TK-Geschäftsbericht 2013
Upcoming SlideShare
Loading in...5
×
 

TK-Geschäftsbericht 2013

on

  • 176 views

Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse (TK) für das Jahr 2013 über Projekte, Leistungen und die Finanzsituation. ...

Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse (TK) für das Jahr 2013 über Projekte, Leistungen und die Finanzsituation.

Das e-Magazin des Geschäftsberichts ergänzt den Blick hinter die TK-Kulissen mit über zwanzig Videoclips, Audio- und Foto-Slideshows, Links zu weiterführenden Informationen und dem Finanzteil zum Download. So erzählen die Vorstände im Video-Interview, was ihre TK so erfolgreich macht. Weitere Filme zeigen zum Beispiel, wie Schwerkranke von einem telefonischen Gesundheitscoaching profitieren oder wie Schlaganfallpatienten mit einer neuartigen Therapie zurück ins Leben finden. Dies und mehr in dem digitalen Bericht unter http://www.tk.de/geschaeftsbericht .

Eine Übersicht zu Texten, Videos und Fotos aus dem TK-Geschäftsbericht 2013 gibt es unter http://www.tk.de/tk/themen/geschaeftsbericht/651538 .

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

Statistics

Views

Total Views
176
Views on SlideShare
173
Embed Views
3

Actions

Likes
0
Downloads
0
Comments
0

1 Embed 3

http://www.slideee.com 3

Accessibility

Categories

Upload Details

Uploaded via as Adobe PDF

Usage Rights

CC Attribution-NonCommercial-NoDerivs LicenseCC Attribution-NonCommercial-NoDerivs LicenseCC Attribution-NonCommercial-NoDerivs License

Report content

Flagged as inappropriate Flag as inappropriate
Flag as inappropriate

Select your reason for flagging this presentation as inappropriate.

Cancel
  • Full Name Full Name Comment goes here.
    Are you sure you want to
    Your message goes here
    Processing…
Post Comment
Edit your comment

TK-Geschäftsbericht 2013 TK-Geschäftsbericht 2013 Document Transcript

  • 45 Geschäftsbericht 2013
  • Vorwort „Wir machen das Beste aus Ihren Beiträgen.“ Echte Innovationen fördern, bestehende Leistungsangebote verbessern und den besten Service bieten – und das zu einem guten Preis: „So verstehen wir den Auftrag unserer Kunden.“ TK-Vorstandsvorsitzender Dr. Jens Baas (links) und der alternierende Verwaltungsratsvorsitzende, Dominik Kruchen, sorgen auf diese Weise gemeinsam dafür, dass die TK die Beiträge ihrer Kunden stets bestmöglich zu deren Nutzen einsetzt.
  • 3 Liebe Leserinnen und Leser, herzlich willkommen im Geschäftsbericht der Techniker Krankenkasse. Er ist kein reiner Rückblick auf das Jahr 2013. Wir laden Sie vielmehr ein, uns gewissermaßen über die Schulter zu schauen und uns kennenzulernen: unsere Projekte, unser Engagement, unsere Versorgungsangebote, aber auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – die „Menschen hinter dem Logo“. Wir wollen unseren Kunden – den Versicherten wie auch den Arbeitgebern – das beste Paket aus Leistungsfähigkeit, Serviceorientierung und gutem Beitragssatz bieten. Dafür arbeiten wir Hand in Hand: der ehrenamtliche Verwaltungsrat und der hauptamtliche Vorstand. In unseren Augen ist das ein Modell, das sich über viele Jahre bewährt hat. Denn wir wissen besser als der Staat, was unsere Kunden möchten. Und gleichzeitig ist sichergestellt, dass unsere TK nicht gewinnorientiert arbeitet, son- dern Interessenvertreter ihrer Versicherten ist. Wir laden Sie jetzt zu einer für Sie hoffentlich interessanten Lektüre ein. Wer die TK noch näher kennenlernen möchte, zum Beispiel in Videos oder Foto-Slideshows, dem sei die digitale Ausgabe dieses Geschäftsberichts ans Herz gelegt. Den QR-Code finden Sie auf Seite 17. Viel Spaß dabei! Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstands Dominik Kruchen Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats Wir wollen unseren Kunden das beste Paket aus Leistungsfähigkeit, Serviceorientierung und gutem Beitragssatz bieten.
  • 4 Inhalt Leistungen und Services „Die Integrierte Versorgung 2.0 erreicht das Wohnzimmer.“...........................................................................6 Schockdiagnose Krebs – neues TK-Programm berät Patienten zur begleitenden Therapie........................................................................... 9 Medizintechnik und Robotik beim Girls‘Day im Bundeskanzleramt ..........10 Telefon-Coaching hilft Schwerkranken und spart Kosten ..........................11 Schwangerschaft und Medikamente: neuer TK-Service ...........................11 Wenn der Postmann dreimal vorfährt – TK verbessert Kundenservice .....12 Projekte, Kampagnen und Initiativen „Der pulsus hat mich gestärkt, als ich voller Zweifel war.“ ..................................................................................... 14 „Welcome to Germany“ – TK engagiert sich für eine neue Willkommenskultur....................................................................................16 Blog, Livestream, e-Magazin: per Klick in die TK-Welt...............................17 Mit der TK aktiv für die eigene Gesundheit ..............................................18 Menschen hinter dem Logo „Wenn ich groß bin, möchte ich Weltmeister werden.“.................................................................. 20 Ein großer Wurf: TK-Azubi holt Goldmedaille............................................ 21 Vom Telefonie-Cockpit ans Krankenbett: So ist eine TKlerin für kranke Menschen da ................................................................................ 21 TKlerin kämpft für Menschenrechte auf den Philippinen.......................... 22 TK-Wirtschaftsinformatiker haucht Robotern Leben ein ........................... 22 Durch offene Kommunikation zum besten Arbeitgeber............................ 23
  • 5 Der Vorstand im Gespräch „Wachstum – aber nicht um jeden Preis.“............................. 24 Dr. Jens Baas: „DieTK versteht sich als gestaltendes Unternehmen.“.............25 Thomas Ballast: „Echte Innovationen fördern – überflüssige Behandlungen einsparen.“ .................................................................................26 Frank Storsberg: „Den Spagat zwischen Wachstum und Kundenzufriedenheit meistern.“ ........................................................................27 Wissenschaft, Politik und Gesellschaft „Nur vier von zehn sind im Alltag noch zu Fuß unterwegs.“ .............................................................................. 28 Interview mit Professor Dr. Ferdinand Gerlach zum Wissenschaftlichen Beirat der TK: „Wir schlagen eine Brücke zwischen der TK und der Wissenschaft.“ ................................................................................... 30 Innovationsreport: Neues ist nicht immer besser..............................................31 Deutschland hat Rücken.....................................................................................31 Die Selbstverwaltung „Juhuu – ich hab neue Fußballschuhe!“........................... 32 Die starke Stimme der TK-Versicherten.................................................... 33 Schüler filmen Demokratie ....................................................................... 34 Die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats .................................................... 35 Finanzen Gesunde Finanzen, steigende Kundenzahlen..................... 36 Vermögensrechnung ................................................................................ 38 Vermögen und Erfolgsrechnung ............................................................... 39 Einnahmen und Ausgaben........................................................................ 40 Pflegeversicherung ................................................................................... 42 Leistungsausgaben Pflegeversicherung .................................................. 43
  • „Die Integrierte Versorgung 2.0 erreicht das Wohnzimmer.“ Als die „Integrierte Versorgung“ vor zehn Jahren Fahrt aufnahm, galt es, die Zusammenarbeit zwischen Leistungserbringern zu stärken. Inzwischen sind längst auch die Patienten integriert und profitieren davon sogar zuhause. So therapiert Professor Dr. Christine Knaevelsrud psychisch Kranke via Internet. Ein Beispiel dafür, wie die TK neue Versorgungsformen erprobt und bei Erfolg in die Routineversorgung überführt. 6 Leistungen und Services
  • 7 Am Anfang stand da nur der abstrakte Begriff: Mit „Integrierter Versorgung“ sollten Abläufe im Gesundheitswesen geregelter, die Kommunikation der Leistungserbringer untereinander bes- ser und Synergien gehoben werden. Es ging darum, Brücken zu bauen zwi- schen den einzelnen Bereichen im Gesundheitswesen, die Experten bis heute als „Sektoren“ bezeichnen. Und so war es für die Patienten im Gesundheitsalltag dann auch: Wenn sie vom Hausarzt ins Krankenhaus und dann in eine Anschlussheilbe- handlung, also eine Kur, gingen, war das wie ein Grenzübertritt. Kommuni- ziert wurde mit „Überweisungen“ und „Arztbriefen“. Letztere durften alle lesen, nur der Patient erhielt sie im verschlossenen Umschlag – mehr Bote als Hauptperson. Der Blick zurück: zehn Jahre Integrierte Versorgung Zehn Jahre danach wird im Rückblick deutlich, dass die Gründerväter der Integrierten Versorgung echte Pionier- arbeit geleistet haben. „Ausprobiert wurde vieles, Tabus wurden gebro- chen und manches auch wieder ver- worfen“, sagt Klaus Rupp, der das Versorgungsmanagement bei der TK leitet. So kamen in ersten Projekten etwa Krankengymnasten vor der Hüft- OP ins Krankenhaus, um den Patienten fit zu machen für die Übungen danach. Und kleine Gesundheitshelfer für zuhause übermittelten Herz-Kreislauf- und Sauerstoffwerte an telemedizi- nische Zentren. Und vollkommen neue Behandlungsmethoden fanden über diesen Weg ihren Eingang ins Gesundheitswesen: Gebärmutter- Tumore können seither per Compu- termaus mit Ultraschall „weggeklickt“ werden, Strahlenmesser entfernen operationslos Hirntumore oder robo- tikgestützte Systeme helfen Schlag- anfallpatienten, wieder beweglicher zu werden. Zehn Jahre nach den ersten Gehver- suchen der Integrierten Versorgung ist klar, dass die Reise gerade erst begonnen hat. „Doch an vielen Stel- len hat das Gesundheitswesen heute schon ‚grüne Grenzen’, die den Über- gang von einem Sektor zum anderen erleichtern und medizinische Hilfe schneller und einfacher erreichbar machen“, ist Rupp überzeugt. Beispiel Depressionen – so helfen Online-Angebote Bei psychisch kranken Patienten zum Beispiel ist das Thema Erreichbarkeit von Leistungen eines der Hauptpro- bleme. Zwar gibt es ausreichende Therapieangebote, doch häufig war- ten Patienten länger, bis ein Behand- lungsplatz frei wird. Zeiträume, die oft mit der Folge verstreichen, dass sich Probleme manifestieren oder ver- schlimmern. Im schlimmsten Fall führt dies zu – eigentlich vermeid- baren – Krankenhausaufenthalten. Ein neuer Ansatz ist hier, die Therapie online zu ergänzen – also Patienten im Vor- oder Frühstadium mit Coaching- Angeboten zu unterstützen und Rat zu geben, wie es etwa der TK-Burn- outCoach tut. Noch weiter führt der Ansatz einer Kontrollgruppenstudie der TK in Koope- ration mit der Freien Universität Berlin: Gemeinsam erforschen sie, inwieweit Patienten von einer psychologischen Intervention via Internet profitieren können. „Beim TK-DepressionsCoach kommunizieren Therapeut und Patient online, indem sie Gedanken zu The- men und gestellten Aufgaben schrift- lich notieren und austauschen“, so die Studienleiterin Professor Dr. Chris- tine Knaevelsrud von der Freien Uni- versität Berlin. Sie hat bereits interna- tional Erfahrung mit dieser Form von Schreibtherapie gesammelt. Ein Netzwerk gegen den Klinikaufenthalt Ein ähnliches Ziel hat das „Netzwerk psychische Gesundheit“: Mit seiner gemeindepsychiatrischen Ausrichtung geht es darum, Betroffene sektoren- übergreifend in ihrer jeweiligen Lebens- situation zu betreuen. Inzwischen gibt es in zwölf Bundesländern solche Netzwerke, die Menschen mit psychi- schen Erkrankungen helfen, ihren All- tag im gewohnten Umfeld zu meistern und so zu vermeiden, dass sie statio- när behandelt werden müssen. Je besser sich die Ärzte vernet- zen, desto mehr profitiert der Patient. Individuelle Ziele können gemeinsam verabredet werden, unnötige Untersuchungen entfal- len. Durch eine effiziente Koordi- nation der Bahandlung verkürzen sich Wartezeiten. Professor Dr. Attila Altiner, Facharzt für Allgemeinmedizin und Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin der Universitätsmedizin Rostock Mehr Informationen zum telefonischen GesundheitsCoaching gibt es auf Seite 11. VorBeginn desCoachings DirektnachEnde desCoachings MehrereMonate nachCoaching- Ende 4 5 6 7 Gesünder dank Coaching „Wenn Sie sich Ihren allgemeinen Gesundheitszustand auf einer Skala von 0 bis 10 vorstellen – wie würden Sie Ihren derzeitigen Gesundheitszustand einstufen?“ Coachinggruppe Kontrollgruppe Die Internet-Therapie kann depressiven Patienten den Weg aus ihrer Erkrankung weisen. Professor Dr. Christine Knaevelsrud, Freie Universität Berlin
  • Leistungen und Services 8 Monitoring und Lebenshilfe durch Telemedizin Vor dem Hintergrund des demografi- schen Wandels erhalten die Therapie und das Monitoring von Erkrankten zuhause auch bei Zivilisationskrank- heiten eine immer größere Bedeu- tung. Neben der rein technischen Erfassung von Vitalwerten etwa bei Herz- und Kreislauferkrankungen oder bei Asthma und der anschlie- ßenden Analyse durch telemedi- zinische Zentren setzt die TK hier verstärkt auf Coaching-Programme: Dabei werden Patienten identifi- ziert, die statistisch ein hohes Risiko haben, demnächst ins Krankenhaus eingewiesen zu werden. Sie erhalten das Angebot zu einem Online-Coa- ching oder auch zu einem mehr- monatigen Telefon-Coaching (siehe hierzu auch Seite 11). Wissenschaftlich gesicherte, gute Erfahrungen gibt es hier inzwischen mit Diabetikern, Hypertonikern und Menschen mit starkem Übergewicht. Bewegung ist hier die beste Therapie. Hightech vermeidet Klinik- aufenthalte und belastende Interventionen Wo eine Änderung der Lebensge- wohnheiten zur Genesung nicht ausreicht, hat der medizinische Fortschritt bei vielen Krankheiten dafür gesorgt, dass Patienten nicht mehr im Krankenhaus bleiben müssen. So operieren Ärzte bei dem Modell der Integrierten Versorgung „Behandelt wie ein Spitzensportler“ nach neuestem Standard ambulant und auch die Krankengymnastik aus der Sportmedizin ist inbegriffen, um schnell wieder auf die Beine – und in die Turnschuhe – zu kommen. Bei Brustkrebspatientinnen geben Biomarker-Tests und Magnetreso- nanzmammografien Aufschluss darüber, ob ein Brustkrebs vorliegt oder wiederkehrt, und helfen dabei, belastende Interventionen wie Biopsien oder eine Chemotherapie zu vermeiden. „Hier haben Verträge der Integrierten Versorgung ganz konkret dazu beigetragen, medizinisches Neuland zu betreten“, sagt TK-Ver- sorgungsexperte Klaus Rupp. Fokussierter Ultraschall statt Skalpell Ein Beispiel ist die Therapie von My- omen in der Gebärmutter: Mit dem neuen Therapieverfahren „MRgFUS“ (Magnet-Resonanz-Tomografie-ge- steuerter fokussierter Ultraschall) las- sen sich Myome in der Gebärmutter unschädlich machen – ohne Operati- on, schmerzarm und ambulant. „Die Behandlungsmethode nutzt hoch- fokussierte Ultraschallwellen, um die gutartigen Tumore zu veröden“, erklärt Dr. György Lövey, Leiter des FUS Zentrums Bottrop und einer der Kooperationspartner der TK. Das Verfahren ist eine Alternative gerade für Frauen mit Kinderwunsch. Von ihnen fahren viele für diese The- rapie auch bis zu mehrere hundert Kilometer weit, anstatt sich die Ge- bärmutter entfernen zu lassen, was in Deutschland bisher immer noch die Standardtherapie ist. Integrierte Versorgung 2.0 – der Patient rückt in den Mittelpunkt Dieses Beispiel zeigt: Angebote der Integrierten Versorgung sorgen für eine größere Therapieauswahl und nehmen auch den Patienten in die Verantwortung, sich aktiv mit seiner Erkrankung und den Behandlungsal- ternativen auseinanderzusetzen. Diesen Trend unterstützt die Techni- ker Krankenkasse mit umfassenden und hochwertigen Informationen – auch zum Thema Nutzen und Risiken von Therapien –, mit der Veröffent- lichung von Patientenbewertungen von Krankenhäusern und Ärzten und nicht zuletzt mit speziellen Kursen, in denen Patienten lernen können, sich auf Arztbesuche vorzubereiten und Arztgespräche richtig zu führen. Dabei immer im Mittelpunkt: der informierte, selbstbestimmte Patient. Mit speziellen Versorgungsver- trägen wie „Behandelt wie ein Spitzensportler“ oder sport- medizinischen Untersuchungen stehen TK-Versicherten beson- ders qualifizierte medizinische Leistungen offen. Julia Bartels, TK-Versorgungsexpertin Innovationen wie die Ultra- schall-OP bei Gebärmuttermyo- men können für die Betroffenen nicht früh genug kommen. Es ist kein Skalpell nötig und die Patien- tinnen werden nach einer Behandlung als geheilt entlassen. Dr. György Lövey, Facharzt für Strahlen- therapie und Geschäftsführer des FUS Zentrums Bottrop „Per Coaching helfen wir den Patienten, ihre Lebensweise zu verändern und so ihre Krank- heit positiv zu beeinflussen. Professor Dr. Babette Renneberg, Freie Universität Berlin
  • 9 Die Diagnose „Krebs“ ist ein Schock. Wer sie bekommt, ist dankbar für jeden Hoffnungsschimmer. Doch neben der Schulmedizin gibt es auch viele unse- riöse Angebote: „Heilsversprechen, die wahre Wunder in Aussicht stellen, gibt es in der begleitenden Krebstherapie viele“, sagt Dr. Jutta Hübner. Schät- zungen zufolge hat etwa jeder zweite Krebspatient Erfahrungen mit komple- mentärmedizinischen Behandlungs- methoden. Die Betroffenen wollen damit ihren Allgemeinzustand verbes- sern, die Selbstheilungskräfte wecken und das Immunsystem stärken. „Leider kann man allerdings nur den wenigsten der Heilsversprechen tat- sächlich Glauben schenken“, so Hüb- ner. Gemeinsam mit der TK hat die Onkologin von der Deutschen Krebs- gesellschaft deshalb das Programm „Komplementärmedizin für Krebspa- tienten“ entwickelt. Lotse im Informationsdschungel Informationen zu dem Thema gibt es zuhauf – im Internet, in Büchern, Zeit- schriften oder Fernsehbeiträgen. Aber: Wie seriös sind die Quellen? Und: Wie gut sind die Beiträge recherchiert? „Widersprüchliche Aussagen verunsi- chern schnell und oft ist es schwierig, sich aus der Fülle verschiedener Infor- mationen ein klares Bild zu machen – nicht nur als Laie“, so Hübner. Zahlreiche unterstützende Maßnahmen können die Schulmedizin während der Krebstherapie nämlich tatsächlich sinnvoll ergänzen. Ob es darum geht, die Nebenwirkungen von Chemo und Co. erträglicher zu machen oder Wohlbefinden und Lebensqualität zu steigern: Natürliche Heilmethoden können durchaus helfen. Aber: Was ist wann das Richtige? Und wovon sollte man generell die Finger lassen, weil es eher schadet als nutzt? Das neue Informations- und Beratungspro- gramm der TK möchte Krebspatienten im Dschungel der ergänzenden Thera- pieoptionen den Weg weisen. Schockdiagnose Krebs – neues TK-Programm berät Patienten zur begleitenden Therapie Die Onkologin Dr. Jutta Hübner ist überzeugt: „Patienten sollen selbst fundiert entscheiden können, auf wel- che komplementärmedizinischen Maß- nahmen sie setzen möchten – und worauf sie tatsächlich besser verzich- ten.“ Das ist ihr ein echtes Anliegen. Und so umfasst das neue Angebot, das sie gemeinsam mit der TK konzi- piert hat, unter anderem auch eine Vortragsreihe, Videos, eine Broschü- re, ein telefonisches Beratungsange- bot durch Onkologen aus dem TK- ÄrzteZentrum und individuelle Patientenschulungen bei einem onko- logischen Experten. Zusätzlich gibt es auch einen Leitfaden für Ärzte. www.tk.de, Webcode 617608 Patienten sollen selbst fundiert entscheiden können, auf welche komplementärmedizinischen Maßnahmen sie setzen möchten und worauf sie tatsächlich besser verzichten. Dr. Jutta Hübner Auch die Methoden der Kom- plementärmedizin sind nicht nur mit Nutzen, sondern auch mit Risiken verbunden. Dr. Jutta Hübner
  • 10 Leistungen und Services Ein Schlaganfall. Ein Unfall. Ein Geburtsfehler. Es gibt viele Ursachen dafür, dass Menschen sich kaum noch oder nur sehr eingeschränkt bewegen können. Ein Zustand, den sich schon gesunde Erwachsene kaum vorzustellen vermögen. Kindern fällt das meist noch schwerer. Aber auch ein Zustand, mit dem man sich nicht abfinden muss, wie der Stand der TK auf dem Girls’Day im Bundes- kanzleramt zeigte. Dort schlüpften die Schülerinnen gemeinsam mit Bundes- kanzlerin Dr. Angela Merkel in die Rolle eines Medizintechnikers und lernten Beispiele für Robotik und Medizin- technik kennen, die Menschen nach einem Schicksalsschlag helfen, wie- der beweglicher zu werden. Ein Roboterarm, der schwerelos macht Im Mittelpunkt stand dabei ein großer Roboterarm, der den Arm des Patien- ten schwerelos macht. So reichen kleine Impulse aus, um damit die voll- ständige Bewegung dreidimensional zu üben. „Auch wenn der Betroffene den Arm kaum noch bewegen kann, ermöglicht das Gerät alltagsnahe Bewegungen und stellt diese über Sensoren als Biofeedback auf einem Medizintechnik und Robotik beim Girls‘Day im Bundeskanzleramt Monitor dar“, erklärt Versorgungsex- perte Thomas Heilmann, der das Pro- jekt bei der TK betreut. So können Patienten zum Beispiel nach einem Schlaganfall verloren gegangene Bewegungsmuster wieder neu erler- nen und trainieren. Um die Aufgaben zu lösen, muss der Patient auch mit dem Kopf arbeiten und eigenständig Bewegungsstrate- gien entwickeln, die das Biofeedback auf dem Bildschirm visuell mit seinen eigenen Bewegungen verknüpft. Der Hintergedanke: Hat das menschliche Gehirn einmal gelernt, dass der Arm oder das Bein nicht mehr benutzbar ist, spricht es sie auch nicht mehr so stark an. „So trainiert das Gerät nicht nur den Arm, sondern auch das Gehirn“, so Heilmann. Mit Robotik zurück ins Leben Entwickelt hat das Konzept Dr. Bernd Krahl. Er ist selbst Schlaganfallpatient und hat in Herdecke das Therapiezen- trum Ambulanticum aufgebaut – mit einem deutschlandweit bisher einzig- artigen Therapieangebot. Für die Rückkehr in ein möglichst selbststän- diges und aktives Leben hat er dort mit seinem Team Behandlungsverfahren aus der Physio-, Ergo-, und Sportthera- pie sowie der Logopädie mit modern- ster, robotikassistierter und computer- gestützter Biofeedback-Therapie unter einem Dach gebündelt. 2013 hat die TK als erste Krankenkas- se einen Versorgungsvertrag mit der Einrichtung geschlossen. Auf diese Weise profitieren nun Patienten von jung bis alt, die von ganz unterschied- lichen Erkrankungen betroffen sind, von dem Programm. „Unser Ziel ist es, die Bewegungsfähigkeit der Patien- ten durch individuelle, ganz gezielte Behandlungen und innovative Therapie- maßnahmen nachhaltig zu verbessern und dies vor allem dann auch in ihren Alltag zu übertragen“, so Dr. Bernd Krahl. Eine Mischung aus Medizin und Technik – tolle Sache. Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel am TK-Stand beim Girls’Day im Kanzleramt. Bereits zum sechsten Mal war die TK beim Kanzleramts-Girls’Day dabei – traditi- onell immer einen Tag vorm bundeswei- ten Mädchen-Zukunftstag – und zeigte dort Hightech-Medizin zum Anfassen. Als eines von sieben Unternehmen bot sie damit in der Machtzentrale der Republik Schülerinnen die Möglichkeit, Einblicke in das männerdominierte Berufsbild der Medizintechnik und Robotik zu erhalten. Wir wollen die Mobilität der Patienten verbessern und sie stabilisieren, damit sie wieder so selbstständig wie möglich werden. Dr. Bernd Krahl, Geschäftsführer des Ambulanticums und selbst Schlaganfall- patient Das Gerät trainiert nicht nur den Arm, sondern auch das Gehirn. Thomas Heilmann, TK-Versorgungsexperte
  • 11 Als Familienkasse steht die TK wer- denden Eltern ganz besonders zur Seite – zählte sie doch allein 2013 bei ihren Versicherten rund 85.000 Geburten. „In der Schwangerschaft hat man 1.000 Fragen, vor allem wenn es um Medikamente geht“, erzählt Dr. Anne Brinkmann. Die Mut- ter des kleinen Max hatte während ihrer Schwangerschaft mit Migräne- Attacken zu kämpfen. „Bei der TK habe ich zuverlässige und seriöse Informationen zu kritischen Mitteln, aber auch zu verträglichen Arzneien für diese besondere Zeit gefunden. Das hat mir als werdende Mutter ein- fach mehr Sicherheit gegeben.“ Wissenschaftlich fundiert Die Diplompsychologin hat den Infor- mationsservice genutzt, den die TK 2013 gestartet hat – in Zusammenar- beit mit einem Forschungsinstitut der Berliner Charité, dem Pharmakovigi- lanz- und Beratungszentrum für Embryonaltoxikologie (PVZ). Schwangerschaft und Medikamente: neuer TK-Service Das Institut hat wissenschaftlich fun- dierte Informationen über Medika- mente zusammengestellt, die bei Kin- derwunsch, in der Schwangerschaft und in der Stillzeit als potenziell bedenklich gelten. Auch nennt es in einer „Positivliste“ akzeptable Arznei- mittel für häufige Erkrankungen – ob Allergien, Migräne oder Erkältungs- krankheiten. Alle Informationen lassen sich unkompliziert auf der TK-Home- page online nachlesen. Auf Wunsch erhalten Versicherte auch individuelle Informationen über ihren persönlichen Arzneimittelkontoauszug, die soge- nannte „TK-Versicherteninformation Arzneimittel“, kurz TK-ViA. Wer eine medikamentöse Therapie benötigt, hat Alternativen, betont der ärztliche Leiter des PVZ, Dr. Christof Schaefer: „Heute lassen sich die meis- ten Erkrankungen bei Schwangeren behandeln und Medikamente emp- fehlen, die nach heutigem Wissen kein Risiko für das ungeborene Kind darstellen.“ www.tk.de, Webcode 098804 Im Sport und im Arbeitsleben sind professionelle Trainer heutzutage selbstverständlich. Dass ein Coaching auch schwerkranke Menschen gesün- der machen kann, zeigt eine Studie im Auftrag der TK: Mehr als 35.000 Dia- betiker, Herzkranke und Bluthoch- druckpatienten hat die TK über meh- rere Monate telefonisch begleitet. Jetzt steht fest: „Das Gesundheits- Coaching lohnt sich. Die Patienten nehmen ihre Medikamente regelmä- ßiger ein, bewältigen ihre Krankheit erfolgreicher und fühlen sich deutlich besser“, sagte Katja Momberg. Die gelernte Krankenschwester und Diplom-Sportwissenschaftlerin ist eine der Coaches, die die TK-Versi- cherten betreuen. Gesundheit substanziell verbessert „Durch das Coaching hat sich die Gesundheit der Patienten aller unter- suchten Diagnosegruppen substan- ziell verbessert“, sagt Studienleiterin Professor Dr. Babette Renneberg von Telefon-Coaching hilft Schwerkranken und spart Kosten der Freien Universität Berlin. Das Coa- ching motiviert die Patienten dazu, ihr Leben gesünder zu gestalten. Sie bekommen eine Anleitung, wie sie die Veränderungen konkret angehen und auch durchhalten können. „Damit wächst der Mut, sich selbst zu hel- fen“, so Renneberg. Auch Katja Momberg ist überzeugt: „Es ist für alle Beteiligten ein guter Weg – neben der ärztlichen und medikamentösen Therapie – auf die Selbstwirksamkeit der Patienten zu setzen.“ Dies gelte natürlich schon bei der Vermeidung von Krankheiten, aber – wie das tele- fonische GesundheitsCoaching zeige – auch für Menschen, die bereits schwer erkrankt sind. Ein weiteres Ergebnis: Die Teilneh- mer müssen im Vergleich zur Kontroll- gruppe seltener ins Krankenhaus. Das erspart den Betroffenen unnötiges Leid und der Versichertengemein- schaft viel Geld – damit rechnet sich das Coaching unterm Strich sogar. In der Schwangerschaft hat man 1.000 Fragen – auch, wenn es um Medikamente geht. Die Informatio- nen von der TK haben mir hier Sicherheit gegeben. Dr. Anne Brinkmann mit dem kleinen Max Das GesundheitsCoaching lohnt sich. Die Patienten nehmen ihre Medikamente regelmäßiger ein, bewältigen ihre Krankheit erfolg- reicher und fühlen sich deutlich besser. Gesundheitscoach Katja Momberg. Seit 2008 geht die TK gezielt auf Diabetiker, Herzkranke und Bluthochdruck-Patienten zu, die so krank sind, dass sie ohne Unterstützung absehbar in nächster Zeit ins Krankenhaus gemusst hätten. Ihnen bietet die TK ein telefonisches Coaching an, um sie zu motivieren, sich gesundheitsbewusst zu verhalten.
  • Leistungen und Services Über 100.000 Dokumente schicken die Kunden der TK täglich an ihre Krankenkasse: Krankschreibungen, Bonushefte, Heil- und Kostenpläne, Auszahlscheine für das Krankengeld und vieles mehr. Und egal welche TK- Dienststelle im Adressfeld steht, die gesamte Post an die TK – täglich mehr als eine Tonne – geht zentral im Postzentrum der TK in Hallbergmoos ein. Dreimal täglich fährt der Postmann in dem Servicezentrum am Stadtrand der bayerischen Landeshauptstadt vor und liefert die Post ab. Die Post wird dann auf die beiden Postzen- tren der TK in Hallbergmoos und Ismaning verteilt. „Die beiden Standorte sind nah am Flugha- fen und liegen nur zehn Kilome- ter voneinander entfernt. Die Aufteilung auf zwei Zentren hat Sicherheitsgründe: So stellen wir sicher, dass der Betrieb auch weiterläuft, würde ein Standort – zum Wenn der Postmann dreimal vorfährt – TK verbessert Kundenservice Beispiel im Falle einer Überschwem- mung – ausfallen“, erklärt Andreas Knittl, verantwortlich für die beiden TK-Zentren. Ist die Post eingegangen, werden mehrere tausend Briefumschläge in wenigen Minuten maschinell geöff- net. Anschließend werden die Doku- mente nach Fachgebieten sortiert und eingescannt. „Viele Dokumente sind mit einem digitalen Code versehen, der ermöglicht, dass vieles vollständig digital verarbeitet werden kann, wie zum Beispiel die fast sieben Millionen Krankschreibungen oder Informatio- nen zur Familienversicherung. Die Kundenberater haben dadurch mehr Zeit, um sich um individuelle Kundenanliegen zu kümmern, wie zum Beispiel Anträge oder Auszahl- scheine für Krankengeld, die über die Datenautobahn direkt zu einem Mitar- beiter zur Bearbeitung weitergeleitet werden“, erklärt Raik Krolikowski, bei der TK verantwortlich für die digitale Postverarbeitung. 12 ein. Dreimal täglich fä dem Servicezentr der bayerischen L vor und liefert di wird dann auf di tren der TK in H Ismaning vert Standorte s fen und lie ter vonein Aufteilun hat Siche stellen w Betrieb a würde e 12
  • 13 So können die TK-Kundenbetreuer bundesweit an jedem Standort direkt nach dem Scannen auf die für ihre Arbeit relevante Korrespondenz zugreifen. „Auf diese Weise konnten wir unseren Service noch weiter ver- bessern. Unsere Kunden können uns rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr anrufen und erhalten zu jeder Zeit Auskunft zum aktuellen Stand ihres Anliegens“, so Krolikowski. Die digitalisierte Steuerung der Post ermöglicht zudem, dass sich die Mit- arbeiter auf Themengebiete wie zum Beispiel Zahnersatz, Hilfsmittel oder Krankengeld spezialisieren können. Für die Kunden bedeutet auch dies einen deutlich verbesserten Service. Denn sie können sicher sein, dass sie zu jedem Thema Experten als Ansprechpartner bekommen. Auch der Postausgang der TK ist zen- tralisiert. Hat ein TK-Sachbearbeiter beispielsweise im Krankengeldzen- trum das Krankengeld für eine Kundin berechnet und angewiesen, kann er von seinem Arbeitsplatz aus veranlas- sen, dass die Kundin ein Schreiben zur Bestätigung erhält. Dieses wird zentral in der Druckstraße der TK- Hauptverwaltung gedruckt und ver- schickt. 13 p ie Kundin ein Schreiben gung erhält. Dieses wird er Druckstraße der TK- altung gedruckt und ver-
  • Projekte, Kampagnen und Initiativen „Der pulsus hat mich gestärkt, als ich voller Zweifel war.“ Zehn Jahre „pulsus“ – zehn Jahre Helden und Geschichten, die Mut machen: Im Juni 2014 haben die TK und die Bild am Sonntag den gemeinsamen Gesundheitspreis zum zehnten Mal verliehen und mit dem Award erneut Initiativen ausgezeichnet, die sich für eine gute Sache stark machen, und Menschen geehrt, die im Verborgenen ihr eigenes Schicksal bewältigen – wie Robert Kronekker. 14
  • 15 „Der Award hat mich gestärkt in einer Phase, in der mein Weltbild erschüt- tert und ich voller Selbstzweifel war“, erinnert sich der 29-jährige Robert Kronekker, dessen Traum von einer Karriere als Basketball-Profi zerplatzte, als die Ärzte bei ihm in jungen Jahren Lymphdrüsenkrebs im Endstadium feststellten. Der „Kämpfer des Jahres 2008“ besiegte den Krebs und ent- schied: „Dann bringe ich eben Kindern das Basketballspielen bei.“ Doch es kam anders: Heute hat der Kölner, der mittlerweile Ernährungswissenschaf- ten studiert hat, gemeinsam mit einem Freund eine eigene Firma gegründet und bringt besondere, selbst entwi- ckelte Müsli-Riegel auf den Markt – einen gesunden Snack für die Hosen- tasche. Damit steht Kronekker wieder mit beiden Beinen im Leben. Von der Mutter zur Agentur-Chefin Auch die „Kämpferin des Jahres 2006“ Sabine Schnau hat sich von ihrem Familienschicksal nicht unter- kriegen lassen. Die Hamburgerin hat ihre zwei schwerkranken Söhne stets gefördert und gefordert, soweit sie konnte. Die Jungen leiden an NCL, einer Erkrankung, bei der die Betrof- fenen frühzeitig körperlich und kogni- tiv abbauen. Für die Brüder, die schon als Kinder erblindeten, sollte ihre kur- ze Lebenszeit so schön wie möglich sein. Denn die Diagnose der Ärzte hatte prophezeit, dass die Jungen ihren 30. Geburtstag wohl nicht mehr feiern könnten. Heute geht es Jan-Hendrik (heute 19) und André (heute 25) den Umständen entsprechend gut: André lebt bereits seit längerem in einer Wohngruppe, Jan-Hendrik wird nun auch ausziehen. Er arbeitet in der Elbe-Werkstatt, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderungen. Sabine Schnau hat dadurch Raum für eigene Projekte gewonnen: Seit längerem engagiert sie sich für die NCL-Forschung und hat bis heute etwa 150.000 Euro an Spendengeldern eingeworben. Um ihr Know-how im Umgang mit „Menschen mit Handicap“ auch an andere weiter- zugeben, hat sie sich vor einem Jahr mit einer Beratungsagentur selbstständig gemacht (www.ncl-naechstenliebe.de). „Ich weiß aus eigener Erfahrung: Es gibt niemanden, der einen in solch einer Situation an die Hand nimmt. Das will ich mit meiner Agentur ändern“, sagt die 49-Jährige. Lebensretterin des Jahres 2014 Zu den Preisträgern im pulsus-Jubi- läumsjahr 2014 gehört die Schülerin Kea Maleen aus Hennef. Wer die 17-Jährige und Nic (14) miteinander rumalbern sieht, ahnt nicht, welch dramatische Situation die beiden Teen- ager verbindet. Nic, der mit einem Herzfehler zur Welt gekommen ist, fällt beim Fußballspielen in der Schul- pause plötzlich um, Atmung und Puls setzen aus. Schulsanitäterin Kea Maleen reagiert blitzschnell, leistet Erste Hilfe – und rettet ihm das Leben. „Ich kann nicht in Worte fas- sen, wie dankbar ich ihr dafür bin“, sagt Nics Mutter Anne Lewandrowski. Ob Lebensretter, Innovation oder Arzt des Jahres: „In zehn Jahren pulsus haben wir mehr als 60 faszinierende Preisträger kennengelernt und geehrt – eine Bilanz, auf die wir stolz sind“, so Britta Surholt aus der TK-Redaktion. www.pulsus.de Ich will andere Betroffene an die Hand nehmen, wenn sonst niemand da ist. Sabine Schnau Als betroffener Mutter liegt es mir besonders am Herzen, die Erfor- schung der Krankheit NCL zu unter- stützen. Dafür habe ich schon 2005 den Verein NCL-Nächstenliebe e.V. gegründet, der die NCL-For- schungsgruppe am Hamburger Universitätsklinikum unterstützt. Sabine Schnau Schulsanitäterin Kea Maleen Metje (17) rettet Siebtklässler Nic das Leben | Bis zum 9. Januar 2013 kennen sich Kea Maleen und Nic, die beide die Gesamt- schule Hennef besuchen, nur vom Sehen. Die erste große Pause an diesem Tag ist fast vorbei, als das Mädchen zwei Siebt- klässler Richtung Sekretariat stürmen sieht. Kea: „Sie riefen so etwas wie ‚Der Nic liegt da, bewegt sich nicht mehr, auf dem Soccer- platz’.“ Die Schülerin ruft einer Freundin noch zu, dass sie den Notfallkoffer holen soll – dann rennt sie so schnell sie kann auf den Schulhof zum kleinen Fußballfeld. „Nic lag da regungslos im Tor. Er war blau ange- laufen. Diesen Anblick werde ich nie ver- gessen“, erzählt sie. Doch der Schock lässt sie nicht erstarren. Sie reagiert sofort, prüft die Atmung, den Puls. „Da war kein Lebenszeichen mehr!“ Die Schülerin, die sich seit ihrem neunten Lebensjahr für das Deutsche Rote Kreuz engagiert und schon viele Lehrgänge besucht hat, weiß, was jetzt zu tun ist. Sie drückt mit aller Kraft auf Nics Brustkorb. Pumpt, so oft sie kann. Bis der Notarzt ein- trifft. Und Nic überlebt. Dank Keas Wissen und ihrer schnellen Reaktion.
  • 16 Projekte, Kampagnen und Initiativen Deutschland – Einwanderungsland! Immer mehr Facharbeiter aus Europa und der ganzen Welt kommen zum Arbeiten nach Deutschland – und werden von den Unternehmen hierzulande nicht nur mit offenen Armen empfangen, sondern oft so- gar händeringend gesucht. Doch ob Sprachbarrieren oder der berühmte „Kulturschock“ – der Start ist nicht immer leicht. Sprache ist die größte Hürde Gemeinsam mit der „Witten School of Management“ hat die TK hundert Unternehmen in Deutschland be- fragt, die zusammen mehr als 13.000 ausländische Fachkräfte beschäf- tigen. Als größte Hürden für eine reibungslose Integration nannten die Unternehmen: sprachliche Hürden (67 Prozent), bürokratische Hemm- nisse (58 Prozent), die Suche nach einer passenden Unterkunft (53 Pro- zent) sowie Fragen des Bleibe- und Arbeitsrechts (52 Prozent). Herausforderungen gibt es also viele: „Willkommenskultur – das steht für mich für den Gedanken, dass Inte- gration nicht allein eine Leistung der Einwanderer ist. Sie ist vielmehr eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft, auch der Unternehmen“, sagt Nils Berg, der die Initiative zur Willkom- menskultur bei der TK betreut. Und er ist überzeugt: „Da sind dann auch wir Krankenkassen gefragt“, so Berg. Denn gerade das Thema Sozialversi- cherung ist für viele Menschen aus anderen Ländern ein Buch mit sieben Siegeln. Hilfe für Jobmigranten und Unternehmen Nils Berg sieht die TK dabei in einer Doppelrolle: Zum einen gelte es, den Jobmigranten selbst zur Seite zu stehen, um ihnen den Einstieg so einfach wie möglich zu machen. Dabei helfen zum Beispiel eine Tele- fonhotline, Broschüren und Anträge auf Englisch und der „Welcome-Gui- de“ – ein Ordner mit allen wichtigen Infos, nicht nur zur Krankenversiche- rung, sondern etwa auch zu Feierta- gen und Bräuchen oder alltäglichen Dingen wie der typisch deutschen Mülltrennung. Zum anderen unterstützt die TK die Unternehmen bei der Integration der neuen Mitarbeiter aus dem Ausland. „Sie sind meist die erste Anlaufstelle für die Neuankömmlinge“, so Berg. Auch hier hilft die TK mit einem Beratungsservice rund um Fragen der Sozialversicherung und Gesund- heitsprävention oder mit einem Online-Seminar zur Beschäftigung ausländischer Mitarbeiter. Doch mit den Fragen rund um die Sozialversicherung ist es nicht getan. Vielmehr gehe es auch um die sozia- le Integration der neuen Kollegen im Unternehmen, ist Berg überzeugt: „Natürlich hilft es, wenn sich der neue Mitarbeiter aktiv integriert, aber genauso sind die Geschäftsführung und die deutschen Kollegen gefragt“, so der 40-Jährige. So können zum Beispiel interkulturelle Seminare – die die TK ebenfalls anbietet – dabei helfen, Missverständnisse auf beiden Seiten von Anfang an zu vermeiden. Außerdem kann die TK hier mit ihrem betrieblichen Gesundheitsmanage- ment unterstützen. Aus Curaçao zum „König der Löwen“ nach Hamburg Danny Yanga sah sich neben der fremden Sprache auch mit einem völlig anderen Gesundheitssystem kon- frontiert, als er 2010 nach Deutsch- land kam. Der Curaçaoer spielt den Simba im Musical „Der König der Löwen“ in Hamburg. Eine Kranken- versicherung zu finden, war eine der ersten Herausforderungen in seiner neuen Heimat. „Zusammen mit dem Künstlerischen Betriebsbüro des Musicals haben wir bei der TK gleich jemanden an die Strippe bekommen, der Englisch spricht, das hat mir den Anfang leicht gemacht. Toll!“, so Danny Yanga. „Welcome to Germany“ – TK engagiert sich für eine neue Willkommenskultur Ich freue mich, dass meine Gesundheit bei der TK in so guten Händen ist. Achtmal in der Woche schlüpft der Curaçaoer Danny Yanga in die Hauptrolle des Simba bei Disneys „Der König der Löwen“. Fit und gesund zu sein, ist für ihn das A und O – denn auf der Bühne ist jeden Abend voller Körpereinsatz gefragt. Jemanden willkommen zu heißen ist die eine Sache, ihm aber auch dauerhaft das Gefühl zu geben, willkommen zu sein, die andere. Und darum geht es uns. Nils Berg koordiniert bei der TK das Projekt für eine neue Willkommenskultur. Integration ist eine Aufgabe der gesamten Gesellschaft. Nils Berg Es reicht nicht, jemanden aus dem Ausland zu rekrutieren und ihm dann nur den Arbeitsplatz einzurichten. Nils Berg
  • 17 TK-Mitgliedermagazin jetzt auch für unterwegs Über 5,6 Millionen Kunden erhalten regelmäßig die Mitgliederzeitschrift „TK aktuell“ mit wichtigen News zur TK und Informationen rund um das Thema Gesundheit. Doch damit nicht genug: Seit letztem Jahr gibt es das gedruckte Heft auch als e-Magazin. Egal ob auf PC, Notebook, Tablet oder Smartphone – seitdem steht die digitale Ausgabe überall und zu jeder Zeit zum Lesen bereit und bietet zusätzlich multimediale Inhalte wie Videos sowie Links zu weiterführen- den Inhalten. www.tk.de, Webcode 615290 Social Media-Führerschein: sicher im Netz Bereits zum zweiten Mal war die TK auch 2014 auf der weltweit größten öffentlichen Social Media-Konferenz als Gesundheitspartner vertreten – der Social Media Week. Im Rahmen des Themas Medienkompetenz stellte die TK dieses Mal in Hamburg den „Social Media-Führerschein“ vor. „Mit dem e-Learning-Programm können sich TK-Mitarbeiter fit für den Umgang mit dem Internet machen, und wir stärken damit die Medien- kompetenz im Unternehmen“, so Nina Voncken, Social Media-Expertin der TK. www.tk.de/facebook Neue App: Arztsuche via Smartphone Durchschnittlich 17.000 Menschen fragen sich täglich: Wie finde ich einen guten Arzt? Jeder Vierte sucht bereits übers Internet nach einem Arzt. Jetzt geht das noch einfacher: Mit der neuen App „TK-Ärzteführer“ für Smartphone und Tablet kann nicht nur mobil und zu jeder Zeit nach dem richtigen Arzt gesucht werden, es lassen sich auch Ärzte bewerten und dadurch miteinander vergleichen. Eine Karte zeigt übersichtlich, wo die Praxen sind, und ein integrierter Routenplaner navigiert direkt zum Arzt der Wahl. www.tk.de/aerztefuehrer TK-Karriereblog: ein Blick hinter die Kulissen Kluge Köpfe sucht das Recruitingteam der TK seit Ende 2013 nicht mehr nur auf Facebook und Co, sondern auch über den neuen Karriereblog. In vielfältigen Artikeln mit Bildern oder Videos gibt der Blog Bewerbern einen authentischen Einblick in die Arbeits- welt der TK. Von Tipps zur richtigen Bewerbung bis hin zum Business- netzwerken hält der Karriereblog eine Menge Informationen für Auszubil- dende und Fachkräfte, die sich für die TK interessieren, bereit. http://karriereblog.tk.de Erfolgreicher Dialog auf Google+ Als erste Krankenkasse startete die TK 2011 mit einem Unternehmens- profil auf Google+. Authentisch ist die TK dort im Dialog mit Kunden, Meinungsbildnern und Journalisten – und konnte so die Zahl der Follower im Jahr 2013 von 800 auf 20.000 steigern. Damit hat die TK auf Google+ die erfolgreichste Unternehmens- seite der Versicherungsbranche in Deutschland. Besonderes Plus für Meinungsbild- ner: Seit 2013 überträgt die TK unter anderem Presseveranstaltungen auch live als Videochatkonferenzen – soge- nannte Google Hangouts. www.tk.de/googleplus Blog, Livestream, e-Magazin: per Klick in dieTK-Welt Stefanie Pohlai, Christine Brandis, Jürgen Sorg und Julia Böttcher (von links) aus dem Social Media-Recruitingteam der TK Das Mitgliedermagazin „TK aktuell“ gibt es jetzt auch als e-Magazin. Digitaler Geschäftsbericht Videos, Foto- und Audio-Slideshows und derFinanzteil zum Download –die digitale Fassung desTK-Geschäftsberichts bietetzahlreiche zusätzlicheExtras. www.tk.de/geschaeftsbericht
  • Rauf aufs Rad mit Marc Bator und der TK Radfahren ist die beliebteste Sport- art der Deutschen. 39 Prozent der Sporttreibenden schwingen sich laut TK-Studie regelmäßig auf ihren Drahtesel. Um künftig noch mehr Menschen dazu zu motivieren, kräf- tig in die Pedale zu treten, macht sich der ehemalige Tagesschau- Sprecher und Hamburger Radsport- Verbandschef Marc Bator zusam- men mit der TK für den Radsport- Nachwuchs stark. So startet sein Junioren-Bundesligateam 2014 und 2015 im TK-Trikot. Das Nachwuchs- team soll anderen jungen Menschen als Vorbild dienen und zeigen, wie schön – und zugleich gesund – das gelenkschonende und die Ausdauer stärkende Radfahren sein kann. 18 Projekte, Kampagnen und Initiativen Bewegung hält gesund: Je mehr sich ein Mensch im Alltag bewegt – zu Fuß oder per Rad –, desto besser geht es ihm gesundheitlich, wie die TK-Studie „Beweg dich, Deutsch- land!“ zeigt. Danach bezeichnen etwa sechs von zehn Frauen und Männern, die sich eine halbe Stunde und mehr am Tag draußen bewegen, ihre Ver- fassung als gut oder sehr gut. Wer sich nur höchstens 15 Minuten im All- tag fortbewegt, kann das deutlich sel- tener sagen (mehr dazu auf Seite 29). Die TK unterstützt daher Initiativen, die Menschen motivieren, für ihre Gesundheit aktiv zu werden, und direkt in deren Lebensumfeld ansetzen. Wer sich bewegt, gewinnt Der Reigen reicht von Gesundheitsak- tionen mit den Rhein-Neckar Löwen und ihren drei Handball-Nationalspie- lern Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Oliver Roggisch über die Kampag- ne „Wer sich bewegt, gewinnt!“ mit Biathlon-Olympiasiegerin Magdalena Neuner bis hin zu der Weiterbildungs- initiative „Gesund hoch drei“ für Erzieherinnen in Thüringer Kitas. Dribbeln, passen, werfen Die Handballprofis des Bundesligisten SG Flensburg-Handewitt machen es vor: Die Sportler aus dem Norden Deutschlands trainieren mit Berufs- schülern und stehen ihnen dabei mit fachkundigen Tipps zur Seite. Drib- beln, passen, werfen – nach einer Ein- führung von SG-Profi Maik Machulla üben die Jugendlichen gemeinsam mit Jacob Heinl und Nationalspieler Holger Glandorf in Angriff- und Mit der TK aktiv für die eigene Gesundheit Medi-Circus auf Küstentour | Nanolino, der kleine Medicus, nimmt Kinder mit auf eine Reise durch die Wunderwelt des menschlichen Körpers, von der Mundhöhle über die Speiseröhre bis zu Magen und Darm. Bei seiner Küstentour im Sommer 2013 erklärte „Nano“, wie er liebevoll von seinen Freunden genannt wird, kindgerecht die Funktionen des Körpers und gab wert- volle Tipps für eine gesunde Ernährung. Begleitet wurde der „Medi-Circus“ von einem Rahmenprogramm der TK, zu dem auch Gesundheitschecks, Fußvermes- sungen und Bewegungsspiele an einer Spielekonsole gehörten. Yoga-Einheit mit den Rhein-Neckar Löwen | Für die Profis eine ungewohnte Abwechslung: Statt Dribbling-Training absolvieren die Handball-Nationalspieler der Rhein-Neckar Löwen Uwe Gensheimer, Patrick Groetzki und Oliver Roggisch eine Yoga-Stunde bei der TK. Als Gesundheits- partner will die TK den Gesundheitsgedanken in ein sportbegeistertes Umfeld tragen, um damit junge Leute und Familien zu mehr Bewegung und zu einer gesünderen Lebensweise zu motivieren.
  • I run for life Thomas Sitte, Arzt aus Fulda, kämpft seit Jahren für eine bessere Versor- gung Sterbenskranker. Bei einer Audienz im Vatikan überreicht der Palliativmediziner dem Papst ein Laufshirt mit einem Logo der TK und dem Schriftzug „I run for life“. Das gleichnamige Projekt hat die Deutsche PalliativStiftung gemein- sam mit der TK ins Leben gerufen. Sitte: „Mit der Initiative wollen wir das Thema Sterben enttabuisieren und die Möglichkeiten guter Hospiz- arbeit und Palliativversorgung bekannt machen.“ Prominenter „I run for life“-Bot- schafter in den USA: Beim ältesten Stadt-Marathon der Welt, dem Boston-Marathon, ist der ehema- lige Gesundheitsminister Daniel Bahr am 21. April 2014 mit dem TK-Laufshirt der Initiative an den Start gegangen und zeigte so auf der 42,195 Kilometer langen Strecke international Flagge für die Palliativ- versorgung. 19 Abwehrsituationen ihre Geschicklich- keit, Koordination und Schnelligkeit. Das Ziel: die Schüler zu noch mehr Freude an der Bewegung zu motivieren. Kinder werden spielerisch angespro- chen vom Mitmachtheater „Medi-Cir- cus“, das im Sommer 2013 durch Urlaubsorte an der Nord- und Ostsee tourte. Pate dafür steht Professor Dr. Dietrich Grönemeyers Gesundheits- musical „Der Kleine Medicus“. Das Mitmachtheater verbindet Gesund- heitsunterricht, Musik, Bewegung und Artistik. „Klang und Leben“ Auf den Klang eingängiger Melodien setzt auch ein ganz anderes Projekt: Das Musikprojekt „Klang und Leben“ nimmt demenzkranke Senioren in Niedersachsen mit auf eine musika- lische Zeitreise zu den Songs ihrer Jugendzeit. Rainer Schumann, Initia- tor des Musikprojekts und ehemaliger Schlagzeuger der Band „Fury in the Slaughterhouse“: „Durch den Klang vertrauter Melodien wie ‚Ganz Paris träumt von der Liebe’ können wir positive Emotionen und Erinnerungen wecken. Demente Menschen, bei denen das Langzeitgedächtnis oft noch gut funktioniert, werden so aus ihrer Isolation geholt und erleben wie- der ein kleines Stück Lebensqualität.“ Wissenschaftlich begleitet und evalu- iert wird das Projekt durch die Musik- hochschule Hannover. Chronisch krank und trotzdem sportlich? Das ist kein Widerspruch, beweist die TK-versicherte Diabetikerin Elisabeth Patsalias. Sie macht beim „Diabetes Programm Deutschland“ mit und läuft zusammen mit anderen Patienten gegen ihre Zuckerkrankheit an. Diabetes gehört zu den am stärksten zuneh- menden Volkskrankheiten. TK-Sport- wissenschaftlerin Pia Jai: „Wir wollen Diabetiker motivieren, sportlich aktiv zu sein. Oft können die Patienten ihre Medikamente dadurch reduzieren oder sogar ganz absetzen.“ Musikalische Zeitreise für Demenzkranke | Demenzcoach und Mitinitiator des Musik- projekts „Klang und Leben“ Graziano Zampolin (links) schenkt mit seiner Gitarre Lebens- freude. e Die eigene Belastung analysieren und dann individuelle Entschleu- nigungsstrategien und Entspannungs- rituale entwickeln: Beim Anti- Stress-Coaching haben wir dem Stress ein Schnippchen geschlagen. TK-Psychologe Heiko Schulz (links) berichtet live im radioeins-Studio über das dreiwöchige Anti-Stress-Coaching. Unter dem Motto „Slowtime“ hatten im Januar zwei Hörerinnen des Berliner Senders sowie der Moderator Sven Oswald (rechts) von Heiko Schulz einen Anstoß zur Entschleunigung erhalten.
  • Menschen hinter dem Logo „Wenn ich groß bin, möchte ich Weltmeister werden.“ 658 Auszubildende hatte die TK 2013 an Bord – unter ihnen auch Dominik Zielke aus dem Städt- chen Tönisvorst in Nordrhein-Westfalen. Der angehende Kaufmann im Gesundheitswesen macht aktuell seine Ausbildung im Krankenhauszentrum in Mönchengladbach – und trägt seit 2013 den Weltmeister-Titel im Rollstuhl-Basketball.20
  • 21 Basketball ist mein Leben. Daher macht es mir auch überhaupt nichts aus, dass ein Großteil mei- ner Freizeit durch Training und Wettkämpfe bestimmt ist. Dominik Zielke (rechts) mit einem Teamkollegen des „RBC Köln 99er“ „Wenn ich groß bin, möchte ich Welt- meister werden.“ Ein typischer Satz aus Kindertagen, der für die meisten Menschen ein Kindheitstraum bleibt. Nicht so für Dominik Zielke. Sein größ- ter Traum ist im September 2013 im türkischen Adana wahr geworden, denn der TK-Azubi hat mit dem Junioren- Nationalteam im Rollstuhl-Basketball den Weltmeister-Titel erkämpft. „Ich bin wahnsinnig glücklich und hatte damit nicht gerechnet, denn der Sieg gegen die Schweden war unheimlich knapp. Erst in den letzten fünf Minuten konn- ten wir das Spiel für uns entscheiden“, berichtet der 21-Jährige stolz. Basketballverrückt – trotz Rollstuhl Seit seinem achten Lebensjahr ist Dominik Zielke „basketballverrückt“, wie er selbst sagt. Sein Rollstuhl, in dem er wegen einer angeborenen Querschnittslähmung sitzt, stand ihm dabei nie im Wege. „Warum sollte ich auf Basketball verzichten, nur weil ich nicht laufen kann? Wie bei jedem Ball- sport kommt es auf Ballgefühl an und in meinem Fall eben zusätzlich auf einen vernünftigen Sportrolli“, sagt der Azubi im zweiten Lehrjahr. Doch ohne Fleiß und Disziplin geht es natürlich nicht: Viermal die Woche trainiert er mit Ein großer Wurf: TK-Azubi holt Goldmedaille seinen beiden Teams, den „Basket bears“ und dem „RBC Köln 99er“. Zusätzlich steht im Fitnessstudio Kraftsport auf dem Programm. Beson- ders im Vorfeld der Weltmeisterschaft eine sehr zeitaufwendige Sache, denn Zielke musste noch härter als sonst trainieren und sich in sogenannten Leistungslehrgängen für die National- mannschaft qualifizieren. „Zum Glück unterstützt mich die TK und vor allem mein Chef darin, dass ich Job und Sport unter einen Hut bringen kann“, freut sich der TKler. Goldmedaille geschafft, nächstes Ziel: Abschlusszeugnis Bei der Arbeit sind alle sehr stolz auf ihren Weltmeister. „Wir haben uns riesig über seine SMS aus der Türkei gefreut und die Fotos von der Medaille haben bei uns schnell die Runde gemacht“, verrät der Zentrumsleiter Dieter Klein. Doch trotz des lang ersehnten WM-Titels ist der Azubi nicht zu stoppen. Schon träumt er von den nächsten großen Zielen: der Euro- pameisterschaft im September 2014, den Paralympics 2016 in Rio und nicht zu vergessen natürlich von einem guten Ausbildungszeugnis bei der TK. Es gibt Ereignisse im Leben, die berüh- ren einen so sehr, dass sie dem eigenen Leben eine neue Richtung geben. Für die TKlerin Bettina Boos war solch ein Moment, als sie von ihrer Freundin Natalie nach deren Brustkrebsdiagnose zum ersten Mal von den Grünen Damen hörte. Diese Frauen kümmern sich in vielen Kliniken ehrenamtlich um Patien- ten: leisten ihnen Gesellschaft, lesen ihnen vor oder hören ihnen auch ein- fach nur zu. „Genau das will ich auch machen“, fasste die gebürtige Pfälze- rin damals den Entschluss. Das war 2012. Heute schlüpft Bettina Boos selbst jedes Wochenende in den grünen Kittel, der den guten Seelen ihren Namen gibt. Im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg betreut sie zwei Stationen; mehr als 100 Patienten hat sie seitdem schon den langen Krankenhausalltag verkürzt. „Wer mir signalisiert, dass ich bleiben soll, bei Vom Telefonie-Cockpit ans Krankenbett: So ist eine TKlerin für kranke Menschen da dem bleibe ich auch. Und dann reden wir: über das Leben, Ängste, Träume und darüber, warum die Menschen hier sind“, erzählt die 44-Jährige. Die gemeinsame Zeit, der Austausch – die Patienten schöpfen daraus Kraft und Hoffnung. Doch auch die TKlerin zehrt von den Begegnungen: „Was mich immer wieder beeindruckt, sind der Mut und die Zuversicht, den die bisweilen schwerkranken Menschen haben. Da- vor ziehe ich meinen Hut“, so Boos. Für die Grüne Dame, die hauptberuf- lich im Telefonie-Cockpit der TK die Kundenanrufe steuert, kann es kein schöneres Ehrenamt geben. Ihr persön- liches Fazit: „Die Freude und Dankbar- keit der Patienten geben mir unheim- lich viel. Wenn ich nach meinem Dienst aus dem grünen Kittel schlüpfe und nach Hause radele, bin ich glücklich.“ www.ik-h.de Bettina Boos engagiert sich in ihrer Freizeit im Israelitischen Krankenhaus in Hamburg: Als Grüne Dame ist sie für die Patienten da, schenkt ihnen Zeit und immer ein offenes Ohr.
  • Menschen hinter dem Logo Dr. Anne Lanfer kämpft mit ihrem Netzwerk IPON seit acht Jahren für die Menschenrechte auf den Philippinen. Und auch künftig, wenn sie sich um ihren eigenen Nachwuchs küm- mert, will die Menschenrechtsbeobachterin an ihrem Engagement festhalten. Kai Hufenbach und sein Roboter: Der Wirtschaftsinformatiker hat einen Programmcode entwickelt, der die Technologiebranche einen großen Schritt voranbringt. Normalerweise entwickelt der Wirt- schaftsinformatiker Kai Hufenbach bei der TK IT-Programme, zum Beispiel um die digitalisierte Post aus den bei- den TK-Scanzentren in die Hamburger Hauptverwaltung zu „beamen“. An der Nordakademie in Hamburg aber, wo Hufenbach parallel zum Job studiert, gehört seine Leidenschaft Industrie- robotern: „Bisher musste man diese Maschinen für die einzelnen Arbeits- schritte sehr aufwendig programmie- ren, da man sie durch einen separaten Computer nicht steuern kann“, erklärt der Master-Student. Also schrieb der zweimalige Landessieger bei „Jugend forscht“ prompt eine Software, mit der sich solche Roboter einfacher und schneller bewegen lassen. Das Tolle daran: Mit seinem Programm- code bringt der 23-Jährige die Roboter- technologie, die etwa in der Automobil- produktion zum Einsatz kommt, einen TK-Wirtschaftsinformatiker haucht Robotern Leben ein echten Schritt weiter. Denn nach einer solchen Formel suchen Software-Unter- nehmen schon lange. Kein Wunder also, dass der TKler seitdem ein gefragter Referent auf Fachkongressen ist und inzwischen an seiner Uni sogar schon als Dozent die jüngeren Semes- ter die Grundlagen der Programmie- rung lehrt. Sich deshalb ganz der Forschung zu widmen, kommt für den Schleswig- Holsteiner dennoch nicht infrage: „Mir gefällt’s bei der TK. Zum einen hätte ich ohne das Handwerkszeug, das ich hier gelernt habe, die Soft- ware niemals schreiben können. Zum anderen bin ich hier Teil einer sehr breit aufgestellten IT-Mannschaft, bei der Wissen über den Tellerrand hinaus sicher nicht schadet.“ www.tk.de, Webcode 504014 www.nordakademie.de 22 Ein freies Leben, ohne Angst und Unterdrückung – nicht überall auf der Welt ist all das so selbstverständlich wie für die Menschen in Deutschland. Wer seine Meinung sagt oder öffent- lich Missstände anprangert, riskiert anderswo mitunter sein Leben. Zum Beispiel auf den Philippinen, wo die TKlerin Dr. Anne Lanfer dafür kämpft, dass Menschenrechte nicht mit Füßen getreten werden. „Auf den Philippinen gehören politische Auftragsmorde und Entführungen zum Alltag. Als Menschenrechtsbeobachter wollen wir die Bevölkerung vor solchen Gefahren schützen“, erklärt die Ernäh- rungswissenschaftlerin. Vor acht Jahren hat sie deshalb zusammen mit zwei Freunden die Organisation „Internatio- nal Peace Observers Network“ (IPON) gegründet, die Freiwillige in Konflikt- regionen des südostasiatischen Insel- staats entsendet. Diese machen sich vor Ort gegen Menschenrechtsverlet- zungen stark, begleiten gefährdete Personen, dokumentieren Fälle und sprechen mit Polizei und Politik. „Durch unsere Präsenz erhöhen wir die Hemm- schwelle für Gewaltübergriffe und TKlerin kämpft für Menschenrechte auf den Philippinen ermöglichen so einheimischen Men- schenrechtsaktivisten, sich weiterhin zu engagieren“, so Lanfer. Die 33-Jäh- rige weiß, wovon sie spricht. 2005 war sie selbst auf den Philippinen und hat Fälle von Menschenrechtsverletzungen beobachtet und festgehalten – so wurde auch die Idee für IPON geboren. Seit- dem haben insgesamt 80 Freiwillige diese Arbeit fortgesetzt. Lanfer selbst ist inzwischen als Daten- analystin bei der TK tätig – die Wochen- enden widmet sie jedoch ganz ihrer Netzwerkarbeit. Von Hamburg aus sammelt sie Spenden und koordiniert zusammen mit 20 Mitstreitern die Beobachterteams und die zwei Pro- jektbüros auf den Philippinen. Zusätz- lich bildet sie den IPON-Nachwuchs aus. Eigentlich könnte es immer so weitergehen. Doch ab August rückt erst einmal etwas anderes an erste Stelle: Die Hamburgerin erwartet ein Baby. Lanfer: „Ich werde natürlich trotzdem weitermachen. Die Men- schenrechtsaktivisten auf den Philippi- nen brauchen unsere Unterstützung.“ www.ipon-philippines.org
  • 23 Mittagessen mit den Kollegen und dem Chef. Aus erster Hand erfahren, was gerade läuft und welche Chancen und Risiken auf das Unternehmen zukom- men. Und notfalls das Kind mit an den Arbeitsplatz nehmen, wenn die Tages- mutter ausfällt – was in kleinen Famili- enbetrieben oft an der Tagesordnung ist, kommt in größeren Häusern meist zu kurz. Und bei Unternehmen mit über 10.000 Mitarbeitern klingt es fast exo- tisch, wenn der Vorstand seine Azubis kennt, sich regelmäßig mit Kollegen aller Hierarchieebenen trifft und persönlich Antworten gibt auf Fragen, die den Mit- arbeitern auf den Nägeln brennen. Dabei profitieren alle von einer offenen Unter- nehmenskultur: Sie sind motivierter, ersparen sich Doppelarbeit und der Kran- kenstand sinkt, wie Studien belegen. Pizza-Treff – mehr als ein Mittagessen Dienstagmittags um halb eins: Aus ver- schiedenen Bereichen der TK-Zentrale strömen acht Kollegen in die fünfte Eta- ge zu TK-Chef Dr. Jens Baas, um einein- halb Stunden über dies und das zu reden. Den Karton vom Pizzadienst vor sich, fließt das Gespräch hierhin und dorthin – von rein dienstlichen Themen wie Marketing oder Gesundheitsfonds bis hin zu privaten Interessen wie Fuß- ball oder Motorradfahren. „Pizza-Treffen haben wir uns ausgedacht, um die Kom- munikation durch die Hierarchieschich- ten durchlässiger zu machen – und zwar in beide Richtungen“, erklärt Baas. Und längst beschränken sich die Termine nicht mehr auf Hamburg – in Kundenbe- ratungen und Servicezentren organisie- ren die drei Vorstände solche Treffen und läuten so auch die Ära einer neuen Kommunikationskultur ein. Unternehmenskultur – vor allem ein Führungsthema „Unternehmenskultur hat viel mit Trans- parenz zu tun und hängt darum haupt- sächlich von der Kommunikation ab“, sagt Baas. Deshalb gibt es bei der TK eine ganze Reihe von Projekten, die den Austausch in alle Richtungen fördern. So informiert nicht nur eine elektronische Hauszeitung die TKler über News und Geschichten aus dem Haus, sondern eine Kommentarfunktion macht es auch möglich, sich unabhängig vom Arbeitsort über die Themen auszutauschen. Regel- mäßige Chats mit dem Vorstand erlau- ben darüber hinaus den direkten Dialog auch über die Distanz. Und auch beim Nachwuchs steht das Thema Informationsfluss ganz oben auf dem Programm: Von den Auszubil- denden über die Trainees bis zu den Managementprogrammen für Nach- wuchsführungskräfte – in allen Ebenen stehen Vernetzung und eine wertschät- zende Feedback-Kultur bei der persön- lichen Weiterentwicklung ganz oben. Das ist gut für das Unternehmen, aber auch für das Klima und damit das Wohlbefinden am Arbeitsplatz. Work-Life-Balance Im Laufe der Zeit erlebt jeder Mensch innerhalb wie außerhalb der Arbeit klei- ne und große Krisen, die bewältigt werden wollen und die Einfluss auf den Alltag im Büro haben: Ein naher Anverwandter ist plötzlich schwerst- pflegebedürftig oder liegt im Sterben, Kollegen oder Freunde werden Opfer einer Flutkatastrophe oder die Tages- mutter ist plötzlich krank und man weiß nicht, wohin mit dem Nachwuchs. Auch hier übernimmt die TK Verantwor- tung – bietet unbürokratische Arbeits- modelle, gibt der Hilfe von Mensch zu Mensch eine Plattform (wie die TK-Cent- Spende) und hält Lösungen wie ein Eltern-Kind-Zimmer vor, damit die pri- vate Situation nicht zusätzlich durch den Arbeitsalltag erschwert wird. Eine Balan- ce zwischen Arbeit und Privatleben, die vor Überlastung schützen soll und für einen unbeschwerten Kundenservice sorgt. Und nicht nur in Kundenumfragen und unabhängigen Tests schneidet die TK nicht zuletzt deshalb sehr gut ab. Regelmäßig belohnt das Votum ihrer Mitarbeiter die TK mit einer Auszeich- nung beim Wettbewerb„Great Place to Work – Deutschlands beste Arbeit- geber“. Unternehmenskultur hat viel mit Transparenz zu tun und hängt darum hauptsächlich von der Kommunikation ab. Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender Für jeden von uns sind es nur wenige Cent – aber gemeinsam können wir damit viel bewegen. Gemeinsam mit fast 6.000 anderen TKlern spendet Kundenberaterin Sabrina Musse seit Oktober 2013 jeden Monat die Nachkomma- beträge ihres Gehalts. Welche Projekte sie damit unterstützen, entscheiden die Cent- Spender gemeinsam: Zweimal im Jahr kön- nen sie abstimmen, an welche Initiativen das Geld geht. Ehrenamtliche und Mitarbeiter 31.12.2012 31.12.2013 Ehrenamtliche Beraterinnen/Berater 10.817 10.692 Mitarbeiterinnen/Mitarbeiter 12.269 12.846 davon:  In den Kundenberatungen, den Service- und Abrechnungszentren und im Vertrieb 10.188 10.687  In der Hauptverwaltung 1.844 1.920  In den Landesvertretungen 237 239 Durch offene Kommunikation zum besten Arbeitgeber
  • „Wachstum – aber nicht um jeden Preis.“ Die TK versteht sich nicht als verwaltendes, sondern als gestaltendes Unternehmen – aber was macht sie im Einzelnen besser als ihre Konkurrenz? Welche Herausforderungen stellen sich dem Versorgungs- management der Zukunft? Und: Wie gelingt es der TK, den Spagat zwischen Wachstum und Kunden- zufriedenheit zu meistern? Die Vorstände der TK im Gespräch mit der Journalistin Ina Böttcher. 24 Der Vorstand im Gespräch
  • 25 Wir wollen erreichen, dass unsere Kunden sagen: Die TK ist mein Interessenvertreter. Dr. Jens Baas Herr Dr. Baas, die TK ist 2013 die größte Krankenkasse in Deutsch- land geworden. Was machen Sie besser als die Konkurrenz? Baas: Zum einen ist es unser Selbst- verständnis, dass wir Kunden haben und dass wir uns um sie kümmern. Zweitens: das Thema Service. Wir arbeiten permanent daran, unseren Kunden den bestmöglichen Service anzubieten. Und drittens ist es unsere Leistungsfähigkeit: Die Kernleistungen und unsere zusätzlichen Leistungen wie Sportmedizin oder alternative Arzneimittel – und wie großzügig wir auch einmal im Gewähren von Leistungen sind. Das alles zu einem vernünftigen Preis macht ein Paket aus, das am Markt durchaus die beste Krankenkasse darstellt. Sie haben sich immer wieder für mehr Wettbewerb ausgesprochen. Jetzt erhalten die Kassen wieder mehr Beitragsautonomie. Wie zufrieden macht Sie das? Baas: Es ist gut, dass wir unseren Beitragssatz wieder selbst festlegen können. Aber: Der Wettbewerb darf nicht nur über den Preis stattfinden. Ich rate jedem Kunden, immer die Kombination aus Preis und Leistung genau abzuwägen. Man sollte nicht das Billigste kaufen, auch nicht das Teuerste, sondern das Leistungsfä- higste. Und ich bin sehr optimistisch, dass im nächsten wie im letzten Jahr wieder neue 400.000 Kunden sagen werden: In dieser Abwägung ist die TK die richtige Krankenkasse für mich. Auch die Mitarbeiter der TK schei- nen sehr zufrieden. Was macht sie denn als Arbeitgeber so attraktiv? Baas: Zunächst einmal sind wir TKler stolz auf den Arbeitgeber TK, da schließe ich mich auch gerne mit ein. Denn wir arbeiten an einer sinnvollen Sache: der Gesundheit der Menschen. Zum Zweiten ist es so, dass wir uns nicht als verwaltendes, sondern als gestaltendes Unternehmen verstehen. Das macht die Arbeit natürlich viel spannender. Und drittens ist es die Art, wie wir als Arbeitgeber mit unseren Mitarbeitern umgehen. Wir fördern sie sehr stark – fordern sie aber auch. Wir wollen, dass sie Leistung bringen, schaffen aber auch die Rahmenbedingungen, in denen sie dies können. Ich glaube diese Kombination ist etwas, das unsere Mitarbeiter als positiv empfinden. „Die TK versteht sich als gestaltendes Unternehmen.“ Dr. Jens Baas ist Vorsitzender des Vorstands. Er ist bei der TK für die Unternehmensbereiche Markt und Marketing, Finanzen, Personal, Unternehmensentwicklung und Controlling sowie für die Landesvertretungen verantwort- lich. Zudem gehören die Stabsbereiche Gesundheitspolitik, Presse- und Öffentlich- keitsarbeit, Revision und Verwaltungsrat/ Vorstand, Justiziariat sowie Compliance zu sei- nem Verantwortungsbereich. Er gehört dem Vorstand der TK seit dem 1. Januar 2011 an, seit dem 1. Juli 2012 ist er Vorsitzender des Vorstands. Dr. Jens Baas (Jahrgang 1967) arbei- tete nach seinem Studium der Humanmedizin an der Universität Heidelberg und der University of Minnesota (USA) als Arzt in den chirurgischen Universitätskliniken Heidelberg und Münster. Seit 1999 war er bei der Unternehmens- beratung Boston Consulting Group tätig; seit 2007 als Partner und Geschäftsführer. Fördern und fordern: Wenn wir das auf die TK an sich beziehen und in die Zukunft schauen – was sind die konkreten Ziele? Baas: Das ist in der Tat ein Motto, das wir auf unsere Versicherten ausdehnen können. Jeder hat eine gewisse Eigenverantwortung für seine Gesund- heit – auch da fördern wir also nicht nur, sondern fordern auch etwas von ihnen. Unser Ziel für die nächsten Jahre ist es natürlich, weiter zu wachsen. Damit wir weiter wachsen, müssen der Preis und die Leistung stimmen. So überlegen wir uns ständig, bei welchen Leistungen wir uns noch verbessern können. Und wir schau- en, wo der Service noch verbesse- rungsfähig ist. Wir wollen erreichen, dass unsere Kunden sagen: Die TK ist mein Interessenvertreter. Das ist nicht irgendein Unternehmen – die TK ist für mich da und ich bin eher Mitglied in einer Gemeinschaft, als dass ich Versicherter in einer Krankenkasse bin.
  • Der Vorstand im Gespräch 26 Thomas Ballast ist stellvertretender Vor- sitzender des Vorstands. Er ist bei der TK für die Unternehmensbereiche ambulante und stationäre Versorgung, Informationstechnologie und Interne Dienste sowie für den Stabsbereich Gesundheitswissenschaften, die Stabsstelle Strategisches Versorgungsmanagement sowie für die Referate Vergabestelle und Datenschutz verantwortlich. Er gehört dem Vorstand seit dem 1. Juli 2012 an. Der Diplom-Volkswirt (Jahrgang 1962) war bis dahin Vorstandsvorsitzender des Ersatzkassen- verbandes vdek. Zuvor war er in verschiedenen verantwortlichen Positionen in der gesetzlichen Krankenversicherung tätig. In der Gesundheitsversorgung brauchen wir weniger Welt- untergangsrhetorik und mehr gemeinsames Zupacken. Thomas Ballast Die TK strebt laut ihren eigenen Worten nach Exzellenz in der Versorgung und wünscht sich hier einen größeren Handlungsspiel- raum. Was heißt das genau? Ballast: Wir wollen unseren Kunden innovative Leistungen und Produkte früher anbieten, als dies andere Krankenkassen tun. Dabei müssen wir natürlich prüfen, ob die behaupte- te Innovation tatsächlich eine ist – da verspricht die Industrie oft mehr, als sie dann tatsächlich hält. Hierzu bilden wir uns zunächst mit den Experten aus unserem Haus und der Wissen- schaft ein qualifiziertes Urteil. Bei den vielversprechenden neuen Angeboten schließen wir dann direkte Verträge, so dass unsere Kunden frühzeitig davon profitieren können – oft lange, bevor eine neue Leistung Teil der Regelversorgung wird. Kann die aktuelle Gesundheits- reform helfen, etwas gegen die Über-, Unter- und Fehlversorgung im Gesundheitssystem zu tun? Ballast: Es kommt darauf an, dass jeder Patient die passende Behandlung erfährt. Und dabei ist der wichtigste Schlüssel aus meiner Sicht ein gemein- sames Verständnis von Qualität: Wenn wir dies für unser Gesundheitssystem erreichen, gilt es, das Handeln der Leistungserbringer nach diesen qualitätsorientierten Maßstäben auszurichten. Dann können wir auch gezielt auf Leistungen verzichten, die wir nicht brauchen, und dafür Leistun- gen dort intensivieren, wo sie heute noch nicht ausreichend ankommen. In den nächsten Jahren werden wir hier sicherlich schon Veränderungen zum Besseren bemerken. Wie wird denn die Versorgung der Zukunft aussehen – gerade im Hinblick auf den demografischen Wandel? Ballast: Wir werden im Durchschnitt immer älter – das bedeutet zwei Dinge: Zum einen wird es einen höheren Anteil von altersassoziierten Erkran- kungen geben. Darauf müssen wir mit unserem Versorgungsangebot rea- gieren. Zum anderen werden wir einen höheren Anteil von Pflegebedürftigen bekommen, um die wir uns kümmern müssen. Da ist unser Anspruch, dass wir unseren Kunden dabei helfen, so lange wie möglich im häuslichen Umfeld bleiben zu können, ohne etwa in ein Pflegeheim gehen zu müssen. Herr Ballast, Sie haben für die Gesundheitsversorgung einen Wunsch geäußert: weniger Angst vor der Zukunft, etwas weniger Weltuntergangsrhetorik und mehr gemeinsames Zupacken. Wo genau wünschen Sie sich das? Ballast: Im Gesundheitswesen spielen große wirtschaftliche Interessen eine Rolle – da geraten die Patientenbedürf- nisse manchmal in den Hintergrund. Alle Beteiligten im Gesundheitswesen müssen sich gemeinsam noch stärker darauf fokussieren, was für den Patienten wirklich wichtig ist. Und das kann sehr gut unter der Führung von uns Krankenkassen passieren. Denn wir sind nicht gewinnorientiert, uns geht es nur darum, eine möglichst gute Versorgung zu organisieren. Wenn wir dafür dann auch am Ende von unseren Kunden mit Zuspruch und weiterem Wachstum belohnt werden, ist das natürlich umso schöner. „Echte Innovationen fördern – überflüssige Behandlungen einsparen.“
  • 27 Frank Storsberg ist Mitglied des Vorstands. Bei der TK ist er für den Privat- und Firmen- kundenservice sowie den Vertrieb verant- wortlich. Er gehört dem Vorstand seit dem 1. Oktober 2011 an. Der Krankenkassenfachwirt (Jahrgang 1965) war zuvor stellvertretender Vorstandsvorsit- zender der AOK PLUS. Frank Storsberg hat langjährige Berufs- und Führungserfahrung in der gesetzlichen Krankenversicherung. Nach unterschiedlichen Leitungsfunktionen – unter anderem bei der AOK Hessen und der AOK Thüringen – wurde er im Jahr 2002 in den Vorstand der AOK Thüringen berufen. Hier wirkte er drei Jahre lang als Alleinvorstand. Unser Ziel sind nicht viele, sondern vor allem zufriedene Kunden. Frank Storsberg Herr Storsberg, Ihr Interesse gilt dem Kunden, dem Kunden und nochmals dem Kunden. Wie setzt die TK sich beim Service von ihren Wettbewerbern ab? Storsberg: Das Wichtigste ist die Frage: Was nutzt es dem Kunden? Egal, ob Sie eine Entscheidung als Vorstand oder als Sachbearbeiter treffen – wenn uns diese hundertprozentige Kunden- fokussierung gelingt, merkt der Kunde das sehr schnell. Und wir fragen unsere Versicherten immer wieder, was ihnen noch fehlt und über welche Kanäle sie mit uns kommunizieren möchten. Das nehmen wir sehr ernst, und das ist der Grund, warum wir in den letzten Jahren diese hohe Kundenzu- friedenheit erreicht haben. Welche Rückmeldungen bekommen Sie – was möchte der Kunde von seiner TK? Storsberg: Der Kunde erwartet, dass er das, was er braucht, unkompliziert und unbürokratisch von uns bekommt. Ehrlich gesagt: Den Kontakt mit seiner Krankenkasse sucht man ja nur, wenn man muss. Und hier jeden einzelnen Kunden in seiner Situation abzuholen, das ist entscheidend. Ihm zu sagen: „Wir verstehen dein Problem, und wir bieten dir sehr schnell eine Lösung an – egal auf welchem Kanal du uns ansprichst.“ Sie sind der neue Marktführer. Wie schaffen Sie es, den Spagat zwischen rasantem Versicherten- wachstum und schnellem Service aufrechtzuerhalten? Storsberg: Schnell zu wachsen ist einfacher, als dann immer mehr Kunden auch über einen langen Zeitraum zu- friedenzustellen. Das gelingt nur, wenn Sie permanent an Ihrem Kundenge- schäft arbeiten und den Kunden immer im Vordergrund sehen. Das tun wir schon über viele Jahre, und deswegen bin ich überzeugt, dass wir diesen Spagat zwischen Wachs- tum und Kundenzufriedenheit noch lange aushalten können. Die TK will auch für den Kunden von morgen attraktive Services anbieten. Wo wird Ihr Fokus liegen? Storsberg: Das ist genau die Schwierigkeit: Wir können keinen ein- „Den Spagat zwischen Wachstum und Kundenzufriedenheit meistern.“ zelnen Fokus mehr legen, sondern müssen uns breit aufstellen. Der Kunde von morgen will telefonieren, er will die persönliche Ansprache in der Kundenberatung, er will seine Anliegen über das Internet erledigen. Und vielleicht will er uns auch mal eine Rückmeldung über Social Media- Kanäle geben. Insofern müssen wir jedem Kunden ermöglichen, nach seinem Gusto mit uns zu kommuni- zieren. Herr Storsberg: Ihr persönliches Ziel – im nächsten Jahr die neun Millionen? Storsberg: Die Marke von neun Millionen Versicherten werden wir schaffen, davon gehe ich fest aus. Aber das Wachstum ist kein Selbst- zweck. Unser Ziel muss es sein, nicht nur viele, sondern vor allem zufriedene Kunden zu haben. Und wenn diese dann als Promotoren weitere neue Kunden für uns gewinnen, ist das doch ein willkom- mener Anlass, auch die zehn Millionen anzustreben. Die Gespräche führte die Journalistin Ina Böttcher.
  • Wissenschaft, Politik und Gesellschaft „Nur vier von zehn sind im Alltag noch zu Fuß unterwegs.“ Turnschuhe oder Pumps? Weder noch: „Ab aufs Sofa“ lautet für jeden zweiten Berufstätigen die Devise, wenn es um den Feierabend geht. Das fand Forsa-Chef Professor Manfred Güllner für die TK heraus. Wie es neben dem Thema Bewegung um die Ernährung und Entspannung der Deutschen steht, hat das „Jahr der Gesundheit“ gezeigt. 28
  • 29 Wir Deutschen sind bewegungsfaul, essen ungesund und sind obendrein gestresst. Stimmt das? 2013 hat die Techniker Krankenkasse zum Jahr der Gesundheit gemacht und mit Forsa in drei Studien genau hingeschaut. Ernährung gerät zur Nebensache Den Auftakt machte im Februar 2013 die Studie „Iss was, Deutschland?“ und die zeigt ganz klar: Nur für jeden zweiten Menschen in Deutschland hat das Essen einen hohen Stellenwert. Es gilt das Prinzip „Hauptsache lecker“ – zumindest bei 45 Prozent der Befragten. Für eine gesunde Ernährung muss man nicht gleich zum Asketen werden, findet TK-Chef Dr. Jens Baas. „Aber Ernährung muss in unserem Alltag wieder mehr Raum bekommen. Dabei geht es nicht um stundenlange Zeitfenster, sondern darum, dass man in dem Moment bei der Sache ist“, so der Mediziner. Viel sitzen, wenig Bewegung Kleine Ernährungssünden fallen weni- ger ins Gewicht, wenn dem ein Aus- gleich gegenübersteht. Doch die Sport- muffel der Nation sind in der Mehrheit: 52 Prozent der Deutschen treiben nie oder nur selten Sport, wie die TK-Studie „Beweg dich, Deutschland!“ gezeigt hat. Und zu allem Überfluss sitzen die Bundesbürger durchschnittlich mehr als drei Stunden in ihrer Freizeit vor Fernseher, PC und Tablet. Auch die Nebenbeibewegung kommt für viele zu kurz. Der Grund: Es gilt, im ohnehin stressigen Alltag Zeit zu sparen. Daher lassen die Deutschen auf ihren alltäglichen Wegen lieber den Auto- motor arbeiten als die eigenen Mus- keln. Insgesamt kommen zwei Drittel somit auf nicht einmal eine Stunde Bewegung am Tag – den Arbeitsweg oder den Gang zum Kopierer bereits inbegriffen. Genau hier kann man anset- zen, findet Olympiasiegern Magdalena Neuner. Das bedeutet nicht zwangs- läufig, dass man Gewichte stemmen oder joggen gehen muss. „Schon ein kleines bisschen mehr Bewegung im Alltag macht solch einen großen Unterschied“, ist die ehemalige Biath- letin überzeugt. Sie stellte zusammen mit der TK im Juli 2013 die Ergeb- nisse vor und engagiert sich für die gemeinsame Kampagne „Wer sich bewegt, gewinnt!“. Bei Stress auf Alarmsignale achten Alles in allem scheinen die Deutschen also ganz schön unter Strom zu stehen. Die TK-Studie „Bleib locker, Deutsch- land!“ hat genau das für die Mehrheit der Deutschen bestätigt. Fast sechs von zehn empfinden ihr Leben als stressig. Vier von zehn fühlen sich richtiggehend abgearbeitet und ver- braucht und knapp ein Drittel spricht sogar von „ausgebrannt“. Der größte Stressfaktor ist der Job, aber viele – vor allem Frauen – setzen die eigenen hohen Ansprüche und private Konflikte unter Druck. Wenn der Stress nicht mehr anspornt, sondern einen lähmt, stellen sich weitere Probleme ein. Je höher der Stresslevel, desto mehr Menschen sind von Schlafstörun- gen, Kopfschmerzen, Magenbeschwer- den und Co. betroffen. Der ehemalige Skisprungweltmeister Sven Hannawald ist in diese negative Spirale geraten – bis hin zum Burn-out. „Ich kann nur jedem raten, achtsam zu sein und schon früh auf die ersten Alarmsignale zu reagieren“, empfiehlt er. „Entschei- dend ist, dass Belastungsfaktoren auch Energiequellen gegenüberste- hen“, so TK-Chef Baas. 2014 geht es weiter Alle drei Studien haben gezeigt: Es ist noch Luft nach oben. Baas: „Auch über das Jahr der Gesundheit hinaus wollen wir unsere Versicherten bei den drei großen Themen Ernährung, Bewegung und Entspannung unterstützen, zum Beispiel mit unserem TK-Gesund- heitsCoaching.“ Es muss ja kein Marathon sein – aber schon ein kleines bisschen mehr Bewegung im Alltag macht solch einen großen Unterschied. Magdalena Neuner stellte gemeinsam mit der TK die Studie „Beweg dich, Deutschland!“ vor. Beweg Dich, Deutschland! TK-Studie zum Bewegungsverhalten der Menschen in Deutschland Iss was, Deutschland? TK-Studie zum Ernährungsverhalten der Menschen in Deutschland Bleib locker, Deutschland! TK-Studie zur Stresslage der Nation Jeder Zweite unter Druck „Ich bin gestresst ...“ 37% 29% 13% 20% 1%Selten Nie Weiß nicht/keine Angabe Häufig Manchmal
  • 30 Wissenschaft, Politik und Gesellschaft Herr Professor Gerlach, Sie sind seit gut einem Jahr der Vorsitzende des neu berufenen Wissenschaftli- chen Beirats der TK. Was hat Sie an der Aufgabe gereizt? Gerlach: Vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis macht die Auf- gabe sehr interessant. Wir analysieren unterschiedliche Facetten unseres Gesundheitssystems und informieren den Vorstand über neueste Entwick- lungen in Forschung und Wissen- schaft, die für die TK und ihre Versi- cherten aus strategischen Gründen wichtig sind. Dabei lernen auch wir als Wissen- schaftler dazu – beispielsweise über die praktischen Herausforderungen einer Krankenkasse bei der Umset- zung von Gesetzen und Verträgen oder auch im Umgang mit Kunden. Das ist schon sehr spannend. Auch der direkte Austausch mit den Bei- ratskollegen, die ja allesamt renom- mierte Fachleute sind, macht immer wieder Spaß. Außerdem überraschen gerade Professor Klink aus den Nie- derlanden und Professor Valderas aus Großbritannien mit ihrem ganz ande- ren Blick auf das deutsche Gesund- heitssystem und bereichern damit die Diskussionen im Beirat. Der Beirat hat sehr viel zu Fragen der Versorgungsqualität gearbei- tet. Was ist Ihnen da besonders wichtig? Gerlach: In den jüngsten Sitzungen haben wir uns intensiv mit der Quali- tät im Gesundheitswesen befasst. Das hört sich zunächst einfach an, aber es ist gar nicht so leicht, Qualität im Gesundheitswesen zu definieren und zu messen. Die Sichtweisen bei- spielsweise der niedergelassenen Ärzte, der Krankenhäuser und der Krankenkassen sind bei dem Thema teilweise sehr unterschiedlich. Hier im Interesse der Patienten auf einen gemeinsamen Nenner zu kommen, ist eine ständige Herausforderung. „Wir schlagen eine Brücke zwischen der TK und der Wissenschaft.“ Wir haben uns unter anderem mit den deutlich steigenden Zahlen der Klinik- aufenthalte und operativen Eingriffe befasst. Die Frage ist: Wie können wir zukünftig dafür sorgen, dass weder zu viel noch zu wenig gemacht wird? Ziel muss sein, dass zum einen allen Patienten möglichst optimal geholfen wird und zum anderen unnötige Ein- griffe unterbleiben. Was sind aus Ihrer Sicht die wich- tigsten Themen für die Gesund- heitsversorgung der Zukunft? Gerlach: Eines der wichtigen Zukunftsthemen, mit denen große Hoffnungen und Erwartungen verbun- den sind, ist das Thema personalisier- te oder genauer stratifizierende Medi- zin. Dabei geht es beispielsweise darum, dass bei einem Krebspatien- ten vor einer Chemotherapie zunächst eine Genanalyse vorgenommen wird, um zu prüfen, ob bei diesem Patien- ten überhaupt ein Nutzen durch die Behandlung zu erwarten ist. Wie gesagt: Die Erwartungen bei diesem Thema sind enorm. Bisher gibt es aber vielfach noch keine aussagekräf- tigen Studien, die einen Nutzen bele- gen können. Außerdem müssen wir die in Deutschland bisher strikten Grenzen zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern abbauen und die hausärztliche Versorgung, vor allem im ländlichen Raum, sicherstellen. Mit Blick auf eine Gesellschaft des län- geren Lebens und eine damit einher- gehende Zunahme von chronisch Kranken wird daran meiner Ansicht nach in den kommenden Jahren kein Weg vorbeiführen. Das wird, neben zahlreichen anderen Themen, mit Sicherheit auch den Beirat intensiv beschäftigen. Wir müssen die strikten Grenzen zwischen niedergelassenen Ärzten und Krankenhäusern abbauen. Professor Dr. Ferdinand Gerlach, Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der TK. Der 53-Jährige ist seit 2004 Direktor des Instituts für Allgemeinmedizin an der Goethe-Univer- sität Frankfurt am Main und Vorsitzender des Sachverständigenrates zur Begutachtung der Entwicklung im Gesundheitswesen. Der Wissenschaftliche Beirat der TK In dem Wissenschaftlichen Beirat sind sieben renommierte Profes- soren aus unterschiedlichen Fach- richtungen – unter anderem aus Gesundheitsökonomie, Versor- gungsforschung und Medizin – vertreten. Die Mitglieder analysie- ren neue Erkenntnisse der Gesundheits- und Versorgungs- forschung. Sie werden alle zwei Jahre (zuletzt 2013) vom TK-Vor- stand berufen und treffen sich jährlich zu zwei Sitzungen. Seine Mitglieder: Prof. Dr. Fer- dinand Gerlach, Universität Frank- furt am Main (Vorsitz), Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Universität Bielefeld, Prof. Dr. Ab Klink, Co- öperatie VGZ UA (Versicherungs- konzern in den Niederlanden), Prof. Dr. Wolf-Dieter Ludwig, HELIOS Klinikum Berlin, Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Universität Hamburg, Prof. Dr. José Valderas, University of Exeter (Großbritan- nien), Prof. Dr. Eberhard Wille, Universität Mannheim Vor allem die Kombination aus Theorie und Praxis macht die Aufgabe sehr interessant. Professor Dr. Ferdinand Gerlach Ziel muss sein, dass allen Patienten optimal geholfen wird und gleichzeitig unnötige Eingriffe unterbleiben. Professor Dr. Ferdinand Gerlach Pay-for-Performance Prävention ArArznz eimittelversorgung QuQualitätt KrKranankenhauauspsplanung ZwZweie tmeie nuung VeVersrsorgungngsstruktur Rehabiilitation Innovationsforschung Hausärzte VeVersrsororgugungngsvsverertrträgägee EnEntlt asassmsmannaagememenentt Pflege Patiienenenennteteteteteteensnsnsnssnsiciciciccicheheheheerhrhhrhhrheieieieeiittttt
  • 31 Jede siebte Erwerbsperson in Deutsch- land ist bei der TK versichert – das sind über 4,1 Millionen Menschen. Gemeinsam kamen sie 2013 auf über 4,6 Millionen Krankschreibungen mit insgesamt 60,3 Millionen Fehltagen. Statistisch gesehen war damit jeder von ihnen fast 15 Tage arbeitsunfähig. Jeder zehnte Fehltag geht auf Rückenleiden zurück Verantwortlich dafür sind zu einem großen Teil Rückenschmerzen. Nach Atemwegsinfektionen und depressiven Episoden stehen sie auf der Liste der Ursachen für Fehlzeiten an dritter Stelle. Insgesamt geht fast jeder zehnte Fehl- tag auf Rückenbeschwerden zurück. Deshalb sind die Rückenbeschwerden auch Schwerpunkt des TK-Gesund- heitsreports 2014, der jedes Jahr die Krankschreibungen und Arzneimittel- verordnungen aller bei der TK versi- cherten Erwerbspersonen analysiert. Deutschland hat Rücken Von Rückenbeschwerden betroffen sind traditionell vor allem Beschäftigte aus Branchen, in denen körperlich hart gearbeitet wird, wie der Bau- oder der Metallbranche. Immer häu- figer trifft es aber auch die Menschen in Jobs, in denen gerade der Mangel an Bewegung für Rückenprobleme sorgt. Fast jeder zweite Arbeitsplatz in Deutschland ist mittlerweile ein Bild- schirmarbeitsplatz. Die mobile Kom- munikation hat in der Arbeitswelt vor allem dafür gesorgt, dass die Beschäf- tigten immer immobiler werden. Die TK möchte dies ändern und setzt sich deshalb für einen bewegteren Alltag während der Arbeit und nach Feierabend ein. Neben dem Engage- ment im betrieblichen Gesundheits- management gibt es viele Kursange- bote wie das Allroundtraining „Rücken basic“, „Rücken plus“ mit integriertem Gerätetraining sowie den interaktiven Onlinetrainer „TK-FitnessCoach“. Trotz früher (Zusatz-)Nutzenbewer- tung, die der Gesetzgeber mit dem Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat, liegen bei Markteinführung oft keine ausrei- chenden Erkenntnisse vor, welchen therapeutischen Fortschritt neue Arz- neimittel im Versorgungsalltag dar- stellen. Das zeigt der Innovationsre- port 2014, den Wissenschaftler der Universität Bremen mit Unterstützung der TK erarbeitet haben. Von den 20 untersuchten Wirkstoffen haben Hersteller im Nachhinein für acht von ihnen Warnhinweisschreiben verschickt. Dr. Jens Baas, TK-Vor- standsvorsitzender: „Eine einmalige Bewertung neuer Arzneimittel reicht im Grunde nicht aus. Was wir brau- chen, sind weitere Spätbewertungen mit Erfahrungen aus dem Versor- gungsalltag, um den tatsächlichen Nutzen neuer Medikamente besser einschätzen zu können.“ Nur drei Wirkstoffe bringen therapeutischen Fortschritt Für den Report haben Studienleiter Professor Dr. Gerd Glaeske und sein Team Wirkstoffe untersucht, die 2011 auf den deutschen Markt kamen. Davon sind nur drei Wirkstoffe als therapeutischer Fortschritt einzustu- Innovationsreport: Neues ist nicht immer besser fen. Glaeske: „Die Ergebnisse fallen insgesamt betrachtet eher beschei- den aus. Da tröstet es kaum, dass der Jahrgang 2010 noch schlechter abge- schnitten hat.“ Ein Sonderkapitel befasst sich mit der stratifizierenden, also personalisierten Medizin. Denn es werden vermehrt Arzneimittel zugelassen, für die man erst einen Biomarker-Test machen muss. „Das Thema weckt bei vielen Menschen große Hoffnungen – natür- lich besonders bei Schwerkranken“, sagt Professor Dr. Wolf-Dieter Lud- wig, Vorstandsvorsitzender der Arz- neimittelkommission der deutschen Ärzteschaft. Vor allem in der Krebsmedizin kommen vermehrt Arzneimittel auf den Markt, deren Einsatz mit einem spezifischen Biomarker-Test verknüpft ist. „Wichtig ist aber, dass ein eindeutiger Zusam- menhang zwischen der Patientenaus- wahl per Biomarker und dem Behand- lungserfolg immer durch ein geeignetes Studiendesign nachgewiesen wird.“ Personalisierte Medizin: Das Thema weckt bei vielen Menschen große Hoffnungen. Professor Dr. Wolf-Dieter Ludwig Volkskrankheit Rückenleiden Anteil der Diagnosen an den AU-Tagen in Prozent Übrige Diagnosen Rückenleiden insgesamt; davon: Rückenschmerzen 5,2 % Bandscheibenschäden 2,3 % Sonstige Krankheiten des Rückens und der Wirbelsäule 1,8 % 90,8% 9,2% Professor Dr. Gerd Glaeske, Zentrum für Sozial- politik der Universität Bremen, Dr. Jens Baas, TK-Vorstandsvorsitzender, und Professor Dr. Wolf- Dieter Ludwig, Vorstandsvorsitzender der Arznei- mittelkommission der deutschen Ärzteschaft (von links)
  • Die Selbstverwaltung „Juhuu – ich hab neue Fußballschuhe!“ Gleich zwei Schecks über jeweils 160 Euro flatterten bei Familie Clasen im Februar 2014 ins Haus: Denn Julius’ Eltern sind beide TK-Mitglieder. Gefreut hat das nicht nur die Erwachsenen. Julius durf- te sich gleich mal neue Fußballschuhe aussuchen, Schwester Emilia ist leidenschaftliche Schwimme- rin; für sie gab es einen neuen Badeanzug für den nächsten Schwimm-Wettkampf. 32
  • 33 Von alternativen Arzneimitteln und Osteopathie über sportmedizinische Untersuchungen bis zu einem Zuschuss zu künstlichen Befruch- tungen und der Hebammenrufbereit- schaft: In der ersten Hälfte ihrer aktu- ellen Legislaturperiode haben die Selbstverwalter der Techniker Kran- kenkasse einen ganzen Strauß an neuen Leistungen für die TK-Kunden beschlossen. Dabei immer im Blick: das Wohl und die Wünsche der Versi- cherten, die sie 2011 bei der letzten Sozialwahl als ihre Interessenvertreter gewählt haben. „Wir legen großen Wert darauf, jeden gesetzlich mög- lichen Gestaltungsspielraum für unse- re Kunden – Versicherte wie Arbeitge- ber – auszuschöpfen, um ihnen die zusätzlichen Leistungen anzubieten, die ihnen am Herzen liegen“, sagt der alternierende Vorsitzende des TK-Ver- waltungsrats Dominik Kruchen. Über eine Milliarde Euro Dividende Besonders geprägt hat die erste Halb- zeit ihrer Amtsperiode auch ein wei- terer Beschluss der ehrenamtlichen Selbstverwalter: die Entscheidung für den größten Scheckversand in der Geschichte der TK. Eine Dividende in Höhe von insgesamt über einer Milli- arde Euro haben die TK-Mitglieder Anfang 2014 von ihrer Krankenkasse erhalten. Möglich war dies, da die TK ihre Orga- nisationsstrukturen und Geschäftspro- zesse frühzeitig auf den Prüfstand gestellt und an den Maßstäben eines modernen Wirtschaftsunternehmens ausgerichtet hat. Märtens: „Dadurch arbeitet die TK seit vielen Jahren höchst effizient und mit vergleichs- weise niedrigen Verwaltungskosten.“ Die starke Stimme der TK-Versicherten Immer wieder hat der Staat in den letzten Jahren jedoch in die Gestal- tungsspielräume der Selbstverwal- tung in der gesetzlichen Krankenversi- cherung eingegriffen. Ein Beispiel: der einheitliche Beitragssatz für alle Kran- kenkassen, den der Gesetzgeber seit 2009 festgelegt hat. „Solche Ten- denzen können und dürfen wir nicht hinnehmen“, sagt Dominik Kruchen. Lautstark schalten seine Verwaltungs- ratskollegen und er sich deshalb in politische Diskussionen ein, wenn sie den Interessen der TK und ihrer Kun- den zuwiderlaufen. So begrüßt Kruchen sehr, dass die Poli- tik dieses Rad inzwischen bereits wie- der ein Stück weit zurückgedreht hat: 2015 dürfen die Krankenkassen – und damit schlussendlich die Interessenver- treter der Versicherten und Arbeitge- ber in den Verwaltungsräten – zumin- dest wieder die Höhe des prozentualen zusätzlichen Beitragssatzes festlegen, der über den gesetzlich festgelegten Grundbeitrag hinausgeht. In Fragen wie diesen zeigen die Selbst- verwalter der TK klare Kante – auch gegenüber der Politik. Zum Beispiel mit einem Zehn-Punkte-Papier zum Schutz der Patientenrechte und insbe- sondere mit ihrem Positionspapier „Die Zukunft gestalten – ein Plädoyer für ein zukunftsgerichtetes und wett- bewerbliches Gesundheitssystem“. Wettbewerb und Solidarität „Unser Ziel ist ein wettbewerbliches Gesundheitssystem, das im Einklang mit dem Solidargedanken steht“, so Dieter F. Märtens. Der Schiffbauinge- nieur macht sich bereits seit vielen Jahren für die Interessen der TK-Ver- sicherten stark und erhielt 2013 für sein ehrenamtliches Engagement das Bundesverdienstkreuz. Mit Engeln, Herzen und Rosen | Zigtau- sende TK-Mitglieder sagten per Postkarte „Danke“, nachdem die Dividende-Schecks bei ihnen ins Haus flatterten. Darüber freute sich nicht nur Danny Hempe aus dem Dividende-Projektteam, sondern auch alle anderen TKler. Das war eine tolle Überraschung, als wir die beiden Schecks über 160 Euro in der Post hatten. Ein schönes Erlebnis hatten wir dann auch beim Einlösen der Schecks: In unserer Bank standen doch glatt noch andere mit der gleichen Post. Das hat unter uns Kunden für richtig gute Laune und erfreulichen Gesprächsstoff gesorgt. Indra Clasen, TK-Mitglied seit 2001, mit ihrem Sohn Julius Mit der TK-Dividende betei- ligen wir die Mitglieder an unserem Unternehmenserfolg. Dieter F. Märtens, alternierender Vorsitzender des TK-Verwaltungsrats Das bringt wieder mehr Wettbewerb ins System – und davon profitieren unsere Kunden. Dominik Kruchen, alternierender Vorsitzender des TK-Verwaltungsrats
  • 34 Die Selbstverwaltung Was macht eigentlich ein Verwal- tungsrat? Diese Frage stellten sich Schülerinnen und Schüler des Ham- burger Wilhelm-Gymnasiums – und zogen mit der Filmkamera los. Bei einer Sitzung der TK-Selbstverwaltung erfuhren sie nicht nur, dass die Sozial- wahl – nach der Bundestags- und der Europawahl – die drittgrößte Wahl in Deutschland ist. Sie lernten auch, dass sie dabei sogar schon mit 16 wählen dürfen – und so mitbestim- men können, wer ihre Interessen bei ihrer Krankenkasse vertreten soll. Den Film gibt es in der digitalen Fassung des Geschäftsberichts. www.tk.de/geschaeftsbericht Schüler filmen Demokratie Gelebte Demokratie So wählen die TK-Mitglieder ihre Vertreter in den Verwaltungsrat: Quelle/Grafik: Techniker Krankenkasse Vorstand Verwaltungsrat Arbeitgeber 6,4 Mio.TK-Mitglieder ab 16 Jahren Wählt und kontrolliert Bildet Haupt- ausschuss Finanz- ausschuss Sozialpolitischer Ausschuss Widerspruchs- ausschüsse Bereiten Entscheidungen vor 15 15 Entscheiden über Widersprüche Ich finde es toll, dass sich die Jugendlichen an solch ein auf den ersten Blick doch sperriges Thema wie die Selbstverwaltung der Krankenkassen herangewagt haben. Gerard Wolny ist ehrenamtlicher Versichertenvertreter im Verwaltungsrat der TK und stellte sich gerne den Fragen der Schüler.
  • 35 Versichertenvertreter Dieter F. Märtens, Offenbach, alternierender Vorsitzender Rosemie Bilz, Radebeul Detlef Decho, Syke Peter Duchene, Großrosseln Friedrich Gosewinkel, Hamm Karla Hasenauer, Suhl Petra Rahmann, Bochum Bärbel Richling, Bremen Bianca Schiwnak, Altenau Norbert Schneider, Schwerin Harald Schulte, Königswinter Gertrude Slovinec, München Erika Streit, Köln Johanna Vieweg, Dresden Gerard Wolny, Remagen Die Mitglieder des TK-Verwaltungsrats Der Hauptausschuss bereitet die Sitzungen des Verwaltungs- rats vor und überwacht die Ausführung seiner Beschlüsse. Unter anderem legt er die Rahmendaten fest, auf deren Basis der Haushalt kalkuliert wird, regelt die Anstellungsbedingungen der Vor- stände und entsperrt Haushaltsmittel. Dominik Kruchen*, Dieter F. Märtens*, Rainer Bruns, Karla Hasenauer, Jörg Henschen, Udo Nicolay, Petra Rahmann, Harald Schulte Der Finanzausschuss kümmert sich um alle Fragen rund ums Geld. Zum Beispiel bereitet er die jähr- liche Entscheidung über den Haushalt vor. Außerdem überwacht er die Finanz- entwicklung, befasst sich mit den finanziellen Auswirkungen von Geset- zen und bereitet finanzpolitische Emp- fehlungen und Beschlüsse vor. Rosemie Bilz*, Klaus H. Kober*, Det- lef Decho, Joachim Feldmann, Bär- bel Richling, Dr. Anne Scholz Der Sozialpolitische Ausschuss hat die Satzung der TK und die gesundheitspolitischen Entwick- lungen fest im Blick. Soll die Satzung geändert, ergänzt oder ganz neu- gefasst werden, bereitet er dies vor. Außerdem kümmert sich der Aus- schuss darum, das Leistungsangebot der TK kontinuierlich im Interesse der Versicherten weiterzuentwickeln. Helmut Fitzke*, Harald Schulte*, Wilfried Grunau, Franz Neubrand, Volker Rosenberger, Erika Streit Die Widerspruchsausschüsse bieten den TK-Versicherten die Mög- lichkeit, Entscheidungen der Verwal- tung überprüfen zu lassen. Das Besondere bei der TK: Alle Mitglieder sind ehrenamtlich tätig, während bei vielen anderen Krankenkassen auch hauptamtliche Mitarbeiter im Wider- spruchsausschuss Sitz und Stimme haben. A: Professor Dr. Martin Spülbeck*, Marion Tögel*, Volker Rosenber- ger, Gertrude Slovinec B: Roland Unzeitig*, Gerard Wolny*, Rainer Bruns, Johanna Vieweg C: Karla Hasenauer*, Rainer Hoff- mann*, Christina Hömke, Ditmar Starnitzki D:Peter Duchene*, Hanns-Jürgen Redeker*, Christian Eichhorn, Friedrich Gosewinkel E: Franz Neubrand*, Michael Reese*, Birgit Huster, Rainer Tietz * Alternierende Vorsitzende ihres Ausschusses. Arbeitgebervertreter Dominik Kruchen, Düsseldorf, alternierender Vorsitzender Heiner Bögemann, Bremen Rainer Bruns, Nordstrand Joachim Feldmann, Oldenburg Helmut Fitzke, Woggersin Wilfried Grunau, Edewecht-Friedrichsfehn Jörg Henschen, Bremen Klaus H. Kober, Rheinmünster Udo Nicolay, Pinneberg Volker Rosenberger, Herford Dr. Anne Scholz, Berlin Johannes Seiboldt, Nidda Rainer Tietz, Bottrop Roland Unzeitig, Wettmershagen Bernd Wegner, Riegelsberg 15 ZI HSH 12 TKG 1 ver.di 1 IGM 1 ACA Arbeitgebervertreter Versichertenvertreter Zusammensetzung der Selbstverwaltung Versichertenvertreter TKG (12 Sitze) TK-Gemeinschaft, unabhängige Versichertengemeinschaft der Techniker Krankenkasse e.V. ver.di (1 Sitz) Vereinte Dienstleistungs- gewerkschaft IGM (1 Sitz) Industriegewerkschaft Metall ACA (1 Sitz) Katholische Arbeitnehmer- Bewegung (KAB) Deutschlands e.V., Kolpingwerk Deutschland, Bundes- verband Evangelischer Arbeitnehmer- organisationen e.V. Arbeitgebervertreter ZI HSH (15 Sitze) Zahntechniker-Innung Hamburg und Schleswig-Holstein
  • Finanzen Gesunde Finanzen, steigende Kundenzahlen Immer mehr Menschen schenken ihr Vertrauen der TK: Um rund 420.000 Versicherte ist die TK im Jahr 2013 gewachsen. Das entspricht einem Zuwachs von mehr als fünf Prozent. Gleichzeitig konnte die TK fast eine halbe Milliarde Euro Dividende an ihre Mitglieder ausschütten und sie so an ihrer guten Finanzsituation beteiligen. Und: 2013 hat sie dies auch schon für das Jahr 2014 beschlossen. 36
  • Abnahmen Der Verwaltungsrat hat die Jahres- rechnung 2013 der Techniker Krankenkasse und die Jahres- rechnung 2013 der Techniker Krankenkasse Pflegeversicherung abgenommen und dem Vorstand dafür Entlastung erteilt. Juli 2014 Dominik Kruchen Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der TK und der TK-Pflegeversicherung Dieter F. Märtens Alternierender Vorsitzender des Verwaltungsrats der TK und der TK-Pflegeversicherung 37 In der Jahresrechnung – so heißt die Bilanz der TK formell – werden die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage dargestellt, die Prüfung wird von einer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft nach handelsrechtlichen Vorschriften durchgeführt. Auch für die Bilanz 2013 haben die Wirtschaftsprüfer der TK einen uneingeschränkten Bestäti- gungsvermerk erteilt. Sie vermittelt ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage. 479 Millionen Euro Dividende für TK-Mitglieder Knapp 19,6 Milliarden Euro hat die TK im Jahr 2013 ausgegeben. Dem stan- den Erträge in Höhe von gut 19,4 Milliar- den Euro entgegen. Unter dem Strich steht somit ein Minus von 113 Millio- nen Euro. Dieses Minus war geplant, denn für 2013 hat die TK eine Dividende von insgesamt 479 Millionen Euro an ihre Mitglieder ausgezahlt – bis zu 80 Euro je Mitglied. Das war die größte Beitragsrückzahlung, die es bei einer Krankenkasse bisher gegeben hat. Die Leistungsausgaben erreichten 2013 den Rekordwert von 17,8 Milliarden Euro. Das entspricht einem Zuwachs von 5,8 Prozent je Versicherten. Eine besonders hohe Steigerungsrate wei- sen mit 13,7 Prozent je Versicherten die Ausgaben für die ambulante ärzt- liche Behandlung auf; hier spiegelt sich insbesondere der Wegfall der Praxisgebühr zum Jahresbeginn wider, für den sich die TK nachdrück- lich stark gemacht hatte. Der Kranken- hausbereich überstieg 2013 deutlich die Marke von fünf Milliarden Euro, und die Arzneimittel blieben nur knapp unter drei Milliarden Euro. Täg- lich stellt die TK 49 Millionen Euro für die gesundheitliche Versorgung ihrer Versicherten zur Verfügung. Verwaltungskosten stabil Die Verwaltungskosten blieben 2013 mit rund 130 Euro je Versicherten gegenüber dem Vorjahr unverändert. Damit liegen sie deutlich unter dem Durchschnitt der gesetzlichen Kranken- versicherung (141 Euro). Auch 2013 wird durch einen Sondereffekt bei den Pensionsrückstellungen geprägt. Ohne diesen lägen die TK-Verwaltungskosten bei rund 107 Euro je Versicherten. Jede Krankenkasse ist gesetzlich verpflich- tet, Pensionsrückstellungen zu bilden. Die TK hat die gute Finanzsituation 2012 und 2013 genutzt, um sie schnel- ler als vorgeschrieben zu dotieren. Weiterhin positive Mitglieder- entwicklung Um 353.000 Mitglieder und insge- samt 420.000 Versicherte ist die TK im Jahr 2013 gewachsen. Das ent- spricht einer Steigerung von 5,9 beziehungsweise 5,1 Prozent. Pflegeversicherung Die Pflegeversicherung ist eine eigen- ständige Organisation unter dem Dach der TK, daher legt sie auch eine separate Jahresrechnung vor. Während die Leistungsausgaben bei 934 Millio- nen Euro lagen, waren traditionell auch 2013 die Überweisungen an den Ausgleichsfonds der größte Ausgaben- posten in der Bilanz: Mit insgesamt 2,1 Milliarden Euro hat sie damit andere Pflegekassen unterstützt. Mitglieder- und Versichertenentwicklung Stichtag Jahresdurchschnitt 01.01.2013 01.01.2014 2012 2013 Pflichtversicherte 3.570.074 3.799.319 3.481.715 3.678.285 Freiwillig Versicherte 1.215.151 1.282.753 1.190.594 1.251.509 Versicherungspflichtige Rentner 1.180.731 1.237.335 1.152.378 1.204.632 Mitglieder insgesamt 5.965.956 6.319.407 5.824.687 6.134.426 % zum Vorjahr + 4,6 + 5,9 + 5,7 + 5,3 Familienangehörige 2.294.482 2.360.701 2.285.579 2.333.658 Versicherte insgesamt 8.260.438 8.680.108 8.110.266 8.468.084 % zum Vorjahr + 3,6 + 5,1 + 4,3 + 4,4
  • 38 Finanzen Vermögensrechnung 2012 2013 Aktiva in Tsd. Euro A. Langfristiges Vermögen I. Verwaltungsvermögen 293.359 296.146 II. Mittel der Rückstellungen 1.119.238 1.421.645 III. Andere Geldanlagen 3.362.928 4.423.463 B. Kurzfristiges Vermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 602.307 622.735 II. Wertpapiere 2.403.063 2.039.179 III. Kassenbestand und Giroguthaben 12.968 26.502 C. Rechnungsabgrenzungsposten 10.872 18.722 D. Sondervermögen AAG-Kassen 406.058 392.900 8.210.794 9.241.292 Passiva in Tsd. Euro A. Netto-Reinvermögen 3.964.618 3.851.485 B. Rückstellungen 1.119.238 1.421.645 C. Verpflichtungen 2.706.021 3.561.024 D. Rechnungsabgrenzungsposten 14.859 14.238 E. Sondervermögen AAG-Kassen 406.058 392.900 8.210.794 9.241.292 In dieser und in den folgenden Tabellen sind Rundungsdifferenzen möglich.
  • 39 Vermögen 2012 2013 Netto-Reinvermögen in Tsd. Euro 3.964.618 3.851.485 je Versicherten in Euro 488,84 454,82 % zum Vorjahr je Versicherten + 28,1 - 7,0 davon: Betriebsmittel 2.950.659 2.649.640 je Versicherten in Euro 363,82 312,90 % zum Vorjahr je Versicherten + 38,7 - 14,0 Rücklagen 720.600 825.700 je Versicherten in Euro 88,85 97,51 % zum Vorjahr je Versicherten + 6,6 + 9,7 Verwaltungsvermögen inkl. 293.359 376.146 Investitionsrücklage je Versicherten in Euro 36,17 44,42 % zum Vorjahr je Versicherten + 0,5 + 22,8 Erfolgsrechnung 2012 2013 in Tsd. Euro 1. Zuweisungen aus dem Gesundheitsfonds 18.109.682 19.291.115 2. Erstattungen 31.993 35.759 3. Einnahmen aus Ersatzansprüchen 51.404 48.787 4. Leistungsaufwand 16.131.802 17.822.546 5. Verwaltungskosten 1.057.224 1.104.348 6. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 1.004.054 448.767 7. Zinsergebnis 62.981 35.023 8. sonstige Einnahmen 27.325 14.798 9. sonstige Ausgaben 95.949 132.297 10. Aufwendungen für Prämienauszahlungen 0 479.424 11. Jahresüberschuss/Jahresfehlbetrag 998.410 - 113.133
  • 40 Finanzen Einnahmen und Ausgaben 2012 2013 Einnahmen im Detail Gesamtsumme absolut in Tsd. Euro 18.297.720 19.438.404 je Versicherten in Euro 2.256,12 2.295,49 % zum Vorjahr je Versicherten + 4,5 + 1,7 davon: Zuweisungen aus dem absolut in Tsd. Euro 18.109.682 19.291.115 Gesundheitsfonds je Versicherten in Euro 2.232,93 2.278,10 % zum Vorjahr je Versicherten + 4,6 + 2,0 Sonstige Einnahmen absolut in Tsd. Euro 188.038 147.288 je Versicherten in Euro 23,19 17,39 % zum Vorjahr je Versicherten - 2,7 - 25,0 Ausgaben im Detail Gesamtsumme absolut in Tsd. Euro 17.299.310 19.551.536 je Versicherten in Euro 2.133,01 2.308,85 % zum Vorjahr je Versicherten + 0,5 + 8,2 davon: Leistungsausgaben absolut in Tsd. Euro 16.131.802 17.822.546 je Versicherten in Euro 1.989,06 2.104,67 % zum Vorjahr je Versicherten + 3,5 + 5,8 davon: Ärztliche Behandlung absolut in Tsd. Euro 3.050.740 3.621.379 je Versicherten in Euro 376,16 427,65 % zum Vorjahr je Versicherten + 2,5 + 13,7 Zahnärztliche Behandlung absolut in Tsd. Euro 1.157.921 1.255.176 ohne Zahnersatz je Versicherten in Euro 142,77 148,22 % zum Vorjahr je Versicherten + 1,0 + 3,8 Zahnersatz absolut in Tsd. Euro 308.301 318.200 je Versicherten in Euro 38,01 37,58 % zum Vorjahr je Versicherten - 3,5 - 1,1 Arzneimittel absolut in Tsd. Euro 2.681.857 2.923.724 je Versicherten in Euro 330,67 345,26 % zum Vorjahr je Versicherten + 3,8 + 4,4 Hilfsmittel absolut in Tsd. Euro 579.774 623.204 je Versicherten in Euro 71,49 73,59 % zum Vorjahr je Versicherten - 1,8 + 2,9 Heilmittel absolut in Tsd. Euro 508.241 561.558 je Versicherten in Euro 62,67 66,31 % zum Vorjahr je Versicherten - 2,9 + 5,8
  • 41 2012 2013 Krankenhausbehandlung absolut in Tsd. Euro 5.020.947 5.473.035 je Versicherten in Euro 619,09 646,31 % zum Vorjahr je Versicherten + 3,5 + 4,4 Krankengeld absolut in Tsd. Euro 1.102.026 1.183.600 je Versicherten in Euro 135,88 139,77 % zum Vorjahr je Versicherten + 9,8 + 2,9 Fahrkosten absolut in Tsd. Euro 262.240 302.618 je Versicherten in Euro 32,33 35,74 % zum Vorjahr je Versicherten + 4,3 + 10,5 Vorsorge- und absolut in Tsd. Euro 243.211 254.125 Rehabilitationsleistungen je Versicherten in Euro 29,99 30,01 % zum Vorjahr je Versicherten + 6,7 + 0,1 Schutzimpfung absolut in Tsd. Euro 171.534 137.940 je Versicherten in Euro 21,15 16,29 % zum Vorjahr je Versicherten + 13,4 - 23,0 Früherkennungsmaßnahmen absolut in Tsd. Euro 249.871 251.018 je Versicherten in Euro 30,81 29,64 % zum Vorjahr je Versicherten + 5,3 - 3,8 Schwangerschaft und Mutterschaft absolut in Tsd. Euro 175.342 202.108 ohne stat. Entbindung je Versicherten in Euro 21,62 23,87 % zum Vorjahr je Versicherten + 7,1 + 10,4 Behandlungspflege und absolut in Tsd. Euro 209.446 254.817 häusliche Krankenpflege je Versicherten in Euro 25,82 30,09 % zum Vorjahr je Versicherten + 25,3 + 16,5 Dialyse absolut in Tsd. Euro 113.121 119.334 je Versicherten in Euro 13,95 14,09 % zum Vorjahr je Versicherten - 2,4 + 1,0 Prävention und absolut in Tsd. Euro 574.707 588.421 Gesundheitsförderung je Versicherten in Euro 70,86 69,55 % zum Vorjahr je Versicherten + 9,2 - 1,8 Prämienauszahlungen absolut in Tsd. Euro 0 479.424 je Mitglied in Euro 0 78,15 Verwaltungsausgaben absolut in Tsd. Euro 1.057.224 1.104.348 je Versicherten in Euro 130,36 130,41 % zum Vorjahr je Versicherten + 23,6 + 0,0 Sonstige Ausgaben absolut in Tsd. Euro 110.284 145.218 je Versicherten in Euro 13,60 17,15 % zum Vorjahr je Versicherten - 85,8 + 26,1
  • 42 Finanzen Pflegeversicherung 2012 2013 Vermögensrechnung Aktiva in Tsd. Euro A. Kurzfristiges Vermögen I. Forderungen und sonstige Vermögensgegenstände 65.989 74.956 II. Wertpapiere 284.461 317.088 III. Kassenbestand und Giroguthaben 22 83 B. Rechnungsabgrenzungsposten 16.668 19.708 367.140 411.836 Passiva in Tsd. Euro A. Reinvermögen 166.679 186.518 B. Verpflichtungen 200.461 225.318 367.140 411.836 Erfolgsrechnung in Tsd. Euro 1. Beiträge 2.795.697 3.146.118 2. Einnahmen aus Ersatzansprüchen 5.232 4.751 3. Leistungsaufwand der Pflegeversicherung 799.107 933.871 4. Zahlungen an den Ausgleichsfonds 1.888.202 2.098.478 5. Verwaltungskosten 88.230 99.501 6. Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit 25.389 19.021 7. Zinsergebnis 1.754 1.663 8. sonstige Einnahmen 24 1 9. sonstige Ausgaben 64 847 10. Jahresüberschuss 27.102 19.838
  • Impressum Verantwortlich für den Inhalt | Techniker Krankenkasse, Bramfelder Straße 140, 22305 Hamburg, Telefon: 040 - 69 09-17 83, Internet: www.presse.tk.de, E-Mail: pressestelle@tk.de, Twitter: www.twitter.com/tk_presse Verantwortlich | Dorothee Meusch; Redaktion | Inga Laboga; Texte | Hermann Bärenfänger, Gabriele Baron, Daniel Burgstaler, Jacqueline Dauster, Carina Heinrichs, Michaela Hombrecher, Michael Ihly, Inga Laboga, Dorothee Meusch; Gestaltung | Christina Bartheidel; Produktion | Yvette Lankau Fotos | Holger Braack, Boris Breuer, Marc Darchinger, Jacqueline Dauster, Marcus Dräger, Fotografia Felici, Dieter Frese, Andreas Friese, GettyImages, Dirk Hannemann, Inga Laboga, LIQUID Photography/Frank Löschke & Katrin Schöne, Public Address, Stage Entertainment/Morris Mac Matzen, Niels Starnick, Frank Wiechens; Litho | Hirte GmbH & Co. KG, Hamburg; Druck | Industrie + Werbedruck, Herford © Alle Rechte vorbehalten, Nachdruck und sonstige Formen der Vervielfältigung – auch auszugsweise – nur mit vorheriger schriftlicher Genehmigung. Leistungsausgaben Pflegeversicherung 2012 2013 Leistungsausgaben in Tsd. Euro Pflegesachleistung 118.638 145.725 Pflegegeld 235.561 283.835 Leistungen für Pflegepersonen 49.508 52.082 stationäre Leistungen 292.330 315.204 übrige Leistungen 103.070 137.025 Leistungsausgaben insgesamt 799.107 933.871
  • 44 20.1/002