Statement Dr. Jens Baas
Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse
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Pressekonferenz: Statement vom TK-Vorstand Dr. Jens Baas zur Filmpremiere „Von Mensch zu Mensch“ (20. September 2013)

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2012 war sicher eines der ereignisreichsten Jahre in der Geschichte der deutschen Transplantationsmedizin. Im Frühsommer reformiert der Deutsche Bundestag das Transplantationsgesetz und sorgt dafür, dass künftig alle Bürger ab 16 Jahren regelmäßig schriftlich von ihrer Krankenversicherung aufgefordert werden, sich für oder gegen die Organspende auszusprechen. Wenige Wochen später erschüttern Medienberichte über Unregelmäßigkeiten an Transplantationszentren das Land. In dieser Zeit reist ein Filmteam um den Rapper Flo Bauer durch die Republik, spricht mit Menschen auf der Straße und porträtiert für den Weblog diejenigen, deren Leben von dem Thema geprägt ist. Darunter Politiker wie Jens Spahn, Frank-Walter Steinmeier und Daniel Bahr, Prominente wie Schlagersänger Roland Kaiser und Patienten, die bereits ein Spenderorgan erhielten oder noch auf eines warten. Aus den 23 Webfilmen ist eine Filmdokumentation entstanden.

Dieses Dokument ist das Statement von Dr. Jens Baas, Vorsitzender des TK-Vorstands, anlässlich der Pressekonferenz am 20. September 2013 in Berlin entstanden und kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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Pressekonferenz: Statement vom TK-Vorstand Dr. Jens Baas zur Filmpremiere „Von Mensch zu Mensch“ (20. September 2013)

  1. 1. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung der Dokumentation "Von Mensch zu Mensch – Flo Bauers Reise zur Organspende" am 20. September 2013 in Berlin 1 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse Sehr geehrte Damen und Herren, in den letzten Jahren haben sich alle Beteiligten – Selbsthilfegruppen, die Deutsche Stiftung Organtransplantation und auch die TK als Krankenkasse bemüht, auf das Thema Organ- spende aufmerksam zu machen. Da verständlicherweise niemand freiwillig über sein Sterben nachdenken möchte, ist dies keine leichte Aufgabe gewesen. In den letzten 14 Monaten hat die Transplantationsmedizin jedoch selbst durch Unregelmäßigkeiten an einigen Transplanta- tionszentren für Schlagzeilen gesorgt, die sich niemand von uns gewünscht hat. Die Spende- bereitschaft ist deutlich zurückgegangen. 459 Organspender gab es im ersten Halbjahr 2013, gut 100 weniger als im gleichen Zeitraum 2012. Als die Medien im Sommer 2012 erstmals darüber berichteten, dass Transplantationsmedizi- ner ihre Patienten in den an Eurotransplant gemeldeten Daten kränker dargestellt haben als sie waren, damit sie schneller ein Spenderorgan bekommen, war unsere Organspendekam- pagne "Von Mensch zu Mensch – Flo Bauers Reise zur Organspende" in vollem Gang. Nach über einem halben Jahr Vorbereitung hat sich ein Kamerateam um Hip Hopper Flo Bauer im Mai 2012 auf eine Reise durch das ganze Bundesgebiet gemacht, um die Ge- schichten der Menschen zu erzählen, deren Leben von der Organspende geprägt ist. Drei Jahre zuvor hatte die TK mit "Organspende macht Schule" – ebenfalls mit der Unter- stützung von Flo Bauer, der damals noch unter dem Namen Bo Flower auftrat – bereits ei- nen Informationsfilm für den Schulunterricht produziert, der sich dem Thema sachlich und faktenlastig widmete. Die 2012er Kampagne startete mit dem Ziel, der Organspende mit sehr persönlichen filmischen Porträts auch ein Gesicht zu geben. Wenn wir hierzulande über Organspende sprechen, dann geht es meist um die Frage, kön- nen wir uns vorstellen, unsere Organe nach dem Tod zu spenden? Selten richtet sich der Blick auf die 11.000 Menschen, die derzeit auf ein Spenderorgan warten. Kaum jemand macht sich bewusst, dass das Risiko, selbst ein Organ zu brauchen, größer ist als die Wahr- scheinlichkeit, selbst als Spender in Frage zu kommen. Bei unserer Initiative "Von Mensch zu Mensch", die mit Unterstützung der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung entstand,
  2. 2. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung der Dokumentation "Von Mensch zu Mensch – Flo Bauers Reise zur Organspende" am 20. September 2013 in Berlin 2 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse geht es genau darum: die Sichtweise zu verändern und möglichst viele verschiedene Blick- winkel zu zeigen. Entstanden sind 23 Gespräche, in denen Flo Bauer mit Menschen spricht, deren Leben auf verschiedenste Weise von dem Thema berührt ist – als Patienten, als Angehörige, als Medi- ziner oder Politiker. Wir haben uns sehr gefreut, dass wir bei fast allen, die wir um ein Ge- spräch gebeten haben, ein offenes Ohr fanden. Patienten und Angehörige haben uns ihre teils sehr intimen Geschichten erzählt, Politiker fast aller Fraktionen haben uns Zeit in ihren vollen Terminkalendern eingeräumt und ebenfalls sehr persönliche Einsichten eröffnet, und ich freue mich, dass auch Roland Kaiser unser Team vor einem Auftritt empfangen hat und uns nicht nur heute hier unterstützt. Sein Porträt gehört mit über 9.000 Abrufen zu den am häufigsten geklickten Beiträgen auf dem YouTube-Kanal unserer Kampagne und wir freuen uns sehr, dass aus dem Treffen sogar ein gemeinsamer Song entstanden ist. Das Musikvi- deo dazu werden wir Ihnen ebenfalls gleich zeigen. Alle Beteiligten haben zum Erfolg dieser Kampagne beigetragen. Die Filmclips wurden bis heute über 49.000 mal bei YouTube abgerufen, über 12.000 Menschen haben für unser Pro- jekt "Daumen hoch" geklickt und viele haben die Kampagne mit Fragen und Kommentaren begleitet. Über seine Reise, die Begegnungen und Gespräche wird ihnen Flo Bauer gleich noch mehr erzählen können. Wie eingangs bereits kurz erwähnt, wurde unser Projekt im Sommer leider von weniger schönen Schlagzeilen überschattet. Mitten in die Reisezeit von Flo und seinem Team fielen die Berichte über Unregelmäßigkeiten an den Transplantationszentren. Auch wenn es sich dabei eigentlich um einen Wartelisten- und nicht um einen Organspendeskandal handelt, haben die kriminellen Machenschaften einiger weniger viele Menschen verunsichert und da- mit dem gesamten Thema geschadet. Die Spendebereitschaft ist zurückgegangen und die Situation der Menschen auf der Warteliste ist damit noch dramatischer geworden. Auch wir haben die Unsicherheit zu spüren bekommen. Flo hat in den Innenstädten mit vielen Menschen gesprochen und sie dazu gefragt, ob die Berichte ihre Einstellung verändert ha-
  3. 3. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung der Dokumentation "Von Mensch zu Mensch – Flo Bauers Reise zur Organspende" am 20. September 2013 in Berlin 3 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse ben. Auch hieraus ist ein Clip entstanden, den Sie auf unserem Kampagnenblog vonmensch- zumensch.org ansehen können. Einige Ausschnitte werden wir Ihnen auch gleich zeigen. Die Folgen dieser Ereignisse bekam jedoch nicht nur das Team, das unsere Kampagne be- treute, zu spüren, sondern die gesamte Techniker Krankenkasse. Wie Sie sicherlich wissen, hat der Gesetzgeber im Frühjahr letzten Jahres das Transplantationsgesetz reformiert und die Krankenversicherungen verpflichtet, alle Versicherten ab 16 Jahren ab 1. November 2012 binnen eines Jahres anzuschreiben, ihnen Organspendeausweise und Informationen zuzu- schicken und sie aufzufordern, ihre Entscheidung für oder gegen die Organspende zu doku- mentieren. Aufgrund der Negativ-Berichterstattung haben viele Krankenkassen beschlossen, die Versandaktion zu verschieben. Auch wir haben darüber nachgedacht, uns schließlich aber entschieden, die größte Anschreibeaktion in der Geschichte der TK pünktlich zum 1. November 2012 zu starten. Gerade wenn die Menschen verunsichert sind, ist es wichtig, ihnen Informationen zur Verfügung zu stellen und ihre Fragen zu beantworten. Wir haben eine Sonderausgabe unseres Mitgliedermagazins zum Thema Organspende pro- duziert, unsere Mitarbeiter in der telefonischen Kundenberatung geschult, unseren Online- Content zum Thema weiter ausgebaut und schließlich sieben Millionen TK-Kunden ein Ma- gazin mit einem Organspendeausweis zugeschickt. Die Resonanz ist sehr positiv: Fast 80 Prozent der Menschen in Deutschland stehen dem Thema weiterhin positiv gegenüber und sind sehr hilfsbereit. Die wenigsten besitzen jedoch einen Organspendeausweis, auf dem sie ihre Entscheidung für oder gegen eine Organspen- de dokumentiert haben. Fragt man die Menschen, warum sie keinen Ausweis haben, antwor- ten viele, dass sie schlicht noch nicht dazu gekommen sind oder dass sie sich noch keine Meinung gebildet haben. Die allermeisten haben deshalb sehr positiv reagiert, weil wir Ihnen den Ausweis inklusive aller wichtigen Informationen frei Haus geliefert haben. Der Anteil der TK-Versicherten mit Organspendeausweis hat sich nach dem Mailing deutlich erhöht. Dies wissen wir, weil wir unsere Arbeit für das Thema Organspende seit 2008 regel- mäßig durch repräsentative Bevölkerungsumfragen evaluieren. In unserer ersten Umfrage 2008 gaben 14 Prozent der Befragten an, einen Organspendeausweis zu besitzen, 2011 wa-
  4. 4. Statement Dr. Jens Baas Vorsitzender des Vorstandes der Techniker Krankenkasse zur Vorstellung der Dokumentation "Von Mensch zu Mensch – Flo Bauers Reise zur Organspende" am 20. September 2013 in Berlin 4 __________________________________________________________________________________ Dr. Jens Baas, Techniker Krankenkasse ren es 18 Prozent. Im Januar 2013, als die TK als einzige große Kasse bereits Ausweise ver- schickt hatte, fragten wir erneut nach – diesmal auch nach der Kassenzugehörigkeit. Und es zeigte sich, dass mittlerweile 31 Prozent der befragten TK-Versicherten einen Organspende- ausweis besaßen, während es im Bundesdurchschnitt nur 21 Prozent waren. Das zeigt uns, dass unser Engagement und die Versandaktion, die wir im Übrigen alle zwei Jahre wiederholen, Schritte in die richtige Richtung sind. Hier bedarf es jedoch der Unterstüt- zung aller Beteiligten. Das heißt, wir müssen das Vertrauen in den Ablauf der Organspende zurückgewinnen, indem wir Strukturen schaffen, die jeglicher Manipulation vorbeugen. Um viele Menschen zu erreichen, müssen wir das Thema dorthin bringen, wo sie ihren Alltag ver- bringen: In die Betriebe, in die Familien, in die Schulen. Das tun wir z.B. durch ein umfangrei- ches Unterrichtspaket für Lehrer, das wir gerade zusammen mit der BZgA herausgebracht haben. Und dabei helfen uns natürlich auch all diejenigen, die ihre Talente und ihren Be- kanntheitsgrad einbringen, damit wir viele Menschen erreichen, wie die beiden Herren, die hier mit mir am Tisch sitzen. Bevor die beiden Ihnen hier gleich die filmische Dokumentation vorstellen, die aus der langen und ereignisreichen Reise entstanden ist, möchte ich mich noch kurz bei denen bedanken, die daran mitgewirkt haben: unserem Kameramann Sebastian Wagner und unserem Ton- mann Mike Lonski, sowie allen Beteiligten vor der Kamera, die uns ihre Geschichten erzählt haben.

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