"TK spezial" für Bayern 2-2011
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Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der ...

Mit dem gesundheitspolitischen Newsletter "TK spezial" informieren wir über aktuelle gesundheits- und sozialpolitische Themen wie relevante vertragliche Regelungen, Projekte und Veranstaltungen der Techniker Krankenkasse (TK) in Bayern.

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    "TK spezial" für Bayern 2-2011 "TK spezial" für Bayern 2-2011 Document Transcript

    • InformatIonsdIenst der technIker krankenkasse bayernInhaltsverzeichnis Nr. 2 /Juni 2011 Fachtagung „Gesunde Hochschule als Wettbewerbsvorteil“ Neues Diagnoseverfahren bei Krebserkrankungen Prognath: Erfolgsmodell in der Kieferorthopädie Rückenoperationen in Bayern steigen um 56 Prozent Grüß Gott!Betrug im GesundheitswesenInterview mit dem TK-Experten Frank Keller Erfreuliche NeuigkeitenGefälschte Rezepte, Luftrechnungen, Chipkarten-Missbrauch: Betrugsfälle belasten kann ich ausdas Gesundheitswesen mit Milliardenbeträgen. Bei der TK gibt es seit 2002 eine unserer Honorar-Ermittlungsgruppe, die jetzt 15 Mitarbeiter umfasst und in Zusammenarbeit mit Polizei, verhandlung mitStaatsanwaltschaft und anderen Krankenkassen gegen Abrechnungsmanipulationen den bayerischenvorgeht. Einer von ihnen ist Frank Keller, Leiter der Stelle zur Bekämpfung von ZahnärztenFehlverhalten im Gesundheitswesen. vermelden, die wir heuerTK spezial: Wer betrügt im Gesundheitswesen am häufigsten? erstmals ohne den Ersatzkassenverband geführtFrank Keller: Das kann man so nicht sagen. Überall gibt es schwarze Schafe und haben. Unter Einhaltung dernatürlich wirft jeder Betrugsfall ein schlechtes Licht auf die jeweilige Gruppe. Als gesetzlichen Vorgaben ist einkürzlich aufgedeckt wurde, dass einige Apotheken nicht zugelassene Krebsmedika- Vertragsabschluss gelungen, dermente abgaben, geriet die Apothekerschaft in den öffentlichen Fokus. Deshalb darf unseren Versicherten eine zahnme-man diese Fachgruppe aber nicht gleich kriminalisieren. Sicher ist, dass die meisten dizinische Versorgung auf hohemLeistungserbringer korrekt abrechnen. Niveau garantiert. Einen besonderen Schwerpunkt haben wir dabei aufTK spezial: Wie viele Fälle decken Sie jährlich auf und welche Summen können Sie die Prävention gelegt, für die wirzurückfordern? zusätzliche finanzielle Mittel bereit- stellen. Besonders wichtig war mirFrank Keller: Wir verfolgen die Straftaten oftmals über mehrere Jahre hinweg und aber, dass es bei der TK aufschließen pro Jahr rund 1.000 Fälle ab. In Bayern haben wir letztes Jahr 158 neue absehbare Zeit keine sogenanntenFälle hinzubekommen, ungefähr 300 laufende Sachverhalte werden momentan „Puffertage“ geben wird, die Endegeprüft. Insgesamt haben wir im Freistaat 720.000 Euro zurückfordern können, vergangenen Jahres dafür sorgten,bundesweit belief sich die Summe auf zwei Millionen Euro. dass Versicherte anderer Kassen vor verschlossenen ZahnarztpraxenTK spezial: Transparency International schätzt, dass der Schaden durch Betrug im standen. TK-Versicherte werdenGesundheitswesen in die Milliardenhöhe geht. Das klingt nach mafiösen Strukturen? auch in den nächsten Jahren garantiert vom ersten bis zumFrank Keller: Teilweise stimmt das. Bei den besagten gefälschten Krebsmedikamen- letzten Tag uneingeschränkt undten haben Lieferanten und Apotheken auf internationaler Ebene zusammengearbeitet. umfassend behandelt. Mein aus-Die Präparate verschaffte man sich auf der ganzen Welt, sie waren in Deutschland drücklicher Dank gilt auch demnicht zugelassen, wurden aber zu deutschen Höchstpreisen mit den Krankenkassen KZVB-Vorstand, der zwar ein harterhierzulande abgerechnet. Dabei wurden die Krankenkassen um mehrere Millionen Verhandlungspartner, in der SacheEuro betrogen. Wir ermitteln aber auch gegen andere Leistungserbringer, die alleine aber jederzeit fair und konstruktivarbeiten, wie Hebammen, die nicht getätigte Hausbesuche abrechnen oder Kilome- war.terangaben manipulieren.TK spezial: Beschreiben Sie uns bitte einen brisanten Fall!Frank Keller: Gefälschte Rezepte sind immer wieder ein großes Thema. In einem Christian BredlFall stahlen Süchtige in Arztpraxen Blankorezepte und druckten zu Hause per PC Leiter der TK-Landesvertretunggefälschte Rezepte aus. Die Daten waren oft frei erfunden. Rezepte wurden in der Bayern
    • bayernApotheke eingelöst, um Medikamente wie die Trenddroge Tilidin selbst einzunehmenoder zu verkaufen. Rezepte sind im gesamten Bundesgebiet aufgetaucht und einge- Zur Personlöst worden. Der Schaden belief sich allein bei der TK auf rund 60.000 Euro. Frank KellerTK spezial: Wie deckt man einen solchen Fall auf? wurde 1959Frank Keller: Anhand von Betrugsmustern entwickeln wir Auffälligkeitsraster, mit in Nieder-denen wir die Abrechnungsdaten auswerten. Auf diese Art und Weise filtern wir zum sachsenBeispiel heraus, von wem und wo die Rezepte ausgestellt worden sind und wo sie geboren.eingelöst wurden. Bestätigt sich dieser Anfangsverdacht sprechen wir mit den Von 1976 bisErmittlern anderer Kassen und informieren die Staatsanwaltschaft. 1993 war er im Polizei-TK spezial: Wo liegen die Herausforderungen bei der Fahndung? dienst (Bundes-Frank Keller: Zunächst einmal bei der Menge der Leistungsdaten, die allein bei der grenzschutz,TK dokumentiert werden. Wir haben beispielsweise 1,4 Millionen Krankenhausfälle, heute: Bundespolizei) tätig underhalten 35 Millionen Rezepte von Apothekern und verzeichnen rund 57 Millionen Leiter einer bundesweit tätigenAbrechnungsfälle von Ärzten und Zahnärzten pro Jahr. Hinzu kommen 6,9 Millionen Fahndungseinheit. AnschließendVerordnungen anderer Leistungserbringer wie Optiker, Hebammen oder Sanitätshäu- (1993 bis 1999) war er Leiter einerser. Häufig wird immer noch in Papierform abgerechnet und teilweise nicht einmal Sicherheitsfachschule in Hamburgdirekt mit den Kassen, sondern über Abrechnungsstellen. Obwohl wir die Rechnungen und hat als Trainer und Dozenteinscannen und per Computer auf Ungereimtheiten überprüfen, gestaltet sich die gearbeitet. Seit 1999 arbeitet er beiErmittlung allein aufgrund der Datenmenge wie die Suche nach der Stecknadel im der Techniker Krankenkasse alsHeuhaufen. Im System fehlt es außerdem an Transparenz. Wir stehen ja nicht dane- Leiter des Referats Unternehmens-ben, wenn der Arzt eine Leistung erbringt. In der Regel sieht der Patient keine sicherheit und Technik sowie alsRechnung. Das nutzen einige schamlos aus. Leiter der Ermittlungsgruppe Abrechnungsmanipulation. Seit Juni TK spezial: Erhalten Sie 2010 ist er Leiter der Stelle zur Hinweise aus der Bekämpfung von Fehlverhalten im Bevölkerung und was Gesundheitswesen. machen Sie damit? Frank Keller: Auf Hinweise aus der Bevölkerung sind wir Hintergrund natürlich angewiesen. Uns rufen zum Beispiel BGH-Entscheidung „Bestechung“ Versicherte an, die vorliegende Abrech- Die Frage, ab welchem Zeitpunkt nungsunterlagen selbst Geschenke an Ärzte einer Beste- prüfen – in einem Fall hat chung gleichkommen, bleibt vorerst uns eine Versicherte auf unbeantwortet. Der Bundesgerichts- eine Krankenhausrech- hof in Karlsruhe verschob sein für nung hingewiesen, die Mai angekündigtes Urteil. Bevor der um 50.000 Euro zu hoch Senat eine Entscheidung treffen ausgestellt war. Auch könne, müsse die grundlegendebekommen wir Hinweise von Mitarbeitern von Leistungserbringern, die sich nicht Frage geklärt werden, ob einlänger an Falschabrechnungen beteiligen wollen. Außerdem tauschen wir uns mit Kassenarzt ein Amtsträger für dieanderen Krankenkassen über mögliche Täter und Tathergänge aus, soweit das Versicherungen ist oder nur eindatenschutzrechtlich möglich ist. Jedoch haben wir keine Vollmachten wie Staatsan- Beauftragter der Kassen. Diesewälte oder Kriminalpolizisten. Entscheidung ist erheblich für das Strafmaß. Wird der Arzt als Amtsträ-TK spezial: Wie könnte man aus Ihrer Sicht die Ermittlungsarbeit verbessern? ger gesehen, müsste er mit einer Verurteilung wegen BestechlichkeitFrank Keller: Das Gesundheitssystem ist aufgrund seiner vertraglichen und recht- oder Vorteilsnahme rechnen. Ist derlichen Konstellationen recht komplex. Wir brauchen in Deutschland deshalb Schwer- Arzt nur Beauftragter, sind geringerepunktstaatsanwaltschaften, die sich ausschließlich mit Betrug im Gesundheitswesen Strafen oder sogar Straffreiheitbeschäftigen. Außerdem brauchen wir im Gesundheitswesen ein stärkeres Unrechts- denkbar.bewusstsein. Im Grunde ist es wie im Straßenverkehr: Nur wenn Temposünderkonsequent und regelmäßig kontrolliert werden, ergibt sich daraus ein erzieherischerEffekt. TK spezial 2 / 2011 2
    • bayern„Gesunde Hochschule als InformationWettbewerbsvorteil in Bayern“ Die Referate der Tagung sind aufFachtagung in Deggendorf der Homepage der TK-Landesver- tretung zu finden (www.tk.de/ Hochschulen, die sich für lv-bayern, Rubrik „Aktionen in der ein gesundes Arbeits- und Region“) und auf der Website www. Lernumfeld engagieren gesunde-hochschulen-bayern.de. und beim Thema Gesund- Den Film über den Start der Hoch- heitsförderung vernetzen, schule Coburg zu einer Gesunden gehört die Zukunft. So Hochschule finden Sie bei YouTube lautete das Fazit der rund sowie unter www.hs-coburg.de/ 70 Teilnehmer aus gesundheit. bayerischen Hochschulen und Universitäten, die sich am 31. März 2011 zu einer Fachtagung in Deggendorf trafen. Die Hochschule Deggendorf ist fit für eine gesunde Zukunft. Das meinen (v. li.): Prof. Dr. Horst Kunhardt, Prodekan, Prof. Dr. Auf Einladung der TK und Reinhard Höpfl, Präsident, beide Hochschule Deggendorf, Anna der dortigen Hochschule Eder, Oberbürgermeisterin Deggendorf, Christian Bredl, Leiter der diskutierten Kanzler, TK in Bayern, Josef Färber, stv. Landrat Deggendorf, und Landtagsabgeordneter Bernd Sibler. Betriebsärzte, Personalver- treter, Gleichstellungsbe- auftragte und Professorenüber Möglichkeiten, gesunde Strukturen an Hochschulen zu etablieren, die Studieren- Dr. Brigitte Steinke (vorne Mitte) mit ihremden wie Mitarbeitern gleichermaßen zugute kommen. Team, unterstützt von Mitarbeiterinnen der mitwirkenden Hochschulen in Bayreuth, Berlin,„Gesunde Hochschulen“: attraktiver im Wettbewerb um Studierende Coburg und Ilmenau sowie der TK Landesver- tretung Bayern.Nach den Grußworten von Prof. Dr. Reinhard Höpfl, Präsident der HochschuleDeggendorf, und Anna Eder, Oberbürgermeisterin der Stadt, stellte Christian Bredldar, aus welchen Gründen sich die TK für Gesundheit an Hochschulen so starkengagiert: „Allein in Bayern sind bei der TK rund 40.000 Studierende versichert. Wenndiese an der Hochschule die positiven Auswirkungen von Gesundheitsförderung Informationselbst erleben, können sie als Multiplikatoren nach Verlassen der Hochschule ihreErfahrungen in die Gesellschaft und die Betriebe tragen.“ Internetportal Gesunde Hochschulen Bayern:Prof. Dr. Horst Kunhardt, Prodekan der Fakultät Betriebswirtschaft und Wirtschaftsin-formatik an der Hochschule Deggendorf, referierte über die Gesunde Hochschule als Diese zweite Fachtagung zumWettbewerbsvorteil und Zukunftsstrategie in Bayern. Er sagte: „Wir stehen im Wettbe- Thema „Gesunde Hochschule inwerb um die besten Studierenden, denn die Studentenzahlen werden sich ab 2015 Bayern“ bot den Teilnehmern Raummerklich verringern. Gesunde Hochschulen, die voneinander lernen, sind attraktiv, für Gespräche und Austausch. Dieweil das Gesundheitsbewusstsein bei Studenten und Beschäftigten steigt.“ Tagung fand ihren Höhepunkt in der Präsentation eines eigens erstelltenNach einer motivierenden Bewegungspause tauschten sich die Teilnehmer in Work- Internetportals, auf dem sichshops aus. So stellte Stefanie Thees von der Hochschule Coburg mit einem Film Hochschulen bayernweit vernetzenanschaulich dar, welche Strukturen für Entscheidungsprozesse auf dem Weg zu einer können. Das Portal bietet Informati-Gesunden Hochschule notwendig sind. Im Workshop von Berthe Khayat von der onen rund um das Thema GesundeAlice-Salomon-Hochschule in Berlin diskutierten die Teilnehmer, wie Hochschulleitung Hochschule und zeigt in einerund Führungskräfte für die Umsetzung der Vision gewonnen werden können. Und Datenbank Beispielprojekte auf, dieAndrea Krieg von der TU Ilmenau zeigte, wie man Konflikte so bewältigen kann, dass von anderen Hochschulen verwirk-sie am Ende sogar die Gesundheit der Beteiligten stärken. licht worden sind. Zusätzlich bietet die Website in einem geschütztenPräsentation des Internetportals Gesunde Hochschule Bayern Forum Mitarbeitern von Hochschu- len die Möglichkeit, sich überChristian Bredl bestärkte die Hochschulen im Freistaat, sich aktiv einzubringen: Projekte, Fragen und Ideen aus-„Hochschulen, die sich über Gesundheitsprojekte austauschen, profitieren alle vom zutauschen.Netzwerk. So soll das neue Internetportal dazu beitragen, dass die Gesundheit inmöglichst vielen Hochschulen in Bayern strukturell verankert wird.“ Siehe unter www.gesunde-hoch- schulen-bayern.de TK spezial 2 / 2011 3
    • bayernHigh-Tech für TK-Versicherte HintergrundNeueste Bildgebung zur Diagnosevon Krebserkrankungen Die gesetzlichen Krankenkassen können auf Beschluss des Gemein- samen Bundesausschusses (G-BA)Wo sich Krebsherde im Körper befinden, kann mit einem Positronen-Emissions-/ bisher lediglich die PET-Untersu-Computer-Tomografen (PET/CT) präzise bestimmt werden. Dies stellt eine wichtige chung bei Lungenkrebs erstatten.Grundlage für eine wirksame und auf den einzelnen Patienten abgestimmte Therapie Daher besteht eine diagnostische bei Darm-, Brust- und Lymphdrü- Lücke bei anderen Krebserkran- senkrebs dar. Den Versicherten kungen. Dieses Defizit wird durch der Techniker Krankenkasse (TK) den Vertrag zur Integrierten Versor- steht am Klinikum der Universität gung (IV) für drei weitere Tumorar- München (LMU) seit 1. April 2011 ten, den Darm-, Brust- und Lymph- dieses Verfahren im Rahmen drüsenkrebs, bis zu einer einer integrierten Versorgung zur Entscheidung des G-BA ab sofort in Verfügung. München überbrückt. Daneben hat die TK auch Verträge für die Diagnostische Genauigkeit Standorte Berlin, Köln und Hamburg und individuelle Therapie geschlossen. „Ein PET/CT kombiniert zwei bildgebende Verfahren, umeinerseits das Tumorgewebe vom gesunden umliegenden Gewebe zu unterscheiden,andererseits um zugleich die genaue Lage im Körper festzustellen“, erläutert Prof. Dr.Peter Bartenstein, Direktor der LMU-Klinik für Nuklearmedizin am Klinikum derUniversität München. Das PET ermittelt Gewebe, das besonders stoffwechselaktiv ist,ein typisches Merkmal von Tumorgewebe. Das CT hingegen erstellt gleichsam einedreidimensionale Karte des Körpers. Beide Verfahren zusammen ergeben ein exaktesBild der Krebsgeschwulst und der befallenen Organe. Für den Patienten bedeutetdies zusätzlich zu einer höheren diagnostischen Genauigkeit eine deutliche Steige-rung des Komforts, da zwei Untersuchungen in einem Durchgang gemacht werdenkönnen: „Die zeitliche Belastung fällt dadurch geringer aus“, sagt Prof. Bartenstein.„Zugleich steigt aber die Qualität der Diagnose und der behandelnde Arzt kann damiteine individuell und exakt abgestimmte Behandlung erarbeiten.“Medizinische Innovation für TK-Versicherte„In Bayern erkranken jährlich rund Prof. Dr. Peter Bartenstein, Direktor der20.000 Menschen an Darm-, LMU-Klinik für Nuklearmedizin, und ChristianBrust- und Lymphdrüsenkrebs. Bredl vor dem PET/CT- Hochleistungsgerät desWir wollen den betroffenen Klinikums der Universität München.Versicherten medizinischeInnovationen, die wissenschaftlichbelegbar einen zusätzlichenNutzen bringen, schnellstmöglich Kurz gesagtzur Verfügung stellen“, soChristian Bredl. PET/CT-Untersu- Das PET/CT ermöglicht:chungen können bisher nurPatienten mit einem nicht-kleinzel-  mehr Komfort bei derligen Lungenkrebs ambulant Untersuchungnutzen. Für alle anderen Diagno-sen ist dieses Verfahren noch keine Leistung der gesetzlichen Krankenversicherung.  genauere Diagnosen beiBredl: „Mit diesem innovativen Vertrag wollen wir Krebskranken die bestmögliche KrebserkrankungenDiagnostik und Therapie ermöglichen.“  wirksame und individuelle Weiterführende Informationen zum Thema unter http://www.tk.de/lv-bayern, Therapien Rubrik “Vorsorge und Behandlung“ TK spezial 2 / 2011 4
    • bayernErfolgsmodell in der Kieferorthopädie InformationSechs Jahre integrierte Versorgung PrognathHohe Qualität und günstige Preise müssen kein Widerspruch sein. Das beweist seitnunmehr sechs Jahren ein sehr erfolgreiches Versorgungsmodell der TK in Bayern.Dabei war die Idee der Bad Aiblinger Praxis Longerich / Thurau zunächst nichtunumstritten. Eine feste Pauschale für die gesamte, in der Regel über drei Jahreandauernde kieferorthopädische Behandlung sollte zu mehr Qualität und Effizienzführen. Durch die strukturierte Zusammenarbeit mit der Mund-, Kiefer- und Gesichts-chirurgie sollten zudem auch schwerste Fehlstellungen erfolgreich behandelt werden– und das alles zu wettbewerbsfähigen Preisen. Höchste Qualität ohne Zuzahlung Gesundheitsinformationen bewerten: neuer Kurs in München Als eine der ersten Kranken- kassen hat die TK die Chan- Egal ob im Arzt-Gespräch oder im cen dieses Modells erkannt Umgang mit Medikamenten und und zum 1. April 2005 einen Gesundheitsinformationen – jeder Versorgungsvertrag mit der vierte bayerische Patient kann sich Bad Aiblinger Praxis geschlos- nicht sicher und selbstbestimmt im sen. Heute kann festgestellt Gesundheitssystem bewegen, so werden, dass die Idee der das Fazit einer Forsa-Befragung im Ärzte aufgegangen ist. Die Auftrag der TK in Bayern. Kosten für die TK liegen unterhalb des Niveaus in der So sind beispielsweise 24 Prozent sogenannten Regelversor- nicht in der Lage, im Krankheitsfall gung. Trotzdem erhalten die die für Behandlungen wichtigen jungen Patienten dafür eine Informationen zu beschaffen. qualitätsgesicherte Behand- Genauso viele können nicht ein- lung auf dem aktuellen Stand schätzen, ob Informationen zum der medizinischen Erkennt- Thema „Gesundheit“ glaubwürdig nisse, für die andernorts oft sind oder nicht. Hunderte Euro an Zuzahlung geleistet werden müssen. Um Patienten bei dieser Frage den Rücken zu stärken, bietet die TK So viel Erfolg hat natürlich jetzt den Kurs „Gesundheitsinforma- Konsequenzen: „Seit einiger tionen bewerten“ an. Das ganztä- Zeit arbeiten wir daran, dieses gige Seminar findet am 11. Juni anfangs örtlich begrenzte 2011 von 10 bis 18 Uhr in München- Modell einer größeren Zahl Oberschleißheim statt. Informationen von Versicherten anbieten zu und Anmeldeunterlagen gibt es können“, erläutert Christian unter www.tk.de/kursreihe.Bredl. Tatsächlich ist inzwischen ein kleines Praxisnetz aus acht kieferorthopädischenPraxen mit Standorten in Bad Aibling, München, Nürnberg, Augsburg, Mindelheim, Zum Hintergrund:Ingolstadt, Schrobenhausen und Bad Reichenhall entstanden. Weitere Praxen vor Für die repräsentative Umfrage hatallem auch im nordbayerischen Bereich sollen dazukommen. das Meinungsforschungsinstitut„Es wäre schön, wenn bald alle bei der TK versicherten Kinder und Jugendlichen Forsa im Auftrag der TK im Juli 2010von diesem Angebot profitieren könnten“, so Bredl weiter. 1.004 Personen in Bayern befragt.Ein Erfolgsprodukt, von dem alle Beteiligten profitieren!Sechs Jahre integrierte Versorgung im zahnärztlich-kieferorthopädischen Bereichhaben gezeigt, dass vom KFO-Vertrag Prognath alle Beteiligten profitieren.Damit ist das gelungen, was das Gesetz zur Modernisierung der gesetzlichen Kran-kenversicherung vom 1. Januar 2004 unter der Überschrift „Wettbewerb der Ideen“erreichen wollte: Innovationen beschleunigen und Effizienzreserven erschließen. Weiterführende Informationen zum Thema unter http://www.tk.de/lv-bayern, Rubrik „Kinder & Jugendliche“ TK spezial 2 / 2011 5
    • bayernRückenoperationen in Bayern Informationsteigen um 56 Prozent Angebot einer qualifiziertenZweitmeinung einholen lohnt sich Zweitmeinung für Patienten mit einer anstehenden Operation im Rückenbereich: Im Rahmen einer interdisziplinären Untersuchung durch einen Physio-, Psycho- und Schmerztherapeuten erhalten die Patienten eine kompe- tente ärztliche Zweitmeinung zur Notwendigkeit einer in Kürze anstehenden Operation im Rücken- bereich und ggf. einen alternativen Therapievorschlag. Die Ergebnisse werden sowohl mit dem Patienten als auch mit dem behandelnden Arzt besprochen. Das Angebot wird momentan wissenschaftlich evalu- iert.Insgesamt 35.667 Menschen aus Bayern legten sich 2009 wegen eines Rückenlei-dens unters Messer. Das sind 56 Prozent mehr als noch vier Jahre zuvor, so die TK in Vorteile für Patienten aufBezug auf die Krankenhausstatistik des Bayerischen Landesamtes für Statistik und einen Blick:Datenverarbeitung.  Unnötige, belastende Operatio-80 Prozent sind unnötig oder erfolglos nen können vermieden werden.  TK-Patienten werden die RisikenDarunter fallen auch Bandscheibenoperationen, von denen die meisten unnötig sind der geplanten Behandlung sowieoder nicht den Erfolg mit sich bringen, den sie versprechen. Bisher werden auch Behandlungsalternativen aufge-kleinere Bandscheibenvorfälle frühzeitig operiert. In vielen Fällen aber bleibt der zeigt – Zweifel werden beseitigt.erwünschte Erfolg aus und es droht die Gefahr eines sogenannten Postnukleotomie-  Die Untersuchung erfolgt durchSyndroms: Narben und Verwachsungen im Operationsgebiet können unter Umstän- ausgewählte Spezialisten und dieden erneut Beschwerden verursachen. Experten weisen darauf hin, dass sich durch Kenntnisse mehrerer Fachleuteeine gezielte Schmerztherapie, krankengymnastische Übungen zur Stärkung der stehen zur Verfügung.Rücken- und Bauchmuskulatur sowie Kälte- und Wärmeanwendungen eine Operation  Eine Terminvergabe erfolgtin bis zu 80 Prozent der Fälle verhindern lässt. innerhalb von zwei Tagen.  Es erfolgt eine Abstimmung mitPatienten sollten sich vor einer geplanten Operation an Bandscheibe oder Wirbelsäule dem behandelnden Arzt und diedeshalb eine professionelle zweite Meinung einholen. Jeder Versicherte hat das Recht Patienten werden mit der Ent-auf freie Arztwahl und kann jederzeit einen zweiten Mediziner aufsuchen. scheidung nicht alleine gelassen. TK -Gesundheitsreport Bayern: Im Freistaat gingen 2010 zwei von elf Fehltagen, die jeder Beschäftigte im letzten Jahr krankgeschrieben war, auf das Konto von Muskel- und Skeletterkrankungen. Seit 2006 verzeichnet die TK einen Anstieg der Fehltage aufgrund solcher Erkrankungen von rund 16 Prozent und 11 Prozent bei den AU-Fällen. ImpressumHerausgeber:Techniker Krankenkasse, Landesvertretung BayernGrafinger Straße 2, 81671 MünchenVerantwortlich: Christian BredlRedaktion: Alexander Becker und Kathrin HeydebreckTelefon: 089 - 490 69-600Telefax: 089 - 490 69-624E-Mail: lv-bayern@tk.deInternet: www.tk.de/lv-bayern