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"TK spezial" Nordrhein-Westfalen 3-2013
 

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Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der ...

Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen.

Dieses Dokument kann für redaktionelle Zwecke und mit dem Hinweis "Quelle: Techniker Krankenkasse" honorarfrei verwendet werden. Eine Nutzung zu Werbezwecken ist ausgeschlossen.

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    "TK spezial" Nordrhein-Westfalen 3-2013 "TK spezial" Nordrhein-Westfalen 3-2013 Document Transcript

    • Informationsdienst der techniker Krankenkasse nordrhein-westfalen Inhaltsverzeichnis Nr. 3 /September 2013 Liebe Leserin, lieber Leser, psychische Erkrankungen haben in den letzten Jahren deutlich zuge- nommen. Immer häufiger werden Menschen nicht deshalb krank, weil sie körperlich hart arbeiten müssen, sondern weil die seelische Belastung im Beruf und Lebensumfeld zu groß geworden ist. Was folgt, ist meistens ein Krankenhausaufenthalt, denn in Deutschland fehlen ambulante Behandlungsmöglichkeiten. Deshalb hat die TK für ihre Versicherten das Netzwerk psychische Gesundheit geschaffen. Hier kümmert sich eine Vertrauensperson um den Patienten – wenn es sein muss rund um die Uhr –, damit psychisch kranke Menschen in ihrer familiären, beruflichen und sozialen Umgebung bleiben können. Der Klinikaufenthalt soll zur Aus- nahme, nicht wie bisher zur Regel werden. Mehr über NetzWerk psy- chische Gesundheit der TK erfahren Sie in dieser Ausgabe von TK spezial. Ich wünsche Ihnen eine spannende und anregende Lektüre. Günter van Aalst Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen TK-Netzwerk psychische Gesundheit wird engmaschiger Betreuung vor Ort statt Klinikaufenthalt Psychische Erkrankungen sind in den letzten Jahren immer häufiger der Grund für Krankschreibungen. In Nordrhein-Westfalen (NRW) waren sie im Jahr 2012 für mehr als 18 Prozent der Ausfallzeiten am Arbeitsplatz verantwortlich. Jeder fünfte Arbeits- unfähigkeitstag hat damit psychische Ursachen. Das zeigt der aktuelle Gesundheits- report der Techniker Krankenkasse (TK). Bisher werden viele Patienten, die an der Seele erkrankt sind, in Kliniken behandelt. Nach ihrer Entlassung fehlt es aber häufig an Unterstützung im Alltag, sodass sie bei der nächsten Krise wieder Hilfe im Kran- kenhaus suchen. Drehtüreffekt verhindern Diesen „Drehtüreffekt“ möchte die TK mit dem „NetzWerk psychische Gesundheit“ (NWpG) verhindern. Es bietet Menschen mit psychi- schen Erkrankungen eine wohnortnahe, immer erreichbare Hilfe. Nordrhein wird durch das Netz bereits abgedeckt, in Westfalen- Lippe läuft der Ausbau. Hauptpartner der TK ist die Gesellschaft für psychische Gesundheit in Nordrhein-Westfalen (GpG NRW). Vor Ort sind gemeinde- psychiatrische Dienste mit extra dafür geschulten Fachkräften für die Patienten da. In NRW hat die TK bereits 18 Kooperationspartner in 15 Städten gewinnen können. Betreuung auch zu Hause Bei diesem ambulanten Angebot arbeiten erfahrene Fachärzte, Sozialarbeiter, Fach- pfleger und Therapeuten mit dem behandelnden Arzt Hand in Hand – wenn nötig rund um die Uhr. „Sie unterstützen die Patienten möglichst so, dass diese trotz ihrer psychischen Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können. Bei Bedarf erhalten auch Angehörige Hilfe“, beschreibt Ulrich Adler, Leiter regionales Vertragswesen der TK in NRW, den zentralen Ansatzpunkt des Netzes. „In Notfällen ist es möglich, den Patienten auf Wunsch auch in seinen eigenen vier Wänden zu betreuen.“ Darüber hinaus gibt es als Alternative zu einer stationären Aufnahme Rückzugsräume beim sozialen Träger vor Ort, die in einer Krise als geschützte Von links: Roland Angenvoort (AOK), Ralf Schneider und Heike Diekmann- Pohl (beide Mülheimer Kontakte), Ulrich Adler (TK) und Nils Greve (GpG) Editorial Rückenoperationen – meist überflüssig MEDICA ECON FORUM by TK Innovationsreport 2013
    • nordrhein-Westfalen TK spezial 3 / 2013 2 Umgebung genutzt werden können. Ziel der ambulanten Behandlung sei es, Klinik- aufenthalte zu vermeiden, das Risiko einer erneuten psychischen Krise herabzusetzen oder die Gefahr einer Chronifizierung zu vermindern. Hohe Zufriedenheit der Patienten „Erste Rückmeldungen von Teilnehmenden zeigen eine hohe Zufriedenheit mit dem neuen Behandlungskonzept. Besonders die Möglichkeit, in einer akuten psychischen Krise 24 Stunden täglich Fachpersonal zu erreichen oder den Rückzugsraum aufsuchen zu können, bietet den Patienten hohe Sicherheit“, berichtet Adler. Nils Greve, Geschäftsführer der GpG NRW und Mitinitiator des NWpG, sieht darin große Chancen zur Verbesserung der Behandlungssituation sowie für generelle Strukturände- rungen in der Versorgungslandschaft für psychisch kranke Menschen: „Aus unseren Erfahrungen sind die weiteren Schritte klar ersichtlich. Um die starren Sektoren ambu- lanter und stationärer Behandlung aufzulösen, müssen alle Beteiligten aufeinander zugehen, Vertrauen aufbauen und ihre Angebote miteinander vernetzen. Damit keiner ins Krankenhaus muss, der nicht genauso gut oder besser ambulant versorgt wäre.“ Dieses Konzept hat auch die Kaufmännische Krankenkasse (KKH) und die AOK Rheinland/Hamburg überzeugt. Beide Kassen sind dem Netzwerk beigetreten. TK-Gesundheitsreport, Webcode 012320 NWpG: Webcode 514480 TK-Landesvertretung NRW empfängt chinesische Gesundheitsexperten Im Juni hatte die TK-Landesvertretung hochrangige chinesische Gesundheitsexperten aus der Provinz Shaanxi zu Gast. Die 14-köpfige Delegation wurde angeführt vom Abteilungsleiter der Kommission für Bevölkerungsentwicklung und Familienplanung der Provinz LI Xiaoming. NRW und Shaanxi sind seit über 25 Jahren partnerschaftlich verbunden, den Kontakt zur TK hat der Chinesisch-Deutsche Verein herge- stellt. Heiner Vogelsang von der TK-Landesvertretung NRW begrüßte die Besucher aus Zentralchina und erläuterte ihnen die Aufgaben und Ziele einer deut- schen gesetzlichen Krankenkasse am Beispiel der TK. Wie die TK dabei auf die Herausforderung Demo- grafie reagiert, war auf Wunsch der Besucher ein wesentlicher Teil des Vortrags. Gesundheitsförderung als Wettbewerbsvorteil Die chinesischen Experten zeigten sich beeindruckt von den vielfältigen Angeboten der TK für ihre Firmenkunden, wie dem Programm „Job & Leben“, dem Betrieblichen Gesundheitsmanagement, der Unterstützung bei der Wiedereingliederung in den Beruf nach längerer Krankheit oder den zahlreichen Gesundheitsaktionen. Damit leiste die TK auch einen wichtigen Beitrag zur Bewältigung des demografischen Wandels, betonte Vogelsang. Fehle der Nachwuchs auf dem Arbeitsmarkt, werde es umso wichtiger, die Arbeitskraft der Älteren möglichst lange zu erhalten, denn gesunde und leistungs- fähige Mitarbeiter seien ein Wettbewerbsvorteil, so Vogelsang. In einer alternden Gesellschaft komme der Gesundheitsförderung daher eine wichtige Rolle zu. Kurz gesagt Das NetzWerk psychische Gesund- heit (NWpG) hat die TK entwickelt, um Patienten mit einer psychischen Diagnose so weit zu unterstützen, dass sie trotz ihrer Erkrankung im gewohnten familiären, beruflichen und sozialen Umfeld bleiben können – ambulant statt stationär. Im Mittel- punkt des neuen Konzepts stehen dabei die aufsuchende Betreuung zu Hause (home treatment) sowie Rückzugsräume, die die Patienten bei Bedarf nutzen können. Heiner Vogelsang (TK) mit chinesischen Gesundheitsexperten aus Shaanxi
    • nordrhein-Westfalen TK spezial 3 / 2013 3 Zur Person Dr. med. Martin Gessler Dr. med. Martin Gessler ist Facharzt für Neurologie und Psychosomatik. Als Vertragspartner der TK betreut Dr. Gessler Patienten, die sich eine Zweitmeinung bei Wirbelsäulen- operationen einholen möchten. Dr. Gessler hat zahlreiche wissen- schaftliche Veröffentlichungen zu den Themen Schmerzforschung, -entstehung und -therapie verfasst und ist unter anderem Mitglied der Schmerzkommission der Bayerischen Landesärztekammer sowie Mitglied der Schmerzkommissionen der Kassenärztlichen Vereinigungen (KV) Bayern und Hessen. „Hängen Sie sich ab und zu mal aus“ Interview mit Dr. Martin Gessler, Facharzt für Neurologie und Psychosomatik TK spezial: In Nordrhein-Westfalen ist die Zahl der Rückenoperationen bei TK-Versicherten zwischen 2009 und 2012 bereinigt um den Versichertenzuwachs um 17,4 Prozent gestiegen. Wie ordnen Sie diese Zahlen ein? Dr. Gessler: Mir kommt dabei gleich die Frage in den Sinn, wie vielen Patienten die Operation überhaupt etwas gebracht hat? Ich stelle in meiner Praxis immer wieder fest, dass viel zu schnell operiert wird, anstatt erst einmal die richtige Diagnose zu stellen. Eine Operation ist definitiv nicht das Nonplusultra. Nach der Operation können sich Narben bilden und auf den Nerv drücken. Das kann schlimmer sein als der Schmerz eines Bandscheibenvorfalls. Und dann schneidet man häufig noch einmal. TK spezial: Wie gehen Sie also als Schmerztherapeut und Neurologe vor? Dr. Gessler: Mein Anliegen ist es herauszufinden, was der Patient wirklich hat und was er braucht. Solange der Patient keine Lähmung hat oder die Gefahr droht, dass ein Nerv abstirbt, muss erst einmal nicht operiert werden. Bei der neurologischen Diagnostik kann man die OP-Indikation anhand knallharter Kriterien bestimmen. Zur Differential- diagnostik gehören auch andere Ausschlusskriterien. Ein Rückenschmerz kann auch mal von der Niere kommen. Auch das muss man ausschließen. Wir untersuchen also die Organe, die Gesamtstatik und das psychische Befinden des Patienten. Wir nennen diese gründliche Untersuchung, zu der auch ein Psychotherapeut und Physiotherapeut hinzugezogen werden, Assessment. TK spezial: Bei wie vielen Ihrer Patienten können Sie eine Operation zunächst ausschließen? Dr. Gessler: Bei ungefähr 80 Prozent meiner Patienten. Aber natürlich kommen zu uns vor allem Betroffene, die vorsichtig und hochmotiviert sind, einer Operation zu entgehen. Wir sehen leider nicht diejenigen, die brav vor ihrem Chirurgen sitzen und sich von ihm zur Operation überreden lassen. TK spezial: Schauen Sie sich auch das Röntgen- oder MRT-Bild des Patienten an? Dr. Gessler: Das Bild sagt überhaupt nichts aus. Es gibt schreckliche Bilder von der Wirbelsäule und diese Menschen sind völlig schmerzfrei. Ich ziehe die genaue Untersuchung eventueller Funktionsstörungen vor und frage auch immer nach dem Schlaf. Denn wenn der Betroffene nicht ausgeschlafen ist, ist er sowieso angespannt. Wir verschreiben, wenn überhaupt, ein Muskelrelaxanz, das ein bisschen müde macht, kein Schlafmittel. Der Patient nimmt das Medikament abends vor dem Schlafengehen und wacht morgens mit deutlich weniger Schmerzen auf. Und dann muss man rauskriegen, was ihn in den Zustand gebracht hat. TK spezial: Das heißt, Sie suchen nach den Ursachen der Rückenschmerzen? Dr. Gessler: Natürlich, das ist der wesentliche Teil unserer umfassenden Untersuchung und Behandlung. Die wichtigste Frage ist immer: Warum hat jemand diese Schmerzen? Sind es Arbeitsplatzbelastungen, verrückte Sportaktivitäten, ungewohnte Tätigkeiten etc.? Es gibt tausend Gründe, warum jemand Rückenschmerzen haben kann. Wir sprechen häufig von Bandscheibenvorfällen, aber mindestens genauso häufig sind Verspannungszustände, Gelenkreizzustände oder Fehlbelastungen. Wir schauen außer- dem nicht nur auf die Stelle, die schmerzt. Der Ursprung kann auch im Knie oder Fuß sein. Wenn jemand einseitig geht, setzt sich das über das Becken bis zur Halswirbel- säule durch. Aber ein Rückenschmerz kann sich auch durch eine innere Anspan- nungssituation aufbauen, die zu Muskelanspannungen und dann wieder zu Bewe- gungseinschränkungen führt. Und wenn das nicht erkannt wird und entsprechende Gegenmaßnahmen ergriffen werden, schaukelt sich das System hoch, sodass man sich irgendwann überhaupt nicht mehr bewegen kann.
    • nordrhein-Westfalen TK spezial 3 / 2013 4 TK spezial: Das heißt, eine seelische Belastung kann zu Rückenschmerzen oder sogar zu Bandscheibenvorfällen führen? Dr. Gessler: Genau, psychosomatische Hintergründe sind meistens ausschlaggebend. Wenn jemand innerlich verkrampft, äußert sich das auch im Körper. Das Verständnis, diese Zusammenhänge zu sehen, ist Aufgabe unserer Verhaltens- und Psychothera- peutin. Aber viele Patienten leisten bei dem Vorschlag, mit der Psychotherapeutin zu arbeiten, Widerstand. Sie wollen nicht in die „Psycho-Ecke“ geschoben werden. Dass Arbeitsplatzprobleme zu Verkrampfungen führen können, sehen die meisten ein. Aber über Partnerschaft und Partnerprobleme sprechen Betroffene ungern, doch da liegt unserer Erfahrung nach noch die häufigere Ursache für Rückenprobleme. TK spezial: Wie bringen Sie Ihren Patienten mit den Partnerproblemen dann zur Verhaltenstherapie? Dr. Gessler: Die Verhaltenstherapie beinhaltet zunächst einmal ganz einfache Tipps, wie man über die schwere Schmerzsituation der ersten Tage hinwegkommt, zum Beispiel indem man sich ablenkt. Die Patienten sind ja verzweifelt und haben Angst, dass sie eine Lähmung bekommen oder den Arbeitsplatz verlieren. Unser Fokus liegt auf der Edukation, das heißt, wir teilen dem Patienten mit, was er selbst tun kann. Und wir beobachten dazu ganz genau, wie sich die Situation verändert, und wenn sie sich verschlechtert und eine Lähmung droht, dann muss operiert werden. Aber in den meisten Fällen können wir mit konservativen Maßnahmen helfen. TK spezial: Aber der Verhaltens- bzw. Psychotherapeut muss ja dann auch irgend- wann die Partnerprobleme ansprechen … Dr. Gessler: Und wenn der Patient das nicht so gerne bespricht, dann probieren wir den Zugang über Biofeedback. Am Biofeedbackgerät lernt er, wie er mit seinen Gedanken, Atmung und Konzentration seinen Muskelspannungszustand beeinflussen kann. Dazu werden Elektroden auf seinen Muskeln angebracht und die Reaktionen als bewegliche Bilder dargestellt. Und die Person, die ihm das zeigt, ist unsere Verhaltens- therapeutin, zu der er dann sehr schnell Vertrauen fasst. Nach zehn Sitzungen wissen die Patienten, wie sie sich daheim oder am Arbeitsplatz entspannen können und vor allem was sie anspannt und unglücklich macht. Sie werden organisch ernst genommen und arbeiten gleichzeitig mit ihrem Innenleben. Das Ergebnis ist faszinierend. Es gibt aber auch Patienten, denen ausschließlich die Physiotherapie etwas bringt. Jeder Körper braucht seine ganz individuelle Behandlung. TK spezial: Die konservative Behandlung dauert also länger als die Operation, arbeitet aber an den Ursachen. Dr. Gessler: So ist es, wobei ich sagen muss, dass auch operierte Patienten nicht unbedingt schmerzfrei bleiben oder sich für den Rest ihres Lebens auf ihren Rücken verlassen können. Unser Leben ist nicht mehr so, wie es von der Natur gedacht ist, nämlich dass wir uns ständig bewegen. Durch die krumme Sitzhaltung werden auch unsere Organe ständig eingeklemmt. Das heißt, wer nichts für seinen Körper tut, wird normalerweise irgendwann Probleme bekommen. TK spezial: Was empfehlen Sie? Dr. Gessler: Ich zeige meinen Patienten ganz einfach Übungen, die man fast überall machen kann. Jeder hat irgendwo zwei Tische oder hüfthohe Möbel, auf die er sich abstützen, die Füße einige Millimeter vom Boden abheben und für ein paar Sekunden seine Wirbelsäule aushängen lassen kann. Es reicht das eigene Gewicht und man muss keine große Turnübung daraus machen. Das geht auch im Auto. Man nimmt den Griff links und die Konsole in der Mitte und stemmt sich kurz hoch. Schon ist die Wirbel- säule entlastet. Wir verteilen auch Aufkleber, um die Patienten daran zu erinnern, ihre Entspannungsübung, einen geistigen Kurzurlaub oder die Alltagsübungen zu machen. Man klebt sich den Aufkleber an den Schreibtisch und wird so über den Tag hinweg immer wieder erinnert. Bei diesen Sekundenübungen passiert unglaublich viel. Zweitmeinung bei Wirbelsäulen-OP TK-Versicherte, bei denen in der nächsten Zeit ein operativer Eingriff an der Wirbelsäule geplant ist, können bei ausgesuchten Spezia- listen eine zweite Meinung einholen. Denn gerade im Rückenbereich bieten konservative Therapien wie beispielsweise Krankengymnastik oder Entspannungsverfahren bei vielen Beschwerden eine adäquate Alternative zur Operation. Dazu arbeiten jeweils ein Schmerz- therapeut, ein Physiotherapeut und ein Psychotherapeut Hand in Hand. Jeder Einzelne von ihnen beschäftigt sich intensiv mit dem Patienten und seinen Beschwerden. Anschließend beraten sich die Experten unterei- nander und machen gegebenenfalls einen Vorschlag für eine alternative Therapie. Das Ergebnis wird sowohl mit dem Patienten als auch mit dem behandelnden Arzt besprochen. Unnötige, belastende Operationen können so vermieden werden. Es erfolgt eine Abstimmung mit dem behandelnden Arzt; Patienten werden mit der Entscheidung nicht alleine gelassen. Außerdem werden sie umfassend über ergänzende Behand- lungsmöglichkeiten informiert. Information
    • nordrhein-Westfalen TK spezial 3 / 2013 5 MEDICA ECON FORUM by TK Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr geht das MEDICA ECON FORUM by TK in die zweite Runde. Gemein- sam mit der Messe Düsseldorf präsentiert die TK vom 20. bis 23. November 2013 das neue Forum zur Gesundheitswirtschaft. Die Bandbreite der Themen reicht dabei von patientenorientierter Versorgungsgestaltung über Zukunftsperspektiven des Versiche- rungsmarkts bis zu Patientensicherheit. „Auch in diesem Jahr sind viele namhafte Gesundheitspolitiker, Wissenschaftler und Entscheidungsträger des Gesundheitswesens unserer Einladung gefolgt. Die Besucher dürfen sich wieder auf viele interessante Diskussionsrunden freuen“, sagt Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung NRW. Dr. Jens Baas, Vorsitzender des Vorstands der TK, eröffnet am 20. November das Forum. Danach gibt Thomas Ilka, Staatssekretär des Bundesgesundheitsministeriums, einen Ausblick auf die gesundheitspolitischen Schwerpunkte der neuen Legislaturperi- ode. Unter der Fragestellung „Gesundheitspolitik nach der Wahl – Wie geht es weiter?“ diskutieren der TK-Chef und Staatssekretär Ilka anschließend mit Jens Spahn, gesund- heitspolitischer Sprecher der Unions-Bundestagsfraktion, und Prof. Dr. Wolfgang Greiner, Mitglied des Sachverständigenrats zur Begutachtung im Gesundheitswesen. Spitzenmedizin in NRW ist der Programmschwerpunkt des zweiten Tages. In die Diskussion einführen wird NRW-Gesundheitsministerin Barbara Steffens. Mit „Spitzen- medizin für Kinder in NRW“ steht das Thema auch am dritten Tag noch einmal auf dem Programm. Erstmals wird es in diesem Jahr einen vierten Forumstag geben. Am „Tag der Gesundheit“ – präsentiert von Günter van Aalst – können sich die Besucher davon überzeugen, dass Gesundheits-förderung und Prävention für die TK einen außerordentlich hohen Stellenwert haben. Aktuelle Informationen zum Medica Econ Forum by TK gibt es unter www.tk.de, Webcode 255402. Über 4,1 Milliarden Euro für medizinische Versorgung Über 4,1 Milliarden Euro gab die Techniker Krankenkasse (TK) in Nordrhein-Westfalen 2012 für die medizinische Versorgung ihrer Versicherten aus. Im Vorjahr waren es noch 3,8 Milliarden Euro. Damit steigerte die Kasse ihre Ausgaben um sieben Prozent und erreichte Rekordniveau. Statistisch gesehen entsprach das einem Volumen von 2.013 Euro je TK-Versicherten. Den größten Posten stellten die Ausgaben für Krankenhäuser dar. Sie beliefen sich auf 672 Euro je Versicherten. Für die ärztliche Behandlung flossen 397 Euro und für Arznei- mittel 353 Euro. „Es gibt verschiedene Faktoren, die für die steigenden Ausgaben ver- antwortlich sind. Dazu gehören zum Beispiel der medizinische Fortschritt, aber auch zusätzliche Leistungen, die von der TK für ihre Versicherten angeboten werden“, erklärt Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung in NRW. Ob Ärzte, Zahnärzte, Medikamente oder Kliniken – in allen Bereichen hat die TK bundesweit ihre Zahlungen gesteigert. Das Jahr 2012 schloss die Kasse mit Rekord- ausgaben von insgesamt über 17 Milliarden Euro ab. Damit wies die Bilanz ein Plus von 998 Millionen Euro aus. Der Verwaltungsrat hat den Vorstand beauftragt, angesichts der guten finanziellen Situation die weitere Entwicklung mit dem Ziel zu prüfen, auch für 2014 eine Dividende auszuzahlen. Für das laufende Jahr schüttet die TK eine Dividende von rund einer halben Milliarde Euro an ihre Mitglieder aus. Den TK-Geschäftsbericht 2012 gibt es unter www.tk.de, Webcode 269588. 1 ht 20 Geschäftsberic 12
    • Impressum nordrhein-Westfalen Herausgeber: Techniker Krankenkasse, Landesvertretung Nordrhein-Westfalen Bismarckstraße 101, 40210 Düsseldorf Verantwortlich: Günter van Aalst Redaktion: Harald Netz Telefon: 02 11 - 936 00 - 29 Telefax: 02 11 - 936 00 -13 E-Mail: lv-nrw@tk.de Twitter: http://twitter.com/tkinnw Internet: www.tk.de/lv-nordrheinwestfalen In NRW werden wenig Schein- innovationen verordnet Jedes Jahr kommen zahlreiche neue Medikamente auf den Markt. Doch viele neue Arzneimittel bieten keinen oder nur geringen Zusatznutzen und das häufig zu höheren Kosten als die bereits vorhandenen Medikamente. Diese sogenannten Scheininnovati- onen werden in Nordrhein-Westfalen vergleichsweise selten verordnet. Besonders häufig verordnen dagegen Ärzte in den neuen Bundesländern Medikamente mit neuen Wirkstoffen ohne Zusatznutzen. Das zeigt eine wissenschaftliche Studie, die von der Universität Bremen mit Unterstützung der Techniker Krankenkasse (TK) erstellt und als „Innovationsreport 2013“ veröffentlicht wurde. Nur wenige neue Medikamente haben einen Zusatznutzen Lediglich zwei von insgesamt 23 Arzneimitteln, die 2010 und Anfang 2011 neu auf den Markt gekommen sind, stellen einen relevanten therapeutischen Fortschritt dar, so das Ergebnis des Innovationsreports. „Neue Arzneimittel kommen meist mit hohen Herstellerpreisen auf den Markt, denen häufig kein adäquater Zusatznutzen für die Patienten gegenüber- steht“, sagt Günter van Aalst, Leiter der TK-Landesvertretung Nordrhein-Westfalen. Ziel des Innovationsreports ist es unter anderem, den Ärzten eine Orientierungshilfe für die Verord- nung neuer Arzneimittel zu geben. Erweiterter Arzneimittelreport Die TK hat deshalb ihren „Arzneimittelreport“ (TK-AMR) um ein Modul zu Innovationen erweitert. Mit dem „Arzneimittel- report“ erhalten niedergelassene Ärzte auf Wunsch für jedes Quartal kostenlos eine individuelle Verordnungsübersicht zu Arzneimitteln, die sie ihren TK-versicherten Patienten verordnet haben. Sie können daraus unter anderem ablesen, wie vielen TK-Versicherten das jeweilige Medikament verordnet wurde und ob dieses für die Patienten abhängig von der Indikation einen Zusatznutzen hatte. Diese Übersicht wird ergänzt durch kompakte Zusammenfassungen der Ergebnisse zur frühen Nutzenbewertung des Gemeinsamen Bundesausschusses. Dabei gibt es sowohl einen fachlichen Text für Ärzte als auch eine Erläuterung für Patienten. „Für echte Innovationen sind wir gerne bereit, einen fairen Preis zu zahlen. Damit aber diese Medikamente mit einem tatsächlichen Zusatznutzen bezahlbar bleiben, dürfen für Scheininnovationen keine utopischen Preise gelten“, erklärt Günter van Aalst. Weitere Informationen zum Innovationsreport 2013 gibt es im Internet unter www.tk.de, Webcode 520604. Dort stehen sowohl eine Lang- als auch eine Kurzfassung des Reports zum Download bereit. Ärzte können den AMR unter www.tk.de, Webcode 480446, bestellen. Kurz gesagt Für den Innovationsreport 2013 haben Wissenschaftler der Univer- sität Bremen insgesamt 23 Medika- mente mit neuen Wirkstoffen darauf- hin untersucht, ob bereits alternative Therapien zur Verfügung stehen, ob die Arzneimittel einen (Zusatz-) Nutzen für die Patienten haben und wie hoch die Kosten im Vergleich zu den verfügbaren Arzneimitteln ausfallen. Der Report soll Ärzten, aber auch Versicherten eine bessere Orientierung beim Einsatz von Arznei- mitteln mit neuen Wirkstoffen geben.