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"TK spezial" für Rheinland-Pfalz 2-2014
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"TK spezial" für Rheinland-Pfalz 2-2014

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Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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  • 1. Jahresempfang der TK • Kommentar zur Pflegereform • Qualität in der ambulanten Versorgung • Qualität im stationären Bereich •  TK-Innovationsreport spezialR h e i n l a n d - P fa l z Nr. 2 2014Informationsdienst der Techniker Krankenkasse Liebe Leserin, lieber Leser, mit dem GKV-Finanzstruktur- und Qualitäts-Weiterentwicklungsge- setz rückt die Bundesregierung das Thema Qualität in den Mittelpunkt. Dies betrifft alle Akteure unseres Gesundheitswesens, einschließlich der gesetzlichen Krankenkassen. Um die Qualität in unserem Gesundheitssystem messen zu können, bedarf es bundesweit ein- heitlich festgelegter Qualitätsstan- dards. Diese gilt es fachlich zu defi- nieren und zu analysieren sowie in die regionale Planung einzubinden. Außerdem sollten Anreize für mehr Qualität in unserem Gesundheits- wesen geschaffen werden. Bei der Umsetzung dieser Aspekte müssen wir langfristig denken, bis wir Qualität in allen Gesundheits- sektoren objektiv bewerten kön- nen. Eins ist sicher: Die Patienten werden davon profitieren. Eine anregende Lektüre wünscht Ihnen Ihre Anneliese Bodemar Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz Editorial Jahresempfang der  TK-Landes- vertretung Rheinland-Pfalz Austausch zur rheinland-pfälzischen Gesundheitspolitik Beim diesjährigen Jahresempfang der TK-Landesvertretung am 3. Juni 2014 in der Alten Lokhalle Mainz kamen rund 150 hochkarätige Gäste aus dem Gesundheitswesen, der Politik, der Wirtschaft und der Wissenschaft zusammen, um sich über die Gesundheitspolitik im Land auszutauschen. Die verschiedenen Facetten des Themas Motivation standen im Mit- telpunkt des Abends. Dabei betonte Anneliese Bodemar, Leiterin der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz, die große Bedeutung der Motivation für die Work-Life-Balance. Erfolgreiche Sportler seien nicht nur körperlich und geistig motiviert, sondern auch in der Lage, sich schnell mental zu regenerie- ren. Dieses Wissen sei auch für privat und beruflich hoch engagierte Men- schen nützlich, um ihre Leistungsfähig- keit bis ins Alter zu erhalten. Der renommierte Sportpsychologe Dr. Kai Engbert sieht diese Thesen durch seine tägliche Arbeit bestätigt. Er begleitet und unterstützt seit Jah- ren die deutsche Olympiamannschaft, wie zuletzt bei den Winterspielen in Sotchi. Motivation bringt Erfolg in Beruf und Sport Auch jenseits dieser Tätigkeit berät der ehemalige Leistungssportler Menschen bei dem Ziel, Leistung genau dann zu erbringen, wenn diese abgerufen wird. Aus der sportpsycho- logischen Perspektive brauche man Motivation vor allem in der Vorbe- reitung, im täglichen Training und im Umgang mit Rückschlägen. Hier seien Einsatz, mentale Konzentration und ein gutes Ressourcenmanagement gefragt. All diese Kompetenzen sind sowohl im Sport als auch im Arbeits- leben täglich gefordert.
  • 2. TK spezial Rheinland-Pfalz · 2/2014 | 2 TK spezial | Herr Dr. Engbert, welche Parallelen zwischen der Berufswelt und dem Leistungssport sehen Sie? Dr. Engbert | In der Berufswelt wie im Leistungssport sind überdurch- schnittliche Leistungsbereitschaft, hohes Engagement und heraus- fordernde Zielsetzungen Grundvo- raussetzung für den Erfolg. Wenn diese dann auf ein inspirierendes Arbeitsumfeld und motivierende Rahmenbedingungen treffen, sind Spitzenleistungen möglich. Dazu ge- hört aber auch der Umgang mit Druck und mit Rückschlägen. Hier sind in der Berufswelt wie im Leistungssport Konzentration und ein gutes Ressour- cenmanagement gefragt. TK spezial | Im Beruf möchte man alles geben und eine Spitzenleistung abgeben. Was können wir dabei vom Leistungssport lernen? Zwei Fragen an Dr. Kai Engbert, Sportpsychologe Kommentar zur Pflegereform von Erwin Rüddel, MdB, Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Pflegepolitik Im Sport und Beruf ist gutes Ressourcen- management gefragt Pflege:Wir halten Wort Dr. Kai Engbert Dr. Kai Engbert studierte Psychologie in München und promovierte am Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften. Nach seiner Ausbildung zum psychologischen Psychotherapeuten konzent- rierte er sich auf das Coaching im Leistungssport und begleitete unter anderem die deutsche Olympiamann- schaft nach Vancouver im Jahr 2010, London 2012 und Sotschi 2014. Daneben unterstützt er auch über den Sport hinaus Menschen dabei, Leistung auf den Punkt zu bringen, Ziele zu erreichen und dabei motiviert und gesund zu bleiben. ZUR PERSON Das Thema Pflege betrifft uns alle. Die Älteren fragen sich: Wer pflegt mich, wenn ich Hilfe brauche? Die Jüngeren treibt die Frage um: Werde ich die Pflege meiner Eltern mit meinem Beruf und meiner eigenen Familie vereinbaren können? Die Koalition hat sich in der Pflege­ politik viel vorgenommen. Wir werden den Beitragssatz zur Pflege- versicherung in zwei Schritten um 0,5 Prozentpunkte anheben und so rund fünf Milliarden Euro zusätzlich mobilisieren. Damit können die Leistungen der Pflegeversicherung deutlich verbessert werden. Außer- dem bauen wir einen Vorsorgefonds für die Zeit auf, wenn die Babyboo- mer das Pflegealter erreichen. Mit 20.000 zusätzlichen Fachkräften wollen wir die stationäre Pflege stär- ken. Und mit dem neuen Pflegebe- dürftigkeitsbegriff können demenziell erkrankte Menschen endlich ange- messen versorgt werden. Mehr tun für Pflegebedürftige, Pflege- Dr. Engbert | Sich selbst immer wie- der neu zu motivieren und die eigenen Ressourcen bewusst und zielgerichtet einzusetzen. Leistungssportler sind dabei Profis sowohl in der Bewälti- gung von Drucksituationen als auch im individuellen Stressmanagement. Hier lassen sich vieleTechniken und Ideen in die Berufswelt übertragen, sei es für sich selbst oder für den Umgang mit Mitarbeitern und Kollegen. Erwin Rüddel Erwin Rüddel wurde 1955 geboren, ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder. Nach dem Abitur ab- solvierte er ein wirtschaftswissenschaftliches Studium mit dem Abschluss Diplom-Betriebswirt. Von 1985 bis 1993 war er in der Verlagsbranche; von 1993 bis 2009 Geschäftsführer und Mitgesellschafter einer gemeinnützigen Senioreneinrichtung. Im Jahr 1987 sowie von 1998 bis 2009 war er Mitglied des Landtags Rheinland-Pfalz; dort war er seniorenpo- litischer und medienpolitischer Sprecher der CDU. Seit dem Jahr 2009 vertritt Rüddel als direkt gewähl- ter Abgeordneter den Wahlkreis Neuwied/Altenkir- chen im Bundestag. Er ist Mitglied im Ausschuss für Gesundheit und stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Erwin Rüddel ist Sprecher der CDU/CSU-Fraktion für Pflegepolitik. ZUR PERSON personal und pflegende Angehörige: Das ist unsere Antwort darauf, dass die Deutschen – erfreulicherweise! – immer länger leben.
  • 3. TK spezial Rheinland-Pfalz · 2/2014 | 3 Die ambulante medizinische Ver- sorgung in Deutschland ist auf einem weltweit anerkannt hohen Niveau. Nicht nur das umfassende Leistungsangebot für gesetzlich Versicherte ist einzigartig, auch der völlig ungehinderte Zugang aller Ver- sicherten zu allen ambulant tätigen Haus- und Fachärzten und jeder Art der Behandlung ist ein weltweites Alleinstellungsmerkmal. Darüber hinaus gibt es ein gut etabliertes Qualitätssicherungssystem, das im Wesentlichen gesetzlich geregelt ist. Hinzu kommen, getrennt nach Fachgebieten, Leitlinien für zahl- reiche Behandlungspfade, die auf hohem wissenschaftlichem Niveau den aktuellen Stand der Erkenntnis- se vermitteln. Gesetzliche Vorgaben garantieren ein hohes Maß an Qualität Niedergelassene Vertragsärzte sind, ebenso wie Krankenhausärzte, ver- pflichtet, in Fünfjahreszyklen ein bestimmtes Pensum an Fortbildun- gen nachzuweisen. Wird diese Ver- pflichtung nicht erfüllt, so erfolgen bei den niedergelassenen Ärzten empfindliche Strafen – von Honorar- abzügen bis hin zur Entziehung der Zulassung. Zahlreiche ärztliche Leistungen set- zen ein Antrags- und Genehmigungs- verfahren voraus, gesetzliche Vorga- ben regeln die Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität für die Erbringung medizinischer Leistungen. Die Zahl der Qualitätssicherungsrichtlinien ist kaum überschaubar und wird von den Kassenärztlichen Vereinigungen engmaschig kontrolliert. Werden defi- nierte Standards nicht erfüllt, so wird entweder eine Nachprüfung oder Nachbesserung der Struktur gefor- dert, es kann aber auch bei ernsthaf- ten Mängeln die Genehmigung zur Erbringung der entsprechenden Leis- tung vorübergehend oder dauerhaft entzogen werden. All das garantiert den Versicherten in Deutschland ein hohes Maß an Qua- lität in der ambulanten Versorgung. Professionelle Selbstver- pflichtung wirksamer als alle Vorschriften Maßgeblich erscheint mir aber die intrinsische Motivation, damit ist der ethische Anspruch der Ärzte an sich selbst gemeint, ihre ärztlicheTätigkeit am aktuellen Stand der Wissenschaft und an den geltenden Leitlinien auszu- richten. Jedes Kontrollsystem lässt sich unterlaufen, zumal in der medizi- nischen Qualitätssicherung das, wo- rauf es wirklich ankommt, oft nur näherungsweise gemessen werden kann. Der Mensch ist nun einmal kei- ne Maschine mit reproduzier- und standardisierbaren Maßen und Pro- zessen, sondern ein hochkomplexes Wesen. Zuverlässiger als Kontrolle ist da die Selbstverpflichtung der Ärzte, das Patientenwohl in den Mittelpunkt des Handelns zu stellen. Diese Haltung entspricht auch der ursprünglichen Entscheidung für den Arztberuf und der Sozialisation der ganz überwie- genden Zahl der Ärzte. Problematisch kann in diesem Zusam- menhang eine Überregulierung wer- den, die das eigentliche Ziel der Quali- tätssicherung verfehlt. Wenn sich Ärz- te einer Misstrauenskultur ausgesetzt fühlen, die besonders auch der nach- folgenden Medizinergeneration die Freude an der klassischen ärztlichen Tätigkeit nimmt, ist niemandem, besonders nicht den Versicherten und Patienten, gedient. Kein anderer Freiberufler wird verpflich- tet, seine Qualifikation und die Güte seiner Leistung ständig zu dokumentie- ren und sich externen Qualitätskontrol- len zu unterziehen. Wichtig ist hierbei auch, dass nur in einem verschwindend geringen Pro- zentsatz der Qualitätskontrollen Bean- standungen oder Mängel festzustellen sind. Eine Qualitätskontrolle mit Augen- maß muss oberstes Ziel sein, die knap- per werdende Ressource „Arzt“ darf nicht durch unsinnige Prüforgien ver- prellt werden. Nicht zufällig lautet das zentrale Motto der aktuellen Staffel der gemeinsamen Imagekampagne der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassen- ärztlichen Vereinigungen, die die Attraktivität des Arztberufes beson- ders auch dem ärztlichen Nachwuchs nahebringen soll: „Ich bin Arzt. Ich bin ein Qualitäts- produkt.“ Gastkommentar von Dr. Sigrid Ultes-Kaiser, Vorstandsvorsitzende KV RLP Dr. Sigrid Ultes-Kaiser Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Vereini- gung (KV) Rheinland-Pfalz. Nach dem Studium der Humanmedizin in Mainz Ausbildung als Anästhesistin am Westpfalzklinikum in Kaiserslautern, Niederlassung als Anästhesistin und Gründung eines ambulanten OP-Zentrums. Zusätzlich Erwerb der Zusatzbezeichnung Psychothe- rapie. Seit den 90er-Jahren berufspolitisches En- gagement in der damaligen KV Pfalz und Leitung der Bereitschaftsdienstzentrale Landstuhl. Mitglied der Vertreterversammlung der KV Rheinland-Pfalz seit 2005, ebenfalls seit dieser Zeit Mitglied der Vertre- terversammlung der Kassenärztlichen Bundesverei- nigung. Von 2005 bis 2007 Vorsitzende des Ärztenet- zes MEDI Südwest. Danach bis 2010 stellvertretende Vorstandsvorsitzende der KV RLP, seit dem Jahr 2011 Vorstandsvorsitzende. ZUR PERSON Qualität in der ambulanten Versorgung
  • 4. TK spezial Rheinland-Pfalz · 2/2014 | 4 rige entwicklungsaufgabe muss auf Basis von Routinedaten der normalen abrechnungen erfolgen und unab- hängig davon, ob eine Behandlung im stationären oder ambulanten Setting erbracht wird. diese aufgabe wird laut Koalitionsvereinbarung dem zu grün- denden Qualitätsinstitut zukommen. Qualität sichert Fortbe- stand der Kliniken das große ziel ist also die entwick- lung eines qualitätsorientierten Vergütungssystems, das in seiner anreizwirkung in einer nachhaltigen Verbesserung der Versorgungsquali- tät mündet. die Verknüpfung von Qualität und Vergütung führt nach Überzeu- gung der TK zu einem qualitätsorien- tierten Wettbewerb, und letztendlich kommt es zu leistungsverlagerungen an einrichtungen mit höherer Qualität. da Geld dann im bestehenden Vergü- tungssystem der – guten – leistung folgt, sichert eine qualitativ hochwer- tige leistungserbringung also direkt den wirtschaftlichen fortbestand von Kliniken. Um auch die Versorgung in der fläche sicherzustellen, bedarf es außerdem Vergütungszuschläge nach bundeseinheitlichen Kriterien für me- dizinisch qualitativ gute einrichtungen. So kann eine qualitativ hochwertige Versorgung im Sinne der Patienten bereitgestellt werden. Sie können sich auf Basis frei zugänglicher, umfassen- der und vor allem verständlicher infor- mationen für den für sie am besten passenden medizinischen dienstleis- ter entscheiden. die Patientinnen und Patienten stehen für dieTK im Mittelpunkt aller Überle- gungen. Sie haben einen berechtigten anspruch auf eine rundum qualitativ hochwertige Versorgung im Kranken- haus. doch wie erkennt derjenige, der in ein Krankenhaus muss, eine Klinik mit einer qualitativ hochwertigen Versorgung? Bei der Suche nach antworten vertrauen viele Patienten oft auf den Rat des arztes oder eines guten freundes. aber auch verständ- lich aufbereitete informationen im internet helfen bei der entscheidung. ein Beispiel dafür ist derTK-Klinikfüh- rer, der unter anderem auf den jährlich erscheinenden Qualitätsbe- richten der Krankenhäuser beruht. damit leistet dieTK schon heute einen Bei- trag zur Qualitätstransparenz. dieser Weg einer transparenten, konti- nuierlichen Qualitätsverbesserung soll- te nach ansicht derTK weiter beschrit- ten werden. deshalb vereinbaren die Krankenkassen mit einzelnen Kliniken konkrete anforderungen zur Sicher- stellung und förderung der Qualität. dazu zählen auch qualitätsfördernde Strukturgrößen wie die technische ausstattung und mit medizinischen fachgesellschaften abgestimmte Qua- lifizierungsprofile des ärztlichen und pflegerischen Personals. ein Beispiel dafür ist die Qualitätsvereinbarung zur kathetergestützten aortenklappenim- plantation. Qualitätsorientierte Vergütung auch auf der politischen ebene setzt sich dieTK für eine leistungsgerechte Vergütung der erbrachten Behandlun- gen ein. die Qualität soll einerseits messbar und vergleichbar werden, anderseits aber auch vergütungsrele- vant. So haben beispielsweise Kran- kenhäuser mit normaler Qualität (noch) den gleichen Vergütungsanspruch wie Kliniken mit einer qualitativ höherwerti- gen Versorgung. Qualitätsunterschiede müssen sich nach Überzeugung der TK aber perspektivisch in erlösdiffe- renzen widerspiegeln. dazu bedarf es neuer aussagefähiger Kennzahlen zu Behandlungserfolgen. diese schwie- Petra Wiese, Referentin für stationäre Versorgung derTK-Landesvertretung RLP Qualität zum Wohle der Patienten Gutes Geld folgt der guten leistung“ Gutes Geld folgt der guten leistung“ Qualitätskontrolle für Kunstgelenk-operationen der einsatz von jährlich rund 14.000 künstlichen hüft- und Kniegelenken gehört zu den häufigsten Operationen, die in Rheinland-Pfalz durchgeführt werden. Gleichzeitig sind aber jährlich fast 2000 Wechseloperationen erfor- derlich. Über die Gründe ist bisher wenig bekannt. Mit dem endo- prothesenregister deutschland (ePRd) soll sich das nun ändern. ziel ist es, eine verlässliche datengrundlage zu schaffen, um langfristig die Qualität der Produk- te beurteilen zu können. dadurch soll das ergebnis der medizini- schen Behandlung gesichert und die zahl der Wechseloperationen verringert werden. insbesondere die lebensdauer der künstlichen Gelenke soll dabei unter die lupe genommen werden. der aufbau des ePRd, eines Ge- meinschaftsprojekts von Ärzten, Krankenkassen und industrie, geht auf eine initiative der deut- schen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie zu- rück. das ePRd ist ausschließlich wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet und garantiert die Unabhängigkeit und neutralität der auswertungen. die TK ist einer von mehreren Kooperationspartnern, die den aufbau und Betrieb des ePRd finanziell unterstützen. Seit anfang 2014 können sich alle Krankenhäuser am ePRd beteili- gen. in Rheinland-Pfalz haben sich bereits 14 Kliniken angemeldet. Weitere häuser im land haben ihr interesse bekundet. Mehr Informationen unter www.eprd.de. KUrZNaCHriCHtEN
  • 5. TK spezial Rheinland-Pfalz · 2/2014 | 5 Trotz früher (Zusatz-)Nutzenbewertung, die der Gesetzgeber mit dem Arznei- mittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG) eingeführt hat, zeigt sich, dass zum Zeitpunkt der Markteinfüh- rung oftmals noch keine ausreichen- den Erkenntnisse über den tatsäch- lichen therapeutischen Fortschritt vorliegen. Zu diesem Ergebnis kommt der Innovationsreport 2014, den Wissenschaftler der Uni Bremen mit Unterstützung derTK erstellt haben. Von den 20 Wirkstoffen, die im Report untersucht wurden, haben Hersteller im Nachhinein für acht Wirkstoffe Warnhinweisschreiben verschickt. Dr. Jens Baas, Vorsitzender desTK- Vorstands, erklärt dazu: „Eine einma- lige Bewertung neuer Arzneimittel reicht im Grunde nicht aus. Was wir brauchen, sind weitere Spätbewer- tungen mit Erfahrungen aus dem Ver- sorgungsalltag, um den tatsächlichen Nutzen neuer Medikamente besser einschätzen zu können.“ Auswertungen derTK zeigen zudem, dass die Ergebnisse der AMNOG-Be- wertungen heute nicht eins zu eins in der Versorgung ankommen. So wird beispielsweise der erste bewertete ArzneimittelwirkstoffTicagrelor noch immer bei jedem dritten Patienten falsch eingesetzt. Dies bedeutet: Das Medikament wird verordnet, obwohl für die zu behandelnde Krankheit kein Zusatznutzen nachgewiesen werden konnte. „Mit Medikamenten ist es ein bisschen so wie mit Filmen: Remakes sind oft nicht besser als das Original und kosten auch noch viel mehr. Wir beobachten auch in Rheinland-Pfalz, dass diese Scheininnovationen verord- AMNOG noch nicht in der Arztpraxis angekommen Innovationsreport 2014 net werden und die Gesundheitskos- ten im System nach oben treiben. Was wir für unsere Versicherten wollen, ist eine qualitativ hochwertige Versorgung mit echten Arzneimittelinnovationen, die ihren Preis wert sind“, sagt Anne- liese Bodemar, Leiterin derTK-Landes- vertretung Rheinland-Pfalz. Für den Report haben Studienleiter Prof. Dr. Gerd Glaeske und seinTeam Wirkstoffe untersucht, die 2011 – also im ersten Jahr nach Inkrafttreten des AMNOG – auf den deutschen Markt gelangten. Davon sind lediglich drei Wirkstoffe in der Gesamtschau als therapeutischer Fortschritt einzustu- fen. Betrachtet wurden dabei drei Dimensionen: Erstens, ob es bereits verfügbareTherapien zur Behandlung der jeweiligen Krankheit gibt. Zwei- tens, ob der Wirkstoff tatsächlich einen relevanten Zusatznutzen vorweisen kann. Und drittens, ob die Kosten höher oder niedriger im Vergleich zu vorhandenenTherapien ausfallen. Glaeske sagt dazu: „Die Ergebnisse zu den Auswertungen für das Jahr 2011 fallen insgesamt betrachtet eher bescheiden aus. Da tröstet es kaum, dass der Jahrgang 2010 noch schlech- ter abgeschnitten hat.“ „Unser Ziel ist es, solche Angebote zu schaffen, die die Ärzte bei ihrer veranlassten Arzneimitteltherapie bestmöglich unterstützen und den Patienten nutzen“, machtTK-Chef Baas deutlich. „Der Innovationsreport ist nicht für das Bücherregal gedacht. Er sollTransparenz schaffen und Orientie- rung bieten.“ Angebote für Ärzte Neben dem Innovationsreport stellt dieTK niedergelassenen Medizi- nern weitere Informationsangebote zur Verfügung. Dazu gehört in erster Linie der sogenannteTK-Arzneimit- telreport (TK-AMR). Auf Wunsch erhalten niedergelas- sene Ärzte für jedes Quartal einen individuellen Verordnungsreport. Dieser zeigt den Ärzten unter an- derem an, ob sie neue Arzneimittel tatsächlich bei solchen Erkrankun- gen verordnet haben, bei denen das Präparat einen echten Zusatznutzen aufweist. Zudem erhalten die Abonnenten des Arzneimittelreports praxis- relevante Zusammenfassungen der Ergebnisse zur frühen Nut- zenbewertung – die sogenannten AMNOG-News. Weitere Informationen zumTK- AMR unter www.tk.de (Webcode 480446). Der Innovationsreport 2014 steht unter www.presse.tk.de (Web- code 641152) zum Download bereit. Information
  • 6. Impressum Herausgeber | Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Rheinland-Pfalz Verantwortlich | Anneliese Bodemar Redaktion | Holger Dieter Telefon | 061 31 - 917-419 Telefax | 061 31 - 917-410 E-Mail | lv-rheinland-pfalz@tk.de Twitter | www.twitter.com/TKinRP Internet | www.tk.de/lv-rheinlandpfalz Unter dem Motto „Gesundes Rhein- land-Pfalz – 40 Jahre LZG und ihre Partner“ nahm dieTK am Parlamenta- rischen Abend der Landeszentrale für Gesundheitsförderung (LZG) im Land- tag teil. Rund 600 Gäste informierten sich an den 36 Ausstellungsständen der LZG-Mitgliedsverbände rund um dieThemen Gesundheitsförderung, Prävention und Selbsthilfe. Dieses Mal widmete sich dieTK dem Thema Diabetes. Da diese Erkrankung häufig über Jahre hinweg keine Be- DieTK beim Parlamentarischen Abend Von Diabetes und Telemedizin Gesundheitsminister Alexander Schweitzer am Stand der TK. Mehr Informationen unter www.tk.de, Webcode: 513634 Was hilft bei einer Arthritis? Welche Behandlung ist bei Borreliose am wirksamsten? Therapievorschläge und Antworten auf Fragen wie diese gibt es viele. Um in Zukunft noch stärker die Vor- und Nachteile von Behand- lungsmethoden – vom Hausmittel bis zur klassischen Operation – darstellen zu können, kooperiert die TK mit dem unabhängigen Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswe- sen (IQWIG). TK kooperiert mit IQWIG Unabhängige Patienteninformation Qualitätssiegel für Kinderkliniken Eltern von erkrankten Kindern wünschen sich die bestmögli- che stationäre Versorgung ihres Kindes. Aber woran erkennen Eltern eine gute Klinik? Um den Eltern bei der Krankenhaussuche zu helfen, wurde das Gütesiegel „Ausgezeichnet. Für Kinder“ entwickelt. Dabei muss jedes Haus die Stan- dards für eine multiprofessionelle und interdisziplinäre Versorgung erfüllen. Diese umfasst eine kontinuierliche kinderärztliche bzw. kinderchirurgische Beset- zung, Gesundheits- und Kinder- krankenpfleger sowie speziell für Kinder qualifizierte Teams aus dem pädagogischen und medizi- nisch-therapeutischen Bereich. Zum dritten Mal haben sich Kliniken für Kinder- und Jugend- medizin sowie der Kinderchirurgie freiwillig der Überprüfung ihrer Strukturqualität unterzogen. In Rheinland-Pfalz wurden nun 13 Kliniken mit dem Gütesiegel aus- gezeichnet. Mehr Informationen zu den Kliniken und dem Siegel unter www.ausgezeichnet-fuer-kinder.de. KURZNACHRICHTEN Dabei nutzt die TK die aus unabhän- gigen, evidenzbasierten Gutachten erstellten Texte für Patienteninforma- tionen im Internet. Ziel ist es, dem Patienten allgemein verständlich alle relevanten Informationen und Studi- enlagen zu einem Erkrankungsbereich zur Verfügung zu stellen. Für dieTK ist diese Kooperation ein weiterer Baustein, um die Patienten- souveränität ihrer Kunden zu stärken. schwerden verursacht, kommt der Frü- herkennung eine große Bedeutung zu. Deshalb bot dieTK ihren Besuchern am Stand die Möglichkeit, mithilfe eines speziellen Gerätes ihr persönli- ches Diabetes-Risiko zu prüfen. Und das ohne Blutabnahme.