"TK spezial" für Schleswig-Holstein 2-2014
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Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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"TK spezial" für Schleswig-Holstein 2-2014 "TK spezial" für Schleswig-Holstein 2-2014 Document Transcript

  • Innovationsreport 2014 • PEPP – mehr Transparenz bei der Behandlung erwartet • Bilanz zum NWpG • Telefon-Coaching hilft Patienten spezialS c h l e s w i g - ho lst e i n Nr. 2 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Editorial Liebe Leserin, lieber Leser, es ist gut, dass das Endoprothesen- register Deutschland jetzt startet. Die Erfahrungen anderer Länder, in denen solche Register teilweise schon seit Jahrzehnten existieren, zeigen, dass Auffälligkeiten und Fehlentwicklungen bei künstli- chen Gelenken deutlich reduziert werden können. Davon profitieren die Kliniken, insbesondere aber die Patienten. Konsequent wäre es, zukünftig ein umfassendes Gesamtregister für alle Medizin- produkte wie Herzschrittmacher, Herzkatheter, Brustimplantate usw. aufzubauen. Denn während für die Arzneimittelzulassung aufwendige klinische Studien erforderlich sind, gelten für Medizinprodukte in der Regel weniger strenge Prüf- und Zulassungsverfahren. Kommt es bei Implantaten zu Komplikationen, haben die Patienten den Schaden. Nicht zuletzt hat spürbarer Gegen- wind aus Richtung der Medizinpro- duktehersteller den Start des EPRD um Jahre verzögert. Wir hoffen, dass das Register erfolgreich arbei- tet und sich alsTeil der gesetzlichen Qualitätssicherung etabliert. Ihr Dr. Johann Brunkhorst Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Holstein In Deutschland werden jedes Jahr etwa drei Millionen Implantate ein- gesetzt. Zu den bei Weitem häufigs- ten Operationen gehört der Einbau künstlicher Gelenke. Bei starkem Gelenk-verschleiß oder nach Brüchen gibt oft nur ein neues Knie- oder Hüft- gelenk den Patienten Mobilität und Lebensqualität zurück. 2012 wurden allein in Schleswig-Holstein fast 6000 künstliche Hüftgelenke und über 4500 Kniegelenke operiert. Hinzu kamen 3700 Operationen nach Hüftfrakturen und fast 1500 Wechseloperationen, das heißt Operationen, in denen ein Kunstgelenk oder Komponenten des Gelenks erneuert werden mussten. Gerade der Wechsel von Endoprothe- sen in so hoher Zahl muss nicht sein. „Viele dieser Eingriffe sind auf Mängel bei der Erstoperation oder Qualitäts- mängel des Implantats zurückzufüh- ren und könnten vermieden werden“, sagt Dr. Johann Brunkhorst, Leiter der TK-Landesvertretung Schleswig-Hol- stein. Deutlich sinkende Revisionsraten Mit dem Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) wird sich die Behandlungsqualität beim Gelenker- satz verbessern. Fehler beim Einbau künstlicher Knie- und Hüftgelenke, Produktmängel oder gar Serienfehler bei Endoprothesen, die bei etlichen Patienten implantiert wurden, werden in Kliniken, die sich am EPRD betei- ligten, künftig nicht mehr unentdeckt bleiben. Ziel des Registers ist es ins- besondere, mehr über die Standzeit künstlicher Gelenke zu erfahren, also über die Zeit, in der Implantate im Körper funktionstüchtig sind. Zudem kann ein Endoprothesenregister die Zahl der Wechseloperationen senken. Nach der Gründung der Endoprothe- senregister Deutschland gGmbH im Jahr 2010 wurde zunächst in einer Machbarkeitsstudie geprüft, ob ein Endoprothesenregister in Deutschland erfolgreich etabliert werden kann. Ende 2012 startete dann der Probebetrieb, seit 2014 können sich bundesweit alle Kliniken am Register beteiligen. „Schon im Probebetrieb sind die sehr komplexen Datenflüsse zwischen allen Partnern – den beteiligten Kliniken, Krankenkassen, Herstellern sowie der wissenschaftlichen Fachgesellschaft für Orthopädie – reibungslos gelau- fen“, sagt Prof. Joachim Hassenpflug, Direktor der Klinik für Orthopädie am Uniklinikum Schleswig-Holstein in Kiel und ehrenamtlicher Geschäftsführer des EPRD. Nach den Erfahrungen anderer Länder ist ein Endoprothesenregister nach fünf bis sieben Jahren voll funkti- onsfähig. Beispiele zeigen, dass die Register Revisionsraten erheblich ver- ringern können. In Schweden, Finn- land, Island und Norwegen wurden bereits in den 70er- und 80er- Jahren Endoprothesenregister gegründet. In der Folge ist die Wahrscheinlichkeit für Revisionen in diesen Ländern um bis zu zehn Prozent gesunken, in Schweden fiel die Rate sogar auf etwa die Hälfte des Ausgangswerts. „Jede Revision ist eine zu viel, denn eine Wechseloperation bedeutet für Das Endoprothesenregister Deutschland (EPRD) hat Betrieb aufgenommen Qualitätskontrolle für Kunstgelenk-Operationen
  • TK spezial Schleswig-Holstein · 2/2014 | 2 den betroffenen Patienten zusätzliche vermeidbare Schmerzen“, so Prof. Hassenpflug. Auch die Kosten können nach Ansicht Hassenpflugs reduziert werden: „Wenn es uns gelingt, die Zahl der Revisionen in Deutschland lediglich um ein Prozent zu senken, kommen wir bereits auf Einsparungen in Höhe von 4,3 Millionen Euro. Dieses Niveau sollten wir relativ bald erreichen.“ Mehr als 35.000 Daten- bankeinträge Im EPRD werden alle für den Ein- griff relevanten Daten dokumentiert. „Die Datenbank erfasst schon heute nahezu 98 Prozent der Produkte, die in Deutschland eingebaut werden, und ist in ihrer Granularität der Klassifi- kation weltweit einmalig“, so Prof. Hassenpflug. Für die Kunstgelenke sind in der Datenbank mehr als 35.000 Einzelteile hinterlegt. Hinzu kommen Informationen zu Operationsverfahren und -anlässen sowie Merkmale der Patienten wie Alter, Geschlecht und Vorerkrankungen. Die Kliniken erhalten einmal jährlich eine Auswertung des EPRD mit Angaben, welche Prothesen in ihrem Haus wie häufig eingebaut wurden, wie sich die Zahl der Wechseloperati- onen entwickelt hat und warum es zu Revisionen gekommen ist. „Erstmals werden Krankenhäuser in Deutsch- land informiert, wie sich Prothesen verhalten, nachdem der Patient das Krankenhaus verlassen hat. Diese Berichte werden den Häusern helfen, fehlerhafte Verfahren und Produkte zu erkennen und zu verbessern“, sagt Hassenpflug. Die Berichte informie- ren Kliniken auch, wenn Prothesen in einem anderen Krankenhaus gewech- selt werden. Bei Rückrufaktionen können die betroffenen Patienten deutlich leichter als heute identifiziert und benachrichtigt werden. „Schon in zwei bis drei Jahren werden unsere Berichte den Krankenhäusern erste Aussagen liefern“, so Hassenpflug. Auch hier zeigen Beispiele aus dem Ausland, wie wertvoll die Berichte für die Kliniken sein können. So hat sich etwa in Norwegen vor einigen Jahren ein Knochenzement als nicht funktionsfähig erwiesen. In verschie- denen internationalen Registern sind bei Kappenprothesen vergleichsweise kurze Standzeiten aufgefallen. Aktuell sind im Endoprothesenregister Deutschland rund 20.000 Operationen erfasst, 400 Krankenhäuser aus dem Bundesgebiet haben Interesse an einerTeilnahme angemeldet. Mehrere Kliniken in Schleswig-Holstein – wie beispielsweise die Park-Klinik Manhagen, das UKSH – Campus Kiel, die Schön-Klinik Neustadt oder das Westküstenklinikum in Heide – haben sich am Probebetrieb des EPRD beteiligt. Ab sofort können sich alle Kliniken auf freiwilliger Basis am Register beteiligen. „Häuser, die nicht teilnehmen, werden sich langfristig irgendwann einmal recht- fertigen müssen, warum sie diese Chance der Qualitätsverbesserung nicht wahrnehmen“, so Brunkhorst. So funktioniert das Endoprothesenregister Was einfach klingt, ist in der Praxis ein komplexes System mit hohen Anforderungen: Für das Endopro- thesenregister muss eine ganze Reihe von Datenflüssen koordiniert werden. Bei der Operation erfasst die Klinik mit einem Barcode-Scan- ner alle Details des künstlichen Ge- lenks, das die Chirurgen einbauen, also Hersteller, Produktbezeichnung und sämtliche Implantatbestand- teile. Von der Klinik fließen die Informationen in pseudonymisierter Form zur Registerstelle, die vom BQS-Institut im Auftrag des EPRD betrieben wird. Die Krankenkassen senden später Auszüge aus Ab- rechnungsdaten der Klinik ebenfalls pseudonymisiert an die Register- stelle weiter. Diese Daten werden laufend ergänzt, um festzustellen, ob es eine Wechseloperation gegeben hat. Die Registerstelle verknüpft die Daten mit der Pro- duktdatenbank der Hersteller, in der nahezu alle auf dem Markt befind- lichen Endoprothesen enthalten sind, und ist dadurch in der Lage, die pseudonymisierten Datenpake- te wieder zusammenzufügen. Der Aufbau des EPRD, eines Gemeinschaftsprojekts von Ärzten, Krankenkassen und Industrie, geht auf eine Initiative der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC) zurück. Das EPRD ist heute als gemeinnützige Gesellschaft eine hundertprozentige Tochter der DGOOC, ausschließlich wissen- schaftlichen Grundsätzen ver- pflichtet und garantiert die Unab- hängigkeit und Neutralität der Auswertungen. Die TK ist mit dem Verband der Ersatzkassen (vdek) einer von mehreren Kooperati- onspartnern, die den Aufbau und Betrieb finanziell unterstützen. Weitere Informationen unter www.eprd.de. hintergrund Die Implantation eines künstlichen Hüftgelenks ist einer der häufigsten operativen Eingriffe in Deutschland.
  • TK spezial Schleswig-Holstein · 2/2014 | 3 Die frühe (Zusatz-)Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem Arznei- mittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat, ist ein wirk- sames Instrument, um mehr Informati- onen undTransparenz bezüglich der Qualität neuer Arzneimittel insbeson- dere im Vergleich zu bestehendenThe- rapieoptionen zu erhalten. Allerdings zeigt sich, dass zum Zeitpunkt der Markteinführung, zu dem die Nutzen- bewertung durchgeführt wird, oftmals noch keine ausreichenden Erkenntnis- se darüber vorliegen, welchen thera- peutischen Fortschritt neue Arzneimit- tel im realen Versorgungsalltag darstel- len. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsreport 2014, den Wissen- schaftler der Universität Bremen mit Unterstützung derTK erstellt haben. Von den 20 Wirkstoffen, die im Jahr 2011 auf den Markt gelangt sind – also im ersten Jahr nach dem AMNOG – und die im Report untersucht wurden, haben Hersteller im Nachhinein für acht Wirkstoffe Warnhinweisschreiben verschickt. Der vorliegende Innovati- onsreport zeigt daher: Eine einmalige Bewertung neuer Arzneimittel reicht oft nicht aus. Wir brauchen weitere Spätbewertungen mit Erfahrungen aus dem Versorgungsalltag, um den tatsächlichen Nutzen neuer Medika- mente besser einschätzen zu können. Nur drei Wirkstoffe als innovativ eingestuft Von den im Innovationsreport 2014 betrachteten Wirkstoffen sind lediglich Spätbewertungen von Arzneimitteln schaffen Transparenz und geben Orientierung Innovationsreport 2014 drei Wirkstoffe in der Gesamtschau als therapeutischer Fortschritt einzustu- fen. Betrachtet wurden dabei wieder drei Dimensionen: Erstens, ob es bereits verfügbare Therapien zur Behandlung der jeweiligen Krankheit gibt. Zweitens, ob der Wirkstoff tat- sächlich einen relevanten Zusatznut- zen vorweisen kann. Und drittens, ob die Kosten höher oder niedriger im Vergleich zu vorhandenen Therapien ausfallen. Während im Innovationsre- port 2013 lediglich zwei Arzneimittel im Gesamtscore grün bewertet wur- den (davon ein Präparat, das Post- AMNOG auf den Markt gekommen ist), haben es im Innovationsreport 2014 drei Wirkstoffe auf die Spitzen- plätze geschafft. Verordnungen ohne Zusatznutzen führen zu erheblichen Mehrkosten Die Ärzte in Schleswig-Holstein verord- nen im Vergleich zu anderen Bundes- ländern häufiger Medikamente, die in der Kosten-Nutzen-Analyse als nicht innovativ eingestuft wurden. Die im Report 2014 betrachteten Wirkstoffe verursachten 2013 bei derTK allein in Schleswig-Holstein Kosten in Höhe von fast 3,2 Millionen Euro. Davon entfielen über 205.000 Euro auf Arzneimittel, die, im Vergleich zu meist kostengünsti- geren bestehenden Alternativen, ohne einen Zusatznutzen für den Patienten verordnet wurden. Fazit: Verordnungen ohne Zusatznutzen führen zu erhebli- chen Kosten in der GKV. Bei Markteinführung eines Arzneimittels fehlen oft Erkenntnisse zum tatsächlichen therapeutischen Fortschritt. Der Innovationsreport 2014 soll mehr Transparenz und Orientierung bei der Verordnung neuer Arzneimittel schaf- fen. Auswertungen der TK zeigen, dass die Ergebnisse der AMNOG-Be- wertungen heute noch nicht eins zu eins in der Versorgung ankommen. So wird beispielsweise der erste bewer- tete WirkstoffTicagrelor noch immer bei jedem dritten Patienten falsch ein- gesetzt. Das heißt, das Medikament wird verordnet, obwohl für die zu behandelnde Krankheit kein Zusatz- nutzen nachgewiesen werden konnte. Das war im letzten Jahr schon so, und die neuen Auswertungen zeigen, dass sich an der Verordnungspraxis bislang nicht viel geändert hat. TK-Arzneimittelreport: ein kostenloser Service für Ärzte Uns ist bewusst, dass es für die Ärzte nicht leicht ist, die Flut von Informatio- nen im Alltag umzusetzen. Aus die- sem Grund bietet die TK allen nieder- gelassenen Medizinern mit dem TK-Arzneimittelreport für jedes Quartal einen individuellen Verordnungsreport an. Dieser zeigt den Ärzten auch an, ob sie neue Arzneimittel tatsächlich bei solchen Erkrankungen verordnet haben, bei denen das Präparat einen echten Zusatznutzen aufweist. Zudem erhalten die Abonnenten des Arznei- mittelreports praxisrelevante Zusam- menfassungen der Ergebnisse zur frü- hen Nutzenbewertung – die soge- nannten AMNOG-News. Innovationsreport unter www.tk.de, Webcode: 521220
  • TK spezial Schleswig-Holstein · 2/2014 | 4 Was in den meisten Abteilungen der Krankenhäuser schon vor Jahren Ein- zug gehalten hat, soll in Zukunft auch in Bereichen angewendet werden, die sich mit der seelischen Gesundheit befassen. Gemeint sind sogenannte Fallpauschalen, die eine Behandlung eines Patienten einheitlich abgelten. Seit Anfang 2013 können psychiatri- sche und psychosomatische Kliniken freiwillig am neuen Entgeltsystem PEPP (pauschalierendes Entgeltsys- tem Psychiatrie und Psychosomatik) teilnehmen (Optionsphase). Zwei Jah- re sollen die mitwirkenden Kranken- häuser sich in das neue Entgeltsystem einarbeiten. In Schleswig-Holstein tes- tet derzeit kein Krankenhaus das neue System. Nach Ansicht der TK wäre es wünschenswert, dass möglichst viele Kliniken das neue Entgeltsystem prü- fen. So kann das „lernende System“ weiterentwickelt und fit gemacht wer- den, damit es zum geplanten Startter- min einsatzbereit ist. Dann soll es für alle Krankenhäuser verpflichtend sein. PEPP-Weiterentwicklung erfordert Anwendung im Echtbetrieb Ursprünglich war das Ende der Opti- onsphase für den 31. Dezember 2014 vorgesehen. Die Regierungsfraktionen haben Ende April auf einer gemeinsa- men Klausurtagung beschlossen, die Optionsphase um weitere zwei Jahre, bis zum 31. Dezember 2016, zu verlän- gern. In diesen zwei Jahren will das Bundesministerium für Gesundheit das PEPP-System prüfen und gegebe- nenfalls Alternativen dazu entwickeln. Die Verlängerung der Optionsphase ist ausTK-Sicht der falsche Weg. Die Weiter­entwicklung von PEPP bzw. des Entgeltsystems in der Psychiatrie bedingt seine Anwendung im Echtbe- trieb. Eine Weiterentwicklung nur im Labor funktioniert nicht. Finanzielle Risiken für die Krankenhäuser werden durch die budgetneutrale Phase abge- fangen, die gegebenenfalls verlängert werden kann. Im Bereich der psychiatrischen Medi- zin muss die Einführung der pauscha- lierten Entgelte weiter stabilisiert wer- den. Das PEPP-System ist ein lernen- des Vergütungssystem, das sich mit jedem Kalkulationsjahr weiter justie- ren wird. Ein Stopp der Einführung MehrTransparenz bei der Behandlung erwartet TK begrüßt Einführung des neuen Psych-Entgeltsystems würde einen Rückschritt für die Leis- tungstransparenz und leistungsge- rechte Finanzierung der psychiatri- schen Versorgung bedeuten. Die Ent- wicklung eines „neuen“ Vergütungs- systems, ohne dem PEPP-System die Chance zur Weiterentwicklung und zur Verbesserung der Systemreife zu geben, wäre aus unserer Sicht voreilig und wenig sachgerecht. Einführung des Systems ist notwendig Die Einführung von PEPP ist ange- sichts der Zunahme der psychischen Erkrankungen notwendig. Es ist ähn- lich weitreichend wie die Etablierung der DRG (Diagnosis Related Groups, deutsch: diagnosebezogene Fallgrup- pen). Im PEPP-Entgeltkatalog sind zur- zeit 77 Entgelte für voll- und teilstatio- näre Leistungen sowie 81 Zusatzent- gelte definiert. PEPP eröffnet die Möglichkeit, transparent zu machen, welche psychiatrische Erkrankung wie viele Ressourcen bindet. Budgetrelevant soll das neue Vergü- tungssystem nach dem Willen der Regierungsfraktionen erst ab 2019 werden. Es soll dann ein Landesbasis- entgeltwert für jedes Bundesland Bei der Behandlung von psychischen Erkrankungen wird durch PEPP mehr Transparenz erwartet. gefunden werden, der die durch- schnittliche Vergütung festlegt. Abhän- gig vom Schweregrad der Erkrankung und von der Diagnose werden tages- gleiche Pauschalen eingeführt. Die Krankenhäuser haben nach derzeiti- gem Planungsstand nach der Options- phase noch bis 2023 Zeit, sich dem Landesbasisfallentgeltwert schrittwei- se anzupassen (Konvergenzphase). Es ist davon auszugehen, dass mit dem neuen Entgeltsystem der Weg hin zu mehr Vergütungsgerechtigkeit zwischen den Einrichtungen eröffnet wird. Das neue pauschalierte Entgelt- system ermöglicht es, das Geld für die Versorgung dorthin zu lenken, wo es am meisten benötigt wird. Dies wird sich positiv auf die Qualität der Versor- gung der Patienten auswirken, so die Einschätzung derTK.
  • TK spezial Schleswig-Holstein · 2/2014 | 5 Was macht eigentlich das TK-Angebot … Viele Menschen leiden an Depressio- nen, Angststörungen oder anderen psychischen sowie psychosomati- schen Erkrankungen. Glaubt man den Statistiken, haben Arzneimittelver- ordnungen, Krankschreibungen und Klinikaufenthalte wegen psychischer Erkrankungen in den letzten Jahren zugenommen. Seit April 2010 bietet die TK in Schles- wig-Holstein mit dem NetzWerk psychische Gesundheit (NWpG) ein erfolgreiches Versorgungskonzept an. Ziel ist es, Menschen mit psychischen Erkrankungen so weit zu unterstüt- zen, dass sie trotz ihrer Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können – ambulant statt stationär. Ein Drittel weniger Krankenhausaufenthalte Seit dem Start des Angebots in Schleswig-Holstein haben über 700 Menschen mit psychischen Erkrankun- gen am NetzWerk teilgenommen, bundesweit etwa 10.000. In einer Befragung von rund 300 Patienten wollte dieTK herausfinden, wie das Angebot bei den Menschen ankommt. Die Ergebnisse fallen positiv aus:  44 Prozent fühlen sich besser informiert.  62 Prozent können mit ihrer Krank- heit jetzt besser umgehen.  Bei jedem Zweiten hat sich der Gesundheitszustand verbessert.  47 Prozent sagen, dass das Netz- Werk in der Krise geholfen hat.  Fast ein Viertel nimmt weniger Psychopharmaka.  Fast ein Drittel hat das NetzWerk anstatt des Krankenhauses genutzt.  Nur 14 Prozent sagen, dass es nichts gebracht hat. Die Ergebnisse zeigen, dass auch bei psychisch erkrankten Menschen mit chronischem Verlauf eine ambulante Behandlung erfolgreich sein kann. Krisenintervention stellt effektive Hilfe dar Im Mittelpunkt des NWpG stehen die aufsuchende Betreuung zu Hause, die Erreichbarkeit des Behandlungsteams rund um die Uhr sowie Rückzugs- räume, die Patienten in einer Krise anstelle eines Klinikaufenthaltes nutzen können. Bei Befragungen der teilnehmenden Patienten hat sich herausgestellt, dass gerade die 24-stündige Erreichbarkeit im Krisen- fall eine effektive Hilfe darstellt. In den schleswig-holsteinischen Netz- Werk-Regionen wurden 58-mal die Rückzugsräume für eine Übernach- tung genutzt, und in über 100 Fällen wurde die aufsuchende Betreuung zu Hause oder die Rund-um-die-Uhr- Hilfe in Anspruch genommen. In 95 Prozent dieser Fälle konnte so ein Klinikaufenthalt vermieden werden. In Kiel, den Kreisen Plön, Pinneberg und Steinburg sowie in Neumünster und Umgebung hat die TK gemein- sam mit der Abitato Managementge- sellschaft seelische Gesundheit ein ambulantes, wohnortnahes Netzwerk aufgebaut. Teams aus erfahrenen Ärzten, Sozialarbeitern, Fachpflegern und Therapeuten helfen Patienten, Kri- sensituationen frühzeitig zu erkennen und bewältigen zu lernen. NetzWerk psychische Gesundheit 85 Prozent der Patienten würden ihren Arzt weiterempfehlen Rund 85 Prozent der Patienten in Schleswig-Holstein würden ihren Haus- oder Facharzt weiterempfeh- len. Das geht aus einer aktuellen Auswertung der Patientenbewer- tungen im Arztvergleichsportal Weisse Liste sowie den darauf basierenden Portalen von AOK, BARMER GEK und TK hervor. 85 Prozent der Befragten äußern sich zufrieden mit der Praxis und dem Personal, 90 Prozent mit der Kommunikation des Arztes. Die Zufriedenheit mit der Behandlung liegt im Schnitt bei 86 Prozent. Die Weiterempfehlungsrate in Schleswig-Holstein liegt über dem Bundesdurchschnitt von 84 Pro- zent. Ein Blick in das Portal zeigt, dass die Unterschiede zwischen den einzelnen Ärzten teilweise deutlich sind. So hatte eine Analy- se der Bewertungen auf Bundese- bene im vergangenen Jahr gezeigt, dass zum Beispiel jeder zehnte Orthopäde nur eine Weiteremp- fehlungsrate von unter 40 Prozent erreicht. Die Zufriedenheit ist dabei am stärksten abhängig von der Kommunikation des Mediziners: Ärzte, die auf Fragen, Ängste und Sorgen des Patienten eingehen und verständlich erklären, erhalten die höchste Zustimmung. Hierbei schneiden insgesamt Allgemein- mediziner, praktische Ärzte und Internisten am besten ab, Ortho- päden und Hautärzte erzielen die geringsten Zustimmungswerte. Für die aktuelle Auswertung wur- den rund 9700 Bewertungen aus Schleswig-Holstein herangezogen. Ziel des unabhängigen Internet- portals ist es, Patienten bei der Suche nach einem geeigneten Arzt fundiert zu unterstützen. INformation Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 612284 Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 352916 Im Falle einer Krise stehen psychisch erkrankten Menschen Rückzugsräume zur Verfügung.
  • Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Schleswig-Holstein Verantwortlich | Dr. Johann Brunkhorst Redaktion | Volker Clasen Telefon | 04 31 - 981 58 - 0 Telefax | 04 31 - 981 58 - 555 E-Mail | lv-schleswig-holstein@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinSH Internet | www.tk.de/lv-schleswigholstein Seit sechs Jahren geht dieTK ganz gezielt auf Patienten mit Diabetes, Blut- hochdruck oder koronarer Herzkrank- heit (KHK) zu und bietet ein Coaching an. Dies beinhaltet alle zwei Wochen ein halbstündigesTelefonat mit einem persönlichen Ansprechpartner. Doch sind mit einemTelefon-Coaching wirklich signifikante und nachhaltige gesundheitliche Verbesserungen mög- lich? Dieser Frage ist dieTK in einer Studie nachgegangen und hat dazu über 35.000 Patientendaten ausgewer- tet. Das Ergebnis belegt die Wirksam- keit von Gesundheits-Coachings.Tele- fonisch begleitete Patienten nehmen ihre Medikamente regelmäßiger ein, bewältigen ihre Krankheit erfolgreicher, fühlen sich besser und müssen im Vergleich zur Kontrollgruppe seltener ins Krankenhaus. Nach Auswertung der Freien Uni- versität (FU) Berlin verbesserte das Coaching die Gesundheit der Patienten aller untersuchten Diagnosegruppen Auch in den beiden kommenden Spiel- zeiten der Handball-Bundesliga wird das blaueTK-Logo das Spielfeld in der Flensburger Campushalle schmücken. Für weitere zwei Jahre ist dieTechniker Krankenkasse (TK) offizieller Gesund- heitspartner des Handball-Bundes- ligisten und EHF Champions Leage- Siegers SG Flensburg-Handewitt. Handball ist eine wichtige sportli- che und gesellschaftliche Größe in Schleswig-Holstein und für dieTK ein ideales Umfeld, in dem auf Gesund- heitsthemen aufmerksam gemacht werden kann. Gemeinsam mit der SG Flensburg-Handewitt wird dieTK wieder vielfältige Aktionen starten, die Spaß machen und den Fans Spaß an sportlicher Betätigung und eine gesun- de Lebensführung vermitteln sollen. substanziell. Sie bekommen eine An- leitung, wie sie Veränderungen konkret angehen und auch durchhalten können. Diese sogenannte Selbstwirksamkeit sei ein Schlüssel zum Erfolg und zeige selbst bei Schwerkranken eine mess- bare Wirkung, so die FU Berlin. Parallel haben Wissenschaftler des Universitätsklinikums Hamburg-Ep- pendorf (UKE) die Entwicklung der Krankheitskosten analysiert und kom- men zu dem Ergebnis, dass Coaching tatsächlich Geld einspart, wenn eine Eskalation im jeweiligen Krankheitsver- lauf vermieden wird. Unabhängig von der Diagnose war die Entwicklung der Gesamtkosten bei den Gecoachten günstiger als bei den Patienten ohne Coaching. Telefonisch begleitete Patienten bewälti- gen ihre Krankheit erfolgreicher. Telefon-Coaching hilft Patienten TK bleibt Gesundheitspartner der SG Flensburg-Handewitt Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 620726