinien ist nicht nur eine Frage effizi- schritte etc. enter Steuerungssoftware. Der Transformati- onsprozess zur Industrie 4.0 erfordert auch die Alles nur Zukunftsmusik? Entwicklung intelligenterer Überwachungs- und Keinesfalls! Es gibt bereits höchstinteressante autonomer Entscheidungsprozesse. Referenzinstallationen für erste Cyber-Physical Bei Industrierobotern hängen Flexibilität, Effizi- Links: Wechselgreiferstation in Systems im Produktionsumfeld. Im Rahmen ei- enz, Taktrate und Prozesssicherheit maßgeb- einer Roboterzelle mit Schnell- ner Machbarkeitsstudie gelang es am Technolo- lich vom „Front-End“ ab, das heißt von Greifernwechselsystem, RFID Aus-stattung,Integration über und IO-Link-fähige gie Centrum Westbayern, erste Lösungsansätze und anderen Werkzeugen, aber auch von denKommunikation im Roboterumfeld. für die flexible Automation, die bildunterstützte Schnittstellen zum Roboterumfeld. Roboterführung an Montagearbeitsplätzen und Rechts: Wechselgreifervorrichtung Prüfeinrichtungen zu entwickeln und diese unter Roboter und Greifwerkzeuge mit zusätzlicher In- mit pneumatisch-mechanischer Realbedingungen zu testen. Ein Beispiel: telligenz (z. B. Sensoren zur Kraftrückkopplung, Fixierung In der „Produktion 2020“ werden zahlreiche Pro- Laserscanner, Kameras, RFID Identifikations- duktvarianten auf einer möglichst universell ein- chips) sind in der Lage, eine präzise vollautoma- setzbaren Messzelle bearbeitet. Die nötige flexi- tische Werkstückbearbeitung und Vermessung ble Automation, z. B. in der Roboterbearbeitung, sowie die qualitätsrelevante Dokumentation zu muss sich von fest programmierten Bahnen und erreichen. zeilenorientierter Programmierung selbsttätig lösen. Werkstücke verschiedenster Geometrie Mit Hilfe von Schnellwechselsystemen lassen müssen beliebig zugeführt werden können. Frei sich Greifer und Werkzeuge im Sekundenbe- positioniert im Raum, muss eine Kamera mit Me- reich tauschen. Damit sinken unproduktive Ne- thoden der industriellen 3D Bildverarbeitung die benzeiten im Robotereinsatz. Entscheidendes Objekte erkennen, deren Lage an die Fertigungs- 10
  11. 11. CONTACT Ausgabe 1/2013 I ProduktionsmanagementRationalisierungspotenzial ergibt sich durch voll-automatische Werkzeugwechsel - wiederum einSchlüsselprozess der Produktion 2020.Im Rahmen einer weiteren Applikationsstudiewurde am Technologie Centrum Westbayerneine vollautomatische und autarke Roboterzellezum Testen, Einbauen und Abdichten verschie-dener elektronischer Baugruppen realisiert. Siesoll nach den Grundsätzen eines Cyber-Physi-cal Systems die automatisierte Bearbeitung desWerkstücks autonom vornehmen – alles aufBasis der über RFID Tags am zu bearbeitendenWerkstück und an den Werkzeugen, vollständigflexibilisiert und optimiert.Hierzu wurde eine mit einem KUKA Industriero-boter ausgerüstete Fertigungszelle um eine Grei-ferwechselstation für automatische Werkzeug-wechsel erweitert (vgl. Abb. 2).Exemplarisch wird an diesem Cyber-PhysicalSystem gezeigt, wie eine Fertigungszelle derProduktion 2020 Werkstücke über Kamerabild Bearbeitung sensorgeführt unter autonomer Pro- Einstieg in die sichere Mensch-oder RFID Technologie identifiziert, einen nötigen zessregelung gestartet. Maschine Kooperation (ein Schlüs- selprozess der Produktion 2020):Werkzeugwechsel erkennt, diesen selbständig Übergabe von Werkstücken zurdurchführt und anschließend die Roboterbear- Nach Abschluss der Werkstückbearbeitung er- Weiterbearbeitung durch einenbeitung anpasst. Abb. 2 a zeigt den in der Ferti- folgen Prüfmessungen. Prozessergebnisse wie autonom agierenden Robotergungszelle integrierten Greiferbahnhof mit pneu- zum Beispiel ein Pastenauftrag, der korrekte undmatischem Schnellwechselsystem und Ablagen durchgängige Auftrag des Dichtmediums oderfür drei Werkzeuge. Dieses System ermöglicht die Maßhaltigkeit zentraler Prüfmerkmale (z. B.zusätzlich die Übertragung pneumatischer und Bauteilabmessung, Vollständigkeit des Kompo-elektrischer Signale. Der mechanische Koppel- nentenaufbaus und Einhaltung von Abständenvorgang erfolgt, sobald durch einen Kolben im zu Gehäusewänden) werden mit am Roboter mit-Schnellwechselkopf Kugeln zur Verriegelung fahrenden Kameras oder Scannern überprüft undnach außen gedrückt werden (vgl. Abb. 2 b). dokumentiert.Alle Wechselgreifer und die Werkstückrohlinge Abschließend erfolgt - von der Roboterzelle aus-wurden mit RFID Chips bestückt. RFID Leseköpfe gelöst - die automatische Weitergabe der Maschi-wurden unterhalb der Aufnahmen der Grundplat- neneinsatz- und Prüfdaten an das übergeordneteten montiert, um die Stellplätze der Wechselsta- MES- oder CAQ-System. Dann zieht sich der Ro-tion zu überwachen. Bei der Inbetriebnahme der boter zurück und ermöglicht die Zuführung einesRoboterzelle ermittelt diese zunächst ihre Werk- neuen beliebigen Rohlings.zeugbelegung über das Auslesen der RFID Chips. Nur alter Wein in neuen Schläuchen?Bei Produktionsstart ermittelt die Wechselstation Zugegeben: Ganz neu ist der Gedanke der In-mit ihrem RFID-Leser zunächst die aktuelle Werk- dustrie 4.0 nicht. Schon vor etwa 20 Jahren ver-zeugbelegung. Ist am Roboterflansch ein Werk- folgte die Industrie mit dem Computer-Integrated-zeug vorhanden, wird die Werkzeugkennung auf Manufacturing (CIM) ähnliche Ansätze. Damalsdem RFID Chip ausgelesen und geprüft, ob be- scheiterte CIM, weil die Datensysteme sowiereits das korrekte Bearbeitungswerkzeug montiert die Sensorik und die Übertragungstechnik fürist. Andernfalls wird das Werkzeug gewechselt die Übermittlung von Maschinendaten entwederund zur Sicherheit nochmals identifiziert und er- nicht vorhanden oder zu vernünftigen Preisenneut vermessen. noch nicht leistungsfähig genug waren. Schlussfolgerungen und AusblickIm Anschluss werden vollautomatisch Parame- Die Produktion 2020 kennt – durchgängig vomtereinstellungen vorgenommen, die korrekten Fertigungsprozess bis zum Kunden - nur nochProgramme geladen und Bearbeitungsprozesse automatisierte autonome Regelkreise sowie eineauf Basis der RFID-Identifikation am Werkstück- vertikal und horizontal integrierte IT-Systemland-rohling vorgenommen. Über zusätzliche Indust- schaft. Aus dieser zunehmenden Verzahnung derriekameras am Greifwerkzeug beziehungsweise Systeme auf Shopfloor-, MES- und ERP-Ebeneoberhalb des Arbeitsraums wird die Grundposi- mit dem Maschinenpark und der Prozessführungtion des Rohlings automatisch ermittelt und die im Sinne der Industrie 4.0 ergibt sich eine erheb- 11
  12. 12. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement lich verbesserte Transparenz der Fertigungsab- nagements über die MES Ebene, innerhalb derer läufe. es leicht ist, Daten bidirektional von der Shop- floor Ebene und dem übergeordneten ERP Sys- Hieraus abgeleitete Optimierungsstrategien für tem (Koordinierungsebene) in der MES Ebene den Maschineneinsatz und die Prozessparame- zusammenzuführen und zeitnah zu analysieren. terüberwachung auf der MES Ebene sowie der Einsatz von autonomen Bearbeitungszentren Die MES Entwicklung geht dabei weg von kun- - den Cyber-Physical Systems - eröffnen eine denspezifischen Produktionssteuerungssyste- bis zu 30 % höhere Wertschöpfung, deren Opti- men, die Produktionsabläufe und Maschinen- mierungspotenziale bei weitem heute noch nicht betriebszustände nur anschaulich visualisieren, ausgereizt sind. hin zu modularen Standardsystemen, die sich im Vision Guided Robot (TCW) Rahmen einer kurzen Implementierungsphase Moderne MES Lösungen sind eine wesentliche durch Parametrierung oder durch einfache Mo- Bild geführter Roboter als Cyber Grundvoraussetzung für das kosteneffiziente und difikation optimal auf viele Betriebsfälle und die Physikal System für das auto- dynamische Zusammenwirken der Logistik- und steigenden Kundenanforderungen erweitern las- nome Greifen von Schüttgütern Prozessketten in der Industrie 4.0. Ihr besonde- sen; ohne aufwändiges Programmieren, schnell mit einem Industrieroboter in einer autarken Montagezelle rer Reiz liegt in der relativ einfach erzielbaren erweiterbar, flexibel im Einsatz. Harmonisierung des Shopfloor- und Anlagenma- MES Produkte, die für die Produktion 2020 ge- rüstet und zentrales Element der Industrie 4.0 sind, werden heute schon für Unternehmen jeg- licher Größe und Branche angeboten. Die Lö- sungen der IBS AG können standortübergreifend eingesetzt werden und entsprechen den Anfor- derungen weltweit agierender Unternehmen. Im MES werden globale Lieferketten abgebildet und abgesichert. Alle im Produktionsprozess anfallen- den Daten werden vollständig und automatisiert erfasst. Sie stehen für Reportings und anderwei- tige Analysen anschaulich aufbereitet zur Verfü- gung. Leistungsfähige Analysetools erlauben es, die Produktivität der Fertigungslinie und deren Nut- zungseffizienz deutlich zu verbessern und die vorhandene IT Landschaft sowie den vorhande- nen Maschinenpark - optimal über die MES Ebe- ne verzahnt - effizient einsetzen. MES Anwender können ihre Produktion zweifels- ohne besser auf die aktuelle Nachfrage und eine optimale Anlagennutzung abstellen, schneller auf Bedarfsanfragen und Veränderungen reagieren, verlässlicher planen, neue Kunden und Lieferan- INNOVATIONSNETZWERK PRODUKTION 2020 Die Innovationsoffensive „Produktion 2020“ wurde 2011 im Umfeld des Technologie Centrum Westbayern gegründet. Allianzpartner des Instituts für Produktionsmechatronik an der Hochschule Augsburg sind re- nommierte Firmen wie Kuka Roboter, Schmalz Vakuumtechnik, FESTO, Micro-Epsilon, Pilz Sichere Auto- mation, HARTING, Schunk, IBS und Balluff. Regionale Produktionstechnikpartner sind die Firmen AGCO Fendt, Eurocopter, GEDA, SPN Schwaben Präzision Fritz Hopf, Grenzebach, Güdel Automation, Kathrein, MR-PLAN, Ohnhäuser, Tigra, Valeo und Zott. Im Fokus der vielfältigen Projekte des Netzwerks steht die firmenübergreifende Auseinandersetzung mit Forschungs- und Integrationsvorhaben zur automatisierten Fertigungstechnik der Zukunft, zur sicheren Mensch-Maschine Kooperation und flexiblen Automation in der Robotertechnik bis zur Integration der Fertigungssysteme in das MES- und ERP-Umfeld der Firmen-IT. Bis zu 30 Prozent höhere Wertschöpfung in der Fertigung – so lautet ein Ziel der gemeinsamen Anstren- gungen von Forschung und Industrie der Innovationsoffensive. 12
  13. 13. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagementten intensiver in ihre Wertschöpfungsketten ein-binden und ihre Abläufe leicht an neue Geschäfts-und Qualitätsanforderungen anpassen. Sie sindfit für die Anforderungen der Industrie 4.0. Prof. Dr.-Ing. Markus GlückÖkonomische Randbedingungen erfordern in der Hochschule Augsburg,Produktion von morgen einen sparsamen Um- Fakultät für Maschinenbaugang mit Hilfsstoffen und Energie. Durch eine und Verfahrenstechnikausgefeilte Visualisierung und Analyse speziellerEffizienzkennzahlen wird ein möglichst effizienter Technologie CentrumMaterial- und Ressourceneinsatz unterstützt so- Westbayern GmbHwie die Einführung eines Energiemanagement- Emil-Eigner-Straße 1systems zur Optimierung des Betriebsmittelein- 86720 Nördlingensatzes und zur Optimierung der Prozesskosten Telefon: (+49) 9081 8055-101, -102vorbereitet. Auch das ist mit den aktuellen Lösun- Telefax: (+49) 9081 8055-151gen der IBS AG möglich. E-Mail: glueck@tcw-donau-ries.de www.tcw-donau-ries.deDie Magie der Maschinen, die sich mit Hilfe vonCyber-Physical Systems selber kontrollieren und Fachgebiete:autark organisieren, hat schon auch etwas Be- Innovationsmanagement und Technologietransfer, Sensortechnik,fremdliches und Unwirkliches an sich. Industrielle Bildverarbeitung, Prozess- und Produktionsmesstechnik, RobotertechnikAllen Bedenken zum Trotz braucht die deutscheIndustrie einen solchen Aufbruch wie die Indus- Prof. Dr.-Ing. Markus Glück (43) ist seit 2002 Geschäftsführer der Techno-trie 4.0, um auch künftig gegen die Konkurrenz logie Centrum Westbayern GmbH - einem Produktionsmechatronik An-Ins-aus Osteuropa und Fernost bestehen zu können. titut der Hochschule Augsburg in Nördlingen - und seit April 2008 MitgliedEinfach wird es nicht, die Vision von der vernetz- der Fakultät für Maschinenbau und Verfahrenstechnik an der Hochschuleten und voll automatisierten Produktion 2020 um- Augsburg (Studiengänge Maschinenbau, Mechatronik und Elektrotechnik,zusetzen. Aber wenn nicht jetzt, wann dann? Fachgebiete: „Sensortechnik“, „Industrielle Bildverarbeitung“, „Mechatronik“, „Prozess- und Produktionsmesstechnik“, „Robotertechnik“ und „Innovations-Erfahrungsaustausch management“).und Fachforen zur Produktion 2020und zur Industrie 4.0 1989-94 Studium der Elektrotechnik, Schwerpunkte Mikro- und Optoelektro-Das direkte Gespräch mit Endanwendern und nik, Nachrichtentechnik und optische Messtechnik, an der Universität Ulm.Partnerfirmen ist für einen effizienten Wissens- Von 1995 bis 1997 wissenschaftlicher Mitarbeiter am Forschungszentrumund Technologietransfer von essentieller Bedeu- der Daimler AG in Ulm (Bereich Silizium/Silizium-Germanium Hochfre-tung. Fachforen, wie sie die IBS AG vielerorts quenzelektronik und Chiptechnologie).anbietet, dienen neben der Kontaktpflege zumKennenlernen anderer Branchen, Länder, vorbild- Von 1998 bis Ende 2001 Mitarbeiter der Firma Mattson Thermal Productslicher Unternehmen und Realisierungen. Hilfreich GmbH – einem mittelständischen Unternehmen des Sondermaschinen-dabei: Der Erfahrungsaustausch beschränkt sich baus, zuletzt tätig als Leiter des Bereichs „Hardware Engineering“ mit dennicht nur auf Führungs-, Qualitäts- und Produk- Untergruppen Mechanische Konstruktion, Design und Automatisierung so-tionsverantwortliche. Er wird ganz bewusst zu wie Elektrische und Elektronische Entwicklung.Schwerpunktthemen und auch auf Arbeitsebenegeführt. Nutzen Sie dieses Angebot! Koordinator eines Facharbeitskreises „Produktion 2020“ im Umfeld der Hoch- schule Augsburg und des Technologie Centrum Westbayern. Seit 2009 Ko- operation mit der IBS AG, seit 2011 Mitglied im Dachverband MES DACH e.V. 1 Als erste industrielle Revolution wird die Einführung mechanischer Produktionsanlagen Ende des 18. Jahrhunderts bezeichnet. Die zweite industrielle Revolution betrifft die arbeitsteilige Massenproduktion von Gütern mit Hilfe elektrischer Energie (Fordismus, Taylorismus) seit der Wende zum 20. Jahrhundert. Sie mündeten ab Mitte der 1970er Jahre in die dritte industrielle Revolution, die durch neue Materialien, Robotereinsatz und zentrale Steuerungssysteme und vom Einsatz von Elektronik und IT bestimmt war. Sie endete in der flächendeckenden Automatisierung von Produktionsprozessen und wird im Zuge der anstehenden vierten industriellen Revolution in der nächsten Dekade mit dem Internet der Dinge auf der Basis von Cyber-Physical Systems abgelöst. 13
  14. 14. 10 PUNKTE, DIE SIE PRÜFEN SOLLTEN, UM FEST-ZUSTELLEN, OB IHRE PRODUKTION AUF ZUKÜNFTIGEHERAUSFORDERUNGEN VORBEREITET IST: 1 Ein leistungsfähiges Auftrags- und Produk- 4 Ein durchgängiger Datenfluss am Produkt tionsmanagement auf ERP- und MES-Ebene ist auf Basis standardisierter Codes (z. B. Strich- etabliert, das eine zentrale optimierte Planung oder 2D Data Matrix Codes) sowie eine zentrale und Steuerung der Produktionsressourcen, Ar- und einmalige Datenhaltung an einem Ort ist si- beits-, Informations- und Materialprozesse in chergestellt. Die einfache Integration neuer inno- Echtzeit im Werk, standortübergreifend sowie vativer Kennzeichnungstechnologien (z. B. RFID entlang der Lieferkette auf Steuerungs- und auf Funkbasis) zur firmenübergreifenden Logis- Shopfloorebene ermöglicht. tik- und Produktionssteuerung (z. B. in Zusam- menarbeit mit zentralen Lieferanten) ist möglich. 2 Eine bedarfsgerecht aufbereitete Bereit- stellung aller relevanten Kennzahlen (KPI, Key 5 Alle Daten im Produktionsprozess werden Performance Indicators) und deren Entwicklung automatisiert erfasst. Fehlerträchtige händi- geben zu jeder Zeit und - über das Internet - an sche Ein- oder Übertragungen von Auftrags-, jedem Ort aktuelle Informationen über Produkti- Qualitäts- und Prozessdaten sind eliminiert. Die onsstand, Prozessgüte und Produktionsqualität. Auftragsbearbeitung wird über Scanner oder Ein Cockpit mit Visualisierung in Ampelsystema- Kameras zeitnah rückgemeldet und erlaubt eine tik stellt den Maschinen- und Bearbeitungsstatus flexible Personal-, Maschinen-, Werkzeug- und aller Produktionsprozesse anschaulich und kom- Wartungseinsatzplanung. Datenexporte und -im- primiert dar. Soll-Ist-Vergleiche werden automa- porte erfolgen über sichere Standardschnittstel- tisch durchgeführt und zeigen Reaktionsbedarf len. und -ort an. Die auf MES Ebene erzielte Trans- parenz ermöglicht automatisierte Warnmeldun- 6 Online Tests sind etabliert und erlauben gen, schnelle Reaktionen und unterstützt die zu einem frühen Bearbeitungszeitpunkt sowie Entscheidungsfindung. prozessbegleitend ein 100%-iges Qualitätsmo- nitoring, die Ausschussminimierung sowie die 3 Prozesskennzahlen werden im MES au- fortlaufende Prozessüberwachung mit Trend- tomatisiert erfasst und zur unmittelbaren Pro- analyse. Eine vorausschauende Nachführung zesssteuerung im Rahmen eines harmonisierten von Prozessparametern und eine Maschinenpa- Shopfloor Managements genutzt. Eine Echtzeit- rameteranpassung finden auf Basis dieser Pro- analyse der Bearbeitung ist jederzeit möglich. zesskenndaten automatisch statt. Fehler werden Abweichungen werden frühzeitig erkannt, ge- lückenlos erfasst und nach einem bedarfsorien- meldet und analysiert. Ambitionierte Zielmarken tierten, flexibel gehaltenen Fehlerkatalog klassifi- werden eingehalten, z. B.: ziert. Ausfallsicherheit und Verfügbarkeit der 7 Zentrale Grundsätze und Arbeitsmethoden Maschinen im Betrieb ≥ 98 %, der Lean Production mit Verschwendungser- Linienverfügbarkeit im Betrieb ≥ 95 % mittlung sowie gängige Methoden der kontinuier- lichen Prozess- und Qualitätsoptimierung (KVP, Rüstzeiten bei wechselnden Losgrößen 6 Sigma, Reklamationsbearbeitung, 8D Pro- ≤ 10 %, bei Serienproduktion ≤ 3 % zess, FMEA, etc.) werden vom MES unterstützt. Fehlteile in der Produktion sowie Stillstände im Pausenzeiten im Bearbeitungsprozess, Materialfluss werden erfasst, lokalisiert und ana- Z. B. durch Be- und Entladung ≤ 5 % lysiert. Die Teileverfügbarkeit wird rechtzeitig zu Produktionsbeginn überprüft. Ungeplante Ma- Durchlaufzeiten werden erfasst und schinenstillstands- und Wartungszeiten werden automatisch unter Berücksichtigung analysiert, Wartungsbedarf im Voraus erkannt der Maschinendatenerfassung (MDE) und rechtzeitig geplant. analysiert. Die Lieferperformance wird über die On-Time-Delivery (OTD) kon 8 Logistik Analysefunktionen erlauben eine rolliert und beträgt ≥ 95 % für alle Aufträ- Optimierung des Waren- und Systemeinsatzes. ge in Bearbeitung. Die Warenumschlagshäufigkeit im Lager wird dabei auf Werte zwischen 3-5 pro Jahr gehalten. Qualitäts- und Nacharbeitskosten wer- Lagerleichen werden gemeldet. Die Stammda- den erfasst und betragen ≤ 2 % der tenpflege und die Aktualität der Stammdaten, Auftragswerte (WIP, Work in Process). Meldebestände etc. werden fortlaufend analy- Tools zur Ausschussminimierung sind siert. Plausibilitätstests prüfen Stücklistenaktua- etabliert. lität und Stammdatenqualität. 14
  15. 15. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement9 Eine statistische Prozesskontrolle optimiertden Prüfbedarf und die Prüfmitteleinsatzplanungin der Qualitätssicherung unter Berücksichtigungder fortlaufenden Prozesskontrolle über die InlineMesssysteme. Eine lückenlose Rückverfolgungaller relevanten Bearbeitungsdaten sowie desEinsatzes und der Herkunft von Zulieferteilen istüber Jahre hinweg mindestens auf Chargenebe-ne sichergestellt.10 Der aktuelle Energie-, Betriebsmittel- undRessourcenverbrauch wird gemessen, analysiertund im Zuge des Umweltmanagements dokumen-tiert. Analysetools ermöglichen ein dezidiertes Der Autor, Dipl.-Ing. Heinz Wolfgang Reichl, ist MitgliedEnergiemanagement sowie eine Prozesskosten- des MES D.A.CH. – Verbandes, unabhängiger MES-Bera- ter und Eigentümer der Firma Reichl Consulting ( www.analyse und -optimierung. reichl-consulting.at ). Breite internationale Erfahrung mit MES und Menschen in unterschiedlichen Branchen bil- den seine Plattform.MIT MES ZU MEHRWETTBEWERBSFÄHIGKEITDie europäische Industrie ist in der Globalisie- hat sich der MES D.A.CH Verband formiert. Hierrung angekommen. Der daraus resultierende verbreiten Anwender und Anbieter die MES-IdeeWettbewerb macht weitere Effizienzsteigerungen weiter. Dabei geht es auch darum, die Automa- ­unabdingbar. Dazu gehört auch die Verfolgung tisierungswelt mit einzubinden, um einen nahtlo-klassischer Produktionsziele, wie mehr Qualität, sen Informationsaustausch zwischen Shop Floorkürzere Lieferzeiten, höhere Termintreue und ge- und Top Floor sicherzustellen.ringe Materialbestände. Manufacturing ExecutionSystems (MES) bieten die ideale Grundlage, um In geeigneten Gremien und Konferenzen sollendiese Ziele zu unterstützen und voranzutreiben. Anwendungsmöglichkeiten und Nutzeffekte von MES diskutiert und weiteren Marktsegmenten MES D.A.CH Verband e.V.Dadurch haben MES einen hohen Grad an Auf- zugänglich gemacht werden. Die Beschränkungmerksamkeit erreicht und werden inzwischen auf den deutschsprachigen Raum Europas bringt Geschäftsstellein der Industrie als relevante Anwendung wahr- mehr Effektivität in die Kommunikation und in die Eisenbahnstraße 18 74360 Ilsfeld-Auensteingenommen. In verschiedenen Verbänden, wie Durchführung von Meetings und Gesprächen. Mit Tel. +49 (0) 7062-6760213MESA, VDI, ZVEI und VDMA, wurden wichtige seiner Arbeit will der MES D.A.CH Verband einen Fax +49 (0) 7062-96019Beiträge zur Standardisierung und der Anwend- wesentlichen Beitrag für eine wettbewerbsfähige E-Mail: info@mes-dach.debarkeit von MES ausgearbeitet. In diesem Umfeld Industrie leisten. Web: www.mes-dach.deWenn Sie bei mehr als 3 Punkten Verbesse- AG vielerorts anbietet, dienen zum Kennen-rungsbedarf sehen, sollten Sie frühzeitig Ex- lernen anderer Branchen, vorbildlicher Unter-pertenrat suchen - Nutzen Sie Erfahrungswer- nehmen und Referenzinstallationen. Hilfreichte und kostengünstige Angebote! dabei: Der Erfahrungsaustausch wird ganz bewusst zu Schwerpunktthemen, auf Manage-Das direkte Gespräch mit Endanwendern und ment- und auf Arbeitsebene geführt.Partnern ist für einen effizienten Wissensauf-bau unabdingbar. Fachforen, wie sie die IBS 15
  16. 16. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Qualitätsmanagement IBS WARRANTY MANAGEMENT SOFTWARE UNTERSTÜTZT DAS WUPPERTALER ZUVER- LÄSSIGKEITSPROGNOSEMODELL Kennen Sie eine der folgenden Herausforde- spiel aus der Endbevorratung gegeben, welches rungen in Ihrem Unternehmen? den prognostizierten Bedarf mit den tatsächli- chen Abverkäufen vergleicht. Mehr als 1 Mio. € Prognose von Garantiekosten konnte alleine durch die konsequente Nutzung bereits vorhandener Daten erreicht werden. Die Abschätzung von Prognosegüte über 5 Jahre liegt dabei > 90%. Garantiezeiterweiterungen Es ist offensichtlich, dass die Prognosegüte des Berechnung von Modells stark von den einfließenden Daten ab- Endbevorratungsmengen hängig ist. Eine Verknüpfung der IBS Warranty Management Software mit dem Wuppertaler Aufdeckung von Garantiebetrug Zuverlässigkeitsprognosemodell ist daher der Garant für eine zeitoptimierte und zuverlässige Ausfallratenermittlung zur Datensammlung- und Aufbereitung sowie die Funktionalen Sicherheit nachfolgende Zuverlässigkeitsprognose. Das Institut für Qualitäts- und Zuverlässigkeits- Das Wuppertaler Zuverlässigkeitsprognosemo- management IQZ mit Sitz in Wuppertal ist For- dell bietet dafür einen praktikablen und validen schungs- und Beratungsdienstleister auf Stand Ansatz, um diese Fragestellungen zu beantwor- von Wissenschaft und Technik für die Bereiche ten. Dabei greift das Modell unter anderem auf Qualitäts-, Sicherheits-, Zuverlässigkeits-, und Garantie- und Kulanzdaten zurück, um unter Ein- Risikomanagement. Es zeichnet sich neben dem beziehung der spezifischen Belastung im Feld Wuppertaler Zuverlässigkeitsprognosemodell (Fahrleistung, Lastzyklen, Betriebszeit) und der durch sein breites Methoden-Know-How sowie Kalenderzeit, eine Vorhersage des Ausfallver- den engen Bezug zum Fachbereich Sicherheits- haltens zu ermöglichen. Damit ist die Grundlage technik der Bergischen Universität aus. für zahlreiche Anwendungsmöglichkeiten gelegt, welche sich nicht nur auf das Quality und Reliabi- Dr.-Ing. Andreas Braasch lity Management beziehen, sondern auch die Be- Institut für Qualitäts- und reiche Compliance, Supply-Chain-Management Zuverlässigkeitsmanagement (IQZ) oder Funktionale Sicherheit abdecken. Lise-Meitner Str. 1-13 42119 Wuppertal Das Modell ist seit einigen Jahren bei namhaf- Email: braasch@iqz-wuppertal.de ten OEM und Zulieferern im Einsatz und konnte seine Prognosegüte in zahlreichen Projekten he- Ihr Qualitäts - Zulieferer. rausstellen. Nachfolgend ist ein Anwendungsbei- Institut für Qualitäts- und Zuverlässigkeitsmanagement GmbH www.iqz-wuppertal.de 16
  17. 17. CONTACT Ausgabe 1/2013 I ProduktionsmanagementAUS TRADITION INNOVATIVIBS:MES in der MetallverpackungsindustrieBest Practice im Qualitäts- und Produktionsmanagement bei der Blechwarenfabrik LimburgDie Blechwarenfabrik Limburg kann als Traditi- Anforderungen des Qualitätsmanagements ab-onsunternehmen auf eine mittlerweile 140jähri- gedeckt, auch der Produktionsbereich wird mitge Firmengeschichte zurückblicken. Gegründet dem System optimiert.1872 als Spenglerwerkstatt beschäftigt das Un- Ziel der Blechwarenfabrik Limburg ist es, mithilfeternehmen heute inklusive der Tochterunterneh- der Softwarelösungen eine papierlose Fertigungmen 400 Mitarbeiter und erzielt einen Umsatz zu schaffen und mehr Transparenz in die einzel-von 60 Mio. Euro. Die Organisationsform ist ge- nen Prozesse und Abläufe zu bringen.prägt durch eine flache Hierarchie mit kurzen undschnellen Entscheidungswegen. QualitätsmanagementDie Produktpalette umfasst die Herstellung von (CAQ=QSYS® Professional)Verpackungen aus Weißblech, wie z. B. Blech- Die CAQ-Software der IBS AG zeichnet sichdosen, Vierkantgebinde, Eimer und Flaschen, durch ihre Prozessorientierung, Integrationsfä-überwiegend für den technischen/chemischen higkeit und Modularität aus und ermöglicht somitBereich. Ergänzt wird das Portfolio durch die Pro- kundenspezifische Anwendungen - unabhängigduktion von Kronenkorken. Der dritte Produkti-onsbereich umfasst die Veredelung der Produktedurch drucken, lackieren und laminieren. Einzig-artig ist in diesem Bereich die eigens entwickelte„Limburger Folien Kaschierung“ – LIFOKA. Hierwerden die Bleche mit PET-Folie als Korrosions-schutz kaschiert.Das Thema Qualitäts- und Produktionsmanage-ment wird bei der Blechwarenfabrik Limburgganzheitlich betrachtet und spielt eine bedeuten-de Rolle um bestehende Prozesse zu verbessernund Kosten zu senken.Aufgabenstellung und ZielsetzungAusgangsbasis für das Projekt war zunächstdie Auswahl eines neuen CAQ-Systems um eindurchgängiges System mit einer einheitlichenDatenbasis zu schaffen.Aus fünf Anbietern fiel die Wahl auf die IBS AG.Mit der IBS MES-Software werden nicht nur die 17
  18. 18. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement von Fertigungs- und Verfahrenstiefe, Produkti- Produktionsmanagement (IBS:prisma) onsverfahren und –modell sowie der Stufe der Manufacturing-Execution-Systeme wie IBS: Zulieferkette. prisma optimieren die Produktion und sorgen Zum Einsatz kommen bei der Blechwarenfabrik für Transparenz. Sämtliche Produktionsdaten Limburg die folgenden Module: werden in Echtzeit erfasst und bewertet und er- möglichen somit die Optimierung des Produkti- Statistische Prozesskontrolle onsablaufs. Sie stellen die Verbindung zwischen (CAQ=QSYS® SPC) den Daten der Shopfloor-Ebene und dem ERP Die fertigungsbegleitende Prüfung (SPC) er- System Brain her. Kürzere Produktionszeiten, Uwe Wonsack, möglicht eine optimierte Lenkung der Produkti- verbesserte Qualität und niedrigere Kosten sind Fertigungsleiter onsprozesse. Mittels Qualitätsregelkarten wird das Ergebnis des Einsatzes. zwischen zufallsbedingten und systematischen Wir wollten nicht nur ein Produktionseinflüssen unterschieden. Aufgrund Feinplanung / Leitstand neues Qualitäts- und der Zuordnung wird entschieden, ob Produkti- Als Feinplanungstool kommt bei der Blechwaren- Produktionssystem onsprobleme direkt vor Ort zu lösen sind oder fabrik Limburg PSI Leitstand zum Einsatz. Anders einführen, sondern der ob Managementmaßnahmen bezüglich der Pro- als im PPS System Brain erfolgt hier die PlanungFokus lag von Anfang an auf zessoptimierung erforderlich werden. Mithilfe der tatsächlich zur Verfügung stehenden Produk- der vollen Integration vom des SPC Moduls werden Störungen frühzeitig tionskapazitäten, –ressourcen und Liefertermine. vorhandenen PPS-System erkannt und deren Ursachen behoben. Damit Leitstand und PPS System sind miteinander ge- mit Leitstand und den werden die Voraussetzungen für eine fehlerfreie koppelt. Im Planungsfall erhält der Leitstand eine weiteren MES Modulen. Produktion geschaffen. Terminanfrage aus Brain. Die konkrete Terminie- rung erfolgt im Leitstand und der dort ermittelte Die Anbindung der Reklamationsmanagement Liefertermin wird zurück an das PPS System Produktionslinien mittels (CAQ=QSYS® RQMS) gemeldet, das wiederum einen neuen Endtermin MDE und BDE war für Das Reklamationsmodul der IBS Softwarelösung setzt. unser Haus ein weiterer unterstützt die Mitarbeiter der Blechwarenfabrik Rückmeldungen von BDE und MDE werden Meilenstein. Zeitnahe, Limburg bei der strukturierten Vorgehensweise ebenfalls an den Leitstand übermitteltZ IST-Zeit bezogene der Reklamationsbearbeitung. Durch die ein- Kennzahlen wie der OEE heitliche Datenhaltung, die Dokumentation der Betriebsdatenerfassung (IBS:BDE) oder die Nutzzeit, bilden Bearbeitungsschritte, der Nachverfolgung von Mithilfe von IBS:BDE werden in der Blechwaren- die Basis für weitere Maßnahmen und der Analyse von Ursachen fabrik Limburg Ist-Daten über Zustände und Pro- Effektivitätssteigerungen. ergeben sich deutliche Einsparpotenziale und zesse im Unternehmen erfasst und analysiert. zeitliche Ersparnisse. Durch die termingerechte Dazu gehören: Bearbeitung von Anfragen erhöht sich die Kun- denzufriedenheit. 18
  19. 19. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement Laufzeiten Prozessparameter Fertigungszahlen (gut/schlecht/Ausschuss) Stillstandszeiten und Störgründe (z. B. Rüsten, Maschinenfehler)Maschinendatenerfassung (IBS:MDE)Die Maschinendatenerfassung der IBS Produkti-onsmanagement-Softwarelösung ermöglicht dieErfassung aller wesentlichen Daten auf Shop-floor Ebene. Es handelt sich dabei um Maschi- BLECHWARENFABRIK LIMBURG GMBHnen- und Produktionsdaten aus der laufenden Die Blechwarenfabrik Limburg GmbH produziert an den Standorten Limburg/Produktion zur Überwachung von Maschinen und Lahn, Neustadt/Wied, Skarbimierz (Polen) und Tver (Russland) innovativeAnlagen. Ein Soll-/ist-Vergleich aller anfallenden Metallverpackungen für verschiedenste Einsatzzwecke. Dosen, Flaschen,Daten wird dokumentiert. Ein aktueller Status der Eimer, Kanister und 2-K-Verpackungen aus Weißblech werden für chemisch-einzelnen Maschinen ist jederzeit abrufbar. technische Produkte wie Lacke und Farben hergestellt. Am Standort Lim- burg, 1872 gegründet, beschäftigt das Unternehmen derzeit 290 Mitarbeiter.Die Einführungsphase Mit den Tochterunternehmen wird mit insgesamt 400 Mitarbeitern ein UmsatzNachdem sich die Verantwortlichen in Limburg von 60 Mio. € erzielt.für den Einsatz der IBS Softwarelösung entschie-den hatten, begann man Ende 2010 mit der Ein- Die Blechwarenfabrik Limburg hat sich in den vergangenen Jahren zu einemführung und Ausstattung der Werke. der führenden Unternehmen der Verpackungsbranche entwickelt und erhieltDie erste Installation und Produktivschaltung er- zuletzt bedeutende Auszeichnungen für eine nachhaltige, ressourcenscho-folgte mit der Maschinendatenerfassung im Pro- nende und auf die Zukunft ausgerichtete Firmenpolitik. Für eine hervorragen-duktionswerk Neustadt/Wied. Limburg startete de Gesamtentwicklung des Unternehmens, die Schaffung sowie Sicherungmit ca. 3 Monaten Zeitverzug, da zunächst Un- von Arbeits- und Ausbildungsplätzen, für Service und Kundennähe und fürregelmäßigkeiten bei der Erfassung der Maschi- vorbildliche Leistungen auf dem Gebiet der Innovation und Modernisierungnendaten analysiert und behoben werden muss- wurde die Blechwarenfabrik Limburg im September 2011 mit dem Großenten. Heute sind rund 40 Linien in Limburg aktiv Preis des Mittelstandes ausgezeichnet. Bereits im Jahr 2009 wurde demangebunden. Unternehmen für ein umfassendes und ganzheitliches Konzept zur nachhal- tigen Materialeinsparung der „Deutsche Materialeffizienzpreis“ des Bundes-Mit Blick in die Zukunft ministeriums für Wirtschaft und Technologie in Berlin verliehen.Aktuell befindet sich die Blechwarenfabrik Limburgin den letzten Zügen der Ausrollphase. Im weite- Die Blechwarenfabrik Limburg hat die Bereiche Qualität, Umwelt, Arbeits-ren Ausbau steht die Erweiterung auf die Module schutz und Energie vereint, zu einem Integrierten Managementsystem zu- sammengefasst und von der DEKRA nach ISO 9001, ISO 14001, OHSAS Maßnahmenmanagement 18001 und ISO 50001 erfolgreich zertifizieren lassen. Das IMS gewährleistet der BL eine normkonforme Abwicklung aller Ge- Rückverfolgung / Traceability und schäftsprozesse. Auditmanagement an. DIE SYSTEMLÖSUNG Die strukturierte Erfassung, Auswertung und Visualisierung Branche: der Qualitätsdaten bildet die Metallverarbeitung / Metallverpackung Basis vom „Reagieren“ hin zum „Agieren“ und ist somit der Projekt: Treiber des kontinuierlichen Einführung eines Qualitäts- und Produktionsmanagementsystems Verbesserungsprozesses. Eingesetzte Produkte und Module: Mit Einführung des RQMS Patrick Schick, CAQ=QSYS® Professional mit den Modulen SPC, RQMS, PPL, Moduls konnten wir alle bei einer Qualitätsbeauftragter QLS Reklamation beteiligten Stellen IBS: prisma mit den Modulen Leitstand, BDE, MDE integrieren. Somit ist eine zeitnahe Abwicklung gewährleistet. Übergreifend mit dem Modulen Cockpit, Netcom 19
  20. 20. CONTACT Ausgabe 1/2013 I Produktionsmanagement DAS MES-SYSTEM: KENNZAHL OEE WIRD VORGESTELLT Mit Einführung unseres MES-Systems wird sich Wir, vom Linienverantwortlichen bis zum Ma- zukünftig auch unser Controlling verändern. nagement, erhalten eine Transparenz über alle Der große Vorteil liegt darin, dass wir ab sofort Linien der Abteilungen und Werke – die größten für unsere Reports und Auswertungen auf mehr Verlustquellen werden sofort sichtbar IST-Zahlen (auch Informationen) zurückgreifen Die Kennzahlen werden wöchentlich pro Linie können. dargestellt Durch die Anbindung der einzelnen Linien wer- Zur gezielten Steigerung der OEE müssen die den uns die Zustände oder Ereignisse wie: Rüs- Gründe für Abweichungen zu 100% erfasst wer- ten – Produktion, Störungen mit Störgründen den und produzierte Mengen online geliefert. Durch diese Transparenz können wir ‚Verluste’ Die Frage ist also, warum wurde nicht: (z. B. Stillstand durch technische Störung) zeit- 100% der Betriebszeit produziert? nah erkennen und kurzfristig beheben. 100% der geplanten Geschwindigkeit gefahren? Als Erstes stellen wir die Kennzahl OEE vor. 100% der Produkte in der definierten Qualität pro- duziert? Definition Overall Equipment Effectiveness (OEE) oder zu I. Berechnung deutsch: Gesamtanlageneffektivität Die Rechnung basiert auf IST-Daten, welche Die Gesamtanlageneffektivität ist ein Maß für die durch die MDE (Maschinen-Daten-Erfassung) pro Wertschöpfung/Produktivität einer Anlage oder Linie geliefert werden. Linie und ist individuell auf unser Unternehmen Die OEE ermittelt sich aus 3 unabhängigen zugeschnitten Kennzahlen: Hauptnutzzeit (reine Produktionszeit) Verfügbarkeit = Planbelegungszeiten (Hauptnutzzeit + Rüstzeit + Störzeit) Soll Produktionszeit (Vorgabe aus ERP-System z. Bsp.Brain) Effektivität = Hauptnutzzeit (reine Produktionszeit) 20

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